Nr. 295 Gr« L etnt J) oithf* Sonnmq*. Dem siebener Anzeiger werben im Weckiel mit dem hesstschen Landwirt die Siebener Homilien- blätter viermal m der Woche twiqelegL RolanonSdrua il Verlag der Brühl 'leben dlnwer1.-Buch-u.8iein» bniderti. 9t Longe. Redaktion, (trpeöutoit und Drue/erei: rV P Erstes Blatt Samstag 15. Dezember 1906 vezua-pret», €3 monatlich 7b otettel^ ▼ jährlich SIL 2.20, durch AA Abdole- il Zweigstellen yaty monatlich 6o PI.; durch Q v die Post Vck.2.—vienel- jäbrL Quelcbl BeNellg, Annahme von Snzeige» jH für die Tagesnuiniiier 5^ biß oormUlagS 10 Uhe^ ßedenpreiß: lokal 13 U!< auSwärtß 20 Pig. Verantwortlich tüt den rollt und aUgent» 156. Jahrgang General-Anzeiger sZMi Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gietzen Anzeiger Wietzen. Teil: P. Mittko: tüt »Stadl und Canb' und -Gerichlöfaal'i Ernst y e ß; hu den Anzeigenteil: £>an e Ve^ Die Ceutiflf Plummer umfaßt 24 Seiten. tB- . . --- ÜU- SJt"----LIL 1 . . ' Aach der Auflösung. Unser ^.-Korrespondent schreibt unS mtS Berlin: AIS gestern im Reichstag die Tribünen der Verlesung des AuflösungsbiflchlusseS zujubeltcn, da schien es, als sei ein Bündnis des Volkes mit der Negierung in dieser Stunde geschlossen morden. Ein Bündnis gegen daS Zentrum , gegen die von ihm ausgeübte „Nebenregierung", und ein Bündnis gegen die Sozialdemokratie. Am Abend bot sich aus den Straßen der ReichShauptstadt ein schon weniger erhebendes Schauspiel. DaS Erstaunen über das jähe Ende deS Reichs. tageS überwog bei weitem die Begeisterung über die entschiedene Tat. Wird es besser, wird eS anders werden im neuen Reichstag, fragten die Zweifler, worauf auch die Vefrie- digten keine freudig bejahende Antwort zu geben vermochten. _ ,r Deute ist die Ernüchterung in den politischen Kreisen Berlins noch mehr vorgeschritten. Jetzt wird die ftrnfle gestellt: Mutzte es zur Auslösung kommen/ Wohl die Mehrzahl der Parlamentarier ist der Meinung, daß das Zerhauen des Knotens nicht unbedingt erforderlich gewesen ist. Wenn Fürst Bülow gewollt hätte, so würden die Schwierigkeiten, dem Zentrum irgend eine Rückzugsbrücke zu bauen, nicht unüberwindlich gewesen sein. Eine Mehrheit von nur vier Stimmen entschied im Grunde über Sein oder Nichtsein deS Reichstags. Fürst Bülow hat beim Zoll- tarif viel umfangreichere Ausgaben, eine Verständigung zu erzielen, gelöst. Daß er in diesem Falle persönliche Besprechungen mit den Parteiführern ablehntc — der Chef der Reichskanzlei, v Loebell, und Mitglieder der Regierung waren der Erörterung der Situation nicht unzugänglich — kann aus mancherlei Beweggründe zurückgesührt werden. Es kann dem Kanzler die Geduld gerissen sein, immer und immer wieder mit dem Zentrum paktieren zu müssen; es kann die Absicht be- standen haben, grrabc bei dieser, wenn auch nicht eigentlich popu- lärm, doch weithin als notwendig anerkannten Forderung den Trennungsstrich zwischen der Regierung und dem Z e n t r u m /u ziehen — aber es können auch andere Erwägungen bei dem Beschluß, jetzt aufzulösen, mitgewirkt haben. Der Ton liegt auf dem Worte jetzt. Denn wenn wirklich der Nachtrags- etat für Südwestasrika in der einen oder anderen Form doch noch durchgesetzt worden wäre, so würde bei der Militärvorlage und noch mehr bei der neuen Steucrvorlage die Krisis sich erneuert haben. DaS Zentrum hätte bie Steuerfrage nach seinen Rezepten zu lösen beansprucht, die Nationalliberalen würben, durch die Erfahrungen mit ber letzten Reichsfinanzreform gewitzigt, sich gehütet haben, der Regierung hier hülfreich zu sein, und das Ende wäre bie Neichstagsauflösung gewesen. Neuwahlen unter der Steuerbaroie sind natürlich am mindesten geeignet zur Bildung einer Regierungsmehrheit. Trotzdem roirb nicht die W ehr fo rd eru n g für Süd- westasrika die Wahlen beeinflussen, sondern Steuern, Teuerung und die bekannten Vorgänge und Ereignisse auS dem Sommer unerfreulichen Angedenkens werden entscheidend in die Wagschale fallen. Mit, dem aufgelösten Reichstag konnte die Regierung im ganzen leidlich auskommen, der neue Reichstag wird ein schlechter Tausch sein. Oder es wird, nach Beseitigung der „Mißverstänbmsse", ein neuer Bund mit dem Zentrum geschlossen. Das ist noch nicht das Unwahrscheinlichste? Unser wohlunterrichteter N. G. C. -Mitarbeiter ferner schreibt unS folgendes: Schon der Vorstoß des Kolonialdirektors Dem bürg gegen das Zentrum hatte vielfach den Eindruck erweckt, als hätte Dcrnburg damit den verbündeten Regierungen eine unliebsame Ueberraschung bereitet. Man wollte auf einen Fehlgriff der maßgebenden Stellen schließen, die angeblich wenig erbaut gewesen fein sollten, einen „Draufgänger" in ihren Reihen ausgenommen zu haben. Und als der Reichskanzler dann den Kolonialleiter mit der Autorität seiner Persönlichkeit und seines Amtes deckte, da hieß es, Fürst Bülow habe mebr der Pflicht gehorcht, als dem eigenen Triebe. Wer so urteilte, zeigte sich mit dem wahren Sachverhalte wenig vertraut. Kurz nachdem Dernburg die Kolonialverwaltung übernommen hatte, kamen ihm Notizen (Registraturen) in den Akten seines Ressorts zu Gesicht, aus denen hervorging, welchen ungewöhnlichen Einfluß sich die Zentrumspartei auf bte Entschließungen der Kolonialbehörde allmählich verschafft hatte. Es ergab sich die Notwendigkeit, hier ein energisches Halt zu gebieten. Zudem hatte Fürst Bülow schon Wochen borfcr der Einsicht Ausdruck gegeben, daß das Eindrängen gewisser Parlamentarier in das innere Getriebe ber Staatsmaschine nicht länger geduldet werden könnte. Der Kanzler,war es, der Dernburg beauftragte, den „Fall Wistuba" aufzurollen, und er sicherte ihm zu, daß die Regierung entschlossen sei, nicht vor den letzten Konsequenzen zurückzuschrecken. Mit anderen Worten: ehe Dernburg zum erstenmal im Reichstage das Wort ergriff, war nicht nur von den verbündeten Regierungen die Eventualität der Auflösung des Reichs»- tages schon in Betracht gezogen, sondern auch dem Reichskanzler zu selbständiger Vornahme dieses Schrittes bereits die Vollmacht erteilt, sowie er sich alS unvermeidlich erzeigen kam zunächst anders. Das Zentrum fiel um, verleugnete Roereu und setzte es mit großem, einseitigem Eifer durch, den zwischen ihm und der Regierung entstandenen, Riß zu verkleistern. Daß das Zentrum aber Genugtuung für die Niederlage eines der (einigen verlangen würde, war klar. So crflärt sich, daß ber erste Nachtragsetat abgelehnt wurde. Hierüber hat das Plenum nun enbgüftig beschlossen. Soviel steht aber fest, daß die verbündeten Regierungen längst einig roaren, den Reichstag aufzulösen, wenn das Plenum sich dem ablehnenden Standpunkte des Kommissionsbeschlusses anschließen sollte. Die richtige Parole tm Wahlkampfe mutz letzt heißen: „Gegen die Nebenregierung". Von ber Geschicklichkeit der Re- gierungsgewall und von dem Grade politischer Reise des beut- scheu Volkes wird das Ergebnis abhängem ___ Jur -Lage. Die schroarz-rote Wahlparole roirb im Kennzeichen ber Uebcrcmftimmung vom „Vorwärts * und von ber Köln. Volks,zig.