156. Jahrgang Erstes Blatt Im Wahlkreis s I ist der frühere 9h Ile heutige Dummer umfaht 12 Seiten aber und, liebe dich". i, litt yy. 1673. ind [elephon 575 ifehle Bilder ter Auswahl t In allen Preis- •eile Bedienung bie'X'üfl 2.-otenel- jährl. au-lchl. BeNkllg. Annahme von Nujeigce für die TageSnuuiine« bis Doniuim^e 10 Uhr, ßetlcnpieie. lokal 12 *81^ ou6ipävt6 20 ihg- Betcintroortlid) *üt btn pohi. und aQgenv Teil. V. 99111(rüt ,Stobt und L’anb* un> ,(8(tid)i»|aale; (i c nfl p e fe; hit den 91a- neiqenteilt Bti. General-Anzeiger ' Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eietzen ÜK-s s ketts, ^euznlau < aft-Er- WD erkrankt, Ä ta‘i.uvoriS. lts Leidende ad» Kür Mark im '6enf (Sehwelik Ariette seinen warmen Humor. An eine Gemeinde, sagte ich, wenden sich des tauben Meisters Quartette, d. h. an die Hörer. Spielen können sie nur ech^ Beethovenjünger, die mit dem Großen fühlen können. Uns ward diese hehre Musik von dem jungen Frankfurter R e b n e r--Quartett geboten. Meine Hochachtung! Rebner hat es verstanden, Diaq gleichgesinnte, gleichwertige Künstler zu vereinen und ein mustergiltiges Quartett zu schaffen. Kein Instrument drängt sich vor, keines ver|agt, und jeder Ton ist fein abgerundet. DaS Quartett ist noch im Werden, ab und zu störte wohl einmal ein „Kratzer"' ein empfindliches Ohr. Aber schade, wenn das Quartett schon vollkonnnen wäre, denn wenn etwas vollkommen ist, so ist es gewöhnlich am Ende, und diesem Quartett möchte id) doch ein recht langes Leben wünschen. Neben Herrn Redner selbst sei vor allem der Cellist, Herr Hegar,' erwähnt. Die vier Ausführenden sind, keine Virtuosen, sondern Künstler, vor allem der Letter^ Nicht sein Bogen ist es, der dem Instrument die Mängel entlockt, sondern sein Herz, und lvenn er technisch hinten einem Burmestcr v. _r Kubelik auch zurückblerbt, mir iftj er darum doch ebensoviel wert. Ja mcht vergessen fei aber Herr Pros. Traurmann. Laß das Klavier wohlj fflftl M laut düL ML niM LAlonperA \ Alsfeld-Lauterbacb-Schotten frühere Reichstagsabgeordnete Bindewald als antisemitischer Kandidat ausgestellt worden. In Offenbach haben bie Nationalliberalen den bisherigen Abg. Dr. Becker-Sprendlingen, die Sozial- d emo trat en Ulrich, und das Zentrum den LandtagZ- lU8wahl zu billigsten . 7225 enhandlung ortlieinitT Str. 42. 566 kllung 9, den 15. und am vage 11 bis abends Ilern und Angehörigen W einqeladen. 7397 abgcordncten U e b c l - Dieburg wieder ausgestellt. In Erbach i. O. hat die wirtschaftliche Vereinigung den Buchhändler Nippel aus Hagen als Kandt- baten aufgestellt. Ter Landesausschuß der nationalliberalen Partei hielt gestern nack)mittag in Darmstadt eine Sitzung ab, die, wie uns drahtlich gemeldet wird, au3 den drei Provinzen sehr zahlreich besucht war. Die durch die Auslö|ung des Reichstags geschafsene Situation wurde einer eingehenden Besprechung unterzogen. Bon verschiedenen Seiten wurde ztvar aus die ungünstige Zeit für die Neu- Wahlen hingewiesen, aber nach den Berichten aus den Wahlkreisen herrscht überall e t n e z u v e r s i ch t l i ch e S t i mmun g. Es wurde beschlossen, mit aller Kraft den Kamps gegen die kolonialscindlicheu Parteien auszunei-mcn. — Nach einer in der Versammlung gemachten Mitteilung hat eine in W orms abgeijaitene Borsmndssitzung der Vereinig- teu Liberalen im Neichsmgstrat)llrei.s Worms-Hcppen- Heim-Wimpsen bcschlo.seu, von der Ausstellung eines eigenen Kandidaten A b st a n d zu neymcn. Ter Landesausschuß der hessischen Freisinnigen Partei trat, wie uns geschrieben wird, am gestrigen Sonntag zu einer Sitzung in Frankfurt a M. zusammen, um zu der bevorstegenden Reichs tags wähl Stellung zu nehmen. Die Versammlung war von Vertretern aus allen Wahlkreisen besucht. Tie lebhafte Aussprache ergab allgemeine Uebereinstimmung über die Notwendigkeit freisinniger bezw. liberaler Kandidaturen in den Wahlkreisen Gießen, Alzey-Bingen, Darm- stadt-Groß -Gerau, Alsfeld-Lauterbach, Worms - Heppenheim und Bensheim - Erbach. Tabei soll i m I n t e r e s s e d e r E i n i g u n g d e s L i b e - ralismus möglichst eine Verständigung mit der nationalliberalen Partei angebahnt werden. Tie allgemeine Auffassung ging dahin, daß die Aussichten für den Liberalismus bei den bevorstehenden Wahlen außerordentlich günstig seien. Tie christlich-soziale Partei hat die Agitation zunächst in Wetzlar-Altenkirchen, Gummersbach, im Till kreise, in Siegen und in anderen Kreisen von Rheinland-Westfalen ein geleitet. Zn Kassel designierte der nationallibcrale Wahlverein den Landiagsabg. Landrat Dr. Schroeder, die Sozialdemokraten Hüttmann-Frankfurt a. SDL In Hanau beschlossen, wie uns geschrieben wird, die Nattonalltberaten den bisherigen Abg. Amtsrichter Dr. LueaS zu ersuchen, wiederum eine Kandidatur anzu- nehmen. Der Bund der Landwirte und die Konservativen wollen gleich im ersten Wahlgange für Dr. Lucas stimmen. Tie liberale Vereinigung (teilte als ihren Kandidaten im Wahlkreise Hanau den Rechtsanwalt Heilbrunn aus Frankfurt a. M. auf. Der Rcichstagspräsident Graf Balle st rem und Ab- geordn. Szmula wollen, wie es heißt, nicht mehr kandidieren. Der Rücktritt Ballestrcms, der durch seine Befürwortung der Regierungsvorlage sich in Gegensatz zu seiner Partei gestellt, würde für das Zentrum einen sehr schweren Verlust bedeuten. Herr Szmula fürchtet