Erstes Blatt 156. Jahrgang Donnerstag22. Februar 1906 b ruderet. ange. Redaklron, Ervedttion und Druckerei: Schvlstratze 7. Redaktion eeS 112 Verlag u.Exped.e^bl Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Nr. 45 Erscheint täglich sicher SonnlagS. Dein Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Siebener Kamillen- blätter viermal in der Woche beigclegt. RolalionSdrud u. Verlag der Brüh l'sehen Univers.-Buch-u.Stem- vezugSpretär monatlich 75 Ps^ viertel- jährlich Mk. 2JO; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Ps.; durch die Post Mk.2.—viertel- jährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12Pf^ auswärts 20 Pfg. Verantwortlich für den polit. und allgem. Teil: P. Wrttko; für ,<5taM und Land' und ^Genchtssaal': Ernst Heß. für den Anzeigenteil: Hans Beck. Metzener Anzeiger " General-Anzeiger 67 Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Die heutige Kummer umfahl 8 Setten. Der helstsche Staatshausöalt für 1906. Die Erklärung in der allgemeinen Betrachtung des Finanzausschusses, daß bei den alljährlichen Mehrausgaben des hessischen Staatsvoranschlags die vielen Neubauten eine große Rolle spielten, wird bewiesen durch die Tatsache, daß im zweiten (Vermögens-) Teil deS Etats für bauliche Herstellungen rc. insgesamt 7182 028 Mk. für das Jahr 1906 verlangt werden, abgesehen von den Millionen, die im ordentlichen Etat für die Neu- resp. Erweiterungsbauten, Renovierungen rc. der Staatsinstitute, Universität, Hochschule, Bad-Nauheim rc. angesetzt sind. Davon entfallen auf daS Ressort deS Ministeriums des Innern 1899 153 Mk., auf daS Ressort deS Ministeriums der Justiz 1 368 483 Mk. und auf daS Reflort des Ministerium? der Finanzen 3 914 392 Mk. Für das Ministerium des Innern hat der Finanzausschuß für ein Dienstwohngebäude deS KrcisratS zu Lauterbach 19 000 Mk., für Kanalisation verschiedener staatlicher Gebäude in Gießen 2 4000 Mk., für Vergrößerung der Aula in Gießen als letzte Rate 21000 Mk., für Zentralheizung im Auditorium hier 14 3 00 Mk. und alle schon früher mitgeteilten Summen für die Klinikbauten bewilligt, ebenso die Umbaukosten für das Schullehrerseminar Friedberg. Für das Gymnasium zu Offenbach, dessen Gesamt- kosteu auf 443 700 Mk. berechnet sind, zahlt die Stadt Offenbach einen Beitrag von 80 000 Mk., den Nest von 363 700 Mk. trägt der Staat und der Finanzausschuß bewilligte als erste Baurate 281 000 Mk. Für das Schullehrerseminar Alzey wurden zur Errichtung eines Flügelbaues, Herstellung einer Niederdruckdampfheizung re. 47 400 Mk. bewilligt; für die Blindenanstalt Friedberg 10 800 Mk. zur Errichtung eine" Arbeitsbaracke, für die Wein- und Obstbauschule zu Oppen- ff c i in für eine Bewässerungsanlage im Kläuerchen 8000 Mk., für das Gutenberg-Museum in Mainz als 6. Nate 2500 Mk., für die Erweitung der Werkstätten- und Ausstellungsräume in der Zentralstelle der Gewerbe zu Darmstadt als letzte Rate 25 000 Mk.. und für die Erwerbung der Kaiserpfalzkapelle zu Wimpfen 17000 Mk. Für Kunststraßenwesen, als Beitrag an die Gemeinden zur Erbauung :c. von Kreis- siraßen wurde ein Betrag von 105 000 Mk. bewilligt. Eine schwere Lall ist dem Lande auch durch die Fürsorge für die Geisteskranken aufgebürdet. Der Ausschuß geneffmigte für die Landesirrenanstalt Pffilippshospital zur Schaffung einer Kläranlage re. 85 000 Mk., für Kanalisationsarbeiten der Landesirrenanstalt Heppenheim 8 470 Mk. und als 3. Nate für den Bau der Irrenanstalt Gießen 330000 Mk. und für die Irrenanstalt Alzey als 3. Rate 806000 Mk. Die Gesamtkosten beider Anstalten sind auf je 1800000 Mk. berechnet. Für das Justizministerium wurde von: Finanzausschuß ein früherer Restbetrag von 8000 Mk. für Erneuerung resp. Ergänzung der inneren Einrichtungen im alten Gerichtsgebäude zu Darmstadt, 7300 Mk. für die innere Ausstattung des Amtsgerichtsgebäudes zu Beerfelden, 13 2000 Mk. für einen Anbau am Sitzungssaal des Amtsgerichtsgebäudes zu Langen, 29 000 Mk. für das Amts- gerichtsgebäude zu Büdingen, 48000 Mk. für das Amtsgerichtsgebäude zu Laubach, 490 700 Mk. für das neue Justizgebäude und Provstizialarresthaus zu Mainz als 1. Rate, 36 500 Mk. für das Amtsgerichtsgebäude zu Worms als letzte Rate, 918000 Mk. für das Landeszuchthaus Marien schloß als letzte Rate und 165000 Mark für die Zellenstrafanstalt zu Butzbach. Bei letzterer ist ein Erweiterungsbau notwendig geworden infolge des Beschlusses der Regierung, das Gefängnis in D armstadt Ecke Bleich- und Grafenstraße als 'veraltet und den neueren Grundsätzen widersprechend eingehen zu lassen und die Gefangenen in Butzbach unterzubringen, sodaß alsdann sämtliche männliche Gefangene mit mehr als einem Monat Strafzeit in der Zellenstrafanstalt Aufnahme finden werden. Ter Finanzausschuß begrüßt diese Maßnahme mit Freude, da sie sowohl eine Verbesserung des Strafvollzugs wie eine Kostenersparnis bringt, deren Kapitalisierung nach Ansicht der Regierung sogar die Kosten des Erweiterungsbaues um mehr als das Doppelte übersteigen wird. Das Gefängnisgebäude in Darmstadt soll veräußert oder anderen staatlichen Zwecken zugeführt werden. — Endlich sind im Justizetat noch für Anlegung neuer Gr undbücher 337433 Mk. bewilligt. Im Ressort des Ministeriums der Finanzen betragen die Ausgaben für Bauwesen allein 247 150 Mk., darunter für ein Tienst- und Wohngebäude der Oberförsterei Michelstadt 34150 Mark, für zwei Dammwärterwohnungen zu Gins he im 27 000 Mk., für eine Tienstwärterwohnung zu Groß-Steinheim 7100 Mk. und für Verbesserung des Fahrwassers imRheinbeiGinsheim als 1. Rate 50 000 Mk., endlich für eine Oberförsterwohnung in Viernheim 31300 Mk. Ter Hauptteil der Ausgaben des Finanzministeriums betrifft das Kapitel Staatseisenbahnen mit 2 454 178 Mark. Hier wurden als letzte Baurate für E r we i ter u u g des Bahnhofs Hungen 166 000 Mk. (Gesamtkosien 416 000 Mk.), für Erweiterung des-Bahnhofs Lauterbach als erste Rate 100 000 Mk. (Gesamtkosten 210 000 Mk.), für Vermehrung der Betriebsmittel 1530 000 Mark, für Herstellung von schwerem Oberbau 600 000 Mk. re. bewilligt, ebenso fand her Umbau des Bahnhofs ppen- ff ei m behufs Einführung der Nebenbahn Heppenheim— Lorsch Genehmigung. Die Anforderungen, die bezüglich der Forst-- und Karne- ral-Domäuen des Großh. Hauses an den Etat gestellt werden, fallen infofern weniger ins Gewicht, als sämtliche Pächter der Hofgüter ufw. die für neue oder'veränderte Baulichkeiten aufzuwendeudeu 'Summen