Donnerstag 22. Februar 1SV6 Zweites Blatt Nr. 45 Gießener Anzeiger 156. Jahrgang Rotationsdruck und Verlag der Brühl'leben UntDcrfildtSi)ruderet 5L Lange, Gretzen. Redaktion, Expedition u. Druckerei? Sebulstr-U, Tel. Nr. 5L retegr.-Adr. r HU^eiget MiefoOU Erscheint Mglich mit Ausnahme deS Sonntags. Die „Sietzener ZamlNenblätler" werden dem Anzeiger viermal wöchenlttch beiqelegt Der w^|P|^ LaavVttt- erjcheml monatlich einmal. General-Anzeiger, Amtr- und Anzeigeblatt für den Kreis Siehrn. Are Elegierten in Algeciras scheinen bereits ans Koffcrpacken zu denken, wenn man den gestrigen Trahtberichten aus Paris und Rom glauben darf. Einzig die englische Presse gibt einer Mahnung an Frankreich Raum, die noch in letzter Stunde mögliche Verständigung mit Deutschland anzustrebcn, weil bei einem Scheitern der Konferenz Frankreich der einzig verlierende Teil sein würbe. Diese Wahrheit ist aber schon beim Zusammentritt der Konferenz bis zum Ueber- druß gepredigt worden. Durch die jetzige Wiederholung wird sie schwerlich eindringlicher. Nachdem nun die.Dinge soweit „auseinandergediehen" sind, muß man doch fragen, weshalb sich denn in Algeciras keine einzige Macht in vermittelndem Sinne betätigt? Speziell Italien erachtete es doch angeblich als seine Aufgabe, seinen „alten" und seinen „neuen" Freund, Deutschland und Frankreich, mit einander zu versöhnen. Von Diskonti Venosta, der neuerdings mit dem Amerikaner White Besprechungen gehabt hat, hieß es sogar, daß er in dieser Mission die*Krönung seiner diplomatischen Lebensarbeit erblickt. Und nun will man eine Konserenz resultatlos auseinandcrgehen lassen, auf der doch eine Verständigung ungleich leichter wäre, als B. auf der von Portsmouth! Tann hat es auf französischer Seite von vornherein am guten Willen gefehlt, dann sind die anderen an der Konferenz beteiligten Mächte nicht Träger einer versöhnlichen Tendenz gewesen, dann war Delcassö immer noch ehrlicher als Roiwier. Die Budget- kommission des Reichstags ersuchte heute die Regierung um Vorlegung einer Uebcrsetzung des französischen Gelbbuches zur Marokkofrage. Tas Schriftstück wird vermutlich fettiggestellt sein, wenn der Etat des Reichskanzlers im Plenum an die Reihe kommt. Neues von Belang dürfte man aber aus der Uebcrsetzung schwerlich erfahren, vielleicht liegt dann bereits ein neues, die Konferenz in Algeciras behandelndes Gelbbuch vor, in dem selbstverständlich alle Schuld auf Deutschland gewälzt wird. Jedenfalls ist in der hochpolitischen Debatte beim Titel „Gehalt des Reichskanzlers" eine Erklärung des Fürsten Bülow zur Marokkofrage zu erwarten, bedeutungsvoller als die im Dezember v. I. im Reichstag abgegebene. Die zur Vorbereitung der weiteren Beratung vorgenom- mcne Gegenüberstellung des deutschen und des französischen Bankentwurfes zeigt folgende prinzipielle Unterschiede: 1. In der Zusammensetzung des Kapitals von dem nach dem französischen Entwurf vier Anteile dem französischen Konsortium der Anleihe vom Jahre 1904 zufallen sollen und elf den anderen Mächten. Nach dem deutschen Entwurf soll jeder der Signatarmächte ein Teil zufallen. Dagegen sollen nach dem französischen Entwurf die Rechte des Konsortiums auf die Staatsbank übergehen, worauf Deutschland keinen Wert legt. 2. Nach dem französischen Entwurf soll die Auf sich: von einem durch die marokkanische Regierung angestellten Kommissar ausgeübt werden, wogegen der deutsche Entwurf in der Uebertragung der Aussicht auf das diplomatische Korps in Tanger eine stärkere Garantie für die Unabhängigkeit der Kontrolle erblickt. 3. Ter französische Bankentwurf null die Bank unter französische Konsulargerichtsbarkeit stellen, während der deutsche Entwurf eine gemischte Gerichtsbarkeit nach eghptischcm Muster Vorsicht. 4. Tie hochwichtige Festsetzung der Statuten soll nach dem französischen Entwurf durch den Verwaltungsrat gemeinsam mit der Versammlung der Aktionäre erfolgen, nach dem deutschen Entwurf durch den Verwaltungsrat und die Aufsichtsbehörde.___________ Polstische Lagesschau. Ein Aufruf au die Professoren uud Studenten der deutschen Universitäten und Technischen Hochschulen ging uns heute zu, unterzeichnet von Rudolf Bode (früher evang.), stuck, philos., Leipzig; Max Ahrem (früher reform.), stud. philos., Leipzig; Albert Gabriel (früher kath.), stud. philos., Leipzig; Otto Gabriel (früher kath.), stud. philos., Leipzig, und Alfred Dieterich (früher evang.), stud. philos. in Berlin. Es heißt darin im wesentlichen: Die schwer erkämpfte Freiheit des deut scheu Gei st es ist in Gefahr. Keinen offenen Vorstoß wagen die Gegner. Si J führen einen stillen schleichenden ' Agriff wider die -Selbstbestimmung der Persönlichkeit, die sie wie im Mittelalter in dogmatische Fesseln schlagen wollen. Und nur nllzuschwach ist die Widerstandskraft der zur Abwehr 6eruierten Männer, immer kleinmütiger und schüchterner wird ihr Protest. Schon i st d e r deutsche Staat ganz ins Schlepptau dieser finsteren Mächte gerat en. Der Geist der Unfreiheit durchdringt verheerend immer weitere Schichten unseres zu den höchsten Külturaufgaben berufenen Volkes. Wir sind der Ueberzeugung, daß an diesen traurigen und unwürdigen Zuständen die zweideutige und unentschieden e H a l t u u g d e r H o ch i ch u l e n die .Hauptschuld trägt. . . . Der deutsche Student ist gewohnt, in seinen Lehrern iiidji nur Lehrer der Wissenschaft, sondern auch feine geistigen Führer und Erzieher zu sehen. Mir legen das ernste und freimütige Bekenntnis ab, daß nach unserer Ueberzeugung ein großer Teil der akademischen Lehrer dieser seiner wichtigsten Aufgabe untreu geworden ist.' Das ehrfürchtige Verhältnis der _ akademischen Jugend zu ihren Lehrern ist in Gefahr. Die Professoren haben keine Vorstellung, wie eine große Anzahl der Studenten über die Unfreiheit ihrer heutigen Lehrer benlt._ Es ist Ehrenpflicht jedes akademischen Lehrers, auch nach außen eine vollkommen autonome Persönlichkeit darzustellen. Die Zugehörigkeit zu einer der überkommenen kirchlichen Konfession en^ ist bei der Mehrzahl der Akademiker nur noch ein äu ßerer Sch c i n. Tatsächlich fühlen sich schon längst Professoren und Studenten in überwältigender Mehrheit von jeder konfessionellen B i u d u n g f r e i. Wir halten die blinde oder nur äußere Zugehörigkeit zu einer Konfession, welcher Art diese auch sei, für völlig unvereinbar mit der Würde und Verantwortlichkeit eines akad. Bürgers! Die akademische Freiheit bedeutet die schlechthinnige Unabhängigkeit jedes einzelnen in allen geistigen Fragen, die religiösen Fragen otö die wichtigsten mit eingeschlossen. Darum bitten wir dieTozenten der nichttheologischen Fakultäten, soweit