। Schneefall I BeL. Himmel ! 4 ? 2 :! 2 ^ter de-J .dahier, L ohQl ab i)"()|'t.~- Anj, 'ache^ Ker (* -°h" drsSnVZ ,,36^^s Pretzen. über d, -LrAÄ Mang, tD J?lcBen?. 'laqe.L Ä^lung !/L.DSr 'S1’"6“"11«" «i !tr ,4-i M ■ L SS ’n)°n unier TenkwVs "°ch denl AiLn L ?Ä'^5'/°"nledoch ! ^en' dleie SkvtttS rtl^£t "eu erbiühendy ^.Dürerbund^ richt kngeu ?tt. Z. ! । ; Wetter Z nuar = + 0,8* C. , = 4- 0,3» C. 6 daraus hinzuweisen, e rationelle Hautpflege eife. vi, ? ä s s & & s 186. Jahrgang Erstes Blatt Amts- und Anzeigeblaii für den Meis Gieß« Die heutige Kummer umfaßt 10 Seiten. nach derselben 20 der Anwesenden der Organisation der Sozialdemokraten an. Tct Demonstrationstag in Worms totenstill, wie so ziemlich jeder Sonntag. verlief so ruhig und Im Gemerkschasts- die russischen Zn- jährüch 'Dit. 2.20; durch Abbate- il Zwcigüellen monatlich Go Pf.; durch die Post Mk.2.—vieriel- jährt, ausfchl. 93eftellg. Annahme von Anzeigen sür die Tagesuummer bis vormittags 10 ilhr. Zeilenvrels: lokal 12Pf* auswärts 20 Big. Verantwortlich h're den polit. und allgem. Teil: P. Witiko: lür »Stadl und Land" und „Giertdil^aal*: Ernst Heb. für den An- flcigcnteil: Hans Beck. Nr. 19 • rlftclnl täfiTie allster Sonnlaa«. Kein Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem yesfischen Landwirt die Siebener Kamillen, blätter uienndl tn der Woche beigclegL NotalionSdrucl il Verlag der Bru h l'scheu Univers.-Buch-u.Steur- druckeret. 91 Sange. Redaktion, Ervedrnon und Truderet: Gchnlstrabe 7. Redaktion 113 Verlag u.Exped. ^^51 Adresse für Deoeichen: Anzeiger Gießen. Apoints. , „ . Abg. Büsing (natL) erklärt kurz, daß er der Vorlage ebenso ablehnend gcgennberstehe, ivie schon' im Vorjahre und ans dem gleichen Grunde. Wenn aus die Tauer die Reichsbank in unbeschränktem kleine kleine Apoints ausgeben dürfe, obwohl doch die Reichskasse 120 Millionen solcher Apoints ausgebc, so bedeute das eine Ucberschlveinmuitg mit kleinen ApomlS, der er sür seins Person nicht zustimmen könne. . Abg. v. Mardorfs (Np.) sieht ebenfalls kem BcdursmS, aber er lehne doch die Vorlage nicht so entschieden ab, weil er ihr gar nicht so grvbe Wichtigkeit beilege. Redner ichlteßl, er würde der Vorlage zustimmen können, aber nur unter der Voraussetzung, daß ein anderer Geist in unserer Bankoerwaltung einziehe. Staatssekretär 6-rai PosadowSky gibt zu, daß der Kurs unserer Staatspapiere gegenüber ihrem inneren Wert zu gering jci. Das liege aber mit daran, daß in anderen Staaten gemifte öffentliche Institute gezwungen seien, erhebliche Teile ihrer Baarbestände in Staatsvapiereit anzulegeit. Hoffentlich werde die jetzt beim preußischen Landtage eingebrachte Sparkassen-Vorlage hierin Abhilfe schaffen. , , Tawit schließt die Debatte und die Vorlage geht an eine besondere Komntission. Ihn 57. Uhr beginnt die erste Lesung des Gesetzentwurfes ubev den V e r s i ch e r u n g s v e r t r a g. Staatssekretär Nieberding verbreitet sich über die große wirtschaftliche Tragweite des Versicherungswesens in Deutschland. Der Entwurf enthalte im wesentlichen eine Zusammenfassung der Ilersicheriings'Bedingungen. Der Staatssekretär geht ausführlich uif die Vorlage ein. Für die ganze Prwatversicl)erniig werde ein einheitlicher Boden geschaffen, aus dem sie sich erfolgreich weiter entwickeln köiine. Abg. Heine (303.) legt dar, daß der Staat die soziale Aufgabe habe, die Versicherten zu schützen. Erhebliche Bedenken habe er gegen die geplanten Exeniptioiien vor dem Gesetz, vor allem gegen die unbedingte Exemption der öffeiitlichen Soztetälen. Abg. Tri mb orn (Ztr.) erkennt die Vorlage als trefflich ansgearbeitet an, vermißt aber eine Zwanasmcißregel der Mode- rierimg des Selbstmordes in der Lebeiisversicher»mg. Zahlung der VersicherungsfiiMine im Selbsimordsalle müsse obligatorisch ausgeschlossen werden. Morgen-1 Uhr: Polen-Interpellation, dann Versicherungsvertrag und 2)1 a ü- und Gewichtsordnung. Per rote Sonntag. Man kann nicht feflftcClen, welche Ereignisse der „rote Sonntags gezeitigt haben würde, wenn nicht allenthalben von den Behörden Vorsichtsmaßregeln durch Bereitstellung Äer Polizeimannschasten und bc5 Militärs getroffen worden wären. Diese Maßregeln wurden zweifellos nicht so sehr getroffen in der Befürchtung irgend welcher besonderer Ereignisse, als um gegebenenfalls zur Stelle zu sein und irgend welchen berechtigten Vorwürfen zu entgehen. Was der preußische Minister v. Nheinbaben im Reichstage zahlenmäßig nachgewiesen hat, das hat dieser Sonntag nachdrücklich bewiesen, daß überall die Lebenshaltung des deutschen Arbeiters, der Verdienst und schließlich sogar die Zu- sriedenheit mit seinem Lose viel zu groß ist, als daß er sich in sichtbaren, durch die Tat bewiesenen Gegensatz zu den Behörden setzen möchte. Auch der von den sozialdemokratischen Führern so oft betonte ,3bea(i9inu§* ist nicht mächtig genug, materialisttsche Besorgmffe für die eigene Person und die Gegenwart und Zukunft der Familie zu übertönen, und die Geschichte lehrt, daß, soweit ungebildete Volks- maffen in Frage kommen, niemals ideale Ziele zu erkämpfen wären, sondern daß zu allen Revolutionen und Bürgerkriegen in letzter Linie materielles Elend, Hunger die direkte Veran- laffung gegeben hat. Fühlen sich auch die Regierungen starl genug, jeder zur Tat werdenden Demonstration nachdrücklich zu begegnen, so sehen sie eine größere Gewähr für den fried- sichen, unblutigen Verlauf aller für die Zukunft geplanten Demonstrationen darin, eine viel größere Sicherheit, daß der Arbeiter seinen Leistungen und berechtigten Ansprüchen gemäß gelohnt wird, und daß die Regierungen nach wie vor bemüht sind, durch sozial-politischen Fortschritt die Lebensbedingungen des ganzen Volkes immer gesunder und zufriedenstellender zu gestalten. Zu den militärischen und polizeilichen Maßnahmen tn Berlin bemerkt hinterher mir billigem Hohn der „Vorwärts": Die großen kriegerischen Vorbereitungen waren oergebens und wirkten lächerlich; der Friede wurde nirgends gestört Die Revolmion wollte nicht ausbrechen, aber das Schloß winde bis zum Morgen durch Kavallerie bewacht. Tie armen Soldaten sind um ihren Sonntag geformter. und die Schutzleute murrten nicht wenig über den langen Dienst bet dem schlechten Wetter. Nun, jedenfalls hat man das Ordensfest im Gefühl völliger Sicherheit feiern können. Mit einem MassenauStritt auS der Landeskirche als einer Folge des »roten Sonntags- wird man freilich in Berlin rechnen müßen. Im dortigen Amtsgericht ist daS zu bemerken. Dort haben, wie uns geschrieben wird, zahlreiche Mitglieder der Landeskirche ihren Austritt erklärt, dezw. erklären laffen. Die freireligiöse Gemeinde zu Berlin wird, einem VersammlungSbeschluß zufolge, eine große Bewegung in Preußen inszenieren, um