Are heutige Dummer umfaßt 10 Seitm. In Fünf und das Rathaus Schaden gelitten. gemacht wird, der Vertagung schädigung von Uebrigens als scheußliches Libul st ratze 7. Redaktion 112 vertag u.(£$peb.e^51 Slbrefie für Depeschen: Anzeiger «ietzeu. Während des Kalenderjahres 1906 wird bei oder Schließung des Reichstages eine Ent- 2500 Dtark gemährt. bringt die „Begründung" ein ebenso neues Entwurf wegen Abänderung der Artikel 28 uitb 32 der Verfassung bestimmt: Artikel 28 erhält folgenden Zusatz: Beschlußfassungen über den Geschäftsgang sind, soweit sie nicht selbst Gegenstand der Tagesordnung bilden, von der Anwesenheit einer bestimmten Anzahl von Mitgliedern nicht abhängig. An Stelle des Artikels 32 treten folgende Vorschriften: Mitglieder des Reichstages dürfen als solche keine Besoldung beziehen. Sie erhallen Entschädigling nach Maß- gäbe dieses Gesetzes. ♦ Die serbische Ministerkrise. Die durch die vom König angenommene Demission des Kabinetts Gruitsch hervorgerufenc Ministerkrise ist die fünfzehnte seit dem Regierungsantritt Peters I. und 311. gleich die schlimmste üuk allen. Die beiden radikalen Gruppen sind sich, obgleich nicht koaliert, in der Verschwörerfrage völlig einig, indem sie die Entfernung der KonigSmörder aus dem Heere verlangen. Der König wünscht die Entscheidung in dieser Angelegenheit vertagt zu sehen, weil er hofft, die betreffenden Offiziere noch auf gütlichem Wege veranlassen zu können, freiwillig aus dem Heere und dem politischen Leben auszuscheiden. Diese werden aber durch ihre im bürgerlichen Lager stehenden Mitschuldigen und Anhänger zum, Widerstande ermutigt, vor allem durch den ehemaligen Minister Gentschitsch, der den König in den Glauben zu versetzen sucht, daß eine Beseitigung der Königsmörder eine große Gefahr für die Dynastie heraufbeschwören würde. Unter den wenigen Politikern, die der König empfing, befanden sich der Jungradikale Rikolilsch, der Präsident der Skuptschina, sowie der Redakteur Prodanowitsch und der entlassene Justizminister Petschitsch. Es handelt sich hier im Grunde um einem Kampf zwischen österreichischen und englischen Einflüssen. England benutzt die Frage der Kömgsmörder, um Serbien diplomatisch und kommerziell zu boykottieren, bis es ein dienendes Organ seiner in neuerer Zeit lebhaft hcrvortretcndcn Balkanpolitik geworden ist. Ein Anschluß an Oesterreich, den der König befürwortet, würde aber nach Ansicht fast der gesamten serbischen Presse einer Aufgabe der staatlichen Selbständigkeit Serbiens gleichkommen. von 3000 Mark erhalten, die am 1. Januar, 1. Februar, 1. März und 1. April mit je 500 Mark und am Tage der Vertagung oder Schließung des Reichstages mit 1000 Mark zahlbar wird. Für jeden Tag, den ein Alitglied des Reichstages der Plenarsitzung fe rng eb lieb en ist, werden 30 Mark abgezogen. Bei der Vertagung oder der Schließung der jetzige« Session erhält jeder Abgeordnete 2500 Mk. Mitglieder, die erst nach dem Inkrafttreten des Gesetzes neu einlrcten, sollen 20 Mk. Tagegelder erhalten. Die Anwesenheit ist durch eigenhändige Eintragung in die ausliegende Anwesenheitsliste und, sofern namentliche Abstimmung staltfindet, diirch Teilnahme daran nachzuwcisen. Verzicht auf Aufwandsentschädigung ist unztilässig. Ein Mitglied des Reichstages darf als Mitglied einer anderen polit. Körperschaft, wenn beide Körperschaften gleichzeitig versammelt sind, nur für diejenigen Tage Vergütung beziehen, für die auf Grund dieses Gesetzes ein Abzug von der Entschädigung Deutsches ^Lch. Berlin, 22. April. Der Kaiser hörte auf der Fahrt von Schlitz nach Homburg v. d. H. die Vorträge deS Vertreters deS Auswärtigen Stintes Gesandten Frhrn. v. Jenisch, des Vertreters der Staatssekretärs des Reichsmarineamts Vizeadmirals v. Ahlefeld und des Vertreters des Chefs des Marinekabinetts Kontreadmirals v. Müller. — Im bulgar. Schlosse Euxinograd werden Vorbereitungen für den bevorstehenden Besuch des Prinzen Heinrich von Preußen getroffen. — Ein Leitartikel des Pariser ,$emp§" bespricht den Rücktritt des Herrn "v. Holstein. Er schreibt ihm die Hauptschuld an den Vorgängen der letzten Jahre zu und schließt mit den Sätzen: Wir glauben, daß der Kaiser, Fürst Bülow und Herr 0. Tjchirschky, die einen weiteren Horizont und ein feineres Ser* ständuls besitzen, leichter jene freundliche und verbindliche Politik zur Geltung bringen werden, die wir im allgemeinen Interesse wünschen. Diese für uns angenehme Auffassung kann die deutsche Empfindlichkeit nicht verletzen, beim wir äußern sie in der aufrichtigen Hoffnung auf kourtoisieoolle und glatte Beziehungen zwischen unseren Nachbarn und uns." — Zur Vorbereitung der nach Berlin einzuberufenden Konferenz für Revision der Berner Internationalen Urheberrechts-Uebereinkunft sollen über eine Reihe von Fragen Sachverständige gehört werden. Zu diesem Zwecke ist eine große Anzahl von namhaften Persönlichkeiten aus Kreisen der Schriftsteller, Verleger, Komponisten, Künstler, Photographen, sowie von Vertretern der Presse berufen worben. — Der »Reichsanz.i veröffentlicht eine Bekanntmachung kirchen (Ungarn) wurde ein 41 Sekunden dauernder Erdstoß verspürt, ebenso in Fiume und Abbazia, Dort fiel leichter gelblicher Regen, der cit.c dünne Schicht rötlicher Asche ziirücklleß. Man bringt dies mit dem Vesuvausbruch in Zusammenhang. Auch in Lecce und Tarent wurde ein leichter Erdstoß verspürt. Professor Matteucci meldet, daß der Vesuv immer ruhiger werde und daß die Instrumente des Observatoriums sehr ruhig seien. Wenn sich nicht unvorhergesehene Hindernisse einstellten, habe er die Absicht, heute (Montag) den Weg zur Ersteigung de§ Bergkegels zu suchen. Aus Honolulu wird berichtet, daß dort Erdstöße wahrgenommen wurden, die die Bevölkerung in große Aufregung versetzten, da diese das Schicksal von San Francisco fürchtete. . Tas Erdbeben in Kalifornien hat insgesamt 20 größere oder kleinere Ortschaften vollständig oder fast gänzlich vernichtet. Am 21. April war das Feuer in San Francisco auf eine kleine Fläche am Wasser beschränkt. Der westliche Bezirk der City ist gesichert, ebenso die Gebäude für den Fährbetrieb und die anstoßenden PierS. Die Züge verkehren jetzt mit verhältnismäßiger Regelmäßigkeit. Zahlreiche Leute sind unaufhörlich damit beschäftigt, die Eisenbahnstrecken wieder herzustellen. Man hofft, daß diese bald wieder ]ür den Verkehr geöffnet werden können. General Funston telegraphierte, daß Truppen, Polizisten und Feuerwehrleute von der Rettungsarbeit fast erschöpft sind. Die meisten Verluste an Menschenleben fanden in den ärmeren Vierteln statt. Die Truppen bewachen die Trümmer der Banken, in deren Gewölben viele Millionen liegen. Von den großen Schiffen wurde jeder zu Gebote stehende Mann gelandet. Am ersten Tage der Katastrophe drängten sich in San Francisco Tausende nach jeder Uebersähre, um auf Schiffe zu gelangen. Die Menge warf sich voller Verzweiflung gegen die geschlossenen Tore. Die Vordersten wurden durch den Druck der hinten nachdrängenden Menge tot gedrückt. Zwischen den Flüchtlingen entstand ein furchtbarcrKampf. Frauen und ftinber wurden geschlagen, um sie zu vertreiben. .Zahlreiche Personen wurden niedergetreten. Viele starben aüf der Stelle. Man meldet aus Oakland, daß sich im Golden Gate Park, wo Tausende von Flüchtlingen im Freien untergebracht wurden, schreckliche Szenen abspielten. Hunderte von Flüchtlingen verhungern buchstäblich, wenn nicht rasch Hilfe geleistet werden kann. Viele sind bereits vor Hunger und Durst umgekommen. Als der Durst ansing, die Unglücklichen zu