Nr. 199 Erscheint täglich mrßer SomUagS. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mir dem hessischen Landwirt die Eichener Familien» blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Univers.-Buch-u.Stem- druckeret. R. Lange. Redaktion, Ervedition und Druckerei: Schul ft ratze 7. Redaktion 113 Verlag u.Exped. ^-^51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Erstes Blatt 156. Jahrgang Samstag 25. August 1906 Gietzener Anzeiger ** General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt Kr den Kreis Gießen VezngSpretSr monatlich7bVf.,vierteljährlich Dik. 2.20; durch Abhole- tu Zweigstellen monatlicli Go Ps.; durch diePostDik.2.— Vierteljahr!. auSschl. BesteUg. Annahme von Anzeigen sür die Tagesmuniner bis vormittags 10 Uhr, ZeilenpreiS: lokal 12Ps^ auLwärtS 20 Psg. Verantwortlich für den polit. und nllgem. Teil: P. Sßttlto; für «Stadt und 2anb" und „Gerichtsjaal": Ernst Heß; für den Anzeigenteil: HansBeck. er im Schloß FriedrichShof übernachtet. Am Sonntag reist der Kaiser nach Berlin. Are heutige Yumrner umfaßt 14 Seiten. Aer Kaiser und der Kroßherzog in Mainz- (Orig. -Drahtbericht d e S Gieß. A n z.) -o- Mainz, 25. Aug. Die Straßen der Stadt, die der Kaiser auf seinem Rückwege von der Truppenschau burdgeitet, sind festlich geschmückt. Vor dem Großh. Palais sind rings Flaggenmaste aufgestellt und in der Mitte ist eine Pflanzen- und Palmengruppe angelegt. Die gesamte Ausschmückung wurde vom Hochbauamt und der Stadtgärtnerei anSgeführt. Auch die Hauser und Kasernen sind geschmackvoll geziert. In Begleitung seines Flügeladjutanten Generalmajor Masienbach traf mittels Automobils S. K. H. der Groß- h erzog gestern nachmittag ein. Hofmarschall Exzellenz v. Westerweller war schon vorgestern hier eingetroffen. Gestern abend sang der Mainzer Mannergesangverein vor dem Großherzog. Heute herrschte von früh an ein gewaltiger Zuzug von Fremden. Die Wiesbadener Kurfremden kamen in großer Anzahl hierher, ebenso sind aus den Landorten viele Zu- schauer eingetroffen. Reges Leben herrscht auf allen Straßen, besonders in den Feststraßen, durch die der Kaiser kommt. Auf dem großen Sande wurde schon seit einigen Tagen fleißig gearbeitet, die Arbeitssoldaten haben einen guten Weg von dem Bahnwärterhäuschen Nr. 39 bis zum großen Sande hergestellt. Auch die Gastell'sche Fabrik prangt im schönsten Flaggenschmuck. Schon nach 7 Uhr trafen die ersten auswärtigen Truppen auf dem Sande ein und zwar die Regimenter 80, 81, 116 (aus Gießen) und 166. Der Kaiser traf am Bahnwärterhause 39 der Mainz- lAlzeyer Bahn heute früh ein. Er trug die Uniform des Gießener Regiments. Erschienen waren der Großherzog, der Uniform des 115. Regts. trug- General v. Eichhorn, Gouverneur v. Voigt, Kommandant Generalmajor Kettele r und Provinzialdirektor Geheiinerat Frhr. v. Gagern. Kurz vor 8 Uhr traf der Kaiser ein. Die Begrüßung zwischen Kaiser und Großherzog war sehr herzlich, sie umarmte n und küßten sich. Dann erfolgte die Begrüßung der anderen Herren. Mit tarn. Gouverneur und dem Provinzialdirektor unterhiE sich der Kaiser kürzere Zeit. Der Kaiser bestieg hieraus sein Pferd und ritt im Galopp mit seiner Suite, die Kaiserstandarte ihm folgend, nach dem großen Sande. Sofort begann das Exerzieren des Dragoner-Regiments Nr. 6, diesem folgte eine Gefechtsübung der 41. Inf.-Brig., der Jnf.-Reat. 115, 116, des Drag.- Regts. Nr. 6 und der 1. Abteilung des Feldart.-Regts 61. Das Gefecht, zu dem der kommandierende General v. Eichhorn die Aufgabe gestellt hatte, bot ein richtiges'Schlachtenbild. Nach dem Gefechte versammelte der Kaiser die sämtlichen berittenen -Offiziere zur Kritik um sich. In der Zwischenzeit erfolgte die Ausstellung zur Parade. Die Aufstellung war folgende: 41. Jnf.-Brigade (6 Bataillone), 42. Jnf.-Brigade (8 Bataillone), 49. Brigade, Pionier-Bat. Nr. 21, Stab der 21. Kav.-Brig., Dragoner-Regt. Nr. 6, 1. Abteilung des Feld-Art.-Regts. 9tr. 6, die Unteroffiziersehnte von Biebrich folgte dem Inf.-Regt. 9lr. 116. Die Spielleute des Jnf.-Regts. Nr. 87 hatten den ersten Vorbeimarsch der gesamten Truppen durchzuschlagen. Der Parademarsch aller Truppen stand unter dem Kommando des Kommandeurs der 21. Division. Vor Beginn der Parade wurden dem Kaiser, dem Großherzog, der Prinzessin Friedrich Karl von Hessen und dem General v. Eichhorn die 'Frontrapporte überreicht. Der erste Borbeimasch erfolgte bei den Fußtruppen in Kompagnie-Fronten mit aufgepflanztem Seitengewehr, Kavallerie in Eskadrons-Front im Schritt und die Feldartillerie in Batterie-Fronten im Schritt. Tie Fahn en-Ko mpa g ni e (Leib ko mPagn ie) I n s. - R c g t s. Nr. 116 mit Regimentsmusik und Spielleuten, sowie die Standarten-Eskadron (3. Drgg. Nir. 6) mit dem Trompeterkorps des Regiments rückten nach dem zweiten Vorbeimarsch alsbald zur G a st e l l s ch e n F a b r i k. Dorthin entsandten nach dem letzten Vorbeimarsch alle Truppenteile ihre Fahnen. Das Inf.-Regt. Nr. 116 stellte noch 20 Unteroffiziere, welche beim Möringen der Fahnen während des Marsches in die Stadt den Raum, in welchem der Kaiser ritt, gegen das Publikum abschlossen. Die übrigen Truppen bildeten bis zur Gastell'schen Fabrik Spalier, in erster Linie waren es die bei der Gefechts- Übung nicht tätigen Truppen und das Inf. - Re gt. Nr. 11 6. Die die Ehrcnkette bildenden Truppen präsentierten bei Annäherung des Kaisers Regimenterweise, die Musikkorps spielten und die Truppen riefen Hurra l Zur Absperrung wurde eine Eskadron des Dragoner- Regiments Nr. 24 mit 4 Offizieren und die erste Abteilung deS Feldartillerie-Reg. Nr 61 verwendet. Kurz nach 12 Uhr ritten der Kaiser, der Großherzog und der General v. Eichhorn an der Spitze der Fahnenkompanie vom Mombacher Tor aus durch die Mombacher- straße, Wallstraße, Aliceplatz, Bingerstraße, Große Bleiche nach dem Großh. Palais. Das die Straßen dicht besetzte Publikum brachte dem Kaiser lebhafte Ovationen dar. Sowie der Kaiser in den Hof des Großh. Palais einritt, wurde die Kaiserliche Standarte gehißt. Im Vestibül des Palais wurde der Kaiser von Oberbürgermeister Dr. Göttel- inann namens der Stadt begrüßt und der Kaiser dankte, indem er dem Oberbürgermeister die Hand reichte. Nach dem Diner, das militärischen Charakter trug, reiste oer Kaiser um 3.50 Uhr per Extrazug nach Kronberg, wo Aus Aiga ging dem „Gieß. Anz." eine Stummer des „RigaerTagebl." vom 8. (21.) August zu. Da finden wir unter den Nachrichten aus Rigas Umgebung hintereinander vier raube» rische Ueberfälle, vier Mordtaten und eine Vergewaltigung an einem armen lbjährigen Mädchen, und im lokalen Teil folgen einander (wir geben nur die Spitz- marken an): „Neue anarchistische Mordtaten"; „Ueberfüll in einer Zementfabrik"; „Heberf all in der Rigaer Molkerei"; „Geplanter Ueb erfall auf das Zentralgefängnis"; „Verschwunden"; „Rätselhafter Mord"; „Ueb erfall"; „Die Rigasche Kampforganisation zum zweiten Male vor dem Kriegsgericht" (36 Angeklagte, davon 8 Todesurteile); „Bestrafung von Agitatoren"; „Die politischen