mit 4 Proz. zu verzinsen sich verpflichteten. Eine lebhafte Debatte entspann sich im Finanzausschuß nur über eine nachträgliche Forderung für Jagdschloß Wolfs garten. Tort war schon 1903 ein Teehaus für 24 216 Mk. ohne Genehmigung der Kammer errichtet worden, wofür die Kosten jetzt im Etat gefordert wurden. Hierüber entstand im Ausschuß eine nicht geringe Mißstimmung. Es wurde festgesteUt, daß den Baubedürfnissen des Großh. Hauses seither immer Dehnung getragen worden sei, daß aber der vorliegende Fall ein grundsätzliches Abweichen von der Gewohnheit darstelle, mit dem sich der Ausschuß nicht einverstanden erklären könne. Nicht allein für die Regierung, die ihr Bedauern über das nicht korrekte Verfahren aussprach, sondern auch für den Ausschuß sei hierdurch eine peinliche Situation geschaffen worden. Wenn trotzdem die Mehrheit des Ausschusses sich bereit fand, die angeforderte Summe zu bewilligen, so tat sie dies in Anerkennung des für sie nachgewieseneu Bedürfnisses zur Schaffung eines geeigneten Rauntes, aber unter ausdrücklicher Verwahrung wegen allenfallsiger zukünftiger ähnlich gearteter Fälle. Ter Antrag auf Bewilligung wurde mit 5 gegen 3 Stimmen angenommen. Deutscher rrerchstag. * (4 9. Sitzung vorn 21. Februar.) Am Bundesrarstnche: Dr. Klüqmann aus Lübeck. Aus der Tagesordnung steht zunächst die zweite Beratung des von den Abgg. Albrecht und Gen. (Soz.) beantragten Gesetz» entwurses, belr. die Volksveriretnng in denBundeS- st a a t e n und E l i a ß - L o t h r i n g e n. Abg. Herzseld (Soz.) be'ürivortet den Entivuri. Wenn sich die bürgerlichen Parteien gegen dessen Annahme sträubten, so geschehe dies, iveil sie ihre eigene politische Macht nicht ausgeben wollten. Er erinnert an die Erklärung des JustizminislerS Beseler im preußischen Landtage, daß mit aller Strenge gegen die Sozialdemokratie von den bestehenden Gesetzen Gebrauch gemacht werde. Es sei das eine unglaubliche Prostitution der Justiz und kein einziger Protest sei von bürgerlichen Abgeordneten oder der bürgerlichen Presse gegen diese unglaubliche Prostitution der Justiz er- gangen. (Präsident Gras B a l l e st r e m rüst den Redner wegen dieses unzulässigen Ausdruckes zur Or d n u n q.) Redner geht dann auf die Verhältnisse in Mecklenburg ausführlich ein. Abg. Tr. Stöcker (christl.-soz.) lehnt den Antrag ab und macht die Sozialdemokraten für die Revolution in Rußland verantwortlich. Tie dort geschehenden Uebeltaten könnten die Sozialdemokraten nimmermehr von sich abschütteln. Abg. W i l l b e r g e r (Els.) polennsiert gegen die neulichen Auslassungen des Abg. Blumenthal. Er und seine Freunde seien für das allgemeine gleiche Wahlrecht im Landesausschuß, aber den sozialdemokratischen Antrag könnten sie nicht annchmen wegen der Tetailvorichriften desselben über Frauen-Wahlrecht und Wahlalter. Abg. Schlnmbcrger (natl.) roifi keine Ungleichheiten der Klassen. Seine Partei wolle keine Klassen-Unterschiede. Abg. Bernstein (Soz.) tritt den Stöckcr'schen Ausführungen über die Sozialdemokratie als treibende Ursache der russischen Re- vchition entgegen. Redner wendet sich dann, den Antrag seiner Partei empfehlend, namentlich noch gegen die Ecklärung des Grafen Posadowsky vom 7. ds. Abg. Gerl ach (frs. Pg.) bemerkt, es werde getrennte Ab- stimimmg beantragt werden über die Punkte wegen des Frauen- Wahlrecht s und des Stimmrechtes schon von 20 Jahren an. Er selbst würde nicht Anstand nehinen, auch diesen beiben Punkten zuzustimmen. Ob 20 oder 25 Jahre, sei am Ende ziemlich gleich- giltig. Redner weist besonders auf die süddeutschen Staaten hin, in denen man sich nicht scheue, die Arbeiter zum Landtage zuzulassen. Abg. v. K a r d o r f f (Rv.): Abg. Bebel sagte neulich. Bis- ir.ard habe mal gesagt, d'e ganze Sozialpolitik sei nur den Sozialdemokraten zu verdanken. Ich habe mich über diesen Punkt mit bem Fürsten Bismarck unterhalten unb ba hat er mir gesagt, daß er selbst früher durch Gespräche mit Wagner, der schon damals eine soziale Gesetzgebung im Sinne hatte, wie wir sic heute haben, und dann durch Gespräche mit Lassalle über die soziale Frage unterrichtet sei. Bei keinem Menschen ist so der kategorische Jm- pcratw der Pflicht vertreten gewesen, wie bei Bismarck. Als er daher zu der Ueberzengung gelangt war, daß es eine Pflicht des Staates sei, für die Schwachen zu sorgen, unb daß es nicht angängig sei, den invaliden Arbeiter ins Armenhaus zu stoßen, hat er sofort die soziale Gesetzgebung in die Wege geleitet. Bebel berief sich auf den Prinzen Ludwig von Bayern. Ich nmete nicht, daß Prinzen bet Ihnen eine solche Autorität genießen. (Heiterkeit.) Der geschickteste Byzantiner hätte den Prinzen nicht bester umschmeicheln können, als Bebel, der da sagte, das Volk roürbe ben Prinzen Lubwig zum beutschen Kaiser wählen. (Heiterkeit.) Ich habe nie Talent zum Byzantiner gehabt, ich habe roeber nach oben noch nach unten scharrocnzelt. Sie (zn ben Sozialbemokraten) scheinen Talent für beibes zu haben. (Heiterkeit.) Sogar auf Bismarck hat sich Bebel berufen. Bismarck hat bas berechtigte Prinzip bes allgenteinen Wahlrechts anerkannt; aber bei Beseitia- Hießener Hheatervereirr. D'Mali. Schauspiel in 4 Aufzügen von Max Bernstein. (Buchausgabe bei S. Fischer in Berlin). IL Schluß.) Man sieht, d'Mali ist ->n Juristenkind. Ter Schuster Lechner ist nur der Adoptivvater. Ein gescheiter Rechtsanwalt hat eine Münchener Liebelei zu einem bühnenforensischen Nachspiel gewandt dialogisiert, einen volks- rechtlicheu Tialog aus dem akad. Vortragssaal auf die Bühne geschoben. Tiefe Einsicht birgt das literarische Urteil seines Stückes in sich. Herr J.