Nr. 198 Erscheint täglich außer SonnlagS. Dein Diebener Anzeige« werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Familien. blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brü h l'scheu Univers.-Buch-n. Stein- bruderei. 0t. Lange. Redaktion, Ervedttüm und Drunerei: Schulstrahe 7. Redaktion e^gat 119 Verlag u.Exped.^Abl Adresie für Deoeschen: Anzeiger Dietzen. Erstes Blatt IS«. Jahrgang Freitag 34. August 1906 Gietzener Anzeiger M General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Bezugspreis monatlich 7bPf.,viertel« iährlich Mk. 2.20; durch Abhole- il Zweigstellen monatlich 66 Pf.; durch diePostDlk.2.—viertel» jährl. auSschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die TageLnmnm« bis vonnittagS 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12 Ps^ aufwärts 20 Psg. Verantwortlich für den polit. und allgem. Teil: P. Dittko: füt .Stadt unb fitmb" und .Gerichts! aal*: Ernst Heb; für den An» zeigeiiteil: HanS Beck. Are heutige Dummer umfaßt 8 Seiten. Apolitische Sagesscha«. Der Abrüstungstraum. ES ist dieser Tage gesagt worden, die Zeit sei zu ernst für „Spielereien mit dem AbrustungSgedanken^. Hiermit stimmt überein, daß die Firma Krupp, wie gemeldet wird, noch nie so stark mit der Herstellung von Kriegs- lnaterial beschäftigt gewesen ist, als gegenwärtig. Die internationalen Aufwendungen für Landesvecteidigungszwecke sind aber noch nicht abgeschlossen. Drei Staaten planen für eine nahe Zukunft die Neorganisation ihrer Kriegsflotten: Rußland, Holland und Argentinien. Mindestens für die beiden letzteren erscheint die Möglichkeit, in einen Krieg verwickelt zu werden, fernliegend, und Holland beherbergt überdies den internationalen Schiedsgerichtshof, der sich im nächsten Jahre zur zweiten Friedenskonferenz mit dem Beratungsgegenftand .Abrüstungsfrage" verdichten soll. Ironie des Schicksals! Als der einzige auf Einschränkung militärischer Ausgaben Bedachte präsentiert sich gegenwärtig der englische Kriegsminister Haldane, der als Gast des Kaisers den Manövern in Schlesien beiwohnen wird. Es fragt sich aber, ob seine Ministerschaft von längerer Dauer ist, denn die Offiziere vom englischen Oberkommando machen aus ihrer Unzufriedenheit mit Haldanes Regime kein Hehl. Kaufleute für die Kolonialabteilung EL scheint in leitenden Berliner Kreisen der Gedanke ernstlich erwogen zu werden, kaufmännisch geschulte Persönlichkeiten in die Kolonialverwaltung zu berufen, weil diese sich besser als Juristen und Offiziere darauf verstehen, bei Ankauf von Materialien usw. die Reichsinteressen vor Uebervorteilung zu bewahren. Die Klage, daß den Beamten kaufm. Kenntnis fehlt, ist alten Datums. Der verstorbene Staatssekr. Frhr. v. Richthofen stellte selbst einmal in der Budgetkommission fest, daß sogar die Konsularbeamten vom praktischen Wirtschaftsleben herzlich wenig verstehen. Die Heranziehung von erfahrenen Kaufleuten zu den aufs kommerzielle Gebiet hinübergreifenden Verwaltungsgeschäften des Kolonialamts wäre deshalb zu begrüßen. Aber man muß doch fragen, warum denn nicht schon vor dem Abschluß der so unvorteilhaften Lieferungsverträge für Südwestafrika kauf- männische Sachverständige um Rat gefragt worden sind? Die Berliner Handelskammer oder die Aeltesten der Kaufmannschaft hätten zweifellos geeignete Persönlichkeiten in beliebiger Zahl namhaft gemacht, und andererseits lagen doch die kostspieligen Erfahrungen vom Chinafeldzug vor. * Japan erfreut sich nicht des uneingeschränkten Wohlwollens der internationalen Hochfinanz. Man versagt ihm nicht gerade den Kredit, um den es nachsucht, aber man stellt ihrü verhältnismäßig schärfere Bedingungen, als beispielsweise Rußland, und läßt sich angelegen sein, der Aufwärtsbewegung der japanischen äußeren Anleihen Schranken zu ziehen. Deutschland kommt hierbei nicht so sehr in Frage als England und Amerika, mit denen der Direktor der Bank von Japan jetzt erneut verhandeln will über eine 8 M i lli o nen-An le i h e und tunlichst auch über eine weitere Konversion älterer Anleihen. Die Staatsschuld Japans ist allerdings in den letzten Jahren rapid angewachsen, aber das ist nur eine natürliche Folge des Krieges, dessen erfolgreichen AuSgang sich die Regierung des Mikado nutzbar macht durch wirtschaftliche Erschließung der Mandschurei, was zunächst wiederum große Kosten für Bahnbau usw. verursacht. Bei der reservierten Haltung der internationalen Hochfinanz gegenüber Japan spricht wohl die Erwägung mit, den gelben Konkurrenten auf dem Weltmarkt „kurz zu halten". Aus Stadt und Land. Gießen, den 24. Aug. 1906. ** P-ersonalnachrichten. Dem Pfarrarntskantn- daten Böckner (Sohn des Lehrers B. in Heuchelheim) wurde die Pfarrerstelle zu De ct e n b a ch im Dekanat Grünberg übertragen. — Dem Lehrer Klingel Höfer (einem geborenen Gießener) wurde eine Lehrerstelle zu Staden in der Wetterau übertragen. ** Kirm es b r äu ch e. Obwohl leider unsere hastige Zeit gar vieles der Vergessenheit überliefert, was uns an Volksbräuchen von unseren Vätern noch erhalten ist, hat sich doch noch in vielen Gegenden Oberhessens manches erhalten. Die alten „Kirmesbräuche" haben sogar in den Jndustrieorten um Gießen noch Bestand. So wird z. B. eine Art „M ä d ch e n h an d e l" am Sonntag vor der Kirmes von den Burschen abgehalten. Ter älteste Bursche des Dorfes ruft die zu „verkaufenden" Dorfschönen aus, und je nach dem Grade der Schönheit und der Zahl der Kaufliebhaber stellt sich der Preis. Fitr ein Mädchen iverden 10 Psg. bis zu 2, 3, ja bis zu 6 Mk. bezahlt; nur ganz selten gelingt es, billige „Ware" für 2 bis 5 Psg. zu erlangen. Je höher der Preis, desto größer die Ehre für das Mädchen. Der Mädchenkauf geschieht nur gegen sofortige Barzahlung. Aus den so erhaltenen Geldsummen werden dann ein Fäßchen aufgelegt und andere Kirmes- auslagen bestritten. IN manchen Orten wird das Geld zur teilweisen Bezahlung der Kirmesmusik benutzt. Das „erkaufte" Mädchen ist das Kirmesmädchen des Burschen; mit ihr tanzt er den Ersten. Die Mädchen aber erstehen für ihre Burschen Bänder oder Sträuße, und am Samstag vor Kirmes kommen die Burschen mit kleinen Henkelkörbchen zu den Mädchen, um ihr „Burschenstück" zu empfangen. Dies besteht gewöhnlich ans 2 bi<5 4 Eiern und einem blauen oder roten Band, das am Kirmestag die Brust des Burschen ziert. In der Wirtschaft werden die Eier vorsichtig ausgeblasen, der Inhalt als Eierkuchen gebacken, die Schalen dagegen an einer Schnur befestigt. Später wird dann ein mächtiger Tannenbaum geholt, mit den Eierschalen, Bändern, Flaschen ic. geschmückt und am Wend vor der Wirtschaft als „Kirmesbaum" unter Liedersang attfgerichtet. Am Wend werden dann die Kirmesburschen gewählt, die