ültr ZchüPßjk jucht Ltellmig. res in der GeschästMe -Mer Anzeigers. >06101 ">chcs Eäächß^ ssUfe Ä‘Ä c Madche« a&ig hgci, i«ber(äffig16 Wehen Me u. etwas hausard. Jttobei ev. früher oeiucfaL «chmidt, Nah^nÄera 8 »s Aeichslr. 20,i° >Z V'E' jurr«1' ebti"'cu' 9>> SW ach sSftä,** KS'"S Men kaw^ch^ MW iuchl. wMtstchunLechzeug- A,i»au§Ueiberu.Rnabm- Büh>chMr.lb,ll. >06110 <»etd aus tSotd- und waren aller Art. Altes md Silber wird zu Höch- reijeu angetaust. Reuen Weg SO._ ttSjÄe OOÖO W. Wolhek aus la Objekt zu &5bSBKSSB erteilt einer Dame statt« If sßschev Uut-rr-cht m l Jjj Mend tunden. ÄnKm.tzersM' ||D, entlanfeu- Vtni* ‘ Jcb and biffigst :Madchenm.yut.hcugn., je u. Hausarbeit erfahren, Wie. [06098 Schmidt, Neuen Baue ö. m» welche im Kochen u. ">/ Hausarbeit sehr be* finb, [udjeit Stelle iir haii/e. 91äbete6 bei Frau nnenftm^e 6. 106122 jud)t taqSiibe: St. 106123 rrau Herr, Somcnör.ßJ Nr. 197 Erstheini »gttch mit Ausnahme des Sonntags. Tie „Glehener Samilienblätter“ werden dem ^Anzeiger viermal wöchentlich beigclegt. Der ^elfijch« Canbwtrt" erscheint monatlich einmal. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sch« Universitätsdruckerei. R. Lange, Giehe». Redaktion, Expedition ».Druckerei: Gchulstr.A, Tel. Nr. 6L Telegr.-Adr. t Anzeiger Gieß«. Zweites Blatt 156. Jahrgang Donnerstag Ä3. August 1V06 Gießener Anzeiger General-Anzeiger, Amtr- und Anzeigeblatt für den Kreis Siehe». Die Lage des hessischen KandwerLs, ii. Aus den ausführlichen Berichten der Handmerkskaunner über die Lage deS Handwerks ist im allgemeinen zu entnehmen, daß ähnlich, wie im Baugewerbe, auch fast allen anderen Berufsarten die Großindustrie eine immer drückender werdende Konkurrenz dadurch bereitet, daß sie die Arbeiten des kleinen Handwerkers öfters in eigenen Werkstätten Herstellen läßt. So klagt besonders das Schneidergemerbe über die zu große Konkurrenz der Konfektionsindustrie. In letzterer vereinigt sich eine Anzahl wirtschaftlicher Momente, die ein Aufkommen der Maßindustrie hiergegen aussichtslos erscheinen kaffen. Insbesondere ist es oft die erschreckende Billigkeit der angebotenen Waren, die im Publikum den Glauben erwecken muß, unter allen Umständen vorteilhafter zu kaufen. Die geringwertigen Rohwaren, die der Maßschneider bei nur einiger Verantwortlichkeit seiner Kundschaft gegenüber nicht fuhren kann, dazu die für die Anfertigung gezahlten Löhne, die in der Regel nur einen Bruchteil der in der Maßbranche üblichen Lohnsätze betragen, tun hier ihr möglichstes und ein beklagenswerter Rückgang der Maßgeschäfte ist die Folge. Allgemein wird auch über Mangel an Gehilfen und Lehrlingen geklagt. Der Kredit wird immer stärker in Anspruch genommen. Die Forderung der Beschränkung deS Hausierhandels und der Konkurrenz der Regimentsschneider ist eine allgemeine. Ganz ähnlich lauten auch die Klagen aus dem Schuhmachergewerbe. Während auf dem platten Lande noch mehr die von Schuhmachern hergestcllte, zwar nicht so elegante, aber desto widerstandsfähigere Ware bevorzugt wird, ist in den Städten und deren nächster Umgebung das Anfertigen von neuen Schuhwaren für die Kundschaft ständig im Abnehmen begriffen. Dem Schuhmachergewerbe bleibt hier in vielen Fällen nur die Reparaturarbeit übrig, verbunden vielleicht mit einem Lager fertiger Schuhe. Die Preise für die Rohmaterialien sind infolge des Rückgangs der Schlachtungen bedeutend gestiegen. Eine Befferung deS Borgsystems ist nicht eingetreten. An tüchtigen Gehilfen, wie an Lehrlingen herrscht Mangel. Von sonstigen Gewerbezweigen sei erwähnt, daß z. B. der handwerksmäßige Hutmacherbetrieb fast ganz verschwunden ist, ferner ist ein bedeutender Rückgang in der Weberei und den verwandten Berufen, Färberei, Zeugdruckerei 2C. eingetreten. Rur im Vogelsberg sind noch Reste der ehemaligen Hausindustrie zu finden. In den Berichten über daS Nahrungsmittelgewerbe wird konstatiert, daß die Geschäftslage sowohl bei den Bäckern, wie bei den Konditoren in den letzten zwei Jahren eine wenig günstige war. ES wird sehr über das stete Anwachsen der Konkurrenz geklagt, sodaß auch bei Lieferungen für staatliche und kommunale Institute vielfach von einem Verdienst keine Rede sein kann. Besonders aber wurden die Preise durch die Brotfabriken, Konsumvereine und Warenhäuser ungünstig beeinflußt. Unter dem fortwährenden Steigen der Einkaufspreise für Rohmaterialien und den infolge» dessen notwendigen Preisaufschlag der fertigen Waren haben die Gewerbe schwer zu leiden; der Verdienst ist daher auch ein recht mühevoller. Die Beziehungen der Meister zu den Gesellen waren durchweg gute. — „Sehr ungünstig" war endlich auch die Geschäftslage im Metzgergewerbe. Der Bericht sagt darüber: Die außerordenklich hohen Viehpreise machten eine Erhöhung der Fleischpreise notig. Trotzdem fehlt jeder geschäftliche Nutzen, mährend die Bevölkerung den Fleischverbrauch auf das Mindestmaß herabdrückte. Dabei übt die Fleischbeschau in Verbindung mit der ungerechten Belastung der Währschaftsverordnung und sonstigen Bestimmungen in sanitärer Hinsicht und der bierdnrch gebotenen Schlachtviehversicherung, weiter die hohe Okkroilast nach wie vor einen schweren Druck aus. Die ßin Aeiseörief des Aeichstagsabg. 