-R. Bernstein huldigt wohl einem gemäßigten Demotratismus. Er steht zwischen „dera Partei, die wo die Welt überzwerch anschaut", deren Repräsentanten, den majestätsbeleidigenden Schriftsetzer und Bruder der Mali, er als cinen^ faden „Laps?" schildert, und der Rechten (Landgerichtsdirektor). Und so ward denn schon ans dieser politischen Stellungnahme ein Gemisch von Volksstück und Simplizisfimns-Novelle. Bernsteins Drama ist lange nicht so bodenständig als etwa die kleinen Theaterstücklein und großen und kleinen Erzählungen feines jüngeren Kollegen Thoma. Wer brillant ist doch feine Zeichnung des Milieus. Die Figuren haben, trotz alles Typischen, Leben und Seele, und sie reden ohne Schwulst, ohne Uebertreibungen, ohne Pathos. Dem zarten feinen Seelchen Malis widmete der Dichter feine besondere Neigung. Manch feiner Zug eines einfachen liebenden Mädchenherzchens wird uns offenbar. Ter Rechtspraktikant, der Bruder unzähliger Figuren aus unserer Dramenliteratur (feinen nächst älteren lernten wir im vorigen Jahre als Regierungsafsesfor in Fuldas „Maskerade" kennen) hat jedenfalls bei den griechischen Philosophen gelesen, daß die Musik eine Verführerin und der Schlüssel zum weiblichen Herzen ist. Im übrigen aber ist er unklar, schwankend, in jedem Akt anders, das Prototyp eines unfertigen Jünglings von heute, ein anständiger Hannebambel. Ter olle ehrliche Lechner, der Münchener Schuster, stirbt auf der Bühne nie aus, diesmal ist er ein Manu, der vor allem feine kgl. bayerische Ruhe haben will, ,,a Münch'ner .Bürger, der auf der Welt nix fürcht' wie 's neue Bier und die leeren Maßkrüg", und der jeden Aerger möglichst vermeidet, wenn er Weißwürste gegessen hat. Vollste .Lebenswahrheit bringt der Schluß, so gerührt und romanhaft auch stellenweise der letzte Akt ist. Tie von Papa Tirektor gnädigst gewährte Scheinfrist eines Jahres zur Prüfung wird vorübergehen, wie er es wünscht und voraussieht. T'Mali verliert ihren Geliebten und behält nur ihr Apostroph. „Tie Leut", bemerkt der alte Lechner sehr richtig, „des san am al kein Leut für uns. Bleibn mer Ijaft beinand." Bernsteins Trama ist ein wehmütiges Münchener Faschingsstück. Und zur Faschingszeit lernten wir es kennen. Mit Frl. C e n t a B r ö in der Titelrolle. Und so hatte denn Herr Bernstein gewonnenes Spiel. Wie eine jüngere Schwester der Agnes Sorma erschien uns gestern Frl. Bre. Als eine ins Baj uv arische übersetzte Maria Magdalena erschloß uns Frl. B. die ganze Tiefe der liebenden Weibseele. Wie wunderbar traf sie den schlichten Grundton der Enge! Sie war das echte liebe Münchener Mädel voll herzlicher Ehrlichkeit und inniger Gläubigkeit, voll lauter Liebe und voll lauter verständiger Herzenseinfalt, geraden Sinnes, ohne Falsch, arglos und ganz Natur, unbewußte Lieblichkeit und gewinnende Anmut, ihren wenigen, aber dafür um so vertiefteren Gefühlen völlig hingegcben, ganz unauffällig, c^tnz berechnungslos; unb dabei zugleich doch auch ganz Seele. Tas liebe, rührende, hilflose und doch schließlich so heldisch starke, klare und gereinigte, opferbereite wehe Seelchen der naiven Mali machte die Künstlerin zu ihrer eigenen Seele, einer Seele, oie frifch und froh die Lust liebt und daS Lachen, die frei und fromm Gott gibt, was Gottes ist und darum auf sich selber hält — bis der Rechte kommt, dem sie alles opfert, auch ihr Glück. Und da sah man denn, dak Frl. Bre zur Lust mehr neigt als zum Leide, daß sie weniger Sentimentale als Naive ist, voll größerer, echterer Gestaltungskraft in der Unschuld als der Schuld, in zitterndem Glücke als in zagender Furcht. Toch immer hoch ist ihre Kunst und lauter wie ein Diamant, schlackenlos rein von jeglicher Geziertheit, nirgends ein Festklammern an Aeußerlichkeiten. Das ganze, un- gemein sparsame, diskrete, von natürlicher Grazie wie von feinstem Herzen aus geleitete Aeußere bringt nur das Innere zum Ausdruck. Ihre von holdestem Liebreiz getragene Darstellung ist nichts weniger als ein Mosaik gleißender Details, sondern die mit schlichtester, d. h. tiefster Künstler schäft geschehene Verleiblichung der in Worten ihr gebotenen, seelisch erst von ihr geschaffenen, in ihrer Totalität erschöpften Gestalt. Es ergoß sich über das Auditorium ein Strom von Wärme, der in herzlichstem Beifall, in innigem Tanke für das Erschließen einer Mädchenseele mündete, und man hatte wohl allgemein das Empfinden: Frl. Bre machte das Stück. Statt von einer so ungewöhnlich begnadeten Künstlerin, von einer Durchschnittsfchaufpielerin die Mali dargestellt würde ihr Todesurteil bedeuten. Herr Lüttjohann spielte ben Eduard. Was er aus dieser Figur herauszuholen vermochte, das nahm er. Ms Liebhaber war er natürlich, gefühlvoll und echt im Ton, aber doch ohne das VerM>rerische, das Gleißende und Leuchtende und Lockende, das dieser junge Doktor der Rechte zwar nicht unbedingt nötig hat, aber doch sehr gut vertragen kann. Aus einer gewissen Trockenheit kam er den Abend nicht heraus, am wenigsten im 4. Akt. Eine klügere Mali hätte dieses Jünglings haltlos nüchterne Seele wohl schon vor der durch ihn brutal beendeten Betszene erkannt. Dem jovialen Papa Lechner gab Herr Lippert ein weiches, harmloses Kinderherz, das ergriff; aber doch wohl ein bischen zu viel Weinerlichkeit. Dieser bierfroffe Münchener hat viel Humor und das Herz auf dem rechten Fleck. Tie überftüffige Figur des Stückes, den trotzig sich aufbäumenden Proletarier, der nur dazu da ist, um den Unterschied in den Anschauungen der Men unb ber Jungen im Kleinbürgerstanbe barzutun unb bie bamit herbnnbenen Gefahren an bie Wanb zu malen — also weniger eine bichterische, als eine politische Kontrastfigur — spielte Herr Goll mit tüchtiger Gestaltungskraft. Mit feinem Lanbgerichtsbirektor vermiet) Herr Wittmann alles Zuviel. Ter Dialog war pointiert, ohne geziert zu fein, Maske unb Haltung biefer Säule von Thron unb Altar „korrekt" — aber boch nicht ganz ohne bie Attituben bes Bösewichts. Jebenfalls fiel ber 3., ber Vätcrakt, ganz ab. Verbindlichere Formen, gewinnendere Tone auf Seiten des Landgerichtsdirektors hätten dem ganzen Akte helleres Lichk gegeben. Um \l4 nach 10 Uhr war der Herzensroman zu Ende, und nach einer längeren Pause gab es bann noch etwas Andres, von Karl Andres ein in artige Verse gebrachtes und von kleidsamen Mädchengewändern umbrämteS niedliches I - Argentiniern mit dem 1. März alle diejenigen Konzessionen zu, die Deutschland den Tarisoertragsstaaten gemacht hat.! anfänglich sehr flau, weil die Re flektanten glaubten, bei der anfänglichen schwachen Nachfrage folgende Resolution angenommen: 1 denspflegerin in der Minik des Professor Thomas. Die Schwester gehabt. Man hatte nach der Generalprobe den Schluß dos ersten ÄktcS polizeilich beanstandet, die Szene, in der die Mali vom feinfühlig! Richtsteinen. P. W. Dom Besten Der Ausschuß des Handclsvertragsvereins tagte am 21. ds. in Berlin unter dem Vorsitz des Stadtrats Jlinsch aus Frankfurt a. M. Nach längerer Diskussion wurde Tie dringliche Frage ist nun: wie steht es mit den Gegenleistungen Argentiniens? Einige sind innnerhin schon jetzt zu verzeichnen. Es sind gewisse Zuschlagszölle auf die Wareneinfuhr aufgehoben und durch den neuen Wertschatznngs- tarif die Zolleinheitswerte für