vor allem die Anhänger der sozialdemokratischen Partei, die sich in der Landeskirche befinden, für die freireligiöse Gemeinde zu gewinnen. In Berlin wurde der Anfang gemacht. Ta die Firma Nauck & Hartmann einen Caulencmfchlag verweigerte und den dafür eingezahlten Betrag zurückzahlte, so wurden in den Berliner Versammlungen Flugblätter zur Verteilung gebracht nebst Zirkularen und Anweisungen für den Austritt. Es heißt dort, daß der »Austritt au§ Kirche und Tempel für jeden denkenden Menschen, der mit der bestehenden Religionsgemeinschaft gebrochen habe, notwendig sei!!" Durch eine Reihe von Protestversammlungen soll das VorK hause sprach ein Herr Engelmann über stände. Tie Rede klang in einer Resolution für das direkte Wahlrecht aus, die von der starkbesuchten Versammlung einstimmig angenommen wurde. Durch den Vorsitzenden wurde ßtt ordentlichem und ruhigem Benehmen auf den Straßen gemahnt. Die Militärbehörde hatte den Befehl erlaßen, wo- zweckt. Eisenach, 22. Januar. Wegen Landesverrats wurde der 32jährige Dreher Richard Weidner aus Pot- schappel bei Dresden auf Antrag der hiesigen Staatsanwalt, schast heute verhaftet. Weidner hat mehrere fertige Geschützteile für Preußen bestellter Rohrrücklaufgeschützc entwendet und'fall wegen Verkaufs derselben mit fremden Staaten verhandelt haben. Die Akten gehen noch heute an den Ober- rcichsanwalt nach Leipzig. Hamburg, 22. Jan. Auf Wunsch der Polizei und um einem formellen Verbot zu entgehen, sagte der liberale Verein zwei Versammlungen, in denen über „WahlrechtSvorlage und Bürgertum" und über „Stellung des Liberalismus zur Sozialdemokratie" ge>proch?n werden sollte, a b. Selbst die Versammlung der frcis. Volkpartei, in der Abg. Köpsch über Steuerfragen sprechen wollte, wurde aus gleichem Grunde abgesagt. gehen der Freireligiösen unterstützt werden. Bei uns in Gießen fand erst am Montag im Saale zum Ritter eine sehr gut besuchte Versammlung statt, in der Redakteur Vetters über die Vorgänge in Rußland, Wahlrechtsfragen usio. referierte. Zum Schluß wurde einstimmig eine im Sinne des Referats gehaltene Resolution (anscheinend die auch in Mainz beschlossene) angenommen. Die Versammlung nahm einen ruhigen Verlauf und es schloßen sich hiesigen politischen Deutler (2 5. S i tz u n g v 0 rn 2 2. I a n u a r.) Eingegangen ist ein Handels» und FreundschaftS- vertrag zwischen dem deutschen Reiche und Aethiopicn, Aut der Tagesordnung stehen zunächst zwei ich leimige Anträge wegen einstweiliger Einstellung schwebender Straiver- iahten gegen die Abgg. Fußangel und Thiele. Tie Anträge werden dcbatteloL a n g c n 0 m in e n. Ebenfalls debattelos werben in zweiter Lesung genehmigt die Gesetzesvorlagen über die Statistik des Warenverkehrs und über die Emluhrscheine (Wert- beflimmting) derselben im Zollverkebr. Es folgt die erste Beratung des Gesetzentwurfs betreffend Ausgabe von R e i ck) s b a n k n 0 t e n zu 1 0 und 20 Mark. Abg. Certel (natL) führt aus, diele Stückeluug erscheine ihm und feinen Fremtden nicht ganz unbedenklich. Wenn tndes bar- qctau werde, daß diese Stückelung untere Währung nicht berühre, werde seine Partei ihr zustinunen. Gelange die Vorlage zur Annahme, so würden die 50 und 20 Mark-ReichSkastenfeheme leben- falls tn Wegfall kommen müßen. 9lbg. Mare 0 ilr (ZentrmM beantragt Verweisung der Vorlage an eine Kommission. DaS Zentrum werde der Vorlage unter der Voraussetzung zustimmen, daß die Neichsbank mir 60 Mark- 3chemc, also nicht auch 20 Mark-Scheine ausgibt und daß dann die 50 Mark-Kassenscheme in Wegfall fommen und an ihrer Stelle mehr 20, 10 und 5 Mark-Kassenscheine ausgegeben werden. Abg. Graf K a n i tz (fonf.) siebt als Hauptzweck der Vorlage an, Schonung des Goldvorrates der Reichsbank. Alts jeden Fall fei das Rebencinanderbesieben von Neichskastenlcbeinen und Reichs- baiiknoten zu gleichen Apoints nicht 31t wünschen. Gebe man 50°Mk.-Rolen aus, dann müßten die 50-Mk.-Kassenschcme ver- ichwindeii. Weiter aber frage er, weshalb man nicht zur Befriedigung des Verkehrs nach kleinerem Gold in größerem Maßstäbe >ur Silbervräguug schreite. Jedenfalls muffe die Vorlage an einet besondere Kommission geben. Abg. Tr. Arendt (Rp.) erklärt, das Gesetz fe, für ihn unannehmbar, so lange der Reichsbank die nnbeschräiikte Aufgabe von fleinen Roten gestattet ist. Tie jetzt vorgeschlagenen Bestimm' ungen müßten jedenfalls zum Vorteil der Reichsbant ausfchlagen, und deshalb solle man mit dem Erlaß einer solchen Bestimmung mindestens warten bis zur Eriietterui'g des Bank-Privilegs. Ter wirkliche Grund zu dieser Vorlage fei, daß sich die Neichsbank- Venvaltiiug eben gar nicht mehr anders zu helfen wiße trotz der großen Geldvrodiiktion. Ctaatsfetretär Graf PosadowSky erklärt gegenüber dem Vorredner, unsere Retchsbank-Verwaltung habe stets mit der Zunahme der Goldproduktion gerechnet. Mit dem Vorschläge, die Reichskasscnscheiue zu 50 Mk. einzuziehen, erreiche man doch den angestrebten Zweck nicht. Tie Neichsbank Habe unserem Geld- ücrfebr unschätzbare Tiettste geleistet. Es werde fleh auch künftig gewiß eine Mehrheit sinden, die die Grundlage dieses Institutes unterstützt. Abg. Kamps (frf. Vv.) bestätigt, daß die Neichsbank niemals daS Interesse der Aktionäre im Ange gehabt habe, fonbern nur das öffentliche Intereße und das sei auch bei dieser Vorlage der Fall. Tas Cbecksystem halte er, da der Check fiel) nur auf Guthaben stütze, für immer noch bester als das Banknoten-Syslem, aber dann müste man für ein gut geordnetes Check-System sorgen. Aber statt dessen wolle die Negieiimg die Quittungen au8 Check« versteuern und selbst den Postanwelsimgsverkehr durch den Quittungsstempel verteuern. Neichsb.mrpräsident Dr. Koch legt zur Begründung der zeit- weis'gcu Erhöhung des Disronts auf 6 Prozent bar, w'.e aufcer- oTbcniitd) 00m Oktober ab die Ansprüche an die Neichsbank gestiegen feien und zwar entsprechend der Steigerung auf allen Gebieten des Wirt sch asts-, Dank- und Börsenverkehrs. 9lbg. Gamv (Rp.) führt lebhaft Beschwerde über die Hohe des Bank-Diskonts. Landwirtschaft und Industrie litten darunter. Es sei Zeit, endlich einmal dre eigentliche Ursache des hohen Drs-< konts zu erforschen durch eine Untersiichungs-Kommrssion. Staatssekretär Frbr. v. Stengel wendet sich gegen das Verlangen nach Einziehung der 50 Mk.