wohl die Polen in seinem schlesischen Wahlkreise und liefert ihnen von vorn herein das Feld aus. Montag 17. Dezember 1906 enufleprciii monall>cb7bl.u,, viertel» V [fihvllct) All. 2.20; durch 4k A Abbate- u. Zmkig'lkUen fiLiw monoilirf) Ao Pt., durch feinsinnigen Geist auf. Sonst hört man in einem Beethovens Kammermusikabend fast immer nur seine Meisterauartette, Um so interessanter ist nun natürlich die seltene Gelegenheit einmal etwas aus des Meisters Werdegang zu hören. Auch der Liederkceis „An die ferne Geliebte" darf noch zup zweiten Periode gerechnet werden. Ein einziger Liebest brief ist von B. erhalten, ohne Jahreszahl und odns Adresse. Er selbst hat über seine Herzensangelegenheit immer geschwiegen. Aber schon „Fidelio" gibt Aufschluß^ darüber, ob B. auch die Liebe gekannt hat, und sein Lieder» kreis spricht klar und deutlich, noch deutlicher fast aber und um so inniger und wahrer das Liedchen „Ich liebe dich". Das noch gebotene „Die Himmel rühmen", das ja als Chor recht bekannt ist, zeigte B.'s Frömmigkeit und hiH und noch nach neunter Symphonie und Messe hat ihn die Kammermustk zu wundersamsten Schöpsungen begeistert. Daß daher ein Beethoven-Abend und ein Kammermusik- Abend identisch sein können, liegt aus der Hand, und so war dieses denn gestern der Fall. _______u Die zweite Periode Beethovens mußte gestern herhalten. In ihr schreitet der Meister energisch fort in dem Bestreben, das Streichquartett von der Symphonie durch zartere, feinere Linienführung, durch Aussprache einer stillen Innenwelt zu unterscheiden, bis er zu dem Höchsten der Kunst gelangte, jenen Quartetten, die unter vielen seelischen und körperlichen Leiden in den Jahren 1824—26 entstanden. Seine ersten Quartette hinwiederum gehören noch der Kultur eines vergangenen Jahrhunderts an. Aber in der zweiten Periode ist sein Stil schon weit persönlicher, und die Offenbarungen der Einsamkeit verdrängen die Bedürfnisse der Geselligkeit, und hier beschreitet er schon feine eigenen, charakteristischen Bahnen. Freilich, von seiner Zeit ward Beethoven nie verstanden und noch über diese hinaus erbittert bekämpft. Zeder Mangel an Erhabenheit, überhaupt an Verständnis, an künstlerischem Können ward ihm abgestritten. Das Konzert wurde eingeleitet vom T-dur-Trio op. 70. Cello hat hier die Leitung, oft verstärkt und auch af>ge» löst von der Violine, während das Klavier kein sklavischer Begleiter der Streichinstrumente ist, sondern seinen eigenen Weg geht. Die Romanze op. 59 bot ja ein verhältnismäßig einfaches Motiv, während das eigentliche Werk des Abends, das Quartett, schon eine besondere Besprechung wert wäre. Interessant ist bei diesem, daß es bestellte Arbeit war. Es touroe dem Fürsten Rasumossky gewidmet. Darauf deutet auch die Verarbeitung russischer Volksweisen hin. Von allen drei Werken, namentlich aber von dem Quartett, gilt das oben allgemein Gesagte. Im op. 59 zeigt sich schon der Meister der letzten Quartette. Abau rinn es sich nicht verhehlen, daß der gestrige Abend in einer Beziehung mustergiltia war. Das Pro- LtMum WM nämlich eine erjreulM Eucheit und ttneft Die Polen wollen in Berlin, Teltow, Nieder» und Oberbarnim usw. eigene Zahl-Kandidaten ausstellen. Ebenso beabsichtigt das Zentrum in allen Berliner Wahlkreisen sowte tn den Kreisen des Regierungsbezirks Potsdam einen Zcchl-Kandidatcn und zwar überall den Abg. Erzbcrger auszustellen. Erzberger wird auf Ersuchen der Zentrums- Fraktion eine Broschüre Über alle kolontalen Norkommmsss verfassen. Tie Sozialdemokraten stellen in Berlin bie bisherigen Rcichstagsabgg. Fischer, Heine, Singer, Robert Schmidt und Ledebvur auf. Im 1. Berliner Reichstags- Wayllrcise wird wieder der ehemalige Privatdozent Ti. Leo AronS für die Partei lanbibicrcn. In den beiden großen Vororll'reisen, die zu Groß-Berlin gegoren, wtro in Nieder- Barnim der bisherige Abg. Stadchagen ausgestellt, wahrend der jetzige soz. Vertreter des Wahlkreises ^eUow. Zubeil, wte verlautet, mandatmüde sein soll. , Ter deutsche Reformverein stellte in Leipzig-Stadt den Stadto. Justizrat Siynauß in Leipzig, einen Mittelstandsverfechter aus. Tie frei,innige Voltspartei in Ko bürg hat den Lehrer Scmdner in Lauenhain ausgestellt. Die Antisemiten stellen in sieben ThÜringer Wahl- kreisen Kandidaten auf. Die liberalen Parteien durften ihnen geschlossen gegenübcureten, da die liberale Einigung große Fortschritte macht. Im Wahlkreise Pyritz-Saatzig, der bisher durch den antisemitischen Pastor Krösell vertreten war, kandidiert für die vereinigten Liberalen Dr. Breitscheid-Berlin. Tch Liberalen treten in den Wahlkanipf, der große Opfer undi Anstrengungen erfordert, mir großer Energie ein. Ter bisherige Vertreter des Wahlkreises Tuisburg-Ruhrort-Mül* yeim-Oberhauien, Dr. Beumer (nl.) erklärte, aus Gesunde yeitsrücksicyten nicht mehr zu kandidieren. Am 2 5. Januar wird die Neuwahl zum Reichstage stattftndcn. Ter Tag, ein Freitag, hecht im Kalender .Pauli Belehrung*. Soll die Wahl dieses TageS vielleicht ein Scherz fein, der von der guten Laune Bülows Kunde geben soll? Wird sich die .Bekehrung* der Wähler in seinem Sinne vollziehen? Der 25. Januar war auch der Tag, an dem Kaiser Heinrich IV. feine dreitägige Bußübung in Schnee und Eis im Schloßhofe zu Kanossa antrat, die mit der Unterwerfung der RcichSgewalt unter die Macht der