Nene ;e wkT MSS M «Nein ÄSR ^rtoffclhaudlnng ■Hanke! ^chlotzgassc 6. Nm «ii, «,„ Äät*fe utiMf 1Ö Psund 2 Mett «» Steinhäuser 17 Neuen ALnr 17 scheläickeiei emysirhltMz Hezlal-EierhaMnua qfliie 2, au d.Narkliatibv,. Pruua Kristall- Zucker 18 ^Ig. I Bmhthal's Kafftt-Magaziu Lindenplatz ro Sea Mackchalleu. g istag, Donnerstag im ag, von Vf8 Uhr an iti MM emwttyt M t LLomber.Walltorh! Aut ;ue Kartoffeln aui Lager. Billigste Pre^ J, Weisel M ■Bbon 235, sonnenstM^ Gewerbe^ ^Akademie U Friedberg bei Frankfurt £ M' •nMechniiches Institm xchWenNe 1n Sie an pedol bequem6 Berder'5^e ^7 9ir. 169 Erscheint tügltch außer SonntagS. Dem Gießener?lnzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen lanörolrl die Siebener Familien, blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Bru h l'scheu Univers.-Buch-u. Steindruckerei. R. Lange. Redaktion, Expedition »nd Druckerei: Schulst rohe 7. Redaktion 113 Verlag u.Exped.s-^öl Adresie für Depeschen: Anzeiger Gießen. Erstes Blatt 156. Jahrgang Samstag Ä l. Juli 1906 vietzener Anzeiger w Eeneral-Anzeiger ** '** Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen IFWMWWW« IWHMm I VezngSpretSr monatlich7bPs., viertel- jährlich Mk. 2.20; durch vlbhole- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch diePost Rik. 2.— oiertel- fährl. ausschl. Bestellq. Annahme von Anzeige« für die Taqesnummer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12Ps^ ausmartS 20 Pfg. Verantwortlich für den polit. und allgem. Teil: V- Wntko: für „Stabt und öaub* und .Gerichts^al": Ernst yeß; für beit Anzeigenteil: HanS ®ei K«wwaet der Stichwahl in erster Reihe von Dem Verhalten der Zentrumswähler abhäugen wird. Deshalb ist bemerkens- 2vert, daß die „Germ au ia" erklärt, sie könne nicht wi ssen, wie die Zentrumswähler entscheiden werden. Vom prinzipiellen Standpunkt aus mußten sie sich indessen sagen, daß sie nicht für einen sozialdemokratischen Kandidaten ihre Stimme abgeben könnten und daß sie sich nicht desselben J-ehlers schuldig machen dürften, dessen sie die Freisinnigen von Altena-Iserlohn anklagen._________________________________ politische Tagesschau. Ein konservatives Urteil über die Wahl in Altena-Jscrlohn. Sehr hart ist, was die „Kreuzztg." in ihrer diesmalige „Wochenschau" zu dem Ausfall der Iserlohner Wahl imd im Ausblick auf die Nachwahl in Hagen sagt. Sie fdyreibt: Dreiviertel aller Freisinnigen und nationallib. Wähler haben (bei der Stichwahl) ihre Führer int Stiche gelassen. Das ist ein sehr bedauerliches Resultat. Wir beklagen es darum ganz besonders, weil es uns die Direktiouslosig- teil der nationalliberalen Partei vor Augen führt. Diese Partei war einst in unserem politischen Leben unentbehrlich, aber wenn sie in ihrem inneren Zerfalle weiterhin solche Fortschritte macht, werden dem Reick)« ernste SftNvicrrg- keiten entstehen. Den Gr un dfe hl e r der nationallib e- ralen Politik erblicken wir in ihrer Forderung, daß man sich bei jedem W a hl ko m pr om i ß auf sie als auf die mittlere Linie einigen müsse. Dieser Glaube wird allmählich zur fixen Idee. Im Iserlohner WMkreise wäre das Richtige gewesen, daß die N a t i o n a l l i d er a l en gleich im ersten Wahlgange für den freisinnigen Kandidaten eingetreten wären. Wir sagen das mit aller Unbefangenheit, denn selbstverständlich ist uns die Wahl eines Nationalliberalen unter allen Umständen lieber als die eines Freisinnigen. • Das Zwischenaktspiel, das der Geh. Legationsrat Dr. H e l s s r i ch und der Zentrumsabg. Erzberger aufsühren, muß für die Gegner der deutschen Kolonialpolitik ergötzlich anzusehen sein. Geheimrat H. behauptet, der Abgeordnete habe mit notorischen Spitzeln und Spionen in der Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes Umgang gehabt. Also es war dem Herrn bekannt, daß Spitzel und Spione im Kolonialamt zu finden waren; es war ein offenes Geheimnis, was jetzt zu der Auskehrung des Llugiasstalles geführt hat. Warum hat von diesen unhaltbaren Zuständen, die bei einer ReichSbeHörde doch unmöglich vermutet werden konnten, niemand dem Staatssekretär als dem Vorgesetzten Mitteilung gemacht? Oder wußte der Staatssekretär von diesen Mißständen? Wußte vielleicht auch der ReichSra-.cker von diesen Spitzeln und Spionen und ist erst jetzt drein gefahren tote ein Donckerwetter, als gewisse unangenehme Dinge in die Presse lanciert worden waren? Die Kolonwlabteilung war nach den Worten des Legationsrats Helff- rich von einem niedrigen Spitzeldienst durchseuckft, Beamte dieser Behörde haben Durchstechereien an ZeitungSvcrtreter und an Abgeordnete verübt, und sie sind nicht diszipliniert