Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen B5 schrieben: Besuch von sich von dem Verdacht eines Doppelspiels mit Deutschland! zu reinigen. Denn als mit „unauslöschlicher Dankbarkeit" während des russisch-japanischen Krieges über zal)lreiche Beiveise einer wohlwollenden Neutralität quittiert wurde, sanden in Petersburg sowohl die französischen luie die englischen Bestrebungen, Deutschland „einzukreisen", Ermutigung und Unterstübung in sehr maßgebenden Kreisen. In der russischen Presse sind deulschseindliche Besinnungen oft genug zum Ausdruck gekommen. Es wird uns nicht verziehen, daß wir Rußland „schwach gesehen" haben, uns am wenigsten, weil wir mehr als jede andere Macht dieser Schwäche freundwillig zu Hilfe kamen. Der Draht zwischen Berlin und Petersburg roirb nicht gleich reißen nach den neuen Erfahrungen mit der russischen Freundschaft, aber eine gewisse Kühle und Vorsicht werden doch wohl aus deutscher Seite Zurückbleiben. Tie deutsche Herzlichkeit und Biederkeit sind gewiß nicht genug zu preisende Eigenschaften. Im Verkehr der Völker scheinen sie nur in homöopathischen Losen angebracht. Tie russisch Verlegenheitsausrebe droht aber für den Grafen Lambsdorff verhängnisvoll zu werden. Wenigstens behaaptet das Petersburger Blatt „Slowo", der Gras habe das Ministerium des Aeußern kompromittiert und werde durch den Mitte April aus Paris nach Petersburg kommenden Botschafter Relidow ersetzt werden. Bestätigung dieser Behauptung bleibt abbringen. Auch beabsichtige er, die Satzungen über die Immatrikulation einer Revision zu unterziehen. Bei dieser Gelegenheit werde er auch den Anregungen über Erweiterung des Frauen st udiumS aus den Universitäten nähertreten. Bei Berufungen werde er stets die beste Kraft nehmen, und wo ein Bayer und em Nichtbayer Autzlauo. In Kursk halten sich vor dem Kriegsgericht GeneralDobrowolsky und Fürst Bagration zu verantworten, weil sie entgegen ihrer Pflicht als behördliche Vertreter nicht eingeschritten lvaren, als am 30. Juni v. I. Die Menge auf dem Kursker Bahnhof einen Wagen in Brand setzte, in dem ein Offizier vor ihr Zuflucht gesucht hatte. Las Urteil lautete für den General auf 2 Monate unb gegen ben Fürsten auf drei Monate Festungs^ a ^n Radom wurde ein Schuldirektor auf dem Wege durch eine Vorstadt von zwei Leuten durch mehrere Schüsse schwer verwundet. Tie Angreifer sind entkommen. Im KLankenhausflügel des Buthrki-Gesängnisses zu Moskau brach Feuer aus, das bei den jetzt im Gefängnis herrfchenden Zuständen entsetzliche Folgen haben mußte. In der chirurgischen Baracke, wo der Brand durch Explosion einer Lampe entstand, befanden sich 38 Schwer» Ecanfe, von denen viele in Betten lagen. Tas Feuer ergriff Den einzigen Ausgang und verbreitete sich mit rasender Schnelligkeit über den ganzen Raum. Tie Feuerwehr drang iliit Rauchmasken in das Innere ein und rettete einige mit furchtbaren Brandwunden bedeckte, halb erstickte Gefangene, von denen vier ihren Verletzungen erlagen. In dem Ge-, sängnis sind gegenwärtig 830 politische Verbrecher in ter*, niert. A. bei Staatssekretär von Stengel, Hausminister von Wedel und eine große Zahl von Reichstagsabgeordneten aller Fraktionen mit dem Präsidenten Grafen Ballestrem. Oberhofprediger Tryander hielt die Gedächtnisrede. Die Leiche wurde auf dem alten Dreifaltigkeitslirchhofe beigesetzt. — Die Grunderwerbskosten (871 000 Mk.) für die Errichtung eines Gebäudes für das Reichsm i l,t är g eri ch t in Charlottenburg sind heute von der Budgetkommission beS Reichstages abgelehnt worden. — Zu der Meldung des „ReichsbolenV einflußreiche Leute im Zentrum hätten sich Hoffnung auf einen Polten im Kolonialamt gemacht, bemerkt die „Germania", sie könne sich nicht recht vorstellen, daß da§ Kolomalamt für irgend jeniand verlockende Aussichten haben sollte. München, 22. Mürz. In der Abgeordnetenkammer erklärte der Kultusminister, er werde tm Landtag eine Vorlage über Gewährung materieller Beihilfe an unbemittelte hervorragende bayrische Privatdozenten ein» Bon der Steuerkommifsion. Berlin, 22. März. Die Steuerkommission des Reichstages fetzte die Beratung der Fahrkarten st euer fort und erhielt den Beschluß erster Lesung aufrecht, nach welchem an Stelle des von der Regierung vorgeschlagenen FixUempels Kilometerzuschläge treten, mit dem Anträge der Nationalliberalen, der auch die Fahrkarten aus ben Seen unb im DampfschiffSoerkehr ber Nord- unb Oitsee in bte Besteuerung einbezieht. Bei ber Abstimmung über bie Kilometer-Zu» schlüge fehlte bas Kommissionsmitglied der polnischen Fraktion, daS gegen den Antrag war. Wäre dieses rechtzeitig em» getroffen, fo wäre der Antrag mit 14 gegen 14 Stimmen abgelehnt worden. Die Quittungssteuer bleibt ab» gelehnt, da neue Anträge nicht gestellt wurden. Der Beschluß erster Lesung, betr. die Besteuerung der Ansichts- karten, wurde ohne Widerspruch aufgehoben. Nacken (Zentr.) brachte einen Antrag auf Tantiömesteuer ein. Die Steuer soll 10 Prozent der Gesamtsumme ber Vergütungen betragen. Die Beratung wurde für bie Freitags- Sitzung zurückgestellt. Die Automobil st euer wurde im wesentlichen nach ben Beschlüssen erster Lesung an geil omme n. Nur die obere Grenze ber Pferdekräfte, nach denen die Höhe ber Steuer zu bemessen ist, würbe von 20 auf 25 erhöht. ___ Aus S»aot uno LES. Gießen, ben 23. März. ** Personalien. S. K. H. der Großherzog haben dem Kammerjunker Ritter und Edler v. Oe ti n ger in Darmstadt die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des ihm von S. M. dem Kaiser, König von Preußen verliehenen Johanniter-Ordens erteilt. S. K. H. ber Großherzog haben dem Pfarrer Jak. Durst zu Mauchenheim (Rheinpsalz) bie eoana. Vfarrstelle zu Armsheim übertragen. politische Lagessdrau. Zentrum und MUitärforderuugeu. Wenn das Berliner Zentrumsorgan in einer Abhandlung über bie Militärpensionsgesetze bie Auffassung der Zentrumsfraktion roiebergiebt, bann finb bie Aussichten für daS Zustanbekommen biefer Vorlage in ber laufenden Session gering. Man weiß es allerdings bereits, baß die ausschlaggebende Partei ber Aufbesserung der Ruhegehälter für bie oberen Offizierschargen kühl bis anS Herz gegenübersteht, aber es muß auch bezweifelt werden, daß ber preußische Kriegsminister die erneute Verschleppung dieser Vortage oder die Abänderung wesentlicher Bestimmungen