5>rc Wallau. (Schluß.) Ein ausgezeichneter Gedanke, aber Spanien bekam einen 'gewaltigen Schreck, rüstete 12 große Fregatten und 2 Brander aus und griff unseren wackeren Alders bei Cap Vincent (in; wohl würden die Spanier mit großem' Verluste geschlagen, aber, die brandenburgischen Schiffe waren doch derart zerschossen, daß Alders sich nach Lagos zurückziehen mußte und mit der Silberflotte war es nichts. Äür Abend spät waren wir schon vor Gibraltar, blieben aber die Nacht auf hoher See, um am andern Morgen mit Tagesanbruch in die Bai von Gibraltar einzu- i)(impfen. Unvergeßlich wird mir der Anblick sein, der sich Itn^ bei der Einfahrt bot. Die aufgehende Sonne übergoß die trotzigen Felsen bm Gibraltar mit blutiger Glut, die afrikanische Küste war ausgezeichnet zu sehen und wie auf dem Präsentierteller liegt das durch die bekannte Konferenz so berühmt gewordene Algeciras von uns, man Jmtte jedem der 'Abgesandten genau auf die Finger sehen Wunen, wenn sie noch dagewesen wären; sie haben aber vorgezogen, sich unserer Kontrolle zu entziehen, vielleicht wäre die ganze Märokkosrage anders geworden; Böhlendorf Minister dort, und ich Kreisrat v'on Marokko, Lunnerwettev! Zwischen englischen Kanonen, mit denen Gibraltar gespickt ist, wie bei uns ein alter Hase mit Speck, zwischen Panzertürmen und neun englischen Kriegsschiffen (lauter Unfläter) halten wir, bis der Doktor vom Land da war und die Erlaubnis erteilt hat, daß Passagiere und Ladung an Bord komüren können. Nach drei bis vier Stunden ist cklles erledigt und wir dampfen ins schöne blaue Mittel- tneer, nicht so rasch wie sich das schreibt, aber doch mit respektabler Geschwindigkeit. Aut Nachmittag des 29. Juli passieren wir die kleinen und großen B a l e a r e n in nächster Nähe, das Wetter ist wuudenz-ll, die Landschaft herrlich; am 20. vormittags gebt es die französische Küste entlang; welcher Unterschiä) in der Kultur gegen Spanien, dort alles Konkurrenz der Warenhäuser, Kolonialwarenbandlungen, Dclikateß- gcschäste mit den Verkäufen von Fisch, Wild, Geflügel ist in den letzten Jahren fühlbarer geworden. Auch wird geklagt, das; die Militärverwaltung das Gewerbe durch Vergebung der Fleischlieferung für die Garnison nach den Grundsätzen des Unternehmertums schädige. Das Angebot von Arbeitskräften war im allgemeinen genügend. Von den Forderungen steht im Vordergrund eine Blenderung der Fleischbeschau und Währschaft, die zurzeit eine einseitige, schwere Belastung bedeutet. Außerdem wird die Abschaffung des Oktrois, dagegen eine Nachuntersuchung für eingeführtes frische? Fleisch, sowie Umgestaltung der Militärlieserung und Vergebung der slädt. Lieferungen an die Innung gefordert. Die allgemeine Tätigkeit der Handwerkskammer erstreckte sich im Berichtsjahr besonders auf die weitere Ausgestaltung und Vesserimg des Lehrlingswesens. Die Handwerkskammer hat in ihrer Plenarversammlung int Juni 1905 der veränderten Sachlage entsprechend eine Aenderung der bisherigen Vorschriften über die Dauer der Lehrzeit und die Anzahl der Lehrlinge eintreten lassen. Die neuen Bestimmungen darüber werden halbjährlich im amtlichen Teil der Kreisblätter bekannt gemacht. Die mit der Kontrolle im LehrlingSwesen Beauftragten mußten feststellen, „daß in hunderten von Fallen von dem Abschluß eines schriftlichen Lehrvertrags feine Rede war, zwischen Vater und Sohu überhaupt nicht. Nur nach eitigehender Belehrung über Ziveck und Nutzen des schriftlichen Lehrvertrags, nach mitunter langwierigen Verhandlungen waren oft Lehrmeister, Lehrlinge, Eltern ober Vormünder zu bewegen, den Vertragsabschluß herbeizuführen. Abneigung gegen jedwede Namensunterschrist bereiteten hierbei die größten Schwierigkeiten. Wenn alle Ver- nmütgrünbe versagten, mußte zu Strasanbrohnngen geschritten lverben, bas wirkte dann meistens; in insgesamt 33 Fällen hatten bie Androhungen keinen Erfolg unb würben Geldstrafen in bet Regel in Höhe von bis 5 bis 10 Mk. verhängt." Anlaß zu Klagen bot auch die Frage der Lehrzeitdauer, die häufig bei Bäckern, Metzgern und Müllern vereinbart wurden. Ueberschreitungen gegen die Bestimmung über die Zahl von Lehrlingen kamen besonders im Schloffergemerbe vor, während sonst nur wenig Verstöße gegen die erwähnten neuen Bestimmungen zu verzeichnen waren. Es ist mit Befriedigung zu konstatieren, baß daS Angebot von Lehrlingen sich gegen früher bester geregelt hat, auch hat der Umstand baß der Ausbildling der Lehrlinge eine so große Aufmerksamkeit zugewendet wird, bewirkte, daß allutählich aus befferen Kreisen dem Handwerk wieder jugendliche Kräfte zugeführt werden. Die Kammer spricht daher die Hoffnung aus, daß mit der Zeit wieder mehr tüchtige Arbeitskräfte und immer bester vorgebildeter Nachwuchs zur Selbständigkeit gelangen werden. Dann würden, so meint die Kammer, auch die Beschwerden mehr und mehr verschwinden, welche die Gewerbefreiheit für alle dem Handwerk erwachsenen Schädigungen verantwortlich machen. Ein längeres Kapitel wird in dem Jahresbericht auch den selbständigen Handwerkern gewidmet, für welche drei Mei st erprüfungskom Missionen in Darmstadt, Gießen unb Mainz eingerichtet und bestimmte Prüfungsvorschriften erlassen worden sind. Heber die M c i st e r p r ü s u u g e n ist crsreulicherivetse das gleiche zu berichten, wie von den Gesetlenprüslmgeu. Die jungen Handwerker zeigten von Anfang an ein gewisses Interesse lür die Prüfungen und beteiligten sich an denselben in steigendem Maße. Tie praktischen Leistungen der Prüflinge waren im allgemeinen als gut. einige als hervorragend zu bezeichnen, ein Zeichen für bas Bestreben, in der Gesellenzeit sich tüchtig weiter zu bilden zum eigenen Vorteil unb zu dem des ganzen Berufes. Tie schriftlichen Leistungen dagegen ließen bei vielen zu wünschen übrig. Bisher haben 523 Handwerker ihre Meisterprüfung bestanden und damit den Meistertitel rechtmäßig erworben. Was die Führung des Meistertitels anlangt, so war die Kammer ständig bestrebt, demselben Anerkennung und Zuerteilung wirtschaftlicher Vorrechte zu verschaffen. Auf eine Eingabe hat Grosch. Ministerium der Justiz in einem Ausschreiben an die Standesbeamten angeordnet, daß bei Eintragungen in das Standesamtsregister nach Möglichkeit darauf zu öde und verlassen, hier ein schöner großer Ort neben dem anderen; 