Sir. 273 Rotationsdruck imb Verlag der vrü hl sichen Unwersuätsdruckerei. 9L Lange, Dreßen. Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulstr.7. Tel. Nr. 51. Telegr.-Adr.: Anzeiger Dießen. Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntag». Die „Gießener ZamUenblLtter" werden dem „Anzeiger viermal pöd)entlief) beigelegt. Der „hesfische Landwirt" erscheint monaUich einmal. Zweites Blart LLL. Jahrgang Dienstag 20. November 1V06 Gießener Anzeiger General-Anzeiger, AmL§- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. politische TcrgesschaA. Landvirtschaftsminister v. Arnim. Die Ernennung deS Ritterschaftsrates und RittergutS- besitzerS o. Arnim auf Kriewen bei Schwedt a. O. zum preuß. LandwirlschaftSminister ist am Montag vollzogen .u-rSrn. Hc>cr v. Arnim wurde gestern in das königliche Schloß zur Audienz befohlen, in deren Verlaus ihm der Kaiser die Ernennung überreichte, v. Arnim ist Vorsitzender der deutschen Landwirtschaftsgesellschaft, seit Juli Mitglied des preuß. Herrenhauses, Mitglied des Eisenbahnrates und deS preuß. Landes-Oekonomie-Kollegiums. Herr v. Arnim soll von Herrn v. PodbielSki empfohlen worden sein. Er steht im 57. Lebensjahre und besitzt zwei Güter, Kriewen und Klein-Sperenwalde. Man rühmt ihm, so sagt der .Tag", in seinem bisherigen Wirkungskreise große Verdienste nach. Seine Politik dürfte, falls seine Ernennung erfolgt, von der seines Vorgängers in wesentlichen Punkten nicht abweichen. Wie er sich zu den aktuellen Fragen seines Ressorts zu stellen gedenkt, muß abgewartet werden. RitterschaftZrat Bernd v. Arnim trat in jungen Jahren bei der Marine ein, nahm aber schon als Leutnant z. S. seinen Abschied, um das Gilt Kriewen zu bewirtschaften. Er ist verheiratet mit der Freiin Margarete v. Arnim-Schlagen- tin, und auS dieser Ehe sind bisher sechs Kinder hervorgegangen. Eine staatliche Stellung hat er noch nicht bekleidet. Die agrar. »Disch. Tagesztg." sagt: Der Nachfolger des Staatsministers v. Podbielski hat in praktischen Fragen der Landwirtschaft ein hervorragendes Verständnis bewiesen. ES ist zu hoffen, daß er sich dementsprechend auch als Wirtschaftspolitiker bewähren wird. Also derselbe Faden wie vorher, nur eine andere Nummer. Kurz vor Schluß der Redaktion erhielten wir folgendes Telegramm: Berlin, 20. Nov. Die Meldung, daß die formelle Ernennung des RitterschastsrateS v. Arnim-Kriewen zum preußischen Landwirtschaftsminister bereits erfolgt sei, erscheint verfrüht; doch dürste die Ernennung in n ä ch st e r Z e r t erfolgen. Auch die »Kreuzztg/ berichtet, die Ernennung sei in kürzester Zeit zu erwarten. Herr v. Arnim habe sich in der gestrigen Audienz bei dem Kaiser zur Ucbernahme des Amtes als Landivlrtschaftsminister bereit erklärt. • Herr Kohler-Langsdorf und die Fleischteuerung. An die Ziveite Kammer der hessischen Stände hat der Abg. Köhler-LangSdorf einen Antrag eingebracht, dem wir folgende Ausführungen entnehmen: Seit einer lanoen Reihe von Jahren hat eine, der Landbau treibenden Bevölkerung übelwollende, inter>iationale nnb größten- leil von Juden inspirierte und geleitete Presse, gefolgt teils von einer wenig nachdenkendcn Masse, teils aut die Elaborate über- gelehrter u n b weltfremder Professoren und dergl. es unternommen, die Versuche, auch der Landwirtschast resp. der Bauern arbeit einen eiitsprecheuden Lohn durch Preiserhöhung ihrer Erzeugnisse zu sichern mit den v e r w e r f l i ch st e n Mitteln zu stören und zu durchkreuzen. Dem Wort vom Brotwucher folgte in diesen Tagen der Ruf an die Maffen vom Fleischwuchcr oder der sog. Fleiichnot. Alle Verständigen und nicht Voreingenommenen wissen es, daß in den letzten Jahrzehnten alles, was der Bauer braucht, in einer ganz erorbitanlen Weise verteuert worden ist, während die Preise, beispielsweise der 6)etreidcartcn jetzt nach der Zollerhöhmrg gerade soviel in Mark betragen, als sie anfangs der siebenziger Jahre in Gulden ausmachteu. Da sollte es nun Pflicht der Regierungen sein, dem Geschrei der Mafien (panem et circenses) und der Jndenzeitunaen zu widersteheii und mutig des verhältuismäßig wehrlosen Bauernstandes sich anzunehnien in dem Bewußtiein, daß nur auf diesem unö nicht aus der uferlos flutenden und brodelnden Maffe des gelehrten und ungelehrten Proletariats und Mobs die Zukunft des deutschen Volkes beruht. . Darum soll es Zweck dieses Aiitrages sein, die Großh. Regierung auizusordern, gegeirüber dem Wutgeheul der Ai assen nnb der überwollendcn Presse standzuhalten, nicht zu wanken und im Bundesrat zu wirken für Beibehaltung und Herbeiführung eines Grenzschutzes, der die heimischen Viehbestände gegen die ein- dringenden Seuchen in sicherster Meise schützt unb dazu dem Bauern Gewähr bietet llir angemessene Viehprcise, worunter freilich nicht die durch Zwischenhändler-Viehwucher, großstädtische Metzgerprofile, Oktrois, S.-l lachthausgebühren rc. unmäßig erhöhten Fleisch- preise zu verstehen sind. Dieses „Elaborat* des Herrn Köhler ist so belustigend, daß jeder ernsthafte Zusatz die komische Wirkung beeinträchtigen würde. Herr Köhler ist und bleibt doch der alte unfreiwillige Spaßmacher. Es ist nur bedauerlich, daß er so überaus ernste Zeitnöte zu seinen schlechten Späßen mißbraucht. Französische Friedensversicherungen. Das» „B. T." veröffentlicht eine Unterredung seines Pariser Korrespondenten mit dem Ministerpräsidenten Cls- menceau und dem Minister des Aeußern, Pichon. Die Unterredungen haben am Vorabend der Reichstagssrtzung stattgcfunden, in der Fürst Bülow seine große Rede über die Beziehungen Deutschlands zu den übrigen Mächten gehalten hat. ElSmenceau sagte u. a., die Deutschen hätten einen großen Fehler, indem sie die Franzosen ein en Moment lang mit ausgesuchter Lrebens- würd i o keit und im n äch ste n Moment mit übertriebener Schroffheit behandelten. Vor der Marokko-Affäre hatte sich die Stimmung in Paris sehr gebessert gehabt. Es hätte viele Leute gegeben, die eine Annäherung für wünschenswert hielten, wozu auch Kaiser Wilhelm persönlich viel beigetragen habe Dann sei die deutsche Presse, obwohl Delcassö beseitigt worden sei, über Frankreich hergefallen und so habe man all das Terrain verloren, das in den Jahren vorder gewonnen war. Er, Clömenceau, wolle keinen Krieg, vielmehr gute Beziehungen. Um einen Krieg zu wünschen, müßte man geradezu von Sinnen sein. Ein Krieg wäre für alle Staaten etwas Molut ungewisses, unbekanntes, eine noch undefnnerbare Katastrophe. Niemand könne vorher sagen, was ein solcher Krieg bringe, wohin er führen werde. Es wäre der franz. Negierung auch ganz unmöglich, eine Kriegspolitik zu betreiben, denn das Parlament würde die Minister sofort wegjagen, wie man cs mit dem Minister Delcasss gemacht hat und das ganze Volk wäre gegen