bei der Kirmes die Tanzordnung halten und vor dem Kirmeszug durchs Dorf hergehen müssen. Dabei ist jeder mit einem großen Branntweinkrng bewaffnet und alle Bekannten, die er auf der Straße trifft, oder die aus dem Fenster sehen, müssen ihm „Bescheid tun", d. h. mittrinken. Ist die Kirmes vorüber, so naht der traurige Tag, an dem die Kirmes begraben wird. Diese wird dabei dargestellt durch einen Schnapskrug, den einer an einer Stange trägt. .Vor dem Dorfe unter einem Baum begräbt man ihn und zündet auf dem „Grab" ein kleines Strohfeuer an. Einer der Burschen hält eine humoristische Grabrede und die anderen stimmen Gemurmel und Bauernlieder an. Dann begiebl sich die Tcauergesell- I schäft nach der Wirtschaft, um die „Kirmes auszutrinken". i. Klein-Linden, 23. Aug. Unser Kirchweih- fest, das alljährlich auf die Bevölkerung Gießens eine große Anziehungskraft ausübt, findet am Sonntag und Montag in der „Deutschen Eiche" und auf der „Burg" statt. (?) Heldenbergen, 23. Ang. In das Dunkel, das bisher über die im hiesigen Walde unlängst aufgefundcue unbekannte Leiche gebreitet war, scheint jetzt Licht kommen zu wollen. Es traf hier ein aus Weida i. Thür, gebürtiger junger Mann ein und gab an, daß er der Bruder desf Toten sei. Der Selbstmörder heiße Max Abend er, sei Stud. med. und 21 Jahre alt gewesen. In einem hinterlassenen Briefe drückte der Tote den Wunsch aus, neben seiner ihm int Tode vorausgegangenen Mutter begraben zu werden. Ter Bruder begab sich sofort nach Gießen, um die Freigabe der Leiche zu erlangen. Die Angehörigen geben als Motiv Schwermut an. )( Laub ach, 23. Aug. Die neue Friedhofs-, kapelle ist im Rohbau vollendet und int inneren Ausbau begriffen. Das Gebäude wird nach den Plänen des Baurats Tiehm aus Gießen aufgeführt und ca. 12000 ML kosten. Unser Städtchen besaß ftüher schon eine Totenkirche, die 1826 aus Fachwerk errichtet war. Doch schon 1845 wap sie baufällig und mußte abgebrochen werden. Hb. B a d Sa l zh aus e n, 22. Aug. Die mitten durch unfern Badeort sich chnziehende Kastanie na Llee, eine selten anzutrefsende natürliche Triumphstraße, würde, wenn sie abends beleuchtet wäre, die schönste Wendpromenade für die Kurgäste bieten. Leider ist die B c l e u ch t u n g der Allee von der Gemeindevertretung unbegreiflicherweise ab gelehnt worden. Hier sollte die Großh. Badedirektton ^Abhilfe schaffen. R. B. D a r m st a d t, 23. Aug. In der heuttgen Sitzung der Stadtverordneten wurde u. a. beschlossen, von dem sich auf 144 750 Mk. belaufenden lleberschuß der städtt Sparkasse für 1905 72 000 Mk. der Erziehungsanstalt Ohly- stift und 64000 Mk. der Armenkasse zu überweisen. Ein Wttag des KreisverbandeS der Handlungsgehilfen cutf Einführung der Fortbildungsschulpflicht für Handlungsgehilfinnen wurde abgelehnt. Eine lange Diskussion rief ein abermals von den vereinigten kaufmännischen Vereinen eingereichtes Gesuch um Einführung der vollständigen Sonntagsruhe hervor. Es wurde betont, daß auch die Geschäftsinhaber einer völltgen Sonntagsruhe größtenteils sympathisch gegenüber ständen, daß eine solche jedoch nur int Falle einen reichsgesetzlichen Regelung der Materien sich befürworten lasse. Der Verein per Zigarrenhändler hat in einem Schreiben an die Bürgermeisterei entschieden gegen die abermalige Einschränkung des Sonntagsverkaufs Einspruch erhoben. Die Versammlung lehnte schließlich die Einführung der völligen Sonntagsruhe ab und beschloß, dem sozialpolit. Ausschuß einen Antrag zu überweisen, der eine weitere Ausdehnung der bestehenden Sonntagsruhe für Fabrikbureaus, Kontore ic. hezweckt. — Die hessische Handwerkskammer wird am nächsten Montag hier eine Sitzung abhalten, in welcher neben dem Jahresbericht des .Vorsitzenden über die Tätigkeit des Vorstandes, Meuwahl füp ausgeloste Kämmermitglieder, den Vorsitzenden, die Aus- schußmitglieder und den Sekretär, die Prüfung und M- nahme der Jähresrechnung für 1905, die Feststellung des Haushaltsplanes für 1907, die Errichtung weiterer Gesellenausschüsse und die Abänderung der Vorschriften zur Regelung des Lehrlingswesens im Schlossergewerbe Hin Staatshaushalt vor 100 Zähren« (Original-Artikel des Gießener Anzeigers.) Die Rheinbundsakte vom 12. Juli 1806 blies einer beträchtlichen Anzahl „Staaten", aber kleinsten Kalibers, das schwach glimmende Lebenslämpchen aus. Fast der ganze südliche Vogelsberg und die angrenzenden Teile der Wetterau kamen damals an Hessen. Es waren die solmschen und stolbergischcn Gebiete, denen bald ein Teil der i s e n b u r g i - sch en folgte. Zu den stolbergischen, ehedem gräflich königsteini- schen, gehötte auch die Grafichaft Gedern. Bis zum Jahre 1804 hatte sie ein eigenes Fürstentum gebildet. Mit dem .Aussterben des Fürstenhauses Stolberg-Gedern, fiel das Land an die gräfliche Linie Stolberg-Wernigerode, ein „Land" von nicht ganz vier Quadratmeilen mit kaum 4000 Einwohnern, verteilt auf 6 Ortschaften. Und dieses Gebiet bildete einen wichtigen, selbständigen Staat. Die Landesherren waren im Besitz sämtlicher Rechte der Landeshoheit und unterstanden als „reichsunmittelbar" nur dem Kaiser. Einen instruktiven Einblick in das Sein und Treiben eines solchen Miniaturstaatswesens geben die jährlichen Etats. Zur Probe sei der „Ausgabe- und Einnahmeetat" Gederns vom Jahre 1804 hier wiedergcgeben: Der Regierungsdirekwr, der ihn aufstellen ließ, bemerkt ausdrücklich dazu, daß der Landes- I>err sich nur als Administrator der „Landeskasse" ansehe, also persönlich keine Einkünfte aus ihr ziehe. — Die zum Verständnis nötigen Erklärungen seien in Klammern angedeutet. Ausgaben: a) Für Unterhaltung der Oberrheinischen Kreismannschaft 377 Gruden 24 Kreuzer. Gedern gehötte nach der Reichsverfassung zum oberrheinischen Kreis. Das Militärwesen des Reiches war nach Kreisen geordnet. Darum fkiffen die Beiträge zur Unterhaltung des Reichsheeres in die Kreiskasse. An Mannschaft hatte Gedern zusammen mit der Herrschaft Ortenberg für 32 Mann aufzukommen. b) Für Unterhaltung der Schloßwache 108 G. (Die Schloßwache bildete das „stehende Heer" des Landesherrn.) c) An Besoldungen, und zwar: 1. für den ersten Rat 106 G., 2. für den zweiten Rat 24 G., 3. für den Physikus 50 G„ 4. dem Kreisgefandten 53 G. 45 Kr. ^Gesandter zum Oberrheinischen Kreistag.) 