Nr. 171 Zweites Matt 15G. Jahrgang Dienstag 24. Juli 1906 Erscheint ÄHNch mit Ausnahme des Sonntags. Die „•iefitnet ^amilienblätter" werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der «hessisch« tai&whrt** erscheint monallich einmal. X A X A A A A. A A A A A 9 A a a a Rotationsdruck und Verlag" der «rübl'schen M 017 H B fvIF f I Elz izf fit izr Unwersitätsdruckerei. R. Lange. Tietz». 1 gLlL, ÖL I iL W JL ^CMöil Redaktion. Expedition u. Druckerei- Schulfti.». V W Uf V V m wr » ▼ ▼ ~ Tel. Nr. Kl. relegr.-Adr.: Anzeiger Gieße«. General-Anzeiger, Amtr- und Anzeigeblatt für den Arris Gießen. die der sei. Deutscher Reich. B e r l i n, 23. Juli. Gegenüber den verschiedenen Stimmen, es als gewiß bezeichnen, daß eine Amnestie aus Anlaß Gebllrt des ersten kaiserlichen Enkels nicht gu erwarten versichert die „Rh. Wests. Zig." bestimmt, der betreffende Bulgarische Bombenattentate. Konstantinopel, 22. Juli. In dem. bisher ziemlich »uhigen Sandschak Drama begann eine Tätigkeit der bulgarischen Banden. Am Donnerstag Nacht warfen drei Aulgaren im Hotel „Central" in Drama eine Bombe, durch welche ein Grieche und eine Frau getötet wurden. Die Verbrecher wurden von Soldaten verfolgt. Zwei von iihnen wurden erschossen, dem dritten gelang es, zu entnommen. An demselben Tage fielen bulgarische Bauden in Zwei Dörfer bei Drama ein. Acht Griechen wurden getötet und ein Mohamedaner verwundet. In einem Dorfe wurde eine Bombe geworfen, wodurch das WachObcrhesfischer Bienenzüchterverein. (Original-Artikel des Gießener Anzeigers.) § Friedberg, 23. Juli. Der OberhessischeBienenzüchterverein hält aus Anlaß seiner 4 6. Wanderversammlung hier eine Bienen- und Honigausstellung im Ratskeller. Die Ausstellung wurde gestern vormittag 11 Uhr von Lehrer Himmelreich, dem Vorsitzenden des hiesigen Vereins, eröffnet. Bürgermeister Stahl und Direktor Dr. v. Peter wohnten der Eröffnung bei. Die Ausstellung ist auf allen Gebieten der Imkerei reich beschickt, wir sehen Honig, Wachs und zahlreiche Maschinen, Geräte und Werkzeuge. Besonderen Beifall fand eine Blumenweide, die sämtliche honigreichen Blumen enthielt, zusammengestellt von Dr. Hofmann. Die landwirtschaftliche Schule hatte mehrere kartographische Darstellungen ausgestellt, z. B. innere Organe der Biene, Brutstadien, äußere Ansichten der Bienen. Die Ausstellung erfreute sich gestern und heute eines sehr zahlreichen Besuches. Die Prämiierung fand heute vormittag statt. Es standen zahlreiche Geld- und Ehrenpreise zur Verfügung, auch Graf Oriola hatte einen Preis gestiftet. Für Völker erhielten Preise: Riedel, und Leichtnam - Asseirheim, Himmelreich, Kohlheyer, Jeckel, Maurer und Keck; für Honig: 1. Himmelreich-Friedberg, 2. Hillebrand-Nieder-Mörten, 3. Hauptlehrer Roth-Lich, 4. Baumeister-Friedberg, 5. Fourier-Friedberg, 6. Riedel- Assenheim, 7. Wörz-Tornassenheim, 8. Himmelreich-Nieder- Erlenbach, 9. Hofmann-Freienseen und 10. Röder-Dorheim. Für Geräte, Stöcke und Maschinen wurden durch Preise ausgezeichnet: Keck-Nidda 1. Preis, Schäfer-Friedberg, Perron-Vilbel, Knauff-Ziegenhain und Dr. Hofmann-Friedberg für die ausgestellte Bienenwcide. — Um 10 Uhr begann im Saale zum Ratskeller die 4 6. H au p t o e r s am m l u n g des Oberh. Bienenzüchtervereins unter zahlreicher Beteiüg- ung der Imker. Der langjährige Präsident Pfarrer Ellenberger hielt die Eröffnungsansprache, Stadtv. Falk hieß den Verein namens der Stadt willkommen, namens der landwirtschaftlichen Sck)ule sprach Direktor Dr. v. Peter. Nach dem Jahresbericht für 1905 war dieses Jahr recht erfolgreich. Die Mitgliederzahl stieb von 864 auf über 900. 1905 war ein sehr günstiges Honigjahr, 1906 dagegen ist ein recht geringes, namentlich mit dies für Rhernyeuen. Auch 1905 fand wieder ein Jmkerkursus statt, 16 Herren hatten sich dazu angemeldet doch erschienen nur 9 Es wurde allgemein gewünscht, daß die Kurse aus zcrka 14 Tage verlängert würden. Die Stellungnahme des Vereins zum deutsch-österreichischen Verband wurde verragt. 1905 kamen 100 000 Reklamezettel zur Verteilung. Die Rechnung sur 1905 zeigt eine Einnahme von 29o8,19 Mk., Ausgabe 2d2u,88 Mark Ueberschuß 637,24 Mr. Tie vorjährige ^anoerver- sammlung zu Hungen erzielte einen UebAcyuß. Der Voranschlag riir 190. wurde angenommen. Die 4/. Hauptversammlung &9Q7) Ett Lüdii,nge.n. Ml .Antr.qgs.pes Die interparlamentarische Friedenskonferenz. ' Lvnd on, 23. Juli. * Die inteüparlamentarische Friedenskonferenz, zu der 1 etwa 500 Abgeordnete erschienen, wurde heute eröffnet. Die j Abgesandten der Duma, die mit Beifallsrufen begrüßt 1 wurden, erklärten, daß ihr Mandat beendet sei und daß ' sie nach Petersburg zurückkehr ten. Am Vorstands- tische haben Platz genommen die Lords Crewe, Tweedmouth und Carrington, Kgiegsminister Haldane, sowie der amerik. I Präsidentschaftskandidat Bryan. Zum Vorsitzenden wurde । Lord Weardale erwählt, der die Erschienenen, besonders die ( ^russischen Abgesandten, begrüßte und sagte, er hoffe zu- , verächtlich, daß der Tag erscheine, wo es keinen Krieg . mehr gebe, vor dessen Beginn nicht das Schiedsgericht ; angerufen wird. Der englische Premierminister Campbell- Bannerman hieß als Chef des Ministeriums die Dele- 1 gierten willkommen. Er sei stolz darauf, daß er ihnen die Hand zum Willkomm bieten könne im Namen der Regierung und des Volkes, und im Namen der „Mutter aller Parlamente". Er erklärte, der König ermächttgte ihn, die Versammlung seiner Anteilnahme zu versichern. Die englische Regierung sei sich der Aufgabe der Konferenz bewußt und schließe sich der Konferenz rückhaltlos an. Das Friedens werk sei erst in Angriff genommen und schon hätte das allgemeine Verlangen nach Frieden Gestalt gewonnen. Biel zu lange schon sei die Welt nichts als ein Kriegslager gewesen. Ganz besonders bewillkommne er die Abgesandten der russischen Duma. (Lauter, langanhaltender Beifall.) Er nehme auch die Gelegenheit wahr, des russischen Kaisers zu gedenken, der so viel zur Belebung des Friedensgedankens beigetragen habe, er könne wohl sagen, daß, wenn auch die Duma gerade aufgelöst worden sei, sie doch von neuem ins Leben treten werde. Bannerman schloß mit dem Rufe: Die Duma ist tot, es lebe die Duma! Die Delegierten erhoben sich und brachen in langanhaltende stürmische Beifallsrufe aus. Bannerman drückte die Hoffnung aus, daß der Gedanke der Schiedsgerichte schnell an Ausdehnung gewinnen werde; er erinnert an die Beilegung der Dogczerbank- Affäre. Die Worte des russischen Kaisers seien damals, als er die Haager Konferenz berief, ebenso zutreffend gewesen, wie jetzt. Er habe gesagt, Hunderte von Millionen, die für Zerstörungsmaschinen ausgegeben würden, seien eine schwere Last. Das treffe auch heute zu. Auf der einen Seite werde die Ansicht vertreten, daß Europa immer .