worden? Hoffentlich wird jetzt endlich entsprechend saniert! Der Rückgang der jüdischen Bevölkerung in Hessen. Die „Südwestd. Korresp." hat vor einiger Zeit auf das langsame Wachstum der jüdischen Bevölkerung in Preußen und Bayern aufinertsam gemacht und besonders auf den gewaltigen Geburtenrückgang bei den Juden hingewiesen. Auch für das Großherzogtum Hessen liegen nunmehr über die Bevötkerungsverhältmsse der Juden Untersuchungen vor, denen wir u. a. folgendes entnehmen: Im Jahre 1822 gab es in Hessen 20 000 Juden. Deren Zahl war bis zum Jahre 1849 auf 28000 gestiegen. Dann trat aber ein Rückgang ein, sodaß die Volkszählung im Jahre 1871 nur noch 25 373 und im Jahre 1900 gar nur 24486 Juden ergab. (Die Ergebnisse der 1905er Zählung liegen noch nicht vor.) Dieser Rückgang der jüdischen Bevölkerung ist hauptsächlich auf drei Ursachen zurückzuführen: 1. auf Abwanderung, 2. auf eine stete Verminderung der Geburtenzahl und 3. auf die Vermehrung der jüdischen Mischehen, lieber die Größe der Abwanderung liegen leider keine Zahlen vor. Was die Geburten anlangt, so wurden in den 1860er und 1870er Jähren in rein jüdischen Ehen durchschnittlich jährlich 800 Kinder geboren, deren Zahl jedoch vom Jahre 1880 an fortgesetzt gesunken ist, sodaß im Zeitraum 1901/04 jährlich nur noch 439 gezählt wurden. Es ist dies um so bemerkenswerter, als in den letzten vierzig Jahren die Zahl der rein jüdischen Eheschließungen keineswegs zurückgegangen ist, sondern fast unverändert durchschnittlich jährlich 160 bis 170 betragen hat. Der auffallende Geburtenrückgang bei den Juden kann nur auf eine bewußte Beschränkung der Kinderzahl in der Ehe zurückgeführt werden. Wie gleichmäßig übrigens diese Erscheinung in den verschiedensten Teilen Deutschlands eingetreten ist, möge folgenden Zahlen entnommen werden. Auf 1000 Einwohner kamen im Jahrfünft 1876/80 durchschnittlich jährlich Geburten : in Preußen 32,4, in Bayern 33,3 und in Hessen 31,6; dagegen im Jahrfünft 1896/1900: in Preußen 21,4, in Bayern 19,0 und in Hessen 19,8. Bemerkt sei noch, daß die Geburtenziffer der Christen auch etwas zurückgegangen ist, in Hessen z. B. von 37,6 in 1876/80 auf 34,0 in 1896/1900. Eine fortwährende Abbröckelung erleidet die jüdische Bevölkerung infolge der stetig zunehmenden Anzahl der jüdischen Mischehen, da insbesondere die Kinder dieser Mischehen ztnn größten Teil der christlichen Religion zugeführt werden. Vor dem Jahre 1876 (dem Jahre der Einsetzung der Zivllstandesämter) wurden nur ausnahmsweise jüdische Mischehen geschlossen, im Jahrfünft 1876/80 betrug deren Zahl schon 8 durchschnittlich im Jahre, und im Zeitraum 1901/04 ist sie auf 13 gestiegen. Wie groß bte Zahl der Austritte au5 der jüdischen Religionsgemeinschaft ist, ferner wieviel Juden zur chrtstl. Religion übertreten, ist nicht bekannt; diese Zahlen scheinen jedoch nicht unbedeutend zu Jem. Israelitische Namen im sranzöfischen Offizierskorps. Als Kriegsminister Etienne für die Wiedernustclluug des zum Major beförberten früheren Kapitäns Alfred Dreyfus das 12. Ar- tillerieregunent in Vincennes wählte, bestimmte tlyn hierbei gewitz auch der Umstand, daß dieser Aruppenteil von einem Glaub uud Stammcsgenosscn von Dreyfus, dem Obersten May.-r- Samuel befehligt wird. Nachträglich befürchtete der Minister doch wohl, daß trotzdem ein Teil der Offiziere des Regiments dem rehabilitierten Kameraden eine unfreundliche Aufnahme bereiten könnte, und deshalb versetzte er Dreyfus, unter Abänderung seines ersten Entschlusses, zu der ebenfalls in Vincennes in Garnison stehenden Artillerie-Dcpot-Tirektion, die im ganzen nur aus sechs Offizieren besteht. Doch der Name Dreyfus ist im französischen Offizierkorps gar nicht selten und ohne Alfred Dreyfus 38 Mal vertreten. Es entzieht sich der Möglick)- feit, auch nur annähernd eine Statistil darüber aufzustäleiü, wie stark der Prozentsatz israelitischer fianzösischer Offiziere gegenwärtig ist. Aber einige Stichproben aus der neuesten fian- zösischen Rangliste dürften in dieser Beziehung .Interesse bean- spruck-cn. Man ist dabei freilich mir auf die Vermutung angewiesen, daß die Träger bestimmter Namen israelitischer Konfession oder Abkunft sind, — eine Vermutung, die voraussichtlich in vielen Fällen nickst zutrifft. Die Waffe, in ber man den wenigsten solcher Namen begegnet, ist die Kavallerie, die auch unter der Republik noch vornehmlich von den Miömmlingen des Adels bevorzugt wird, und deren Offiziere mit ihren Sympathim zum großen Teile nicht nach der Republik lstnneigen. Man trifft sie dagegen ziemlich häufig bei ber Infanterie an, wo es u. a. einen