11 Uhr kommt das berühmte Bad Cannes in Sicht und dann die Riviera, Nizza, das berüchtigte Monte Carlo, Mentone, Bordighera unb kürz nach 12 Uhr Genua. Wie liegt diese Stadt da, ein unvergleichlich schönes Panorama; es ist ja so ost von berufener Feder beschrieben, daß ich mir dies wohl schenken darf, aber schön ist es, überwältigend schön. Hier legen wir an der Landungsbrücke an und alsbald geht es in die Stadt; so schön die Aussicht auf sie ist, so scheußlich ist das Nest im Innern; die Straßen durchglüht von der italienischen Sonne sind selbst am Abend noch wie ein Backofen; ach könnte man doch eine halbe Stunde beim „SchWärzchen" sitzen und von dem guten Riedesel - oder Schlitzerbier trinken; bis zu Gundrums Nackenheimer sollen sich meine Wünsche gar nicht versteigen. Jede Straße so eng und ein Gestank! Aus jedem Haus riecht es anders, aber immer übel. Ich hätte es nicht für möglich gehalten, daß es so viel Verschiedenheiten in üblen Gerüchen geben könnte. Wir fragen uns nach der Elektrischen durch und kommen für wenige Centesimi auf den Righi, der einen wunderbaren Ueberblick gibt über Stadt, Hafen und Meer, und von da nach dem Campo santo (Friedhof), dessen unvergleichlich schöne Lage und Anlagen in manchem den Wunsch laut werden ließ, sich hier begraben zu lassen; ich behielt mir meine Entschließung noch vor, sagte aber wohlwollende Erwägung zu. Dr. Lukas und v. Rrepenhausen kamen jetzt an Bord und wurden von uns wettergebräunten, erfahrenen Seeleuten mit väterlichem Wohlwollen ausgenommen; Genua wurde noch mit fest verschlossener Nase kreuz und gner durchstreift, Palazzi besichtigt und am 1. August ging es wieder in See nach Neapel, wo wir am 2. August nachmittags 1 Uhr atifamen. 9Ba§ soll man von Neapel jagen, es ist zuvrel des Schönen, um auch nur annähernd das wiedergeben zu können, was das Herz bewegt; das Panorama der Stadt Genua ist durch den terrassenförmigen Aufbau von See aus eigentlich schöner, aber die weitere Umgebung, der' achten ist, daß fein Handwerker als Meister eingetragen wird, der nicht die Berechtigung zur Führung des Meistertitels besitzt. Falls der Standesbeamte Grund zu her Annahme zu haben glaubt, daß ein Erschienener sich den Meistertitel unbefugt beilegt, ist dieser auf die einschlägigen Vorschriften hinzuweisen. Keinesfalls darf aber der Standesbeamte einen selbständigen Handwerker in den standesamtlichen Registern als einen Meister seines Handwerks bezeichnen, wenn derselbe sich nicht selbst vor dem Standesbeamten ausdrücklich als Meister bezeichnet hat; vielmehr ist in Fällen dieser Art der Stand des einzutragenden Handwerkers in anderer Weise kenntlich zu machen. 4polH8fd)c Tagesschau. Ucber das Verhältnis der Firma Wörmann an der Kolonialabteilung stellt Maximilian Harden in seiner „Zukunft", die schon vor Jahr und Tag auf die außerordentlich hohen an Wörmann gezahlten Transportkosten unter genauen Detailangaben hingewiesen hat, jetzt mehrere Fragen: „Wie istS mit der Firma Wörmann, deren Status der Krieg so wesentlich verbessert hat? Gab es nicht für alle Fälle der Mobilmachung Verträge, die den Norddeutschen Lloyd verpflichteten, Truppen und Material zu bestimmten Vreissatzeu zu befördern? Weshalb wurde diese V-rtragspflicht nicht länger geltend gemacht? Hat Wörmann, der, als ein Hauptinteressent am Handel aller deutsch-westafrikanischeu Faktoreien, doch zugleich sein eigenes Geschäft sicherte, niedrigeren Preis gefordert als der Lloyd'und, zum Beispiel, Offiziere billiger befördert als anbere Reisende? Oder teurer, etwa mit der Begründung, andere Passagiere würden von der Schiffsküche nicht so reichlich versorgt? Warum ersparte man ihm dann die HBbequcmlid)feit der Konkurrenz ? Waren Liegegelder in solcher Höhe nicht zu vermeiden? Sind atis den Bureaus der Hamburger Reederei nicht Vorschläge gefommen, wie man das Löschungswesen organisieren könnte, und sind sie aus dem Weg in die höhere Geschäftsregion nicht ins Wasser gefallen?“ * Die Fahrkartenstener. Die Forderung auf Wiederaufhebung der FahrkartensteucL wird wohl nicht mehr von der Tagesordnung abgesetzt werden, verlautet doch mit ziemlicher Bestimmtheit, die Regierung selbst sähe die Stellungnahme gegen diese Steuer nicht ungern. Aber so im Handumdrehen verschwindet die Fahrkartensteuer sicherlich nicht von der Bildfläche, keinesfalls wohl vor Durch- führung der Tarifreform, die für den Sommer nächsten Jahres erhofft wird. Zudem kann die Regierung nicht umhin, den ersten Jahresertrag aus der Fahrkartensteuer abzuwarten. Die Steuer- kontmission des Reichstags hatte ihn auf 55 Millionen berechnet, der Schatzsekretär wollte nur 50 Millionen gelten lassen, und e§ ist anzunehmen, daß in entsprechender Höhe die Einnahmen aus der Fahrkartensteuer im Etatvorschlag für 1907 erscheinen. Der tatsächliche Jahresertrag der Steuer wird sich erst im nächsten Spätsommer feststellen taffen, also kurz vor der letzten Reichstagssession vor den Neuwahlen. Er mag den Voranschlag nun übertreffen oder hinter ihm zurückbleiben: es ist wenig wahrscheinlich, daß die Negierung vor den Neuwahlen mit einer neuen „Steuerreform" unter Aufhebung der Fahrkartenstener auf den Plan tritt. Denn das Volk würde auf ein den Tabak zur Ersatzsteuer kräftig heranziehendes Projekt bei den Neuwahlen eine für die Regierung wenig erfreuliche Antwort geben. Also, der lästigen Fahrkartensteuer ist hoffentlich nicht dauernder Bestand beschieden, aber einige Zeit wird sie getragen werden müssen. Im übrigen ist anznnehmen, daß die Negierung in der kommenden Parlamentssession über diese Sache interpelliert werden wird, denn die Tabakindustrie sieht sich neuer Ungewißheit und Beunruhigung preisaeaeben. * Der italienische Kamerad. Der Sommer geht zu Ende, und