hinneymen würde. General v. Einem hat in seinen ReichstagSreden die Ansprüche der pensionierten Offiziere zu einer grundsätzlichen, für das ganze Heerwesen belangreichen Bedeutung erhoben. Er würde die weitere Vertagung oder bie Zusammenslreichung ber Pensionsreform vielleicht als schwer zu überwindende Abweisung empfinden, zumal ihm ber Reichstag ben geforberten Neubau für bas Reichs- militärge richt wieberum ablehnt und von dem Projekt der Offiziersreitschule nur ein Bruchstück stehen läßt, ber Fortsetzung aber einen Riegel für drei Jahre vorschiebt,. Heber die gemeinsame Erziehung von Knaben und Mädchen in den ba D i f cb e n Mittelsänllen wird aus Karlsruhe ge- zuwarten. Tas Gerücht, es werd» im Herbst eine große internationale Konferenz zur Erörterung aller 11ri11igcn Fragen ber ausw. Politik veranstaltet werden, hätte füglich erst am 1. April in die Welt gesetzt werden sollen, dem Termin, an dem man die Zeitgenossen zu narren pflegt. Tenn der Geschmack an internationalen Konferenzen durfte den Regierungen durch „Algeciras" einigermaßen verleidet sein. Tie Ersahrungen, die Deutsche land dort macht, müssen jedenfalls bei ihm die Neigung aufs äußerste beschränken, sich der Wahrscheinlichkeit erneuter Brüskierung durch „gute Freunde" auszusetzen. In Leutschland hat man nachgerade das Gefühl, es sei keine pvlirische Angelegenheit so klar, daß sie nicht durch eine Liplvmatenkonferenz verdunkelt werden könne. Die Völker Europas, die Kaiser Wilhelm vor sechs Jahren ausforderte, ihre heiligsten Güter gegen die Gelben zu wahren, feljcn sich durch diplomatische Künstelei dem Hohn dieser Gegner preis- gegeben. Scan es kann ooch darüber fein Zweifel fein, daß Die Vorgänge von Algeciras an den Asiaten die aufmerksamsten Zuschauer haben. Unter diesem Gesichtspunkte erscheint die internationale Position Deutschlands noch ungünstiger. Es ist auch in Ostasien tatsächlich „isoliert", und wenn es einem seiner zahlreichen Widersacher gefällt, dort einen Streit vom Zaun zu brechen — englische Hetzer haben sich in Schaurung schon unliebsam bemertbar gemacht —, dann würde Deutschland im Rat der weißen Brüder genau so überstimmt und ins Unrecht versetzt werden, wie in Algeciras. Selbst die Vereinigten Staaten würden nichts an m o r ac tischer Unterstützung für Deutschland übrig haben. Für letzteres ist es am geratensten, in gelassener Zurückhaltung eineAcnderung der internationalen ston)tellaN non abzuwarten, die ja kommen wird, denn das Einvernehmen zwischen den «chten, die nur auf der Linie der Quertreiberei gegen Deutschland sich zusammenfinden, unter sich aber vielfach entgegengesetzte Interessen haben, tarnt nicht von Tauer sein. Zu wünschen ist freilich, daß die: diplomatischen V e r t re t e r Deutschlands bei jenen Staaten sich über die politischen Strömungen dort ' in Zukunft besser unterrichtet zeigen. Em rliuhmes- blatt für die deutsche Diplomatie ist die Geschichte der jüngsten Zeit sicherlich nicht. gleich gut seien, nehme er den Bayer. Allzu großen Einnahmen aus Kollegiengeldern suche er dadurch zu begegnen, baß er mit ben zu Berufenden Vereinbarungen treffe, bte Honorare über eine gewisse Höhe hmaus in bie Universitätskaffe fließen zu lassen. Unberechtigten klerikalen Einwürfen trete ber Minister entschieben entgegen. Die Kammer genehmigte endlich bte wiederholt vom Zentrum abgelehnten Mittel für die verlangte ordentliche Geographieprofessur an ber Universität München. Der Kultusminister versprach, hei Genehmigung einer a. o. Orthopädie-Professur in München, für orthopädischen Unterricht auch an den Universitäten Würzburg und Erlangen sollen zu wollen. Nr. 70 trfftetnt tÄgTie außer SonniagS. Dem Gießener Anzeiger werben im Wechsel mit dem hessischen Landwirt bie Gießener Kamillen, blätter viermal in der Woche beiqelegt Rotationsdruck u. Verlag der B rü hl'ichen Unwerf.-Buch-u.Slem» druckerel. 9t Lange. Redaktion, Ervedtttoa und Druckerei: Schulstraße 7. Redaktion esS) 113 Verlag u.Exved.^sOöl Adrelie für Teoefcyen: Anzeiger Gießen. Die Marokko-Konferenz. A l g e c i r a s, 22. März. In der heute abgehaltenen K o m i t c e s i tz u n g wurde vorgeschlagen, das Gehalt eines H a u p t m a n n c s in jedem .Hafen auf 7000 Frcs., das des Inspekteurs auf 25000 Francs fcstzusetzen. Die gesamte Diskussion von heute ließ allgemein den Wunsch der Delegierten erkennen, die Einrichtung der Inspektion zur Tatsache werden zu lassen, und auch ihre Befugnisse soweit als möglich auszudehnen. Wenn man den hier allgemein herrschenden Eindruck nimmt, würde die Verständigung auf folgender Grundlage zustandekonimen: Frankreich würde als Ablösung für sein Vorzugsrecht drei Sanfanteile, mit seinem Anteil also vier Anteile erhalten. Dafür würde Frankreich aber Deutschland ebenfalls in der San ff rage ein Zugeständnis machen, doch würde ein solches nicht in einem weiteren Bautanteil bestehen. Casablanca würde ebenso wie die übrigen Soäfen der französisch-spanischen Polizei überlassen iverben. — In dem vorstehend Gesagten ist weder etwas Offizielles noch etwas Gewisses. Es sind Annahmen, die aber die meiste Wahrscheinlichkeit für sich haben. Man befindet sich bezüglich der Herbeiführung einer Lösung im iritischen Moment, und fann nur angeben, in welcher Richtung die Lösung anscheinend gefunden werden wird. Herr v. R a d o w i tz ist plötzlich erkrankt. Zu ber „Erläuf er un g" der russischen Marokko-Note durch die russische Botschaft nimmt, nachdem in Berlin die Veröffentlichung der Stete im Pariser „Demos" aufs peinlichste berührt hatte, die „Nordd. 2111g. Irg." nochmals hochoffiziös das Wort. Sie schreibt: Wir wiederholen, Dob uns ein triftiger Anlaß zu einer solchen Verwahrung der russischen Politik gegen den Verdacht emcs Dovpclspiels nicht vorzuliegen scheint und daß die Veröffentlichung in einem neuerdings gegen Deutschland so gehässigen französischen Blatte auffallend bleibl. Uns bedunkt, daß Rußland eher nötig gehabt hatte. jährlich Alk. 2.20; durch Abhole' u. Zweigstellen monatlich 65 Pi.; durch die Post 9JIL2.