eine Reihe von Waren herab- intb der Allgemeinheit. Sehr viele Taren seien nicht zu' ermäßigen. Nur im Ortsverkehr seien die Gebühren ftecherumw s chig. In öffentlicher Sitzung wurde sodann über die Mage beS Ortsarmerwerbandes Marburg gegen die Gemeind erra n ken« faffc Nieder-Ofleiden wegen Erstattung von Kosten füU den Schreincrgescllen Wilhelm Pfeiffer aus' Groß-Brechen zum Schlüsse verhandelt. In der Sitzung vom 24. v. M. war die Erhebung der Men der Kliniken in Marburg beschlossen worden. Tie Akten imrrben erhoben und auf Grund derselben von deut Grosth. Areisgesundheitsamt Gießen ein schriftliches Gutachten erstattet. Nach kurzer Verhandlung in der heutigen Sitzung wies der Provinzial-Ausschn ß die Klage des Ortsarmenverbandes Marburg kostenfällig ab. poliiifcbe Scrgesscba«. Wie stehts mit Argentinien? Die Erfolglosigkeit der deutschen Handelsvertrag 8v erh and lun g e n mit Amerika erweckt nur gesetzt. Vielleicht wird die argentinische Zolltarifreform weiterhin bruchstückweise verwirklicht. Aber wenn man bedenkt, daß Deutschland das bei weitem wichtigste Absatzgebiet für argentinische Erzeugnisse ist, während andererseits in der Versorgung deS argentinischen Marktes die deutsche Industrie hinter der englischen weit zurücküeht, dann muß man sagen, daß die argentinischen Gegenleistungen nicht entfernt die Vorteile auswiegcn, die den Argentiniern am 1. März deutscherseits zufallen. Beim Handelsprovisorium mit den Vereinigten Staaten zahlt die deutsche Industrie die Kosten. Argentinien gegenüber geht die Handelspolitik zu Lasten von Deutschlands Industrie und Landwirtschaft. Denn Argentinien wirft immer größere Mengen von Getreide und Fleisch auf die europäischen Märkte. Der Wert seiner Ausfuhr nach Deutschland ist mindesten? doppelt so groß als der der deutschen Einfuhr nach Argentinien, und nach dem 1. März wird sich dieses Mißverhältnis zwischen den beiderseitigen Leistungen noch steigern, wenn Deutschland nieht energisch auf den Abschluß eines Handelsvertrags dringt. Die deutsche Landwirtschaft ist durch die bisher vereinbarten Tarifverträge eher schadlos gehalten, aber die hier benachteiligte Industrie hat ein Anrecht darauf, daß die Diplomatie ihre Interessen wirksamer wahrt und schleunigst den Rückweg aus der Sackgasse antritt, in die sie geraten ist. — Man schreibt uns cms Frankfurt a. M, 19 Febr.: Ludwig Zipper t, em junger Berliner Arzt und Dramatiker, hat gestern abend rm lnesrgeu Rcsidenztheater mit der Urauf- fiihrung eines spindeldürren Dramas einen lauten Erfolg davongetragen. Konnten wir im5 einen glänzenderen Beweis dafür wünschen, wie sehr noch heute wie zu allen Zeiten der raffinierte Techniker noch Herr der Bretter ist, die die Welt bedeuten? Und Herr Zippert ist Techniker von erstaunenswerter Geschicklichkeit. Er mischt die Farben, zwar noch uraltem Rezept, aber immerhin gewandt und hat einen Blick für das Bühnenwirksame, wie er sonst nur bei dem routiniertesten Praktikus zu finden ist. So tonnte er mit seiner „Schwefter Vera" trotz aller ober- ftächlichen, schablonenhaften Gestaltung und Charakterisierung, trofc all der abgestandenen Sentimentalitäten, das große Publikum düpieren. Schwester Bera ist eine sanfte, entsagungsfähige Or- geringe Hoffnungen auf einen Vertragsabschluß mit Argentinien. Daran, daß diese Vereinbarung bis zum Inkrafttreten des Zolltarifs zustande kommt, ist nicht zu denken. Sie wird allenfalls im Sommer spruchreif werden, sofern sich Argentinien überhaupt einem Vertrage geneigt zeigt. Der Erfolg der Washingtoner Regierung ist schwerlich angetan, diese Neigung zu fördern. Da das Meistbegünstigllngs- verhältnis deutscherseits nicht gekündigt wurde, fallen den grünen Maienwald Herr Gemahl ist einerleiig. Und nun sich zuerst der Tanz zu lange entbehrte. Und ihre Röckchen hebt, da Sitzung des Provinzial-Ausschufses der Provinz Oberhessen. --- Gießen, 21T. Febr. Der Proviuzialausschuß beriet heute zunächst in nichtöffentlicher Sitzung über die Enteignung für das H a u p t s i e l und die Kläranlagen d er S t a dt Gie ß en , hier Festsetzung der Entschadiguiig, über die Wiederherstellung des ehemals burgfriedbergischen Amtshauses (altes Schulhaus) zu Käichen und noch eine Reihe anderer Gegenstände. GelegenheitS-Schwänklein, benannt ,Vi e lli e bch en". Die schmucke junge Frau um jeden Preis seinen Bedarf zu decken imb legte für gute Ware jeden Preis an, so daß von einem billigen Einkauf keine Rede fein konnte. Der Handel in Gangochsen wickelte sich sehr schnell ab, da nur etwa 15 Paare aufgefahren waren, die zu angemessenen Preisen in der Provinz verblieben. Der Handel in Schweinen war anfänglich sehr flau, weil die Re- tma der Heimlichkeit, die dem germanischen DoWcharakter nnber° sorecke. (Lachen bei den Sozialdemokraten.) Durch Ihre (zu den Sozialdemokraten) Bemühungen und durch die Sevmengimq der Wahlrechtsbewegung mit der russischen Revolution haben Sie das Dreiklassenwahlrecht befestigt. Die Sozialdemokratie wirst im- aünstia auf die niederen Schichten ein, weil ne den Einzelnen daran oewöhrtt daß er es nur durch den Verband zu etwas bringen tönne, nicht durch eigene Kraft. Dadurch lähmen Sw seine Im- tiatwe! Und ein tüchtiger Arbeiter kann es auch noch heute sehr west bringen. Ich habe hier 123 Namen von Leuten gesammelt, die von Arbeitern zu Fabrikanten geworden sind. Ich hoffe, dap es dem Reichskanzler gelingen wird, die Gefahr von uns abzuwenden, die uns von der Sozialdemokratie droht. (Beifall rC^tybg. Bebel (Soz.): Der Zäsarismus wird überall da notwendig, wo starke Klassengegensätze bestehen, die nicht zum Ausgleich kommen. Das kann aber für uns kein Grund sein, von unseren Grundanschauungen abzugehen, weil möglicherweise in Deutschland eine zäsaristische Epoche kommt. Tie russische Revolution haben wir nicht verherrlicht, sondern nur für selbstverständlich erklärt. Ueberafl da, wo dem Volle die notwendigsten Reformen verweigert werden, muß es zu einem solchen Ausbruch kommen. Daß ich den Prinzen Ludwig gerühmt habe, ist umso natürlicher, als preußische Prinzen von dieser Couleur bislang noch nicht auf die Welt gekommen sind. (Sehr gut! bei den Soz.) ^as Ganze ist bezeichnend für den politischen Gegensatz von Nord und Süd. Herr von Rarborff sagte, die Sozialdemokratie verdürbe das Volk, weil es ihm nur den Glauben an die Organisation bringe und die persönliche Initiative nehme. Wäre das wahr, dann müßten es die Heimarbeiter wunderbar weit gebracht haben; beim sie sind wenig politisch, noch gewerkschaftlich organisiert! (Hört I hört!) Und ist der Bund der Landwirte keine Organisation ? (Hort! hört!) Ich denke aber nicht, daß Sie sagen werden, der Bliiid der Landwirte ist schuld an dem Elend der Landwirtschaft, weil er alle Landwirte in die Organisation bineintrcibt. Sie (nach rechts) treiben ein gefährliches Spiel. Sie sind eine kleine Minderheit des Volkes, die'eigensinnig ihre Vorrechte aufrechterhalten will. -lie große Masse des Volkes verlangt immer stürmischer gleiche Rechte. Sie mögen unseren Eintrag noch ablehnen, auf die Dauer wird Ihnen der Widerstand nichts nützen. (Lebh. Beifall bei den Soz.