quälen, tranken sie schmutziges Wasser aus einem Teich im Park. Mehrere Bäcker, die 2 Dollars für ein Stück Brot verlangten, wurden von den Unglücklichen halb tot geprügelt und ihnen das Brot weg» genommen. In der Nähe der Pr'sidio-Kaserne liegen Hai.sin Don verstümmelten Leichen, die bereits anfangen in Verwesung viberzugehen. Aus dieseni Grunde wird die Gefahr von «Epidemien immer größer. Ja, es werden bereits in den Zeltlagern mehrere Blattern- und Typ hu S fälle kon- ‘natiert. Die Befürchtung herrscht, daß eine schlimme Kala- onität entliehen könne, da die sanitären Vorkehrungen in den Lagern sehr primitiv sind, und die Zelte sehr dicht zusammen fslehen. Der Sicherheitsausschuß erließ infolgedessen drakonische Verordnungen. In den zerstörten Stadtteilen herrscht völligeDnnkel- f)eiL mit Ausnahme von den Stellen, wo daL Feuer noch .brennt. Die Behörden halten die Lage für so bedenklich, daß 'sie sich entschlossen haben, tausend Mann mit Flinten bewaffneter Spezialpolizei einzustellen. Bei dem Absuchen der Trümmerstätten werben sehr viele Leichen von Verunglückten gefunden. So sind aus den Trummen eines Logierhanses nn bet Minnastraße 75 Leichen heroorgeholt worden. Eben- jjoüicle hat man auch in zwei anderen Gebäuden gefunden. 11 Postbeamte wurden lebend aus den Trümmern des Post- gebäudcS hervorgeholt, wo sic seit Mittwoch unter Balken eingeklemmt lagen. Alle waren besinnungslos. Sic konnten r'.ideß ins Leben zurückgerufen werden. — Die Polizei öffnetp sämtliche Wirtschaften und ließ die geistigen Getränke in den Rinnstein laufen. 10 000 Polizisten wurden neu angestellt uud mit Gewehren ausgerüstet. ES verlautet, daß m San Francisco vielePcrsonen, die den behördlichen Anordnungen z u w i b e r handelten, gehängt worden seien, darunter mehrere Japaner. Ein Ausländer, der, weil er nicht englisch verstand, dem Befehl der Soldaten beim Baumfällen zu helfen, nicht Folge leistete, wurde von den Soldaten durch einen Schuß schwer verwundet. Eine Bande von Dieben versuchte Soldaten, welche die unter den Trümmern des Unterschatzamtes begrabenen dreißig Millionen Dollars bewachen, zu überivältigen. 3 5 Diebe wurden hierbei von den Soldaten erschossen. Die Behörden sind ohne -Nachricht über das Verbleiben deS Schatzverwallers von San Francisco. Der bekannte Violin-Birtuose Kubelik, über dessen Schicksal man beunruhigt war, ist unversehrt, da er San Francisco einige Tage vor der Katastrophe verlassen hatte. Die Opern-Gesellschaft Caruso, welche ans Rcwyork nach San Francisco gekommen war, um ein Gastspiel zu geben, hat 150000 Dollar Schaden an Re- qimsiten zu verzeichnen. Amerikanische und englische Versicherungs-Gesellschaften hmben versprochen, unverzüglich 110 Millionen Dollar anszu- z^lhlen. In Oakland hat eine Versammlung von Vertretern der amerikan. Feuerversicherungsgesellschaften den Beschluß gefaßt, den Eindruck zu verhindern, als ob die Fencrver- si.cherungsgesellschaften überflüssiges Geld hätten, oder daß icgenb welche Verluste vergütet würden, bevor sie nicht in rsgelrechter Weise festgestellt wären. Auch soll klar gemacht rooerben, daß nur biejenigen Verluste vergütet würden, für welche die Gesellschaften ersatzpflichtig seien. Besonders auch die 9xü ab cr[i 1 u'r u ng5g cfclffefjaften sind stark iw Anspruch genommen, und diese Aussicht ha: auf die Kurse derselben deprimierend gewirkt, obwohl man noch gar ni-^t weiß, inwieweit die einzelnen Dcrsichcrungsgescllschasten direkt oder indirekt betroffen sind. So sind die Mtien der Münchener Rückversicherungsgesellschäft in kurzer Zeit um nicht weniger als 700 Mark gefallen. Der Kurs der Aktien der Aachen - Münchner Feuerversicherungs-Gesellschaft ist vom Freitag zum Samstag um 1700 Mk. gewichen; er notierte 10.500 Mk. Tie AAien der Preußischen Natio- nal-Bersicherungsgesellschast verloren 50 Prozent. Arn schwersten betroffen von allen deutsche 11 Feuerversicherungs- Gesellschastcn wurde die Versicberungs-Gchellschaft Rhein-Mosel in Straßburg, deren Jahrcspramien 60 000 Doll, und deren Wagnisse mehr als das 50igsachc betragen. — Unter den Ver sicher- ungsaknen gingen seit lebten Donnerstag die Mtien der Böhmischen Nüctversicherungsbank von 270 ftt. auf 180 Kr. zurück, obwohl der Umfang der Beteiligung an San Francisco noch nicht feststeht. Der „Standard" setzt die voraussichtliäien Maximal- Berlufte der britischen Versicherungsgesellschaften aus 10 Millionen Pfund fest. Präsident Roosevelt sandte an den Kvngreß eine Botschaft, in welcher er die Bewilligung von noch IV2 M il l. D 0l l. zur Unterstützung der von der Katc.strophe von San Francisco be- twssenen Bevölkerung empfiehlt. Tie Botschaft ist begleitet von einer Mitteiluna des Kabinettsfekrctärs für Handel und Industrie, aus welcher hervorgeht, daß die Katastrophe schrecklicher ist, als irgend eine in der Geschichte der Bereinigten Staaten. Am 21. erreichten die privaten Subskriptionen in Amerika 7 Mill. Dollar; die Zeichnungen hoher Beträge laufen fortgesetzt in großer Zahl ein. Die Behörden von Chicago haben zu Gunsten der Notleidenden große Festlichkeiten geplan, u. a. eine Theatervorstellung, in welcher Sarah Bernhard mitwirken wird. Der Millionär Astor zeiclnrete 100 000 Dollar. Dem Newhorker Harald zusolge wird der S ch a d e n in San Francisco auf 3—500 M i l l. Dollar veranschlagt. In Ohio und Cleveland wurden am 20. d. M. Erdstöße verspürt. * Erdbeben in Europa und Australien. , Rach verbürgten Nachrichten fand am 21. d. W. in der ital. Provinz Siena (Toscana) ein Erdbeben statt. Etwa 13 Stöße wurden verspürt. Das Zentrum des Erdbebens war das Städtchen Poggibonsi. Dort haben die Kathedrale Wort. Wir bemerken darin folgenden Satz: Ta durch die Pauschsummc der gesamte JahreSauswaud des Abgeordneten abqegottsn ist, wird eine besondere Vergütung für eine etwaige außerordentliche Sitzungsperiode nicht gewährt. Der im Zusammenhang mit der Ttälenvorlage eiugcbrachte Nr. 94 «-scheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gießener Kamillen, blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Unioers.-Buch-u.Stem- bruderet. R. Lange. Redaktion, Ervedition Lagesschan. Der Staatsvertrag über die Mainkanalisation, über den die Mainuferstaaten Bayern, Baden, Hessen und Preußen seit Jahren verhandelten, wurde am Samstag in Berlin unterzeichnet. Der Vertrag besagt im wesentlichen, daß die von Kostheim bis Offenbach auf Grtrnb der Vereinbarung von 1883 bereits ausgeführte Kanalisierung des Maitis bis Aschaffenburg fortgesetzt wirb, und zwar wirb die preußische Regierung die Kaitali- fienmg der Strecke Offenbach-Hanau, bie bayerische Regierung jene der Strecke Hanau'Ajchasfenburg übernehmen. Die badische und hessische Negierung beteiligen sich nicht an den H erst e l l u n g s k 0 st e n. Das Fahrwasser erhält eine Mindesttiefe von 2,5 Pieter und cs wirb Sorge getroffen, daß bis Aschaffenburg die Nheinschtffe bis zu 1500 Tonnen Fassungsraum verkehren können. Ans die Strecke Offenbach-Hanau treffen 2, von Hanau bts Aschaffenburg 4 Schleusen. Die Schleusen erhalten eine Lange von 300 ra und eine für sich allem zu benutzende kleine Kammer von 100 m Länge (zur schnelleren Turchschleusunq der Heineren Schiffe), sowie 12 m Tor- und Sohlenbreite. Die Wehre erhalten Flntoffnungen und Schiffahrtsöffnungen, Floßschlcusc und Fischpasse. Für die allg. Projekte der Rnnaüftexung wird die Zustimmung der vier Uü'rstaaleu ,lotwendig. Die preußliche und die bayrische Regierung teilen sich für die bezeichneten Tellstrecken in die Kosten der Herstellung des