—merret- jährl. ausickü. Beitellg. rinnahme von Anzeige« für bie Tagesnuinmer bis vormittags 10 Uhr, Zeilenpreiö: lokal 12 Pf* auswärts 20 Pig. Verantwortlich für den Dolit und aUqem, Teil: P. Witt ko- «üi .Stadl und Cantr unb .Gerichts!aal'. Ernst Heß. siir den Anzeigenteil: JoanG Beck. Die Unfalllaitcn in der Landwirtschaft. Man schreibt uns aus dem Naffaulschen: Im preninschen Hanse der Abgeordneten sand während der Etatsberatung bei dem Titel „Ankaui von Tomänengrundstücken" eine eingehende Debatte über bte Un'allversicherung für land- und wrstwirlschastliche Arbeiter statt. Allgemein wurde über die hohe Belastung ber Lan d w irtjchaft durch b i c 11 n f a 11 = -re rsicher un gsbeit rüge geklagt. So beträgt bet der hessisch-nassatnschen Berttssgenossenschafl bte Belastung im Durch» ,'chntll bereits 68 Prozent der Grundsteuer, in einem Kreise 115 Prozent, in einzelnen Gemeinden mit schwacher Steuertraü steigt bte Belastung aus 130 Prozent und in einer Gemeinde sogar ans UO Prozent. Wenn die Schuld an der großen Steigerung der Unsallver» sicheiungslasten der Nechtsprechimg des Reichsversicherungsamtes zugeschoben wurde, so ist dieser Vorwurs nicht gerechtfertigt. Mehr Beachtung verdient bie Anregung, bte kleinen Renten von 10 ober 20 Prozent zu beseitigen. Am meisten bürste indessen durch Verbesserung der Uniallverhülnngsoorschristeu^ und durch intensiveres Hettversahreti zu erreichen sein. Daß die Sache out diesem Gebiete gerade bei der landwirtschattlichen Un'allversicherung troch sehr tm Argen liegt, ist von Fachleuten mehrfach hervorgehoben ivorden. Es kann keinem Zweitel unterliegen, daß das Heilverfahren in ben ländlichen Bezirken noch sehr zu wünschen übrig laßt. So bleiben denn vielfach die Verletzten bis an ihr Lebensende Krüppel und renlenberechligt, obwohl sie, wenn rechtzeitig ein intensives Heilverfahren emgeleitel wäre, tviederherzuiieUcn gewesen wären. Hier wird also vor allen Tmgen der Hebel eingesetzt werden müssen. Manches würde schon besser werden, wenn bie Krantenoeisiche- rungspfllcht auf ine land- und forstwirtschaftlichen Arbeiter ausgedehnt würde. __________________________ Deutsches Resch. Berlin, 22. März. Kaiser Wilhclm tvird auf seiner bevorstehenden Mittelmeerfahrt auch Valencia in Spanien besuchen. — Eine Trauerfeier für den Reichstags-Bureaudirektor Knaak fand heute im Trauerhaufe statt. Ihr wohnten u. Bdyon vor mehreren Jahren ist in unserem Lande ber Knabenmittelschulen auch dem weiblichen Geschlecht eröffnet worden, und es ist in hohem Maße interessant, fest- zustellen, wie in zunehmendem Maße von dem Entgegenkommen ber Unterrimtsverwaltung Gebrauch gemacht wird. Wie eine vom Oberschulrat kürzlich veröffentlichte Statistik nadjroeift, haben im lebten Schuljahr an dem Unterricht in Gymnasien 52, in Realgymnasien 35,‘Sn Oberrealschulen 19, in den Realschulanstalten mit mutiger als neun Klassen indgcjamt 694 Mädchen teilgenom- meu. 9ted) den von ben Anstaltsleitern gemachten Wahrnehmungen können die Erfahrungen, die bis jetzt vorliegett, als durchweg gut bezeichnet werden, und zwar gilt dies sowohl für bie unteren, wie für die oberen Klassen. Uebereinftimmenb wird die Fälligkeit dec Mädchen, ben Ansorderungen des Unterrichts zti folgen, bestätigt, in vielen Fällen wirb sogar der größere Fleiß unb bas regere Interesse ber Mädchen an den einzelnen Uitterrichtsgegenstänben hervorgehoben, und cs wird ihrer Anwesenheit vielsach ein fördernder Einfluß auf die äjiabeii zugeschriebeu. An einzelnen Anstalten übertreffen sogar die Leistungen der Mädchen die der Knaben. Nicht minder wird ein solch günstiger Einfluß von fast allen Vorständen in bezug auf das Betragen der Schüler hervorgehoben, indem betont wird, baß die größere Pünttlichkeit, Ordnungsliebe, Gewiffen- baftigfeit und Aufmerksamkeit der Mäddien, sowie ihre natürliche Zartheit verfeinernd auf bas Betragen unb Auftreten ber Knaben wirte. Auch in bezug aus bie Disziplin haben sich bis jetzt Schwierigkeiten nicht ergeben, wie auch irgenbmeldje Gefahren für die Sittlichkeit aus dem Zusammensein von Knaben unb Mädchen nirgends wahrgenommen wurden." Erstes Blatt ISO.Jahrgang Freirag 23. März 1OOO Ak O monatlich 7bPf.,vtettel- Gietzener Anzeiger ° General-Anzeiger ** Aie heutige Kummer umfaßt 10 Seiten, Amtlicher T^it. KeKanntmachung. An die Grotzh. Bürgermeiftcrcicn des Landbezirks. Wir ersuchen Sie, die Ihnen ^gegangenen Gewerbescheine für 1906 auLzusertigen, die Stempelmarken vorschriftsmäßig zu entwerten und bie Scheine sodann nach Nummern geordnet umgehend wieder hierher zurück zu senden. Gießen, den 23. März 1906. Großh. Steuerkommissariat Gießen. Dr. Metzler. — In Audienz empfangen wurde von e. K. H. dem Großherzog am 21. März nachmittags der frühere Keichskommissar der Weltausstellung in St. Louis Geheimerat Lewald. — Erledigt ist eine mit einer katb. Lehrerin zu besetzende Leh re rinn en stelle an der Gemeindeschule zu Ockenheim und die mit einem cvang. Lehrer zu besetzende Lehrerstelle an dec Gemeindeschule zu Lardenbach. Mit der Stelle ist Organisten- und Lektordienst verbunden. Den Freiherren Niedescl zu Eisenbach steht für diesmal das Präsentationsrecht zu. — Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Schulamts aspiranten 9lbnm Hübner au5 Wald-Michelbach die 2. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Offenthal, der Schulamtsaspirantin Franziska Kolb aus Ober-Olm eine Lehrerinnenstelle an der Gemeindeschule zu Mühlheim (Kr. Offenbach). Bestätigt wurde der von dem Fürsten zu Lömen- stein-Wertheim-Rosenberg und dem Fürsten und Grafen zu Erbach-Schönberg auf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Birkert präsentierte Schulamtsaspirant PH. Zimmermann aus Esselborn. — Das Staatspapiergeld vom 1. Juli 18 6 5 verliert am 1. Januar 1907 seinen Wert und kann einen Anspruch an den Staat nicht mehr begründen. Mit dem genannten Zeitpunkt wird die Einlösung des Staatspapier- geldeS bei der Großh. Staatsschuldenkasse aufhören. — Nationalliberalcr Verein. Da Reichstagsabgeordneter Hagemann für den kommenden Sonntag schon einen Vortrag in Lauterbach und für Montag einen solchen in Darmstadt zugesagt hat, kann er hier erst in den ersten Tagen de§ April sprechen. Der Termin wird später bekanntgegeben. ** Aus dem Bureau des Stadttheaters. Nochmals sei auf das heutige Benefiz des verdienst- bollen Regisseurs Georg Wittmann hingewiesen, der bekanntlich Dr. Klaus zu seinem Ehrenabcnd gewählt hat. — Am Sonntag hat Herr Bruno Reimer seinen Benefizabend, zu dem er den Schwank „Raub der Serbin erinnert" gewählt hat. Die