« verkündet. Es bandelt sieb um einen Vorstoß gegen das parlamentarische Mitbestiminnngsrecht des Volkes überhaupt; dem Volkswillen soll das persönliche Regiment, die Diktatur des Militarismus, die Kliquenwirtschaft kleiner aber wirtschaftlich mächtiger Kreise entgegengesetzt werden" brüllt der .Vorwärts'. Das leitende ZentrumSorgan aber behauptet: ,DaS deutsche Volk hat bei den Neuwahlen nicht lediglich darüber zu entscheiden, ob nach feiner Ansicht das Vorhandensein von ein paar hundert Räubern das Verweilen einer Triwven- macht von 6000 oder 7000 Mann (4000 bis 5000 sind es in Wirklichkeit. Red.) auf unabsehbare (1> Zeit in Südwestairika erfordert, sondern vielmehr darüber, ob die Volksvertretung unter asten Umständen verpflichtet sein soll, zu bewilligen, was bie Kommanbo- gewalt und die Gouverneure in den Kolonien von ihr fordern/ Würzt der.Vorwärts' seine Erfindung dadurch, baß er wieder einmal daS Gespenst einer »fiolonmlarmee' erscheinen läßt, so pfeffert die »Köln. Volksztq." ihr Märchen mit Hin- weisen auf das persönliche Regiment. DaS tonangebende ZentrumSblatt meint, eine Verständigung hätte gefunden werden müssen, wenn man überhaupt eine Verständigung wollte. Dagegen ist denn doch aber zu bemerken, daß die Regierung den freisinnigen VerständigungSantrag ausdrücklich durch den Mund deS stellvertretenden Kolonial- direktorS angenommen hat. Wer aber die Verständigung ablehnte, daS war die Zentrumspartei. Welche Stimmung dabei daS Zentrum beherrschte, verrät mit wünschenswertester Offenheit das Münchener parteiamtliche Blatt, der .Bayer!sehe nitrier'. Völlig berauscht von dem Gedanken an die allmächtige Zentrumsherrlichkeit gießt er ganze Eimer des gisligslen Hohnes über den Reichskanzler auS, in der Voraussetzung, daß Fürst Bülow den Entschluß zur Reichstagsauflösung garnicht fassen könne. Mit der Hochmutstollheit, die in oberbayerischen Schwänken protzige Vauern- burschen zur Schau tragen, sprudelt das Münchener parteiamtliche Blatt u. a. folgendes heraus: „Wenn nun . . das Zentrum Ernst mackst mit seinen pro- qrammakischen Aeußerimgen in der Kolonialdebatte und dementsprechend den neuen Nachtragsetat für Südwestafrika behandelt ? Etwa soi 1000 Mann noch im Norden, 1000 im Süden, dazwischen 500 als Verbindung — die anderen 10 000 aber heim. Was tut dann Bülow? Wenn die oorgeschlagene Bahn nicht beliebt wirb im Reichstag — weil sie ohne Krieg da unten nichts nützt? (!) Was tut dann Bülow? Hoffentlich schafft er sich dann eine neue liberale Masorität? Wie? Na, man löst den Reichstag auf. Neuwahlen! Keine Furcht vor inneren Konflikten. Fürst Bülow ist ein großer Staatsmann. Er kann furchtbar ernst sein, wenn er will. Em neuer Reichstag wirb ihm seinen Willen tun. Wahlparole: Wir brauchen Millionen für unsere Kolonien, wir brauchen dort eine große Armee, denn wir muffen dort — Schale züchten. Es ist nicht ausgeschlossen, daß große Kapitalisten dort geldbringende Minen anlegen, wir müssen ihnen Eisenbahnen bauen und die „Schwarzen* in Deutschland wollen zu allen diesen Dingen . . keinen neuen Pump ausnehmen lassen -- das wirb bie beutichen Michel aufrütteln unb bie braven Junker unb bie nationalliberalen Gelbsäcke werden in hellen Hausen in den Reichstag gewählt. Bülow hat gesiegt . . . Die Schwarzen vom 3 ent rum unb die rote Ga^de zusammen sind immerhin etwas viel. Doch Mut, Bernhard! Fürchte die Auflösung nicht. Es kommen höchstens 100 Cozialdemolroten unb 110 vom Zentrum. Das ist noch nicht bie Hälfte (!) bes Reichstags; Bernharb, bann hast du gesiegt l" Wenn es noch eines Beweises dafür bedurft hätte, baß der Nachtragsetat für Südwestasrika vom Zentrum zur Machtprobe benützt werden sollte, so wäre er in ber vorstehenden Auslassung geliefert, bie Satz für Satz von beni politischen Machttaumel des KlerikalismuS Zeugnis ablegt. Richt bie Negierung will den Reichstag „unter allen Umständen' verpflichten, zu bewilligen, Kornmandogewalt und Gouverneure fordern, sondern das Zentrum will ber Negierung .unter allen Umstanden' seinen Willen auferlegen, weil eS sich für unüberwindlich hält. Daß ein Parteigrößenwahn von solchem Ueberschroange nicht nur für die Negierung, sondern auch für Volk unb Reich auf bie Dauer nicht ertragen werden können, liegt auf ber flachen Hanb. * In Berliner parlamentarischen Kreisen zirkuliert folgendes Gerücht: Die kaiserliche Botschaft über die Auflösung des Reichstags muß verfassungsgemäß die eigenhändige Unterschrift des Kaisers tragen. Die Auflösung war auf telegraphischem Wege beraten und beschlossen worden. Der Kurier des Kaisers hatte die Urkunde am Vormittag zur Beförderung erhalten und fuhr mit dem Schnellzug von Hannover nach Berlin. Hier konnte er jedoch vor 4 Uhr nicht eintreffen und man soll deshalb in Regierungskreisen sich dahin verständigt haben, daß die Beratung unbedingt bis zur Ankunft des Kuriers hingezogen werden müsse unb daß, falls sich kein Abgeordneter mehr zum Wort melden sollte, bie Vertreter der Negierung nochmals das Wort ergreifen sollten. Als kurz nach 4 Uhr der Kurier im Reichstage eintraf, atmete man erleichtert auf und der Reichskanzler wurde benachrichtigt. Er kam aus dem Sitzungssaale heraus unb steckte das Kuvert in bie Brusttasche seines Gehrockes. Im Saal legte