5. dem Kontialgesaildten 32 G. 45 Kr. (Die „Wetterauer Grafen" bildeten einen besonderen Verband.) „ —, ß. Dem Legationssekretär 11 7. dem Rechnungsführer 12 G., 8. dem wöchentlich nach Franfturt fahrenden Postboten 40 G., 9. dem Landreuter oder Polizeidiener 18 G. Lebte man auch vor 100 Jahren anspruchsloser und billiger als heute, — mit 18 Gulden jährlich hätte doch auch damals kein Landreuter oder Polizeidienrr auskommen können; auch kein erster Rat mit 106 Gulden. Die niedrigen Beträge erklären sich so, daß der übrige Gehalt aus der Fürstlichen Privatkasse bezahlt wurde. Die Gehälter der 7 richterlichen Beamten ebenso wie die der geistlichen Behörde und der niederen Verwaltungsbehörden wurden vollständig aus dieser Privat-, der „Kammerkasse" bezahlt. d) Zur oberrheinischen Kreiskasse 30 G. (für allgemeine Ausgaben der Verwaltung und des Militärwesens). e) Zur Grafenkasse 20 G. 20 Kr. (Verband der Wetterauev Grafen). f) Unterhaltung des Kammergerichts 31 G. 15 Kr. (gemeint ist das Reichskammergericht in Wetzlar, unarbeitsamen Ange- von der Davon die Ausgabe abgetragen, bleibt ein Ueberschuß 176 G. 18 Kr., welcher Betrag zu Abzahlung eines auf Ländeskasse ruhenden Kapitals vxrwwdet Korden iL denkens). g) Jnquisitions- oder Kommunalkosten 29 G. 11 Kr. h) Für Unterhaltung der Montur und des Gewehrs 64 G. 5 Kr. . i) Fuhr- und Macherlohn von dem Brennholz für die Kanzlei und Amtsstuben und für die Schloßwache, desgleichen für Oel für letztere 94 G. (Das Holz selbst wrrd von der Herrschaft gegeben.) k) Für Postgeld und Botenlohn 3 G. l) Für Zinsen von Passivkapitalien, welche während des französischen Krieges auf das Land konttahiert worden sind 53 G. 10 Kr. , „ t r m) Die Montur, welche alle dret Jahre für die Kontmgents- unb Schloßsoldaten, desgleichen für die Boten angeschafst wird, kostet beiläufig 300 G., wovon tut Durchschnitt auf jedes Jahr kommen 100 G. n) Dazu die Kollektur (Heb-)gebühren für den Rechner 31 G. Totalsumme der Ausgabe: 1299 G. 42 Kr. Einnahme: _ ___ a) Ordinäres Monatsgeld 780 G. b) Extraordinäres 525 G. (Das sind die direkten Staatssteuern von heute.) _ c) Sogenanntes Wachtgeld 84 G. d) Kammerzieler 21 G. e) Sogenanntes Korrespondcnzgeld 66 G. Totalsumme der Eimrahme: 1476 G. Das der Etat vom Jahre 1804. Ueber zu hohe dttekte Steuern brauchten also die Leute nicht zu klagen. 1476 Gulden ließen sich noch aufbringen, wenn der Staat auch nur 4000 Einwohner zählte. Hier drückte der Schuh nicht, wohl aber an mancher anderen Stelle (Zehnten usw.). Daß es den getreuen Unterthanen nicht zu wohl ging, gibt auch die Erläuterung des Etats zu, wenn sie einleitend bemerkt, daß (in AnbettacA der allgemeinen wenig günstigen Wirtschastsbedingungen) „nur eine schonende und mit kluger Umsicht gepaarte Regierungsverwallung die Bewohner dieses Ländchens, wo nicht zum Wohlstand erheben, doch gegen Mangel und Elend schützen konnte." Aus zahlreichen Aufzeichnungen geht hervor, daß die neuen Mußhessen, — wenn man das Wott analog den bekannteren Mußpreußen gebrauchen darf — sich zunächst gar nicht mit den neuen Verhältnissen abfinden wollten. So wurde das bei der „Okkupation der Souveränitätsrechte" durch den Vertreter des Großh'rzogs von Hessen am 14. September 1806 am Ge- meindewirtshauS zu Gedern angebrachte hessische Wappen am solgenden Sonntag heruntergerissen, und ein hessischer Amtmann führt Klage, daß Gederner Bürger öffentlich die neue Herrschaft gelästert hätten und hinzugefügt, „die Preußen würden ihnen schon helfen, sie wieder von den Hessen und Franzosen frei zu machen." Ter Grund der Unzufriedenheit war in erster Linie die Erhöhung der diretten Wgaben unter der neuen Regierung. Die Mißstimmung hörte von selbst auf, als sich die wohltätigen Folgen der neuen Staatszugehörigkeit geltend machten. Die Leute sahen ein, daß der neue Staat zwar mehr forderte, aber dafür auch mehr gab als das alte Puppenstätchen. F. G. — Zwei interessante Ordensverleihungen. Die englischen Jngenieirre haben ihrem König die Bessemer-Medaille verliehen; der Verttn deutscher Ingenieure will dem Kaiser die goldene Gr a s ho f-Mx d ai l l e überreichen. Sie ist besonders künstlerisch hergestellt worden. Die eine Seite schmückt das Bildnis des Kaisers. Die Rückseite zeigt eine Jdealgestalt, die technische Wissenschaft, die einen Lorbeerzweig darreicht, und daneben steht eine entsprechende drrz gehaltene Inschrift. Paris, 23. Aug. Der bekannte Luftschiffer Santos Dumont hat gestern einen neuen Versuch mit einem 50 Pferd. Motor gemacht, wobei cs ihm gelang, sich ohne Hilfe selbstständig mit feinem Luftschiff durch Sprünge von je einem Meter in die Luft zu erheben. Mit feinem Motor wird er im stände sein, 35 Kilometer in der Stunde in der. Luft zurück zu legem. erfolgen soll. Es wird beantragt, die Zahl der zulässigen Lehrlinge für Schlossereien ohne Gesellen von 2 auf 3, bei 2 Gesellen auf 4 anstatt 3, bei 5 Gesellen auf 5 und bei 8 Gesellen auf 6 Lehrlinge zu erhöhen. — Der Hess. Fagd^lub hatte gestern im Saalbau eine Ausstellung der von Klub Mitgliedern erbeuteten Rehgehörne und Auer- hahne arrangiert. Die durch Abstimmung sämtlicher Mitglieder erfolgte Preisverteilung ergab: Goldene Medaille für den besten Vock aus Hessen: Kommerzienrat Hickler- DarmstadL, silberne Medaille für den zweitbesten: Direktor R v d b e r g. 1. Preis für die beste Abnormität: W. Hildebrand, 2. Preis: E. Klein. 1. Preis für die beste Kollektion: Kommerzienrat Hickler, 2. Preis: Klebe-Eberstadt. Den Preis 'für den besten der dies Jahr zur Strecke gebrachten Äuerhähne erhielt W. Opel-Rüsselsheim. Maler Edmund Gerber bereitete dem Verein eine große Freude durch Ueberreichung eines von ihm fein künstlerisch ausgeführten Porträts des greifen Mitgliedes Rentner Theis, wofür dem Künstler allseitig herzlicher Dank und lebhafteste Anerkennung ausgesprochen wurde. Zur Revision der Hess. Landgemeindeordnung haben, wie man uns mitteilt, die Landtagsabgg. U c b e I nnd Köhler nunmehr einen ausführlichen Bericht fertig- gestellt, in welchem dem Ausschuß eine Anzahl nach jeder Richtung hin unverbindlicher Vorschläge gemacht werden. Der Bericht bezeichnet im wesentlichen folgendes Neue als erstrebenswert: 1. Die Bestimmung, daß jeder zum Gemeinderat Wählbare die Verpflichtung haben soll, die Stelle eines Kommissionsmitgliedes u. a. auch bei der Reichstagswahl anzunehmen. (Art. 18.) 2. Das Recht des von auswärts eingeheirateten Ehemannes, Ortsbürger zu werden infolge des Umstandes, daß der Vater der Ehefrau als hessischer Staatsangehöriger dieses Recht besitzt, oder bei seinem Tode besaß. (Art. 24, 2.) 3. Beseitigung der Bestimmung, daß Söhne von Zivilstandsbeamten das Ortsbürgerrecht (aus Geburt) an dem letzten Anstellungsort ihres Vaters erwerben können. (Art. 28.) 4. Erniedrigung der Zahl der Gemeinderatsmitglieder in Orten unter 1000 Seelen, aus dem Grund, um gleichzeitige Wahl von Geschwisterkindern und Schwägern in den Gemeinderat auch in kleinen Gemeinden zu verhindern. (Art. 38.) 