-mehr dem Frieden geneigt sei, auf der anderen fahre man mit K r i e g s r ü st u n ge n fort. Ein derartiger Zustand tue der Würde der europäischen Staaten Abbruch, und sei für zivilisierte Menschen erniedrigend. Niemand könne behaupten, daß der Erfolg dieser Rüstungen größere Sicherheit sei; eine Gewalttat löse die andere Gewalttat aus, eine Panik die andere. Das Volk sei für den Frieden; es werde eine Zeit kommen, in der sich die Demokratien klar darüber würden, daß sie die Opfer des Militarismus sind, der ihre '^Entwicklung aufhält. Redner fuhr fort: Ich sehe "öie Zeit kommen, wo die Abgesandten der verschiedenen Länder wieder im Haag versammelt sein werden. Ich ^wünsche Ihren Arbeiten den größten Erfolg. Sagen Sie, wenn Sie nach Hause kommen, Ihren Regierungen, was mir einmal gesagt wurde: Taten sprechen deutlicher als Worte! Bestehen Sie im Namen der Menschlichkeit auf der Herabsetzung des Kriegsbudgets. Nach Bannerman sprach Graf Apponyi, und sagte, Bannermans Rede sei ein geschichtliches Ereignis, weil sie eine direkte Botschaft König Eduards enthalten habe, der nicht gewartet habe, bis die Konferenz ihm ihrM Ehrfurcht aussprach, sondern aus eigener Initiative beim Vorhaben der Konferenz seine vollste Sympathie und den Wunsch zu erkennen gegeben habe, sich an ihrem die ganze Welt berührenden Werke zu beteiligen. Weiter hob Apponyi rühmend hervor, daß der englische Premierminister die H e r a b m i n d er u n g der militärischen Lasten in Anregung gebracht habe. Sein Appell könne nicht fruchtlos Lleiben. Die Parlamente würden nicht umhin können, ihm AU folgen. Zum Schluß schlug Apponyi vor, an König- Eduard ein Telegramm zu senden, in welchem ihm Der tiefste Dank der Konferenz ausgesprochen wird, und dem englischen Parlament für seine Gastfreundschaft zu Lanken. ‘ In der Nachmittagssitzung wurde mit 40 gegen 39 Stimmen eine Resolution angenommen, welche verlangt, daß der Haager Konferenz bei ihrem Werke Ler Friedensstiftung dauerndere Tätigkeit ermöglicht werden möge und die Mächte sich über den Zusammentritt 2)er Konferenz einigen sollten. Frhr. v. Renner-Oesterreich warf einen Rückblick auf Len Fortschritt des Schiedsgerichtsgedankens in Europa in Len letzten Jahren und sagte, der in dem Jahre 1904 ron Jtußland und Schweden und Norwegen abgeschlossene Schiedsvertrag sei das beste Muster für derartige Verträge. Bryan brachte einen von den deutschen, Kongreßmitgliedern unterstützten Antrag ein, der besagt: Wenn zwischen zwei Staaten ein Streitfall entsteht, der nach Lem zwischen ihnen bestehenden Schiedsvertrage einem Schiedsspruch nicht unterliegt, so solle, ehe zur Kriegserklärung geschritten werde, die Frage dem Haager Schiedsgericht oder einem anderen unparteiischen Schieds- ^e richt unterbreitet werden. haus und vier Häuser in Brand gerieten und ein» geäschert wurden. In Drama herrscht Aufregung. Die Entsendung von Truppen erscheint notwendig. — Im Bezirke Karaseria entführte vorgestern eine griechische Bande neun Bulgaren. General Kodama t. Die japanische Armee hat einen schweren Verlust zu beklagen. Ihr Generalstabschef General Kodama ist plötzlich gestorben. Vieomte Gentaro Kodama, der 1852 zu Tokuyama auf der Insel Schikoku geboren wurde, war ein Mann von europäischer Bildung, der in Deutschland, England, Frankreich und der Schweiz militärische Studien getrieben hatte. Mit welchem Erfolge, das zeigte er zunächst als Adlatus des japanischen Kriegsministers im Kriege mit China, vor allem aber durch die Ausarbeitung des Planes für den Krieg mit Rußland, den er als Stabschef des Marschalls Oyama mit» machte. Als Minister des Innern im Jahre 1903 und dann als Generalgouverneur von Formosa hat Kodama auch Proben eines hervorragenden Verwaltungstalentes abgelegt. Auf den Posten des Generalstabschess war er erst vor einigen Wochen als Nachfolger Oyamas berufen worden. kaiserliche Erlaß werde nach der Rückkehr des Monarchen von seiner Nordlandfahrt erfolgen, wahrscheinlich am Tauf- tage des Prinzen. (Abwarten! D. Red.) — Wie das „B. T." erfährt, ist das gegen Götz und Schneider eingeleitete Verfahren auch auf die früheren Kolonial-Beamten Pöplau und Wistuba ausgedehnt worden. Bei Pöplau, Wistuba und Schwinn halben Haus- suchungen und Beschlagnahmungen, freilich nur höchst unwichtiger Papiere stattgefunden. Pöplau und Wistuba sind auch die Beamten, über die die Briefsperre verhängt tvorben ist. Rinteln, 23. Juli. Der Kandidat der Reformpartei, Rentner Helmr ich, fordert seine Wähler auf, in der Stichwahl für den deutsch-sozialen Bürgermeister Herzog einzutreten. _____________________________________ Wasser fun de in Sird-vestasrika. Wie die „Hamb. Nachr." melden, teilte der zurzeit in Südwestafrika sich aufh, ltende Landrat v. Uslar einem Freunde brieflich aus Omaruru mit, daß am 21. Juni zwei Quellen in Karibik» erbohrt worden seien. Seine Angaben über die Tiefe der Quellen und die Richtung der Strömung hätten genau gestimmt. Die Quellen lieferten stündlich 2,3 Kubikmeter klares schönes Wasser und auch bei beständigem Pumpen lasse der Zufluß nicht nach. Der erste Brunnen habe den Namen Kaiserbrunnen erhalten. Bis zum 26. Juni habe Uslar 53 Quellen erbohrt. Zweigvereins Friedberg wird beschlossen, baß in Zukunft die Prämiierung vor Eröffnung der Ausstellung stattfinden soll. Lehrer Buß-Leihgestern hielt einen Vortrag über: „Spekulative Fütterung der Bienen". Sie ist von großem Nutzen, wenn sie nicht zu früh angewandt wird, sie reizt die Völker zu erhöhter