die Regierung. Elemenceau sprach die Hoffnung aus, daß die Beziehungen zwischen den beiden Ländern sich weiter bessern mögen. Das sei auch die Aufgabe, die er sich selber stellen werde. Auch der Minister Pichon wünscht, baß die Beziehungen Frankreichs zu Deutschland sich bessern. Auch er will diesen Wunsch in die Praxis übersetzen. Er habe in Peking mit dem deutschen Gesandten stets die ausgezeichnetsten Beziehungen gehabt, wobei manchmal sogar gefunden wurde, er wäre zu deutsch-freundlich. ES sei einfach lächerlich, noch im Ernst an einen Krieg zu denken, hrurte, wo beide Länder mit der Lösuna so vieler sozialer und wirtschaftlicher Fragen zu tun haben. Frankreichs Freundschaftsbündnisse seien gegen niemand gerichtet und hätten auch keine Spche gegen Deutschland. Diese entschiedenen Versicherungen der Friedensliebe und der Erstrcbung besserer deutsch-französischer Beziehungen sind nicht ohne Wert. Clömenceau hat sich schon etwas gemausert. Noch vor wenigen Wochen hielt er, als Minister des Innern, allenthalben säbelrasselnde Reden, die nur gegen Deutschland sich richten konnten. DeS französ. Parlaments, in dem Deklamation und Elan im rechten Augenblick immer noch Triumphe erringen, wird man vielleicht doch nicht so ganz sicher sein können. Daß das. Volk von Krieg und Kriegsge schrei nichts wissen will, ist jedem Beobachter klar. Die Franzosen, deren schönster Traum ist, einmal »uls Rentner zu leben, interessiert der Stand der russischen Papiere mehr, als Elsaß-Lothringen und die Revanche. Man spricht davon, aber man denkt nicht daran. Elemenceau ist ziemlich spät, aber nicht zu spät, dahinter gekommen, daß die Phrasen der Boulcvardpresse nur dem nach Aufregung lüsternen Publikum der „Lichtstadt" angenehm klingen. Nun wird man sehen, ob das alles schöne Worte sind, oder ob endlich einmal die deutschen Liebenswürdigkeiten und Aufmerksamkeiten die Erwiderung finden, die bisher von der „höflichsten Nation der Welt" yi vermissen war. In der kanzös. Deputiertenkammer stand am Montag zur Beratung eine Interpellation Michel über den Bau von sechs Panzerschiffen. Der Interpellant beantragt, die Zahl der zu erbauenden Panzerschiffe auf drei herabzu setzen. Was einen eventuellen Krieg mit Deutschland anbelange, so genüge ein gesunder Menschenverstand, um einzuscben, daß ein solcher Kampf zu Lande ausgetragen werben würbe. (Sehr gut auf mehreren Bänken.), Deutschlands Flottenrüstungen seien aber nicht gegen Frankreich, sondern vielmehr gegen England gerichtet. Deutschland tue der tzngl. Hegemonie Eintrag. Es wisse, daß sein Handel und seine Kolonien den englischen Geschwadern auf Gnade und Ungnade anheimgegeben seien, wenn cs nicht über eine mäch- tige Flotte verfüge. Russische Greueln. Auf dem Bahnhofe der Warschauer Eisenbahn demolierte ein Hanfe Bahnarbeiter eine Arbeiterkaserne, in der 5000 Arbeiter leben. Sämtliche Fenster und Türen wurden zertrümmert. Einem Zug Gendarmerie gelang eS, die Ruhe wieder herzustellen, wobei zwei Personen getötet und mehrere verwundet wurden. 24 Rädelsführer wurden arretiert. Der Ucberfall war seit langem vorbereitet. Im Krankenhause zu Czcnstochau explodierten 3600 Gramm Aether. Der Operationssaal wurde stark beschädigt. Die Wände drohen einzustürzen. Zwei Spital- arbeiter erlitten schwere Brandwunden. Ein Spitalarzt trug eine Gehirnerschütterung davon. In Gradno 'verwundete Leutnant Lyaneff durch zwei Revolverschüsse seinen Ba tai llo n8chef Tureff gefährlich an der Brust und tötete sich dann selbst. Deutsches Reich. Berlin, 19. Nov. Ter Kaiser trifft am 22. d. M. in Kiel ein und gedenkt bis zum 27. d. M. dort Aufenthalt zu nehmen. Am 27. wird Prinz Sigismund, der jüngste Sohn deS Prinzen Heinrich, als Leutnant in das 1. Garderegiment zu Fuß eingereiht und ä, la suite der Marine gestellt werden. — Ob der Kaiser an den für den 4. Dezember festgesetzten Tauffeierlichkeiten für den Erb - großherzog von Hessen in Darmstadt persönlich teilnehmen wird, ist noch unbestimmt. — Das norwegische KönigSpaar wird mitte De- zember dem deutschen Kaiserhofe einen Besuch abstatten. — Den Fürsten Philipp zu Eulenburg bezeichnet Maximilian Harden in seiner .Zukunft" als den Mann, der mit unermüdlichem Eifer Wilhelm II. zugeraunt hat und heute noch zuraunt, er sei berufen, allein zu regieren, und dürfe, als unvergleichlich Begnadeter, nur von dem Wolkensitz, von dessen Höhe herab ihm die Krone verliehen ward, Licht und Beistand erhoffen, erflehen; nur ihm sich verantwortlich fühlen. Das un h e ilv oll e Wirken dieses Mannes soll wenigstens nicht im Dunkel fortwahren. Seine letzte Poetenleistung war ein mit dem Bilde deS schwarzen PreußenaarS geziertes Prachtwcrk, das den Kaiser verherrlicht und für 5000 Mark zu kaufen ist. Danach (gewiß nicht, wie die Getreusten, um die Verleihung harmlos erscheinen zu lassen, sagten, dafür) hat er den Orden vom Schwarzen Adler erhalten. Sein letzter Personalerfolg heißt Tschirsch ky Er sei sein letzter. Züllichau, 19. Nov. Gestern fand hier der Parteitag der Liberalen des Wahlkreises Züllichau-Erossen statt. Abgeordnete aller liberalen Parteien aus der Stadt und den Landorten waren anwesend. Geh. Justizrat Prof. Dr. Franz v. Liszt wurde einstimmig als Reichstagskandidat aller Liberalen für die Wahl 1908 ausgestellt, ferner wurde eine Resolution angenommen, welche besagt, daß die Versammlung mit Freude und mit Tank die Ergebnisse der Einigungsverhandlungen in Frankfurt a. M. begrüßt, und in welcher der Hoffnung Ausdruck gegeben wird, daß die Verhandlungen energisch fortgeführt werden, damit in absehbarer Zeit eine vollständige Einigung aller Liberalen durchgefühct werde. Karlsruhe, 19. Nov. Die Landesversammlung der Nationalsozialen Vadens begrüßte die Frankfurter Einigungskonfercnz als ersten Versuch unterweiter- gehcnder Forderung der programmatischen Einigung zu einer neuen Belebung des Liberalismus im demokratischen Sinne. Es wurde eine Resolution angenommen, die sich für das a l l g e me in e, gleiche, geheime, direkte Gemeindewahlrecht für Männer und Frauen ausspricht, außerdem gegen die Lebensmittelzölle überhaupt. Stuttgart, 19. Nov. Von Vertretern der dret außerhalb des Landesverbandes der württembergischen Jungliberalen stehenden liberalen Vereine in Tübingen, Heilbronn und Nürtingen, sowie der Stuttgarter Nationalsozialen wurde vereinbart, daß ein liberaler Landesverband für Württemberg angestrebt werden soll, der auf dem Standpunkt des Frankfurter Mindest- proßramms stehe und eine entschieden liberale, nationale und soziale Politik treiben solle. Wie der „Neckar-Ztg." über die Tendenz dieses Verbandes noch mitgeteilt wird, soll er einerseits dü:Heranziehungder unorganisierten liberalen Wählerschaft zu praktischer liberaler