Kirche abschloß. Das Zentrum glaubt ja wohl an die Vorbedeutung solcher Fingerzeige! Die Kanossasaule, die einst dein Fürsten Bismarck errichtet wurde wegen seines leider nicht wahr gemachten Wortes »Nach Kanossa gehen wir nicht*, hat seit einer langen Reihe von Jahren einen Riß vor dem Worte „nicht*. Nun, wir wollen abwarten, was geschehen wird. Die paar Wochen bis zum 25. Januar werden schnell vergehen. Die Stichwahlen für den Reichstag werden am 1. F e b r u a r stattfinden. Der Z u f a m m e n t r i t t des Reichs- tagcS ist einstweilen für Mitte Februar in Aussicht genommen. Tie offiziöse „Nordd. Allg. Z t g." beschäftigt sich in einem Artikel „Rückblicke" mit der Sage und betont u. a: Es könne nur freudig anerkannt werden, mit welcher Entschiedenheit die freisinnige Volkspart er auf ihrer Berliner Tcmung den Kampf gegen daS Zentrum und die Sozialdemokratie proklamiert yat und wie frisch und tapfer sie in dem gejHjMlicheit fUtoment das nationale Banner voranträgt. Wahlaufrufe. Die Mitglieder der nationalliberalen Reichstag«- Nr. 20» • r | 51 Adrelie für Teppichen: Anzeiger Wielen. 7394 Mk. 15." ... Grösste Auswahl! Ecke Gießen, den 17. Dezember 1906. ® e t r.: Reichstagswahlen 1907. Das Grohheriogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Burgcrmctoercien des ttrcijco. Nuchoern Der uieiujsiug am 13. d. Mio. aus gelöst worden ist, haben die Neuwahlen zürn Reichstag Freitag, den 2 5. Januar 1907 stattzusinden. Demgemäß beauftragen wir öie, das zur Vorbereitung des Wahlgeschüfts zunächst Erforderliche — Aufstellung der Wählerlisten und Abgrenzung oer Wahlbezirke — ohne jeden Verzug zu veranlassen. Wir verweisen in dieser Hinsicht auf §§ 1—3 und 7 deS Gesetzes vom 3L fVtoi 1869 (Bundesgesetzblatt 1869 Seite 145) und §§ 1 und 7 des Wahlreglements vom 28. Mai 1870 (Bundesgesetzblatt 1870 Seite 275), insbesondere aus die in 8 7 Abs. 3 des Reglements enthaltene Bestimmung, wonach lein Wahlbezirk mehr als 3500 Seelen nach bei letzten allgemeinen Volkszählung enthalten darf. Die Stimmberechtigten sind nach Vor- und Zunamen, Alter, Stand oder Gewerbe und Wohnort in alphabetischer Ordnung in die Wählerliste einzulragen. Das Formular Luc Wählerliste wird Ihnen in der Kürze in doppelter, dasjenige zum Protokoll in einfacher Zahl zugehen. Die Wählerliste ist sofort in doppelter Ausfertigung aujzustellen, jedoch vorerst nicht abzuschließen. Einlagebogen zur Wählerliste sind noch Bedars mit der Feder herzujtellen. Die Vorbereitungen sind dergestalt zu beschleunigen, daß die Auslegung der Wählerliste unfehlbarFreit ag den 28. d. Mts. beginnen kann. Montag, den 2 4. und Donnerstag, den 27. d. Mts. wollen Sie in ortsüblicher Weise bekannt machen lassen, daß die Listen der Wähler von Freitag, den 28. d. Mts. bis Freitag, den 4. Januar 1907, beide Tage einschließlich, auf dem Gemeinde Hause oder dem etwa sonst hiersür be ilmmtcn Lokale zu Jedermanns Einsicht ausgelegt feien, und daß Einsprachen gegen die Richtigkeit und Vollständigkeit dieser Listen innerhalb acht Lagen nach Beainn dieser Auslegung bei Meldung des Ausschlusses den betreffenden Vürgermeiftereien vorzutragen ) eiert. Weitere Anweisung für das WahlgeschLft folgt demnächst. Dr. SBreibert ■. " 1 . '■ "TT 1 .. . Au Den Aeuwaylen. Gießen, den 17. Dezeniber 1906. Die ersten hessischen Kandidaten, die auf dem Plane erscheinen, haben die Deutsch-Sozialen ausgestellt. Uns in Gießen will man natürlich wieder mit dem unvermeidlichen .Baldur*, Herrn Exburgermeister Phil. Köhler- Langsdorf beglücken. .Phil.* bedeutet bei Leibe nicht Philo- soph, sondern Philipp, das heißt zu Deutsch .Pferdcfrcund*, ein oielsagender Name! Ferner stellten die Deutsch-Sozialen in Darmstadt den Amtsrichter Dr. Mohr auf, der sich bereits in der verflossenen Darmstädter Reichstagswahl unrühmlich hervorgetan und viel zur Verhetzung der bürgerlichen Gegensätze getan hat, der auS einem Beleidigungsprozeß bekanntlich in wenig ehrenvoller Weise hervorgegangen ist; endlich in Marburg den bekannten Agitator Dr. Böhme. Für den Wahlkreis Darmstadt-Groß-Gerau wird wieder Pfarrer Korell-Königstadten als Kandidat der LinkSliberalen präsentiert werden. Kammermustk-Abend. Gießen, 17. Dezember. Bei dem SLamen Beethoven braucht man nicht gleich an die technische Seite der Kunst zu tarnen, denn bet Beethovens Musik läßt uns der Eindruck die Mittel vergessen. Beethoven hat keineswegs die meisten Kunstmittel erschöpft, irn Gegenteil ist seine Musik mehr redend als singend. Beethoven ist eben ein Tondichter, kein Techntkev. Er lvar voll lebendigen Natursinnes, dabei von einer großen Herzens- flüte, zuweilen ein großes Kind. Bei seiner urgesunden Ncatürlichkeit fühlte er sich ganz unabhängig von Gesellschaft, Publikum und Kritik, wenngleich letztere ihn einmal mit dem schmeichelhaften Titel „musikalisches Schwein" be- dachte. Wie kommt es nun, daß Beethoven — man kann das mit Fug und Recht behaupten - der populärste Tondichter im deutschen Volke ist? Das ist eine Frage, wohl wert, Bände darüber zu schreiben. Beethoven toar der Schöpfer der Programmusik. BerlioL uno Liszt, Wagner und Bruckner und aU^ die mibem scharfumrrssenen Eha- rattere bauen bewußt auf Beethoven weiter. Seme $n- strumentalwerke bilden bie gemeinsame Grundmauer für alle späteren symphonischen Bauten, mögen tacfe auch noch