Nr. 271 Viertes Blatt. 156.Jahrgang Samstag 17. November 1906 Erscheint täglich mit Ausnahme des Sonntags. Die „Eiehener ZamilleublStter- werden dem .Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der »Hessisch« tanööUr* erscheint monatlich einmal. GieWer Anzeiger Rotationsdruck imb Verlag der Brü hl'sche« Universitätsdruckerei. R. Lange, Dießen. Redaktion, Expedition u.Druckerei: Schulstr.7. Tel. Nr. bl. Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen. General-Anzeiger, Amtr- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. ermittelt: besucht hatten, als Land- und Forstwirte 414-2 76 4- 3 11 + 1. folgendes für andere Berufe 7 25 als Handwerker , 65 12 alles senkte den Stachel der Unzufriedenheil sehr tief in die Arbeitermassen. Im nächsten Vortrage will der Redner die Mittel und Wege zur Verbesserung des Arbeiterloses besprechen und über die Stellung der Parteien zum Arberterproblem reden. politifd?e Lage-scharr. Eia soziales Jubiläum. Heute, am 17. November, sind 25 Jahre verflosien, seit dem Erlaß der Kaiserbolschaft Wilhelms. Diese kaiserliche Kundgebung wird als die Grundlage unserer deutschen Sozialreform angesehen. Namentlich ist sie aber der Ausgangspunkt unserer sozialen Arbeiter-Versicherungs- Gesetzgebung gewesen, mit der unser Vaterland so Großartiges geleistet hat, wie es bisher von keiner anderen Nation erreicht ist. Am 1. April d. Js. standen rund 1 Million Personen im Genuß von Renten auf Grund der Invalidenversicherung, über 1 Million Personen haben im Jahre 1905 Entschädigungen aus der Unfallversicherung bezogen und etwa 4 Millionen Personen sind in der Krankenversicherung unterstützt worden. Diese Leistungen, so außerordentlich hoch sie auch sind, können aber doch nicht eine abschließende Befriedigung mit den bestehenden Einrichtungen aufkommen lassen, denn ein Stand, die Angestellten in den privaten Betrieben, wird von der Versicherung so gut wie nicht betroffen. In den letzten Jahren sind namentlich auch die Arbeitgeber zur Unterstützung bei der Betätigung der Selbsthilfe seitens der Privalbeamten hcrangezogen. Eine größere Belastung der Arbeitgeber nach dieser Richtung hin ist wohl nicht angängig und würde auch auf kräftigen, dauernden Widerstand stoßen. Deshalb kann man nur hoffen, daß unser Reichstag Mittel und Wege sinden möge, um dem -großen Heere deutscher Privatbeamten aus ihrer sozialen Not herauszuhelfen. In der Fortbildungsschule anfangs angemeidet . . . Später waren tätig . . . . im Nebenberufe Versammlung des landw. DezirkSvereinS Gießen. (Schluß.) Es wurde für diejenigen Fortbildungsschüler, welche in den Jahren 1875—1889 die dortige Schule ' ' Es ergibt sich aus diesen Erwägungen, daß die Vollsschul- lehrer für den Fortbildungsschulunterricht nur insoweit nicht genügend vorbereitet erscheinen, ms ihnen eine Anleitung dazu fehlt, wie sie die Naturkunde mit weitester Berücksichtigung der Landwirtschiast zu behandeln und daraus eine landwirtschaftliche Naturkunde zu machen haben. Hierfür war es also notwendig, einen Kursus für Fortbildungsschullehrer ein» zurichten. Herrn Geheimerat Dr. Breidert gelang es, sür die Reisekosten der Kursusteilnehmer von dem landrmrtschastlichen