Amts- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen Are heutige Kummer umfaßt 10 Seiten. Kießener Theaterverein. Gießen, 21. März 1906. Im zweiten Bande seiner Studien uni> Kritiken „Zur modernen Dramaturgie" (Schulzescho Hofbuchhandlung in Oldenburg) erzählt Eugen Zabel, daß Emil Gött e§ verstanden habe, eins der köstlichsten „Zwischenspiele" von Cervantes zu erweitern und auf 3 Akte zu verteilen. Unter dem Titel „Verbotene Früchte" errang deS Don Quixotc- Tichtccs heute etwa 300 Jahre alte? Entremes (vom franz, entremets, Zwischengericht) zu Anfang der 90er Jahre reichen Beifall in Berlin, Wien, Dresden, Hannover :c. Doch dem hoffnungsvollen jungen Umdichter, Herrn Gött, ward, wie privaten Mitteilungen jetzt zu entnehmen ist, nichts von all den klingenden Erfolgen zuteil. Damals aber, vor 15 Jahren, nachdem Gött sein Werklein beim Kgl. Schauspielhause zu Berlin eingereicht hatte, bildete sich um seine Person ein geschickt gewundener kleiner Legendenkranz. Es wurde behauptet, daß Gott noch vor der Berliner Premiere aus der RcichLhauptstadt spurlos verschwunden sei. Ec wurde, wenn ich recht unterrichtet bin, im Badischen Landwirt, und zwar ein notleidender, und soll jetzt in Freiburg i. V. leben. Die EntrcmeseS des Cervantes sind, nach Zabel, kurze, genial entworfene Svenen voll volkstümlicher Kraft und Frische. Sie verhalten sich zu dec kunstgerechten dramatischen Literatur der Spanier ungefähr wie die Skizze zum Oelgemalde. Man möchte sie Bausteine nennen, zu denen die Meiiter griffen, wenn sie eine schwierigere dramatische Aufgabe zu bewältigen hatten. Ob sie zwischen den Akten oder wie die Jigs zu Shakespeares Zeiten zum Schluß gegeben wurden, ist nicht recht klar zu ersehen und kann uns auch glcichgiltig sein. Von Götts „Verbotenen Früchten" aber erzählt Zabel: Die Handlung ist nack der Champagne und in die Mitte deS 16. Jahrhunderts vertagt worden. Ter Anfang ist genau wie bei Cervantes. Der Lmrdedelmann Hniutier de Grommelard, ein gar heißblütiger und eifersüchtiger Herr, nimmt auf kurze Zeit von seiner Frau Alison Abschied, die immerzu beteuert, daß Aus dem Reichs ag. R. Berlin, 20. März. Der unermüdliche Kolonialankläger aus den Reihen Ider Sozialdemokratie, Llbg. Ledebour, hat Sinn für ihn Cervantes nennt, nebst seinem jungen Weibchen eine Moralpauke, die die ganze tolle Keckheit der Schnurre über den Haufen wirft. Also selbst diese Unmöglichkeit hat Herr Gott aus den angeblich von dem Berliner Regisseur Grube „verballhornten* „Verbotenen Früchten" in seinen neuen „Schwarzkünstler* hinüber genommen, obwohl in so einem übermütigen kleinen Tausendsassa niemals ein solcher Sittenrichter und Seelenarzt stecken kann. Wer so etwas als möglich hinstellt, der kann auch behaupten, daß er aus des soeben auf der politischen Bildfläche mit nekromantischer Plötzlichkeit wieder erschienenen Herrn Ahlwacdt beredtem Munde einen JubelhymnuS vernommen habe auf die Unschätzbarkeit der verehrenswertesten literarischen Reliquie, der unsterblichen letzten Hose Heinrich Heines. Zabel erteilt den „Verbotenen Früchten" und ihrem Bearbeiter manches Lob. Möglich, daß an jenen „Verbotenen Früchten" gerade daS, was Gött grollend als „Verballhornung" bezeichnet, das Bühnenwirksamste, das Witzigste gewesen ist. Jedenfalls fiel in der gestrigen Darstellung des „Schwarzkünstlers" die allzu große Breite des Dialogs nicht sonderlich angenehm auf. Wir Leute von heute sind ja wahrlich durch die albernen Versspässe der Herren Blumenthal, v. Schönthan, Koppel - Ellfeld re. nicht gerade verwöhnt, aber die Späffe, die Herr Gött uns vorführt, sind doch nicht von sonderlich anderer, heitererer, litterarischerer Art. Herr Fulda machte z. B. beffere Verse in seiner „Zwillingsschwester", entfaltete in ihr mehr Grazie, vor allem aber mehr Witz. Die gelungenste Figuc des Stückes ist — Mathieu, der Diener, eine ganz unbedeutende Nebenrolle. Aber sie klingt, wenn auch mir von ferne, an Shakespeare an. Sie hat die festen Umrisse der Riesenfaust des Ton Quixote-Dichters. Und der noch sehr jugendliche, immer aber, selbst in dec kleinsten Charge, sein starkes und originelles Talent offenbarende Herr Herrscher schien das empfunden zu haben. Er Nr. 68 • rlftetnt tügttch außer SorrnlagS. Dem (Siebener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die (Siebener Familien» blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brübl'schen Unwers.-Buch-u. Stein- bruderti. R. Fange. Redaktion, GrvcbUtoe und Druckerei: Schulsiraße 7. Redaktion 112 Verlag u.Exped.S^ol Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. sie den Sckmerz der Trennung nicht ertragen könne. Kaum hat ihr Gatte aber das Haus verlassen, so jubelt sie hell auf und beschliesst dem Ahnungslosen eine Nase zu drehen. In bem Stirb, den die Waschfrau, die alte Crache, herbeigeschleppt hatte, befand sich keine Wäsche, sondern alles, was zu einem lustigen Abendessen gehört, Wein, eine Pute und herrliche Frücht'. Die Frau erwartet zwei in sie verliebte Herren, die in fremden Revieren jagen möchten. Locher stellt sich jedoch ein fahrender Schüler bei ihr ein, Robert, ein luftiger Bursckre, von Geburt ein Deutscher, der die Universität in Freiburg besucht hat und auf der Reise durch Frankreich sieht, wo ihm der Schornstein raucht. Er bittet um ein Abendessen, ein Nachtquartier und etwas Geld. Die Frau will von dem Burscken nichts wissen, bekommt jedoch vor seiner Keckheit Respekt und behält ihn im Hause. Tann treten die beiden pomadisierten Herren auf, ein Kapitän und großer Bramarbas, der immer von seinen Heldentaten spricht, und ein Funker, der auf seine Abstammung sehr stolz ist. Beide sind eifersüchtig auf einander. Ter Kapitän ftieMt dem Junker die schwungvolle Anrede an die Dame, die sich dieser mühsam zureckt- gedichtet bat, vor der Nase weg. Auch fpäter geraten sie m einen höchst lächerlichen Streit, der nur durch Fran Alison und bereu Zofe Jeanne geschlichtet werden kann. Während der fahrende Schüler Robert die Speisen zum Abendbrot auftragen muß, bei deren Anblick ihm der Magen knurrt, wird er von dem Kapitän aufgefordert, ihm die langen Nitterstiesel auszuzielim. Aber da kommt er an den Rechten! Dec KNicps ist zwar Hem an Gestalt, aber groß an Wi" und Mut. Er verhöhnt den tölpelhaften Ktipitän zuerst und als dieser den Befehl wiederholt und die Peitsche von der Wand nimmt, um den Jungen zu züchtigen, hat dieser auch schon ein Schwert ergriffen und fuchtelt jenem damit so schrecklich um die Nase, daß der Kapitän nickt