5. Neue Bestimmung, daß der Gesamtgemeinderat (nicht nur ein Dritteil desselben) fortan alle drei Jahre erneuert werden soll. 6. Neugestaltung der Wahlberechtigung unter Verleihung des Stimmrechts an über 25 Jähre alte Ortsbürgersöhne, sogen. Haussöhne, Erleichterung für die Ortsbürger, Erschwerung für die ab- und zuströmende Bevölkerung. 45.) 7. Zulassung der Volksschullehrer zur passiven Wahl in den Gemeinderat. (Art. 47.) 8. Erweiterung der Berwandtschafts- und Berschwägerungsgrade zwischen Bürgermeister, Beigeordneten und Gemeinderäten in der Seitenlinie (Geschwisterkinder) bis zum vierten Grad. sArt. 48.) 9. Verpflichtung (nicht nur Befugnis) des Kreisrates zur Beanstandung von Wahlen, die unter Anwendung Mlauterer Manipulationen zu stände gekommen sind. (Art. 69.) 10. Einführung des Instituts der Altbürgermeister. (Art. 82 a.) 11. Neuordnung der Einkommensverhältnisse der Bürgermeister. ('Art. 90.) 12. Einführung des Instituts der Ratschreiber. (Art. 92.) 13. Einführung allgemeiner Öffentlichkeit der Gemeinderatssitzungen. (Art. 106 a.) 14. Antrag auf Streichung der Bestimmung des Entwurfs, daß der Kreisrat bei seiner Abwesenheit int Gemeinderat den Vorsitz zu führen habe. (Art. 108, 3.) 15. Einführung eines Beschluß-(Protokoll-)Buches, besonders mit Rücksicht auf seinen Wert als zukünftige Geschichtsquelle. 16. Untersagung des Gast- und Schankwirtschastbetriebs von Bürgermeistern, Rechnern und ihren im Hause wohnenden 'An- hehörigen. (Art. 124 und 160.) 17. Schutzbestimmungen für die Gemeindebeamten und Forderung eines Gemeinde- beamtengesetzes. (Art. 143 a.) 18. Neuordnung der Gehalts- ünd Anstellungsverhältnisse, insbesondere unwiderrufliche Anstellung der Gemeinderechner. (Art. 162.) 19. Andere Definition des Wortes Bürger als Ortsbürger in 'Art. 182, Schenkungen und Stiftungen an die Bürger betreffend. — Von besonderem Interesse ist auch der neue Artikel 143 a. Die Anstellungs-, Besoldungs- und Hinterbliebenenversorg- iungsverhältnisse der Gemeindebeamten werden durch ein besonderes Gesetz geregelt. Der einheitlichen rdOnung bedürfen die Verhältnisse der Gemeindebeamten. Wenigstens sollten allgemein verbindliche Normen ausgestellt werden. So tote diese 'Angelegenheit bei den staatlich bestätigten Gemeindeforsttvarten geordnet wurde, so wäre es recht und billig, daß bei anderen Gemeindebeamten, den jPolizeidienern, Feldschützen und den neu vorgeschlagenen Ratschreibern das Gleiche geschähe. Hierbei wäre darauf aufmerksam zu machen, daß bet dem hohen Stand unseres Bolksschnlwesens, es Wohl an der Zeit wäre, manche Stellen sowohl auf dem Lande wie in der Stadt einfachen Volksschulabiturienten offen zu halten und so zu dotieren, daß Hhre Inhaber auskommen können. Es sei nicht einzusehen, daß nur höhere Schulen die genügende Vorbildung für alle amtlichen Stellen geben sollten. 53. Deutscher Katholikentag. (Unberechtigter Nachdruck verboten.) IV. E s s e n, 23. Aug. Deute vormittag begann die Verhandlung der letzten geschlossenen Versammlung. Sie beschäftigte sich zunächst mit der sozialen Frage. Es wurde beschlossen: „den jungen auswärtigen katholischen Dandwerkern und Arbeitern, welche entweder ständig oder, nur an Werktagen in der Stadt wohnen, der besonderen Fürsorge der katholischen Vereine jener Orte, zu empfehlen, um durch Vermittelung geeigneter Schlafstellen und Anschluß an gute Geselle chast und katholische Vereine diese gefährdeten Söhne unseres Vaterlandes der Kirche und dem Staate zu erhalten." Ferner wurde die soziale und religiöse Weiter- Iblldung der ländlichen Arbeiterwelt empfohlen. In einem weiteren Anträge wurde die Fortsetzung der Sozial- reform zunächst durch die schon so lange erwartete Rechts- Fähigkeit der Berufsvereine und durch Einführung von Arbeitskammern gefordert. Im weiteren drückte die Generalversammlung ihre Anerkenn- mng über den in den letzten Jahren erfolgten Fortschritt aus, öen die kathol. Arbeitervereine als religiöse und soziale Standes- xr9aorr^r0rLen gemacht,hätten. In einem langen Anträge wird $er ™ r x von langfristigen Tarifverträgen zwischen Arbeitern -und Arbeitgebern bezw. den beiderseitigen Organisationen gefordert. Von dem Reichstagsabg. Erzberger und Genossen war folgender Antrag eingegangen: 1. „In Anbetracht der traurigen wirtschaftlichen und sozialen Lage zahlreicher Heimarbeiter und -arbeiterinnen, wie sie neuerdings durch die deutsche Heimarbeitausstellung in Berlin wieder klargestellt ist, in Anbetracht ferner der drohenden gesundheitlichen Schädigung weiter Kreise von Konsumenten durch Heimarbeitprodukte hält die 53. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands eine Reform der Arbeiterverhältnissc in der Hausindustrie für eine der dringendsten sozial-politischen Aufgaben ter Gegenwart, 2. Die Generalversammlung begrüßt daher den Antrag der bürgerlichen Parteien des Reichstags (Antrag Dr. Hitze und Genossen^, der einen gesetzlichen Schutz der Heimarbeiter anstrebt, und erhofft ein baldiges, diesem Anträge entsprechendes Gesetz. 3. Sie erachtet aber auch die auf Selbsthülfe der Heimarbeiterschaft abzielenden beruflichen Organisationen für wichtig und empfiehlt allen beteiligten Kreisen, insbesondere den katholischen Franenvereinigungen, diese nach Kräften zu verbreiten und zu unterstützen. 4. Endlich erscheinen die aus charitativer Grundlage beruhenden Bestrebungen zur sittlichen und sozialen Hebung der Heimarbeiterschaft l.Konsuinenten-Vereinigungen) bedeutungsvoll und die Generalversammlung empfiehlt daher auch diese zu kräftiger Unterstützung." Es fei Pflicht des katholischen Frauenbundes, hier tatkräftig helfend einzugreifen. Zu empfehlen sei eine Käuferliga, die es sich zur Pflicht mache, die Kaufläden zu meiden, von denen eine Ausbeutung der Heimarbeiter und Heimarbeiterinnen bekannt sei. Der Antrag gelangte einstimmig zur Annahme. Bezüglich der Landwirtschaft und ländl. Wohlfahrtspflege gelangte folgender Antrag zu Annahme: „In der dauernden Abwanderung der ländlichen Bevölkerung in die Städte und Jndustriebezirke ist eine Gefahr nicht nur für die Entwicklung der deutschen Landwirtschaft, sondern auch für das gesamte Volks- und Staatsleben zu erblicken." Zur Abhülse kommt außer der materiellen Förderung namentlich die geistige und kulturelle Hebung der landwirtschaftlichen Bevölkerung in Betracht. _ Es sind daher auch die Bestrebungen, welche unter den Begriff der ländlichen Wohlfahrtspflege zusammengefaßt zu werden pflegen, nachhaltig zu unterstützen. Die 53. Generalversammlung begrüßt es mit Freuden, wenn die landwirtschaftlichen Vereine, insbesondere die christlichen Bauernvereine neben ihrer sonstigen fruchtbringenden Wirksamkeit auch diesem hochwichtigen Teile der sozialen Fürsorge in wachsendem Maße ihre Aufmerksamkeit zuwenden." Von Freiin v. Carnap (Köln) und Fräulein Barbara Graß (M.