yie heutige Nummer uwfatzt 13 Seiten. Kcovinzia!- und Kroßstadtpreffe. Unzweifelhaft bedeutet ine wachsende Ueberschwemm- Ung der mittleren und kleineren Städte sowie der Landorte durch die Massenflut der Groß stad tpr esse einen gewissen Uebelstand für das lesende Publikum, den wir in der jetzigen Zeit des größeren Lesebedürfnisses ausführlich beleuchten möchten. Der Gegensatz der geistigen und materiellen Interessen zwischen Großstadt und Provinz ist viel zu bedeutend, als daß der Lesestoff oer großen Frankfurter oder gar der Berliner Presse sich den Bedürfnissen des ländlichen oder klein- und mittelstädtischen Publikums intimer anschmicgen könnte. Und je klarer die Bedeutung erkannt wird, die für das Gesamd- wohl in einer gewissen Tezentralisicrungsbestrebung der Provinz gegenüber den Zentralisicrungs- und Nivellierungsversuchen der Großstadt liegt, umsomehr springt der geringe Wert der Großstadtprepe, deren Inhalt nach. Voraussetzung wie Ausführung sich sehr oft gar nicht mit den inneren und äußeren Znteressensjchären der Provinz declt, ins Auge. Mährend ein großer Teil der wohlfeilen Großstadtpressc die breite Sensationsmalerei bevorzugt und sich beeisert, alltäglich eine Fülle möglichst piianter Neuigkeiten in prickelnder Form, die die empfindlichen Nerven des übersättigten Großstädters anreizt, dem Publikum vorzusetzen, verfolgt die Provinzpresse durchaus andere Interessen. Gewiß bemüht auch sie sich, über die Dinge aus aller Welt ihre Leser aus dem Laufenden zu halten, ihnen die Gelegenheit zu geben zur eigenen Beurteilung der wett-, reichs- und lanüespoliiischen Begebenheiten. Ihre Schnelligkeit in der Berichterstattung der Ereignisse Don allgemeiner Wichtigkeit steht durch die ergiebige Benutzung von Telephon und Telegraph der Großstadtpresse kein es- ,w e g S na ch, nur mit dem Unterschiede, daßdie Provinzpresse von der Art, zu der sich der Gießener Anzeiger zu rechnen das Recht hat, ihre Nachrichten sondiert ihrem Leser- publitüni unterbreitet, im Gegensatz zur Großstadtpresse, die allzu häufig in unnötige Weitschweifigkeiten und „Sensa- tiouen" verfällt. Der dadurch erworbene Raum wird von uns nach Kräften verwertet für die Spezialintercsfen von Stadt, Provinz und weiterer Heimat, von denen die Großstadtpresse meist gar nichts, hier und da höchstens in ein paar dürren Zeilen etwas berichtet. Demi das Gros ihrer Leserschaft kümmert sich nicht im mindesten etwa um neue Bogelsbergbahn- projekte, um Bürgerm erst erwählen in Ober- Hessen, um Kanalisationsanlagen in Dörfern, überhaupt um die kommunalen Wünsche und Er- füllu'ugen der Mittelstädte, Städtchen und Dörfer, int Gegensatz zur Provinzpresse. Und was etwa an wirklichen, wertvollen Vorzügen dieser Art wohlfeiler Großstadtpresse eigen ist, das geht der ernsthaft sich um die Erweiterung des Wissens unv des Gesichtskreises ihrer Leserschaft bemühenden Provinzpresse teincswegs ab. Auch der Gießener Anzeiger veröffentlicht, wie manches vielgenannte billige Großstadtblatt, da er über eine Anzahl tüchtiger, mit Parlamentariern in eng st er Fühlung stehender Berliner Mitarbeiter verfügt und in Dar m stadt seine eigene Redaktion besitzt, Leitartikel auf Grund von Informationen an der Qu e l l e, sofortige P a r l a m e n t s b e r i ch t e in einer Ausführlichkeit, wie sie anerkanntermaßen sonst nur große Blätter bringen, sowie erschöpfende, dabei Unterhaltsam geschriebene Stimmungsbilder über jede Reichstagssitzung, verfaßt von einem namhaften Berliner Politiker. Ferner telegr. Kursberichte, Gewinnlisten der Lotterie?c. ?c. Dabei übertrifft er jegliches auswärtige Blatt in selbständiger und gründlicher "sowie schleunigster Behandlung bc5 gesamten Loka:- und Pro- vinzialstofses, worin die Großstadtpresse natürlich völlig versagt. Seinen alten Grundsätzen getreu wird der Gießener Anzeiger auch fernerhin über die die hessische Bevölkerung besonders angehenden Dinge, wie z. B. über die Landwirt sch a fts kam m er wa hlen sowie über alle innerpolitischen Vorgänge Hessens wie des Reiches, insonderheit die Entwicklung unserer Kolonien, die fortan unter dem Hessensprossen Dornburg die allgemeine Aufmerlsam- keit in erhöhtem Maße verdienen, aufs beste seine Leserschaft orientieren und in selbständiger, unabhängiger und freimütiger Tonart darüber sprechen. Dabei läßt er es sich bekanntlich angelegen sein, nicht etwa die Interessen eines großen Standes oder die engen Grenzen eines einzelnen Parteiprogramms ängstlich zu berücksichtigen, sondern nach bedächtiger Abwägung die als berechtigt erkannten Wünsche sowohl des Arbeiters wie des Bauern, des Städters wie des Landmannes nach bestem Willen und Wissen zu fördern. Im Gegensatz zu der wohlfeilen Großstadtpresse steht ferner der Gieß. Anz. bekanntlich jedermann aus dem Volke zu freier Meinungsäußerung über kommunale oder w i r t s ch a s t l r ch e Fragen von aktueller oder dauernder Bedeutung zu Gebote, unD wir freuen uns, daß davon sowohl Dom Gießener Industriearbeiter wie vom oberhess. Bauer, vom Handwerker und Klein kau fmann wie vom größeren Fabrikanten und hervorragenden Gelehrten ausgiebiger Gebrauch gemacht wird. Dadurch ist jeder Stand in der Lage, seinen Wünschen und Forderungen Ausdruck zu geben, und manche wichtige Tagessrage, manche Angelegenheit von erheblicher lokaler, provinzieller oder heimatspolitischer Bedeutung hat gerade dadurch erfreuliche Klärung erfahren. Auch rönnen wir zu unserer Freude, feststellen, daß Str. 228 Erscheint ««glich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden int Wechsel mit dein Hessischen Landwirt die Siebener Zamitien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck tu Verlag der Brü h l'scheu Univers.