-Reichskastenscheine m Verbindung mit der gegenwärtigen Vorlage. Geplant sei eine diesbezügliche Vorlage für später. Abg. Mommsen (srs. Vp.) glaubt, daß bie Vorlage gar nicht erst an eine Kommission zu gehen brauche, werde dies aber durchaus gewünscht, dann nur an eine besondere Kommission und nicht an die Budget-Kommission. Aus jeden Fall bedürfe eS keiner Dienstag 1&06 Bezu gSpretSr monalllch75Pf., viertelte, sie offen zu halten. Aus dem WittowSkiplah feuerte Militär, als ein Volkshrmfe versuchte, den Produktenmarkt zu sprengen; dabei g«ü es zwei Tote. Nach einer anderen Meldung aus Warschau wurde in der dortigen Festung eine Anzahl russischer Anarchisten und Komniuntsten erschossen. Von der schlesifch-rusfifchen Grenze meldet die „Schl. Ztg.": Infolge der Unsicherheit des Geldmarktes und besonders infolge des Mangels an flüssigem Kapital find in Zawiercie, Lodz und Sosnowice mehrere Fabriken, bereit jede 400 bis 500 Arbeiter beschäftigte, geschlossen worden. In Dendzin (Polen) wurde ein Police iw achtmeister hinterrücks erschossen. In Kurland dauert die Unterdrückung der revol. Letten erfolgreich fort, weil feit den letzten acht Tagen sehr energisch vorgegangen wird. Jeder, der verdächtig ist, an Plünderungen und Vrcmdstiftungen beteiligt gewesen zu sein, wird sofort erschossen. In Odessa wurden vorgestern und gestern wieder Bombenattentate verübt. In Petersburg wurde Alexei Suworin, der Herausgeber der „Nuß", die jetzt unter dem Titel „Molwa" erscheint, wegen Preßvergehens zu einem Jahr Festungshaft verurteilt. Deutsches Ueich. Berlin, 22. Januar. In Gotha verlautet, daß bei Kaiser am 6. Februar zum Besuche des dortigen HofcS em trifft. Königsberg, 22. Januar. Der Redakteur bet hiesigen sozialdemokratischen »Volksztg." EriSpien wurde heute verhaftet, weil er in einem von ihm veröffentlichten Bericht über die Gerichtsverhandlung gegen den sozialdemo- lratifchcn Stadtv. Loebe in BreSlau, den Redakteur der dortigen „Volksmacht", der wegen der Aufreizung zu den Demon- sl'rationsversammlungen verurteilt worden ist, die aufieizcnden Worte Loebes veröffentlicht hat. Gegen Redakteur Marchio- nini von der Königsberger „Volksztg/ ist ein Verfahren wegen MajestätSbeleidigung eingeleitet worden wegen eines Zusatzes, den er zu einer Zuschrift aus Gumbinnen veröffentlicht hat. Breslau, 21. Januar. Beim Bczirksleiter Schlegel des gewerkschaftlichen Metallaibciterprrbaudes hielt die Kri- m.nalpolizet eine Haussuchung nach Waffen ab, ohne jedoch welche zu finden. Stuttgart, 22. Jan. Durch eine Mmistertalverorb- nung über die Prüfung für den Dienst bei den Verkehrsanstalten ist bestimmt worden, daß von Beginn des laufenden Jahres an die Kandidaten des höheren Eisenbahn-, Post- und Telegraphendienstes, soiveit sie die endgültige Staatsprüfung bestanden haben, in daS Verhältnis von Eisenbahn- oder Postasfefforen eintreten. Diese Benennung findet auch auf die Eisenbahn- und Posl-Reseren- bare erster Klaffe Anwendung, welche die höhere Tienst» Prüfung noch nach den früheren Vorschriften abgelegt haben. Die Eisenbahn- und Post-Referendare zweiter Klaffe erhalten künftig die Benennung „Referendare". Stuttgart, 22. Januar. Die heute hier abgehaltenc sozialdemokratische Gedächtnisfeier für die ruf. fische Revolution war von etwa 2000 Personen besucht und verlief ruhig. Es würbe eine Resolution angenommen, die im ersten Teil denen in anderen Orten gleich war, zum Schluß aber dagegen protestiert, daß noch vor Abschluß der VersassungSrev if ion in Württemberg versucht wird, durch Einführung benifsständifcher Vertreter als Ersatz für die Privilegierten int Landtag daS vom ganzen Volke verlangte allgemeine Wahlrecht zu falschen, und die Erwartung ausspricht, daß die sozialdemokratische Fraktion alle darauf gerichteten Versuche entschieden bekämpfen roirö. Karlsruhe, 22. Jan. In der heutigen Sitzung der zweiten Kammer sind folgende fozialdemokratischen Anträge eingegangen: 1. Die Regierung ’pu ersuchen, dem Landtage eine Vortage zuaehen zu lassen, durch welche die Festsetzung der Tarife für den Personen- und Güterverkehr auf den badischen Staatseifenbahnen ge- sdtziich geregelt wird. 2. Dem Landtage eine Vorlage zugehen zu lauen, durch welche die Institution des Eisenbahnrates auf eine gesetzliche Grundlage gestellt und eine an- gemessene Vertretung im Landtage dem Eisenbahnrale gewährleistet wird. 3. Einen Gesetzesvorschlag betr. Die Aufhebung des Artikels 3 des Gesetzes vom 20. Juni 1874, der die Einführung des Nerchspreffegesetzes be- nach kein Soldat die Mainzerstraße passieren dnrite. ZLußland in giohn. In Warschau ereignete jicy am 22. Januar im Palars des Grasen Zamoisky eine furchtbare Ga s-Ex- plosion. Ein Teil des Mauerwerks wurde eingerissen, sodaß einige Räume sichtbar wurden. Eine nachfolgende Feuersbrunst zerstörte das ganze Tachgesck>oß. 7^Personen, die noch in ihren Betten lagen, wurden durcy die Explosion - ins Freie befördert und schwer verwundet. Äug) in einigen Nebengebäuden und der Staatsbank wurden durch den Luftdruck Scheiben eingedrückt. — Die Sozialisten stierten dort und in Lodz, Odessa u. a. O. den 2ahr.os- iüu der Petersburger Ereignisse Dadurch, daß sie wcht arbeiteten und andere zwangen, die Arbeit einzustellen. Tie Kaufleute waren in kritischer Lage: die Revolutionäre zwangen jie, ihre Geschäfte zu schließen, die Polizei zwang Parlamentarisches. Berlin, 22. Ian. Im Reichstage teilte Präsident Gra MaNestrcm mit, büß bcr ALg. SartoriuS sein Man dar T i e b c t \ c g i c. ———— i-N— 1. Kcsjischer Ka»rw>ike^ug. R. B. Darmftadt, 22. Ian. Der erste hessische Handu^erkerlag wurde heute vormittag Halb 11 Uhr im städtischen Saalöau in Gegenwart vrcler Dunberte von Vertretern des Handwerks aus allen Zeilen des Landes eröffnet- von auswärts waren mehr als üOO Teilnehmer erschienen. Der Vorsitzende, S^ewerderat Falk, gab m feinen Begrnftnngsworten der Freude über beit fo zahlveichen Besnch Ausdruck und da7iklc besonders der Großl). Regierung, die hinsichtlich der Förderung des Handwerks an der Lpitze aller deutschen Bundesregierungen marschiere, für ilwe tatkraittge Unter- stützuna, besonders auch t>cn anwesenden behördlichen Vertretern: Geh. Rat Braun, LtaatsVommisfar Oberrcgicrungsrat Dr. Wagner, von der Dauabteilung Banrat Wagner, von der Bürgermeisterei Beig. Jäger, und von der Grosth. Zentral- '(leite Regierungsrat Roack und Gewerberat Reuter Die An- svrache sck'loß mit einem dreimaligen Hoch auf den Grofchcr-og. Geb Rat Brann dankte n-mens der Regierung und ihrer Vertreter für die Worte der Anerkennung. Der allgemeine Hand- wcrkertag könne durch eine gründliche Missprache über seine Interessen sehr nützlich wirken, trotz der bestehenden gewerblichen Vertretungen und der erfolgreichen Tätigkeit der .Handwerks ckammer. Die Regierung freue sich über die rege Betätigung der ^Interessen des Handwerks und wünsche der Tagung den allerbesten lErfolg. — Namens der Stadt begrüßt Beig. I ä g e r die Versamm- lung. Dann erstattet der Svndikus der Handwerkskammer, Engcl- bach, einen ausführlichen Bericht über die Tätigkeit der Handwerkskammer. Diese wurde nach den Vcstimm- .ungen des Gesetzes vom 26. Juli 