er es dann in einem unbeachteten Augenblick auf den Tisch. Der Abg. Erzberger äußerte sich einem Mitarbeiter des „B. T." gegenüber folgendermaßen: Der Kanzler und Dernburg sind nicht mehr bie alleinigen Optimisten. Heute sind wir es auch. Noch nie hat uns Fürst Bülow einen solch großen Gefallen getan wie gestern, als er uns mit der Auslösung bie g ü n ft i g e Wahlparole gab. Die Frage ber bürgerlichen Freiheit ist unsere Wahlparole. Wir gehen nicht nach Bückeburg, wir finb eine unabhängige Partei. Wir wußten ganz genau, baß ber Reichstag aufgelöst werben würde, wenn ber Nachtragsetat abgelehnt werbe, aber wir wußten ebenso gut, baß bie Regierung bie Auslösung wollte, sonst hätte sie mit uns anbere Verhanblungen geführt. Sonst sinb immer Geheimräte um uns herum' gewesen unb haben uns Vorschläge gemacht, aber bies- mal sinb weder bie Anträge Spahn in der Kommission noch im Plenum gewürdigt worben. Der in München weilende Dr. Karl Het er2 erklärte einem Mitarbeiter ber „M. N. 91": Er beklage es, daß! man in Deutschland nicht verstehe, Gegenstände, bie nach nüchterner Erwägung entschieden werden sollten, von klein, lichen persönlichen Eifersüchteleien zu trennen. In C >a- land würbe auch der radikalste Vertreter einseitiger Arbeiterinteressen so viel politischen Takt unb Patriotismus besitzen, baß er sich scheuen würbe, die schmutzige Wäsche seines Landes vor den Augen aller Kulturvölker auszu- breiten. Der neue Reichstag soll, wie die „Germania" hört,, bereits am 7. Februar zu sammentreten. Der Termin der Reichstagswahlen ist auf F r e d, tag, den 2 5. Januar anberaumt worden. Die Mitglieder ber nationalliberalen Reichstags fraktion haben bereits den Entwurf eines Wahlaufrufes beschlossen. Arn 19. Dezember wird ber Zentralvorstand der nationalliberalen Partei zusammentreten, um den Wahlaufruf endgiltig festzustellen. In bem* Entwurf heißt es: Deutsche Wähler! Nicht kleine Parieiunterschiebe sinb in Frage, nicht untergeorbnete Dinge. Auf unsere a l t e W a f f en - ehre, auf unsere nationale Stellung unter den Völkern kommt es an! Auf bie Opfer an Gut unb Blut, die wir bisher gebracht haben, richtet bie Blicke, bamit sie nicht vergeben- waren. Darum laßt Euch im kommenben Wahlkampf wegen kleiner Unterschiebe nicht trennen! Halten wir alle zusammen gegen Zentrum unb Sozialbemokratie als freie Deutsche, bie in ber Zukunft unseres Volkes bie Zukunft für sich unb ihre Kinder erkennen. Die polnische Presse bringt erregte Kommentare. Wegen der Lage in Oberschlesien befürchten bie Radikalen Differenzen mit bem Zentrum. In Oberschlesien werben die Polen durchweg eigene Kandidaten aufstellen. Tie Polen halten ihren Besitzstand für sicher und hoffen auf Gewinne in Westpreußen und Oberschlesien. Alke sind einig in ber Absicht, den Schulkonflikt für die Wahlagitation auszu-§ nützen. Tas endgiltige Abstimmungs-Resultat ist jetzt im Reichstags-Bureau festgestellt worden. Darnach ist der Antrag Ablaß mit nur 4 Stirnrnen «Mehrheit! ab gelehnt worden. Dafür haben gestimmt: 171, dagegen 175 Abgeordnete. Ungiltig war eine Stimme. Für den Antrag Ablaß unb bie Regierungsvorlage sind geschlossen eingetreten: Konservative, National- liberale, Neichspartei und alle freif. Par - t e i e n. Die wirtschaftliche Vereinigung hat in ihrer Mehrheit mit ja gestimmt, nur die zu ihr gehörenden Mitglieder des bayrischen Bauernbundes mit nein. Geschlossen haben gegen die kolonialen Forderungen nur die Sozialdemokraten unb bte Polen gestimmt, die beide sehr stark vertreten waren. Von den 78 sozialdemokratischen Abgeordneten haben nur 2 gefehlt. Um so schwächer war das Zentrum vertreten. Von ihm unb den ihm nahestehenden Elsässern haben 27, zum Teil hervorragende Mitglieder an oer Abstimmung nicht teilgenommen, so Frhr. v. Hertling, Fritzen, Herold, Graf Praschma. Für den Antrag Ablaß hatten von Zentrumsmitgliedern votiert: die Abgg. v. Strombeck, v. Savigny unb Humann, Bei ber Abstimmung über die Regierungsvorlage haben dann Savigny und Humann mit nein gestimmt, ber Abg. v. Strombeck sich der Stimme enthalten. Graf Ballestrem hat bei beiden Abstimmungen den weißen Ja-, Zettel abgegeben. Auch die unterlegenen Freunde ber Re- gierungsvorlage waren recht zahlreich zur Stelle. Es fehlten auch von den Nationalliberalen nur Frhr. Hehl von Herrnsheim unb Lichtenberger, von ber ge-, samten Reichspartei nur 6 Abgeordnete. Schwach vertreten war nur bie süddeutsche Bolkspartei, von der bie Abgg. Haußmann, Paver unb Blumenthal fehlten. Jedenfalls geht aus dieser Abstimmungsliste mit Deutlichkeit hervor, daß bei der Zusammensetzung des aufgelösten Reichstages auch im vollbesetzten Hause eine Mehrheit für den Nachtrags- Etat schwerlich zu stände gekommen Ware. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt offiziös: Nach Mitteilung melyrcrer Blätter soll in parlamentarischen Kreisen an der Richtigkeit ber Meldung über ein von bem Kaiser bem Grafen Balleftrem zugegangenes Telegramm festgehalten werden. Dieser irrtümlichen Auffassung gegenüber erklären wir, baß die bem Grafen BalleslreM zugegangene Depesche Weber vom Kaiser herrührte, noch ihrem Inhalte nach sich auf schwebende politische Angelegenheiten bezog. Der „Post" zufolge wäre bas fragliche Telegramm vom Kronprinzen ausgegangen, ber darin bem Reichstagspräsibenten den Wunsch ausgesprochen habe, auch einmal einer Sitzung ber Bubgetkommission des Reichstages als Zuhörer beizuwohnen, doch hatte Graf Ballestrem darauf bem Thronfolger geantwortet, daß die Geschäftsordnung des Reichstages es ihm zu feinem! Bedauern nicht ermögliche, dem Wunsche des Thronfolgers zu willfahren. • Als Reichstagskandibaten wurden bereits nominiert: in $anau der sozialdemokr. Arbeitersekretar Hoch, in Königsberg i. Pr. der freif. Justizrat Gyß- fing, in Breslau als Kandidaten der sozialdem. Partei Eduard Bernstein und Tutzauer._________________ Die Neichstagsauflösung in der englischen Presse. Sämtliche Londoner Blätter veröffentlichen Kommentare über die Auslösung des Reichstages. Tie liberalen Blätter behaupten, daß viel größere Streitfragen als die Zahl der Truppe in Teutsch-Südwestafrika