Nr. 195 erscheint tOßll- mit Ausnahme deS Sonntags. Die „Gietzener ZamllienblStter" werden dem „Anzeiger viermal wöchentlich beigclegt. Der Etzristsch« Landwirt" erscheint monatlich einmal. Rotationsdruck und Verlag der Brühl'fche» UniversitätSdruckeret. R. Lang», Sießvr. Redaktion, Expedition «.Druckerei: Schulstr.U, Tel. Rr. 6L Telegr.'Adr.: Anzeiger Gieß«. Zweites Blatt 156. Jahrgang Dienstag Äl. Angnst 1906 Giehener Anzeiger General-Anzeiger, Amt;- und Anzeigeblatt für den Kreis Siehrn. Amtlicher Heil. Kelranntmachung. Unter Bezugnahme auf unsere Bekanntmachung von: 9. d. M. — Kreisblatt Nr. 97 — bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß das Scharfschießen des Infanterie- NeginlcntS Nr. 116 in dem Gelände bei Lützellinden bereits am 22. ds. Mts., nachmittags 3 Uhr, beendet ist. Die beteiligten Großh. Bürgernleistereicn werden beauftragt, dies sofort ortsüblich bekannt machen zu lassen. Gießen, den 21. August 1906. Großhcrzogliches stiei5anit Gießen. I. V.: Dr. Merck. politische Tagesschaer. Eine nationale Gefahr. Man schreibt uns: Mag Deutschlands Bevölkerung in noch so viel Parteilager gespalten sein, so gabt es doch immer verschiedene nationale Fragen, die vernünftigerweise zu einer Einigung führen sollten — und sei es auch nur von Fall zu Fall. Bei manchen Reichstagsnachwahlen hat ein derartiges Zusammenwirken ja schöne Früchte getragen, wogegen Uneinigkeit nur dem sozialdemokratischen Kandidaten zum Siege verhalf. Nun hat sich besonders in diesem Jahre, welches für die Landwirtschaft reich gesegnet ist, wieder eine Kalamität bemerkbar gemacht, die nicht unterschätzt werden darf, weil sie eine Gefahr für die nationale Existenz Deutschlands in sich birgt, wir meinen das Wströmen der Landbevölkerung nach den Industriezentren, wodurch eine Leutenot in der Landwirtschaft entstanden ist, der nur dadurch einigermaßen gesteuert werden kann, daß das Kriegsministerium Soldaten zum Ernteurlaub abkommandiert und daß ferner zahlreiche Scharen slavischer Arbeiter herangezogen werden. Wo sich die Slaven aber einnisten, da geht cs mit ihnen so wie mit gewissen blutrünstigen Tierchen: sie sind nicht mehr oder nur höchst schwierig hermlszubringen. Ja, wenn man sie noch eindeutschen könnte, aber mit den slavischen Landarbeitern kommen auch polnische und tschechische Agitatoren mit, deren Propaganda schon dafür sorgt, daß der slavischen Nation fein placke und kein Wenzelssohn verloren geht. Nicht weniger als zwei Millionen slavischer 'Arbeiter muß Heuer in den erträgnisreichen Jahren die deutsche Landwirtschaft beschäftigen. So züchten wir also eine slavische Landbevölkerung heran, die vom deutschen Bauern natürlich gern Kost und Lohn nimmt, aber ihn dafür aus das grimmigste haßt, und in unseren Industriegebieten schwillt ein international gesinntes deutsches Arbeiterproletariat mächtig an, dem der Reichsgedanke immer gleichgiltiger wird. Daher droht dem Lande das Schicksal, zwischen die Skylla des Slaventums und die Charibdis des Arbeiterproletariats zu geraten, wenn die Gesetzgebung nicht rechtzeitig Vorsorge trifft. Allerdings wird dieses Problem nicht leicht zu lösen sein.______________________________________________ Neue russische Untaten. Ein neues Warschauer Attentat wird heute bekannt. Tie „Nordd. Allg. Ztg." meldet: Als der Verweser des deutschen Generalkonsulats in Warschau, Freiherr v o n L e r ch e n f e l d , sich am 14. Aug. vom Gebäude des Generalkonsulats nachmittags nach einem wenige Minuten entfernten Klub begab, wurde er von einer Person an» gefallen, die russische Osfiziersuniform trug. Dieselbe kam Herrn v. Lerchenfeld entgegen, ergriff als sie dicht an ihm vorüberging, sein rechtes Handgelenk mit der linken Hand und versetzte ihm zwei Faust schlage gegen die Schläfe. Darauf entfernte sich der Angreifer eilig, bestieg eine Droschke und fuhr davon. Freiherr v. Lerchcnfeld hatte, als der Fremde seine Hand ergriff, zunächst an eine Personenverwechselung geglaubt und fand, durch die Faustschläge gänzlich betäubt und überrascht, nicht Zeit, den flüchtenden Täter festzuhalten. Polizei oder Militär war nicht in der Nähe. Die Straße war fast menschenleer. Der Freiherr war nicht bewaffnet. Der Verweser des Generalkonsulats teilte den Vorfall unmittelbar dem Generalgouverneur mit, der sofort zur Feststellung der Persönlichkeit des Angreifers die erforderlichen Verfügungen traf. In Petersburg wurde der Ueber- fall auf Weisung der deutschen Regierung alsbald diplomatisch zur Sprache gebracht. Am nächsten Tage sandte die russische Regierung der deutschen Botschaft eine amtliche Note, in der sie ihr lebhaftes Bedauern über den Angriff ausdrückte und mitteilte, da); dem Generalgouverneur von Warschau schleunigst Weisung zugegangen sei, die energischsten Maßregeln zur Aufklärung des Vorfalles zu ergreifen und außerdem machte der Generalgouver- A,eu?'<-Don Warschau dem deutschen Generalkonsulatsverwcser aus Anlaß des Vorfalls einen Besuch. Tie Warschauer Polizei erfuhr ferner, daß eine junge blonde Dame die Bombe gegen General Skalon geworfen hatte. Sie ließ alle jungen Mädchen des Stadtviertels versammeln, fani> aber die Gesuchte nicht unter ihnen. In Schänken in Kurland wurden ein Bahnwächter, seine Frau und Ävei Kinder von Revolutionären ermordet. Während des Gottesdienstes in der Kirche von Drostenhof wurde der vor der Kirche postierte Schutzmann durch drei Revolverschüsse getötet. Der Mörder nahm sodann die Waffe des Polizisten an sich und entkam. In O d e s s a wurde auf den Redakteur einer reaktionären Zeitung, Grafen Konownizyn, ein Attentat versucht, mißlang jedoch. Nach einer in Schnscha eingetroffenen Drahtnachricht übersielen Tataren aus dem Torfe Matrawand auf einem Ritte befindliche Kosaken und töteten vier derselben. Eine Sotnie kam den Kosaken zu Hilfe. Sie wurde mit Schüssen empfangen. Es kam zwischen den Truppen und den Tataren zu einem Gefechte, nach dessen Beendigung das Torf der Tataren zerstört wurde. Deutsches Reich. Berlin, 20. 'Aug. Die „Nordd. Allg. Ztg." schreibt: Wie mir hören, hat der Reichskanzler das bereits er- toätjnte Schreiben des Land Wirtschaftsmini st ers vom 13. 'August zum Gegenstand eines eingehenden Vortrages bei dem Kaiser gemacht. Letzterer hat darauf in Uebereinstimmung mit dem Vortrage des Fürsten Bülow erklärt, daß er aus Grund der Ausführungen des Ministers vom 13. August zurzeit nicht in der Lage sei, über die Frage der Entlassung Podbiels- k i s aus dem Staatsdienst eine definitive Entschließung zu fassen. — Ter Reichskanzler Fürst v. Bülow ist heute vormittag wieder von Wilhelmshöhe in Norderney eingetroffen. — Ter Chef der Reichskanzlei v. Löb eil ist von Wilhelmshöhe nach Berlin zurückgekehrt. Er hatte am Freitag und Sonntag Besprechungen mit dem Fürsten Bülow und wurde am Samstag zur kaiserlichen Tafel befohlen. — Ter Gesandte Dr. Stübel begibt sich morgen mit Urlaub von Christiania nach Berlin, aber nicht, wie er dieser Mitteilung lächelnd hinzufügte, zu einem neuen Arnimprozeß, sondern um seinen langentbehrten Hausstand nach Christiania zu überführen. — Tie Behauptung, der Leiter des Kolonialamts Erbprinz zu Ho Henio ye-Langenburg beziehe neben seinem etatsmäßigen Gehalt eine Zulage aus dem kaiserl. Dispositionsfonds, wird als in ihrem ganzen Umfange jeder tatsächlichen Unterlage entbehrend erklärt. —Tie „Deutsche Tagesztg." meldet: Tse beschlagnahmten Geschäftsbücher der Firma Tippelskirch sind der Firma am 18. August zurückgegeben worden. Gutem Vernehmen nach hat sich fein Anhaltspunkt dafür ergeben, daß seitens der Firma nach irgend einer Seite hin zu unlauteren Zwecken Gelder ausgegeben worden sind. — Reichstagsabg. Dr. Ablaß wurde heute nachmittag in der Ko 1 on i a la f färe vor dem Untersuchungsrichter des Landgerichts in Hirschberg in Schlesien kommissarisch, vernommen. Cs handelte sich zunächst um den Fall Puttkamer. Dr. Ablaß sollte seine Gewährsmänner nennen und über die Art der Herkunft seines Materials Auskunft geben. Dies lehnte Dr. Ablaß a b. Dieser Vernehmung schloß sich eine weitere Vernehmung des Abgeordneten in der Untcrsuchungssache gegen die Beamten des Kolonialamtes Götz und Schneider an. Hier stellte sich Dr. Ablaß auf den Standpunkt, daß er zunächst von dem Zeugnisverweigerungsrecht des Verteidigers eines der Angeklagten Gebrauch mache, betonte aber außerdem, daß er auch hier das Material, welches er als Reichstagsabgeordneter erhalten habe, n ich t pr e rs- g e b e. Er lehnre deshalb die Herausgabe feiner Verteidigungsakten sowie seiner Neichstagsaiten ab. Hierauf wurde Dr. Ablaß die gerichtliche Beschlagnahme in Aussicht gestellt. Ausland. Paris, 20. Aug. lieber das geplante Attentat auf den Präsidenten Falliör es wird aus Marseille noeh berichtet, daß der richtige Name des verhafteten Anarchisten Spirillo ist. Er ist Schuhmacher. In seiner Wohnung ivurden Patronen und Schießpulver zur Herstellung von Bomben gefunden. Er trug bei «seiner Verhaftung einen sechsläufigen geladenen Revolver bei sich, sowie einen Paß auf den Namen Vincanso aus Cast'ellamare. Spirillo soll Mitschuldige haben, nach denen die Polizei fahndet. Man nimmt an, daß er von einem Komitee beauftragt mar, ein Attentat auf den Präsidenten zu verüben. — In einem ungewöhnlich kräftigen Italiener, welcher den Schuhmacher besuchte, während Detektivs im Schusterladen verborgen waren, und der dort sofort festgenommen wurde, vermutet man das Oberhaupt der Verschwörung, deren Teilnehmer meist solche Italiener sind, welche aus Frankreich ausgewiesen sind, aber unter falschem Namen wiederkehrten. Tr oppau, 20. 