Paraderolle des Striese dürfte Herrn Reimer besonders liegen, da er geborener Sachse ist. Um besondere Abwechslung zu bieten, wird er im Verein mit der Ballettmeisterin Frl. Oldini eine Balletteinlage zum Besten geben, die als Zeichen der Vielseitigkeit des Herrn R. noch besondere Anziehungskraft ausübcn dürfte. •* Mehrere Mansardendieb st äh le wurden gestern hier von unbekanntem Täter ausgeführt. Zwei silb. Damenuhren nebst Ketten und Baarbeträge von 40 und 25 Mark fielen dem Dieb zur Beute. Darüber, daß alle Diebstähle von einem und demselben Täter ausgcführt und daß es sich um einen gewerbsmäßigen Mansardendieb handelt, besteht kein Zweifel. — Lohnbewegung der Steinmetzen. An sämt- lichc Steinmetzgeschäfte in Gießen und Umgegend wurde von den Gehilfen wegen der fortwährend steigenden Preise der Lebensrnittel und anderer Bedürfnisse eine Lohnforderung unterbreitet. Hoffentlich werden bei den Verhandlungen der Meister und Gehilfen nicht zu scharfe Gegensätze zu Tage treten, damit nicht andere Erwerbskreise in Mitleidenschaft gezogen werden. — In Amerika verstorbene Hessen. Frau Marie Margarethe Kessel, geb. Zimmermann, aus Selzen, 82 Jahre alt, zu Richfield, Wis. — Frau Anna Christine Gettmann, geb. Kreuz, aus Fränkisch-Crumbach, 62 Jahre alt, zu Pitts- bürg, Pa. — Frau Elisabeth Pfeffer, geb. Schmidt, aus Alsfeld, 35 Jahre alt, zu Cleveland, O. p. Klein-Linden, 22. März-. Dieser Tage erhielt die hiesige Familie Mathes vom Norddeutschen Lloyd die Nachricht, daß ihr Sohn, der vor etwa zwei Jahren als Schiffsjunge eintrat, mit seinem Schiff nicht in den Hafen zurückkehrte und seitdem vermißt wird. Der hoffnungsvolle junge Mann ist 18 Jahre alt und besuchte vor seinem Eintritt zum Norddeutschen Lloyd das Gymnasium zu Gießen. p— Lollar, 22. März. Bei der heutigen Bcigeord- netenwahl wurde das Mitglied bcs Gemeinderates Wagnermeister Karl Schwalm mit 124 Stimmen gewählt. Gegenkandidaten waren nicht vorhanden. t. Beuern, 21. März. Der Mazzenbäcker Aron Griesheim von hier stürzte gestern so unglücklich, daß ec sich schwere Verletzungen an Kopf und Arm zuzog. Er mußte sich vom Arzt den Kopf vernähen lassen. () Bad-Nauheim, 22. März. Für die Usatal- bahn Bad-Nauheim — Usingen sind die Absteckungsund Vorarbeiten beendet, die Gemeinden haben schon vor einiger Zeit die kostenlose Stellung des Geländes und Beiträge zu den Kosten bewilligt. Man hofft auf eine baldige Inangriffnahme der Strecke. Nennenswerte Geländeschwierigkeiten stellen sich dem Projekt nicht entgegen, da die Linie erst eine Strecke von zirka 1 Km. der dNamweserbahn nordwärts folgen und dann in das Usatal einmünden und fortgesetzt der Ufa folgen soll. Die Bahn wird in Usingen an die genehmigte Weiltalbahn Usingen—Weilmünster anschließen. Die preußischen Landräte haben vor kurzem beide geplanten Strecken besichtigt. Das Eisenbahnbaubureau, das seither in Nidda sich befand, wird ab 1. April nach Usingen verlegt. Die beiden Bahnstrecken werden unseren Badeort in direkte Verbindung mit Taunus, Weiltal und Lahntal bringen. A. Büdingen, 22. März. Dem Gendarmerie-Ober- wachtmeister Schmidt hier wurde vom Fagdschutzverein für besondere Tätigkeit und Verdienste um den Jagdschutz eine Geldprämie von 30 Mk. zucrkannt. Mainz, 22. März. Der Verein Mainzer Kaufleute beschloß, bei der städtischen Verwaltung im Sinne der Einführung des obligatorischen Acht-Uhr-Ladenschluss es vorstellig zu werden. Für die Zigarrenbranche soll der Laden- schluß auf 9 Uhr abends ffestgesetzt und für alle Branchen das Offenhalten der Läden am Samstag bis 9 Uhr statthaft >->n. (Srtf. Ztq.) Mainz, 21. März. Die Staatsanwaltschaft macht bekannt, daß vor einigen Tagen bei den Erdarbeitcn an dem Bahnhof Kurve ein weibliches Skelett, das 30 bis 35 Zentimeter tief unter dem Feldweg lag, aufgefunden worden ist. Das Skelett liegt seit etwa 15bis20Jahren unter der Erde und gehört einer Person von etwa 20 bis 22 Jahren an. Wahrscheinlich liegt ein Lustmord vor. — Tie hier domilizierte Fleische r-Berufsge- vossenschast bezahlte im Jahre 1905 an Unfallend- schädigungsgcldern 698 461 Mk., gegen 608243 Mk. im Jahre 1904. (Frkf. Ztg.) Worms, .90. März, Gestern und heute konnten bri der Tieferlegung oes FutzvodenS am Ostchor des Dornes eine Anzahl Gräber — bis jetzt 11 — freigelegt werden, von denen man annimmt, daß es Bisch ofs- oder Her- zogSgräber find. Heute nachmittag fanden sich der Kirchenvorstand zu St. Peter und der Vorstand des Altertumsvereins an der betreffenden Stelle im Dome ein, um der Oeffnung der Gräber beizuwohncn. Von Darmstadt waren dazu erschienen Geh. Oberbaurat Prof. Hofmann, Kunstpfleger Dr. Müller, Professor der Kunstgeschichte Dr. Kautsch und RegierungSrat Dr. Kranzbühler. (W. Z.) = Wetzlar, 22. März. Am 18. d. Mts. tagte im Hotel Kalt-- wasser die Generalversammlung des Mitteldeutschen Kaninchenzüchter-Verbandes. Es waren Vertreter von ollen Vereinen anwesend. Der Verband erstreckt sich über die Rbeinprovinz, Hessen-Nassau, Großherzogtum Hessen und Waldeck. Zum Verbandsvorsitzenden mürbe Theodor Viehmann aus Kinzenbach gewählt. Die Bundes-Ausstellung findet Ostern in Kinzenbach statt, an ihr beteiligen sich alle Verbandsvereine mit insgesamt über 1000 Vieren. Die Ausstellung soll dazu beitragen, den Sinn für die Kaninchenzucht immer mehr zu wecken. p. Biskirchen (Lahn), 22. März. Heute morgen wurden hier zwei Scheuern und ein Wohnhaus ein Raub der Flammen. Die Entstehungsursache des Brandes ist unbekannt. [] Marburg, 22. März. In der gestrigen Stadtverordnetensitzung kam eS wegen der auch schon in diesem Blatte erwähnten Vergebung der Fenster an eine Firma in Weimar wieder zu einer äußerst erregten Debatte. Bei der Submission erhielt bekanntlich die letztere den Zuschlag, weil sie mit 12 240 Mk. das billigste Angebot abgab; die Forderung der hiesigen Schreinermeister betrug 3517.57 Mk. mehr. Die Beschwerde der Schreinerinnung an die Regierung, der Protest einer großen Handwerkerversammlung und der Stadtverordneten usw. hatte keinen Erfolg und die Firma behielt den Auftrag. Der hinkende Bote kam aber nach, denn als kürzlich das Probefenster hier eintraf, zeigte es sich, daß dasselbe absolut nicht den gestellten Bedingungen entsprach. Gestern brachte nun der Obermeister der Schreiner- innung, Stadtv. Bang, die ganze Angelegenheit