nur kleinmütig zurüdweickt, sondern wegen seiner Unter« sckämtheit nock um Entschuldigung bittet. So und weiter erzählt Zadel in seiner etwa? langwelligen Art den Inhalt der „Verbotenen Früchte". Ich gebe das Ende des „Schwarzkünstlers" abgekürzt wieder. Unerwartet kehrt der Othello zurück und die überrumpelten Galans verkriechen sich im Kamin. Ter Freiburger Scholar aber, der uns auS alten deutschen Schwankbüchern wohlbekannte Schelm, der sich ein fettes Abendessen verschafft, wird nun zum guten Geist des Hauses. Er stellt die beiden Liebhaber bloß und hält gleichzeitig dem aus einem Brausebad ins andere taumelnden Hausherrn, dem „viejo zeloso“, wie der Geltungsdauer deS Gesetzes über die Gemeinde- Umlagen vom 30. März 1901, wurde auf Antrag des AuSschuß- berickterstatters Dr. G u t f l e i s ch auf morgen verschoben. Desgleichen beschloß daS Haus auf Antrag des Abg. Bähr, auch die Besprechung der Anfrage Bähr, betreffend das Vorgehen der Staatsbehörden bei Untersuchung des Ki n d e sm o r d e s in He rgerS hausen, auf die nächste Sitzung zu vertagen. Beim folgenden Punkte der Tagesordnung, dringliche Anfrage der Abbg. v. Brentano, Pennrich und Gen., betreffend dtc Kcllerkontrolle in BndcShetm, beschließt die Kammer auf Antrag des Abg. o. Brentano, die Antwort der Großh. Regierung darüber entgegenzunehmen, die Besprechung aber ebenfalls zu vertagen und die Regierungsantworl drucken zu laßen. Ctaalsmmister Ewald verliest barauf eine längere Erklärung der Regierung auf die erwähnte Anfrage: Zwei Mitglieder der Vereinigung der Weinproduzenten hätten am 12. März ds. Js. bet der Größh. Staatsanwaltschaft zu Mainz Anzeige erstattet, daß in der Norddeutschen Weinkellerei zu Budesheim Fälschungen in erheb- lichem Unllange betrieben würden. Aus der daraufhin von der Behörde erfolgten Vernehmung bestimmter Personen habe sich belastendes Material ergeben, das im Verein mit früheren Verdachts- Momenten zur Einleitung einer Voruntersuchung führte. Im Laufe derselben kam der Richter zu der Ansicht, daß die Hinzuziehung roeiterer Sachverständiger notwendig sei. Es wurden daher außer dem Sachverständigen hessischen Kellerkontrvleur Braden noch ein Himdclsschullehrer aus Mainz und der pfälzische Sachverständige, Herr Weiser aus Kirchheimbolanden hinzugezogen, weil es sich in erster Linie darum handeln mußte, etwaige Bücherverschleierungen über vielleicht unter anderer Bezeichnung bezogene Chemikalien usw. zu verhindern. Herr Weiser besitzt gerade auf diesem Gebiet eine außerordentliche Erfahrung und ist auch bei den großen Weinfälschungsprozessen in den letzten Jahren stets als Sachverständiger hinzugezogen worden. Es folgt die Beratung des Antrags Dr. Frcnay, Dr. Schmitt und Gen. , 2 _ die Vergütung für die Verpflegung einquartterter Truppen- teile betreffend. Der Antrag lautet: die Regierung zu ersuchen 1) Im Bundesrat dahin wirken zu wollen, daß die ben Gemeinben zu gewährenbe Vergütung für bie Verpflegung cm- quartierter Truppenteile entsprechend erhöht wird, _ 21 biS dies geschehen ist, den Gemeinden aus der Staatskasse diejenigen Beträge zu ersetzen, die sie für Quartier-Ver^ Biegung über die derzeitigen Verpflegungsiätzc aufbringen müssen. ~ . Auf Antrag des Aussckußberichterstatters Stapler wird ohne Debatte der erste Teil des Antrags angenommen, der zweite Teil dagegen in Rücksicht auf den Umstand, daß die Sache voraussichtlich von Reichs.-egcn geregelt werden würde, abgelehnt. , „ Die beiden Anträge des Abg. Ulrich und Gen., betr. Entschädigung für unschuldig erlittene Untersuchungshaft und unschuldig erlittene Straf- und 11 n t e r s u ch un g 9 h a s t werden nach mündlichem Vortrag _ des Abg. v. Brentano noch einmal an den Au sschu ß v er w i e se n. Eine Vorstellung der Witwe Bonn zu Butzbach wegen Erhöhung ihrer Pension loirb abgelehnt, jedoch der Regierung empfohlen, der Witwe eine G n a d e n p e u s i o n zu bewilligen. Die Vorstellung von Bewohnern von Schwarz, betr. die Erbauung einer Eisenbahn von N ieder-Aula^ nach Alsfeld wurde ebenfalls von der Tagesordnung a b g e s e tz t. Finanzminister Dr. Gnauth lud darauf die Mitglieder des Hauses nochmals zur Teilnahme an der Fahrt nach Mainz und event. Nackenheim zur Besichtigung der Tomäncnkellereicn ein und sprach die Erwartung auS, daß sich auch an diesem zweiten Teil der heutigen Sitzung das Haus möglichst vollzählig beteiligen werde. Daraus Sckluü der Sitzima um 12H Uhr. Zweite hessische Kammer. R. B. Darmstadt, 20. März. Am Ministertisch: Staatsminister Ewald, Finanzminister Gnauth, Ministerialräte Freiherr v o n B i e g c I c b c u u. a. Präsident Haas eröffnet die Sitzung um 10^ Uhr. Das Haus beschäftigt sich zunächst mit einer kleinen rückständigen Position des Staatshaushaltsetats. Von der 10. Hauptabteilung „Ministerium der Finanzen" war die Forderung von 7100 Mi. für Errichtung einer Domänenwärterwohnung zu Groß-Steinheim zur nochmaligen Beratung an den Finanzausschuß zurückgcwiejen worden. Abg. Molthan berichtete über die abermalige Beratung des Ausschusses, der zu dem früheren Beschlüße kam, die Forderung zu bewilligen. Abg. Bähr sprach sich wiederum gegen die Bewilligung der Summe aus, während Finanzminister Dr. Gnauth die Genehmigung der Forderung empfahl. Die Kammer beschloß mit allen gegen 4 Stimmen die Bewilligung. DaS Haus trat dann in die Beratung der Regierungsvortage betreffend den Entwurf des Finanzge- s e tz e s und den Entwurf des HauptvoranfchlagS der Staatseinnahmen und Ausgaben für das Etatsjahr 1906. Abg. Molthan erstattet darüber, nachdem die Kammer die Dringlichkeit der Vorlage anerkannt, mündlichen Bericht und empfiehlt namens des Ausschusses, die beiden Vorlagen vorbehaltlich der sich aus den Beschlüffen der Kammer ergebenden Zahlenänderung zu genehmigen. Ter Berichterstatter hatte hierbei bemerkt, daß von sozialdemokratischer Seite der Antrag auf Erhöhung der progressiven Einkommen- und Vermögenssteuer gestellt worden sei, die aber nicht erforderlich mar. Abg. Ulrich verwahrt sich gegen diese Bemerkung, die den Anschein erwecken könne, als wolle seine Partei ohne 9tot Steuer- erhöhungen einführen, es fei kein Antrag van feiner Partei erfolgt. Das Haus genehmigt gegen die Stimmen der Sozialdemokraten den Ausfchußantrag. Der nächste Punkt der Tagesordnung, Wahl der drei Präsidenten der Kammer nach Art. 9 der landständischen Geschäftsordnung, wird auf Antrag Dr. Haydenreich nach kurzer Geschäftsordnungsdebalte auf morgen früh vertagt, lieber den D e r w a l t u n g s v o