in Betracht kommen. Tas deutsche Volk habe das absolutistische Regime satt, und die wahre Bedeutung der Abstimmung fei die Sehnsucht, ein „wirklich demokratisches Regime herbeizuführen. Der Leitartikel ber „Times" spendet dem R e i ch s k a n z l e r L o b für den M u t, den er gezeigt hat, hebt jedoch hervor, daß eine Berfassungsfrage die Unterlage zu bem Streit zwischen Regierung und Reichstagsmajorität bildet. Tie Regierung wünsche, das Budget r e ch t d eL R eichs tages e in zu schr ä n kev, zuch die Volksvertreter ließen sich dieses Vorgehen einfach nicht gefallen. Die Macht des Zentrums dürfte im n ä ch st e n Reichstag unvermindert sein. Ter Leitartikel der Times schließt: Eine Ge,ahr für Europa besteht in der jetzigen Lage. Es ist möglich, daß die deutsche ^Regierung sofort eine „k rüstige" auswärtige Politik ciuleitet, um den patriotischen Eifer des deutschen Voltes anzuspornen uni) Unterstützung bei den Wahlen zu gewinnen. Wenn Fürst Bü.oiv dieser Versuchung unterliegt, wird viel Unruhe in Europa gestiftet werden. politische Lagesscha«. Der Edelstem der deutschen Ee,chlchte. Die Queue der „pcar.-^rg. - |ut tq.e um? Zentrum kom- promluierenoen Mitteilungen ist die Heilbronner ,/Nectar- Ztg.", die im Besitz eine-. iiüaj unverof,entiici)ten Teiles der Memoiren des früheren Reichskanzlers Fürsten Hohenlohe ist. Me „Neccar-Ztg." gibt aus d^em Teil des Tagebuches des Fchchlen eine Atifzeiitznung zur Ehararreriswi- ung des Zentrums. Darnach habe Fnrsi Hohenlohe anläßlich der zuer,t aoiehnenoen .\)anung oes Zencrums gegenüber die MiUtärvoriage un ^ahre 18uJ in seineut Tagebuch niedergeschrieben: 1) büjj der Pap st vom deutschen Kaiser ein Geldgeschenk von öUÜUOo M t. wünscht, 2) dasz Fürst Hohenlohe sich mit bieiem Ansinnen ein b er ft an üe n eruart uno geraten h^ve, das Geldgeschenk dem Pupste erst n acy dem Zustande- Lommeu der Militär-Vorlage zu geven und es ihm erst dann in Aussicht zu steuen, d) oag vorläufig General-Oberst v. Loo oem Papst einen Edelstein überreichen solte. Die „Nectar-Ztg." versichert, notigen,aus auch den Wortlaut der sraguchen Tageouch-Storiz mitte neu zu können, hiermit jedoch aus nationalen Grunoen zurua- jjatte. Ungeheuerlicher Handlungsweise pes Papstes und des Zentrums slünoe ein fast gleich ungeheneriichesVor- gehen der Reichsregierung unter Hohenlohe gegenüber, der danach außer den immensen tu) ft en, ine die Militärvorlage verursachte, noch eine ijalbe Million den Taschen des deutschen Bockes entnahm, um zum Liege im Reichstage zu gelangen. Die Presse hält heute zunächst mit chrem Urteil hieruver noch zuruu., da sie saft allgemein die,e Meldung als unwahrscheinlich ansieht. Die tlerikale Presse schweigt noch, ebenso die ofsiziose. .Dec Straßburger Konsistorialpräsibent Curtius, der Herausgeber der Hohenlohe,chen Memoiren, der von einem Vertreter des „Matin" uver die Richtigkeit der Meldung befragt wurde, ertlärte, er könne die Meldung nicht dementieren !! Deutscher Reich. Berlin, 14. Dez. Zur Frühsiüllstafel beim K aiser- paar waren geladen Reichskanzler Fürst Bülow und dec Chef des Zwilkabmetts Geh. Rat von Lucanus. — Heute wurde m Gegenwart des KaiserpaareS daS Verkehrs- und Baumuseum un alten Hamburger Bahnhofe feierlich eröffnet. Minister Breitenbach überreichte dem Kaiser eine Festschrift und hielt eine Ansprache, in der er ausführte: Mit dem heutigen Tage gehe em lang- gehegtrr Wunsch der Eisenbahn- und Bauverwaltung m Erfüllung, daß man eine Stätte besitze, auf welcher leitenden Fachmännern Gelegenheit gegeben wird, sich über alle wichtigentechnlschenBetriebs-undVerwaltiings- Einrichtungen der modernen Verkehrsverwaltung unterrichtet zu halten. Schaustücke, Modelle, Abbildungen, Pläne, Werkzeuge und Werkzeuginaschmen sind aufgestellt worden; Darstellungen der Einrichtungen, zur allgemeinen Bewältigung zu Wasser und zu Lande und auch die Bestrebungen der Verkehrsanstalten für die Förderung der Volkswohlfahrt, wie für das Wohl der Beamten und Arbeiter werden zur Anschauung gebracht werden. Redner weist auf die Bedeutung des Museums hin, als Belehrungsstätte für Tausende junger Alänner, die sich in dec Reichs- Hauptstadt für den Bertis als Techniker und Verkehrs- männer vorbereiten, sowie zur Vervollkommnung ihrer Kenntnisse und als Ansporn zum Fortschritt der im Dienste der Verwaltung stehenden Fachgenossen. — Die Berliner Stadtverordneten-Versammlung hat gestern die Lehrerbesoldungsoorlage in der Fassung des Eintrags Kassel angenommen, der sich von der Vorlage des Magistrats im wesentlichen dadurch unterscheidet, daß er die Dienstalterszulage durchweg um 50 Mk. erhöht. — Für den Bereich der preußischen und oldenburgischen Staatsbahnen wird bis 31. Dezember 1909 Fleisch von frisch geschlachtetem Vieh (Rindvieh, Schweine, Schafe, Ziegen, Kälber, Ferkel, Lämmer, Zicklein) als Stückgut und in Wagenladungen zu den Bestimmungen des Spezialtarifs für bestimmte Eilgüter abgefertigt. Hiernach iverden künftig Eilgutsendungen gegen Zahlung der Transportgcbühi für gewöhnliches Frachtgut befördert. — Die internationale Äetreidekonferenz genehmigte gestern einen vom Verein der Berliner Getreide- Händler ausgearbeiteten Getreidekontrakt für Amerika mit unwesentlichen Abänderungen, die dem bereits genehmigten Maiskontrakt entsprechen. Sodann wurden verschiedene Abänderungsanträge zum deutsch-niederländischen Getreidekontrakt beraten, durch welche gewisse Uebelständc im Getrcidehandel mit Südrußland beseitigt werden sollen. Aus Sa das Goelhehaus auf dem Kiaechahn, Ilmenau, Acalcesine am Garda-See, wo beim Zeichnen der atten Vurg Goethe ais Spion verhaltet werden sollte. Die Ausstellung die,er tieinen, reizvoll gerühmten Sachen durste viele interenteren und den ftünfticr veranlasfen, auch einmal mit einer größeren Ausstellung vor unS zu treten. ** Für die Anlagenmusik am Sonntag vormittag HV2 Uhr in der Südanlage ist folgendes Programm vorgesehen: 1. Ouvertüre zur Operette „Der Geiger aus Tirol", von Genee. 2. Walzer aus der Operette „Frühlingslust'', von Kcauß-Fetras. 3. Pilgerchor aus der Oper ,£ann» Häuser" von R. Wagner. 