zur Sprache, weil zu befürchten stehe, daß Marburg ein neues Sch ul- gebäube ohne Fenster bekäme; die Firma könne vielleicht gar nicht rechtzeitig liefern. Es wurde schließlich beschlossen, daß eine Sachverständigen-Kommission nach Weimar reist und nachsieht, ob und wann eigentlich Fenster geliefert werden. Ems, 22. März. Hier verlautet, daß der Kaiser in diesem Jahre eine Badekur gebrauchen und in Koblenz vorübergehend Aufenthalt nehmen wird. ** kleine Mitteilungen aus Hcsse n und den Nachbarstaaten. Die preuß. Regierung hot die Bestätigung bet Wahl desi Lehrers Schick'in Amöneburg bei Marburg zum Bürgermeister dieses Städtdreus versagt. Französisch-belgischer Bergarbeiterausstand. Lens, 22. März. Versammlungen von Bergarbeitern fanden heute in mehreren Zentren statt. Die Redner traten dafür ein, daß die Forderungen der Föderation Syndikate angenommen werden, nämlich 8 Francs Lohn und der Achtstundentag, und suchen darzulegen, daß das Programm des Kongrcffes für die Arbeiter nicht zufriedenstellend sei. Aus Mangel an Kohlen wird in den Fabriken von Denain und Anzin, die gegen 6000 Arbeiter beschäftigen, die Arbeit eingestellt werden müssen. Auf Schneefall folgte strenge Kälte. Mons (Belgien), 22. Marz. Man befürchtet hier den Ausbruch eines Bergarbeiterstreiks im Zusammenhänge mit dem Ausstande in Frankreich. Die Arbeiter einer Anzahl Gruben haben Lohnaufbesserungen verlangt, und falls diese nicht bis zum 1. Aprst bewilligt werden, wird der Streik proklamiert werden. Einige partielle Streiks haben bereits begonnen, wurden aber infolge der entgegenkommenden Haltung der Grubenleitungen sofort beigelegt. * E s n, 22. März. Zu der Meldung, daß die deutsche Rettungsmannschaft der von der Volks Universität in Paris ansgefvrochenen Einladung zu dem Besuch der französischen Hauvtstadt am 21. März Folge zu leisten beabsichtigt hatte, wird von zuständiger Seite gemeldet: Tatsächlich wurde die zunächst auf telegraphischem Wege ciugegangenc Einladung alsbald nach Eintreffen der in der Depesche in Aussicht gestellten brieflichen Wiederholung in höflicher Form mit der Begründung abgelebnt, daß die Abwesenheit der deutschen Rettungsmannschaft von Billy Montigiiy unmöglich ist, solange noch die Bergungsarbeiten im Gange sind. ______________________________ Die Ermordung des Oberstleutnants Roos. (Unberechtigter Noc'idruck verboten.) H. F. Düsseldorf, 22. März. Ein entsetzliches Verbrechen gelangte vor dem Schwurgericht zur Verhandlung. In M.-Gladbach besaß der 48 Jahre alte Oberstleutnant Wilhelm Roos eine Villa, die er allein bewohnte. Um nicht allein zu fein, nahm er ein junges Ehepaar, den Fabrikarbeiter Adolf Blömers und Frau, in seine etwas einsam gelegene Villa. Frau Blömers sollte dem Oberstleutnant Aufwarte- menste leisten, dafür hatte er dem Ehepaare das Erdgeschoß als Wohnung abgetreten. Außerdem zahlte er der Frau Blömers monatlich 15 Mark. Im Oktober v. I. faßten die Leute den Entschluß, den Oberstleutnant zu ermorden, um sich in den Besitz seines Vermögens zu setzen. Die Ermordung im Keller. „ Das Ehepaar beschloß, die Ermordung im Keller vorzunehmen. Möbelpolier Leonard Blömers erklärte sich bereit, sich an der Ermordung zu beteiligen. Am Abend des 22. Oktober hatte der Oberstleutnant in einer Gesellschaft den Geburtstag der Kaiserin gefeiert. Am andern Morgen machten die Brüder Blömers int Keller großen Lärm. Sie seblugen mit einem Hammer auf die dort aufgestellten Fässer mit solcher Gewalt, daß man sein eigenes Wort nickt hören konnte. Der Oberstleutnant lief in den Keller, um sich Ruhe auSzubitten. Katlm hatte er aber den Keller betreten, da schlugen die Männer, jeder mit einem Hammer bewaffnet, ihm auf den Kvpf, bis sie die Ueberzeugung erlangt hatten, der Oberstleutnant sei tot. Daö Frühstück der Mörder. Darauf begaben fick die Unholde in ihre Wohnung, um zu rühstücken. Es wurde beratschlagt, wie man am unauffälligsten die Leiche beseitigen könne. Dabei wurde der Vorschlag gemacht, ich zunächst des Geldes zu bemächtigen, dann aber brr Polizei zu melden: Der Oberstleutnant habe Adolf Blömers angegriffen, infolgedessen habe Letzterer den Oberstleutnant in der Notwehr er- culagen. Die wiedererwachte Leiche. Plötzlich drang ein leises Stöhnen aus dem K'ellcr empor. Kein Zweifel, der Oberstleutnant war noch nicht tot. F-rau Mmers rief zornentbrannt: „Das habt Ihr schlecht gemacht. Nun schlagt den Kerl vollständig tot. Ihr habt die Sache einmal angefangen, nun führt sie auch auä". Die Blömers liefen in den Keller. Der Oberstleutnant war aus seiner Betäubung erwacht und hatte sich am Geländer der Kellertreppe aufgerichtet. Die Entmenschten 'chlugen mit Hammer iund Beil aufs Neue auf den Oberstleutnant ein. ALdann fügten £ie dem noch zuckenden Körper d en Kops a v. T>a Der goldene pitng sich nicht vom Finger ziehen ließ, so wurde der Leiche auch der Ringfinger abgesagt. Die Mörder waren darauf bemüht, die Blutspuren zu beseitigen. Die Beseitigung der Leiche. ^Am Nachmittag wurde der Kops in einem dem Oberstleutnant gehörigen Handkoffer herausgeschafft und verscharrt. Der Koffer, Kleidungsstücke, Wäsche usw. und der abgehackte Finger wurden verbrannt. Den Rumpf hatten die Mörder in Pa eklem wand eiu- genäht. Von der Dunkelheit geschützt, fuhren sie den Rumpf auf, einer Ziebiarre hinaus und vergruben ihn in der Nähe des Kopses. Sie hatten nur 280 Mark bares Geld gesunden, da der Oberstleutnant sein Vermögen in Wertpapieren hinterlegt hatte. Es fiel sehr bald auf, daß der Oberstleutnant nicht mehr zu sehen war. Den Fragern wurde bedeutet: Der Oberstleutnant sei auf längere Zeit verreist. Die Verhaftung. Dem Krimmalkommissar Heinzerling kam die Sache verdächtig vor. Er ließ die Blömers durch seine Beamten überwachen. Letztere machten die Wahrnehmung, daß die Blömers Wertgegenstände des Oberstleutnants teils versetzt, teils verkauft haben. Heinzerling schritt infolgedessen zur Verhaftung des Ehepaares und verhaftete auch bald darauf den Leonard Blömers. Zunächst gestanden die Mörder> die Diebstähle zu. Nach eingehendem Verhör gestanden sie schließlich auch den Mord in allen Einzelheiten zu. Sie wurden nach Düsseldorf transportiert und hatten sich nun wegen Mordes und Raubes zu verantworten. Adolf Blömers ist 26, fein Bruder Leonard 25 Jahre alt. Frau Blömers ist 29 Jahre alt, "nd Mutter eines kleinen Kindes. Das Urteil. Das Scbwurgerick't Verurteilte Adolf und Leonard MömerS sowie die Ehefrau Blömer zum Tode.