9(ug. Eine gestern nachmittag in Giloh- ivitz abgehaltene tschechische Versammlung verlief ruhig. Nachher zogen etwa 200 Teilnehmer in kleinen Gruppen in die Stadt. Hierbei kam es zu Zusammenstößen mit den Deutschen. Die Gendarmerie schritt ein. Eine heftige, durch Werfen einer Knall bombe erzeugte Detonation rief Beunruhigung hervor. Um die Ansammlungen zu zerstreuen, rückten zwei Kompagnien Infanterie aus. Bald trat Ruhe ein. Valparaiso ist ein Hausen von Ruinen! Das Erdbeben hat sich schon vor mehreren Tagen am Seismographen bemerkbar gemacht. In der Nacht vom 14. zum 15. waren über 32 Erdstöße angezeigt worden. Seitdem folgten in kurzen Abständen noch über hundert Stöße. In der Nacht vom Donnerstag zum Freitag sind 82 Erdstöße verspürt worden. Im ganzen sind über oOO Erdstöße wahrgenommen worden. Nach dem zweiten Stoß trat eine furchtbare Finsternis ein, bald aber erleuchteten Brände die Stadt. Die auf dem vom Meere abgewonnenen Land erbauten Viertel litten am meisten. Die Kirchen stürzten ein. Die brasilianische Avenue wurde saft völlig zerstört. Die Hügel bei der Stadt litten nur wenig und boten den Flüchtlingen Zuflucht. Die Stadt- und Schulgebäude wurden gerettet, fast alle Häuser sind jedoch unbewohnbar. Die Güterschuppen des Zollamtes sind fast ganz zerstört. Infolge Berstens der Wasserleitung ist die innere Stadt überschwemmt und Trinkwasser fehlt. Das Administrationsgebäude und das Viktornr-Theater sind bis auf die Fundamente vernichtet; die Marineschule blieb verschont. Eine Schwadron Kavallerie hat die Weisung, Vieh nach der Stadt zu bringen. Es wird eine kommerzielle Krise befürchtet. Der Kriegsminister und der Minister des Innern sind mit Abteilungen Freiwilliger der Armee und der Feuerwehr unterwegs, um die zerstörten telegraphischen Verbindungen wieder herzu- stellen. Viel Schaden wurde in dem Bergwerks-Distrikt Noglais- Calera angerichtet. In dem Gefängnis von Valparaiso stürzte ein Teil der Ge-, bäude ein, wodurch 140 Gefangene um kam en. In der Umgegend von Serremvto sind viele Ortschaften zerstört und zwar Popodo, Zapalla Ligno usw. In Talea sind ebenfalls viele Gebäude zerstört, 50 Personen getötet und 150 schwer verletzt worden. Der Gesamtschaden wird amtlicherseits auf ungefähr 100 Millionen Piaster geschätzt. Vino del Mar mit 1000 Einwohnern, Quirihu6 mit 2500 Einwohnern, Limache mit 6500 Einwohnern, Guillota mit 10 000 Einwohnern und alle Ortschaften rings herum sind zerstört. Die Bewohner kampieren in den Bergen, Nahrung ist rar. Einem amtlichen Bericht aus Chile zufolge ist der ganze nördliche Teil des Landes unbeschädigt geblieben. Zwischen Valparaiso und Vino del Mar ist 'ein Hügel eingestürzt, wodurch der Eisenbahnverkehr zwischen diesen beiden Orten zerstört wurde. In Santiago sind alle Brücken eingestürzt. Die Erde hat sich bis zur Diese von 60 Fuß aufgetan und es sind Risse im Umfange von 200 Fuß entstanden. Nach einem Telegramm aus Galvestone wurden in Los And es 800 Personen verschlungen, in/Melipilla 200, nur wenige entkamen. Allen privaten Meldungen steht indes solgendes, bei der Berliner chilen. Gesandtschaft eiugegangenes Telegramm des Mi- nisteriums des Auswärtigen in Santiago entgegen: „Am 16. August abends wurden die Provinzen von Valparaiso und Talea von einem Erdbeben heimgesucht. Verlust an Menschenleben nicht bedeutend. Schaden an Eigentum in Valparaiso bedeutend, in Santiago weniger bedeutend. Oeffentliche Ordnung ungestört, Behörden und Private sorgen für alle Bedürfnisse auswärtiger Vertreter und deren Familien." Die Gesamtsumme der Feuerversicherungen in Valparaiso bei Lloyds wird auf y» Mill. Lstr., Schiffs- und Warenversicherungen auf 2 Mill. Lstr. geschätzt. Von den Versicherungsgesellschaften scheinen am meisten beteiligt zu sein Royal London and Laneashire und Liverpool London and Globe. * Die Besitzer chilenischer Staatspapiere sind in Unruhe versetzt, namentlich die Zeichner der im April d. I. aufgelegten 41/2 prozentigen 75 Millionen Goldanleihe, Kin Weiscbrief des Aeichstagsakg. Ar. Wallau. Vom Reichstagsabg. Dr. Wallau, der bekanntlich an der rzahrt deutscher Reichstags-Abgeordneten nach O st a s i e n teilnimmt, ging uns nachstehendes vom 6. Aug. datiertes Schreiben zu: «... . Au Bord des „Prinz Heinrich". schreiben Sie mir doch recht ausführlich immer von Ihrer mepe ; „mein Sohn sammelt leidenschaftlich Briefmarken, wollen Sie nt Japan und China daran denken", so lauteten zumeist die Abschiedsworte der Freunde und Bekannten, die ich vor der Abreise sprach; besondere Genießer sagten wohl auch „bringen Sie mir doch eine kleine Geisha (Teemädchen) mit"; in welche Verlegenheit möchten wohl einige dieser Auftraggeber kommen, wenn ich mich des Auftrags prompt und tatsächlich entledigen wollte? Der Zweck unserer Reise ist, uns über die Verhältnisse der deutschen Niederlassung in Kiantschon und über die Stellung der Deutschen in Japan und China an Ort und Stelle zu unterrichten und auf Grund unserer Informationen auf Abstellung von Mißständen und für die Förderung des deutschen Handels und der deutschen Interessen zu wirken. Teilnehmer sind die Herren v. Böhlendorf, Dr. Lukas, v. Riepenhausen und meine Wenigkeit. In Hamburg kamen wir, v. Böhlendorf und ich, an Bord des „Prinz Heinrich",- während die beiden anderen Herren in Genua zu uns stießen. „Prinz Heinrich" ist keiner der ganz großen Dampfer, er hat 6200 Bons Wasserverdrängung, 180 Mann Besatzung und verbraucht bei flotter Fahrt täglich 1800 bis 2000 Zentner Kohlen; die großen Amerikasahrer verbrauchen 5—6000 Ztr. täglich. .So ging es denn in Hamburg unter Donner und Blitz mit heftigem Gewittersturm am 19. Juli nachmittags 1 Uhr ab; bei dem Sturme dachte ich, loie der, der am Montag geköpft werden sollte: na, die Woche fängt ja gut an; denn unser Schiss schaukelte schon in der Elbe, daß ein eigentümliches Gefühl von der Magengegend anfing nach oben zu krabbeln, aber siehe da, in offener See ließ der Wind nach und wir hatten flotte Fahrt ohne Zwischenfall bis Antwerpen, wo wir Freitag abend schon um 6 Uhr anlangten. Antwerpen mit seinem riesigen Hafen macht, sowohl von der Wasserseite wie im Innern, einen ausgezeichneten Eindruck. Die Sauberkeit der Holländers ist mit der Liebenswürdigleit und Zuvorkommenheit der Franzosen bei den Belgiern gepaart. In Antwerpen wurden Kohlen eingenommen und unendliche Fracht, deshalb hatten wir Aufenthalt bis Montag mittag 12 Uhr. Bei schönstem Wetter begann die Weiterreise, aber je mehr wir uns dem Kanal näherten, um so mehr frischte der Wind auf, bis wir eine recht kräftige See batten, und manchem der Passagiere konnte man zurufen: „Was willst Du, Fernando, so trüb und bleich, was bringt mir Dein bebender Schritt?" Ich dachte, was machst du dich mies mit den Kosacken, und legte mich in5 Bett, nut dem Erfolg, daß das, was ich bei mir hatte, auch bei mir blieb: neues kam allerdings nicht dazu. In der Nacht gab es eine furchtbare Tuterci, und als ich zur Luke hinaussah, war dicker, schwarzer Nebel, weshalb alle paar Sekunden das Nebelhorn ertönte, ein zartes Geräusch, etwa so, als ob einem gegen 6 Uhr abends zur Fütterungszeit cm halbes Dutzend Kühe aus einmal dicht ins Ohr brüllten; tatsächlich passierten in fraglicher Nacht im Kanal mehrere Zu- ,ammen flöße, sogar mit Vertu,t von Menschenleben. Gegen 11 Uhr morgens kamen wir nach Southampton, nachdem wir die ^u,el Wight passiert hatten, die bekanntlich durch ihre autzerordent- lich geschützte Lage beinahe tropisches Klima hat; das große königl. Schloß Osborne lag dicht vor uns.' habet ankerten sieben englische Panzerschiffe, ein Riesenkerl dabei: „0 du Ekel" dachte ich, „du Unflat". In Southampton legten wir nicht an, sondern blieben draußen in See, eine Tampsbarkasse brachte Post, Gepäck und Passagiere und nach dreistündigem Aufenthalt ging es weiter nach Gibraltar. Der atlantische Ozean in seiner majestätischen Unendlichkeit liegt vor uns und bringt uns so recht unsere Sandkorn- Existenz zum Bewußtsein. Bald haben wir Kap Finisterre passiert, berüchtigt wegen seiner hohen See, benimmt sich aber dem „Prinz Heinrich" gegenüber sehr anständig und am 27. Juli morgens 8 Uhr sind wir dicht bei Kap Vincent, wo die Brandung in ewiger Wut gegen die schrosf aus dem Meere emporsteigenden Felsen tobt; für uns Deutsche ist hier historischer Boden, kämpfte doch hier im Jahre 1680 Kapitän Alders gegen die überlegene spanische Flotte und brachte ihr schwere Verluste bei; Spanien hatte dem großen Kurfürsten die lange versprochenen Subfibiengelber nicht gezahlt^ da schickte