sie nur noch äußerlich zu ihrer Konfession gehren, in corpore aus den verschiede n cn K i rcben auszutreteu uud mit Entschiedenheit dahin zu wirken, daß die theologische Fakultät als dem akademischen Geiste widersprechend aufgehoben werde. Alle akademischen Mitbürger, Professoren und Studenten, fordern wir auf, offen und mit höchster Aktivität in den konfessionellen Kämpfen der Gegenwart «Schulgesetzvorlage, Toleranz-antrag' steflnnq zu nehmen. Und nun sagt ein Appell an die Kommilitonen, schleunigst sich „ofyne Ausnahme von den hemmenden Fesieln der überlebten Konfessionen loszulösen". Die Unterzeichneten haben ihren Austritt aus der Kirche eingeleitet. Die Ausschüsse der deutschen Studentenschaft ersuchen wir, allqemeitke Studentenversammlungen einzuberufen, die in offener Aussprache den wahren Begriff der akademischen Freiheit zu finden suchen, bereit Teilnehmer dann aber auch bereit sind, bad als wahr und sittlich notwendig Erkannte mit aller Kraft verwirklichen zu helfen. Die Unterzeichneten bereiten eine Organisation deutscher Studenten vor, welche mit Wort und Tat auf eine religiös-sittliche Vertiefung des akademischen Lebens hin- arbeiten und notwendig gewordene Reformen des heutigen Universitätsbetriebes anregen will. Die 5 jungen Herren haben wohl keine Ahnung davon, wie unsäglich lächerlich sie sich mit diesem „Aufruf" machen. Nach ein paar Jahren schon werden sie wohl diesen Streich als einen der unbesonnensten ihres Lebens bedauern. In München verhinderte übrigens die Polizei vor der Universität die Verteilting dieses Flugblattes._____________ Preußisches Abgeordnetenhaus. Berlin, 21. Febr. Die zweite Lesung des Just'zetats wird fortgesetzt. Abg. Schiffer (nt.) beklagt die Sage der unbesoldeten Asseso - ich. Der Rest des Justizetats wird genehmigt. Es folgt die zweite Beratung des Etats der Bauverwaltuug. Abg. v. P a-ppenheim (Font) bemerkt, daß die in der Käual- vorlage vorgesehenen Schiffahrtsabgaben Beunruhigung namentlich in Süddeutschland hervorgerufen hätten. Im Namen seiner Freunde habe er auf das Allerentschiedenste zu erklären, daß er in feine Melioration irgend einer Wasserstraße einwilligen werde, ehe die Frage der Schiffahrtsabgaben geregelt sei. Eisenbahnministcr v. Budde dankt tarn Vorredner für seinen Vortrag, mit dem die Staatsregierurrg völlig einverstanden sei. -Gegen die Schiffahrtsabgaben habe sich jener Rummel er* hoben, der sich so leicht gegen jede Abgabe anstiften taffe. Die Regierung habe den festen Willen, die in der Kanalvorlage vvrgeschriebenen Schisfahrtsabgaben einzuführen und durchzuführerr. Abg. Dahlem (Ztr.) ist kein Gegner der Schiffahrtsabgaben. Abg. Brömel (fr. Vg.) erklärt sich gegen Schiffahrtsabgaben. Abg. Graf Kanitz erklärt, von einer Belastung der Schiffahrt durch die geplanten kleinen Abgaben könne keine Rede sein. Der Staat könne auf die Schiffahrtsabgaben nicht verzichten. Minister v. Budde hält es für unmöglich, die Frage der Höhe der Abgaben jetzt schon zu lösen. Die Abgaben sollen nur die Amortisation und Verzinsung des aufgewendeten Kapitals decken. Bei kleinen Flüssen werde man sie selbst so hoch nicht bemessen können. Abg. Funck (fr. Bp.) wendet sich gegen die Ausführungen des Abg. v. Papvenyerm. Für die Freisinnigen heiße es gegenüber den Schiffahtsabgaben: Principiis obfta! Abg. Macco (nl.) lehnt die Schiffahrtsabgaben nicht grundsätzlich ab, verlangt aber, daß sie sich in mäßigen Grenzen holten und der Verbesserung der Wasserwege dienen. Abg. von Zedlitz erklärt sich mit den Erklärungen des Ministers v. But^e vollständig einverstanden. Deritsehes Aerch. Berlin, 21. Febr. Die Meldung, daß der König von England dem Kaiser zu seinem Geburtstage einen herzlichen Brief geschrieben habe, ist richtig. Es war bekannt, daß manche Bemühungen von beiden Seiten, die persönliche Verstimmung zwischen den beiden Monarchen zu beseitigen, so weit Erfolg gehabt haben, daß nach der Atisnahme des brieflichen Verkehrs auch einer persönlichen Begegnung in absehbarer Zeit nichts mehr im Wege steht. — Heute versammelten sich in der Universität über 150 Vertreter der deutschen chemischen Wissenschaft und Industrie. Der vorbereitende Ausschuß wurde ermächtigt, eine Petition an den Reichskanzler, betreffend die Begründung einer chemischen Reichsan st alt in Groß-Berlin, zu, richten. — Baron de Eourcel, der lange Jahre in Berlin französischer Botschafter war und als französischer Vertreter der Beisetzung des Königs Ehristian in Kopenhagen beigewohnt hat, hält sich seit zwei Tagen in Berlin auf. Er hat gestern den Reichskanzler Fürsten Bülow zufällig in der französischen Botschaft getroffen. Bei den alten Beziehungen, die ihn mit dem hiesigen Hofe verbinden, wird er wahrscheinlich auch vom Kaiser empfangen werden. Köln, 21. Febr. Heute fand hier unter Teilnahme des Oberpräsidenten Frhrn. v. Schorlemer, sowie vieler hervorragender Vertreter des Staates, der Gelehrtenwelt und der Großindustrie die Gründung einer Vereinigung für rechts- und staatswissenschaftliche Fortbildung statt. AoLoiiialpoft. — Man meldet aus dem Haag, daß der Auf st and der Eingeborenen auf Celebes (niederländ. Besitzung) fast vollständig unterdrückt sei. Nach einem hartnäckigen Kampf eroberten die holländischen Truppen das Lager der Aufstän- digen. In diesem Gefecht wurden 90 Aufständige getötet, während auf holländischer Seite nur 11 Soldaten verwundet wurden. Der Aufstand ist nur noch aus ein Gebiet in der Umgebung von Poffo beschränkt, wo die Aufständigen in großer Zahl vorhanden sind. — Wie das Reutersche Bureau erfährt, sollen die Unruhen in der britischen Kolonie Nigeria von dem 2(uftretcn eines neuen Mahdi unter dem mächtigen Stamme der Tu- areqs, der seinerzeit den Franzosen soviel Mühe gemacht hat, herrühren. Obgleich noch feine weiteren Einzelheiten vom Oberkommissar vorliegen, so geben doch aus anderen Quellen eingegangene Depeschen zu der Vermutung Anlaß, daß nicht nur englische, sondern auch französische Truppen in die Nie derlage verwickelt worden sind. Tas Gefecht hat am 14. Februar stattgefunden. Der Ort ist unbekannt, doch ist es wahrscheinlich, daß es dicht an der französischen Grenze nordöstlich von Sokoto stattgefunden hat. Man hegt die Erwartung, daß Frankreich beim Vorgehen gegen den neuen Mahdi seine Unterstützung gewähren wird. Innerhalb von drei Wochen werden 1000 Mann englische Truppen in Kano versammelt fein. — Ein römisches Blatt hat ein Telegramm aus Asmara erhalten, wonach die Auf ständigen in fernen unter Jman Peja die Türken bei Sa hada schlugen. Ein türkischer General sei tot, ein anderer verwundet, und vier Kanonen sollen erobert fein. — Der „Times" wird aus Kapstadt gemeldet, die deutschen Behörden in Südwestafrika hätten eine Proklamation erlassen, wodurch gewissen Personen die Einwanderung in deutsches Gebiet verboten werde. Die Farbigen dürften keinen Eintritt in deutsches Gebiet erhalten. Der deutsche Generalkonsul in Kapstadt habe jedoch erklärt, das Verbot sei nur ein zeitweiliaes. Autzland. Im Ministerrat wurde festgestellt: Mau könne mit vollem Recht auf die rechtzeitige Durchführung der Reichs dum aw ah len rechnen, ebenso auf den Zusammentritt der Reichsd uma in der zweiten Hälfte des April alten Stils. Höchstens könnten das Zusammenfallen der Wahlen mit dem Osterfest und die Wegelosigkeik in manchen Gegenden im Frühjahr die Durchführung etwas verzögern. Taher wird es vielleicht erforderlich sein, von der vorgeschriebenen Wahl der Abgeordneten an einem Tag Abstand zu nehmen. Der Ministerrat erkennt es als notwendig an, von nun ab den verstärkten außerordentlichen Schutz und Kriegszustand unter Kontrolle der höchsten Regierungsorgane zu verhängen. Bei der Unmöglichkeit der sofortigen Aufhebung der angeordneten Ausnahmemaßnahmen bezeichnete es der Ministerrat als wünschenswert, vor allem die Zahl der unter Kriegszustand befindlichen Gegenden zu beschränken und sie zeitweiligen Generalgouverneuren unterstellen. Tas Finanzministerium beabsichtigt, die Tabak- a k z i s e um 35 Proz. zu erhöhen, wodurch die Prima- sorten 90 und die Sekundasorten 48 Kopeken pro Pfund teuerer wurden. Für 1000 Zigaretten soll eine Erhöhung der Akzise von 200 auf 270 Kopeken ein treten. Die Steuer umschließt Zigarettenpapier und Hülsen. In diplomatischen Kreisen werden kriegerische Verwickelungen zwischen Rußland und China ernstlich für möglich gehalten. Rußland hat China seine Wünsche ausgesprochen uno auch Verträge nicht erfüllt, weshalb jetzt China Vergeltung üben wolle. Tarin werde die Pekinger Regierung von Japan offen unterstützt und England sei im Stillen einv erst ändert. Der gegenwärtige Zeitpunkt scheine China am geeignetsten, um gegen Rußland vvrzugehen, da es durch den Krieg mit Japan geschwächt sei. Es wird befürchtet, daß China ein etwaiges Fiasko der .Konferenz von Algeciras benutzen würde, um feine Absichten ourch- zuführen. Tie augenblickliche Lage Rußlands in der internationalen Konstellation sei keine beneidenswerte. Der Präsident der 7. Abteilung der russischen Fabrikarbeiter, Petrow, macht in der Zeitung „Rußk" sensationelle Mitteilungen über den entflohenen Priester Ga- pon, der bekanntlich am 21. Januar v. I. die Petersburger Arbeiter nach dem Winterpälais führte. Gapon erhielt danach kurz nach jedem Unglückstage 30 00 0 Rubel durch F ü r st Ti m i r j a s e w, den jetzigen Handels--' Minister, vom Grafen Witte angewiesen und zwar, wie Gapon dem Petrow mitteilte, damit er ins Ausland flüchten könne. Vorher solle erjebod) alle Verluste, welche den Arbeitern durch die Schließung ihrer Versammlungen nach dem 21. Januar entstanden waren, von dieser Summe decken. Gapon habe für diesen Zweck tatsächlich 7000 Rubel hergegeben, während er die übrigen 23 000 Rubel einsteckte und ins Ausland abreifte. Vier in Riga zum Tode verurteilte Revolution näre richteten ein Gn adengesuch an den Zaren, dieses wurde abschlägig beschieden. Ter GenerÄgouverneur bestätigte das Urteil, änderte es aber dahin ab, daß die Todesstrafe durch Erschießen anstatt durch 'Erhängen vollstreckt werden solle. Dies ist geschehen. In Stanitza Gianinsk im Kubangebiet meutern 600 Kosaken vom Regiment Urup. Gegen die Meuterer, die sich verschanzt haben, sind Truppen mit fünf Maschinengewehren entsandt worden. Es ist bereits zu einem Zusammenstoß gekommen, doch liegen bis jetzt keine Einzel- heiten vor. Porjrag üöec WerLzurvachssteuer. (Original-Bericht des „Gieß. Anz.") — Gießen, 22. Februar. In einer von der Gießener Ortsgruppe des Bundes deutscher Bodenreformer veranstalteten, gut besuchten Versammlung im Cafe Ebel sprach am 19. d. 2)1. Privat- dozent Dr. Koeppe aus Marburg über die Wertzuwachssteuer. Der inhaltreiche und tief durchdachte Vortrag gliederte sich nach den drei Hauptfragen der Berechtigung, der Einrichtung und der Wirkung dieser Steuer. Ihre Berechtigung ergibt sich aus dem Wesen der städtischen Grundrente; denn ihr vor allem gilt die Zuwachssteuer. In allen auf* strebenden Städten steigt der Wert des Bodens. Jede Aufwendung von feiten der Gemeinde, jede Hebung von Wirtschaft und Verkehr, ja auch die wissenschaftliche Arbeit beispielsweise in einer Universitätsstadt spiegelt sich getreu wieder in dem Emporgehen des Bodenpreises. Denn die wachsende Menschenzahl braucht immer mehr Raum zum Wohnen und 9(rbeiten, die Nachfrage nach dem Boden steigt, während das Angebot nicht Schritt halten kann. So müssen die Preise in die Höhe gehen, am meisten in der Innenstadt, in abnehmendem Maße nach den Außenvierteln zu noch über sie hinaus. In Charlottenburg ist der Wert des gesamten Grund und Bodens von 45 Millionen Mark i-.h Jahre 1886 auf 300 Millionen im Jahre 1897 ge- fiiegen, in einem einzigen Jahre betrug sein Wertzuwachs 34 Millionen. — Wer hat diesen Wertzuwachs geschaffen ? In der Hauptsache nicht der Bodenbesitzer, denn er kann inzwischen in Italien oder am Nordpol oder gar im Gefängnis gesessen haben. Wenn nur in derselben Zeit durch den Fleiß und NniernehmrmgSgeist seiner Mit- bürger die Stadt aufgeblüht ist, Fabriken gegründet, Schulen und Theater gebaut worden sind, kann er darauf rechnen, -aß bei der Heimkehr sein Boden einen Wertzuwachs erfahren hat, gegen den u. U. große Gewinne aus mühevoller Arbeit ein"Kinderspiel sind; und er kann mühelos die Werte sich aneignen, die nicht er, sondern die Gesamtheit inzwischen geschaffen hat. Und da sollte es ungerecht sein, wenn dieselbe Gesamtheit einen verhältnismäßig kleinen Teil dieses von ihr allein geschaffenen Wertzuwachses in Gestalt der Steuer wieder an sich nimmt- Unsere Städte brauchen Geld. Soll da immer wieder die produktive Arbeit, sollen Gewerbetreibende, Beamte, Handarbeiter stärker herangezogen werden, während der Bodenspekulant Tausende gewinnt, ohne seinen Boden auch nur mit dem Finger berührt zu haben? Denn nur der .unverdiente" Wertzuwachs soll besteuert werden, nicht solcher, der durch nützliche Aufwendungen irgend welcher Art vom Besitzer geschaffen worden ist. Die Wertzuwachssteuer ist eine ergiebige Einnahmequelle für die Gemeinde und dabei die denkbar gerechteste Steuerart. In der Einrichtung der Zuwachssteuer haben wir daS Vorblld von Frankfurt a. M., Köln, Gelsenkirchen, Berlin und Bremen. Ein Zwanzigstel der preußischen Bevölkerung steht damit unter der Wirkling dieser