-Buch-u. Steinbruderei. R. Lange. Redaktion, Expedition mtb Truderet: Schulstratze 7. Redaktion 112 Verlag u.Exped.S^Kbl Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. K j r Erstes Blatt 158. Jahrgang General-Anzeiger Samstag 22. September 1906 Bezugspreis: monallicb7bPs., vierteljährlich Mt. 2.20; durch Abholc- u. Zweigstellen monallid) 65 Pf.; durch diePost Alk. 2.— viertel- jährl. ausschl. Aestellg. Annahme von Anzeige« für ine Tagesuununer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal I2Pf. auswärts 20 Psg. Verantwortlich für den poliL und allgem. X V /b^ 9 * Teil: P. Wittko' für iteis Stegen gs?s zeigenteil: Hans Beck. der Gießener Anzeiger von Freunden, die sich auf Reisen befinden, oder von Hessen im Anstande, wie z. B. in Rußland, Amerika usw., öfter recht wertvotte und wichtige Nachrichten und längere politische oder ethnographische Abhandlungen zum M-druck erhalten hat, und wir stossen in Zukunft dazu noch häufiger als bisher Gelegenheit zu finden, da unser Freundeskreis auch im Auslande stetig im Wachsen begriffen ist. In unserer Unterhaltungsbeilage „Gießener Familieu- Blätter" 'legen wir besonderen Wert ans gute, vom Frivolen ebenso entfernte, als der lebhaftesten Anregung dienende Kost. Unsere Leser finden darin Romane von Schriftstellern besten Rufes, Miscellen über wissenschaftliche wie hauswirtschaftliche Dinge von Wert und Bedeutung, literarische Notizen re. Unsere landwirtschaftliche Beilage ist bekanntlich seit Jahren derartig mit Original-Artikeln ausgestattet, daß sie unseren Lesern von erheblichem Wert ist Die ^age in Kußf-rnd. Die Rückkehr der Zarenfamilie nach Peter- hof steht für den 28. oder 29. September bevor. Die für Donnerstag in Aussicht genommene mehrstündige Rückkehr des Zarenpaares nach Peterhof zur Parade eines Garderegiments unterblieb 'lediglich des schönen warmen Wetters wegen in den finnischen Schären, nicht etwa wegen der Attentatsdrohungen. Tatsächlich liegt die Sache so, daß von Finnland aus Anschläge gemeldet werden, die die Palastpolizei für fingiert erklärt, da derartige Meldungen bei Zarenfahrten nach Finnland stets einlaufen. Diese Meldungen stammen von Beamten ,welche sich der Mühe der Verantwortung bei der Anwesenheit des Zaren in F-innland entheben wollen. Ebensowenig beabsichtigte der Zar zu Trepows Beerdigung zurückzukchren. Cs soll sich, nach heutiger Petersburger Meldung, bestätigen, daß anläßlich der Beisetzung Trepows ein Komplott gegen den Zaren organisiert tour uud daß verschiedene Verhaftungen in Petcrhof vorgenommen worden waren, u. a. vier Revolutionäre, die als Gendarmen verkleidet sich in einem Automobil befanden. Angeblich rvar auch von den Revolutionären eine Höllenmaschine konstruiert worden, womit der Zar, falls er der Beisetzung bei-- gewohnt hätte, in die Luft gesprengt worden wäre. Aus Petersburg wird der „Wiener Mg. Korresp." berichtet; Ueber die Verzögerung der Rückkehr, des Zaren verlautet, daß sie mit dem Entschluß des Königs von England, sich zu kurzem Besuch nach Kopenhagen zu begeben und bei dieser Gelegenheit mit dem Kaiser Nikolaus auf offener See zusammen zu treffen, in Zusammenhang stehe. König Eduard habe selbst die Anregung zu der Begegnung mit dem Zaren gegeben und Kaiser Nikolaus h-ave ihr mit großer Befriedigung entsprochen. Andererseits will man jedoch wissen, daß es sich bei der Verlängerung des Aufenthaltes der Zarenfamilie in Vjörkö um die ursprünglich für Ende Juli in Aussicht genommene Begegnung des Kai- scrsNikolausmitdemdeutschenKaiser handele. — Wir glauben weder das eine noch das andere. Der Zustand der Tochter Stolypins hat sich verschlimmert. Man befürchtet eine Blutvergiftung und ein baldiges Ende. Eine Petersburger Wochenschrift behauptet in einer- provokatorisch gefärbten, fett gedruckten Auslassung, daß am 23. und 24. September von Anarchisten und Revolutionären Massenermordungen von Gardeoffizier e n geplant werden und fügt hinzu, ein fürcht erbliches Blutvergießen werde folgen. Aus dem in der Peter Paul-Festung befindlichen Artilleriedepot sind drei Geschütze gestohlen worden, die angeblich nur Metallwert haben. Der Generalstabschef Galizin hat dem Kriegsrat eine Denkschrift eingereicht, die vorschlägt, alle Bei revolutionärer Propaganda in den Kasernen Betroffenen ohne Gerichtsverfahren und Personalfeststellung niederzuschießen und auf dem Kasernenhose zu begraben. Die Peter Paul-Festung wurde aufs Genaueste durchsucht, um sestzustellen, auf welche Weise das Hingerichtete Fräulein Kouklianikow den Text ihrer vor Gericht gehaltenen Rede nach auswärts übermitteln konnte. Die Durchsuchung ist aber ergebnislos verlaufen. Ter „Tirana" zufolge beruhten zwei Bauern auf dem Gute Treskim ein Attentat gegen den früheren Justizm in ist er Akimow. Sie drangen in dessen Schlafgemach ein und gaben auf Akimow mehrere Schüsse ab, welche jedoch nicht trafen. Tie Täter wurden verhaftet. Infolge Brandstiftung brach, nachts in der Villo Pobjedonnoszews in Sergiewo Feuer aus, welches erst nach großer Anstrengung gelöscht werden konnte. Die wohlhabenden Bauern der Mitauer Gegend haben sehr unter dem Treiben