-Gladbach) war folgender Antrag gestellt: „Die Generalversammlung empfiehlt abermals die Bestrebungen, die katholischen Arbeiterinnen durch Gründung und Förderung geeigneter Vereine, besonders von Arbeiterinnenvereinen, zu sammeln, um sie zu schützen gegen die religiösen und sittlichen Gefahren des Erwerbslebens, um sie über die Förderung ihrer wirtschaftlichen Interessen zu belehren und sie vor allem für die Erfüllung der Aufgaben des Weibes innerhalb der Familie vorzubereiten." Fräulein Graß befürwortete als Gutachterin den Antrag, der einstimmig angenommen wurde. Bezüglich des Handwerkerstandes wurde folgender Beschluß gefaßt: „Die Generalversammlung tritt von neuem ein für die Weiterführung der Gesetzgebung zu Gunsten des Handwerkerstandes und für eine energische Gewerbeförderung durch Staat und Gemeinde. Sie fordert aber auch ebenso nachdrücklich die Handwerker auf, durch Ausbau des Genossenschaftswesens, wie insbesondere der Innungen und Handwerkervereinigungen die Leistungsfähigkeit des Handwerks den gewachsenen Ansprüchen anzupassen und ihm so ein möglichst weites Arbeitsgebiet zu sichern. Ter fach- technifchen und kaufmännischen Ausbildung der jungen Handwerker in Werkstatt, Fortbildunas- und Fachschulen, Lehr- und Fachkursen für Gesellen und Meister ist gleichfalls besondere Aufmerksamkeit zu widmen." Zur Aufbesserung der wirtschaftlichen Lage des kaufmännischen Mittelstandes wurden in einem längeren Anträge soziale Vortragszvklen, soziale Unterhaltungskurse und Studien- zirkel, sowie die Einsetzung sozialer Kommissionen empfohlen, um das Verständnis für die neuzeitliche wirtschaftliche Entwicklung, sowie die durch diese geförderten Maßnahmen erfolgreich zu verbreiten. Bezüglich der kommunalen Sozialpolitik wurde folgender Beschluß gefaßt: „Die Generalversammlung erklärt als unumgänglich notwendig, daß zur Ergänzung der sozialen Fürsorge des Staates durch Gesetzgebung und Verwaltung die Gemeinden eine planmäßige kommunale Sozialpolitik durchführen. An erster Stelle hat sie in mustergültiger Weise die Verhältnisse der städtischen Arbeiter und Angestellten zu regeln: sodann sind die Bedürfnisse der breiten Masse der Gemeindeangehörigen auf dem Gebiete der Wohnungsfürsorge und der öffentlichen Gesundheitspflege zu befriedigen, ferner ins Auge zu fassen die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, speziell durch Organisationen des Arbeitsnachweises auf paritätischer Grundlage, die Förderung des Handwerkerstandes durch Regelung des Submissionswesens, bessere Berücksichtigung des Handwerks bei Vergebung öffentlicher Arbeiten, Unterstützung genossenschaftlicher Einrichtungen, der Fortbildungs- und Fachschulen, sowie von Meisterkursen. Auch die Bildungsbestrebungen der breiten Masse der Bevölkerung erheischen dringend eine allseitige Förderung durch die Gemeinden. Besonderes Gewichr ist auf Einrichtungen zu legen, welche die hauswirtschaftliche Ausbildung der Arbeiterinnen fördern. Zur gedeihlichen Förderung solcher sozialen Tätigkeit der Gemeinden sind seitens der Gemeindeverwaltungen soziale Kommissionen zu bilden, zu denen Angehörige aller Stände, insbesondere Vertreter des Arbeiterstandes zuzuzieh^n sind." Es wurde den Studenten empföhlen, sich mehr als bisher an den katholischen Vereinsbestrebungen zu beteiligen. Ferner wurde es als Pflicht der katholischen Frauen bezeichnet, mehr als bisher an der charitativen Tätigkeit Anteil zu nehmen und möglichst an allen Orten katholische Frauenvereine, im Anschluß an den katholischen Frauenbund, zu begründen. Kaplan Meier (Borgentreich) Westfalen empsaU einen Antrag, der zur religiösen und sittlichen Fürsorge der Rekruten auffordert. Der Antrag fand einstimmige Annahme. Präsident Gröber eröffnete dann die letzte öffentliche Versammlung und erteilte sogleich das Wort dem Reichs- tagsabg. Arbeitersekretär G i e s b e r t s - M.-Gladbach, über Ausgabe der Katholiken bei Lösung der sozialen Frage. Man ahne nicht, welch großer Bildungshunger unter den Arbeitern zu finden fei. Pflicht aller katholischen Arbeiter fei es, sich dem Volksverein für das katholische Deutschland anzuschließen. Ganz besonders sei der Abschluß von T a r i s v e r t r ä- g e n zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern eine dringende Notwendigkeit. Präsident Gröber teilte hierauf mit, daß eine Drahtung eingegangen sei, die in deutscher Uebersetzung folgendermaßen lautet: „Dankbaren Herzens hat der hl. Vater in freudiger Er- toartung auf sehr reichen Erfolg sowohl für die Einheit im katholischen Glauben als auch zur ergiebigen Förderung der Arbeiterinteressen die Huldigung und den Ausdruck der Gesinnung des Katholikentages entgegen genommen. Um sein warmes Interesse für die Versammlung zu bezeugen, erteilt er voll väterlicher Liebe den apostolischen Segen. Merry del Val, Kardinalstaatssekretär." Der Präsident brachte auf den Papst ein dreifaches Hoch aus. Professor Dr. Einig (Trier) sprach danach über: Gottes- glaube, Offenbarungsglaube und Wissenschaft. Der Redner wandte sich ganz besonders gegen die „Modernen", die das Dasein Gottes leugneten. Gott sei aber noch nicht gestorben, er sei unvergänglich und ewiglich. Professor Dr. Einig wandte sich alsdann gegen Häckel, der trotz feiner 72 Jahre noch jugendlich sei. Jugendlich sei sein Haß gegen Gott. Die Kirche ist die Hauptschützerin der Wissenschaft. Ist denn nicht die Kirche die Mutter der Universitäten? Professor Dr. Adolf Wagner sagte einmal: Der Bischof von Trier schickt viel mehr Studenten nach Berlin zum Studium der Naturwissenschaften als alle Generalsuperintendenten der Monarchie ’.ufammen. (Stürmischer Beifall.) Der freien Forschung sei nur Eine Schranke gezogen, das ist die Wahrheit. Die Kirche hindere nicht in wissenschaftlichem Forschen. Kardinal Vinzenz Vanutelli hielt darauf in lateinischer Sprache eine .Ansprache. Er sprach ganz besonders den deutschen Katholiken aus Anlaß der glänzenden Generalversammlung seine Anerkennung aus. Präsident Gröber bemerkte darauf im Schlußwort: Die Kirche will sich in keinerlei Fesseln legen lassen: sie wist sich frei und ungehindert betätigen. Heißt es denn nicht aber der Barmherzigkeit Schranken auferlegen, wenn die Niederlassung barmherziger Schwestern von der staatlichen Genehmigung abhängig ist? So etwas sollte man im Kaffernland, nicht aber in einem Kulturstaat für möglich halten. Wir verlangen volle Freiheit für alle Orden, auch für die Jesuiten. Wir wollen die soziale und konfessionelle Versöhnung. Ja wir würden es als einen der größten Erfolge unserer Generalversammlungen bettachten, wenn wir ein Zusammengehen mit unfern