Arbeit, andererseits die Förderung oes Einigungsgedankens bei den liberalen Parteien anstreben. Aus dcm Aeichs ag. R. Berlin, 19. November. Die die Wohlfahrt des Volkes bis ins Mark treffende Fleischteuerung, der die heutige NeichstagSdebatte gelten sollte, hatte trotz des regnerischen WetterS zahlreiche Besucher auS dcm Bürger- und Arbeiterslande mit ihren Hausfrauen ins Parlament geführt. Man wollte doch einmal hören, ob nicht die Erwählten des Volkes der in Podbielski'schen Anschauungen befangenen Regierung kräftig den Text lesen würden. Es gab aber lediglich eine kräftige — Enttäuschung. In Vertretung deS Reichskanzlers erklärte Graf PosadowSky mit dürren Worten, der leitende Staatsmann sei bereit zur Beantwortung der freis. und sozialdemokratischen Fleischnot-Jnterpellation, aber nicht heute, auch nicht morgen; ,in den nächsten vierzehn Tagen hofft" der Reichskanzler den Standpunkt der Negierung in der Fleischteuerungsfrage dem Parlament darlegen zu können. Die Hoffnung beruht auf der inzwischen wohl schon erfolgten Ernennung eines neuen Chefs für das preußische Landwirtschaftsministerium, des Herrn v. Arnim- Kriewen, eines waschechten Agrariers. Die „Zuständigkeit^ muß doch gewahrt werden. Der Reichstag beruhigte sich seltsamer Weise bei diesem kargen Bescheide vom Negierungstisch, es erhob sich keine Stimme für die Besprechung der Interpellation, die geschäftsordnungsmäßig hätte stattfinden können. Man meinte aber wohl, daß die Fleischnotdebatte mehrere Sitzungen ausfüllen würde und aus diesem Grunde eine Vertagung der Diskussion sich empfehle, bis die Teilnahme der Negierung an der Erörterung außer Frage stehe. Es wird also hoffentlich im Dezember Klarheit darüber geschaffen werden, ob auf schleunige Hilfe der Regierung bei der Kalamität der Fleischversorgung zu rechnen ist. Den agrarischen Interessenten brachte die heutige Sitzung jedenfalls keine Enttäuschung. Der weiterhin auf der Tagesordnung stehende Gesetzentwurf über die Neu- kongentierung des Branntweins für landwirtschaftliche Brennereien wurde ohne Verzug in Angriff genommen unb von den Wortführern der Zolltarifmehrheit wohlwollend beurteilt. Der Schatzsckretär Frhr. v. Stengel stillte den Wissensdurst auf dieser Seite durch die freimütige Erklärung, daß ein Gesetzentwurf über Aenderung der Maischbottichsteuer noch im alten Jahre dem Reichstage zugehen werde. Der heutige Abend sah die Volksvertreter an festlicher Tafel zu Ehren des dänischen KönigSpaares. Ausland. London, 19. Nov. Eine Anzahl von Frauen- stimmrechtlerinnen drang heute Nachmittag in den Vorhof des Parlamentsgebäudes ein. Die Polizei trieb sie auseinander und verhaftete eine Frau. Die Schwester des Generals Frensh zu verhaften, die bei dem Auftritte eine führende Rolle spielte, lehnte die Polizei trotz der an sie ergangenen Aufforderung ab. Paris, 19. Nov. In Villelongue haben sich die Katholiken in der Kirche verbarrikadiert; sie halten Säcke mit Schwefel bereit, welche in dem Augenblick ange- zändet werden sollen, wo der Finanzbeamte und der Polizeikommissar in die Kirche eindringen sollten. Rom, 19. Nov. Blättermeldungen zufolge soll Königin Helena einem freudigen Ereignis entgegen s e h e n. Bel gra d, 19. Nov. Der Leibarzt des Königs Tr. Kosta Dinitsch verzichtete auf seinen Polten, weil er vom Thronfolger beleidigt wurde. Dinitsch war auch der Privatsekretär deS Königs, mit dem er verwandt ist. Heute trat auch der Oberstleutnant Milan Davidowitsch von seinem Posten als e r st er A d j u t a nt des Königs zurück wegen des Benehmens des Kronprinzen. Dagegen gelan^ hnungerk! i$> üo : Zuzüge 40 Famil züge 22 Familien und 149 Vmzelp er sonen, Unt 4519 Familien und 4466 Einzelper- be 8 Umzüge ale 15 L< lief) i»n i 8935 ahlen sind: Linzelper- ans M Streite stamme Schliel Er roi keine s sichtiqt Zahlen einen Anhalte wiegt. Unter Zugr lung festgestellten Städten folgendes A l s f e l d: 924 t haben. (205) S ist- nur der und ist. Proz. Friedberg: 1775 Familien, 159 Umzüge gleich 9Proz. Gießen: 5782 Familien, 563 Umzüge gleich 10 Proz^ Diese Zahlen sind sehr günstig, tt>enn man bedenkt, daß Bad-Nauheim Ar Einzelpersonen, Abzüge 78 sonen, Umzüge 155. Friedb er g: Zn 'üge Personen, Abzüge 85 Fam 1 züge 159. Gießen: Zuzüge "V) jährig« feiten Die A hatte kürzliä das e Festes voller in ein einige mürber soll nie des erf verdries Al- sonen, S Züge 38. Majar ernanr Nr. 1k v. öa s. Süd Die s iPrinz 1. ®r. or^iere J. : in der (5 wesenhci verein Voriihe Backern ige 78 Familien sonen. Mzüge 228 Füm (»en und 3906 Einzelpersonen, Umzüge 563. e8 dem Könige, den Dr. Dinitsch zu bewegen, wenigstens das Amt eines Leibarztes beim Könige beizubehalten, wenn er auch von dem Posten als Privatsekretär des Königs zurücktreten will. (Dieser Tage wurde aus Belgrad gemeldet, der Kronprinz sei wahnsinnig geworden. Die Meldung wurde aber sofort von offiziöser Selle widerrufen. Aber es wird durch dieses Dementi niemand davon Henn Kenne- bean handln lebensl Kanrinc bls zur des Ve * r Duda einet u Unrini Arltch ist be? Gesamtzahl der Fa: Bad-Nauherm: lull Famrlieir, uuisuyc gItviy, überzeugt werden, daß der serbische Thronfolger normal Aus dem Sündenregister des Zwanzigjährigen sei hier rekapituliert, daß er schon seit seinem 16. Lebensjahre zügelloseste Don Juan zweifelhaftester Varietedamen zugleich, der Schrecken der niedrigsten Tingeltangel Daß seine Liebesbravouren auch vor Klostermauern nicht zurückschrecken. Daß' er den Thronsaal im Belgrader ttt ger von be Weih jenes t aufgeks bruder, in Gros dabei, i Der Vo auch letzi alsbald' sein Au 8. Augi Nachb schlossen, rulühren von 105 leben W $e*embi «-wo W-nss, egung der 1905 bei der Volkszäh- n ergibt sich in einigen oberhesf. Vie Wohnungsfürsorge in Kessen, rv. Bezüglich der Tätig keit der Gemeinden auf dem Gebiet positiver Wohnungsfürsorge kann im allgemeinen gesagt werden, daß 6c’ den hessischen Gemeindeverwaltungen das Verständnis für eine Betätigung auf dem Gebiet des Wohnungswesens schon erheblich gewachsen ist. Die Unterstützung der Bauvereine durch die Gemeinden hat erhebliche Fortschritte gemacht, doch haben befriedigende Verhältnisse noch nicht erzielt werden können. Namentlich stoßt die im Wohnungsfürsorgegesetz vorgesehene Beschaffung der Geldmittel für die Bauvereine bei den Gemeindeverwaltungen auf große Schwierigkeiten, während eine andere Betelligung der Gemeinden (Zeichnung von Geschäftsanteilen, Hergabe von Grundstücken zu billigen Preisen, Uebernahme von Bürgschaften für Hypotheken) weit eher zu erreichen ist. Die cntgegenstehenden Anschauungen und Einflüsse sind so zahlreich und vielgestaltig, daß ihre Widerlegung außerordentlich mühevoll und undankbar ist. Der Berichterstatter ist der Ueberzeugung, daß die