Tätigkeit, Lücken und Pausen in der Arbeit werden vermieden. Tas beste Mittel ist Honig, doch können auch Zucker, Milch und Mehl als Ersatzmittel dienen. Der Redakteur der „Biene" referierte dann über: „Die Räuberei der Bienen" und behandelte in sachlicher Weise die drei Fragen: 1. Wie entsteht sie? 2. Wie erkennt man sie? 3. Wie wird sie am besten bekämpft? Man sorge für Reinlichkeit und die nötigen Räume, versteUc die Stöcke oder bringe sic ganz fort. An die Hauptversammlung schloß sich ein gemeinsames Mittagessen. — Später besichtigten zahlreiche Mitglieder die Stadt und die landwirtschaftliche Anstalt. Aus SiaOt uns Luno. Gießen, den 24. Juli. * • Urlaub. Provinzialdirektor Geheimerat Dr. Brei- dert ist heute auf vier Wochen in Urlaub gereist. • * Lehrerpersonalien. Ernannt wurde der Lehrer an der höheren Bürgerschule zu Pfungstadt Ludwig Keller zum Lehrer an der höheren Mädchenschule zu Mainz unter Belassung in dec Kategorie der Volksschullehrer. Liebertragen wurde dem Lehrer Ludwig Allendörfer zu Stumpertenrod eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Helpershain; dem Lehrer Hch. Kammer zu Gambach eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Ostheim; dem Lehrer David Rothrock zu Amöneburg (Gemeinde Kastel) eine Lehrerstelle an der evang. Schule zu Kastel. ’* Jugendfest. Wie uns aus Schulkreisen mitgeteilt wird, ist es unbedingt notwendig, daß Eltern schwächlicher Kinder oder solcher, die im ersten oder zweiten Schuljahre stehen, sich in der Nähe des Zuges und der Spielplätze aufhalten, um sich ihrer Kinder nötigenfalls annehmen zu können. Kinder, die sich auf dem Festplatz verirrt hab«, bittet man zur Musikbühne (Komiteeplatz) zu bringen. In einem Zimmer der Leibschen Wirtschaft wird eine Sanitätswache eingerichtet, damit, wenn nötig, sofort Hilfe zur Hand sein kann. — Klein-Linden, 22. Juli. Gestern beteiligten sich einigeFahrer des hies. Nadfahrer-VereinSKlein-Linden 1904 an dem von dem Radfahrer-Verein Garbenteich veranstalteten Wettrennen. Es war die 8—9 Kilometer betragende Strecke Garbenteich—©rüningen und zurück gewählt, die durchschnittlich in 14 Minuten gefahren wurde. Die sämtlichen ausgesetzten fünf Preise fielen den Klein- Lindenern Fahrern zu. X Alten-Buseck, 23. Juli. AnÜ22. d. MtS. feierte der Kriegerverein Alten-Buseck sein 34jähriges Stiftungsfest. Zu dieser Feier waren der Ortsvorstand, die hiesigen drei Gesangvereine und der Turnverein eingeladen. Nach 2 Uhr, nachdem die betreffenden Vereine abgeholt waren, bewegte sich der sehr stattliche Zug durch die Orts- straßen nach dem recht schön zwischen Obstgärten versteckten Festplatz. Nachdem der 2. Vorsitzende Lehrer Hübner die Fesigäste begrüßt und für Ihr Erscheinen im Namen des Vereins gedankt, erhielt Kreisamtmann Dr. Merck das Wort, um, als Vertreter der Regierung, nach einer patriotischen Ansprache dem Verein die ihm Sr. M. dem deutschen Kaiser verliehene Fahnenschleife zu überreichen. Seine Ansprache schloß mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den Kaiser. Die Glückwünsche des Kriegeroereinsbezirks Gießen überbrachte Vorstandsmitglied Volkmann aus Heuchelheim, der das Hoch auf S. K. H. dem Großherzog, den Protektor des Hassiaverbandes, ausbrachte. Mit Gesang, Konzert und Tanz verlief die Feier in schönster Weise und die fröhliche Stimmung vermochte auch der nach 6 Uhr eintretende Regen nicht zu stören. -p- Beuern, 19. Juli. Der Gesangverein „Liederkranz" feierte am Sonntag, vom schönsten Wetter begünstigt, sein 2. Stiftungsfest verbunden mit Fahnenweihe. Zu dieser Feier hatten sich 17 auswärtige, sowie der hiesige Kriegerverein und Gesangverein Polyhymnia eingefunden. Ganz besonders war aber Großen-Buseck zahlreich vertreten. Nicht nur seine vier Gesangvereine trugen mit ihrer eigenen Musikkapelle zur Verschönerung unseres Festes bei, sondern auch seine sonstige Einwohnerschaft war zahlreich vertreten, woraus man das gute Einvernehmen beider Ortschaften ersehen konnte. Nachdem sich sämtliche Vereine auf dem schön gelegenen Festplatz eingefunden hatten, sand der Festzug durch unser noch selten so schön geschmücktes Dorf statt. Als dieser auf dem Festplatz angekommen war, begrüßte Präsident Kumpf bie zahlreichen Festgäste und brachte ein Hoch auf sie aus. Hieran schloß sich die Uebergabe und Weihe der neuen Fahne durch die hiesigen Jungfraiien. Nach der von Herrn Sommerlad gehaltenen Festrede folgte der Gesang der Vereine. Alle ließen es sich sehr angelegen sein, dein deutschen Liede seine Würde 511 geben und es immer eifrig zu pflegen. Hierauf folgte Tanz und Volksbelustigung. Die hiesigen sowie die fremden Festgäste blieben bis zur frühen Morgenstunde zusammen. Bemerkt sei noch, daß die neue Fahne von Hisgen in Lich hergestellt wurde und allgemeine Zufriedenheit heroomef. ö. Nauheim, 23. Juli. Hierher kommt aus New- Pork die Meldung, daß der hiesige Architekt Hänsler, der mit der Gattin des Hoteliers Meyer durchbrannte, auf Veranlassung des deutschen Generalkonsulats dort verhaftet worden ist. Bad Nauheim, 31. Juli. Das neue große Badehaus Nr. 8 Süd ist eröffnet worden. Dec Bau ist eine Sehenswürdigkeit ersten Ranges. Prächtig ausge^attet jmd auch die hohen geräumigen Badezellen, die den neuesten pral- tischen und hygienischen Anforderungen bezüglich Temperatur, regulierung, Heizung, Entlüftung und Wasserentleerung entsprechen. In dem neuen Badehaus werden Thermalsprudel- bäder der Quellen 7 und 12 einzeln oder gemischt abgegeben. Die Bäderpreise sind die gleichen wie im Badehause 6. Im Badehaus 6 werden Thermalsprudelbäder nicht mehr verab- folgt, dagegen nach wie vor solche im Badehaus 3 Süd. Im Badehaus 6 Süd und Nord werden für die Folge nun» mehr Thermalbäder von Quelle 7 und 12 gegeben. Zu den zahlreichen gesellschaftlichen Abwechselungen sind in dieser Saison die mit großem Beifall aufgenommenen ,italienischen Nächte" im Park hinzugekommen. Die Frequenz des Bades hat die vorjährige Ziffer vom 18. Juli um 976 Personen überschritten. In der letzten Zeit sind viele Parlamentarier und Aerzte zur Kur cingetroffen. 