Bezirksverein Gießen Mittel zu erhalten, die Leitung des ersten Kursus übernahm das landwirtschaftliche Institut Gießen unentgeltlich, um sofort die wichtige Angelegenheit in Fluß,zu bringen, so daß der Kursus im Sommer 1906 schon in Gießen abgel-alten werden konnte. In Preußen zieht man die Kursusteilnehmer für zwei bis drei Woä)en zu dem Kursus zusammen. Diese Einrichtung hat den sehr großen Nachtell, daß man in so kurzer Zeit in der Landwirt- ichast noch nicht warm werden kann, und daß zu viel neues in diesen wenigen Tagen geboten wird, daß demnach an ein gründliches Ausarbeiten und Luccharbeiten des Gebotenen nicht zu denken ist. W i r haben für den Kursus in Gießen 40 Nachmittage, je zwei Nachmittage wöchentlich vorgesehen, so daß lebet Teilnehmer völlige Zeit zum Ausarbeiten des Gehörten hatte, und daß jeder der Herren sich auch ganz aklmälich völlig in das Gebiet der Landwirtschast hineinsinden konnte. Diese Einrichtung hat sich ganz ausgezeichnet bewährt und verdiente auch fernerhin Nachahmung. Daß unser Institut das Neueste aus allen Gebieten für den KUrsus hecanziehen und somit vielfach neue Anregung bieten kann, mag auch erwähnt werden. Aus der einen neu organisierten ländlichen Fortbildungsschule Langsdorf sind demnach im Winter 1906 jetzt schon 10 im Kreise Gießen geworden, denn der erste Kursus ist beendet, und die in dem ersten Kursus vorgebildeten 10 Herren unterrichten jetzt schon nach der neuen Weise an ihren 10 Fortbildungsschulen im Kreise Gießen. Meine Herren! Unser Unternehmen hat nun aber bei weiteren Kreisen bereits Aufinertsurnkeii erregt, und insbesondere handelt es sich auch für den Kreis Gießen schon jetzt barui. auch für die übrigen Landgemeinden die Urngeslialtung des Unterrichts ihrer Fortbildungsschulen zu ermöglichen. So wie wir jetzt diese Reform durchführen, bleiben ja die Fortbildungsschulen mit ihren Lehrkräften und ihrer Stundenzahl und Stundenverteilung äußerlich so wie früher bestehen, und das erleichtert sonnell wie finanziell die Reform außerordentlich. 9tur innerlich soll in die Schule und in den Unterricht ein neuer Geist einziehen; der Unterricht soll im Innern neu und anregend gestaltet werden. Neue Auswendungen entstehen damit nicht für die Fortbildungs schulen, sondern nur für die Kurse für Fort- bikdungsschullehrer. Für den Kreis Gießen ist für den Sommer 1907 von neuem ein Kursus für die ländlichen Fortbildungsschullehrer an dem Gießener landwirtschaftlichen Institute in Aussicht genommen worden. Wenn mir wieder das Vertrauen geschenkt wird, hoffe ich, diesen Kursus wieder leiten zu können. Saidj aus dem benachbarten Greife Friedberg könnten bann einige Volksschullehrer bereits an bemselben teilnehmen. Im übrigen sprechen viele Gründe dagegen, an den Seminaren landwirtschaftlichen Unterricht einfüfreen zu wollen. Der Seminarunterricht ist ohnehin mit feinem Stofs stark in Anspruch genommen; es gehen nicht alle Lehrer von dort aus aus das Land, und wir können auch und wollen nicht so lange warten, bis die in Zukunft dort ausgebildeten Lehrer ihr Amt antreten. Es ist aber vielleicht möglich, in jeder unserer drei Provinzen einen Landwirtschaftslehrer mit der Abhaltung von