Nr. 224 Zweites Blatt 156. Jahrgang Montag 24. September 1906 Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scheu Universitätsdruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition «.Druckerei: Schulstr.7. Tel. Nr. 51. Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen« Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntag«. ^5® Die „Gießener KamlNenblStter" werden dem ä By g lOd Jr £9 „Anzeiger viermal wochenllich beigelegt. Der B KTO EC L P & öT ; .hessische Landwirt" erscheint monatlich einmal. SB ▼ ■ V V Ä v K V vH Sf General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen. politische Tagesscharr. Kaiser und 5tanzlcr. Die „Hamb. Nachr." bringen ein aus Berlin datiertes Entre- fuet, das man als sensationell bezeichnen kann, das mindslens sen- s^wnell wirken soll. Es wird darin eine Kanzlerkrisis an ote SBanb gemalt. Und zwar soll des Fürsten Bülow Stellung^ erschüttert sein, weil er in letzter Zeit die B i s m ar ck s ch e n' Ueberlieferungen betone und pflege. „Nur berLe- bende hat recht" — dieses Wort aus der Breslauer Kaiserrede soll in erster Linie bedeuten, daß die Berufung auf die Vergangenheit nicht tauge, besonders aber nicht die Berufung auf den Fürsten Bismarck. Schloarzseher könnten ihres Weges Rieben — auch dieser Ausspruch werde auf einen Staatsmann als auf ein schlichtes Mitglied des allgemeinen Publikums bezogen. NeuirdingS, so heißt es erläuternd, sei in der nächsten Umgebung des Kaisers das Bestreben stärker, den Fürsten Bismarck dessen Politik als vorbildlich hiuzustellen und zu einer UiiiaEel^r zu den Bismarckschen Prinzipien im Staatsinteresse zu mal-nen. Anscheinend habe auch Fürst Bülow unter dem Einflüsse gewisier Erfahrungen und Erlebnisse ähnliche Anschauungen vertreten, namentlich in Sachen der auswärtigen Politik. Jnsbe- fonbere wird auf die marokkanische Asfaire angespielt. Dio „Hamb. Nachr.", die immer wieder ihren Ruf als Organ der „Fronde" rechtfertigen, machen allerdings den Zusah, daß sie diese Auffassungen „mit der erforderlichen Reserve" wiedergeben, wobei sich jeder über die Erforderlichkeit einer Reserve seine eigene Meinung bilden kann. Die Wiedergabe haben sie ledeufalls nicht unterlassen wollen trotz aller Reserve. Sollen durch diese Redereien dem Reichskanzler neue Schwierigkeiten bereitet werden? Und sollte, wenn dies der Fall ist, die ganze Situation, die Bemühungen in Hoflreisen und demgegenüber die Stimmung des Kaisers, richtig aufgesatzt fein? Wir haben in dieser Hinsicht einige Zweifel. Bemerkenswert ist noch der Schluß der Korrespondenz. Er lautet: „Von anderer Seite wiederum hört man, das; die Stellung des Ministers von Pod- bielski gesicherter als je sei und daß diese ylngelcgen- beit den Grund zu einer gewissen Spannung bilde." Auch das noch! Und von dieser Seite! -stimmen aber dürste die Bemerkung über Podbielskis Stellung schon. Ein Mahnruf. Die „Rhein. Volksstimme* veröffentlicht folgenden Mahnruf an die Reservisten: „Wiederum läuft ein militärisches Kalenderjahr ab und die Kasernentore öffnen sich in wenig Tagen für Tausende von kräftigen jungen Leuten in der Vollkraft ihrer Jahre. Was soll nun aus ihnen werden? Zwei oder drei Jahre lang waren sie allen Exislenzsorgen enthoben. Ihr Tisch war gedeckt, wenn auch nicht mit Leckerbissen, aber doch mit kräftiger, gesunder Kost. Auch für Kleider, Schuhwerk und Wäsche brauchten sie nicht zu sorgen. Das hat nun aufgehört. Jetzt heißts selber siir deS Lebens Nahrung und Notdurjt sorgen. Die jungen Leute müssen sich schlüssig werden, was für einen Beruf sie ergreifen wollen. Wer bereits in einem Handwerk oder dergleichen tätig war und sich darin Fertigkeiten erworben hat, der wird danach trachten, wieder darin unterzu- kommen. Tie Mehrzahl macht sich fein Kopfzerbrechen, da heißt es einfach: ich suche Arbeit in einer Fabrik. Wenn daS nur bie- jenigen tun, die vor ihrer Einstellung in die Truppe bereits in einer solchen tätig waren, läßt sich nichts dagegen sagen, obwohl gerade sie während ihrer Dienstzeit Zeit und Gelegenheit genug hatten, darüber nachzudenken, daß die Beschäftigung im Freien ihrer Gesundheit zuträglicher war als der Aufenthalt in den nicht immer zum bestem ventilierten Fabrikräumen. Wie mancher bleiche, hohlivangige Bursch kommt jetzt mit straffen Muskeln und roten Backen heraus; istS nicht schade um solch junges Blut, daß es jetzt in den dumpfen Fabrikräumen seine durch den Militärdienst ge- krüstigte Gesundheit wieder Stück um Stück dareingeben soll? Gehl zu den Bauern, ihr jungen Reservisten, da ist noch keiner als Opfer seines Berufs an einer Krankheit gestorben, wie sie in unzähligen Jabrikdetrieben infolge der Eigenart derselben grassieren. Ta habt ihr gesunde, zuträgliche Beschäfti - g n n g und braucht euch um gute reichliche Mahlzeiten nicht zu bekümmern. Auch die Löhne sind heutzutage danach, daß der ländliche Arbeiter besser gestellt ist als der Industriearbeiter. Lasset