( Damit schließt die Debatte. Für die grundsätzlichen Be- ftümnungen (gleiches allgemeinesWahlrecht in allen Einzel st aaten) erheben sich nur Freisinnige, Eozialbemo- fratnn, unb für bie Detail-Vorschläge (Frauenstimmrecht und Wahlrecht von 20 Jahren an) nur bie Sozialdemokraten. Der sozial- denrokratische Gesetzentwurf ist also in allen feinen Teilen g e - fallen. Morgen Hanbelsprovisorinm mit ben Ver - einigten Staaten von Nordamerika, sobaim Etat-Bernsimg. — E i n W i e u e r Maler über Kaiser Wilhelm H. Der Wiener Maler W i e l i ch wurde zum Kaiser besohlen, um ihm Vortrag über das Wüstenschloß Amra zu batten. Er beschreibt nun feinen Besuch in Berlin und sagt dabei vom Kaiker: Er ist groß, schlank, im Gesicht ein wenig blaß. Bei aller Schneidigkeit tritt in dem Gesicht ein weicher, feiner Zug hervor. Wenn der Kaiser spricht, gewinnt man sofort den Ginbruef einer ungemein fesselnden Persönlichkeit. In jeder Gesellschaft von Künstlern unb Gelehrten würde er eine bedeutende Rolle spielen und die allgemeine Ausmerksamkeit auf sich zu lenken verstehen. Man wird überrascht von seinem eminenten 2I> i H c n und seiner durchdringenden scharfen Auffassungsgabe. Er spricht fließend, die Einfälle strömen ihm zu. Ter Kaiser reichte dem Maler Wielich, als dieser eintrat, die Hand und leitete das Gespräch mit den Worten ein: „Was ist los, ich bin begierig, Sie zu hören." Wielich begann von seinen Reisen zu erzählen, er schilderte die altbiblischen Gebiete, die er gesehen, dann das Land der Beduinen, ihre Art zu leben; hierauf verbreitete er sich über Schloß Amra und über'die alte Kultur, bie bort sich offenbare. Ter Kaiser hörte mit großer Teilnahme zu. Von Zeit zu Zeit warf er Bemerkungen ein, die von seiner gründlichen Kenntnis der vorislamitischen Zeit und' der Kulturtätigkeit der Völker Zeugnis gaben. Er zog auch Vergleiche zwischen dem Kunstschaffen von einst und jetzt, und meinte man kenne noch viel zu wenig von den Kultur- unb Kunstschätzen' jener Ev°-K-. Er berührte sodann bie Zustande non deute in Arad,-n und kam immer wieder darauf zurück, daß der Orient eine aroß.' artige Fundgrube für bas Wissen bedeute. AuS den Worten des Kaiser- leuchtete ferne enorme Vertrautheit mit der Wett des Orients Öcroor unb ferne umfassende Belesenheit. Der Kaiser wurde nicht müde, immer wieder von dem Wüstenschlosse Amra zi! sprechen. Es wurden noch andere Themen berührt, der Zug des nwdemen Handels nach dem Orient unb auch aus Wien und bi- R-b- Tor Monarch lobt- bic’fri& ei enart b r W n-r i,7r warmes Temperament und sagte u. a.: „Die Wiener sind tüchtig Menschen und für die Kunst in ihren verschiedensten Erscheinung formen sind d,e Wreiier förmlich gualifiziert" ^jcgeinungs* htrfn» fei ° m°cht $er- Wd?tCiiCU roh'b (it'8Cb"i6 SÄMÄ parlamentarisches. Berlin, 21. Febr. (B u d g e t ko m m i ss i o n des Reichs- Lages.) Vor Eintritt in die Tagesordnung gibt Erzbergev eine längere Erklärung zu Protokoll, die zu einer Erklärung des .Erbprinzen Hohenlohe Stellung nimmt betreffend das Verhalten deS Pcrsonalreferenten der Kvlouialabteilung Geh. Rats König in der Frage der etatsmäßigen Anstellung des Justizbeamten Koch ald Bezirkssekretär in Deutsch-Ostafrika. Erzberger sagt am Schluffe seiner Erklärung, hätte er einen Vorwurf „lediglich auf Grund einer unrichtigen Llbschrist" erhoben, so würde er keinen Augenblick zögern, diesen mit dem Ausdruck des Bedauerns zurückzuziehen. Nach der Lage der Sache sei ihm dies' nicht möglich. Er behalte sich vielmehr die Behandlung der ganzen Frage für das Plenum des Reichstages vor. Die Kommission nimmt darauf den A n > frag Süd ekum betr. Vorlegung der vollständigen Ucber- setzung des französischen Gelbbuches zur Marokko frage an und wendet sich sodann wieder zur Beratung des Etats von Südwest-Dfrika. Eine längere Diskussion entsteht über den Hafen von Swakopmund. Die Kommission lehnte die Regierungsforderung von 230 000 Mar? für den Hafen ab, -und nimmt den Antrag Erzberger, wonach für diesen Zweck mir ■130 000 Mark wie hn Vorjahre bewilligt werden, an, daneben noch 50 000 Mark zu Vorarbeiten zu einer anderweitigen Regelung der Landungs- und Hafenverhältniffe in Swakopmuud. Von den angeforderten Kriegskosten von 550000 Mark ^werden nach Ablehnung der Regierungsforderung und Zeines Antrags Semmler, der die Hälfte bewilligen wollte gemäß dem Anfrage Paasche _uur 100 000 Mark bewilligt. .Eine längere Diskussion entsteht schließlich bei der Forderung für bas Poftgebäude in Swakopmund über die Frage, ob die Postverwaltung prinzipiell nur unverheiratete Beamte nach den Worten hinaussende. — Die Steuerkommis sion des Reichstages nahm den Antrag 23 i em er in nachfolgender Form an: Die Regierung ersuchen, dem Reichstage einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch Welchen eine Reform der Branntwein st euer herbeigeführt wird. Sodann wird ein Antrag Bokelmann und Gen. beraten, bezügl. der Vorlage betr. die Reform der Porto- und Telegraphengebühren, ivelcher eine entsprechende Verzinsung des in der Poft- und Telegraphenverwaltung investierten Käpftals zur Folge hat und die Notwendigkeit weiterer Anleihen für diese Verwaltung beseitigt. Staatssekretär K r ä t k e führt aus: Gegenüber dem Vorwurf. die P o st habe Anleihen nötig, bemerke er, daß die Neichspost und die Telegraphie kein Geschäft sei. Tie Anleilnit dienten *,n sehr nützlichen Zwecken Der „Entwurf eines Gesetzes betreffend die Handelsbeziehungen zu den Vereinigten Staaten uon Amerika" liefert den unwiderleglichen Beweis dafür, daß die Handelspolitik der letzten Jahre verfehlt war. Der neue d e u t s ch e Z o l l t a r i f, der in erster Linie als Rüstzeug gegen Amerika der deutschen Industrie aufgedrängt