Nr. 153 General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Siehe» Aus KeaSt uuo Luno. schwören. Dienstag 3. Juli 1906 Rotationsdruck und Vertag der Vrühl'sch«, Universitätsdruckerei. R. Lange, Gtehea. Redaktion, Exvedition u. Druckerei: Tchulstr.?. Tel. Nr. BL Telegr.-Adr. ; Anzeiger Gieße«. Erfchetnt tigfid) mit Ausnahme des Sonntags. Die „Gießener ZamtlirnblStter" werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Ter «hesftkÄs candwtr*" erscheint monatlich einmal. regiments zu Pferde und der anderen Gardetruppenteile haben in einer Kundgebung alle Gemeinschaft mit den Leuten vom Preobraschenski-Ncgiment abgelehnt. Bei der Agitation in diesem Regiment sollen der Abg. Aladjin, sowie jüdische Spielleute des Regiments eine Hatrptrolle gespielt haben. In Petersburg folgten wahrend des Transportes des politischen Gefangenen Winogradow zwei Droschten dem Ge- Denunzianten, des ;_selipui;ers. Tert hur gciuoniuneii eutormf verwertete das Gericht bei dem Feldg:richtstermin, nachdem noch zur Sprache gebracht worden war, in weich' gehässiger Weise von seilen der Tenunzianten vorgcgangen wurde. Dem Angezeigten wurde eines Tages mitgeteilt, seiit frisch bepflanztes Grundstück liege voller zertrümmerter Flaschen und Töpfe. Beim Abräumen fand man ein Arzneiglas darunter, das den Namen des einen trug, während der Junge eines andern, offensichtlich Aus dem parlamentarischen Außland. Die Reichsduma beriet am Montag wieder einmal über die Abschaffung der Todesstrafe. Der Abg. Kusmin Karawajew legte dar, das; die Todesstrafe, sowohl vom juristischen als auch Dom politischen Standpunkt aus, abgeschafft werden müsse. Tie Reichsduma müsse auf die Beseitigung der Todesstrafe hinwirken, sodaß kein Mord ut Rußland gesetzlich sei. Ter Redner verlangt endlich, daß die Todesstrafe selbst in Kriegszeiten abgeschafft werde. Der Justizminister ergreift hierauf das Wort, um für die Todesstrafe einzutreten, welche wegen der Entwicklung des Anarchismus unentbehrlich sei. Der Redner, dessen Ausführungen durch Zurufe: Abdanken! Abdanken! Aufhören! mehrfach unterbrochen wurde, schließt mit der Erklärung, die Regierung könne die Todesstrafe zurzeit nicht abschafsen. (Zwischenrufe: Genug! Genug!) Der Präsident erhebt sich zu der Erklärung: Ein solches Vorgehen, die Ausführungen eines Redners abzuschnciden, ist in der Geschäftsordnung der Rcichsduma nicht vorgesehen. (Beifall in der Mitte.) Redner der Linken und der konstitutionell-demokratischen Partei geben als Erklärung für das Verhalten der Duma deren Entrüstung über den Ge- neralstaatsanwalt der Armee, Pawlow, an, dessen Leben eine Kette von Hinrichtungen aufweise. Der sozialistische Abg. Fürst Baratow führt aus: Tie Duma habe Pawlow den Platz verweigert, nicht das Wort. Sie habe ihn davon gejagt, wie alle davon gejagt werden, die Blut an sich tragen. Die Abgg. Nabokow, Lednitzkr, Roditschew halten heftige Reden für die Abschaffung der Todesstrafe. Priester Qghnew sagt: ^as Evangelium hätte die Todesstrafe ab geschafft. Durch die Leiden des Heilands sei diese heilige Wahrheit festgestellt worden. Keine Regierung habe das Recht auf Menschenleben. Jede -podes- strafeseieinVerbrechen. Die Nachtsitzung der Reichsduma nahm einstimmig den Gesetzentwurf zur Abschaffung der Todesstrafe an und beschloß, ihn als eilig dem Reichsrat zu übergeben. Die Debatte über die Abschaffung der Todesstrafe