Stellungnahme manches Gemeinderatsmitgliedes nicht frei von persönlichen Interessen ist. Das ist um so bedauerlicher, als gerade die Wohnungssiage eines der wichtigsten sozialen Probleme ist, das seiner Äsung nur näher gebracht werden lärm, wenn ihm von allen Seiten ein gewisses Wohlwollen entgegengebracht wird, weil ferner tatsächlich berechtigte Interessen dabei nicht verletzt werden sollen und auch nicht verletzt werden. Von den oberhessischen gemeinnützigen Bauvereinen haben Förderung durch die Gemeinden gefunden Homberg a. O. (durch Nebcrlassung von Grundstücken und Uebernahme eines Geschäftsanteils von 200 Mk.), Butzbach, Gießen und Schotten (Burg in diesen 3 Städten durch Bürgschaft, bezw. Geldbeschaffung, Grundstücküberlassung oder Zeichnung von Geschäftsanteilen'', Unter-Schmitten (Bürgschaft), Zwiedberg (3000 Mk. Anteilscheine und geringere Heranziehung zu den Straßenhersteltungsarbeiten) und Lauterbach (durch Hergabe billigen Leitungswassers). In Alsfeld wurde eine Beteiligung an dem Bauvereine abgelehnt, in Hungen noch kein Beschluß gefaßt. Die Gemeinde Steinfurt hat selbst Kleinwohnungen für Minderbemittelte errichtet. Die Handhabung einer praktischen Bodenpol i- tik der Gemeinden gewinnt in Hessen immer mehr an Boden und hat auch im Berichtsjahr erhebliche Fortschritte gemacht. In Oberhessen haben sich auf diesem Gebiet bisher betätigt Gießen, Friedberg und 9lleder-Flor- stadt. Die An- und Verkäufe von Grundstücken für Rechnung der oberhessischen Gemeinden mll über 2000 Einwohnern stellt sich 1903/04 und 1904/05 folgendermaßen: Alsfeld: angekaust 4921 Qm. Gelände zu Straßen und Plätzen für 9120 Mk., verkauft 1288 Qm. Bauland für 6440 Mk. Heuchelheim: angekauft 1523 Qm. Bauland, 933 Qm. Wiese und Weide, 800 Qm. Ackerland, 100 Qm. Gelände zu Straßen und Pläßen für insges. 3720 Mk., verkauft 107 Qm. für 254 Mk. ' Lauterbach: angekauft 2711 Qm. Ackerland für 517.46 Mk., verkauft 3100 Qm. Bauland und 258 Qm. sonstiges Gelände für zus. 4575 Mk. Wieseck : angekauft 9009 Qm. Ackerland für 4070 Mk. Gießen: lieber die Verwaltungs-Ergebnisse des Stadterweiterungsfonds für 1904 wird mitgeteilt: Erworben wurde eine Wiese links am Schwarzlachweg 2295 Qm., ein Hofraum mit Oekonomiegebäude und Stall in der Schloßgasse 143 Qm., eine Hosreite mit Grabgarten in der Mühlgasse 469 Qm., ein Grabgarten am alten Schlag 652 Qm., eine Hosreite mll Grabgarten in den Neuen Bäuen 1159 Qm., 27 Grundstücks-Parzellen bei der Taubcntränke, am Wallbrunnen und rechts des Wiesecker Weges 104 327 Qm., ein Äcker im Neustädter Feld 3347 Qm. und eine Hofrelle mit Grabgarten und Wiese im Gänswinkel und am Mittelweg 4976 Qm. Hierfür wurden 189728.95 Mk. ausgegeben. Zur Verstärkung^ des Fonds tour6e aus 'der- Stadtkasse ein weiteres Darlehen von 100 000 Mk. gewährt. — Die Wertschätzung des Grundvermögens am 1. April 1905 ergibt 1136 941.79 Mk. Das reine Vermögen des Fonds stieg um 21991.46 Mk. auf 197 343.61 Mk. lieber die Bodenpolitik der fünf größten hessischen Städte spricht sich der Bericht wie folgt aus: Das Hauptbestreben hat in einer planmäßigen Vermehrung des städtischen Grundbesitzes bestanden. Die Frage, ob damit auch eine Einwirkung auf die Bodenpreise im Sinne einer Mäßigung oder besonders die Förderung des Kleinwohnungsbaues angestrebt worden ist, muß jedoch verneint werden. Zum Teil müssen die Städte das Gelände für eigene Zwecke zurückbehalten, zum Teil ist es erst verhältnismäßig kurze Zeit her, dcch eine planmäßige Bodenpolitik aufgenommen worden ist, und so steht wohl zu hoffen, daß das an sich gewiß erfreuliche Vorgehen der Städte später auch dem Wohnungsbau, insbesondere auch für Kleinwohnungen, zu gute kommt. Ueber das Vovgeyen der übrigen Gemeinden, die praktische Bodenpolitik getrieben haben, äußert sich der Bericht: Sie sucht ebensall durch Geländeankauf den Grundbesitz zu vermehren, einige treiben insofern Bodenpolitik, als sie vor eintretender Notwendigkeit &ut Erweiterung des« Ortsbauplans unter der Hand die in Betracht kommenden Grundstücke zusammenkaufen, alsdann in den Ortsbauplan einbeziehen und parzellieren. Dies Verfahren ist allerdings nur da möglich, wo die Bodenpreise an sich noch niedrig sind. Immerhin ist es bemerkenswert, daß mit diesem Verfahren eine Niedrighaltung der Bodenpreise erzielt worden ist. Es äst in diesen Gemeinden gewissermaßen Gewohnheitssache geworden, daß der OJruno und Boden einen bestimmten mäßigen Preis nicht übersteigen darf und ein höhere Preise fordernder Grundbesitzer würde nicht nur keine Käufer finden, sondern sich auch die Wertschätzung seiner Mitbürger mehr oder weniger verscherzen. Diese Beispiele gehen übrigens, den Sozial- und Wohnungspoli- früheren Jähren die . das Angebot erheblick niicrjd _j. 100 (128) Wohnungsc 23 (28) Vermittelungen m verzei t Die Um-, Zu - u 'i > Einzelpersonen s < jon Src frage sehr zu beachten sie aas o wesens von großem 6 Aaß sind hessischen Städten LiccüBcc z. B. in Worms 25 Proz., in Nem-Jsenburg 26 Proz., in Mainz 31 Proz., in Darmstadt 44 Proz. und in Offenbach gar 75 Proz. aller Familien umgezogen sind. Man darf nur an die Kosten der Umzüge, an die Beschädigung von Möbeln, Wohnungen und deren Zugänge denken, um zu ermessen, welche große wirtschaftliche Bedeutung den Umzügen beizumessen ist, gar nicht zu denken an die sozialen und moralischen Schäden, die mit dem ewigen Wechsel verbunden sind, der kein Heimatgefühl aufkommen läßt und stets von großen Mühen und Unbequemlichkeiten, in vielen Fällen nach von Aerger und Verdruß begleitet ist. In den Schlußbetrachtungen des sehr ausführlichen Berichts wird u. a. folgendes ausgeführt: Besonderen Wert glaubt der Berichterstatter auf das wachsende Verständnis für die große Bedeutung der Woh- nungsreform in der Bevölkerung legen zu sollen. Denn die Wohnungssiage kann durch obrigkeitliche Anordnungen allein bei weitem nicht gelöst werden, dazu gehört, daß sich in der Bevölkerung selbst Quellen erschließen, die die Bestrebungen auf Hebung der Wohnungsverhältnisse be- siuchten und zur Reife bringen. Bei einem so wichtigen und großen Gebiet wie die Wohnungsfrage, die in der vielgestaltetsten Weise die verschiedensten Interessen berührt, kann diese Mitwirkung weiter Volkskreise durchaus nicht entbehrt werden. Der Berichterstatter hat sich deshalb bemüht, derartige Bestrebungen zu pflegen und zu fördern, und es wäre sehr erwünscht, wenn dies auch von allen anderen Behörden geschähe, die in der einen oder anderen Weise damit befaßt werden. Die Mitwirkung weiterer Volkskreise hat sich in erster Linie in der Betätigung von Wohnungsfürsorge, durch Gründung gemeinnütziger Baugenossenschaften, in der Praxis gezeigt und das hierbei zu tage getretene Interesse ist außerordentlich