von Räuberbanden zu leiden, welche die Bevölkerung eiuschüchtern und zum Anschluß au die revolutionäre Bewegung zwingen. Im Bezirk Volmar haben 16 Besitzer, die mit dem Tode bedroht worden sind, sich mit Panzern zu ihrer .Verteidigung versehen. In Riga wurden der Werkmeister der Baumwollspinnerei', Eickert, und ein Deutscher Namens Hülse ermordet. Ter Mörder des Grafen Lambsdorff wurde vom Feldkriegsgericht zu 12 Jahren Zwangsarbeit verurteilt. In der Georgenstraße drang eine Schar von We ib ern in die Wohnung des Kaufmanns Keney und forderte mit vorgehaltenen Revolvern Geld. Der telephonisch herbeigerufenen Polizei gelang es, sämtliche Weiber zu verhaften. Im Keller eines Hauses in Wilna beschlagnahmte die Polizei zahlreiche Bomben, große Mengen Explosivstoffe, 9JhmitL0ii, Revolver und Proklamationen. Särnt- liche Bewohner des Hauses wurden verhaftet. Bei der Prüfung der Papiere von Reservisten in Mul- tany im Kreise Malmysh töteten Bauern 7 Mann der Landpolizci und verwundeten einen Geyilsen des Land- lommissars Mödlich, weil die Polizei einen Agitator verhaftet hatte. Die „Russ. Korresp." erhält aus Siedlce nachstehendes Telegramm: Der Gouverneur ließ den Vorstand der jüdischen Gemeinde wissen, daß, falls noch eine Bombe geschleudert werden sollte, kein einziger Jude der Stadt am Leben bleiben würde. Die Panik bricht erneut aus, da natürlich die städtische Bevölkerung unmöglich eine Garantie für jeden einzelnen Bewohner übernehmen kann, um so weniger, da mit Agents provocateurs gerechnet werden muß. Aus Biala an der schlesisch-galizischen Grenze wird gemeldet: In Livnik würde der Wachmann Dittrich, als er zwei russische Landstreicher verhaften wollte, von diesen durch zwei Revolvcrschässe n i e d e r g c st r e ck t. Ein Bauer, der ihm zu Hüie eilte, wurde gleichfalls von den Riissen, die entkommen ) inb, durch mehrere Schüsse schwer verletzt. In O d e ss a ist der Revolutionär Tarlo vom Feld- kriegsgcricht zum Tode verurteilt und hingerichtet worden. In Tiflis fand die Polizei bei einer Haussuchungi im Zimmer eines jungen Mannes eine Büchse, welche Druckereimaterial enthielt. In dem Augenblick, wo mau die Büchse berührte, sand eine Explosion statt, durch die zwei Sicherheitsinspektoren und der Beigeordnete des Pol'Zeikommissars getötet, mehrere andere Sicherheitsbeamte, ein Soldat und ein Offizier verwundet wurden. Der Fußboden stürzie ein, zermalmte ein in der unteren Etage befindliches Kind und verletzte die Mutter desselben. In dem Zimmer wurden auch zwei nichtgesüllte Bomben gefunden. Zwei Männer und zwei Frauen wurden verhaftet. Der Mieter des Zimmers ist verschwunden. Deutsche- Reich. Berlin, 21. Sept. Der Kaiser und die Kaiserin trafen heute mittag von Karlsruhe auf Station Wildpark ein und fuhren nach dem Neuen Palais. Um 1 Uhr 20 Min. trat das Kaiferpaar mit der Prinzesfin Viktoria Luise die Reise nach Nom int en an. — Wie wir hören, ist Herr v. Bethmann-Hollweg zum Kultusminister ausersehen und Herr v. Studt wird demnächst die Stätte feiner Wirksamkeit verlassen. Daß Herr v. Bcthmann für diese Stellung mehr Qualitäten mitbiingt als sein Vorgänger, wird sich nicht leugnen lassen; auf eine großzügige und volkstümliche Schulpolitik dürfen wir auch unter feiner Aegide nicht hoffen, denn leider fehlt auch diesem klugen und gebildeten Manne das Schöpferische und die Schöpferkraft. — Der „Dziennik Berlinsky* erklärt gegenüber dem offiziösen Dementi, daß er seinen Bericht über die angebliche Unterredung des Kultusministers v. Studt mit dem Fürst- Bischof Kardinal v. Kopp vollinhaltlich aufrecht erhalte. Sein Gewährsmann fei eine sehr hochgestellte Persönlichkeit und habe die Mitteilungen aus dem Munde des Kardinals, v. Kopp selbst. Ehe nicht der Gegenbeweis erbracht wird, schließt das Blatt, und das kann nicht geschehen, muffen ivir dabei bleiben, daß unsere Jnforniationen absolut authentische sind. — Kolonialdirektor Dernburg unternimmt, wie nun- mehr seststeht, eine Informationsreise von mehr als einjähriger Dauer in die Kolonien. Er wartet nur die Eröffnung des Reichstags ab, um dort sein Programm zu entwickeln. — Graf Hocnsbroech ist aus der nationallibe- raten Partei ausgeschieden. — Die „Nordd. Allgem. Zig.* weist gegenüber einem pessimistischen Artikel des ostasiatischen Lloyd über die gegenwärtige wirtschaftliche Lage in Kiautschon auf die amtliche Denkschrift zum Etat hin, in denen auf Grund statistischen Materials nachgewiesen ist, daß die Handelsverhältnisse im ostasiatischen Schutzgebiet durchaus jene günstige Entwickelung genommen haben, die bei nüchterner Beurteilung der Lage gehofft werden konnte. Köln, 21. Sept. Der »Köln. Ztg." wird aus Berlin von helite telegraphiert: Zu der Meldung des Neuterschen Blirealls über die Errichtung einer deutschen Bank in Persien erfahren wir, daß in der Tat vor einiger Zeit der delltfchen Regierung von der persischen auf deren eigene Anregung und ohne jedes deutsche Zutun die Konzession für eine deutsche Bank angeboten worden ist. Die Frage befindet sich noch un Stadium der Prüfung und es steht nur das eine fest, daß, wenn es zur Gründling einer solchen Bank kommen sollte, diese unter keinen Umständen den Charakter einer politischen, sondern einer reinen Handelsbank tragen soll. Sie ist gedacht als eine Vertreterin der deutschen kaufmännischen Interessen, nicht aber als eine Staatsbank. Mannheim, 21. Sept. Zum sozialdemokratischen