1897 im Jahre 1900 errichtet, die Bestimmungen über die Führung des Meistertitels traten 1901 in Kraft. Es seien im Laufe der verflossenen Jahre eine Reihe wichtiger Bestimmungen im Interesse des Handwerks getroffen 'worden, so namentlich über die Regelung des Lehrlinaswesens, !und die Anlegung von Lehrlingsrollen, über die Gesellen- und Meisterprüfungen, von welch letzteren durchschnittlich im Jahre 150 stattfanden. Trotz der vielen neugcschafscnen Maßnahmen im Interesse des Handwerks sei ein weiterer Aufbau und Ausbau »ach den Bestimmungen des Reichsgesetzcs von 1897 notwendig, auch eine weitere energische Vertretung der wirtschaftlichen Interessen des Handwerks. Redner bespricht dann die Frage der Verbesserung des VerdingungS- und Genossenschaftswesens, des Befähigungsnachweises, der Sicherstellung der Vauforderungen, die alte Forderung der obligatorischen Alters- und Invalidenversicherung, die Klagen über die Konkurrenz der staatlichen Gewerbebetriebe, . der Konsumvereine, des Fach- und Fortbildungsschulwesens usw. Die Handwerkskammer sei stets auf die aus dem Kreise der Interessenten an sie herangctretenen Anfragen und Anregungen eingegangen, habe sie eingel-end geprüft und habe in jeder Weise die Interessen des Gewerbes zu wahren sich bestrebt. Zu Punkt 2 der Tagesordnung berichtet Obermeister Lautz- Darmstadt eingehend über das Gesellen- und Meister- Prüfungswescn, wobei Redner besonders beklagt, daß die Bedeutung der gesetzlichen Bestimmungen darüber lange nicht genügend erkannt werde. Um eine bessere Ausbildung im Handwerk zu erreichen, müsse besonders auf eine strenge und korrekte Durchführung aller diesbezüglichen Vorschriften hingearbeitct werden. Hierzu beantragt der Ortsgewerbeverein Michelstadt: Die Ser für die Gesellenprüfung festgesetzte Prüfungsgebühr soll näher zu bestimmenden Sätzen erhöht werden, wenn die Prüfung nicht bei der ersten Gelegenheit nach beendeter Lehrzeit abgelegt, sondern ohne triftigen Grund ein oder mehrere Male verschoben wird. Das Doppelte von dem jeweils sich ergebenden Satz soll erhoben werden, wenn der Lehrmeister weder einer Innung noch einem Gewerbeverein als Mitglied angehört, also das aktive Wahlrecht zur Handelskammer nicht besitzt. — Der Ortsgewerbeverein Homberg beantragt: Die Handwerkskammer Darmstadt wird ersucht, eine schärfere Kontrolle über die Führung des Meistertitels ousüben zu lassen, um diejenigen Handwerker, welche berechtigt sind, den Meistertitel zu führen, gegenüber den anderen mehr als seither in Schutz zu nehmen und somit dem Meistertitel als solchem eine größere Bedeutung zu verschaffen. Neber das Thema entspann sich eine eingehende Debatte, an der sich namentlich beteiligten M a r b u r a-Michelftadt, Petri- Gießen, Schwärz-Mainz, Nessel-Offenbach, Söejn z-Gvd- delau, Stier-Rödelsheim, G e r st e r -Mainz, Sames - Darmstadt, welch letzterer beklagt, daß bei den Vorschriften für das Handwerk zu viel schablcmisiert und ins Kleinliche gegangen werde. Gewerberat Falk weist diesen Vorwurf als unbegründet zurück und betont, daß sich die erlassenen Vorschriften aus die reichsgesetzlichen Bestimmungen stützten. Nach weiteren Bemerkungen von Nl l e n do r f-Mainz, N o l d - Stockftadt, Schön-Büdingen, D u ch a r d t - Lauterbach, betont Obermeister L a u tz- Darmstadt in seinem Schlußwort, daß alle von der Handwerkskammer erlassenen Vorschriften erst nach genauer Prüfung und Umfrage bei den verschiedenen Crganifationeu erfolgt seien. — Damit war die Diskussion geschlossen. Eine Abstimmung über die beiden Anträge fand nicht statt, doch sagte der Vorsitzende genaue Prüfung und tunlichste Berücksichtigung der darin enthaltenen Wünsche $u. — Ueber Punkt 3 der Tagesordnung „Das VerdingungS-- wesen", referiert Stadtverordneter Rockel-Darmstadt. Redner empfahl zum Schluß seiner eingehenden Darlegung die Zustimmung der Versammlung zu dem Antrag des Ortsgewerbevereins Michelstadt: „Die Handwerkskammer wird ersucht, darauf hinzuwirken, daß bei Vergebung öffentlicher Arbeiten nur solche Handwerker als Bewerber zugelassen werden, die das Recht haben, den Meistertitel zu ftihren." Dieser Antrag fand allgemeine Zustimmung, nachdem eine Anzahl von Vertretern der Ortsvereine, die Herren Winn-Gießen, Georg-Friedberg, St eine l- Darmstadt, Frey-Gießen, Falk-Mainz sich zur Sache geäußert. Ueber den nächsten Punkt der Tagesordnung, Befähig- trngsn a chweis, referiert Gewerberat Falk. Derselbe bespricht eingehend. den preußischen Antrag im Bundesrat, nach welchem, den Bestimmungen der Gewerbeordnung an geeigneter Stelle hinzu gefugt werden soll: Mangel an technischer Äirbildung rann als eine Tatsache im Sinne des Wsatz 1 Bauleitern ober Bauunternehmern, ober Personen, die einzelne Zweige deS Baugewerbes betreiben, gegenüber nicht geltend gemacht werden, wenn sie sich im Besitze eines Zeugnisses über die Mlegung einer Prüfung für den höheren oder mittleren Staatsdienst ober eines Prüfungszeugnisses einer ftaatlidyen oder von der zuständigen Landesbehörde ihr gleich gestellten baugew-erMchen Fachschule befinden, ober wenn sie ir.8 Diplom eines Dplomingcineurs erworben oder vor einer gemäß § 133 errichteten Prüfungskommission die Meisterprüfung in einem zum Baugewerbe gehörenden Handwerk abgelegt haben. Die Landeszentralbehörden sind befugt, zu bestimmen, welche sonstigen Prüfungen den Prüfungen in diesem Sinne gleichzustellen sind." Weiter soll noch eingeschaltet werden: Die unteren Verwaltungsbehörden können bei solchen der baupolizeilichen Genehmigung unterliegenden Bauten, zu deren sachgemäßer Ausführung nach dem Ermessen der Behörde ein höherer Grad praktischer Erfahrung ober ted> bischer Vorbilbung erforderlich ist, im Einzelfalle die Leitung und Ausführung durch bestimmte Personen untersagen, wenn Tatsachen vorliegen, aus denen sich ergibt, daß sie wegen Unzuverlässigkeit zur Leitung und Ausführung des beabsichtigten Baues ungeeignet sind. Der Redner empfahl dringend die Annahme dieser Anträge, die durchaus im Interesse der Meister lägen. In einer längeren Debatte über diesen Punkt äußerten sich Marburg -Michelstadt, Winn-Gießen, Schäfer -Worms und G e or g-Friedberg, worauf in einem Schlußwort vom Vorfitzenden konstatiert wurde, daß die Versammlung eüiflimmig den vorerwähnten Anträgen ihre Zustimmung erteile. Zu Punkt 5, Beauftragtenwesen, erstattet zunächst Kehl- Worms sein Referat, in welchem er die Ergebnisse der von ihm als Beauftragter der Handiverkskammer vollzogenen jtouttolle der Handwerksbetriebe näher barlegte. Ebenso beiprach Nessel-Offenbach seine bei der Inspektion gemachten Wahrnehmungen. Die Versammlung erklärt sich nach, eimgen Bemerkungen von Marburg-Michelstadt und Nie hl-Nleber- Olm mit dem Antrag