Verbrecher"; „Eine Partie Arrestanten"; „Arrestantenflucht"; „Großfeuer"; „Erhängt"; „Ein Taschendieb"; „Feuerbericht" rc. rc. Schon diese Spitzmarken sprechen beredt von den dortigen entsetzlichen Zuständen. Und nun der Leitartikel. Er trägt die Ueberschrift „Zum Kampf gegen die Anarchisten" und gibt zunächst folgende Auslassung der offiziösen (1!) „Rossija" wieder: „Nachrichten, die das Herz jedes ehrlichen Mannes erschüttern müssen, kommen aus Warschau, Plozk und Lodz. Russische Soldaten, Polizisten und Offiziere erschießt man ganz wahllos. Der Kriegszustand, der über das Königreich Polen verhängt ist, gibt zwar der Administration gewaltige Machtmittel in die Hand, aber die Administration befindet es nicht für nötig, sie zu brauchen, krampfhaft bemüht, die Prinzipien der Philanthrop ie und Humanität mit der Notwendigkeit der Niederwerfung des Aufruhrs irgendwie in Einklang zu bringen. Die Trabanten der Revolution, Jünglinge von 18—20 Jahren, fahren in Droschken an den Wachtposten vorüber, schießen auf diese Posten und — fahren unversehrt davon, da die Soldaten nicht nur cs für unmöglich befinden, auf die Verbrecher selbst zu schießen, sondern auch die Pferde ihrer Kutscher schonen. Russische Menschenleben fallen ungenutzt zum Opfer, die russische Macht s ch m i l z t dahin, die Revolution aber gewinnt täglich an Kraft in einem Gebiet, in welchem eine halbe Million russischer Soldaten steht. Und dabei gibt das Gesetz der Militärgewalt umfassende Rechte zur Unterdrückung des Aufruhrs, Rechte bis zur Sequestrierung der Immobilien und Konfiszierung der Besitztümer und Einkünfte, wenn solche zu verbrecherischen Zwecken gebraucht werden. Das Gesetz gibt der Regierung eine gewaltige Macht und die Regierung kann nicht «.nders als sich dieser Macht bedienen, zur Unterdrückung eines Aufruhrs, der weniger dank der Sympathie der Bevölkerung — wie die Oppositionspresse zu beweisen bestrebt ist — als vielmehr dank der unentschlossenen Art des Vorgehens der Administration geradezu ungeheuerliche Dimensionen angenommen hat. Die Geschichte des Ausstandes im Königreich Polen im Jahre 1861 gibt wertvolle Winke zum Verständnis der Bewegung von heute. Damals wie heute suchte die Regierung lange Zeit hindurch den fortglimmenden Brand mit Maßregeln des Entgegenkommens und der Reformen zu löschen. Und nur der Kaiser begriff, daß die Forderung von Reformen ein Vorwand war, um die Bewegung harmloser erscheinen zu lassen, die eigentlich die Restitution des Königreiches „von Meer zu Meer" bezweckte. Im September 1861 schrieb der Kaiser an den Statthalter Grafen Lambert: „Ich freue mich, daß Du Dich nun selbst von der Notwendigkeit des Kriegszustandes überzeugt haft. Die Agi- tawren haben sich gar zu sehr daran gewöhnt, uns langmütig zu sehen und schreiben das unserer Schwäche und Unentschlossenheit zu. Ich wiederhole Dir: dem muß ein End e gemacht werden." Diese Zeilen waren schon geschrieben, als aus Warschau die Nachricht von dem Attentat auf den Generalgouverneur Generaladjutanten Skalon einlief. Gott sei Dank — das schäirdliche Verbrechen ist mißlungen. Aber hat die russ. Amtsgewalt nun nicht lange genug Geduld geübt? Ist es nicht an der Zeit, die Maßnahmen zu treffen, die der Ernst des Augenblicks erheischt?" So der offiziöse Mtikel. Anscheinend richtet er sich nur gegen die Zustände in Polen, aber, so meint das „Mg. Dagebl.", er könnte auch auf das übrige Reich und die dort gegen die Anarchisten verfolgte Politik bezogen toerben. Tenn die Mordtaten in Polen gehen doch nicht von natioual- polnifcher Seite aus, sondern tragen ganz den gleichen anarch. Charakter und werden zum Teil wohl auch von ganz ähnlichen Elementen beruht, wie in den anderen Gebieten des Reichs. ^Außerdem aber wird nicht nur in Polen krampfhaft versucht, die „Prinzipien der Philanthropien und Humanität mit der Notwendigkeit der Niederwerfung des Aufruhrs irgendwie in Einklang zu bringen", und nicht nur dort beginnt der 'Aufruhr „weniger dank der Sympathie der Bevölkerung als vielmehr dank der unentfchloffenen Art des Vorgehens der Admintftration ungeheuerliche Tirnen- fionen" anzunehmen. Vielleicht soll jener Artikel wirklich daraus vorbereiten oder dafür Stimmung machen, daß die russische Staatsgewalt lange genug Geduld geübt hat und nun überall mit Nachdruck borgegangen werden soll. Es ist in der Tat an der Zeit, daß man den erfolglosen Versuch aufgibt, nach allen Regeln der Humanität Mordfellen unschädlich zu machen, und daß man eine neue Parole an die Vertreter der Administration aus gehen läßt. Tenn an der Parole liegt es doch wohl in erster Linie, wenn in der Provinz nicht genügend Energie an den Tag gelegt wird. , , . s MZ z. B. hier im Dezember tue Niederwerfung des Aufstandes mit aller Energie bon oben her in Angriff genommen wurde, funktionierte der 'Apparat auch nach unten hin ohne Störungen. Tie Haupthetzer wurden berhaftet oder flüchteten, die Kriegsgerichte berurteüten die anarch. Raub- und MordüeMen in. Mueller Justiz, auch Todesurtelle wurden bestätigt, und es trat schnell verhältnismäßige Ruhe ein; auch die Streiks hörten auf — sogar „wirtschaftliche" Ursachen waren plötzlich nicht vorhanden. Warum ist denn das jetzt anders geworden? Warum gehen jetzt dieselben Personen bei fortbestehendem Kriegszustände nicht mit der gleichen Strenge vor, warum folgen sich die Urteile immer langsamer, obgleich die Gefängnisse von anarchistischen Verbrechern überfüllt sind, warum fallen die Strafen milder aus und ergehen gar Freisprech- ungen, wenn nicht ein ganz mäthematifcher Schpldbeweis erbracht werden kann? Es ist nur ein Wunder, daß die Polizei überhaupt noch so viele Verbrecher aufspürt und unter eigener Gefahr dingfest macht, wenn den Verhaftungen Feine Verurteilungen folgen. Tie Hauptursache ist offenbar die, daß man annimmt, die Regierung wolle die Revolutionäre noch mit „Entgegenkommen" gewinnen, und daß man daher nicht koste Verantwortung für ein wirksameres Vorgehen tragen will — ja vielmehr froh ist, sich nicht so energisch betätigen zu müssen; man vermeidet womöglich, auf den Ernst der Lage aufmerks am zu mache n. In einem Staate wie Rußland wirll ja mehr noch- als anderswo die Haltung der leitenden Kreise loeit nach' unten hin, bis in die feinsten Verästelungen der Mministra- tion. Nicht minder aber beeinflußt fie die Spaltung der Revolutionäre, die eine scharfe Witterung dafür haben, wie weit sie gehen können. Sehr bezeichnend hierfür ist der Tramway-Streik. Solch ein Verkehrsstreik ist ja ein sehr beliebtes Kampfmittel der anarchistifchen Revolutionäre; durch ihn wird nicht nur Beunruhigung und eine Störung für große Bevölkerungs- kreise hervorgerufen, sondern die Anarchisten zeigen zugleich offen ihre Macht. Bald nach Auslösung der Reichsduma wurde nun in Riga ein Tramway-Streik in Szene gesetzt — man wollte wohl versuchen, wieviel man. unter dem neuen Kabinett unternehmen könne. Als der Wind für b en ^Anfang doch etwas scharf zu wehen schien, gab man schnell