so verschiedenartig emporra^en. . Ich sagte, Beethoven sei der populärste unserer Komponisten. Aber doch möchte ich nichjl eine Umfrage halten über die Kenntnis seiner Werke. Viele sind es schon, bie bei den Symphonien und Klaviersonaten Halt machen, und ein anderer Teil wird beim „Fidelio" stillstehen. Ein allzugroßer Prozentsatz — wohlgemerkt, der breiten Masse, nicht etwa der musikalisch vollkommen Gebildeten — ivird wohl nicht folgen bis zur Kammermusik und gar bis zu den Liedern. Beethovens Kammermusik — diese Musik ist ja ursprünglich die, welche Zuhörer in stiller „Kammer" ergötzen soll — wendet sich weniger ans Volk ais an eine Gemeinde. Das Tagebuch des Komponisten nennt sie ein bekannter Musikhistoriker, denn sie gewährt scharfe Einblicke in die Entwicklung des Tondichters, aus ihr ist sem Em- £[intan ^ervor^ew>iMen^ W tartianft er ssel j „bl ? >8« 1* t eil»"’»«! ttil*6 I — fcaflio* * haben einen Wahlaufruf entworfen und beschlossen, in dem eS beißt: Die Auflösung des Reichstage», der Ruf an das deutsche Volk toar e», was allein noch übrig blieb, als sich ergeben, daß die ®e- tneinfchaft der nationalen Parteien im baute nicht stark genug fein werde, um dem k a u d i n i s ch e n I o ch des Zentrum - sich zu entheben. Seit Jahren hat das Zentrum dieses Joch über den Reichstag, die Gesamtvertretung deS deutschen Volkes, gelegt. So ist jetzt das Reich in Gefahr gekommen, vor dem AuSlande zu bekennen, daß wir einen unS aufgezwungenen Krieg nicht mehr in Ehren zu Ende zu bringen vermögen. Werden die verbündeten Regierungen stark genug sein, um mit diesem Zustande zu brechen? So lautete die bange Frage unter uns noch am Morgen desselben Tage«. Da kam die kaiserliche Botschaft, und minutenlanger Beifall begleitete die Auflösung. Helle Freude leuchtete auf den Mienen, auch derjenigen unserer Abgeordneten, die sich sagen mußten, daß sie vor einem ganz besonders schweren Wahlkampfe stehen zu winterlicher Zeit. — Warum? Diese Auflösung ist nichts anderes, als das Bekenntnis der verbündeten Regierungen zu der- eiligen Politik, welcher unsere Partei von jeher zu dienen gesucht hat. Diese Politik ist nicht etwa nur die Kolonialpolitik, die den lediglich zufälligen Anlaß zur Auflösung gab, sondenr es ilt bie Politik der nationalen Ehre, die Politik der freien Entwickelung unseres Volkes, die Politik, ivelche eine ft a r f e, ziel bewußte Leitung der R e i ch S g e f ch äs t e ohne Rebenregiernng verlangt, welche dem Kaiser geben will, waS des Kaisers ist, und die für das Parlament diejenigen Rechte fordert, welche ihm verwffungsmäßig zustehen. In- dessen das Parlament soll das Gesamtvolk vertreten, nicht nur zwei Richtungen im Volke. DaS Parlament soll nicht nur Zentrum und Sozialdemokratie fein, das gebildete Bürge r- t u m, der deutsche Bauer, der B e a m t e, der Kaufmann, der H a n d w e r k e r, der A r l> e i t e r, kurz, alle Stande, die kaisertreu^ sich nicht nur nach konfessionellen Fragen und nicht nur nach Klaffeninteressen zu ihren Parteien bekennen, einerlei, ob sie konservativ, nationalliberal oder freisinnig wählen, sie alle haben den gleichen Anspruch darauf, in der Volksvertretung zu ihrem politischen Rechte zu kommen. Die? ist seit langen Jahren tatsächlich nicht mehr der Fall gewesen. Der deutsche Reichstag — was beschloß er in vielen wichtigen Fragen? Was Zentrum und Soflialdemokratie zuzulaffen beliebten, allzu häufig leider unter stiller oder offener Nachgiebigkeit der verbündeten Negierungen. Das hat, so hoffen wir, mit dieser Auflösung des Reichstages ein Ende, wenigstens dann, wenn das deutsche Volk, an dem es jetzt ist, seinen Willen in Neuwahlen kundzutnn, sich nicht selbst zur klerikal-sozialdemokratischen Herrschaft bekennen will." Im weiteren werden die abgelehnten Forderunaen der Regierung klargestellt, und gefragt: »Wem will baS deutsche Volk folgen, dem Generalstabe oder Herrn Erzberger und Genossen, dem Ruse der nationalen Pflicht, ober Herrn Roeren und Genossen?" Am Schluß wird zum Zusammenstehen gegen Zentrum und Sozialdemokratie ausgesordert. Die freisinnige VolkZpartei, bie freifinnige Vereinigung und die deutsche Volkspartei erlassen folgenden gemeinsamen Wahlaufruf: Der Reichstag ist aufgelöst! Zentrum, Polen und Sozial- bemokraten haben die Mittel zur völligen Niederwerfung des Aufstandes in Deutsch-Sudwestafrika verweigert. An dem Ausbruch des Aufstandes trägt die Schuld nicht zum wenigsten die mangelhafte Verwaltung und das alte System der Kolonialpolitik. Unsere Parteien haben die Kolonialpolitik der Negierung stets entschieden bekämpft, aber unsere Mitwirkung zur Wiederherstellung der Ordnung im Schutzgebiete nicht versagt. Sie unter st ü tz e n auch bie verantwortliche Leitung d e r N e i ch s g e s ch ä s t e bei der Abwehr unverantwortlicher Neben regier ungen und unzulässigen Pressionen, von welcher Seite sie auch auSgeübt werden. Die Auflösung des Reichstags führt die l i b e- ralen Parteien in den Kampf geaen btc Ueber- m a d) t des Zentrums, das bald im Bunde mit den Rechtsparteien, bald in der Mehrheit mit der Sozialdemokratie einen unheilvollen Einfluß auf die Gestaltung des öffentlichen Lebens im Reiche ausübt. In diesem Kampfe muß der Liberalismus den Einfluß gewinnen, der ihm nach seiner geistigen und wirtschaftl. Bedeutung gebührt. Zu gemeinsamer