Nr. 66 General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt fiir den Kreis Gießen. a Er bat aÖ anmutige, schelmische Sängerin Peppime her-! seiner sehr günstigen Vermögenslage unabhängig da. rvt * . . . - — /aft. Er waft Mitglied der Preußischen Akademie der Wu^chaften E^en- Mitglied einer Reihe ausländstcher wiffenschaftlrtzn Gesellschaften, Ritter vieler Orden üfto. Seine Villa ut Wiesbaden, die wertvolle Sammlnngen, u. a. ein ganzes Rückertmuseum.und viele Goethereliguien birgt, stand Besuchern lederzeft gaUjrei offen. Im vorigen Jahre gründete er die „Literarisch Gesellschaft Wies- Frau5^ernic - —o-, . vvrzuheben. Herr Brinkmann (Pepuick) brachte lerne Rolle voll zur Geltung, auch die Herren Steffens (Fürst), Gentner (Prinz', Gar eis (Maestro) boten Tüchtiges. Mit umen wurden Kapellmeister Dr. Rottenberg und Oberregisseur K r ä h m e r mehrfach gerufen. Es folgte das Ballet Sylvia von Löon Tölibes, das sich auch großen Beifalls erfreute. — Nie wissenschaftliche Wochenbeilage der „Magdeb. Ztg." veröffentlicht einen Vortrag des Tw. H. Stadelmann m ber Naturwissenschaftlickmu Geiellscl-aft „Jfts^ m Dresden uoer bie Umwandlung amorpher M a t e r i e ui gestaltete, ., ^ie Aehnlickkeit ber dabei vor geführten, auf pyy, ikal y ch-chem p chem Wege gewonnenen anorganischen Gebilde nut Naturgebilden wtt überraschend sein. Aus der Taftaclze, da st aus einem Gebilde nach einiger Zeit neue sich gesetzmäßig entwickeln, rolgert Ltadcl- mann ein kosmogcnetisckes Prinzip. __ 16 d. M. starb im Rock>usspital ;u Msiftz. Hoftat Prof. Dr. Kvnrad Beyer. Er hatte sich m voriger Docke einer Operation unterziehen müffcn: es trat emc Lungenentzündung ein, ber er nach zwei Tagen erlag. Beyer war 1834 tu Pommersselden bei Bamberg geboren, studierte zu Leipzig, wo er promovierte, war ursprünglich un Lehrfach tätig, mußte aber eines Halsleidens wegen fernen Berus aufgeben -vurch den Besuch von Kurorten, teeret]en und wiederholten längeren Kleines Feuilleton. — Ein Hesse, der Privatdozent Dr. Wilhelm Kleefeld aus Mainz, hat jüngst an ber Stätte seiner jetzigen Wirksamkeit, in Berlin, einen schönen künstlerischen Erfolg erzielt. Der Musifteferent der „Boss. Ztg." schreibt darüber: ,,2)ie komische Oper" hatte mit Donizettis „Don Pasquale' einen vollen Erfolg. „Don Pasquale" ist eine von Otto ^ulms Bier- baum und Dr. Wilhelm Kleefeld besorgte Neubearbeitung: der Text hat eine neue, von dem streben, inhaltlich und formell dem Original so genau wie möglich zu folgen, biftierte llcber- setzung erfahren: den deutschen Sängern die Oper mundgerechter gemacht zu haben dadurch, daß es ihnen möglich ist, sinngemäß und korrekt zu dellamieren, ist das unbestreitbare Verdienst der Bearbeiter. Dr. Kleefeld hat mir die Auffassung des Wetzkes, das am 3. Januar 1843 in Paris seine erste Aufführung erlebte, zurückgegriffen imd sich im ganzen auf Retouchen beschränkt, bie nicht das Wesendes Werkes berühren, aber doch dazu beitragen, die Wirkung zu erhöhen; besonders scheint mir in den Rezi- tativen nachgeholfen zu sein. Heer und Flotte. — Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, beabsichtig der Generalinspektor der Fußartillcrie, von Perbandt, wegen seines leidenden Zustandes von seinem Posten zurückzutreten. Als sein Nachfolger ist Generalleutnant von Dulitz, Kommandeur der 5. Division in Frankfurt a. O., auSersehen. — Unsere Linienschiffe und die Baubeschleunigung. Von Graf E. Reventlow. Hempclscher Verlag, G. m. b. H. Berlin SW. 68. Preis 75 Pfennige. Gras E. Reventlow hat Aufsätze über den Wert unseres Schiffsmaterials in einer Broschüre zusammengefaßt. Ob man dem Reventlowschen Urteile zustimmt oder nicht, jedenfalls müssen seine Ausführungen von jedem gehört werden, der sich nicht kritikloser Flottenschwärmerei oder ebenso k r i t i k l o s e r F l o 11 e n n e g a t i o n schuldig machen will. Familien, auch solche der bester situierten Stände, zum 1. Juni ohne Angabe von Gründen ausgewiesen, die wegen politischen Wirren Rußland verkästen und in Breslau größtenteils Wohnungen für längere Dauer gemietet hatten. Dresden, 18. März. Die Deputation der Ersten Kammer empfiehlt im wesentlichen die Annahme des Regierungsentwurfs betreffend die Feuerbestattung; sie hat die Bestimmung gestrichen, daß Krematorien in der Nähe von Friedhöfen nicht zu errichten seien. Zweites Blatt 156. Jahrgang Montag 19. März 1906 Gietzener Anzeiger Deutsches Reich. Berlin, 17. März. Ter Kaiser traf heute nach- rniitaq in Bremen ein. Er fuhr zum Ratskeller, wo er ba§ Frühstück nahm. Anwesend waren Staatssekretär v. Tschirschky und Generaldirektor Wiegand vom Norddeutschen Lloyd. Nach dem Frühstück reiste er nach Berlin, wo er am Abend eintraf. — Der Kaiser verlieh dem deutschen Botschafter in London, Grafen Wolff-Metternich den Charakter als Wirkt. Geh. Rat mit dem Prädikat „Exzellenz". — Der Direktor des Bureaus des Reichstages, Geh. Negieningsrat Knack, ist gestorben. — Im Reichsschatzamt ist ein neuer Vorschlag für die Fahrkarten st euer ausgearbeitet in der Form eines nach Zonen abgestuften Stempels unter Freilastung des Vorort- und Nahverkehrs. Die Sätze, sind einstweilen so gegriffen, daß auf ein Erträgnis von 24 Millionen zu rechnen • sein dürfte. Die Kommission will aber aus der Fahrkartensteuer 50 Millionen gewinnen. — Als dec Gründer einer neuen Partei trat in einer Volksversammlung der frühere Reichstagsabgcordnete und Rektor Hermann Ählwardt auf. Das Thema seines Vortrages lautete: Die geheime Verschwörung gegen das deutsche