Betriebs uni) der Unterhaltung der Kanalisierungs- anlagen einschließlich der Unterhaltung des Fahrwassers. Auf der preußisch-hessischen Strecke van Hanau dis Kahl werden Betrieb lind Unterhaltung durch die pretlßljchc Regrerung auf Rechnung des bayerischen Staates besorgt, wobei die Wünsche der bayerischen Regierung ntaßgebend sind. Ter Zeitptmkt der AnSiührtlng der Arbeiten formte noch nicht fixiert werden, da die Zustimmung des preußischen Landtages zur Verausgabung der Baukosten nur dann zu erlangen ist, wenn die Frage der Erhebung van Schissahrts- a b g a b e n aus den im Interesse der Schiffahrt regulierten Flüssen überhaupt gelöst ist. Die ReichStagsdiateu-Vorlage ist fertig. Der Bundesrat hat den Vorlagen des Reichskanzlers über die Abänderung der Artikel 32 und 28 der Rcichsoerfassung zugestimmt. Die Vorlage ist den Reichstagsabgeordneten bereits zugegangen. Am DienStag nimmt übrigens der Reichstag seine Beratungen wieder au f. Die Vorlage, die uns gütigst zur Verfügung gestellt worden ist, bestmmtt u. a., daß die Mitglieder des Reichstages für die Dauer der Sitzungsperiode sowie 8 Tage vorher und nachher freie Fahrt auf den deutschen Eisenbahnen zwischen dem Wohnorte und dem Sitze deS Reichstages, sowie während des Kalenderjahres eine Aufwandsentschädigung Erstes Blatt 156. Jahrgang Montag 23. April 1906 — _ _ Ä ä Bezugspreis d 4^» v Q monatl,ch75Pi.,viertel- GietzenerAnzeige ■ General-Anzeiger v it». den polit. unb allgem. Amts- und Mzeigeblatt fiir den Kreis Gießen MM v öcigenteil: Hans Beck. Söpie jeher mh-r, ha-nnünl-M irden gut unb billig awr - [ermann Plank M pezial-Damen-MgO _ Saplatlöq-y-se^ ÜKt Ml lt«W ‘ Lacke, Pinsel, 1^™. • übrigen M iikel zum Anstmüm^' sonvtrs vorlnlhaft m der jerniania-Drogerit ,55 f'arl Seibel -—Wohlriechender ßfenlack ,... ftubt,irodnet\M; Lackte : Vochglan^ rcii unb rirr- cknend, el^w, boutr^b- N'trid in 8 «trau Ölfarben, Mt, W ussfroden ■ OeU ilettnltytf stahlst»ähr ipfiehlt in bekcmmer Äi- Adolf Bieler ML-TxkHcckr. Dlorfe:. IIft Ilu >. «auatoqeu ui'»« ber,l8‘ ÄD.ro^e Seibel, ‘lobert- rtengmehre, Revolvc:, ltolcn,Patroiienu.rW sen in großer Auswahl Beinig Waffellhalldlnß, i- 2eltcrslveg 30. über die Ausgabe von Reichsbanknoten 31t fünfzig -unb zwanzig Mark und gicbt eine ausführliche Beschreibung der neuen Noten. Die Fünfzigmarknoten sind 10 Zentimeter hoch und 15 Ztm. breit, die Vorderseite ist in grüner Farbe gedruckt, die Nummern und der Stempelaufdruck sind dunkelbraun. Die Zwanzigmarknoten sind 9 Ztm. hoch, etwa 13,7 Ztm. breit, der Druck der Vorderseite ist in blauer, der Aufdruck der beiden Stempel und der Ziffern in roter Farbe auZgeführt. Dcutschafrika irische Verluste. Am 8. April im Gefecht bei Fettkluft gefallen: Un- terofsizier Paul Sieger. Am 14. April bei einem Uebersall auf die Pferdemache Narudas-Süd schwer verwundet: Gefreiter Gustav Gummel, geb. zu Eberstadt, früher Pionier-Bataillon Nr. 15, Bruchschüsse und Knochenschuß in den linken Oberarm, ferner die Reiter Louis HaaS, Clemens Foehrer und Franz Nikolaus. Leicht verwundet: Reiter Johann Haar und Huck. Ferner sind gestorbkn: Am 15. April Kriegsfreiwilliger Leutnant der Reserve von der Trenck, früher Leibhusaren-Regiment Nr. 2, in Kunjas am Typhus, Wachtmeister Viktorin Buchfelder, die Reiter Gustav Wenzel, Rost, Stark, Hans Großmann und Gefreiter Willy Groth an Typhus u. a. Krankheiten.__ Die Ausstände in Frankreich. Lens, 22. April. Gestern wurde die Brücke einer Grubenbahn von den Ausständigen zerstör t. 13 Züge mit Soldaten sind während der Nacht auf dem hiesigen Bahnhofe eingetroffen. — In Moniignh versuchten Ausständige gestern nachmittag eine Fußgängerbrücke, die sie benutzen wollten, um auf den Eifenbahndamm zu gelangen und dort Verwüstungen anzurichten, wiederhcrzustell-en. Das Militär trieb sie jedoch zurück, wobei ein Ausständiger verletzt wurde. Gegen den Bürgermeister von Mon- tigny und seine'Frau ist Untersuchung eingeleitet, weil sie an einem Zuge der Manifestanten teilgenommen haben. Gegenwärtig befinden sich 21000 Mann Trrchpen im hiesigen Kohlenbecken. Der Präfekt tveilt beständig in Lens. — In Ostricourt wurde während der Nacht eine Dynamitbombe an die Schienen der Grubenbahn gelegt. Die Bombe explodierte und zerstörte eine Weiche. — Das Feuer in den Gruben von Conrriäres ist im Josephinenschacht und im Schacht 2 vollständig gelöscht, doch ist die Kohle noch sehr warm. Die Bergung der Leichen wird fortgesetzt. Bis jetzt find 424 Leichen geborgen. Die Ingenieure beklagen sich über den Mangel an Hilfsmannschaften. Denain, 21.April. General Guinot ist hier an- gekommen und hat den Oberbefehl übernommen. Ungefähr 6000 Ausständige suchten heute, die Arbeitswilligen in Tritt) - St. Leger von der Arbeit' abzuhalten. Reiterei griff sie mit blanker Waffe am Kanal an, wobei mehrere ins Wasser stürzten, die aber herausgezogen werden konnten. Ein Tragonerrittmeister und mehrere Ausständige wurden verletzt. Darauf gingen die Ausständigen nach Denain zurück und veranstalteten dort eine Kundgebung. — In Lorient fanden wieder Zusammenstöße zwischen Ausständigen und Truppen statt. Mehrere wurden verletzt. Ein Ausständiger verletzte einen Soldaten durch Glasscherben, worauf dieser ihm mit dem Bajonett den Arm durchstach und ihn verhaftete. JnLievin sollen zwei Ausständige ihren Verletzungen erlegen sein. — Der Präfekt des Pas de Calais verfügte, daß alle Wirtschaften bis 9 Uhr abends geschlossen sein müssen. Gestern abend wurden 14 Haftbefehle gegen Ausständige, die Anarchisten sind, erlassen. Paris, 21. 2lpril. Ausständige Setzer versuchten in mehrere Druckereien einzudringen, nm das arbeitende Personal zu zwingen, sich dem Streif anzuschließen. Sie wurden jedoch von fö’en Munizipalgarden, die die Druckereien bewachen, vertrieben. — Gestern kam es zwischen etwa 2500 Ausständischen und dem Militär in dem Dorfe Frith zu einem heftigen Z u s a m m e n st o ß. Der befehligende Dragonerrittmeister ließ durch den als Parlamentär erschienenen Gemeinderat zur Kapitulation aufforderm Tas geschah nicht. Rittmeister Ricourd, ein Vetter des in Lens getöteten Leutnants Lacour, wurde durch einen schweren Pflasterstein getroffen und sank vom Pferde. Das Haus, aus dessen Fenster der Stein geworfen wurde, wurde nun mit Sturm genommen. Tie Kavallerie machte von der blanken Waffe 'Gebrauch. Zum erstenmale hatte der Kriegsminister dies ausdrücklich gestattet. Die Zahl der verwundeten Ausständigen ist groß. — In einem anderen Orte wurde ein .Hauptmann verletzt, desgl. ein Ofen bann. Ein anderer Offizier stürzte vom Pferde und erlitt einen Beinbruch. Sein Pferd war von einem der Ausständigen durch einen Messerstich verletzt worden. — Aus Liev el wird berichtet, daß die Stadt während mehrerer Stunden v0 llstän dig in den Händen der Revolutionäre war. Diese errichteten auf den Straßen zahlreiche Barrikaden, die mit Stacheldraht umzogen wurden, unt die Truppen am Vordringen zu verhindern. Die Lage ist äußerst ernst. Soldaten werden von den Ausständigen mit Steinen unb anderen Geschossen bombardiert, es gelang ihnen nicht, die Barrikaden zu nehmen. Ans Seadt utto Caitö» Gießen, den 23. April. ** Eine Abschiedsfeier zu Ehren des seitherigen Kreisamtmannes und jetzigen Minist'erialsekretärs Hechler fand am Samstag nachmittag im Cafe Ebel statt. Sämtliche Beamte des Kreisamts und das Bureaupcrsonal, Vertreter des Kreisausschusscs und eine Deputation des Polizeiamtes mit Polizeiamtmann Herberg und zahlreiche Bürgermeister des Kreises nahmen an der Feier teil. Geheimerat