4. Armeemarsch Nr. 205. ” 2luS der Hast wurde der Landwirt Hardt aus Lang-Göns entlasten. Hardt war des Verbrechens der Blutschande mit seiner Tochter beschuldigt, die Untersuchung ergab jedoch keine Beweise für seine Schuld, sodaß sie eingesielli ivurde. Auch die Annahme, daß Hardts Tochter geistig minderwertig sei, fand in der Untersuchung feine Bestätigung. " Verein Kanari a. Bel dec diesjährigen Lokal- AuSstellung erhielten die Herren L. Beimborn drei II. und einen III. Preis, I. Erb drei II. Pr., Karl Gumbel vier I. Pr., I. K 0 ch vier II. Pr., H. Krök vier I. Pr., W. Lei ch t- weis vier II. Pc., Karl List drei I. Pr. und einen II. Pr., H. Marx vier II. Pr., W. Muller vier I. Pr., L. Petri drei II. und einen I. Pr., Karl Schneider sieben I. und einen II. Pr., H. S i m m e r drei I., einen II. Pr., ft. Virtel- hans einen I. und drei II. Preise. — Aulend ieb ach bei Büdingen, 14. Dez. Ter hiesige Landwirt und Schmiedemeister Johannes M ä s e r fand, als er sich auf dem Heimweg von Stockheim über Bleichenbach befand, in der Nacht seinen Tod auf freiem Felde. Die Leiche blieb unter Bewachung bis zum Mittag liegen, bis das Amtsgericht Büdingen oen Befund eingesehen. H 0 f h e i m bei Godoelau, 14. Dez. Ter Irre Hagen, der heute, wie gestern gemeldet wurde, einen Wärter erschoß, ist aus Leipzig gebürtig; er war früher in Tarm- ftadt auf der Techu. Hochschule und später in Wien. Ter Der Paranoia verfallene Kranke hielt sich so ruhig, daß man sogar die Absicht hatte, ihn vor einiger Zeit zu entlassen. Vor kurzem mußte er wegen einer Tubenulose-Erkrantung in das Krankenhaus nach Darmstadt gebracht werden. Von dort kehrte er körperlich und geistig geircqtigt zurück. Man wies ihm ein eigenes Zimmer an. Tie Zeit verbrachte er sich durch Photographieren und verdiente damit ein schönes Stück Geld. Vor acht Tagen gewählte man ihm die Erlaubnis, nach Frantstirt zu fahren. Dort faufie er einen Revolver, den er dann immer bei sich trug. Vor einigen Tagen fieberte er nun und war auci) psychisch verändert. Als heute morgen um 81/2 Uhr der Anstaltsarzt Dr. Otto Weber seinen Besuch bei ihm machen wollte, rief er ihm in aufgeregtem Ton zu: „Kommen Sie mir ja nicht herein, ich will ein großes Werk schreiben. Ich ya,se die Aeczte. Kommen Sie ja nicht wieder, sonst schieße ich Sie tot." Tr. Weber ging dann weg, um einige Wärter zu holen, die ihn nach der Wachstanon bringen tollten. Ais die Wärter den Kranken an satten wollten, sprang er aus dem Bett und gab dann mehrere Schüsse ab. Der eine Schuß traf den Wärter Hochstedt er in die Herzgegend; er war sofort tot Tie Wärter und Dr. Weber jprangen sofort auf den Kranken zu. Im selben Moment gav biejer wieder einige Schufte ab; der eine streifte Dr. Weoer am Rücken; der andere durchboyrle iyrn die Lunge. Der Zustand von wr. Weber i|i sehr bedenklich. Hagen gibt zu, den Revolver gekauft zu haben, um sich gegen bte Aerzte zu verteidigen. Trotz aller Wohltaten, die jie ihm erwiesen hätten, und die er anerkenne, halte er sie für feine Feinde. U Marburg, 14. Dez. Die hiesige Oberbürger- m eist er stelle ist nunmehr zur Ausschreibung gelangt und zwar mit einem AnfaugSgehalt von 8500 Mk. steigend bis zu 10 000 Mk._______________________ Vermischtes» * Attentat. In dec Mlttwoch-Racht wurden auf den Schnellzug Mailand — Rom bei der Station Borghera in das Kupee, welches ein russischer Gpo ßfurst benutzte, durch die Fenster 2 0 Revolv erschösse abgegeben. Trotz der eingelcüeicn Uiueisuchung ist eS bisher der Polizei mchi gelungen, die Aueulawr zu eruieren. Ein Liieil. Aufsehen erregt m Bukarest eine Duellfordeiung, welche dec ooclige Vertreter dec Firma ^Allard m Brüssel, Vielot, an den Deputierten Eatargi gerichtet hat. Dec letztere hatte in einer Rede im Parlament die Geschäftsgebarung der Tramway-Gesellschaft, deren Hauptaltionäc und leitende Persönlichkeit Allard in Brüssel ist, unter Ziigrtmdc- legmig eines konkreten Rtaterials scharf kritisiert. Anstatt nun diese Vorwürfe in irgend einer Form in der Oeffentlichkeil sachlich zu entkräften, hat Mclot nichts Besseres zu tun gewußt, als Eatargi, der einer der angesehensten Familien des Lande- angehört, seine Zeugen zu schicken. Eatargi hat seinerseits ebenfalls Zeugen benannt. Gcrichtsfaal. D r e s d e 11, 15. Dez. Wegen Zweikampfes verurteilte da? Kriegsgericht Den L e u l n a u t v. Boksberg vom 18. Hufaren- Reguueut zu drei Aiouateu Festung. Handel und Verkehr, Volkswirtschaft. Neue Darmstädler Gtad tnleihe. Die Mittel des am 1. März 19uö aufgeuomineneit ZV-Prozentigen Anlehcns von 6 Mill. Alk. Lit. M. )inb erschöpft. Gs ist nun die Aufnahme einer neuen Anleihe Lit. N. notwendig, die mit 7i/3 Millionen Mark bemesien i)t. Die Begeoung wird mittels öffentlichen Ausfcyrcibcns erfolgen. Der Binsmß soll 4 Proz. sein. Märkte. th. Gießen, 14. Dez. Ter dieswöchentliche Diehmarkt der legte im Jahre, hatte erneu Auftrieb von 1UUU Stück Großvieh, 150 Kalbern und 150 Schweinen. Bei den zu Weihnachten tu Aussicht stehenden verstärkten Aliichbedarf hatten die Berkäu'er wieder ein Anijchnellen dec Preise für Alilchtühe erwartet, was aber nicht eintrat, obgleich sich der Handel, bejonoevs m gnier Ware, in der kein Mangel herrsche, überaus lebhcut geflallele. Auch der Felivleh- handel wurde durch Die Teudeuz des Marktes iür Alilchtühe in jo iveit beeuiflnßt, als em weueres Weichen der Preise für Rinder und Kühe nicht emtrat. Ter Kälberrnartt zeigte ein recht flones Gsschä't, wie immer, wenn die Käufer für Frankfurt und Wies- baden in den Handel eingreifen. Jiifolgedejien zogen die Preise, gegen die des lebten Marktes, besonders für schwere Tlere etivas an. Ter Handel m Lchiveinen war bei dem geringen Auftrieb nicht nennenslvert. Tle Gejchäite, die zum Abschluß kamen, konnten als Slorm für eine Preisbildung nicht gelten. Gehandelt wurden Kühe friichmclkend und tragend das Stück: L dual. 450-500 Alk. (einzelne jchivere Stucke bis 540 Alk.), IL Quai. 350—420 Alk., HI. Qual. 280—330 Alk. Verkauft wurden der Ztr. Schlachtgewicht feite Rinder I. Qual. 76—78 Alk., II. Qual, 74—75 Alk. Fette Kühe I. Qual. 73—75 Alk^ II. Qual. 70—72 Alk. Kälber I. Qiial. 