Volk. Ählwardt betonte, daß er circa 10 Jahre von der öffentlichen Agitation sich zurückgezogen und diese Zeit zu Studien benutzt habe, deren Resultat er jetzt dem Volke vorlegen wolle. Unter anderem behaupteter blödsinnigerweise, daß die großen Firmen in der Konfektionsindustrie, im Bankgewerbe, im Wirtschaftsbetriebe und in der Presse ausnahmslos von Jesuiten geleitet seien, die ungezählte Millionen in diesen Gründungen investiert hätten. — Der „Vorwärts" meint heute: Nach den letzten Erklärung in der „Münch. Post" sei die Differenz zwischen Voll mar und den übrigen sozialistischen Fraktionsmitgliedern anscheinend nicht groß. In Berlin und Dresden hört man innerhalb der Partei bei Militärforderungen nur die Parole: „Keinen Manu und keinen Groschen". — Bei der Beratung deS MilitaretatS in der Budgetkommission des Reichstags erkannte der Slbg. Singer an, daßdieGrundstückspolitik der Militärverwaltung durchaus gesund sei, und sprach den Wunsch aus, die Verwaltung möge an dieser Politik fest halten. Königsberg, 18. März. Bei der gemeldeten Verhaftung einer russischen Familie als politisch verdächtig handelt eS sich um Russen, die unangemeldet hier wohnten und bei verschlossenen Türen und verhängten Fenstern Versammlungen abhielten. Eine Versammlung wurde von der Polizei aufgehoben, wobei anscheinend revolutionäre Schriften beschlagnahmt wurden. Breslau, 18. März. Die Polizei hat zahlreiche der Straße ein Polizeilomm issar getötet, sowie ein anderer schwer verletzt. Die Volksmenge gab über 50 Schüsse ab. Soldaten besetzten den Bahnhof der Kasan-Linie. 3. Sitzung der Großh. Handelskammer Gießen für die Kreise Gießen, Alsfeld und Lauterbach. Protokoll -Auszug. Gießen, 14. März 1906. Anwesend die .Herren: Kommerzienrat Koch, Kommerzienrat Heichelheim, Dürbeck, Friedberger, Grünewald, Hoos, Jhring, Nowack, Ramspeck, Rühr, Zirrbuch, sowie der Syndikus Dr. Klnpper. 1. ?lus dem Geschäftsbericht ist folgendes mitznteilen: a. Die Handelskammer hat an den «Verhandlungen des 2 0. Hessischen Handelskammertages und an der Vollversammlung des Deutschen Handelstages teilgenvmmen. Bei den ersteren war sie durch die Herren Kommerzienrat Heichelheim, Friedberger,^Il-ring, Hoos, Kommerzienrat Schirmer, Schwall und den Syndikus auf der letzteren durch den Vorsitzenden und den Syndikus vertreten. Von einem Bericht über die Verhandlungen kann hier abgesehen werden, da die Presse darüber seinerzeit ausführliche Mitteilungen gebracht Hal. Entspreckrend ihrer früheren Stellungnahme hat die Handelskammer auf Heiden Versammlungen gegen die Bier-, Tabak- und Zigarettensteuer und gegen den Fahrkarten-, Frachturkunden- und Quittungsstempel gestimmt. Mit der geplanten Personentarifrefvrm war sie e i n v e r st an den und hat auch der A u f h e b u n g des Freigepäcks zugestimmt, werm damit^gleichzeitig eine erhebliche Ermäßigung derGepäckfracht eintrete. 6. Bei dem Großh. Polizeiamt Gießen wurde befürwortet, die Ausnahmetage für den Detailhandel in Gießen im Jahre 1906 in gleicher Weise festzusetzen, wie im vergangenen Fahre. Diesem Ersuchen wurde entsprochen, indem für 1906 wiederum 21 Ausnahmelage und zwar 3 Wochentage vor Ostern (11., 12. und 14. April), 1 Wochentag vor Himmelfahrt (23. Mai), 2 Wochentage vor Pfingsten (1. und 2. Juni), 14 Wochentage vor Weihnachten (8., 10.—15., 17.—*22. und 24. Dezember) bewilligt worden sind. 2. Aufsicht der Handelskammer über die Kaufmännischen Unterricht sanft alten. Durch das Gesetz vom 23. Dezember 1905, betr. die Errichtung und Leitung oon technischen Privatunterrichtsanstalten, werden auch die privaten kaufmännischen Unterrichtsanstalten in Hessen einer wirksamen Staatsaufsicht unterstellt. Tie kaufmännischen Fortbildungsschulen in Gießen, Alsfeld und Lauterbach fallen zwar nickt unter dieses Gesetz, da sie bereits unter der oberen Leitung der Handelskammer stehen. Die Kämmer hielt es aber für erforderlich, die ihr zustehende Aufsicht in der gleichen Weise auszuüben, wie die Durchführung der Staatsaufsicht im Gesetz geregelt ist. Sie beschloß insbesondere, neben ihrer Vertretung in den Schulkuratorreu mehrere Kommissare zu ernennen, welche die Schulen regelmäßig revidieren und der Kammer darüber zu berichten haben. Als Kommissare wurden gewählt die beiden Vorsitzenden und der Syndikus für die Kausm. Fachschule in Gießen, der Küeisschulnrspektvr in Alsfeld für die Kausm. Fortbildungsschule in Alsfeld und der Kreissckwlinspektor in Lauterbach für die Kausm. Fortbildungsschule in Lauterbach. 4. Sommerfahrplan 1906. Ter Entwurf des Sommersahrplans 1906 enthält, abgesehen von kleineren und den bereits mitgeteilten Verbesserungen, für den hiesigen Bezirk folgende Aen- derungen: Der Personenzug 796 Fronhausen-Gießen (Gießen an 3,11 narhm.1 wird bis Friedberg weitergeführt und dort mit dem seitherigen Personenzug 788 Friedberg-Frankfurt a. M. vereinigt, sodast hiermit eine neue. Personenzugverbindung Gießen'-Frankfurt a. M. (Frankfurt a. M. an 5,20) her- gestellt wird. Ferner wird zwischen Gedern und Fulda durch Verlegung und Wetterführung vorhandener Züge ein direktes Zu gpaar eingelegt (Gedern ab 9,30, Lauterbach ab 12,00, Fulda an 12,42 mittags, Fulda ab 2,04, Lauterbach ab 2,55, Gedern an 4,50 nachm.). Die Kammer beschloß eine Späterlegung desVuges 1063 Friedberg-Hungen (Friedberg ab 11,10 abends) zu beantragen, damit er Anschluß an die Züge 789 und 43 von Frankfurt a. M. (Friedberg an 11,43, bezw. 11,50 nachts) und' an Zug 919 Homburg-Friedberg ^Friedberg an 11,46) erhält. Ferner wird die