ist, hat keine ber auf ihn gesetzten Hoffnungen erfüllt. Von den im Interesse der deutschen Ausfuhr dringend erforderlichen Zoll er Mäßigung en und E r l e i ch t e r u n g e n d e r Z o l l a b f e r t i g u n g ist n i ch t s erreicht. Heute bildet das Provisorum den einzigen Ausweg aus verhängnisvoller Lage. Wir bitten daher den Reichstag, ihm zuzustimmen, da es imfev Wirtschaftsleben vor schweren Erschütterungen bewahrt und für eine künftige bessere Regelungm ehr Aussichtbietetalsein Zollkonflikt. Voraussetzung einer den wahren Interessen Deutschlands entspr. Regelung der Handelsbeziehungen zu den Vereinigten Staaten ist die Umkehr unserer eigenen Zollpolitik. Ihre Herbeiführung ist in erster Lmie Sache der deutschen Kaufmannschaft selbst. Möge sie sich dessen bewußt werden und den K a m p f zur Erreichung dieses Zieles mit allerEnergie unterstützen._______ verschwommen gezeichneten Figur der Entlarvten den Tod an einem Schlaganfall, Konstanz- die Gesunkene, erschießt sich, unb der Professor wankt, von Vera gestützt, gebrochen in sein Zimmer. Vielleicht werden die beiden, nachdem der Professor die treue Seele erkannt, ein Paar, und wenn sie nicht gestorben sind, dann usw. ... Es wurde brillant gespielt, und das war für den Eindruck auch ziemlich von Vorteil. — Dem Schauspiel folgte ein Einakter desselben Autors „Ein Lichtblick", das Drama der an den alten Mann gebundenen unverstandenen jungen Frau, die sich in Sehnsucht verzehrt, sich ihrem eigenen Schwiegersohn iin schwachen Moment an den Hals wirst, dann Gift nimmt unb sich auf das Chaiselongue vor den Augen der Zuschauer zum cw'gen Schlaf niederlegt, nachdem sie von der Tochter, d. h. eigentlich Stieftochter und dem die Katastrophe nicht ahnenden Geliebten rührenden Abschied genommen. Dann, nachdem sie die Augen schließt, fällt langsam der Vorhang. Dem Einakter kommt ein, zwar manchmal etwas trivialer, aber im Ganzen doch recht frischer Dialog zu statten. F-risch war auch die Darstellung, btc höchste Anerkennung verdient. Lotte Klein als Tochter und Herr Schiefer als Wilhelm boten prächtige Leistungen. Auch Helene Rosner zeigte ivieder die Vielgestaltigkeit ihrer fchainvielerischcu Mittel, sowohl in dem Einakter, wie in Schwester Vcra als Konstante. Hier verdienen noch die trefflichen Darbietungen v!on Fräulein Karsten, und den Herren Hellmer, ^^er Schindler und Pütz Erwähnung. _ R i ch a r d Wagner - undMozart-Fcfts piele zu München. Die Hosthcatei-Intendanz hat baS Programm für die Miu^eur Wagner- und Mozart-Festspiele cndgiltig festgcftellt. Die A ufführung sta ge sind folgenbe: a) Mozart-Festspiele: 2. August s. on Giovanni, 4. August Figaros Hochzeit, 6. Auguff Cosi fan tlitte, 8. August Don Giovanni, 10. August Figaros Hochzeit, 12- Cofi fan fntte. b) Wagner-Festspiele: 13. August Die Meipersinger vvu Nürnberg, 14. August Tannhäuser, 16 August Die Meistersinger von Nürnberg, 18., 19., 21., 22. August Erster Nibelungeirring, 25. August Die Me'ifter- s-nger von Nürnberg, 26. August Tannhäuser, 28. August Die Meihcrsinger von Nürnberg, 31. August, 1., 3., 4. September Zweiter Nibelnngcnring, 6. September Die Meistersinger von Nümbera. 7. September Tannhäilscr. — D a s D eutsche Theater in Berlin hat s. Zt. mi Max Bernsteins ’9RaIi* Zenfurschwierigkeiten liebt natürlich ben ungelenken Gelehrten, der ist, wie alle seine VvuOuuu, <■«.<.VIV X-ZflCHC, Ul VCV MIC JJlUll will. Kollegen, blind und unerfahren — wenigstens Vera gegenüber. Betpnlt durch die Klänge eines Walzers direkt iu die Arme ihres Er läßt sich aber von den Reizen einer jungen Schönen fesseln, zukünftigen Geliebten getrieben wird. Diese Szene mußte in den die ein Verhältnis mit ihrem Onkel unterhält. Die Aufklärung, | Wiederholungen fortbleiben. Die Berliner Polizei ist manchmal so die die besorgte Vera herbciführt, bringt bent Vater der etwas feinfühlig! Försterin fehnt sich im grünen, nach Abenteuerlust. Denn ihr gar zu ernst unb karg unb ihr Gatte fort ist im Wald, gesellt ihr, den sie in ihrer Waldeinsamkeit so wie sie zierlich ihre Füßchen setzt und kommt des Wegs em Dichtersmann. Und nun ist der Tanz der Dritte im Bunde, und dem Tanze folgt ein Kuß. Da naht der Gatte und der Poet schlüpft in die große Truhe. Der Eheherr wittert Unheil, aber die Listige, die ihm vor seinem Fortgänge das Vielliebchenspiel lehrte, weiß ihn, ihre eintönige Einsamkeit und seine Langweiligkeit scheltend, zu foppen. Zwei Rosen holt der Gatte ans dem Garten, und zwei Küsse der Poet von ihrem Munde. Und das Spiel ist aus.....Die Symbolik der drei Figuren ist handgreiflich. Frl. Br^, nach der schwarzen Malt eme blonde Försterin, sah wieder allerliebst aus und machte ihr Sachelchen recht nett, doch wie es schien, ohne rechte Anteilnahme an dem nicht sonderlich sinnvollen Getändel. Herr Reimer hatte größere Freude an seinem munteren und kecken Dichtersmann, dem er seine ganze gute Laune lieh. Nur Herr Steinmann war ein Stein unter nach Magertieren die hohen Forderungen der Händler dtticken zu können. Es war aber vergebliche Liebesmühe, denn die Leute erklärten trotz der hohen Forderungen toerbe nichts verdient. Gegen Mitte bes Marktes würbe er lebhafter, aber von einend Preisrückgang war nichts wahrnehmbar, ehiw war bas Gegenteil zu konstatieren. Trotzdem wurde der Vorrat so ziemlich geräumt, wenn auch der Schluß des Marktes sich etwas sehr weit hinauszog. Es wurden abgesetzt pro Paar Milchkühe 1. Qual. 500—450 Mark, 2. Qual. 425—375 Mk., 3. Qual. 325—275 Mk. Gang- ochsen 1. Qual. 900—850 Mk., 2. Qual. 800—750 Mk. Kälber wurden verkaust pro ZeuMer Schlachtgewicht 1. Qual. 78—74 Mk. (ertra schwere Tiere bis 82 Mk.), 2. Qual. 72—68 Mk., 3. Qual. 70—65 Mk. Gehandelt wurden pro Paar Ferkel 3—4 Wochen alt 42—38 Mk„ 6—8 Wochen alte 55—50 Mk., bis 12 Wochen alte 70—60 Mk. Lauser leichtere Ware 100—80 Mk., schwerere Tiere 150—120 Mk. N ä ch ft e r M arkt 13. unb 14. März, and zweiten Tage findet der erste Krämermarkt in diesem Jahre statt. Limburg a. d. L., 21. Febr. Fruchtmarkt. Durchschnittspreise pro Malter. Roter Weizen 15.40 Mk., weißer Weizen 00.00 Mk., Korn Mk. 12.50, Gerste 00.00 All., Hafer 8.08 Mk^ Hafer alt 0.00, Erbsen 0.00 Mk., Kartoffeln 0.00 Mk. Vermischtes. • Der falsche Hennig. In Tetschen (Oester.