93 der e- be§ und um die und und tzchnlstratze 7. Redaktion NS Berlaq u.Ggpeb.e^Sl Adresie für Depeschen: Anzeiger Giene«. höchsten Gerichts nahm den KömgS-Mcmtel von: Altar legte ihm im Verein mit dem Bischof von Drontheim die Schultern des Königs, der niederkniete und Salbung von dem Bischof von Drontheiin auf Stirn politische Lcrgesschasr. Der englische Floltenbesuch. R. Berlin, 22. Juni. Die gestrige Nachricht von dem in Aussicht stehenden Besuch des englischen Kanalgeschwaders in der Lübecker Bucht wird in Marinekreisen lebhaft besprochen. Man findet die plötzliche Vorliebe der britischen Marine- oerwaltung für die Ostsee auffallend. In früheren Jahren kam m der Tat hauptsächlich die Nordsee für die die königliche Krone vom Altar und setzte sie mit dem Bischof von Drontheim dein Könige aufs Haupt. • Der Minister deS Auswärtigen, Löoland, übergab dem König das Szepter, Staatsrat Arctander überreichte ihm den Reichsapfel, und Staatsrat Olssön das Schwert. Bei jeder dieser Handlungen sprach der Bischof von Drontheim ein Gebet. Nach dem letzten wurde ein Salut von 42 Schutz abgegeben. Nach abermaligem Gebet und Segen schritt die Königin unter Klängen der Orgel zum Throne. Mit bem königlichen Mantel bekleidet siel sie aufs Knie und wurde von dem Bischof von Drontheim an Stirn und Handgelenk gesalbt. Hierauf erfolgte derselbe Vorgang wie bei dem Könige. Der Königin wurde die Krone aufs Haupt gesetzt und Szepter und Apfel wurden ihr gereicht. Der Bischof von Bergen sprach ein Gebet und erteilte den Segen. Hierauf ertönte Salut und abermaliges Orgelspiel. Als die letzten Töne verklungen waren, erklärte dec Präsident deS Storthings den Krönungsakt für vollzogen. Der Jubel der Bevölkerung, der auf der Hinfahrt zur Kirche bem KönigSpaar entgegenschallte, steigerte sich auf ber Rückfahrt noch bedeutend. Immer und immer wieder brachte die Menge Ovationen dar. Krönungsprozession in die Kirche erfolgte durch den Haupt- eingang, der seit Jahrhunderten nicht betreten wiicde. Die Kirche bot mit den zahlreichen Uniformen und den glänzenden Damentoiletten einen prachtvollen Anblick. Zur Rechten deS ThroneS des Königs standen der komm. General und der komm. Admiral mit dem Reichsbanner. Zur Linken sahen auf goldenen Stühlen der Kronprinz unb die Kronprinzessin von Dänemark, Prinz Harald von Dänemark, Großfürst Michael und ber amerikanische Gesandte. Zur Rechten deS ThroneS der Königin saßen der Prinz und die Prinzessin von Wales, Prinzessin Viktoria von Großbritannien, Prinz Heinrich von Preußen und der französische Gesandte. Nach einem Choralgesang hielt der Bischof von Christiania die Predigt. Sodann schritt der König zum schmückteS Gewand aus gelbem Moirv. Der Einzug Ausland. Stockholm, 22. Juni. Der König hat angeordnet, daß eine auS drei Mitgliedern der Ersten und drei Mit- gliedern der Zweiten Kammer bestehende Kommission eingesetzt wird, die das Justizdepartement bei der Ausarbeitung eines Wahlgesetzentwurfes, durch den das allgemeine Wahlrecht zur Zweiten Kammer und die Proportionswahl für die Erste Kammer eingefnhrt wird, unterstützen soll. Paris, 22. Juni. Die „Zeitschrift des Komitees für Französisch-Afrika" will wissen, daß der in Paris eingetroffene italienische Minister des Aeußern Tiltoni bereit sei, das Uebereinkom men betr. die abessinische Bahn mit Frank- re ich und England baldigst zu unterzeichnen. Genf, 22. Juni. Die Konferenz für die Revision der Genfer Konvention sandte an König Haakon ein Glückwunsch-Telegramm, lieber die Arbeiten der am DonnerS- — Mcnc, Mene, Tekel, Upharsin. Englands Ueberwältigung durch Deutschland — so lautet der Titel der Mhandlung eines englischen Generalftabs- o f s i; i e r s, der sich mit der Möglichkeit cin.r Invasion der deutschen Truppen auf englischem Boden befaßt. Es in dow sicherlich fein Zufall, daß gerade m unseren Tagen jidj ernste Militärs in England so wütig und eingehend nut Nr. 145 Erscheint «Sgltch außer Sonntag«. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Kletzener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Notationsdruck il Verlag der Brühl 'schen Univers.-Bucb-u. Stein- druckeret. R. Lange. Throne. Die Oberadjutanten nahmen ihm den Fürstenmantel ab, der auf den Altar gelegt rourbc. Der Justitiarius Handgelenk empfing. Nachdem der König sich erhoben auf den Thron gesetzt hatte, nahm Staatsminister Michelsen der F-rage beschäftigen, ob ein Einfall deutscher Truppen in die englischen Jnfellande möglich ist, ober ob Albion sich unter allen Umstäirdeu auf den steten Schutz seiner Flotte verlassen unb- sich auch weiterhin benügen darf mit einem Landschutzsystem, das rveit hinter dem aller anderen europäischen Staaten zurückbleibt. Bisher wiegten sich die Engländer in dem Wahne, daß ihr Vaterlano unangreifbar für jedes Landheer fei; aber es hat doch den Anschein, als ringe sich eine andere, entgegengesetzte Anschauung bei so manchen vorurteilssreien Sachverständigen in England durch. Dafür ist das bei Adolf Sponholtz in .Hannover erschiinene Buch Beweis. England ist auf eine Invasion nicht vorbereitet, einige hunderttausend deutsche Truppen, die auf der Insel landeten, würden das ganze Land bald bändigen können. Und wie sich eine solche Landung vollziehen dürste, das schildert der englische Offizier. Er nimmt den Fall an, daß ein großer Teil der englischen Flotte irgendwo in ber Feme engagiert sei. Diesen Augenblick benutzt Deutschland, um ein Heer von 250 000 Mann nach England zu werfen. Lediglich Infanterie, von der die Hälfte mit Fahrrädern versehen ist, die in Blechkisten verpackt bei den Bootslandungen leicht ans User zu schaffen sind. Dio englischen Küsteittruppeu werden überrumpelt, Pferde requiriert, einzelne kleine Gefechte bringen die deutschen Truppen in den Besitz von Geschützen, die sie ob der Schwierigkeit ihrer Landung zu Hause gelassen haben, und so steht ihnen am Ende der Weg nach London offen, das sie einnehmen und brandschatzen, unb so England zu den demütigendsten Friedensbedingungen zwingen, obivohl inbcji'cn die meerbeherrschende Flotte längst zur Stelle ist. Was .aber will sie gegen das fremde Heer im eigenen Lande unternehmen, das sich von den englischen Einwohnern ernähren läßt und Milliarden englischer Werte oon Millionen englische« Bürger in der Hand hat. Denn der englische Landsoldat hat trotz großer individueller Tüchttgkeit versagt. Er ist als Masse zu schwerfällig, zu wenig unabhängig, zu wenig diszipliniert. Und so muß sich am Ende Mion zu einer kolossalen Kriegsentschädigung, zur Stellung von Geiseln und zu wetteren Frie-. d^nsgarantien bequemen und dem deutschen Heere sogar noch sicheres Geleit in die Heimat garantieren. Es ist interessant, wie d?r Verfasser die einzelnen Phasen dieser Kämpfe zwischen Deutschen und Engländern auf cnglischvm Boden schildert. Man glaubt jörml'.ch, es handle sich um öcriiable Geschichte und nicht umj legt das Festprogramm für den 8. Juli beredtes Zeugnis ab. Mag sich darunter mancher dem großen Publikum unbekannter Name vorfindeii, der mit der Materie Vertraute sieht ganz genau, daß die einst so üpp'g blühende, sclstidliche Bierbank- literatur glücklich und dauernd überwunden ist. Ein besonderer Reiz wird dem Fest noch verliehen, daß innerhalb des Rahmens dcs Sängerbundesfestes eine zweite Feier aus- blühen soll. Der älteste Mannergesangverein (Gießens, ein treues Mitglied d.s Lahittalsängerbundes, „Die Harmonie", begeht am Vorabend, am 7. Juli, die 46. Wiederkehr ihrer Begründung. 