euch nicht verlocken durch den trügerischen Glanz und Flimmer der Großstadt, den so mancher eurec Vorgänger hinterdrein, als es zu spät und seine Gesundheit ruiniert loar, in bitterer Reue als eitel Lug und Trug erkannt. Und ihr vor allem, die ihr aus dem kleinen Baucrnbörfchen hereinkommt zum Militär: höret nicht auf die Lockrufe der Versuchnna, die euch, Irrlichtern gleich, nur in den Sumpf ziehen wollen. Legt die Hände wieder an den Pflug, den ihr einstmals über die Fluren führtet. Eure rüstigen Arme sind den Bauern willkommen. Es wäre zu wünschen, daß die Herren Offiziere und Militärgeistlichen zum Abschied solche ähnliche Worte an die Reservisten richteten, um die jungen welt- unerfahrenen Herzen vor dem Untergang in der Großstadt zu retten." . ___________________________________________ Die goldeüe^öchzeit desbadifchcu GroßhcrzogspnareS. Karlsruhe, 23. Sept. Der Großherzog und die Großherzogin empfingen heute und gestern mehrere Abordnungen, darunter sechs Herren vom rheinischen Provinzausschuß, mit dem Oberpräsidenten der Rheinprovinz an der Spitze. Gegen 2 Uhr fand ein Dejeuner im Schlöße statt, zu dem die Abordnungen geladen waren. Während der Tafel hielt der Groß Herzog eine Ansprache, in der er u. a. folgendes ausführte: Unsere alten Beziehungen zur Rheinprovinz verbinden mich zn allerwärmstem Tanke. Sie ist die Hemmt der Großherwgin, über die wir dankerfüllt unsere Erinnerungen anstanscheii. Was i|t von Koblenz gnsgegangcn an Größe, Bedeutung und Kraft für das Deutsche Reich,' das damals noch nicht bestand! Ich darf Sie versichern, daß Koblenz für einen jeden, der deutsch gesinnt war, eine wahre Schule des Lebens war, eine Schule des Lebens, in der man freudig die Größe erkennen konnte von dem, der bann später au bie Spitze des Reiches trat. Er schloß mit einem Hoch auf Rheinprovinz und Kaiser. Wie das Justizministerium hat auch, bas Ministerium des Innern eine größere Anzahl p olizeilicher Straf en im Wege der Klage teils vollständig nachgelassen, teils ermäßigt. Die im Jahre 1903 vom Oberkriegsgencht in Karlsruhe zu längeren Zuchthausstrafen verurteilten vier Heidelberger Grenadiere sind gleichfalls begnadigt worben. Die Höhe bet Strafen von 6—7 Jahren Zuchthaus hat seinerzeit großes Aussehen hervorgerufen. Schule. __ Air sämtliche Lehrer der Münchener Volks- schulen erging eine Verfügung darauf hinzuwirken, daß in den Buchhandlungen und Zeitungs-Verkaufsstellen, die sich in der Rühe der Schulhäuser beftnden, nicht Bilder ausgestellt werden, die das sittliche Gefühl der Kinder verletzen könnten. Heer und Llottr. Stuttgart, 22. Sept. Der Thronfolger Herzog Albrecht von Württemberg, bisher Kommandeur der 26. Division, ist zum General der Kavallerie befördert worden. Man nimmt an, daß die Ernennung des Herzogs an Stelle des Generals v. Hiigo zum kommandierenben General des württembergifchen Armeekorps in nächster Zeit bevorsteht. Die letzten Manövertage der hessischen Division. (Original-Bericht des Gießener Anzeigers.) Am Donnerstag fanben nach einem Ruhetag bie DivisionS- manöver um beit Otzberg, Hering unb Semd ihre Fortsetzung. Die rote Partei stand nördlich bei Semd, die blaue süblia; bei Hassenroth und Brensbach. Die rote Partei hatte bie lieber« gange über bie Gersprenz zu sichern, sie nahm gegen 1 Uhr mittags Aufstellung auf bcr Linie Semb-Groß-Umstabt mit bcr Front nach Otzberg-Lengseib, wo bie blaue Partei (117 er unb 118 er) stauben. Gegen abend begann 7.20 Uhr daS Gefecht. Das Biwack bes Vorpostengros bcr 117 er nörblich von Lengfelb würbe von Teilen bcr 116 er unb 168 er gestürmt. Dann begann auf bem Gesechtsgeläube baS Aushebcn von Schützengräben. Die Truppen richteten sich für bas Nachtgesecht ein. Die 50. Infanterie-Brigade hatte ihre Stellung süblich von Lengfelb auf ber Linie HeibenmüHlc-Nicberklingeu Zipfen Station WiebelSbach- Heubach, bie 49. Juf.-Brigabe staub nördlich von Lengfelb mit ber Front nach Süden. Die Truppen bezogen in dieser Nacht kein Biwack oder Notquartier, sie blieben mit dem Gewehr im Arm in den Schützengräben unb erwarteten stündlich den Angriff des Feindes. Die ganze Nacht über herrschten Borpos'engeplünkel und Artillerieseuer. Das Arlillerie-Negt. Nr. 61 — Blau — stand am Otzberg, bie 25 er Artillerie — Rot — auf einer Anhöhe norböstlich Lengfelb. Die 115 er hatten ben rechten Flügel am Klingenbach, bie 168 er ben linken an der Bahnstrecke Höchst- GroA-Umstadt, bie 116 er bildeten das Zentrum. Freitag früh 5.30 Uhr rückten die Infanterie-Regimenter bei Tagesgrauen vor; während die Artillerie unaufhörlich feuerte, griffen die Jnfan- teriemassen den Feind an. Rot überschritt die Bahnlinie Wiebelsbach-Reinheim und drang bis Lengfeld vor. Doch bet linke Flügel von Rot würbe zurückgebrängt. Ein nachmaliger Fortangriff wurde wiederum von den 117 ent und 118 em zurückgeschlagen. Blau hatte seine Stellung durch Draht- und Astverhau befestigt. So ging das letzte Gefecht in ber