- Schles.) wurde am 20. dS. Mts. in einem aus Berlin kommenden 3uge von Gendarmen der Raubmörder Hennig gesucht. Der Kondukteur und ein Mitreisender hatten ihn in Dresden zu erkennen geglaubt und die Dresdener Polizei verständigt, die nach Tetschen telegraphierte. Der betreffende Reisende, dessen Aeußeres genau zu dem Signalement des Hennig paßte, wurde im Schlafwagen geweckt, konnte sich aber als ein auf der Fahrt nach Wien begriffener Aristokrat legitimieren. ^Kleine Tageschron i f Das LiegnitzerSommer- Thentergebäude ist vollständig niedergebrannt. — Ein rätselhafter Todesfall beschäftigt die Behörden Berlins. Ter 26 jährige Student der Tierarzneikunde, Otto Sucker, Sohn eines ©enbarmeit in Schlesien, wurde tot in seiner Wohnung ausgefunden. 9?eben ihm lag ein leeres Fläschchen. 3. war seit sechs Monaten leibend und suchte ost einen Arzt auf. Oh nun ber Tob mit der Krankheit in Verbindung stehl ober etwa durch Gist herbeibcigefü()rt wurde, kann erst die gerichtsärztliche Leichenöffnung ergeben. — In Barmen stürzte beim Dau eines Wasserbassins der städtischen Wasserwerke ein Gewölbe ein, wobei zwei Aiaurer getötet wurden. — Ein schweres Schiffs- unglück ereignete sich in der Nähe von O v o r 1 o. Ein portugiesischer Küstendampfer stieß auf einen Felsen an der atlantischen Küste und ging innerhalb weniger Minuten unter. 25Pasfagiere, meist Angehörige angesehener Familien, ertranken. Viels Leichen wurden an Land geschwemmt. Märkte. (th.) Gi eßen, 21. Febr. Der dieswöchenttiche Viehmarkt hatte einen Auftrieb von etwa 1300 Stück Großvieh, 200 Kälbern und zwischeic 500—600 Schweinen. Der Bovmarkt in Milchvieh, welcher schon stark mit Ware belastet war, machte sich trotzdem sehr gut. Aber auch am eigentlichen Markt zeigte sich starke Nachftape nach Milchkühen, besonders in guter Qualität nach dem Rhein hin. Die erzielten Preise waren recht beftiedigend und hielten sich etwa auf ber Höhe bes letzten Marktes. F e t t - Vieh war recht wenig am Markt, so baß ein eigentlicher Hanbei nicht zustanbe kommen konnte. Das Kä l b e r g e s ch ä f t zeigte Wiebcr bas alte Bild. F-raukfurt, Mainz, Wiesbaden suchte wieder Die Autzbreaur Jatuxgemäi Schnaken > und iüiieter selbst ein 91 Gaslampei getränkte 3 Im und das wir, bie da zu uiuerftii der Larven am wirkfai Zuei Bullen, Re Zu untersuc Maisgelber mit ihren 9 man das 3 über ben A Zit bas Boi soviel Capp ougeivanbte aoichl legende W dann vo überzeugen. Wirh E-Michas, X bUrd> a ^hr der K Gießen, bic 31% soll. * Arz ig $le Lies T. b! CQ - S — on N 70 og? 8 LS - § SSK N K N ar» Ä «7 N ea tzoC-’i «2>GS CD E P 71 >> S « M €* o o R» 75 Nb ’Ä s CO es N (M Ö7 D F L O o N K L ^.<üs 97/05. Bekanntmachung K K 96/02. lB’ö/t & 1. 2. B16/, ss- IM9 ’S *2 « VN Bestell ~ E« CD g — c 03 nr. — 139 qm Hofreitc aut Asterweg meistbietend versteigert Parzelle 1/1379 dem öffentlich werden. r? Rv 1 tt ü) .. SS ZK sv"/, I.März 1906, e tr/ •-<= Ortsgericht die vor dem Namen der Joh. Richard Urmersbach Ehefrau geb. Babenheun stehende Parzelle der Gemarkung Gießen 1/1379 — 139 qm Hosrcite auf dem Asterweg öffentlich meistbietend versteigert werden. Gießen, den 25. Januar 1906. Großh. Ortsgerimt Gießen. Gros. -Ec© Öt - .'S* c CQ K 6/06. [B*7a Douuersrag, den 29. März 1906, nachmutags 3 Uhr, wird auf hiesigem OrlSgericht die vor dein Nanien des Ludwig Wagner und Ehefrau geb. Heim stehende Parzelle der Gemarkung Gießen 1/1012,8 — 1221 qm, Hofratte in der Mühlgasse öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, 21. Februar 1906. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. _____ N ♦ oft Z c Q u cv en >3 3. 4. 5. 6. 7. «E' Donnerstag, den 1. März 1906, nachm. 3 Uhr wird auf hiesigem Ortsgericht die vor dem Namen der Joh. Richard Urmersbach Ehefrau geb. Babenheim stehende der Gemarkung Gießen Durch große Einkäufe und direkte Abschlüsse mit Groh- zabrikanten bin ich in -er Lage, höchst Seltenes zu bieten Verlobte Verdingung. Für die Provinzial-Siechenaustalt Oberhessen zu Gießen sollen für die Zeit vom 1. April 1906 bis 31. März 1907 im Submrssionswege vergeben werden: B=5 JO Z 1 s LLL-WKSlbni m Milch, toflr, machte sich Mack zeigte ”22 Ul 9uteT Mflät -Wenreajtbeh'ubigenb lektenMackes. Fett- ? em eigentlicher handel 'lbrrgeschaft zeigte Wiesbaden suchte wieder en und legte für gute R billigen Einkauf leine 'S ochsen tvickelte sich anfgesahren waren, die verblieben. Der handel ijr flau, weil die Re- len schwachen Rachfrage der Händler drücken chcsmühe, denn die Leute : werde nichts verdient, ibhafter, aber von einem! , eher war das Gegenteil rrat so ziemlich geräumt, etwas sehr weit hinons- M-be 1. Qnal. 500-450 L 325-275 SW. Gang- 800-750 Mk Miet &1. Quat 78-74 W. , 72-68 Mk., 3. Qual. Ferkel 3-4 Wochen dt RL, dis 12 Wochen alte 80 'M, schwerere Tiere und 14. März, enrt ckt in diesem Jahre flott, ruchtmarft Durch- 15.40 M., weißer Weizen 00 M., Haier 8.08 'X ln 0.00 Mk. o W N « K 2. = s *0 O /D »> <3 Donnerstag, den nachm. 3 Uhr werd auf hiesigem dir 6t rA ^ti9ci'6i£l,,*t Die Lieferung von ' Fleisch- und Wurstwaren in 2 Losen, Spezerei- waren, ft'affec, Süßrahmbutter, Eier, Milch und Backwaren — letztere in 2 Losen —, ca. 8000 Ztr. Hüttenkoks^ in der Korngröße „ 4000 „ Gaskoks J 40/60 mm „ 600 „ Steinkohlen (Nußkohlen II) und 30 Raummeter Tannenscheitholz Kernseife, Schmierseife (weiße u. gelbe) und Soda, Putzlumpen und sonstiges Rerntgungsmaterral, Bürftenwaren und Kämme, Porzellan und Glaswaren und .. Verschiedene Materialien für Neider pp. Versiegelte Offerten und mit entsprechender Aufschrift versehen, sind bis zum Eröffnungstermin Samstag, den 10. März 1906 vormittags 10 Uhr auf dem Verwal- tungsbüreau einzureichen, woselbst auch die für die Lieferung geltenden Bestimmungen an den Wochentagen von 3—5 Uhr nachmittags eingesehen tverden können. Der Zuschlag erfolgt innerhalb 3 Wochen. Gießen, den 15. Februar 1906. Verwaltung der Provinzial-Siechenanstalt Oberhessen. -** <2 S w s* S o A “ * Äf'/ -SS» ’ W,n M«w ^elwrden Berlin? LG S.W Rin ;f'u ^wolbe ein tttQnU«. Viele 2 ö u ü 2 E TS oo SJ Gießen, den 25. Januar 1906. Großh. Lrtsgericyt Gießen. _________Gros._________ K 4/06. Donnerstag den lo.März 1906, nachm. 3 Uhr, wird auf hiesigem OrlSgericht bte vor dein Namen der Urmersbad) Joh. Richard Ehefrau, geb. Babenheim, stehende Parzelle 1/1379 — 139 qm Hoi-- ratte auf dem Asterweg öffentlich meistbietend versteigert. B8/. Gießen, den 8. Februar 1906. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. L 80/05. Donnerstag den 15.Märzl906, nachni. 