Steuer. Redner hat genaue Erkundigungen eingezogen über die in Frankfurt a. M. und Köln bis jetzt gemachten Er- sahrnngen. Oberbürgermeister Ad icke s in Frankfurt hat ihm mitgeteilt, daß seit Einführung der Steuer die Umsätze an Boden mindestens so stark waren, wie vorher. Abschlüsse lägen noch nicht vor. Das finanzielle Ergebnis sei aber sehr- gut. Schwierigkeiten hätten sich so gut wie nicht ergeben. Das maßgebende Kölner Magistratsmitglied erklärt, nach den bisherigen Erfahrungen sei die Steuer sehr zu empfehlen. Der Vortragende erörtert eingehend die Frankfurter und Kölner Steuerordnung. Die Erhebung der Steuer hat nur bei Eigentumswechsel zu erfolgen. Es empfiehlt sich, die Steuer, wie in Frankfurt, vom letzten Eigentumswechsel an zu berechnen. Bei der Festsetzung der Höhe ist ein gewiffes Maß des Wertzuwachses freizulaffen, dann progressiv zu steigern, besonder? auch nach der Kürze der Zeitdauer zwischen den einzelnen Besitzwechscln. Die Wirkung der Zuwachssteuer erstreckt sich in zwei Richtungen. Ihre finanzpolitische Bedeutung liegt auf der Hand. Aber auch sozialpolitisch ist sie von Wert. Sie schränkt die Grundstücksspekulation ein, unterbindet damit die künstliche Wertsteigerung imd hält die natürliche Steigerung in maßvollem Tempo. Sie wirkt im allgemeinen beschleunigend auf den Umsatz an Baugelände, befördert die Bautätigkeit und verbilligt dadurch die Wohnungen. Ihre Abwälzung auf den Käufer und damit indirekt auf die Mieter ist auS- geschloffen. Der Verkäufer fordert mit und ohne Zuwachssteuer so viel, als er erhalten kann, und das Maß deffen richtet sich noch der objektiven wirtschaftlichen Lage, nach Machtverhältniffen. Fordert er zu diesem höchstmöglichen Betrag noch einen Zuschlag im Betrage der Zuwachssteuer, so wird er sein Land eben nicht los. Die Unabwälzbarkeit dieser Steuer bestätigt auch eine so gewichtige Autorität wie Adolf Wagner. Auch OberbürgermeisterAdickeS teilt diese Anschauung. — Die Zuwachssteuer ist zunächst eine Aufgabe der Gemeindepolitik. Aber es gibt keine ernste Arbeit an der Gemeinde, die nicht schließlich dem großen Vaterlande dient. Auch dieses Bewußtsein gibt unS frohen Mut und tiefe Befriedigung bei unseren Bestrebungen. Echter Patriotismus offenbart sich nicht bei festlichen Mahlen, sondern in realer Arbeit für Volk und Staat, und eine solche ist auch jede Arbeit für eine so soziale und gerechte Einrichtung wie die Wertzuwachssteuer. Dem mit großem Beifall aufgenommenen Vortrag, der in seiner ganzen Gedankenfülle hier nicht annähernd wiedergegeben werden kann, folgte eine überaus lebhafte Aussprache, an der sich die Herren Dr. Ebel, Kommerzienrat Georgi, Dr. Koch, Amtsrichter Dr. Lehr, Oberbürgermeister Mecum, Kreisamtmann Dr. Merck, Generalagent Schmidt, RegierungSasseffor Schreiner und Universitäts- profcffor Dr. Weber beteiligten. Um % 12 Uhr schloß der Vorsitzende, Stadtverordneter Dr. Ebel, die für alle Teilnehmer äußerst fruchtbare Besprechung. Aus Staat utto Land. Gießen, den 22. Februar. ** Weltuntergang. Die große Frage vom Werden und Vergehen, die seit unvordenklichen Zeiten die Philosophen und Naturwiffenschaftler bewegt, bildete das Thema eines gestern abend von der „wissenschaftlichen Vereinigung Gäa"-Dresden im Neuen Saalbau veranstalteten Ausstattungs-Vortrags, der ziemlich zahlreich besucht worden war. Die hier mit dichterischer Phantasie in die Wirklichkeit umgesetzten Hypothesen und Theorien von der Entstehung unseres Weltalles bis zu ihrem dereinstigen Untergang wurden an Hand großer Prachtlichtbilder geschildert, und zwar so rasch, daß der Verstand der Zuhörer den sich förmlich überstürzenden Worten des Erklärers kaum zu folgen vermochte und es schwer hielt, Dichtung und Wahrheit'zu unterscheiden. In der Zeit von noch nicht zwei Stunden wurde nicht allein der ganze Weltenraum wiederholt durcheilt, sondern auch die Entstehung der Erde und anderer Weltkörper, die Entwickelung der ersten Lebewesen und der Menschen geschildert. Sodann wurde ein kühner Ausblick auf die Zukunft unternommen, die höchste Stufe der Kultur und ihr Verfall, sowie endlich der Weltuntergang beschrieben. Alles ganz intereffant und auch zum Teil lehrreich, wobei es nur schade war, daß die der Phantasie entsprungenen Bilder nicht immer genau von den wertvollen Darstellungen wirklich vorhandener und beobachteter Dinge zu unterscheiden waren. Heute findet eine Wiederholung deS Vortrags statt. •* Der tägliche Pflegesatz der 3. Klaffe in der medizinischen Klinik der Landesuniversität ist bis auf weiteres auf 1 bis 2 Mark für Sommer- und Winterhalbjahr festgesetzt worden. Innerhalb dieser Grenzen bleibt die Festsetzung des Psteggeldcs dem Direktor der SXIinif mit der Maßgabe überlassen, daß für Kranke, welche zu Lasten dec staatlichen Betriebskrankenkaffe verpflegt werden, nur der Mindestsatz von 1 Mark zur Erhebung kommt. ** Bürgerve rein. Der Vortrag über die Kanalisation, welcher wegen Verhinderung des Referenten verschoben werden mußte, findet nun am 14. März im Caft Gerichtssaal. (sd.) Darmstadt, 21. Febr. Der Unfall des Ritt-' SV c r 5 de Neus ville, dessen Fuhrwerk kürzlich an einem Bahnübergang bei Darmstadt von einem nach Worms fahrenden Personenzug erfaßt to-urbe, wobei zwei wertvolle Pferde tot blieben und der Wagen stark beschädigt wurde, beschästigte gestern dre Zivilkammer des Landgerichts. Ter Rittmeister hat den ErsenbahnfiSkus auf Erstattung des Betrages von 7500 yJcarT verklagt. Zu entscheiden ist, ob der Eisenbahnfiskus ge- setz-lcch überhaupt für Sachschaden verantwortlich und dann, in welchem Grade ein Verschulden nachweisbar ist. Das Gericht ft*™ x « ©ntKÖcibuiig in der nächsten Woche verkünden. CP-) Mainz, 21. ?ccbr. Wegen Verbrechens gegen die Sitt- llchkect wurde die 44 Fahre alte Frau Katharina Acker und dre 25 Jähre alte Frau Katharina Köhler, beide aus West- falen gcbürtrg, von der hiesigen Strafkammer zu je 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Sie hatten sich beide an einem 14jähr. Knaben sittlich vergangen und außerdem öffentliches Aergernis erregt. . ~ dem Schwurgericht in Neu-Rupp in stand der frühere Staatssekretär Richard Barth aus Wittenberge a. Elbe, der beschuldigt ist, 7600 Mk. unter- 'chwgen und Bücher gefälscht zu haben. Der Angeklagte war bereits am 13. Januar d§. Fs. wegen Unterschlagung von Mündelgeldern in Hohe von 2500 Mk. zu 1 ’/? Jahreir Gefängnis verteilt worden. Barth, den der Staatsanwalt als einen gemeinen Gauiier bezeichnete, wurde unter Einrechnimg von früher erkannteir 1 b Andren Gefängnis zu vier Jahren drei Monaten Zuchthaus und fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. 