Dr. Breid ert begrüßte namens der Beamten den Scheidenden und bedauerte seinen Weggang aus der Verwaltung des Kreises. Er hob sein ersprießliches Wirken hervor und betonte, daß man ihn lingern aus dem Kreise scheiden sehe. Er schloß mit einem Hoch auf Se. Kgl. Hoh. den Großherzog. Bürgermeister Leun - Großen-Linden sprach namens der Bürgermeister des Kreises. Er betonte, daß Kreisamtmann Hechler es verstanden habe, ein gutes Einvernehmen mit den Bürgermeistern bei der gemeinsamen Arbeit 311 pflegen. Sein Hoch galt dem scheidenden Beamten. Geh. Justizrat Dr. Schäfer sprach namens des KreisauSschusies und Polizeiawtmann Herberg namens des Polizeiamts, Negierungsrat Wagner toastete auf die Familie des Scheidenden in humorvoller Weise. Ministerialsekretär Hechler hantle in herzlichen Worten für die ihm zu teil gewordene Ehrung und bemerkte, daß er ungern aus dem liebgewordenen Kreise und der Stadt scheide. Sein Hoch galt dem Blühen und Gedeihen des Kreises und seiner Bewohner. * * Ordensangelegenheiten. S. K. H. der Großherzog haben verliehen: das Ehrenkreuz des Verdienstordens Philipps des Großmütigen dem Obersten v. Fischer- Treuenfeld, Kommandeur des 4. Bad. Jnf.-Regt. Prinz Wilhelm Nr. 112, seither im Leibgarde-Reg. Nr. 115; dos Ritterkreuz 1. Klaffe desselben Ordens dem Major v. Herff, Abtcilungs-Komm. im Trierschen Feldart.-Reg. Nr. 44, seither im 2. Feldart.-Neg. Nr. 61, und dem Oberstleutnant von Wurmb im Braunschw. Jnf.-Reg. Nr. 92, seither im Jnf.- Leibreg. Großherzogin Nr. 117. S. K. H. der Großherzog haben dem Minister der Finanzen Dr. Gna u t h die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm verliehenen K. Bayr. Verdienstordens vom hl. Michael 1. Klasse, dem vortr. Rat bei der Abteilung für Finanzwirtschaft und Eisenbahnwesen Geh. Oberbaurat Franz Coul m ann die Erlaubnis zur An- ncchme und zum Tragen des Bayr. Verdienstordens 2. Klasse erteilt. ""Personalien. S. K. Hoh. der Großherzog haben den Oberlehrer an dem Herbstgymnasium 51t Mainz, Prof. Hermann B r a u n, auf sein Nachsuchen unter Anerkennung seiner treuen Dienste in den Ruhestand verseht, den Oberlehrer an dem Real- Gymnasium, der Oberrealschule und der höheren Hanbclsfchule zli Mainz, Prof. Ludw. D a u t e l, zum Oberlehrer an dem Herb» gymnasimu zu Mainz, den anßerordentl. Lehrer an dem Herbst- gyinnasimn und an dem Realgymnasium, der Oberrealschcrle und der höheren Handelsschule zu Mainz, Kaplan Job. Sartorius, zum Oberlehrer an dem Herbstgynuiasium zu Mainz, den Oberlehrer an dem Gymnasium zu Mainz, Dr. Jak. Maye r, zum Oberlehrer an dem Ostergymnasium zu Mainz und den von dem Fürsten Wolfgang zu Psenburg und Büdingen präsentierten Lehramtsassessor Dr. Ludw. Fa Hz zu Hungen zum Oberlehrer an dem Wolfgang-Ernst-Gymnastum zu Büdingen ernannt. Ernannt wurde der Kanzleiinspektor am Landgericht der Provinz Rheinhessen, Otto Stier, zum Registrator unb der Gefangenausseher an» Gefängnis in Darmstadt, Gust. Rebling, zum Geiangeua^'seher am Provinzialarresthaus in Darmstadt. S. K. Hoh. der Grobherzog haben den SteuerkommissarialSassistenten Justus Reim!) err zu Mainz zum Ministerialsekretär bei dem Ministerium der Finanzen evnannnt und den Revisionskontrolleur bei dem Hauptstenerami Offenbach, Phil. L 0 h n e s zu Offenbach, in gleicher Diensteigen- schast an das Hauvtsteneramt Darmstadt versetzt. Die Militär- amvärter Feldwebel Gg. Gunkel ans; Roßdorf, Nizeseldwebel Peter Engerl aus Biblis und Hoboist PeterKratz aus Lörzweiler wurden zu Steueraufsehern ernannt. * • Die Gleichberechtigung der höheren Lehranstalten ist nunmehr öurdj einen Großh. Erlaß auch für Hessen durchgesührt. Die neuen Bestimmungen besagen im wesentlichen folgendes: Für die Zulassung zur Immatrikulation in der juri st i s ch c n und philosophischen Fakultät der L a n bes - Uuivcr sitäi Gießen, sowie zu deu Prüfungen für den Staatsdienst im höheren Justiz- und V e r w a l t u n g s s a eh, im höhere n F 0 r st f a ch und im h ö bereu L e_() r a in t werden, soweit nicht bereits geschehen, die Reifezeugnisse der Gymnasien, Realgymnasien unb O b e r r e a l s ch u l e u einander g l e i ch g e st e l l t. Tie näheren Vorschriften über die Turch- inhrung • dieses Grundsatzes sind in den Verordnungen übe# die Vorbereitung für die genannten Zweige des höheren Staatsdienstes zu treffen. In diesen Verordnungen ist namentlich zu bestimmen, m welcher Weise die für das Studium jener Fächer erforderliche Kenntnis der alten Sprachen zu erwerben und nachzuweisen ist, sowie ob und unter welchen Voraussetzungen als den Reisezeug- nissen hessischer Oberrealschulen gleichwertig dieienigeu gleichartiger außcrhessischer Anstalten anerkannt werden können. • * Unfug. An der Bahnb0schung zivischon Gießen und dein Einschnitt bei Großen-Linden zün-r beten bieser Tage junge Leilte zum Vergnügen das dürre Gras an. Sie schielten sich nicht bewußt zu sein, welche Gefahr sie dadurch verursachten, und ivelche Strafen mit Recht > auf solchem Beginnen haften. * " Mit dem Schutz der Singvogel beschäftigt sich eine in der heutigen Nummer enthaltene Bekanntmachung des Großh. Polizeiamts, worauf besonders hingewiesen sei. Ab schieb s feier. Wie wir erfahren, hat Kom- nterzienrat S. Heichelheim anläßlich seines Austrittes aus dem Geschäft die Beamten der jetzigen Mitteldeutschen Kreditbank-Filiale zu einem gemeinsamen . Abendessen im Hotel. Großherzog von Hessen cingelaben. Außerdem hat Herr Heichelheim die Beamten mit namhaften Geldbeträgen bedacht. * * Das Fest der silbernen Hochzeit feiern morgen, 24. April, der Taglöhner Jak. H a-r d t und dessen Frau Kath., geb. Graß, Harnmstr. 4._ * * ® auü orturn e r ft 11 n be. Gestern fand in der Turnhalle des Turnvereins dic zweite Gauvorturnerstunbe des Turn- gaucs Hessen statt. Erschienen ivaren die Gan- und Titrnausscbuf; Mitglieder, 2 DczirkSturnwartc und 1 Ne r einst umwart. Um 81/2 Uhr ließ Gauturnwart Will amteten, begrüßte die Anwesenden und wies in seiner Ansprache aus die Ziele der Turnerci hin. Aufmarsch und Freiübungen für die Gauinrnfabrt, Gauturu- fest, fowie das Kreisturusest leiteten die beiden Gouturriwarte. Als Freiübungen für die diesjährigen Gauturnfeste Itnirben die für das Kreisturnfest bestimmten angenommen. Das Geräteturnen leiteten die Bezirksturnwarle. Ter von ilyncn zusammengesetzte Uebungsstosi war dem brr früheren Bezirksvvrturnerftunben ent uommen. Tie Leiter ber Stabübungen bestimmte der 1. Gau- turuwart aus den Reihen der VcrcinSturmvartc. Für jedes Gerät war umher ein besonderer Berichterstatter ernannt worden, welche Bestimmung fid) als reckt gut erwies. Das Keulenschwingen leiteten die beiden (»ktuturiiroartc. Um l3/i Uhr war das interessante Turnen beendet und man konnte mit der turnerischen Arbeit recht zufrieden sein. Die angesetzten, Turnspiele mußten wegen Zeitmangels ausfallen. 9£n ein gemeinsames Essen im Case Ebel schloß sich eine Bespreckung über bic turnerische Arbeit an. Ter 2. Gauturnwart Heuser verbreitete sich über bett Wettlauf hauptsächlich darüber, wie sich der Welturncr für den Wettlauf noraiibereiten und bei ihm zu verhalten hat. Vom 1. Gauturnwart Will wurde bic Frage bezügl. einer einheitlichen Turnklcidnng für unfern Gau angeregt, welche Anregung beiftininicnb auf genommen nnirbc. ) ( Gr 0 ßen-- Linb en, 22. 