er hat nicht gebracht, was am Beginn, gelegentlich des Depeschenwechsels zwischen den Dreibundmonarchen aus Anlaß des Besuches Kaiser Vesuv, das Gebirge bei Neapel, unbeschreiblich großartige Wir sind noch nicht vor Anker, da umschwärmt uns schon eine ganze Flottille von kleinen Kähnen, aus jedem ertönt Geschrei, Geigen. Guitarre, Gesang, Bettelei; ein Kupferstück wird ins.Meer geworfen und wie der Blitz springt ein halbes Dutzend junger Bengel' ins Wasser, einen Moment leuchtet noch die für einen gründlichen Unterricht so beliebte Kehrseite über Wasser und verschwunden sind die Kerls, um kurz darauf wieder aufzutauchen. Einer hat die Münze zwischen den Zähnen und hält sie dann triumphierend in die Höhe. Sorgfältig werden die Kabinen, Türen und Fenster geschlossen, denn unsere hohen Verbündeten stehlen wie die Elstern. Tann fahren wir mit der Tampfbarkasse an Land, ganz gespickt mit guten Ratschlägen gegen die überall lauernden Betrüger, Uebervorteiler, Diebe, Hallunken, die sich uns zunächst in Gestalt von Fischern, Führern, Droschkenkutschern, Kellnern ?c. präsentieren werden. Wir machen erst eine Rundfahrt durch die Stadt, nach- dein wir uns mit dem Kutscher statt der 12 Lire, die er verlangt, auf 3 Lire geeinigt haben, dann geht es um 2 Uhr bei unglaublicher Hitze per Bahn nach Pompeji, der vor jetzt beinahe 2OOÖ Jahren verschütteten Stadt. Der alte Vesuv, der alles dies angestellt hat, steht so ruhig in der Ferne, raucht ein wenig, tut aber im klebrigen, als könne er kein Wässerchen trüben, geschweige denn eine Stadt verbrennen. Ein eigentümliches Gefühl ist es, in der toten Stadt herumzugehen und zu sehen, wie hier vor 2000 Jahren ein ganzes blühendes Gemeinwesen einem plötzlichen Grab überliefert mürbe. Leider reichte unsere Zeit nicht, um die letzten Schandtaten deS Vesuvs näher zu besichtigen. Um 11 Uhr mußten wir wieder an Bord sein und in zauberhaft schöner italienischer Nacht, begleitet von Gesang und Geigenspiel, ging es wieder weg nach Port Said. Als wir von Pompeji an den Hafen gekommen waren, war die Dampfbarkasse gerade weg und wir mußten mit einem Kahn an Bord 1. Lebensjahr: 2.—15. Jahr 1 1 Sommerkur für m Dr. M. Schnlze-Hahleyss. Nervenarzt. Sanatorium Hofheim im Taunus. Um 11 Uhr begann heute die dritte g e sch lo s sc n e Generalversammlung. Man stimmte einem Anträge auf Aus- dehnung der Fürsorge für die Krüppelhaften zu. Ein Antrag — I 7NAlter von 10 2 I a h re n ist, wie aus Petersburg geschrieben wird, in Pawlosk vor wenigen Tagen Dr. Leonidas Marcel, Ehrenleib arzt des Zaren, gestorben. 'Alle Freunde eines guten Tabaks werden mit Befriedigung vernehmen, daß dieser Greis bis ans Ende seinesLebens täglich Zigarren geraucht hat. Er bewahrte bis zu seinem Tode eine erstaunliche Frische des Geistes und insbesondere des Gedächtnisses. Erst mit 85 Jahren gab er das Praktizieren auf, aber bis zuletzt nahm er an allem' Interesse, was die medizinische Wissenschaft betraf. Er war zugleich ein unermüdlicher Wohltäter der Armen. Wilhelms in Wien, als wahrscheinlich hingestcllt wurde: eine gemeinsame Flottenschau der Dreibund in ächte, die in einem deutschen Kriegs Hafen stattftnden sollte. Dafür bietet der Ausgang des Sommers eine andere, nicht minder bemerkenswerte Erscheinung. Die der italienischen Negierung nahestehende Presse, die im Juni nicht umhin konnte, auch ihrerseits den Dreibund als unerschüttert zu bezeichnen, nimmt die Begegnung zwischen Kaiser Wilhelm und König Eduard zum Anlaß, die deutsche Politik zu verspotten unter gleichzeitiger Belobigung der en gl. Staatskunst. Minister Tittoni aber, der Freund des Fürsten Bülow, läßt es geschehen. Es darf bezweifelt werden, ob man an der Themse für diese Aufdringlichkeit der Italiener irgendwelche Wertschätzung übrig hat. Eine gewisse Vornehmheit der Gesinnung hat in den ernsten politischen Kreisen dort noch stets etwas gegolten. Die öffentliche Meinung Deutschlands weiß zwar längst, was sic von dem italienischen Bundesgenossen zu halten hat, aber sie nimmt nach Gebühr Notiz davon, daß selbst die halbofftziöse italienische Presse so schnell wieder ihr wahres Gesicht zur Schau trägt. 53. Deutscher Katholikentag. (Unberechtigter Nachdruck verboten.) III. Essen, 22. Ang. Der Andrang zu der zweiten öffentlichen Generalversammlung war wiederum ganz außerordentlich. Ter erste Redner war der Reichstagsabg. Öberlandesgerichtsrat B u r l a g e - Oldenburg, der über die römische Frage sprach. Daß durch die Vernichtung des Kirchenstaates, der legitimsten Herrschaft der Welt, die mehr als 1OOO Jahre hindurch bestand, die Gerechtigkeit verletzt wurde und dann einen Schlag ins Gesicht erhielt, wird selbst von den verbisscndsten Apostaten anerkannt. Von vornherein betonen wir, daß wir Ka t ho l i kcn D e u t s ch l a n d s allein in der vollen Freiheit und Unabhängigkeit des Papsttums die Lösung der römischen Frage erblicken. Wie der Ausgleich im einzelnen gestaltet werden mag, ist nicht unsere Sorge. Wir sind nicht päpstlicher als der Papst. Was können wir vergleichen mit dem Papsttum, vor dem die Throne zusammenstürzen, mit dem Papsttum, das die Verheißung hat, es werde dauern bis zum Ende der Welt! Soll der Papst frei sein, so muß er als Mensch frei sein, in Ansehung seiner menschlichen Eigenschaften. Er darf nicht Untertan sein in einem anderen Staate. Er muß souverän sein. Kein irdischer Staat, der jemals die Forderungen des Papsttums erfüllen könnte. Das Papsttum ist international, oder besser gesagt, übernational. Uns ist schon der Gedanke unerträglich, daß der Papst von einer fremden Macht unabhängig sein könnte. Gegenwärtig befinden wir uns in Not und Trübsal, weil der Papst unfrei ist. Wir erstreben nicht die Anwendung von Waffengewalt. Der