Arbeit der Freiheit und Kultur haben sich freisinnige Volkspartei, freisinnige Vereinigung und deutsche V o l k s p a r t e i z u s a m m e n g e i it n b e n. Wir fordern alle Liberalen in Stadt und Land zu arbeitsfreudiger und o p f e r w i l l i g e r U n r e r st ü tz u n g auf. Es gilt, das deutsche Reich zu einemmodernenVer- fass ungsstaat auszubauen, die politische Freiheit zu f ch ü tz e n und die W o h l s a h r t aller Volksschichten zu fördern. Ter engere Vorstand des Bundes derLandwirte «erläßt einen Wahlaufruf, in dem es heißt: Die Reicl)stagsmchrhüt nahm für sich das Recht in Anspruch, in der Frage der Verteidigung deutschen Besitzes ihr Urteil über das der Reichsregierung und ihrer militärisä>en Autoritäten zu stellen. Sie hat damit der Regierung die Behauptung deutschen Besitzes, der mit viel teurem deutschen Blute gewonnen vn dem Flügel. Im Gegenteil, Herrn Trautmanns bescheidenes, aber doch warmes Sfrtel — von der Technik gar nicht zu reden! — stelle ich jedenfalls höher als das einer Frau Wassermann. Von dem Sänger hatte ich nach dem, was ich über ihn gehört hatte, viel erwartet. Aber im Liederkreis enttäuschte mich Herr K o h m a n n. Es klang gepreßt, undeutlich. Im zweiten Teile, in den Einzelliedern, besonders in dem „Die Himmel rühmen" hob sich seine Befangenheit^ und wir hatten einen Genuß von seiner Darbietung. Danach mach man Herrn Kohmann eine frische, Metallene, recht kräftige und modnlatwnsfähige Stimme zugestehen, wenngleich er im Ausdruck ost fehlt. 'Seinem Gesänge fehlte das Darstellende, Bildende. Er hielt sich zu eng an Beethovens Notizei:. Nichtsdestoweniger war er stimmlich, wie gesagt, äußerst vollendet. Hier möchte ich schließen, wenn nicht ein beispiellos charakteristischer Fall mich zwänge, noch einmal die Mode des Zugäbefordenrs zu erwähnen. Bei mir saß ein junges Herrlein, aus dessen Reden ich entnahm, daß Musik und Nordpol für ihn gleich dunkle Gebiete sind und den die erschienenen jungen Damen sichtlich weit mehr interessierten als Beethoven. Dieses „geduldete" Herrlein hätte sich während der letzten Lieder fast totgelacht über das Mienenspiel des Sängers. Der Sänger verschwindet — Beifall — er erscheint wieder, verneigt sich — nochmals Beifall — nochmals Erscheinen des Sängers. So, jetzt ist sicher Ruhe. Aber da faßt jenen Jüngling der Kunstsinn und er beweist schlagend, daß er noch Hände hat. Sofort fällt es um ihn her ein, und die Zugabe ist da. Sagt das nicht genug? Ich begreife auch unsere Künstler nicht. Der Konzertsaal ist denn doch kein Warenhaus mit Rabattgaben. Gestern abend gewann ich auch die Gewißheit, daß nicht ich allein hierüber „nörgle", sondern daß viele meiner Meinung sind. Es ist mir unangenehm, gerade heute dieses noch einmal erwähnen zu müssen. Denn das gestrige Konzert war meines Erachtens das beste dieses Quartals. Ohne ungalant sein zu wollen, halte ich von Künstlern im allgemeinen mehr als von Künstlerinnen. Herren werden lange nicht so verwöhnt wie Damen und haben dal-er allen Grund, durch ihe Leistungren sich die Gunst des Publikums zu erkaufen. Sie werden sich also doppelte Mühe geben. Die letzten Konzerte könnte man schon als Beweis ansühren. Hosfen wir, daß im neuen Jahre uns gleiche Genüsse ge boten werden! O. R. und biS jetzt gehalten ist, rur Unmöglichkeit' gemacht und hat die Wahrung deutscher Ehre gefährdet. Die verbündeten Regierungen haben dies durch Auflösung des Reichstages mit Entschiedenheit zurückgewiesen. Wir sind überzeugt, daß alle Mitglieder dcö Bundes der Landwirte über diesen hierdurch bekundeten festen Willen der verbündeten Regierungen, die Stellung und das Ansehen des deutschen Reiches in der Welt kraftvoll zu behaupten, erfreut sind, und daß hier, wo eS sich um die Ehre des deutschen Reiches handelt, kein Bundesratsmitglied zurückstehen wird, den verbündeten Regierungen in dieser nationalen Frage das zu gewähren, was sie verlangen. Der Bund der Landwirte wird in den Wahlkampf eintreten müssen mit der Parole: Gebet dem Reiche, was« das Reich gebraucht an Macht und Mitteln, um deutsche Ehre uud deutschen Besitz zu wahren und zu verteidigen! Wählt aber nur solche Abgeordnete, welche unerschütterlich gewillt sind, Mittelstand und Landwirtschaft und damit die Quelle deutscher Kraft dem Vaterlande zu erhalten! Tue jeder seine Pflicht, fehle keiner an der Urne, denn jede fehlende Stimme kommt den Gegnern zugute. Der sozialdemokratische Parteivorstand erläßt einen Wahlaufruf, der mit folgenden Worten schließt: Wähler Deutschlands! Wir wsssen, daß alles, was wir heute erreichen können, nur Stückwerk ist gegenüber dem, was erreicht werden müßte. Wir wissen, daß eine Reform von Grund aus eine durchgreifende Umwandlung unserer ökonomischen und politischen Zustände erfordert, daß volle Freiheit und Gleichheit der Menschen in Staat und Gesellschaft die volle Anteilnahme an den Errungenschaften bet Kultur auch für den letzten unter uns nur das Werk des festen Wollens und der klaren Einsicht bet großen Mehrheit der Nation sein kann. Aber wir wissen auch, daß die Zustände, die heute herrschen und sich immer mehr zuspitzen werden, dank der Einsichtslosigkeit der herrschenden Klassen die Revolutionierung der Köpfe h e r b e i f ü h r e n , d. h. die Einsicht und den Willen zur Umgestaltung der Gesellschaft auf