66—70 Alk., IL Qual. 61—65 Alk., UI. Qual. 54—58 Alk. Nächste Markttage 8.-9. Januar 1907. Der Krämermarkt am 2. Markttage fällt fort. Gieße», 15. Tez. Marktbericht. Auf heutigem Wocbemnaikte fofteten: Butter pr. Pfd. 1.20—1.25 Alk., Hühuereler 1 St. 9—10 'Ufa., 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänjeeier 00—00 Pfg., Enteneier 0 Pfg., Käse pr. Stck. 6—8 Pf., Kasematte 2Stck. 5-6 Psg., Erbsen p.Pfd. 18-24Pfg., Liilsen p. Psd.2o-40Pig., Landen pr.Pr.0,80-1,00Alk., Hühner pr.Lt. 1,00—1,60 Alk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Alk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Alk., Gänse pr. Pfd. 60—70 'Üfg., Ochsenfleijch pr. Pfd. 82—88 Pfg., Kilh- und Rindfleisch pr. Pfnnd 80—82 Pfg., Schioeinc- fleisch pr. Pfund 86—90 Pfg., Schlveinefleijch, gesalzen, pr. Pfund 94 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 80—84 Pfg., .yanmielfleisch pr. Pftnid 60—80 Pfg. Welsche per Pfund —Kartoffeln pr. 100 Kg. 7,00—0,00 Mk., Ztviebeln pr. Ztr. 4,00—5,00 Alk., Ali Ich per Liter 20 Pfg., Aepiel per Zenlner 15 bis 24 Alk., in Korden 00 Pfd., 9tns,e 100 Stück 40—o0 Pfg,, Btrnen per Pfd. Alk. 0.08 —0.12, per Zlr. 9—15 Alk., Weißkrailt per Stück 10—30 Pfg., per Zentner Alk. 2.20-2.50. - Alarktzeil 8-2 Uhr. Gieffcner Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für Hesieu am Sonntag, bett 16. Tezemder: Teitwelje Ijeiter, trocken. Am Tage nur wenig wärmer, nachts leichter Frost. Aläßige nördliche Winde. Griginal-DrahtmelSungen. sd. Darmstadt, 15. Dez. Wegen vors christZ- widriger Behandlung von Untergebenen in 97 Fällen wurde oer Untero.fizicr Friedrich Fischer aus Heubach L O. von der 4. Komp. deS Jnsanreric-dlegiments Nr. 115 (Darmstaot) vom Kr 1 e g s g e r i ch t zu 6 Wochen Mittelarrest verurteilt. Er hat in den Jahren 1903 unb 1904 bie ihm zur Ausbildung überwiesenen Rekruten beim Dienst und in der Jnstrurtionsstunde vor die Brust gestoßen, an der Nase gezogen, aus die Füße getreten. Die Sache wurde nach dec Entlassung der betr. Leute von ihnen angezeigt. Stenoai, 15. Dez. Der Schreiber Richard Warnath war hier als Lokomotivführer ausge- treten. Er verübte auf Grund seiner Uniform mehrfach Schwindeleien. Von der Strafkammer wurde der falsche Lokomotivführer zu einem Jayr 9 Monaten Zuchthaus und 1056 Mk. Geldstrafe, ferner zu 14 Tagen Haft wegen unerlaubten Tragens einer Uni,orm uno zu fünf Jahren Ehrverlust verurteilt. Rach Schluß der Redaktion eingetroffeu: Berlin, 15.Dez., nachm. 2Ut,r. Tie Rcichstagswahlen find auf den 35. Januar festgesetzt. Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteüt von der Bank für Handel und Industrie. Glessen. Frankfurter Börse 3j^®/e Reichsanleihe . . 97.90 3% do. . . 86.95 3^e/0 Konsols .... 98.00 3% do 86 95 3>L°/o Hessen . . . . . 96.30 3^°/# Oberhessen . . . 94.80 4% Gestern Goldrente. . 99.80 4‘/6 % Gestern Silberrente 100.20 4% Ungar. Goldrente . . 96.25 4% Italien. Rente . . . — 3% Portugiesen Serie I . 69.50 3% Portugiesen „ III 69.90 4/4 % russ.Staatsanl. 1905 90.40 4^u0 japan. Staatsanleihe 93.60 4 % Gonv. Türken von 1903 94.10 Türkenlose 114.00 4% Griech. Monopol-Anl. 52.10 4% äussere Argentinier . 82.25 3°/0 HiexiKauer . . . 66.90 4>i°/0 Chinesen .... 96.50 Aktien: Bochum Guss 241.80 Buderus E. W . . . . 129.25 Tendenz: schwächen 15. Dezember, 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmeyer . . . 140.10 Elektriz. Schnckert . . . 120.50 Eschweiler Bergwerk . . 250.75 Gelsenkirchen Bergwerk . 226.50 Hamburg-Amerik. Paket!. 157.90 Harpener Bergwerk. . . 212 00 Lanrahtitte 244.70 Nordd. Lloyd 130.00 Gbeischles. Eisen-Industrie 125.40 Berliner Handelsges . . 173.30 Darmstädter Bank . . . 139.70 Deutsche Bank . . . 241.50 Deutsch-Asiat Bank . . 173.50 Diskonto-Kommandit. . . 18 t.90 Dresdner Bank . . . 157.60 Kreditaktieu 214.40 Baltimore- und Ohio- Eisenlahu . . . 120.20 Gotthardbahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 35.75 Gestern Staatsbahn . . . 146.00 Pnnce-Henrl-Eisenbahn . 158.00 Iterliner itörse, 15. Dezember. Cauada E. B 202.00 Darmstädter Bank . . . 139.80 Deutsche Bank .... 241.4o Dortmunder-Union C. . . 84 7u Dresaner Banlt .... 157.7b Teuden/.: fest. Anfangsknrse. Harpener Bergwerk. . . 212.70 Laurauütte .... 244.70 «.umbardeu E. B. ... 35.70 5ordd. Lloyd —.— füraenluse ..... — Poftpakel-Adreften mit Mura utic btutaft vrüdl'sche UniverMätrMruäerei. Gtebeu. Lra Tie um« unsetts P. < einer » auch dtt laute»- diese N ringens der Tie Welt su durch / mit al Lichte r Spiel i taub W eine tl) wurde Dii Sie hö klingen, Mi un 1 lat 50-80 Äi 8 ed)reiuet 2 jungen { ILcht IL» 1 hilirail), 2 Men« 1 W 6 Wohniii! 3 Wohimii 2 unmobli 36 W, Tie' i'vat für e emfchließii fd)liefe(id) dein ist hi Für «ntgelilich b-tr-ffni. Bei Josef israelitis. Es wacht, b, 19. Dezx in der A Anlage; unerstrec foivie be tagen Ei ?ber gegr öei Verni vorbringl Gik "Q9e§0 d. Dr« 7368 B*7i, Roth in Giessen Verlag von Emil 6652 24. Telefon 540 7446 Meyer. ss1 ,, 7440 auf Bestellung frei ins HauS. gcz. Dr. Roemheld. D16/13 f 12O.®3 B®/1j 1. Vorstands- u. Aufsichtsrats-Wahlen. Lag esordnun g: 7451 11,11.5 M 2. Verschiedenes. Der Vorstand: k 3 2 Die Waren sind neu. I. Lübermann, Konkursverwalter. lr9i ii?-6'’ 'eitieqei[S vorbringen können. Gießen, den 14. Dezember 1906. Der Wahlkommissär: , N. Stamm. st. tu am Sonntag, beit Im Tage nur wenig lidie ääinhe. tngeit« ! Dorf djriftS' ergebenen ui ich rjischer au6 Ävchen Uw ^ten 1903 cwiesentn Oiettuten mice vor die Aust die Fuße getreten, der bett. Leute von reibet Richard tivsührer ausge- Iniform mehr,ach immer wurde der r 9 Monaten Zucht- tu 14 ragen Haft tii|onn und zu Ms Gießen, den 15. Dezember 1906. Die Großherzogliche Handelskammer. Koch. Traum und Tag. Neue Gedichte von Ther esc Köstlin. Brsch. 