groß und es kann gesagt werden, daß kaum in einem anderen deutschen Landesteil soviel für die Wohnungsfürsorge geschehen ist, als in Hessen. Ferner ist die Tatsache, daß — abgesehen von wenigen Fällen — die Durchführung des Wohnungsaufsichtsgesetzes nicht auf Schwierigkeiten gestoßen ist, ein deutliches Zeichen für das wachsende Verständnis der Bevölkerung in der Wohnungsfrage. Man darf daraus den Schluß ziehen, daß auch die Wertschätzung einer guten und gefunden Wohnung in der Bevölkerung immer mehr an Boden gewinnt. Nach wie vor muß daran festgehalten werden, daß bet Beurteilung der Wohnungsfrage stets zwischen ländlichen und städtischen Verhältnissen zu unterscheiden Ast. Bei der Durchführung der Wohnungsgesetze ist vermieden worden, auf dem Lande mit Schärfe vorzugehen. Vielmehr ist die Tätigkeit des Berichterstatters stets darauf gerichtet gewesen, in der Bevölkerung das Verständnis für die Wichtigkeit und Notwendigkeit des (guten Wohnens zu heben. Im übrigen ist die Tätigkeit des Berichterstatters von der Ueberzeugung getragen gewesen, daß eine wirkungsvolle soziale Fürsorge auf dem Gebiete des Wohnungswesens nicht nur in sozialer, gesundheitlicher, sittlicher und wirtschaftlicher Beziehung von Bedeutung ist, sondern auch geeignet erscheint, in nationaler und kultureller Beziehuna gute Früchte zu tragen. Aus Stadt und Land. Sprechstunden der Redaktion 11—1 Uhr vorn., V;?—V28 Uhr abds. Gießen, 20. Nov. 1906. ** Fleischabschlag. Die hiesigen Schweinemetzger haben am 19. ds. den Verkaufspreis des Schweinefleisches sowie einzelnerWurstsorten (wie z. B. Lcber- unb Blutwurst) um 10 Pfg. daß Pfund reduziett. — Bemerkenswert ist, daß in Gießen höhere Einkaufspreise wie in Frankfurt bezahlt werden; wie uns von gut orientierter Seite mitgeteilt wird, ist dies darauf zurückzuführen, daß die hiesigen Metzger gezwungen sind, auf längere Zeit Vorrat zu kaufen. Noch vergangene Woche wurden 78 bis 80 Pfg. für daS Pfund Schlachtgewicht angelegt, um nicht in die gleiche Notlage zu kommen wie im vorigen Jahre. Der Einkaufspreis der Schweine betrug gestern 72 Pfg., wogegen Frankfutt 70 Pfg. notierte. Vereinzelte Abschlüsse für 70 Pfg. und darunter liegen für Dezember lieferbar vor, doch wollen die Landwirte hiesiger Gegend von dem Sinken der Preise nichts wissen, sie halten, in der Hoffnung, höhere Preise zu erzielen, mit dem Verkauf zurück. “ Die Handelskamm erwählen finden morgen statt. Für die Stadt Gießen liegt nur ein Wahlvorschlag vor, der vom Detaillistenverein auSgeht und auf die Namen Adolf Klingspor (nicht Karl Klingspor, wie eS in einem gestrigen Inserat hieß) K. C. W. Nowack, Karl Röhr und Emil Schwall lautet. 0 Sie Reichsbank ist morgen, Mittwoch, wegen baulicher Veränderungen nur bis 12 Uhr mittags geöffnet. •* Diebstahl. Mittelst Einschleichens wurde vor einigen Tagen einem Bewohner der Marburgerstraße von einem unbekannten Dieb ein neuer blauer Anzug und ein neues Winterüberzieher aus dem Kleiderschrank gestohlen. tilern recht, die die Erweiterung der OrtsbaüPläne zu einem öffentlich-rechtlichen Geschäft machen wollen. Sie zeigen, daß Gemeindeverwaltungen tatsächlich einen erheb- lichen Einfluß ausüben können, wenn sie die Erschließung neuen Baugeländes, die Anlagen neuer Straßen und Plätze, selbst in der Hemd behalten und damll ben Einfluß der Privatspekulation in erheblichem Maß beschränken. Das Vorgehen der Gemeinden wirkt also sehr wvhltättg auf das Wohnungswesen ein, und so lange die bisherige Gewohnheit bleibt, ist die Sache einwandssiei. Sollten aber später die Grundstückspreise stechen, so hätten die Gemeinden trotz der verwendeten großen Mühe hiervon nicht den geringsten Vorteil. Er würde lediglich den Besitzern zufließen, denen seinerzeit durch die Gemeinden der Ankauf recht bequem gemacht wurde. Es wäre zu erwägen, ob die Gemeinden ihr Vorgehen nicht dadurch ergänzen sollten, daß sie sich vertraglich einen Anteil an einer etwaigen Werterhöhung der von ihnen parzellierten Grundstücke vor- behalten sollten. lieber die Bodenbesitzverhältnisse der Gemeinde n und die Gru ndstückspreise wurden wie im Jahre 1903 Ermittelungen angestellt, die bei 61 Gemeinden mit mehr als 2000 Einwohnern in einer besonderen Zusammenstellung Verwertung fanden. Von diesen 61 Gemeinden besitzen von ihren Gemarkungen bis 10 Proz. ,13 (in Oberhessen 1), 10 bis 20 Proz. 8 (Oberhessen 2), 30 bis 40 Proz. 7 (Oberhessen 1), 40 bis 50 Proz. 5, 50 bis 60 Proz. 7 (in Oberhessen 1) und 70 bis 80 Proz. 2 (Groß- Steinheim und Heppenheim). Unter dem Gemeindebesitz sind am stärksten die Waldungen vertreten. An Bauland, also innerhalb des Ortsbauplans liegendes Gelände und Gelände, das fünft im Weichbild der Gemeinde liegt und in absehbarer Zeit für die Bebauung in Bettacht kommt, besitzen die Gemeinden auf je 1000 Einwohner: in 29 Gemeinden unter 1 Hektar, bei einer Gemeinde 1 bis 2 Hektar, bei 2 Gemeinden 2 bis 5 Hektar, bei einer Gemeinde 6,6 Hektar und bei einer Gemeinde 1 Hektar. 17 Gemeinden besitzen gar kein Bauland. Sonach haben ein Drittel der Gemeinden überhaupt kein Bauland in Besitz und sind also gezwungen, bei jedem Gemeindebau Bauland von Privaten zu kaufen. Die größere Hälfte der Gemeinden hat weniger als 1 Hektar in Besitz, kann also auf den Baustellenwert nicht den geringsten Einfluß ausüben. Es bleiben also von den in Betracht kommenden 51 Gemeinden nur 4, die mit ihrem Grundbesitz einen mäßigenden Einfluß ausüben können. Eine Prüfung der Frage, ab sich 6te Geländepreise gegen die bei der Erhebung des Jahres 1903 festgestellten verändert haben, ergibt folgendes Bild: ungefähr gleich blieben sie in 19 Gemeinden (darunter Butzbach nnd^Wieseck), erheblich niedriger stellen sich in 11 Gemeinden (darunter Alsfeld und Büdingen) und erheblich höher in 7 Gemeinden( darunter Bad- Nauheim) die Preise. , Die Hauptgeldgeberin für die gemeinnützige Bautätigkeit ist wieder die Landesvcrsichernngsanstalt Großh. Hessen. Sie hat 1905 an Darlehen 410100 Mk. zu 31/» Proz. an die Vereine gegeben, davon entfielen u. a. auf den Bauverein Butzbach 35 000 Mk. und auf den Vauverein Gießen 77 400 Mk. Von der Landeskreditkasse wurde an 3 Gemeinden die Summe von 81000 Mk. zu 3,13 bis 3,66 Prozent bewilligt. Die Hessische Landeshypothekenbank hat 1905 Darlehen an Bauvereine nicht bewilligt, dagegen wurden einigen industriellen Firmen 48 Darlehen im Gesamtbetrag von 119198 Mk. zur Erbauung von kleineren Ar- beitcrhäusern gegeben. Ihre Aufgabe, besonders den mittleren und lleinen Grundbesitz zu unterstützen und zu entschulden, hat die Bank auch 1905 nachkommen können, lieber die Hälfte aller Hypothekendarlehen überschreitet nicht den Bettag von 6000 Ml., über zwei Drittel nicht den von 10 000 Mk. und über acht Neuntel nicht den von 25 000 Mk. Die Bank weist in ihrem Bericht daraus hin, daß namentlich die Beleihung von Arbeiter-Wohnhäusern stark angewachsen sei (240 gegen 1904: 125). Nach dem Stand verteilen sich die Anleihen wie folgt: Handwerker 497, Landwirte 317, Arbeiter 240, Beamte, Aerzte, Apotheker, Rechtsanwälte 93, Kaufleute 55, Sonstige 161. In sehr anerkennenswerter Weise gehen immer mehr Sparkassen dazu über, den gemeinnützigen Wohnungsbau zu unterstützen. 