1850 ins Leben getreten, hat die Harmonie bis auf den heutigen Tag ohne Unterbrechung den Gesang ausgeübt. Akten aus den ersten Jahrzehnten sind nicht mehr vorhanden, and) von ben sangcsfrohen Begründern lebt nur noch ein Herr Reiber, ber aber schwerlich hier mit uns mitfeiern wird, da seine neue Heimat Paris ist. Gleich anderen Vereinen hat auch die Harmonie neben den fetten Jahren die mageren hinnehmen müssen, sie hat aber niemals gezagt oder verzagt und wenn das Vereinsschifflein schwankte woyr inttgeschwaukt, aber bald wieder desto fester geflauten. In den letzten Jahren nahm bte Harmonie großen Aufschwung, frisches Blut nrurbe dem alten, immer noch lebensfähigen festen Stamme zugeführt; zu den Vorstandsämtern fanöen sich arbcitssreudige, zielbewußte Männer und einem für alles Gute und Schöne begeisterten Dirigenten, dem neben dem Wollen auch das Können verliehe,', ist, wurde der Stab an- vertraut. Heute darf ber Verein mit berechtigtem Stolz auf das Errungene Hinblicken und dem Wettstreit am 8. Juli hoffnungsvoll entgegengehen. So mögen die Julttage des Jahres 1906 zugleich Ehrentage ber Sänger des Lahntals werden und Hoch und Niedrig, Jung und Alt durch ihre Anwesenheit dem Fest die rechte Weih: geben. E. CH. tag unter bem Vorsitz des Generals von Manteuffel zusarnrnen- getreteuen ersten Kommission verlautet: Die Delegierten behandelten die den Militärbehörden einzuräumende Möglich- leit, verw rindete und kranke Gefangene einem neutralen Staat zu übergeben, ferner die Ausdehnung der Verpflichtung der Kriegführenden, im Rückzugsfalle die auf dem Schlachtfeld zurückgelafsenen Verwundeten und Kranken zu schützen. Hierauf wurde die schwierige und wichtige Frage der Räumllngstra nSporte von Ver- wlindeten geprüft. Die Kommission beschäftigte sich ferner mit dem Schicksal von Tragwaffen und Munition, die bei den in Anibiilanzen und Feldspitälem behandelten Kranken gefunden werden. Newyork, 22. Juni. In KansaS City (Missouri) wurden mehrere Flcischpackerfirmen und die Burlington- Bahn wegen Verletzung der Trustgesetze zu 15 000 Dollar Geldbuße und zivei Frachtvermittler zu Gefängnisstrafen von mehreren Mouciten verurteilt. Der Präsident ordnete die Strafverfolgung des Oeltruft8 an. — Bei der Debatte über die Fl ei schbeschau Vorlage im Bundcssenat sagte Senator Lodge: Ich habe keine Sympathie mit irgendwelcher sozialistischen Bewegung, die alle Arten Geschäfte betreiben und alles zerstören will, was wir seit 100 Jahren aufgebaut haben, aber ich erkläre, daß unsere Zucker- und Fleisch-Trust und Standard-Oil- Magna ten mehr getan haben, den SozalismuS und Anarchismus und die Unzufriedenheit zu fördern, als alle sozialistischen Agitatoren zusnmmengeuommen eS hätten tun können. Der Senat fordert eine Aendcrung der im Repräsentantenhause angenommenen Fleischbeschauoorloge dahin, daß der Fleischtrust die Kosten der Inspektion trage und die Etiketten der Konserven daS Datum der Herstellung an- geben sollen. _______________________ 5>ic Oärung in Außtano. Die Rerchsduma fuhr am Freitag in der Erörterung der Ministererklävungen fort. Der sozialistische Abg. Rami schwili aus dem Kaukasus ergebt Einspruch dagegen, daß man Interpellationen eiubringe über einzelne Verbrechen der Bernmllung, während die Regierung sich täglich Ungeheuerlichkeiten zu schulden fonunen wsse und während das Ministerium des Innern alles in Rußland verschlinge, sogar die Kirche tutb die Schulen. Redner verspottetden Mini stc - t> es Innern, ber ben Mut gehabt habe, zu sagen, der Lärm im Saale ver- lvirre ihn nicht. Ramischwüi schließt, die feindliche Haltung, welche die Duma dem Ministerium gegenüber ein* nehme, wiederspiegele noch nicht die viel feindseligere Haltung des Landes. Aladjin kommt aus die Unruhen in ber Armee zu sprechen. Daß die Minister jetzt einen entgegenkommenderen Ton anschlagen, finde feine Erklärung in dem Sinken derrus fischen Werte im Aiuslande. „91ber", so fährt Redner fort, „wir wollen uns durch Ihre Versicherungen nicht täuschen lassen unb Ihnen erst bann Beifall fpenben, wenn Sie Ihre Entlassung einreichen." Kowalewsky legt bar, baß ber Mangel einer einheitlichen Gewalt in Rußland bie Hauptursache ber Unruhen sei. Witte selbst habe ihm, bem gtebner, geftanben, baß er ohnmächtig war währeub ber Zeit seiner Regierungsführung. Kowalewsky erzählt weiter, er habe an den Minister bes Innern geschrieben wegen ber Gefangenen, ber Minister habe ihm gar nicht geantwortet; jeder ausländische Minister würbe schon aus Höflichkeit gegenüber ben Abgeorbneten geantwortet haben. 9JMt großer Mehrheit wirb eine von Grebeskout namens ber konstitutionell-oemokratischen Partei beantragte Tages- Die heutige Wummer umfaßt 16 Seiten. Die Krönung des norweg^chen Königspaares. Drontheim, 22. Juni. Die Krönung deS Königs und der Königin hat heute vormittag in der Domkirche stattgefunden. Der König trug die norwegische Abmiralsunisorm, die Königin ein prachtvolles mit Gold, Perlen und Juwelen ge- DaS 20. Lahntal-Sängerbundesfest am 7 , 8. und 9. Juli wirft seine Schatten in viele Kreise voraus. Fieberhaft Wird in allen Ausschüssen gearbeitet,. um die letzten Vorbereitungen zu treffen. Auch die Sänger sind noch fleißig an der Arbeit. Die einsichtsvolleren Dirigenten fangen jedoch bereits an, weniger intensiv zu proben, cincricits davon überzeugt „wer S bis jetzt nicht gelernt hat, lernl's nie", andererseits aber auch, um den angestrengten Stimmen Ruhe zu lassen, damit der etwas abhanden ^tonnuene Schmelz sich wieder ein,teilt. ES ist noch gar nicht so lange her, da waren die eängene,tc ein E'was, dem sich der Musilallscye mit gewissem Besangen näherte Es ropr damals auch schon „furchtbar nett", das war aber auch Alles. Heute hat sich durch ernste Arbeit, durch sorgfältigste Auswahl in der Literatur, der Manucrgesang das Bürgerrecht bereits int Konzertsaal erworben, ja, er i|t hoffälhg geworden, seitdem Kaiser Wilhelm II. denen hohen Wert erkannt hat. .. .. .. . . ^cr Mänuergkfang, oder, rrajqet ausgcdruckt, der M ä n n c r - E h o r g e s a ii g , ist das jüngste Kmd der tyrau Mu- jifa. Keine hundert Jahr alt ist dieses vüsthäkcl^n In fernen prft?