1.50 Mk. Stuttgart, bei Mar Äiehnüim. Die unter uns vielen unvergessene Dichterin, die Tochter unseres verehrten früheren Mitbürgers, Geh. Kirchenrat D. Köstlin, die Enkelin Karl Geroks, hat uns wieder mit einer Gabe ihrer Muse erfreut. Wie die erste Sammlung „Gib acht auf die Gossen, sieh nach den Sternen", so ist auch diese neue „Traum und Dag" nicht für den großen lauten Markt der Geschcnllitcratur geeignet. Dafür find diese Gedichte viel zu ernst, denn sie sino Zeugni^e einer ringenden Seele; und Diel zu zart, denn sie quellen aus der Tiefe eines zarten Innenlebens, in dem die äußere Welt sich sehr eigenartig spiegelt, das mit ihr vor allem durch ein starkes und warmes Mitempfinden des Leids, mit allem, was im Schatten sieht, aus Dunkel zum Lichte ringt, verbunden ist. Aber, wenn das Leben selbst kein Spiel ist, wen selbst seine großen Fragen bedrängen, der touö nicht ohne Gewinn und innere Erhebung lesen, was eine ihm zu sagen hat, die von sich bekennt: „Mir aber wurde nur das große Fragen". „Erst, wenn mir Gott die große Antwort gab, Werd ich das große Fragen einst verlernen" Sie hört doch die große Antwort schon in chrer Seele klingen, sie leimt das Ziel, und strebt ihm mutig zu. Und Verwandten und Freunden hiermit die schmerzliche Mitteilung, dass heute morgen 6 Uhr unser guter Gatte und treuBorgender Vater Heinrich Opper* im Alter von 63 Jahren sanft im Herrn entschlafen ist. Die tieftrauernden Hinterbliebenen Familie Opper Hausen, Garbenteich, 16. Dezember 1906. Die Beerdigung findet Montag, den 17. Dezember, nachmittags 8 Uhr, in Hausen statt. 0Uu68 Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Eber stadt liegt vom 17. Dezember d. Js. ab 8 Tage lang zur Einsicht der Interessenten auf dem Bureau der hiesigen Bürgermeisterei offen. 7455 Eberstadt, 14. Dezember 1906. Großh. Bürgermeisterei Eberstadt G ö r l a ch. ■ Bank <* Bekanntmachung. Das Kaiser!. Gouvernement von Deutsch-Ostafrika schreibt die Lieferung seines Jahrcsbedarfcs an Materialien und Jnventarien für das Rechnungsjahr 1907 ans. Für die Lieferung kommen hauptsächlich Eisen und Eisenwaren, wie Band-, Flach- und Winkcleisen, Bleche, Hämmer, Feilen, Ketten, Schlösser, Nägel, Drahtstifte, Rohre, Holz und Holzwaren wie Bretter, Holzschrauben u. s. tu., ferner Baumwollstoffe, Scheuerlcincn u. s. w. Interessenten können von den Lieferungsbedingungen, dem Verzeichnis der benötigten Waren u. s. w. im Bureau der Handelskammer, Rord-Zlnlage 15, Einsicht nehmen. Konkurs ausv erkauf seitens der Konkursmasse der Firma Ludwig Sommer Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Langd für 1907 liegt vom ds. MtS. ab acht Tage lang auf unserem Bureau zur Einsicht offen. Langd, den 14. Dezember 1906. Großhcrzogliche Bürgermeisterei Langd. CMischkr WMalhMis Gießer. Gartenstraße Nr. 2, Zimmer Nr. 2. S» können eingestellt werde»»: 1 landwirlschastl. Unecht, 5 Schlosser, 2 Schmiede, 2 Wagner, 60-80 Ardener jur eine Leder- und Schuhfabrik (ausivärls), 8 Schreiner, 2 Küfer, 2u PoslauShelser vorn 19. bis 24. Dezember, 2 jüngere Hotel-Hausburscheu, 2 Laufsrauen, 1 Dienstmädchen. Lehrlinge: 1 Schmied, 1 Schreiner, 2 Fniiallateure, 1 Schreiber. Es suche» iktrdeit: B16/13 1 Schmied, 1 Schlosser, 1 Heizer oder Maschinist, 1 Wagner, 1 HiUsarbeuer, 2 Schreiner, 5 Wasch- und^ Putz'rauen, 1 Maurer, 2 Arbeiter, 1 Naufmann, 3 Laussrauen, 1 Schrelbgehche. GrHekjMeS Lefrmme»- Stimmt zu Mainz. Die Aufnahmeprüfung für das Lehrerinnen-Scminar wird am 8. April d. I. von 9 Uhr vormittags an im Schul- Hause der Höheren Mädchenschule (Alte Universitätsstraße 17) abgehalten werden. Selbstgcfertigte Gesuche um Zulassung zu dieser Prüfung oder um Aufnahme in das Seminar sind bis spätestens ztun 1. März 1907 bei der unterzeichneten Direktion emzuccichen. Dem Gesuche ist beizufügen: 1. ein selbstgeschriebener Lebenslauf, 2. ein Geburts- oder Taufschein, 3. ein Impfschein, 4. Zeugnisse über bisher empfangene Schulbildung. Wer in das Seminar Eintreten will, muß am 30. September d. I. das 16. Lebensjahr vollendet und das Ziel einer zehnstusigen höheren Mädchenschule erreicht haben. Zii weiterer Auskunft ist die unterzeichnete Direktion jederzeit gerne bereit. Mainz, den 15. Dezember 1906. Die Großh. Direktion des Lehreriunen-Semiuars. Zigarren und Zigaretten für Weihnachtsgeschenke in hocheleganten Packungen & 25, 50 und 100 Stück, in allen Preislagen Carl Heuser, Zigarren-Spezialgescliäft Kreuzplatz 5.________ O'OOöO___________Kieuzp atz S; Beerdigungs-Institut Friede Frankfurter Str. 41 und Kaplans^asse 27 tiandebg63 ' Iter M ' Bank . ,Kuinu3and11' Bekanntmachung. Der Voranschlag der Gemeinde Lich für das Rechnungsjahr 1907 liegt vom Montag, een 17. Dezember, 8 Tage lang aus unserem Bureau zur Einsicht dec Jnlercsscuten offen. B16/„ Lich, am 15. Dezember 1906. Großh. Bürgermeisterei Lich Heller. H. Meyer, Direktor. Lagerhalter, Karl Siegfried. VerßeiUMs. Dienstag, den 18.' Dezember, vormittags 10 Uhr an- saugend, werden die zur Konkursmasse des . verstorbenen Juweliers Heinrich Huhn gehörigen, eingelösten Pfandsachen gegen Barzahlung im „Darmstädter Haus", Walltorstr. 6, versteigert. Zum Ausgebot kommen: Goldene Herren- und Damenringe, Broschen, Colliers, Armbänder, Uhrketten, Fächerketlen, Brlllantringe und' Ohrringe, Manschetten- und Brustknöpfe rc. Wtischer SMmgMiMS Achen. Gartenstrabe 2, Ztmmer 9h. 2. (Deschästsslunden von 8—1 und von 8—6 Uhr.) E» sind zn vermteteui 1 Wohnung von 7 Zimmern, 3 Wolnumgen von 6 Zimmern, Wohnungen von 5 Zuumern, 2 Wohnungen von 4 Zimmern, Wohnungen von 3 Zimmern, 3 Wohnungen von 2 Zimmern, unmöblierte und 4 möblierte Zimmer, 1 Werkstatt. Zu mieten gesucht: B”/ 36 Wohnungen von 1—7 Zimmern. Mänuer-Turn-Verein Zu unferer am 2. Weihuachtsfeicrtäg, ab-.idS 8 llur tm Neuen Saalbau siausindendcii Weilmachtsbescherung laden wir unsere verehrt. Mitglieder nebst Angehörigen «rgebcnst ein. — Einführung von«, u ist gestattet. Aiimeidungen derselben Hai bis , 22. ds. Mts. bei unserem Mitglied Georg T Plockstraße 9 zu erfolaen. Daselbst föniuu i. - 24. bS. SDltä. ab die Einlasikarieu für die Gäste abgeholt werden. |v , Souutag, deu 6. Januar 1907: Ausflug nach der Karlsruhe. Mit Turnergrüst ^cr Borstand. in Klein-Linden in der Filiüle zu 8!chen, io (neben dem „Darmstädter HauS") von Sonntag, den 16. lsd. Mts. ab. 7?b2 Zum Berkaus kommen: Herren- und Kinderanzuge, Paletots, Wamse, Hosen, Joppen, Kindermäntel, wollene Hemden, Unterhosen, Unterjacken, Kapes, Damenunterröcke, Damenhosen, Schürzen, Turner- und Sporljacken, Racht- jacken, Korsetts, Damenmüntel, Strümpfe, Socken, Borhemden, Stoff, und Papierkragen, Manschetten, eine große Partie farbiger und schivarzer Krawatten, Bettücher, Bctl- kolter, Kleiderstoffe für Damen, Anzugstoffe für Herren, Kattune, Baumwollstoffe, Hemdenstanelle, Möbelstoff, Borhangstoffe, Roulcauxstoff, Bettuchleinen, Reisedecken, Druckzeug, Serge, Musseline, Zmirnswff, Tischdecken, Bettzeug, Funerstossk, eine Partie Mützen, Kragenlchoner, -t.