'April. Mehrere sehr intcrenantc Altertumssunbe sind gleich bei Beginn der Wiederher ft e l l u n g s a r beiten unserer Kirche zutage gefördert worden, indem man unter dem aus dem Jahre 1741 stammenden Altar nach Wegnahme mehrerer Platten ein Gewölbe und eine Totengruft anffanb. Man cnlbecfte barin zwei gut erhaltene Skelette unb eine Tafel mit Inschrift. Darnach scheint es sich um bic Gebeine eines Ritters unb eines Priesters zu hanbeln; die Tafel trägt die Jahres-ahl 1551 unb eine längere Wibmnng. Im Laufe bieser Woche treffen bie Vertreter ber Denkmalspflege, bnruntcr Professor Walbc-Darmftabt, bes Kreisamtes und ber Altertumskunde aus Gießen ein, um die Funde zu bestimmen unb bte weiteren Nachforschungen nach Altertümern, Botivtaseln nnd Grabgewölben zu leiten. Nach müüblicher Ueberlü'sernng verlautet nämlich, baß noch mehr Grüfte im Kreuz teil ber Kirche vorhanben seien. Der oben erwähnte Altar zeiht vorn cm Wappen, jebenfalls bas Großcn-Linbens, ein Schilb mit cmern Vogel, gehalten von zwei Löwen. Dic älteste Glocke trägt bic Jahreszahl 1453, ist also 453 Jahre alt. Tic Kirckre birgt eine Menge iverlvollcr Mtertümer: besonders schöne Bildhauerorbetten zeigt das Hauptportal, bic noch giii erkralten sind. Mehrere ansckciucnd heidnisch: Tiergesuckten befinden sich hier neben chrift- Uchen Symbolen. i!lu der Südseile der Kirche ist eine stark verwitterte Figur cingehaucn. Sie stellt einen christlichen Send» boten dar, ber in ben .Händen die Fahne bed Kreuzes und einen Spaten trägt. Von besonderem Interesse. ist ein Grabstein mit ber Aufschrift: „Hier ruht in seinem Erlöser Joh. Justus Valem tini ans Gießen weilanb Tepositor unb Universitätsbebienter zu Gießen nebst zwei Kinbern." Leiber fehlt bic Jahreszahl. Ein marmorner Taufstein trägt bic Jahreszahl 1764 und bic Aufschrift : I. L. von Fabrice. — Steinbach, 23. April. Gestern unternahmen mehrere Rabfahrer von Garbcnieich einen Ausflug und kehrten dabei hier ein. Als sie weiter fahren wollten, merkten sie, daß ihnen von böswilliger Hand die Schläuche ihrer Räder zerstochen waren. Leider fehlt von den Tätern jede Spur. 4 - Lich, 22. April. Im hiesigen Sch'loßgarten, der seit Jahren dem Publikum offen steht, sind von Buben- hand schwere Beschädigungen der Anlagen vor- genommen worden. Fürst Karl hat aus die Namhaftmachung der Täter eine Belohnung gesetzt. Möglich ist eS, daß der Schloßgarten für das Publikum gesperrt wird. (h.) Butzbach, 22. 2lpril. Das anläßlich des Heimat- Pf l c g c - und B 0 l k s t r a ch t e n f c ft e s in Butzbach zur Aufführung gclangcitbe Volks' ch auspiel „T ie Hüttcnber- g c r" ist soeben im Verlag von (?mil Notb in Gießen erschienen. Es hat ben burch seins lmbscke, lirischs Gebichie über^bie Grenzen unserer Stadt hinaus bekannten Haiiptlchrcr Aug. Storch zum Versasser. Ort der Handlung ist im 1. unb 3. Akt Pohlgöns, im 2. Akt ber Marktplatz zu Butzbach. Das Spiel versetzt uns in dic Zeilen von 1814—15. Wir sehen den Felbmarschall Mücker in Butzbach cinzichcn' unb ben jungen Fricbrich Weidig, ebenfalls eine geschichtliche Persönlichkeit (nachmaliger Pfarrer in Obergleen bei Alsfeld, starb als Vorkämpfer des deutschen Einheitsgedankens in Kerker hast zu Darmstadt,' — inmitten seines ländlichen Wirkungskreises. Ter Held des Stückes, ein tapferer „Blücherhnsar" freit eine schmucke Schöne aus dem jQüttcnberger Land. Mit der Spiiinftube unb dem Hvchzeitszug werden mitten und Gebrauche unserer Landbevölkerung auf der Bühne dargeftellt. — In den nächsten Tagen dürfte auch die von her Buchdruckerei E. Schneider hergeftellte geschmackvolle Festschrift erscheinen. Sie dient zugleich auch als Fremdensührer und erwähnt erläuternd alle Sehenswürdigkeiten unserer Stadt. Die erste Seite schmückt das Bildnis des Fürsten Karl zu Solms-Hohensolms-Lich, der den Ehrenvorsitz bei dem F-eft übernommen hat. Etwa 40 weitere gutgcliuigene photographische Reproduktionen, zum großen Teil nach Aufnalynen der Plwtogr. Manusaktur von Jacob Wcickhardt hier, hergeftellt, dürften der Festschrift auch einen künftlerifchen Wert verleihen. — Dem Programm nach zu urteilen, werden neben dem eingangs erwähnten Festspiel auch der Festzng und die Aus- stellung Hauptanzieh'.iiigsvnnkte bei der Veranstaltung bilden. Zur Teilnahme an dem Festzug haben sich bis jetzt etwa 14 Gemeinden gemeldet. ES kommen dabei zur Darstellung Hochzeits-, Spinnstuben-, Kirmes-, Mufterungs-, Ernte-, Holzmacher-, Loh- schäl- und Flacksbercitungsgruppen. Die Stabt Münzenberg wird sich mit bet Darstellung bes bekannten „Wctteraucr Tintenfasses" am Fcstzug beteiligen. — Die Ausstellung, für welche bic ftöbtiscke Turnhalle zur Verfügung steht, umfaßt Sammlungen von Trachten, Hausgeräten, Wonbbilderii unb Schnitzereien, ferner Modelle, Pläne unb Abbilbungen von VauemHäusern unb ländlichen Wohn- häusern.— S. K. H. ber Großherzog unb seine Gemahlin sollen ihr Erscheinen zu dem Fest in sichere Aussicht gestellt haben. A. Nidda, 22. April. Gestern abend fand im Saale des Hotel ,Traube" bic Generalversammlung der Vorschuß- und Creditverein- Aktiengesellschaft zu Nibba statt. Nach bem Bericht beS Vorstanbes kann baS a'bgelaufcne 15. Geschäftsjahr trotz mancher Schwierigkeiten als günstig bezeichnet werben. Für 1905 betrug ber Gesamt- iimschlag 1 867 187.16 Mk. und der erzielte Reingewinn unter Einschluß eines GewinnvortragS aus früheren Jahren in Höhe von 6419.32 Mk. im ganzen 18455.66 Mk. AuS diesem Reingewinn werden den Aktionären 5 Proz. Dividende = 2750 Mk. ausbezahlt, während bem Reservcsond 8600 Mk., dem Spezialreservefond 300 Mk. und bem Verein Krankenpflege ebenfalls 300 Mk. Angewiesen werben. Durch biefe Zuweisungen hat ber Reservefonds nunmehr eine Hohe von 98 600 Mk. unb bcr Spezialreservefonb, ber für eine hier zu errichtenbe Realschule Verwenbuug finden soll, eine solche von 11600 Mk. erreicht. Auf neue Rechnung wurden 86.84 Mk. üotgetragen. DaS Aktienkapital beträgt 55 000 Mk. △ Alsfeld, 22. April. Der Fürst von Lieh weilte verflossene Woche hier und wohnte den Auerhahnjagben in den Walbungen bei Ottrau bei. — Der Maurer Kl eisel- ring stürzte von einem Neubau unb zog sich schwere Verletzungen zu. — In ber Schwalm fand man bie Leiche einer älteren Frau aus Eudorf. Sie war feit ca. sechs Wochen verschwunden, und nun findet sich bie Annahme bestätigt, baß bic Frau bei bem bamaligen Hochwasser in bie angeschwvllenc Schwalm gestürzt ist. B. B. Darmstadt, 22. April. I. K. H. der Großherzog begab sich gestern abend zu einem 8 bis 10 tägigen Aufenthalt nach Venedig. S. K. H. bie Großherzogin nimmt während dieser Zeit Aufenthalt in Lich. d. Kastel, 22. April. Eine Bluttat ereignete sich Samstag nacht im benachbarten Amöneburgs Der 51jährige Taglöhner Hermann Bayer aus Fleckeirbltteu, zuletzt in Biebrich wohnhaft, kam in betrunkenem Zustande nach Hause. Seine Frau Anna, geb. Petry, machte ihm wegen seines Zustandes Vonviirfe, worauf der Betrunkene in solche Wut versetzt wurde, daß er seine Frau mit dem Messer erstach. Der Täter wurde heute morgen von der Gendarmerie verhaftet. B. hatte mehrere Kinder, eines davon sollte gestern §iir Konnnunion gehen. i. Mainz, 22. April. Das neunjährige jüngste Kind der Familie Gutmann ist gestern abend oer Vergiftung erlegen. Eine Besserung in dem Befindender Frau Stocker' und Tochter ist nicht cingctreten. Homburg, 21. April. Der Kaiser ist heute mittag 12 Uhr 40 Mm. mit Sonderzug hier eingetroffen. Zum Empfang waren am Bahnhof bte Kaiserin unb bie Prinzessin Viktoria Louise erschienen, außerbem Lanbrat von Marx und bcr Oberbürgermeister von Homburg, Maß. Nach bcr Begrüßung begaben sich das Kaiserpaar unb bie Prinzessin sin Automobil zum Schloß. Nach ber Frühstückstafel verblieb ber Kaiser im Schloß unb horte weitere Vorträge. Das Kaiserpaar unternahm am späten Nachmittag einen Spaziergang int Kurpark. Zur Adenbtafel im Schloß waren ge- (aben bie Abmirale v. Ahlefeld, v. Mueller und v. Usedom. Der Chef des Zivilkabinetts, Herr v. Lukanus, traf heute nachmittag hier ein und wurde sofort vom Kaiser empfangen. Heute mittag ertönte zum ersten male das Geläute der neu» erhallten evangelischen Erlöserkirche. B. Krofdorf, 22. April. Den Tätern, welche die 19 Ob st bäume auf der Straße Krofdorf—Gießen a b- qebrochen haben, ist man auf ber Spur. Im Verdacht sind einige junge Leute, bie sich in Wetzlar zu ihrer 2lus- bilbung aufhalten. Sic haben am Freitag nachmittag einen Mitschüler in Krofdorf besucht und hier m einer Wirtschaft | ÄS I '■Wd !