Parteitage sind hier eingetroffen u. a.: Bebel, Singer, Molkenbnhr, Psannkuch, Gerisch und Auer-Berlin, ferner Klara Zetkin-Stuttgart und Huysiuanns-Belgien. AolonöaLpoßt. Betreffend die Liebesgaden->Lendungen nach Süd west a fri ka schreibt die „Schief. Ztg.": Nach L ::t bisherigen Erfahrungen sollen noch bei zehn unter 107 Kisten der Inhalt der Kisten mit den Inhaltsangaben nichc über em stimmen. Die Unzuträg- tichkeitem welche dadurch herbsigeführt lverden, daß 4. P. anstelle von hängst ersehnten und nach der Aufschrift auch' zu erwartenden Erfrischungen Hunderte von Exemplaren ein und derselben Nummer eines Lokalblattes der Kiste entnommen werden, trifft vor allem die'bedauernswerten Mannschaften an Ort und Stelle um so unangenehmer, als sich ein solcher Mißgriff nicht rasch wieder ausgleichen läßt. Heer und Flotte. — Der Kaiser hat sämtlichen 12 Regimentern des 6. schles. Armeekorps, die den Namen eines Fürsten oder Kriegshelden führen, eme besondere Auszeichnung verliehen. Die Regimenter erhalten eine Büste derjenigen Persönlichkeit, deren Namen sie tragen. Die Büsten sind überlebensgroß in Bronze aüsgeführt und ruhen auf einem Eichensockel. Liegnitz, 21. Sept. Gegenwärtig werden durch drei Kommissionen die durch das K a i s e r m a n ö v e r verursachten Flurschäden festgcstellt. Die Liquidationen erreichen mitunter eine sehr ansehnliche Höhe; so soll dem „Liegn. Tagebl." zufolge ein einziger Besitzer 20 000 Mark Flurschaden liquidiert haben. Ausland. Paris, 21. Sept. Aus Tanger wird hierher berichtet, daß Raisuli an Vergiftungs-Erscheinungen leidet. Man nimmt an, daß der Maghzen sich auf diese Weise seiner zu entledigen trachtet. — Die Liga der Action Francaise protestiert in Maueranschlägen gegen die Rehabilitierung des Majors Dreyfus und fordert zu Geldsammlungcn auf, um dem General Mercier eine goldene Denkmünze zu stiften. Bern, 21. Sept. Die diplomatische Konferenz für internationalen Arbeiterschutz erörterte in ihrer heutigen Plenarsitzung den Entwurf zu einer Konvention über das Verbot der Frauennachtarbeit in den industriellen Betrieben, insbesondere die Frage der Ausführung d"r Konvention, ihre Dauer und Anwendung. Es wurde kein Beschluß gefaßt, da mehrere Vertreter, auch die deutschen und österreichischen, die deshalb der heutigen Beratung fernblieben, erst die Instruktionen ihrer Regierungen abwarten mästen. Peking, 20. Sept. Auf Anraten von Abgesandten, die den Vizekönig Juanschitai um Rat gefragt haben, ist heute Abend ein Erlaß veröffentlicht worden, durch den der Opiumgenuß für Eingeborene und Fremde nach Ablauf von 10 Jahren gänzlich verboten wird. Ter Erlaß verurteilt scharf das Laster des Opiumrauchcns und weist den Staatsrat an, strenge Bestimmungen für die Durchführung des Verbots zu treffen. politische Cagesschan. Reform in der Budgetkommisfion. R. Berlin, 21. Sept. Durch den Umstand, daß der Abg. Erzbergcr sich bei einer seiner „Enthüllungen* auf Mitteilungen bezog, die in der Budgetkommission des Reichstags erfolgt sein sollen, wird die Aufmerksamkeit auf das Reformbedürftige an dieser stärksten Parlamentskommission gelenkt. Sic kommt bciläusig beim Wicderznsammentritt des Reichstags in die Lage, sich einen neuen Vorsitzenden zu wählen, da der letzte, Abg. Gamp, kurz vor der Vertagung der Session sein Amt nicdcrlegte, aus Unmut über den kolonialen Konflikt der Kommissionsmehrheit mit der Negierring. Der Abg. Erzberger also erklärt, er wiste nicht mehr, von wem in der Budgctkommission die Mitteilungen ausgegangcn seien, auf die er seine Behauvtungen stütze. Ihm wird entgegengehalten: wenn man solche Nachrichten tendenziös verbreite, mäste man seine Gewährsmänner zur Hand haben und dürfe sich nicht mit seinem schlechten Gedächtnisse entschuldigen. Die Budgetkommission werde nicht umhin können, diese Pflicht Erzberger in geeigneter Weise zu Gemüte zu führen. Es ist allerdings zu erwarten, daß diese Kommission zum Fall Erzberger Stellung nimmt, denn einmal ist eine derartige außerparlamentarische Verwertung von Konimissionsdebatten ungewöhnlich, und dann erscheint eS an der Zeit, daß die Frage der Berichterstattung auS der Kommission in aller Form geregelt wird. Ihre Verhandlungen sind, wie bekannt, nicht öffentlich, eS ist der Presse also die Möglichkeit entzogen, aus eigener Kenntnisnahme zu referieren. Sie war bisher stets angewiesen auf Mitteilungen von Mitgliedern der Kommission, und diese Schilderungen konnten naturgeniäß nicht ein durchaus objektives und erschöpfendes Bild der stundenlangen Debatten wiedergeben, weil es vom jeweiligen Partcistandpunkt des Gewährsmannes aus schattiert war. So ereignete es sich denn wiederholt, daß Mitglieder der Kommission im Reichstag selbst Klage führten über die zuweilen auch im wesentlichen unzutreffende kollegiale Berichterstattung. Da es nun im Reichstag zur Gepflogenheit geworden ist, alle einigermaßen belangreichen Gesetzentwürfe in Kommissionen zu verweisen und damit in diese Abteilungen das Schiver- gcwicht der parlamentarischen Beratung zu verlegen, so erscheint die Notwendigkeit nachgerade unabweisbar, in einer parlamentsoffiziösen Korrespondenz, die vom stenographischen Bureau hergestellt werden müßte, über die wichtigeren Kommissionsverhandlungen authentisch Bericht zu erstatten. Jedenfalls aus der Budgetkommission, wo sich in einer Fälle von Einzelheiten bedeutsame Hinweise gar leicht momentan