0 Grünberg, 24. April. (Eig. Drahtmeldung.) In der gestrigen geheimen Sitzung des Gemein derats, der auch Kreisamtmann Dr. M erck beiwohnte, wurde beschlossen, für die als Fortsetzung der Butzbach-Licher Bahn geplante Nebenbahn Lich— Grünberg sich zur unentgelt- lichenGeländestellung bereit zu erklären und außerdem für 4000 Mk. Obligationen zu übernehmen. § Laub ach, 22. Juli. Einer dankenswerten Aufgabe hat sich der hiesige Zweigvercin des Vogelsberger Höhenklubs unterzogen, indem er durch seinen Vorsitzenden, Oberlehrer Weißbart, einen Führer für die nähere und weitere Umgebung Laubachs bearbeiten und herauSgeben ließ. Das im Verlag von Bagge und Hardegg erschienene Merkchen verzeichnet in sorgfältiger Bearbeitung in vier Abschnitten: 12 markierte Touren und 18 Ausflüge in die nähere Umgebung LaubachS, 39 Touren in die weitere Umgebung und eine Zusammenstellung von ein- und zweitägigen Touren bis zum Oberwald einschließlich. Sämtliche Spaziergänge sind anschaulich beschrieben, die näheren Wege laffen sich mit Zuhilfenahme der neu aufgefrischten Markierungen, die erweiterten Touren an Hand jeder Touristenkarte leicht auf- finden. Bei unserem steigenden Fremdenverkehr wird da§ Büchlein eine willkommene Aufnahme finden. x Nieder-RoSbach, 23. Juli. Das gestrige Gau- turn fest des GaueS Wetterau war sehr stark besucht, 36 auswärtige Vereine nahmen an dem stattlichen Festzug teil. Zum Preisturnen traten ca. 300 Turner an. Der hiesige Verein feierte gleichzeitig seine Fahnenweihe. Pfarrer Holl hielt die Festrede. (X) Freie ns een, 21. Juli. Bei der letzten Kirchweih kam es zwischen Laubacher und Lardenbacher Burschen zu Reibereien, die schließlich mit einer Rauferei endigten. Ursache soll die Wegnahme von zwei Fahnen an einem der Wagen bei der letzten Hauptmusterung in Schotten gewesen sein. Schließlich wurde mit Biergläsern geworfen und bald gab es blutende Gesichter. Der einschreitende Polizeidienec bekam auch sein Teil weg. Die gerichtliche Untersuchung über den Fall ist eingeleitet. -t Ilbeshausen, 22. Juli. Das Projekt der Anlage eines See S in der Hochebene des Schwarzbaches ist um einen Schritt weiter gerückt, in den nächsten Tagen wird durch Geometer Rühl mit der Vermessung, der Aufnahme deS Terrains begonnen werden. Man hat berechnet, daß allein die Fischzucht schon ein lohnenderes Erträgnis als die Wiesen geben würde, daneben würde man eine nicht unerhebliche Wafferkraft gewinnen, Rudersport könnte gepflegt, ein Bad für die Hochwaldhäuser Sommergäste eingerichtet werden. DaS Landschaftsbild erhielte eine weitere Verschönerung, im Rahmen der bis zu 700 Meter ansteigenden, mit Hochwald bestandenen Berge, Nesselberg, Grebenhainer Berg, wird der See mit seiner Umgebung einen entzückenden Anblick bieten. Alsfeld, 23. Juli. In der letzten Gemeinderatssitzung, der Geheimrat Professor Dr. Kittler an§ Darmstadt beiwohnte, wurde eine Erweiterung des Elektrizitätswerkes beschlossen. Die Ergänzungsanlage, die 50 000 Mk. erfordert, soll bis 1. Dezember d. I. betriebsfähig sein. Weiter wurde beschloffen, die Gcoßh. Regierung um kostenlose Anfertigung von Plänen und Kostenanschlägen für die Wiederherstellung des Rathauses zu bitten' und die Renovierung der Walpurgiskirche bis nach Instandsetzung deS Rathauses zu verschieben. — Für Großherzog Ludwig IV. soll kein besonderes Denkmal errichtet werden, sondern eine Gedenktafel am Kriegerdenkmal angebracht werden. ? Michelbach, 22. Juli. Heute feierten Polizeidiener Konrad Dambmann und Frau in voller Gesundheit die goldene Hochzeit. Dekan Münch hielt in der Kirche eine herzliche Ansprache. Mainz, 23. Juli. DaS „Mainz. Journ." veröffentlicht den Wortlaut eines Vertrags, der im Juni d. IS. zwischen der Reichskommission, der Eisenbahndirektion Mainz und der Bürgermeisterei Mainz wegen Verlegung der Eisenbahnwerkstätten abgeschlossen worden ist. Die Stadt Mainz verpflichtet sich danach, in dem südöstlichen Stadtteile innerhalb 10 Jahren keine neuen Straßenanlagen vorzunehmen, damit eine Verlegung der Eisenbahnwerkstätten nicht erforderlich wird. Die Eisenbahndirektion Mainz dagegen verpflichtet sich, innerhalb der gleichen Zeitdauer keine Verlegung der Eisenbahnwerkstätten vorzunehmen. X Lampertheim, 23. Juli. In der Nähe der Zellstofffabrik wurde eine erhängte weibliche Person gefunden. In der Tasche der Toten fand man einen Zettel mit folgenden Worten: Mein Leben ist verwirkt durch einen gewissenlosen Ehebrecher. Mir geht eS wie Luther: Ich kann nicht anders, Gott helfe mir, Amen." Auf der Rückseite stand: Mit einem guten Worte würdet Ihr Euch und mir die Schande erspart haben. Die Tote soll die Katharina Fertig geb. Btckel au8 Neckerau sein. Homburg v. d. Höhe, 23. Juli. Die Ankunft des Kaisers zur Teilnahme an der Einweihung deS Landgrafen- Denkmals ist auf den 2 0. August festgesetzt worden. Die Kaiserin wird am 22. August hier erwartet. h Frankfurt a. M., 23. Juli. Der Verband der Gehilfen im mittleren Eisenbahndienst und der auS ihnen heroorgegangenen Beamten, Sitz Berlin, hielt gestern und heute hier seinen dritten Verbandstag ab. Vertreten waren zwölf Bezirksvereine, in denen 528 Mitglieder vereinigt sind. Nach längeren Debatten wurde heute beschlossen, an das Abgeordnetenhaus^ eine Petition zu richten, in der um Verbesserung der Lage der Gehilfen ersucht wird. — Am Sonntag mittag sprang ein 40 Jahre alter Färber von der Brüstung der alten Brücke aus in den Main. Er schlug beim Sturze auf einen Pfeiler und fand dann den Tod in den Fluten. Nach etwa 20 Minuten wurde die Leiche von einem Schiffer geländet. Frankfurt a. M., 23. Juli. Den Gebrüdern Samuel, Philipp Richard Pass avant, Kommerzienrat und Vizepräsident der Handelskammer in Frankfurt a. M., Georg Oskar Passavant, Kaufmann in Newyork, und Gust. Herm. Paffavant, Kaufmann in Frankfurt a. M., Leutnant der Reserve des Großh. Heff. Dragoner - Regiments (Garde- Dragoner-Nr. 23) wurde der erbliche Adel verliehen. Wiesbaden, 23. Juli. Ein Automobil aus Frankfurt a. M. ist gestern vor der Einfahrt in das KurhauS- provisorium verunglückt. Der Führer hatte die Kurve zu kurz genommen, stieß deshalb zurück, jedoch so weit, daß er auf daS Geleise der elektrischen Bahn geriet und mit einem Motorwagen der letzteren zusammenstieß. Das Automobil wurde zertrümmert und später mittels Rollwagen fortgeschafft. Ein Jnsaffe, der Metzger I. Hax jr. aus Frankfurt, erlit: einen Beinbruch. Eine Dame, die sich noch in dem Automobil befand, fiel in Ohnmacht, blieb aber, wie ein weiterer Jnsaffe, ein Herr, unverletzt. Der Verunglückte wurde, nachdem ihm ein Arzt einen Notverband angelegt hatte, durch die Sanitätswache nach Frankfurt gebracht. (Frkf. Ztg.) Marburg, 21. Juli. Der Assistent am Metzer Bezirksarchiv für Lothringen, Dr. Müselbeck, wurde zum Archivar ernannt unter gleichzeitiger Uebertragung einer etatSmäßigen Stelle am hiesigen Staatsarchiv. (Ob. Ztg.) s. Marburg, 23. Juli. Im Gegensatz zu anderen Städten haben die hiesigen Bierbrauereien beschloffen, eine Erhöhung der Bierpreise nicht vorzunehmen. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Friedlos bei Hersfeld kletterte das 4jährige Söhnchen des Landwirts Jean Schmidt seinem Later in der Scheuer nach und fiel dabei durch die Luke in die Tenne. DaS Kind erlitt einen Schädelbruch, der den T o d zur Folge hatte. Vermischtes. wurde bet Lauchstädt verhaftet. Er vegtng Det der Verhaftung Selbstmord. — Der Böttcher Hcrscher wurde von einem Automobil in Oberwiesa (Kgr. Sachsen) g e t ö t e t. — In Newyork ist der Finanzier Rüssel Sage gestorben. Er hinterläßt 100 Millionen Dollars. — Am Sonntag ist am Harder bei Interlaken ein l5jähriger Jüngling namens Edmund Levi aus Paris abgestürzt. Paris, 21. Juli. AuS Fort Archamboult wird berichtet, daß ein heftiger Kampf zwischen singhalesischen Schützen und Ein. geborenen, 100 Kilometer von Fort entfernt statlgefunden hat. 50 Singhalesen, darunter ein Leutnant und ein Unteroffizier, wurden getötet oder schwer verwundet. rannst itttfc Wissenschaft. — Der greise Trichter Ferdinand v. Saar, Mitglied des öfterr. Herrenhauses, beging am Samstag, so toirfr aus Wien gemeldet, einen Selbstmordversuch und verletzte sich mit einem Revolver schwer. Saar steht int Alter von 73 Jahren und ist ein sehr geschätzter Novellist. Er litt seit mehreren Jahren an einem schweren Darm- .leiden und unterzog sich vor drei Jahren einer Operation,, die ihm vorübergehend Linderung verschaffte. Universitäts-Nachrichten. — Der Privatdozent an der Leipziger Universität Dr. HanS Fehr erhielt einen Ruf als a. o. Professor für deutsches Recht an die Universität Jena. — In Paris ist der Professor der Medizin Brouardel 70 Jahre alt gestorben. Arbeiterbewegung. Vergisch-Gladbach, 23. Juli. Gestern kam es gelegentlich einer vom freien Metallarbeiterver- band einberufenen Versammlung zu tumultarischen Szenen, als Parteisekretär Müller-Koln von den christlichen Gewerkschaften den Referenten der freien Gewerkschaft einen ehrlosen Verleumder nannte und ihn aufforderte, gegen ihn klagbar zu werden. Die Versammlung mußte vertagt werden und wurde erst fortgesetzt, nachdem die christlich organisierten Arbeiter den Saal verlassen hatten. ' Köln, 24. Juli.^ Zu wüsten Exzessen kam es in der Nacht im südlichen Stadtteil, wo mehrere Burschen Lärm verübten und gegen Schutzleute tätlich vorgingen. Als die Polizisten zur Verhaftung der Ruhestörer schritten, wurde von dem Publikum mit Steinen und Mülleimern ein Bombardement auf sie eröffnet, sodaß ein Polizist schwer verwundet nach dem Spital gebracht werden mufjte. Erst als die Polizei mit der blanken Waffe vorging, zerstreute sich die Menge. Mehrere der Hauptbeteiligten wurden verhaftet. • Absturz vom Brenner. Der Generalpostdirektor von Oesterreich, Ritter von Wagner-Tauregg ist auf einer Bergtour vom Brenner abgestürzt und erlitt einen Schädelbruch. * Paris, 23. Juli. Wie die „Patrie" berichtet, tvurde heute vormittag der Kaufmann Haegeli in der Rue Bondy durch Explosion eines Kästchens, das ihm der Briefträger brachte, schwer verwundet. Tas Schaufenster des Ladens erlitt Beschädigungen. Der Verletzte wurde nach dem Krankenhause gebracht, wo ihm ein Arm abgenommen werden mußte. Die Untersuchung ergab, daß das Kästchen, das mit explosiven Substanzen gefüllt war, mit einem Schlüssel zu öffnen war, der einen Revolver auslöste. Die Tat wird als ein Racheakt betrachtet. * Ein schönes Stücklein wird in der „Düsseldorfer Zeitung" von dem Benehmen eines einheimischen Wirtes erzählt. Das Blatt schreibt: Vor einigen Tagen erschien in einem bestem Restaurant ein Franzose, dem es infolge seiner völligen Unkenntnis der deutschen Sprache nicht gelang, sich dem Kellner verständlich zil machen. Erst dem herbeigerufenen Wirte, der vor Jahren als Kellner in Frankreich tätig gewesen war, gelang eS, die Wünsche des Fremden zu verstehen. Als der Gast jedoch seine Zeche bezahlen wollte, erlebte er eine große Ueberraschung: Der Wirt verlangte für die in französischer Sprache geführte Unterhaltung, die sich nur um Esten und Trinken drehte, von dem Fremdling eine Mark extra! Von dieser eigenartigen Handlungsweise hätte wohl nie jemand etwas erfahren, wenn eS nicht der Wirt elbst am Stammtische erzählt hätte. Sein Verfahren suchte er damit zu rechtfertigen — das ist dabei das schönste —, daß er behauptete, die Kenntnis der französischen Sprache sei ein geistiges Eigentum, und ihre Erlernung habe ihm selbst Unkosten verursacht. * Ein verratenes Geheimnis. Folgenden Ausbruch tat in seiner Rede bei einer Tierschau in der Provinz Schleswig ein Hofbesitzer: „Ja, meine Damen und Herren, woran liegt es, daß die Kälber bei uns so vorzüglich ge- !)eihen? Ich weiß es. Ich will es Ihnen sagen. Unsere Frauen nähren die Kälber selbst!" * Das 2 6. Kind aus einer Ehe. Ein seltenes Familienbegebnis ereignete sich bei den Eheleuten Gastwirt Jvh. Jak. Dörr in Urexweiler bei St. Wendel. Ihnen wurde nämlich das 26. Kind geboren. Der Vater meinte, offenbar in einem Anflug von Galgenhumor, so ungefähr 16 oder 17 „Stück" seien noch davon am Leben. * Krie^ssekretär Taft aus der Straßenbahn. Es ist bezeichnend für den Humor der Dankees, daß sie ihre Spottlust an ihren führenden Männern auslassen, auch wo es sich nicht um politische Dinge handelt. Tas neueste Opfer des amerikanischen Witzes