der praktische hohe Herr seinen Kapitän Alders in See mit dem Auftrag, was er von spanischen Kauffarteischisseu sände, zu kapern und wirklich gelang es Alders, ein Schiss mit sehr wertvoller Ladung wegzunehmen. Sehr erfreut und mit dem Gebauten „das scheint was zu bringen" wurden nun von dem Gr. Kurfürsten 5 Fregatten ausgerüstet und Alders mit dem Auftrag in tacc geschielt, einer Silberflotte, die Spanien aus Weftindicn erwartete, aufzulauern und sie wegzunehmen. (Schluß folgt.) Dresden, 20. Aug. Tie französischen Aerzte besuchten heute das Städtische Krankenhaus, die Frauenklinik, das Säuglingsheim und die Kunstgewerbeausstellung. Bei dem Diner, das in der Ausstellung stattsand, brachte Oberbürgermeister Beutler em Hoch auf die französischen Aerzte aus. Seren Emission Men Erfolg batte, daß die Subskriptionslisten sehr bald geschlossen werden konnten. Deutsche Klemkapttalrsten hatten sich zahlreich an der Zeichnung beteiligt, und sie snidnun in Sorge, schon wegen der Einlösung des im Oktober d. I- fällig werdenden ersten Zinsschcmes. Wir glauben nicht das ^er Schwierigkeiten entstehen. Das emittierende iNnanz-Jn- stitut, die Deutsche Baus, wird zweifellos entivrechende Vorkehrungen trcsscn, den regelmäßigen Zinsendienst aus eigenen Mitteln sicher zustellen, falls die chilenische Negierung sich nutzer stände MKL' fürs nächste ihren sinanziÄen B-Echtungen m vollem Umfange nachzukommcn. Jedenfalls ser auf !die ^tsache hingewiesen, das; der chilcnycye Staat fernen Kundendienst auch damals pünMich erfüllt hat, als seine finanzielle Entwicklung durch politische Streitigkeiten Mit Argentinien und damit ver bundene Ausgaben für Wehrzwecke stark beeinträchtigt war. Nun besteht allerdings die Möglichkeit einer nachteiligen Rückwirkimg der Erdbebenkatastrophe auf die Salpeter- und Kupfer Produktion des Landes, die der Staatsrasse aus Grund der Exportzölle die hauptsächlichen Einnahmen ?ufuhrt. Es liegen erfreulicherweise auch in dieser VezielMNg bereits beruhigende Erklärungen seitens der am Handel Mit Chile beteiligten Firmen vor, mit einem zeitweiligen Rückgang des Exportgeschäftes muß aber doch wohl gerechnet werden, schon aus den gehörten allgemein wirtschaftlichen Verhältnissen heraus, die sich besonders in den Hafenstädten. bemerkbar wachen dürsten. Ferner schlicken die durch die Erd^benkalahrophe in San Franzisko gegebenen Erfal-rinigen icdcn ZweHl darüber aus, das; der Wiederaufbau Valparaifo's dem chilenischen Staat sehr bedeutende Ausgaben verursachen wird. Durch eine mnyre Anleihe wird man sie kaum bestreiten können, ev ist iM Gegenteil zu erwarten, das; die il?rer Existenzmittel beraubten chilenischen Bürger die Regierung um Unterstützung angehen Also ist Die Möglichkeit eines erneuten A p p e l l s C h i l e s and e n internationalen Geldmarkt in Betracht zu zi h . Es wird dem schwer heimgesuchten Lande ;a auch Nicht an freiwilliger .Hilfeleistung fehlen. Das benachbarte Argentinic , das erst seit etwa vier Jahren auf freundschaftlichem rNM mit Chile steht, eröffnet in anerkennenswerter Welse den Reigen der Hilssaktionen. .Hier ist speziell für die Regierung der Vereinl^- ten Staaten Gelegenheit, den attamerikamschen Gedanken m d e Tat urnzusetzen, für den soeben erst der Staatssekretär Root auf dem Kongress in Rio de Janeiro rednerisch sich ms Zeug legte. Alles in Allem: als Wirkung der Erdoebcnkatastrovhe erscheint ein zeitweiliger Stillstand im wirtschaftlichen Aufschwung Chilc's unabwendbar, im Markte aber ist der natwnalokonomischc Organismus des Freistaates offenbar nicht getrosten, und deshalb dürsten die Staatsglüubiger Chile's gut tun, die weitere Entwicklung in Ruhe abzuwarten und von Angstverkaufen in chilenischen Fonds sich zuruckhalten. An den Börsen gewinnt bereits wieder eine zuversichtliche -Stimmung die Oberhand, wie sich in der Kursaufbcsserung für chilenische Werte zeigt. — Wie dem Reuterschen Bureau aus Port de Francs gemeldet wird, sind mehrere Erdstöße auf der Insel Martinique erfolgt. Schaden ist nicht verursacht worden. 8. Sitzung der Großh. Handelskammer Gießen mr die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach. Protokoll-Auszug. Gießen, 15. August 1906. Anwesend die Herren: Kommerzienrat Koch, Vorsitzender, DürVeck, Friedberger, Klingspor, Nowack, Nam- speck, Rinn, Röhr, Schmoll, Stammler, Wallach, Zurbuch, sowie der Syndikus Dr. Knipper. 1. Aus dem Geschäftsbericht ist folgendes mit- zu teilen: a) Herr A. Steinecke-Lollar hat infolge seines Wegzugs aus dem Kammerbezirk sein Äirnt als Mitglied der Handelskammer nieoergelegt. Die Ersatzwahl soll gegen Ende des Jahres gelegentlich der regelmäßigen Ergänzungswahlen vorgenommen werden; b) Ter preußische Landeseisenbahnrat ist vom Ministerium der öffentlichen Arbeiten um ein Gutachten darüber ersucht worden, ob ein allgemeines Verkehrs- , bedürfnis für die Ausdehnung des Ausnahmetarifs vom 15. Januar 1905 für die Beförderung von Steinkohlen und Koks aus dem Ruhrgebiet nach den Eisenwerken an der Sieg, Till und Lahn auf die Beförderung von Braunkohlen und Braunkohlenbriketts aus dem rheinischen Braunkohlengebiet nach den genannten Gegenden vorliege. Die Handelskammer hat dem Großh. Ministerium der Finanzen hierzu berichtet, daß die Eisenindustrie ihres Bezirkes an einer solchen Erweiterung des Ausnahmetarifs vom 15. Januar 1905 kein Interesse habe; e) Anläßlich des Ablebens des Herrn Geh. Kommerzienrats Ph. Barthels, Vorstandsmitglied des Deutschen Handelstags, und des Herrn Senator W. Henkel, Vorsitzenden der Handelskammer Göttingen, hat die Handelskammer den beiden Körperschaften ihre Teilnahme ausgesprochen. 2. Eiscnbahnverkchrsordnung. Tas Reichs- Elsenbahnamt hat einen vorläufigen Entwurf einer neuen Eisenbahnverkehrsordnung der öffentlichen Kritik übergeben. Die Handelskammer, die den Entwurf durch eine Kommission einer Durchberatung hatte unterziehen lassen, ernannte an, daß die Neubearbeitung, abgesehen von einer klareren Fassung gegenüber der jetzigen Verkehrsordnung manche Verbesserung enthält und den wiederholt geäußerten Wünschen des Handelsstandes z. Tl. Rechnung trägt, so z. B. bezüglich der Aenderung des Frachtbriefformulars, der Ausdehnung der Haftung der Eisenbahnverwaltung für Güter, die unter ihrem Mitverschluß in Zoll- und Revisionsschuppen wutergebracht sind und teilweise auch hinsichtlich der Abkürzung der Lieferfristen. Trotzdem bleibt in dem Entlvurf eine Reihe berechtigter Forderungen des Handelsstandes unerfüllt. Tie Handelskammer beschloß daher, bei dem Reichseisenbahnamt noch weitere Aenderungs- anträge zu stellen. Tie Kammer sprach sich u. n. gegen bie Beschränkung von Tarifen auf einzelne Erwerbsgruppen aus, toie, es bei den Notstandstarifeu für Futtermittel geschehen ist, ferner für Erhebung von Wagenstandsgeldern an Sonn- und Festtagen, sofern nicht am 2. Tage vor dem Sonn- oder Festtage der Verzug eingetreten war, sowie für die Avisierung bahnlagernder Güter, die Zulassung von Frachtberechnungsvorschriften auf dem Frachtbrief und für die Slbkürzung der Abfertigungsfrist für Eilgut auf einen halben Tag, für Frachtgut auf einen Tag. 3. Reform des Wechselprotestes. Im Reichsanzeiger wurde vor einiger Zeit ein vom Reichsjustizamt ausgearbeiteter Gesetzentwurf, betr. die Erleichterung des Wechselprotestes veröffentlicht. Ter Entwurf sieht insbesondere die Einführung des Postprotestes und mehreren Vereinfachungen des Protestverfahrens vor. Ter Protest mangels Zahlung ist auf den Wechsel selbst zu setzen, womit die Wechselabschrift überflüssig wird. Bis zur Aushändigung der Protesturkunde sollen Berichtigungen zulässig sein. An Stelle der Eintragung der Proteste in ein Register werden Abschriften der Proteste gefordert. Bei ungenauen Orts- bezeichnungen soll im Nachbarortsverkehr die Erhebung .eines Windprotestes nicht mehr erforderlich fein. — Die Arvtestbeamten sollen Spie BefugniA zur Annahme der Wechselzahlung erhalten und die Proteststunden sollen einheitlich auf die Zeit von 8 Uhr vormittags bis 7 Uhr nachmittags festgesetzt werden. Endlich ist die Gleichstellung der Domizil- und Zahlstellenwechsel in bezug auf die Protesterhebung und die Folgen ihrer Unterlassung vorgesehen. Ter Enttvurf trägt den Wünschen des Handels im allgemeinen Rechnung, sodaß die Handelskammer von Abänderungsanträgen abzusehen beschloß. Auch die dem Reichskanzler zugestandene Befugnis, dem Postprotest gewisse Beschränkungen vorzuschreiben, so z. B. bezüglich der Zulassung der Wechsel bis zu einem Betrage von 800 Mk. fand die Zustimmung der Kammer. 