sozialistischer Grundlage schaffen. Die Not der Zeit lehrt die Menschen denken. Im Vertrauen auf diese revolutionierenden Wirkungen der Tatsachen ziehen wir guten Mutes in den Wahlkampf. Unsere und Eure Wahlparole sei: Nieder mit allem, was uns hudelt und büttelt, was sich dem Fortschritt der Menschheit zur vollen Sonnenhöhe der Kultur entgegenstemmt. Hoch die Sozialdemokratie! politifd>e Lage-sehan. Berechtigte Kritik hat der nationalliberale Führer Bassermann an der Art und Weise geübt, wie die ReichstagZauflösung von der Negierung vorbereitet, bezw. nicht vorbereitet wurde. Mit Recht wies er darauf hin, daß der Reichskanzler vorher mit den Parteien, die ihm bei allen wichtigen Fragen zur Seite standen, hatte Fühlung nehmen sollen. Das wäre unseres Erachtens schon deshalb wünschenswert gewesen, weil dann diese Parteien ihre Reichstagsabgeordneten besser mobil machen konnten. Wenn es der NeichSregierung weniger auf die Bewilligung ihrer Forderungen als auf einen Bruch mit dem Zentrum ankam, hätte der Reichskanzler gut daran getan, sich vorher mit den Führern der ihm nahestehenden Fraktionen zu verständigen. Einmal ist es eine sehr kürzstchtige NeqiernngSpolitik, einzelne Parteien zu gebrauchen, gelegentlich auch zu mißbrauchen und sie zugleich durch Vorenthaltung eines jeden nennenswerten Einflusses auf die Regierungspolitik beim Volke bloßzustellen. Und dann handelt eS sich doch nicht bloß darum, den Reichstag nach Hause zu schicken, sondern vor Allem darum, eine andere, für die Negierung erwünschtere Zusammensetzung desselben zu erlangen. Sollte dieses Ziel aber erreicht werden, so mußte man Zeit und U mstände richtig wählen, die ganze Aktion umsichtig und planmäßig vorbereiten, und zu diesem Behufs war eine vertrauliche Aussprache mit den Führern der Fraktionen, auf bie man sich stützen wollte, unbedingt geboten. Denn sie haben intimere Fühlung mit der Wählerschaft als die höchsten Neichsbeamten. Sie konnten dem Neichskanzler sagen, ob und wann es Zeit sei, loSzuschlagen und wie die Sache gemacht werden mußte, um einigermaßen bie Garantie eines Erfolges zu bieten. Damit soll nicht gesagt sein, daß Fürst Bülow genau das tun mußte, was ihm die Parteiführer rieten. Nein, er hätte ihre Ansichten und ihre Gründe hören, sie mit den {einigen vergleichen, alles gewissenhaft abwägen und dann nach seiner staatsmännischen Neberzeugung handeln sollen« Daß er da? nicht getan hat, schreiben wir nicht einem Mangel an Einsicht, sondern einem Mangel an Festigkeit nach oben zu. Wenn der Kaiser einen Bruch mit dem Zentrum wünschte und der Kanzler der Meinung war, daß die Erfüllung dieses Wunsches den Interessen deS Reiches entspricht, so hätte er dem NeichSoberhaupte klar machen müssen, daß der bann unvermeibliche Kampf auch mit tauglichen Waffen, auf einem möglichst günstigen Terrain uud unter möglichst günstigen Auspizien geführt werden muß. Hätte sich Fürst Bülow freimütig dieser Pflicht unterzogen, so wäre der Kaiser sicherlich einsichtig genug gewesen, die Modalitäten der Durchführung feiner Absicht dem Kanzler und einer Verständigung mit den Parteiführern zu über- lassen. Eine Neichstagsauflöfung ist eine ernste Sache. Sie will wohl erwogen sein, und Besonnenheit braucht Energie nicht auszuschließen. Ausland. London, 16. Dez. Der Riesenpanzer „Dreadnought" ist bei seinen Schnelligkeitsversuchen gegen ein Wrack gerannt und erlitt bedeutende Beschädigungen. Mehrere Panzerplatten wurden eingedrlickt. Der Dampfer muß umfassenden Reparaturen unterzogen werden. Paris, 16. Dez. Der Abgeordnete Baudry-D'Asson hat einen Gesetzentwurf eingebracht, daß die überflüssigen Beamtenstellen, als Unterpräfekten, Steuereinnehmer usw., ob geschafft würden, und daß die Gehälter über 5000 Francs» jährlich um 10 Prozent, diejenigen über 20000 Francs jährlich um 20 Prozent gekürzt werden. Die Kammer nahm mehrere Anträge an, nach beite* Soldaten des Jahrganges 1903, welche Landwirtschaft treibenden Familien angehören, nach der Heimat entlasse* werden sollen. Rom, 15. >Dez. Kammer. Vissolati (Soz.) betont, die sozialistische Partei habe stets für gute Beziehungen zwischen Italien und Oesterreich mitgewirkt. Doch sei der Dreibund für Italien ein unnützes Band und eine schwere Verpflichtung ohne genügende Gegenleistung: der Dreibund setze Italien der Gefahr eines Konflikts mit England aus. Das HauS nimmt eine Vorlage betreffend außerordentliche mili.< tarische Ausgaben in geheimer Abstimmung an. Wien, 16. Dez. In einer spat abends' abgehaltenen Versammlung beschlossen die Po stbediensteten bei Nichterfüllung ihrer, Forderungen mit den Weihnachtsfeiertagen in die passive Resistenz einzutreten. Die Versuche, vor bent Handelsministerium zu demonstrieren, wurden von der Polizei verhindert. Mehrere Verhaftungen wurden vvrgenommen. San Franzisko, 16. Dez. Das Blatt „Examiner" ver^ öffentlicht eine Korrespondenz aus Honolulu, daß der Mikado die Absicht habe, die Insel San a t zu erwerben und daß dies durch Vermittlung eines japanischen Syndikates geschehe* werde. DcrmifdtftSe * Der Druckfehlerteufel hat einmal wieder fein Spiel getrieben. Die Verlagsbuchhandlung Hermann Hillger in Berlin teilt uns mit, daß bei bet Herstellung ber neuesten Jahrgänge von Kürschners Jahrbuch in ber Buchbruckerei eine bebauerliche Verwechselung yorgekommen ist, tnbem das Porträt der Großherzogin von Hessen mit d e m der Königin von Italien vertauscht wurde. Gerichtssaal. 