Handelskammer das Anhalten des Zuges 538 Fulda-Gießen (Gießen an 8,00 abends) in Angersbach beantragen. Von _ einzelnen Mitgliedern der Kämmer wurde außerdem Klage geführt über den Mangel an Rauä^rabteilungen in Eisenbahnwagen 2. Klasse, auf der Strecke Gießen-Gelnhausen, sowie über das Fehlen eines Anschlusses zwischen den Zügen 776 Kässel- Gießen-Franksurt a. M. (Gießen an 2,11 nachm. > und 510 Gießen- Ridda (Gießen ab 2,09 > einerseits und Schnellzug 82 Köln-Gießen (Gießen an 9,05 abends) und Personenzug 514 Gießen-Gelnhausen (Gießen ab 8,45) andererseits. Tie Kämmer wird beide letzten Wünsche für den Winterfahrplan 1906/07 befürworten und bezüglich der anderen Beschiverde zunächst weiteres Material sammeln. (Schluß folgt.) Aus Stadt und £anö. Gießen, den 19. März 1906. ” Ordens fache. S. K. H. der Großherzog haben dem Regierungs- und Baurat Ludw. Roth zu Gießen die Erlaubnis zur Annahme und zum Tragen des Roten Adler- Ordens 4. Klasse erteilt. ** Personalien des Kreisamts Gießen. S. K. H. der Großherzog haben den mit den Funktionen eines juristischen Hilfsarbeiters kommissarisch beauftragten Kreisamtmann bei dem Kreisamt Gießen Dr. Eugen (K r a n z- buhle r zum ständigen juristischen Hilfsarbeiter bei dem Ministerium der Finanzen, Abteilung für Bauwesen, unter Verleihung des Charakters als „Regierungsrat" und den Kreisamtmann bei dem Kreisamt Mainz D-r. Ernst Merck zum Kreisamtmann bei dem Kreisamt Gießen ernannt. ^Ernennungen. S. K. H. der Großherzog haben den Ministerialsekretär bei dem Staatsministerium Dr. Jos. Valckenb erg zum ständigen Hilfsarbeiter im Ministerium des Innern unter Erteilung des Charakters als „Regierungsrat", den Ministerialsekretär bei dem Ministerium des Innern Dr. jur. Wilh. Neid hart zum Mini- sterialsekretar bei dem Staatsministerium und den Kreisamtmann bei dem Kreisamt Offenbach Hrch. G e n n e s zum Kreisamtmann bei dem Kreisamt Mainz ernannt. ** Den Charakter als Professor verlieh K. H. der Großherzog dem Prwatdvzentsn für Physik und Physik. Chemie an der Techn. Hochschule Dr. Max Rudolphi zu Darmstadt. "Erledigt ist die mit einem evang. Lehrer zu besetzende 2. Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Birklar, Kreis Gießen. **Eine Sitzung des Provinzialausschusses findet am 24. b. M. mit folgender Tagesordnung statt: 1. Ausbau der Johann e sftraße, Enteignung von Gelände von Gärtner Georg; 2. Wiederherstellung des ehemals burgfriedbergischen Amtshauses (altes Schulhaus) zu Kaichen; 3. Gesuch der Frau Marie Rohrbach zu Lollar um Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtschaft. ** Nationalliberaler Verein. Seit Jahr und Tag stehen unsere Kolonien im Vordergrund des Interesses, ganz vesonders durch die großen Opfer, welche die Niederwerfung der Eingeborenenaufstände im Osten und Westen des dunklen Erdteils bis jetzt gefordert hat und noch fordern wird. Da nun auch in den letzten Tagen bei der Besprechung verschiedener kolonialer Fragen die Rentabilität unserer Kolonien wiederholt erörtert worden ist, hat der hiesige nationalliberale Verein für nächsten Sonntag im Cafe (Äel einen Vortrag des Reichstagsabg. Tr. Hagemann aus Erfurt über: „D ic wirtschaftliche Entwicklung unserer Kolonien und die parlamentarische Stu dien reise nach Togo und Kamerun" vorgesehen. Landgerichtsrat .Hagemann gehörte zu den neun Abgeordneten, die im Nachsommer des vorigen Jahres Togo und Kamerun besuchten. Seine Ausführungen werden deshalb besonders interessant werden. Im Anschluß an diesen Vortrag wird unser Reichstagsabgeordneter, Kommerzienrat H e y l i g e n stese dt, über den derzeitigen Stand der Reichsfinanzreform referieren. — Kanzleirat Keller -ß. Der in weiteren Kreisen wegen seines biederen Charakters und dienstbereiten Wesens bekannte nnd beliebte pensionierte Kliniksverwalter Karl Keller ist im Sonntag morgen in Darmstadt gestorben. Karl Wilhelm Ludwig Keller wurde am 14. Juni 1880 als Verwalter des akademischen Hospitals hier angestellt; vorher war er Feldwebel im Infanterie-Regiment Rr. 118 in Worms. Rach Errichtung der neuen Kliniken wurde er Verwalter derselben. Mit Wirkung vom 1. Juli 1905 an wurde er unter Verleihung des Charakters „Kanzleirat" in den Ruhestand versetzt. Ec machte die Feldzüge von 1866 und 1870/71 mit und war im Besitze folgender Orden und Ehrenzeichen: Silbernes Kreuz des Philipps-Ordens mit Schwertern; Militär-Verdienstkreuz; Felddienstzeichen; Deutsche Kriegsdenkmünze 1870/71 für Kombattanten; Militär-Dienstalterszeichen für 21 Dienstjahre; Kömgl. Preuß. Allg. Ehrenzeichen für Verdienst um den Staat; Kaiser Wilhelm Gedächtnis- Medaille. Namentlich in den hiesigen Kriegervereinskreisen, aber auch bei allen, die mit Keller dienstlich und außerdienstlich in Berührung kamen, wird das Andenken des verstorbenen pstichttreuen Beamten in ehrenvoller Erinnerung bleiben. ” Der Banersche Gesangverein feierte am SamStag abend sein 4 2. Stiftungsfest. Die Vereinsangehörigen und besonders geladenen Gaste hatten sich in sehr großer Anzahl zu dem hübschen Fest eingefunden, so daß der Reue Saalbau bis auf den letzten Platz besetzt war. Auch S. Magn. Rektor Geh. Hofrat Prof. Dr. Behaghel, Regierungsrat Dr. Wagner und eine Anzahl Stadtverordnete hatten der Einladung entsprochen. DaS Programm bestand hauptsächlich auS Gesangsvorträgen, und die vorgetragenen Chöre, Ouartette und Solovorträge boten den Zuhörern reichen Genuß. An dem gespendeten Beifall hatte der stattliche Chor und sein eifriger Dirigent, Lehrer Görlach, gleich großen 9(nteif. Auch ein