4. Arbeitszeit in kaufmännischen Kon-, tor en. Ter Beirat für Arbeiterstatistik hat am 5. Jüli 1905 beschlossen, der Reichsregierung eine gesetzliche Regelung der Arbeitszeit in kaufmännischen Betrieben, die nicht mit offenen Verkaufsstellen verbunden sind, zu empfehlen. Er hat insbesondere die Gewährung einer ununterbrochenen Ruhezeit von mindestens 11 Stunden nach Beendigung der täglichen Arbeitszeit für das kaufmännische Kontorpersonal, die Bewilligung einer Mittagspause von IV2 Stunden und die Einführung der vollständigen Sonntagsruhe vorgeschlagen. Eine Verkürzung der llstündigen Ruhezeit soll in außergewöhnlichen Fällen, z. B. bei Jnventurarbeiten und außerdem an höchstens 30 Tagen im Jahre, eine höchstens zweistündige Sonntagsarbeit nur auf dem Wege ortsstatutarischer Bestimmungen zulässig sein. Die Handelskammer erklärte sich mit dem ersten Teile der Vorschläge einverstanden, hält aber die Einführung der vollständigen Sonntagsruhe mit Rücksicht auf die Natur der einzelnen Geschäftszweige nicht für zweckmäßig. Die Zulassung der Sonntagsarbeit durch Ortsstatut können diese Bedenken nicht beseitigen. Sie beschloß daher in einer Eingabe an das Neichsamt des Innern und das Großh. Ministerium des Innern gegen die auf die Einführung der vollständigen Sonntagsruhe gerichteten Vorschläge Einspruch zu erheben. 5. Frachtermäßigung für inländische Eichenlohe und Lohkuchen. Der Zentralverband des landwirtschaftlichen Vereins für Rheinpreußen hat den Antrag gestellt, für inländische Eichenlohe und für Lohkuchen eine Frachtermäßigung von ca. 30 Proz. zu gewähren. Iw der Begründung des Antrags wird hervorgehoben, daß infolge des enormen Preisrückgangs für Eichenlohe die Bedeutung des Eichenschälwaldes für die kleineren Landwirte immer mehr abgenommen habe und daß die beantragte Frachtermäßigung eine, wenn auch nur geringe Besserung der Preise und eine Erweiterung der Absatzmöglichkeit erwarten lasse. Tie Handelskammer beschloß, den Antrag im Interesse der Lederfabrikation ihres Bezirks zu unterstützen. 6. Bewilligung eines Ausnahmetarifs für die Beförderung von Setz st einen, Senk- steinen und Schotter von Guntersau. nach Ob er lohnst ein. Es ist beantragt worden, die Fracht von Guntersau nach Ober-Lahnstein für Basalt-Setzsteine, Senksteine und Schotter zu ermäßigen und die Ausfuhr nach Holland und darüber hinaus zu ermöglichen. Die Handelskammer, die von der Eisenbahndirektion Mainz hierzu um eine gutachtliche Aeußerung ersucht worden war, war nach Ansicht der Basaltsteinbruchbesitzer ihres Bezirks der Awsicht, daß der beantragte Ausnahmetarif für die Hartsteinindustrie ihres Bezirks zwar nur ein beschränktes Interesse hat, aber immerhin geeignet sein würde, die Konkurrenzverhältnisse zu ungunsten der oberhessischen Basaltindustrie zu verschieben und beschloß in diesem Sinne der Eisenbahndirektion zu berichten. 7. Erhebung des Frachturkundenstempels. Die Eisenbahnverwaltung zieht den Frachturkundenstempel von dem Frachtzahler ein. Diese Art der Erhebungen entspricht keineswegs der Absicht des Gesetzes und hat zu manchen Unzuträglichkeiten geführt. Da die W- wälzung der Steuer sich schwierig gestaltet, so bedeutet sie in vielen Fällen eine Belastung der Empfänger. Die Handelskammer beschloß, bei der Eisenbahnverwaltung zu beantragen, daß die Einziehung des Frachturkundenstempels bei dem Aussteller des Frachtbriefes vorgenommen werden möge. 8. Eingänge. Ter Handelskammer sind von zuverlässiger Seite Mitteilungen zugegangen über eine in St. Petersburg geplante internationale Ausstellung von .Leder, Häuten, Fellen, Federn, Tannen und Erzeugnissen daraus, über spekulative Neugründungen in Egypten, den Msatz von Maschinen für den Bergbau nach Britisch-Jwdien, die amerikanischen Interessen im Wirtschaftsleben Nikaraguas, ferner über zweifelhafte Farmen in Budapest, Antwerpen und London. Die Eingänge können während der üblichen Geschäftszeit im Bureau der Handelskammer eingesehen werden. Aus Stadt uns LunS. Gießen, den 21. August. Militärdicn st nachrickilcn. Frhr. v. Schenk zu Schweinsherg, Major, aggregiert dem Inf.-Reg. 115, erhält ein Patent seines Dienstgrades. — Frhr. v. N 0 rdeck zur Rabenau, Jnf.-Reg. 116, kommandiert als Jnspektionsoffizier zur Kriegsschule in Metz. — Lt. v. Bo eltzig, Jnf.-Reg. 116, auf 1 Jahr zur Dienstleistung zum Dragoner-Rcgt. 12 kommandiert. — Lt. Schmidt, Unterofsizierschule Marienwerder, und Lt. Reich von der Unterofsizierschule Potsdam in das Jnf.-Regt. 168 versetzt. Lt. v. Strzemieczny im Feldart.-Regt. 25 und Lt. von Scholten im Feldart.-Regt. 61 zu Oberleutnants befördert. — Oberlt. Claus (Landwehr 2. Aufgeb.) zu den Reserve-Offizieren Jnf.-Reg. 116 versetzt. — Zu Leutnants befördert Vize- Feldivebel Zimmermann (I Darmstadt) Jnf.-Regt. 116, Vizewachtmeister Frhr. v. S en arcl en s-Grancy (I Darmstadt), v. Hahn (I Darmstadt) im Feldart.-Reg. 25, Gebhard (I Darmstadt) im Feldart.-Reg. 61. (?) Großen-Buseck, 20. Aug. Durch Radfahrer (uib hier zwei schwere Unglucksfälle vorgekoiumen. Am Sonntag wurde das Kind eines Telegr.-Beamten von einem Rade überfahren und wurde so erheblich verletzt, daß es wahrscheinlich den Verlust eines Auges erleiden wird. Gestern wurde Frau S. Berlin von einem Rade umgefahren. Auch sie erlitt solche Verletzungen, daß ein Arzt zugezogen werden mußte. Der Radfahrer, der sieh schleunigst davonmachte, ist indes erkannt worden. a. Fellingshausen, 20. Aug. Dunkle Wetterwolken ließen schon darauf schließen, daß das für Sonntag ange- kundigte Missionsfest diesmal nicht im schattigen Walde gefeiert werden könnte. Rian war daher ausschließlich auf unser schmuckes Kirchlein angewiesen, das bis auf den letzten Platz gefüllt war. Festprediger war Pfarrer Hachtmann aus Oberhörlen, welcher über Ev. Joy. 18,37 redete. Missionar Boy wußte sowohl im Vormittagsgottesdienste zu Rodheim als auch in der Nachversammlnng hier über die Goßncrsche Mission in Vorderindien in fesselnder Weise zn berichten, wo er 11 Jahre unter dem Volke der Kols am Ganges gewirkt hat. Auch die Pfarrer Cunz aus Crumbach und Vömel aus Rodheim sprachen von den Aufgaben der Missionsgememde. Festgottesdienst und Nachversammlung wurden belebt und verschönt durch Vorträge des hiesigen Kirchenchors und des Rodheimer Posaunenchors. Bad Nauheim, 19. Aug. Unterhaltungen, ^ruh- konzert der Kurkapelle täglich von 7 8 Uhr vormittags am Siur- brnnnen. Dienstag den 21. August, nachmittags und abends aus der Terrasse Konzert der Kurkapellc. Abends 8 Uhr -rheater^or- stclluna: Die Ehre/ Mittwoch den 22. August, uachm. und abends auf der Terrasse Konzert der Kurkapellc. Abends int Saale Zaubervorstellung des Hofzauberkunstlers Bellachuu aus Marburg. Donnerstag den 23. August, uachm. und abends ans der Terrasse' Konzert der Kurkapellc. Abends Thcater-VorsteNung: .Charleys Tante." Freitag den 24. Aug., uachm. und abends ans der Terrasse Konzert der Kurkapelle. Abends Theatervorstellung: Die kleine Witwe." Samstag den 25. August (Feier des Namenstages Sr. Königl. Hoheit des Großherzogs) nachm. und abends auf der Terrasse Konzert der Kapelle des Thür. Ulanen-Regts. aus Hanau. Bei gutem Wetter Lampiousbeleuchtung auf derTerrasse und Feuerwerk nebst Parkbeleuchtung. Abends im Saale Tanz mit Blumentour. Feuerwerk während der Pause. Sonntag den 26. August Konzert der Kurkapelle mit Einlagen des Hofmusikers und Cornet-ä-Piston-Virtuoien L. Kümmel aus Darmstadt. Friedberg, 20. Aug. Heute morgen bemerkten Vor-, übergehende, daß aus dem Laden der Geschwister Schloß starker Qualm hervordrang. Alsbald klirrten die Scheiben des Schaufensters und die Flammen schlugen nach der Straße zu. Die rasch alarmierte Feuerwehr erschien nach wenigen Sekunden mit dem im Rathaus eingestellten Löschgerät, legte eine Schlauchleitung vom Hydranten und löschte den Brand in kurzer Zeit. Der Schaden ist nicht unbedeutend. Tas Feuer muß schon längere Zeit geglimmt haben, konnte sich aber nicht entwickeln, da die Tuchballen fest gerollt und Kurzwaren in Schachteln verpackt fest auf- einanderfaßen. Erst als infolge der Hitze die Scheiben sprangen, bekam das Feuer Zug und entwickelte sich rascher. Tie Hausbewohner wurden erst aufmerksam, als die Feuerwehr schon in den Laden eingedrungen war. Nur dem äußerst raschen und sicheren Eingreifen unserer Feuerwehr ist es zu danken, daß größerer Schaden verhütet wurde. Ir-Staden, 20. Aug. Gestern beging der Wett er au er Gustav-Adolf-Verein hier sein Jahresfest. In der Kirche predigte Pfarrer Möller aus Rendel, ein früherer Schiffsprediger und Seemannspastor in England. Die Nachfeier wurde im Schloßpark abgehalten. Die Musikvorträge des Ober-Mockstädter Posaunenchors trugen zur Verschönerung des Festes bei. ch. Ruppertsburg (Kreis Schotten), 20. Aug. Zum Bezirkskr reger fest des Bezirks Laubach hatte man der schlechten Witterung trotzend, Ehrenpforten, Festhallen und Musikbühnen gebaut, galt es doch, wie Bürgermeister Lehr in seiner Begrüßungsansprache betonte, ein vierfaches Fest zu begehen. Mit dem 25jährigen Bestehen des hiesigen Kriegervereins feierte man das Bezirksfest des Bezirks Laubach, die Überreichung der unserem Kriegerverein von S. M. dem Kaiser verliehenen Fahnen schleife und das hiesige Kirchweihfest. Gegen 2 Uhr nachmittags bewegte sich ein Festzug aus 20 Kriegervereinen (11 des Bezirks Laubach, 9 aus den Nachbarbezirken Hungen und Lich) durch das Dorf, in dem jedes Haus ein festliches Gewand angelegt hatte. Ter Himmel zeigte ein freundlicheres Gesicht. 