21. Febr. Während eines Bauarbeiter- streiks stellten der Bürgermeister und die Stadtverwal- den arbeitswilligen Italienern und Polen dre Cholera-Baracken als Wohnung zur Verfügung. Redakteur Töpfer vom „Bauhilfsarbeiter" nannte das mnen Schandfleck für die Stadtverwaltung. Bürgermeister Hausknecht und Unternehmer Daß strengten ernen Prozeß an. Das Urteil lautete auf 75 Mk Geldstrafe In der Begründung wurde die Maßnahme der Itzehoeö Behörde als parteiisch dargestellt. Leib statt. Baurat Schmick wird die Kanalisations-Anlage in großen Zügen erklären und dann eingehend die Haus- anschlüffe behandeln. Stadtbaumeister Braubach hat ebenfalls seine Mitwirkung zugesagt. An die Bürgerschaft ergeht die Bitte, Fragen, deren Erörterung gewünscht wird, dem Vorstand deS Bürgervereins bekannt zu geben, damit sie im Anschluß an den Vortrag genaue Beantwortung finden können. "Besitzwechsel. Der Allg. Verein für Armen- und Krankenpflege verkaufte sein Haus in der Katharinengasse an Kaufmann Georg Kinkel am Kreuzplatz für 7500 Mk. — Konditor Geißner kaufte die Hofraite des Kaufmann Philipp Herrmann, Seltersweg Nr. 33, für 60 000 Mk. ** Verhaftet wurde gestern auf der hiesigen Herberge ein Handwerksbursche, der am Vormittage in Lollar beim Betteln eine Taschenuhr gestohlen hatte. Da der Bestohlene den Verlust bald merkte und dem Betreffenden nach Gießen nacheilte und hier Anzeige erstattete, fand sich die Uhr noch im Besitz deS Diebes vor, er hatte noch keine Gelegenheit zur Veräußerung finden können. " Entlarvt wurde gestern eine Frauensperson, welche in mehreren Geschäften auf den Namen ihrer früheren Dienstherrschaften Waren entnommen hatte. Derartige Betrügereien kamen in letzter Zeit so häufig vor, daß den Geschäftsinhabern nur Vorsicht anempfohlen werden kann. " Neuer Zahlmeister. Welsch, Zahlmeister von der 2. Abteilung 1. Großh. Hess. Feldart.-Regts. Nr. 25 wird zum 1. Bat. des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm Nr. 116 versetzt. ** Bei einer Skitour am Hohenrodskopf verunglückte dieser Tage nicht unerheblich ein hiesiger als Sportsman, Bergsteiger und Wanderer wohlbekannter Herr, einer der vorzüglichsten Skiläufer, die unsere Stadt besitzt. Er wurde dort durch widrigen Zufall von einem hinter ihm her kommenden Läufer überrannt und stürzte so unglücklich, daß er sich nicht erheben konnte, fonbem von seinen Begleitern nach Schotten zu einem Arzt transportiert werden mußte. Jetzt liegt er zu Haus darnieder. Die Sehnenzerrung des verletzten Beines dürfte mehrere Wochen ihn ans Bett fesseln. ♦* Die vorjährige Landwirtschaftliche Landes- und Jubiläums-Ausstellung in Mainz hat nach dem bis jetzt festgestellten Ergebnis einen nicht unwesentlichen Ueberschus; ergeben, der aber ziffernmäßig noch nicht definitiv feststeht. Der hessische Landwirtschaftsrat, der Veranstalter der Ausstellung, hatte ein Defizit von etwa 16 000 Mk. vorgesehen. ** Eine unangenehme Ueberraschung. Zwei Herren, welche die Absicht hatten, mit der Viebertalbahn zu fahren, setzten sich in den 2. Wagen, um ungestört zu plaudern. Sie saßen auch wirklich ungestört, denn das Abhängen des Wagens und das Davonfahren des Zuges wurden sie nicht gewahr, bis der Wagenputzer sie störte und darauf aufmerksam machte, daß der Zug längst abgefahren sei. Die beiden Herren warteten den nächsten Zug nicht ab, sondern ließen sich von einem biederen Roffelenker an ihr Ziel befördern " „Gießener Freie Studentenschaft". Von allen Abteilungen, die die „(55. Fr. St/ für das Wintersemester 1905/06 gegründet hatte, war die für K u n st und Wissenschaft am besten besucht. Den Cyklus der wissenschaftlichen Vorträge wird Professor v. Krüger mit einem solchen über „Dogma und G e s ch i ch t e", der heute abend 9 Uhr im Cas 6 Ebel stattfindet, schließen. — Leider ist es der Gießener Finkenschast noch nicht wie ihrer Marburger Schwester gelungen, den größten Teil der Nicht- korporationSstudenten für ihre Ziele zu interessieren. Trotz ihres kurzen Bestehens kann die Marburger Finkenschaft mit Stolz auf ihre Erfolge blicken. Dank der großen Rührigkeit ihrer Angehörigen konnte sie Dienstag abend in den Sälen des Museums eine wohlgelungene Heine- Gedenkfeier abhalten, zu der zahlreiche Einladungen an die Behörden, Offizierskorps usw. ergangen waren. Namhafte Künstler und Schauspieler hatten ihre Unterstützung für die Feier zugesagt. —o— Lauterbach, 19. Febr. Am Sonntag Abend and im Saalbau „zum Johannesberg" eine zahlreich beuchte Versammlung der Ortsgruppe des Flottenver- ;i n s statt. Ter Vorsitzende, Kreisrat v. Bechtold, eröffnete ie und Admiral Rosendahl hielt einen Vortrag, in welchem er der Meinung Ausdruck gab, daß die deutsche Kriegsflotte nicht den Anforderungen entspreche, die nach den Erfahrungen aus dem russisch-japanischen Kriege an die Kriegsflotte einer Großmacht mit Welthandel gestellt werden. Es wurde von der Versammlung einstimmig eine Resolution an den Reichskanzler, den Reichstag und den Abgeordneten des hiesigen Wahlkreises Dr. Wallau angenommen, in welcher der beschleunigte Ausbau unserer Kriegsflotte gefordert wird. Nach Vorführung einer Anzahl interessanter Lichtbilder aus der deutschen und englischen Marine wurde die Versammlung geschlossen. §§ Elpenrod, 21. Februar. Die ersten Holzver- teigernngcn offenbaren die für das Jahr maßgebende Preislage. Das Brennholz ist nicht teuerer, sondern billiger geworden. Die sehr hohen Preise den beiden letzten Jahre, die namentlich bei Gemeindeholzoersteigerungen erzielt wurden, ind seither nicht erreicht worden. Vier Meter Buchenscheit kosteten bis zu 28 Mk., Buchenprügel bis zu 20 und 24 Mk. Bau- und Nutzholz behauptet dagegen seinen seitherigen hohen Preisstand. § Aus dem Vogelsberg, 21. Februar. Einen so hohen Stand wie gegenwärtig haben die Preise bei den Schweinen noch nicht gehabt. Bewegten sich seither die Preise noch immer zwischen 50 und 60 Pfg. für das Pfund Lebendgewicht, so ist jetzt diese Grenze erreicht und über» chritten worden. Dadurch stehen die Preise auf dem Lande nur um 4 Pfg. zurück gegen die der Städte. /^ Ruppertenrod, 21. Febr. Ein hiesiger Schreinermeister, welcher gestern Abend Grummet für sein Vieh von dem Gerüst seiner Scheuer herabwerfen wollte, glitt hierbei au§ und stürzte samt dem Futter mit dem Kopf auf die Tenne. Verletzungen am Kopfe, an den Zähnen und im Rücken waren die Folgen des Falles. Darmstadt, 21. Febr. Ein Konflikt ist zwischen der Staatsanwaltschaft und dem Amtsgericht I hier ausgebrochen. Nach 8 115 der Strafprozeßordnung muß der Verhaftete spätestens am Tage nach seiner Einlieferung richterlich vernommen werden, selbst wenn dieser Tag ein Sonn- oder Feiertag ist. In diesen Sonntagsdienst teilen sich die Richter des Amtsgerichts nach einem jährlich festgelegten Turnus. Nun soll jüngst in Haftsachen der von der Staatsanwaltschaft vorgefubrte Be- chuldigte an einem Sonntage deshalb nicht vernommen worden sein, weil der im Turnus amtierende Amtsrichter nicht da war. Darauf erfolgte Beschwerde der Staatsanwaltschaft an den Landgerichtspräsidenten, da der Amtsrichter handel unfc Verkehr, Volkswirtschaft. Märkte. ko. F r a n k s u r t a. M., 22. Febr. sTelear rh-i/i s,. ' G'eß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Vi e h »n^a r kt vre . f e. Zum Verkaufe standen : 21 Ochsen 0 m.a 3 Bullen, 0 aus Oesterreich, 52 Küste, Fersen 'Ssie^e und Rind^? 