Singspiel „Rosel vom Schwarzwald* gelangte zu einer recht flotten Wiedergabe. Der zweite Präsident des Vereins, Herr Verwalter Todt, warf im Verlauf des Abends einen Rückblick auf das ab- gelaufene Vereinsjahr und dankte insbesondere der unermüdlichen Tätigkeit des Vereinsdirigenten. Er schloß mit einem Hoch auf das deutsche Lied. Rektor Prof. Dr. Behaghcl dankte sodann für die Einladung und verbreitete sich in humorvoller Weise über die Bedeutung des Gesanges. Sein Hoch galt dem Banerschen Gesangverein. An das Konzert schloß sich ein flotter Ball an, während am Sonntag ein Ausflug nach dem Schützenhaus das schöne Fest beschloß. ** Das 60jährige Stiftungsfest des Gesangvereins Harmonie wird in diesem Jahr gefeiert und zwar, da die ,Harmonie* dem Lahntal-Sängerbimd angehört, mit desien 26. Bundessängerfeste zusammen. Auf dem Feste werden Massenchöre geboten, wobei in erster Linie dem deutschen Volksliede Rechnung getragen wird. Festdirigent ist Lehrer Görlach. Für d i e Theatervereinsvorstellung am Dienstag gelten, weil kein Gasthonorar zu zahlen ist, erheblich geringere Eintrittspreise als sonst; die Preise bewegen sich, statt zwischen 5 und 2 Mk., zwischen 3.50 und 1 Mk. ** T e r v o m Turnverein (gegr. 1846) am Sonntag veranstaltete Familien ab end verlief in schönster Weise. Die Gesangsvorträge des Sängerchors des Turnvereins, das Theaterstück: „Tie .Heimkehr vom Turnfest", 'owie das Quintett des Gesangvereins Bummelsdvrf gelangen recht gut und die Mitwirkeuden ernteten verdienten Beifall. Ter unvermeidliche Tanz hielt die Anwesenden bis zur frühen Stunde recht fröhlich beisammen. ** I n dem Vortragszyklus des kaufmännischen und des Ortsgewerbevereins wird heute im .Hotel Saalbau der 8. Vortrag abgehalten. Herr Dr. Delkeskamp, Gießen, spricht über die Entwicklung der menschlichen Kultur (der Mensch und die Metalle) unter Vorzeigung von Lichtbildern. ** Der hessische Weinkontrolleur Braden hat, nachdem die gerichtliche Untersuchung die vollständige Grundlosigkeit der gegen ihn erhobenen Beschuldigungen ergeben hat, sein Ehrenamt als Weinkontrolleur 'wieder aufgenommen. ** 2ie neue Nebenbahn st recke Grebenhain- Crainfeld—Gedern wird am 1. April in Betrieb genommen. Damit wird das letzte Stück der Vogelsbergbahn eröffnet und eine direkte Verbindung von Lauterbach über Gedern und Stockheim nach Heldenbergen—Windecken her- gestellt. Auf der neuen Strecke verkehren täglich regelmäßig 4 Züge in jeder Richtung und außerdem an den Gießener und Fuldaer Markttagen je ein Frühzug. ** Zugentgleisung. Gestern nachmittag entgleiste an dem Zuge 3.25 Uhr der Bieber thalbahn an der Kurve von der Rodheimerstraße nach der Heu chel- heimer Chaussee der zweitletzte Wagen. Ter Zug war mit Ausflüglern stark besetzt, jedoch lief die Sache ohne jeden Unfall ab, obgleich der entgleiste Wagen zirka 80 Meter neben den Schienen lief, bis der Zug zum Stehen kam. Die Passagiere der beiden letzten Wagen mußten aus- 'teigen und ihre Ausflugsorte zu Fuß aufsuchen, während )ie Maschine mit den vorderen Wagen nach der Bieber ähren konnte. Nach etwa 3/4ftün&iger Arbeit war der Wagen wieder auf die Schienen gebracht und das Geleise rei. ** Von b C'r engli scheu Gesandtschaft. Herr Arthur Cuninghame Grant Tuff, der an Stelle des bisherigen Geschäftsträgers Sir Arthur James Herbert zum Königlich Großbritannischen Geschäftsträger in Tarmstadt ernannt worden ist, hat S. E. dem Staatsminister Ewald am 5. d. M. sein Begvaubigungsschreiben überreicht.. t Burkhardsfelden, 18. März. AIS heute morgen Pfarrer Gomsbel von Reiskirchen nach dem Gottesdienst sich wieder nach Reiskirchen begeben wollte, wurde er von dem geistesgestörten Daniel Schepp von hier belästigt. Der Irrsinnige schlug mehrmals mit einer Stange nach Herrn Gombel, sodaß der Geistliche flüchten mußte. t. Hattenrod, 18. März. Gestern verbrannte sich daS Kind eines hiesigen Landwirts dadurch, daß eS in einem unbeaufsichtigten Augenblick ein Bad in einem Topf mit heißem Wasser nehmen wollte. Beide Beinchen des Kindes sind erheblich verletzt, sodaß man ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. △ Lind heim, 17. März. Mehrere Schulknaben wollten nahe Altenstadt Sand in einer Sandgrube holen. Plötzliche löste sich eine Erdschicht und vergrub einen der Knaben. Al- ältere Leute zur Hilfe herbeikamen, war der Knabe bereit? erstickt. Bad-Nauheim, 17. März. In der gestrigen Sitzung der Stadtverordneten wurde über eine Eingabe des Bildungsvereins wegen Zuwendung eines Lokals für die Lesehalle verhandelt. Die Eingabe wurde an den Finanzausschuß zurückverwiesen, es liegen nämlich auch sozialdemokratische und andere Blätter auf, die man beseitigt wünscht. Ter Vorstand des Bildungsvereins ist mit der Beseitigung nicht einverstanden, weil dadurch der neutrale Charakter des Unternehmens verloren gehen würde. 0 Reichelsheim i. W., 18. März. Bei der gestern hier abgehaltenen Bürgermeisterwahl wurde Landwirt Carl Schmid II mit 91 gegen 80 Stimmen gewählt, welche letzteren auf den Sohn des vor einigen Wochen verstorbenen Bürgermeisters Steten entfielen. 