nahm einen so stürmischen Verlaus, daß die Minister und ihre Vertreter den Saal verlassen mußten. Wie verlautet, wird der Zar wegen der Meutereien bei der Garde nach Zarskojc Selo übersiedeln. Der Weg von Zarskoje Selo nach Peterhof ist mit Truppen besetzt. Tas Schloß in Zarskoje Selo wird für den Aufenthalt der kaiserlichen Familie hergerichtet. Der Zar beschloß, einen Flügcladjutanten mit Vollmachten nach Batum zu entsenden, um die Ursache der dortigen Unruhen sestzustelleii. Während der Straßenunruhen in Batum ivurde ein Kosak en-Offizier auf offener Straße ermordet Wie der „Nuss. Kür." wisseii will, wurde dem russischen Botschafter Grasen von der Osten-Sacken in Berlin einem vertraulichen Bericht aus Petersiibrg mitgeteilt, da eine baldige Besprechung mit dem Zaren erwünscht sei. c ■ , . , -. Das degradierte 1. Bataillon des Pr e o b r a s ch c n v t i- Reaiments wird durch ein völlig neues Bataillon ersetzt, das aus lauter Rittern des Gevrgs-- Ordens gebildet werden soll. Tie Mannschaften des Garde- tcit£1?Sert,ÜYa§ cine'SÄ® 'gewesen.wäre,'denn nachi der Menge des Dungs auf ber Hcmeii Flache, hatte dieser sußdick liegen müssen. Ter Ober-^eldschutzc erhob nur bic dav-1 aabeir des Ofenputzers hin Anzeige und bemerkte aus die Un- schuldsbctcucrungcn des Angezeigttu, er könne nicht anders handeln, da die Anzeige verlangt werde. Er bat ihn "uwblich uiid schriftlich, sich die Sache genau anzniehcn, und sich alles a t M merken, da später große Weiterungen entstehen müssen 8b in dieser Beziehung etwas geschah, konnte nicht ermittel mrrhpit ^0111 Ailaezeiattn ging ein Strafbefehl zu, der sich auf pfLn 9Q 'Warf belief und gegen den er Widerspruch erhob. Der Ottntmtzer mit dem Schlosfergchllen, zu denen sich noch em rruberer Eisenbalmfchaffner, der jetzt als Hausbursche latig ist, Wltte wurden über ihre Wahrnehmungen gehört. Die Aus- Si inffin ! belastend, daß der Angezergte daraufhin un- bLmat S verurteilt werden müssen. Er bat d-Sl-atb nm Äi^dent Grundstücks , ---------- ------ .. Wffn und Gonzenheim nach Homburg «enehmrgt. Zweites Blatt 156. Jahrgang Gießener Anzeiger ________________v_______.. _____ _ von Erwa^sencn äuge i ter, den Angezeiglen aller Schandtaten ünaniswaaen. Tie Insassen der ersten Droschke übersiMn de,a)utoigte. Auch der HaupldcnunziaiÄ mit seiner besseren Hälfte plötzlich den Gefängniswagen, erschossen den hielt cs für angezeigt, die Beschuwigungen auszuposaunen. Em an t p T 1ITtk fiJfrptten d e n G e ? a n ö e n e n worauf weiterer hielt es für notig, einem Zeugen, der zu Gunsten Wärter und be f r_e i t ni Dk QKTan ber Beschuldigten ausgesagt hatte, über seine Aussagen Vorhalt re rn der zweiten Droschke mit ihm die Flucht, ergrissen. machen; er rempelte ihn. nicht blos auf der Straße an, In Warschau wurden am 2. sechs M or d - andern belästigte ihn auch in seiner Wohnung und bemerkte, ans ch läge gegen Polizisten unternommen. Zwei er ihn „meincitiig mache. Der Vertreter der Staatsanwalt- Angegriffene wurden getötet, drei wurden verwundet, einer schäft konnte trotz der belastenden Zeugenaussagen, mit Rücksicht blieb unversehrt. Zwei Vorübergehende wurden von Mgeln auf das sachverständige Gutachten, die Anklage nicht aufrecht getroffen und getötet. Die Behörde ordnete die Zurück- erhalten. Er nahm deshalb Veranlassung, die zum Feldgericht ziehuna der Polizeiposten von den Straßen an. Ter Sicher- geladenen