Obersten Holender gibt, — in den unteren Graden verstärkt sich das Verhältnis noch ganz n-esentlich. Besonders zahlreich aber sind diese Namen bei der Artillerie, die u. a. die Obersten Francfort und Mayer-Samuel, die Majore Isidor, Levy, Ely, Meyer, Katz, Kahn, Marcus, Aron, Cahen und Fraenkel und die Kapitäiie Grün selber, David, Levy, Libmann, Coblentz, Magnus, Adam-Salomon, Weil und Baron auftveist. Der Name. Lövy kommt im französischen Offizierkorps 90 mal vor, der Name Meyer 70 mal, der Name David 79 mal, Jacob 36 mal,t Isaac 6 mal und Simon 121 mal. Cs gibt ferner 4 Nathan, 3 Cohen, 1 Davidsohn, 2 Jaeobsohn, 5 Loevy «bezw. Loeb, Loewe, Loew), 3 Oppenheim, 1 Gerson, 2 Barone Rothschild, 5 Katz, 10 Kauffmann usw. In der Generalität scheinen zur Zeit nur die Namen Heimburger, Feldmann, und Libermann auf israelitische Abstammung ihrer Träger hinzudeuten. Kirche und Schule. — Die bevorstehende „53. Generalversammlung der Katholiken Deutschlands" im August zu Essen a. d. Ruhr wird nicht ohne die regste Teilnahme der kath. Studenten an diesem Parteitage des Zentrums von statten gehen. Das erhellt aus der großen Anzahl student. F e st k o m m e r s e, die im Anschluß an den Katholikentag veranstaltet werden. Mlein am 20. August sollen dreü solcher Festkommerse abgehalten werden. Der Verband der nichtfarbentragenden katholischen Studentenvereme feiert den klerikalen Parteitag im städtischen Saalbau, der Verband farbentr-agender katholischer Studentenkorporationen' tut dasselbe im Kriegerheim, der Verband der wissenschaftlichen katholischen Studentenvereine begeht das gleiche Fest im Kruppsaale des Saalbaues, und am nächsten Tage gibt es im großen Saale des städtischen Saalbaues nochmals einen Festkommers des Verbandes der farbentragenden katholischen Studentenverbindungen. An Stimmung für den Zentrumsgedanken wird es mithin unter den studentischen Teilnehmern am Katholikentage nicht fehlen. Ausland. London, 20. Juli. Bei Einbringung des Etats für Indien hebt der Staatssekretär für Indien, John Morley, die Bedeutung der indischen Politik hervor, wobei er erklärt: Wir haben nicht länger um die dynastischen Streitigkeiten und territorialen Zwistigkeiten in Europa bekümmert zu sein. Wohl oder übel sehen wir die Umwandlung unserer Politik in eine asiatische Politik und am meisten nehmen uns diejenigen unserer auswärtigen Beziehungen in Anspruch, die uns mit China und Ja pan, sowie mit Ru ßland in seiner Eigenschaft als asiatische Großmacht in Berührung bringen. Im Saufe, seiner Ausführungen bezeichnet der Staatssekretär die Ziffern des Budgets als erfreulich, allerdings fei ein Schatte n, nämlich die militärischen Ausgaben, vorhanden. Bei dem gegenwärtigen Stande der Sache sei jedoch weder der Plan Kitcheners, noch die damit in Beziehung stehenden Ausgaben reif für eine Erörterung-. Paris, 20. Juli. Heute liegt der Wortlaut der nach dem Renneser Prozesse von Casimir Perrier vor dem Kassationshof gemachten Aussagen vor. Der ehemalige Staatschef erklärte darin: Merciers Angabe, daß im Winter 1894/95 Frankreich von einer deutschen Kriegserklärung bedroht gewesen sei, für h a l t l o s e s G e s ch w ä tz. Das einzige bezügliche Gespräch Casimir Periers mit dem deutschen Botschafter Grafen Münster, dessen Untergrund die Forderung des Kanzlers Fürsten Hohenlohe, nach einem unzweideutigen Dementi ber in Paris geflissentlich verbreiteten Deutschland und dessen Monarchen verletzenden Steuerungen war, wurde durchaus höflich' geführt und endete zur vollsten Befriedigung der deutschen Regierung. Die sog. historische Nacht war demnach eine Erfindung Merciers, um jenen Minister- Kollegen, welche Dreyfus' Schuld bezweifelten, sagen zu können: für nichts und wieder nichts hätte man sich in Berlin doch nicht so aufgeregt. Aus Stadt und Lund. Gießen, den 21. Juli 1906. •* Landesuniversität. S. K. H. der Groß Herzog haben den ordentlichen Professor an der Universität Basel, Dr. Alfred Körte, zum ordentlichen Professor in der philosophischen Fakultät der Landesuniversität mit Wirkung vom 1. Oktober 1906 an, ernannt. " Erledigt ist die mit einem evang. Lehrer zu besetzende zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschnle zu Ober- Seemen. Tein Fürsten 511 Stolberg-Roßla-Ortenberg steht das Präsentationsrecht zu. *• Ein hessisches Schulmuseum. Es besteht die- edler Sitte erzählt das „New Monthly Magazine", daß Lord Beaconsfield zu sagen pflegte, er habe viele Menschen gekannt, die sich ihren Weg durchs Leben weit rascher und besser durch gute Manieren als durch Intelligenz gebahnt haben. Ost ist der Mangel! au Höflichkeit auf große Eile zurückzuführeu. Ter berühiute engL! Schauspieler Fred Leslie befand sich in einer Bahnhofshalle, als ein Mann in größter Eile aus ihn zustürzte und fragte: „Sie^ sagen Sie mal, wo steht der Zug nach Waterloo?