Abg. Dr. Porsch hat aus den Peterspfcnnig hingewiesen. Oeffnen wir unsere .Hände, ob groß oder klein und spenden wir Gold oder Silber, denn beides hat dem alten Kirchenstaat als gangbare Münze gegolten. hierauf sprach Ritter v. Kralik-Wien über Volksbildung s bcstre bung en. Ter wesentlichste Faktor sei die Literatur, durch die die Volksbildung am direktesten vermittelt werde, und daher wende er sich in erster Linie an die Schriftsteller. Eine Literatur, auf christlicher und nationaler Grundlage, wie sie bei den alten Griechen bestand, müßte wiederkehren. Ein weiterer wichtiger Faktor der Volksbildung sei die Schule. Für die jungen Leute, die der Schule entwachsen seien, empfehle er die Volkslesevercine und die Büchereien. Redner beschäftigte sich sodann mit der k ü n st l e r i s ch c n A u s b i l d u n g. Werke von Tolstoi, Sudermann und ähnlichen Umstürzlern (!! D. Red.) sollten in keinem katholischen Hause Eingang finden, noch ihre Stücke im Theater bewundert werden. Das müßte die verderblichsten Folgen für das ganze Leben haben. (Beifall.) Der dritte Redner des Abends, Universitätsprofessor Dr. Zahn (Straßburg), sprach über die Erziehung zur Kunst. Die Neueren hatten nicht unrecht, als sic auch ein soziales Moment für die Kunstpflege anführten. Die Kunst hat keinen ärgeren Feind als die Zügellosigkeit der Sinne. Ich möchte keineswegs der Engherzigkeit und der .Kritiklust bezichtigt werden. Kritik ist gut, Wohlwollen ist besser. Wir wollen Zusammenwirken, eine Kunst zu schaffen, welche würdig i|t ihrer Vergangenheit. Als letzter Redner des Abends sprach Seminarprofessor Lausberg-Köln über Die Frauenfrage. Der Standpunkts der vollen Gleichberechtigung erstrebe die christliche Frau nicht. Die Arena der politischen Kämpfe mupe den 9Nänncrn überlassen bleiben. (Bei s all, auch auf der D amcntribüne.) Neben der häuslichen Ausbildung ge- hore auch eine gute Fachausbildung zur Erstrebung einer selbstständigen Lebensstellung. , Die weibliche Bildungsweise müsse erweitert und gefördert werden, z. B. durch Einführung von Haus- Haltungs- und Fachschulen. Zum Schluß seiner Ausführungen kam der Redner dann noch kurz auf die Vorgänge auf dem r er Lehr erlag zu sprechen und bemerkt dabei: Jener taliche Angriff auf die relative Gleichberechtigung der Lehrerinnen sei ausgegangen von den Leuten, die da sagten: Wir sind mündig und brauchen die Kirche nicht mehr! (Lebh. Zustimmung.) Öänben der Frauen, so schloß der Redner, mögen die ©ajnften fern bleiben, die der modernen Ethik das Wort reden. Eine Ellen Key, Maria Lischnewska, Helene Stöcke usw. könne eine katholische Frau nicht über ihre Aufgaben belehren. (Lebh. Beifall.) Tuberkulose Phlegmone Lungenentzünduiig Krebs Nierenentzündung Gehirnentzündinig Daruikatarrh Lebensschwäche Embolyn Selbstmord Summe 16 (5) 9 (4) 4 3 (1) An Ni.: Die in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von arlsmärts imd) Gießen gebrachte Kranke koinmen. In der Debatte empfahl auch der Vorsitzende des Windthvrst^ bundes, Eickold-Münster den rücksichtslosen Kampf gegen den! Schmutz, durch den auch die Wehrhaftigkeit des Volkes unter-- graben werde. Man müsse die Lästerzungen aufs Maul schlagen! und den unsittlichen Handel an den Geldbeutel zu fassen suchen. Besonders solle man mit Anzeigen an die Staatsanwaltschaften vorgehen, aber niemals anonym, dann werde es schon besser werden. Der dritten öffentlichen Versammlung wohnten die Kardinäle Vanutelli und Fischer bei, die bei ihrem Erscheinen stürmisch begrüßt wurden. Graf Galen sprach dann über chari- tative Bestrebungen der Katholiken, besonders des Bonifatius-- Vereins, während Abg. de Witt die Betätigung des katholischen Teiles des Volkes im öffentlichen Leben beleuchtete und der Jesuitenpater Seiler-Feldkirch die soziale Frage besprach. Kranke. (Geisteskranke ausgeschlossen.) Behaglich eingerichtete kleine Anstalt svis 30 Patienten). Kühler schattiger Park. Sorgsame Ktekandlung und Verpflegung. Diätkuren. (Dependance für Minderbemittelte.) Prospekte franko. fahren. „Quanta costa?“ frage ich den Kerl, und deute auf Lukas und mich, „quattre lire“ sagt er, dabei eine Entfernung von vielleicht 300 Meter, hierfür will der Kerl 3 Mk. 20 Pfg.; ich sage: Spitzbubio, Gaunerio, una lii a pro duo (1 Lire für uns zwei) und mit dem vergnügtesten Gesicht von der Welt fährt uns der Gauner für 80 Pfennig nn unser Schiff; so geht es mit allem und jedem, was man in Italien als Fremder haben oder kaufen will und mein Schimpfen: Schafskopfio ober Ochsio machte noch dazu wenig Eindruck auf die Banditen. Morgen früh 6 Uhr sollen wir in Port Said sein und mein Brief muß zur Post, die schon bald geschlossen wird. In Port Said muß afrikanisch und in Suez indisch geschimpft werden; ich glaube aber, ich komme mit Abänderung der Endungen meines in Italien angewcndcten Wortschatzes durch. Nur in Japan und China wird er schwer, weih! weih! die Mehrzahl aber verhält sich passiv. Es sind Kleinigkeiten, auf die wenige achten, aber sie können sehr verhängnisvoll werden. Nicht allein an den Häusern selbst, auch an ihrer Umgebung wird oft in erschreckender Weise gesündigt. Wie wußten unserer Väter ein lauschiges Plätzchen unter blühenden Linden- und Eichenbäumen zu schätzen. Die glücklichsten Stunden ihres Daseins verlebten sie im Famrlien- und Fweundeskreise unter jenen Heimatbäumen. Ta kommt aber ein Spekulant, kauft das Grundstück mit sämtlichen Mckern und Wiesen, parzelliert es, teilt es in Baustellen, schlägt etwaigen Wald oder sonstige Bäume ab, verkauft was irgend möglich ist, wie Steine und Kies und läßt eine „ausgesogene Ruine" übrig. Wo liebliche Felspartien winkten mit lauschigen Buchen- und Haselnußsträuchern, liegt jetzt oft ein sonniger