WM Wr.27 r™t>e«-VemctePB^ d«°> d Srm, . , ’S ift&J »l "&SOi ' M 1 ir W. 1 hn "‘"btt ebenMf2 ?-om - ® 42. Lebens- inn 51/, Dir statt. Heu osssaet! gWS stabe 19 ü« pilöerf § hebeuen: b. Schmitt, (torrt®*1 * ^„llart'kel Seiest"^. arett«1"' Kakao eVd Kakao eifl Kakao e !|] Kakao 16 s h Kakao ,e j®I Kakao rjchtennedel- ;rustbonbons p Weither, Hall« *• W B Mt MB Löple c6e^*** 1F6.Jahrgmrg Erstes Blatt Die heutige Kummer umfaßt 12 Seiten. monatlich, 65 Pf.; durch diePost viertel- jährl. ausschl. Aestellg. Annahme von Anzeigen für die TageSnuminer dis vornritlags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pf^ auswäns 20 Pig. Verantwortlich für den poliL und qtigern« Teil: P. Wittko- fite .Stadl and Sanb- und .Gerlchtsiaaf: Ernst Heß; für den Anzeigenteil: Hans Beck. General-Anzeiger Mir- md Allzeigeblatt für den Kreis Gießen Montag SZ.Rarmar 1906 BezugvvretSr monatlich 75Ps.,vierte5» jährlich Mk. 2.20; durch Adhole- u. Zweigstellen Mso Ruhe weit und breit. Tenn das unzerbrechliche Schwert der Sozialdemokratie ist der Gedanke! Es ist selten eine Phrase geprägt worden, die mehr die Heiterkeit der Gegner herausfordern muß, wie diese. Und nie hat sich eine Partei derart selber desavouiert, wie hier die Sozialdemokratie. Es ist ungefähr ztvei Jahre her, da erklärte Bebel im Reichstag mit Einphase: das Parlament ist lange nicht die ultima ratio der Sozialdemokratie! Und noch nicht Zwei Monate sind vergangen, da predigten Mehring und Konsorten ganz offen: unserWegistdie Straße. Bernstein, der Revisionist, der unter dem Zwang der Verhältnisse den Schild der Rosa Luxemburg tragen muß, hat den Gedanken der Straßendemonstrationen zuerst angeregt, dann folgte eine lange Tebatte, und schließ- lich siegten die Radauelemente: der Massenstreik und die Straßendemonstration wurden feierlich als erste Kampfmittel der Partei proklamiert. Und nun haben wir seit ungefähr odjt Lagen den Rückzug, die Proklamation des „Gedankens". y , Wir wollen annehmcn, es sei nicht die btecche Furcht vor dein „Kleinkalibrigen", die diese Wandlung vollzogen hat. Wir sind so loyal und sagen: die Ereignisse in Hamburg und das Gefühl der ungeheuren Verantwortlichkeit haben die Führer der Sozialdemokratie bestimmt, die Taktik mit einemmale zu ändern. Tas nimmt dem Rückzug die eminenete Lächerlichkeit. Aber jüngst kam uns aus Gießen folgende anonym:e Zuschrift zu, der wir durchaus beistimmen: . Man liest eben so viel davon, daß es nicht die cozwldcmo- traten wären, welche in Hamburg revolutionierten und Raub und Plünderung begingen, sondern nur der sogenannte Mob, das Gesindel und 'Lumpenzeug. Gut! Wer hat aber d e u M o b u n d das Gesindel auigehetzt? Wer ist Schuld und trägt die Verantwortung an den Straßerikrawallen? Toch niemand anders als die Sozialdemokraten. Und noch eins! Welcher politischen Kartei gehört beim bev genannte Mob, baZ Lumpenzeug in den Großstädten an? Ten bürgerlichen und ftaalserbalrenden Parteien doch ganz gewiß nicht. Ten Prozentsatz, den aber der Mob und das Gesindel in den Großstädten einnimmt, beträgt etwa 30 bis 40 der übrigen Bevölkerung. Die Beteiligung an bat Versammlungen war ganz enorm. Um 11 Uhr waren die Lokale bereits so überfüllt, daß sie polizeilich abgesperrt werden mußten. Die größte Versammlung fand in,der Brauerei Friedrichshain statt, wo etwa 4000 Personen anwesend waren. Die nächstgroße Versammlung fand in der Bockbrauerei statt, in der ein Mitglied deS Buchdruckep-Gehilfen-Verbandes, Massini, sprach. . Eine große Wählerversammlung fand im Restaurant Sanssouci statt. Hier sprach Singer ausführlich zu den zwei Resolutionen. Auch hier währte die Versammlung zwei Stunden, ohne daß irgend welche Störung vvrkam. Auch in Nixdorf waren die Versammlungen äußerst stark besucht. Trotzdem kam es" nirgends zu Zusammenstößen. Aus Frankfurt a. M. ging uns folgender Bericht zu: Irr 14 verschiedenen Sälen hielt die Sozialdemokratie Wahl- rechtsprotestversammlungen ab. Alle Redner von einiger Bedeutung waren ins Feld geschickt. Es wurden die Berliner Resolutionen angenommen. Die Versammliingen waren sämllich außerordentlich zahlreich besucht. Die Redner selbst hielten sich in mäßigen Grenzen, sodaß nirgends eine Auflösung einer Versammlung erforderlich war. Um Ausschreitungen am der Straße wirksam zu verhüten, hatte die Polizei eine Maßnahme getroffen, die vollste Anerkenniuig verdient. Sie weiß, daß in den Großstädten die Krawalle meist nicht von anstäitbigen Arbeitern, sondern oon umherla^erudem Gesindel verübt werden, und deshalb hatte die Polizei Frankfurt von diesem Gesindel viel gründlicher wie je zuvor beireit. Es wurden in den trüben Vormittagsstunden Streifen abgehalten, die durch alle Verbrecherkneipen, durch alle Schlupfwinkel der Arbeitsscheuen, der Bettler und Vagabunden gingen. Alle, die irgendwie verdächtig erschienen, wurden festgenommen und ins Polizeigeiängnis gebracht. Am Abend ivurbe die Streike wiederholt. Im Ganzen sind rund 300 P e r \ o n e n fe ft genommen worden. ■ Damit war Unruhen vorgebeugt. Mainz, 21. Jan. Die heute in der Stadthalle ab» gehaltene sozialdemokratische Versammlung war von über 4000 Personen besucht und verlief in ruhiger Weise. Nachdem Abg. Dr. David über »Die Revolution in Rußland und die politische Lage in Deutschland" gesprochen, wurde eine Resolution gefaßt, die der Berliner im wesentlichen gleichkommt, aber auch auf Hessen Bezug nimmt. Sie sagt u. a.: Auch Hessen entbehrt noch eines gerechten Wahlrechts, das der minderbemittelten VolkSmasse den ihr gebührenden Einstuß au' die Landesgesetzgebung sichert. Dre Versammlung macht sich die Wahlrechts- und Veriassungsanträge der sozialdemokratischen Landtags- Nv. 18 •rffteint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwirt die Gictzener Familien' blätter viermal tu der Woche ue,gelegt Rotationsdruck tu Verlag der Brühl 'schen Unlverf.