* Es standen' mehrere Züge zur Abfahrt bereit. Der Schauspieler, den der, unhöfliche Ton des Fragenden ärgerte, zeigte auf den aus dein! ersten Bahnsteig stehende,: Zug und sagte: „Dieser Zug —" Er sprach die Worte reckt langsam und sckien fortfahren zu wollen, aber der andere war bereits in ein Kupee gesprungen und der Zug ging ab. „Wenn er," so erzählte später der Schauspieler, „sich wcnigsteus die Zeit genommen hätte, ein „Danke schön" zu sagen, hätte ich den angeiangenen Saß noch vollenden können und ich hätte dann gesagt: Dieser Zug — gebt nicht nach Waterloo. Aber wir wollen hassen, daß er in ein Land gekommen ist, roo man ihm Höflichkeit beibringt/' Der Bersasser des Artikels er* wähnt auch den Fall zweier Kaufleute, die beide aus den Gedanken gefotmnen waren, dem Publikum mitzuteilen, daß das Geschäft noch andere als die ausgestellten Waren enthalte. Der eine ließ nachstehendes Plakat ins Sckausenster hängen: „Wenn Sie nicht die Waren sehen, die Sie wünschen, so haben Sie die Güte zu. fragen, und Sie werden sofort bedient werden." Und der erstere Händler wußte sich nicht zu erklären, weshalb das kaufende Publiklun weit lieber zu seinem Konkurrenten ging, als zu ihm. Bei den letzten englischen Parlamentswahlen kam ein Kandidat in die Wohnung eines Wählers, um ihn um seine Stimme zu- bitten und ihn aus Dankbarkeit seiner Hochachtung zu versichern. Der Wähler aber erwiderte frei und offen : „Ich glaube, daß bet Gegner größere Hochachtung für mich hat, denn er säubert sich, bevor er ins Zimmer tritt, an der Tür seine Stiesel." Der Herzog von Wellington erwiderte einem Freunde, der ihn kragte, weshalb er aus der Straße vor allen Leuten, die ihn grüßten, den Hut ziehe: „Ja, glauben Sie denn, daß ich jeden beliebigen Menschen gestatten würde, höflicher und besser erzogen zu sein, als ich es bin?" Universitäts-Nachrichten. Berlin, 20. Juli. Als Nachkolger des verstorbenen Prof. Hirschberg ist Prof. Silbergleick, Direktor des statistischen Amtes Schöneberg, früher in Magdeburg, vom Magistrat zum Direktor des Statistischen Amtes der Stadt Berlin gewählt worden. • Gerichtssaal. Hannover, 20. Juli. Tas Kriegsgericht der 20. Division verurteilte den Musketier Arnold vom Jnkanterie-Regiment Nr. 85 wegen fortgesetzter Fahnenflucht und anderer Vergehen zu 7 Jahren Zuchthaus und Versetzung in die 2. Klasse des Soldatenstandes. eng den ^Ißniifeomlerecifiern 6er Stkdt Gießen. Aufgebote. Juli: 13. Friedrich Neuling, Lackierer dahier, mit Elisabeth« Marie Luise Hermine Siinon Hierselbst; — Friedrick Wagner, Buchhalter in Lich, mit Luise Waag dahier; 14. Gottlieb Räuber, Eisenbahn-Gütervorsteher in Frankfurt a. M.-Sachsenhausen, mit Helene Stephani) dahier; 17. Christian Reibeling, Bureauvorsteher dahier, mit Elise Stemmler Hierselbst; — Heinrich Lehrmund, Schlosser dahier, mit Eva Hamm Hierselbst; — Heinrich Jodt, Maschinenarbeiter dahier, mit Elisabethe Revv Hierselbst; 18. Heinrich Müller, Taglöhner dahier, mit Karoline Müller Hierselbst; — Philipp Brück, Fabrikarbeiter dahier, mit Marie Kloos in Hausen ; — Heinrich Nau, Schuhmacher dahier, mit Anna Elisabeth Jakob in Kassel; — Einil Hinneburg, Sergeant dahier, mit Elise Roth in Mamz; 19. Wilhelm Weigel, Schlosser dahier, mit Wilhelmine Berg Hierselbst. Ebcschlrcßnngen. Juli: 14. Wilhelm Luch, Schlosser dahier, mit Marie Elise Schmidt Hierselbst; — Robert Mainzer, Eisendreher dahier, mit Mathilde Körbächer Hierselbst; — Julius Folsing, Postverwalter in Groß-Felda, mit Karoline Kreiß dahier; 18. Johann Baptist Schurgens, Referendar in Bingen, mit Wilhelmine Helene Müller dahier; 19. Georg Bickelhaupt, Bauausseher-Aspirant dahier, mit Emma Konrad Hierselbst. Geborene. Juli: 10. dem Glaser Richard Müller ein Sohu, Richard Adalbert: — dem Fuhrmann Karl Schmidt eine Tochter; 11. dem Taglöhner Ludwig Henkel ein Sohn, Walter; — dem Schlosser Johannes Roth TI ein Sohn, Walter Wilhelm; 12. dem Güter» Vorsteher Friedrich Wilhelm Wiegand ein Sohn, Friedrich Karl Paul; — dem Glaser Wilhelm Taubert eine Tochter. Karoline Wilhelmine Johanna; 13. dein Bizefeldwebel Karl Gauß eine Tochter, Elia Katharina; 14. dem Schußmann Wilhelm Wöll ein Sohn, Wilhelm; — dem Schuhmacker Adam Döbus eine Tochter, Marie Katharina Luise; 15. dein Meßger Moriß Rosenbauin eine Tochter, Rudolfine; 16. dem Lithographen Justus Christ ein Sohn, Karl; — dem Hilsswagcnwärter Wilhelm