r a n s ch l a g d e r z w c 11 e n K a m m e r für das Rechnungsjahr 1906 auf Grund des Art. 15 der landständischen Geschäftsordnung wird nach kurzer niündlicher Berichterstattung des Abg. Schmalbach ohne Debatte genehmigt. Das Hans überweist darauf eine lange Reihe van vorläufig zur Beratung gestellten Gegenständen den zuständigen Ausschüsien, darunter die Vorstellung der Müblcnbesitzer der oberen Wetter behufs Quellen- onkaufs bei Lauter, den Antrag Reinhart betr. Erhebungen über irc Zustande in der Heimarbeit, über die Neuregelung der Gehalte der Volksschullehrer, der Gehalte der seminaristisch gebildeten Lehrer, der Cteueraufseher des Großherzogtums in Betreff Teuerungszulage,. Wohnungsgeldzufchuß und Einreihung in die Klaffe der Snbaliernbeamten, den Bau einer Eisenbahn von Butzbach n a ch W e tz l a r, von Butzbach nach Ziegen- b e r a, das Projekt Mücke —Ulrichstein —Rixfeld, ferner Dreieichenhain—Langen und Bahnhof Langen, sowie Dietzen- bach—Lffental und Langen, Ausbau der Bahnstrecke Treieicken- Hain—Langen—Bahnhos Langen und Bau einer normalspurigen Bahn von Bad-Nau heim n a d) Ufingen. Sei der Re» gieruligsoorlaqe, betr. den Entwurf eines Gesetzes über den 93 er- kehr init Automobilen auf öffentlichen Wegeii, Straßen und Plätzen beantragt der Ausschußberichterstatter Abg. v. B r e n t a n o, dem Regierungsvarschlag, das Gesetz bis zum 1. April 1908 zu verlängern, zuzustimmen. Das Sans stimmt diesem Antrag zu. Im Anschluß an diese Vorlage führte Abg. Leun auS, daß die jetzigen Besteusrungssätze für Äutoniobile viel zu gering feien. Die Regierung möge bei einer Eriieuerung des Gesetzes bedeutend höher greifen und Steuersätze von etwa 250—500 Mk. in Vorschlag bringen. • Die Beratung des Gesetzentwurfs, betreffend die Verlängerung Humor. Er findet nämlich in der „C o u s i n e n - A f f ä r e"* des Gouverneurs v. Puttkamer das Element eines gewissen Kulturfortschritts, weil früher, in den Tagen be5 Assessors Wehlau in Kamerun eine viel verwerflichere Methode im Schwange gewesen sei „zur Verschönerung der Muscstundcn hoher Beamten". Ledebour unterließ nicht, diese Methode kurz zu kennzeichnen, um dem Erinncrungs-i Vermögen der Zuhörer zu Hilfe zu kommen. Im übrigen wurde auch heute wieder das Verdienst des Abg. Storz anerkannt, auf das luxuriöse Bauen in Kamerun die Aufmerksamkeit gelenkt zu haben durch seinen Antrag, von den für Bauzwecke eingestellten Beträgen rund 260 000 Mark abzusetzen. Hier zeigt sich so recht die Zweckmäßigkeit der parlamentarischen Afrikafahrt. Ohne sie wäre die Mißwirtschaft in Kmnecun schwerlich in den Einzelheiten bekannt geworden. Es ist jetzt eine gewisse Gewähr gegeben, daß dort mit dem Gelbe der Steuerzahler sparsamer gewirtschaftet, und daß an der richtigen Stelle gespart wird. Tenn auch Abg. Storz hat vor falscher Sparsamkeit warnen zu müssen geglaubt. .Hinsichtlich seiner Wünsche auf Erschwerung der Waffen- und Branntweineinfuhr in Kamerun vertröstete der Erbprinz zu Hohenlohe auf die Verhandlungen mit den angrenzenden Staaten, die ja an dieser Frage ebenso interessiert seien wie Deutschland. Es ist zu wünschen, daß deutscherseits hier „etwas Dampf ausgemacht wird, denn Feuerwaffen und Spirituosen in den Händen der Schwarzen bilden eine stete Gefahr für den Frieden der Kolonie. Nicht einverstanden erklärte sich der Erbprinz mit der Forderung der Sozialdemokraten, die noch in Haft befindlichen Akwa-Häuptlinge unverzüglich in Frei- hei t zu setzen. Ec machte politische und praktische Bedenken geltend und meinte, vielleicht nicht mit Unrecht, man müsse sich der Persönlichkeit dieser Häuptlinge versichern, da ihre Aussagen für den neuen Prozeß wertvoll seien. In Sachen des „Falles Puttkamer" trat heute eine Meinungsverschiedenheit insofern zutage, als Redner der Rechten beklagten, daß diese verdrießliche Begebenheit im Parlament breitgetreten iverde, während Aba. Bebel (Soz.) den Standpunkt einnahm, daß die „Leichtgläubigkeit" des Erbprinzen gegenüber den Aussagen Puttkamers die gründliche Kritik aus dem Reichstag rechtfertige. Der Erbprinz protestierte gegen den Vorwurf der Leichtgläubigkeit. Cr könne einen Beamten nicht ohne weiteres preisgeben, selbst wenn der Schein so stark gegen ihn spreche, wie gegen Herrn v. Puttkamer. Man möge doch auch nicht allzu düstere Bilder von den Zuständen in den Kolonien entwerfen. Es seien schließlich viele brave Deutsche draußen, die durch treue Arbeit dem Vaterlands dienen und sich Anspruch auf Dankbarkeit et* werben. Die Sitzung sollte nicht zu Ende gehen ohne eine neue Rede des unvermeidlichen Abg. Erz berg er (Ztr.). Es schien selbst dessen schwäbischen Landsmann, Gröber, zuviel des Wortseaens. Er neigte resigniert das bärtige Haupt. Erzberger ließ sich aber an der Auskunft, die ihm der Prinz zu Hohenlohe gab, nicht genügen. (£r erbat sich und erhielt später noch privatim Bescheid am Regierungstisch. Tie große Kolonialdebatte gelangte trotz alledem heute zum Abschluß. * Deutscher Reichstag, 71. Sitzung v o m 20. M ä r z 1906. Die Beratung des Etats des Schutzgebietes Kamerun wird fortgesetzt. Damit verbunden wird die Beratung des Garantie- Erstes Blatt LSS.Jahrgang Mittwoch 21. Marz INO« ______ Ä Ve-ug»vret-, /HBF MW -M monatlich 75Pf., oierlel- Äy WH ▼ jährlich Mk. 2JO; durch Eichener Anzeiger ** General-Anzeiger M Teil: P. Mittko; tüt „Stadt und Land" unb „Genchtsjaal": Ernst Heß; für den Anzeigenteil: HanS Beck. Gesetzes Mr die Kamerun-Eisenbahn Duala — Manen- aubaberge, sowie die Petition der Akwa-Haupt- tt ttq e. Geheimrat Rose erklärt, die Kolonialverwaltunq müsse zu ihrein großen Bedauern erklären, das; der Fall des Gouverneur? Honi in Togo zum größten Teil so liege, wie ihn der Abg. Ablaß dargestellt habe. Die Kolonialverwaltung habe aber alles getan, was sie tun könne, um eine Sühne herbeizuMhren. Redner geht dann des Näheren ein aus die geftern von einigen Abgeordneten bemängelten Verordnungen detz Bezirksamtmannes von Brauchitsch in Kamerun und gibt zu, daß dieser nicht immer das Nichtige getroffen habe. Das müsse rt^cr in Kaus genommen werden. Abg. L e d e b o u r (Soz.'i: Wenn man bei einem solchen Beamten Verfehlungen und Verstöße gegen die Gesetze, seien cs auch nur Verstöße aus Mißverständnissen, in Karis nehmen soll, so treffe die Verantwortung die Kolorrialverwaltung, die solche zur richtigen Auslegung von Gesehen unfähige Beamte dorthin schicke. Redner tritt sodann ein für einen Antrag seiner Partei, die Akwa- Häuptlinge unverzüglich auf freien Fuß zu