Bürgermeister und Feldschützen des Bezirks, unter Hin- heitsdicnst kn $g”g »k-Umm°nÄ"f/Äg°n aufm=V% bürg ist gegen 6000 Rubel Kaution aus freien Zu ß machen, nwdurch nicht blos den Beteiligten Unannehmlichikeiten, gesetzt worden. sondern auch dem Staat Kosten und den Behörden unnötige In Warschau wurde ferner der Stu den t ® u r e * Arbeiten entstehen. Er forderte die Feldschützen auf, bei ihren witsch vor seiner Wohnung wegen Belrügereien. die er Anz eigen vorsichtig zu Werke zu gehen und eriuchte an seiner Partei verübt hatte, durch sozialistische Genossen die Bürgermeister, das Feldschutzpersonal in dieser Beziehung erschossen. In den Abendstunden feuerten fünf Un- zu überwachen. Er wies insbesondere auf den enormen Prozentbekannte in der Podwolstraße auf den Jnsantcriehaupt- satz derartiger, vorn hiesigen tttldichuyperloual erhobene An - veiannie in ver gvuiww p \ \ ; Leigen hin, die der Staatskai,e erheblia>e Kosten verur,achen. mann ^oboltzew und 1 öteten ihn Der Hauptm i anders zu erwarten war, trat kostenlose Frei- hatte an der Hinrichtung Pvlin.cher Gefangener m der ^echung ein. Zitadelle mitgewirkt. I Die Bauernunruhen im Gouberncment Tula - haben sich auch auf die Nachbargebiete ausgedehnt. Mehrfach wurden die Besitzungen der Großgrundbesitzer in Brand gesteckt. Der Gouverneur erklärte, keine Truppen zur Hilfe entsenden zu können, da die Zahl der ihm zur Verfügung stehenden Mannschaften zu gering sei. | In Kiew hat Generalgouverneur Suchomlinow fürj die ganze Dauer des Belagerungszustandes einige Hov-i ligans wegen Aufreizung zu einer Juden hetze aus Kiew ausgewiesen, eine bis jetzt einzig dastehende Maßregel, die die Juden beruhigt, die schwarze Bande überrascht hat. Es verlautet, der Generalgouverneur hätte den Staatsanwalt aufgefordert, gegen Exzellenz I o se f o witsch vorzugehen wegen Beleidigung der Duma und Aufhetzung eines Teiles der Bevölkerung Iegen einen anderen. Gerüchte wollen wissen, daß auf Suchomlinow ein Attentat geplant war, um eine Judenhetze und eine Gegenrevolution der Patrioten gleichzeitig heraufzube- politifd^c Lagesscharr. Zum Fall Karell. Der Vorstand der freien landeskirchlichen Ver- ' etnigung für das Gr. Hessen, unterzeichnet D. Guyot, Pfarrer, 1. Vorsitzender, und Bayer, Dekan, 1. Schriftführer, erläßt folgende Erklärung: Wenn das Grobh. Ober-Konsistorinm im Allgemeinen ein Eintreten der tÄeisttichen in den politischen Parteikamps nicht wünscht, so ist es hierbei auch von unserer Zuslunniung getragen. Wenn ober das Großh. Ober-Konsislorunn einem Pfarrer ausdrücklich eine befummle Erklärung gegen irgend eine politische Partei oder ein bestimmtes Verhalten in irgend einer politischen Situation zur Amtspflicht machen ivill, so gteiit es damit nichi nur in die staatsbürgerlichen Rechte, sondern vor allem in die Gewissensfreiheit des Geistlicheii ein und schädigt das Ansehen der K i r ch e unb ihrer Diener, indem es das Zutrauen des Volkes, zumal der in schwerem wirtschaftlicheil Kampi steheiideil Volkskrerse, zu ihrer Zuverlässigkeit, Gerechtigkeit und Willigkeit, dem ganzen Volk zu dienen, erschüttert. Von diesem Standpuukl ans bedauern wir, die wir der ü b e r w i e g e n d e n M e h rz a h l nach nicht auf dem p o l i t i s ch e n S t a n d p u n k l K o r e l l s st e h e >i, sowohl den gegen Korell in dem Erkenntnis des Gr. U. angeschlagenen Ton als auch die Entscheidung