'Auf der Festwiese hielt Bürgermeister Lehr die Begrüßungsansprache, Bezirkspräsident Ritter aus Laubach brachte das Hoch auf den Großherzog aus. Geh. Rat Schönfeld aus Schotten überreichte dann die Fahnenschleife unter einer 'Ansprache, in der er sich über die Bedeutung des Schlachttages von Gravelotte verbreitete, mit einem Kaiserhioch schließend. Nach dem Vortrag eines Festliedes von unserem Gesangverein hielt unser als eifriger Politiker bekannter Pfarrer Fritsch die Festrede, welche in einer Mahnung aller Parteien zur Einigkeit ausktang und mit einem Hoch auf das deutsche,Vaterland endete. Als Delegierter des Hassia->Vorstands sprach Postfekretär Mayer aus Gießen. Sein Hoch ging auf Geh. Rat Schönfeld, den allseitigen Förderer des Krieger- veremswesens. Mit einer Dankesaussprache für das Erscheinen der Vereine und sonstigen Festgäste beschloß Bürgermeister Lehr die offizielle Feier. Tie teils weithergewm- menen Kameraden (Lardenbach, Klein-Eichen usw.), etwa 400 Mann an der Zahl, verweilten noch bis zum Wend aus dem Festplatz, wo sich unter den Klängen der Gießener Regimentskapelle und den Vorträgen des Männergesangvereins ein fröhliches Treiben entwickelte. Alsfeld, 20. Aug. Die Einweihung einer Gedenktafel für Großherzog Ludwig IV. fand gestern vormittag am Kriegerdenkmal auf dem hiesigen Friedhöfe statt. Die Feier war vom hiesigen Veteranen- und Kriegerverein veranstaltet, auf dessen Einladung beteiligten sich sämtliche Alsfelder Vereine. Ein stattlicher Festzug bewegte sich vom Marktplatz durch den oberen Stadtteil und nahm am Kriegerdenkmal Aufstellung. Pfarrer Dr. Becker hielt die Weiherede. Der Vorsitzende des Veteranen- und Kriegervereins Lehrer Rudolph, übergab hierauf die Gedenktafel dem Schutze der Stadt und der Bürgerschaft. Im Namen der letzteren sprach Bürgermeister Arnold über 3870/71. Der Sang „Wie könnt ich dein vergessen", vorgetragen vom Gesangverein „Harmonie", klang über die geweihte Stätte. Namens der Veteranen Alsfelds legte Herr Frank einen Kranz am Denkmal der gefallenen Kameraden nieder. Die Kranzspende des Veteranen- unö Kriegervereins zur Ehrung der Gefallenen begleitete Kreisamtmann Dr. Michel mit markigen Worten. Von der Schieß-Sektion des Veteranen- und Kriegervereins wurde eine Ehrensalve für die Gefallenen abgegeben. Mit dem allgemeinen Gesang „Deutschland, Deutschland über alles" schloß der erhebende Akt. r. Nied er-Bef singen, 20. Aug. Am SamStag dem 18. ds. Mts. wurden hier auf polizeiliche Anordnung von Frankfurt a. M. zwei junge Bürschchen im 9((ter von 17 Jahren, die sich bei Schreinermeister Klos einlogiert hatte, verhaftet. Der eine, namens Strupp, war bei der Firma Ludwig u. Fries; in Frankfurt in Stelle. Dort soll er P 0 stanwcisungSquitt ungen gefälscht und zirka 800 Mk. erhoben haben. Die Summe gedachte er mit einem guten Freunde in seinen Ferien zur Erholung zu benutzen. Zuerst sind beide zwei Tage in München gewesen. Sie beschlossen dann, einen Luftkurort am Fuße des Vogelsbergs anfzusuchen und kamen nach unserem Orte. Am Abend hatten einige Gäste, die mit ihnen sich unterhielten, freie Zeche. Am Tage machten sie mit ihren zwei neuen Nädern Spazierfahrten oder knallten mit in Gießen gekauften neuen Revolvern lustig drauf los. Doch die Freude war nur kurz. Samstag nacht wurden beide Lustkurgäste geschlossen nach Lich gebracht, um von da nach Frankfurt iveitertrans- portiert zu werden. die Bergarbeiter Deutschlands allein den politischen Richtung geben würden. Mehr wolle er nicht sagen, um 1 des Handel 120.30 158.10 Tendenz: unentschieden. Fleischpreise in Gießen Brotpreise in Gießen Getreideprcise in M a n n h e i m 245.00 326.50 33.00 143.80 144.30 des lOOjähr. Bestehens Nr. 117. Die Kaserne die Mannschaften hatten tionen. Heute traf der Horn hier ein, und am Ochsen Kälber Schweine Harpener Bergwerk Laurahütte . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose . 143.50 126.70 252.50 226.80 162.50 212.20 235.00 132.20 130.00 169.00 139.70 238.70 374.20 183.50 157.80 210.00 3^7C 3% 3%7fl Wl n Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Beichsanleihe do. Konsols . . do. . . Hessen . . . Oberhessen Verhältnissen mit einem des hessischen Leibregiments war innen und außen geschmückt, dienstfrei und es gab doppelte Ra- kommandierende General v. Eich- Freitag wird das Hoflager S. K. H. Unfälle. Nichts hat mehr dazu beigetragen, die Große der Unsallsae'ahr und den Wert der Unfallversicherung allgemein zum Bewußtsein zu bringen, als das Bestehen und das Wirken der Berufsgeuossenschaften, sie haben aber auch den Glauben Fuß lassen lassen, daß in der Berufstätigkeit die Hauptguelle der Unfälle liege. In Wirklichkeit sind Unfälle, die auf Anlässe allgemeiner Natur zuruckzulühren sind, sehr viel zahlreicher. Bei der Victoria, der größten deutschen Unlall-Versicherungs-Gesellschaft, kamen im vorigen Jahre 9942 Unlallschäden zur Anmeldung; davon standen 6600, das sind 2/3, mit der Berussqe'ahr der Versicherten nicht im Zusammenhang. Die Gefahr eines Unfalles droht stündlich jedermann, und mag er noch so vorsichtig sein. Man braucht nur um sich zu blicken, um dies bestätigt zu finden. Die Unfall-Versicherung schützt niemand gegen Unfälle, sie beugt aber den wirtschaftlichen Nachteilen vor, bie_ jeder Unfall im Gefolge hat. Die Victoria bietet die Unfall-Versicherung in den vorteilhaftesten Formen. Wer bei chr mit Gewinnbeteiligung versichert, hat auch Anteil an beit Gewinnen aus Unfall-Versicherungen, die ohne Gewinnbeteiligung abgeschlossen sind. Bei der Unfall-Versicherung mit Prämienrückgewähr wird die gezahlte Prämie beim Tode oder bei Erreichung eines bestimmten Lebensalters von der Victoria zurückgezahlt, ganz unabhängig davon, wieviel an Unfall-Entschädignngen gezahlt wurde. Die Versicherung wird also nur gegen die Zinsen der gezahlten Prämien geleistet. Eine Unfallversicherung mit Prännenrückgewähr und mit Gewinnbeteiligung ist die pekuniär günstigste, wie rechnerisch leicht uachznweisen ist. Tie Höhe der von der Victoria zurückzugewährenden Unfall-Versicherungsprämien machte ultimo 1905 den gewaltigen Betrag von 45 Millionen Mark ans, ein Beiveis, welchen Anklang diese praktische Versicherungs- form gefunden Hal. C21/8 Höchste Schlachtviehpreise in Frankfurt a. M. Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Sehnckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . Laurahütte . . . . . Nordd. Lloyd..... Oberschles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges . . Darmstädter Bank . . . Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat Bank . . Diskonto-Kommandit. . . Dresdner Bank . . . Kreditaktien..... Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . Gottbardbahu . . . . . Lombard. Eisenbahn . . Oesterr. Staatsbahn . . . Prince-Henri-Eisenbahn . Weizen 100 Kg. 18.75—00.00 Mk. Roggen (neuer) 100 Kg. 16.25—00.00/--£f- Märkte. Gießen, 21. Aug. Marktbericht. 9(nf heutigem Wochenmarkte kosteten: Butter pr. Pkd. 1.20—3.30 Mk., Hühnereier 1 St. 7-8 Vsg., 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänseeier 00—00 Psg., Enteneier 0 Pfg., Käse vr. Sick. 6—8 Pf., Kasematte 2 Stck. 5—6 Psg. Erbsen v.Psiind 22Pfg., Linsen p. Pfund 32 Pfg. .Tauben vr.PaarO,80— 3,00 Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 N!k., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Alk., Gänse nr. P?d. 00—00 Psg., Ochsenflcisch pr. Pfg. 2.8—86 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 70—72 Pfg., Schweinefleisch pr. Pfund 80—94 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Psimd 94 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 80—84 Psg., Hammelfleisch pr. Pfund 60—80 Pfg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 7,00—8,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,00—8,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Isepsel ver Pfund 15 bis 20 Pfg., in Körben 00 Pid., Nüsse 100 Stück' 00—00 Psg., Birnen per Pid. Mk. 0.00—3.00, Kirschen per Pid. 00—00 Psg., Weißkraut per Stück 15—30 Psg., per Zentner Mk. 0.00—0.00. — Marktzeit 7—1 Uhr. Schlage eine andere 212.90 235.00 32.80 132.10 147.00 Die Marktpreise für Vieh und Frucht uud die Gießener Fleisch- und Brotpreife am 20. August 1906. trittst rind Wissenschaft. — Der „XX. Sieclc" meldet, daß der belgische Arzt Bordet der belgischen Akademie für ärztliche Wissenschaften die Mitteilung gemacht habe, es sei ihm geglückt, den K e u ch h tl st e n b a z i l l u s zu isolieren, nnd Reinkulturen von ihm zu erhalten: In, Sekret der Kehle kleiner Kranken hat Bordet während des Ansangsstadiums der Krankheit den Bazillus in großer Zahl entdeckt. Später findet er sich nur spärlich und vermischt mit anderen Parasiten im Munde und Rachen. Das Serum kleiner Keuchhustenkranker wirkt ans den Bazillus heilend ein. Bordet ist Direktor des Serum- inslitnts von Brabant. Borauösichtliche Witterung in Hesse» für Mittwoch: 'Meist trüß, Regen, windig- . 168.50 . 139.60 AL'be8terbewegrrng. — Ein Agrarstreik in der italicn. Provinz Vercelli nimmt zu und greift nach Novara Biella über. Bisher streiken 20 000 Arbeiter. An einem Umzug in Vercelli nahmen 10 000 Landleute teil mit 30 Fahnen. Die Ordnung wurde nicht gestört; die Behörden hatten große Truppenmassen zusammengezogen. Die Situation ist ernst. 