°ichkn,ucher, PMnrMll „Zum Ff»U“ NkllMöt 53. Damengüttel, Wanfdjettcnfnöpie, -irage»- uns Brnsttnopi-, ' Nähseide, Zwirn, Spitzen rc. re. 109044 das alles spricht sie so ungcsucht, so schlicht und wahr aus, in Versen voll Wohllaut und Musik, in einer edlen Sprache, die genau der Ausdruck der Empfindung ist, und nicht mehr, manchmal in hohem, fast leidenschaftlichem Schwung. Nur ungern versage ich es mir aus Rücksicht auf den Raum, einige Proben zu geben. Ich kann aber das feine Büchlein allen, die in einem Gedicht mehr suchen, als flüch?- tiaen Genuß, nur aufs wärmste empfehlen. D. Schlosse verinischtes. * Die Hamburger Polizei blamiert sich gelehrten Damen gegenüber, so oft sie Gelegenheit dazu findet. Soeben erst ist der Prozeß gegen Frl. Dr. Anita Augspurg in einer für die Hamburger Polizei höchst blamablen Weise ausgegangen. Wir haben darüber leider aus Platzmangel nur sehr kurz berichten können. Es wurde in diesem Prozeß festgestellt, daß die Polizei während der letzten dortigen Arbetterkrawalle eine große Masse völlig unbeteiligter harmloser Passanten schwer verletzt hat. Frl. Tr. Augspurg, die derartige greuliche Szenen mit erlebte, rügte Laut solches Vorgehen und würbe deswegen verhaftet uno vom Hamburger Gericht verurteilt. Je^t verös,entricht das „B. T." einen Bries von Fräulein Dr. K a t h a r i n a b ist JE enb g, S hle H 1011 4 die Ütevld ' jjl15* ittet, ivm Ömer ®bcr. '»ch ». sillArate> Ul bee es sÄÄM- lftW Ä,™ ** * »L. '' Logen die P«ste m7? 2,ctt ehvas ^"ürieb Shaxnen-f0lm,tn rouibc! Qual. 4uV—5oo -1< 300-420 X' ^^ch'achigewicht »tiflein Wockeiimaitte wev Ul 9-10 tilg., E'MrvPH., kW bk» p.M. 18.24 M.. MM.,piihnerpr,^L Einen pr. Llüd vchsensleijch pr. Pid. Cchiueme- >' gesalzen, pr. Pimid »unelsleisch pr. Piimd inoiiclu pr. M kg. Lik., 2)lild) per Liter in stürben 00 Pid. Pid. 'Bit. 0.08 —0.12, ■30 Pig., per Zenniei eingettoffe«: 0. 2 m,r. Tie sett 25. Sa««« Freiskegeln Sonntag, den 16. Dezember l. IS., von nachmittags 3 Uhr ab Freytag, Assistenzarztin an oer Bonner Universitätsklinik,' wonach sie in Hamburg von der Polizei f e st g e n o m - men wurde, mit der Begründung, der Bremer Stationsvorstand habe es gewünscht, weil sie ein verkleideter Mann sei. Die Dame betont, daß sie ein gut gearbeitetes Jackenkleid und auch nicht kur^aejchnittene .Haare trug. Tie Hamburger Polizei gibt zu, sie verstehe nicht, wie die Bremer darauf gekommen seien. * B u d a p e st, 15. Dez^ Im Ostbahnhof e n t g l e i st e n gestern abend infolge Besagens der Bremse mehrere Magen eines einfa^renben Pcr,onenzuges und wurden zertrümmert. 23 Personen erlitten Verletzungen, darunter vier schwere. — Der nach Konstantinopel über Wien verkehrende Pariser Orientexpreßzug, der hier um i/8ll Uhr nachts fällig ist, stieß bei Dunakeszi Alag tn der Nähe der Hauptstadt mit einem Lastzug zusammen. Aus Budapest ging sofort ein Hilfszug mit Aerzten ab. Ter Lastzug sott zertrümmert und auch der Exprcß, in dem sich u. a. Prinz Leopold von Bayern befindet, arg bei ichädigt sein. Von den 11 Passagieren ist nur Graf Eoniund E,akh leicht verletzt. Prinz Leopold von Bin-eru ist unverletzt. Eine gröbere Katastrophe ist nur durch die Geistes- gegeuwart des Lokomotivführers des Exprcßzuges verhütet worden. ' «5 7o Central-Molkerei BkhnhHrabe 43 ®r|cb Bchuhosstniße 43 Spezialität: Feinste Wetterauer uub Vogelsberger Tafelbutter Frische Eier Vorzügliche Handkäse, alle Sorten feine Käse la Vollmilch, Buttermilch, Rahm, Matte Kochm-Vettin Grchen-Bchck (e. G. m. u. H.) Sonntag, den 23. Dezember l. Js., nachm. 2 Uhr Generalversammlung bei Gastwirt Heinrich Brück. Soeben erschien in meinem Verlage: Die gegenwärtige politische Lage in Hessen von Dr. jur. et phil. Magnus Biermer ord. Prof, der Staatswissenschaften. Preis 50 Pfg. B18/» Tie Vermieter haben eine Einschreibgebühr zu entrichten und »war für eine Wohnung mit einem lährlichen Mietwert bis 300 Mk. einfchliesilich 0,20 Mk., von mehr als 300 Mk. bis 500 Mk. em* schliesilich 0,50 Mk., und von mehr als 500 Mk. 1,00 Mk.: außerdem ist für jede Wohuuugscuuueldinig 1,00 Alk. zu hmlerlegen. Für die WohnungssuchendLN erfolgt die Vermiuelung un- entgelllich._______________________________________________________________ Bekanntmachung, betreffend: Die Ergänzungswahl des Vorstandes der israelitischen Rcligionsgcmciude Gießen. Bei der heute vorgenommencn rubr. Wahl ist Herr Josef Stern dahier zum Mitgliede des Vorstandes der israelitischen Religionsgemeinde gewählt worden. Es wird dies mit dem Lustigen öffentlich bekannt gemacht, daß während dreier Tage, nämlich am 17., 18. und 19. Dezember ds. Js. das Wahlprolokoll mit allen Anlagen in der Wohnung des unterzeichneten Wahlkommissärs, Nord- Anlage 13, offen gelegt sein wird, und daß während der unerstrecklichen Frist dieser drei Tage die Stimmberechtigten sowie der Gewählte von dem Wahlprowkoll und dessen Anlagen Einsicht nehmen und Einwendungen gegen die Wahl oder gegen den Gewühlten, bezw. auch Ablehnung der Wahl, bei Vermeidung des Ausschlusses bei Großh. Krcisamt Gießen Ein MAilGLBCKCHEri von unerreichter Natürlichkeit ut Elekta Muguet derKgl.Hqfl D J.F.SEhwara!osBS6bR8 8LtuN.NW4i. FL.MK.2.*,3.50, im eleganten Carton MK.25O.MKA.oo e • rt- Bouquet vee Veilchen a flleder □yringa-Vacletra fL.MiL2.oobb mk too HohenzollerU Veilchen KrhSIHich in eilen einschlägtagn SEschä^en. Anfeo^’ 212.JJ -r ‘ 35.70 dtu - * * , • ‘ lute • ' über, l-10 Ubr* 140,10 Lnhtneyer ■ ■ ' 12g.»0 Schnckert . • • 250.75 x BerjwerK , • eben ßer A 157.90 .Amerik. 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