8 Lauterbach, 17. März. Heute fand die Eröffnung' der von dem Geflügel- und Vogelzuchtverein veranstalteten 6. Verbands-Geflügel -und Vogel aus st ellun g der oberhessischen Geflügelzüchter -Vereins im Saalbau „zum Johannesberg" hier statt. Als Ehrengäste: waren erschienen Kreisrat v. Bechtold, Kreisamtmann Geb-, Hard, Rittmeister Frhr. Riedesel zu Eisenbach und Forsts meister Eulefeld zu Lauterbach. Nach Begrüßung der GästL fand ein Nundgang durch die in allen Teilen sehr intern essante Ausstellung statt. Unter dem in vier Abteilungen ausgestellten prachtvollen Geflügel aller Art besindet sich auch ein Storch, der im vorigen Sommer von dem Gärtner, Beier hier flügellahm gefangen wurde und sehr gut überwintert hat. Von großem Interesse dürften auch die von der Lauterbacher Blechwaren- und Verzinkungsanstalt ausgestellten verzinkten Freßgeschirre und Trinkgefäße, sowie: die von der Firma C. Marten in Lehrte zur Ausstellung! gebrachten Fleischfaser-Futterartikel sein. Die ganze Anordnung der Ausstellung findet volle Anerkennung. Welch reges Interesse dem Unternehmen von allen Seiten ent-, gegengebracht wird, beweist die Stiftungi der zahlreichen Ehrenpreise und Geschenke, darunter solche von S. K. H-> dem Großherzog, dem Grafen von Schlitz, Rittmeister Freiherrn Riedesel, Baron August Riedesel und Baron Albrecht Riedesel. sd. Darmstadt, 18. März. Ueber den Darmstädter B a h n h o s s n e u b a u wurde in einer gestern vormittag hier abgehaltenen informatorischen Besprechung eingehend verhandelt. Es drehte sich hauptsächlich! um strategisch« Fragen. In der Konferenz waren u. a. anwesend der Eisenbahnpräsident v. Rabenau, der Linienkommissar aus Mainz, vertreten durch Major v. Wachter, ein dem Korpskommando in Frankfurt angehörender Generalstabsoffizier, der Divisionskommandeur der 25. Division, der Darmstädter Stadt-, kommandant v. Lyncker, die Darmstädter Regiments-Kommandeure, Vertreter der Stadt, Bürgermeister Dr. Glässing und die Beigeordneten Jäger und Ec^rt. Aus' den Verhandlungen ist bekannt geworden, daß der neue Bahnhof von der jetzigen Stelle etwa 15 Minuten in westlicher Richtung entfernt erbaut werden soll. Mit dem Bau soll innerhalb Jahresfrist begonnen merken und er soll in 3 Jahren vollendet sein, wenn nicht besondere? Hinderungsgründe eintreten. Wie verlautet, ist auch mit dem Militärfiskus ein Einvernehmen erzielt worden. Der neue Bahnhof soll als Durchgangsstation angelegt werden. Er soll so ausgebaut werden, daß er zur Entlastung des Frankfurter und Mainzer Bahnhofs dienen kann. Einzelheiten werden in Kürze bekannt gegeben. sd. Pfungstadt, 18. März. Gestern nachmittag um1 IV2 Uhr wurde der Raubmörder Adam Steinmetz durch Gendarmen nach Darmstadt transportiert. In den Hauptstraßen Pfungstadts hatte sich schon vom frühen Morgen an eine große Menschenmenge an gesammelt, um den Mörder zu sehen. Als die Gendarmen mit dem Mörder herankamen, drang die entrüstete Menge auf ihn ein, versetzte dem Mörder Schläge und Fußtritte und rief ihm Schimpfworte zu. Immer neue Menfchenmafsen drängten sich heran, sodaß die Gendarmen, die blank gezogen hatten, sie nur mit Mühe zurückhalten konnten. Als man endlich den Bahnhof erreichte, erklärte der Mörder: „Die haben nicht schlecht gehauen." In Tarmstadt wurde der Mörder vom Bahnhof gleich in einer Droschke, in der außerdem' die Gendarmen und Kriminalkommissar Daniel saßen, ins Untersuchungsgefängnis verbracht. Am Nachmittag wurde er vom Untersuchungsrichter vernommen und vom Kreisarzt untersucht. An den Kleidern des Steinmetz, die er bei Verübung der Tat trug, wurden noch Blutspuren entdeckt, die anscheinend von beir Händen der sich wehrenden Frau herrührten. Steinmetz ergibt sich ruhig in sein Schicksal. Er gestand ein, daß er den Mord seit längerer Zeit Plante. Als §>auptmotiv zur Tat gibt er an, daß er seiner Mutter die wöchentliche Vergütung für Kost und Wohnung nicht geben konnte, die 12 Mark betrug. Er konnte sie nicht zahlen, da er keine Arbeit hatte, wovon indessen seine Eltern nichts wußtem Um diese Täuschung noch länger fortsetzen zu können, schritt er zur Tat. Auch der bisher vermißte Schlüssel zu dem kleinen Vorhangschloß des .Holzstalles ist bei Steinmetz gefunden worden. Voraussichtlich am Dienstag wird der Raubmörder in Begleitung der Staatsanwaltschaft an die Mordstelle nach Pfungstadt gebracht, damit die näheren Umstände über die Ausführung der Tat festgestellt werden können. Die rasche Entdeckung des Mörders hat man besonders dem Umstand zu verdanken, daß Kriminalkommissar Daniel auS Darmstadt sich die dcummer und näyere Beschreibung der schon alten Uhr, die in Pfungstadt fast niemand kamlle, zu verschaffen wußte. Frankfurt a. M., 17. März. Der in Mailand verstorbene Mitinhaber der dortigen Filiale der Darmstädter Bank Fink von ScherbiuS hat der Stadt Frankfurt, der »Frkf. Ztg." sufotge 2 5 0 00 0 Mark überwiesen mit dem Wunsche, daß diese Summe zur Errichtung eines Altersheims verwendet wird. Born hessischen Landtag. kennbar. erfroren. Telefonische Kursberichte Handel Frankfurter Bürs®. 19. März, 1.15 Uhr. 246.75 . . 130.75 Obet gehles. Eisen-Industrie 129.— Italien. Rente . . HI . 110.50 Prince-Henri-Eisenbahn . 135.-* roter Leder . 174.40 . 147.90 Gegenstände zu machen. 100.60 88.65 100.55 88 85 99.50 19. März. Anfangskurse. Harpener Bergwerk . . Laurahütte ...» Lombarden E. B. . . Nordd. Lloyd .... Türkenlose . . • Berliner Handelsges Darmstädter Bank . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. Dresdner Bank Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . Gotthardbahn . . - Lombard. Eisenbahn Oesterr. Staatsbahn . Laurahütte. . . Nordd. Lloyd . . 240.— . 127.50 24.20 144.50 Dortmunder Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: ruhig. . 81.50 . 165.— 141.