-Buch-u. Steindruckerei. 9t Lange. Redaktion, Erveditio« und Druckerei: Schul st raße 7. Redaktion 113 Verlag u.Exped.^TAöl Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Aer rote Sonntag. „Ruchlose Scharfmacher haben die Behörden! aufgestachelt, bie Flinte schießen und den Sabel hauen zu lassen! Und es sind denn auch grvteÄ'e Vorbereitungen getroffen worden, überall tst das Militär bereitgestellt, in Berlin harrt ein ganzes Armeekorps des Kvmmcmdowortes! Das Proletariat spottet dieser Kmbereren! Es weiß, daß es den Scharfmachern keinen größeren Gefallen tun konnte, als Sbnas^numzüqe zu veranstalten. Es verzichtet darauf, beim es hat öftere Waffen, um die hinter Sajonctte sich verschanzende Reaktion nüQerzuwerfen. Sein unzerbrechlicheswchwert ist der Gedanke, ist brr Appell an die Vernunft, an das Gerechtigkeitsgefühl der Masten!" , Also stand zu lesen ttt dem großen Aufruf des „Vorwärts" am Sonntag, in der Proklamation „an das Volk", die die soz. Parteileitung am „roten" Sonntag ergehen ließ. Und der aestrige Sonntag ist nach den uns vorliegenden zahlreichen" Meldungen aus allen- Teilen des Reiches allenthalben ohne Störung der Ordnung verlaufen; in Elberfeld imb Bochum (in diesen beiden Städten wurden Versammlungen aufgelöst), in Berlin und Frankfurt, in Marburg, Breslau, Danzig, Dresden, Erfurt, Essen, Hannover, Kiel, Kvttbus, Köln, Polen, Düsseldorf, Krefeld, Saarbrücken, in ganz Oberschlesien und zahlreichen ostpreußischen Provinzstüdten. In Chemnitz verliefen die Versammlungen, die sich mit der Rcichstagsersaftwahl besaßtcn, ruhig. In anderen sächs. Städten, m Plauen und Zwickau, waren alle soz. Versammlungen verboten. In Königsberg finden die Protestversammlungen gegen das Treiklassenwahlrecht erst heute (Montag) statt. Auch die in Mannheim abgehaltene Temonstrationsversammlung wurde gegen Schluß polizeilich aufgeölst. In Hamburg wurde Schlimmes erwartet. Es mußten sämtliche Schank- und Speisewirtschaften, die in den sieben in die Riedernstraße einmündenden Straßen belegen sind, um 3 Uhr nachmittags geschlossen werden. In Altona wurden von der sozialdern. Partei zur Aufrechterhaltung der Ordnung 200 Ordner, die durch Abzeichen kenntlich gemacht waren, der Polizei zur Verfügung gestellt. Ein junger Bursche, der sich als Anarchist bezeichnete, sowie „.Hoch die Anarchie!" rief und Proklamationen aufrührerischen Inhalts verteilte, wurde auf Veranlassung der Ordner von der Polizei verhaftet. Mittags verbot die Polizeibehörde im letzten Aug'nbl'ck d'e Abhaltung alrer öffentlichen Tunzlustbarleiten. In Hamburg beträgt die Zahl der wegen Beteiligung an Ruhestörungen oder wegen Diebstahls verhafteten Personen 42, darunter befinden sich zwei weibliche. Aus Berlin wird uns geschrieben: Der „rote" «Sonntag ist in Berlin so ruhig verlaufen, wie jeder andere Sonntag. Bon irgend rElcher Aufregung war nichts zu spüren und Polizei wie Militär hatten so gut tote nichts zu tun. Bereit standen sie, um nötigenfalls jeden Putsch im Keime zu ersticken. Uniformierte und Kriminalbeamte hatten sich txm Morgens an so viel wie möglich von den Straßen fern gehalten. Rur in der Nähe der Versammlungslokale waren Abteilungen zu Fuß und zu Pferde in den Nebenstraßen anwesend. Fliegende Wachen ivaren in allen Vierteln eingerichtet Berittene Schutzmänner waren über die ganze Stadt verteilt. Lläif dem Hofe deS Polizeipräsidiums hielten auch zwei Mannschc-.fts wagen der Feuerwehr. um auf einen Wink Reserven der Schutzmann schäft auf dem schnellsten Wege dorthin zu Bringen, wv man ihrer zur Ver- ftärfiing bedurfte. Die Beamten warm alle mit Revolvern aus- Nun scheint aber selbst dieser „Mob" zur Raison gebracht worden zu sein. Man beginnt vielleicht doch allmählich allüberall einzusehen, daß Straßendemonstrationen nichts weiter bringen können als Blut, Jammer und Elend. Und dann kommt schließlich wohl gar auch eine Zett, da man einsehen gelernt hat, daß der Massen streik nicht weiter helfen kann, sondern daß nur auf dem Wege, den Gesetz und Ordnung vorfchreibcn, Erfolge für die arbeitenden Klassen zu erzielen find. Es berührt uns nicht weiter, daß der Aufruf der Parteileitung, aus dem wir die obigen Sätze entnommen haben, so blutrünstig ist als möglich. Much die Phrasen, die in den zur Annahme gelangten Resolutionen ausgesprochen sind, können unsere Ruhe nicht stören, denn im Grunde handelt es sich doch nur um ein geistiges Rückzugsgefecht. Und wenn harte Worte gegen daS preußische Landtagswahlrecht gebraucht werden, geht uns das wenig nahe, denn dieses Wahlrecht ist nicht zu verteidigen. Ten Satz aber vom unzerbrechlichen Schwert des Gedankens wollen wir uns merken. Er zeigt, daß die Schar f- macher innerhalb der soz. Partei bankerott sind. Tas ist kein Geheimnis, aber die Konstatierung ist nicht überflüssig, schon um die bleiche Furcht innerhalb bürgerlicher Kreise zu bekämpfen, die sich ganz, unberechtigt breit gemacht l)at. Man braucht kein MauserungsiNusionist zu sein, um hier klar zu sehen: die Sozialdemokratie ist endlich zu der Erkenntnis gelangt, daß Gewaltakte ihrerseits zu nichts führen können. Ob die