sehen. Ferner für die Resolution der Budgetkommission betreffend Abänderuirg des Cchutz- gebietsgesehes von 1900 im Sinne einer Einengung des Verordnungsrechtes, ebenso für eine Anzahl fernerer von der Budget- kommission aus Anlaß der Petition der Akwa-Häuptlinge beschlossenen Resölutiorren, bereie^ine so gut wie völlige Beseitigung der Prügelstrafe, Zwangsarbeu-amd Kcttenhast fordert. Dringend zu wünschen sei. rm Falle PiftKkamer ein vollständiges Brechen mit dem Vertuschungssystem. Anziwrkeniieii sei, daß der Erbprinz Hohenlohe in dieser Richtung bemüht sei. Im Anschluß hieran verbreitet sich Redner noch eingehend über die Zustande in Kamerun unter dem Regime Puttkamer. Erbprinz Hohenlohe stellt aus Anlaß einer Bemerkung des Vorredners nochmals fest, daß bon der Auseinandersetzung zwischen einem Offizier des Habicht und dem Gbyunerneur von Puttkamer die Kolonial-Verwaltung damals überhaupt keine Kbrrntnis erholten habe. Was die Freilassung der Akwa-,Häuptlinge anlange, so habe er schon gestern erklärt, daß erst das Urteil in einem erneuten Verfahren abgewartet werden müßte. Dem Verbot der Waffeneinfuhr habe sich auch die spanische Re- giening hinsichtlich ihres an Kamerun grenzenden Gebietes tut» geschlossen. Ebenso seien Verhandlungen wegen gemeinsamer Verhinderung des Einschmnggelns von Schnaps tut Gange. Ab§. Kalk Hof (Ztr.) erstattet den Bericht der Dudget- Kommiisirnt über die Eingabe der Akwaleute. Tie Kommission fordert in der Resolution den Reichskanzler auf, tunlichst bald durch kaiserliche Verordnung die erforderlichen Maßnahmen zu treffen, daß den Eingebvretten der Schutzgebiete zunächst auf dem Gebiete des Strafrechtes, des Strafprozesses und der Disziplinär gewalt im (Sinne der §§ 2 und 3 der Schutzgebietgesetze erhöhte, Rechtsgarantien gewährt werden und ferner sclwn jetzt anzuorduen, daß gegenüber den Untersuchungsgefangenen körperliche Züchtigungen, Zwangsarbeit und Kettenlzaft regelmäßig nickt Anwendungen finden und endlich durch einen völlig unabhängigen mög- lickft mit Richtergualität bekleideten Beamten eine umgehende Untersuchung über die Deschwerdepunkte der Akwaleute durchführen zu lassen und über das Ergebnis dem Reichstage Mitteilung zu machen. Erbprinz Hohenlohe erklärt hierzu: Was Punkt 1 an- kange, so enthalte der bestehende Zustand tatsächlich Unklarheiten. Ghte_ beffere Regelung sei notwendig. Er werde darüber bei den verbündeten Regierungen auf Erwägungen hinwirken. Was Punkt 2_ anlange, so könne schon jetzt von fortgesetzter körperlicher Züchtigung keine Rede sein. Endlich betreffend Punkt 3 könne er mitteilen: eine bestimmte Persönlichkeit mit richterlicher Qualifikation sei schon in Aussicht genommen, um diese Funktionen zu übernehmen. Abg. Lattmann (wirtsck. Vg.) verbreitet sich haupffächlich über die Kamerun-Eisenbahn-Vorlage. Diese sei in der Kom- miffion so verbessert worden, namentlich in Bezug auf die Land- Entcignmigsfrage, daß er dafür stimmen werde. Abg. v. RicktHosen kkons.l meint, zweifellos habe Putt- kamer große Verdienste um die koloniale Säcke sowohl in Kamerun, wie früher in Togo fick erworben. Von einer vorzeitigen Entlassung der Akwa-Häuptlinge, noch ehe das neue Verfahren rm Gange sei, könne nickt die Rede sein. Zugeben müsse er, daß die Beschwerde ein Uebermaß von Rechtsünsicherheit in den Kolonien beweise. Insoweit die Resolution der Kommission einen geordneten Rccktszustand in den Kolonien Herstellen wolle, würden er _unb seine Freunde ihr zustimmen. Dem Anträge Storz betreffend Absetzung des größeren Teiles der Etatforderungm für Bauzwecke könne man zustimmen, insoweit er eine Einschränkung der. Baute» in Buea wünscke. Daher beantrage er Rückverweisung dieses Teiles mit dem Anträge Storz an die Kommission. Ahg. Bebel: Nickt wir, sondern die bürgerlichen Blätter und die bürgerlichen Kommissionsmitglieder brachten die ersten Angriffe gegen Puttkamer. Es besteht kein Zweifel, daß Puttkamer die Zugehörigkeit der angeblichen Eousine zur Halbwelt kannte und ihr den falscken Paß ausstellte, damit sie auch in Deutschland als Frau v. Eckardstein auftreten, konnte. Daß Puttkamer den Charakter dieser Dame kannte, beweist seine Entschuldigung gegenüber dem Kommandanten des „Habickt". Puttkamer machte sick also einer schweren Urkimdensälschung sckuldig. Ter Reichstag muß den Beschwerden der Akwaleute abhelfcn, sonst kommt es zum Aufstande. Erbprinz zu Hohen! ob^ erklärt, Bebel warf mir ein großes Maß von LeichtgläubMeit vor. Meine Pflicht ist cs, einen Beamten, auch wenn der Schein gegen ihn spricht, nicht frei» zugeben, sondern vollständig zu ermitteln, ob die erhobenen Vorwürfe bestimmt beweisbar sind und ob die Handlung im Bewußtsein ihrer Strafbarkeit geschah Tatsächlich ist es unbe- hatte sich einen dem genialen Pinsel des Velasquez, des großen Zeitgenossen des Cervantes, würdigen prächtigen Charakterkopf aufgesetzt, zeichnete den Getreuen mit markig hingeworfenen derben Strichen und handhabte die Rede im Shakespearesinne. Der deus ex machina des Stückchens, der Scholar, ift eine Hosenrolle par excellence. Sie verlangt viel Drolerie und Schelmerei, viel Charme ttnb Schlagfertigkeit. Frl. Donecker gab einen niedlichen Hans in allen Gassen, einen flotten, herzhaft spottenden Irrwisch mit viel Lustigkeit. Aber sowohl die Deklamation vom Apfel wie die kecke Improvisation mit der paradigmatischen Schlußfabcl, die wohl den rhetorischen und schauspielerischen Höhepunkt des allzu ausgedehnten Ganzen bilden könnte, kam nicht unmittelbar und schlagfertig genug heraus. Man hatte ,veder da wie dort die Illusion bc5 frisch Erlogenen, sondern sah das Eingelernte. Auch daß der Haupftpoß des Ganzen, des kleinen Eulen- spiegels Tischchendcckedich-Schwarzkunst — welcher gesuchte Titel „Der Schwarzkünstler"! — dem feinen Kopfe blitzartig entsprang, blieb leider unangedeutet. Frl. D. sprach ihre Verse keck und munter, ohne gerecht zu werden dem allmählichen Etttstchen der tollen Scholareneinfälle, von denen einer sich am anderen entzündet zum Hellen Gaudium des Erfinders selbst. Ich habe auch Frl. D. schon wiederholt besser Verse sprechen hören, ihr eine sehr achtenswerte Begabung, ja bei fleißigem Studium eine wahre Virtuosität de§ gut pointierten, plastischen Vortrags zugctraut. Dem gestrigen Abend entsprachen solche Aussichten nicht. Eine allzuanstrengende Saison vermag freilich zu ermüden. Neben diesem nie verlegenen Burschen hat die stets verlegene, mit dem Feuer nur spielende, sich aber nie entzündende, auf schiefer