Division zu Ungunftcn ber roten Partei aus. Um 7 Uhr ertönte bas Signal „Das Ganze halt!" unb halb barauf „Rückt ab in bie Quartiere!" Um ö’/i Uhr trafen bie Regimenter auf den Viwacksplätzen um Semb ein, unb schon um 9 Uhr erhielten sie Befehl zum Weitermarsch. Die Darmstädter Regimenter marschierten mit Ausnahme einiger Abteilungen nach Darmstadt, die 117 er unb 118 er bezogen Massenquartiere in Schaafheim, Kleestabt, Schlierbach, Langstabt, Groß- unb Klein-Umstadt, die 116 er marschierten nach Babenhausen, wo bas Regiment e-nquartiert tourbc. Die 168 er bezogen Vorposten-Biwack zwischen Semd und Richen. So nalM die gesamte 25. Division allmählich Aufstellung zn dein letzten Gefechte gegen den markierten Feind. Dieser wurde vom Regiment 115 und kleinen Abteilungen Artillerie unb Kavallerie gestellt unb hatte feine Aufstellung auf bcr Linie Gunbernhausen, Groß-Zimmern, Georgenhausen, Spachbrücken. Die 25. Division stand jenseits ber Gersprenz auf ber Linie Babenhausen, Klee- stabt, Grost-Nmstabt-Heubach. Am Samstag früh 4.50 Uhr verließen bie Truppen bcr 25. Division ihre Quartiere und rückten nach dem Gersprenztal bis Klein-Zimmern. Die 116 er hatten bis dahin einen weiten Marsch von Babenhausen zurückzulegen. Bei Klein-Zimmern entwickelte sich bald ein heftiges Fener- gefecht. Der Gegner hielt bie Höhen südwestlich von Groß Zimmern atf der Schneemühle besetzt und verteidigte die Gersprenzübergänge, seine Hauptstellung war auf dem Roßberg und ans ber Höhe 298 zwischen Zeilharbt unb Itoßborf. Die Pioniere hatten ben Berg mit Drahtverhauen befestigt. Gegen 9 Uhr erzwangen die Regimenter ber 25. Division die Uebergänge über die Gersprenz, die 168 er hatten den rechten, 117 et und 118 er ben linken Flüael. Die Regimenter waren in zwei Treffen formiert. Um 10 Ui; dem GM'ekloppew wenig Freude sand, final: „Sie haben uns gezwiebelt, sie zwiebeln uns nicht mehr, sie lernen uns den langsamen Schritt nicht mehr." Der andere stimmt leichthin an: „So lebt denn wohl, Ihr Gießener Mädchen, und schafft Euch einen andern an." Doch gibt cs auch ernste Naturen, die das Vor- lassen der lieben Kameraden und wohlaesinntcn Vorgesetzten etwas wehmutsvoll stimmt, einem anderen wird cs schwer, Mschied zu nehmen von einem holden Lieb, in dem Liede: „Muß ich denn zum Stüdllein hinaus" macht er seinem Herzen Luft. Vorherrschend sind aber die freudigen Soldatenlieder, eines derselben sagt mit Recht: „Soldaten das sind lust'gc Bruder, haben frohen Mmt, singen lauter luftige Lieder, sind den Mädchen gut." Die alten Soldatenlieder, die sich die jungen Burschen schon in den Spinnstuben «hres Heimatsortes aneignetcn, florieren heute. Aber auch eines wird gedacht, und so stimmt der Reservist an: „Auch eins, das halt' ich bald vergessen, mein Vater Philipp, lebe wohl, bei dir hab ich so o|t gesessen bei Wasser und, bei trocknem Brot." Die Reservisten behaupten übrigens, daß jeder rechte Soldat einmal bei Vater Philipp ein« quartiert gewesen sein müsse. Nun ist der Zug bestiegen, Abfahrt! Winken! Me! Nun denkt der Reservist schon an das veränderte Leben in der Heimat, und etwas mclan- cholisch singt er: „In der Heimat angckommen, sangt ein neues Leben an." Da halt der Zug, es heißt Abschied« nehmen von den weitersahrenden Kameraden und zu Fuß, gehtö nach dem Heimatsdorf. Ta greift der Reservist zum Liederschatz und singt: „Was glänzt so freundlich in der Ferne, es ist mein teures Vaterhaus, ich war Soldat und wars auch gerne, doch jetzt ist meine Dienstzeit aus." „Dia erst Patrouille, die wir machen, ins Wirtshaus gehts bei Bier und Wein." Hier sammeln sich dann auch bald die jüngeren Burschen, um die „Kricgserlebnisse" der Reser^ visten zu hören, diese können sich am Erzählen von Schaueri geschichten und Älbenteuern nicht genug tun und werden! von den jungen Burschen als wahre Heloen chalb ehrfurchtsvoll, halb neidisch angesehen. Wenn wir erst einmal dabei sind! denkt Wilhelm, der in der Ecke mit offenem Munde zuhört. Doch plötzlich wird er in seinen Betrachtungen gestört durch die ihm von Jugend auf bekannten .Verse: „Drum Brüder stoßt die Glaser an, es lebe der Reserve- mann, der treu gedient hat seine Zeit, zwei Jahr ist keine Ewigkeit", bezw. Kleinigkeit. Naht nun der Abend, so stellen sich auch die Dorfschönen ein, ist doch-der Liese ihr Heinrich wieder heimgckonnnen. Bald ertönt das Lied: „Den ersten Posten, den wir stehen, den stehen wir vor Liebchens Tür."