« fahren ein wohlgczogenes Kmd, artete es sehr bald au», veraaß^aanz die schönen Lehreii feiner Erzieher und musikalischen Mnde Kürzte sich in die Politik unb auf die. Burbank. Was dem Menschen das Blut ist, das i|t für den Gelang dellen Literatur, unb an seiner Literatur hat der Mannergesang lange unb schwer gekrankt. In der Qu antitat itt ia die Mannes gesangs-Licerat'.ir reichlich, überreichlich versehen, ob aber da alles wie lauteres Gotd blitzt, muß doch sehr in Frage gestellt werden. Gegen früher jedoch leben wir heute m einem gesegneten Zeitalter. Eine Reihe hochbegabter Komponisten hat sich in den Dünst des Männergefangs gestellt, und wir können behaupten, daß kaum einer der besten fehlt. Von ben ca. .55 000 entstandenen deutschen Männerchorwerken konnte man nxi.id) die letzte NM ohne Gewissensbisie und ohne Mangel hervorgerufen zu haben, streiä-en, lebt doch der viel ältere Bruder „2er gcuti]djne l'hor" mit seinen 30 000 Chören, int größten Uebcr{(uB unb mürbe vieles oavon sreudig entbehren. Wie sorgfältig heute unsere Dirigenten ihre Vvroercttungen und vor allen Dingen ihre Wahl aus ben Massen treffen, davon englischen Geschwaderübungen in Betracht, erst der vorige Spätsommer sah den Union Jack in deutschen Ostseehäfen, und mit der Aufnahme konnte die britische Schiffsmannschaft wohl zufrieden sein. König Eduard hat denn auch seiner dankbaren Anerkennung für die erwiesene Gastfreundschaft Ausdruck gegeben durch Zueignung kostbarer Geschenke an die betreffenden deutschen Stadtverwaltungen. Der erneute Besiich — noch dazu einer so starken englischen Flotte — in der Ostsee ist wohl ein Zeichen der fortschreitenden Besieruiig der beiderseitigen politischen Beziehungen. Er sollte der deutschen Marinevecwaltung den Gedanken nahelegen, einmal die großen deutschen Herb st manöoer mit einer UebungSfahrt der Schiffe in die englischen ®e» wässer zu verbinden und die Aufnahme in dortigen Hafen zu erproben. Deutsches Reich. Kiel, 22. Juni. Bei öcc heutigen Wettfahrt aus der Kieler Föhrde passierte der Kaiser auf seiner Pacht „Meteor* als Erster um 1 Uhr 40 Minuten daS Ziel. Berlin, 22. Juni. Der preußische „Staatsaiiz.* veröffentlicht das Gesetz betreffend die Erweiterung, Vervoll- flänbigung, und bessere AuSrüstung des Staats» cisenbahnnetzes und die 23elei(igung deS Staats an dem Bau von Kleinbahnen. — Die „Nordd. Allg. Ztg.^ veröffentlicht ausführliche Mitteilungen über den neuen Zolltarif der britifchen südafrikanischen Kolonien, welchen das Kapparlament bereits endgültig angenommen hat, und den die anderen gesetzgebenden Körperschaften voraussichtlich ebenfalls an- nehmen werden. Hannover, 22. Juni. Bis 11 Uhr nachts wurden gezahlt für Brey (Soz.) 31 14 0, für Fink (nah.) 16 740, Launeuberg (Welfe) 10 898, Erzbeiger (Zlr.) 2364, Holz, greber (Bund der Landwirte) 192 und Ehoziewski (Pole) 59 Stimmen. Dresden, 22. Juni. Der deutsche Landwirtschaftsrat trat zu einer zweitägigen Sitzung zusammen. Minister Graf Hohcnthal hob hervor, daß die Landwirtschaft auch in bem industriell hoch entwickelten Sachsen sich durch unermüdliche Pflege pnd zähe Energie zu einer ansehnlichen Höhe emporgeschwuiigcn habe. Die Regierung stehe ber Landwirtschaft mit demselben Wohlwollen wie der Industrie gegenüber und werde fortgesetzt bestrebt sein, beide mit gleicher Liebe zu behandeln. Auch der König nehme an den Arbeiten des Landwirtschaftsrats das größte Interesse. Erstes Blatt IS«.Jahrgang Samstag L3. Juni ISO« ______ ö ° ve-ngSpret»r Täf monatlich 75BÜ viertel- ▼ ■ ▼ jährlich Ml. L.20; durch Gietzener Anzeiger M ™ General-Anzeiger " ** Si: Amts- und Anzeigeblatt fiir den Kreis Gießen MW V Är 1 zcigeitteil: Hans Beck. bamung angenommen, in welcher dem Ministerium daZ Mißtrauen des Hauses ausgesprochen und sein Rücktritt, sowie die Einsetzung eines vor der Duma verantwortlichen Ministeriums verlangt wird. Die Lage in Kronstadt ist nach Angabe der Marinc- fretfc sehr gespannt. In Pcterhof blickt man mit Unbehagen auf die gefährliche Nachbarschaft von Kronstadt, weil es nicht ausgeschlossen ist, daß zufällig ein zwölf- zöNiges Geschoß einmal nach Peterhof herein fliegt. Einige Tage dachte Trepow daran, den Hof nach Zarskoje Sselo übersiedeln zu lassen, bis der Marineminister kategorisch jede größere Revolte für unwahrscheinlich erklärte. Die Zarcnfamilie beabsichtigt in nächster Zeit auf der Jacht „Polarstern" den schon angckündigteu lOtägigen Aus- flug nach den finnischen Schären zu unternehmen. Im 10. Sappeur-Bataillon iu Warschau ist eine gefährliche Meuterei ausgebrochen. Zwischen zwei In- fanterie-Offizieren und zwei Sappeur-Unteroffizieren kam es zu einem Zwischenfall. Tie Sappeure verweigerten die lAusfolgung der meuternden Genossen sowohl dem Bataillons- wie Brigade-Offizier gegenüber. Dem Obersten wurde ein Ziegelstein an den Kopf geworfen, wodurch er zu Fall kam. Der Brigade-Kommandeur forderte nun abermals die Aüsfolgung der Schuldigen. Die Sappeure lehnten dieses Verlangen erneut ab, und als die Militärbehörden zur Entwaffnung schreiten wollten, stellten sie Wachen aus und ließen niemand in das Lager hinein. Zu gleicher Zeit einigten sie sich über ökonomische und politische Forderungen. Ans dem Ministerium des Innern verschwand die Kopie einer von Trepow unterzeichneten Proklamation gegen die Duma und eine verfassungsmäßige Regierung. Dieses Dokument gelangte offem bar durch Vertrauensbruch eines Beamten des Ministeriums des Innern in den Besitz hervorragender politischer Führer Und ruft große Sensation hervor. Juden verlassen in großen Massen Rußland und flüchten hauptsächlich nach England. Mit Rücksicht auf die Möglichkeit eines nahe bevorstehenden Generalstreiks der Eisenbahnen wurde vuf dem Bahnhof in Moskau die militärische Bewachung erheblich verschärft. Größere Truppenteile wurden nach den wichtigsten benachbarten Bahnstationen entsendet. In einem Vorort fand eine Versammlung der st r e i k e n d e n S ch u Hirn ach er statt, die von 500 Personen besucht war. Auf die wiederholte Aufforderung der Polizei, auseiuauderzugehen, erfolgten seitens der Menge Stcinwürfc und Revolverschüsse. Militär feuerte. Bon den Arbeitern wurde einer getötet, zwei verwundet. Die „Times" meldet aus Petersburg, daß große Bauern- Mruhen im Gouvernement Kiew ausgebrocheu sind. Dauern ermordeten mehrere Gutsbesitzer und steckteir die Gutshöfc in Brand. Ein in Wien aus Bjelvstor eingetroffener Arzt, der Zeuge der dortigen Vorgänge war, behauptet, daß der Eigentliche Urheber der blutigen Ereignisse der alte pensionierte General Bogdanowitsch sei. Dieser sei Leiter der berüchtigten schwarzen Bande mit) habe schon Lor Monaten durch Verbreitung von Broschüren und Flugschriften zur Ermordung der Juden aufgefordert. Vertreter der jüdischen Gemeinden von Homel und Vobruisk depeschierten an die Wgg. Wiueawer inib Rosenbaum, daß der russische P a t r i o t c n b u u d mit 'ber Polizei öffentlich und energisch neue Juden- iverfolgungen vorbereite. । ♦ Nach Londoner Meldungen soll König Eduard an Len Zaren eine Depesche gerichtet haben, in welcher ■er seinem lebhaften 53 c bau cm ü b e r die grauen- tvollen Vorgänge in Bjelostok Ausdruck gab und Zugleich auf die große Entrüstung hinwies, welche sie in der ganzen zivilisierten Welt hervorgerufeu haben. Er wünsche im eigensten Interesse des russischen Reiches und seiner Stellung unter den europäischen Mächten, daß diesem unmenschlichen Gemetzel ein für allemal ein Ende bereitet werde. Eine von zionistischer Seite in Berlin einberufeue Volksversammlung von mehr als 2000 Teilnehmern, in der u. a. Dr. Nathan vom Hilfsverein der deutschen Juden, Redakteur Klausner namens der Alliauee Israelite, Professor Phitippson und Tc. Klee sprachen, nahm einstimmig folgende Resolution an: „Die von der zionistischen Vereinigung einberufene, bon über 2000 Juden besuchte Volksversammlung drückt ihren Abscheu aus gegen die verbrecherischen Barbareien der russischen Macht- haber, die zur Unterdrückung der freihei..ichen Bewegung ein Phantasiegebilde. Jeder Deutsche aber wird das Buck mit Interesse lesen. Hochinteressant aber sind auch die Gründe, welche der Verfasser für den Niedergang englischer Mannestüchtigkeit anzuführen hat. Auch