Lufispiclebene stehende Frau Alison einen schweren Stand. Frau Vayrhammer hatte also eine schlechte Rolle, aber hübsche, ober besser hübsch machenbe wiesen, daß Puttkamer wissen mußte, daß jener Dame der Name Eckardstein nickt zustetzt. lieber die Konsequenzen der Angelegenheit kann ick mich noch nickt aussprecken. Tas ist keine Zweideutigkeit, sondern ick bin mir über den Fall noch nicht ausreichend klar. In der Rcservatfrage ist den Wünschen der Eingeborenen entsprechend eine Regelung erfolgt. Man darf nicht Gerechtigkeit und Schwache verwechseln. Bebels Behauptung von Bedrückung der Eingeborenen ist falsch. Die Hüttensteuer ist er- hcblick niedriger als' die englische. Gegenüber den Schwarzmalereien erinnere ick daran, oaß in den Kolonien besonders auch in Kamerun viele deutsche Beamte und Privatleute leben, von denen niemand spricht, die aber in anerkennenswerter Weise für die Entwickelung der Kolonie arbeiten. Abg. Erzberger (Ztr.) verbreitet sich über verschwenderische Bauten in Kamerun und erklärt seine Spmpathie zu dem Anträge Storz, au den Baufordcrungen Abstricke zu machen. Er habe zu dem Kolonialleiter das Zutrauen, daß er alles untersuchen werde. Es sei Zeit, daß endlich einmal ein offenes Wort über die Kolonial-Mißwiitschaft hier gesprochen worden sei. Erbprinz Hohenlohe erklärt aus eine Anfrage, er wolle im Bezirk der Süd-Kamerini-Gesellsckaft dauernd einen richterlich aualifizierten Beamten stationieren zur Kontrolle, ob die. Gesellschaft die Bcj.'minungen über die Handelsfreiheit auch innehält. Gegen die Ausweitung der Scknnpsseucke solle nach Möglichkeit vorgegangen werden. Der frühere Gouverneur Horn sei zur Disposition gestellt. Von der Paß-Angelegenheit Puttkamer habe die Verwaltung zum ersten Male Kenntnis erhalten am 16. Dezember v. I. durch einen Zeitungsartikel. 2lbg. v. Gerlach (Hosp. d. fr. Vg.) führt aus: Die Ueber- einftimmig hinsichtlich der Luxusbauten in Buea zeigt die Nützlichkeit der viel bespöttelten Abgeordnetenreise nach Afrika. Solche Reisen sollten auf Beranlafsung des Reiches öfters geschehen. Erbprinz zu Hohenlohe: Die Anregung ist mir höchst sympathisch. Audi mir ist der Mangel der eigenen Kenntnis der Kolonien mißlich. Ich werde mich aber bemühen, diesen Mangel auszugleichen. Nack einigen weiteren Bemerkungen des Abg. Dr. Arendt folgt die Abstimmung. Das Haus nimmt die Resolution betreffend Einengung des VerordnungSrecktes in den Kolonien unter Mitwirkung der Reichsgesetzgebung an, ferner die Resolution der Kommission zur Petition der Akwa-Leutc betreffend 1) Gewährung einer erhöhten Recht^arantie für die Eingeborenen, 21 Ausschluß der körperlichen Züchtigung, der Zwangsarbeit und Kcttenhaft, 3) Entsendung eines unabhängigen Beamten zur Untersuchung 6er Beschwerden der Akwa-Lcutc, 4) die Ueberweisimg der Petition an die Regierung als Material. — Das Haus bewilligt sodann den Posten „Gouverneurgehalt ffir Kamerun" und einen weiteren Titel, ferner den Antrag der Kommission betreffend die Laufbalm der Kolonialbeamtcn und verweist den Antrag Storz auf Streichung von 266 000 Mark für Luxusbauten in Buea an die Budgetkommission. Der Antrag Auer auf sofortige Freilassung der Akwa-Neger wird abgelehnt und sodann der Rest des Etats für Kamerun nach den Beschlüssen der Kvmmission bewilligt mit einem Anträge Bachern,. wonöch der Reservefonds nur zu notwendigen und unvorhergesehenen Ausgaben verwendet werden soll. — Das Haus nimmt die Vorlage betr. denBabnbauDualla-Manen- g ub a berge in der Kvmmissionsfassung nebst einem Anträge der Kommission a n , wonach die Prüfung der Reckte und Pflichten und der bisherigen Tätigkeit der Landes- und Bergwerksgesellschaft für Kamerun der Prüfungskommission zu überweisen ist, welche mit der entsprechenden Prüfung für Südwestafrika betraut ist. Nunmehr vertagt sich das Haus. Nächste Sitzung Mittwoch. (Initiativantrag Liebermann v. Sonnenberg betr. Vcrsammlungs- rccht, Antrag Graf Bernstorf betr. Herabsetzung der Verbrauchs- abgaben für Zucker und Wablvruningen.) Fn der badischen zweiten Kammer sehen sich die erregten Debatten fort. Am Dienstag führte der Sozialdemokrat Eichhorn aus, die Aeußerung des Ministers des Innern, daß die Schutzleute sich nicht mit Beschwerden an sozialdemokratische Abgeordnete wenden dürsten, sei direkt verfassungswidrig. Seine Fraktion lehne das Budget ab wegcu der Stellung des Ministers zur Verfassung und wegen seines Verhaltens zur Sozialdemokratie und weil er offen dar- gctan habe, daß er nicht gleiches Recht für alle wolle. Vencdcy (Demokrat) kann der Behauptung des Ministers nicht beistimmcn, daß die Schutzleute ihre Beschwerden bei den Sozialdemokraten nicht Vorbringen dürfen. Binz kann in der Aeußerung des Ministers eine Verfassungsverlehuna nicht finden. Fehrenbach (Ztr > erklärt, da§ Mißtrauen der Sozialdemokratie gegen das Ministerium des Innern sei eigentlich erst am Samstag ab irato gekommen und er müsse dem Minister zu erwägen geben, in welche Stellung das Ministerium käme, wenn einmal das Zentrum ähnlich vorgehen würde. Bezüglich der Stellung des Zentrums zu der Angelegenheit vom Samstag erklärt er, daß die Rechte aller Abgeordneten gleich seien. Minister Schenkel erwidert, er sei nach wie vor der Ansicht, daß die Schutzm.onnschaft nicht bei einer Partei ihre Wünsche Vorbringen dürfe, die darauf ausgehe, den Toilette. Im Spiel suchte sie zu charakterisieren, wozu ihr namentlich während der wiederholten Gelage Gelegenheit gegeben war, aber ihr fehlte da leider bas rechte Maß in Tonfall unb Mienenspiel. Frau B. liebt in Rollen, bie größerer Lebenswahrheit unb tieferem Empfinben ermangeln, grellen Farbenauftrag; sie pflegt bann nie anzubcuten, sonbern in kräftigen Strichen auszuführen. Tie Liebe Gautiers zu Frau Alison hätte natürlich bei weitem lächerlicher gewirkt, wenn dieser als alter bramarbasierender Don Quixote ganz im Geiste des Ccrvantesschen Rosiuautenritters aufgefaßt wäre. Herr Direktor Stein- goette r, der auch die Regie hatte, war ein recht ansehnlicher häuslicher und ehelicher Unhold, und er tobte und brauste nur so viel, um das gute Ende des Abenteuers glaubhaft zu machen. T-en burlesken Charakter des Stückes mit freilich nicht ganz naiver Freude an der Derbheit der Figuren brachten die Herren Re iw er und Lippert, jener die Falstaffgestalt, dieser den ebenso allbekannten zimperlich girrenden blöden Amantc. Diesmal hatte nicht nur Herr Reimer, sondern auch Herr Lippert die Selbstverleugnung, sich zum Schluß schwarz beschmieren zu lassen. Mit