Erkenntnis anhält, dos ist freilich eine andere Frage. Aber es ist immer schon ein Gewinn, wenn die Leute einsehen, daß sie bisher in einem Irrtum besangen waren. Wir glauben nicht, daß ine Sozialdemokratie sich von heute auf morgen zu einer ruhigen und zielbewussten Partei für die Interessen der arbeitenden Bevölkerung nmkreyelt, aber wir hoffen, daß die Lehre, die die Partei in diesen Tagen empfangen hat, doch nicht ganz fruchtlos bleibt. Unb das schon wäre ein nicht M unter)chatzcnder Gewinn. gerüstet. Sämtliche Truppen deS Standortes Berlin lagen in Alarmbereitschaft. Offiziere und Feldioebel hatten ihre Dienstrevvlver erhalten. Kavallerie uni) Artillerie flanb von Morgens an marschbereit. Die Kommandantur hatte die Stadt in ein förmliches Lager verwandelt. In sämtlichen Ka- f ent en fand um 10 Uhr vormittags Appell statt. Die Kavallerie war um biejc Zeit sattelfertig. Die Infanterie erhielt pro Mann zehn scharfe Patronen. Urlaub wurde nicht erteilt. Die Kircherr-Parade fiel aus. Ebenso wie Berlin waren auch die Vororte militärisch besetzt. _ Besondere Vorkehrungm waren für bcu? königl. Schloß getroffen. Auf dem Hose fiattb ein Bataillon der Franzcr feldmarschmäßig und in bet Yftexanderkciserne hielt eine Schlv-adron Gardc-Dragouer mit gesattelten Pferden, in einer anderen Kascrnc lagen Garde-Ulanen. Um lOVi Uhr rückte eine zusammengestelltc Batterie d s 1. Garde-Feld-Artilleric-Regiments feldmarschmäßig mit Sanitätsmannschaften ans unb fuhr ebenfalls auf den Schloßhof. Jedes Geschütz hatte 31 Schravpncls. Auch die Rettungswache und Unfallstationen batten Vorkehrungen getroffen. Um 10 Uhr verließ der Kaiser daS Schloß, um eine Auto- inobilfahrt nach dem Tiergarten zu unternehmen und kehrte eine Stunde später, von Hochrufen des zahlreichen Publikums unter den Linden begrüßt, nach deut Schloß zurück. Das unfreundliche Wetter trug viel dazu bei, daß die (Straften nicht sehr belebt waren. Besonders fiel die Abwesenheit bet Droschkenkutscher auf. was betraut zurückzuführen war, daß die Kutscher an den Wahlrechtsversammlungen teilnahmen. Die Polizei lenkte den Strom so, daß er nicht dem Zentrum zufloß, verfuhr aber dabei nicht streug, sondern ließ auf Wunsch die Leute auch nach cm bereit Richtungen durch. Das Militär wurde nach Seenbigung der Feierlichkeiten int Schloß zurückgezogen, die Bereitschaft in bett Kasernen blieb bestehen. Die in bett Versammlungen angenommene Resolution zerfiel in zwei Teile, über die getrennt abgestimmt würbe. Im ersten Teil begrüßt bie Versammlung bie revolutionären Ereignisse in Rußland und spricht den dortigen Revolutionären ihre tiefste Svmpathie aus. Im zweiten Teile wird gegen bas preußische 2 reiklass enw ahl recht in ben schärfsten Worten Protest erhoben und das a l l - gemeine gleiche Wahlrecht verlangt., Besonders stark besucht war bie Versammlung im Moabiter G e se l lsch a st sh a ns e, wo Bebel sprach. Bebel hob u. a. hervor, das» Prinz Lubwi g von Bayern in der bäuerischen Ersten .Kammer für das all allgemeine gleiche Wahlrecht eigetreten sei; würde der Prinz dieser Versamm'''ng beiwohnen, so würde cr einen lauten und herzlichen Empfang zu erwarten Halen!!! Die Versammlungen verliefen sämtlich vH n e Störungen. (£5 wurde gleichmäßig bie Resolution einstimmig angenommen. icoftion zu eigen, in bencu verlangt wird: I. Die Einst'ihrung bes allgemeinen, g I c i dj e n , b t r. unb geheimen LandlagSwadlrcons mit Proportional- Wahlsystem unb zwar unter Berücksichligung folgender bc- onberer Bestimmungen: 1) Wahlberechtigt ilt _ jeder recht s- münbige, im Großherzogtum Hessen ansässige Reichsangehörige; 2) Die Gesamtzahl bet Abgeordneten ist dem Bevölkerungs- zuwachs derart anzupassen, daß auf je 20 000 Seelen ein Abgeordneter zu rechnen ist; 8) Tie Wahlen sind an Sonntagen vorumetnnen. Die Wcchlstnnben sind von mittags 12 bis abends 8 Uhr festzusetzeit; 4) Tie Wählerltsten sind ständig auf dein Laufenden zu halten und bei Ankündigung des Wahltermins durch den Truck zu verofieutlichen; 5) Tas Wahlgeheimnis ist durch Einführung amtlicher Climmzettelkouverts und Einrichtung von Jsolierräumen sicherzustellen. II. Die Einführung des E i n k a w. m e r s n st e m s und der direkten (Gesetzgebung durch das Volk mittels des Vorschlags- tmd Vcriverfungsrechts. (Initiative unb Referendum nach Schweizer Muster.) . Indem die Versammelten den Widerstand der Prwilegierteii- fammer, sowie der offenen und versteckten Gegner eines toutelen- freien Wahlrechts in der Zweiten Kammer aufs Schär'ste verurteilen, verpflichten fie sich, unoblässtg und mit allen Kreisten die Propaganda für die Durchsetzung dieser Forderungen zu betreiben. Auf der Straße kom cs zu keinerlei Demonstrationen, die Arbeiter gingen ruhig nach Haufe. Are Maroükokonferenz. Algeciras, 20. Januar. Da§ Nedoktionskomitee hat heute den Entwurf für die Unterdrückung des Waffenschmuggels beendigt. Auf Wunsch der spanischen Delegierten ist eine Klausel eingeschaltet worden, durch welche die Ueberwachung bc5 Waffenschmuggels auf den Grenzpresidios der Sahara Spanien überlassen wird. ES ist unrichtig, daß in der Kommission eine Spaltung entstanden sein soll. Was auch für Gerüchte von verschiedenen Seiten in Umlauf gesetzt werden, so haben doch alle Mitglieder be8 Komitees nicht einen Augenblick gezögert, zu zeigen, daß )te vom besten Willen beseelt sind. Hebet die Frage des gesetzgeberischen Reglements dürste sich keine ernste Schwierigkeit ergeben. Paris, 20. Januar. Jaurös hielt