Kursen versuchsweise zu beauftragen. , Ich kann Ihnen, meine Herren, nur aus meiner Erfahrung dieses Sommers heraus Mitteilen, daß die Vorträge in solchen Kursen sehr schwer sind und sehr sorgfältig ausgearbeitet und vorbereitet sein müssen, weil alles doch schon so im Kursus vorgetragen werden muß, wie es später auch in der Fortbildungsschule vorgebracht werden soll. So einfach die Vorträge klingen, so schwer sind sie, um so schwerer, je klar er und e in f a ch er sie fein sollen. Im Interesse der Einheitlichkeit des Vorgehens liegt es dabei, wenn der Lehrgang, wie er in dem Gießener Institut im Sommer 1906 mit vieler Mühe zusammengestellt ist, nun auch ganz streng sür etwaige andere Kurse vorgeschrieben wird, und es muß gefordert werden, daß die Leiter hessischer Kurse vor deren Beginn an dem Gießener Institut zu mehrtägigen eingehenden Besprechungen des Lehrganges zusammentreten, um unter allen Umständen die Einheitlichkeit zu wahren, und um die schon gemachten Erfahrungen zu nutze machen zu können. Ich hoffe bestimmt, daß Ihr Unternehmen der h e s s i s ch e n ländlichen Reform-Fortbildungsschulen, an dem ich ja mit Ihnen habe zusammenarbeiten dürfen, sich auch weiter bewähren, und daß dasselbe im Großherzvgtum auch in anderen Kreisen Frucht bringen wird. Umsomehr aber möchte ich Sic bitten, die hier bei uns gemachten Erfahrungen nun auch in bestimmten Leitsätzen sestlegen und in einer Resolution zusammeufassen zu wollen. 1. Das Großherzogtum Hessen besitzt in seiner ländlichen Fortbildungsschule mit obligatorischem Schulbesuch eine vorzüglich Einrichtung, die jedoch zu ihrer vollen Ausnützung einer inneren Reform bedarf. _____ Zur Arbeiterfrage. Aus Darmstadt wird uns geschrieben: Dr. Berghofs-J sing, Professor der Volkswirtschaftslehre an der Technischen Hochschule dahier, hält gegenwärtig aus Veranlassung des Vereins zur Verbreitung von Volksbildung einen Vortragskursus ab über das Thema: „Die Arbeiterfrage in Vergangenheit und Gegenwart". In dem ersten von über 400 P-ersonen besuchten Vortrage gab der Redner zuerst eine Begriffsbestimmung über soziale Fragen und erwähnte, daß neoen Frauen-, Mittelstandsund anderen die Arbeiterfrage die Quintessenz aller sozialen Fragen sei, einesteils wegen der Größe der Arbeiterklasse, andernteils wegen der Bedeutung, welche die Hebung dieser Klasse sür die Nation habe. Weiter erwähnte er, daß man leicht geneigt sei» in der Arbeiterfrage nur eine Messer- und Gabelsrage zu erblicken. Diese Annahme sei unvollständig. Zwar müsse der ethischen Hebung die materielle vorausgehen, jedoch seien es, wie Schmoller sagt, weniger die Besitz- als hie Bilbungsunterschiede, die die große Klust in den Völkern der Jetzzeit verursachten. Nachdem der Vortragende noch von den Ursachen des Akutwerdens der Arbeitersrage, als die er vornehmlich große wirtschaftliche Veränderungen und das Stellen höherer wirtschaftlicher Ideale bezeichnete, gesprochen, schilderte er eingehend das früher bestehende autoritative ArbeitsVerhältnis und verbreitete sich dann über das durch das Christentum vorbereitete individualistische der späteren Zeit, das gegenwärtig von dem sozialistischen Prinzip abgelöst werde. In dem