^ Ja, es ist ein schöner Tag, der Tag der Entlassung zur: Reserve, und wir gönnen den Reservisten von Herzen ihre! Freude. Doch wenn sie nun in ihren alltäglichen Beruf zurückgekehrt sind, wo es heißt arbeiten ums tägliche Brot und später für Weib und Kind, dann denkt der ehemalige^ Reservist gerne noch an seine Soldatenzeit zurück unb sagt: „Es war doch die sorgloseste, schönste Zeit meines Lebens/1 X Von ber Sa benburg, 23. Sept. Der Lahn-, Dänsberg-Turnerbnnd hielt heute nachmittag auf ber Badenburg seine erste Bundes-Turnfahrt, verbunden mit volkstümlichem Wetturnen, ab. Punkt 2 Uhr trat das Kampfgericht unter dem Vorsitz des Turnwarts^ Schmidt-LannSbach zusammen, um die Einteilung der vor-! gesehenen Hebungen, Stabhochsprung, Weithochsprung, Frei-! weitjprung unb Gewichtheben zweiarmig, vorzunehmen. Die zuvor beabsichtigten Stabübungen konnten wegen des her- niedergehenden Negenwetters vorerst nicht stattsinden und, würben daher erst am Schluß bes WetturnenS ausgeführt. Die unbeständige Witterung mag auch manchen Freund ber edlen Turnsache von einem Besuch der Badenburg abgehalten haben, aber dennoch hatten sich viele Zuschauer, vor allem aus Wieseck, cingefunben. Mit großem Eifer gaben sich die angemeldeten 48 Wetturner den Hebungen hin, die durch den schlüpferigen, aufgeweichten Boden sehr beeinträchtigt wurden. Punkt 6 Uhr hatte daS Kampfgericht seine Aufgabe erledigt und es konnten die geschmackvoll ausgeführten Ehrenurkunden an die Sieger überreicht werden. Der Bundes-- vorsitzende Daubert-Wieseck wies bei der Preisoerteilimg darauf hin, daß der Lahn-Dünsberg-Turnerbund vor allem den Bestrebungen bcr deutschen Turnerschaft nachleben will^ Die Preisverteilung ergab folgende Sieger: 1. Preis M. Greiner, Wieseck, 37 Punkte, 2. Ad. Hassetbach, Rodheim, und PH. Schnabel, Wieseck, 34, 3. Bernhard, Bieber, 331/*, 4. K. Weller, Wieseck, 33, ö. H. Hoimann, Wieseck, 82, 6. A. Lotz, Wieseck, 31'/,, 7. O. Picisfer, Launsbach, unb W. Schreiner, Wieseck, 3O'/„ 8. W. Psaff, Launsbach, 30, 9. K. Schlicht, Bieber, und W. Lang, Robheim, 29, 10. W. Willershäuser, W. Tauberts- Häuser unb L. Hofmann, Robheim, 28'/,, 11. W. Hildebrand, Wieseck, 28, 12. W. Platt, Robheim, unb Fr. Knhnholz-Fellings- Hansen, 27l/„ 13. H. Biltendork, Wißmar, 26%, 14. K. Drommershausen, Wißmar, 266/?, 35. W. Feiling, Rodheini, 26, 16. H. Schmidt, Launsbach, 25'/,, 17. H. Bender, Rodheim, 25, 18. K. Winter, Launsbach, 25°/«, 19. K. Lang, Rodheim, 24*/a, 20. K. Muhr, Wieseck, 24 Punkte. Die Kapelle Becker-Wieseck trug durch ihre munteren Konzertweisen viel zur Unterhaltung des Publikums bei. t. Reiskirchen, 24. Sept. Hier hat man allenthalben mit ber Kartoffelernte begonnen. Doch lassen bie Kartoffeln in Bezug auf Quantität sowie auf Qualität sehr viel zu wünschen übrig. Die roten sog. Zwiebelkartoffeln geben eine einigermaßen befaebigenbe Ernte. Alle übrigen Sorten liefern dieses Jahr noch nicht das halbe Quantum gegen das Vorjahr. — Was das Obst anbelangt, so sind Zwetschen unb Birnen sehr gut, Aepfel dagegen nur genügend vorhanden. — Auch hier plant man den Ban einer Wasser- leitung. X Lauterbach, 23. Sept. Gestern nachmittag 5 Uhr versammelte sich der hiesige Turnverein in stattlicher Anzahl, um bcr feierlichen Grundsteinlegung der neuen Turnhalle beizuwohnen. Der Ban hat bereits Stockwerkhöhe erreicht und wirb noch in diesem Herbste unter Dach kommen, sodaß die Tilrnstunben schon im kommenden Winter in der neuen Halle abgehalten werden können, wenn auch die inneren Einrichtungen noch nicht fertiggestellt sind. Seither stand dem Turnverein ivährend des Winters überhaupt leint * M Ö' des Handel Frankfurter Bör*e. 24. September, 1.15 Uhr. . . 98.70 Reichsanleihe 3% Portugiesen III 125.00 244.00 Berliner Börse, 24. 1 145.10 V gesunden l 178.20 139.20 68.40 97.50 213.60 249.00 36.40 172.70 139.60 239.70 174.00 182.90 158.40 210.60 141.20 130.00 250.00 224.00 158.49 213.80 249.00 126.60 . 84 60 . 158.20 September. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . Laurahtttte .... Lombarden E. B. . . Nordd. Lloyd .... Türkenlose ..... 99.80 100.00 94.85 103.00 69.70 70.70 86.00 93.70 95.10 145.20 54.00 3X70 3^7» 86.55 98.75 86 50 98.30 Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: lustlos. 327- 32 do. Konsols do. Hessen . . Oberhessen 4270 russ.Staatsanl. 1905 427a japan.1 Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose...... 42 Griech. Monopol-Anl. 42 äussere Argentinier . 370 Mexikaner . . . . 427o Chinesen . . . . Aktien: Bochum Guss..... Buderus E. W . . . . Tendenz: ruhig. Telefonisclhe Kursberichte Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen. Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schnckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . Laurahütte...... bewah Nahrung für J Vermischtes. * Vo»n Vesuv und Aetna. Prof. Beuger, Direktor der Prager Sternwarte, hält einen neuen Ausbruch des Vesuv für wahrscheinlich. Er folgert dies aus dein Erscheinen neuer Sonnenflecken. — Inzwischen kommen aus der Aetna- gegend auf Sizilien weitere Nachrichten über neue Erdbeben. Die Bevölkerung verläßt das Festland und begibt sich in Booten auf das Wasser. — Auf der dänischen Insel Fehmarn wurden vier ziemlich starke Erdstöße verspürt. Schaden ist nicht angerichtet worden. Hongkong, 22. Sept. Die Chinesen in San Franzisko haben 10 000 Dollar für die infolge des Taifuns in Not geratenen Chinesen gesandt. Auch der Norddeutsche