gestern in der Loge „Großer Orient" einen Vortrag über die Marokko-An- gelegcnheit. Er warf Delcasse die Verantwortlichkeit vor, die dieser leicht hätte vermeiden können durch eine Umfrage bet den Mächten.' JauröS beschuldigte die englischen Finanz- leute, daß sie Frankreich und England gegen Deutschland hetzten. Die Beseitigung dieser Gefahr werde auf der Konferenz erzielt werden. Es wurde eine Resolution angenommen, in der sich die Teilnehmer verpflichten, f ür die Sicherung des Fr ied en S zu arbeiten. Den Vorsitz in der Versammlung führte Anatole France, der bekannte Roman- schriftstcller. _______ Rußland in Kötern In Kiew drangen Revolutionäre, als Artilleristen verkleidet, in das Wciffendepot und entführten mit Hilfe gefälschter Anweisungen einen ganzen Wagen voll Gewehre unb Sprengstoffe. Erst am anderen Morgen wurde der Betrug entdeckt. Die Wache behauptet, es wäre so viel Munition fortgesührt tuorben, daß man ganz Kiew damit in die Luft sprengen könnte. Tie Agrörunruhen in der Umgebung Kiews nelMM! einen immer ernsthafteren Charakter an. In Tscherkassy wurden bie Wälder und Gutshöfe mehrerer Gntsbesche^ in Braud gesteckt. Von Kiew aus wurden Truptzen; dorthin beordert, um den Aufstand zu unterdrücken. DiS Truppen wurden angewiesen, von der Todes- imd Prügelq strafe den weitgehendsten Gebrauch zu machen. In Ri g a draugien 8 Bewaffnete in den Kameralhof etn< bedrohten die Wächter mit dem Tode und beraubten die feuerfesten Geldschränke. _ Wie gerüchtweise verlautet, find urigeführ 2o Personen durch das für Kurland eingesetzte Kriegsgericht wegen Plünderei, Mordtaten und Straßenraub zmn Tode verurteilt und erscho ffett worden. In der Nähe von Mohilcw erhoben sich die Bauem gegen die Behörden. Die Stufständigen töteten den Jsprawnik in Nowo Uzensk und demolierten einige Gebäude. In Tiflis herrscht noch immer Anarchie. Truppen werden ausgesandt, um die Eisenbahn von Vatum nach TifliZ den Händen der Ausständigen zu entreißen. Die Mohamedanev massacrierten 50 Armenier im Kaukasus. In Krasnojarsk ergaben sich die Revolutionäre^ die sich in die Gebäude der Bahnverwaltung! geflüchtet: Hattert, am 17. Januar nach viertägigem Widerstände; 470 von ihnen wurden verhaftet. Wie sich jetzt herausgestelltz hat, sind die Eisenbahnwerkstättcn verbarrikadiert geioefen; eine große 'Anzahl von Gegenständen wurde fortgeschafft und zerstört, Bücher und Dokumente wurden vertlichtet^ Geldschränke und andere Schränke erbrochen. Die Ans Sln-t und CanX * Gießen, den 22. Januar 1906. — Seinen 70. Geburtstag feierte am Sonntag der im ganzen Großherzogtmn Hessen wohlbekannte LandeSkultur- rat Dr. Klaas in Darmstadt. Erst vor kurzem konnte er auf eine 25jährige, außerordentlich erfolgreiche und segensreiche Tätigkeit im hessischen Staatsdienste zurückblicken: denn er war es, der mit seinem Dienstantritt als Landeskultur- inspektor am 15. April 1880 die erste Grundlage unserer heute hochentwickelten, muftergiltigen hessischen Organisation der Landeskulturbehärden schuf. - Teqernseer-Ga ft spiel. Alpenluft herrschte gestern in Steins Saalbau. Auf ihrer Gastspielreise durch Deutschland sind die Original-Tegernseer auch hier eingekehrt und haben, wie überall, wo sie hinkommen, die denkbar beste Aufnahme gefunden. Der Saal war bis auf den letzten Platz besetzt und die Darbietungen der Truppe wurden mit jubelndem Beifall aufgcnommcn. Gegeben wurde die amüsante Bauernposse .Die Bergfexen*, die den ländlichen Künft- lern, denen bei aller durch ihre häufigen Aufführungen ge- luonncnen Bülmenroutine noch sehr viel von der naiven Tar- !stelll,ngskunst ihrer Heimat anhaftet, so recht Gelegenheit gab, iihr angeborenes Talent und ihren urwüchsigen Humor zu zeigen. Besonders machten sich von den männlichen Darstellern Meierhofer, B. Schultes und Nöckl und von ibcn mitwirkenden Dirndeln Frl. Schniidt verdient. Lebhaften Beifall fanden auch die Musik- und Gesangseinlagen, soivie der Schuhplattlertanz, welch letzterer nicht weniger als dreimal getanzt werden ‘mußte. — Auf die heutige letzte Gastspiel-Darbietung der .Tegernseer^ .Der Lehrer vom See spitzt sei besonders aufmerksam geniacht, da sie in interessanter Weise die Frage der Gewissensfreiheit behandelt. ** Lollar, 21. $an. Tie im Herbst v. I. gegen die Bürgermeisterwahl erhobene Neklamation wurde vor einigen Tagen von dem Reklamanten z,i r ü ckg e n o m m e n, so daß voraussichtlich in Kürze die Bestätigung des am 28. September zum Bürgermeister gewählten seitherigen Beigeordneten Hch. Schmidt VI. erfolgen wird. — Friedberg, 21. Jan. Der Rhein-Mainische Verband für Volksvorlesungen und verwandte Bestrebungen hielt heute nachmittag hier im „Gambrinus^ .eine Besprechung über den Stand, die Aufgaben und Methoden der Volksbildungsarbeit in derWetterau und den benachbarten Gebieten ab, die red)l zahlreich besucht war und recht anregend verlief. Der Verbandssekretär, Lehrer Volk-Offenbach, und Oberlehrer Dr. Strecker-Bad-Rau- heim leiteten die Besprechung durch Referate ein, worauf Berichterstattungen über den Stand der Arbeiten in Groß- Karben, Wetzlar, Berstadt, Friedberg, Gießen sstuü. Hechler) und Bergen erfolgten, in denen im allgemeinen eine -recht erfreuliche Ausbreitung und Vertiefung der Volks- childungsarbeit in unserer Gegend festgestellt werden konnte. Wir werden aus die Verhandlungen, die allen Besuchern ^wertvolle Anregungen gegeben haben dürften, noch zurück- ikommen. Hanau, 20. Jan. Der 70 Jahre alte frühere Bürger- /meister