$ ,in«i I "Mick bes rp- ? '"«W Ä- 1 ,.T i c R,-:. .8UI Alst j ?tb in Gieken , sichte übcr bkfc01 - und 3 M«Z M DlS obii ÄünS, MdmarscholÄ.^ TiCbtid) W* ;:r $icTtc!inrkbrn,?ä , Mündlichen ®;* ~?ä< ä-.ss 1 chweinen. Tie ttlöutenib O "(L Ä. ^lte schmüL lm5chohenAms,M c ««H. 5htxi40K E°U' rum großen fr tur non ;tQcob DeiShch Mck einen künstlerisch, x? W£n' U^den ntiy wr jyeftjng und die Är; >er Berm-.staltung bilde >«d b!s jetzt ettoa U s> § Darstellung CTnte«, hol-,macker-, H ie c-tubt Münzenbera rj "Wettermiür TintenW- ug, lür welche die stölrch : Sammlungen von fr- mitzereien. ferner isern und ländlichen Zc>. ind seine Gcmchlin i?fc Aussicht gestellt bofr abend fand im Wt ilversammlunz itr l-AkticnqeseWi: des Vorstands chia di? mancher C^tmoleimi 1905 bctrwbatev erzielte Mgewinn mit: ,i§ ftü/ierm Jahren i? ?n 18465M M . nären bU^.Dwück n Reserveiond 860ÖSL, b dem Verein stm'> m werden. nunmehr eine Höhr wi and, der fiir eine fiier p nben soll, eine solchem iiiung wurden 88.81 R rügt 55000 W. ■ Fürst von Sich den AuerhahnjoM , Zer Maurer m j-nd “'ji bet sich die * * naligen HochvaW Wl J q K. L. der 5^ u ein'™ 8 MIO* 'tz di- Sr-ßh--!" «LS» moneour^ („f ."fe^ rre" mit bei ml0 Stau nni Lfr„ M. ki..->sS I«* 'S«***' .'S'Ss urg. ^'bi( Prinzeß a im v ’n Luka""'' -°bchz„-«, *!> Den 2fi, .^M,n s.--t # 3'”> .•Ääfl* ) i)!(t * gezecht. Gegen 9I6ent> gingen sic nach LaunSbach und von dort spat auf die neue Straße Krofdorf nach Gießen. Die Polizei hat am Samstag von den Fußspuren GipS- abdrücke gemacht, um die Täter dadurch zu ermitteln und ihrer wohlverdienten Strafe entgegen zu fuhren. Eingesandt. (Für Form und Inhali uue .i «u i , r .•hrif stehenden Artikel übernimmt die Rcdakti'-'n dun Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung.) Die Gcläudeenteignnng für die Kläranlagen im Lichte der Wahrheit. 42 Stück mit 40 Psg. 8 2 33 Stück mit 30 V 30 40 50 18 1 1 5 45 35 45 Benutzung in Betracht. Diese'Grnndstncke sind nun 1. Ortsgcrichtstaxe: folgendermaßen bewertet: 2. Veranlagung zur V erm ö g c n S st e u c r: 1 Stück mit 27,5 Psg., 45 50 55 Die Verhandlungen in den Stadtverordnetensißungen vom 5. und 6. April l. Js. «siehe Nr. 83 und 84 des Gieß. Anz.) über die Enteignung des Geländes für die Kläranlagen sehe ich als bekannt voraus. In diesen Sitzungen erhob Oberbürgermeister Mecum gegen mich. bezw. die Lokalsommiision den Vorwurf, dieses Ge'ändc zu hoch („exorbitant?- geschäht zu haben. Auf meine Entgegnung, daß er ja noch 18 Prozent über diese Taxe geboten habe, bestritt er dies wiederholt, trot-dem Bürgermeister Leun cs schriftlich bestätigt halte. Durch die erneuten Erklärungen deS Bürgermeisters Leun und Bürgermeisters Schaum in Nr. 87 unb 89 des Gieß. Anz. ist meine Behauptung: „Oberbürgermeister Mecum habe ja noch 18 Prozent über die Taxe der Lokal- kommisiion für das Klärbeckengelände geboten", unwiderlegbar bewiesen. Auf Grund dieser Tatsachen steht nunmehr fest: 1) Oberbürgermcistcr Mecum hat 5 ff ent» lilch bestritten, daß er 18 Prozent über die Taxe der Lvkalkom Mission hinausgebcnd geboten hat. Er ging demnach in einem Sprunge non 30 Pf. auf 83 Pf. 'b. h. d i e Erhöhung betrug 177 Prozent seines Angebots!) 2) Oberbürgermeister Mecum hat danach die von ihm setzt angefochtene Taxation seinerzeit nicht allein anerkannt, sondern hat sie als zu niedrig angesehen. Nun zu dem Gutachten der Lokalkommission. Dasselbe datiert vom 10. Juni 1904, umfaßt 18 Druckseiten und ist nach gründlicher, gewissenhafter Beratung von dem damaligen Ztzreidamtmann, jetzigen Negierungsrat Tr. .Kranzbühler als Vorsitzender der Lokalkommission abgcfaßt. und von ihm, Baurat Diehm und dem Unterzeichneten unterschrieben. Jedem Interessenten (aucf, Oberbürgermeister Mecum) wurde ein Exemplar zugeftellt. Dieses Gutachten, das ich nach langer Zeit jetzt wieder cinmal durchgclesen habe, ist so klar und so wahr, daß jeher Angriff abprallt. ~ Was hier besonders in Betracht kommt, steht auf 3 gesperrt gedruckt. Dort heißt es: „Für die Bemessung der Entschädigung liegen nun folgende Unterlagen vor: 1) Die Schätzung des Großh. Ortsgerickts Gießen vom 23. Januar 1904. 2) Die Veranlagung zur Vermögenssteuer für 1905 3 D i c Feststellung der B v n i 1 ä! s k l a s s c n d n r ch die V o l l z u g s k o m m i s s i o n der Feldbercinigun g (aufgcstcllt im Mai 1903). Es kommen lnerbei 53 Grundstücke mit landwirtschaftlicher 1 „ „ 50 „ Die Hanpiunterlage bei her Wertbemesiung durch die Lokal- kommiifion bildete die Taxe für die Feldbercinigung (s. 3). Diese wird zu Beginn der ganzen Feldbercinigung ans einem gemeinschaftlichen Gang durch die Gemarkung von der Vollzugskom- n'issivn (siir Gießen auS 6 Herren bestehend) sestgetegt. eic liefert für die Bonitierung des zn bereinigenden Geländes die maßgcben- den Werte. Diese sind a ls „Tauschwertc" stetS n ie- driger als die „B e r k a u f s w e r t c". Oberbürgermeister Mecum war berechtigt, dieser Feststellung der Grundwerte bei- 7>lwohnen, rr war dazu geladen, aber nicht erschienen. Als Grundtare für das Gelände der Kläranlage wurden also ß? Pf. sestgelegi. Zn diesem Preise konnte jeder Besitzer sein Gelände an die Feldbercinigung abgeben, die cs dann später in einem so günstig gelegenen Orte wie Klein Linden als Massen- grnndstück mit Nutzen verwerten kann. Andernfalls erhält der T fii’cr Ersatzgrundstücke im Werte der hier bestimmten Taxe timt 1 , , 60 „ 3) Die Taxe der V o l l z u g sko m m i s s i o n für die Feldbercinigung beträgt für dieses Gelände 62 Pf. 4. s>lngcbot der Stadt: " Psg., i der Enteignung fällt nun aber der Ersatz an Land weg, so daß der Enjcignete gezwungen ist, gegen Bezahlung ein inber -5 Grundstück zu erwerben. Dieses, fällt in der Gcmark- nag tzi lein-Linden schwer, da durch große Oseländeabtrctungen an die Bahn und jetzt wieder zu den Klärbecken die Anbaufläche stark -verringert worden ist. Der Preis für das Gelände mußte also nach bekanntem Gesetz steigen. Mit Rücksicht hierauf wurde daher ein Zuschlag von 5 Pf. pro Quadratmeter in Ansatz gebracht. Da fcrn.'r von fast allen Besitzern Entschädigungen für Dung und Ausstellung in der Höhe von 3- 10 Pf. gefordert wurden, einigte man sich in der Kommission auf eine weitere Zuschlagsentschädig' nng von 3 Pf., sodaß insgesamt pro-Quadratmeter gewährt wurden: „ 62 + 5 + 3 = 70 Psg. Nach diesem Grunds ch wurden bewertet: 27 ^Grundstücke mit 70 Pf., . 