verlieren, die dann, wenn sie später als „beweiskräftig" ins Feld gefährt werden, mindestens in Bezug auf Wortlaut nicht mehr zuverlässig festzustellen sind. Der Fall Erzbcrgcr zeigt das deutlich. Sämtliche Mitglieder der Budgetkommission würden gewiß und mit Fug die Unterstellung zuräckweisen, als ob sie unter dem Schutz der Jmmuoität sich bcikommen ließen, Unzutreffendes auszusagen zum Nachteil von Personen außerhalb des Parlaments. Gegen die Möglichkeit solcher Mißdeutung schätzt aber lediglich die amtliche Protokollierung des SihungSverlaufs, soweit nicht vertrauliche Erklärungen in Frage kommen, die ja nur vom Regierungstisch aus gegeben werden. Hoffentlich bringt die nächste Session eine Acnderung in diesem Sinne. Der parlamentarische „Jugendstil", wie ihn Abg. Erzberger . verkörpert, könnte sonst dem Ansehen des Reichstags abträglich werden. Aus Staat uns LES. Gießen, den 22. Sept. ♦* Uns er Kaiscr Wilhelm - Rcgimcnt wird heute wend zwilchen 8 und 9 Uhr mittels zweier Extrazüge von Die- Handel Frankfnrter Börse 22 September, 1.15 Uhr. W.» Peichsanlcihe 98.75 W!. Wh 3% Portugiesen nr 244.50 Tendenz: ziemlich fest. Berliner Börse, 22. September. Anfangskurse. Cauada E. B. . . 131.50 173.40 140.00 240.00 174.00 183.40 158.30 211.00 . 179.25 . 139.90 100.00 94.85 . 8510 . 158.40 Berliner Handels^cs . . Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat. Bank . . Diskonto-Kommandit. . . Dresdner Bank . . . Kreditaktien Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . Gotthard bähn Lombard. Eisenbahn . . Oesterr. Staatsbahn . . . Prince-Henri-Eisenbahn . . 213.60 . 249.00 . 35.10 . 126.50 . 145.50 Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union 0. Dresdner Bank . . Tendenz: geteilt. do. Konsols do. Hessen . . Oberhessen Harpener Bergwerk Laurahfltte . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose , Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Sehnckert . . . Esch weil er Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. Pakelf. Harpener Bergwerk. . . Laurahütte 69.75 70.70 85.30 93.75 95.30 145.40 54 00 89.75 68.55 97.50 4% Oesterr. Goldrente. . 4’/s Oesterr. Silberrente 4 % Ungar. Goldrente . , 4?x Italien. Rente . . . 3% Portugiesen Serie I . 86.50 98.85 86 60 98.25 126.10 192.50 34 80 144.00 145.00 142.00 130.25 250 00 224.70 158 60 214 20 249.00 Arbeiterbewegung. — D i e Arbeitgeber des Baugewerbes in Span- d a n haben die Aussperrung von 50 Prozent der Maurergesellen beschlossen. Anlaß zu dieser Maßregel gaben Streitigkeiten, die zwischen einem Bangeschästsinhuber und den Gesellen entstanden waren. München-Gladbach, 21. Sept. Die Konfektionsarbeiter beschlossen, unter der Bedingung noch bis morgen auf den Bescheid der Kleiderfabrik'.ntcn zu warten, daß morgen eine gemeinsame Beratung der Fabrikanten und Arbeitervertreter, statlfindet. Wird diele Forderung abgeleLnt, ist der allgemeine Streik im Konfestionsgewe'-be unvermeidlich. Brüssel, 21. Sept. Die Aussperrung im Weberei- g e w e r b c von Verniers Int 175 Betriebe mit rund 18 000 Arbeitern betroffen. Die Streilkassen der meisten von der Aussperrung betroffenen Gewerkschaften besitzen geringe Mittel. Die Färber besitzen einen Betrag von 200 000 Fr.: die Arbeitet geben daher Lebensmittelbons a»s. Die Fabrikbesitzer haben mit verschiedenen Banken belmfS Kreditgewährung N.ebereinkom- men getroffen. Alles spitzt sich auf einen verhängnisvollen und erbitterten Kampf zu. Inzwischen kam es auch in zwei uae"siun 8914 47 Mk. 172 Neueintritten von Mitgliedern standen nur 17 Ausscheidungen gegenüber. Die Haftsumme der Mitalieder betrug 15 660 Mk, der Reservefonds belief sich auf 1515,15 Mk., der Spezial- reservesonds auf 187,70 Mk. Ter Aufsichtsrat hat für die am 30 Sept, stattfindende Generalversammlung die Verteilung einer Rückvergütung von 5 Prozent vorgeschlagen (wie im Vorjahr). * • Einen Selbstmordversuch machte gestern atzend in seiner Werksiätte der Bahnhofstraße 15 wohnende Schuhmacher Lepper, indem er sich einen Schuß mittels Revolvers in die Schläfe beibrachte. Der Verletzte wurde in die Klinik gebracht. Die Verletzung ist nicht lebensgefährlich. * "* Schwindel. Erst kürzlich wurde in Arnheim, wie die Zeitungen berichteten, der Inhaber eines Losgeschäfts verhaftet, der seinen Spielteilnehmersi Anteile an Preußischen Klaffenlotterielosen verkaufte, in Wirklichkeit aber gar keine Lose besaß, und trotzdem wurden jetzt wieder von einer Firma in Utrecht gleiche Anpreisungen durch Massenprospekte gemacht, die auch, tüie uns mitgeteilt wird, einer hiesigen Zeitung bcilagen. Wir können vor einer derartigen Beteiligung nur warnen. ** Entgegenkommen gegen die Presse gehört bei den meisten Behörden zu den unbekannten Dingen. Vielfach wird die Presse leider als notwendiges Nebel betrachtet, deren Ver-' treter man nur duldet, um keinen Angriffen ausgesetzt zu sein. Es ist daher erfreulich feststellen zu können, daß die hessischen Behörden in dieser Beziehung eine Ausnahme machen. Anläßlich des Umbaues des Schwurgericht-^saales im alten Darmstädter Gerichtsgebäude wurde z. B. auf Anregung eines Journalisten hin, für die Presse ein idealer Verichterstattcrplltz eingerichtet. Früher saßen die Männer der Presse meist im Dunkeln, sahen nichts und hörten auch von der Verhandlung wenig. Diesem Uebel- stand ist nunmehr abgeholfen. Die neuen Plätze entsprechen allen berechtiaten Anforderungen. *• Backfische