Steinbruch, saftiges Wiesenland ist durch einen tiefen Kies sch a cht in eine gelbe Sandhalde verwandelt worden. Die dicken, moosigen Steinmauern, die den schmalen Fußpfad begrenzten, die einst unsere Vorfahren mit schier übermenschlicher Kraft hingewalzt hatten, sind als Bausteine verwendet worden, und an ihrer Stelle zeigen sich graue Wassertümpel. Unbarm- herzig ist jeder schattenspendcnde Strauch, jeder Baum abgeschlagen worden. „Dar brengt doch nischt, da dämmt bluß", hört man gar oft den Gebirgler reden. Mit welcher Liebe und Sorgfalt hat oft der alte Vater jedes Bäumchen gehegt und gepflegt, der moderne Sohn schlägt cs mit wahrem Vandalismus zu Boden. Wieviel Jahre vergehen, ehe sich ,d.ie Natur wieder verjüngt hat, das lebende Geschlecht, es schaut's kaum wieder. Mit welcher Wehmut der Heimatsfreund durch solche Dörfer schreitet, mit welcher Sorge er an die Zukunft denkt, wer ahnt es? Die wenigen Schont die Bäume! Wir lesen im „Kunstwart": Em Lehrer im Riesengebirge, der aber ebenso gut im Vogelsberg und in der Gegend Gießens wohnen konnte, denn auch in unseren schönen Bergwäldern geht es leider hier und da ähnlich zu wie in den Borgen Rübezahls, ruft die Bergbewohner auf, die Heimat zu schützen. Er zeigt, wie auch der einzelne seine Kraft innerhalb seines Kreyes emsetzen und die Stumpfheit bekämpfen sollte. Lehrer Knappe sagt unter anderem, es sei nicht zu verkennen, „daß einzelne Bauherren bei dem Bau von Villen Landhausern der Umgegend Rechnung getragen haben Essen, 22. Ang Die Sozialdemokraten haben anläßlich der Katholiken-Vcrsammlung eine Anzahl P r o t e st - V e r- sammlungen anberaumt. Die erste findet am Freitag statt. In derselben wird über das Thema „Ultramontanismus die größte Gefahr" gesprochen werden. Vermischtes. * Gin mysteriöser Leichenfund beschäftigt gegenwärtig die Polizeibehörde in Gera (Reuß^. Im dortigen Stadtwalde fand man vor einigen Tagen die Leiche eines Mädchens, das, wie die gerichtsärztliche Obduktion ergab, etwa vierzehn Tage gelebt und dann umgebracht worden ist. Ms Täterin kommt eine Frau in Betracht, die sich Frau Professor Amanda Reichmann aus Nürnberg nannte und die mit ihrer Tochter, der 9 jährigen Dorothea, in einem dortigen Gasthause logiert hat. Die Fremde, die ungefähr im 35. Lebensjahre steht, ist bald darauf mit ihrer Tochter aus dem Logis verschwunden, ohne die Zechschuld berichtigt zu haben. Ihr Verbleib konnte bisher nicht ermittelt werden. Der angegebene Name ifL offenbar fingiert. * Das rätselhafte Verschwinden eines Studenten von der R o st o ck e r Universität hat jetzt eine traurige Aufklärung gefunden. Der aus Zehden a. O. gebürtige Stud. med. Walter Menne hatte sich am 7. d. M. aus seiner Wohnung entfernt und wurde seitdem vermißt. Alle Nachforschungen nach seinem Verbleib blieben erfolglos. Wie nunmehr bekannt wird, ist Menne an jenem Tage von dem Warnemünde- Hamburger Schnellzuge unweit der Station Polchow überfahren worden. Nach Angabe des Lokomotivführers gewahrte er zwischen 5 und 6 Uhr nachmittags in der Nähe von Pölchow auf dem Bahnkörper einen Mann, der, seinen Hut schwenkend, dem Zuge entgegenlief. Da der Train wegen der kurzen Entfernung nicht rechtzeitig zum Stehen gebracht werden konnte, wurde der Unbekannte überfahren und auf der Stelle getötet. Seine Persönlichkeit ließ sich zunächst nicht feststellen: jetzt ist sie aber als die des verschwundenen Menne rekognosziert worden. Es liegt Selbstmord vor, dessen Beweggründe noch unbekannt sind. handel wie» verkehr, Volkswirtschaft. Markte. Gieße», 23. Ang. Marktbericht. Auf heutigem Wockienmarkte kosteten: Butter pr. Psd. 1.20—1.30 Mk., Hühnereier 1 St. 8—9 Pfg., 2 Stck. 00—00 Psg., Gänseeier 00—00 Pfg., Enteneier 0 Pfg., Steife uv. Stck. 6—8 Pf., .Käsematte 2Stck. 5—6 Pfg. Erbsen v.Pümd 22Psg,, Linsen p. Pfund 32Pfg., Taubenpr.Paar0,80 —1,00Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80-2,20 Mk., Gänse vr. Pfd. 00-00 Pfg., Ochsenfleisch pr. Psd. 80—86 Psg., STitb- und Rindfleisch pr. Pfund 80—82 Psg„ Schweinefleisch pr. Pfund 80—94 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund ^^„Kalbfleisch pr. Pfd. 80—84 Pfg., Hammelfleisch pr. Pfund 60—80 Pfg. Welsche per Pfund —- Kartoffeln pr. 100 Kg. 7,00—8,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,00—8,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepfcl Der Pfund 15 bi? 20 Pfg., in Körben 00 Pfd Nüße 100 Stück 00-00 Pfg., Birnen per Pfd. Mk. 0.00—0 00 Kirschen per Psd. 00—00 Pfg., Weißkraut per Stück 15—30 Pfa., per Zentner Mk. 0.00—0.00. — Marktzeit 7—1 Uhr. Astlagen, die geschaffen werden, können nie die Natur ersetzen. Ich glaube sicher, daß diese Veränderung vieler Gebirgsdörferden Fr em den zu zug verringert hat. Schützt, Pflegt und hegt eure Heimat, raubt ihr nicht ihr angeborenes Kleid, das wird jedemDorfe und dem Gebirge mehr nützen als alleVerbände, alle Reklame und alle Statistiken." Gesetzt auch nur, jedes große deutsche Dorf hätte Jähr für Jahr einen Menschen gehabt, der die Mißliebigkeit solchen Warnens nicht gescheut hätte — wäre die Verschandelung unseres Landes möglich gewesen, die wir beklagen? Und dieser Warner hat recht: hütet euch auch aus sehr „Praktischen" Gründen, ihr Herren Grundbesitzer im Gebirg — die Städtler fangen allmählich an, die Augen aufzumachen, und sie werden sich für eure „Sommerfrischen" bald zu bedanken lernen, wo ihr so weiterwirtschaftet wie jetzt. MöchenMkllebttkchi brr TnbesWe in btr Stabt Eikßku 32. Woche. Vom 5. bi? 11. August 1906. Einwohnerzahl: angenommen zu 29 500 (infl. 1600 Mann Militär.)» Sterblichkeitsziffer: 28,20%«, nach Abzug von 5 Ortsfremden: 19,39 ö/oo. Kinder Ts starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom betraf die A l k o h o l f r a g e. Er lautet: „Die 53. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands empfiehlt die Einrichtung von Fürsorgestellen für Alkoholkranke im Anschluß an die Ortsgruppen des Kreuzbündnisses und Annabundes. Ausgabe desselben ist, bei der Unterbringung in Heilanstalten mitzuwirken und nach der Entlassung aus derselben ihnen gesellschaftlichen Anschluß im Kreuzbündnis zu bieten. Sie wendet sich ferner an die akademischen Kreise mit der Bitte, an der Bekämpfung des Trinkzwanges sich mehr zu beteiligen. Die Generalversammlung fordert die katholischen Vereine auf, sich körperschaftlich dem Kreuzbündnisse anzuschließen und die weitesten Kreise in Wort und Schrift über die Gefahren und Schäden des Alkoholismns aufzullären". Wie der Berichterstatter mitteilte, hat dieser Antrag bei seiner Beratung im Charitas- Ausschuß Widerspruch gesunden, und zwar von feiten der Studenten, die aus der Fassung befürchteten, daß sie mit den gebildeten Kreisen gemeint sein könnten. Es sei daher der zweite Teil des Eintrages verallgemeinert worden, indem nunmehr all e gebildeten Kreise aufgefordert wurden, sich an der Beseitigung des Trinkzwanges und an der Bekämpfung des Alkoholmißbrauchs überhaupt zu beteiligen. Der Antrag wurde darauf einstimmig angenommen. Man stimmte auch folgenden Leitsätzen zu: „1. Die Pflege des Spürsinns ist namentlich in den Jndustriegegenden, wo Vergnügungs- und Verschwendungssucht die traurigsten Folgen zeitigen, unbedingt notwendig. 2. Die Schule ist der geeignetste Ort, von dem aus ein erfolgreicher Kampf gegen diese Grundübel unserer Zeit geführt werden fen::, denn sie bietet die Möglichkeit, allgemein zu wirken und eine Besserung in weiten Kreisen zu erzielen. 3. Es empfiehlt sich die Gründung von Schul- s p a r k a s s e n , durch welche auch die Unterrichts- und Erziehungszwecke der Schule gefördert werden. 4. Da eine wesentliche Mehrbelastung der Lehrerpersonen nicht ratsam ist, auch die Gründung der Sparkassen dadurch in Frage gestellt wird, ist ein möglichst einfaches System zu wählen. 5. Die Schulsparkassen sollen auch eine Entlastung der charitativen Vereine herbeiführen, namentlich jener zur Kleidung armer Kommunionkinder, um das Ehrgefühl und Selbstbewußtsein der Eltern und Kinder zu heben. 6. Die Gründung von Fo r t b i l d u n g s s ch u l-S p a r ka sse n und solcher innerhalb der Jünglings- und Jungfrauen-Kongre- gationen ist sehr zu empfehlen." Weitere Anträge, die ebenfalls einstimmig zur Annahme gelangten, empfehlen die Ausbildung freiwilliger Kranke n- foefud) erinnen a u f dem Lande usw. Monsig. Prälat Dr. Werthmann-Freiburg i. Br. empfahl die Fürsorge für die italienischen Arbeiter, die in immer größerer Zahl über die deutsche Grenze kämen und hier dem Unglauben und der Sozialdemokratie anheimfielen, wenn ihnen nicht Hilfe zu teil werde. Pater Wahl-Paris empfahl die charitativen Anstalten in Paris, die durch die bekannten Vorgänge aus dem kirchen- politischen Gebiete in Frankreich auch gefährdet seien. In dem Anträge wird vor allem die Geistlichkeit ersucht, ihre Psarrkinder vor leichtsinniger Auswanderung nack) Frankreick) zu warnen. Inzwischen war der Kardinal Vanutelli aus Rom als Vertreter des Papstes erschienen. Der 2. Vorsitzende des Katholikentages Frhr. v. Twickel küßte ihm die Hand und bemerkte dann: es sei das erste Mal, daß ein Mitglied des heil. Kollegiums, aus dem oberste^ Rat der heil. Kirche im direkten Austrage des Papstes aus einem Katholikentage erscheine. Erstelle mit Freude und Genugtuung fest, daß dies die höchste Ehrung sei, die überhaupt bisher einem Katholikentage zuteil wurde. Um das brennende Feuer der Liebe zu Christo und seiner Kirche zum Ausdruck zu bringen, bitte er die Versammlung in ein Hoch nuf Se. Eminenz einzustimmen. (Beifall und .Hochrufe aus den Kardinal.) Dieser erhob sick) darauf zu einer längeren italieni- d)cn Ansprache und erteilte schließlich den Versammelten, die niedergekniet waren, seinen Segen. Vanutelli führte u. a. in italienischer Sprache aus: Der Papst wisse ganz gut, wie herrlich eingerichtet die deutschen Katholikentage seien und er kenne sehr gut ihre schonen Früchte für die Erhaltung und Wiederbelebung des christlichen Geistes in der Familie, dem öffentlichen Leben und ganz besonders im arbeitenden Volke. Der heil. Vater sehe auch mit großem Vergnügen, wie die Katholiken Deutschlands eine großartige kompaktePhalanx, ein unerschütterlicher Turm geworden seien. Er schaue aus sie mit Bewunderung und wünschte, daß andere Nationen sie nachahmten. Er sei sicher, daß die deutschen Katholiken bleiben würden ein Herz und eine Seele, geeint durch den Glauben und die Bande der d)ristlid;en Liebe, der Liebe besonders auch für die arbeitenden Stände. Daraus nahm Reichs- und Landtagsabg. Oberlandesgerichts- rat R o e r c n das Wort zur Begründung folgenden Antrages: „Die 53. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands ruft mit Nachdruck die Katholiken Deutschlands zur energischen Bekämpfung der öffentlichen Unsittlich feit auf. eie lenkte die Aufmerksamkeit der Katholiken aus die Bestrebungen und erfolgreiche Tätigkeit des Kölner Männervereins zur Bekämpfung der öffentlichen Unsittlichkeit und empfiehlt dringend die Gründung gleicher oder ähnlicher Vereine für alle, namentlich aber für 'alle größeren Städte." Selbst unter den gebildeten Leuten werden jetzt Stimmen laut, die gegen den immer schlimmer werdenden Schmutz protestieren. Die erfreulichste Kundgebung dieser Art ist das offene Schreiben des Nestors der deutschen Künstler, des Malers Hans Thoma in Karlsruhe, der darin mit Entschiedenheit gegen das Anwachsen der Pornographien, namentlich durch die Aufnahme nach dem Leben, Einspruch erhebt und auf die dadurch