protestantischen Brüdern, soweit sie auf dem Boden des positiven Christentums flehen, erreichen könnten. (Lebhafter Beifall.) Wir wünschen, daß die Arbeitgeber im Interesse des sozialen Friedens ein Opfer bringen. Mögen sie den Arbeitern das freie Koalitionsrecht, sowie bessere Löhne und günstige Arbeitsbedingungen gewähren. Das wird ihnen zum Wohle, dem Vaterlande zum Nutzen und Gott und uns Allen zur Ehre gereichen. Kardinal Erzbischof Dr. Fis ch e r forderte darauf ebenfalls zum konfessionellen Frieden auf. Kardinal Vanutelli rief danach in deutscher Sprache: Bravo und Hoch deutsche Katholiken. Alsdann schloß Präsident Gröber mit dem Gruß: „Gelobt fei Jesus Christus" die Generalversammlung. Der 47. allgemeine Genossenschaststag findet zurzeit in Kassel statt. U. a. beschäftigte sich die Versammlung mit einem michtigen Anträge des Gesamtausschusses: Der Genossenschaftslag empfiehlt den Kreditgenossenschaften: 1. darauf bedacht zu sein, daß nicht nur dem Vorstande, sondern auch dem Aussichtsrate kaufmännisch geschulte Kräfte angehören, 2. unter Abhaltung regelmäßiger Geschästsstunden alle Geldgeschäfte — auch bei den kleinsten Genossenschaften — in Gegenwart von zwei Vorstandsmitgliedern zu erledigen, für alle Einnahmen und Ausgaben Belege, und für alle Soll- und Habenoorlräge Anerkennungen zu beschaffen, sowie für bereit Prüfung zu sorgen; 3. eine die gesamten Verbindlichkeiten eines jeden Kreditnehmers und Bürgen enthaltende „Belastungsliste" zu führen und diese einer regelmäßigen Prüfung zu unterziehen; 4. sich durch die Geschästshandhabung von Konkurrenzinstituten nicht bestimmen zu lassen, bei der Kreditgewährung von den durch die allgemeinen Genossenschaftstage ausgestellten Grundsätzen abzuweichen, sowie auf ausreichende flüssige Mittel und Ausbedingung ausreichender Kündigungsfristen bei Spareinlagen und Depositen bedacht zu sein. Berichterstatter hierzu war Verbandsdirektor Neugebauer- Breslau. Der Redner betonte, daß dem Aussichtsrate kaufmännisch geschulte Kräfte angehören müßten, damit sich Fälle, wie in der letzten Zeit vereinzelt vorkommen, nicht wieder ereigneten. Er nahm dabei . Bezug auf die Unterschlagungen des Kassierers in Käppel-Rodeck in Baden und verurteilte das dort geübte Verfahren. Im weiteren bedauerte Redner auch die Tatsache, daß Massengründungen von Genossenschaften aller Art, für Handwerker, Landwirte usw. erfolgten und diese Institute lediglich mit der preußischen Zeuttalgenossenschastskasse arbeiteten. Die Genossenschaften nach Schulze-Delitzsch aber würden immer den alten Standpunkt wahren, damit die Krisis, die früher ober später boch kommen wirb, sie nicht erschüttern könnte. Der Auttag, . so betonte 23er- banbsdirektor Neugebauer, entspringe nicht etwa einem vorhandenen Mißtrauen, sondern stelle lediglich einen notwendigen Akt der Ordnung dar. Die ©taat§regierungen aber mögen sich ein Verdienst insofern erwerben, als sie vor allzu häufigen Genossenschaftsgründungen warnen und darauf dringen, daß die Grundsätze eines Schulze-Delitzsch, die von ihr als richtig anerkannt worden, auch zur Geltung kommen. Die Debatte endete mit der einstimmigen Annahme des Antrags. Landwirtschaft. — Milchkursus a n der Großh. Obstbau- und L a n d w. W i n t e r s ch u l e Friedberg. Vom 30. August bis I. September wird ein Jnformationskurs für Damen über Milch und Milchverwertung abgehalten. Er erstreckt sich auf die Zusammensetzung der Milch, Eigenschaften derselben, Prüfung und Behandlung der Milch, Aufbewahrung und Beförderung derselben, über Kindermilch und deren verschiedene Herstellungsweisen (Pensum des ersten Tages), Milchfehler, verschiedene Arten der Rahm- gewiummg, Milchschleudern, Butter, Eigenschaften der Butter, Verfälschimgen der Butter, Herstellung der Butter unb Aufbewahrung derselben (Pensum bes zweiten Tages). Käsebereitung, Sauermilch- und Süßmilch-Käse, Nährwert, Wert und Verwertung der Milch und ihrer Rückstände, Einfluß der Fütterung auf Menge und Beschaffenheit der Milch, Bedeutung der Genossenschaftsmolkerelen und Besuch einer solchen, Heber den Milchhandel und städtische Verkaufsordnungen (Pensum des dritten Tages). Diese Fragen sind sämtlich für Mädchen und Frauen vom Lande von hoher Bedeutung, aber auch für Mädchen und Frauen aus der Stadt. Der Kursus ist kostenfrei, beginnt jeweils vormittags um 9 Uhr und enber bei zweistünbiger Mittagspause abends 5 Uhr. Daher können die Zuge von auswärts benutzt werden. Anmeldungen können noch bei Großh. Direktion erfolgen, bis die Zahl von 25 Teilnehmerinnen erreicht ist. Mrchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. II. Sonntag nach Trinitatis, den 2 6. August' (froftesbienft. In der Stadtkirchc. Vormittags 8 Hhr: Siehe Johanneskirche. Vormittags 9'/, Hhr: Pfarrer D. Schlosser. Beichte und heil. Abendmahl für Matthäus- und Markusge- meinbe gemeinsam. Anmeldungen für beide Gemeinden vorher bei Pfarrer D. Schlosser, Kirchstraße 1, erbeten. Die Mitglieder der Vereinigung der konfirmierten männlichen Jugend der Matthäusgemeinde werden gebeten, sich zu einer Besprechung wegen eines gemeinsamen Spaziergangs abends 8*/4 Hhr im Matthäussaale einfinden zu wollen. Ju der JohauueSkirche. Vormittags 8 Hhr: Pfarrer Euler. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Lukasgemeinde. Vormittags 91/, Hhr: Pfarrassistent Steiner. Am nächstfolgenden Sonntag, den 2. September: Kirchliche Feier des Sedantages. An demselben Tage Beichte und heiliges Abendmahl für die Lukas- und die Johannesgemeiude im Hauptgottesdienst. Anmeldungen vorher bei dem Pfarrer jeder Gemeinde erbeten. An diesem Tage Kollekte für die Kaiser Wilhelm- Stiftung zum Besten deutscher Invaliden. Katholische Gemeinde. Samstag, den 2 5. August: Nachmittags um 5 Hhr und abends um 8 Hhr Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag, den 26. A u g u st: 12. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 6'/, Hhr an: Gelegenheit zur heil. Beichte. „ um 7 Hhr: Die erste heil. Messe, vor und in derselben Austeilung der heil. Kommunion. „ nm 8 Hhr: Die zweite heilige Messe. „ um 91/, Hhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Hhr: Andacht. Israelitische Religionsgemeinde. Hottesbientt in ber Synagoge (Sübanlage). Samstag, den 25. August 1906: Vorabend 7 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4 Hhr. Sabbathausgcmg 8.15 Hhr. Sank für handel und Industrie Depositenfaffe Gietzen. Oest.-Ung. Stsb. 1R73/74 i.fit. 100 Staats-Anleihen Wiesbaden v. 1900 unk. b. 190! do. do. Preußische ConsolS M. 1000/2000 Bayr. E.-B.-Anl unk. b. 1906 101.70 b. 1907 C.-B. n. OTfl. Anl. do. do. Landeskustur-Rcnte 86.80 E.-B.-Anl. . . Lire do Bremer St.