Hahn eine Tochter, Anna Marie; 17. bem Bergmann Ludwig Schardt ein Sohn; — dein Hutmachermeister Rudolf Richter ein Sohn. Gestorbene. Juli: 13. Georg Mar Weißbäcker, 6 Monate alt, Sohn des Elektrotechnikers Mar Weißbäcker dahier ; 14. Emma Rohr, 37 Jahre alt, Tiakonic-Schwesier in Elberfeld. Absicht, ein hessisches Schulmuseum zu errichten, in dem alles zu vereinigen sein würde, was an Material für die Geschichte be§ UnterrichtSmesens in Hessen ausfindig gemacht und erreicht werden kann. Ehe zur Verwirklichung dieser Absicht weitere Schritte geschehen, soll durch die Kreisämter festgcsteNt werden, welche Schulbücher, Lehrmittel itnb sonstige für die Schulgeschichte bedeutsame Gegenstände aus der Zeit vor 1830 etwa in den Schulinventaren vorhanden sind. •* Leichtsinniges Fahren. Das Großh. Polizeiamt manit heute in einer Bekanntmachung vor den oft beobachteten Uebertretnngen der jugendlichen Fahrburschen, der Bäcker und Meßger ?c., durch die in den schmalen Straßen der Stadt Menschen und Eigentum gefährdet werden. Erst kürzlich wurde ein Kind armer Eltern schwer verleßt und zwar dadurch, daß c§ ein Bursche auf dem Wagen mitfahren und sodann die Zügel halten ließ, wobei das Kind vom Wagen fiel und überfahren wurde. Es geht deshalb die Mahnung an alle, die derartige Fahrluirschen besißen, diese darauf hinzuweisen, daß solche Vorfälle * traf bar sind. Die Besitzer selbst können zivilrechtlich verantwortlich für den von ihren Angestellten verursachten Schaden gemacht werden. •’ Höchste Wahlbegeisterung. In einem Dorfe Oberhesiens hatte die Frau eines Bürgermeisterkandidaten im Eifer der Wahlschlacht vergessen, den Schweinen tagsüber Futter zu geben. Ihrem Eifer mag es wohl mit zu verdanken gewesen sein, daß die Wahl mit einem glänzenden Siege ihres Herrn Gemahls endete. Als nun aber die Vierfüßler abends, von Hunger gequält, mit lautem Grunzen an der Tür hinaufsprangen, ergriff die neugebackene Dorfregentin wütend ob solcher Dreistigkeit den stumpfen Besen und schlug mit den Worten: „Ihr Mißgewänder, macht r so koan Radau, meßt ihr näit, daß auer Herr, ise Scann ihr Voatter, Borgemaoster roonn e§?' schlug sie in berechtigter Entrüstung auf die Unbotmäßigen ein. *• Neuetablierungen imHündwerk n ix b eifter- titel. Im Hinblick auf die zahlreicher stattfindenden Neuetablierungen von Handwerker:: erscheint es angebracht, auf die Vorschriften der Gewerbeordnung binsicktlich der Berechtigung zur Führung des Meistertitels hinzuweisen. Bei einem Teil der Handwerker ist die Meinung vertreten, die Beilegung des Meistertitels in Verbindung mit der Bezeichnung eii:e§ Handwerks sei jedem von: Tage seiner Selbständigkeit ohne weiteres gestattet; dem ist aber nicht so. Ter Meistertitel ist gesetzlich geschützt, d. h. die Berechtigung zur Führung dieses Titels ist erst nach bestandener Meisterprüfung erlaubt. Es ist also jedem Haudwerker zu empfehlen, sich vor seiner Etablierung der Prüfung gu unterziehen. Tie unberechtigte Führung des Meistertitels wird mit Geldstrafe bis zu 150 Mk. ober im Unvermögensfalle mit Haft bis zu vier Wochen bestraft, lieber die näheren Bestimmungen der Zulassung zur Meisterprüfung, über die Befugnisse zur Führung des Meistertitels usw. erteilt die Handwerkskammer zu Darmstadt jederzeit nähere Auskunft. Die Anmeldung zur Prüfung ist von ben Prüflingen aus Oberhessen an Baumeister L. Traber zu Gießen, Walltorstraße 77, zu richten. *• D i e b e v o r st e h s n b e n S t e r n s ck n n p p e n s ä l l e. Wiederum nähert sich der Teil des Jahres, in dem die Stern- schnuppenfälle sich häufen und ihren Höhepunkt erreichei:. Tie Meteore sind in: ersten Teil des Jahres im allgemeinen selten, und in den Monaten Mai und Juni ist das Dämmerlicht so stark, daß es alle schwächeren Sternschnuppen überdeckt und nur die besonders stark leuchtenden Meteore sichtbar werden läßt. Aber schon in: Juli werden, obgleich der Nachthimmel auch noch recht hell ist, diese Himmelserschein:n:gen häufiger und glänzender; besonders in der letzten Woche diese? Monats. Ihn jene Zeit erscheinen durchschnittlich dreimal so viele Sternschnuppen am Himmel wie in gewöhnlichen Nächten des Frühjahrs und Mittsommers. Tie ersten, die den Reigen der Sternschnuppenfälle eröffnen, find die sogenannten Aguariden in den Tagen vom 27. bis 31. Juli, die daher ihren Namen haben, weil sic von einem Hiinmelspunkt im Sternbild des Wassermanns (Aquarius) auSzugehen scheinen. Das Schauspiel ist aber nicht auf diese kurze Zeit beschränkt, sondern verteilt sich in geringerer Entwickelung auf mehr als einen ganzen Monat, von: Ende Juli bis zum