Michelstadt einverstanden: „Bei der Ueber- wachnng des Lehrlingswesens sollte die Handwerkskammer, statt der für den Anfang wohl berechtigten Milde, in Zukunft Strenge anwenden und jede llcbertrctung der bezüglichen Vorschriften durch Strafantrag verfolgen." Punkt 6 betrifft W Genossenschaftswesen. Genossen- schastsdirektor P ä ch - Darmstadt macht Mitteilung über die Einkaufsgenossenschaft für Werkzeug, Maschinen usw. und teilt mit, daß sich der Umsatz auf nahezu V4 Million Wert gesteigert habe. Es sei ober dringend erforderlich, daß alle Handwerker ihre Werkzeuge usw. nur von der Genossenschaft bezögen und daß sie sich anch mit Kapital an derselben beteiligten. Stadtv. Rockel- Darmstadt weist darauf hin, daß in der Gwßh. Zentral-Ge- werbehalle demnächst eine Musterausstellung arrangiert werde, bei welcher die Handwerker Gelegenheit erhalten würden, alle Handwerkszeuge usw. zu betrachten. Redner empfiehlt besonders eine größere Kapitalbeteiligung an der Genoffenschaft. Der hiesige Ortsgewerbeverein habe sich erst mit 5000 und jetzt mit weiteren 3000 Mark daran beteiligt, und dieses Beispiel sollte auch von den übrigen Vereinen im Lande eifrig nachgeahmt werden. lieber die 1907 stattfinbendc Hessische Landes-Ausstellung für freie und angewandte Kunst, Darmstadt 1907 berichtete der Vorsitzende. Dieselbe solle besonders dem Künsthandwerk Hessens Gelegenheit zu einer zahlreichen Beteiligung darbieten und die Handwerkskammer sei gern bereit, den ansftellenden Handwerkern in jeder Richtung mit Rat und Tat dabei an die Hand zu geben. Geheimrat Braun betont, die Ausstellung solle ein Zeugnis ernster Arbeit des hessischen Handwerks borbieten. Es komme namentlich darauf an, neben dem Können unserer Großindustrie auch das Können der Kleinen zu zeigen. Deshalb sollen die Anhäufungen von Massenproduktionen, die sog. Warenhausprodukte, möglichst vermieden und nur selbständige Arbeiten, die einen künstlerischen Gedanken verraten, dnrgeboten werden. Es sei beabsichtigt, schöne Kollektionen verwandter Industriezweige, mufiergittige lün Igewcrbliche Arbeiten und besonders auch eine Anzahl W e rkftä11en int Betrieb zu zeigen, Schmiede, Tischlerwerkstatt usw. damit das Publikum einen Begriff davon erhalte, wie der Meister schafft und arbeitet. Hier sollten alle Kräfte des Landes zusammenarbeiten, so Großindustrielle wie der Kleinproduzent, um im Interesse des ganzen Landes einmal öffentlich zu zeigen, was Hessen zu leisten imstande ist. (Lebh. Beifall.) Der vorgerückten Zeit wegen wurden dann noch mehrere zur Beratung stehende Anträge der Ortsvereine von Lich, Butzbach und Gießen von der Tagesordnung abgesetzt, resp. der Handwerkskammer als Beratungsmaterial überwiesen. — Der Tagung schloß sich ein gemeinsames Mittagsmahl von über 300 Gedecken an. Hierbei brachte Geheimrat Braun ein dreifaches Hoch auf den Großherzog aus, Stadtv. Rockel gedachte der warmen Für- forge der Staatsregierung für das Handwerk und brachte dieser und Geheimrat Braun ein dreifaches Hoch dar, worauf letzterer mit einer längeren Rede auf den Gewerbcftaud erwiderte. Petri- Gießen feierte den Gewerberat Falk, dieser toastete auf das deutsche Handiverk und Mm Schluß M ö sc r - Darmstadt auf die Handwerkskammer. * Dom Ortsgewerbeverein Gießen! war zu Punstt 5 Verdingungswesen folgender Antrag durch Herrn H. Winn gestellt worden: Bei Ausschreibung von Sauarbeiten soll darauf hingewirkt werden, daß alle arszuführenden Arbeiten genau beschrieben und jede einzelne Arbei für sich, in einer Position, getrennt auf- gesührt werden. ES war seither Gepflogenheit, daß mehrere Leistungen in einer Position vereinigt worden sind. Dieses hatte zur Folge, daß die Berechnung der Offerte sehr erschwert und eine , richtige und genaue Preisabgabe unmöglich war. Für Arbeiten, welche nach bestimmten Details auszuführen sind, sollen dieselben bei dem Ansschreiben vorliegen. Die Bezeichnung „n a ch näherer^Angabe" soll verschwinden. Zum Schluß stellte Herr Winn noch folgenden Antrag: Die Handwerkskammer wolle darauf hinwirken, daß bei Streitigkeiten im Baugewerbe Schiedsgerichte ähnlich den Handelsgerichten errichtet werden, tvelche Streitigkeiten bei Bauten endgiltig regeln. Dieselben sotten bestehen aus 1 Richter als Vorsitzenden und zwei Fachleuten als Beifitzer. Beide Anträge wurden der !panb= Werkskammer als Material zur Berücksichtigung überwiesen. Aus Sta>t und Land. Gießen, 23. Januar 1906. ** Kunstverein. Die gegenwärtige Ausstellung, die in der vergangenen Woche eine nahezu vollständige Erneuerung erfahren hat, kann nur noch dis einschließlich Donnerstag so verbleiben, es sei daher der baldige Besuch der Ausstellung nochmals aufs angelegentlichste empfohlen. Freitag bleibt die Ausstellung wegen teilweisen Wechsels der Gemälde geschloffen. Sie ist sonst täglich mit Ausnahme des Samstags von 11 bis 3 Uhr, und Mittwochs auch noch nachmittags von 3 bis 5 Uhr geöffnet, Sonntags ununterbrochen von 11 bis 3 Uhr. ** Bei der zweiten großen allgemeinen Kanari en-Ausstellung erhielten nachstehende hiesige Züchter Preise: L. Beinborn 2 II. Preise; Ang. Felsing 1 L, 2 II., Ehrenpreis für die beste Gesamtleistung, II. Mit- glieder-Ehrenpreis, I. Ehrenpreis und silberne Medaille für Selbstzucht; Jak. Koch 2 II., 2 III.; Wilh. Leichtweis 1 I., 5 II., 2 III., IV. Mitglieder-Ehrenpreis; Wilh. Müller 6 II., 2 III., III. Mitglieder-EhrenpreiS, III. Ehrenpreis ür Selbstzucht; L. K. Petri 7 II., 1 III., II. Ebrenpreis und silberne Medaille für Selbstzucht; A. Starke 3 I., 1 II.. I. Mitglieder-Ehrenpreis; K. Viertelhausen 1 L, 3 II.; Ferd. Wiedmeyer 4 III., Georg Malkomesius für Distelfink- bastard I. Preis und Ehrenpreis; Hugo Sann für Eroten . Preis; Karl Glimbel für Schmetterling II. Preis; PH. Horrmann für Futter und Fabrikate zur Zucht und Pflege der Kanarienvögel und Exoten I. Preis und Ehrenpreis und goldene Medaille; Edgar Borrinann für Vogel- täsige und Züchter-Utensilien L Preis. ** Aus dem Bureau des StadttHeaters. Auf die morgige V olksv o rstellung (Glas Wasser) fei auch an dieser Stelle hingewiesen. ** Die Tegernseer hatten auch bei ihrem gestrig:n 2. Gastspiel, das wiederum vor auSverl'austcm Hause ftntt» and, einen vollen Erfolg. Tos zur Darstellung gebrachte Solksstück von Georg Fäschel „Ter Lehrer vom See- p i tz" ist durch den Widerspruch, den es in klerikalen Kreisen erfuhr, bekannt geworden. Wer aber in dem Stück eine interessante dramatische Schilderung des Kampfes um bie reie Schule erwartet, wird enttäuscht sein, denn gerade in dem Augenblick, in dem des Lehrers vom Seespitz Eintreten für den Satz „dem Pfarrer die Kirche, dem Lehrer die Sü)ule" zur Katastrophe zu führen scheint, löst sich alles in Wohlgefallen auf. Die Liebe