3 Uhr, wrrd auf hiesigem Ortsgericht die vor dem Namen des Ludwig Wagner u. Ehewau, geb. Heini, stehende Parzelle 1/1012,8 — 1221 qm Hofrarte in der Mühlgasse, öffentlich meist- dielend versteigert. B% Gießen, den 8. Februar 1906. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros " § N & O e Heute von 4 Uhr ab: [B2’/2 Ochsevsteisch 60 Pfg. i,, et die Mi v-m \."V die Anne ihres Diese Szene mußte '»l>en „ -.-Wilhelm U. a.? MnMcit um ihm i Kaiser Mt’T'MAreibt z.. ^7ffaster- Er ist ,aV^ Lcbneidigke't K-Sgj* datier horte' • bie ,r Bemerkunqm . bet Aus de" Orients jnU der nicht Der Kaiser (pl.ej)en. hlosse;lm/°dek.''-deL W %ie®icnev ite 3icn und d'cWenE. Sicienall uicfjttfl« Eriche'»^ Versuche F e io u 2, ** CN und andere Interessenten, welche Möbel kaufen wollen, begehen den größten Fehler, wenn sie nicht vorher meinen reichhaltigen Ausstellungsräumen einen Besuch abstatten, bte sparen viel Geld a20/ und erhallen ganz vorzügliche Ware weitgehendste Garantie 50 kompl. Speise-, wohn Zchlas- n. Herren-Zimmer Salons» Mchen-Einrichtungen Enorme Auswahl in Einzelmöbeln aller Att Besondere Abteilung für Möbel- und Deksrations-§toffe, Gardinen Stores, Portieren, Tischdecken, Teppiche etc. Eigene Polster- und Schreiner-Werkstätten Kein Kaufzwang ❖ Sonntags geöffnet von U bis 5 Uhr Möbel-Fabrik und Ausstattungs-Geschäft Peter ttronenberg Telephon U. 3 99 Gietzen ttaplanrgaffe l8 Lobende Anerkennungsschreiben liegen bei mir zur Einsicht offen Lieferung franko jeder Bahnstation oder durch eigenes Fuhrwerk ins Haus Die Bertilgnng der überwittterndeuSchuuien vermittelst AnSbreuueu der Keller durch städtische Arbeiter ist beendet. Naturgemäß können bet einmaligem Ausbrennen nicht sämtliche Schnaken vertilgt werden. Daher empfehlen mir den Inhabern und Mietern von Kellern int eignen sowie im allgemeinen Interesse, selbst ein Nachbrennen vorzunehmen. Am besten eignen sich hierzu Gaslampenanzünder, Lötlampen, auf Stöcke gebundene mit Spiritus getränkte Wattebäusche und dergleichen. Jin Hinblick aus die bald zu erwartende luärmeve Jahreszeit und das damit beginnende Brutgeschäft der Schnaken empfehlen wir, die damt zur Vernichtung der Larven vorgenommenen Arbeiten zu uitterstützen. Dies geschieht am besten durch die Vernichtung der Larven aus dent eignen Grundstück. Diese Arbeiten tverden am wirksamsten wie folgt auSgesührt. Zuerst sind sämtliche slehendeit Gewässer mie Tümpel, Gräben, Bütten, Regenlässer und dergleichen aus Vorhandmtsein von Larven zu untersuchen. Die Larvert |mb etwa 1 cm lang, 1—ll/8 mm dick, blaßgelber Farbe und hängen, mit dem Kops nach unten, senkrecht mit ihren Atemröhren an dem Wasserspiegel. Am besten konstatiert man das Vorhandensein von Larven, wenn man mit der Hand über den Wasserspiegel scihrt, woraus die Larven sofort untertauchen. Ist das Vorhandensein von Larven sestgestellt, so braucht man nur soviel Saprol oder Petroleum ans das Waffer zu gießen, bis die angewandte Flüssigkett den ganzen Wasserspiegel mit einer luft- abschließenden Haut überzieht. Nack einigen Minuten kann man sich bann von der erfolgten vollständigen Vernichtung der Larven überzeugen. Wir hoffen, daß auch in dieser Richtung hin von der Bürgerschaft eine verständige Mitarbeit gewährt wird, da nur durch geureirrfchaftliches Borgeheu eine erfolgreiche Abwehr der Schuatcnplage ermöglicht wird. Gießen, den 16. Februar 1906. B*7> Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 9)1 ecu nt. es e ■ fr Von heute ab I kommt mein beliebtes aer aus hergestellt, wieder zum Ausschank. c’7, Sleinslr. ?6. Zum Biordpoll üteinsir. —Visa 01160 \w \ ®u? 1O cP,l (V ! o 1130 ' WM Anfang 8 Ehr. Anfang 8 Ehr. Turnverein Gießen | Vereinsabzeichen, Bandschleiien, saear IRAßl atofMi, Herren-, Tamen- lind SlutbecichärDeiL acftict te n. npinnltp m. Eintritt ä Person 20 Pfg. Der Borstand LLS h'' ’* a o Bahnhofstraße 27. Liudeuplatz 12. [a:7;] 1171 Woiie ©ii® « © Friedr, Teipel Nur kurze Zeit! Ä Markt 16. Markt 16. QigOÄft ®liOM >:• ■ S fr O < । *& 1 ; ,;s. Ein H Meisterschuss Sonntag den 25. Februar, von nachmittags -1 Uhr ab, in der Turnhalle: 17/ Murcia-Blat-Orangeu Valencia-Orangen per Thd. SO Psg. pcv Dtzd. 50, 60 u. 70 Pfg. - WeH - Orangeat per Stück 4, 5 und 6 Psg., per 100 Stück Mk. 3.50, 4.50 und 5.50 OehHMer1 Berdux f le Wei«" verbunden mit carnevalistischem Konzert sämtliche 752 Bedarfsartikel Preisliste gratis und franko. Adolf Bieler ^a^kistr^sse 5 Hartwigcr deutscher "ns heute z, stnd. philos philos,, Seip SeW Ott und Alfred 5 $5 heißt dar, :n ®'e schwer L? Gefa ä.*e,t cii oeUittiniuug hn Mtandskraft sbentscheSi'! W -W F&s? Union -Brauerei Inh: G. Bichler. Kindexschärpen, gestickte u. gemalte Fahnen u. Fahnenschleiien, Deko- rations'Älrtikel fabriziert [01007 H. Rüger, Gießen, Kreuzplah 4. i\v 1 :l*-- Kreppel schmecken am besten in Vcgetaline gebacken. 743 Begetaliue Io(e, per P,d. 50 Psg. ZmiliHe Bilckzvtlltey in nur strima Qualität empfiehlt billigst Adöls Leuhard Nachs. Telephon 337. Giessenl Fabrik M für Geldschränke Aus Anlaß der Silbernen Hochzeit Ihrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin findet am Wonlag dem 26. Jeöruar 1906, abends 81/, Uhr, im „Neuen Saalbau" dahier knßn L«Akk§ der Mitglieder sämtlicher hiesigen, dem Landeskriegerverband' Hassia angehörigen Vereine statt. Die verehrlichen Ehrenmitglieder und Mitglieder der genannten Vereine werden zu zahlreicher Beteiligung hierdurch; kameradschaftlichst eingeladen. Die Vorstände. (Orden, Ehren-, Vereins, und Verbandsabzeichen sind anzulegen). scheine;6e L g« darf W oti VerstÄ einem,^ verliere' schon ben" druß f wirk s'- soioeit.^ weshaö s'ch niitE d°ch..F „neueil Me tu versehnei dem AM -zMd- macken L Wnserenz i ooch euie « auf der üoi Seite von i die andere Träger ein Telcasss ii koinmission Vorlegung zur Maral gestellt sei an die R< aus der bann bere delndes G aut Deuts politischen eine Erkli erwarten, im Reichs Die zi mene Geg zösische zipielle des Kapi vier Anteil Zahre 1904 Nach dem ein Zeil M Gnttourf bie vergehen, n dem srcmzösi durch die m ausgeübt ro Uebertraguu Tanger eim Kontrolle c Bank unter während de nach eghpti setzung der durch den Z der Aktionc den Verwa die llW'-uuq, einer ^*>1 ^Nncb^ ^ftfäAer ßtuben ? ledex "en blind?»ses ?virfess?der k/.reinb lÄ?'" «i B^lo^öen, wren, i"' Weil 2 theg/ten N-riftLs.s. ---------- Sehr zu empfehlen: --------— Prachtvolle, vollfaftige, sehr süsse Catania-Blut-Orangen per Dhd. Mk. 1.15. 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