1904 konnte dies aus Friedberg, Gießen, Erbach, Schotten und Worms berichtet werden, 1905 kamen Nidda und Heppenheim hinzu. Die Be- zirkssparkasse Nidda hat der dortigen Baugenossenschaft bisher 36 900 Mk. zu 3,8 Proz. geliehen, während sonst der Zinsfuß 4 Proz. beträgt. Die Bezirkssparkafse in Schotten hat dem 1904 errichteten Fonds, der zum Schutz der Bezirksgemeinden vor Verlusten bei Darlehnsvermittelungen in Ausführung des Wohnungsfürsorgegesetzes dienen soll, 349.75 Mk. zugeführt, sodaß er jetzt 506.il Mk. beträgt. Die 34 Sparkassen, die hierüber Angaben gemacht haben, haben 1905 2122 Hypotheken im Gesamtbettage von 15 273 993.08 Mk. bewilligt. Beji be*c* Erhebung, wieviel davon zum Wohnungsbau und namentlich zur Errichtung kleiner Wohnungen verwendet wurde, konnten 11 Kassen keine Angaben machen und eine Kasse hat keine Gelder auf Neubauten geliehen. Die übrigen Kassen gaben 451 Darlehen im Betrage von 5 225 820 Mk. für Neubauten, davon entfielen 291 Darlehen im Betrage von 1273 620 Mk. auf neue Häuser mit Kleinwohnungen. Der Zinsfuß beträgt bei den Sparkassen gewöhnlich 4 Proz. Die Baugenossenschaft Friedberg erhielt vom Reichsamt des Innern ein Darlehen von 12 000 Mk. zu 3 Proz. zugesichert. Von den sonstigen Bestrebungen zur Hebung des Kleinwohnungswesens wird u. a. auch die Tätigkett des allgem. Vereins für Armen- und Krankenpflege in Gießen her- vorgeboben, der eine sehr verdienstvolle Wohnungsfürsorge nach oem System von Oktavia Hill in London betreibt. Tie Erbauung von Wohnungen für hessische Eisenbahn- bedienstete aus den bewilligten 500000 Mk. wird demnächst beginnen. Gemäß der gegebenen Anregung hat sich der preuß. Minister der öffentlichen Arbeiten bereit erklärt, hierbei dem lleinen Haus für ein bis zwei Familien den Vorzug zu geben. Die Häuser werden neben praktischer Inneneinrichtung ein geschmackvolles Aeußere erhalten. Was die Wohnungsfürsorge von Arbeitgebern für ihre Arbeiter anbelangt, so haben das Eisenwerk Buderus in Lollar ein weiteres (das 12.) Familien- wohnhaus errichtet. Letzteres Werk Ijoit Außerdem für die Unterbringung von etwa 30 bis 40 Arbeitern 10 Logierstuben, sowie eine Speiseanstalt für _bie Arbeiter errichtet. Es werden täglich etwa 70 Mittagessen für 30 Pfg. verausgabt. Das Essen besteht in der Regel aus Suppe, Fleisch, Kartoffeln und Gemüse. Außerdem wird auch Vier und zwar das Viertelliter zu 5, düs halbe Liter zu 10 Pfg. verabreicht. Die Tätigkeit der drei öffentlichen Wohnung s n a ch w e i s e in Hessen ist recht bescheiden, am besten funktioniert noch der in Gießen, soweit es sich um Familien wohmMgen handelt. Beachtenswert ist, daß wie. tu. 96 Familie 1 und 1033 Einzeln ?n und 699 Einzelpersonen, Um* Familien und 4011 Einzelper- Mas die Umzüge 0 bieten dafür, wo das Einzelhaus übe Konak zum Schauplatz gemeiner Schweinereien gemacht hat. Daß er, pm seine Treffsicherheit zu zeigen, einem armen Teufel von Maeedonier ein Auge ausschoß re. ?c. D. Red.) on tyami ounkte der eli vH, (%) ■''T in. -, j. bi^^tUe Ucu'i0u Mse gleieh ■j9 Umzüge gleich g Kg, ^öuge gleich 10 ' An mn bedE, daß L'bmg 26 Proz, in L und m Ossenbach Km sind. Man darf Lb.te BeMigung von A°uge denken, um zu iv Bedeutung den Hm» !benfen an die sozialen dm einigen Wechsel der« hl auskommen läßt und -queinlichkeiten, in vielen 4 begleitet ist. des sehr ausführlichen geführt: Berichterstatter auf das ße Bedeutung der Woh. legen zu sollen. Denn rigkeitliche Anordnungen erden, dazu gehört, daß ellen erschließen, die tit Sohnungsverhältnisse h Bei einem so wichtigen inungsfrage, die in der ensten Interessen Berührt, olkskreise durchaus nicht üter hat sich deshalb bc* pflegen und zu fördern, nn dies auch von allen der einen oder anderen Wirkung weiterer Völls« n bet Betätigung von g gemeinnühiger Sau- •igt unb das hierbei zu rdentlich groß und es Inem anderen den^chen Mchrizen ist lache, W - abgesehen snchrnng des Dohnungs- ngleiten gestoßen ist, «« nibe Verständnis der tt* . Man darf daraus dm schähung einer guten und ilkerung immer mehr an gehalten Mrden,^ Ms Mischen landlM unterscheiden tft. Set b ne ist vermieden worden, Eben, vielmehr ist du mbetit et Bezrehuna F »6 (flW*',vs8W* ! b'*.„ 6i»fine‘ lfsp«'8 “L. 9.W Infori!" _ $1- s P!""i rtlt#il nS »«»/" d°b di: E i°.7L «tt 3-! «fj. Md°r ’S SggV F"“"8, , morgi« ^td*unb lO* < MlN en äJ> Ännlie' 'n und io: &** r>« ®„.,T ’ ‘^lORen, Ufo, 4466 »nielbet. bitten die liege in der Älirvf, außerdem habe barbeit und Unterstützung zu crlanger lle wurde ihr Stofs zu einer Taille, die llte, nebst Geld z.« Futter und außer ter'iützung verabfolgt, ihre Angaben ü milie erwiesen ficb aber a - falsch. Ti >ß, blond, hat blasses Gesucht und trc . iügereiet, daß Baum gefallen kranke Kinder, ht. In einem u Haus fertigen eine reichliche •• Wohnung und ■p.jfon ist mittet* chmarze Taille, sende zur Vor- r'u 'c' ■ T,•- 1 g n ■ L i der Einfahrt : i>?u Kasseler Personen- ,v- in 3 । h r n eite S > . ü aus Dillheim (Kreis ien vorzeitig Sie geriet unter ' wurde ü b ernt f ■ u i ■’ u. Kosten für den i Hans Kober- < urf zurzeit im v Freunddes Lei artn 5 - irn verein . e am Samstag , n t . • ■ g c S 5' c ; : erb Len mit dem diesjährigen Winterfest. Die Beranstaltung batte sich von feiten der Mitglieder eines sehr zahlreichen Besuches zu erfreuen. Die Aufführungen waren diesmal rein turnerisch und zwar hatte man ein besonderes Interesse an ihnen, weil sich die kürzlich gegründete Damenabteilung an diesem Abend das erste Mal den Mitgliedern zeigte. Die Einleitung de§ Felles bildete ein von Frl. Kleinhenn in sehr ausdrucksvoller Weise gesprochener Prolog. Die aktiven Turner turnten in einer Riege am Barren und Reck, wahrend die Zöglinge einige sehr schöne Pyramiden stellten, die sehr flott ausgeführt wurden. Abe auch das Keulenschwingen der aktiven Riege soll nicht unerwähnt bleiben. Dank sei auch der Aufopferung deS ersten TurnwartS C. Fix gezollt, der sich keine Mühe verdrießen ließ. •• Eine Schaufen fterscheibe ging in der Rächt auf Montag auf dem Seltersweg bei Gelegenheit einer Streiterei in krümmer. Der Täter, der aus Oesterreich stammt, wurde von einem Bediensteten der Wach- und Schließgesellschaft verfolgt und auf dessen Antrag festgenommen. Er wurde jedoch am nächsten Tage wieder freigelaffen, da feine strafbare Handlung vorliegt, sondern nur nicht beabsichtigte Sachbeschädiaung. •• Aus dem Militärwochen blatt. Petzel, Gen.