des Lehrers zu Vevi, der Frucht einer Jugendsünde des geistlichen Herrn, uhrt zu dem versöhnenden Sck)luß. Das Stück weist alle Gestalten auf, die uns die Tarstellungen der oberbayerischen Bauerntheater so anmutig machen: den strengen Priester, scheinheilige Bauern, lustige zum Raufen aufgelegte Burschen, den Torflumpen und das kreuzbrave arme Tirndl nebst der dazu gehörigen abschreckenden Nebenbuhlerin, dazu Mustk und der übliche Schuhplattler, der vorzüglich getanzt wurde. Im Mittelpunkt des Interesses steht die sympathische Gestalt des Lehrers, der von Toni R ö ck l eine recht ansprechende Darstellung fand. Auch der Pfarrer des Dertl Schulte s verdient alle Anerkennung und ebenso der Darsteller des scheinheiligen Schwarzenhofbauers Sepp Kost, sowie der Maler-Sepp des Simmerl M e i e r h o s e r. Das komische Element kam durch Maxl Schultes (Torflump), die heiralstolle Apollonia (Mirzl W i l m e r). die Posthalterin (Mirzl R e i ch l m a i r), die Fleckbäuerin (Mirzl Vollnhals) und die lustige Stasi (Friedl Schmid) in bester Weise uun Wort. Eine sehr hübsche Leistung war die Vevi von Lisi Gritl. Tas Zusammenspiel war gut und zeigte, dag dank der klerikalen Propaganda „Ter Lehrer vom Seespitz" zum meist aufgeführten Stück der Truppe gehört. ** Evangelischer Arbeiterverein. Beim Vortragsabend am Sonntag war der Saal von Zuhörern überfüllt. Prof. Ko ob gab in leicht verständlicher Weise Erläuterungen über den Planeten Mars, welche durch Vorführung zahlreicher Lichtbilder, Aufnahme des Mars, sowie anderer Himmelskörper ergänzt wurden. Lebhafter Beifall dankte dem Redner für seine intereffanten Darbietungen. ** Ein Eisenbahnunglück bei Da rm st a dt. Wie unS drahtlich gemeldet wird, fuhr gestern abend auf der Station Kranich ft ein ein Materialzng einem rangierenden Güterzug in die Flanke. Fünf Wagen wurden umgeworfen und stark beschädigt. Der Maschinenführer deS Materialzuges fiel infolge deS erlittenen schreckens in Krämpfe und wurde in das Darmstädter städtische Krankenhaus verbracht. ** Kleinbahnidyll. Ms sich am vergangenen Samstag der Zug um 9.19 vorrn. in Frischborn (Strecke Lauterbach—Grebenhain—Crainfeld) in Bewegung setzte, um gemütlich gen Lauterbach zu dampfen, kamen auch zwei grauen versp..let an, welche den eben abgefahrenen Zug benutzen wollten. Kurz entschlossen, unternahmen sie einen Dauerlauf hinter dem Zuge her und er-, reichten ihn glücklich in Blitzenrod, wo sie denselben zur Weitcrsahrt benutzten. p Leihgestern, 21. Jon. Am vergangenen SamK- tag hielt der L a n d w i r t s ch a f t l i ch e K o n s u m v e r e i n I seine Generalversanrinlung ab. Es wurde eine Dividende von 7l,2 Proz. festgesetzt. Herr Johann Gg. Tutenhöfer verstand in einer Ansprache ausgezeichnet, die Verdienste; des Vorstandes und Aufsichtsrots hervorzuheben und fand damit lebhafte Zustimmung. r Beuern, 22. Jan. Der Gesangverein ^Poly- Hymn i«' hielt gestern abend seinen Winterball ab, welchem Theater, lebende Bilder, Musik- und GesangSvorträge vorausgingen. Tie 9lufführungen verliefen sehr schön, ganz besonders die lebenden Bilder. Dem Verein, sowie seinem unermüdlichen Dirigenten Lehrer Aleter wurden lobende Anerkennungen zuteil, ebenso der guten Musik. Zu gleicher Zeit hielt der Eesangverein Liederkranz seinen Ball ab, der ebenfalls, trotz der kurzen Zeit des Bestehens dicsc- VercinS infolge der guten Leistungen bestens verlief. —t— Lana-Göns, 21. Inn. Ter Zusammenschluß der ober hessisch en Posannenchöre zums Verband unter diesem Namen Hai sich heute hier vollzogen. Die versammelten Vertreter der Chöre von Ober-Mockstadt, Lang-Göns, Klein-Linden, Großen-Linden, Holzheim, 6)ießen, Allendorf, Friedberg und Stockhausen stellten die Verbandssatzungen fest und wählten zum Versitzenden Professor Tr. Wurste.r zu Friedberg, zum Scl)riftführer Pfarrer Kalb- Henn zu Ober-Mockstadt und zum Rechner Herrn Boll von hier. Ter Beitritt und die Gründung neuer Vereine darf erwartet werden. Mit musikalischen Tarbietzungen beabsichtigt der Verband zunächst beim hiesigen Missionsfest int Sommer d. I. hervorzutreten, lieber die allenfallsige Beteiligung bei dem Trachtenfest in Butzbach konnte ein Beschluß nicht erzielt werden, da einigen Vertretern dieser Gegenstand neu war und sie der Instruktion der von ihnen vertretenen Vereine entbehrten. Mainz, 26. Jan. Sicherem Vernehmen nach wird im August der Kaiser wieder hier eintreffen, um eine Truppenschau auf dem großen Sand abzuhalten. Im vorigen Sommer ist die Truppenschau ausgefallen. Ter Gros; Herzog wird voraussichtlich, wie bisher immer, teilnehmen. Bingen, 22. Jan. Einen tollkühnen Streich verübte heute nacht der verheiratete Maurerparlier Schiffer- stein aus Gaulsheim, der in Bingen beschäftigt ist. Bei ferner Heimfahrt überfuhr er die Station Gaulsheim und sprang oberhalb des Ortes aus dem bereits in voller Fahrt befindlichen Zuge. Es ist fast als ein Wunder zu bezeichnen, daß der Tollkühne nicht ums Leben kam, er erlitt aber beträchtliche, wenn auch nicht lebensgefährliche Verletzungen. Roch in der Nacht wurde er iuS Biuger Hospital gebracht. (M. Tgbl.) p. Aus dem Kreise Wetzlar, 22. Jan. Bedingt durch den voraufgegangenen KvhlenauSfall (Streik!) waren die vorjährigen Brenuh oI ' prei se hoch geschraubt. Tie Abnahme, diesmal würden sich die Preise niedriger stellen, bestätigt sich nach -den bis jetzt zum Verkauf gebrachten Hölzern nicht. Tas Klafter Scheitholz wurde mit 32—36 Mk. bezahlt. Roli-cheit hatte ungesähr denselben Preis. Tas Meter Prügelhoi; stellte sich auf 6 und 7 Mk. 12—14 Pfg. kostete die Turclfforstu'.igSirelle und die Oberholzwelle durchschnittlich 8 Pfennig. Für den Brennholz kaufenden „kleinen Mann" bedeuten diese Preise einen gehörigen Griff ins Portemonnaie. [1 Marburg, 22. Jan. Bei Oberrosphe wurde ant Samstag der 18jährige Holzfäller Schwarz durch einen umsturzenden Daum getötet. HiiievßnuQ eines brasilianischen Kriegsschiffes. Ein fürchterliches Marincung l ück wird auS Rio de Janeiro vom 22. Januar gemeldet: In der vergangenen Nacht ereignete sich an Bord des brasilianischen Linienschiffes „Aguidaban^ eine Expl o sio n. Das Schiff ist gesunken. Die ganze Besatzung, ungefähr 300 Mann, soll mit Ausnahme eines Offiziers, der gerettet sein soll, umS Leben gekommen sein. So lautete die heute früh unS vorliegende Meldung. Um V» 11 Uhr heute vormittag erhielten wir dann folgende Drahtnachricht: Rio de Janeiro, 23. Jan. Ter Panzerkreuzer Barrosa, der sofort mit den Ministern an Bord an die Unfallstelle des Aquidaban abfu ,r, kam mit Verwundeten an Bord wieder in Rio de Janeiro an. Bei der Explosion sind umgekominen: Der Marineminister, die Studienkommisfion des neuen Arsenals, vier Kontreadmirale, der Kap tän des Aqui' daban, zwei Fregatteukapitälle, zwei deutjche Photo- Handel des 4 °n Öesterr. Goldrente Ob1; chlcR. Eisen-Industrie 132 15 . 