4- Marburg, 14. Dez. Die Strafkammer verurteilte den Maurer Sch el l berg, ber in Fransenberg einen GotteSbiynst gestört hatte, zu 2 Monaten Gefängnis. Vergessen Sie nicht, daß Weihnachten bevorsteht unb baß als bestes Weihnachtsgeschenk sich eine Caw-Füllfeder erweist, welche von Mk. 12.50 auswärts, ber Größe ber Golbseber entsprechenb, käuflich ist. Es gibt nichts Brauchbareres, weil jebermann täglich sich einer Feber bedienen muß. Es gibt auch nichts Dauerhafteres, weil sie lebenslänglich vorhält. Es gibt überhaupt nichts, dessen sich ber Beschenkte angenehmer erinnert, als der Gabe einer Caw’s- Füllfeber. Nachahmungen sinb zahlreich, aber jeber Händler von gutem Nufe wird Ihnen eine Caw verkaufen, wenn Sie Caw verlangen. Man beachte beim Kausen, daß ber Halter den Namen Caw trägt. Bezug burch Papiergeschäfte. Jllustr. Katalog gratis. Gchwau-Bteistift-Kabrik, Nürnberg. [as”/u tarnte Kche. U"TÄ S 1'30 uo 1'60 Marktstraße 4. J. H. Schulhof. Telephon 119. Glehener Stadttheater. Der Schwabenstreich. Von Franz v. S ch ö u t h a n. Schönthan?, bes nun auch Verstorbenen, „Schwabenstreich" stammt nach Kürschners Literaturkalenber aus bem Jahre 1882, und seit 1892 habe ich ihn nicht wieder gesehen. Seitdem ruht er wohl so ziemlich in allen deutschen Theaterarchiveu. Herr Direktor S t c t n g o e 11 e r hat ihn nun zu neuem kurzem Leben erweckt. Wie Schönthan durch den Mund seines Gutsbesitzers Konrad v. Schwyburg behauptet, macht jeder Mensch in seinem Leben einmal einen Schwabenstreich; und der vorsichtige Gutsbesitzer Friedrich Lörsch ist nicht auszunchmen. Frau Hildegard hat, die kleinen Reimereien, die ihr Gatte im Laufe der Jahre verbrach, sorgsam gesammelt und da sie ihren Friedrich für einen echten und rechten Dichter hält, zum Abdruck an die „Duftigen Blätter' in Berlin gesandt. Dieses Blatt ist eine Schuttobladeslätte für alle verkannten Größen — es giebt auch heute derartige Blätter, die von Niemandem als von den Dichterlingen selbst gelesen und bezahlt werden. Ter Mensch sieht sich ja doch so gern gedruckt! Glückselig liest Frau Lörsch die gedruckten Dichtungen ihres Mannes, strahlend vor Freude sieht sich ihr Friedrich gedruckt, er beschließt größere Werke zu schreiben und nach Berlin überflttftebeln. Tott aber gerät er auf Abwege; seine Gattin eutbeckt sein Treiben, geyabc als sie ben guten Friedrich durch den Gesamtabdruck seiner Liebeslieder überraschen will. Sie Hot nämlich noch herrliche Gedichte in ihrem Wäscheschrank gesunden, wie: „Ich weiß nicht, was' soll es besagen. Daß ich so mißgestimmt bin. Eine Sage aus alten Tagen, Die kommt mir nicht aus dem Sinn". Daß diese wundervolle Reimerei von dem seligen Heine ge» stöhlen iiff, das ahnt die Gute nicht ... Es umwölkt sich der Ehehimmel und Friedrich der Dichter kommt zur Einsicht seines „Schwabenstreichs". Eine Liebesgeschichte ist in diese Handlung verflochten, auch ein neckisches Ehedrama zwischen der verheirateten Tochter des Lörsch'schen Paares und ihrem Gotten, der unter dem Einfluß seiner vergnügungssüchtigen, Frau aus einem tüchtigen Landwirt ein, wie Onkel Bräsig sagen würde, cntfnmigter Windhund wird. Und noch andere mehr ober minder fragwürdige Exempel beweisen Herrn v. Schwyburgs Schwabenstreich-Theorie mit ollem altberaebrochten Possen-Flimmerglanz. Der Erfolg des Schwankes hängt ganz von der Darstellung ob. Den dichtenden Agrarier gab Herr Reimer recht wirksam und mit Humor, und Frl. B o n e fühlte als die noch viel mehr vom fnror pocticus erfaßte Frau Hildegard ihren Part ebenso lustig burch. Den Boge: ober schoß Herr Herrscher ab, ber immer weiß, was er will. In der verrückten Rolle des das Deutsche radebrechenden ehemaligen italienischen Ballettmeisters, einer Kari- katur des Lessinaschen Riccaut, brachte er seine ganze scharf charakterisierende Komik zur Geltung. Auch Herrn Lipperts Dr. Winkelberg war amüsant. In vorzüglicher Maske gab er den raffinierten Poesiespeknümten mit gemütlicher Bonhomie, was diesem unverftonenen Gauner etwas ganz Sympathisches gab; den Absichten des Autors widersprach dos wohl, kam ober seiner Person zu statten. Aks Naive stellte sich wieder einmal Fraulei* Windcrstein vor statt des plötzlich erkrankten Frl. Schellenberg. Die junge Dame besitzt Frische und Beweglichkeit, auch an gazellenhofter Grazie fehlt es' ihr nicht, mehr an schelmisch- Prickelndem, was sich in ihrem Fache nicht gut entbehren läßt. Stattlich und gewandt, wie immer, war Herr Goll, und auch Herr Kober mackste latus seiner mageren Rolle, was daraus zu machen war. Seiner Partnerin Frl. Schuster hätte ich etwas mehr herzhafte Ungezwungenheit gewünscht. Pc W. • — Frau Bahrhammer ist, wie wir hören, nach erfolgreichem Gastspiel an dos Hoftheater zu Kassel von der nächsten Spielzeit ab für das Fach der ersten Solondame engagiert worden. Wir verlieren in ihr eine in der letzten Zeit ganz Außerordentliches verheißende Kraft. — In keinem Berufe ist die Bewertung der Leistungen des einzelnen so unsicher wie beim Theater, und sowie es an einer Bühne Mitglieder gibt, die vielleicht nur ein Einkommen von 120 bis 150 Mark monatlich haben, so existieren an der gleichen Stätte Künstler und Künstlerinnen, deren Bezüge sich