- 130.10 259.25 223.50 168.50 100.60 100.80 95.20 106.20 69.45 70.25 92.20 94.60 94 — 149.20 55.80 Reichsanleihe do. Konsols . . do. . . Hessen . . . Oberhessen Handel nnd Verkehr, Volkswirtschaft. ö (n , 18. März. Ter Kommerzienrat Peter Josef Stoll- to c r cf, ältester (ihef der Firma Gebrüder Stollwerck, ist g e - Pantoffel, gefüttert. Tie Empfangsberechtigten der gefundenen belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend Gießen, den 17. März 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für und Industrie, Giessen. ** Kleine M i t t" i l u n a c n aus §> e sse n und den Nachbarstaaten. Die Hundesperre wurde bis auf Weiteres aus den aanzen K r c i s v ö ch st a. M. ausgedehnt. — In W ö l l sl e i n wollte der 42jährige Landwirt Philipp Espenschied das Wasser in seinem Brunnen abstellen. Zu diesem Zwecke musste er den Teckel wegnehmen. Dabei bekam er das lieber« tivi !•:, '~ic( in >'."i >i;’. ui-iu'.i und c r t r n n f. Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schuckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . kirchliche Nachrichten« Evangelische Gemeinde. Montag, den 19. März, abends 8 Uhr: B i b e l st un d e im Konfirmandensaalc der Lukasgcmeinde. Tert: 1. Petr. 2, 18 ff. " Pfarrer Euler. . . 174.50 . . 148.10 . . 244.70 . . 183 — . . 190.25 . . 165.30 . . 211.30 Sclmnntmachnng. In der 3eit "vorn 10. bis 17. März 1906 wurden in . 68.60 . 97.65 . 213.50 . 246.— . 24.10 . 130.75 . 148.70 gHir erhallen folgende Zuschrift von Abg. Leun: Zhre Berichterstattung über meine Ausführungen in Kannnerverbandlnng vom 15. d. Mts. --«r.fa cs Qnau, 16. März. Tie Stadtverordnetenversammlung beschloß heute, von 1. April d. I. eine K a n a l b e n n tz u n g s g c b ü h r einzuführen, btc nach dem Miet- und Nutzungswerte der an den Kanal angeschlossenen [ nungen erhoben >vird und Wohnungen von einem Miet- wcrtc bis zu 240 Mk. freiläßt. Diese Gebühr haben also die Mieter zu tragen. Von den Grundstücksbesitzern werden ferner a n a l t o st en b c i t rä g e erhoben in Form einer Vorausbelastung der Gcbäudesteuer, welche 28 Prozent der staatlich veranlagten Gebäudcstcucr beträgt. Marburg, 18. März. Ter Pathologe Professor Tr mcd. hiesiger Stadt " - gefunden: 1 Rosenkranz, 1 graues Herrenkapes und 5 Zeitungshalter von Stoff, 3 grün, 2 rot. verloren: 1 silbernes Kettenarmband und 1 roter fieber« gezeigt, wiederholt zur Kenntnis zu bringen, das;, eventuell der Stahlwerksverband fick' die Schwächung der Position des Auslandes zu nutze macken und eine Preiserhöhung. vornehmen werde. — Es sind dies Hoffnungen, die sich möglicherweise erfüllen werden. Aber wie gesagt, nur möglicherweise. Wenn der Streik in den genannten Staaten ausbrickt, so ist es sehr fraglich, ob derselbe nicht durch das SvlidaritätsAerübl der Arbeiterschaft w verwendet werden kann, daß dem ^tahl'verls- verband doch kein Ruhen daraus erwächst. Uebrigens must aber doch noch daraus hingewiesen werden, daß sich beim Köhlen- snndikat schon seit einigen Tagen eine verstärkte Nachfrage aus Frankreich gelteno macht, wodurch sich wieder einmal der Wagenmangel verschärft hat. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 18. März. (Orig.-Tclegr. des „Gießen. „M1.„ ^p1UiULl, der! ?lnz.") Amtliche Notierungen der heutigen Fruchtmarktvreise. Kammerverhandlung vom 15. d. MtS. (Vormittagssitzung) ist Weizen Mk. 18.00—18.50, Knrhesnfcher Mk. 18.50-00, Vlata imncnan (Wie in unserem Bericht mitgeteilt wurde, waren diel Mk. 18.50—20.00, KanfaS Mk. ^b.5l>—19.-.0, Roggen NneNger) änTi hninqcn des Redners auf der Journalistentribüne schwer! Mk. 16.50 —16.75, Gerste (Wetterauerl Mk. ^-7ö-^7.2o, vkranken- ... ft-r " lieb« bic Crkacticfttc als fotoc habe ich nicht «ng-n. Ich 'habe meine Verwunderung darüber zum Ausdruck gebracht, bis Mk. 00.00, Franken, Pfalzer, Rled Mk. 17.7o—18.2o. Alles per Köln, 19. März. Acht Protestoersammlungen gegen daß d:c Owosthcrzoglichc Regierung, nachdem man das neue Grund- 100 Kg. ab hier. s J sfla D re i k l asc n - W a bl recht nahmen bei ungeheurer buch enüührte, nur daran denken konnte, dieses Amtsgericht ev. ke. Frankfurt a. M., 19. Marz, (^elegr. firig.-Ber.cht bcs passten i a c n a 01Polizei hatte » l,lieben. Rach Einführung des neuen Grundbuchs müsse man „Gieß. Anz.^. Amtliche Notierungen der heutigen Viehmarkl. Beteiligung einen ruhigen Verlauf. SJC ^ouzei yaric -nr^Beauemlichkeit deS vertragsschließenden Publikums erst recht preise. Zum Verkäme standen: 51o Ochsen, 88 aus Ceit- feineriei Maßnahmen getroffen. . bic kleinen Amtsgerichte beibehalten. reich, 47 Bullen, 2 aus Dänemark,746 Kuhe^Fersen, Stiere und Berlin, 19. März. Auf dem Tegeler See Bet Berlin Meine früheren Behauptungen, daß das neue Grundbuch den Rinder, 16 aus Tanemark, 306 Kalber, 343 Schafe und Hammel, I- - • e oPutc durch Kentern des Bootes in den See; hessischen Staat 10 Millionen Mark kosten würde, Hielt ich aufrecht, 1384 Schweine, 0 Ziegen, o 3'Cflfn-, 0 Schaflammer. Bezahll I ’ ortrankem denn zu den eigentlichen Anlegunqskosten kämen noch für die wurde für lOOPfund Schlachtgewicht^ Ochsen 1. Qualität .q Rom Krieasaericht ist der frühere sstassÄft & &&s«“ Myksse «äskäsä&x «..,».<><» >««.«±s bestritt, denn das neue Grundbuch sei keine prouktive, sondern eine 2. Qual. 80—85 Pfg., Lebendgewicht 47—oO Pfg., 3. Qual. Breslau, 19. März. Im Gegensatz zur Januarzehrende Anlage. 