in Couleur. In Marburg kann man seit einiger Zeit die Selektanerinncn der dortigen höheren Mädchenschulen gleichmäßig im Schmucke dunkelblauer Mützen mit Goldrändern bewundern. Selbstverständlich mußte eine Universitätsstadt bei dieser zeitgemäßen Neuerung mit gutem Beispiel vorangehen. )(,D u t e n l> o f c n, 21. Sept. Eine Messerstecherei, die leicht recht böse Folgen hätte haben können, ereignete sich in der Nacht vo'.n Sonntag auf den Montag. Mehrere junge Burschen, die des Guten zu viel genommen und den Heimweg nicht finden konnten, gerieten in Streit, warfen sich bei der Gelegenheit mancherlei Liebenswürdigkeiten an den Kopf unb griffen im weiteren Verlaufe des Streites auch noch zum Messer. Als Hauptattentäter wird ein junger Bursche M., Titer, genannt, der einem anderen Burschen einen tiefen Stich in den Oberschenkel beibrachte, sodaß dessen Ueberführung nach Gießen erfolgen mußte. /p'0 Königsberg, 22. Sept. Seit undenklichen Zsiten ist in hiesiger Gegend ein reger Bergbau betrieben worden, was die alten Schlackenhalden und Binnengänge beweisen. Die Namen man r Gruben sind älter als iede geschichtlich? lleberlirfer- ung. In uralter Zeit, in der man Ehausseen und fahrbare Wege nicht kannte, wurde bereits der spezifisch hochwertige Roheisen- Itcin, von Königsberg nach Biedenkopf und dem Salzbödetal gebracht, wo er auf der hzute noch bekannte'l Schmel".hätte verarbeitet wurde. Tie Beförderung dab'n war äuß-rst mühsam und geschah in Körben auf Pferde- und Eselrücken. Ein Ochsentransport des Gesteins würde heute nickt rentieren, weshalb der Bergban bei uns, leider schon vor einigen Jahren eingestellt wurde. Die Hoffnungen aus Fortführung der Biebertalbahn von Gießen nach hier haben sich bedauerlicherweise bis heute noch nicht erfüllt. — Bad-Nauheim, 21. Sept. Bis zum 20. Sept, sind 2 6 8 5 7 K n r g ä st e angekommen, wovon an genanntem Tage noch 2297 anwesend waren. Bäder inurben bis zum 20. Sept. 1906 366 051 abgegeben. ff- Frankfurt a. M., 21. Sept. Der Ertrag der Fahrkart e n st e u e r im hiesigen H a u p t b a h n h o f betrug im Monat August rund 47 000 Mk. — Das 25 Jahre alte Fräulein, das vor einigen Tagen bei einem Ausflug im Taunus mit ihrem Rad stürzte und dabei schwere innere Verletzungen erlitt, ist gestern im städtischen Krankenhause an ihren Verletzungen gestorben. — Die Leiche der im April vorigen Jahres verstorbenen Frau des in Untersuchungshaft befindlichen WLißbindermeisters Welter wurde gestern vormittag auf dem Frankfurter Friedhöfe auf Anordnung der Staatsanwaltschaft aus gegraben und, nachdem einzelne Teile zur gerichtlichen Untersuchung entnommen worden waren, wieder beerdigt. V Mcerbolz b. Gelnhausen 21. T '-t. Die Trauung der Gräfin Ortrud zu I s e n b n r g - B ü d i n g e n in Meerholz mit dem Prinzen Agbert zu S ck l e s w i g - H o l st e i n- Sondertzurg-Glücksburg erfolgt am Sonntag, 14. Okt., nachmittags 2V» Uh-r in der Schloßkirche zu Meerholz. Kurz vorher trifft der Kaiser ein. ** Kleine Mitteilungen aus Reifen und den Nachbarstaaten. In Lindheim wurde Herr Gg. Phil. Lipp zum Beigeordneten gewählt. — Im Manöver in Rhein- < Hessen stürzte ein Oberleutnant vom 88. Regiment mit ' dem Pferde und erlitt schwere innere Verletzungen. — In M a n n- : heim wurde die 60 Jahre alte Witwe des Brauereidirektors i Edmund Hofmann im Hofe ihres Hauses als Leiche aufgefimden. 1 Sie war aus dem Fenster herabgestürzt. — Im Bahnhof' Sachsenhausen wurde gestern abend der Rangierer Johannes Müller beim Passieren eines Geleises von einem Zuge erfaßt und sckwer v^e H e ü t Auswg m Leu HleMsamloreMnu der SLsdt Kiehev. Aufgebote. Sept. 14. Friedrich Wenzel, Metzger nnd Wirt dahier, mit Dorothea Auguste Klein in Bergen. — 15. Wilhelm Eduard Wieder- stein, Kaufmann dahier, mit Auguste Lui!e Emilie Rützsainen tn Hoi. — 18. Albin Krahn, Postafsistent in Frank'urt a. M.-Bocken- heim mit Marie Hörster dahier. Eheschließungen. Sept. 15. Johanne? Schmidt X., Taglöhner in Burkhards- selben mit Elisabcthe Wilhelmine Amend dahier. — 18. Gottlieb Räuber, Eiseulmhn-Gütervorsteher in Frankfurt a. M.-Sachsen- hausen, mit Helene Stephanv dahier. Geborene. Sevt. 8. Dem Lokomotivheizer Christian Haas eine Tochter. — 11. Dem Bäckermeister Heinrich Friedrich Müller ein Sohn Wilhelm ftzustav. — 13. Dem Kaufmann Johann Wilhelm Wienhold ein" Tochter. — Dem Kaustnaim August Johann Lessers ein Sohn. — Dem Auslmcker Heinrich Vitz ein Sohn Heinrich. — Dem Schachtmeister Johann Anton Giovamn Martinger eine Tochter Arda Olga. — 15. Dem Leitungsausseher Philivv Matern ein Sohn Heinrich. — Dem Bahn'pediwur dldolf Lvncker ein Sohn Adolf Karl Philipp. — 16. Dem Lokomotivheizer Otto 6>nbriet eine Tochter Margarete. — Tom Kellner Heinrich Saßmannshausen eine Tochter Erna Wilhelmine. Gestorleue. Sept. 13. ?lnna Heck, 70 Jah-e alt, Taglöhner in dahier. — 14. Philippiue Muskulus, geb. Pfeffer, 77 Jahre alt, Witwe des Taglöhners Johannes Muskulus dahier. — Jean Brunner, 4'> Jahre alt, Restauratetir dahier. — 15. Marie Sauer, geb. König, 32 Jahre alt, Ehefrau des Taglöhners Heinrich Sauer dahier. — Emilie Halm, geb. Harnickel, 32 Jahre alt, Eheira>r dos Kaufmanns Albrecht Halm dahier. — Eva Katz, geb. Woll, 79 Jahre alt, Witwe des Handelsmamts Löb Katz dahier. — 16. Ferdinand Paul, 38 Jahre alt, Anueralwasserfabrikant dahier. — 18. Anna Helbina, aeb. Fellßer, 28 Jahre alt, Ehefrau dos Brauers Edmund Helbing dahier. Nordd. Lloyd 126.90 Obei schles. Eisen-Industrie 4 °/ft russ.Staatsanl. 