zweiten Vortrag ging der Redner auf das individualistische Prinzip des Arbeitsverhältnisses näher ein, indem er zuerst schilderte, was man sich von ihm versprach nvnd hernach feststellte, was aus den Erwartungen geworden. Drei Faktoren waren hauptsächlich bestimmend für das Los des Arbeiters: 1. die Gesetzgebung oder mit andern Worten die Rechtslage des Arbeiters, 2. die Form des Betriebs und 3. die Erschließung des Weltmarkts. Die Gesetzgebung im Anfänge des 19. Jahrhunderts, die gleiches Recht für alle und das freie Spiel der Kräfte atmete, hatte zur Folge, daß man die Arbeit als Ware aufsaßte. Der Staat mischte sich in das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer nicht ein. Der Arbeitsvertrag trug nur privaten, keinen öffentlich rechtlichen Charakter. Man hielt es für überflüssig, helfende Bestimmungen für die Arbeiter schassen, und vergaß, sich klarzumachen, daß der Arbeiter als Warenverkäuser dem Verkäufer von Sachgütern nicht im entferntesten gleichgestellt war und zwar hauptsächlich deshalb nicht, weil seine Person untrennbar mit der Ware verbunden. Er konnte seine Arbeit nur dahin verkaufen, wohin er auch seine Person verkaufte. Weiter war er genötigt, seine Ware um jeden Preis loszuschlagen. Als man gar ancc;e Betriebsformen zur Einführung brachte und man von den Bedorfsdeckungswirtschusten der früheren Zeit zu Erwerbswirtschaften überging, möglichst hohe Gewinne erzielen mußte, um sich konkurrenzfähig zu erhalten, da wurde das Los der Arbeiter noch mehr verschlechtert. Trotz aller rechtlichen Gleichheit waren sie dennoch von der Gesetzgebung verlassen. Dazu kam noch die immer stärkere Benutzung motorischer Kraft, die stets wachsende Einführung der Maschine. F-rauen und Kinder strömten in die Fabriken; sie konnten die Maschinen bedienen und druckten den Lohn. Dies alles, vereint mit der Gefahren Vergrößerung in den neuen Betriebsanlagen, half dazu, das Schicksal der Arbeiter immer schwerer zu gestalten. Die vornehmste Ursache des Sinkens der Arbeiterlage war jedoch die Erschließung des Weltmarktes. Jetzt entstand neben einer starken Konkurrenz der Waren eine mindestens nicht weniger starke, überaus bedrückend wirkende der Arbeiter, die durch die Freizügigkeit sehr begünstigt wurde. Dies 2. Der Unterricht dar, in Oer laubnajeii ovriöiiOungSiaiule nicht eine erweiterte Wiederholung des Dolksschulunterrichts bleiben, sondern muß durch anregende Hinzufügung neuen Stoffes neu belebt werden. 3. Die Stone für den deutschen Unterricht sind vor allem der hessischen Volkskunde, sonst möglichst laiidwirtschaillichen Ver- bältniHen, und die Ausgaben sür den Rechenunterricht möglichst der Landwirtschast zu entnehmen. Die Naturkunde ist zu einer lanbwirtschastUc>en Naturkunbe umzugestalten. Der äußere Rahmen ber Fortbildungsschule bleiot ganz unverändert, so daß den Gemeinden kein Mehrauswand daraus erwächst. 