00-00 Pfg., Schlachtgewicht 61-6o Pfg. Schake: 1. Dual. 70^80, einonfit(ltion wurde am Sonntag von her Polizei keinerlei , Mb ÄÄ&ÄW mTt * Schreibgehiilken und b?e unteren Beamten im Gehalte auibessern qew. 60.00-61 Pfg., 3. Qual. 72-74 Pfg., Geschäft bei yornvieh Elf Volksversammlungen nahmen scharfe Resolutionen ^en. gedrückt, Ueberstand bedeutend, bei Kleinvieh gut, kein Ueber- gegen das Dreik lassen-Wahlrecht an. ' Großen-Linden, 17. März 1906. | stand. j' ^ariS, 19. März. Dem „Figaro^ zufolge luden _£cn " ' des hessischen Landtags. < --Rnriser Studenten die inCourrieres weilenden deutschen vermischtes. | ®- **;, S- ® »">»« en. 18. Mär,. rer «^ut- ' Abständigen' beschlossen, di- * Französische Deserteure. Ein Freund des (Unberechtigter Umdruck verboten.) oon den Bergwerksgesellschaften gemachten Vor» ,Giest. Anz/ schreibt uns aus Altmünsterol im Elsaß, Vor der Strafkammer batte nck'dcr^ abzulehnen und den Ausstand bis aufs 17e • Soeben überschritten btc grenze zwei Deserteure ^ngekla'gt/ hatte gegen ein Urteil''des Schöffengerichts Moringen äu ß e rst e f o rt z u se tz cn. deS in Belfort garnisonierenden 35. Infanterie-Regiments m . o z muh n t beide Züge mit voller Geschwindigkeit aufeinander fuhren, sEe Werren Landwirt werden, aber auch als. solcher.taugte Vorwahlversammlung btc ^^oualdemokr t). wurden alle drei Lokomotiven zertrümmert. Sämtliche Wagen er nichts, .tzarrv, her fortwährend Liebesverhältnisse mit Weibern Saale verrammeln, da sie von den Sozmlisten an^grisM , , - . - .... , 0 1 nnfiiüvfte zerfiel schließlich mit 1 einem Vater, als er nut emer I u>urben, die durch das ^aalsenftcr 60 sttevolverfcyuffe entqfctitcn und zersplitterten. Bei furchtbaren Sch e- ^Schauspielerin ein neues Verhältnis anfing Er Querten, iocrbeigelommene Kosaken gaben Gewehrsalven ab, sturm konnten die Beamten auf den Lokomotiven die Zuge nu^ Vaterhaus verlassen. Nun blieb ihm nichts anderes ^bei Personen erschossen und 8 schwer verletzt erst auf 200 Meter sehen und leicht vermuten, daß lie ,ibrig, als Bergarbeiter zu werden. Seme Geliebte, die n)urbcn auf verschiedenen Geleisen waren. Viele Passagiere Schauspielerin, war seine ständige Begleiterin. Im^ Januar d. J. Rostow 18. März. In einem benachbarten Flecken w..rd-n fld6kt Ei.,- groß« Z-Hl l-g unter den T-Üm- g-d-^W-rr-nwurb- eine Serjammlung »on «Scnotutionätcn bon S». mein festgeklemmt, die sofort danach ryeuer fingen. ^z^og Ta Werren, der die Schauspielerin, die sich m Hafen unb Polizeimannfchaften aufgehooen, die von den Das Geschrei der zahlreichen lebendig verbrannten Opfer war gesegneten Umständen befand, als seine 3-rnn ausgab, nur noch Revolutionären beschossen wurden und daraus zwei von entsetzlich Viele verbrannten zu Asche und wurden uner- eine Mark im Besitz hatte, trat er am andern Morgen einen diesen töteten unb acht verwundeten. . Andere entkamen halb v rbrannt und vergruben Bettelgang durch die Stadt an,, besuchte unter Bezug- Tiflis, 18. März. In der Frage der En t schad ig- Andere enttarnen ijaio veroranr ö naI c auf bic c,csellschastliche Stellung leines Vaters die Dono- b{ Verluste, die die Ausländer Bet den fick)' von wahnsinntgen schmerzen gequält, im SchneeL.atiorcn bcr -tadt, um das Geld für .die Zeche und das Reise- Translaukasien erlitten Huben, wies der kaiser- Dte Ueberlebenden fanden sich tm heftigsten Schnee^ g^ld nach Volpriehausen zusammenzufechteu. Zwei Mark, dieI . Statthalter die Generalgonverneure an, daß auf aus- sturm, 15 Meilen von jeder Unterkunft entfernt. er von dem Bürgermeister erhielt, vertrank er ^gleich in ) Untertanen bcr allgemeine Grundsatz der russi- etwa 10 Personen verletzt wurden, darunter Zwer Zechprellerei s e st n e h m e n. Zn der Gerichtsverhandlung können die geschädigten Ausländer zwar tm Wege^des Ge- schwer »rre Explofivn verursachte eine Feuer s b r u n ft, !^ 2- qammr fam bcr Baler nach Moringen und mußte dorthche§ Strafverfolgung gegen Beamte beantragen, ine wa.h- die durch das Treppenhaus rasch andere Teile des Gebäude!-, Schauspiel erleben, daß die Gel i e bt e se in es Sohn e s ber Unruhen sich der Untätigkeit schuldig gemacht ergriff. Mehrere Mieter wurden halbersttckt . durch bic H m $ c r f t $ f a Q ( c i rt e m Ä4it b c b a § £ e 6 c it a a b ÄW ( < ^ie Regierung kann ihnen jedoch einen Ersatz der Feuerwehr über Rettungsleitern aus dem Hause gebracht, rend die Wöchnerin im Adoringer Gefängnis blieb, nahm der alte ' j jr f a e wälir leisten. * Klei ne Tageschrvnik. Ter seit einer Schnee- Jnstizrat seinen Sohn mit nacki Hause, der gegen das Urteil Be-> - _ । ,■ schuhto u r vermißte Student heißt Wilhelm von Klot rusung einlegte. Erwürbe heute fre i g e spr o ck, e n , da er als und stammt aus Riga. Da Iäoer vom Eolmarer Bataillon das krank im Sinne des Gesetzes onzusehen i|t. ras Gehirn des Feldberggebiet mit Hunden abgesucht haben, ohne eine Spur K.'s! Angeklagten, so führte der Sachverftäudige aus, habe die not- zu entdecken, so must angenommen werden, daß der junge Mann wendige Entwicklung nickt durckfgemacht: es sei stehen geblieben auf der Tour , u m F e l d b e r g verunglückt ist. — Nach in der Beschaffenheit, wie bei einem 15 jährigen Jungen. Außer- einer Aleldimg aus Madrid herrscht in Andalusien infolge der j dem sei angeborener Schwachsinn vorhanden. \3^°[ Dürre Hungersnot. Tie Leiden der Bevölkerung sind un- \ — --— —— i /- o beschreiblich. Wenn die Regierung nicht wirksame Maßregeln zur 3^°/ Unterstützung desVolkeS durchführt, ist eine Revolution unoermeid- , . Frankfurt a. M , 18. März. Der Füsilier Kohaut\3% lieft - Ser «it- M b ) ub an t b eS St on i 9 S » o n S = rb .en ö 80. R-gts. fing am W-nd d-4 22. Februar 32°/. wurde zur Disposition, siestellt, weil er ^auf einen Garde- trunkenem Zustande auf der Stube mit einem Kameraden 3^°/„ Offizier, m dem er den Liebhaber seiner ^rau vermutete, einen Qn, lvar^ ^iT tiufZ' Pett und scklug ihn. Ter Stuben- 4% Oesterr. Goldrcnte. . ^^^.?