Lloyd meldete eine ansehnliche Summe zur Unterstützung an. Es herrscht die Gefahr des Ausbruchs einer Epideinie, da die unbeerdigten sowie die im Wasser umherschwimmcnden Leichen die Luft verpesten. *EinentsetzlichesLt)nchgericht, hervorgerufen durch Unsittlichkeits -Attentate von Negern auf weiße Frauen, fand in der Nacht auf Sonntag in Atlanta, der Haupt- stadt des nordamerikanischen Staates Georgia, statt. Die Weißen waren schon seit Monaten wegen verschiedener Attentate auf Frauen über Neger erbost. In der fraglichen Nacht kam die Erbitterung über die Schandtaten zum Ausbruch. Sobgld die Angriffe bekannt wurden, erhob sich das Geschrei: „Tötet die Neger" und ein Blutbad wurde unter den Negern angerichtet. Wo sich ein Schwarzer blicken ließ, war er die Zielscheibe von Kugeln, Messern, Stöcken und Steinen. VielcNeger wurden zu Tode geprügelt. Die meisten wurden in Straßenbahnwagen angegriffen. Die Zahl der Toten wird auf etwa 30 angegeben, die der Verwundeten beträgt mindestens 100. Die meisten versteckten sich in den Kellern. Der Gouverneur Terrel beorderte 8 Kompagnien Infanterie und eine Batterie leichte Artillerie, um dem Morden Einhalt zu tun. Um Mitternacht waren noch 15 000 Weiße auf der Suche nach Negern. * Kleine Tages chronik. In Berlin rourbc der Kassenbote Alfred Lange von einein Soldaten beobachtet, wie er einem Mädchen mit einer Schere ben Zopf abschni11. Der Soldat veranlaßte die Festnahme des jungen Mannes. Eine in seiner Wohnung vorgenommene Haussuchung förderte 19abgeschnittene Zöpfe zutage. Der Verhaftete behauptet, einem unwiderstehlichen Drange gefolgt 31t sein. — In Hamburg erhängte Frau PliSka ihre beiden Söhne iin Alter von sechs und acht Jahren unb, verletzte sich lebensgefährlich, indem sie sich nut einem Diciftcr- messer die Pulsader ausschnitt. Die Kinder wurden gerettet, sind aber bedenklich krank. — Auf einer Wiese in S ch w a b i n g bei München wurde eine Frauensperson mit durchschnittenem Halse t 0 t aufgesunden. Es ist dies binnen drei Wocheii schon der dritte Mord in München. — In Brom berg gab der Tischlergeselle Freyer auf ein achtzehnjähriges Mädchei,, das sein Liebeswerben unerhört ließ, einen Revolverschuß ab, der jedoch sehlging. Freyer erschoß sich darauf selbst. — In Marseille stieß ein von der ttieö Wissenschaft. Frankfurt, 22. Sept. Professor Jrilius S t 0 ck h a »r s e n, der berühnite Säiiger wid Gesangspädagoge, ist heute mittag um halb 2 Uhr nach kurzer Krankheit im Alter von 80 Fahren und zwei Monaten g e st 0 r b e n. (Einer unserer Franks. Mitarbeiter^ widmete dem Verstorbenen zu seinem 80. Geburtstage einen Ge< denkartikel. D. Red.) Arbeiterbewegung. Essen, 23. Sept. Die Siebenerkommission der Ruhr berg- ( c u t e hat einstimmig beschlossen, die Lohnfrage in Verbindung mit den inländischen und ausländischen Bergarbeiterverbänden neu zu regeln. Der Beschluß beweist, daß in offen wirtschaftlichen Fragen volle Einmütigkeit zwischen den Vergarbeiterver- bänden herrscht. Die politischen Unterschiede, die einer Verschmelzung zu einer großen Bergarbeiterorganisation heute noch entgegen- stehcn, werden cs nicht verhindern fönneir, daß in einem etwaigen Lohnkampse der Christliche Gewerkverein und die Hirsch Dunkerianer mit dem alten Verbände ebenso Hand in Hand gehen werden wie bei dem großen Januarstreik des vorigen Jahres. Leipzig, 23. Sept. Eine Versammlung der Buchdrucker- und S ch r i f t g i e ß e r g e h i l f e n sprach sich für die Unterstützung der Prinzipale bei der B e k ä m p f u n g des unlauteren Wettbewerbes ans. Sie erwartet dafür im neuen Tarif eine Verkürzung der Arbeitszeit und mehr Einfluß auf das Lehrlingswesen. H a m bürg, 23. Sept. Die Möbeltransportarbeiter besinden sich seit einigen Tagen in der Lohnbewegung. Ta bisher keine Einigung erzielt werden kannte, müssen zahlreiche Familien, die umziehen wollen, vergebens aus den Transport ihrer Möbel warten. Verviers, 22. Sept. In der vergangenen Nacht wurden gegen Wohnungen von Arbeitgebern zweiDyna mitanschläge verübt. Der hierdurch verursachte Materialschaden ist erheblich. . 36.20 . 143.90 . 145.00 zum Turmm geeignetes Lokal zur Verfügung. — Die Renovierungsarbeiten in der hiesigen Kirche sind schon ziemlich weit vorgeschritten, sodaß wohl die Einweihung am 1. Advent d. I. erfolgen kann. Bleichenbach, 22. Sept. Gestern rouvbe der Gemein de-Fischteich auf der Schönau abgelassen und ausgesischt. Die eingesetzten zweisommrigen Karpfen waren zu ganz stattlichen Tieren herangewachsen. Das Erträgnis war zufriedenstellend. Obwohl die Anlagekosten, 511 denen der Staat s. Zt. einen Beitrag leistete, ganz erheblich waren, ist nun doch die Rentabilität zur Genüge erwiesen. Der Teich ist klein. — Die Ausbeute beträgt nicht ganz 3 Zentner L 70 Mark. Früher trug die Fläche wenig oder nichts ein. Der Absatz der Fische war etwas schleppend. Homburg v. d. H., 23. Sept. Der Leiter der Kolonialabteilung Dernbnrg ist hier eingctroffen und heute vormittag vom Reichskanzler zum Vortrag empfangen worden. Meteorologische Beobachtungen der Stativ»» Gießer». 