wir Deutsche können daraus lernen und manche gewichtige Parallele ziehen. Kurz, das Buch bietet eine Fülle von Anregungen, gibt uns eine Fülle von Stoff zum Nachdenken, reizt unsere Pbantasie und unseren Na- tionalstolz. • — Eine.Erweiterung desDarmstädterLandes- ewerbemuseumS hat sich in aller Stille vollzogen und in! nächster Zeit dürsten die ueugeschaffeneu Räume eröffnet werden. Der frühere Hof des Gebäudes ist überdacht worden, wodurch man einen hübschen Saal gcivonncn hat, der hauptsächlich zur Aufnahme von vorübergeb.'nden Ausstellungen dienen soll. Diese Ausstellmrgen konnten bisher nur dadurch Platz finden, daß man diesmal einen Teil der Museumssammlungen entfernte. .Gleichzeitig hat man int Keller des Gebäudes Räume für die ständige Maschinensannnlung der hessischen Handwerker-Zentral- genossenfchast hergerichtet. Es werden dort die in den verschiedenen Handwerkszweigcn nötigen Maschinen im Betrieb vor- 'geführt. Für später ist die "Abhaltung von Meisterkursen dort geplant, da diese Maschinen nicht jedem Handwerker in seiner eigenen Werkstatt zur Verfügung stehen können. Diese Verbinb ung des Landesgewerbemuseutns mit der Ausstellung der Handwerker-Zentralgenossenschaft ist im Interesse der von diesen Einrichtungen Gebrauch machenden Handwerker aus allen Teilen des Landes zu begrüßen. Essen, 23. Juni. Da das hiesige Stadttheater, das :ituT 800 Plätze enthält, auch im Bühnenraum unzulänglich ist, beabsichtigt die Stadtverwaltung, das jetzige Magazin hinter der .Bühne zum Bührtenraum hinzu zu ziehen. Es soll bann ein neues .Kulissenhaus mit einem Aufwand von 192000 Mark hinter dein 'Stadttheater erbaut und durch eine Brücke über der Straße mit demselben verbunden werden. I-ür spätere Zeiten ist die Erbauung eines Opernhauses in Aussicht genommen, so daß bann das jetzige Stadttheater nur mehr als Schauspielhaus Verwendung finden wird. Mit Rücksicht hierauf haben die Stadt verordneten die Erweiterung des jetzigen Zuschauerraumes, lueit ungenügend und zu kostspielig, abgelehut. P a r is, 22. Juni. Gel-geutlich der Sonnenwende hielten die Mitglieder der astr o no m isch e n Ge se l ls ch a f t ihre Jahres .Versammlung ab. Auf dem Eiffelturm sand ein Bankett statt. Die Gelehrten verbrachten die ganze Nacht auj dem Turm, mn den Sonnenaufgang zu beobachten. tn Rußland Judenmassakres an stiften. Sie versichert die geknechteten jüdischen Bürger in Jtußland treuer Anteilnahme und erwartet, daß die gesamte zivilisierte Welt durch einmütigen Protest und Verweigerung jeder finanziellen Hilfe diesem frevelhaften Morden Einhalt zu gebieten versucht." Washin gtou, 22. Juni. Der Senat nahm einen Beschlußantrag an, in dem erklärt wird: Tas Volk der Vereinigten Staaten ist entsetzt über die Berichte der Metzeleien, die an den Juden Rußlands wegen ihrer Rasse und Religion verübt worden seien. Alle diejenigen, die davon betroffen wurden, hätten die herzliche Sympathie des Volkes der Vereinigten Staaten. Aus Stadt und Land. Gießen, den 23. Juni 1906. DaS kommende dritte Quartal sollte jeder, der noch nicht Abonnent unserer Zeitung ist, benutzen, um sich durch die Bestellung des „Gießener Anzeigers" davon zu über- zeugen, baßes in ganz Oberhessen und bem angrenzenden pceuß. Lahngebiet feine Zeitung gibt, die hinsichtlich der Reichhaltigkeit des Inhalts ihm gleichkommt. Angesichts besten ist auch ber äußerst niedrige Bezugspreis sehr zu beachten. Alle wirtschaftlichen nnb politischen Vorgänge finden im „Gieß. Anz." eingehende Beachtung und freimütige Würdigung; ein sich ständig vermehrendes Berichterslatternetz setzt ihn in den Stand, alle wissenswerten Vorgänge in Stobt und Land rasch, zuverlässig und in ausreichender Weise zur Kenntnis seiner Leser zu bringen. Dem Bedürfnis nach Unterhaltung wird durch die „Gießener Familienblätter", die insbesondere auch den heimischen Verhältnissen ihre 9(uf= mecksomkeit zuwenden, Rechnung getragen und die Interessen ber Lonbwirtschost finden in dem die landwirtschaftlichen Verhältnisse ber Heimat desonbers berücksichtigenden „Hessischen Landwirt" sorgfältige Beachtung. Hierzu kommt als besonderer Vorzug das frühe Erscheinen des „Gießener Anzeiger", sodaß er im weitaus größten Teil seines ausgedehnten Verbreitungsgebietes noch am Erscheinungstog zur Ausgabe gelangt. Eine Probebestellung für doS 3. Quartal wird sicher dazu führen, dauernder Leser des „Gießener Anzeigers" zu werden. ** Fünfzigjähriges Berufsjubiläum. Dem Rechtsouwolt Justizrot Hirschhoru, der heute feilt 50- fähriges Dienstjubiläum feiert, wurde vou S. K. H. dem Großherzog der Charakter als Geh. Iustizrat verliehen. Der Jubilar hat sich iu seiner Bescheidenheit durch Abreise von hier der von den Gerichten und den Anwälten geplanten Ovation entzogen. Er ist der älteste aktiv tätige Rechtsanwalt in unserer Stadt. Er wurde 1833 in Gießen als der Sohu eines Tuchhändlers geboren. Als ein scharfsinniger Jurist vou hervorrageudeu (^eistesgabeu, als eiu nicht nur in der Fachliteratur außerordentlich belesener Mann von ungewöhnlicher Gedächtnisstärke, gehört er seit Jahrzehnten zu deu erfahrensten, gesuchtesten und geoch- tctsteu Anwälten nicht nur Gießens, sondern der ganzen Provinz Oberh'esscn. Noch heute besitzt er eine erstaun lache geistige und körperliche Frische und seinen mit Eleganz und Feuer vorgetrageneu Ploidohers zu lauscheu, ist uoch heute namentlich für jüngere Juristen so belehrend als genußreich. * * Iuristische Faknltätsprüfung an ber Laubesun iv ersität. Der juristischen Fakultätsprüfung unterzogen sich in diesem Sommer 34 Kandidaten. Davon bestanden 3 das schriftliche Examen nicht. Von den übrigen erhielt je einer die Note „sehr gut" und „gut", 8 erhielten die Note „im ganzen gut", 14 „genügend", 7 „ungenügend". '* * Pfarrer Korcll legte heute laut „Dariust. Togbl." gegen die Disziplinierung durch das Obeikonsistorium Beschwerde beim Großh. Ministerium ein. * • Kunstverein. Die gegenwärtige, seit acht Tagen vollständig neue Ausstellung hotte sich am Sonntag, sowie in ber Woche fortgesetzt eines regen Besuches zu erfreuen. Die Ausstellung Hot sehr viel Gutes oufzuweiscn. Leider konn sie nur noch ocht Tage, einschließlich zweier Sonntogc, so verbleiben, da dann ein Teil der Bilder zur Weitersendung gelangen muß. Am 2. Juli wird ein teilweiser Wechsel ber Gewölbe vorgenommen. Ein Besuch ist um so niehr zu empfehlen, da es voraussichtlich bie letzte Ausstellung vor den üblichen Ferien ist. * * Kaufmännischer Verein. Der VereinSvorstand Hot große Vorbereitungen getroffen, den Vereinsmitgliedern und Gästen in seinem Anwesen morgen ein genußreiches Gartenfest zu bieten. Die Musik wird von ber Kopelle bes Dormstäbter Drogoner-Regiments gestellt, im Freien ist ein großer Tanzboden aufgeschlagen, außerdem ist eine effektvolle Beleuchtung der beiden Gärten vorgesehen. Zum rechten Gelingen des Festes bedarf es nur noch „gut Wetter", das hoffentlich nicht ausbleibt; rechnen doch so viele Veranstalt- ; nngen morgen darauf. * * Ein kunsthistorisch interessantes Haus wurde diefer Tage hier entdeckt. Es ist das in der Sonnen st raße, gegenüber dem vor einigen Wochen unter Denkmalschutz gestellten Weisel'schen Hanse gelegene Haus des Gastwirts Minke. • * Verhaftet wurde gestern, ein hier seit kurzem, arbeitender Schriftsetzer aus