1905 4! inJapan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose ..... 4 zo Griech. Monopol-Anl. 4 % hnsscre Argentinier . 3% Mexikaner . . . . 4>io/o Chinesen . . . . Aktien: Bochum Guss Buderus E. W . . . Wetter NW Still Temperatur am Mehrte Niedrigste in Hessen nie Sonntaa. den Poranssichtliche Witternrra nbnehmenbe Bewölkung. 23. September: Veränderliche Winde; Meist trocken: nachts kühler, tagsüber wärmer als am Vorlai. Mfeg.ZttcrK-Dr'alsitmeLdrrrrgen. eine Zusammenkunft Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, meinen lieben Gatten, unseren treusorgenden Vater Kgl. Güter-Vorsteher im Alter von 62 Jahren nach langem, schwerem Leiden heute morgen 10 Uhr durch den Tod zu erlösen. der geb. Giessen (Asterweg 52), Minneapolis, 22. September 1906. Friedhofes aus statt. [5751 Die Beerdigung findet Montag, den 24. ds. Mts., nachmittags l/25 Uhr, von der Kapelle des neuen 1846 gegr. 5729 gefunden: verloren: 1) 2) dm den 0*7» feken Sir Mbrr wu' den veihnü_____ Mcteorolo^isil'e bet Station ülicsicu. Versteigerung. Dienstag, den 2.». ds. Mts., nachmittags 2 Nhr, versteigere ich flcgcn Barzabtuna: 1. Neustadt 55 dahier, 21 eichene Bohlen, 1 Drehbank und Möbel aller flirt. 2. nm 21 /, Uhr nachmittags, Hammstr. 27, 4 Buchen-Ztäinmme, 1 Haufen Fichten-Stangen. Die Versteigerung zu 2 findet bestimmt statt. 5738 Born, Gerichtsvollzieher. Turn-lWerein Die nach- A Apnf a Rind Sonntag, den 23. Sept, von stehenden 1 & lü 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nachts sicher nnzntreffen. S.-Rat Dr. Rannt, Asterwc^ 29. - Dr. Klein, Ost-Anlage 37. _______________Dr. Zinder. Goethestr. 10.________ Sonntag 4—9 i hr Nur His^sh-Apclheke offen. >'-'v LM September 1906 Barometer aui 0° ; reduziert Temperatur der Lust e, u O X Relative Feuchtigkeit 21.* 2» 7501 13,0 9.1 82 21. 9" 749 6 11.9 9,8 95 22. 7" 1 749,8 10,6 8,8 93 ■ A W ■s D Ä M 'ti- K ■WWW? Hafar-MehL Sestel Kinder-^ Nahrung Ärztlich empfohlen fliadorlegBn durch Plakats 6rsiohtUc![. A ■ $ *• f "■ipt HiaBi Grösstes und ältestes Möbel- und Waren-K^IEDIT-Haus Blockstrasse 14—16 Giesserc Blockstrasse 14—16 i. I WiB^tseslaaft H. 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Ds/e Schriftl. Anfragen unter C. D. an d. Gießener Anzeiger erbeten. Pferd zu verkaufen evtl, zu vertauschen. Näheres bei Heinrich Simon, Dhstversteigermrg. Freitag, den 28. September 1900, tmtNiittoßS ? r??1 ba§ auf dem Forsthaus Baumgarten bestehend in Tafel-, Kelteräpfeln und Zwetschen meistbietend versteigert werden. 5730 Forsthaus Baumgarten, den 22. September 1906. Schlag, Förster. 5715] Ungefähr 100 Ztt. Zwetschen hat zu verkaufen Julins Zimmer, Bingmühle, Post Grünberg, Hessen. 6® Frisch zu haben in allen Apotheken. I . iederlage in Giessen - U- ivcrsitäts-Apolhete zum obÄhessen^ ^^frJuL\V‘ift?i'ne golden. Gagel und Peliean-Apothekc.____________________altbekannte' 9 1 ' ' Slusstehcnde Rechnungen bitte ich bis zum 26. September einzureichen, da ich von Gießen orlziehe. 06916 Professor Methe, Wiesenstratze 2._______ Bekanntmachung. Das 3. Ziel Gemcindestener für 1906 ist innerhalb 6 Tagen bei Vermeidung der Beitreibung zur hiesigen Stadtkasse zu entrichten. Zahltage: Täglich vormittags, mit Ausnahme des 26. und 29. d. Alts. Gießen, den 22. September 1906. Doepfer, Stadtrechner. NB. Ueber alle Verkäufe bewahre strengste Diskretion. Franko Lieferung nach allen Stationen. a22^ HospizdÄ" I itD evang. Schwesternhaus, Giessen, iohanneestr. 1. Einfamilienhaus. zweiter Stock gut möbliert vermietet, der Neuzeit enlsprechend, billig zu verkaufen. Näheres unter A. K. stadtpostlagernd. 06938 jßibVdimitc Kolonialwaren» Ladeneinrichtung zu kaufen gesucht. Schriftl. Angebote unter 06894 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Reithosen verkauf. Näh. Südanlage 20. KlMEttMtzeu übernimmt christliche Arbeiten, Vermittlung v.An- u. Verkäusen, Vermietungen, Ausnahme von VermögenZver- zeichnissen, Vermögens- u. Nach- laßverwaltungen, freiwillige Ver- telgerungen.Zntasso und Beilrei- )ung von Ausständen bei ntäßig. Honorar und sachgemäßer Aus- ührung. (4745 Geschäftsstube rHotet Einhorn. Sountag, den 23. September aiaf Abendstern wozu ergebenst einladet 5731 Philipp Ml Wwe. d Jetzt ist es Zeit d eine Kur mit meinem seit langen Jahren bewährten „Jodelh“ La£dUSen5S Leberitran I . «ückereieu mit Haus m einer ju beginnen un» regelmäßig fortinfeben, da f. ZLWs K die besten u. nachhaltig,teu Erfolge erzielt werden. u.günst.Bed.preisw.zu verk. Näh' d. Louis Engel, Butzbach. (06649 ist d?r beste, beliebteste und vollkonünensle Lebertran und übertrifft alle ähnlichen Nonturrez.Z-abrilate. V:-£ Alleiniger Fabrikant Upothel'.er Lalmsen inBreinen Ififenn Sie zur Gründung eines eigenen Hausstandes sich eine neue komplette Wohnungs-Einrichtung anschaffen wollen oder wenn Sie für eigenen Bedarf bezw. zum Vermieten möblierter Zimmer Möbelstücke, wie Sofas, Bettstellen, Vertikows etc. brauchen, und die grosse Barausgabe scheuen, so können Sie sich bei mir die Anschaffung durch wöchentliche, 14 tägige, monatliche oder vierteljährliche Zahlungen sehr erleichtern, ohne Ueberteuerung fürchten zu müssen. Ich bitte, sich durch Besichtigung meines Lagers von der Reichhaltigkeit desselben zu überzeugen. Das über einem viertel Jahrhundert Bestehen meiner Firma bietet wohl die sicherste Garantie für prompte und reelle Bedienung. Ohne Anzahlung erhalten Kunden, die ihr Conto ganz oder nahezu beglichen, Waren und Möbel, Montag, den 24. dss. Mts., nachmittags 2*/2 Nhr, sollen da-> hier Walltorstraße 6, Darmstädter Hans, 1 Nähmaschine, 5 GaslüstreS, 5 GaSlampeu, 80 Spazicrstöcke. 