100.20 100.00 95.20 103.35 69.90 70.80 86.05 94.50 96.20 14720 54.90 90 00 68.70 98.65 7, Kg. 78-86 Pfg. 7, „ 80-84 „ '/. „ 80-86 „ den Gegnern kein Licht aufzusteckcn. Hannover, 21. August. Der Bankier Valentin in Nienburg wurde wegen Depot Unterschlagung in Hohe von 250 000 Mark verhaftet. Sämtliche Geschäftsbücher wurden beschlagnahmt. London, 21. Aug. Es wird bestätigt, daß zwar die Verluste an Menschenleben in Los Andes und Meliphitla sehr groß find, in Valparaiso aber nach den Berichten Flüchtiger und nach in London cingegangenen Meldtingen nicht 50 übersteigen; doch ist der Eigen- tumsvcrlust ziemlich bedeutend. Ein Telcgramtn aus Lima besagt, daß die Robinson Erusee-Jnsel Irian Fernandez, 400 englische Meilen von der chilenischen Küste, durch das Erdbeben vollständig vernichtet worden ist. London, 21. Aug. Der Berliner Korrespondent des „Morning Leader" rneldet mit Bezug auf eine Notiz im „Lok.-Anz.", daß der Kaiser vor der Zusammenkunft mit König Eduard sich abfällig über die britische Presse geäußert habe: Ich bin von anrtlicher Seite ermächtigt, zu erklären, daß der Kaiser keinerlei abfällige Bemerkung über die Haltung der britischen Presse gemacht hat. Se. Majestät, wurde tnir gesagt, schätze die englische Presse hoch und zeige sein Interesse dadurch, daß er die Leitartikel der tonangebenden englischen Blätter sorgfältig lese. Gleich anderen Monarchen und Privatpersonen sei der Kaiser wohl allerdings manchmal mit dem angeschlagenen Tone in englischen, französischen und deutschen Zeitungen unzufrieden und bei seiner impulsiven Natur äußere er sich dann sehr tadelnd über die Zeitungen und die Zeitungsschreiber. Seine Majestät ist aber Weltmann genug, um den Wert und den Einfluß der Presse an» zucrkennen. Salzburg, 21. Aug. Der Wiener Tourist Weber ist in den En s t a l e r Al p e n a b g estü rz 1. Seine Leiche wurde geborgen. Petersburg, 21. Mg. Unter den Marineoffizieren ist Mutlosigkeit eingetreten wegen der Un- wahrscheinlichkeit, Ordnung und ManvsKucht unter den Matrosen bald wiederherzustellen. Infolgedessen wollen diele den Dienst quittieren. In Kronstadt allein reichten 37 Marineoffiziere den Mschied ein, angeblich wegen der großen Lauheit des Kriegsgerichtes gegenüber den Meuterern; in Wirklichkeit ist der oben angegebene Grund die Ursache ihrer Entschließung. Moskau, 23. Aug. Infolge anonymer Anzeige wurde hier der größte Teil der Revolutionäre verhaftet und bei ihnen wichtige Papiere beschlagnahmt. Nach Meldungen aus Jekaterinoslaw haben Revolutionäre in das dortige Krankenhaus eine Bombe geworfen, Weil ein dort in Pflege befindlicher Revolutionär nicht ausge-, liefert wurde. Mehrere Merzte, Wärter imb zahlreiche Kranke wurden verletzt, das Gebäude stark beschädigt. Riga, 21. Äug. Als der Kreischef, zwei Landpolizisten und sechs Deutsche eine Inspektionsreise unternahmen, wurden sic in einem Walde von einer großen revolutionären Bande überfallen. Es kam zu einem heftigen Kampf, wobei der Gutsbcamte Kraus, zwei Landpolizisten und ein Deutscher s ch w e r v e r w u n d e t wurden. Die übrigen Mitglieder entkamen, was aus den Zurückgebliebenen wurde, ist nicht bekannt. Tefefonssche Kursberichte Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen. Frnmkfnrter Börse. 21. August, 1.15 Uhr. Meldungen. Köln, 21. Aug. Abg. H u e erklärte im sozialdemokratischen Verein in Hattingen, es könne dahin kommen, daß 50 Kg. Schlachtgewicht 90—92 Mk. ' Kg.Schlachtgew.98-102 Pi. */! ; 78-oo?T -k- Merkenfritz, 20. Aug. Ein Elektrizität?, werk für die Orte des oberen Niddertales wird gegenwärtig hier von dem Schneidwerkbesitzer Vennery errichtet. Krcisrat Boeckmann aus Büdingen genehmigte heute die Anlage. Der Gemeinderat hat die Einführung des Lichtes beschloßen, ebenso zahlreiche Privatleute. In zwei Monaten wird das Werk fertig sein. Der Preis beträgt 40 Pfg. für die Kilo- Wattstunde. Das Werk ist so eingerichtet, daß Gedern, Wenings u. a. jederzeit angeschlossen werden können. Die Kraft liefert die Nidder. sd. Darmstadt, 20. Aug. In der Nacht zum 8. Juli gerieten einige junge Männer vor einer Wirtschaft in Streit, in dessen Verlauf der Monteur Schmidt einen Stich in die Brust erhielt, der die Herz wand verletzte. Er wurde in§ städtische Krankenhaus gebracht, wo man an seinem Aufkommen zunächst zweifelte. Der Krankenhausdirektor Dr. Fischer nahm sofort eine Operation vor und vernähte die Herzwand. Die Operation verlief sehr gut, und Schinidt ist nunmehr fast völlig hergestellt, sodaß er in nächster Zeit aus dem Krankenhause entlasten werden kann. — Der Kommandeur des Großh. Leibdragoner-Regiments Nr. 24, Oberst von WaldenfelS, übernimmt in Saarburg eine Brigade. — Der in den 40 er Jahren stehende Gärtner W. Lauer stürzte sich vom dritten Stockwerk eines Hauses in den Hof hinab. Ec erlitt einen schweren Schädelbruch und war sofort lot. Das Motiv soll in Nahrungssorgen zu suchen sein. — Die Gastwirte und die Brau.er hielten heute Versammlungen ab, um sich über die Bierpreiserhöhung auszusprechen. Die Gastwirte-Versammlung wählte eine Kommission von fünf Mitgliedern, die in energischer Weise gegen den Aufschlag protestieren und in gemeinsamer Beratung mit den Brauern die Rechte der Gastwirte wahren soll. In der Braueroersammlung zeigte man sich geneigt, den Preis des Flaschenbiers für Wiederverkäufer auf 15 Pfg. für die ganze und 1 i/2 Pfg. für die halbe Flasche herabzusetzen. Dagegen war man der Ansicht, daß der Preis für Faßbier auf 18 Mk. pro Hektoliter stehen bleiben müsse. Mainz, 20. Aug. Ein kleines Vorspiel für die Dinge, die da kommen sollen, hatten wir am Samstag: die Feier . . 98.85 . . 86.90 . . 98.90 . . 86 80 . . 97.30 Weißbrot 2 Kg. 54 'Itzg. Lcbwarzbrot 2 Mn. •'0 Mg 4 % Oesterr. Goldrente. . 476 % Oesterr. Silberrente 4 Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Rente . . . 3°6 Portugiesen Serie I . 3% Portugiesen „ III 4%7n russ. Staatsanl. 1905 4M7„ Japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose...... 4% Griech. SIonopoI-Anl.. 4% äussere Argentinier . 370 Mexikaner . . . . 4)4 7o Chinesen . . . . Aktien: Bochum Guss..... Buderus E. W . . . . Friedberg, das vor einigen Tagen essigsaure Tonerde trank, um sich zu vergiiten, iin Krankenhaus gestorben. Sie sollte am 21. Aug. in einer Strassache vernommen werden.— In Ems sind Gras und Gräfin Witte von St. Petersburg zum Kur- gebrauch eingetroffen. Vermischte». • Eine Bluttat in der Weißenscer Laubenkolonie bei Berlin beschäftigt zurzeit die Berliner Kriminalbehörden: Die 32jährige Frau des Webers Blocksdorf wurde in früher Morgenstunde mit einer Schußwunde im Kopf tot aufgefunden. Unter dem dringenden Verdacht, seine Frau ermordet zu haben, wurde Blocksdorf verhaftet. Das Blocksdorssche Ehepaar hauste in einem Laubenhäuschen in Bieleit. Frau Blocksdorf ist 1874, der Ehemann 1876 geboren. Der Ehe entstammen drei noch kleine Kinder. Frau B. ging am Sonntag abend nach dem in der Nähe ihrer Laube bclegenen Restaurant um ihren Mann zu holen. In vergnügter Stimmung entfernte sich der Weber aus dem Lokale. Nach einiger Zeit kehrte er dorthin zurück und rief in die lustige Gesellschaft hinein: „Ich bin überfallen worden, und meine Fran ist tot. Ich habe furchtbare Kratzwunden am Hals! Ich habe meiner armen Frau ins Ange geschossen!" Man wurde stutzig, und mehrere Gäste begaben sich mit dem Weber, der sehr angetcilnken war, nach der Laube. Hier wurde B. von der Kriminalpolizei in Empfang genommen. Als die Beamten die Laube betraten, fanden sie Frau B. tot. Eine Kugel, die durch das linke Auge geschossen war, hatte den Tod auf der Stelle herbeigeführt. Durch die Untersuchung wird festzustellen fein, ob Frau B. von ihrem Mann absichtlich getötet worden ist, ober ob Blocksdorf beim Laden oder Reinigen seiner Flinte fahrlässig den Tod seiner Frau herbei- gcführt hat. * Der zweite Sohn des Landwirtschaftsministers v. Podbielski verunglückte in Wernigerode, wo er mit seinen Brüdern das Gymnasium besucht, auf einer gemeinsamen Radfahrtour. Er wurde, von einem Wagen umgestoßen und zog sich dadurch einen Oberschenkelbruch zu. Als die Eltern in Dallmin von dem Vorfall telegraphische Nachricht erhielten, begab sich Frau v. Podbielski sogleich an das Krankenlager ihres Sohnes. * Aus den Alpen. In den Schweizer Bergen schneit es seit Samstag ohne Unterlaß. In den Appenzeller Alpen mißt die Höhe des Neuschnees 42 Zentimeter. Ebenso ist in Oe st erreich ein heftiger Wettersturz cinge- treten. In den ganzen Tiroler Alpen regnet es seit 30 Stunden ununterbrochen und in den Hochtälern herrscht heftiger Schneefall. Neuschnee liegt auf den Almen. Am 19. betrug die Temperatur in Innsbruck 6 Grad Celsius. — Im Spital am Pyhrn fand die feierliche Eröffnung der neuerbauten Pyhrnbahn als Teilstrecke der neuen Tauernbahn statt. Durch die Bahn wird die Verbindung mit Linz und dem Selztal um 55 Kilometer gekürzt. * Kleine Tages chronil'. In O s n a b r ü ck ereignete sich ein schweres Antomobilu n g l ü ck, bei welchem drei Personen verletzt wurden. Der Zustand des Chauffeurs ist hoffnungslos. — Der Hilssiörster Mollenhauer aus O l l e k (Westpr.) erschoß beim Scheibenschießen versehentlich den aus dem Scheibenstande als Anzeiger fungierenden Gärtner Bisknpski ans Weißhof. Die Flinte soll zu früh, schon während des Ladens, losgegangen sein. Eine gerichtliche Untersuchung ist eingeleitet. — In Norderney wurden drei badende Damen und ein Kind vomStrome weggerissen, Fonntcn aber mit Hille des Rettungsbootes gerettet werden. Die sofort angestellten Wiederbelebungsversuche waren bei zweien der Damen und bei dem Kinde erfolgreich, bei der dritten, älteren Dame dagegen vergeblich. — Im Kloster zu Ehrang (Rheinl.) sprangen drei Nonnen einem in eine Senkgrube gestürzten Manne nach und versuchten ihn zu retten. Sie erkrankten infolgedessen lebensgefährlich; der Mann ist tot. des Großherzogs von Wolfsgarten nach Mainz verlegt. Auf dem großen Sand wird am gleichen Tag in Anwesenheit des Großhcrzogs die Vorparade zur Truppenschau abgehalten. Am Samstag ist dann der „große Tag". Ander Truppenschau nehmen teil: die Stäbe des Generalkommandos des 18. Armeekorps, der 21. und 25. Division, der 41.. 