Ende August. Tie noch bekannteren Meteore aus der Gruppe der Perseiden, die aus dem Sternbilde des Perseus kommen, erreichen bei: Höhepunkt ihrer Häufigkeit und ihres Glanzes in der zweiten Augustwoche, ©ie heißen in: Volke vielfach „Tie Tränen des heiligen Laurentius" und find von Wilb. Jordan in einem schönen kosmischen Gedichte besungen worden. (X) Klein-Linden, 20. Juli. Nette Familien- z u st an be scheinen in Bernharbshausen in einer noch nicht lange bort wohnenden Familie zu herrschen. Als der „zärtliche^ Gatte eines Abends von einen: Feste aus einem Nachbarorte heimkehrte, entstand ein Spektakel, auf mehrere Ne - volverschüsse folgte lautes Schreien, und die Gattin flüchtete notdürftig gekleidet in ein Nachbarhaus. — Bad-Nauheim, 20. Juli. Bis zum 19. Juli sind 18 0 5 5 Kurg 5 ste angekommen, wovon an genannten: Tage noch 6399 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 19. Juli 219 329 abgegeben. a Lauterbach, 20. Juli. Gestern fand in: hiesigen Burgschloß die Verlobung des Freifräulein Katho v. Ried- esel, Tochter des Großh. Oberstallmeistcrs Moritz v. Nied- e f e (, mit dem Grafen Wilhelm v. Schlitz genannt v. Görtz statt. Bei der Festlichkeit konzertierte die Kapelle des Dragoner-Regiments Nr. 23, bei dem Graf Wilhelm zurzeit als Offizier steht. Graf Wilhelm ist Pate des Kaisers. Darmstadt, 20. Juli. Jh. Großh. Hoh. Prinzessin Ludwig vonRattenberg begibt sich aus mehrere Wochen nach Rußland und ist heute nach Jlinskoe abgereist. sDarmst. Ztg.) Frankfurt a. M., 20. Juli. In einer dieser Tage hier abgehaltenen Versammlung des kürzlich gegründeten Arbeitgeberverbandes in der Untermaingegend wurde, wie die „Südd. TabakSztg.* mitteilt, festqestellt, daß die kürzlich in Frankfurter Blättern verbreitete Notiz, es hätten in und bei Hanau in den meisten Fabriken der Tabakbranche Lohnerhöhungen stattgefunden, unrichtig sei. fc. Kassel, 17. Juli. Der ehemalige Ordonnanz- Unteroffizier beim Grafen Neipperg, welch' letzterer am 14. Juli 1866 die Niederlage bei Aschaffenburg erlitt, H. Kersten von hier, nahm am 14. und 15. Juli ds. IS. an der 40jährigen Gedächtnisfeier in Laufach-Frohnhofen teil. Kersten wurde damals in der Nähe des Oester- reicher-Denkmals verwundet und trägt seit 40 Ja hre n das feindliche Geschoß im Unterleibe bei sich. Versuche zur Entfernung der Kugel mißlangen. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbar st aaten. Bürgermeister Kuhr aus Burg hat bie auf ihn gefallene Wahl zum besoldeten Stadtrat in Frankfurt a b g e l e h n t und sich für Annahme der Bürgermeisterstelle in Pankow bei Berlin entschieden. Vermischtes. * Das schwere Unwetter ber vorigen Nacht hat infolge zahlreicher Blitzschläge beträchtlichen Schaden in der Gegend von Gießen verursacht. In Grebenhain schlug der Blitz in die Hosreite der Gastwirtschaft Ruhl Witwe; ein Pferd wurde im Stall getötet.. In Herchenhain wurde eine Hosreite schwer beschädigt. Heftige Regenmassen gingen nieder und überfluteten die niederen Wiesentäler. In Wahlen bei Marburg ^schlug der Blitz in die Oekonomiegebäude des Landwirts Specht. Das Viel; konnte bis auf eine Kuh, die in den Flammen umkam, gerettet werden. In Salchendorf im Siegerlande wurden zwei Kühe und ein Schaf durch den Blitz getötet. Diese Gewitterstürme haben aber nicht nur in unserer Gegend, sondern in fast ganz West- und Nvrddeutschland großen Schaden ongerichtet. Durch Blitzschlag wurden viele Gebäude und Anlvesen eingeäschert. Auch mehrere Personen wurden getötet. Es liegen uns Nachrichten aus Holstein, der Hamburger Gegend, Sachsen und Westpreußen vor. In Seedorf (Herzogtum Lauenburg) stürzte infolge des Gewitters ein Neubau ein. Ter Bauunternehmer wurde getötet, zwei Arbeiter schwer und mehrere andere leicht verwundet. Hauptmann von Holtzendorf vom 27. Infanterieregiment in Halberstadt wurde auf dem Uebungsplatz Altengrabow bei Halle durch einen Blitzstrahl getötet. * Attentat im Eisenbahnzuge. In dem Zuge, der an: Freitag nachmittag 4 Uhr die Station Klampenborg bei Kopenhagen verließ, verübte ein junger Mann in einem Wagen erster Klasse ein Revolverattentat gegen zwei Paffagiere, bie in demselben saßen, den Geh. Etatsrat Noergaard und den EtatSrat Lyugbye aus Kopenhagen. Nachdem er versucht hatte, von den beiden mit dem Revolver Geld zu erpressen, gab er, als diese die Notbremse ziehen wollten, fünf Revolverschüsse auf sie ab und verwundete einen an der Schulter, der zweite erhielt einen Streifschuß. Darauf sprang der Attentäter aus den: in voller Fahrt befindlichen Zuge und wurde bald darauf, als er versuchte, den Festungsgraben von Charlottenlund-Fjord