bei. Aber sehr bald hat man es zum zweiten Male versucht — man fühlte sich offenbar schon sicherer. Und der Erfolg ist jedenfalls erzielt, da ß dep Tramway-^Berkehr bis auf weiteres eingestellt ist, während es doch keine Frage ist, daß der Kriegszustand, der noch immer fortbesteht, Mittel genug in die Hand gab, um den Streik sofort (im Keime zu ersticken. Von irgendwelchen Rücksichten auf „wirtschaftliche" Forderungen Tann doch nicht die Rede fein, denn berechtigte wirtschaftliche Forderungen konnten bei den vielen Tramway-Streiks des vorigen Jahres im Uebermaß geltend gemacht unb durchgefetzt werden. Es wäre sehr erwünscht, daß die Regierung eine unzwei-^ deutige Erklärung erläßt, daß fie lange genug Geduld gegen die Anarchisten geübt hat. Vielleicht ist dep Artikel der „Rossija" der Vorbote einer solchen Erklärung. Soweit das Rigaer Blatt. Wir haben dem nichts hin-, zuzufetzen. Tenn das Blatt sagt genug zur Beurteilung! der verworrenen russ. Zustände. Aehnliche Meldungen, wie fie danach in Riga täglich sich zutragen, hegen heute, durch die offiziösen und privaten Tepefchenbureaus verbreitet, aus allen Gegenden Rußlands vor. Aus dem Petersburger Postamt wurde ein großer Diebstahl entdeckt. Die Filiale der Staatsbank in Eriwan hatte an die Staatsbank in Petersburg 148 000 Rubel gesandt, die in einem Lederkoffer verpackt waren. Die Art der Verpackung?, erregte den Verdacht der Petersburger Postbeamten und der« Koffer wurde in Gegenwart eines höheren Beamten geöffnet,, wobei sich herausstellte, daß der Inhalt lediglich aus Blei und Sand bestand. Die Wertpapiere und Kredit-Billette waren sämtlich gestohlen. Man nimmt an, daß der Diebstahl bereits in Eriwan ausgeführt worden ist, da die an dem Koffer befindlichen Blomben unversehrt waren. In einem Orte bei Pjatigorsk wurden in einem vollbesetzten Personenwagen ein Bahn kassier'er und der ihn begleitende Gendarm schwer verwundet. Die Täter raubten 17 000 Rubel, sprangen aus dem Zuge und verschwanden int Walde. In Kineschma bei Kostroma wurden dem Kassierer der Fabrik Bahakin 28 000 Rubel, in Jwanow-Wosnessensk wurden dem Kassierer der Fabrik Jan- junensli 30 000 Rubel geraubt; die Räuber entkamen. Aus Baku wird gemeldet, daß dort schwere Streikunruhen ausgebrochen sind. Es kam zu wiederholten heftigen Zusammenstößen zwischen dem Militär und den Aufständischen, die die Röhrenleittmg anbohrteii, in denen Erdöl nach Saturn* 1 geführt wird. Das ausfließende Petroleum steckten sie in Brau d. Die flüssige Feuermasse verbreitete sich mit ungeheurer Schnelligkeit und ging über die Brücke an dem Bahnhof von Balatschari nieder, die völlig niederbrannte, ehe das zur Bekämpfung des Feuers ausgesandte Militär zur Stelle war. Viele Streikende sind erschossen worden. Die Unruhen dauern noch immer an. politische Tagesschau. Ein Krach in der Wiener Sozialdemokratie. Man schreibt uns aus Wien: Im Schoße der Wiener Sozialdemokratie haben sich, Vorfälle ereignet, die über ein bloßes lokales Interesse hinaus- gehen, weil sie ein Schlaglicht auf den JanuSkopf der roten: Internationale werfen. Aus Anlaß der feierlichen Grundsteinlegung eines Arbeiterheims im 16. Bezirke hielten bie< sozialdemokratisch organisierten Maurer eine von 3000 Genossen besuchte - Versammlung ab, in der in allerschärfster Weise gegen die sozialdemokratische Parteileitung, welche den Bau ins Leben gerufen hatte, Stellung genommen wurde. Wenn auch nur die Hälfte von dem wahr sein sollte, was die Redner vorzubringen wußten, so muß es bei der Erbauung dieses Arbeiterheims ähnlich zugegangen sein, wie bei den Prunkbauten unter den asiatischen Despoten des gralien Altertums. Ein Baukomitee, dessen Mitglieder, ablvechselten, überwachte mit der Uhr in der Hand die! Fortschritte der Arbeit, und wer von den durchwegS) sozialdemokratischen Arbeitern nicht Genügende? leistete, wurde unnachsichtlich sofort entlassen. Noch niemals seien — so betonten die Redner in der Versammlung — bei einem Bau so zahlreiche Arbeiterentlassungen vorgekommen, wie bei der Erbauung des sozialdemokratischen ArbeiterheimS im 16. Bezirke. Als den Maurern endlich die Lrakonische Strenge des BaukomitKS zu drückend wurde, versuchten sie eS mit einem Mittel, welches die Sozialdemokratie ihren Anhängern, den bürgerlichen Unternehmern gegenüber, öfters empfohlen hatte, mit der „passiven Resistenz". Die Folge davon war jedoch, daß der sozialdemokratische Rcichs- iagSabg. Schuhmeier, der Bauherr, mit einem Schlage acht Maurer sowie sämtliche bei dem Bau beschäftigten sozialistischen Vertrauensmänner auf das Pflaster setzte. Und die Tragikomödie ging damit noch nicht zu Ende, denn nun traten sämtliche Arbeiter in den Streik, und da sie nicht mit Unrecht befürchteten, daß die Parteileitung S tre i k- b rech er aufbieten würde, stellten sie Streikposten auf. Hierauf ließ ihnen Schuhmeier erklären, er werde mit einer Schar von Genossen kommen und sämtliche Streikposten gründlich durchprügeln! Man kann sich vorstcllen, welches Aufsehen diese Affäre in der österreichischen Sozialdemokratie macht, und da hier die Gegensätze infolge der nationalen Differenzen ohnehin noch viel schärfer sind wie in der deutschen Sozialdemokratie, so liegt ein tüchtiger Krach in der Luft! Deutsches Reich. W ilhelmshö he, 24. 9(ug. Gestern nachmittag unter- namen der Kaiser und die Kaiserin einen Ausflug zu dem Forsthaus Dörnberg. Zur gestrigen Abcndtafel waren die Amerikaner Bptler und Bucrguß geladen. Ter Chef des Geb. Zivilkabinetts Tr. von Lucanus kehrt heute nach Potsdam zurück. Der Kaiser reiste heute mit den Herren des Gefolges nach Mainz ab. Berlin. 24. Aug. Fürst Bülow wird aus Anlaß der am 29. ds. Mts. stattfindenden Tauffcierlichkeiten beim kronvrinzlichcn Paar in den nächsten Tagen in^ B e r l i n cin- treffcn und auch einer Sitzung des preußischen Staats Ministeriums beiwohnen. Daß das Staatsministerium in dieser Sitzung auch zu der Angelegenheit Podbielski Stellimg nehmen wird, ist nach der „Tägl. SR." ausgeschlossen, da der Kaiser sich die Entscheidung in der Frage ausdrücklich Vorbehalten hat. — Das gesamte preußische S1 a a t s m i n i st e r i u m hat eine E i n l a d u n g z u r T a u f c des .Kronprinzensohnes erhalten. Wird auch Herr v. Podbielski die ^Gelegenheit wahrnehmen, sich seinen Kollegen bei dieser Gelegenheit noch ein Mal in solcher Eigenschaft zu zeigen? — Zur Podbielski-Krisis hält das ..Reich" seine Meldung ausrecht, der Kaiser habe durch d i r e k t c n B o t e n Herrn v. Podbielski zur Rechenschaft und Einreichung seines Abschiedsgesuches aufgcfordcrt. Der Aufschub der Entscheidung, fügt das Blatt ergänzend hinzu, liegt darin begründet, daß auf Grund der militärischen Stellung des scheidenden Ministers ein ehrenacrichtlichcs Verfahren gegen diesen cingeleitet werden würde. — Die amtliche Nachprüfung des K o n t r a k t e s T i p P e l s- kirch seitens der Behörde ist bereits soweit gediehen, daß die Auflösung dieses Vertrages nicht mehr lange auf sich warten lassen wird. — In einer sozialdemokr. Versammlung hier sagte Genosse Knüpfer u. a., er habe bei Beachtung der Rednerliste daran denken müssen, wie die Friedeberg-Arnswalder Bauern oft sagten: „Wenn bloß nicht so viele Juden in der Partei wären!" Heute müsse man in der Versammlung sehen, wie sich^ die Juden, einer aeaen den anderen, ausspielten. Essen, 25. Aug. Eine von 1500 Personen besuchte s o z i a l - demokr Versammlung protestierte gegen die auf dem Katholikentag „mrtac'e't geübte Verunglimpfung der Freidenker und Sozialdemokraten". . Hagen. 