Donzig, weil er sich tn letzter Zeit hier gegen § 176 pos. 3 des Reichs-Strafgesetzes vergangen hat. " Einen geisteskranken Mann brachten gestern Leute aus Beuern auf einem Wogen hierher. Weil sic nicht mit den erforderlichen Papieren versehen woren, wurde ihnen ber Kranke in der Klinik nicht nbgenommen. Da auch ber Versuch, ihn bei ber Polizei abzusetzen nicht gelang, mußten sie den Krönten wieder mit noch Beuern zurückneluuen. * * Ein neues modernes Geschäftshaus. Mehr und mehr verwandelt sich der Seltcrsweo zu einer modernen Geschäftsstraße, bie, wenn erst einmal bie noch vorhanbenen Ecken beseitigt siub, den Straßenbilbern größerer Stäbte nicht nachstehen wirb. Heute Nachmittag wirb abermals ein neues Geschäftslokal eröffnet werben, nämlich bas ber Firma Robert Haas 9tachf. (Inhab. Konrad Schmidt, Seltersweg 18, das an Stelle eines alten kleinen Hauses tritt. Trotz seiner schmalen Straßen- front präsentiert sich das Haus durch fein schmuckes äußeres Aussehen recht stattlich und innen fällt namentlich die praktische Raumausnutzung angenehm auf. Hohe Schaufenster im Laden und im Kellergeschoß vermitteln eine sehr günstige Beleuchtung der Geschäftsräume und auch die künstliche Beleuchtung ist so gewählt, daß sie in ihrer Wirkung dem Tageslicht möglichst nahe kommt. Das ganze Haus ist mit Niederdruck-Dampfheizimg versehen, die von der Firma Schaffstaebt eingerichtet wurde. X Kinzenbach, 22. Juni. Am 1. Juli feiert ber Gesangverein „Fortuno" sein 30jäImgc§ Stiftungsfest. Dos Fest, bos anfangs im engsten Rohmen ge- plont war, wirb nun boch größere Dimensionen onnehmen, zumal 11 benachbarte Gesangvereine ihr Erscheinen zugesagt haben. Für reiche Abwechselung in Gesangsvorträgen nsw. ist gesorgt. Als Festmnsik wurde die Marburger Stadt- kopelle engagiert. — Bad-Nauheim, 23. Juni. Bis zum 21. Juni sind 1 19 7 0 Kurgäste angekommen, wovon an genanntem Tage noch 6025 anwesend waren. Bäder wurden bis zum 21. Juni — 135 214 abgegeben. X Friedberg, 20. Juni. Dos Programm für bie Hauptfeiek des Maintals ängerfeste 8 am Sonntag, 1. Juli, ist nunmehr fettiggestellt. Von 9 Uhr ab werden die ous- wärtigen Vereine au der Bohn obgeholt. Die baierischen Sanger aus Aschaffenburg, Miltenberg, Klingenberg ufiv. treffen mit Extrozng ein, ebenso nehmen bie Darmstädter, Offenbacher und Frankfurter je einen Extrozug. Um 11 Uhr findet die Hauptprobe auf deut Festplotz statt. D.er Festzug wird um 2i/3 Uhr noch dem Festplatz marschieren. In bem Zuge werden 3 Musikkapellen mitwirken und 67 Vereine nehmen daran teil. Auf bem Festplatz konzertieren bie Negimeutskopelle ber 168 er ttnb bie Bataillonskapelle des Regiments von Gersdorf Nr. 80. Bei ben Chören tritt noch bie Frankfurter Sängervereinigung hinzu, sobaß ein Massenchor vou co. 3000 Sängern gebilbct wirb, ber von dem Bunbeschormeister Musikdirektor Schmidt geleitet wird. Für Sonntag abend ist vorgesehen Jnstrumentalkonzert ber Kapelle bes Regiments Nr. 168. Bei eingetretener Dunkelheit wird ein Blillantfeuerwerk abgebrannt. Zwischen ben einzelnen Musikvorträgen spielt bie Musik Tänze, damit auch die tanzlustige Jugend zu ihrem Recht kommt. m Schotten, 5. Juni. Zu dem Plakate das am 23., 24. und 25. Juni hier stattstndenden Gauturnfestes hat ein Mitglied der Darmstädter Künstlerkolonie, Dr. D. Greiner-Traisa eine prächtige Kopfleiste ge- gezeichnet, die unsere Stadt, vom Festplatzc, dem Bockzahl, ausgeseheir in moderner Kunst darstellt. Dr. Greiner hat damit seine Zlnhänglichkeit an seine alte Wirkungsstätte bewiesen. Er hat früher hier als evangelischer Geistlicher und Rektor mehrere Jahre gewirkt, bevor er diesen Berus aufgab, um sich ganz der Kunst zu widmen. R. B. Darinstadt, 21. Juni. Das große B lsinarck- sest ber Darmstädter Studentenschaft, das ähnlich wie vor zwei Jahren beim Oberivoldhaus zum Besten des BiZmarckturmes auf bem Donnersbcrg veranstaltet worden ist, Hot heute 9kachmittog einen vielversprechenden Ansong genommen. Herrliches Somniersonnenwettcr begünstigt bie zohlreichen originellen ttnb mit echtem Stubentenhumor burch- geführten Veronstoltungen, bie mit gerodezu bewunbemswertem Eifer in kurzer Zeit vollenbet würben; jebe einzelne Korporation ber Technischen Hochschule trot in Wetteifer mit ben andern, um bos Publikum in ihrq Räume zu fesseln. Da ist ein „Akademisches Uebcrbrettl" vom „Wingolf" errichtet, ber „"Akademische Chor" hat eine „Theater-Menagerie" aufgetan, die „Ghibellinen" A. T.V. bieten ein sehr flottes und eifrig frequentiertes Tanzzelt, die „Moenania" brilliert mit einem hochgiebeligen Elsässischen Bauernhaus, ber D. S. C. zeigt eine Reithalle mit vorzüglichem Pferdcmaterjal, der Chemische Verein hat ein Cofe-Restauront, ber Akabemische Verein eine Singspielhalle, einige andere Verbindungen betreiben ein sehr eifrig frequentiertes Bockbierzelt „Hannsbal", ber Verein „Deutscher Studenten" ein großes Schiffsrestaurant usw. Den Teich hat der D. M. 8. C. für Gondelfahrten mit Lampionbeleuchtung hergerichtet, auf einer „Liebesinsel" im Teich wird von holden Nymphen Sekt kredenzt und mitten auf dein Fcsiplatz kann man nach eingetretener Dunkelheit einen Zyklus von Lichtbildern aus bem Leben des Fürsten Bismarck bciüiinbern, dazu entwickelt sich namentlich in ben späteren Abendstunden ein reich bewegtes Bazortreiben und eine feuchtfröhliche Behaglichkeit, die bei dem milden Sommerwetter bis zur 9Nitternacht audaucrte und voraussichtlich morgen eine ebenso angenehme, wie einträgliche Fortsetzung finden wird. HR. Rüsselsheim a. M., 22. Juni. Für Restaurierungsarbeiten in der alten Festung Rüsselsheim sind vom hessischen Staate 2000 Mark bewilligt worden. Die Arbeiten werden demnächst in Angriff' genommen, u. a. wird der Wartturm der inneren Kotzen- ellenbogener Burg neu überdacht werden. Biebrich, 22. Juni. Bei ber Ausiohrt des Güter- zugs 6358 aus Gleis 4 des Bahnhofs Biebrich-Moosbach entgleiste 8.10 nachmittags auf noch nicht aufgeklärte Weise bie Maschine mit Packwogen und neun 6c» lodenen Wagen, welche stark beschädigt wurden. Vom Personal wurde niemonb verletzt. Tas Hauptgleise iü frei: bie Dauer der Aufgleisung beträgt voraussichtlich zehn Stunden. Der Moteriolschoden war noch nicht festzustellen. Worms, 21. Juni. Die Schuakenplage, die gegenwärtig das Verweilen im Freien, namentlich in Baumbeständen, fast unmöglich macht, wird hier wahrscheinlich zu einem Stadtverorbneten-Beschluß führen, daß bie Vorkehrungen zur Schnakenvertilgung durch die Stabt, also zwangsweise, zu erfolgen haben. (Frkf. Ztg.) FC. Frankfurt a. M., 22. Juni. Der 65jährige Schlosser H. Werner hier, schnitt sich mit einem Rasiermesser den Hals ab. Er sollte in eine Nerenheilanstalt gebracht werden. Dem zog er ben Tod vor. — In seiner Wohnung in der Nidbastraße erhängte sich ber 48jährige Maurer Johannes Henkel aüs Oberreichenbach. Henkel war ein Trinker. — Der in ben 20er Jahren stehenbe Schiffsmatrose Stephan Kogler aus 9liersteiu, ber in Main; wohnte, stürzte vom Schiff in ben Main unb ertrank. Seine Leiche würbe heute Morgen an ber Hntermainbrücke gelanbct. In ber Nähe würbe eine zweite männliche Leiche gefunbeu. Mau vermutet, bas; es sich um ben seit 12. Juni ver- schwunbenen 22 Jahre alten Schiffsheizer Johann Evangelist Keller aus Wandorf, handelt. — In ber Maiuzer- lanbstraße würbe gestern ein junger Schlosser vom ?!. J,", f > 1. i . ,Wbc Wei, 9{QVtlfh ^fionen ^cn 9°. s&a ^l§ zUM 21 q • °Don an Ao 1 -3uni fc bll L°D'.L Or fff' “'" U Uhr (l IOn®etheic« di- ^’^eOe des V*n «ritt nach ' *°vbQB ein Maßen. 