zu durchschwimmen, verhaftet. Bei dem Polizeiverhör gab der Verhaftete an, daß er Hans Hardenstein heiße unb in Neumünster in: Jahre 1890 geboren sei, wo sein Vater eine Wollwarenfabrik besitze. Er habe sich auf einer Fericnreise befunben, sei am 16. Juli in Kopenhagen cingetroffcn unb wollte, da ihm seine Geldmittel ausgegangen waren, solche durch Bedrohung mit den: Revolver erpressen. * Vom Vorleser zum Botschafter. A. Gerard, der französische Gesandte in Brüssel wird, wie aus Paris berichtet wird, demnächst einen Botschafterposten erhalten, wahrscheinlich den in Tokio. Gerard war Vorleser der Kaiserin Augusta, der Gemahlin Kaiser Wilhelms I., den die Kaiserin wenige Jahre nach dem Kriege in ihre Nähe berief und der das Vertrauen, das sie ihm entgegenbrachte, in einer wenig ritterlichen Weise lohnte. Ungeheures Aufsehen riefen die „Briefe über die Berliner Gesellschaft" hervor, die, nachdem $erarb Berlin verlassen hatte, in der deutschfeindlichen , Nouvelle Revue" erschienen, die Madame Juliette Adam, die Freundin Gambettas, herausgab. Später erschienen die. Briese auch als ein Buch, das in Deutschland wohl noch heutigen Tages verboten ist. * Präsident ber Republik und — Wein- Händler. Armand Falliöres, das französische Staatsoberhaupt, ist mit Gemahlin. Dock;ter usw. zum Sommeraufenthalte nach dem Schlosse Rambouillet übergesiedelt. Man weiß, daß Falliöres auch ein eigenes Landgut, allerdings bescheideneren Stiles, besitzt. Lupillon im Departement Tarn und Garonne. Es ist ein Rebengut, und der in Lupillon erzeugte Wein erfreut sich eines guten Rufes. Er hat auch in Paris sein Absatzgebiet, und der Agent, der mit seinem Verkaufe betraut ist, versäumt es nicht, durch besondere Reklame auf den Ursprung des Weines hinzuweisen. Man kann ihn in zwei Sorten beziehen; die rote, gewöhnlichere ist in Literstaschen schon für 75 Centimes erhältlich, der bessere weiße kostet dagegen 1 Frank und 50 Centimes. Seitdem Falliöres Präsiden^ ist, mache:: sich auch die eleganteren Pariser Restaurants ein Vergnügen und eine Ehre daraus, Wein ans Lupillon ihren Gästen vorzusetzen, — und Falliöres, als ein guter Geschäftsmann und sorgsamer Familienvater, hat nichts dagegen einzuwenden, daß sein Name babei als Aushängeschild benutzt wird. * Ein teurer königlicher Ga ft. Sisowatb I., König von Kambodscha, hat nach einem Aufenthalte von mehreren Wochen Paris verlassen, wo er der Gegenstand ununterbrochener Feste war. Die Republik hatte wohl ein politisches Jnteresfe daran, dem erotischen Herrscher das Leben in den Mauern der französischen Hauptstadt angenehm zu gestalten. Nur in einer Hinsicht hat sie sich dabei, wie aus Paris berichtet wird, gründlich verrechnet: nämlich im Geldpunkte. Ursprünglich war die Summe von 250000000 Franks für die Ausnahme des Königs ausgesetzt worden. Bald mußte man sie verdoppeln. Jetzt aber stellt es sich heraus, daß die Ausgaben für ihn rund eine Million erreichen. * Der reichste Jockey der Welt. Es ist oft erzählt worden, welche ungeheuren Summen auf allen Rennplätzen in Umsatz gelangen. Nirgends rollt das Geld schneller, wird leichter gewonnen — und auch leichter wieder ausgegeben. Ein tüchtiger Jockcn könnte es heutzutage, wenn er das Sparen versteht, wohl zum Millionär bringen. Tie größten Einnahmen von allen lebenden berufsmäßigen Rennreiteri: hat ohne Zweifel der hauptsächlich in Paris tätige Jockey Stern, der berühmteste aller lebenden Jockeys. Er steht im Dienste von Edmond Blanc, dem Spielpächter von Monte Carlo. Von Blanc bezieht Stern ein festes Jahresgehalt von 60 000 Franks. Er hat aber von seinem Herrn die Erlaubnis, in solchen Rennen, an denen dessen Pferde nicht beteiligt sind, für Maurice Ephrussi zu reiten, den ebenfalls millionenschweren Schwiegersohn des verstorbenen Barons Alfons Rothschild, und erhält dafür ein Jahresfixum von 20 000 Franks. Diese beiden Summen bilden aber gewissermaßen nur den Grundstock seiner Revenuen. Denn zu ihnen kommen noch die Honorare für jeden errungene:: Sieg, von denen sich das einzelne stets auf mehrere tausend Franks zu belaufen Pflegt, kommen ferner kostbare Geschenke und vor allem sehr lukrative Extratouren nach dem Auslande. Erhielt doch Stern im vorigen Jahre im Wiener großen Preise das hübsche Sümmchen von 17 000 Franks für einen einzigen Ritt von wenigen Minuten. Er war damals 21 Jahre alt! Man greift nicht zu hoch, wenn man sein jetziges Einkommen auf jährlich 200 000 Franks bewertet - also etwa auf das fünf* bis sechsfache eines europäischen Ministergehaltes^ * Gute Manieren kann man -in England lerne n. In einem Artikel über die soziale Bedeutung von Anstand und Telefomsche Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitseteilt von der Bank für Handel und Industrie. Giessen. Frnnk fnrter Börse. 