24. Aug. Die Sozialdemokratie bat gegen die hiesige R e i ch s t a g s e r s a tz w a h l, die mit dem Siege des volksparteilichen Kandidaten Bürgermeisters Cuno geendet hat. einen Protest eingereicht, der damit begründet wird, daß sich der Regierungspräsident v. Coe!s und der Hagener Landrat Hartmann dadurch einer unzulässigen Wahlbeeinflussung schuldig gemacht haben sollen, als sie die Führer der Zentrumspartei zu bestimmen suchten, in der Stichwahl hie Parole für den freisinnigen^ Ausland. London, 24. Aug. Kri e g s in in i sie r Halda ne ist znm König Eduard nach Marienbad berufen worden. „Daily Expreß" meldet, Haldane sei mit seinen HeereS- reforrnen an dem Punkte angelangt, den Viele für das Ende seiner Ministerlaufbahn hielten. Er habe die Armee nicht reformiert, noch schienen seine Pläne hierzu guten Fortgang zu nehmen. Als Nachfolger werde das Unter» hauSmitglied Major Seely genannt. Das Erdbeben in Chile dauert noch immer an. Ein Kabeltelegramm aus Valparaiso berichtet, daß am 23. abends weitere vier Erdstöße erfolgten, die eine entsetzliche Panik hervorriefen. Tausende der Einwohner, die alles bei der Katastrophe verloren haben, verlassen die verwüstete Stadt. Die im Hafen liegenden Schiffe sind bis auf den letzten Platz mit Flüchtlingen gefüllt. Tas Feuer wird langsam in seiner Ausdehnung gehemmt und dürfte bald gänzlich gelöscht sein. 20 Plünderer, die in flagranti ertappt wurden, sind von den Brandwachen erschossen worden. Tie Katemon-Kupfer- minen stürzten ein und begruben 37 Leute in ihren Trümmern, die sämtlich von dem fallenden Gestein erschlagen wurden. Aröeitertumutte in Mrnberg. Heute früh erhielten wir folgende Meldung: R u r n b e r g , 24. Aug. Die Ärbeitertumulte vor der -Fahrzeugfabrik „Union", vor der neulich der Schlosser Fleischmann von einem Arbeitswilligen niedergeschossen wurde, wiederholten sich in einer derartigen Ausdehnung, daß ein starke? Polizeiaufgebot mit blanker Waffe gegen die Ausständigen vvrgehen mußte, die mehrfach Schußwaffen gebrauchten. Alle Fensterscheiben der Fabrikgebäude und zahlreiche Straßenlaternen wurden zertrümmert. Dieser Meldung folgten dann heute im Laufe des Vor- nnttagS nachstehende Draht meld ungen: Nürnberg, 25. Aug. Die Ausschreitungen vor der „Union" nahmen gestern abend um 8 Uhr in einem Vom- bardement mit Steinen ihren Fortgang. Ein starkes Aufgebot von Schutzleuten besetzte den Platz vor der Fabrik und mußte von der Schußwaffe Gebrauch machen, wobei mehrere Personen verletzt wurden. Es wurde auch von Arbeitern geschossen. Von den Schutzleuten wurden sechs oder sieben verwundet. Eine nahegelegene Apotheke wurde zur Verbandsstätte eingerichtet. Man spricht davon, daß 200 Personen verhaftet seien. Bezirk-amtmann Achtheld und Bürgermeister v. Jäger waren erschienen. Ein Bataillon Infanterie mit aufgepflanztem Bajonett schasste Ruhe, die erst um 2 Uhr nachts eintrat. Die Zahl der Verwundeten läßt sich noch nicht feststellen. Nürnberg, 25. Aug. Die Meldung der „Frkf. Ztg.", daß ein 12jähriges Mädchen erschossen sei, ist unrichtig. Zehn Schußleuten wurde die Uniform total zerfetzt. Durch Revolverschnffe schwer verletzte 10 Personen wurden nach dem Kronkenhause geschafft. Eine Person entwich auf dem Wege zum Krankenhause. Ein 19jähriger Mensch, der einen Revolver- schuß abgegeben und mehrere Menschen verletzt hat, wurde ver- haftet. Es waren zwei Kompanien des hiesigen 14. Infanterie- Regiments zur Stelle. Ans Stadt und Lund. Gießen, den 25. Aug. 1906. ** Elektrisches Kabel für Irrenanstalt und Theater. Jin Laufe der Verhandlungen mit dem Staate wegen Versorgung der neuen Irrenanstalt mit Licht und Kraft auS dem städtischen Elektrizitätswerk stellte sich he-->uS, daß dies zur Verringerung der bedeutenden Kosten für den erfoder- lichen Kabel nur dann möglich sein würde, wenn für die Irrenanstalt auf dem Elektrizitätswerk eine besondere Maschine mit höherer Spannung arbeitet, als nach der Stadt geliefert wird. Damit taucht weiter die Frage auf, ob nicht in ähnlicher Weise das Theater mit elektrischer Energie versorgt und damit die früher auf 43 000 Mk. berechneten Kosten deS Kabels für das Theater vereinfacht werden könnten. Es ergab sich, daß daS Kabel für das Theater dann nur noch einen Kostenaufwand von 25 000 Mk. erfordere, daß eine derartige Umgestaltung der Anlage für daS Theater aber nur in Verbindung mit der Irrenanstalt möglich ist, weil das Theater nicht so viel Kraft verbraucht, daß man hierfür eine besondere Maschine mit boher Spannung laufen lassen kann. Nachdem die in dieser Beziehung vom städtischen Elektrizitätswerk aufgestellten Berechnungen von einem auswärtigen Sachverständigen bestätigt waren, hat die außerordentliche Stadtverordneten- Versannnlung am 23. August bcschloffen, die Versorgung von Irrenanstalt und Theater in der oben beschriebenen Weise zu übernehmen und die für die Kabel erforderlichen Mittel mit insgesamt 135 000 Mk. bewilligt. '* Gießener Pf er d em a r k t-Lo tt erie. Die Lose des am 11. September stattfindenden Herbst - Pferdemarktes finden guten Absatz. Als Haupttreffer sind vorgesehen: Ein oiersitziger Viktoriawagen, ein- und zweispännia fahrbar, nebst Pferd und silberplattiertem Geschirr, ein Schlitten mit Plüschgarnitur, Pelzdecke und Laternen nebst Pferd und vernickeltem Kunnnetgeschirr, ein Lauterbacher Wagen mit Kutschierbock und Bremse nebst Pferd und Kummetgeschirr, sowie 7 Pferde und Fohlen, landwirtschaftliche Maschinen, Fahrräder, Nähmaschinen, Haushaltungs- und Gebrauchsgegenstände. Der Wagen und Schlitten find von A. Kilbinger, das filber- plattierte Geschirr von Sattlerineister Friedrich Groß, das vernickelte Kummetgeschirr von Sattlermeister Christian Spieß, der Lauterbacher Wagen von Wagnermeister August Führer, das Kmnmetgeschirr von der Firma Müller & Diebel geliefert. Die Ps?rde werden auf dem Markt gekauft. 9)?it dem Ankauf der übrigen Gewinne wird in diesen Tagen begonnen. Die Zahl der Gewinne beträgt 700. Der Preis des Loses beträgt 1 Mk. Die Ziehung findet am 12. September nachm. 