/.^Ersch uß abfeuerte. — ^n Paris kam ini einem „ c cin Q^4eitcr, riß ihn zurück. Dasiir erhielt er non 475% Oesterr. Silberrente fünfstöckigen, dicht bewohisten Hause ötuet aus. ^qs Cochaube ^ ejncn Stoß mit der Faust gegen bic Brust,, baß er 4% Ungar. Goldrente . . brannte rasch auf allen Stockwerken auv.. Eine r au 0 e 1 “ 140umeuc Als» setzt der Gefreite hinauslief, um den llnter= 4% Italien. Rente brannte. 15 Personen wurden zum Teil fchwer verletzt. > offizier vom Dienst zu holen, lies ihm Kvhant mit gc5Ücftcm 3 % Portugiesen Serie T . Messer nach, traf ihn aber nickst mehr. Tann fing er mit einem 356 Portugiesen .. HI ändern Kameraden .Händel an, scklug ihn und warf ihn aufs 4^% rass.Staatsanl. 1905 Fensterbrett, daß er beinahe astis dem 2. Stock hinausgefallcn \4%°'n japan. Staatsanleihe wäre. Durch verschiedene ?leußerungen verletzte er dann nody bic 1 % Conv. Türken von 1903 , Acktüng gegen den Gefreiten unb den hinzukommenben Untere Törkenlose . ... normen . . offizier vom Ticnst. Das' Kriegsgericht der 21. Tlviswn\4% Griech. Monopol-Anl. Subb eutsche Drsk«nto-Ge, ell 1 chaft, Akt-Ge 1 bcit ^wß mit bcr sfaust nicht als' „minder schweren Fall" 4% äussere Argentinier .Mannheim: Ter crsti Gctckastvbericht dicws Instituts, da.' Etlichen Angriffs auf einen Vorgesetzten an, erfanntc Tur 3% Mexikaner . . . unter Mitwirkung der g,s?onto-Ge,elllckatt au» bcr 5’tnna $. QU^ 3 ^a[)rc Gefängnis und bildete hieraus mit beit 4^% Chinesen . . . L'.^adcnburg'u.^ohne in Mannheim hervorging, hat einen Rein - s^r bie anberen Vergehen eine Gesamtstrafe von Aktien: gewimi von 1 443 2o.3 Mk. ergeben. Es werddn 6 Proz Divibcnbc 'c. und ''Monaten Gefängnis. Bochum Guss mit 1,20 Mill Mk. verteilt, 72163 Mk. der geietzlichen Reierve Berlin, 1.6. März. Ter Bankier Kniehase tourbc Buderus E. w" ’ . . 5uflcnnen'n unb bcr gleiche Betrag an eine be,ondcre autzer- l Schwurgericht nack fünftägiger Verhandlung wegen Konkurs- Tendenz: fest. "r^AUckc Reierve. vergehens. Tcpotunterscklagung, Untreue, Unterschlagung unb rU- Berliner Börse, Kleine Finanzckrvnik. Der amerrkannche Ta- . c. n ß r e n 7 Monaten Gefängnis „ , r, D halt ruft erzielte im abqelaufenen Jahr einen Reingewinn vnü lebn Monaten Üntersuckungshaftvevutteilt L. . . Katus der Reicksbank sinb einige Mitteilungen vvn Jnterene. 0 H » e„ 17. März Tie Strafkammer hat den Kom- Tie Bcsterung, bic der Status wahrend der zweiten Marzwvchc -'"9 ' - tTn„ ornfrnQP her Untreue erfuhr, ist darauf zurückzuführen, baß sich die Giroeinlagen ^"r.zrenraj- Rrbbert vvu der Unttage ber^ untreue um 66 Mill. Mk. vergrößett haben. Andererseits hat das In- f r e r g e s p r 0 ch e n. Tas vom Reichsgericht ausgehobene ftitut neuerdings Reichsscka^anweisungen übernehmen müssen, die erste Urteil lautete auf drei Monate Ge s an gn —— es an der Börse nickt weiter zu geben vermockle, sodaß den . Effektcnbeftand um 14,3 Mill. Mk. auf 105,7 Mill. Mk. an- Unrversrtats-Nacyrr«)ten. gewachsen ist. Tie Anlage in Wechseln und Lombarden hat nur Marourg 10 -..uulg 2 L. eine sehr nnweseiitlickc Zmiahme, nämlich! 4 Mitt. Mk., erfahren. s f f wird'dem'an ihn ergangenen Ruf nach Freiburg Die Benerung des Metallvorrates um 3c,8 Mill., Mk. durfte ' « <> < e Ieiftcn z. T. aus ausläudisckc Goldzuflüsse -vrewgau >^ne leuia ■ ----- unseren Informationen auf russische. Ta sich gleichzeitig auchl SIrfieitCtbCWCdUtKU der Noteniimlauf um 6,7 Mill. Mk. verringert hat, ist die steuer- . . freie Notenreserve um 53,414Mk. gestiegen, sic beträgt 298082000 — Ter „Lothr. Volk^stimnie „Ustolge 1 p_r en a t cn au** Mark gegen 249 638 000 M f. in der vorangegangencii Wocke bezw. st ä n d i s ck c Arbeiter bei Messem (Frankr.) eine Brn ck e gegen 457 087 000 Mark im März v. I. mittels Tvnamitbomben.^ ^lu? bem ^a^mnof Montanindustrie. Immer wieder wird daraus hin- wurde eine Weicke durch cnie ^.imamitbonibc zerstört. Bewe gewiesen, daß ein eventueller Streik in Frankreich, und den Attentate sollen durch Arbeiter auS Neuwes Maiioiiv vo.lsuhrt Vereinigten Staaten auf die einheimische Montanindustrie von sein. Tie Bahnstrecke Mpecourl-^oul wird tron --uhtar beroamt. günstiger Rückwirkung fein werde. Weiter hält man es für an-1 E ssen (Ruhr), 18. Marz, Halenbetrieb bcr -Lhonen» schen Gewcrkscklast „Teutsckier Kaiser" traten wegen Lohndifferenzen 180 Arbeiter in den Ansftan d. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Tienstag, den 20. März 1906: Nachlassen der Niederschläge, später auch Aist- heiterung. Sehr kühl unb windig. Näheres durch die «Gießener ^'Zellerkarte. 1 Lehrling gesucht. [01707 gibt preiswert ab [01777 Th. Eisfetter, Hillcbrandstr. 2. billi SCHULSTRASSE 7 SCHULSTRASSE 7 Annoncen-Annahme für alle Zeitungen und Zeitschriften h' 1434] Cbelftraße 9. ■V Giessener Anzeiger rhl: 1 - 01843] Wolkcugasfe 17. , vi Schwan D-THOMPSßN’S 4 ä ZU vermiete». 11609 4 Zimmer Kassiererin per sofort gesucht. [1780 3u ucvhiütfcn traut-Gesuche Derschiedeuc MWWW fordi Hina gec Pir tra er' ff Den n>el dein die bliil Ao log U» bn l R Bei 21b 21 i Jmg.BßrscteeÄcu‘ gesucht. Neue« Baue 6. [1738 Ä Bauplätze Querstraße, 644 lUMtr., zu vcrk. Näheres bei I. üappel. 11699 llig zu verkaufen. Schriftl. Anfragen unter 01835 Lebensstellung findet Herr durch Verkauf von Futtermitteln re. an Landwirte u.Wiedervcrkäufer. Auch als Nebenerwerb passend. D. Hardung & Co., Ehem. Fabrik Leipzig-Eutritzfch. 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