2. Internationale Hundeausaussteltung. 0 G i e ß e n, 23. September. In der früheren Mtien-Brauerei veranstaltete gestern der Verein „Hundesport für Gießen und Umgegend" seine 2. Internationale Ausstellung von Hunden aller Rassen. Nachdem am Samstagabend 9 Uhr im Vereinslokal „Hotel Kaiserhof" eine gesellige Zusammenkunft und Begrüßung der Preisrichter und Gäste staltgefimden hatte, wurde am Sonntag früh 1/29 Uhr die Ausstellung durch den Vorsi^'.'.deu, Herrn Schwan, eröffnet. Um 9 Uhr begannen die Preisrichter ihres Amtes zu walten. Das Ergebnis ihrer Tätigkeit wurde am Nachmittag an den Ständen der Tiere angeschlagen. Die Tiere folgender Besitzer wurden prämiiert: In Mteilung Deutsche Doggen: 1. Preis und Ehrenpreis Frau Kommerzienrat Gail-Rodheim a. B., 1. P.rsyn-Gießen, 2. Heise-Grünberg, I. Happel-Gießen, 2. Arthur Kall-Gießen, 1. L. Hanau-Gießen, 2. Ruppcl-Bürgel a. M., R. Nagel-Gießen, lobende Anerkennung W. Seipp-Gießen; St. Bernhards- hunde: Dreslcr-Elberseld, 1. und 2. Hanstem-Hanau, zwei 1. rrnd 2. Saner-Griesheim a. M., 3. Formhals-Großen-Liuden, 1. Rechenberg-Dietz, 1. und 2. Specht-Nürnberg, 1. Hanstein- Hanau, 2. und 3. Birk-Gelnhausen, lob. Anerkennung L. Döll- Gießen und Schellenberger-Wetzlar, 1. und 3. Schwalm-Nidda, 1. Stein-Bonn a. Rh., 2. und 3. H. Henkel-Gießen; Neufundländer: zwei 1. Sackmann-Besenfeld, 1. Jäger und Krebs- Offenbach, 1. und 2. Willmann-Bisses, 2. L. Troß-Gießen, drei 3. O. Gutmann-Gießen, 3. §. Becker-Gießen; Leonberger: zwei 1. Fr. Deumer-Oberursel, 2. Dr. Löschbrandt: Russische Windhunde: fünf 1. und sechs 2. Fußhöller-Siegburg, 1. H. Jenhen-Gießen; Glatthaarige Windhunde: zwei 1. G. Weimar-Frankfurt, 1. und zwei 2. W. Loeb-Gießen: Deutsche Schäferhunde: drei Ehrenpreis, sieben 1. Blum-Braunschweig, Hecker-Münden, Ticsenbach-Velbert, 2. und 3. P. Hom- berger-Gießen, hochlob. Anerkenmmg Vüchscnschüh-Lich, 1. Dah- mer-Ortenberg, zwei 2. V. Homberger-Gießeu, 3. Aug. Felsing- Gießen; Schottische Schäferhunde: Ehrenpreis und drei 1. Schultz-Wandsbeck, 1. H. Wiesner-Bad-Nauheim, 2. und 3. Fohr-Hadamar, hochlob. Anerkennung L. Bauer-Gießen, Krieb- Gießen, L. Loeb-Gießen, Nenl-Wetzlar, drei 1. Marx-Goldberg- Frankfurt, zwei 2. Katsch-Lüneburg; Kurzhaarige deutsche Vorstehhunde: zwei 1. Häuser-Gießen, zwei 1. F. Brückmann-Virlar, 3. K. Weigandt-Gießeu, 1. Voß-Krumbach, 2. G. Bergen-Heuchelheim, 2. Schmidt-Krumbach, drei hochloh. Anerkennungen W. Hamel-Gießen; LanghaarigedeutscheVor- stehhunde; zwei 1. O. Nuhn-Lollar, 1. H. Schadeck-Lollar, 2. H. Dornberger-Gießen; Draht haarige Vorstehhunde: 2. und 3. Prof. Dr. Olt-Gießen: Vointers: 1. Kitsch-Erpolzheim; Irish Setters: 1. Schifsnie-Gießen, 2. Rechtsanwalt Grünewald-Gießen, zwei 3. Dorn-Frankfurt-Bornheim; Pudel: zwei 1. Heß-Offenbach, zwei 1. Liebler-Franksurt, 1. Mahler- Frankfurt, 1. und 2. Kramer-Frankfurt-Sachsenhauscn, 2. Heß- Hochl>eim; Spitze: 1. W. Arnold-Grüningen, zwei 1. Müllev-- Heidesheim, zwei 1. I. Schultz-Mainz, 1. und 3. Görlach-Frank- furt, 1. K. Belz-Gießen, zwei 1. W. Klippel-Darmstadt, Ehrenpreis, zwei 1. und ein 2. Schäfer-Gießen, 1. und 3. Holbach- Altenkirchen, 2. K. Volk-Gießen, 3. Riltcr-Grünberg, 3. Dönges- Rodheim a. B.; Deutsche Boxer: 1. und 3. Nissen-Bergedorf, 2. Gönnewig-Siegen, zwei 2. Leuthold-Hanau, zwei 3. Bartholomäus-Bebra ; Bulldoggen: 2. B. Frankenstein-Frankfurt, 3. Vogt-Wenings, 1. und 2. L. Hamel-Gießen; Deutsche rauh haarige Pinscher: zwei 1. K. Gaul-Frankfurt, zwei 1. Brodt-Wiesbaden, zwei 2. H. Puth-Gießen, Hochlob. Anerkennung Harnickel-Gießen; Airedale-Terriers: 2. Leutnant Ebel-Gießen, 2. und 3. B. Büttner-Gießen, Hochlob. Anerkennung Büttner-Gießen und X Kortüm - Gießen; Foxterriers: zwei 1. Groß-Kassel, zwei 2. und ein 3. Krauß- Vadenburg, 2. W. Hilgardt-Gießen, 2. Gießel-Fulda, Reservepreis Frau Reg.-Rat. Buchinger-Gießen; Dachshunde: 1. und 2. H. Sälzer-Frankfurt, zwei 1. K. Asbeck-Hamm, 1. Bernhardt- Bendorf, 1. und 2. Jeltrup-Güsten, Ehrenpreis und zwei 1. I. Büttner-Frankfurt, hochlob. Anerkennung A. Klingspor-Gießen; Zwerghunde: sechs 1. und 2. G. Mohr-Wiesbaden, zwei 1. W. Karste-Offenbach, zwei 2. Horvinus-Frankfurt, 3. L. Lemme- Gießen, 3. W. Lotz-Gießen, hochlob. Anerkennung Th. Schlörb, V. Gonter und F. Klenker-Gießen; Z w e r g s chn au z er: zwei 1. Schirmer-Frankfurt, zwei 1. Riehl-Frankfurt: Zwerg- Aff e n p i n s ch e r: 1. I. Kalter-Berlin; Windspiele: 3. Hisgen-Montabaur, 1. Schäfer-Schwetzingen; Möpse: W. Reich- Kassel; Zwergspitze: Ott-Frankfurt; Andere Zwerghunde: 2. Schäfer-Kassel, 3. W. Hamel-Gießen. Die Ausstellung war sehr gut arrangiert und den ganzen Tag über äußerst stark besucht. Der erste Preisrichter I. Berta-Erfurt hob dies auch in einer Ansprache nach der Preisverteilung hervor und beglückwünschte den.Gießener Verein zu dem schönen Verlauf und guten Erfolg der 2. Internationalen Ausstellung. Berliner Handelsges Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . Deutsch-Asiat. Bank . Diskonto-Kommaudit. . Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn , . a Gotthardbahn . . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahn . . Prince-Hcnri-Eisenbahn Nordd. Lloyd Oberschles. Eisen-Industrie 131.00 Nichts rc handelspo einigten L ber Absert brikaiitcn amts M ui vorgezogen, W ten an das ei schiverdesührer, will, loszuwer überhaupt für aus allen stui brikanten gege dem Präsident neigt, den Mi gegen d:e a m zottvelitn nichts ro ii 11 den dechcljen allerdings, ba’ so klug waren, Die Depu tvmn endlich besümmngen setzung war, 1 vollen front)cn amerikanische ( fad) die Vera gierungsvorlw verabschieden soll sich mit und nur um haben. Was zeigt, daß ei Deutschla Leider dürst! Sache durch deutschen , ung erleiden Die £mi. sondern auch „bluffen", die bilfomatie. Un, sich jii einem ß lani) leinen 'Sajlr.ngtonee Rc beieit jein sollte, muh Tie Her Deutschland oder Ungnad Mittel eines Z 0 seiner Ausfuhr, kulieren aus selben Deut abkommens am setzten und d Zusicherung, na Zollkrieg wäre Länder, und es dntcklich genug vichresefport vo einem Zollkrieg A?ies die poli irark mtere, fiert Die deut,chcn F8 gegenüber d ,^?tsacl« hetrofi unmutig ^rhilten der Wc überhaupt der 3 Mrtritt. L Woche M’C bruderei. & fRebalüon.^ m und Druc Schulst^ Redaktion e Verlag u.Expc Adresse h« «nzeilier« Hauptversammlung des hessische» Landesgewcrbevereins. (Original-Bericht des Gießener Anzeigers.) -n. Oppenheim, 23. Sept. Das schön gelegene Nheinstädtchen hatte zu Ehren des hessischen Handwerks und seiner Repräsentanten Flaggenschmuck angelegt. Und das freundliche Gesicht, das es den mehr als 300 Vertretern zeigte, bot auch die heutige Tagung, die mit einer Sitzung des Ausschusses des Landesgewerbevereins im Gasthaus Hilbig begann. Den Vorsitz führte Negierungsrat Noack. Auf seine Begrüßungsrede dankte der Vertreter der Negierung, Ministerialrat Dr. U sing er. Er verneinte die durch Schaffung der Handwerkskammer aufgeworfene Frage, ob nicht die Zentralstelle für die Gewerbe überflüssig geworden sei, ganz entschieden. Ihre Hauptaufgabe habe die Zentralstelle stets in der Förderung des gewerblichen Unter- richtswesens gesucht und in der Erfüllung dieser Aufgabe vorbildlich in Deutschland gewirkt. In dieser Bahn gelte es weiter zu arbeiten. Weitere Begrüßungsansprachen hielten Kreisrat Dr. Heeg, Bürgermeister Schmidt, Gewerberat Falk von Mainz für die Handwerkskammer Darmstadt und der Vorsitzende des Ortsgewerbevereins Oppenheim, Adam Becker. Die Tagesordnung leitet Negierungsrat Noack ein mit dem Tätigkeitsbericht des hessischen Landesgewerbevereins und der Zentralstelle. Er berichtet auch über die Tätigkeit als Vorort des Verbandes deutscher Gewerbevereine, namentlich Durchführung des Handwerkergesetzes. In der längeren Besprechung, die dem Bericht folgte, ergriffen Kreistechniker Becker- Wörrstadt und PfandhauSverwalter Heiles- Offenbach das Wort. Die vorgebrachten Wünsche sollen Berücksichtigung finden. Zweiter Punkt der Tagesordnung war die Bestimmung des Ortes für die nächste Hauptversammlung in der Provinz Oberhessen. Da hierzu Vilbel seinen Antrag zurückgezogen hatte, wird Schlitz mit Mehrheit gewählt. Außerdem kam noch Grünberg in Frage. Der sehr interessante Vortrag des Lehrers Selbst-Oppenheim über Gewerbe und Handwerk in der ehemaligen Reichsstadt Oppenheim fand beifälligste Aufnahme. Sodann referierte Rechtsanwalt Calm an-Alzey über Sicherung der Bauforderungen. Die Fälle von Verlusten, die namentlich in Großstädten über das Handwerk hereingebrochen ist, mache die Lösung dieser Frage stets dringender. Sie ist jedoch ungemein schmierig. Der Landesgewerbeverein dürfe mit Genugtuung konstatieren, wie seine ursprünglichen Vorschläge jetzt auch vom Verband deutscher Gewerbevereine aufgegriffen worden sind. Im großen und ganzen -folgt diesen Vorschlägen auch die dein Bundesrat zugegangene Vorlage der Neichsregierung, wenn sie auch manche Wünsche unerfüllt läßt. Drei Nachteile erheischten jedoch unbedingt Abstellung. Einmal der § 11, der dem Nachmann de? Unternehmers die Beweislast bezüglich Insolvenz auf- erlegt, dann die niedere Fixierung der Konzessionstaxe und schließlich die Beschränkung auf die Städte und ihre Außenbezirke. Die Vorlage müßte auch für Umbauten und bereits bebaute Baustellen im Stadtinnern gelten. Ebenso bedauerlich sei e§, daß das flache Land unberührt bleiben soll, denn auch hier hat ein ungesundes Bauspekulantentun» bereits seine Fang- arnw ausgestreckt und es bedarf gleicherweise die ländliche Bautätigkeit des Schutzes. Wenn inon nun auch mit der Unmöglichkeit des vollen Schutzes rechnen müsse, so sollte man nun doch die Kaution höher als vorgeschlagen fixieren. Das Wünschenswerteste wäre wohl eine Bemessung auf ein Drittel der Bausumme. Indessen darf