- Majar von der Armee, zum Kommandeur der 68. Inf.-Brig. ernannt. Schalhorn, fit. im 5. Gr. Hess. Inf.-Regt. Rr. 168 in das 2. fiitthan. Feldart.-Regt. Rr 37 versetzt, v. Hannecken, fit. im 2. Feldart.-Regt. der Schutztruppe f. Südafrika im Gr. Hess. Jnf.(fieibg.)Regt. Rr. 115 angestellt. Die Fähnriche Reinhardt im 4. Gr. Hess. Inf.-Regt. (Prinz Karl) Rr. 118, und ChaleS d e Beaulieu im 1. Gr. Hess. Feldart.-Regt. Rr. 25 zu Leutnants, die Unter» offnere Dam m, Tamm, Wehner im Inf.-Regt. Kaiser Wilhelm (2. Gr. Heff.) Rr. 116, zu Fähnrichen befördert. J. L. Dau bringen, 19. Rov. Am SamStag wurde in der Gastwirtschaft des Herrn Konrad Schäfer II. in Anwesenheit von co. 30 Mitgliedern ein zweiter Turnverein „Männerturnverein* gegründet. Als erster Vorsitzender wurde Schreinermeifter Jakob Reif, als zweiter Bäckermeister Ludwig Geiß gewählt. Zellhausen, 19. Nov. Die durch verschiedene Blätter gegangene, mit falschen Einzelheiten versehene Nachricht von der Verhaftung eines der Ermordung der Frieda Weih dringend Verdächtigen trifft nicht zu und jenes am 7. August d. Js. verübte Verbrechen ist noch unaufgeklärt. Der Betreffende, ein harmloser älterer Walzbruder, Nautz, war allerdings, jedoch lediglich wegen Bettelns, in Groß-Steinheim festgenommen worden und es ergab sich dabei, daß er sich nach dem Fall Weih erkundigt hatte. Der Vollständigkeit wegen enthielt der Gendarmeriebericht auch letztere Tatsache und man ging vorsorglich dem von N. alsbald angegebenen Alibi nach, woraus sich einwandfrei sein Aufenthalt in einer Darmstädter Herberge vom 6. bis 8. August d. Js. herausstellte. (Darmst. Ztg.) ** Kleine M it^" i l ' " " en aus Hessen n n d den Raebbar st aaten. Der Krieaerverein G r u n b e r g bat beschlossen, an'angs Dezember die Wedingschen Rrieq§feftfptele auf- zusühren. — Das „Hotel zur Krone* in Alsfeld ging znm Preise von ] 05 000 Mk. an Herrn Schrödel, derzeit Inhaber der Schott- schen Weinllube in Gießen, über. Die Uebemabme foff am 15. Dezember b. I. erfolgen. — Zu G r 0 ß - F e l d a starb die äl t e ft e Bewohnerin, Frau Elise Katharina Römer Witwe, im 92. Lebensfabre. vermischtes. ♦ Der zum Tode verurteilte Raubmörder Hennig hat durch feinen Verteidiger, Rechtsanwalt Kennes-Potsdam, das Wiederaufnahmeverfahren beantragt. Hennig hofft, daß er bei einer zweiten Verhandlung nicht mit dem Tode bestraft werden, sondern mit lebenslänglichem Zuchthause davonkommen wird. Das Kammergericht hat entschieden, daß die Strafvvollstreckung bis zur Entscheidung über den Antrag auf Wiederaufnahme des Verfahrens auszusetzen ist. * Eisenbahnunfälle in Ungarn. Ein Wien- Budapester Güterzug stieß auf der Station Parkany mit einer Lokomotive zusammen. Mehrere Wagen wurden zertrümmert, ein Lokomotivführer und ein Heizer lebensgefährlich verwundet. Infolge falscher Weichenstellung ist der Fiume-Budapest er Schnellzug bei Adonh entgleist. Die Passagiere blieben unverletzt. * Ein Schule r des Hauptmanns von Köpenick. In Stuttgart erschien am Abend des 18. vor dem Posten der Schloßwache ein Mann in Majors- Uniform und befahl, die Wache herauszurufen. Dem Befebl wurde Folge geleistet. Als jedoch die Wache antrat, lief der Major davon. Die Patrouille konnte ihn nicht einholen. * Kleine Tageschronist In Köln brach , in dem Hotelrestaurant „fium Ratskeller" Feuer aus, wobei ein Amerikaner namens Matthias Gildenbach derartige Brandwunden erlitt, daß er alsbald verstarb. Die zahlreichen übrigen Hotclinsassen wurden durch fofort ausgenommene Rettungsarbeiten der Feuerwehr vor Schaden bewahrt. — Unter Hinterlassung von 200 000 OTchrk Passiva verschwand der Milchhändler Müller au§ Fin - Ringen im Elsaß. Der Staatsanwalt verfolgt ibn, sowie seinen Sobn, den Gerichtsreserendar Paul Müller, steckbrieflich wegen Betruges und Unterschlagung. (ftericbtsfaal. sä. Darmstadt, 19. Novbr. Kriegsgericht. In die xmeite Klasse versetzt wird in Verbindung einer Bestrasting mit drei Wochen strengem Arrest der Musketier R. Theis von her 12. Komp. Ins. R g t s. Nr. 116, der wie schon öfter beim Abfragen durch den diensttuenden Unteroffizier nicht auf seinem Zimmer war, aber als er aus dem Vorplatz durch den ihm begegnenden Unter- osfizier zur Rede gestellt, freche Antworten gab und u. A. erhärte, daß der Unteroffizier zu früh abgefragt habe. Es mußte deshalb wegen Achtungsverletzung, wie oben erwähnt, gegen ihn erkannt werden. Kiel, 19. Nov. Das Kriegsgericht verurteilte heute den Matrosen Weber vom Linienschiff „Preußen* wegen Diebstahls von zwei kostbaren Ringen des Prinzen Adalbert zu drei Monaten Gefängnis und Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstandes. Nur ein Ring ist wiedergefunden worden. N e u ft 0 b t, a. d. H., 19. Nov. Nach zweitägiger Verhandlung vor dem Schöffengericht wurde Radakteur Meininger, der im „Weinblatt' den früheren Reichstagsabg. Sartorius einen Weinsabrikanten genannt hatte, von der Anklage der Beleidigung sreigesprochen, well die Absicht der Beleidigung gefehlt habe. Arbeiterbewegung. Braunschweig, 19. Nov. Die Konferenz deutscher Kaliarbeiter beschloß bei den Kaliwerken folgende Forderungen zu stellen: Erhöhung der Schichtlohnsäste um 50 Psg. pro Tag und Erhöhung der Aceordlöhne um 15 Pfg. Handel und Verkebr, Volkswirtschaft. Essen, 17. Nov. Wie die „Rh.-W. Ztg.' von der^Verwaltung der Gelsenkirchener Bergwerks-Aktiengesellschaft bestätigt erhält, schweben Verhandlungen, welche eine vollständige Verschmelz- llng der Gelsenkirchener Bergwerk? - Aktiengesellschaft mit dem Schalter Gruben- und Hüttenoer e i n und dem Aachener Hütten- Aktienverein „Rote Erde' zum Zweck haben. Die Verschmelzung ist durch eine Wendung in der Hüttenzechenfrage veranlaßt. Märkte. Gießen, 20. Nov. Marktbericht. Auf heutigemWochenmarkte kosteten: Butter pr. Pfd. 1.15—1.25 Mk., Hühnereier 1 St. 9—10 Ma., 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 00—00 Psg., Enteneier 0 Pfg., Käse vr. Stck. 6—8 Pf., Käsematte 2Stck. 5-6 Psg., Erbfen v.Pfd. 18-24Psg., Linsen v. Pfd.25-^0Pfg., Tauben vr.Pr.0,80—1,00Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse vr. Pfd. 65—70 Psg., Ochsenlleisch pr. Psd. 82—88 Psg., Kuh- und Rindsieisch pr. Pfund 80—82 Psg., Schweinefleisch pr. Pfund 86—90 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 94 Psg., Kalbfleisch pr. Pfd^ 84—90 Psg., Hammelfleisch pr. Pfund 60—80 Psg. Welsche per Pstind —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,00—7,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 4,00—5,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aevkel per Zentner 15 bis 24 Mk., in Körben 00 Md., Nüsse 100 Stück 30—40 Pfg., Binren per Pfd. Mk. 0.08 —0.12, per Ztr. 9—15 Mk., Weißkraut per Stück 8—12 Pfg., per Zentner Mk. 2.20—2.50. — Marktzeit 8—2 Nbr. Die Marktpreise für Bieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 19. November 1906. Wonatlitzt IkbftlW der Sodksfällk in Eieftn. Höchste Schlachtviehpreise in F r a n f f u r t a. M. Fleischpreise in Gießen Ochsen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 87—90 Mk. V, Kg.Schlachtgew.100 -105 Pi. 7, , , 70-00 „ ’/, Kg. 82-88 Pfg. 7, , 84—90 „ 7, , 90-100 , Getreideprcise in Mannheim Brotpreise in Gießen Weizen 100 Kg. 19.00-00.00 Mk. Roaaen 100 Kg. 17.00—17.25 Mk. Weißbrot 2 Kg. 54 Pfg. Schwarzbrot 2 Ka. 50 Pfg. Monat Oktober 1906. Einwohnerzahl: angenommen zu 29 500 sinkt. 