4. Zur Ausbildung von Fortbilduligsschnllehrem in ber landwirtschaftlichen Naturkunde sind Sommer für) e nach dem Gießener Muster einzurichten, zunächst womöglich weiter an dem Gießener Institut. u. Versuchsweise sind in jeder Provinz einzelne Landwirt- schastslehrer mit ber Leitung weiterer jährlich an wechselnden Orten adzuhaltenber Sommerkurse zu beauftragen. Für alle Kürse wäre ber Gießener Lehrgang streng beizubehalten. Um bie volle Einheitlichkeit sicherzustellen nnb um die Reform vor schädlichen Schwaniungen durch unrichtiges Handhaben und durch übereilte Entwickelung zu bewahren, werden jährliche mehrtägige Konferenzen der Kursusleiter an dem Gießener Institute empfohlen. 6. Von der Einführung einer hessischen ländlichen Reform- Fortbildungsschule läßt sich sür das Großherzogtum Hessen ein neuer Aufschwung der Landwirtschaft, und zweifellos eine erhebliche Steigerung der Frequenz der latidwirtichaftlichen Wintcrfchulen erhoffen. Ter Vortrag mürbe mit lebhaftem Beifall ausgenommen und der Vorsitzende, Geheimerat Dr. Breidert, dankte dem Redner herzlich für den Vortrag sowohl wie auch für das bei der Abhaltung des Kurses dem Bezirtsverein erwiesene große Entgegen- tommen. Die vorgeschlagenen Leitsätze finden sodann auf Vorschlag des Vorsitzenden einstimmige Annahme. Minter semchcr 1906,07. Trittes Verzeichnis der neu etngeschriebeue» Studierenden. *) Theologische Fakultät. F. Heuß, Traisa, Stephanstr. 32. d- Juristische Fakultät. K. Gruninger, Butzbach, in Butzbach. W. Kitz, Gießen, Marburgerstr. 77. A. Niebergall, Udenheim, Bruchstr. 7. W. Lehlsen, Dotzelrod, Stephanstr. 3L I. Wolf, WoUstem, Ludwigstr. 14. o) Medizinische Fakultät. H. Bamneister, Meb„ Bedburg, Wilhelmstr. 49. I. Bucher, Tierheilk., Passau, Frankfurlerstr. 62. R. Euntz, Zahnheilk., Hosheim Ü T., in Hoiheim, WieSbadenerstr. 8. K. Mühlsenzl, Tierheilk., fDlittertetd), Klinikstr. 28. S. Posin, Ried., '-Ibitebsf, Ludwigstr. 30. E. Schebler, Tierheilk., Augsburg, Hillebrandstr. 14. H. Thümmel, Dr., Nied., Barmen, Goethestr. 56. I. Wankel, Med„ Fulda, Wohniing noch nicht angegeben. B. Werner, Med., Mainz, Seltersweg 26. d) Philosophische Fakultät. W. Albrand, Forstw., Wolf, Licherstr. 61. F. Bischoff, Gesch., Darmstadt, Liebigstr. 87. H. Burmester, Chem., Ripdorf, Wotislr. 27. G. Funk, Nalurw., Bensheim, Plockstr. 16. K. Heiderich, Math. u. Naturw., Frankfurt a. M., Wohnung noch nicht angegeben. K. Hölzer, N. Philol., Mainz, Ebelstr. 5. A. Hotzler, Chem., Ohrbruß in Friebberg, Bismarckstr. 18. I. Koob, Lcmbw., Heppenheim cu b. B., Löberstr. 7. W. Krieg, Mach. u. dlaturiv., Gustavsburg, Liebigstr. 81. L. Lang, N. Philol., Obenhausen, in Obenhausen. M. Lubinski, Chem., Lobz, Lubwigstr. 6. K. Marjin, Chem., Perm, in Friedberg, Kaiserstr. 110. F. Michel, Nalurw., Groß-Umstadt, Grünbergerstr. 7. O. Riedel, 91 Philol., Herzberg a. H., Bahnhosstr. 67. ®. Schalk, Landw., Sundern, Bahnhofstr. 44. K. Zöckler, Math. u. Naturw., Grünberg, Landmannstr. 10. Hotel Grossherzog von Hessen i empfiehlt seine Säle für grössere und kleinere . - - = Festlichkeiten. ...... zu, weil billig' und wohlschmeckend. flhnflrihm welche sich besonders als Weihuachts- JllUyUlUI/ gescheute eignen, findet jedermann in unübertroffener Auswahl und in allen gewünschten Preislagen in dem Uhren-, Gold- und Silberwarengeschäft von D. Kamiuka, Marktplatz Nr. 11, am Kriegerdenkmal. Größte Auswahl in echten Amerikaner Präzisionsuhren Marke „Waltham" und ,,Elgin" mit 10—25 Jahre« Garantie forme besten Erzeugnissen der Uhren-Fabrrken in Genf, Glashütte und Biel. 