nachahmenslverter Teilnahme besonders im stummen Spiel verfolgte bald fröhlich, halb angstvoll, immer aber liebenswürdig Frl. Schellen berg als Zofe die Geschicke ihrer Herrin. Frau Millar spielte mit viel Lebendigkeit die kleine Episodenrolle einer alten Kupplerin inmitten dieses spanischen Gesindels, das uns an des Masuceio und Bandello altitalienische Novellen erinnerte. Das ganze Stück wurde leider zu breit und schwer im Tempo genommen und der Darstelluna fehlte, mit wenigen Ausnahmen nur, der karikierende Zug, der vom Tvn Quixote-Schöpfer tendenziös beabsichtigt ist. Das Publikum nahm den verspäteten Karnevalsspuk mit jubelndem Lachen und reichem Beifall auf. — Des alten B e n e d i x vorauSachende „D i e u st b o t e n" erscheinen heute doch allzu verblaßt. In geschlossener Gesellschaft, vor einen: kleinen, durchaus anspruchslosen Publikum Vvu Dilettanten schlecht und recht gemimt, mögen monarck)ischen Staat zu befeitigcn und die tn ihren Zielen darauf ausgehe, die Gesellschaftsordnung.zu stürzen. Er, der Minister, sei ein FreUnd einer geordneten und gemä ßigten Freiheit. Das habe er in einer Reiha von Jahren bewiesen. Die Debatte wird morgen fortgesetzt. parlamentarifcfyes. Berlin, 20. März. Die Budgetkommission des Reichstages nahm in der heutigen Sitzung eine Erklärung des Untcrstaatssekretärs Twele bezüglich der Gehaltsregelung der Zahlmeister entgegen und ging dann zu dem Titel „Servis desMilitäretat?" über. Zu dem von der Budgetkommission angenommenen Anträge auf Abschaffung der Servisklaffe^ weist llntcrsiacckssekretär Twele darauf bin, daß die Abschaffung dauernd eine Herabsetzung der zeitigen Bezüge hcrbeifuhren würde, die berücksichtigen, daß in Orten der Servisklaffc A die Bezüge schon jetzt nicht mehr zu den notwendigsten Lebensbedürfnissen ausreichen und daher weder das Reichsschatzamt, noch die Heeresverwaltung, nach dic verbündeten Negierungen mit diesem Vorschläge einverstanden seien. Nachdem die Kapitel „Militärbauwesen", „Militär- inedizinalwesen" unb „Verwaltung ber Traindepots" bewilligt waren, geht bie Kommission zu dem Etat der „O st a s i a t i s ch e n E x p e d i t i o u" über. Aus eine Anfrage Liebermann'? von Soiinenberg betreffend den Zeitpunkt der Nückkehr der Truppen antwortet der K r i e g s >n i n i ft e r, die Rückkehr erfolge voraussichtlich Anfang Juni; auch die Reserven der Gesandt- scka'tswache würden nicht dauernd dort bleiben. Deutschland mache den A n s a » g m i t der Zurückziehung der Truppen; hoffentlich können die Reserven bald folgen. Hierdurch konnten 4 7, Millionen abgesetzt werden. Bebel drückt seine Freude über die so rasch erfolgende Zurückfiehuiig der Truppen aus, glaubt aber, daß eine höhere (Summe abgesetzt werden könne. — Der Etat wird abzüglich 4 7, Millionen Mk. genehmigt. — Es folgt der Etat d e s A n § w art i g e u. Der durch den Re- sereiueil Dr. P a a s ch e empfohlene Titel 55 000Mk. für Schaffung eines Gefandtenpostens in Adis Adeba wird bewilligt, ebeliso die übrigen Posten für Gesandtschaften und Konsulate. Nach Bewilligung einer Mehrforderung von 237 000 Mark für allgemeine Fonds vertagt sich die Kommission auf morgen. Das Grubenunglück in CouvriLres und der Ausstand in Frankreich. 2 e ii 3 , 20. Mar». Die Jngenieurkommissiou teilt mit, daß man in der vergangenen Nacht bis aus acht Meter an das Feuer hcraugekommcn ist. Die Länge der gelegten Rohren beträgt 300 Meter. Die Erneuerung des Schachtholzes schreitet fort und so wird man das' Feuer gefahrlos mit dem Spritzrohr bekämpfen können. Die Zahl der ausständigen Bergarbeiter im Departement Pas de Calais beträgt jetzt 51 3 7 6. Der Kongreß der Bergarbeiter, an dem 177 Delegierte teilnahmeu, hat mit 167 gegen 10 Stimmen beschlossen, die am Sonntag von den Bergwerksgesellschaften angebotene Lohn er Höhung abzuleh neu. Heute nachmittag wurde iiad) einer Versammlung von Ausständigen, die dem der „Confederation du Travail" angegliedertcir Spudikate Broutschoux cmgehören, ein Umzug veranstaltet, als Kundgebung gegen das Syndikat, dessen Präsident der Deputierte Basly ist. Als der Zug einer Mteilung Gendarmen begegnete, schlug der Träger der Fahne mit dieser auf die Gendarmen und ihre Pferde ein. Tie Fahne wurde dem Träger von dem Deputierten Basltl und einigen Gendarmen entrissen und es kam zu einem Handgemenge, bei dem fünf Personen, unter ihnen Broutschoux, verhaftet wurden. Später versammelten sich die Ausständigen mit zwei roten Fahnen auf dem Stadt- Hausplatze, und ein Trompeter, der sich bei ihnen befand, gab wiederholt erfolglos das Signal zum An griff gegen die Bürgermeisterei. Der Präfekt hat angeordnet, daß die Bürgermeisterei, wo der Kongreß der Bergarbeiter tagt, durch Gendarmerie beinacht wird. Der Stadtausschuß, hat an den Minister des Innern ein Telegramm gerichtet, in welchem er gegen das Vorgehen der Gendarmerie und die Verhaftung Broutschoux protestiert und dessen Freiq lassung fordert. Grenoble, 20. März. 4000 Arbeiterinnen der Seidenweberei von Byron sind wegen verweigerter Lohnerhöhungen^ in den Ausstand getreten. Hausens Kasseler gibt Hafer-Kakao 3 Kindern 5 u. Kranken Gesundheit u. Kraft Nur echt in blauen Kartons ä 1 Mk., niemals lose sie noch Beifall finden. Vor ein literarischerer Kost zugetanes Publikum gehören sie nicht mehr. Ter Küchenroman ist viel zu langatmig erzählt, enthält zu viel Nebensächliches, Nichtssagendes, Veraltetes und Verstaubtes int Dialog, ist durch und durch viel zu altbacken für unseren Gaumen. Auf die Hälfte zusammengcstrichen, hätte er immerhin etwas mehr Eindruck machen können. Tas alte Liebespaar, die ehr- und tugendsame 50jährige Jungfrau und Köchin Christiane Quirl und der Kutscher Buschmann wurden von Frau Fischer uud Herrn Lippert gespielt. Während Fr. F. mit viel Komik aus der Christiane eine gutherzige Hamburgerin machte, berlinerte Herr L. ein wenig. Die klassische Ruhe uud Drastik dieses roman- und geldsüchtigen Rosselenkers aber ist nicht seine Sache. Dazu fehlt es ihm au Behäbigkeit und Terbheit. Recht nett und agil war Frl. Rufs Stubenmädchen. Das Ensemble (darunter die Herren Mendel und S t e i n m a n n und die Damen Sand und Schütz) war sonst aus den rechten Ton gestimmt. Auch der Inszenierung, dem geschickten Arrangement der Küche ist Anerkennung zu zollen. Am Schlüsse des Theaterabends sah man beileidsvolle Händedrücke tauschen; es war, ehrlich gesagt, ein verlorener Abend. Es hat sich um zwei Wapuisse gehandelt. Sie hätten viclfeicht minder mißglücken können — es hat nicht sollen fein. P. W. —' Oskar Wildes Werke in deutscker Sprache. 