ist der Kriegs- ekretär Taft. Ein boshafter Korrespondent will, wie die „New-D. Handels-Ztg." meldet, beobachtet haben, wie der durch seine Körperfülle bekannte Kriegssekretär Taft kürzlich als Passagier eines Washingtoner Straßenbahnwagens eine Höflichkeit gegenüber dem „schö-nen Geschlecht" dadurch bekundete, daß er aufstand und seinen Sitz drei Damen anbot. * Kleine Tageschronik. In dem Dorfe B i r k e n b a ch war ein blindes Mädchen beim Herde beschäftigt, als plötzlich feine Kleider Feuer fingen. Auf fern Hilfegeschrei eilte der Vater herbei, brach aber beim Anblick der lichterloh brennenden Tochter vor Schreck t o t zusammen. DaS Kind mußte elendiglich verbrennen, da außer den beiden Personen niemand im Hause anwesend war. — Wie von einer dem Major von Zander nahestehenden Seite mitgeteilt wird, wurden diesem von vielen Seiten glänzende Anerbietungen für gesicherte, reich dotierte Lebensstellungen gemacht. Es kommen hierbei nur erstklassige industrielle Unternehmungen in Frage. — Zwei italienische Arbeiter, die beim Feltow-Kanalbau beschäftigt sind, gerieten zu Mariendorf in Streit, in dessen Verlaufe der eine Arbeiter seinem Kameraden ein Taschenmesser in den HalS stieß und ihm fast den Hals a b s ch n i t t. Bisher ist eS nicht gelungen, den flüchtig gewordenen Messerstecher festzu- nehmen. — In Germersheim hat sich ein Ehedrama zugetragen. Jakob Schmitt, erster Direktor der Volksbank, traf beim Nachhause- fommen vom Kirchgang seine Frau in Gesellschaft eines Leutnants. Schmidt schoß seiner Frau eine Kugel durch den Kopf und stellte sich der Polizei. — Der Mörder des Schlossers Herzog, der Arbeiter Groie, Gerichtssaal. — Eine Pistolenforderung aus Newyork lag einer Anklage wegen Duellvergehens zugrunde, die die 2. Strafkammer in Berlin beschäftigte. Wegen Annahme einer Herausforderung zum Zweikampf war der I n g e n i c u r Dr. Georg Senftleben angeklagt. Mit ihm mußte sich der cand. philos. Beuche wegen Kartelltragens ver-. antworten. Dieser Zweikampssaffäre lagen ernste familiäre Angelegenheiten zugrunde. 1901 schloß die Schwester deS Erstangeklagten mit dem D r. m e d. E. die Ehe. Diese war anfänglich glücklich, bis daS junge Ehepaar nach Amerika übersiedelte und in Brooklyn Wohnung nahm. Hier kam es zu allerlei Auseinandersetzungen. Es kam schließlich zu einem vollständigen Bruch, und Anfang d. I. trat Frau Dr. E. allein die Reise über den Ozean an, ihren Gatten in Newyork zurücklassend. Von Deutschland auS leitete sie ein Verfahren wegen Trennung der Ehe ein, welches zur Zeit noch bei dem Landgericht I schwebt. Die ganze Angelegenheit wurde von Dr. S. geleitet, der sich brieflich mit seinem in Newyork ansässigen Schwager in Verbindung setzte. In diesem Brief waren verschiedene Vorwürfe und Beschuldigungen enthalten, die den Dr. E. zu einer neuartigen Herausforderung zum Zweikampf veranlaßten. Als Mitglied des S.-C.-Vereins in Newyork setzte sich E. brieflich mit dem Berliner Korps „Normannia" in Verbindung und ersuchte dieses, eine Regelung der Angelegenheiten vorzunehmen. Er selbst würde dann, wenn die von ihm gestellten Bedingungen, dreimaliger Kugelwechsel bei gezogenen Pistolen, akzeptiert würden, die Reise nach Deutschland antreten. Dr. E. konnte sich jedoch die Reise sparen. Bald nachdem durch Beuche als Abgesandten des Korps „Normannia" dem S. die Forderung seines Schwagers überbracht worden war, erhielt die Polizeibehörde von dies« Affäre Kenntnis. Die Folge war daS Strafverfahren gegen S., der schon einmal wegen Zweikampfes zu 3 Monaten Festungshaft verurteilt, dann aber zu einer 14 tägigen Festungshaft begnadigt worden war. Der Staatsanwalt beantragte gegen S. einen Monat, gegen B eine Woche Festungshaft. Die Strafkammer erkannte auf je eine Woche Festungshaft. Paris, 23. Juli. DaS Zuchtpolizeigericht hat Alexander Sokoloff wegen der Bombenangelegenheit im Gehölz von VincenneS zu fünf Jahren Ge f ä n g n i S und 500 Franks Geldstrafe verurteilt. Viktor Sokoloss und Sophie SperanSki, denen man die Teilnahme an der Herstellung der Bomben nicht Nachweisen konnte, wurden freigesprochen. Alexander Sokoloff, der am Freitag operiert worden ist, war bei der Gerichtssitzung nicht anwesend. Wöchentliche WrrW der Todesfälle in der SIM Küße« 27. Woche. Vom 8. bis 14. Juli 1906. Einwohnerzahl: angenommen zu 29 500 (inkl. 1600 Mattti Militär.), Sterblichkeitsziffer: 17,6%O, nacf) Abzug von 6 Ortsfremden: 7,08 o/w. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene im vom Tuberkulose 1. Lebensjahr: 2.-15. Jahr 2 (2) 2(2) — — Eklampsie 1 (1) 1 (1) — — Herzleiden 1 1 — — Darmverschluß 1 CD 1 (1) — —— Lungenkrankheiten 2(1) 1 1 (I) Nierenentzündung 1 1 — Krebs 1 (1) 1 (1) — Selbstmord 1 1 — — Summa: 10 (6) 8(5) 1 1 (1) Anm.: Tie in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach, Gießen gebrachte Kranke kommen. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Höchste Temperatur am 23. Juli — 4- 24,9 • C. Niedrigste , , 23. , =4-14,3° C. Juli 1906 Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 23. 2» 748,4 24,0 15,1 68 SW 2 Bew. Himmel 23. 9" 746,8 19,3 14,7 89 SE 2 Klarer Himmel. 24. 7,s 746,4 15,8 12,6 94 NNE 2 Nebel Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 25. Juli 1906: JEÖoIfig bis trüb. Stellenweise leichte Gewitter-' regen. Etwas kühler. Veränderliche Winde. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Xjatiöcl und Verkehr, Volkswirtschaft — D i e Duma-Auflösung und der Aussenmarkt. Durch ein Machtwort des Zaren ist die Duma, die am 10. Mai d. IS. eröffnet wurde, wieder aufgelöst worden. Daß die Börse diese Nachricht mit allen Zeichen des Schreckens ausnahm, ist leicht begreiflich, da erst kürzlich in französischen Blättern bemerkt wurde, daß wenn dieses Ereignis eintritt würde es an der Pariser Börse zu einem Debakel kommen. London meldet bei Börsenschluß 10% Verlust auf neue Russen. Die ""°nd D. . 