Konrad Kraut von Somborn wurde heute morgen 'von dem um i/,6 von Langenselbold nach Somborn fahrenden Zuge der Kleinbahn üb erfahren und getötet. Kraut war seit einiger Zeit geistesgestört. Er erschien heute früh bei dem Stationsverwalter in Somborn und wollte nach Gelnhausen gefahren fein, da er dort zum Kreistag müsse. Dennoch gelang es, den Mann zum Heimwege zu bewegen. Auf dem Rückweg geriet er unter den Zug. (Frkf. Ztg.) Dermifdrtcs. * Zittau, 21. Januar. Unter dem Verdacht einen siebenfachen Mord am 13. Dezember 1904 an seinem S ch wiegervater, dem Wirtschaftsbesitzer Freudenberg in befferung dieser Beschädigungen wird zwei Wochen in '-Tn- ""uch nehmen. M°fr°d°kicurs des „Regier- ungebeten", Tatischtschew, ist der sruhe r e F rnanz- minister Gurjcw zum Chefredakteur dieses Blatter ernannt worden. ASrche rrird Schule. _ Die Evang. Konferenz für daS Großh. Hessen (sogen. Friedberger Konferenz) hält nächsten Dlens- tag in Frankfurt a. M. im Hotel Du Nord ihre Wmter- versammlung ab. Geislliche und Laien, die daS Heil der Landeskirche nicht im kirchen-politischen Kampf der Richtungen, sondern in gegenseitiger Anerkennung und gemeinschaftlicher relig.-sittlicher Arbeit sehen, sind willkommen. Außer über die gegenwärtige kirchliche Lage wird über die Frage der Jugendfürsorge (Referent: Direktor Dr. Wurster- Friedbcrg, Korreferent: Pfarrer Lic. Fuchs-Rüsselsheim) Handel und Verkehr, Volkswirtschaft. Gewerkschaft Gießener Braun st einbergwerke vormals Fernie. Der Vorsitzende beruft eine außerordentliche Sitzung des Grubcnvorstandes auf nächsten Mittwoch zwecks Stellungnahme zu der Darstellung des Einsenders der Notiz im Abendblatt der ,,Frkf. Ztg." vom 20. er. Veröffentlichung des Grubcmwrstandes wird sodann erfolgen. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 22. Jan. (Qrig.-Telegr. des „Gießen. Anz.") Amtliche Noticrnnac'n der heutigen Fruchtmarktpre iso. Weizen Mk. 1R.50-00.00, Klirhesfischer Mk. 18.50—00, La Plata Mk. 18.ro— 19.50, Kanias Alk. 18.50—19.25, Roggen l hiesiger) Mk. 17.00 —17.25, Gerste (Wetterauerl Mk. 18.00—18.25, Franken- ielder Mk. 18,50-18,75, HaierMk.16.25—17, MaisMk. 13.25—13.75, Weizeumebl 27—28.00, M. 00—00, 2. Qualität 9)lf. 25.00 bis All. 26.00, 3. Qualität Alk. 22.50—23.0'», Iioggemnehl 0 Mk. 24.75—25.75, 1. Qualität Alk. 22.25—23.25, Weizenkleie Alk. 9.50 bis Mk. 10.00, Roggenkleie Mk. 11.00—11.50, Maiskeime Mk. 12.00 bis Mk. 12.50, Franken, Pfälzer, Ried Alk. 17.50-18.00. Alles per 100 Kg. ob hier. ie. Frankfurt a. M., 22. Jan. (Telegr. Qrig.-Bcrieht des „Gieß. Anz."). Amtliche Notierungen der beutigen Viehmarktpreise. Zirm Verkäme standen: 329 Qelssen, 130 aus Ccfr- reich, 26 Blitten, 0 aus Qestreich, 712 Küße, Fersen, Stiere und Rinder 0 aus Qestreich, 358 Kälber, 322 Schafe und Hammel, 1073 Schweine, 0 Ziegen, o Ziegen-, 0 Cchaflämmer. Bezahlt wurde für 100Pfund Schlachtgewicht Ochsen l. Qualität 77—80 Mk., 2. Qual 70—73 Mk., 3. Qual. 65—67Mk.; Bullen l.Qual. 66 bis 68 Mk., 2. Qual. 62—64 Mk.; Nähe 1. Qual. 69-70 Alk., 2. Qual. 63-65 Mk., 3. Qual. 46—47 Mk, 4. Qual. 42—44 Mk., 5. Qual. 00—00Mk. Kälber: l.Qual. 86—90Pfg., Lebendgewicht 52—54 Ps„ 2. Qual. 81—86 Pfg., Lebendgewicht 48—51 Psg., 3. Qual. 60—65 Pfg., Schlachtgewicht 60—65Pfg., Schafe: l.Qual. 74—76, 2. Qual. 68—70 Pfg., 3. Qual. 00—00 Psg.; Schweine 1. Qual. 78-00 Pfg., Lebdgew. 61.50—00.00 Psg., 2. Qu.77-00 Pfg., Lebend, gern. 60.00 Psg„ 3. Qual. 70—72 Psg., Lebendgewicht CO— 00 Psg. Geschäft bei Hornvieh gut, Ueberstand unbedeutend, bei Kleinvieh gut, kein Ueberstand. Aus Holland kamen 118 geschlachtete Schweine. Universitäts-Nachrichten. — Dem Hißorikcr Dr. pbil. Gustav Herzberg ord. Honorarprofessor der Universität Halle a. S. ist anläßlich seines 8 0. Geburtstages der Charakter als .Geh. Regierungsrcil" verliehen worden. — Dem Privaldozent für Augenheilkunde und ersten Assistenten von Prof. Heß an der ophthalnwlogischen Klimk in W ü r 3 b u r g, Dr. Paul Römer ist der Titel und Rang eines außerordentlichen Professors verliehen worden. Er war früher Assistent an der Augenklinik zu Gieße n. — Ter a. o. Professor der Rechte Dr. R. Schott in Jena hat einen Ruf nach Breslau angenommen._________________ Arbeiterbewegung. Altenbeken, 21. Jan. Etwa 35 italienische Arbeiter haben alsbald nach einem Bauunfall, bei dem zwei Italiener umkamen, die A r b e i t niedergelegt und Altenbeken verlassen. Etwa 60 bis 70 der übrigen 200 Arbeiter haben beute Morgen mit der Forderung einer Lohnerhöhung und Arbeitsverkürzung die Arbeit niedergelegt. Der Unternehmer verhandelt mit ihnen, wie es scheint mit Erfolg; wenigstens ist heute Abend die Nachtschicht in Arbeit. Ersatz für die Italiener hat der Unternehmer bereits eingeritten. — Im Meusewitzcr Revier (Sachsen) ist die ganze Belegschaft wegen Entlassung eines Bergmannes in den Aus- stand getreten. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voranssichtliche Witterung in Hessen für Dienstag, den 23. Januar 1906: Wolkig, noch geringe Niederschläge, meist Schneo. Leichter Frost. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Obersteina, an dessen Frau, an der 18 Jahre alten Tochter und an dem 14jährigen Sohn Freudenbergs, sowie an feiner eigenen Frau und seinen beiden 3 und 7 Jahre alten Kindern begangen zu haben, wurde der Steinbruchspächter Th om schke 'in Obersteina verhaftet. Er wird beschuldigt, die sieben Personen mit einer Rodehacke erschlagen und dann das Haus in Brand gesteckt zu hoben, damit die Leichen verkohlten. Schlechte finanzielle Verhältnisse werden als das Motiv der Tat angesehen. Thomschke war von Kriminalbeamten lange beobachtet worden, sie hatten mit ihm zusammen gearbeitet und schließlich hat er sich ihnen gegenüber verraten. * Kleine Tages chronik. Pfarrer Gaisert von Gundelwangen (Schwarzwald) wurde ivegen Verleitung zum Meineid verhaftet. — Der Loligerbereibesitzer Götz ans Erding (Bayern), feit langen Jahren Witwer, hat ein bei ihm bodienfletes junges Mädchen, das sich in anderen Umständen befand, durch Schläge auf den Hintcrkopf betäubt und dann aufgehängt. Er und sein Sohn, der auch an der Tat beteiligt zu sein scheint, wurden verhaftet. — Der 22 jährige Sohn des Bürgermeisters in Villers (Frankreich) versuchte eine junge Dame, um bereu Hand er vergeblich angehalten hatte, zu erschießen, ohne sie jedoch zu treffen. Als er dann erfuhr, daß sein eigenerVater die Verlobung hintertrieben, erschoß er diesen und flüchtete. — Ein riesiger Erdrutsch fand bei Ehamason (franz Schweiz) statt, der bedeuteirdcu Schaden anrichtete. Er erstreckt sich auf überein Kilometer Länge. Ein beträchtlicher Waldkomplex umrde vollständig verschüttet, ebenso ein großer Teil der Ortschaft. — In Sofia wurde bet der Schlichtung eines Streites der Führer der Zontscheviftenpartei, Jtvan Nikolow, in einem Kaffeehause er- schosse n. Ariqinat-DraHtmeldüNsien. 5b. Darmstadt, 22. Jan. Der 1. hessische Handwerks t a g wurde heute vormittag unter dem Vorsitz des Gcwerberates Falck von Mainz, 1. Vorsitzender der Hess. Handwerkskammer, im städt. Saalbau eröffnet. Tie Re- gi ng war durch Geheimerat Braun, Regierungsrat W. .tc'r und Baurat Wagner, die Stadt durch Bcig. Jäger und die Zentralstelle für die Gewerbe durch Regierungsrat Noack vertreten. Nach einem vom Vorsitzenden ausgebrachten Hoch auf S. K'. S>. den Großberzog dankte ^heimerat Braun für die Einladung und Begrüßung und betonte weiter, daß unter den Handwerkern das Bedürfnis nach einer Aussprache vorhanden sei .Tie Regieruitg werde stets gerne Wünsche über die Förderung des hessischen Handwerks entgegennehmeu, wenn sie nicht alle Wünsche erfüllen könne, so liege dies daran, daß sie das Gedeihen aller Volksklassen gleichmäßig zu fördern habe. Haudwerks- kammersyndikus Engelbach erstattete sodann einen Beq richt über die Lage des Handwerks in Hessen. mr. Fechenheim, 22 Jan. Hier hat sich der Spengler Heinrich Pfund in der Wohnung seiner Eltern durch einen Schuß ins Herz getötet. Motiv des Selbstmords: Liebeskummer. Berlin, 22. Jan. Die Anarchisten hatten den gestrigen Tag zu einer größeren Aktion benutzt. In den etwa 60 Vei> stmmlungcn waren die Mitglieder der Anarchistengruppen auf dem Platz, um ein scharf geschriebenes Flugblatt zu verteilen. Es kam dabei zu verschiedenen Zusammenstößen mit den von der sozialdemokratischen Partei gestellten Ordnern. Drei Flugblatt-' Verteiler wurden verhaftet. Das Flugblatt war inzwischen auf Grund des § 130 (Aufreizung zum Klasscnhas^ beschlagnahmt worden. — Wie das „B. T." vernimmt, hat der Unterstaats--' sekretär im auswärtigen Amt Dr. v. Mühlberg gestern feilt Abschiedsgesuch eingereicht. Berlin, 21. Jan. Nach Berichten über Bebels Rede sagte er auch, wenn die Sozialdemokraten heute nic^t auf die Straße gingen, so könne es doch eines Tages passieren, daß sie von der Straße gehen und einen M a ssen str e i k prollamieren wie in Rußland. Berlin, 22. Jan. In Charlottenburg stieß ein Automobil infolge Platzens des Luftreifens mit einem Straßenbahnwagen zusammen. Der Arzt Dr. Alfred Wolf und der Chauffeur Heinrich wurden aus dem Wagen geschleudert. Beide sind schwer verletzt. — Die livländische Baronesse Fransche ist in einem Tattersal vom Pferds gestürzt und schwerverletzt worden. Leipzig. 22. Jan. Der Arbeiter Marciniac in der Vorstadt Lindenau erstach seinen Lvgierwirt Dorns. Schloß Hohenburg, 21. Jan. Nach einem heute aus» gegebenen ärztlichen Bericht ist denGro ß herzogvonLuxem-- b urg nach leichtem Unwohlsein nntevAuftreten neuer Symptome erkrankt. Es trat eine allgemeine Erschwernng des Sprache vermögens und Schluckvcrmögens ein mit Neigung zu Schlafsucht, aber ohne Störung des Bewußtseins; dabei besteht eine allgemeine Relaxation der Körpermuskeln. Paris, 22. Jan. Die von den Sozialisten veranstalteten! Versammlungen zur Erinnerung an den Petersburger blutigen Sonntag sind ohne Zwischenfall verlaufen. Wien, 22. Jan. Hofrat Friedrich Uhl, Redakteur dep (amtlichen! Wiener Ztg., Romanschriftsteller und Theater-K'ritiker, ist im Alter von 81. Jahren in Mondsee gestorben. Moskau, 22. Jan. Die Fürstin K' o s l a w s k a , titi deren Wohnung Bomben gefunden wurden, ist die Tochter des Generalleutnants v. Keller. Mit den Bomben! sollte beim Wasserweihfest GencralgouVerneur Dube-i now, Stadthauptmann Modem und der Gouverneur getötet imb verschiedene Regierungsgebäude zerstört werden^ In Satschatinoskiklozt wurden ebenfalls Bomben entdeckt. Telefonische KursherscMe des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank fflr Hande) und Industrie, Giessen. Frank Tarter Rörs 3^°/0 Reichsanleihe . . 100.90 3% do. . . 8R.90 3>i°/0 Konsols .... 101.05 3% do. . . . . 88 80 3%°/0 Hessen 100.00 3^°/n Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente. . 100/5 4‘/gOesterr. Silberrente 101.20 4% I’n «rar. Goldrente . . 96.10 4% Italien. Rente . . . 106.05 3% Portugiesen Serie I . 68.00 3"6 Portugiesen „ III 68.20 4%6'n russ.Staatsanl. 