1. Bd. Gedickte, 2. Vd. Torian Gray, 3. Bd. Der glückliche Prinz, 4. Bd. Ein Haus aus ?lepfeln der Granate. Wien und Leipzig, Wiener Verlag. Eine Gcsanitmisgabe der Werke des so unglücklichen als talentvollen englischen Poeten in guter deutscher lieber* fetrnng ift natürlich höchst willkommen. Bis jetzt’ liegen vier Bände vor, die ans gutem Papier und mit klarem Druck sowie vermöge der vollendeten llebertragung durch verschiedene angesehene Sckriftsteller wie Rudolf Lothar u. a. einen vorzüglichen Eindruck macken. Den beiden ersten Bänden sind Dildniffe des Dickters beigegeben. Wir behalten uns eine eingehende Be- i" ; rf)img bis zum Erscheinen sämtlicher Bände vor und empfehlen M oit heute allen Literaturfreunden, sich mit dieser geschmackvollen und seinsinnigeu deutschen Ausgabe bekannt zu machen. Sehr chike und ausserordsntlich preiswerte le eiten k 3.60 k 44 Wetzsteinstrassc 44 zu aM/. empfiehlt 3 1659 Fortsetzung der Wdk! Möbel Mk. a 1 Nachtschrank do. Fernsprecher 218. Liebig straße 13. M fr 1 Bettstelle mit modern. Malerei 1 Kleiderschrank, 2-tür., do. ii n ii u n ii ii n ii ii ii ii Acetylen-Laternen Trillerglocken fltablaufglodea Pumpen Gummilösung 2.60 2.— 0*50 0.60 0.05 0.15 0.60 Verschied, nussb. Nachtschränke Verschiedene bessere Tische 1 eich. Büßet, reich geschnitzt 1 nussb. Vertikow, schwere Arb. Eich. Rohrstühle (3 halbe Dtzd.) Einzelne Rohr- und Lederstühle Schieibsessel, Polstersessel Serviertische, Bidets Blumentische Balkon- und Gartenmöbel. Matines Seidenstoffen Kleiderstoffen Blusenstoffen 3227,85 4651,93 2354,90 596,40 1316,35 1618,55 5863,88 3838,53 234,— 198,75 1149,— 2195,84 247,50 658,— Versteigerung. Donnerstag, U2. März 1. I., nachmittags 3 Uhr, sollen im Pfandlokal Seltersweg 11 dahier die wegen rückständiger Gc- meindestcucr 4. Ziel unv Vie wegen rückst. clckrr.Ltromgciv pro Oktober 1905 gepfändeten Gegenstände, als Dertikows, Sofa, Kleiderschränke, Waschtische, Uhr u. bergt mehr, sowie 2 Vierde und 2 Wagen versteigert werden. [1762 Gemmecler 7957,68 2642,08 3294,62 1569,48 333,— 1290,— 4249,28 717,50 2228,23 342,— 1024,65 Erd- und Maurerarbeiten Steinmetzarbeiten . . Zimmerarbeiten . . Dachdeckerarbeiten . . Spenglerarbeiten . . Glaserarbeiten . . . Schreinerarbeiten . . Schlosserarbeiten . . Weißbinderarbeiten. . Tapezierarbeiten . . Saü'S neueste unübertroffene Drillmaschinen säen ohne Radwechsel alle Fruchtarlen. prachlvolle Mäntel gute Lustschläuche mit Dunlop-Bentü a a k Rcparaturkaften „ k Calclum-Carbid.Kilobüchseä Reparaturen werden in meiner Werkstätte sachgemäß und billigst ausgesührt. c10/, GelegeriheitskM Mem Geschäft liegt etwas adsens, aber es lohnt sich, zu mir zu kommen. Zur Saison - Eröffnung; setze einen großen Posten neue Pneu- matils, renom. Fabrilat, einem Aus- verkauf auS und erlasse, solange Borrat reicht: Vergebung von Bauarbeiten. t Die für die Erbauung eines Schulhauses in Beuern erforderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen tm Wege öffentlichen Angebots vergeben werden. Die Angebotsunterlagen liegen auf dem Bureau deS Unterzeichneten Zimmer Nr. 18 während der Dienststundcn zur Einsicht der Interessenten offen. Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen sind verschlossen und portofrei bis spätestens Mittwoch, den 28. ds. Mts., nachmittags 3% Uhr, auf Großh. Bürgermeisterei Beuern einzureichen, woselbst die Eröffnung in Gegenwart etwa erschienener Bewerber erfolgt. Die Arbeiten und Lieferungen sind wie folgt veranschlagt: Meine Haarnnterlage „Chick“ ist das vollkommenste der modernen Haararbeiten. Jedes Haar erscheint voll u. dicht. Ansertignng von Mk. 2,5o an, sowie Amerngung sämmllicher modernen Haararbeiten: Frisetts, Locken, Toupets zc. re. Emil Koch, Friseur 62 Bahnhoistraße 62 Bitte genau aus Hausnummer __________zu achten!______[1655 Dergevung von Aauarveiten. Die für die Erbauung eines Schulhauscs ucbst Rcbeugcbäude, Einfriedigungen, Hof- und Entwässerungsanlagen in Grüningcn ersorderlichen Arbeiten und Lieferungen sollen im Wege öffentlichen Angebots assen Sie auf! Gut und billig kaust man alle Farben, irockcn und in gerieben, Sode, Pinsel, Leinöl, Futzbodcnöl, Bohnerwachs und Stahlspäne in der Germania-Drogerie Cara Seibel J610 Frankfurter Str. 39 Telephon 593 NB. Farbengefäßc gratis. Erd- und Maurerarbeiten zu Steinmetzarbeiten zu . . . Zinimerarbeiten zu... . Dachdeckerarbeiten zu . . . Spenglerarbeiten zu . . . Schlosserarbeiten zu . . . Glaserarbeiten zu ... . Schreinerarbeiten zu . . . Weißbinderarbeiten zu. . . Tapezierarbeiten zu . . . Planirarbeiten zu . . . . Plaster- und Chaussierarbeiten Eisen- und Röhrenlieferung zu Gruslieferung zu ... . Materiallieferung zu . . . Carl Nowack Grösstes Spezialhaus ihr Damenmodewaren in Oberhessen. Kleiderschrank, nussbaum pol. Spiegelschrank, 3-tür., do. mahag. Bettstellen, engl. Form do. Waschtoileite do. Verschiedene Nachtschränke nussb. Panel-Divan Sofa mit gesticktem Bezug do. mit Coteline-Bezug Salon-Garnitur (Sota und 2 Sessel) mit Brocat-Bezug Salonschrank, mabagoni do. ital. nussbaum Herrenschreibtisch, eichen Jederzeit Besichtigung und freihändiger Verkauf der Möbel sowie der Restvorräte in Teppichen, Portieren, Tischdecken, Divandecken, Möbelbezügen, Rouleaux- u. Marquisenstoffen, Linoleum etc. zu jedem annehmbaren Preise. Institut von Dr. Kübel zu Giessen. Planmässige und gründliche Vorbildung für alle Klassen höherer Lehranstalten, für Maturitäts-, Freiwilligen- und sonstige Schul-Examina. Seit drei Jahrzehnten bestehende und bewährte Unterrichts- und Erziehungs-Anstalt. Beginn des Sommer-Semesters am 18. April. Prospekte durch den Vorsteher Dr. Kübel Dünger-Berkans. Der in der Zeit vom 1. April 1906 bis Ende März 1907 im hiesigen Schlachthof sich ergebende Dung soll vergeben werden Anaeboie welche sich am die einzelne Grube zu beziehen haben, sind bis zum 25. d. Mts. schriitlich, verschlossen, nut entsprechender Amschrist bei uns einzureichen. Gießen, den 19. Marz 1906. 2 /, 0iro ft b< r r.^w-'nipr,-, (Shenm Sack'S eiu-u.mchrschaarige Psliige mu ort- und staubdichten Radnaben. Kederzahn-Kultivatoren, grubber u. Extirpatoren, Acker- und Wieseneggeu, Glatt-, Ringel- u. Cambridge ISqlzcu, Hackmaschinen Düngerstreuer „Westfalia", sowie alle sonstigen Geräte für die Landwirtschaft in großer Auswahl aus Lager. — Ncualoge portofrei. W. Uosenthal Stomplette moderne Fahrräder mit Glockenlager, ohne Slurbclted, mit Pneumatik schon k Mk. 69.