50 Tamenfonncnschirmc, 1 zwcith. Ladcnthelc, 1 RestauratiunShcrd, eint Partie Schuhwaren, Haus. u. Küchengeräte aller Art u. v. a. zwangsweise gegen bar versteigert werden. [5733 Hießen, den 22. September 1906. Seipel, Gerichtsvollzieher. Bekanntmachung. Auf Grund des Artikel 23 des Bolksschulgc,ctzes und der Bestimmung Großherzogl. MinislermmS des Innern, Abteilung für Schnlangelegen- heilen, vom 26. November 1901 bringen wir zur allgemeinen Si'emitmS daß die ' Fortbildungsschule Montag den 1. Oktober d. I. im LladtL'navcnschnlhans an der Nord-Anlage beginnt und von genanntem Tage an wöchentlich zweimal abgchalten wird. Zum Besuche derselben sind alle Knaben verpflichtet, welche während der letzten drei Jahre aus der Volksschule antlasscn worden sind, joivu bie Schüler der Gymnasien, Ncalgymuasicil, Obcrrealschulcn, Nealschmen > und höheren Bürgerschulen, welche nach Ablauf des achten Schuljahres austreten, ohne nundcstenS ein Jahr lang der Obertertia anachörl zu haben. ES haben sich einzufinden: Montag den 1. Oktober, nachmittags 2 Uhr alle schulpflichtigen Kaufleute, soweit dieselben nicht die kaufmännische Fach, schule besuchen, Schreiber, Schriftsetzer, Buchender, Geometer, Photo- graphen, Graveure, Lithographen, Mechaniker, Maler, Radierer, Friseure, Metzger, Ausläufer, HauSburschcn, Gärtner. Montag den 1. Oktober, nachmittags 5 Uhr aüe schulpflichtigen Maurer, Steinhauer, Zimmerleute, Dachdecker, Spengler, Schlosser, Schreiner, Glaser, Weißbinder, Eisendreher, JnstaUatcure, In. strumentenmacher, Schmiede, Techniker. r. Dienstag den 2. Oktober, nachmittags 5 Uhr flUe schulpflichtigen Backer, Schneider, Schuhmacher, Sattler, Tapezierer, Wagner, Kellner, Köche nnb alle übrigen Schulpflichtigen. Außerdem haben diejcuigeii Schüler der Nachbargemeindcn, die abends in ihren Heiinalsort zurückkehren, aber zum Besuche der hiesigen Fortbildungsschule angemcldet worden sind, sich Mittwoch den 3. Ök- tober, nachmittags 4 Uhr im Stadtknabenschnlhaus einzu- ftnden. Unter Hinweis auf Artikel 25 des Bolksschulgesctzes, wonach Lehr- Herren, Dienstherren und Arbeitgeber ihren Lehrlingen, Dienern und Arbeitern die zum Besuche der FortbilduilgSschule nötige Zeit bei Mciduug polizeilicher Strafen emzuräumen haben, ersuchen wir die Genannten, sowie die beteiligten Eltern, Vormünder usw., den Schulpflichtigen von vor- stehender Bekanntmachung rechtzeitig Kenntnis zu geben. B22' Gießen, den 20. September 1906. Für den Schulvorstand: Mecum, Oberbürgermeister.Hab n , Rektor. 06943] Entlausen ein schwarzer, glatthaariger Pinscher mit gelben Läusen. PH. Hahn II., Annerod, Telephon 408._________________ Empfehle mich im Stricken und Anstrickeil von Strümpfen mit und ohne Maschine sowie zum Anferligen von Kindcrllcidern. (06918 Frau M. Maser, Bahnhofstr. 56, -r uug. Mädchen, das and) etiv. V Hausarb. mit übern., wünscht das Wochen in einem Privathaus zu erlernen. Offert, unter 06915 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Äbstvrrstrigeruug-MmroS. Nächste» Dienstag, i>c» 25. September, von nachmittags iy4 Uhr ab sott das Obst des Hofgutes Wmnerod, bestehend in Acpfeln (Tafel- und Wirtschafts- oost), Birnen und verschiedenen Sorten Zwetschen uer= stergert werden. Anfang am Gutshofe.____________5724 Turn-Uutekricht sür Damen! Der neue Kursus beginnt Tonucrstag, 4. Oktober 1906, abends 5 Nhr, in der Hatte des ^.i-rnvereiuS, Stvrd-A'.ilane. oder ÄSÄX' '"tintr a:0,,"U"9; Mnrb.,rg-rst.?L-. Ä. VzäMiaei, staatl. gepr. Turulehreriu. KiMes« s. oder •äw icde Art hiesiger oder auswär- W tigerGcschäfte,Fabriken,Grund- W stücke,Güteru.Gewerbebetriebe | rasch und verschwiegen ya ohne Provision, da kein Agent, durch g E. Kommen Nacht 8°l Verlangen Sie kostenfreien Besuch W zwecks Besichtigung und Rücksprache. 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IC ügcikuisus Glanzbügeln kann in 4 Wochen nach, mittags gründlich erlernt werden. ----- Waütorstratze 10 == Eingang durch den ^adcu. [°0378 Einpsehle mich im Stricken u. Aiislricken v.Strümpsen mitu.ohne Maschine. Sellerswcg 15,11 [06766 Schneiderin ittmmt noch Äuudcn au iu n. außer dem Haufe. u6S40 Schulstrasre 11, Maus, l. Ms Scfcaar-Egge (Gewiuil der Gieß. Pserdelotlerie) I billig zu verkaufen. Jakob Greb, Straßenwärter i.V. _________Heuchelheim._____5734 5748] Ein guterhalt. Drückkarren zu verkäusen. Ärabeiistraße 8. 06963] Zwetschen, per Zentner 3 Aik., zu verkaufen. _____________Henselstraße 10, I. Umznghaiber große Partie kleine und große Waschbritten billig zu verkäusen. 06965 lhrünberger Str. 47, par t. Eine gyiWUMWüs in der 9iähe von Wetzlar billig zu verkaufen. Schriftl. Akeld. unter 06960 an den Gieß. Anz. er beten. 06944] Späne unentgeltlich abzugeben. Grabenstrabe 11. Versteigerung. § Kartosfelkörbe L. 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Dcrjeriige Herr, welcher am Sonntag Avend un Eafs Skalizkh den Stock mit Silbergriff ver- lauscht, oder aus Berseheu milgen. wird ersucht, denselben baldigst dort abzugeben.[06933 Klein-Linden Sountag, den 23. September Tanz - Musik im Bernhardtöhäuser Hof Eintritt frei Es ladet ergebenst ein HM MMW rk WM