auf das zwanzig- und drcißigfoche belaufen. Das Lessing- Theater in Berlin z. B. besitzt vierzig Mitglieder: in dieser Zahl befinden sich noch die Vertreter und Vertreterinnen der unbedeutendsten Rollen. Irene Triesch nnd Else Lehmann, die Herren Bassermann.Rittner, Reicher und Sauer beziehen on dieser Bühne Gagen von 15 — 28 000 M k., also sechs Personen unter vierzig haben ein Durchschnittseinkommen von minimal 20 000 Mk. — Rudolf Rittner vom Berliner Lessingtheater stellte sich zum erstenmal dem Frankfurter Publikum vor; er spielte ,.Fuhrmann Henschel" und hatte einen vollen Erfolg, ber um so schwerer wiegt, als dos Frankfurter Schauspielhaus für diese Rolle in Artur Bauer einen vortrefflichen Darsteller besitzt. Im weiteren Verlaus seines' Gastspiels spielte Rudolf Rittner auch noch den Flamm in „Rose Bernd^ und fand begeisterte Aufnahme. — Vom Kasseler H o f t h e a t e r. Die Entscheidung be5 Kaisers zum Hoftheaternenbau ist eingetroffen. Sie gibt beftimmtefte Zusage, daß bie Stadtverwaltung keinesfalls weiteren Kostenzufchuß als bie bewilligten 1 300 000 Mk leistet. Ferner rvurbe bas Karstsche Bauprojekt mit einem Kostenauswcmbe im Höchstbetrag( von 3 305 000 Mk. befinilio genehmigt. Für Weihnachtsgeschenke geeignete, preiswerte Gegenstände: PHendeweilMchts Geschenke ■ 7465 Ferner Weihnachts Wunsch. 6769 laut Katalog Ludwigstraße 55. Bierverlag Ludwigstraße 55 I Kulmbacher'Exportbier I »PI Bi® 8 Schwächlichen, Blutarmen u. Rekonvaleszenten sehr zuträglich | Märchenbücher\l hip v Pitpr.^fordip 21 $ 1L Pifer-^üfche 14 Pia. 1 empfiehlt in größter Auswahl [7435 Möbelfabrik. V, Liter-Flasche 14 Pfg. die V» Liter-Flasche 21 Pfg. in miiiiniiiin iiiiiiiiiiiimiiiiiiiiiiiiiii Bis Weihnachten 7161 en Kirchstr. 2 Tel. 466 Sofatische Ausziehtische Lackierte Tische Kindertische Blumentische Bauerntische O fr 0" • Nr.1 : i* n , 10 ■ 12 Fertige Bettbezüge von Damast, Kattun und mBettzcugeu. Fertige Kisseubezüge m bunt und weiß, glatt, ausgebogt und mit Durchbruch. Handtücher, Wischtücher, Tischtücher und Servietten. Grösste Auswahl in Bildern Stet’ das Neueste am Lager Bildereinrahmungen geschmackvoll und preiswert Vergolderei Spezialität: Echt vergoldete Gemälderahmen, tleuvergolden von Bilder- und Spiegelrahmen Spiegel, Spiegelgläser Triumphklappsessel Plüsch- und Rohrsessel Schreibsessel Spiegel Kinderstühle Paneele, Etagöres itzünMe Wesenheit! Mahagoni, sehr moderne Salon- einrichtung Umbau, Salonschrank, Tisch, Vorhänge, Teppich rc. totgen Verzug in kleinere Wohnung außer- gewöhnlich billig abzugeben. V, Jahr in Benutzung. Dergleichen Schlafzimmer- u. Wohnzimmer-Einrichtung, 4 Wochen gebraucht, sehr billig. Bon wem? sagt Th. Brück, Bahnhofstr. 44 T Wnzcnbütter^ 100 °/0 Fettgehalt \ per Pfund 60 Pf. beibPid.57Pf. "" Schmalz gar. rein , per Pfund 60 Pfg. bei 5 Pfund 59 Plg. — Palmin —— Bitello-Margarinc p.Pfd.80^, b.5Pfd.78^ L. Steinhäuser 17 Neuen Baue 17 Auf Kredit und gegen Bai Rödel. Betten Herren-, Damen- a. Kinder- Konfektion Spielend leichte Abtahiung J. Jttmann Glessen, Piookstr. 14-13 Bettnchhalbleiuen ba5 Meter Mk. 1.—, 1.10, 1.25, 1.35 und höher. Fertig gesäumte Bettücher das Stück 2.60, 2.75, 3.10, 3.35 und höher. Biber-Bettücher das Stück Mk. 1.50, 1.80, 2.— u.2.20 höher. Gotthilf Röhrle, Bickzrchhaüliiiig Marburger Straße 7 Telephon Rr. 344 Carl Ludwig Leib Kunsthandlung Vergolderei, Bildereinrahmungsgeschäft il K. W« Kaufladen- und Puppenküchen-Artikel Kakao und Schokolade garantiert rein und von vorzüglichem Geschmack empfiehlt in bekannter Güte Friedr. Noll Hofbäcker, Mäuöbnrg 12. Schürzen. HanSschürzen, farbig und weiß, mit und ohne Träger Zierschürzen, farbig und weiß, in schönen neuen Mustern Dameu-Ncsormschürzen, reizende Neuheiten. Studerschürzeu, Kittel und Resorm-Fa^onS. Ia W Mandeln t HO u. 125 Pfg-Per Psb. > haselnuhkerne, Sultaninen, Lofincn u. Korinthen von 35 Pfg. an big zu den feinsten Qual, k „„ empfiehlt 1 'A L. Steinhäuser u<* Anerkannt beste und billigste Mezugsquelic: Eigene Stuhl- und Kiuderstuhlfabritation. P. Henkel, SW-Lchreinerel 14 Sounenstratze 14. Siürnverger Lebkuchen von H. Häbcrlciu Honigkuchen (eigenes Gebäck) Anis und GcwürzaniS Buttergcbackenes Zünmtsterne Matronen Brenten und vieles andere Konfekt. Jäger! Reflektanten auf Jagdgewehre und Jagdartikel empfehle den Bezug meiner Preislisten zur Einsichtnahme, welche bei 2ln- nabe der Nummer gratis zu Diensten stehen. Jagdgewehre aller Art . . . . . . ♦ «evetter- und Einzellader-Büchsen . . KlobcrtS, Gartcnbüchsen, Revolver re. Jagdutcnfilieit . . . • ...... Jagd- und Touristen-Bekletduug . . . Jagdmuuition........... Hundedressnrapparate- ....... Automobtlbekleiduug........ Pupperr-Steppdecken in aKtn Farbcn, Ltiilk non 9ß Psz. an. D>/] Edsaapd 8Cettners Köln 0.9i|. ®ctoel)tr«bviUu in Portz-Urbach 6. »iHn unb Suhl L TWr. Zivergniederlage Dauzig, llteitbahn 4. B / i Ludwig Schmitt Glaserei und Einrahmegeschäft, gegr. #373. Kanzleiberg 7 em Brand Vls-ä-vis vom alten Schloss, Telephon 575 Als vornehmstes Geschenk empfehle Bilder gerahmt und ungerahmt In grosser Auswahl Einrahmungen rauch- und staubdicht In allen Preislagen - Reparaturen billigst - Reelle Bedienung Ein sehr wünschenswertes, äusserst praktisches, dauernd Wert und Ansehen behaltendes Geschenk für Frauen und Bräute Vn1Mnmnf“-^aschcmasc?inel DicS