1905 92.40 4J4°« jnpan. Staatsanleihe 95.95 4 Conv. Türken von 1903 91 40 Tiirkenlose 145 80 4% Gricch. Monopol-Anl. . 53.70 4% ünssere Argentinier . 90.75 3% Mexikaner .... 67.20 4>5% Chinesen .... 9850 Aktien: Bochum Guss 246.70 Buderus E. W 136.30 Tendenz: fest. Berliner Börse, 2 Canada E. B 177.60 Darmstädter Bank . . . 147.90 Deutsche Bank .... 241.50 Dortmunder Union C. . . 95.20 Dresdner Bank .... 166.40 Tendenz: fest. e. 22. Januar, 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmeyer . . 137.75 Elektriz. Schuckert . . . 12>.00 Eschweiler Bergwerk . . 261.50 Gelsenkirchen Bergwerk . 226 00 Hamburg-- Amerik. Paketf. 166 70 Harpener Bergwerk. . . 215 90 Laura hätte 24".50 Nordd. Lloyd 126.50 Oberschles. Eisen-Industrie 132 50 Berliner Handelsees. . . 173.50 Darmstädter Bank . , . 148.40 Deutsche Bank . . . 24170 Deutsch-Asiat. Bank . . 183.00 Diskonto-Kommandit. . . 188.50 Dresdner Bank .... 16640 Kreditaktien 212.30 Baltimore- und Ohio- Eisenbahn 117.00 Gotthard bahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 23 90 Gesten. Staatsbahn . . . 142.80 Brince-Henri-Eisenbahn . 129.60 ! Januar, Anfangskurse Harpener Bergwerk . . — Laurab’itte 247.70 Lombarden E. B . 23.90 Nordd Lloyd .... —- Türkenlose 145.50 Am 20. ds, Mts. vormittags 11 Uhr verschied sanft meine liebe Frau, unsere gute Mutter und Grossmutter D«/i geb. Meietta 68. Lebensjahre. Giessen, den 22. Januar 1906. Mainz und Die trauernden Hinterbliebenen: Adolf Hess sen., Adolf Hess jun., Elisabeth Bücking, geb. Hess, Welheim Biickmg3 Landgerichts-Direktor. °?k-ndn°Ad-! ; Cr°fdiet 7 U lun, «». . !* dmii) Jbfn «UArrrtr SitQt d-Nklk Ä* c"faj uni, ,"!cr»t »I ® '&>* tat ft* ie iobnnJ ■i,tKtfä‘ ^[jen Clne« ef®'Sn&aIet 1t rcDr Ii°»W 'S J“ »f ÖU)CT9 gestern sch übn BebelS Rede beute nie't ans ^ages hüteten, daß sie Cn^if m4£ W«J8 stieß ein At Dr. AM Dolf ** aus dem Wagen 9J L 2ie livländische vvm Pfade tarnniac in der Vorstadt ifirt Borns. sttach einem heute aus- vcrzogvonLuxem- ftreten neuer Symptome t*rung des Svrack» Neigung zu Schlafsucht, dabei besteht eine all- ozi allsten veranstalteten i Petersburger blutigen 'M. ö Uhl, Ncdakteur der ter und Theater-Miker, gestorben. tin Koslaivska, in lirden, ist die Tochter l e r. Mit den Vomben tvuverneur Tube- 'x Gouverneur getötet udc zerstört werden, bomben eutdecht. iherrcMe i der Bank Wr Handel wen. innar, 1.15 W. . Lahmeyer. ■ . Schachert. • ,1er Bergwerk . irchen Bergwerk v-Amerik. Paket >r Bergwerk. . ......... Llovd . ■ • •, le^. Eisen-Industri Handels?«. . ,dter Bank . ■ e Bank . -Asiat Bank • o-Komroandit. • :t Bank ■ • • ktien . • ■ * >re- und Ohio- ibahn . • • • rdbahn . ■ ■ • rd Eisenbahn . • Staatsbahn . • ‘Henri-Eisenbahn 137.75 ]2\00 261.50 226») 1661) 215») W-9 126.50 132 S) 173.50 148.10 24170 183.« 188.50 16610 2125) 117.0) 239) 142.8) 129.60 aT. Anfang«^ _ _ ier Bergarerk - 1 b"tte •• • ' ' 23.9) iden E. B • Lloyd • • • ’ ' 145^0 ulose ■ • • ’ ’ 0"? 0459 Todes-Anzeige und Bekannten die traurige Mitteilung, daß Freunden liebes Töchterchen, werden der Verblichenen stets ein ehrendes Gedenken bewahren. Familie Eduard Sack. Das Bürgermeisteramt ^gemahlen® 10 Pfund 2 12 Pfund (Kiste) 2.50 Mk. 9 Eichenstämme 142 Fichten- täinme Monta. den 29. d. A '*5 2,04 fm 40,20 fm Kakao Kakao Kakao Kakao Kakao Kakao es Gott gefallen hat, mein einziges, unsere gute Schwester sagt Men innigsten Dank $4. Oberwachtmeister Schwarz und Familie Für die so überaus zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden unseres Sohnes und Bruders 10 Pfund 2 1 Stück 11 Giessen, den 22. Januar 1906. Giessen, den 22. Januar 1906. Die Beerdigung findet Dienstag, den 23. Januar 1906, vormittags 10 Uhr, auf dem alten Friedhöfe statt. Schwarzwurzeln .... Dicken Meerrettich .... „ e erieknolleu. . . „ Lauchstaugen . . . Schönen Blumenkohl . .. . getrocknete bosnische Zwetschen Datteln und Feigen . . . Frische extrafeine Tomaten . Extrafeine Rosinen .... 470 , -Terbstangen 26,29 fm Die Zusammenkunft ist am Eingang des Waldes nach Großcn-Buseck. Reiskirchen, am 20. Januar 1906. -Terbstangen 25,16 fm Stämme 0,79 fm " Helle' Citronen 16 Stück 40 P'g. Rote Rübcn, Gelbe Rüben, Zwiebeln D. R. P. a. Anölandspatente unentbehrlich für jedes Restaurant, Hotel, Cafe usw., behördlich verlangt und empfohlen, soll für jeden Platz an nur einen Interessenten vergeben "°^Jntcllig. strebs. Leuten im Besitze von IM0-30W Mk ist Gelegenheit geboten, einen Nutzen von 8—12uuu ja. und darüber zu erzielen. Braiichclcmitnis nicht ersorderlich. _ Schriftliche Meldungen von nur ernsthaften Reflektanten sub K. C. 44 an die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers. Wilhelmine Zirkus nach kurzem, schweren Leiden durch einen sanften Tod zu erlösen. Der tieftrauernde Vater nebst Kindern. Gießen (Grünberger Straße 40), den 2L Januar 1906. Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag 17, Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. 544 Bekünntmüchung In das Genosscnschaftsregi- ster wurde eingetragen bezüglich des Spar- und Vorschuß- Verein Allendorf a. Lda., ein- getr. Gen. m. unbeschr. Haftpflicht: An Stelle des Christof Wallenfels II ist der Landwirt Martin Wallenfels zu Allen- dorf o. Lda. als Direktor in den Vorstand gewählt worden. Gießen, d. 19. Januar 1906. Großherzogliches Amtsgericht. B27, Terpentin-/ Seife I isl WLtneillg v Ä das Ä Beste | Ueberall ro habert. aPaoker 15PE . % Todes-Anzeige. Gott dem Allmächtigen hat es gefallen, unseren lieben, guten Gatten und Vater, Bruder, Schwager und Onkel Herrn Julius Ebel, Wiidprel: iändEer nach langem, schwerem, mit Geduld ertragenem Leiden, versehen mit den heiligen Sakramenten, durch einen sanften lod zu erlösen. Um stille Teilnahme bittet ün Namen der trauernden Hinterbliebenen 538 Elisabetha Ebel, geb. Boos. Todes-Anseige. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unsere liebe Mutter, Schwiegermutter, Grossmutter, Schwägerin und Tante Elisabeth Griebel nach kurzem, schwerem Leiden in die - Ewigkeit zu sich zu rufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Christian Weidig. Giessen (Dammstrasse 28), den 22. Januar 1906. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 24. Januar, nachmittags 3y2 Uhr, vom Portale des neuen Friedhofes aus, statt. Holzversteigerung. Freitag, den 26. Januar d. Js., werden im Markwald der Gemeinde Lützellinden, Distrikt Hahnenkopf und Schanze versteigert. B“/1 Fichten: 10 Stämme von 13—20 cm Durchm. und 11—14 in Länge = 2,17 fm. 1052 Derbstangen -- 67,24 fm zu Sparren, Gerüststangen usw. geeignet. 535 Reisslängen = 16,96 fm zu Baumpfählen, Letterbäumen rc. geeignet. 14 rm Knüppel (6 rm von 3 m Länge). 2510 Wellen. 44 rm Stöcke. « Kiefern: 12 rm Knüppel (3 rm von 3 m Länge. 150 Wellen. Zusammenkunft vormittags 10 Uhr auf der Straße Die Beerdigung findet Dienstag, den 23. Januar, nachmittags 3 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofs aus statt. Das beelen- amt findet Mittwoch, den 24. Januar, morgens 7% Uhr, statt. Feinstes Obstkraut, verschiedene Sorten Ta'elaptel, Grünkohl Endwien, Cocoönüsse rc. rc. Alles enorm billig. Es bittet um geneigten Zuspruch CHr. Hlein aus Köln. HcWe PkttilligNg für Ähnbc Srtöaruppc lsichen. Donnerstag, den 25. Januar 1906, abends 8^ Uhr im uliieren Saale des (£aje Ebel: Dritter Mitgliederabeud. Bortrag des Herrn Professor Dr. Sauer: lieber oberhessische Torsiirchen. Gäste sind willkommen.__________v22A~ Todes-Anse^e. Samstag, den 20. Januar, morgens 7 Uhr, verschied sanft nach kurzem Krankenlager im 76. Lebensjahre unser lieber Vater, Schwiegervater, Grossvater, Urgrossvater, Bruder, Schwager und Onkel Herr Heinrich Ruckstuhl Zimmcrmeister. Im Namen der ^uernden Hinterbliebenen: <5ustax Gerhardt Amalie Gerhardt, geb. Ruckstuhl. FreifeanL Heute 4 Uhr: IE” i Schweinefleisch 52 n. 58 Pfg. | Gießcner Fischhaus SO Sonueustraße 30 All!!- unö LccsisA srifch emgclroNcn 10160 zu deu billigsten Preisen. WHHeilu. Heiserkeit empfiehlt 1537 echten bayrischen Brustzucker Pfund 20 Psg. Georg Wallenfels gegenüber d. Engel-Apotheke. Tee |p Tee Sil Tee Hl Teei®s 0331 Geld-Gewinne, zus. M.i 2@O0@@ Hauptgewinn e i ■ 80 CZ2 30000 Lose ä 3.30 ftU Porto u. Liste 30 PL extr^ empfehlen 6ust Pfordte, Essen (Ruhr). Carl Hemtze, Berlin VJ„ Unter den Llndon 3 sowie alle durch Plakate kenntliche» Losgeschälte. ! I Ächttoaig 11 Dienstag den 23. Jan. und Mittwoch den 24. Jan., habe 2 Waggon Waren in Gießen, und verfaule am Hotel .Lenz'scher Feljenkcller". _ uo- Schönen dicken holländischen Notkohl 2 Stück von 35 Pfg. an , , Weißkohl 2 „ 3o „ „ „ „ „ Wirsing 2 „ 35 ,, „ Extrafeine Apfelsinen (Goldpacknng) I. Sorte 10 ötud oO P'g. Bassermautt-W Stein unter Steinen von Sudermann Heute verschied in Hungen die langjährige treue Stütze unseres Haushalts Emilie Frutio. Der Vorverkauf der Eintrittskarten hei Herrn 5. , Gr. Bürgermeisterei Reiskirchen 13.-, 2.-, für Theatervereinsmitglieder Mk. 4.5b, d.ou, «i.ou, 4.. Wagner. 5311 bat begonnen. Versteigerung. Dienstag, den 23. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, versteigere tch 9teustadt 55 dahier gegen Barzahlung: 1. ca. 100 Liter Rotwein, 2. 2 Drehbänke, üerren- und Damenschtrme, Plüjchsophas, Nerttkows, stleiderschränke, Tische,Bllder u.andere Sachen Versteigerung zu 1 findet bestimmt statt. ö07 Born. Geriristsvollziehcr. Be’r^g 7°, 8. u. 9. Jehr. 1908. @ Strassburger M lotterte Velünnimachung. Die Holzversteigerung vom 18. d. Alts, im Tislrikt Roll ist genehmigt, die Ueberweisung des Holzes findet statt am 24. Januar. D,e Adsuhrlcheme können von diesem Termin ab bei der Freiherrlichen Rentei in Empfang genommen werden. lß"7t Londorf, den 20. Januar 1906. Freih. OberfSrsterei Rabenau _______Schmieder.______ Höhversteigerung Mittwoch, d. 24. Januar L I., vorm. von 9y2 Uhr an soll im Reiskirchener Gcmcinde- wald, Distrikte Schlieberg und Drauschel, nachoerzcichnetes Holz versteigent werden: t »i t <•) 6 Ml. I MW Eröffnung. Giessen, 22. Januar 006. Einem sehr verehrten Publikum von Giessen und Umgebung die ergebene Mitteilung, dass ich mit dem heutigen das der Neuzeit entsprechend eingerichtete 0465 r=i Theater-Restaurant und Cafe n=n dem abseitigen Verkehr eröffne. Gemütliches Familien-Hestaurant. Gemütliches Familien-Bestaurant, Bitte mein neues Unternehmen gütigst unterstützen zu wollen. ^sitora 8Co©h für unsere sämtlichen Artikel der Trüb gewordene Wäsche und Reste verkaufen wir ganz besonders unter Preis. C. Röhr & Co Bahnhofstrasse 44. Bahnhofstrasse 44. vr 459 (Eingetragener Verein). aus anständiger Familie. gut empfohlenen 547 Carl HaaS jun. 534| 3 Z.-W. zu vermieten. [420 Näheres Stephanstraße 25, pari. in ■ > Tie Vertretung einer giopen und leistungsfähigen lS3l7i y Zimmer Weidenau (Sieg>. 467> KauTGeslrchr 3n uermieten 8 Z.-W. 5 Z.-W. 3Z.-W. Hausbuvfchen. Carl Nowack, Modewarenhaus. s Lehrimgsstelle Für den Lohn achtbarer Eltern ist ans dem Kontor einer hiesigen Wein-Großhandlung Lehrlings- ftelle offen. Schri'll. 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