5. Qual. 00-00 Mk. Kalber 1. Qual 89—qJ&Ls? .Jj 54-57 Pfg., 2. Qualität 82-87 Pfg. ' Lebenda^nuc'bt^49 52 Odtfm SuteÄt anscheinend an dem Standpunkt festhält, er brauche Sonntags nicht zu amtieren. Zur Lösung des Konflikts wird schließlich das Ministerium das entscheidende Wort sprechen müssen. (Frkf. Ztg.) Darmstadt, 21. Febr. Ta§ Befinden S. K. H. des Groß- Herzogs hat sich erfreulicherweise so g e b e s s e r t, daß die Großh. Herrschaften die Reise nach Berlin, wie beabsichtigt, am Freitag Mittag anzutreten gedenken. Im Gewlge werden sich befinden die Oberhostneisterin Freiin v. Grancp Exz., die Hokdame Freiin v. NotSmann, Generaladjutant (Kencrahnajor v. Wachter, Flügeladjutant Rittmeister Freiherr v. Massenbach und Freiherr o. Leonhardt. (Darmst. Z.) Mainz, 21. Febr. Wie die „M. N. N." melden, hat die Mainzer Liedertafel die Stadt ersucht, ihr zur glänzenden Ausgestaltung des Händelfestes im Mai, zu dem der Kaiser und Großherzog erscheinen, einen Beitrag von 5000 Mark zu gewähren. — Baurat Se eling-Berlin, der als S a ch v e r st ä n d i g e r für den Theaterumbau gewählt ist, trifft kommende Woche zur Besichtigung des Theaters hier ein. Prof. Sutter hat inzwischen Pläne zum Umbau ausgearbeitet, die dem Theater, sowie dem Zuschauerraum ihre Form lassen. Die Pläne werden ausgestellt und der Stadtverordnetenversammlung zur Begutachtung unterbreitete — In der heutigen Sitzung "der Stadtverordnetenversammlung wurde auf eine Eingabe des „Vereins auf Gleichstellung der höheren Schulen in Hessen" hin beschlossen, die Bestrebungen des Vereins unterstützen zu wollen, trotzdem sich sämtliche Juristen und die meisten Mediziner gegen, den Beschluß ausgesprochen haben. (Frkf. Ztg.) fc. Frankfurt a. M., 21. Februar. In der AlbuS- gasse unterhielt sich gestern ein Herr im Zylinderhut mit einer Stadtschönen. Plötzlich legte er den Arm um die Taille des Mädchens und lief darauf davon. Das Mädchen aber hatte eine dreieckige, von einem Dolch herrührende tiefe Stichwunde im Rücken, die nicht ungefährlich ist. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Mainz wurde der Mensch verhaftet, der in der Taunusanlage in Frankfurt den frechen RaubanfaN auf den Oberpostassistenten Friedrich Koch verübt hat. — In Ober-Ramstadt war der Pumpen-- machen Ludwig Hahn mit seinem Sohne damit beschäftigt, Pappeln zu fällen. Bei dieser Arbeit kam ein Stamm vorzeitig zu Fall, sodaß Hahn nicht mehr auszuweichen vermochte. Der gewaltige Stajnm traf den Mann so furchtbar, daß der Kops völlig zertrümmert wurde. Der Tod trat auf der Stelle ein. Vermischtes. * Große Unruhen fanden auf dem Friedh ofe m Sheffield statt. Ein Einwohner von Sheffield hatte Selbstmord verübt, weil er glaubte, sein bester Frennd hatte ihn mit seiner Frau betrogen. Bei dem Leichenbegängnis waren die Witwe, sowie der Freund anwesend. Mehr als tarisend Frauen aus der Nachbarschaft erstürmten den Friedhof und griffen die beiden gewaltsam an. Dabei wurde der Sarg umgeworfen, der Geistliche verletzt und den vermeintlichen Ehebrechern von den Frauen die Kleider vom Leibe gerissen. Erst einem herbeigeholten Polizeiaufgebot gelang es, die Frauen auseinanderzujagen. * Kleine Tageschronik. Kürzlich verschwand auf v c r Hochzeitsreise in Hannover der Nmtsrichtert Dr. von der Meden aus Hamburg. Er nntrbe nach erneut aus Zürich eingetroffenen Telegramm dort in geisteskrankem Zustande ^aufgefimden. — In Otterndorf erschoß bed ^tewarb ^-chmibt, bet kürzlich in Bremen wegen Verdachts dep Branbstiftung verhaftet, bann aber wieber fteigelassen worden war, feine in Ihlienwerth wohnenbe Schwiegermutter, seine Fran und sein Kinb unb verwundete ben Mühlen- Pächter Mau und dessen Gesellen schwer. — In Danzig unternahm einen Mordversuch aus die eigene Mutter der 17 jährige Amtsschreiber Damitz, der Sohn eines Eisenbahn-- sekretärs. Als sie ihm Vorwürfe machte, schoß er ihr vier Kügeln in Kopf und Leib; die Frau ist schwer verletzt. Bei seiner Verhaftung gestand Damitz einen Einbruch und Unterschlagungen auf dem Amte ein. FamUierr-Nachrrchterr. Gestorben. Herr Heinrich Heimroch. Schlitz. — Herr Karl Eckroder Wetzlar. — Herr Jacob Theis, Wetzlar. — Herr Frwdr. Nullmann Nidda. — Herr Ferdinand Blsch'-ff, Darmstadt. — Derr Aedr. Sckiebelhuth IL, Lauterbach. — Frau Margarethe Haus Wiv., geb. Zudecke,b^-etz @mmn Koch, Windhausen, mit Herrn ^obanneö Crc(, Reuters. - Fräulein Clara Wertheim, Darmstadt, mit Herrn Fndar Ioieph, Maim. — Frau Lma Cahn, geb.Llpmann, Hanau, mit Herrn Arthur I. Levinaer, Main^. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Vo-auHsitbtlicke Witterung in Hessen uir Freitaa, den 23 Februar 19n6: Nach vorübergehender Aufheiterung wieder neuerdings Niederschläge, meist Schnee. Etwas wärmer und windig. höheres durch die Giesieuer Wetterkarte. Israelitische Ncligionsgesellschast. (Solfesbieitfl. Sabbathfeier a m 24. Februar 1906 : Freitag abend 5.25 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Ubr. Predigt. Nachmittags: 3.30 Uhr. Sabbathausaang 6.45 Uhr. Wochenaottesdienst: morgens 7.00, abends o.3Q Uhr. Orlginal-Drahtnieldurigeir. Köln, 22. Febr. Von der Fa lschmü n zerbande, die in zahlreichen Städten Westdeutschlands qrofic Mengen falschen Geldes absetzte, sind bis heute acht Personen aus Köln, Bonn und Koblenz verhaftet worden. Außer den Herstellern der Falsifikate wurden auch zahlreiche Personen verhaftet, die die Verausgabung des falschen Geldes unternommen hatten. Zwei Falschmünzecwerkstätten wurden aufgehoben. Weitere Verhaftungen stehen bevor. Lübeck, 22.Febr. Der Musketier Gloy, der den Leutnant Herrlein niedergeschlagen hatte und zu 7 Jahren und 9 Monaten verurteilt worden war, hat Berufung gegen das Urteil eingelegt. London, 22. Febr. Die in Berlin und hier verbreiteten Gerüchte von einer Zusammenkunft Kaiser Wilhelms mit König Eduard entbehren nicht jeder Grundlage, da das Verhältnis beider Herrscher zu einander in jüngster Zeit