2 Uhr in der Turnhalle der Stadtknabenschule statt. Der Vertrieb der Lose ist dem Kaufmann Richard Buchacker übertragen. Lose können von diesem direkt oder von den von Genannten eingerichteten Verkaufsstellen bezogen werden. •• „S o selten wie ein w ei ßer Spatz" pflegt man wohl 31t sagen. Dieser Satz aber beweist eben das Vorkommen weißer Spatzen und ein solcher ist gestern nachmittag in einem Garten am Schiffenberger Wege von vier Herren beobachtet worden. Der Besitzer deS Gartens, ein angesehener Gießener Bürger, Herr N., «zählte uns heute persönlich, daß er einen weißen Vogel von der Größe eines ausgewachsenen Sperlings gestern in seinem Garten beobachtet habe, der seine Aufmerksamkeit erweckte. Bald darauf sah er, wie ein alter Spatz dem weißen Vogel sich näherte und ihn fütterte! Er rief als Zellgen drei vorübergehende Herren hinzu, die alle diese seltene Fütterung beobachteten. Beide Vögel flogen dann munter von dannen. ** Falschmeldung. Wir lesen in der „Frkf. Ztg.: Mainz, 24. Aug. Der Kellner C l a u t e r au§ Monzernheim, der hier nuf der Straße die 23 jährige Tochter des Mili- täraresthausoerwalters Hoffmann erschossen hat, wurde zur Beobachtung seines Geisteszustandes der Universitätsklinik in Gießen überliefert. Von psychiatrischen Klinik wurde uns auf telephonische Allfrage der Bescheid, daß ein Mensch namenS Clauter dort nicht untergebracht sei. bf. Friedberg, 25. Aug. (Drahtbericht.s Der Kaufmann Adolf Diehl sing in der Wetter bei Ossenheim einen Hecht, der ein Gewicht von 28 Pfund hatte! DaS Tier bat einen Umfang, der darauf schließen läßt, daß eS junge Enten, die dort mehrfach vermißt wurden, verspeist hat. Der Fisch wurde nach Frankfurt verkauft. ** Kleine Mitteilungen ans Hessen und den Nachbarstaaten. Der Vorstand des sozialdemokratischen Wahl- bereins für Friedberg-Büdingen verhängte über sämtliche dem Ring angehörende Brauereien des Kreises den Bierboykott. — In Offenbach bedauerte eine Wirte- versammlung, daß die Verhandlungen mit den Brauereien wegen Zurückziehung oder Ermäßigung der Bierpreiserhöhung zu keinem Resultat geführt haben. Wenn die Brauereien auf die Forderungen der Wirte nicht eingehen, wird vom 25. August ab der Ausschankpreis für Glasbier um 1 Pf. erhöht. Dem biertrinkenden Publikum wird es überlasten, dem Glas- und Flaschenbiergenuß im eigenen Interesse so lange zu entsagen, bis die Brauereien Entgegenkommen zeigen. — Bei dem 60 jährigen Stiftungsfeste des Turnvereins Gießen rangierte die Musterriege am Barren des Turnvereins Krofdorf an 9. Stelle mit 19,17 P. und nicht an 30. mit 15,33 P. Der Fehler muß bei der Berechnungskommission vorgekommen sein. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 25. Aug, Dem Gastwirt und Metzger Heinrich R. von Utphe ging vom Steuerkommlssariat wegen Umgehung der Stempel -Ab- 9 e für ö ff entließe Tanzbelustigung ein Strafbescheid in Höhe von 4 Mark Ordnungsstrafe und 10 Mark vorenthaltene Abgabe zu, wogegen er gerichtliche Entscheidung an- trug. Die Untersuchung ergab, daß sein Geselle in der Wirtschaft Ziehharmonika gespielt hat und einioc junge Leute, Bekannte der Wirtstochter, ab und zu tanzten Der Wirt hatte, um der Bedieuung enthoben zu sein, den jung.i' Leuten ein Faß Bier zur Verfügung gestellt und sich zu Bett >el-at Tas Schöffengericht erklärte diese Unterhaltung für ein geselliges Zusammensein, nicht aber für eyie öffentliche Tanzbelustigung und sprach des Wirt frei. Die Staatsanwaltschaft focht das Urteil an, um die Entscheidung einer höheren Instanz herbeizuführen. In der Beruf- nngsverhaudl'ng stellte es sich heraus, daß nicht feststand, ob die Berusungseinsegung der Staatsanwaltschaft rechtzeitig erfolgt ist, weshalb dos Gericht Vertagung eintreten ließ, um der Staatsanwaltschaft Gelegenheit zu geben, die Rechtzeitigkeit der Berusungsanzeige uachzuweiseu. Die in Bad-Nauheim wolmhaste Frau S. war mit ihrem Dienstmädchen mehrfach in Differenzen geraten, was Kündigung zur Folge hatte, die aber später wieder zurückgenommen wurde. Infolge weiterer Streitigkeiten kündigte das Mädchen auf 1. Juli d. I., war aber damit einverstanden, daß ihre Herrin den noch rückständigen Lohn erst nach Ablauf der Badesaison bezahle, worüber eine Urkunde ausaefertigt wurde, von der jeder Teil cif Abschrift erhielt. Als das Mädchen am 1. Juli austreten wollte, verlangte Frau L. von ihr die Abschrift des Vertrags, die sie vernichtete: das in ihrem Besitz befindliche Erc-iplar änderte sie aber in der Weise ab, daß das Mädchen bis zum Ablauf der Badesaison bei ihr zu bleiben habe. Tas so verfälschte Schriftstück schickte sie der Polizei zu, damit sie veranlassen sollte, daß das Mädchen bis zum genannten Termin bei ihr bleibe. Ter Vorsteher des Polizeiamts merkte die Fälschung sofort und nahm die Untersuchung vor, die zur Anflage führte, was Verurteilung der Frau L. wegen Urkundenfälschung zu 2 Docken Gefängnis nach sich zog. Vorsorglich hatte die Staatsanwaltschaft im Laufe des Verfahrens die Angeflagte aus ihren Geisteszustand untersuchen lassen. Der Sachverständige erklärte sie für hochgradig hysterisch; doch von einem geistigen Defekt oder cimr verminderten Zurechnungs- säbiake't könne nicht aeredet werden. Vermischtes. * D i e räuberischen Uebersälle, die im benachbarten russischen Reiche überhand nehmen, scheinen ansteckend auf 0 st - preußisches Gebiet überzugreisen. So wird heute aus Insterburg gemeldet, daß dort in der letzten Nacht in das katholische Pfarrhaus, während der Abwesenheit des Pfarrers, der auf einer Dienstreise unterwegs ist, drei maskierte Männer eindrangeu. Die Haushälterin wurde geknebelt, an das Treppengeländer gebunden, ihrer Börse beraubt und mit einem Rasiermesser erheblich an den Händen, am Gesicht und am Oberkörper verletzt. In der Pfarrwohnung wurden die Behälter durchwühlt, geraubt aber anscheinend nichts. Tie Haushälterin verscheuchte bereits kürzlich Einbrecher. "Opfer der Berge. In den Am p ezz a n er Alp e n ist der Lehrer Mook aus dem Anhaltischen abgestürzt und hat schwere Verletzungen erlitten. — Der Sohn des Münchener Professors Reichhold, der vom Hochstadl abgestürzt ist, ist seinen Verletzugen erlegen. Otarke westliche Winde, meist trüb, Reaensälle; kühler. Origiiral-Drahtnrel-urrgen. Berlin, 25. '2fiug. Bon den seit 1. Juli erhobenen neuen Steuern brachten die Z i g a r e t t e n st e u e r im Juli einen Rohertrag von 477 741 Mk., die Frachturkundensteuer 1603 042 Mk., die Automobilsteuer 473 875 Mk. In diesen Summen sind die Verwaltungskosten noch nicht inbegriffen, sodaß die tatsächlichen Einnahmen noch niedriger wären. Tie Brausteuer nebst der Ucbergangsabgabe von Bier ergab im Jnli eine Mindereinnahme von 19Ö9 625 Mk., offenbar infolge der vorausgegangencn Mehrproduktion zu den alten Steuersätzen. Neapel, 25. 'Aug. Blätter melden, ohne Namen zu nennen, die Verhaftung der Nichte eines Kardinals. Tie junge Dame hatte sich mit einem jungen Mönch nach Monte Earlo begeben. Ter Mann hatte, um Reisegeld für sich und seine Geliebte zu verschaffen, vorher einem Kloster 10000 Lire geraubt. Die Dame ist zahlreicher Einbrüche angektagL Neustadt a. d. H., 25. Alug. Ter frühere Reichstags- Abg Sartorius hat gegen den Verleger des hier erscheinenden Weinblattes, Meininger, Privatklage erhoben, weil das Weinblatt aus der „Deutschen Tagesztg." eine Notiz übernommen hatte, in welcher Sartorius als Weinfab rikant bezeichnet wurde. Sydney, 25. Aug. Jü Carcoar (Neusüdwales) wurden heute leichte E-rdftöße verspürt. Petersburg, 25. Aug. Eine besondere Kommission beschäftigt sich gegenwärtig mit der Angelegenheit des Generals Linjewitsch. , Sie hat gegen diesen stark belastendes Material gesammelt. Linjewitsch soll vor das Ober-Kriegsgericht gestellt werden. Telefomsche Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitpeteiit von der Bank für Handel und Industrie. Giessen. Frankfurter Rörfte. 