42. und 49. Jns.-Brigade und der 21. Kavallerie-Brigade, sowie der zweiten Pionier-Inspektion. Weiter die Regimenter 87, 88, 80, 81, 115, 116 und 166; das Dragonerregiment Nr. 6, das Pionierbataillon 21, die Unteroffizierschule Biebrich und die erste Abteilung des Feldartillerieregimcnts 61. Die Regimenter 80, 81, 116 und 166 werden am Tage der Truppenschau frühmorgens mit der Bahn von ihren Standorten nach Mainz befördert. Die Regimenter 81, 115, 116 und 166, sowie das dritte Bataillon vorn Regiment 80 werden nach beendigter Truppenschau in Mainz verköstigt und fahren dann per Bahn in ihre Standorte zurück. Die Spielleute une Hoboisten aller an der Truppenschau beteiligten Regimenter und Truppenteile kommen schon am Freitag vormittag und üben von zehn Uhr vormittags auf dem großen Sand. Als Fahneickompagnie ist die Leibkompagnie vom Regiment Kaiser Wilhelm Nr. 116 und als Stan- dartcn-Eskadron die dritte Eskadron vom Dragoner-Regiment Nr. 6 befohlen worden. Der Kaiser verläßt bei Ankunft den Zug an der Waggonfabrik von Gebrüder Gastell. Zunächst ist Exerzieren der Kavallerie-Regimenter, dann folgt ein Gefecht, zum Schluß Parademarsch. Nach Beendigung erfolgt ein Vorbeimarsch des Kaisers und des Großherzogs an der , Spitze der Fahnenkompagnie durch die Spalier bildenden Truppen nach dem Schloß, wo sie von den Generälen und anwesenden Fürstlichkeiten erwartet werden. Ilm 1 Uhr ist Frühstückstafel, an der etwa 25 Personen teilnehmen. In den ersten Nachmittagsstunden begibt sich der Kaiser von Mainz per Auto nach Kronberg. Er wird über Sonntag auf Schloß Friedrichshof verweilen und am Montag in aller Frühe abreifen. Der Großherzog fährt gegen Abend wieder nach Wolfsgarten. W. Weilburg, 20. Aug. Jahrtausendfeier. Festlich strahlte heute morgen die Sonne; das trübe Wetter, das gestern beinahe den Festzug gestört hätte, ist gewichen. In Scharen strömte die Bevölkerung von 10 Uhr vormittags ab nach dem Festplatz vor der Kaserne, wo die Husarenkapelle konzertierte. Im Kreffschen Zelte fand ein Frühstück statt, an dem die Behörden teilnahmen. Major v. Gaub toastete auf den Kaiser. Bürgermeister Kartheus widmete seinen Trinkspruch dem um das Fest hochverdienten Künstlertrio: Hofrat Dr. Spielmann, Direktor Dr. Rauch und Kunstmaler Ohlsen. Ein weiterer Toast galt der Stadt Weilburg. — Um 2 Uhr nachmittags wurde in dem inneren Schloßhofc das Festspiel „Das Testament von Weilburg" wiederholt. Der Schloßhof vermochte die Menge nicht zu fassen, welche innen Platz suchte; sämtliche numerierte Plätze waren aus- verkauft. Die Aufführung fand reichen Beifall. Am Nachmittag beschloß ein Volksfest auf dem Festplatz die Jubelfeier, wobei die tanzllistige Jugend zu ihrem Rechte kam. ** Kleine M i t t e i! n n a e n aus Hessen und d e n Nachbarstaaten. In Salzschlirf fand am Samstag «bend die Einweihung des neuen Bonisaciusbrunnens statt. Der Svrudel hat über drei Meter Svrunghöhe. — In Friedberg feierten goldene H o ch zeit Schuhmacher S ch ä r m a n n und Frau. — Der Stationsführer der Gendarmeriestation in Gedern, Wachtmeister D a u m, wird mit dem 1. September nach L i ch «ersetzt. — In 6; r o ß - Z i m m e rn erschoß s i ch der Bau- imternehiner Philivp Reitzel, der wegen Koukursvergehcns in Untersuchung war, in seiner Wohmmg. Reitzel war schwer krank. — SBci schwerem Gewitter am 18. ds. flüchtete sich ein auf dem Felde beschäftigtes Mädchen bei Hadamar unter einen Baum und mürbe vom Blitz erschlage n. — Der in der Nahe der M a i n- Eu r in Verdacht des Mordes an der zwölfjährigen Frida Weih ous G e l n h a u s e n sestgenonunene Handwerksbursche ist wieder nui freien Fuß gesetzt worden. — In Bischosshei m verhaftete die Gendarmerie den Metzgergesellen Michael Koch aus Landshut, der in der Gemarkung Bauschbeim ein 38jähriges Mädchen überfiel und zu vergewaltigen versuchte. — In Frankfurt ist daS 2tjährige Dienstmädchen Marie Lang aus Dorheim, Kreis '&•« löotiS?o§ltQ w 8 Uh llQbe"b§ Qllf Nette. unb '"ers uv. UlaneUS <9 auf berwS'au§ "n E ale ? ^"nb au[e. » 3 mit du 6fyibe" ’Jf* dir ’WMtenSöffc fatten u»b i5[St W die Scheiben Ackelte sich rascher, cham, als die Feuev- ten war. M [ unserer Feuerwehr ,en verhütet wurde derWetteraucr fressest. In bet ^ndel, ein früherer England. Die Nach. Die Musikoorträge en zur Verschönerung 'ttens, 20. Äug. Zum Laubach hatte mrni enpsorten, Festhallen ), wie Bürgemeister ie Betonte, ein vier- ihrigen Bestehen des das Bezirkssest des >er unserem Kriegerhenen Fahnenschleife i 2 Uhr nachmittags egervereinen (11 des »ezirken Hungen und Haus ein festliches ’ zeigte ein freund- [)ielt Bürgermeister yräsiöent Stifter ! Oroßherzog aus. ( erreichte dann die t der er sich über Molle verbrettev, dem Bockratz eines 1t unser als eiftraer die Festrede, weiche eien zur Einig- i\ das deutsche Mer- ssia-Borstands sprach Sein Hoch ging aus Förderer des Kneger- Üpradje für 6> :e teil» m(6 bis r» »n» Sfingcn der den »rtrasj« * “reiben entm-kcltt. bung einer ®cbenf« IV, f°nd g-l'7 * Fmdh°!° !>°^ „ . .Md fir.egcwenm *£.!«- vtss? i*, a'ueradeu n« S""^ichel mit onn Veteranen- Gefallenen lsalve surb ^^[onb, Gesang ii lug' / Anordnung1,0 Uzeil'chc -tn vo> rfch^en J § cinlog" nneister J bei de * ’efiff«' e.«bt: 'rS?'«'".81»! »" 1 Ulin, i,flt " SRnbce« » ’e, 'm b;< ch Tendenz: etwas schwächer. Berliner Börse, 21. August. Anfangskurse. Schriftl. Angebote an d. Gießener Anzei, 4914] Seltersiveg 33. — solange Vorrat 25 Psg. mehr) Fnhrknecht gesiiG 4908]Gebrüder Zutt. Klüger ilanstorsciie losort gesucht. [06060 ZMger Bursche Z Hessischer Hof. gesucht. Kreuzplatz 6. 06062 Thcater-Neftaurant und Cafd Seltersiveg 31. Lanffrau für vormittags gesucht. [5026 Franksurter Str. 29, part. tüchtiges Mädchen für kl. Haushalt vou 2 Personen tagsüber gesucht. Eintritt Mitte September ob. längstens 1. Oklob. Frau Steucrrat Hunsinger, 4980] Stephanstraße 43. werden angenommen. [5018 Baubnrean Winn & Co., Bahiihofstraße 65. Acht, toutÄ rverden angenommen. 5029 H. Winn & Co., Bahnhosstraße 65. Junger Mann als flMfittffir iür Versicherung und Agentur sofort gesucht. Schriftl. Meldung, unt. 05903 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Mädchen welches fodjen kann tn kl. Familie gesrlcht. Lohn 25 Mk. moimtlid). Frau Wcißenbad), Tüchtiges, zuverlässiges MädeBaeiB für die 5iiid)e u. etwas Hauscirb. zum 1. Oktober ev. früher gefud)t. Fr. Dr. Schmidt, Nahrungsberg 8 9iäbereS Bleichstr. 20, I. >4946 Arbeiter u. lohnende Beschäftigung. Schirmsabrik 06055, __________M. Levi. Arbeiter z. Kohlenfahren gesucht. 06052[ Grünberger Straße 13. LDserdeknechte gesucht gegen hohen Lohn. 06053>C. Rübsamen. Tüchtige [06036 Mamer und TuDhuer gesucht. Baustelle Neubauten der Irrenanstalt. Gebauer & Eo. Anstreicher gesucht. 06044] Rodheimer Straße 40. Kutscher gesucht 5036] Lohnkutscherei Junker. Gesucht nach Offenbach ein tüchtiges Mädchen für Haus und Stiidje. [05987 Näheres Süd-Anlage 9, part. Suche ztlNt 1. Oktober [4989 tüchtiges Mädchen da§ gut bürgert, lochen kann und alle Hausarbeit versteht. Lohn 25 Mk., Reise vergütet. Zeugnisse zu senden an Frau Finanzrat Pfeiffer, Wiesbaden-Biebrich. Tücht. Spengler u. Jnstallatenr sofort gesucht. 5028 LouiS Mootz, Vahnhofstr. 34. Per sofort tüchtiger [4820 Spenglergeselle gesucht. Ciuil Dörr, Spengler- meister, Gr. Steinweg 14. [4820 Weißbinder, 15009 Handlanger Klüvpel & Laucht, Neuenweg 42. Tüd)tiges,sauberes Lausmädchen gesucht. Diezstraße 8, II. [06063 M nichtiges Mädchen weld)es kod;en k. in ein Geschästs- haus gesudit. Lohn 20 Mark. Schriftl. Angebote unter 5038 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Mchen (üiidj Wmüöchtü) zum Nähen wird angenornnien. 060681 Marktstraße 15. ordentliches Mädchen tagsüber, oder Laust'rau für einige Stunden am Tag in kl. HauSh. gesucht. [06071, Ludwigstr. 