man hier nicht den Bogen zu straff spannen. Hier müsse erst die Erfahrung lehren. Immerhin sollte man eine unterste Grenze etwa zwischen ein Viertel und zwei Fünftel durch Gesetz festsetzen und die Möglichkeit offen lassen durch Verordnung für gewisse Umstände diesen Satz erhöhen zu können. Alles in allem hat die Vorlage zwar ihre Mängel, sie gibt aber doch eine brauchbare Unterlage für ein gutes Gesetz, das zu schaffen hoffentlich gelingt. Die auch vom Verband deutscher Gewerbevereine angeführten Leitsätze werden widerspruchslos angenommen. Sie lauten: Die Versammlung begrüßt die Vorlage betr. Sicherung der Bauforderungen als geeignete Grundlage zu einer Verständigung über den notwendigen Schutz des Baugewerbes. Sie hegt aber erhebliche Bedenkeu gegen die durch § 11 dem Nachrnauu des Unternehmers auferlegte schwere Beweislast und vor allem gegen die niedere Fixierung der zur Abwendltug der Hypothekareintragulig Itattyaften Hinterlegung. Im übrigen verweist die Versammlung auf me früheren in Kassel und Kaiserslautern vom Verband deutscher Gewerbevereine gefaßten Beschlüsse und hält an der Forderung ? auch die Bautätigkeit bei Umbauten, welche Neilbaiilen gleichstehen und bei Neilbaiilen außerhalb der von der Laiide^- gesehgebung bestimmten Baubezirke einen weiteren gesetzlichen Schuß rm Sinne der Kaiserslauterner Vorschläge enthält.' Ueber den Stand des gewerblichen Unterrichtswesens m Hessen berichtet Olewerbeschulrat Meyer aus Darmiladt. Darnach haben sich alle gewerblichen Schulen gedeihlich entwickelt. Zu beklagen sei hier und da eine ■ gewiße Lässigkeit in der Ortsschulaufsicht, die kleinlichen Be- ' denken (Verlust von Schülern) entspringe. Es müsse unbedingt : auf pünktlicheren Besuch und nur möglichst einmalige Aufnahme der Schüler im Jahre gesehen werden. Die'Tages- ■ ordnung war damit erschöpft. Ein gemeinsames Mittagessen 1 in der Wictschaftshalle auf der Landskrone schloß sich an. * V ' - -T<- \ iur Q. lebens Vtlcbtg ^acht, ^ulosk be-m d?s neue rn d Karint Veh ^gehend b fofato berbrei W bcleS^ d ubertrWet bic Ä,; ^|E 8eriialrnc ei: 4% Öesterr. Goldreute. . 4*/$ Oesterr. Silberrente 49o Ungar. Goldrente . . 4?» Italien. Rente . . . 3% Portugiesen Serie I . Familie des Multi-Millionärs Schmidlapp aus Cilwirmti gemietetes Automobil mit einem Lastwagen zusammen. Hierbei erlitt die 19 jährige Tochter Schmidlapps eine schwere Verletzung, die ihren Tod herbeiführte. — In Chile hat sich auf dem Vulkan Chillon ein neuer Krater gebildet. Gelehrte glauben, daß ein vulkanischer Ausbruch bevorstehe. — Meldungen aus Senegambieii zusolge sind bei den Ueberschwemmungen, über 10 0 Eingeborene u m g e k 0 m m en. Der Schaden be- läiüt sich auf 3 Millionen Francs. — In München konnte am' 21. d. M. die Vorstellung im Hoftheater nicht stattfinden, da es trotz dreiviertelstündiger Bemühungen nicht gelang, den eisernen Vorhang zu heben. — Am 22. Sept, wurden auf dem Haltepunkt Dedensen (Hannover) zwei Reser- vi ft en überfahren und sofort getötet. Dieselben gelangten bei geschlossener Schranke auf den Bahnkörper und wurden von dem aus der Richtung von Wunstorf kommenden Zuge erfaßt. — In der Oelfabrik Groß-Gerau in Bremen^ brach Feuer aus, das sämtliche, dem Holzhafen gegenüberliegende Gebäude zerstörte. Die dahinter gelegenen Lagerschuppen, das Verwaltungsgebäude, die benachbarten Holzschuppen ebenso wie mehrere andere in der Nähe befindliche Schuppen konnten gerettet werden. Das Feuer wütet besonders in den Kellerräumen noch fort: die Feuerwehr oewonn ieboefi Gewalt darüber. rrnZvevtzitäts-Naehrrchten. — Die Technische Hochschule zu Karlsruhe ernannte den Großhofmeister v. Brauer und den Minister Schenkel zu Jngenieurdoktorei» honoris causa. — Privatdozent Dr. r m s in Tübingen hat den Ruf nach Jena auf den Lehrstuhl für Nationalökonomie und Sozialpolitik angenommen. Höchste Temperatur anr 22.-23. September = 4- 14,80 C. Niedrigste „ „ 22.-23. „ — + 10,6’ C. Handel nnd Verkehr, Volkswirtschaft. Reichsbank. Wir haben vor kurzem mitgeteilt, daß das Direktorium der Bank aus der Bankengruppe ausscheiden wolle, die sich zur Regelung des Kurses der neuen Neichsanleihe gebildet hat. Nun meldet der „B. B. C.", daß ein diesbezüglicher Beschluß noch nicht gefaßt ift und in dieser Sache eine Entscheidung Wohl erst in der nächsten Sitzung der Bankengruppe am 15. Oktober kommen werde, und wenn dann der Mistritt erfolge, so geschehe dies doch erst zum Jahresschluß. — Wir haben darauf aufmerksam zu machen, daß auch in dem damaligen Artikel mit keinem Worte gesagt wurde, daß die Reichsbank ihr Ausscheiden sofort durchführen wolle: das Geaenteil wurde angegeben. Wrb ton einec. J ^ktoberhch L JW« Wffi September 1906 Barometer am 0° reduziert Temperatur der Snit Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung tc l Wetter 23. 2»s 753,0 14,2 11,4 95 Still Regen 23. 9" 754.0 11,0 9,0 92 N 2 Heller Himmel 24. ^35 757,3 10,0 7,3 80 NE 2 Bew. Himmel