25. Anglist, 1.15 Uhr. 3J4°/O Peichsanleihe . . 98.75 3% do. . . 86.75 3^°/0 Konsols .... 98.80 3% do 86 80 3M°/n Hessen 97.20 3%6/n Oberhessen . . . —.— 4»K Oesterr. Goidrente. . 100.05 4Oesterr. Silberrente 100.00 \% Ungar. Goldrente . . 95.20 4% Italien. Rente . . . 103.30 3»o Portugiesen Serie I . 70.00 3% Portugiesen III 70.80 4J^°/0 rnss.StaatsanL 1905 86.50 4^°/, Japan. Staatsanleihe 94.75 4% Conv. Türken von 1903 96.25 Türkenlose 146 40 4% Griech. Monopol-Anl. 54.90 4 % äussere Argentinier . 90.00 3% Mexikaner .... 69.20 4%°/o Chinesen . . . . 97.95 Aktien: Bochum Guss 245.75 Buderus E. W .... —.— Tendenz: fest. Berliner Börse, 2 Canada E. B 169.50 Darmstädter Bank . . . 139.50 Deutsche Bank .... 238.60 Dortmunder-Union C. . . 8810 Dresdner Bank .... 158.10 Tendenz : ruhig1. Elcktriz. Lahmeyer . . . 143.00 Elektriz. ScHuckert . . . 126.00 Eschweiler Berg-werk . . 253.80 Gelsenkirchen Bercrwerk . 226.00 Hamburg--Amerik. Paketf. 16140 Harpener Bergwerk. . . 212.20 Laurahtltte 243.50 Nordd. Lloyd . . . .. . 131.00 Oberschles. Eisen-Indnstne 133.00 Berliner Ilandelsges . . 169.00 Darmstädter Bank . . . 139 75 Deutsche Bank . . . 238.20 Deutsch-Asiat. Bank . . 174.00 Diskonto-Kommandit. . . 183.20 Dresdner Bank . . . 157.60 Kreditaktien 210.20 Baltimore- und Ohio- Ei sent ahn . . . 119.50 Gotthardbahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 33.10 Oesterr. Staatsbahn . . . 143.70 Prince-Henri-Eisenbahn . 142.00 5. August. Anfangsknrse. Harpener Bergwerk. . . 211.70 Laurahütte 242.70 Lombarden E. B. ... 32.80 Nordd. Lloyd 130.60 Türkenlose 146.50 in der Entwicklung oder beim Lernen zurückbleibende Kinder, sowie blut, »ritte, sich mattfühlende und nervöse überarbeitete, leicht erregbare, frühzeitig erschöpste Erwachsene gebrauchen als Kräftigungsmittel mit großem Erfolg Dr. Hommel's Hacmatogen. Der Appetit erwacht, die geistigen nnd körperlichen Kräfte werden rasch gehoben, das Gesamt-Nerbenshstem gestärkt. Man verlange jedoch ausdrücklich das echte »,Dr. Hommel'S" Hacmatogen und lasse sich feine der vielen Nachahmungen aufreden. ver nach- Sonntag, den 26. Aug. von stellende Ä 0. 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nachts sicher anzutreffen. [Dzs/e Dr. Schliephake, Goethestrasse 44. Sonntse: 4—9 Uhr 354 Nur IPeliScan-Apoiheke offen. zu rufen. Die tieftrauernden Hinterbliebenen L. Riehl, Kellner. Gießen, Kaplaneigasse 9, den 24. August 1906. Tie Beerdigung findet Montag, beit 27^ August, vormittags 10 Uhr von der Kapelle des neuen c^redhofes aus statt. Todes-Anzeige Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unser innigst geliebtes Söhnchen und Enkelchen b!33 Hans im Alter von 18 Monaten nach längerem Leiden zu sich Danksagung Für die vielen Beweise aufrichtiger Teilnahme sowie für die zahlreichen Blumenspenden bei dem Hinscheiden unseres lieben Kindes sagen unseren tiefgefühlten Dank. 5117 Joseph Kreuter nebst Frau und Kindern Gießen, den 25. August 1906. Drotpreije vom 26. August bis 9. September 1906. Der hiesigen Bäcker. 1 Kg. (2 Pfd.) Tafelbrot — H 2 Kg. (4Pfd.) 1 v (4 , ) „ - , 3 , (6 Pfd.) 3 , (2 , ) Weißbrot 27 , 1 , (2 „ ) 1 , (4 Pfd.) Weißbrot 54 „ 2 u (4 Pfd.) Gern. Brot Genu Brot Kornbrot Kornbrot 50 75 23 46 2 , (2 Pfd.) Genu Brot 25 „ Der auswärtigen Bäcker. 1 Kilogramm (2 Pfurrü) Weißbrot bei: Georg Dern II., Gr.-Liuden 25,4b XL Steinmüller, Gr.-Linden 26 Heinr. Weber, Heuchelheün 27 u W. Weitzel, Lang-Göns . . 26 u Heinr. Binz, Allendorf/Lahn 25 „ W. Fabel, Wieseck . . . 26 „ W. Leut, Klein-Linden . . 27 Karl Post, Wieseck ... 27 Jakob Appel, Krofdorf . . 27 2 Kilogramm (4 Pfund) Weißbrot bei: Georg Dern II., Gr.-Linden 50 Heinr. Weber, Heuchelheim 54 Louis Süßmuth, Steinberg 50 „ Jakob Appel, Krofdorf . . 54 XL Steinmüller, Gr.-Lmden 52 „ W. Lem, Klent-Linden . . 54 Heinr. Biuz, Allendorf/Lahn 50 „ Karl Post, Wieseck ... 54 W. Fabel, Wieseck . . . 52 , Karl Trautmann, Wieseck 54 W. Weitzel, Lang-Göns . . 52 „ 1 Kilogramm (2 Pfund) Genu Brot bet: Georg Dern IL, Gr.-Linden 23 XL Sreininüller, Gr.-Linden 23 W. Weitzel, Lang-Göns. . 23 „ Karl Zinßer, Allcndorf/Lda. 23 W.Steinmüller Wrv., Xtang- Karl Stumps, Garbenleick) 24 Göns . ......24 , W. Lem, Klein-Linden . . 25 Hch. Weber, Heuchelheint 24 „ Heinr. Binz, Allendorf/Lahn 24 2 Ktlogramnt (4 Pfund) Gem. Brot bei: Götts . . 23 Jakob Appel, Krofdorf . . 23 F. Weiß, Grüningen Karl Zinfzer, Alleudotf/Lda. 22 Heinr. Binz, Allendorf/Lahn 22 2 Kilogramnt (4 Pfund) Kornbrot bet: W. Schimmel, Kürzend. Al. 46 Jakob Appel, Krofdorf . . 46 „ Heinr. Butz, Allendorf/Lahn 44 „ W. Lein, Klein-Linden . . 46 „ Heinr. Weber, Heuchelheint 46 „ F. Weiß, Grüningen . . 46 Karl Spam er, Reiskirchen 44 u Karl Zinßer, Attendors/Lda. 44 „ Karl Stumpf, Garbenleich 44 v Konr. Hensel, Gr. Rechtenbach 44 „ Ernst Christ, Wieseck . . 44 ^ Georg Dern II., Gr.-Linden 46 „ Louis Süßmuth, Steinberg 46 „ W. Weitzel, Lang-Göns . . 46 „ Heinr. Weber, Heuchelheint 48 „ Gust. Jacoby, Alten-Buseck 46 u Karl Post, Wieseck . . . 46 „ W. Steinmüller Ww., Lang- ......46 „ 3 Kilogramm (6 Pfund) Genu Brot bei: Karl Trautmann, Wieseck 46 XL Steinmüller, Gr.-Lmden 46 Karl Spamer, Reiskirchen 46 Karl Zinßer, Allendorf/Lda. 46 Karl Slumpi, Garbenteich 48 Jakob Appel, Krofdorf . . 50 W. Lein, Klein-Linden . . 50 Heinr. Binz, Allendorf/Lahn 48 Ernst Christ, Wieseck . . 66 Gust. Jacoby, Alten-Buseck 69 W. Fabel, Wieseck . . . 69 „ Louis Süßmuth, Steinberg 69 Karl Post, Wieseck . . .69 „ Karl Trautmann, Wieseck 69 1 Kilogramm (2 Pfund) Kornbrol bei: Der Brotverkäufcr: Dieselben Preise wie bei den hiesigen Bäckern. Gießen, den 25. August 1906. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth. Wichtig für jede Hausfrau die Obst einmacht! Die nachstehend verzeichneten, modern ausgestatteten und in drei Farben gedruckten Schilder sind in beliebiger Anzahl zu billigen Preisen zu haben. Grössere Schilder in ohne Preisaufschlag Aepfel Aprikosen Apfelsinen Bohnen Erbsen Heidelbeeren -Nicht aufgeführte Bezeichnungen werden kürzester Frist eingedruckt Brühfsche Universitäts- Buch- und Steindruckerei Giessen. Schulstrasse 1» Kleinere Schilder sind vorrätig mit folgendem Eindruck: Eindruck: Karotten Kirschsaft Pfirsiche Rotkraut Stachelbeerwein Zwetschenmus sind vorrätig mit folgendem Heideibeersaft Heidelbeerwein Himbeersaft Johannisbeeren Johannisbeersaft Johannisbeerwein Apfelgelee Johannisbeergelee Quittenmarmelade Apfelsinenmarmelade Johannisbeermarmelade Reineclauden Birnen Birnhonig Kirschen Kürbis Stachelbeeren Brombeergelee Logansbeergelee Tomaten Dreimus Mirabellen Tomatenmus Erdbeeren Mixpickles Wallnüsse Erdbeersaft Quitten Zuokergurken Himbeermarmelade Quittengelee Zwetschen Geschäfts-Empfehlung1 Einem geehrten Publikum von Gießen die ergebene Mittelung, daß 5122 5131 werden. Materials sichere unter Garantie zu. Hochachtllngsvoll WäSfaeim Schmidt Südanlage 10. Uhren u. n. m. 5113 Französische suche ergebenst ein. 06175 Casiellamare Taleltranben per Pfd. 35 Pfg. empfehlen a Hosbäcker. [4054 Mylord, neues leichtes Silberbeschlag. [5099 s irllarktakl ! gültig für 2 Ziehungen ® Giessen, 25. August 1906. 