35,1. ^tzSonatSfrau vormittags 2 bis *** 3 Stunden gesucht. [06039 Landgr.Philipp-Platz8, oberer St. Jung., sauber.Mädchen (v.Lande) gesucht. Seltersw.77, Lad. ,06041 Lucht. Mädchen m kl. Haush. gegen hohen Lohn gejucht. [4949 FrauM.Litahlberg, Aioltkeslr.2,p. Ziingc» Hkiisbatschen I sucht Bäckermeister Engelhardt. Ein Hausbnrsche gesucht zum sofortigen Eintritt (bei freier Station und anfangs 20 Mk. Gehalt monatlich). [06040 Restaurant Kaltwasser. Frdl. möbl. Zimmer aii verm. 06056] Kornblumeng. 6, Neustadt. 2—3 Llrbeiter können Kost u.Logis erhalten. Mäusburg 3. ,05981 Möbl. Zimmer u. 3 Sd)lasstellen ju_verm.__Dammstr. 29.__[05968 Schön möbl. Zimmer zu uer= mieten. Lindenplatz 3, II. ,05924 Gut möbl.Zunm. m. Schreibtisch zu verm. Goethestr. 48, p. ,4594 Ein oder rwei möblierte oder unmöblierte Zimmer mit separat. Eingang, mit Balkon per sosort zu verm. Plockstr. 14, I. [4366 Eins. möbl. Zimmer zu verm. Walltorstr. 6, III, Ging. Hundsg. ___________06019____________ 2 gut möbl. Zimmer (Wohn- u. Schlafzimmer) zu vermieten. 4586,Seltersweg 73. Student sucht zum 1. Septemb. WüHiches ZiAiiiee '$33' Schriftl. Angeb. m. Preisang. u. 5046 an den Gieß. Anz. erb. Junger Buchhandlungsgehilfe 1. Oktober ZiMee mit Pech» Angebote erbitte an die Hof-- buchhandlg. von A. Frees. [4986 GchmLMMMLLg und Bureau per sofort gesucht. Schriftl. Angebote unter 05991 an d. Gießener Anzeiger erbeten. TW. WWem gesucht für Sonnlags. 5037 I. Jttmann, m» zum Bcsud)e der Privatkundschast betreffend Verkauf und Inkasso von Nähmaschinen. Schriftl. Meldung, unt. 5042 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Wiiltt BMckec zum Beifdireiben der Bücher gesucht. Schriftl. Meld, mit Anjpr. unter 06059 an den Gieß. Anz. BstobheiteE*- für ein Engros-Geschäst gesucht. Schriftl. Meldung, unt. 5007 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Wir sud)cn 4 a ZimNttßesellen für dauernde Beschäftigung sofort gesucht. Helsenbein, Zimmer- gcschä't, Schotlstraße 19. ,5033 AMMgeseitc chicht. 06054,________C. Rübsamen. Wekßbwdergkhil-en sucht 06046 Karl Löwer, Kirchenplatz 2. Betr.! wird da! abfchie ist. hie Differ Büloir der,Ni Vertagt! Ende C nehmen, v. Pod! Ministet Möglich Bülow i dem,M ,'chiedsgej .Einheili grunbjäijl Webe fein. ®ewif fein, wa§ n biplomatiffy geben hat, wit dem bu wartet', ai an D Protob Wahl. zu lesen n Was er h ihm also die ihm »Apoth, M. ßrschk auhel Dem Dir beniV” die S'ttz Mk' Lea Aotalio- !ag,d-r Unloerl- bmcferei Sledaktir und Redakt Verlag r Adresse, W re * fielst *'« d°n "UnfHmm Pl1 Herr, täglich e Es b Minister sofort Ub" fti« , Sind r>c«e i*. ii-lsk.z fr l)inme g. Ter S Ersten Bi in Eintrac Legierung- N seiner W gelez ^nddirtsck htenu et h öonotatüjr insannnenj gerüüter£ gemeine c nehmen K babutij, i lerne ete[ w SSotif Mit fc» Spönnen . Tie i | Läden etc. | In meinem Neubau p. l.Okt. eleganter, mittelgroßer [5008 0 >nit 2 Schau- fenstern,Warmwasserheizung, Gas- und elektr. Lichtanlage zu vermieten. W. Kilbinger, Löwendrogerie. Laden mit Wohnung per 1. Oktober zu vermieten. ,4933 Chr.Sd)opbachWw.,NeuenBäue7 4-Zimmerwohnung mit Gas und Mädd)enzimmer für 15. September zu mieten gesucht. Schriftl. Angeb. unter 06057 an den Gieß. Anz. sofort erbeten. Bess.Arb. sucht Stübchenm.Betk. Offert, postlagernd 0. 2. [06061 06031] Ein brave« Mädchen, welches kochen kann, in ruhigen Haushalt zu 2 Leuten gegen guten Lohn zum 1. Sept, gesucht durch Frau Hüttenberger, Sellersw. 67. c^unge, gebildete Dame sucht V tagsüber Beschäftigung bei leidender oder älterer Dame. Schriftl. Angebote unter 06009 an d. Gießener Anzeiger erbeten. 8«. 30 000 von pünktl. Zinszahler zu leih. ges. Schriftl. Angebote unter 06017 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Ä= 000 auf I. und II. Hypothek zu leihen, gesucht. Pünktl. Zinszahlung. Schriftl. Angebote unter 06018 an d. Gießener Anzeiger erbetene 10000 9.9». als 2. Hypothek auf la Objekt ji* 47.% gesucht. Schriftl. Angebote unter 06038 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Junge saubere Frau empfiehlt sich mittags im Waschen u.Putzen« Näh. i. d.Geschästsst. d. Gieß. Anz. In Krankenpflege Nachtwachen, Massage, Darnps- u« Heißlustbäder, Nagel- u. Hühneraugenschneiden empfehlen sich JL. Kratz and Frau 05844] Diezstraße 7, Part. Meine Wohnung befindet fid) von heute ab [05873 Neichstr. 16a Lseusetzer löss. Gebe Geld auf Gold- und Silberwaren aller Art. Altes Gold und Silber wird zu höchsten Preisen angekauft. 05871) Neuen Weg 50. Pension I Gute Verpflegung, Ueberwachunk der Arbeiten, evtl, and) Nachhilfe. Wo, sagt die Exped. 05874 ßfrtthti« werden angefertigt MiltUIC 06043] Alicestr. 11, III. ß)htb wird in Pflege genom- men. Sd;ottstr.ll, III. [06033 Meinen beiden Stammgästen Karl Krämer I und Freund II zum heutigen Geburtstage ein dreifach donnerndes Hoch, daß es in der Ehanssee sd)allt, bei dem Tambur wiederhallt und im Ein» Horn heute abend knallt. ,06058 Eine lange, goldene Damen- Uhrkette am Sonntag aus dem Hangelstein oder auf dem Wege Stadt verloren. Gegen hohe Belohnung abzugeben Walltorstraße 44, II. ,06048 Schwarzseidner Pompadour mit Portemonnaie mit Inhalt und Schlüsseln vom Friedhof— Kriegerdenkmal—Plockstraße wHäWPn Wiederbringer Vül LM ü 11. gute Belohnung. Abzngeb. Plockstraße 12, II. ,5039 7-ZmnittivchWiig in freier Lage per 1. Oktober od. früher zu mieten gesucht. Schriftl. Angebote unter 06011 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Licine Zinnie ÄS 05690] PH. Schwan I. " Zimmer Der unterste Stock des HanseS Bleichjlraße 23 (Ecke Ludwigstr.) mit Gartenanteil n. all. Zubehör per 1. Oktober zu vermieten. Näheres Sieustadt 23. ,3944 Ludwigstraßc 46, I. ["2« Wegzugshalber schone 6'Zimmer- wohmmg, Loch- und Leuchtgas Gartenanteil u. Bletchpl. zu verm. Sektion Giessen 0. &. Oe. A.-V. Donnerstag, den 23. August Philosophenwald Bernsteinlaüfarbc lose gewogen, Pid. 90 Psg., über Nacht trocknend, Spiritnsfnßbodenlack lose gern., Psd. 80 , sof. trockn. Pitchpineöl, sofort trocknend, Ltr.-Krug 1.— Mk., bei mehr billiger. 4854 Gust. Walter MäUsbnrg 13. Tel. 386. |T—ii Schriftl. Angebote unter 4985 an d. Gießener Anzeiger erbeten. unter 5043 erbeten. Zwtelhha MsMss,Mit>.u.FmtilzS von 9 Uhr ab F8cied8*ic^ ^©53 ____________Hoibäcker. [4054 gutgehende Wirtfchaft in Gießen oder Umgegend zu kaufen gesucht. Schriftl. Angebote unter 05960 dnj). Gießener Anzeiger erbeten. LcheLÄikWst Sck)riftl. Angeböte unter 06021 an b, Gießener Anzeiger erbeten. erhaltene zu kaufen gesucht. Hobel werden anfpoliert und aufgewachst, repariert in und außer dem Hause. [O5‘J19 F. Schreinermeister Wetzsteinstr. 43 früher vr. Webers Besitz tum. Zigmenslibrik welche wöchentlich zwischen 25 bis 40 Mille m besseren Preislagen sabriziert, wird per bald zu fmijeii ßchchi. Ausführl. Angebote von Selbst- reflektanten unter Chiffre 4956 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Bißt Mcknöe Wirtschast zu kaufen gesucht. Schriftl. Angebote unter 05964 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Lttte 3iotnieiiiilai((|tii kauft 05961] I. Seibel, Lndwigsvlatz. Auf bequeme Teilzahlung MSbel Herren-, Damen- u. Kinder-Garderobe Manuiaktnrwaren etc. J. Jttmann Giessen Piockstrasse 14—IG General-Agenta der Lebens-, Feuer-, Unfall- und Haftpflicht-Versickierung sucht zu sofort od. später jungen Manu für Organisation und Akquisition. Schriftl. Meldung, unt. 05904 an d. Gießener Anzeiger erbeten. Große deutsche Lebens-Versicherungs - Aktien - Gesellschaft mit guten Neben - Branchen sucht per sosort eventl. später türijtigen Inspektor der in Akquisition und Organisation erfahren ist. Auch tüclitiger Kaufmann der sich dem Verficherimgssad) widmen will, findet Berücksichtigung u. gute Ausbildung. Schristlid)e Meldungen unt. 4922 an die Geschäftsstelle des Gießener Anzeigers erbeten. allem Zubehör zu vermieten. 4835 Seltersweg 73. sofort (je 5 Zimmer u. Zubehör) zu vermieten. [3780 mnier Mobl. Zimmer v. d. ttorr. zu verm. [06051] Grabenstr. 3,11. Wilhelmsiraße 8, im 3.chW. mit Gartenanteil zu vermieten. 06037] Schützenstr. 7, Gerber 3- lind 2-Zimmerwohnung mit Wasserleitung an anständige Leute zu verm. Walltorstr. 32. ,05966 2 schöne Wohnungen, eine znm 15. August und eine zum 15. September zu vermieten. [4809 Earl Valentin, Schützenstr. 18. Ein tl. FamitlenlogiS zu vermieten, per 1. Septeinber zu beziehen. Lndivigstraße 55. [4840 Kleines Logis, soivie ein Stübchen mit Belt zu vermieten. 05969, Katharineugasse l0. Kleines Familienlogis im '.'tebh. v.l.lQ. zu v. Schillerstr. 23. 1 Znnnier mit Küche zu ver- mieten. ,4915, Seltersweg 33. Möbl. Zimmer | Einfach möbl. Zimmer zu verm. Walltorsir. 51, Sceubau, miltl. St. 06047 Kleine Wohnung, 2 Zimmer, Küche u. Zub. an ruh. Leute zu verm. [06045, Walltorstraße 21. Eine große 2-Zimmerwohiiiiiig zu verm. Steinstr. 76. [06042 Plockstraße 2 Kleine Atansard.-- W^hnung per 1. Sept, an ruhige Familie ohne Kinder zu vermiet. Näheres im Laden. - [4711 j Verschiedene | | 4 Zimmer | Schöne Mansarden - Wohnung, bestehend aus 4 Zimmern imö Küche, zu vermien. 06065 Zu erfragen bei L. Zutt, Friseur, ________Ludwigstraße._________ Schöne 4-Z.-Wohnung mit all. Zub.; Veranda, Badez., neuz