wieder auf den früheren herzlichen Stand zurückqckehrt ist. Eine persönliche Aussprache zwischen dem Kaiser und König kann im luusenden Jahre mit Sicherheit erwartet werden. Ob etwa das Zusamnien- treffen Kaiser Wilhelms mit der Königin von England in Kopenhagen die Monarchenbegegnung schon auf Tage oder Wochen nähergerückt hat, läßt sich nicht mit Bestimmtheit sagen. Paris, 22. Febr. Die Stimmung der hiesigen Re- gierungskreise hat sich in den letzten 24 Stunden i cht gebessert, und man erklärt, daß man kaum die Möglichkeit einer Einigung sehe. Die Tatsache, daß Deutschland, nachdem die deutschen und französischen Delegierten bereits lange über die Bankfraqe verhandelt haben, plötzlich ein Projekt vorlege, das sich über Frankreichs durch Verträge verbriefte Rechte einfach binweqsetze, beweise, daß eine Verständigung beinahe ausgeschlossen ist. In der marokkanischen Frage könne man nicht weiter zurückweichen, und wollte Rouvier noch größere als die bisherigen Konzessionen machen, so würde er unweigerlich gestürzt werden. Wien, 21. Febr. Der Zoll ausschuß hat heute den Handelsvertrag mit Rußland sowie das handelspolitische Ermächtigungsgesetz angenommen. Der Ackerbauminister erklärt, daß die Unterhändler den allgemeinen Auftrag erholten haben, nur einen Vertrag zustande zu bringen, bei dem die Interessen der einheimischen Landwirtschaft gewahrt werden. Der Minister verwies dann auf seine im Ausschuß aus Anlaß der Verhandlung des Handelsvertrages mit Italien abgegebenen Erklärungen betreffend die unbedingte Aufrechterhaltung der Minimalzölle, die Höhe der Viehzölle und die Nichterneuerung der zu Gunsten Serbiens bestehenden Grenzbegünstigungen, endlich auf die von ihm ausdrücklich abgegebene Versicherung, daß das geltende Viehseuchenübereinkommen mit Serbien nicht wieder erneuert wird und daß auch mit den übrigen Balkanstaaten keine derartigen Konventionen abgeschlossen werden sollen. Wien, 22. Febr. Tie „Neue Freie Presse" erfährt | oon kompetenter Seite aus Berlin, daß die deutsche Ne- WKW im 56. Lebensjahre. 741 geliebtes Kind 01182 Näheres 841 Bürecm Emil Horst. Hüttenkoks B-1/, in Löwer. „ II „ ni Apfelringe Apfelschnitze Birnen Feigen Datteln Aprikosen Kinzenbach, Heuchelheim, Haus-Dorp, Baltimore, 20. Febr. 1906. Die Beerdigung findet Freitag, 23. Februar, nachmittags 2 Uhr in Kinzenbach statt. „ IV Klemvnerarbeiten, V Tischler-, Schlosser- und Glascrarbeiten, * VI Anstreicher- und Tapeziererarbeiten. Zeichnungen, Bedingungen und Angebote liegen vom 1. März ab unserem technischen Bureau, Hedderichstraße 67/69, Zimmer 3«, zur Sofrsite-VtlstcherW. Am Freitag, dem 23.Febr. 1906, abends 71/; Uhr, soll aus dcni Rathause in Reiskirchen ou< Antrag des Heinrich Da,nm XI von Reiskirchen, jetzt Heinrich Damm II zu Gießen, vertreten durch Herrn Rechtsanwalt Röm beld in Gießen, die in Gemarkung Reiskirchen gelegene Holraite Flur I Nr. 359,1 öffentlich versteigert werden. Tie Versteigerungsbedinqungen werden im Termin bekannt gemacht werden. Gießen, den 19. Februar 1906. Metz, Fusiizrat Großherzoglicher Notar. Gießen, den 21. Februar 1906. Der Großh. Landgerichts-Sekretär: — Neubaustrede Vilbel—Heldenberacn — sollen für jede je 6 Losen verdungen werden und zwar: Erd-, Maurer-, Asphalt-, Steinmetz-, Schmiede- und Eisen- arbeiten, Zimmerarbeiten, Dachdeckerarbeiten, 1156. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen Heinrich KuhB. Hochbauten Büdesheim Station in Los I Zwetschen von 18 Pfennig an ÜÜijdjObft 35 und 50 Psg. Adolf LenhardNacht. Ludwig Ernst heute morgen nach langem Leiden in, Alter von 9 Jahren zu sich zu rufen, was wir Verwandte,,, Freunden und Bekannten tiefbetrübt mitteilen. Tie trauernden Hinterbliebenen. Familie Ludwig Mandler. Henchelheim (Gießener Straße 8), den 22. Febr. 1906. Die Beerdigung findet Santstag, den 24. d. Mts., nachmittags 1 Uhr vom Tranerhause aus statt. Einsicht aus und können von vorbenanntem Tage ab von nnserer Kanzlei, solange der Vorrat reicht, ohne Zcickmungen, zu nachstehenden Preisen — nur Postanweisung — bezogen werden: Los I zu 1,50 Mk., Los II und V zu je 0,70 Mk., und die übrigen Lose zu je 50 Pfennigen, desgleichen können Zeichnungen zu den ersten drei Stationen zum Preise von je 3,50 Mk. und diejenigen der letzten Station znm Preise von 6,00 Mk. — nur Postanweisung — bezogen werden. Eröffnung der mit entsprechmder Aufschrift versehenen und vorher cinzusendenden verschlossenen Angebote erfolgt am 13. März, vormittags 11 Uhr Heddcrichstraße 61, Zimmer 21. Zuschlagsfrist 14 Tage. B19/, Frankfurt a. M., Königliche Eisenbahndirektiou. Todes-Anzeige. Es hat Gott dem Allmächtigen gefallen, unser innigst Öeffentliche Vergebung. Für Großh. Landgericht Gießen und die Staatsanwaltschaft bei diesem Gericht soll die Lieferung der für das Etatsjahr 1906 erforderlichen Schreibmaterialien jeder Art, mit Ausnahme der Aktendeckel, und die Fertigung der Bnchbinderarbeiten im Angebotswege öffentlich ver- Statt besonderer Awieige. Heute mittag 31/, Uhr entschlief sanft nach langem, schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden'meine liebe Gattin, unsere gute Mutter, Großmutter, Schwiegermutter, Schwester, Schwägerin und Tante Frau Marie Katharine Kuhl geb. Peusch Bekanntmachung. Tie Lieferung des Brotes für Stadtarme m der Zeit vom 1. April 1906 bis dahin 1907 ist zu vergeben. Angebote sind bis spätestens 5. März d. Js. beim städtischen Armenamt, Neuen Baue 25, einzureichen, wo auch die Bedingungen eingesehen werden können. B”/3 Gießen, den 20. Februar 1906. Die Armendevutation der Stadt Gießen. Eu rfrfimann. Die sämtlichen Arbeiten und Lieferungen für die Errichtung der der Stationen Gronau, Nieder-Dorfclden, Kilianstädten und KohlenLiefernnft. Für die Großh. chirurgische und Augen-Kliuik soll für das Rechnungsjahr 1906 auf dem öffentlichen Sub- Gießen, den 20. Februar 1906. Großherzogliche Verwaltungsdirektion der chirurgischen und Universitäts-Augen-Klinik Poppert Vossius. vergeben werden. Ministerialerlaß und Bedingungen liegen an Wochentagen, nachmittags von 3 bis 5 Uhr auf dem Verwaltungsbureau offen. Offerten, versiegelt und mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis zum 10. März ds. Fs., mittags 12 Uhr auf dem genannten Bureau abzugeben, woselbst um diese Zeit die Eröffnung der Offerten stattsindet. Tie Zuschlagsfrist beträgt 3 Wochen. „ 2500 „ 1800 missionswege die Lieferung von ca. 800 Zentner Nußkohlen Anthrazitkohlen und geben werden und können verschlossene Angebote und Muster der Materialien bis zum Eröffnungstermin: Montag, den 12. März 1906 früh 11 Uhr auf der Gcrichtsschreiberei Großh. Landgerichts, Justizgebäude