'Mr. unb ,e^ geschätzter Hinein 'egung. Ä3&*. UZE aal. ’’mV ?t?w >°S tintt Ä u( 2- Mwc nf- H"Efvrderullg -um :ot9 8rnitleben angtfiogt. ‘“itrotgtnSarttttlragffliä. •” miste famtltärt Angelegenheit« ' m Erstangeklagien mit btc 'I^Slich glücklich, bis ba$ junge m Brooklyn Vohnung nahn jungen. Es kam schließlich p a fc- 3. trat Frau Dr. 6. allein Mtt« in Newyork zurücklasteut. n’abttn wegen Trennung der Ehe ondgcricht I schwebt. Die gtnw. 1, der sich brieflich mit seinem in mtnng setzte. In diesem Brief lchuldigungen enthalten, bie der mag zum Zweikampf veranlaßter, ewyork setzte sich 5. brieflich mr. Verbindung und ersuchte diesel, unebmeu. 6t selbst würde bans, gen, dreimaliger lkuZelwechsel bei 1 Zkeife nach Sfutl&anb antreten. in. 9alb nachdem durch Leuche ' dem §. die Forderung scimS \t die Polizride^vr^ w tnche ravtx^xtn gegen 6., n ^rflung^ast verurteil'.^ .udigt worben war. Ter &S it, gegen L eine Woche Festa^ eine Dache Festung-Hosb lireigericht bat Alezander Eol-lff it nn SebSl; von SBinctnsrf b 500 Franks Geldstrafe vernriesti. denm man die Teilnahme t® der tn konnte, wurden freigesprochL osnirrt worden ist. war bet der lMMMÄtl Ä IM Mail» Militär.) ßer: We/w *"*’■'* hm V0M 2(2) " I 1(1) " 1 Id) 1 1(1) 1 1(1) - -- L——T—""TT 8(5) „ ,.ken an, wie vm Beobachtungen Oir«en. KXE 94 -s I ■£ I ß ' Vetter I . . 24,9' (* S 3“[i ZI •e | £ |___—7 , , —**‘9 Vew. « SW J । jklarerHE "" z Nebel Verluste an der Frankfurter und Berliner Börse waren allerdings de- deutend geringer, aber immerhin war eS ein ziemlich heftiger Kurssturz, der eintrat. An der Wiener Börse sanken die neuen Ruffen bei stürmischem ?lnacbot bis 78 %%. ES mag dies auch mit daher gekommen sein, daß deute aus Petersburg gekommene Depeschen allerhand sensationelle Hiobs- rosten meldeten. So hieß es, in Petersburg sei ein Aufstand auSge- brachen, die kaiserliche Familie sei in Gefahr. Petersbof stände in Flammen »uv sei von 20000 Arbeitern belagert, während die Truppen den Ge- dorsam verweigerten. Diese Schreckensbotschaften waren alle ohne Be- f ätiqunq geblieben. Die Pariser ersten Kursdepeschcn berichten für Ruffen „nen Kursrückgang von nur etwa 3%. Es dürfte folgende Zusammen- 21. Juli Minus gegen 10. Mai 8% 12,10% 11,80% siellung interessieren: 10. Mai 23. Juli 83.50 69.30 69.50 4%% Russen von 1905 91.50 86.80 4% „ kons. 1880 81.40 71.90 4% StaatSrente von 02 81.30 73.— . - ., S%% Goldrente . . . 72.90 64.80 61.75 11 In / Wie sich nun die Situation gestalten wird, darüber laßt sich heute richt das geringste sagen. Jedenfalls ist die Ruhe des Lande« und auch feiner Anleihegläubiger keineswegs wieder hcrgestellt. Wird die sreiheit- lache Bewegung niedergeschlagen, wird es zu mancherlei Gärungen und Unruhen kommen, keinesfalls aber zu der so heiß ersehnten Festigung. Viatschläge sind gegenwärtig gar keine zu erteilen, d,e einzig richtigen haben r-ir schon vor Monaten an dieser Stelle gegeben und hoffen, daß diejenigen tnfcrrr Leser die Ruffenwerte besaßen, ihnen gefolgt sind. Märkte. Gießen, 24. Juli. Marktbericht. Aus heutigem Wochenmarkte f.ffleteu: Butter pr. Pid. 1.10—1.20 Mk., Hübnereier 1 St. 6—7 Pfg., 2 Stcf. 00—00 Pfg., Gänseeier 00—00 Mg., Enteneier 7 Psg., Käse v v. Stck. 6—8 Pf., Käsematte 2 Stck. 5—6 Pfg. Erbsen v.Psund 22 Pfg., ^inseti p. Pfund 32 Pfa., Taubcii vr. Paar0,80 -1,00 Mk., Hühner pr.St. ]o00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Eliten pr. Stück ]80—2'20 SDlf., Gänse vr. Psd. 00—00 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfg. 78—86 Pfg., Kub- und Rindfleisch pr. Pfund 70—72 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 80—94 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 54 Pfg., Kalbfleisch pr. Psd. 80—84 Pfg., Hammelfleisch pr. Psuiid 00—80 Pfg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,00—7,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,00—8,00 Mk., Milch per Liter 2C) Pfg., Aepfel ver Pflnid 00 bis 00 Pfg., in Körben 00 Md., Nüsse 100 Stück 00—00 Pfg., Birnen per Pld. 9)1 f. 0.00—0.00, A irschen per Pid. 30—40 Pfg., Weißkraut per Stück 00 Pfg., per • entner Mk. O.ÖO-O.OO. — Marktzeit 7—1 Uhr. Sport. Halle a. d S., 23. Jun. Beim Rennen um daS goldene SRiab stürzte der Dauerfahrer Huhndorf auS Lindenau und wurde als Leiche vom Rennplatz fortgetragen. Mrrgrnal-Drahttiiel-uirgen. Hagen i. W., 24. Juli. In einem mit Wasser gefüllten, bei dem Ausflugsorte Donnerkuhle belegenen alten Ctcinbruche wurde heute mittag die Leiche der 17jährigen Elfriede Werkfagen von hier aufgefunden, die seit sechs Wochen vermißt worden und zuletzt bei einer Hagener Herrschaft bedienstet gewesen war. Die Leiche wies vier Schuß- rrunden auf. Es wird vermutet, daß Lustmord vorliegt. Münster i. W., 24. Juli. Die Rennen brachten den Sturz eines Jockeys. Im vierten Rennen kam die ftnfjährige Stute Santa Anna zu Fall und stürzte mit solcher Wucht auf ihren Retter, den Jockey Hackmack, daß dieser auf der Stelle tot war. Nordhausen, 24. Juli. Sieben Polen überfielen und erstachen nachts einen Bergmann in Kleinfurra im Schlafe. Die Mörder wurden verhaftet. Eisenach, 24. Juli. In einem Abteil zweiter Klasse des Schnellzuges Eisenach—Berlin versuchte sich eine 25jährige Berlinerin durch einen Revolverschuß in den Kopf zu töten. Die Schwerverletzte wurde in den Stationsraum zu Fröttstädt gebracht. Ihre Persönlichkeit ist noch nicht festgestellt. Berlin, 24. Juli. Eine Versammlung von etwa 6000 Berliner Ga st wirten nahm eine Resolution gegen die von den Brauereien beabsichtigte Bierpreiserhöhung an, in welcher die Absicht der Gründung eigener Brauereien betont wird. Stettin, 24. Juli. Der Altsitzer Klein verwundete durch Gewehrschüsse seine Frau tötlich und tötete sich dann selbst durch einen Schuß. Breslau, 24. Juli. Im Zanderprozeß ist auch vom Staatsanwalt Revision eingelegt worden. Straßburg i. E., 24. Juli. Die Gründung einer reichsländischen Zentrumspartei ist nunmehr von klerikalen Vertrauensmänner - Versammlungen in sämtlichen unterelsässischen Wahlkreisen beschlossen worden. Rom, 24. Juli. In Borgia erschoß ein reicher Grundbesitzer, desien Schwester mit einem jungen Angestellten entflohen war, wegen Begünstigung dieser Flucht seine ältere Schwester und seine Mutter. Wien, 24. Juli. Zwischen tschechischen Sokolisten und Deutsch en kam es in dem in Oestevreichisch-Schlesien gelegenen deutschen