67.05 I Gott’iardbahn . 93 75 besteht in Gehirn-Anämie ■ Spezialhaus für Galanterie-, Glas-, Porzellan-, Emaille- und Haushalt-Waren. a”/1 mir -ZW Psy. | 4 Stück: 2 Messer nnl? 2 ßahcln 1 VWtnch-WaMM uni 1 Stück nute loikiien^ci'e n»r 43 Pk. K W! des Verbotes der Behörden Republikaner im botanischen 3 >5°', Lombard Eisenbahn Gestern Staatsbahn . 116.80 23*80 142.10 Harpener Bergwerk I.anrah’tte . . Lombarden E. B Nordd Lloyd . . Türkenlose . . • E . 215.00 . 245.70 . 176.50 . 147.70 . 241.60 . 93 20 . 165.70 München, 23. Ian. Herzogs von Luxemburg 137.75 127.00 261.00 224 70 166 50 21550 24'00 127 40 Türkenlose .... 4% Griech. Monopol-Aul. \% äussere Argentinier Diese und nächste Beichsinleihe do. Konsols . . do. . ■ Hessen . . . Oherhe’sen 4% 4% 3%e'( 3% nur 48 Pf. K M •-» N T'erl’ner Handcl«~es. . Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank • Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . . Kreditaktien . • _. . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . . . Zlrbeiterbewegung. EilN, 22. Ian. Die aus 3000 Bergleuten bestehende Belegschaft im Trisailer Kohlenbergwerk ist wegen Nichtbewilligung einer 20 proz. Lohnerhöhung in den Streik getreten. Die Streikenden verbietten Prfi rrn-rin'-flo mrh ruhio. besorgt. Wien, 23. Jan. Die ungarische Negierung hat eme Verordnung ertasten, durch welche unter Berufung auf die Veterinär - Konvention die Einfuhr von Rindern, Ziegen und Schafen aus Serbien wegen Milzbrands und die Einfuhr von Schweinen von dort wegen Schweinepest untersagt wird. Wegen unter- [offener Anzeige dieser Seuchensälle wurde die Einfuhr frischen Fleische? aller dieser Tiere aus Serbien gleichfalls verboten. Die Verordnung, die morgen veröffentlicht wird, ist den Grenzzollämtern gleichfalls mitgcteilt worden und tritt mit dem heutigen Tage in Kraft. Petersburg, 22. Jan. (Petersb. Telegr.-Ag.) Der heutige Tag ist ohne Zwischenfälle verlaufen. Die Mehrzahl der Fabriken ist in Betrieb. Auch in Moskau, wo ebenfalls Kundgebungen veranstaltet wurden, arbeiten fast alle Fabriken. Rach Meldungen, die sonst aus dem Innern des Reiches eingelaufen sind, ist die Ruhe nirgends (^rtnüial-Drrtliim'Dunqni. RB Darmstadt, 23. Jan. Ein Hauptmann des hiesigen Trainbataillons ritt heute nacht 2 Uhr auf einem Dienstweg mit seinem Burschen durch die Landskronstraße, in welcher gegenwärtig Kanalarbeiten ausgeführt werden. Beim Uebersetzcn über eine Ausschachtung stürzte der Hauptmann mit seinem Pferde in den 3 Meter tiefen Graben. Er trug schwere Verletzungen davon, die eine Verbringung in das städtische Krankenhaus notwendig machten, während das Pferd sich den Leib aufgeschlitzt hat. Berlin, 23. Jon. In gut unterrichteten parlamentarischen Kreisen rechnet man mit Sicherheit daran-, daß die verbündeten Regierungen den von verschiedenen Seilen im Reichstage bei den Steuerdebatten befürworteten Plan der Einführung eines Kaliausfuhrzolles näher treten werden. Düsseldorf, 23. Ian. Die Hauptversammlung der Düsseldorfer Bank nahm das Angebot der R h e in.-W e st s. Tiskontogesellschaft auf Uebernahme der DüsseldorferBank mit einer in letzter Zeit getroffenen Abänderung an, nach der die Rh.-Wcstf. Tiskontogesellschaft 30 Proz. bar auf jede alte Taufendmarkaktie und für jede mit 25 Proz. einge-ahlte junge Aktie 50 Mk. bar vergütet. Hamburg, 23. Jan. Wegen Verbreitling eines Flug, blaites wurde gegen 3 Mitglieder der sozialdemokratischen Partei eine Untersuchung wegen Aufruhrs, Auf- 172 40 143.00 241 60 183.00 18^.40 165.60 112.00 Telefonisch*» Kursberichte Giessener Anzeigers. mit?eteilt von der Bank für und Industrie, Giessen. Frankfurter Mörse 23. Januar, 1.15 Uhr. . 126.90 . 145.40 1 i 3% Mexikaner . . 1 xa °i0 Chinesen . . Aktien: Bochum Guss . . . Buderus E. W. . . Tendenz: ruhig- Berliner Canada E. B. . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: lustlos. 100.45 100'0 SS.bO 10605 67.80 68.10 92.10 n.95 91 80 145.60 53 70 90 90 Sraphen, ein ZeitongSberichterstatter und fast alle Offiziere. Im ganzen gab cs 196 Tote und 36 V erw und ei e. Es wurde öffentliche Trauer angeordnet, die Theater find gescklosien. 1 WchWecke bcf“ c"l,1Uät 1 Meter 10 Etm. lang vO Pf. 10 Stück Tassen 4o echt Porzellan, nur Pf 8 Stück: 4 Lössel uni) 4 Eabdii m„ 48 M. t?erkmnffsta@a Auf die Preiswertigkeit der anfgesührten Gegenstände machen wir aanz besonders ansinerkiain und bemerken, hast diese Artikel auf besonderen Verkanfstifchen in unseren Geschäftsräumen ausgestellt find, und ist Besichtigung auch ohne Kaufzwang gestattet. reizes und Hochverrats eingeleitet. Die Krankheit des Groß- Brautpaare erhalten bei Einkauf ihrer Küchen-Einrichtung eine Laiupe, ein Bierservice oder ein Kaffeeservice als Geschenk. 0 Pckte RL"Ü,in.Wilstz'>iIi>cr - 43 Pst weibliche Mitglieder der revolutionären Kampforganisation estgenommen. Sie trugen feingeschliffene Dolchc bei sich. Chicago, 22. Jan. Hier wütet ein schwerer Schn ee- und .Hagelsturm, wie er seit Jahren nicht vorgekommen ist. Tie Stadt ist tatsächlich von fast allem Verkehr ab-eschnitten, da die Telegraph-endrähte zerstört sind Ter Verkehr der tönebbabn wird eingestellt werden müssen. Tie Eisenbahnzüge treffen mit stundenlangen Ver- pä tun gen ein. Ter Sturm erstreckt sich auf einen Umkreis von 60 Meilen. g e stö rt worden. Petersburg, 23. Jan. Während der Wasterweihe in Zarskoje-Sselo wurden 2 als Klosterschwestern verkleidete ra Illi............ ’ Ocsterr. Si’berrente Liurar Goldrente . . ItpUeu. Beute . . . Porliiffieseu Serie l . Portugiesen „ III . russ.Staatsan’. 190’» iaM-'r'- -T'.A . . 101.00 . . 88.75 . . 100.95 . . 88 85 . . 99.25 Für Lungenleidende, Schwächliche, Blutarme usw. von höchstem Interesse ist die von den Aerzten nach umsangreichsten Versuchen und Beobachtungen festgestellte Tatsache, daß es gegen die betr. Erkrankungen z. Zt. kein besseres Kampsmittel aus dem Wege der Ernährung gibt, wie das Bioson. So berichten: Dr. med. Schmitt, Michelstadt, 14. September 190o: . Bioson wurde bei Blutarmut, Appetitlosigkeit, beginnender Tuberkulose mit ausgezeichnetem Erfolg anacwendet. Zunahm» des Körpergewichtes, Hebung des Appetites, allgeineme Kräftigung des Gesamtorganismus wurde beobachte^'. Dr. med. Langenbeim, Nürnberg, 5. September 190o : .Bioion brachte bei schwerer Tuberkulose voruberciehende Besserung und Anpetitssteigernng. Bei Blutarmut und SchwachezuNanden starke Avvetitsteigerung. Bioson ist also em vorzüglrelies appetitanregendes Kräftigungsmittel: hauptsächlich bei Blutarmut, Appetitlosigkeit und in der Rekonvaleszenz zu verwendendes Mittel". Bioson ist erhältlich in Apotheken, Drogerien 2c. das halbe Kilo-Paket zu drei Mark, mit Bonillonextract oder mit Eacao, ersteres zur Snvpenbereitung, letzteres als Morgengelränk. Man verlange vom Biosonwerk Bensheim die Broschüre mit den Berichten über die von den Prosessoren, Aerzten und in Krankenhäusern 2Cr' erzielten Erfolge. ____________ b8/. 