Zimmer Nr. 33, niedergelegt werden. Die Vergebung erfolgt unter den in Anlage A zu dem Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893, betr. das Verdingungswesen, enthaltenen allgemeinen und den dahier aufgestellten besonderen Bedingungen, welche wie auch der Tarif für Buchbinderarbeiten auf der Gerichtsschreiberei zur Einsicht offenliegcn bezw. kostenfrei erhältlich sind. Die Zuschlagsfrist beträgt 10 Tage. D -1;. Kreppeln täglich frisch bei 230 Hofbäcker üto», Mäusbnrg 12. Fuhren jeder Art prompt und billig. Bei den hohen Flcischpreisen empfehle angelegentlichst "ls IlSggMift Diese macht sofort ■ ■Ui ZSj. jede auch nur mit | Wasser und etwas ______________________ | Wurzelwerk hergestellte Suppe über- --------- L' ‘ > löschend kraitia im Gleschmack. In Fläschchen schon von 35 Pig. an, uachgeiüllt 25 Psg. c"/2 Emil Fischbach, Seltersweg 24. MAGGI gierung entschlossen sei, falls uon dritter Seite Schritte in der Marokko-Angelegenheit erfolgen sollten, welche die deutschen Intereffen tangieren würden, ihren Standpunkt energisch zu vertreten, aber keineswegs mit Mitteln, welche eine Kriegsgefahr heraufbeichwören könnten. Riga, 22. Febr. Das Feldgericht verurteilte den Revaler Stadtverordneten Rechtsanwalt Temant, den sogen. Präsidenten der estlmischen Republik, und den Revaler Stadtrat Redakteur Päts, der gleichfalls Esthe ist. wegen ihrer revolutionären Tätigkeit in contumaciam zum Tode durch Erschießen. Beide sind aestückstet des Giessener Anzeigers, mit geteilt von der Bank fllr Handel und Industrie. C ecsrn. Frnnkfnrter I'iirs 3)L°/o Reichs'’nleibe . . 101.0 3% do. . . 89.00 3j$°/o Konsols . . . .101.90 3% do..... 89 05 314% Hessen.....99.75 Oherhessen . . . —•— 4°a Oesterr. Gcddrente. . 100.80 4V5 Oesterr. Silberrente 101.40 4°6 L"n 1 'V Conv. Türken von l' ,( 3 93 CO Türkenlose ... . . 145 60 e. 22. Februar, 1.15 Uhr. 89o’-tr;z. Lahmerer . • . 143.50 F-Iektriz. Schnckert . . . 131.00 Esehweiler Ber-rwerk . 259.50 Gelsenkirchen Bergwerk . 226 70 Hamhnr?- Amerik. Paketf. 366 50 Uarpener Bergwerk. . . 216 25 Lanrabütte..... 245.00 Xordd. Lloyd . ... 128 40 Oberschles. Eisen-Industrie 129.20 Berliner Handclsycs. . 174.75 Drrmstädter Bank . . . 149.75 Deutsche Bank . . 242 50 Dcntsrh-Asiat. Bank . . 182.60 P skonto-Kommandit. . . 189.80 Dresdner Bank . . . 165.60 Kreditnktien ... - 211.3(7 4 % Griee.h. yororol-A"!. i % äussere /rgentiuier . 30,0 3Iexikaner . . . 4>5°/o Chinesen . . Aktien: Bochum Guss..... 53 45 92.00 96.75 245.00 Ba'timore- und Ohio- Eisenhahn . . . Gotthardbahn . . . Lombard Eisenbahn Oesterr. Staatsbahn . Princc-Henri-Eisenbahu . 114.00 ‘ 24*70 . 14410 . 133.50 Buderus E. W. Tendenz: rubip. Berliner Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: ruhig. Börse, 22. Februar. Anfan^skurse. . . —Harpener Bergwerk. . . . 149.7' Lanrabütte . . , . . —. - ' ombarden E. B. . . . . 8^.70 Nordd. Lloyd .... . . 165.50 Türkenlose..... 216.30 245.10 24.70 128.40 145.40 Bau- und Nutzholzverkauf. Dienstag, den 27. Februar, von morgens 9 Uhr ab sollen im Jnteressenten-Wald zu Leidenhofen Kreis Marburg 1155 120 Stück Eichen, bis 14 Mir. Länge, bis 83 Ctm, Durchmesser, zirka 80 Fstm. 22 Stück Fichten von 10—15 Mtr. Länge u. 15—39 Ctm, Durchmesser 500 Stück Fichtenstangen L, II., III Kl. 2 Nm. Eichennutzschcit (zu Küfcrholz geeignet) an Ort und Stelle meistbietend versteigert werden. Zusammenkunft an der Straße nach Winnen am Eingang des Waldes. Leidenhofen (Post Ebsdorf) den 20. Februar 1906. Der Waldvorstand. ____________Göbel. Prem. Kutsch jr.________________ Nutz- M VrenchlMßeiMNg am Freitag, dem 2. März 1906, vormittags 9 Uhr bei Wirt Keller zu Atzbaeh. Es kommen zum Verkauf: Eichen: 1 Stamm III. Kl. —1,31 fm, 1 Stamm IV Kl. — 0,30 fm, 4 Stangen I. Kl. — 0,36 fm, 2 rm Schichtnutzholz, 13 rm Knüppel, 43 rm Reiser. Buchen: 21 rm Scheit und Knüppel, 6,5 rm Knüppel, 352 rm Reiser. Fichten: 218 Stämme III. Kl. — 109,71 fm, 216 Stämme IV. Kl. = 42,98 fm, 213 Stangen I. Kl. == 19,17 fm, 311 Stangen II. Kl. — 18,66 fm, 189 Stangen III. Kl. — 5,67 fm, 69 rm Reifer. Kiefern: 1 Stamm III. Kl. — 0,39 fm. Das Holz liegt in den Distrikten: Auf denr Kopf 13a, Obere Pferdhcck 16a, Hcilgenstock 19b Gc- meindewald Atzbach. B Krofdorf, den 21. Februar 1906. Tas Bürgermeisteramt. Giessener Seefisch-Markt Lindenplatz 12 Bahnhofstr. 27 Geibr*. Berdux (£Z\ MM 8. 8 01178 8. Niebergall und Frau. Burg-Gleiberg, den 22. Februar 1906. « Allen Freunden und Bekannten, welche uns bei $ unserer silbernen Hochzeit so zahlreich mit Geschenken und Glückwünschen beehrt haben, sprechen wir hier- A mit unsern Z innigsten Dank Freitag Vormittag: Uordsee-Cablian per Pfd. 40 Pfg. Nordsee-Schellfisch per Pfd. 40 Pfg. grotz. 28 Psg., »"/, klein, 22 Donnerstaq Abend Cabliarr p. Pfd. ini ganzen Fisch 22 Pfg.^ im AnSscbnilt 28 ,, Schellfisch 3Ö Kg.' Backfisch, vo. Salm im Ausschnitt p. Pfd. 95 Pfg. im ganzen Fisch 90 „ Flnfrhecht ♦ . . per Pfd. 70 „ Zander .... „ „ 80 „ » ,, ,, 00 ,, aus. Es ladet ergebenstem Die Direktion. Restaurant „Külbach“ Wieseck. Windmacher und tiaaases? 01165 gesucht. (1115 Verlobte | Läden etc. KügelKursns! Kuhmist mehrere Wagen sofort «v abzuholen; recht billig ab- 4» .4. «k 9711 01176| Tüchtiges Mädchen sucht Aushilfstelle. TeusclSlustgärtch. 26 Feinster Cacao Pfund Mk. 1.— bis Mk. 3.— Feinstes Blüten-Mehl 10 Pfund Mark 1.75 Vegetaline 1175 Pfund 50 und 60 Pfg. Garant, reines Schmalz ff.Speiseöl, Zucker u. alle sonstigen Backurtaten zu den billigsten Preisen Arfolf heisse Grünbcrg, ben 19. Februar 1906. Großh. Obcrsörsterci Nicder-Ohrncn. Schneider. LudWigstr. 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Antiseptisches 747 Zahn- und Mundwasser. Die Zähne sind die wichtigsten and unentbehrlichsten Faktoren zur Verdauung und ist die Pflege zur Erhaltung derselben für jedermann eine unabweisbare Notwendigkeit. Unter den vielen zu Gebote stehenden Präparaten nimmt das in derFabr. chem. cosmet. Präp. vo>i Otto Schaaf, Gießen hergestellte antisepllscheZahn-u.Äiilnd- wasser den vornehmsten Rang ein. Dieses Zahn- und Mund- waffer desinfiziert die Mundhöhle, beseitigt jeden üblen Gerllch aus dem Munde, zersetzt alle an den Zähnen haftenden Unreinigkeiten und hierdurch wird das Stocken und das Verderben der Zähne verhütet. Dieser Vorzüge ivegen sollte das antiseptische Zahl»- und Mundwasser arif keinem Toilette- tische fehlen. — Flasche Mk. 1.30. Adler-Drogerie, Seltersweg 39. Jußboöenlager in allen Stärken und in Längen für jedes Zimmer paffend, also keine Stöße, zu haben. lc51 Sagewerk und Zimmergeschäft Georg Sch Eibecker Gießen. 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