Orte Gvätz' zu blutigen Zusammenstößen. Die SokoNsten marschierten mit Frauen und Kindern unter dem Schutz von 30 Gendarmen nach Gr ätz. Dorthin war ein deutschnationaler Verein vvrausgeeilt, um den Sokolisten den Zutritt zu verwehren. Die Sovolisten errichteten eine Triumphpforte auf dem Festplatze. Diese wurde von den Deutschen demoliert. Es kam zu einem wütenden Kampfe, der mehrmals erneuert wurde. Die Tschechen bombardierten die Bahnzüge, welche die Deutschen heimbeförderten, und verletzten deutsche Frauen und Kinder. Die Zahl der bei den Zusammenstößen und beim Bewerfen der Eisenbahnwagen Verletzten ist noch nicht festgestellt. Sie wird auf 60 angegeben. Petersburg, 24. Juli. Der Dumapräsident Mu- romzew wird sich ins Ausland begeben, da er wegen seiner persönlichen Sicherheit Befürchtungen hegt. — 60 bäuerliche Dumamitglieder haben beim Zaren um eine Audienz nachgesucht, um ihm für die Auflösung der Duma zu danken und ihm ihre Loyalität zu versichern. — Der Minister des Innern Hot die Provinz-Gouverneure telegraphisch informiert, daß die Immunität der Abgeordneten erloschen ist.— Die gemäßigten Mitglieder des Reichsrates, darunter Dcyl- pow protestieren gegen die Auflösung der Duma und wollen ihr Mandat niederlegen. Warschau, 24. Juli. Meuternde Soldaten von der Artillerie der Festung Brest-Litowsk überfielen nachts die Gebäude des Offiziersklubs im Sommerlager und zündeten sie an. Die übernachtenden Offiziere entflohen notdürftig gekleidet. An der Bahnbrücke über den Muhawetz- fluß kam es zit einem Feuerqefecht zwischen ihnen und den sie verfolgenden Meuterern. Zwei Offiziere wurden erschossen und mehrere verwundet. Der herbeigerufenen Infanterie gelang es, die Meuterer zu umzingeln und die Ruhe wiederherzustellen. Odessa, 23. Juli. Bei heute von Plünderern gemachten Versuchen, einen Pogrom zu veranstalten, wurde nur un-erheblicher Schaden angerichtet. Mehrere Läden wttrden ausgeraubt und Fenster eingeworfen. Durch die von Militär und der Polizei ergriffenen energischen Maßnahmen wurden die Ausschreitungen rasch beendet und die Bevölkerung beruhigt. Telefonisch© Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank ftlr Handel und Industrie, Gassen. Frankfurter Börse. 24. Juli. 1.15 Uhr. 3)4% Beichsanleihe . . 99.45 3% do. . . 87.85 3^% Konsols .... 99.45 3% do 87.80 3)6% Hessen 98.35 3J4% Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente. . 100.40 4%% Oesterr. Silberrente 100.45 4% Ungar. Goldrente . . 95.65 4% Italien. Bente . . . 103.10 3-6 Portugiesen Serie I . 70.00 3-6 Portugiesen „ III 70.60 4)6% mss.Staatsanl. 1905 84.00 4>6% japan. Staatsanleihe 94.65 4 % Conv. Türken von 1903 95.60 Türkenlose 00.00 4-6 Griech. Monopol-Anl. 52.60 4-6 äussere Argentinier . 90.70 3% Mexikaner .... —.— 4 X% Chinesen .... 98.45 Aktien: Bochum Guss 239.00 Buderus E. W .... 122.00 Tendenz: fester. Berliner Börse, Canada E. B 158.20 Darmstädter Bank . . . 137.50 Deutsche Bank .... 233.70 Dortmunder-Union C. . . 83.60 Dresdner Bank .... 155.00 Tendenz: ruhig. Elektriz. Lahmeyer . . . 139.00 Elektriz. Schuckert . . . 125.20 Eschweiler Bergwerk . . 247.10 Gelsenkirchen Bergwerk . 218.75 Hamburg-Amerik. Paketf. 154 00 Harpener Bergwerk. . . 206.70 Lanrahütte 227.00 Nordd. Lloyd 124.00 Oberschi es. Eisen-Industrie 123.50 Berliner Handelsges . 165.80 Darmstädter Bank . . . 137.30 Deutsche Bank . . . 233 50 Deutsch-Asiat. Bank . . 175.50 Diskonto-Kommandit. . . 180.80 Dresdner Bank . . . 155.20 Kreditaktien 208.00 Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . . 115.90 Gotthard bahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 33.80 Oesterr. Staatsbahn . . . 143.00 Prince-Henri-Eisenbahu . 140.00 24. Juli. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 206.40 Lanrahütte 226.50 Lombarden E. B. ... 33.70 Nordd. Lloyd 125.70 Türkenlose 125.20 Danksagung Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres lieben, guten Bruders und Onkels D-% Duisburg, Giessen, den 24. Juli 1906. Die trauernden Hinterbliebenen Familie Carlier. Familie Gabriel. Eleutherius Bergmann sagen innigsten Dank. Danksagung» Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem schweren Verlust unseres unvergeßlichen Sohnes und Bruders Ludwig Stein, Fahrkarten-Ausgeber sowie für die zahlreichen Kranz- und Blumenspenden sagen wir auf diesem Wege unseren tiefgefühlten Dank. Die trauernden Hinterbliebenen: Familie Stein. Rödgen, den 24. Juli 1906. [4517 Bekanntmachung. Die untertu 30. Juni 1906 angeordnete Sperre der Fcaugasse wird hiermit aufgehoben. Die unterm 2. Juli 1906 angeordnete Sperre der Gleichst raße, zwischen Garten- und Goethestraße, wird hiermit aufgehoben. Die unterm 7. Juli 1906 angeordnete Sperre der Wolken gaffe wird hiermit aufgehoben. Die unterm 7. Juli 1906 angeordnete Sperre der WäuSburg wird hiermit aufgehoben. Gießen, den 23. Juli 1906. Großh. Boli-eiamt Gießen. Herberg. Bekanntmachung. Betr.: Schweineseuche unter den Schweinen des Moses Keßler zu Gießen. Unter dem Schweinebestand des Moses Keßler dahier ijft die Schweineseuche ausgebrochen. Gehöstsperre ist angeordnet. Gießen, am 23. Juli 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Ueberall erhältlich. [ss% Schreiben sie sofort eine Postkarte | Gratis nnd franko versenden wir an jedermann unsere neueste Preisliste über täglich gebrauchte Nahrungs-- und Genußmittel. Dclik. Pfläümef>Mus H feinst, künstl. Honig. B Kaffee, Kakao. Tee JB — Margarine Der Versand erfolgt franko durch Bahn und Post. hvn/7 INahrungsmittel-Versand M Gesellsch., Magdeburg 163 g|| Goldschmidt's Wanzentod Radikalmittel gegen Wanzen AWmM Parasitin zerstört Kopfläuse nebst Brut. Erfolg garantiert. |hv2 A Per Flasche 50 H. Zu haben bet Adolf Bieler, Marktstr, a Täglich frische (05286 Heidelbeeren. Böckuer, Tiefenweg 3. Ausverkauf sämtlicher Waren zu billigen Preisen. Fr. Müller jr. Neustadt 41. 4526 Zum Jugendfest! Um mit meinem grossen Vorrat in braunen nnd hellen Sommer-Schnhwaren zu räumen, gewähre ich auf die schon sehr billigen Inventur-Ausverkaufspreise noch 10°|o Rabatt Schuhwarenhaus L. 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