-Anl. v. 1888, 92, 99 101.50 Würzburg v. 1899 unk. b. 1910 . do. v. 1903 unk. b. 1910 . do. M. i. fit. v. 1891 do. 4059 r do. v. 1886,97,1902 116.50 101.80 Koveuhag. v. 190] unk. 1011 2043 r 103. 3’/in Neavel staatl. nnr. 4 tinr. 1908 97.60 Ryäsan-KoSlow steuerfr. gar UralSk steuerfr. gar. 404/2020 Stadt BuenoS-AireS v. 1892 AuSländifckie b. v. 1888 do. do. gar. 100.80 Kr. M. do. do. Bulaar. Tab. 9fnf. v. 1902 i. (35. 17,, Griech. E.-B. v. 1890 fleiterfr. Deft. Nordwest A 116.50 Lire B . i. G. . . do. do. 113. 414 Oest. Silber-Rente ö.ff. Standesherrliche Anleihen M. Provinzial- und Commnnal- 101.20 Obligationen 102.75 4'/, r. 102 do. s.st. i. (31. steuerfr. . . öff.G. Clisab. OT)t.) Rheinvroviuz AuSg. 20 u. 21 unk. b. 1902 4*/., Eisenb. Rentenbank 5'/« Oest. E.-B. St. S^-^ersck,. /conv. do. 31/, ffirnff. 26 29 99. $7, Hess. Provinz überliessen M. 3 iftimmigen Annahme des 37, Akren v. Bank Badische Bank . . 160.10 M. ;470 Nuss. 37, Gothaer Präm. Pfandbr. I do. 71.50 Bingen v. 1901 unk. b. 1906 M. 97, Darmst. abg. v. 79 Lit. TT u. 81 Lit 98.50 8*/, 40 Tlr. 9fr. v 1900 unk. b. 1911 4 Freiburg 114. 2'/, Lstr. Fulda v. 1901 Ser. I Unverzinsliche l^ose. (Eikern Thor) Goldstfr. . M. 50.20 TT Auüereurovüische. Preust. Bodenkreditbank 102.— abgest. do. 40.25 v. 37, Karlsruhe do. do. V1, Cbise Gold-Anl. n. 1889 101.90 Chincsischc StaatS-Anl. Ultimo Egytotische unifizierte Rr. Lstr. 101-80 Industrie-Aktien. ■4’/. Javaner Ser. TI v. 1905 A Mainz v. 1900 unk. b. 1910 . abgest. 8O6/o - - Pes.! 68.80 101.25 Mannheim Eisenbahn-Priori täten 4 3'/, do. 1905 4 Metz v. 1908 imk. b. 1912 . 102.80 4 " München v. 1900/01 unk. b. 1910/11 do. S. 27, 37, 39 u. 42 unk. 1905 n. 1908 untilob. b. 1908 1903 do. 31/, do. 1813 b. 1902 unk. unk. b. (tilgb.) b. 1908 unk. 1903 100.20 a. v. 101.50 n. 1879 K. Ferd. Nrdb. 1887 stf. i. S. 47, Offenbach 37, do. b. 1906 unk. 1900 1887 flf. gar. 100. 200/1000 106.75 Oest. Süd (Lomb.) stf. 400 37, Hambg. Hyp.-Bk. 131.40 v. 1901 Fr- v. 1883 abgest. do. E. v. 71 i. G. do. do. do. do. v. v. 101.70 81.25 do. do. NeichSbank frankfurter 4 4 do do. do. do. do. do. do. do. do. M. Kr. 92 — 86.40 71.20 37. 8 4 4 4 do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. 500 200 4 4 4 Oest.-Una.StaaSb. Oest.Südb./Lomb \ do. do. b. 1901 . b. 1914 . i. P. i. (35. 12 5 481. 398. 47, 4 4 4 4 do. do. do. do v. v. v. 500 500 ö. ff. M. 71.80 63.40 4 4 37, 3 3 do. do. do. do. do do. do. do. de. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. do. unk. b. 1902 unk. b. 1908 unk. b. 1906 (35. (35. (35. (35. (35. (35. (35. <35. 65. (35. S. S. S. 101.30 101.- 102.50 100.90 97.50 4 4 4 4 4 do. do. do. do. do. do. do. do. do. M. 1000 Tlr. 100 1913 1908 12 5 6 9 87, 4 4 4 4 37 100.— 102 20 103.20 100.80 101 20 98.60 4 4 4 do. do. do. do. vrivil. . . aaran6erte do. do. 100.80 96.90 75.- 93.30 93.30 96.30 89 60 95.20 94.46 A 37, 37, 37, 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 4 5 5 3 47, 4 8 37, do. do. v. n. h. 4 4 37, 37, 37, 4 4 -17: 4 99.60 93.80 100.80 101.80 100.90 102.50 96.— 96.— 97.— 98.80 105.75 139.10 4 5 to. do. M. ik ff. 37, 4 4 Warsck-.-Wien. st fr. Wladlkawk. 95 ff fr. Anatolische i. G. . v. 1901 unk. v. 1887/89 v. 1896 unk. v. 1903 unk. M. 1000 M. 1000 M. 1000 1907 1910 101.60 100.— 105.— 101.80 97 90 106.10 unk. unk. unk. unk. unk. b. 1905 . u. 1884 abgest. ö.ff- M. ö. ff. 4 37, 4 4 4 4 37, 37, 37, 4 37, 3 4 4 . akt. K. Rbl. 100 . alt. K. Rbl 100 Gifenbahn-Renten-Bk. . Franks. Hypothek -Bank 5 b 5 47, 47, 4 3 57. 17, 4 27 37, 37, .37, 37, Nürnberger Bonk . Nürnberg. BereinSbk. fOfff.-Hrtq. Bank Oest.-Länderbank Best -Kredit-Anstalt . Pfälzische Bank . . u. 34 unk. b. u. 41 unk. b. 47, Eisenwerke Lollar r. 102 47, Elektr. Werk Homburg r. 103 § Sächsische Rente Württembg. v. 1875—80 abgest. |4 5 4 4 4 6 5 47, 4 37, 3 (Ziesten da. do. do. do. do. u. 17 unk. 1910 unk. b. 1905 110.— 129 50 183.50 A 4 37, 3 n. 1888 eonvert. h. 1897 v. 190” v. 1905 steuerfr. gar. gar. 2020/4040 Stockholm v. 1880 . . Wien Kommunal i. (55. do. do. do. Zürich Madrider abgest. . Meininger Präm. Pfaudbr. fVfferr. n. 1860 . Oldenburger. . . Russische v. 1864 . Russische v. 1866 . Rhein-Nass.» Rhein. Stahlwerke Nicbcck Montan . Sck'alkcr Gruben Schles. Berg- Wcgelin & Hübner Westeregeln Alkali do. da. da. da. i. Silb. steuerfr. (verstaats.l . . T T5 obaeff. HIB unk. b. 1905 5 4 4 37, 6 47t 37, 37, 37, 37, 4 37, 37, 37, 37, 37, !* 37, 31/ Schweiz. Central v. 1880 . MoSkau-Kafan unk. 1915 Russische Südost 97 steuerfr. 400 400 400 mitgeteilt von der unk. h. unk. b. Kr. 1400 ö. ff. 200 (5. ff. 260 M. 1200 Tfr. 200 447 — 145.80 231.10 Sard. See. stfr. gar. I n. II . . Sicilianischc steuerfr. i. G. v. 1889 M. Tlr. M. Fr- 71.70 71.70 71 70 71.90 37, 37, 3 franz-fasest, Oesterr. Lakalb. aniort. ab 1907 amort. ab 1910 84 60 96.35 66.10 Fürst!, do. do. do. Ser. 18 Ser. 20 Arqent. do. do. do. do. do. äust. E.-B i. G. innere v. 1888 . äustrre Gold-Aul. da: do. do. 37, 37, 4 37, vriv. v. 1890 steuerkr. 20/1 Om eanf. v. 1890 steuerfr. . . conto. uu's. v. 1903 . . . Bagdad.Babu . . . i. G. h. 1903 i. 6k v. 1891 h. 1894 . . h. 1898 . . 37, 37, 37, 37, 37, 4 500 500 500 500 4 4 37, 37, 37, 37, 37, 3V, 4 . M. 1000 M. 300/1200 71.90 101.70 74.30 102 30 101.20 101.80 Pef. Lstr. M. v. 1902 unk. 5. 1912 a. d. H. v. 1889 do. da. Lissabon Moskau do. do. 408/2040 . 2040r ö. fr. 200 s. ff. °oo ö. ff. ?no . M. 600 . f. ff, 350 V. 1895 v. 1898 V. 1890 V. 1893 h. 1896 v. IRQ? v. 1903 v. 1905 v. 1886 . v. 1895 . n. 1886 . Ser. 30.33 4 37, 37. 1901 unk. b. 1906 1888 .... 1895 . . . 1898 unk. b 1903 do. Badische do. do. do. 37, 4 37, 37, 37, 87 3'A 4 37, 37, 37, 37, 37, AuSbach-Guuzenh. . Augsburger . . . Braunschweig . . Finnländische . . Freiburger . . . Genua..... Mailänder . . . Mailander . . . Meininger . . . Reuchateler . . . Ocstr. v. 1864 . . Oeffr. Kredit v. 1858 Pavenb. Gräff. . . Rudolfs-Stiftung Türkische .... do. .... Ungar. Staats . . Benetianer . . . 3 Hamburger v. 1866 . . 3 .st>alländische Komm. v. 1871 37,Külu-Mindener .... 37,Lübecker v. 1863 . . . 27,Lütticher v. 1R53 . . . 22 u. 23 . 10, 12.16, 24 Ser. 12, 13 Ser. 15 unk. b. 1906 Ser. 19 Kommunal Ser. 1 unk. 1910 do. do. Hessische do. do. do. do. do. S. 28, 30. 32 do. S. 29 unk. b. do. S. 45 (tilqb.l S. 401-470 unk. b. 1919 Ser. 1—190 unk. b. 1905 Scr.301.310 unk. b. 1908 Ser, 331.350 unk.b. 1913 do. Pav'.er-Rente do. Gold-Rente do. einbeitl. Rente /conv.) . . . do. Staats-Rente Oest. E.-B. St. Sch.-Nersff-. (conv. 9fr. M. do. S. 43 do. S. 46 do. S. 47 do. S. 44 irr. Fr- 67, 9" 77, 47, 67, 7 57, 10 577 6 87. 47, 77, 5 7 9 87. 8 97, 7 7- 7 BereinSbank . Diskonto-Gefeffschaft Dresdner Bank . . Dresdner Bankverein 147.