12 Grundstücke, weil Zugang zum Weg freie Bewirtichastung gestattete, mit 75 Pf., 10 (Mundstücke, wovon 3 Wiesen sind, unmittelbar am Wege nach der Throm'fchen^BZitzung, am nächsten nach Gießen zu gelegen, mit 80 Pf-, w 1 Grundstück, dem Aufseher der Tbrom 'Gen 's keine Berechtigung hatte, die schweren Angriffe gegen die Lokalkommission auszusprech-cn, umsoweniger als er das Gut- achten kannte ober dock kennen mußte. Beigeordneter Georgi erhob außerdem noch den häßlichen Vorwurf, dast sie „gewisse Nebenrücksichten genommen habe zum Schaden der •sstobf', ohne n ii cb nur eine einzige Tatsache anzuführen, au, die er feine Behauptung stützen kennte. Emen Sck^den von der Stadt abzuwenden, wäre Sache des Oberbürgermeisters gewesen, nachdem die Lokalkommission ihr Gutachten ^abgegeben hatte, chu diesem Moment musste er im Luter sie der -Ltadt Vergleichs Verhandlungen anbahnen. Di-'se bäitcn dann, nach Aussage des Bürgermeisters Schaum in Klein-Linden ziemlich, sicher zu einem besriediaenden Resultat geführt. Statt dessen bleibt O^rbi'irger- M'ister'Mecum unbegreiflich erweise auf seiner veralteten Orts- aerichtstare mit 30 Pf. bestehen, trotzdem eine neuere, höhere Orisgerickststaxe aus dem Jahr 1901 der Enteignung als Grund- !a9C(Äemirb daraufhin eine neue Sachverständigenkommission .gebildet. Das Gutachten dieser neuen ftommifiion geht 30—35 Pf. pro Quadratmeter über dasjenige ber Lv'kalkoinmission noch chinans. Das Ergebnis dieser letzteren Taxe wurde seinerzeit in einer Stadtverordnetcnoersammlung von Oberbürgermeister Mecum mit- geteilt. Es mußte deshalb allen damals anwesenden Stadtverordneten bekannt fein. In Vorstehendem glaube ich überzcugend nackigewicien zu haben, daß ich, wie die Lokalkommisiion überhaupt, nach Pflicht und Gewissen gehandelt habe. Man entnehme daraus, wie unbegründet die in den Stadtverordnctensitz- ungen erhobenen Angriffe sind. e l f r i ch , Stadtvoro''dneter. Universitäts-Nachrichten. () M ar b u r g , 22. Avril. Der Diresior der Landeshcilanstalt 0>ch. Mcd. Rat Pros. Tr. T u c z c k bat den an ihn ergangenen Ruß alS Nachfolger des Prof. Anton in silraz, der nach .L>allc gerufen rnirbe, abgelchnt und es bleibt somit diese tüchtige Lehrkraft unserer Universität erhalten. Vermischtes. *Dcr neueste Eifenbabnunsall. Bei Dijon^Fikr ereignete fick ein Zusamricnstoß zweier Züge. Mehrere Personen wurden verletzt, darunter eine schwer. * Kleine Tages chronik. Im Berlin wurde der Dragoner Steinert mit einer schweren Schädelverletzung int Stalle cnügcsimdcn; er war von einem Pferde geschlagen worden. Aui dem Wege znrn Lazarett starb er. — In Petersburg hat sich ein furchtbares Familiendrama zugetragen. Beim Artillerieoberst Rutkowski herrschte großer Geldmangel, zudem erhielt Rutkowski seinen Abschied. Abends, als die Frau zu Bett ging, blieb Rutkowski mit den Töchtern im Speisezimmer zurück. Als am andern Morgen Frau Rirlkowski das Zimmer betrat, sand sie ihren Gatten und die beiden jüngsten Töchter leblos am Boden liegen. Auf dem Schreibtisch wurde ein Zettel gefunden: „Ich sterbe, da ich meine Familie nicht mittellos lasten kann." — In Torgau sind die katholische Kirche und Schule durch einen Brand vernichtet, zwei Ordensschwestern und drei Kinder sind verbrannt. — Beim Spielen mit einem Schießgewehr wurden in Schnürten, Kreis Karthaus (Westpr.), ein Knabe und ein 12 jähriges Mädchen erschossen. Gerichts?aal. Berlin, 21. April. Tas Schöffengericht verhandelte die Privatklaqe des Negierungsrates RudolfMartin gegen den Leiter des Karl Heymann'jchen Verlags, Krepenberg, wegen Beleidigung durch eine in der Zeitung „Tie Post" veröffentlichte Erklärung des Verlags in Sachen des Martin'schen Buches über die Zukunft Rußlands und Japans, sowie durch einen Brief an Martin und einen Brief an das Reichsamt des Innern. Hinsichtlich der Erklärung in der „Post" wurde Kreven- berg freigesprochen, hingegen wurde er wegen Beleidigung durch beide Briefe zu 5 00 Mk. Geldstrafe verurteilt. Landwirtschaft. Luzern, 21. fHprJ. Tie landwirtschaftlichen Genossenschafts-Verbände Deutschlands, Oesterreichs, der Schweiz und Italiens beschlossen hier nach zweitägigen Verhandlungen unter dem Vorsitz des Genostenschaftsanwalts, Geheimerat H a a s a u s D a r m st a d t, die Gründung eines internationalen Bundes der l a u d w. Genossenschafts-Verbände. Der Zweck der Vereinigung ist, unter Wahrung der Selbständigkeit der Landesorganisationen die landwirtschaftlicken Genossenschafts-Verbände in den europäischen Staaten einander näher zu bringen, ihre Erfahrungen auf dem geliossenschaftlichen Arbeitsgebiet auszukauschen und das landwirtschaftliche Genossen- ichaftswescn auch materiell einheitlich zu fördern. Spielpla« der verriniqten Frankfurter Stadttheater. Öpcrnhans. Dienstag den 24. April'): „Margarethe." Mittwoch den 25. April: Zum Besten der Pensionsanstalt der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger. Reu einfmbiert: „Ter Bettelstudent." Donnerstag den 26.' April: „Tie Fischer von St. Jean." Freitag den 27. April: „Rienzi." Samstag den 28. April: „Die Hugenotten." Sonntag den 29. April: „Violetta." Montag den 30. April: „Ter fliegende Holländer." Schaufpielhaus. Dienstag den 24. April*): „Der Sohn der Wildnis." Mittwoch den 25. April: „Drei Erlebniste eines englischen Detektivs". Donnerstag dcn 26. April: G e s a m t g a st s p i e l des M o s k a u er Künstlerischen Theaters: Zum ersten Male: „Zar Feodor Ioannowitsch." Freitag den 27. April: „Drei Erlebnisse eines englischen Detektivs." Samstag d-'n 28. April: G e s a m t g a st s p i e l des Moskauer Künstl. Theaters: „Nachtasyl.^ Sonntag den 29. April, nachmittags 3 Uhr: „Der alte Bürgerkapitän." Hierauf: „Der rote Schornsteinfeger." Zum Schluß: „Dodgeschosse." Abends 7 Uhr: „Der Sohn der Wildnis." Anfang, wenn nicht ander-? bemerkt, abends um 7 Uhr. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voranssichtlichc Witterung in Hessen für Dienstag", den 24. April 1906: Wolkig, vorwiegend trocken, nur stellenweise leichte Regenschauer. Roch kühler, auch am Tage. Näheres durch die Osteßener Wetterkarte. Arbesterbeweaung. b Fra nkf nrt a. M., 21. April. *2ie hiesigen Arbeiter der Gießerei- und Maschinenfabriken hatten Forderungen eingebracht, in denen sie in der Hauptsache 9'/?stündige Zlrbeitszeit und Festsetzung eines Minimallohnes verlangen. Die deshalb gepflogenen Einigungsverhandlungen haben sich zerschlagen. Voraussichtlich dürfte es zum Streik und zur 9lussperrung kommen. Für Offenbach haben die Fabrikanten beschlossen, sämtlichen Hilfsarbeitern zu kündigen. Ferner beschlossen die 9(rbcitqcber, daß den Arbeitern in denjenigen Fabriken, die feine Eisengießerei haben, ebenfalls gekündigt werden soll. — Sollte in Frankfurt bis Samstag keine Einigung erzielt werden, so dürfte sich der Streik resp. die Alissperrung auch auf Höchst, Darmstadt, Hombilrg und Mainz an?delnien, d. I- insgesamt 16 > 00 2trbeiler. Handel und Verkebr, Volkswirtschaft. Märkte. fe. Frankfurt a. M., 23. ?lpril. (Orig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") sämtliche Notierungen der heutigen Fruchtviark tpre is e. Weizen Mk. 18.75—19.00, Kurhessischer Mk. 18.75—19, La Plata Mk. 19.25—20.25, Kansas Mk. 19.25—20.25, Roggen (hiesiger) Mk. 17.25 —17.50, Gerste (Wetteraneri Mk. 17.25—17.75, Franken- felder Mk. 17.75—18.25, Hafer 16.75—18.00, MaisMk. 12.25—13.50, Weizenmehl 27.50—28.00, M. 00—00, 2. Qualität Mk. 25.00 k. 26.00, 3. Qualität Mk. 23.00—23.50, Noggeumchl 0 Mk. 25.00—26.25,1. Qualität Alk. 23.00—24.25, Weizenkleie Mk. 10.00 bis Alk. 10.50, Roggenkleie Mk. 11.00—11.50, Maiskeime Mk. 12.00 bis Mk. 12.25, Franken, Pfälzer, Ried Alk. 17.25—18.25. Alles per 100 Kg. ab hier. fc^ Frankfurt a. M., 23. April. (Telegr. Orig.