06180 ... 7 LUhns 1 W Versteigerung Montag, den 27. dS. Mrs., nachm. 271 Uhr, sollen dahier Walllorstr. 6 (Darmst. HauS): 1 Partie Schuhwaren, 1 Stepp, maschine, 80 Spazierstöclc, 50 Damensonnenschirme, 6Slämmc Wcrkholz, 1 Lokomobile, I kompl. Pferdegeschirr, 1 Klavier, 1 Eisschrank, 1 Metalldrehbank, 2 GaS- läster, Haus- und Küchengeräte aller Art u. v. A. zwangsweise gegen bar versteigert für elektrische Licht-, Kraft-, Telephon- und Klir»gelanlagcn eröffnet habe. Saubere, sachgemäße Ausführlmg sowie Verarbeitung nur prima August Kilbinger, Sclterswcg 19. Schnell Zum Preisschietzen des Schützenvereins befinde ich mich mit meinen Geschälten als Karussell, Schaukel, Schießbude usw. am Schühen- platz und lade das geehrte Pub- likiim zu recht zahlreichem Be-- Gebr. Berdnx Bahnhofstr. 27. Lindenpl.12 Wein-Verkauf von Johann Brenning & (So., Wcingulsbesitzer, Worms a.RH. Um dem biefigen Publikum einen wirklich guten und reinen Wem zu billigen Prcifcn zugänglich zu madicn, haben wir uuts enticbloftcn, am hiesigen Platze eine B'rkausvncllc zu errichten. Wir offerieren Wcin über die Strafte: */, Liter 23 »>., 1 Liter 45 d, sowie la. Flaschenweine »u biüigft.greifen. Verkaufsstelle: Karl Jekel, Marburger Straße 25. Schriftliche Bestellungen werden frei in« HauS geliefert. 4639 Die Ausführung der Arbeiten und Lieferungen der Materialien zur Erbauung eines Wirtschaftsgebäudes mit Stationsmagazin auf Bahnhof Fronhausen sollen öffentlich vergeben werden Verdingungsunterlagen sind bei der unterzeichneten Inspektion einzusehen, auch können diese gegen post- und bestellgeldfreien Einsendung von 1 Mk. in bar bezogen werden. Die Zeichnungen liegen bei der unter- zeichneten Betriebs-Jnspcklion Zimmer Nr. 16 zur Einsicht aus. Angebote mit entsprechender Aufschrift sind versiegelt bis zum Eröffnungstermm am 8. September d. Zs. vormittags 11 Uhr post- und bcstellgcldfrci einzureichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. B26/8 Gießen, den 23. August 1906. Großh. Eisenbahn Betriebs-Inspektion 1. Lieben Sre einen schönen, jugendfrisch., Teint, so verwenden Sie zu Ihren lägt Waschungen nur Börner's Medizinal- Seife „Isolde". Z. h. in all. Apothel., Drog. u. Parfum. Fabrikanten: fb17/a I. Börner &, Co., Hanau a. M. Niederlage: Kreuz-Drogerie Aug. Noll, Bahnhofstraße 51. Niederlego bei Emil Fischbach Giessen Kutschier-Phaeton, 4 Paar gebraucht Zweispänner Chaisengeschirre Mk. 40, Mk. 60, Mk. 90, Mk. 100. 2 gebrauchte komplette Herrensättel mit Zaumzeug, Igcbraucht. Damensattel, komplctt,mitZaumzeug, diverse neue Zwcispänner- Chaisengeschirre mit Nickel- u. Dreher, Haarnnterlagen re.' werden gut und billig angefertigt. Hermann Plank Witwe * Spezial Dainen-Frisiecgeschäft KaplanSgasse 2. [4740 Zwiebelkuchen UMG,Mittw. u.FreitiW von 9 Uhr ab Friedrich M088 ich am hiesigen Platze ein InstalBa-iions-GeseBiäfft Geschäfts - Empfehlung Den verehrlichen Bewohnern von Giessen und Umgegend zur gefälligen Kenntnis, dass ich mit dem heutigen Tage eine ■ Glaserei — mit Bilder-Einrabmungs-Geschäft und Sargmagazin eröffnet habe. Es wird mein Bestreben sein, meine werten Kunden in jeder Weise zufrieden zu stellen. Alle in dieses h ach schlagende Reparaturen werden prompt, billig und fachgemäss ausgeführt. Hochachtungsvoll Theedor Schaefer, Glaser meister, Rodheimerstrasse 2, vis-ä-vis dem Biebertalbahnhof. Magen- Leidenden teile ich brieflich gerne und unentgeltlich mit, was mich von aualvollen Magenbeschwerden und Magcnkrämpf eu befreit hat. Fran L. Woell, ^(ScPPtu«cu, Württ. Reue Wetterauer Speise- HaHoffeto Mark 2,25 Zwiebeln Mark 3,50 per 50 Kilo ab Friedberg (Hess.). J. L. Rappolt Aepfel-, Birnen- u. Zwctscheu» Berfa ndt.[5102 Schmiedeeiserne Balkoa® und Ladentronte liefert billigst Heinrich Schön Schlosserei. |3920 a m besten [bei d. BadischenLotterie Iziehungll.Septemb. 1W6 4282 Gewinne w.™“; M. 70-G00 M. 11.000 ♦ Baar Geld ❖ 1 liiinplffew. 20.000 ff 2 ä 0000 = 10.000 J! 279 Gew. zns. 29.00011 4000 Geldgew. u. 282 mit 80% auszaülb. Gewinne, die in 2 Ziehung.verlost werden. Lose IM., II Lose 10 M.; Porto u Listen beid.ZiehungenSOPf. empfiehlt das General-Debit: I Stürmer Strassburg i.E. J. OlUI IllCl, Langstr. ,07 Bekanntmachung die Ausführung von Hausentwäfferungcn betreffend. Wir haben wiederholt die Wahrnehmung gemacht, daß einzelne mit der Ausführung von Hausentwässerungen beschäftigten Unternehmer in unzulässiger Weise die Straßen zu Lagerung des Grubenaushubes und als Werkplatz für ihre Arbeiten benützen. Wir machen darauf aufmerksam, daß dies im Interesse des Verkehrs nicht geduldet werden kann und für die Folge unnachsichtiich Bestrafung der betreffenden Hausbesitzer em- trctcn wird. Nur in ganz dringenden Fällen werden wir die Erlaubnis zur Benützung der Straßen erteilen. Diesbezügliche Anträge sind bei dem städtischen Ticsbauamt anzubringen. B26/6 Gießen, 24. August 1906. Großherzvglichc Bürgermeisterei Gießen. Mecum. HttWfndkiMkt in Gießen. Wie in früheren Jahren beabsichtigten wir auch bei dein am Dienstag, den 11. September stattfindendcn Pferdcmarkt eine Pferde« schau mit Prämiierung abzuhalten und zwar speziell für im Privatbe- fÜ$ befindliche Reit-, Wagen- und Arbeitspferde; diescben können unter dem Reiter, ein-, zwei- oder vierspännig auch im Geschirr vorgcführt werden. Die Prämiierung beginnt vormittags 11*/, Uhr, die Vorführung und Preisverteilung vormittags 12'/, Uhr in dem hierfür vorgesehenen Prämiiernngsring. Während der Vorführung findet Konzert der hiesigen Feuer- wehrkapellc statt. Es gelangen nur Ehrenpreise zur Verteilung. Anmeldungen haben bis zum Montag, den 10. September bei Herrn August Schwan, Weinhändler in Gießen zu erfolgen. Pferdebesitzer laden wir ergeben ft ein. ß?1/8 Gießen, den 25. August 1906. Die städtische Pferdemarktkommission: Jean Kirch. MU HWH 5^ Baltimore S *** Gubaöalweston VA 9 Süd-Amerika WtSS- W Mifte!meer - Aegypten Ostasien - Australien gpecialprospehfe werden ouch von sämtlichen flqenhjntn HÖStenfrei ausgegeßen Carl Loos, Gießen [3318 Julius Carl, Grünberg Isidor Schuldorf, Friedberg I. Walldorf. Neue Heller-Linsen per Pfd. 30 Pfg. Ya. Steinhäuser 5126 Neue Bäue 17. Ein Schurke an seinem eigenen Interesse ist, wer nicht vor Einkauf von Fahrrädern il Zubehör re. das immer sehr große und erstaunlich billige Lager des Versandhauses Joh. Friede. Schaaf, Wetzsteinstraße 55 besichtigt.