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Die nachstehenden bei der Erbauung der Badehäuser IX und X vorkommenden Arbeiten werden hiermit auf Grund des Ministerialerlasses vom 16. Juni 1893 zur Vergebung öffentlich ausgeschrieben: 1. Betonarbeiten. LosI: 1650 qm Eisenbetondecken, 450 qm Monierwättde, 320 qm Rabitzgewölbe 2c. Los II: 1800 qm Eisenbeton, 400 qm Monierwände, 260 qm Ra- bitzZewölbe rc. 2. Zimmerarbeiten. Los I: 85 cbm Tannenholz zu liefern, 1700 m Holz zu bearbeiten, etwa 65 lfd. m Hauptgesims, 130 qm Dachschalung, ferner kleinere Gesimse, Gauben u. a. m. Los II: 290 cbm Tannenholz zu liefern, 14500 m Holz zu bearbeiten, ferner Gesimse, Dachgauben, Dachraiter u.a. m. Los III: 300 cbm Tannenholz zu liefern, 15000 m Holz zu bearbeiten, sonst wie Los II. 3. Eisenlieserung." Los I: 24700 kg Profileisen zu liefern. Los II: 38000 kg wie vor. 4. Dachdeckerarbeiten. Los I: 450 qm Ziegeldeckung (Kronendach) mit Nebenarbeiten. Los II: 2900 qm Dachdeckung wie vor. Los III: 2400 qm wie vor. 5. Grobschlosser- arbeit. Los I: 3400 kg vernietete Stützen, 1700 kg Kleineisenzeug, 6000 kg Träger zu bearbeiten. Los II: 3100 kg vernietete Stützen, 1700 kg Kleineisenzeug. 6. Spenglerarbeiten. Los I: 480 m Rinnen aus Kupfer, 65 m desgl. in Zink, 210 m Abfallrohre in Kupfer, 35 m in Zink u. a. m., ferner 3 Dachreiter in Kupfer. Los II: 325 m Rinnen in Kupfer, 90 m desgl. in Zink, 180 m Abfallrohre in Kupfer, 30 m desgl. in Zink, sonst wie Los I. 7. Blitzableiteranlage. Los I: 5 Auffangstangen, 25 Spitzen, 400 m Leitungsdraht rc. Los II: 4 Auffangstangen, 24 Spitzen, 350 m Leitungsdraht rc. 8. Weitzbinderarbeit. LosI: 500 m Gesimse zu streichen. Los II: 550 m wie vor. Zeichnungen, Bedingungen und sonstige Unterlagen sind auf unserm Amt zur Einsicht aufgelegt. Anaebots- vordrucke werden zum Selbstkostenpreis (soweit der Vorrat reicht) abgegeben. Zeichnungen können nicht verschickt werden, ausgenommen diejenigen für die Betonarbeiten. Die Angebote sind verschlofsen, porto- und bestellgeldfrei und mit der Aufschrift „Verdingung Badehaus IX und X Angebot auf . . . Los ..." an die unterzeichnete Behörde bis spätestens Dienstag, den 4. Dez., vormittags 11 Uhr einzureicheu. Eröffnung der Angebote erfolgt zur selben Zeit in Anwesenheit etwa erschienener Bewerber. Zuschlagsfrist 4 Wochen, für die Eisenlieferung 8 Tage. Der Zuschlag soll möglichst nach Losen getrennt, kann aber auch auf mehrere Lose eines Gewerkes erteilt werden. Bad-Nauheim, 10. November 1906. Großh. Baubehörde für die Neubauten in Bad-Nauheim. _________________3ojL_______________ Aufgebot. Die Fräulein Luise Wortmann zu Gießen, vertreten durch Rechtsanwälte Justizrat Hirschhorn und Meudelsohn, hat als Vorerbin des am 6. Juli 1906 in Gießen verstorbenen Kaufmanns Karl Wortman» das Aufgebotsoerfahren zum Zwecke der Ausschließung von Nachlaßgläubigern beantragt. Die Nachlaßgläubiger werden daher ausgefordert, ihre Forderungen gegen den Nachlaß des verstorbenen Karl Wortmann zu Gießen spätestens in dem auf den 21. Januar 1907, vormittags 9 Uhr, vor dem unterzeichneten Gericht (Zimmer dir. 12) anberaumten