- 147.10 354.— 33.75 Heidelberg do. da. Brünn-Rs. 72 stf. i StaatSb. v. 83 „ i, I—VIII Em. N 1. IX Em. „ i. v. 1R85 „ i. (ErgänzgS.-N.) „ i. v. 1895 fff. i. G. do. do. St.-Rente berliner Korse. BliesenbachBergw. Bochumer Gust . BuderuS Eisen . Concordia Bergb. Dt. Luremb. Bgw. Elektr.Lichtu.Kraft Eschweiler Berqw. Fa<^on Mannstädt Gelsenkirch. Brgw. Harvener Hasver Eisenw. . Hemmoor Zement Hibernia Bergw. HörderBorz.Bgw. Hösch. Eisenw. Humbold Masch. . Laurahütte. . . Masten Bergbau. Mülheimer Bergw. Nordd. Mollkämm. Nordstern Kohle . Oberschles.E.-Jnd. Phönix Bergw. . 84.- 86.30 37, do. conf. äustere v. 1899 steuerfr. Lstr. cons. innere . . 103.R0 102.80 89.20 207.75 238.50 127.40 240.50 146.10 190.— >156.25 317.75 do. Ser. 14 Ungarische do. do. do. Rank-Aktien. . M. 1000/3000 v. 1901 unk. b. 1906 . abgest f. 1887 v. 1R91 abgest. . . . v. 1R96 V. 1898 v. 1902 Ser. II unk. b. öflG Kr. 37, do. •37. do. 148.50 150.- do. do. Pfälzische da. da. do. do. do. da. Erlangen 170 — 136.80 240 — 159.30 162.- 139.80 do. do. do. do. do. do. ftankfntfer §Srff Aschaff.Masch.Pav Neue Boden A. G. Brauerei Binding „ Henninger . „ do. Pr.Akt. „ Kempst . . „ Mainzer 91 kt. „ Rettenmeyer „ Stern/Oberr.) „ Verger . . Zements. Karlstadt Chem.Bad. Anilin „ Bleiu.Silb.Br. „ Griesh. Elektr. ., Albert . . . Tt. Atl. Telegraph Elektr. Böse Vorz. „ Allgem. Berlin „ Lahmeyer . . „ Schuckert M Siem. L Halske „ Untern. Zürich Farbwerke Höchst. KunstscideFft.a.M. Masst'. Kleyer. . „ Gritzner . . „ Fab.LSchleich. Hamb.-Am.-Pcktft. 134.— 215.75 319.75 204.50 213.50 abgest. 1878 u. RR abgest. Lit. .7 v. 1884 v. 1RR6 ii. 88 . . . h. 1894 . . . . v. 1905 unk. b. 1915 M. Fr. Vorl. Dir. 7.04 87, 57; 3 12.95 8 4 4 6 67, do. Nürnberg do. do. do. Letzte Dir. 6.15 87, 57, 0 12.95 9 47, 47' 7 67, 8 . . ff. 7 - - ff-7 . Tlr. 20 . Tlr. 10 . . Fr. 15 . Lire 150 . Lire 45 . Lire 10 . . s- ff. 7 . 9fr. 10 . 5. ff. 100 . 8. ff. 100 . . s.ff.7 . 8. ff. 10 . Fr. 400 . Fr. 400 . 8. ff. 100 . Lire 30 da. Rente da. do. amart. Quente amort. Rente do. Anleihe v. 1901 unk. 1909 do. von 1R92 u. 94 do. v. 1902 unk. b. 1910 do. v. 1896 S. G. fit fit. fit. i. fit. 100.— 100.- 100.10 99.25 99.50 u. 1894 v. 1891 Lit. H 99.80 100.80 100.- 104.70 47, Grt. Henckel Hg.v.Donn. r.L105v.84 4 Fürstl. Solms-BraunselS v. 1R80 37, do. do. v. 1886 37, fitrnff. Solms-Laubach abgest. 3V, Fürstl. SolmS-Lich a. Deutsche. Deutsche ReichS-Anleihe . Aktien ausländischer Transport- Anstalten. . . 2000r unk. b. 1913 . . lOOOr 94 30 86 30 100.80 102.20 110.40 106.- 100 20 90.10 87.90 86.99 87.80 8. ff. Kr. M. Fr. Pel. Lstr. Landw. Kreditbank Lit. D-J do. Lit. N-P .... 99.- 52.30 54.80 103.40 . . '. S. v. 1889 i. v. 1889 i. v. 1891 i. do. 97 ?710 do. 4 do. 37, do. 3 do. 37, da. 37, Nauheim 37, Neustadt i. B. v. 1Q00 v. 1RR1 v. 1R8R v. 1R9R v. 1903 79.80 76.80 75.80 74.90 99.75 37, do. do. v. 1904 SolmS-Rödesbeim .... ^ittgenffeiu-Hobenstein . . Psenburg-Büdingen . . Psenb. u. Büd -Birstein v. 1887 do. -Wächtersbach v. 1884 70.10 70.80 14.- 91.40 37, do. do. 31/, Frankfurt c 125 — 65.90 140.50 158.20 da. Raab-Odcnb. . 1913 u. 33 1906 "S 67« 9 77, 47, 6 6 5 10 47, 158.25 201.50 133.— 95 — 290.— 169.30 D. Atlant Telegraf Franken-Allee, garant. v. Frankfurt Franks. Hof r. 105 Neue Boden r. 102 .... do. do. r. 101 Pfandbriefe. (vr. Pommr.) abgest. R0°', lose. . Tlr. 100 . Tlr. 100 . 8. ff. 100 . Tlr. 100 II Tlr. 100 . Tlr. 50 . b. ff. 100 . Tlr. 100 . Tlr. 50 . Fr. 80 . Fr. 100 . Tlr. 100 . ö. ff. 500 Hyp.-Bk. Lit. A M. 1000 do. Lit. P M. 1000 . . 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Anatol. Eisenb. . I • 1115-— I Prince Henri . | 37 50l Prag-Dnx St. Akt. 3 4 4 *’/, 37, 3 3 4 Stuttgart v. 1895 unk. b. 1905 . 37, do. v. 1904 untilgb. b. 1912 4 Trier v. 1901 unk. b. 1906 . . 3'/, do. v. 1899 37, Ulm v. 1905 27,„Südital. /Merid.s ©r.A-H. 4 ToScanische Central . . 5 Weststcilian v. 1879 37, Gottbardbabn .... 37, Fura-Bern-Luzern gar. 37, 5kura-Simvlou v. 1894 Rbl. Lire M.! do. do. Franz-Fosc Kaschau-Odrb. do. do. do. do. Salonique-Constant. Ionction do. Monastir . . 2020/4040 102.20 103.50 37, Kastel abgest 37, Kilstngen V 18R6, 18RR u. 1903 4 Kflln v. 1900 . 37, Kr-uznach v. 1888 u. 1898 . . 37, Labr v. 1RRQ 37, do. v. 1902 37, Limburg abgest 97.30 84.80 86.10 98.30 98.45 112 20 119.50 207 80 156.10 96 30 122.30 128.40 117.60 215 60 127.20 299.— 101.10 156.- 117.20 143.50 197.80 158.— 185.70 130.50 233.- 101.50 124.- 456.50 139.50 263 80 389.50 131.50 84.10 210.50 142.50 126.10 187 — 196.50 418.— 434.80 331.— 220.- 186.- 161.10 fiAu. B. M. 1000 Mittesdfche. 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III 1899 unk. b. 1912 . . deschäitiqte n* \ « ge bes toat 101 die " »lebigen für leSoU-unb SSnh fie G1"* -> en eines j?by 'Ä; WLLn'Ä mMlnbteE* «remlagen und Tepchen ^'orNeugebauer- .^"A^ekauimännnch ’ (talke, wie in der 1 wieder ereigneten. Er Pmgen des Kassierers in >e das dort geübte Der° *QU?, ^?ar)ache, baß üflet Jvt, tur öanbmerker, Wüte lediglich mit bet nbeiletcn. Die Genossen, en immer den alten Glander oder spater doch kommen c Antrag,. so betonte Aer- chl etwa einem vorhandenen nen notwendigen Akt der bet mögen sich ein Verdienst eisigen Genossenschaslsgnin° daß die Grundsätze eines ig anerkannt worden, auch Slitslänvifche. Elifaberh rter._rfr. i. fit. . 2000 do. do. do. do. Hamburger v. 1902 unk. b. 1912 . . Hamburger St.-Anl. anirt. 190011.1909 . do. 0.1887.91,93,99 Kursblatt des Gießener Anzeigers t>em 25. Augast 1906. 1895. . Lstr. 1896. . „ 1898. . „ lttrche. auä in *• . c'. Abendmahl i6m «bdt , 8il6e""' mal'den- I. Europäische. <•/, Bosnien u. Hercegov. v. 1902 unk. 1913 41 /, Mccklb. Hyp. u. Wbk. ©er. I verl. ä 125 37, do. do. Ser. 3 abgest...... 37, do. do. Ser. 2 u. 3 unk. b. 1905 . 4 Meininger Hyv.-Bk. Ser. 2 .... 4 do. do. Ser. 6..... 4 do. do. Ser. 7 unt. b. 1906 . 4 do. do. Ser. R unk. b. 1911 . 4 do. do. Ser. 9..... 37, do. do. abgest...... 87, do. unk. b. 1905 u. b. Berl. umtschb. 37, do. unk. b. 1907 ....... 37, do. Ser. 10........ 4 Proust. Hypotbeken-Akl.-Bk. 1 .t.. 37, do. do. sauf80/.abg. 4 do. Hyp. B. Zf. 4°/. gar. v. d. G. b. 1904 37, do. do. do......... 4 do. Pfdbr. Bk. ©. 1R unk. b. 1908. 4 do. do. S. 19 unk. b. 1909 . 4 do. do. S. 22 unk. b. 1912 . 4 do. do. S- 25 unk. b. 1914 . 4 do. do. S. 27 unk. b. 1915 . 38/( do. do. S. 23 unk. b. 1912. 37, do. do. S. 26 unk. b. 1914 . 37, do. do. S. 17 unk. b. 1905 . 37, do. do. S. 1R unk. b. 1908 . 37, do. do. S. 24 unk. b. 1912. 4 Rbein. Hyv. Mannheim unk. b. 190^ 4 do. do. do. unk. b. 1907 , 37, do. do.......... 37, do. do. Ser. 69-82 unk. b. 1904 . 37, do. do. 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