|5098 Zur Lieferung aller Kanalisations- Artikel hält sich bestens empfohlen f”06 Ama Emil Horst Liebigstratze 51 (Riegelpfad). Gießen, den 25. August 1906. Seipel, Gerichtsvollzieher. Versteigerung. Freitag, den 31.August l.J., nachmittags 2 Uhr, werden im Pfandlokal Seltersweg 11 gegen Barzahlung versteigert: 1 Pferd, 1 Kaffenschrank, SofaS, Kommode, Schränke, Tische, Johann, Gr. Pfandmeister. Dienstag, den 4. Sept. 1906, vormittags 11 Uhr, soll im Garnisonlazarctt Gießen die Li ferung der für die Zeit vorn 1. Oktober 1906 bis 30. September 1907 erforderlichen Kartoffeln verdungen werden. (D25/s Die Bedingungen können während der Dienststur.dcn im Geschäftszimmer des Lazaretts cingeschen werden und muffen vor Beginn de§ Termins durch Unterschrift anerkannt fein. Grotzh. Garnisonlazarett. Versteigerung. Ich versteigere Dienstag, den 28. August, mittags 1 Uhr im Basaltsteinbruch zti Lollar (Maiu- Weser-Bahn) eine kompletteStein-- brechanlage, eine schwere Lokomobile (beides fast neu), eine große Partie Schienengleise und Kippwagen, sowie eine Partie Schmiede- und Steinbrechgerätschaften. s5106 I. Weil. Farben KOW trocken und extrafein in Oel gerieben, Möbel- und Fußboden-Lackc, Pinsel und Alal- utenfilien jeder Art kauft man am besten unb billigsten in der Germania-Drogerie Carl SeiibeSj 5066 Frailkftirter Str. 39 Telephon 593 NB. Farbengefäße gratis. 1 neues elegantes ßonpe mit Gummireifen, ganz besonders preiswert, 1 sehr gut erhaltenes Deutschs erstklassige Roland-Fahrräder, f Motorräder, Näh-, Landw.-, Sprech - und Schreibmaschinen auf Wunsch auf Teil- Zahlung. Anzahlung bei Fahrrädern 20—40Mk. Abzahlung 7—10Mk. monatl. Bcißarzahlung liefern Fahrräder schon t l von 56 Mk. an. Fahrradzubehör sehr billig. K- talog kostenlos. -o ! Roland ?/fla$chinen - Gesellschaft $ H»fanMahl. Ärztlich empfohlen Niederlagen durch Plakate oraiohtHcfi. Beste Kinder- *i । MUM M- ' W -*|8? W ■ d-" > ' • 1 Uevlchiedencs! ^urde bna L°b7 ?«i f bered am t Mari laute roege «Seja ein i Entß anla' daß Friel lichtem 5 Friei Mnc Glor Sach gern« kostet- „ SWtoftl 8^rage tj er den Nch sich für die, ung Q1I( Znige D Ä ^ussühr^ andern h lenreih- realismuz Soule., ö werden. Mater k iiellte da Gebäude SS ist je sozial keine fahre Reich werdl Orga Wahl nati lande Teutj den «bc„ gebeten, recht zahlreich zu erscheine». Alle Landsleute, welche dem Verein nicht angehören, sind herzlich Willkomm em _________________________ Der Vorstand. ’ eomtug, den 26. und Montag, den 27. August d. I. KirchweihfestiiiHauseu bei Gießen, wozu ergebenst einladet [06154 Heinrich Schad, Gastwirt. Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Griinb-rger Straße ZltM OstkNd Grünberger Straße Sonntag, den 26. August 1906 Familien-tertaltog mit Tanz Kirchweih - Fest Morgen Sonntag, den 26. und Montag, den 27. August Kirchweih - Fest wozu ergebenst einladen o62o9 Die Wirte Friedr. Weinrich V. Ludwig Hieran V. „Zur Traube“ „Zum Schwanen“ MGÄAGM. Sonntag, den 26. und Montag, den 27. d. Mt^. Kirchwcih-Fcst wozu ergebenst einladen die Wirte 5954 Wilhelm Wagner II, Heinrich Balser XII. Mr gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Za ©Har. Sonntag, den 26. und Montag, den 27. August d. I. _____ während des Kirchwcih-Fcstss findet im Saalbau zur Linde Grosse Tanzmusik statt, wozu freundlichst einladet ^6126 ___ Ernst. WW 11. FMst abzugebeu 5116 zu verkaufen 06173 Bahnhofstraße 43, II. 1 Mer-MmB 23/4 HP. zu verk. Näheres durch H. Schön, Schlossermstr. [5040 Hechte, Backfische in allen Größen. Gießener Fischhaus 06202 Sonnenstr. 30. Photograph. 2lpparat (Knox) Plattengr. 9x12 u. 6x9, preiswert zu verkauf. Steinstr. 10, III. (^°° Pfnhlfäffer in allen Größen stets zu haben bei 61 so) liOuis Engel, Butzbach. Sie finden SCaMfer oder Teilhaber Gute Estbirnen auch zum Einmachen, zu verkaufen 5108 Stctnstratze 11, II. Primii GlMinetgrgs von zirka 4 Morgen Wiesen zu verkaufen. (5114) I. Happel. Gut erhalt. Hinderwagen billig zu verkaufen. 06198 Asterweg 23, Hinterh. Deutsche Flotten-Ausstellung Gießen, Neustadt 55 im Saale des „Restaurant zum Pfau" *^3$ 11. a.: Schiffsmodelle Hom Jahre 1286 bis zum jetzigen Unterseeboot. Künstlerisch ausgesührte Seeschlachten usw. usw. Die Ausstellung wurde in Frankfurt a. M. in kurzer Zeit von über 40 000 Personen besucht. Jede halbe Stunde Vortrag und Erklärung der Schiffe. Eintritt Erwachsene 30 Pfg., Kinder 15 Pfg. 06214 Mbo-eilllnßrilh Bernsteinlacksarbe lose gewogen, Pfd. 90 Pfg., über Nacht trocknend, Spiritusfußbodenlack lose gew., Pfd. 80 sof. trockn. Pitchpiucöl, sofort trocknend, Ltr.-Krug 1.— Mk., bet mehr billiger. 4854 Gust. Walter Mäusburg 13. Tel. 386. Em° Wirtschaft unter sehr aÜnst. Beding, zu verk. Schristl. Anfragen unter 06081 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Wr Herren ©tiiöcnten ’ 4 junge russische Windhunde (Barsois) 4 Atonale alt, von höchstprämiierter Abstammung, prächtige Renommier - Hunde, billig zu verkaufen bei (ss34/8 Sylvain Witsenhausen Frankfurt a. Main. Kausschillmg von 8000 Mark abzugeben. Schristl. Meldung, unt. 5125 an d. Gießener Anzeiger erbeten. 7 alte Morgen prima ®ninnnefara§bi[l5055 Bismarckstraße 14, 1. Daselbst werden Lehrmädchen für Weißzeugnähen angenommen. SWeWkJmselstttM Die Ernte hat begonnen und treffen täglich größere Sendungen feinster Preiselbeeren ein. Gest. Vorausbestellungen erwünscht. Prompt. Versand nach auswärts. J- Schuähof Marktstrabe 4 B081 Telephon 119 Eine fast n. Theke m. Schreibpult ti. verstellbaren Regalen für j. Geschäft passend, billig zu verkaufen. Das. 1 großes Lager zu verm., auch pass, für eine Werkst. -1875)__________Sonnenstrabe 5, Eine kurz in Gebrauch gewesene Lo&omobii- (4861 83«mg3f maschine von normal 18 PS der Firma Heinrich Lanz, Mannheim, ist sofort preiswert zu verkaufen. M. Weißbäckcr, Süd-Anlage 23. Zu verkaufen schönes Wohnhaus mit schattigem Garten in erster Lage Gießens. Näheres in der Geschäitsst. d. Gieß. Anz. [4713 Suchen Sie Käufer? oder Teilhaber? - llebcr 2900 Kapitalisten -- suchen Geschäfte aller Brauchen, Fabriken, Häuser, Grundstücke, Billen, Pensionate, Güter, Mühlen, Ziegeleien, Brauereien, Hotels, Gasthöfe 2C. durch Albert Müller, Köln a. Rh. An den Dominikanern 1,1. An ca. 20 Plätzen des Inti. Auslandes vertreten! Bin kein Agent! Daher ohne Provision! Streng reelles Unter« nehmen. Ohne Konkurrenz! Glänz. Anerkcunnngen! iöe« suche it. Rücksprache foftenfvei! Ein tzlHercS Haus in Gießen, 3x6 Zimmer m. Lager u. Stallg. ist zu verk., auch wird kleineres Haus m. Garten in Tausch genommen. — Schristl. Anfragen u. 05957 an den Gieß. Anz. erb. Grnmmetgras von mehreren Wiesen billig zu verkaufen. Conrad Malkomesius, 06067 s________Mäusburg 19. Mein neues [4424 Haus Walltarstraße 34 ist zu verkaufen evtl, zu vermiet. H. Leib. Sei Kauf Beteiligung ® grösste öersichti Wirklich reelle Angebote oerkäutlicber hiesiger u.auswärtiger flesebüfte. gewerbe- Betriebe, Zins-, Beschatt»-. Tabrlkgrancb stucke, Güter, Villen etc. und Cellbaber- gesuebe jeder J