drohende Vergiftung der Jugend hinweist und dann als Haupt der freien deutschen .Künstlerschaft offen und ehrlich eine Lanze bricht zu Ginnten derjenigen, die sich die Bekämpsung der- Unsittlichkeit zur Ausgabe gestellt haben. Es fei eine dringende Notwendigkeit, daß weitere Abwehrvereiue gegründet werden. Frhr. v. Tw ickel: Ich danke dem Apostel der Sitt- l i ch k e i t, uuserm Abg. Noeren für seine so schönen Worte. (Beif.) 1 (1) 1 (1) — — 1 (1) Kl) — — 2(1) 2(1) — — 2 2 — _ 4(1) — 1 3(1) 1 — 1 — 2 — 2 — 1(1) 1(1) — — 1 1 — — ,lElt des «>'Qtgtn ßWZ ltl9iing ^ifotiug, m,9! Mtat btt XÄ 'den. ntQni9mn§ -—T 3(1)., ijffem geben an, wie viel L von answarls nach 1 3(1) 1 2 IGelS rheingerichtete ÄKS’ RpfiSi •* j Taunus- "f£S“l”“7 "SÄ-SS. nd w d°s renes ybe tähen d°r dtt . - M" M, f(flgen? «feit, bi£5 au§ W ■et eu Wie nunmehr 2 Ä 2Barncmiuibe, ?olcho!v überfahren 'öonCr }*n t Lrfr dem WM dem 3uqe Jrjen Eiitsernung nicht lonnte, wurde der lln» flcbtet. Seine Person. ", lehl ist sie ober als llCTt Morden. Es liegt m unbekannt sind. Ukrwirtschast. i heutigem Vockemimikte iihneveieriet.8-9t ecu m. Arbeitsvergehung. Tie Lieferung und Aufstellung einer Umzäunung aus verzinntem Drahtgeflecht für den 9iicderdrulkb ehältcr auf dem Ltltherberg soll attf dem Wege der öffentlichen Ailsschreibltug vergeben werden. Tic Bedingungen, Zeichnungen usm. liegen ivährend der Dienststuiideir auf Miseren: technischen Bureatt ztir Einsichtiiahme auf, ivosclbst aitch itäherc Auskunft erteilt wird. Aiigebote sind bis zum 7. September d. I. vorniittags 11 Uhr, verschlosseii und mit entsprechender Alisschrift versehen, bei uiis einzureichen. B2S/8 Gießeii, den 23. Augtlst 1906. Städtisches Gas- uud Wasserwerk Gießen _________________________Ctto Bergen._________________________ Sie Sie iksmmt B Die 06105 Auf bequeme Teilzahlung Möbel Herren-, Damen- ii. Kinder-Garderobe Fdanufakturwaren etc. Ia7e J. Jttmann B’liredäi-Haus Giessen Piockstrasse 14—16 3 uv cr o CD CD ^~ D 9 *"• o ~ O. er e ^2 l? £ D i D . ■=,’ D «5' •— iso e> CD — D n — G)?-c — ISO — er 3°" Gl ~3'% 's Ä er S 1 — *- o *-• = uv er 3 a« 'S. e B* 3 CD B- C- 3 3 er p Ö = = = V CD = = ö 3 ©’S* « c — C' 2 o » cr o- 2 = 5 S @ £3 n 3 3 2. 2 @3 3 _ 3% 5 21 o « ? 2. = 1 § ISO — CD c-7? H NO (002 - O 'p 3= o t-*. ss rr e =« 1-^02 D - o 3 O o3 O e. o O«. = to O t-j PT (O C- rr o " o cr-r o B sd,cd er- ISO n o «.o er ISO B ISO rl IS» B P CD O CD 69 Ä «5» Gl 3 c cr i Todes-Anzeige 3/*5 Uhr meinen treusorgenden Galten, Vater [06118 Verwandten und Bekannten die traurige Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, heute morgen um unfern gute^ Herrn Georg Nähr gang Schneidermeister nach langem, schwerem Leiden zu sich zu rufen. Die ticstrauernden Hinterbliebenen Gießen (Seltersweg 31), den 23. August 1906. Die Beerdigung findet Samstag, nachm. 5 Uh, vom Portale des neuen Friedhofes aus statt. nachm. 574 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. i i \ >' i M Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unser innigstgeliebteS Söhnchen 6075 F^anz im zarten Alter von 1 Jahr durch einen plötzlichen, unerivarteten Tod zu sich zu rufen. In tiefer Trauer: Joseph Kreuter und Frau Lina, geb. Klaus nebst Kinder. Prefessor 0r*. WaltEier* Frauenarzt ist bis 17. September verreist. Statt Karten. 5074 BÄH A Gottes Güte schenkte uns heute einen gesunden, prächtigen Jungen. In dankbarer Freude: Pfarrassistent C. Sattler und Frau Frida geb. Güngerich. Wackernheim bei Mainz, den 20. August 1906. I Wichtig für jede Hausfrau die Obst einmacht! Die nachstehend verzeichneten, modern ausgestatteten und in drei Farben gedruckten Schilder sind in beliebiger Anzahl zu billigen Preisen zu haben. Grössere Schilder Nicht aufgeführte Bezeichnungen werden in Aepfel Aprikosen Apfelsinen Bohnen Erbsen Heidelbeer-' Brühl’sche Universitäts- Buch- und Steindruckerei Giessen. 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MtS. wozu ergebenst einladen die Wirte -Fest 5064’ Wilhelm Wagner II, Heinrich Balser XII. Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Hießener Ireiw. Ieuerwchr sowie sämtliche Mannschaften der Pflicht-Feuerwehr Montag, den 27. August, abends 8V4 Uhr Uebung Die Mannschaften der Pstichtfeuerwehr haben pünktlich 8 Uhr am Turmhaus am Brand anzutreten. 20/8 Das Kommando. - Der Gießener Zweigverein der Gustav-Adolf-Stiftung feiert am Sonvtag, den 26. August, nachmittags 2 Uhr sein Jahresfeft mit Gottesdienst und Nachversannuluug in der Gemeinde Alten-Buseck (Festprediger Pfarrer Hanack, Bürgel), wozu alle Freunde der Gustav-Adolf-Sache hiermit herzlich eingeladen werden. [5070 Der Vorstand des Zweigvereins Gießen. Der Kirchenvorstand Alten-Bnseck. MAGGI’5 iBotiillon-Kapseln 1 vorzüglicher Tasse extra starker — 2 Portionen in Kapseln zu 10 bezw. 15 Pfg. — empfiehlt an- gelegentlichst [C23/a Heinrich Arnold II Marktstraße 28 Schwitzen Sie leiden Sie an Fußschweiß, so brauchen Sie doch mal [4222 Peslol ä 60 Pfg., 1 und 2 Mark allein echt bei Adolf Bieier Victoria-Drogerie, Marktstr.8 wäschtam besten Wasche mit ost ost «i er? ast 60 ost IO ost «5 o er. 'S O o S C - Cb o ost - ast O ro Cb-O c 2 S .7- O O P sz Cb .. Z'Z c CD Cb - ei er 'o r- _ cs; GN vO . yD CO "o -u. . o* c - p- VD = , o C Cb as sr< 22 — Cb <£1«^ VD = »b o c cb o tz : o Q g’-S L VD VD cb c; = .ü /D -O O — .§ 5^ Cb äs' o § Sc JD 0» ,<3 § -c -Z c = 5^ £ ~ c "S s c c- — .O UX i 52 cd o ’JS Sa. .Z - CD Cb P o c «Sb O a» - o • jO S E C Cb o C Ö TD = ^5 c X> <—r — "5 E cb^o C O o Xb c =ts xZZ s c Cb U Ö Cb C S 2 c > ,2 C E' t- c °- fc «v S •-> P o' .E p ö 1 C Cb — p c Cb c RZ-Y c • . , Cb SS = •3 = Jfj. c 5- Xb u = 6=0 Cb VD — — P 5 -CT CI g a, Cb - -C 5 S 5 ’S152■ ci13 E5 r' = 1 Cb u o — -C .21 e = c = F «* e cb-g .«2