7}?;c Don den, ^tk'tet wird. Konzert der Kapelle [ -t»unfe(f)cit wird ein 9en einzelnen Mnßk. M die tanzlustige 1 dtakate das am enden ^Gauturn- )ter Künstlerkalonie, •^e Kopfleiste m, tvtchc, dem Bock- cstellt. Dr. Greiner m alte Wirkungs- er als evangelischer gewirkt, bevor er r Kunst zu widmen, >§ große Bismaret- lschaft, das ähnlich 1118 zmn Besten des veranstaltet worden ersprechenden Anfang vetter begünstigt die tiidcntenhnmor durch- in bewnndemSwertem 1 einzelne Korporation ier mit ben anbetn, rfcln. Da i[t ein lolf* errichtet, der itnaynt1 it flckeS md Mg ' brilliert mit einem der v. 8. C. zeigt eine lerjal, der Cbemilche kademischc Verein rat gen betreiben ein seb anSbal', der 'M ßsrestaurant usw. iahrtcn mit Sampioi- ie§iniel' im Teich r1 und mitten aus ■" ncr Dunkelheit » 1 des Fürsten W- itlich in den sM rciben und emeM' den Sommermetter b» sjlillii) »>«»" -chtzun« Juni. Heftung 9000 Sart te* M « E der inneren W 2ahrt« idi»«?™ "* ” »«» •H * nci "§i,-s'"' •OWJUWÄ i“ H«?bie ®0'.' bie »» 65 )W' mit «n» Dem3J& -. xrhän^ "Extkpd"" g/gdiü . O«>- \t B iu3et Si^schlag getroffen; er kam ins städtische Krankenhaus. [] Marburg, 22. Juni. Ein schwerer EinbruchS- di cb stahl wird aus dem nahen Neustadt gemeldet. Don drangen gestern früh zwei Männer in das Wohnhaus des abwesenden ButterhäudlerS Mann, erbrachen den Schrank und entwendeten für 22 000 Mk. Landeskreditkasicn-Obligationen, 3 Sparkassenbücher und über 1000 Mk. bareS Geld. Der Diebstahl wurde alsbald bemerkt und auch sofort nach allen Nichtungen gemeldet. Noch an demselben Tage gelang es ?inem Kriminalschutzmann, die Diebe in Kassel in dem Augenblick fest z un eh men, als sie die Landeskreditkaffen- scheine verkaufen wollten. Einer der Einbrecher soll aus Marburg stammen. fc. Kassel. 22. Juni. Der Plan eines hier zu veranstaltenden hessischen.HeirnatsfesteS ist soweit gediehen, daß in einer beute stattfindenden allgemeinen Versammlung über weitere Schritte beraten, eventuell Beschluß gefaßt werden soll. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Büdingen wurde Heinrich Link in seiner Wohnung auf den, Sofa liegend 1 o t mifqchmben. Dio gerichtliche Untersuchung stellte Phosphor Vergiftung fest, das Gilt hatte der Lebensmüde, der allein in seiner Wohnung in der Kellergassc hauste, durch Absebaben von Streichhölzern gewonnen. Krankheit durfte da? Motiv der Tat bilden. — In De'ckenbach ist ein zwei Jahre altes Kind in der Dunggrube seiner Eltern ertrunken. — Jn Unter-Schmitren wird em neues S ch u l h a u s erbaut. ein Teil der Beamten nicht richtig auf seinem Posten war. Gegen den Zugführer, sowie gegen den Lokomotivführer und Heizer wird Anklage wegen fahrlässiger Transportgefährdung erhoben werden. Die Stationsbeamten trifft an den, Unfall keine Schuld. Sport. 9 Fußball. Am vergangenen Sonntag spielten aus dem Trieb die erste Mannschaft des Gießener Fußballklub 1 9 05 gegen die erste Mannschaft des Fußballklubs Viktoria Wehl ar, wobei ein unentschiedenes Nesultat von 0.0 Toren erzielt wurde. Landwirtschaft. Braunschweig, 22. Juni. Der amtliche Laudwirt- chaftliche Zentralvereiu für das Großhcrzoqtuin erhob gegen die von der Regierung erlaßene Verfügung Protest, wo- nach polnische Arbeiter österr. und russischer Herkunft vorn 20. Dezember bis 1. Februar in landwirtschaftlichen Betrieben nicht tätig sein dürfen. Er erklärt diese Verfügung für einen Faktor, der geeignet sei, die Lebensfähigkeit der landwirtschaftlichen Betriebe zu untergraben und die weniger für die Landwirtschaft noch geeigneten Elemente der Industrie in die Arme zu treiben. Der Verein bes ' loß, an das Staatsministerium eine Eingabe zu richten, in welcher ersucht wird, jene Verfügung dahin abzuändern, daß die Kreisdirektiouen befugt lein sollen, in Zukunft von Fall zu Fall zu entscheiden. Temperatur der Lahn und der Luft in der Mülle r’icheii Badeanstalt. Waffer 16" R. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Sonntag, den 24. Juni 1906: Heute Nacht und morgen früh Aufheiterung, dann stärkere Trübung und Regen, stellenweise Gewitter. Etwas wärmer, dann kühler, windig. Nähere? durch die Gießener Wetterkarte. mahl flott, welchem das Kvmgspaar, die fremden Fürstlichkeiten und die Gesandtschaften beiwohnten Während der Tafel brnarfc Ministerpräsident Michelson einen Toast auf die Majestäten aus. in welchem er ihnen eine glücklich Zukunft zum ^egen des Vaterlandes wünschte. Redner schloß mit beit Worten: „Gott behüte den König und die Königin." Der König ernnberte: ..An diesem für uns io bedeutungsvollen Tage will ich bie .Hoffnung aussprechen, daß die heilige Handlung, welche beute in der Domtirche vollzogen worden ist, dem Vaterlande zum Gluck und Segen gereichen möge Laßt unS in den Rus einstimmen: „Goll behüte das Vaterland!" London . 22. Juni Tic englischen 3 o u r n a 111t c n gaben heute abend in b'r öfneichifchen Ausstellung ein Diner zu Ehren der deutschen Preß Vertreter. Die ToaNe auf König Eduard und am staiser Wilhelm wurden mit großem Enthusiasmus ausgenommen. Stead. her treue Vorkämpfer der guten Sache, sprach lminorvoll- Begeisterung erregte bie kurze Ansprache des irischen Mg. L'Eonnor, der auf das wärmste die deutsch-englischen Freundsckwftsbestrebungen priev. Redakteur Grunwald von der „Voss. Ztg" hob hervor, wie sehr dieser Besuch zur gegenseitigen Beseitigung von Mihver- standnissen und znr Erleichterung gegenseitiger Verständigung beitrage Eheftedakteur Ernst Posse „Köln. Ztg-", faßte die Eindrücke des Tages zusammen, nut den englischen Wirten für die allseitig gefundene herzliche Aufnalpne zu banfeu und die lleberzengung ausznsvrechen. daß die ansgestreute Saat bereits auf guten Boden gefallen sei Begegnungen, wie die gegenwärtige, müßten notwendigerweise alle berechtigten und löblichen Ziele fördern. Man habe vielleicht Zank und Hader zu lange sortgehen lassen, aber dann noch glücklicherweise im rechten Augenblick sich aufgerafft, sodaß heute wohl mit der Flut, die nad>_ oben führt, auch die früheren Mißverständnisse fortgeschwemmt würden. Die Rede fand eine herzliche und warme Zustimmung. — Der wesentlichste Pnnft war die erste Betonung der Erwiderung ber glänzenden englischen Gastfreundschaft von deutscher Seite. Fitger -Bremen machte namens des Komitees oftiziell befamtt. daß der N v r d de u t s ch eL l o p d f r e i e Dampferfahrt für bie englischen Gäste anbietet. Das ganze Fest, öcranftaltot von fast allen Londoner Zeitungen, trug einen demonstrativen Charakter^ der in allen Reden zum Ausdruck kam. Der Eindruck des Festes, an das sich ein Besuch bei Lord Durnbam Dailli Telegrar.h schloß, schien stark zu sein. Rom, 23. Juni. AuS Gagliari wird ein tragisches Duell zwischen Unteroffizieren gemeldet. Auf dem Exerzierplätze schlugen sich zwei Sergeanten deS 44. Fußregimentes. Einer stieß dem anderen den Säbel mitten ins Herz. Der andere wurde gleichzeitig an der Schulter schwer verletzt. Kiew, 23. Juni. Hier wurden auf offener Straße, hundert Schritte von der Reichsbank entfernt, drei Kass en boten der Südwestbahn von drei