______________________ Gerti chtsscrcrl. Die früher sehr beliebte und weit bekannte Sängerin r^rau Tosti-Panzer aus Paris, die einst durch ganz Deutschland ihre Konzertreisen machte, stand am Mittwoch unter der Anklage der Körperverletzung mittels hinterlistigen Ueberfalls und Hausfriedensbruchs vor dem Schöffengericht zu B e r t i n. Die Angeklagte ist die exaltierte Dame, die am 3. März auf dem Wandelgange des K'riminalgerichtsgebäudes einem dort beschäftigten Rechtsanwalt einen Schlag ins Gesicht versetzt hatte. Sie mußte damals mit Gewalt entfernt und der Polizei übergeben werden. Sie befindet sich, da sie als Ausländerin fluchtverdächtig erschien, in Untersuchungshaft. Sie gab ihr Vergehen reuevoll zu und machte zu ihrer Entschuldigung geltend, daß sie das Opfer ihres sehr lebhaften Temperaments sei und sich bei Verübung des von ihr bedauerten Exzesses in einem Zustande hochgradiger Erregung befunden habe. Der Gerichtshof verurteilte die Dame zu 100 Mark Geldstrafe unb rechnete diese auf die verbüßte Untersuchungshaft an. Die Angeklagte wurde sofort auf freien Fuß gesetzt. Vermischte». * K ü nstler un ö Student. Der Posaunenviriuos Alschansky hatte in Göttingen bei einem Konzert einen heftigen Zusammenstoß mit einem Studenten Warnke. Die Burschenschaft „Brunsviga", der W. angehört, veröffentlicht über daS Rencontre folgende Darstellung: „Unser inaktives Mitglied Warnke saß noch mit zwei anderen Inaktiven der Unterfertigten unmittelbar vor dem Orchester. Während der Vorträge des Herrn Prof. Alschansky verhielten sie sich vollkommen ruhig, nur W. hustete zweimal — durchaus unabsichtlich —, hielt sich aber daS Taschentuch vor den Mund, um nicht zu stören. Nach Beendigung dieses Stückes trat der Künstler vom Podium herab auf W. zu und sagte mit lauter Stimme, sodaß es die Umsitzenden hören mußten: „Wenn Sie Ihr Hullen nicht lassen können und durchaus stören wollen, bann geben Sie hinaus." Beim Hittaufgeheu auf die Bühne rief er noch zurück: „Hier habe tch das Wort" Unsere Mitglieder erwiderten nichts, sondern verhielten sich vollkommen ruhig. Dann folgte wieder ein Solooortrag, nach dessen Schluß Herr Prof. A. eine Ansprache an das Publikum hielt, in der er auch noch verletzend wurde und beleidigende Äußerungen gebrauchte, wie z. B.: „Leute, die nicht aus'dem Proletariat stammten, sollten sich doch ruhiger verhalten." Nach dem nächsten Stücke verließ der Künstler das Lokal, unb W. ging bald darauf auch hinaus, um den Herrn Prof. A. um Aufklärung zu bitten. W. stellte sich dem Künstler vor unb bat ihn, die grundlose Beleidigung vor dem Publikum zurückzunehmen. Der Künstler weigerte sich dies zu tun, und daraufhin erteilte ihm W., gereizt durch sein Verhalten, in größter Erregung mit den Worten: „Tann sind Sie in meinen Augen ein Lump", eine Ohrfeige. Um einer irrigen Anschauung vorzubeugen, erlaubt sich Unterfertigte noch hinzuzufügen, daß Herr Prof. A. ein Mann von höchstens 30 Jahren ist, und daß sie sich natürlich mit dem Benehmen ihres Mitgliedes nicht einverstanden erklären kann. Von dem Universitätsgericht ist W. wegen seiner Tätlichkeit mit drei Tagen Karzer und Androhmig des Konsils bestraft worden". Ein Spion verhaftet. In Essen wurde ein Fremder verhallet, der sich mit einem Soldaten des Bezirkskommandos an« freunbete unb ihn bann bat, ihm gegen eine Belohnung von mehreren lausend Mark die auf Mobilmachung bezüglichen Pläne des Essener BezirkSkommandos zu verschaffen. Ter Fremde murb» verhaftet. Die Militärbehörde glaubt, es mit einem französischen Spion zu tun zu haben. * Eine bequeme Gelegenheit, Algeciras ken - n en zu lernen, bietet das Programm der nicht nur für Aerzle, sondern auch sonstige Jiiteressenten offenen Sttrdien- unb Vergnügungsfahrt, bie mit bem Luxusbampfer „Ozeana" im Anschluß an die Aerztereise nach bem Medizinischen Kongreß in Lissabon geplant ist. Der Kongreß, zu besten Teilnehmern aud) Geh. Medizinalrat Professor Dr. P f a n n e n st i e l auS Gießen gehört, ftnbet vom 19. bis zum 26. April statt. Jnbem mm bit Hamblirg°Amer,ka°2i>iic ihren Dampfer „Ozeana" am 7. April von Hamburg abgehen läßt, bleibt für bie Teilnehmer der Fahrt Zeit, Funchal (Mabeira), Teneriffa, Tanger unb Gibraltar noch vor Lissabon zu besuchen. Von allen genannten Hafenplätzen aus werden Landausflüge gemacht; auch der Besuch von Algeciras, der Stadt der Marokkokonferenz, ist vorgesehen. * Heiteres aus der © d) u I e. In einer Schule in Fröndenberg (Westfalen) ereignete sich jüngst folgender Vorfall: Ter Lehrer hatte sick) die erdenklidiste Mühe gegeben, um einem siebenjährigen Jungen das Rechnen beizubringen, ohne auch mir den geringsten Erfolg zu haben. Hierüber erregt, ruft er aus: „Junge, was bist Du dumm! Habt Ihr noch mehr solcher Dummen zu Hause?" „Ja," war bie Antwort, „vegg hat van morgen noch enen kriegen." s Gerechtfertigter Wuns ch. Beim Minister des Innern hat ein Herr Äubienz, der wegen NamensveränderunH petitioniert „Wie heißen Sie?" „Mein Name ist: Zieh." „Ja, bas ist boch ein ganz schöner Name; weshalb wolle« Sie ihn beim änbem?" „Ich hab doch ein Geschäft l Und sowie ich am Telephon sage: Hier Zieh! ruft der andere immer: Machen Sie die Tür zu!" Aunst «nd Wissenschaft. — I v h a n n e s R i ck a r d z u r M e g e b e f. Aus Barten- fein in Ostpreußen kommt die Künde, baß der bekannte Romanschriftsteller Johannes Richard zur Megede in der Nacht vom 21. zum 22. b. M. nach qualvollen Leiben im 44. Lebensjahre sanft entschlafen ist. Megede wurde 1862 in Sagan geboren. Seine literarische Kraft lag im modernen Sittenroman. Ein feines Beobaehtungstalent und die Gabe treffsicherer Schilderung verbanden sich in ihm mit einem starken Temperament. Das ost- preußische Landleben hat er in greifbarer Plastik tniebergegeben. Es ist tief zu bellaaen, daß dieser hochbegabte Mann die Zeit der Reife und der Vollendung nicht erleben durfte. Mehrere seiner Romane erschienen in der trefflichen Familienzeitschvift „lieber Land und Meer". — Eine dän i sch e Expedition von Mhlius Er ichsen nach der Nordoitküste von Grönland geht Ende Jutli von Weiler eo Frnnkfnrtpr 23. M?rz. 1.15 Uhr. 4 84 i EXE. 4 Tipbrinftp ni Portugiesen Tiirkenlose . . . . 