8 d wi-d int«"«1“! her * I*11*. brorilianti* s°rd b,S 6W >lo,'4«OO W“""'10 ;5’S * 5 oor^Cbann 1°^ eiten o’flTro'4' n »*?>» * •« ‘"..rt«*'' finb oin® 9 1 Kleiderbürste, 1 Wichsbürste d v llll » 1 Wnrzelbürste 3 . .. 4>3°a ji.pan. Staatsanleihe 1 °6 Cour. Türken von 13 • Der neueste Eisenbahnunfall. Ein Frankfurter Schnellzug ist am Montag abend mit einem Güterzug auf der Station Fr i ed ri ch st ba l bei Saarbrücken zu- sammengestosien. Der Materialschaden ist klein. Ein Bremser wurde leicht verletzt. Die Reisenden wurden von einem Hilfszug abgebolt. Die Verbindung mit Metz wird durch einen Sonderzug aufrechterhalten. * Kleine Tageschronik. Der Zeitungsbcamte Eisler ist im Rax-Gebiete abgestürzt und wurde schwer verlebt aiifgefunden. — Wie nus Liverpool berichtet wird, e n 1- gleisten zwei Wagen der elektrischen Straßenbahn^ Die Wagen schlugen um. nr-bei 39 Ins ss"n mehr oder minder icgwcr verletzt Mirden. — Ln V iol a in c s (J-rankr.l wurde des Ehepaar Lewcg und dessen Tochter ermordet oufgefunden. — ^n Angers (Rr^ntr.) zerstörte eine Fenersbrunst das Spital. Eme ?-? iäl'riae fen jn ~ infolge Herzschwäche. Rom, 23. Jan. Trost hielten Anarchisten und . . Garten ein großes Meeting ab, das dieSympathie für die russ. Revolutionäre zum Ausdruck brachte. Rach dem Meeting kam es zu Exzessen. Soldaten und Polizei wurden mit Steinen bombardiert. Vermiedene Personen, darunter ein Leutnant und ein Oberst, wurden verletzt. Tie Wut der Menge richtete sich dann gegen die Straßenbahnwagen. Ter in einem Wagen vorüberfahrende General Garibaldi wurde von der Menge insultiert. Viele Verhaftungen wurden vorgenommen. Ter Trambahnverkehr wird durch Polizeimannschafteu GerscbtsZaal. 0 M a r b u r g , 22. Jan. Des Schwurgericht verurteilte heute 5ie 21 jädr. Dicnstuwgd Dorothea LohrObermelsungen, die am 25. August v. I. ihr neugeborenes Kind m der Rahe ihrer Wolm-mg aussetzte zu 8 Monaten Gefängnis Bemerkt sei, daß Pass-nten das Kmd sofort aufnahmen und die es sich jetzt wohl befindet. , . Kiel, 21. Jan. Das Geschwaderkriegsgericht verurteilte den Bootsmannsmaat Schmidt wegen Mißhand t u n 9 eines Unter- grbenen und .regen Mi^bruichs der Dienstgewalt zu fünf Monaten Gefängnis und Degradation. .. Mann heim, 22. Jan. Don dem Sch-wurgemcht wurde heute der R a u b m ö r d e r Johann Ludwig Raul Ueberle aus Heidelberg-Reuenheim wegen der am 25. viuh v. I. ort dem ans Pforzheim stammenden Tapezierer Peter Kunz bei Heidelberg begangenen Ermorduna nnv Beraubung zu lebenslänglich em Z u ch't h a u s verurteilt. . „ . Eine Giftmischerin vor Geri ch t. Ra» zi^ttaPger Dauer wurde in O l m ü tz vor dem Schwurgericht die Verhandlung gegen die Bäuerin Theresia Dänisch wegen Meuchelmordes zu Ende geführt. Sie war beschuldigt, ihren Gatten durch Kaffee und Krapfen, die mit Arsenik vermengt waren, vergiftet zu haben. Die Angeklagte, welche schon vor fünf J chren in Untersuchung gestanden Iptte, ihren Schwiegervater gleichfalls durch Arsenik vergiftet zu haben, haßte ihren Galten und unterhielt ein ehebrecherisches Verhältnis mit ihrem Nachbarn. Theresia Dänisch, eine ziemlich hübsche Frau, mußte unter der Last des gegen sie durchaeführten Jmdizienbeweises zugestehen, d ß sie ihren (hatten, den sie nur widerwillig auf Drängen ihrer Eltern vor elf Jahren heiratete, betrog. Auch gestand sie zu, d ß sie ihrem Manne Rattengift gab. Die Geschworenen sprachen Theresia Dänisch schuldig, worauf der Gerichtshof sie zum Tode b i, r ch den Str^na ’rf rif H1 Eoiosbesen mit Stiel nur 48 yt, H 8!) Äiick LWcklaiiMrn Qualität, nur 48 v. 10 Boßkn 6(l)inir"tlkinrn ,» und 4 große Dosen Wichse, nur “O Pf. I t0TI1 bur»n"n"l IuIHgc Sine M Kül " ”=rifaCT"iH. •Ä* . rhl floht, Dj, s.,*nb -f* SäÄS U>o sie denselben vergmgenen Sams« ch^onsnmvereinl >urde eine Tividende ?uu Gg. Tutenhöser chnet. bic Verdiensk! 'vorzuheben und fand angverein,Poly. ^inlerball ab, welchem Gefangsvorträge vor» 1 sehr schön, ganz be» Verein, sowie fernem et er wurden lobende 'n Musik. Zu gleicher 'erkran; seinen Ball t des Behebens dieses leitens verlief. Ter Zusammen, ifaunenchöre zum h heute hier vollzogen. :e von Lber-Mockstadt, dm. Holzheim, Gießen, stellten die Berbands- !''endcn Pros.'sirn' Sr. führn Psawr chner fora1 Doll m ig neuer Vereine batf . Darbietungen beab- -sigen Missionsfest int : die allensallsige 3t« chbach konnte ein Segen Vertretern diese: truktion der von ihm ljernehmen nach wird 'r eintreffen, um eine -and abzuMen. -au ausgefallen. Ter n.-ie bisher immer, llkuhnen Streich iraurerpcirlier Schiss^ mgen beschäftig die Station Gaul- enn cu°lm °r $ad:i “ *“ ■’ « > ®cbi"3i <„„1 ti) t a«61 nichtig« "LÄr '!chch' den Zrennhol, M 1 -chivarz / 3W: 1AMtt,1WWli!e niiii 1 SaiilnvM'Mrite nur 43 P,. 2 W Ät EaS-KIlihköryer „ur 48 1 Piitzflisltn X asiüsfafitg Sclnnutzbürstenur 40 Psi 1 WenbrcttUcb»ÄÄ »« 40 Psg Ele^triz. Lahmerer . . . r’lektriz. Sc’inckert . . . Es • iweiler Bergwerk . . Ge’serVrchen Bergwerk Ham'-nrff- Amerik. Paketf. Har.iener Bergwerk. . . T curahfltte..... Xcr^d. Lloyd..... Hingcsanot. (Für den Inhalt der unter Oicier Rubrik stehenden Artikel übernimmt die Rcdakt'^' b-’rr Publikum gea-uüber keinerlei Verantwortung.1 Dem Herrn Veriasser des Eingesandt vom 18. Jan., Dr. X., kann ich ausiührlich in einem.Eingesandt" nuf seine Ausn'lbrungcn nicht antworten; dieselben finden auf wissenschaftlicher Seite zwar eine geivisse Unterstützung, treffen aber trotzdem nicht zu. Eine Darlegung dieser Fragen und Verhältnisse wird in einem zweiten Aufsätze im Gieß. Anz. von mir erfolgen. Dr. D. Koepv e. Sport. 0 Fußball. Am Sonntag trafen sich auf dem Trieb die 1. Mannschaft des Gießener Fußballklubs von 1900 und die 1. Mannschaft des Marburger Fußballklubs zum Retourspiel. Trotzdem Gießen in ganz neuer Aufstellung spielte, konnte es frinen Gegner doch mit 7:0 Goals schlagen. Stand bei Halbzeit 3:0. Das schlechte Wetter beeinträchtigte das Spiel sehr. Das Spiel wurde geleitet von Herrn Bürk, vom Ludwigshafener Fiißba 0407| Bleichstvafte 21, I. Eberh. Aletzger. 552; 557| Schottstrafte 21. gut empfohlenen 547 Professor Dr. M. Viermer 0470 534| Carl L'aaS jun. 5711 Seltersweg 44. 364| Wcferstrafte 8. Gießen, 2O.Januan 1906. ui5au,a«uc oii rnl)ige Veutc zu verm. Rirchenplatz 3. >0362 soiort beAicbbcir. |049u piompt und billigst. 2 254 ipätcr au vermieten. |286 ititfc ? gk d0« f, Tie II. 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