21. Juli. 1.15 Uhr. 3^®/# Reichsanleihe . . 99.45 3% do. . . 87.80 3 X 6/0 Konsols .... 99.50 3 % do. . . . 87 85 3K°/o Hessen 98.25 3%6/n Oberhessen . . . —.— 4 <>6 Oesterr. Goldrente. . 100.70 4‘/R Oesterr. Silberrente 100.40 4 % Ungar. Goldrente . . 95.70 4% Italien. Rente . . . 103.70 3?o Portugiesen Serie I . 70.00 3% Portugiesen III 7050 4J4°'„ russ.Staatsanl. 1905 86.80 4>£0/n japan. Staatsanleihe 94.85 4 % Conv. Türken von 1903 95 50 Türkenlose 145 80 4% Griecb. 3IonopoI-Anl. 53.60 4% äussere Argentinier . 90.30 3°/n Mexikaner .... —.— 4 °/0 Chinesen .... 98.60 Aktien: Bochum Guss 239.70 Buderus E. W . ... 123.00 Elektriz. Lahmeyer . . 141.50 Elektriz. Schnckert . . . 125.60 Eschweiler Bergwerk . 251.10 Gelsenkirchen Bergwerk . 218.40 Hamburg - Amerik. Paketf. 154 25 Harpener Bergwerk . . . 205 80 Lanrahütte 227.00 Nordd. Lloyd .... 123.40 Oberschles. Eisen-Industrie 125.50 Berliner Handelsges . 166.80 Darmstädter Bank . . . 138.20 Deutsche Bank . . 234.70 Deutsch-Asiat. Bank . . 175.70 Diskonto-Kommandit. . . 181.20 Dresdner Bank . . . 155.60 Kreditaktien 208.70 Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . . . 116.10 Gotthardbahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 33.10 Oesterr. Staatsbahn . . . 143.70 Prince-Henri-Eisenbahn . 145.00 Tendenz : fester. Berliner Börse, 21. Juli. Anfano-sknrse. Canada E. B 158.40 Darmstädter Bank . . . 137.60 Deutsche Bank .... 234.90 Dortmunder-Union C. . . 83.80 Dresdner Bank .... 156.20 Tendenz: fest. Harpener Bergwerk. . . 2^6.30 Lanrahütte .... 229.00 Lombarden E. B. ... 33.— Nordd. Lloyd 123.20 Türkenlose . .... 145.70 in der Entwicklung oder beim Lernen zurückbleibende Kinder, sowie blnt- arme, sich mattsühlcnde und nervöse überarbeitete, leicht erregbare, frühzeitig erschöpfte Erwachsene gebrauchen als Kräftigungsmittel mit großen: Erfolg Dr. Hommcl'6 Hacmatogcn. Der Appetit erwacht, die geistigen und körperlichen Kräfte werden rasch gehoben, das Gesamt-Ncrveushstcm gestärkt. Man verlange jedoch ausdrücklich das echte ,,Dr. Hommel'S" Hacmatogen und lasse sich keine der vielen Nachahmungen auf- reden. al. N^d°rA.DiEo, Jmantme-Regiment Dir. 85 ? Jahre« i»e ore "oibaieiutanbej^ im in Stet W,L 'Ver dahier, mit Aiiabelhe P't ; - Friedrich Wagner, Mr; 14. ßottlieb jRaiiber, : a. Ä.° Lacbsenhausen, mit Reibeling, Bnreailvorsteher ft: - Heinrich Lehrrnnnd, itrielbft; - Heinrich Jodi, : Seim hierselbsi-, 18. Heinrich Miller hicridbft; - Philivo Kloos in Hachen; - Heinrich i Elisabeth Jakob in Kassel: , mit Elise :Rofh in Mainz: ter, mit - Wilhelmine $erg beichtet "*** r be^ verstorbenen Pro! ■tuettor des statistischen ry? ,um <',QOt Berlin gewählt ■«' te,le wa er xn„ Hub x,' ""eilen, ba^Ä91^ "eu'halte. ^schall langen: «£j«nelfo ’ ^ben ff? nicht "»den.' ®üte % ' weshalb Lb ! e?ett "renten ging Hahlen kan?' .i?«^ 'hin. > ">n ie ne efSanbii)Qt len: 4v-t! t eW*n. LNtzL en. er dahier, mit Marie Eitle r, diienbreber dahier, mit fiöliing, IMüerroallcr hier: 18. Johann Acwtist Wilhelmine Helene M^r leber-Aviro.nl lialzin, n?r filiflta ein Cohn, RiaÄ bmibt eine Tochter: 11. liflltcr1 — dem erfjionet t Wilhelm: 12. dem Güter- , ein Zobn, Friedrich M -Bert eine Tochter. Karolim Pie'bmebc! Kari ®an6 eint chichmann Wilhelm Woll m -'ibom Töbus eine --.achter, .,,Kr Mock Rosenbaum eme »ilKIm 6«6n eine w,i« Z»-rd> em e* itcr ein Cohn. " 6 Monate icr.li Emma alt. Sohn de? Rohr, 3? Jahre 331° ' 148.70 ' 145.0° EiseDÄ . - ' 0,,hirJbEbe*hlbn ' . 141.5° . 125.6° 61-^1- r'l. 21. Juli. l-1n ^r‘ ijlronta-u re■ • • ' ‘ '.E i„e, nnniete« M» ^.mdler B-k ■ : .23? 'n ' .KounD10^ ' 155.6° ' ' 208.7° (Uir 9(16.30 299.0° ' 33.-' . 145.7° r^erBer^, , ,>;u B, . • nrtlh*rden J- . . Lstzss Wtz-s 7 Zimmer Sicher Strafe 9. 3710s 6 Zimmer “1 FaHrburscße «mU Klnukstraße 21. 44221 Läden etc. (utn Fahrburfche aus joiort gesucht. I. Hahn, Bäcker [4049 051241 Walltorstrabe 31. Näheres parterre. Hansbnrsche Frankfurter Hof. 3722> soforr gesucht 4248 Hosbääer Noll, Mänsburg 12. Verschiedene | v. Jungenfeld. 3621| [4454 -zu vermieten. ö Zimmer "] gülung bald gesucht. |4485 3 Zimmer L. Lütz, Schuhwarcnhaus. [hv16, Franlfurt a. M. für sofort gesucht. [4488 [4238 loder zu vermieten. [4464 aus sofort gesucht. Dav. Ritter, Wetzlar. imb Pjerdestall. [3717 [4448 Tüchtige ju veruueten. [4084 hv18/; jedoch sichergeslellt. Möbl. Zimmer [4494 sofort gesucht. 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