148 — . 111.40 Prince-Henri-Eisenbahn . 135.40 1 KD Giessen Aktien-Kapital incl. Reserven: 181 Millionen Mark, Einlösung von Coupons An- und Verkauf von Wertpapieren, Geldsorten etc. Check- und Wechselverkehr mit und ohne Kredit Vermietbare Schrankfächer (safes) Die Bank für Handel und Industrie ist vom Grossh. Ministerinm zur Anlage von Mündelgeldern geeignet erklärt werden. der und 4 Oesterr. Goldrente. . 4’/s®< Oesterr. Silhcrrente Flektriz. Lahm eyer . FJektn'z. Sehnckert . . Esch weil er Ber-rwerk . linear. Goldrente . . Italien. "Rente . . . Portugiesen Serie T . 142 80 129.70 260.— Dresdner Bank Kreditaktien . . . Ba'timore- nnd Ohio- Kisenlahn Gotthardbahn . . Lombard Eisenbahn Oesterr. Staatsbahn . . 23 90 . 144.00 66 96 53 70 . 92.10 . 68 50 . 97.55 . 241.60 . 128.— 100.70 RR.95 100.70 RR 85 99.65 Itör*e. . 174.90 . 148.2i'i . 245.10 . 82.70 . 164.90 Reichsanleihe do. Konsols . . do. . - Hessen . . Oherhessen .—22. Mär, : 21.-22. E EXE Sonnenschein klarer Himmel Leichter Schneefall + 2,5° C. — 3 2° C. Gewährung von Darlehen gegen Hinterlegung von Wertpapieren Uebernahme von Wertpapieren zur Verwahrung und Verwaltung in dem Bankgewölbe 4"< 3»< Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung tu Hessen für Samstag den 24. Mär, 1906: Trüb, vielfach Schneestürme, sväier Regen, zuerst nur wenig milder. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Lebenslängliche Eisenbahn- und Dampfschiff - Nnglnck» Versichevnng. Für die Sicherheit des Verkehrs mit Eisen- nnd Strastenbahnen sowie mit Dampffcknff n geschieht das Menschenmögliche. Aber so. sehr auch die Vorsicht, geschärft wird, und so sehr die Technik vorschreiten mag, die Eisenbahn nnd Damvf- schiff-Unglücke bleiben unvermeidbar, ja ihre Zahl und ihre Folgen wachsen, weil der Verkehr immer gewaltigere Dimensionen annimmt nnd immer weitere Kreise erfaßt. Eisenbahn-Unglücke bilden eine ständige Rubrik der Zeitunaen: jedermann, ob arm oder reich, alt oder jung, ist ihnen ausgesetzt. Es ist daher nuo naturgemäß, dass auch die Ve-sichernng aeeen die körverlickxn folgen eines Eisenbahn oder Tnmvffchiff Unglücks ein steigende Verbreitung findet, zumal die Prämie auf die Woche berechn?! nur Pfennige ausmacht. Die Victoria gewährt diese Verficht--- ung gegen eine einzige Zabreswämie aus die ganze Lebenszeit Zhre Versicherung gilt für alle Eisenbahnen der ganzen Erde und für Dampfschiffe und Motorboote auf europäischen Binnengewässern. Zu den Eisenbahnen werden gerechnet Straßenbahnen jeder Art, Zahnrad- nnd Drahtseilbahnen, Hoch-, ffntergrund- und Schwebebahnen. Die eine Zahresprämie kann in Wocknmraien entrichtet werden, oder kann mit einem Mal, in 2 oder 4 Raten bezahlt werden. Bei einer besonderen Form wird die Prä m's in einem bestimmten Lebensalt-'r oder beim Tode stets in voller Höhe zurückaewährt, sodaß also die Versicheruna nur gegen die geringen Zinsen der Prämie oelciftct wird. Wie bei anderen Versicherungsarten, so hat auch hierin die Victoria pan allen deutschen Gesellschafter! den größten Versichernngsbestanb, nämlich 120 000 Policen. $hrc Za bl wuchs im 1905 um 10 000! Bank für Handel und Industrie (Darmstädter Bank) Depositenkasse Giessen Kchiffsncrchrlcbten. R e i> klar Linie. Ter Postdampffr ^Zeeland" der Red Star Linie in Antwerpen, ist loitt Telegramm am 20. März wohlbehalten in Nemnork annekommen _________________ Telefonische Kursberic1 des Giessener Anzeigers, mitereteilt von der Rank fUr Handel und Industrie, Gipseon. Conto-Corrent-, genommen. Lübeck, 23. März, ^n Burg auf Fehmarn füllte Arbeiter Dose sich den Mund mit S chw a r z Pu l v c r zersprengte s i ch dann den Kopf. Straßburg i. E., 23. März. Kurz vor Messebeginn drang in K'attenhofen ein junger Bursche mit gezücktem Messer in die Si'irdie ein und bedrohte in der Sakristei den Pfarrer mit Tot stech en. Der Angreifer, ein Irrsinniger, wurde überwältigt 3^°/< 3% 3IX 8 /( 3% 3><8; W. S ; 3 23. März Anfancskhrgg. FTarpener Bergwerk . . r,nnrahütte . . , ombarden E. B. . . Xordd. Lloyd .... Türkenlose . . . . 217 50 . 246 50 . 23 70 . 131 20 . 128.90 100 45 100.60 04.60 106 10 69.50 70 30 91 95 94.95 94 10 . . 165 00 . . 211.30 und in die Irrenanstalt gebracht. Schaffhausen, 23. März. Hier ertränkt e im Rhein eine Frau s i ch und ihre Kinder. Es wird Geistesstörung vermutet. AlgcciraS, 23. Mär;. Hier verlautet, Roosevelt schlage eine gemeinsame Amtier ung der spanisch e n und französischen Instrukteure, namentlich auch in Casablanca vor, damit die deutsche Eigenliebe geschont werde, l?! D. R.) Ein spanischer Berichterstatter fügt hinzu, Spanien werde jedenfalls eine Ausnahme bezüglich Tetnans beanspruchen, wo es keine französischen Instrukteure dulden könne. Zawierze, (Polenst 23. März. Acht Räuber, die den Hüttenmeister Erben überfall en hatten, wurden von der Polizei ersaßt. 1 wurden erschollen, 2 entkamen, 2 wurden verletzt in ein Hospital cingeliefert. Washington , 22. März. In der Marinekommisswn der Repräsentanten t^mmer beantragte Bonaparte den Bau eines Panzerschiffes von 19 000 Tonnen, wenn man nicht zwei Panzer von je 16 000 Tonnen bauen wolle. Er beantragt ferner den Bau von vier Torpedobootszerstörern,^ zwei Unterseebooten, einem Kanonenboot,, zwei Flu ß -> kanoncn booten und zwei Aufklärungsschiffen, letztere seien aber nicht numgänalich notwendig. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. MonüIliLe llrbrrfidrt brr ssodrsfälle in ^ie'ev. Monat Februar 1906. Einwohnerzahl: angenommen zu 29 500 kinkl. 1600 Mann Militär. Sterblichkeitsziffer: 17,10 nach Abzug von 20 Ortsfremden: 8,13 Von. Kinder vom 2.—15. Jahr Kopenhagen ob und begibt sich über Far Oer und Ost-Island nach dem ostgrönländischen Packeise, durch das man zwischen 75 und 76 Grad nördlicher Breite nach Ostgrönland eindrmgen ni' können hofft. Falls dies gelingt, wird man von der Expedition vor' ihrer Heimkehr, die für den Herbst 1908 in Ausstcht genommen iß, nichts zu hören bekommen. Auster den danuchen Tpiln-bmern werden poransfichtlich der Deutsche Dr. 91. Wegener ntS Phvsiker und der Meteorologe Dr. Baron v. Fircks aus Rust- Innb als ^'eologe teisnehmen: die Verhandlungen mit beiden sind i ndess-" nnz' n;rf'* ____________________ 4% Griech. Monopol-Anl. 1% änssere Argentinier 3°/n Mexikaner 4X°/n Chinesen . . .Aktien : Bochnm Gnss . . . Buderus E. W ... Tendenz : fest. Berliner Canada E B..... Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . . Dortmunder Union C. . Dresdner Bank . . . Tendenz: fest. Kassenständen: Vormittags 8 bis 12 Uhr; nachmittags 2 bis 5*/2 Uhr, Samstags lut bis 4 Uhr Fairmont (DirginieiD, 23. März. Durch Explosion wurde eine 50 MC.len südlich von hier gelegene Grube der Ecnturv^e'ellschaft vernichtet. 10 Leichen wurden brsVer zv Tnnc npfnrhc’-t. Vip 1 p SRprflTpiite werden vermin! 4J40russ. Staatsaul. 190', 4J4°„ japan. Staatsanleihe 1 °X Conv. Türken von 1903 Wenn die Knospen kraftvoll schwellen IM must der Mensch dovvelt ans leine Gesundheit achten. Ich Hobe mich nun daran gewöhnt, aerade um diese Zeit nie w| ohne Fay's ächte Sodener Mineral-Pastillen zu sein, mit denen ich Erkältungen vorbeuge und, wenn doch einmal am eine Indisposition sich einstellen sollte, schleunigst allen Wo lästiaen Störungen ein Ende machen. Tie Pastillen sind ja billig und äusterst begliem zu nehmen und vor allemi BZ8 ’’e helfen immer. In jeder Apotheke, Trogen- und Mineral« vW8 masserhandlunq zu 85 P'g. per Schachtel zu haben. hTiJre 2__ Summa: 42 (20) 30 (18) 8 (1) 4 (T) A u m.: Tie in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel ber Todesfälle in der betreffenden Krankheit au? von auswärts nach ß5iefcci’ nein achte Kranke kommen. Original-Drahtmelbnirgen. Berlin, 23. März. H erma n n Bahr, dessen Vertrag mit der Münchener Generals-Intendanz nun definitiv gelöst ist, hat mit Direktor Mar Reinhardt einen Engagements- Kontrakt abgeschlossen, laut welchem er auf mehrere Jahre für das Deutsche Theater als Regisseur verpflichtet rst. Fest gebunden ist Bahr für diese Stellung, die er bereits am 1. Sevtember d. I. antritt, jedoch nur für vier Monate in jebem ~ Delmenhorst, 22. März. In der OuerssenfSen Kvrkfabrik brach heute ans unbekannter Ursache Grvstfeuer aus. Zwei Arbeiter sind in den Flammen um gekommen. Breslau, 23. März. Nach einer Konstantinopeler Meldung der „Scbles. Ztg." beabsichtigt Ä önig Eduard auf seiner Mittelmeerreise auch nach der türkischen §>auptstadt zu kommen und dem Sultan einen B esuck zu machen. Stettin, 23. März. Der dem des schweren Einbruchs verdächtiaen Arbeiter Walt-r sollte eine Ha'.'ss"chung vorgenom- m n werden Auf di' Kriminalbeamten hieben Walter und seine Ehefrau mit Beilen ein. Er wurde nach längerem Kampfe entwaffnet. Walter ergriff jetzt einen Genickfänger und verletzte den K' r i m i n a l s chu tz m a n n Hvtze schwe r. Sm emberer Kriminalschutzmann wurde am Kopse und an der Brust durch Stiche verletzt. Tie Beamten macksten von ihren Revolvern feinen Gebrauch, weil die Kinder Walters sich zwischen die Beamten und die Angreifer drängten. Walter gelang es. zu entfliehen, er wurde aber nach wilder Jagd in einem Hausflur fest- Gelsenkircben Berc^verk . 225 40 FTamhur"-Amerik. Faketf. 168 40 Harnenpr Bergwerk. . . 217 80 T^nrahiltte . . - .247.00 Xordd. Lloyd . ... 131 08 Obpiechlci. Eisen-Ti*dnstrie 130.20 Berliner Handcls$rcs - 174 75 Darmstädter Rank . . - 118.50 Deutsche Bank - - 245 00 Deutsch-Asiat. Bank - - 182.50 Diskontn-Kommandit. - - 190. <0 Arbeiterbewegung. _ Die Gruben-Vcrwalti'ng des Zeitzer, Weistenfelser unb Meuselwitzer Reviers hat es abgelehnt, mit bet Kommission be§ Dergarleiterverbandes ' verhanbeln. Es droht ein Ge- 'i crnl ' ''h cvi-rr *• 'r.'rv Handel und Oerkehr, Volkswirtschaft. <8on ber Berliner Börse. Das O^eschäft ist auch ßeute auf Algeciras äusterst still gewesen, bie Haltung schwach; nur Kohlenaktien zeigen .Kursgewinne aus bie Kohlenervorte nach Frankreich. Hingegen s'nd Eism^ktien matt unb weichend. Ruisen gebrückt auf die Miststimm.mg über Lambsdorffs Stellungnahme zu der deutschen M"rvkkopolitik. Die daraus hervorgehende weitere Isolierung Deutschlands verschärft bie polstn'che Unsicherheit ber Börse. Im weiteren Verlauf trat einige Besser- ung ein aiff billiaes Nstimogelb; "uch Eisenwerte erholten sich aus Rückkäufe. Privatbiskont 41r Prozent. r Der Hessen-Nassnuische Hü 11en verein beabnch- tigt in Oberscheld bei Dillenburg einen -weiten Hochofen zu errichten. Der eigene Grubenbesitz in Verbindung mit der .Hochofenanlage ermöglicht es nunmehr, dast die Rohstoffe für bie verschiedenen Giestereierzeiigniff'- fast ausnahmslos in eigenen Be- triehen hervorgebracht werden können. Märkte. k«. Frankiurt 0. M., 23. März. cnc6 r> M-veWiMK oo to „Schönen Aussicht" owie jeden Samstag Abend. iZcbraiichttt KinWihl zu vcrf. Sckwltstr. 7, II. (01932 Jung.Ehepaar sticht 2-Zimmer- wohnung mit Küche für sofort od. 1. April (Nähe Nord-Anlage). Schriftl. Angebote unter 01939 an den Gieß. Anzeiger erbeten. getragen werden! Nach dem nassen Antwischen genügt ein leichtes Nach- reibeu mit weichem Lappen und der alte Hochglanz wieder hergestellt. “SgC&r Finster & Meisner, Lackfabrik, lunchen, Generalvertreter: J. G. Kipp, Frankfurt a. M. Verkaufsstellen: ss8/, 4ugust Noll, Drog., Bahnhofstrasse 51, Gustav Walter, Drog. und Farbenhandl., Mäusburg 13. CäpeS tu grau und blau von 2 Mk. gehört vor allem eine gediegene Kücheneinrichtung. Nahrhafte Speisen, appetitlich serviert, sind erste Bedingung für den häuslichen Frieden. Die Fabrikate der Neuzeit, I>r. 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März 1906 auf die Kaufleute Albert und Gustav Schwager in Gießen übergegangen und wird von diesen seit diesem Zeitpunkt unter der Firma Philipp Schwager Söhne als offene Handelsgesellschaft wcitergeführt. Aktiva und Passiva sind nicht übergegangen. 4. bezüglich der Firma Emil H. Müller in Gießen wird ergänzend zur Bekanntmachung vom 14. März I. I. veröffentlicht, daß dein Karl Müller Prokura erteilt worden ist. Gießen, den 20. März 1906. Grotzherzogliches Amtsgericht. • B”/, Dünger-Verkauf. Termin der Zeil vom 1. April 1906 bis Ende März 1907 im hiesigen Schlachthof sich ergebende Dung soll vergeben werden. Angebote, welche sich auf die einzelne Grube zu beziehen haben, sind bis zum 25. d. MtS. schriftlich, verschlossen, mit entsprechender Aufschrift bei uns emzureichen. Bahnhofstraße 45 Mansarde — zwei Zimmer, drei Kabinette, Zubehör — an ruhige Leute zu vermieten.______ [13d8 Schöne kleine Wohnung zu vermieten. [01893 Marktstr. 25. M. 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