1600 Mcmn Militär.) Sterblichkeitsziffer: 20,00 %0, nach Abzug von 23 Ortsfremden: 10,57 °/oo. Kinder ES starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom Lebensschwäche 5(3) 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr 5(3) — Altersschwäche 1 1 — Wochenbetterkrankrmg 1 (1) 1(D — .— Keuchhusten 2 — 1 1 Tuberkulose 8(1) 6(1) 1 1 Lungenentzündung 3 1 1 1 Ruhr 1(1) KD —— —— Schlagfluß 1 1 —- — Brechdurchfall and. Darm- u. Leber- 1 — 1 — krankheiten 4(3) 4(3) — — Nierenentzündung Bösartigen Neu- 1 1 — — bildungen 9 (7) 8 (6) — 1(1) Verunglückung 3 (3) 3(2) — <— and. Krankheiten 9 (4) 3 (2) 2 4 (2) Summe 49 ?23j 3T(17i II 8 (3)'" Anm.: Die in Klammern gefetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. -(Siebener Wetterdienst! Voraussichtliche Witterung für Hessen am Mittwoch dem 21. November: Teilweise heiter. Trocken. Etwas kalter. Mäßige nördliche Winde. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. November 1906 Tllarometer auf 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Wiudstärke Wetter 19. 19. 20. 2” 9” 726 730,9 732,9 736,7 7.9 4,8 4,0 6.0 5,9 5,7 79 92 93 w SW still 2 2 still Bed. Himmel Bew. Himmel Bed. Himmel Höchste Temperatur 0 m 18 —19. November — + 7,3° C. Niedrigste „ 18 -19. ■ — + 4,6e C. Orkgrunl-Druhtmelbungen. Berlin, 20. Nov. Von gut unterrichteter Seite hort die .Delitsche TageSztg.^, daß Exzellenz Bern bürg bet Gelegenheit der ersten Beratung des Nachtragsetats für Südwestafrika davon absehen wird, ein allgemeines kolo- nialpolitischeS Programm vor dem Reichstage zu entwickeln. Vielmehr gedenkt er ein Programm, das sich nur mit dem Aufstande und der wirtschaftlichen Entwickelung Südwestafrikas beschäftigen soll, gu erörtern. Reichskanzler Fürst Bülow wird den neuen Leiter der Kolonialabteilung im Reichstage selbst einführen. Schwerin, 20. Nov. Der Gutsbesitzer Ewers, der 1 i/? Jahre wegen Wechfelsälschung verbüßte, wurde vom Landgericht im Wiederaufnahmeverfahren f rei- gesprochen. Holzminden, 20. Nov. Der Welfe Graf von der Schulenburg-Hehlen läßt auf seinem Schloß die braun- schweig ischeFlagge Halbmast wehen. Ec hat geäußert, er werde die Fahne solange in dieser Weise auShängcn, bis daS Land sich seine? Landesherrn würdig gezeigt haben werde. Dessau, 20. Nov. Die vereinigten bürgerlichen Parteien siegten bei der Stadtverordneten- wahl. Die Sozialdemokraten verloren vier Sitze, darunter den des Reichstags-Abg. Peus. Rom, 20. Nov. Die Kardinale Kopp und Fischer haben den Plan aufgegeben, persönlich dem Papst über die Lage der Polen in Deutschland Bericht zu erstatten. Der Papst hat die Kardinäle ersucht, ihren Besuch in Rom zu vertagen, um zu verhindern, daß sie in dieser Frage der deutschen Regierung gegenüber Stellung nehmen müßten. — Der Papst empfing den Kardinal Couill4, sowie die Erzbischöfe von Rennes und Verdun, Bei dieser Unterredung haben die Genannten den Eindruck gewonnen, daß der Papst sich energisch weigert, daS preuß. Trennungsgesetz anzuwenden, so lange es nicht die nötigen gesetzlichen Garantien für den Schutz der Kirche biete. Neapel, 20. Nov. Der Anarchist Dr. Lagano, welcher den Professor Rossi auf offener Straße ermord ete, ist verhaftet worden. Klagenfurt, 20. Nov. Die berühmte im Jahre 1144 erbaute WasilfahrtSkirche in Mariarain ist größtenteils durch Feuer zerstört worden. TeSefcmsche Kursberichte des Giessener Anzeigers» mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. Giessen. Frankfurter Börse 3^°/e Reichsanleihe . . 97.95 3% do. . . 86.50 3%e/0 Konsols ...» 98.05 3% do. .... 8650 3^% Hessen 97.00 Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldreute. . 99.50 4lls% Oesterr. Silberrente 100.20 4% Ungar. Goldrente . . 95.80 4% Italien. Rente . . . 102.90 3% Portugiesen Serie I . 69.20 3% Portugiesen „ III 69.70 russ.Staatsanl. 1905 89.90 4%°ln japan. Staatsanleihe 93.6g 4% Conv.Türken von 1903 94.60 Türkenlose 146.80 4% Griech. Monopol-An 1. 52.40 4% äussere Argentinier , 88.80 3°/0 Mexikaner . . . 67.50 4Chinesen .... 96.60 Aktien: Bochum Guss .... 238.20 Buderus E. W .... 127.90 Tendenz: fest. 20. November, 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmeyer . . . 140.75 Elektriz. Schuckert . . . 126.00 Esch weil er Bergwerk . . 244.40 Gelsenkirchen Bergwerk . 225.00 Hamburg-Amerik. Paketf. 157.60 Harpener Bergwerk. . . 215.20 Laurahütte..... 246.00 Nordd. Lloyd 129.25 Oberschles. Eisen-Industrie 129.00 Berliner Handelsges . . 171.20 Darmstädter Bank . . . 139.20 Deutsche Bank . . • 239.20 Deutsch-Asiat. Bank • . 171.30 Diskonto-Kommandit. . . 182.80 Dresdner Bank . . . 155.90 Kreditaktien .... 213.25 Baltimore- und Ohio- >., Eisenbahn . . .. 121.60 Gotthard bahn .... —.—' Lombard. Eisenbahn . . 34.90 Oesterr. Staatsbahn . . . 144.40 Prince-Henri-Eisenb&hn . 149.00 Berliner Börse, 20. November. Aufangalrarse. Canada E. B 182.10 Darmstädter Bank . . . 139.00 Deutsche Bank .... 239.40 Dortmunder-Union C. . . 83 50 Dresdner Bank .... 155.70 Tendenz: schwächer. Harpener Bergwerk. . . 214.60 Laurahütte —»— Lombarden E. R. ... 34.20 Nordd. Lloyd 128.60 Türkenlose . . . . . 146.30 Siegelmarken Brühi’sche Univ.-Buch- und Steindruckerei in jeder Ausführung zu billigsten Preisen Programme^rd.' «neimscDca — . .» । ■■ Technikum Bingen Allen Verwandten und Bekannten hiermit die schmerzliche Mitteilung, daß heute morgen unser liebes Söhnchen Willi jjn Aller von 9 Monaten plötzlich verschieden ist. Die trauernden Hinterbliebene« 6935 Fmlie Reinhard Ran. Gießen (Asterweg 40), den 19. November 1906. Schwester Mathilde Gießen, den 19. Nooemder 1906. 6928 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unserer unvergeßlichen Tochter und sagen innigen Tank. Die trauernde» Hinterbliebene»: Heiurich Lepper Ww. Heinrich Lepper Telefon 540 6652 | Wmichnle sämtlicher Arbeiten bei Ttcrbcfällen. Beerdigungs-Institut Friede Frankfurter Str. 41 und Kaplansgasse 27 ra leoer belttbtgen reyrisiar, unv ttanoe. 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