— Joh. Fr. Schaaf. Fahrrad-Lersanbgcschäft 1<08 Gießen, am 15. März 1906. Der Großh. Kreisbauinspektor des Kreises Gießen. Die hm, Großh. Baurat.B17/ Geben Sie 8!|ö Wenn Waschtag ist empfehle zum Bleichen Chlorkalk, Bleichwasier «Eau de Jarelle), Mecsatz. Zum Waschen wollener und farbiger Stoffe Panamahol;, welches das Eiu- laufen und Abfärben der Stoffe verhindert. Echt erhältlich in der vergeben werden. Die Angebotsunterlaaen liegen auf dem Bureau des Unterzeichneten, Zimmer Nr. 18, während den Dienststunden zur Einsicht der Interessenten offen. Angebote mit entsprechender Aufschrift versehen, sind verschlossen unb portofrei bis spätestens Freitag, den 30. März lfd. Js., nachmittags 3 Uhr, auf Großh. Bürgermeisterei Grüningen einznreichen, woselbst bic Eröffnung in Gegenwart etwa erschienener Bewerber erfolgt. Die Arbeiten und Lieferungen sind wie folgt veranschlagt: ' ■ 14996,23 Oelfarben Lackfarben Fussbodenlacke Parquetwachs und alle sonstigen Artikel zum Anstreichen und Wichsen der Fug- „ HI böden bei [1551 g Emil Fischbach. an I. Stelle zu 33/4 und 4 Proz. vermittelt Adolf Schmidt, U1325] Landgrasenstraße 5, 1. Jniniobisicn und Hypotheken. Wilh. Reiber Seltersweg 38 Möbel-Versteigerung jeden Nachmittag dieser Woche von 2 Uhr ab. | Es kommen zum Ausgebot: f Eisenlieferung .... Gießen, am 14. März 1906. Der Großh. Kreisbauinspektor des leises Gießen. Dichm, Großh. Baurat. B15/g Ferner offeriere schon k „ k in Jacken-Kostumen Garnierten Kleidern Btostüm-Röcken Frauen-Paletots Siaab-Mäntexn Schwarzen Jacketts Farbigen Jacketts Wollenen Blusen Seidenen Blusen Morgenröcken Germania-Drogerie Carl Seibel Frankfurter Straße. "" ZuschneieSe- in Damen- und Kmdcrgarderobc nebst Verarbeitung erteilt nach leicht faßlicher Methode [1304 Luise Weinhardt ZuschnLlde - Lchule u. Konjektiott Goethestr. 46, p. "W Beginn meines Kursus tagt. 1 1 9 ffüssboi’.e E>LacKj Sg gq g chmucker Nach Etel arkt st rasse 8 Telephon 496 •h “V 9leufieitenfür früfijahr 1906 Schaufenster”! Bitte um Beachtung meiner :x Siclerielts-Stilfiiiüo V : V Prospekt gratis. * 1811 Gardinen 2XTeu! Neu! •i ( 0 Beachten Sie unsere Schaufenster. Stoff» uneS Holzdraht 1483 Zur Ausführung von Schaufenster - Rouleaux iWriBii empfiehlt sich IliDcckcriükisier toiräfopi 752 ERNST BLOE0MER, Seltersweg N ST BLOEDMER, Selters weg, Bruchstraße 13. [01368 ''-fT -~V -iaggjrn । j.. lliiliii- ------------------' H ’S Bcigeordnetm-Wahl “!* v q || I billigst und in kürzester Zeit Hl sfOlldt | ausgeführt durch | Spezialgeschäft: k P. MMn V'V, Viele Wühler »\ Kim latiinden füll Lasten. ein ziel'- Heiserkeit Katarrh Verschleimung Anerkennungen die Vorzüglich- feit von > üJZu beai L ■' Aen! urfu Einiii fähig nmq uthv roeti I bei g-e' o. 1 der Siu? iin Einfaeh! Praktisch! Bewahrt! E Hofgut-Butter wieder irisch ctngelroffen. [1828 H. F Nassauer ______Neuenweg 1».______ 2W" Bei Husten beweis, zahlreiche Goethestrasse 23 Telephon 452 Auf Wunsch günstigste Zahlungsbedingungen. Preisliste gratis und franko. Adolf Bieler Marktstrasse 5 ffien: ivird, wird, her<,e zftM Nückv Sernt wissio J« M. Schialheff Telephon 119. ent tag Seu Tai ersc Mj fehl wel not nad Zeh- Tro im Nah ftonj hin 23l ein bis unc Reg feit nad sind blei das Wtn !^nsai bi .. 1. , die neh Hine gehe Gedc staat gtoeie Einri bon i bereit Cchlik Bau Kon genor stelle, Bahn lich< 8ube ben ^uts deute WM eröffn über W Aani staate otoetß Morgen, Donnerstag, den 22. März findet die Wahl eines Beigeordnetcu statt. Wir empfehlen als Kandidaten Bd leines Korsett in bester Qualität und moderner Form v. Mk. 6,— an kauten Sie vorteilhaft bet E. Büttner-Eckert Frankfurt a. M. Spextal-Korsetlen-Versandt u. Maß-Atelier. Langjähr. Erfahrung. Großer Kundenkreis. Auswahlsendung gerne zu Diensten. Iso13/» Darmstädter Pädagogium Darmstadt. . Heerdog Nr. 53. Vorbereitung zum Einjährigen-, Primaner- und Abiturieuteu-Exainen. Eintritt jederzeit. Auch bei den soeben beendeten Prltlmigen erzielten die im Pädagogium vorbereiteten Schiller wieder, wie seit Jahren, die besten Erfolge. sb”/. 31. Elias. Nof fr Ert ^taatss l09*n k KonsllNMeil- Schirme für Mädchen und Knaben in großer Auswahl und zu sehr billigen Preisen. Casseler Schirmfabrik Gießen IC1*/»] Sclterüweg v Herr» Carl Schwalm, WliMkrmkifler Derselbe hat sich schon als Gemeinderat an allen oorkommenden Fragen mit großem Interesse beteiligt und bürgt unS dafür, im Vertretungsfalle durch unparteiische Behandlung das Vertrauen seiner Wähler zu rechtfertigen. mit Schrift und Malerei a^oeä-err-e ZLZZ-ixster — Sclxr.ollste ZL,iefex-o.ng-. PliJaylarthitCo.^T1- Haarsträhnen keine Zöpfe mehr. AMVerliereu uumöglrch «M Don eigenem Haar nicht zu unterscheiden! Anfertigung von 2 Mk. an. Emil Koch, Friseur 62 Bahnhofstraße 62 Bitte genau auf Hausnummer zu achten! (165-1 Zur Frühjahrs-Saison empfehlen unser grosses Lager in Spezial-Abteilung für Herren- «u Kirsten-Garderoben R Emil Lotz r? Langenbrahm-Antiracit Nuss II für Hausbrand „ III „ Sauggasanlagen Union-Briketts, Klötze Nusskohlen, Koks Eierbriketts, Ho'z 16cs iir Photographie weiss, cr6me und bunt, abgepasst und in allen Breiten und Preislagen Aug. Montanus & Co. Heute von 4 Uhr ab: [Bn/, Hammelfleisch 50 Pfg. Kalbfleisch 45 Pfg. 3 11 Kräftigungsmittel wie fl I |fj Fcrromanganin, S |H Ferrocarnin, Hae- 08 By matogeu, ScottS Emulsion, Soma- tose, Sanatogen usw. kaufen Sie stets frisch in der [1756 Germania-Drogerie Carl Seibel, Frankfurter Straße. G Nimrod-Gewehr-Fabrik Thieme & SchBe^eBmiBch, Suhl empfiehlt zur beginnenden Jagdsaison: Einzellader- a. Repetierbücbsen, BiichsOinten, Dreilänfer tu den verjchiedensteu Konstruktionen, auch in bester Weise mit den neuesten und besten Zielfernrohren versehen, für bte von ihr konstruierten neuen Legierungsgeschosse ohne Mantel, sowie mit Papier- oder Kupfermantel speziell für rauchloses Pulver, ferner auch mit Stahlmantel. llimr6d-Ver5Lbiy85 NiBirod-Hammerless un^,n,&eb®oPpÄ Vkcketcr: August Dickore, Eicgci!, Slhüiizeniiriißk 8. Lokomobilen (fahrbar m. Wandcrkonzession) 1 Stck. v. Lanz 89 erb. fein hergerichtet 7—9 P. S. I B „ e 90 „ Feuerbüchse neu 12—17 P. 8. 1 , , , 97 „ Ausziehkessel 20—30 P. 8. billig abzugeben. hv!5/u Her^ornei1 Pumpenfabrik Cierbörn= •\F ■ • Issleibs berühmten Äsibma - Bonbons 12°/s Alliumsast, 88°/» Raiftnade. In Schacht.a1^u.inBeut.ä30^ Katarrh-Pastillen (Kräuter-Bonbous) 67 Beutel 35 H Wirkg. überraschend bei Lmil kisokbael», Drogerie. Fluß- und Seefische W U s 1 rasch! reinlich.8 bequem! sparsam? prachtvoll? WOWA»- • DÜSSELDORF- *