-Bericht des „Gieß. 9lnz."). Llmtliche Noticiiingen der heutigen Viehmarkt- p reife. Zum Vertäust standen: 484 Ochsen, 40 ans Oestreich, 38 Bullen, 1 aus Dänemark, 843 Kü l e,-Fersen, Stiere und Rinder, 14 aus Dänemark, 249 Kälber, 288 Schafe und Hammel, 1152 Schweine, 0 Ziegen, o Ziegen-, 0 Schaflämmer. Bezahlt wurde für lOOPfuud-Schlachtgewicht Ochsenl. Qualität 75—77 Mk., 2. Qual 65—67 Mk., 3. Qual. 57—63Mk.; Bullen l.Qual. 63 bis 70 Mk.. 2. Qual. 65—67 Mk.; Kühe 1. Qual. 73—75 Mk., 2. Qual. 68—70 Mk., 3. Qual. 48—50 Mk, 4. Qual. 00-00 Mk., 5. Qual. 00—OOMk. Kälbei: l.Qual. 90—95Pfg., Lebendgewicht 54—56Pf., 2. Qual. 90—95 Pfg., Lebendgewicht 54—56 Psg., 3. Qual. 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 72—76Pfg., Schafe: l.Qual. 78—80, 2. Qual. 70—72 Pfg., 3. Qual. 00—00 Psg.; Schweiue 1. Qual. 75—76 Pst, Lebdgew. 58.50—59.50 Pfg., 2.Qu.74-00 Pfg., Lebend- gew. 57.5' 00 Psg., 3. dual. 64—68 Pfg. Geschäft: bei Hornvieh mitt nckßig, Ueberfianb unbedeutend, bei Kleinvieh gut, kein Ucberfianb. OriaInal-Drahtmeldungen« R o m, 13. Avril. In gut informierten Kreisen bestätigt man das Gerächt, dasi der Botschafter in Berlin, Graf Lanza, seinen Urlaub verlängern werbe und dieser Urlaub nut einer - bern i u n g dc? Botschafters von feinem Posten endigen rönne. P e i e r s b u r g, 23. Avril. Der ausgezeichnete Kenner des fernen Ostens, Bashenow, überreichte dem Generalstabschei eine Denkschrift, in der er einen zweitenKrieg mit Japan a i s unvermeidlich bezeichnet. . . , Mars ch a u , 23. April. Bei einem Kampf zwischen Katholiken u n d a r i a u i t c n im Dorte Leichno witröen 12 Personen gelötet und mehr als 50 verletzt. Lodz, 23. April. TaS .Kriegsgericht verurteilte sieben Unteroffiziere wegen Meuterei zu lebenslänglicher Zwangsarbeit und 27 Mann zn -einer Zwangsarbeit dis zu io ■\atni,u. . • cn t»r it v b a n 22. Avril. In der Nähe von Hardmg in Jtatai hat cm h eiliger 'Barl cif ampf ftattaefnnbcn, wobei zwei Stamme hart aneinander gerieten. Bei dem Handgemenge, bet rem von f)lssggais Gebrauch gemacht wurde, wurden f ü n f 2 e u t c gelötet, 2 tätlich und 14 schwer verwundet. Beide Sstnune gehören nicht zu den aufständischeii. v 9t c m n o r f, 23. Avril. Nach einer Konferenz mit den WaU- Street Finanziera autorisierte der Schatzamtssekretar charo telegraphisch zur Uel> ermittelnng unbegrenzterS u m m en n a ch San Francisco. Das Schatzamt wies bisher sechs Millionen an. Tie Stimmung über San Francisco ist hier sehr hoffnungsvoll. Das Erdbeben in Kalifornien. Los Angelos, 22. Avril. Die Einwohner von San Francisco, die hier anqckonuncn sind, geben ergreifende Schilder u n gen von den dortigen Vorfällen. Eine -Lame, erzählt, daß sie mit ihren Angehörigen auf der Straße kampiert hätte, ivo sie glaubten vor den Flammen sicher zu sein, ba6 fie aber immer weiter hätten flüchten müssen. An einer Stelle hatten sie Soldaten und Feuerwehrleute bei der Arbeit gesehen, um einen Mann zu befreien, der unter den Trümmern festgeklemmt war und jammervoll darum flehte, befreit zu werden. Ter Kopf und die> Schultern sahen aus den Trümmern hervor. Mit einem freien Arm versuchte er den Leuten, welche ihn befreien wollten, zu helfen. Einer nach dem andern von diesen wurde durch die nähcrfommenbeii Flammen vertrieben, bis schließlich nur ein einziger Soldat zurückblieb. Als auch dieser die Hitze nicht mehr ertragen konnte und Mine machte, sich in Sicherheit zu bringen, flehte der Unglückliche^ baß er ihn erschießen solle. Der Soldat wollte dem erst nicht will- iahren, kam aber schließlich doch dem Wunsche nach. Ebenso sahen, wir. so erzählt die Dame, daß auch ein Polizist einen anderen Dulder, der in ähnlicher Weise zwischen den Trümmern ftaf, durch einen Schuß von seinen Qualen befreite. Ein anderer Flüchtling, der durch die Ehinestnstadt ging, als der heftige Erdstoß erfolgte, erzählt, daß die Ehinesen wie beseffen in den Straßen herumgerannt feien und mit Gewalt vom Feuer hätten weggetrieben werden müssen. Ein anderer Herr erzählt: Wie ich erwachte, hörte ich das Aecbzen und Krachen von Balken und hatte das Gefühl, als ob das Gebäude schwankte und zitterte, dann stürzte ich auf die Straße, wo die Leute in ihren Nachtanzügen ein sonderbares Bild abgaben. Fortwährend Hörle man Erplosioneu. Funken sprühten über uns, die unsere Kleidung in Brand zu setzen drohten und uns das Oiesicht versengten. Von dem Oiolden Gate-Park, den ich glücklich erreichte, bot die brennende Stadt ein schauerliches Bild. Als ich am nächsten Morgen mit der Fähre nach Oakland gelangte, hätte ich denken können, es wäre ein schrecklicher Traum gewesen, wenn nicht das ganze Gesicht durch die Funken verbrannt gewesen wäre. „ San Francisco, 22. April. Die Hälfte d er, Bevölkerung der Stadt wurde bereits mit den Zügen, die jetzt ivieder regelmäßig verkehren, fortgeschafft. Die Schlepper und Dampfer fmb gedrängt voll von Obdachlosen und Flüchtlingen, die auf alle Städte um die Bucht herum verteilt werden, die sich gegenseitig in dem großen Werk der Hilfe überbieten. Für die in San Francisco zurückbleibenden Personen sind hinreichend fJl a h r u n g s m i 11 e l und ebenso genug Wasser zum trinken und Kochen vorhanden. Die Behörden haben eine systematische Verteilung der Vorräte angeordnet. Das Militär hat für die Obdachlosen und Kranken Zufluchtsstätten errichtet und sie im Vresidio, in den leeren Kirchen und verlassenen Häusern untergebracl)t. Erfahrene Aerzte in großer Zahl sind anwesend, so daß keine Gefahr für den Ausbruch von Seuchen besteht. Das Feuer ist gelöscht, nur die heiße Asche raucht noch. 25 Quadratmeilen sollen in Trümmern liegen. Bemerkenswert ist, daß bie Stahlbauten fast alle den Erschütterungen widerstanden haben. Tie Schiffahrt ruht, bis jede Gefahr vorüber ist. Streutet verhindern amerikanische und ausländische Schiffe am Auslaufen. Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank filr Handel und Industrie. Giessen. "Frankfurter Börse. 23. April, 1.15 Uhr. 3’5% Beichsanleihe . . 100.00 3% do. . 88.25 3^°/o Konsols .... 100.00 3% do. .... 88 30 3X°/0 Hessen 99.60 3^°/0 Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente. . 100.65 41/s % Oesterr. Silberrcnte 101.30 4% Ungar. Goldrente . . 96.60 4% Italien. Rente . . . —.— 3 So Portugiesen Serie I . 68.80 3So Portugiesen „ JII *69.60 4 russ.Staatsanl. 1905 91.40 4^° n japan. Staatsanleihe. 94 85 4 % Conv. Türken von 1903 92.80 Tiirkenlose 146.60 4% Griech. Monopol-Anl. 54.50 1% äussere Argentinier . —•— 3®/„ Mexikaner .... 68.60 4j^% Chinesen . . . . 98.10 Aktien: Bochum Guss 248.80 Buderus E. W ... —.— Tendenz: fest. Elektriz. Lahmeyer . . 143.00 Elektriz. Schuckert . . . 132.75 Esch weil er Bere^verk . . 263.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 228.00 Hamburg- Amerik. Pakett 164.10 Harpener Bergwerk. . . 219 00 Laurabfitte .... 247.00 Nordd. Lloyd . . . . 136.10 Obeischles. Eisen-Industrie 130.20 Berliner Handelsges . . 171.30 Darmstädter Bank . . . 144 50 Deutsche Bank . . . 240 40 Deutsch-Asiat. Bank . . 185.50 Diskonto-Kommandit. . . 188.30 Dresdner Bank . . . 161.40 Kreditaktien 216.10 Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . . . 111.70 Gotthardbahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 24 40 Oesterr. Staatsbahn . . . 146.90 Prince-Hcnri-Eisenbahn . 142.50 Berliner Börse, Canada E. B 174.60 Darmstädter Bank . . . 144.70 Deutsche Bank .... 240.00 Dortmunder Union C. . . 88.00 Dresdner Bank .... 161.30 Tendenz: fest. 23. April. Anfangsknrse. Harpener Bergwerk. . . 218.50 Laurahütte . . . , . 247.00 L ombarden E. B. ... 24.30 Nordd. Lloyd 135.80 Türkenlose . ... 146.40 Sand grub en v erfteigerun g Mittwoch, 25. 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