Personen über- fallen. Ein Kaffenbote feuerte ans die Räuber, welche sofort das Feuer erwiderten. ES sielen etwa zwölf Schüsse von beiden Seiten. Ein Kaffenbote wurde getötet, ein anderer schwer verletzt. Die Räuber flüchteten in ihrem Wagen. Etwa 3 0 0 0 00 Rubel lagen auf dem Pflaster. Die Aufregung wegen der öffentlichen Unsicherheit ist unbeschreiblich. vermischte». • Ein Automolunfall. Bei der Probefahrt zu dem Rennen nm den Großen Preis des französischen Automobilklubs auf dem Sarthe-Rundmeg stieß ein Rennwagen der Italia-Fabrik mit einem anderen Wagen zusammen, stürzte um und geriet in Brand. Der Ingenieur Grazietti erlitt schwere Verletzungen an Gesicht und Hand. Der Chauffeur, der 40 Meter weit fortgeschleudert wurde, blieb unverletzt. Der andere Wagen wurde nur wenig beschädigt. • Bombenexplosion. In einer Weinw irtschast in der Nähe der Forts von Vincennes (Frankreich) fand in dem Augenblicke, wo zahlreiche Gäste anwesend waren, eine Explosion statt, durch die der Schanktisch und ein Teil der sonstigen Einrichtung zertrümmert wurde. Die polizeiliche Untersuchung ergab, daß die Explosion durch eine Bombe verursacht war, deren Zusammensetzung der jener anderen Bombe ähnlich war, durch die der russische Anarchist Stryga kürzlich im Walde von Vincennes getötet wurde. Die Gäste, welche durch die bei der Explosion entwickelten Stickgase und Rauchmassen wie betäubt waren, sagen auS, daß sofort nach dec Explosion ein Mann aus dem Lokale entsioh. * Kleine Tageschrouil. Ter seit längerer Zeit gesuchte R a u b m ö r d e r S t e r n i ck e l ist in M a r k 1 i s s a (Schief.) verhaftet worden. Sternickel hat im Mai 1905 die historische Mühle bei Plagwih in Brand gesetzt, nachdem er den reichen Besitzer der Mühle ermordet und beraubt hatte. Er reifte unter dem Namen Hartmann und hat sich in letzter Zeit in Oesterreich auf- gehalten. — In H ü ft cn i. W. tötete beim Hantieren mit einem geladenen Gewehr ein stmger Mann seinen Vater und verwundete eine andere Person schwer. Der unglückliche Schütze suchte sich in der Ruhr zu ertränken, wurde jedoch gerettet. Universitäts-Nachrichten» Hamburg, 22. Juni. Die deutsche Studentenschaft veranstaltete gestern aus dem Hamberge bei Aumühle an der Bismarckfäuie eine Bismarckgedenkfeier. Am Nachmittag stattete sie dem Mnfeum und dem Park von Friedrichsrnh einen Besuch ab. Der Student der Chemie E cf) in e c l legte mit einer Ansprache namens der Studenten einen Kranz tm Mausoleum nieder. Am Abend wurde an der Bismarckfäule ein Fackelzng veranstaltet, wobei Sehmecl in einer Ansprache die deutschen Studenten aiigorbcrtc, des Vorbildes des großen Kanzlers immer em- gedenk zu sein. ___ Arbeiterbewegung. Berlin, 22. Juni. In einer Konferenz der deutschen Zentra lver bau bsvor stände, bie im Berliner Gewerk- schaftshausc abgehalten würbe, sollen g e h e i m e A b m a ch u n g e n in Bezug auf den Generalstreik in Deutschland getroffen worden fein. Das Organ der „Freien Vereinigung deutscher Gewerkschaften", bie ben Massenstreik im Gegensatz zu den Zentralverbanben energisch vertreten, bringt interessante Mitteilungen über die dort erzielte Verständigung zwischen dem sozialdemokratischen Parteivorst an de und den Zentraloer b o n d en._________ Original-DrahtinelSnngen. Hannover, 23. Juni. In der Rei chstagSersatz- wahl erhielten bet außerordentlich starker Wahlbeteiligung der sozialdemokratische Redaktenr Brey 3 2 0 9 5 Stimmen, der nationalliberale Senator Fink 17 037, der Welse von Dannenberg 10 824, der Zentrumsabg. Erzberger 2415 und der Kandidat des Bundes der Landwirte, Holz- grefe, 170 Stimmen. Einige kleinere Ortschaften mit geringer Stimmenzahl fehlen zwar noch, der Sozialdemokrat ist aber hiernach gewählt. Der Stimmenzuwachs der Sozialdemokraten gegen die letzte Wahl beträgt über 2 500. Berlin, 23. Juni. Gras Posadowsky empfing das Komitee bc5 dritten internationalen Kongresses der Baum- wollspinner-und Webervereinigungen, erkundigte sich bei den Komiteemitgliedern nach der Art der Fabrikation, nach dem Angebot der Arbeitskräfte, nach den Lohnverhält- niffen nsw. und sprach die Hoffniing aus, daß es möglichst bald zu einer internationalen Einigung über bic Arbeitszeit der Fra uen in den Betrieben komme. Der Nationalztg. zufolge wurde das Komitee auch von dem Kolonialdirektor Erbprinzen zu Hohenlohe empfangen, dem gegenüber Kommerzienrat Groß-Augsburg die Wichtigkeit des Ausbaues der Bagdadbahn und der Bewässerung Mestpooamiens betonte, da dort ein großes Feld für Baummollkultur vorhanden sei. Magdeburg, 23. Juni. Aus der Station Bergen entgleisten der Postwagen und ein Personenwagen des Personenzuges Stendal—Salzwedel. Mehrere Personen wurden leicht verletzt. Die Geleise sind vorläufig gesperrt. Essen, 23. Juni. Die Stadtverordneten bewilligten 500 000 Mk. zum Ban von Wohnungen für städtische Arbeiter. Solingen, 23. Juni. Wegen MajestätZbclei- dig un g ist der Redakteur der sozialdemokratischen „Arbeiterstimme" in Solingen angeklagt worden. Er hatte den Dreibund-Artikel nachgedruckt, den die „Rhein.»Wests. Ztg." aus Anlaß deS Kaiserbesuches in Wien brachte. fc. Marburg, 23. Juni. Am Montag traten die Erd- und Bauhilfsarbeiter in den AuSstand. Auch die Schreiner streiken. fc. Mannheim, 23. Juni. Gegen den Redaktci r der sozialdem. „Volksstimnie’ Maier wurde ein Strafverfahren wegen Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen eingeleitet. Es handelt sich dabei um einen gegen bic Militärverwaltung gerichteten Artikel. fc. Heidelberg, 23. Juni. Gestern fand man die 53 Jahre alte frühere Hebamme Marie Laiblc erhängt in ihrer Wohnung auf. Sie hatte außerdem schreckliche Schnittwunden, die sie sich mit einer Scheere beigebracht hatte. Kattowitz, 23. Juni. In Kielce wurde bei einer Prozession ein Gendarm von zwei jungen Leuten erschossen, die später von einem Offizier gefaßt wurden. Tie Täter beabsichtigen Judenkravallc zu provozieren. D r v n t b c i m , 22. Juni. Leute abend fand ein F e st - des 3% Portugiesen III 117.10 253.10 Berliner Börse, 23. Juni. Anfangskurse. 215.40 Berliner Handelsges Barmstädter Bank . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. Dresdner Bank Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio- Harpener Bergwerk Laurahütte . . . . 161.30 . 138.75 Eisenbahn . Gotthard bahn . . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahn . . Prince-Henri-Eisenbahn 33 60 144.80 153.00 99.75 88.20 99.80 88 05 . 83.30 . 157.70 Harpener Bergwerk. . Laurahütte . . . Lombarden E. B. . . Nordd. Lloyd . . . . Türkenlose . . . . 3K7o 3% W/6 3% 3^70 3><°/0 Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: lustlos. . 471.00 . . 138 90 . . 235.50 . . 186.50 . . 183.10 . . 157.50 . . 209.40 . 33.60 . 127.00 . 146.30 Reichsanleihe do. Konsols . . do. . . Hessen . . . Oberhessen Teletfomsche Kursberichte Giessener Anzeigers, initaeteilt von der Bank fllr Handel und Industrie. Giessen. Frankfurter Börse. 23. Juni, 1.15 Uhr. 100.40 100.55 95.95 105.15 69.80 70.25 88.80 94.85 95 95 145.80 54.00 9975 70.50 97.30 240.75 Nordd. Lloyd ..... 127.40 Oberschles. Eisen-Industrie 128.00 4>j°/0 russ.Staatsanl. 1905 VA" n japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose ... . . 4% Griech. Monopol-Anl. 4% Äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner . . . . 4a°/'o Chinesen . . . . Aktien: Bochum Guss..... Buderus E. W . . . . Tendenz: träge. 4%' Oesterr. Goldrente. . 4l/R ?» Oesterr. Silberrente 4?6 Ungar. Goldrente . . 4 % Italien. Rente . . . 3°6 Portugiesen Serie I . Hamburg - Amerik. Paketf. 161 25 216 00 Elektriz. Lahmeyer . . . 149.40 Elektriz. Schuckert . . . 131.50 Eschweiler Bergwerk . . 266.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 218.60 Moderne VeHobte Möbel kaufen keine Einri 1 ^nng ohne vorher das grosse Muster-Haupt- anssteHungshans Darmstädter Möbelfabrik, Heidelberger- fitrasse, welches als Sehenswürdigkeit I. Ranges und bedeutendstes Hans seiner Art bekannt ist, besichtigt zu haben Man verlange Preisliste mit Abbildungen. Perspektiv-Aufnahmen von complatten Zimmernd b1*/« Von Montag den 25. Jnni d. 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I., vorm. 11 Uhr, voft- und bestellqelbfre, an bie unterzeichnete Inspektion, L.ebigstraße 23 einzusenben Ebendaselbst sind auch die ber Vergebung zu Grunbe lregenben Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme, für die reichen Blumenspenden, sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer Glück bei dem Heimgang meines lieben Gatten, unseres teueren Vaters, Schwiegervaters und Großvaters Snril Ludwig Ströcf VISU sagen innigsten Dank Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: 3888 Ludwig Kröck. Versteigerung. Montag den 25. ds. Mts., nachm. 2'/, Uhr, sollen bahier Walltorstr. 6 (Darmst. Haus,: 2 Stämme Werkholz, eine Partie Schnhwaren, 1 Taschenuhr mit Kette, 1 EiSschrank. 5 Gaslüster, 1 Metallbrehbank, 1 Waschmaschine, 1 Fahrrad, 1 Nähmaschine, 12 Waagen, HanS- unb Küchengeräte aller Art u. v. A. zwangsweise gegen bar versteigert werben. l3895 Gießen, ben 23. Juni 1906. Seipel, Gerichtsvollzieher. 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Hochreuther und stadt 1) Eintrittskarten sind durch Einzeichnungsliste, sowie Abends an der Kasse zn haben. Die Konzertgeber bitten um zahlr. Beteiligung- 'K Weife Ananas«Erdbeere,» in guten Sorten abzugeben. Die Versteigerung zu 1 findet voraussichtlich bestimmt statt. [3899 Born, Gerichtsvollzieher. Bier 10 Pfg. Fritz Kremer. Melgrch Hu»Wtte zn fünfen gesucht. Näheres in der Geschättsst. des Gieß. Anz. [04534 Es ladet ergeben)! ein 04566 GelegeniieitsM. Ein gr. fast neuer Eisschrank zu verkaufen, oder gegen Zigarren, Wem, Kognak zu vertauschen. Gr. 1,48, Br. 1,80, Tiefe 0,75 m. Schriftl. Angebote unter 04539 an den Gießener Anzeiger erbeten. Neuer Saal bma BÜBdes-Konzert Dienstag, den 26. Juni 1906, abends 8 Uhr: Konzert des Hannoverschen blinden Mäuner-tiesangs-Quartetts, unter Mitwirkung des erblindeten Violinisten G. Probst und des 1,2 Goldfasan preiswert zu verkaufen. Hotel Funke, Braunfelö, Ikrrdjicbcneti sekretär, 1 Partie Hirsch- und Rehstangcn; 2 Fahrräder, 2 EiSschränkc, 3 Drehbänke, 14 Handels« waagen, 15 Tafeln Roh« und Ornamentglas, 3 Mille Zigarren, 1 Bohrmaschine, 130 eichene und buchene Bohlen und Möbel aller Art. Töpelmanu; 2. Friedrich Leo Nachfolger, C. Herber; 3. Wilhelm Petry; 4. Oberhesfifchcr Schuhbazar von H. Katz, b) bezüglich der Firmen: 1. Robert Haas Nachfolger: Die Prokura der Robert Haas Ehefrau zu Gießen ist erloschen; 2. Joh. Wilh. Kurz: Die Prokura der Johann Wilhelm Kurz Witwe zu Gießen ist erloschen; 3. Karl Schlüter: Die Prokura der Karl Schlüter Ehefrau Minna geborene Mühl ist erloschen. Den Kaufleuten Karl Schlüter jr. und Fritz Schlüter zu Gießen ist Einzelprokura erteilt; 4. Karl Gerbode: Geschäft ist mit Aktiva aber ohne Passiva auf ben Kaufmann Arnold Karl Albert Carsranjcn zu Gießen übergegangen und wird unter der alten Firma weitergeführt. Dem Kaufmann Johann Müller ist Prokura erteilt. Sämlliche vorgenannten Firmen bestanden bezw. bestehen in Gießen. Sonntag, nachmittags um 6 Uhr: Preisverteilung. Eintritt: Samstag 30 Pfg., Sonntag 20 Pfg., Kinder in Begleitung Erwachsener frei. Gießen, den 19. Juni 1906. Großherzogliches Amtsgericht. 1742 qm Parkettfußboden. SchreinerarbeNen im Kellergeschoß. „ „ Erdgeschoß. „ „ I. Obergeschoß. " 1 Stück äußere eichene EingangStüren. B23/6 die Genehmigung acht Tage läng vorbehalten. Bedingungen liegen auf der unterzeichneten meisteret offen. Ettingshausen, den 22. Juni 1906. Großherzogliche Bürgermeisterei. Keil. v21/e mit großem Preiskegeln im Burg garten zu Trohe, wozu ergebenft einladet Los I. „ H. „ HI. „ IV. „ V. „ VI. rrkii u f c. Gießen, Walltorstraße 63. Fernsprecher 237. grosses Gartenfest. Konzert der Darmstädter Dragoner-Kapelle. Tanz und Jttumillation. Bei ungünstiger Witterung Feier im Vereinshause. Stadt Sonntag, den 24. Juni 1906, von nachm. 5 Nhr ab: Grosse Tanzmusik. Srtreg. Arider Schuhe, Möbel, Weißzeug, Gold- und Silbersacheu» sowie Zink, Zinn, Kupfer nsw. werde,: stets zu den höchsten Preisen an- LkttzmcktMttl. Abfahrt nach Biedenkopf Sonntag den 24. er., morgens 8 Uhr 18. vs7„ Der Vorstand. Dienstag, deu 26. d. MtS., nachm. 2 Uhr, versteigere ich Neu. 55 dahier gegen Barzahlung: 1 Silberschrank, 1 Schreib- Kaufmännischer Verein. Sonntag, d. 24. Juni, von abends 7 Nhr an Arbeitsvergebrmg. Die nachstehenden Arbeiten zur Erbauung einer höheren und weiterten Mädchenschule sollen Samstag, deu 7. Juli dS. IS., vorm. 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. Die reservierten Lose können bei mir in Empfang genommen werden. Flimm, Königs. Prech. Lottttie-Einnetzniec Königl. Preuss. Klass.-Lotterie Ziehung 1. Klasse 9. und 10. Juli Bnllenverkauf. Donnerstag, den 28. ds. Mts. soll ein der hiessen Gemeinde gehöriger abständiger Zuchtbulle lt. Submission vergeben werden. Interessenten können ihre Angebote an demselben Tage bis mittags 1 Uhr schriftlich auf pro Zentner Lebendgewicht einreichen, wo auch sogleich die Eröffnung erfolgt, und auch, wenn das Gebot annehmbar erscheint, der Zuschlag sofort erteilt wird, andernfalls bleibt in den Räumen von Lonys Bi-rkeller, Schanzenstraße 18. Samstag, nachmittags 3 Uhr: Eröffnung dec AilSstelllmg. Sonntag, Eröffnung vormittags 9 Uhr. NachtnittagS von 3 Uhr ab Soiltrt, £«i|, PnWv, IMckstWg ita Art w ÄW's BiMer. *51 Sonntag, den 24. Juni 1906: Montag, deu 25. Juni 1006 abends 81/, Uhr Hebung Die Alaimschaften haben puntt- lich 8'/. Uhr anzutreten. Bj7J Das Komwando. S*: ®“7 Das 0 10. Jul- d- ■ Gießer Es ladet ergebenft ein (04497) M't ei- fßiorterD.51 ,Neudeutsch- Berlin-Schö Buch, das vortrefflicher' sozialen Ge neudeutschen ein persönlil iviffenschastl' überaus sei wachsende l Üben, und als ein We als welches Bkrfafsuna Die 'l Über das 31 Srterung roi legong ru I Gedankeuga abgesehen, positive Wi Zoümstsgla verirrt, sonl Lntwickelun Und darum Natmu intensivster das Wesen fest auf den Nach Problems vber Gtebanl ertrag feiner Gedanke ist/ schm Arbeit- feinen eiten Ausführung« ,Es ist ff eelner wenig für sich wär« halb ordnet- er als Einze daß er jetzt leben würde. Marktwert , stellt, als ei Bolle. Tie ' nicht haltbar kauimännhctz möglich zu v« des Mehrwe der petlöiili« Mehrwert ji Äopitaloenn Drucksachen alier Art liefert in jeder gewünschten Ausstattung, stilrein und preiswert die Brühl’sche Univergftg^o^kerei, Schulstr« 7 Kaiitzki-Zutziiklm hob Gieße»ini Umgrgrid. Am 30. Juni und 1. Juli l. Js. II. 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