Aufgebotstermine bei diesem Gericht anzumelden. Die Anmeldung hat die Angabe des Gegenstandes und des Grundes der Forderung zu enthalten. Urkundliche Beweisstücke sind in Urschrift oder in Abschrift beizufügen. Die Nachlaßgläubiger, welche sich nicht melden, können, unbeschadet des Rechtes, vor den Verbindlichkeiten aus Pflicht- teilsrechten, Vermächtnissen und Auflagen berücksichtigt zu werden, von den Erben nur insoweit Befriedigung verlangen, als sich nach Befriedigung der nicht ausgeschlossenen Gläubiger noch em Ueberschuß ergibt. Auch haftet ihnen jeder Erbe nach der Teilung des Nachlasses nur für den seinem Erbteil entsprechenden Teil der Verbindlichkeit. Für die Gläubiger aus Pflichtteilsrechten, Verinächtnissen und Auflagen sowie für die Gläubiger, denen die Erben unbeschränkt haften, tritt, wenn sie sich nicht melden, nur der Rechtsnachteil em, daß jeder Erbe ihnen nach der Teilung des Nachlasses nur für den seinem Erbteil entsprechenden Teil der Verbindlichkeit haftet. Gießen, den 6. November 1906. _________ Großherzogliches Amtsgericht._______[B,0/n MilMH non A'MlM'beiten.- Für die Feldbereiuignug Hungen soll die Herstellung verschiedener Graden, veranschlagt zu 2530 Mk., in mehreren Losen öiü dem Wege schriftlichen Angebotes vergeben werden. Tic Verdingungsunterlagen liegen auf Großh. Bürgermeisterei Hungen zur Einsicht offen. Die Angebote haben in Prozenten des Voranschlages zu ersolgen und sind verschlossen, post- frei und mit entsprechend. Aufschrift versehen bei Großh. Bürgermeisterei Hungen eiiiziirelchen, woselbst deren Eröffnung am Montag, den 19. d. Mts., nachm. 3 Uhr in Gegenwart erschienener Bieter stattfindet. Gießen, den 12. November 1906. Großh. ttulturiuspettiou Gießen. J.V.: Wallek. LBU/U Das Großartigste für dm Eßristba«» ist unsere neue Christbaumspitze Engel - Geläut „Yosaunenchor mit der Geburt Christi" Gesetzlich geschützt Burd) 25 Gebrauchsmuster, 10 toe'.tfomaM« Muster, 4 Warenzeichen u. 10 Muslandpaleatt. (Ceutfd)es Ürtchspatent angemelöeta Ganz aus Metall heraestellt, daher unoerwüftllHk Höhe ves (Äeläutes 39 cm. 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Nun steigt der Herbst frisch von den Bergen nieder. 4. Der Winter brach mit Macht ins Land. ANtinidimfdl LLWL Ort#» folg« ROTHS MiM. Titelbild aus: Im Forsthaus Falkenhorst. Herr Schulrat F. Polack urteilt in den Pädagog. Brosamenr Das ist gesunde Lebens- kunst, anmutige Wissensbereiche, rung und bildende Geistes- und Herzenskost. Durch das Buch weht frische Bergesluft und gesunder Waldesduft; Wahrheit und Schönheit gehen Hand in Hand. Nichts von spannenden Abenteuern und doch spannend, nichts von fremdländischem Gewürz, aber heimatwürzig, nichts von unglaublichen Heldentaten und doch anfeuernd zu rechtem Tun und Leben. Schulbote für Hessen! Es sind fürwahr köstliche Bilder, wie sie in dem Forstbaus zu Falkenhorst uns entgegentreten; nicht sentimales, schwärmen, schcs, sondern wirkliches, mar- liges Leben rauscht hier an uns vorüber. . . . Herr Forstrat Dr. Tieffenbach, Lich, schreibt: Das Buch ist für Knaben von 10—14 Jahren bestimmt, als Ersatz für die sogen. Jndiancrgeschichten. 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