selbst; dies um so mehr, als es sich hierbei nicht um die Aeußerung eines einzelnen Ver- treters, sondern um die amtliche S\imt>gebung der obersten Kirchenbehörde der evangelischen Landeskirche handelt. . Zwischen den Zeilen dieser Erklärung ist zu lesen, dost auch der Vorstand der freien landeskirchlichen Vereinigung das Schweigen 5^orells zu der Stichwahlparole der Darmstädter sozialliberalen Parteileitung nicht billigt oder doch nicht gerade taktvoll findet. Sie will nur nicht zur Amtspflicht eines Pfarrers gemacht wißen, daß er in gewissen politischen Situationen das Wort ergreife. Sie erblickt vielmehr in dieser Zumutung einen Eingriff in die staatsbürgerlichen Rechte und in die Gewissensfreiheit deS Geistlichen. Das ist ja gewiß ein sehr wohl begreiflicher und auch berechtigter Standpunkt, den die freie landeskirchliche Vereinigung einnimmt. U. E. jedoch war die Situation im Falle Korell zu eigenartig, daß die ganze Angelegenheit gar nicht zu einer Prinzipiensachc aufgebauscht werden dürste. Denn eine Wiederholung kann doch wohl als ausgeschlossen angesehen werden. Wir glauben zürn mindesten nicht, daß irgend em anderer Geistlicher in dieser Situation geschwiegen hätte. Nach unserem Dafürhalten mußte das Oberkonsistorium eine von der Parteileitungsparole abweichende Erklärung 5^orells erwarten. Als diese aus blieb, hatte es selber zu sprechen, damit in bürgerlichen Kreisen nicht das Vertrauen -u der staatserhaltenden Richtung der obersten kirchlichen Behörde erschüttert werde. Wie es gesprochen hat, dagegen kann ja freilich mancherlei eingewendet werden. Im Grunde aber stimmen wir dem Oberkonfistorium in diesem Einzelfalle nach wie vor zu. _____ Gießen, den 3. Juli. *» Personalien. Durch Entschließung Großh. Mim« steriums des Innern wurde Regierungsrat Nach auf sein Nachsuchen von dem Amte eines Vorsitzenden des Vorstandes der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenoffenschaft für das Großherzogtum Hessen entbunden und Geh. Regierungsrat Bich mann bis auf weiteres provisorisch mit Wahrnehmung der Geschäfte eines Vorsitzenden beauftragt. Ernannt wurde der Schillamtsaspirant Gg. Thierolf aus Höchst i. O., zum Lehrer an der Präparandenanstalt in Lich, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrer. •• Die hessischen Fleischbeschauer hielten am Sonntag nachmittag in Offenbach unter Vorsitz des Veterinärrates Dr. Schneider-Offenbach eine Versammlung ab ! zur Gründung eines hessischen Landesverbandes. Die bei Beraubung der Bank von Charkow- verhafteten ^ie Versammlung war auch von den Fleischbeschauern aus vier Schüler wurden zu langen Zuchthausstrafen verurtcitt, Teilen des Grobherzogtums gut besucht; außerdem doch hat daS Gericht beschlossen, um Milderung der Strafe ahnten bcn Verhandlungen eine Anzahl Kreis- und prakt. SE."S, ss1’s •rw.’?' äußerst bedrohlich sei. In S eb asto'p o l sei angeblich eme iverden können, und die Wahrung ihrer materiellen ^ntereffen. Revolution ansgcbrochen. Die dorthin beorderten Ko- 2lls Sitz des Verbandes wurde Offenbach beftimmt und als faken sympathisierten mit den Revolutionären. In Odessa Vorsitzender Hallemneifter V. Herrmann gewählt. Die übrigen sei der Streik allgemein. Von Sebastopol seien nach Odessa Vorstandsmitglieder wohnen n. d. „Off. Abendbl." in Mainz, Kriegsschiffe entsandt worden, die an der Küste kreuzen, ließen und Friedberg. Nach Schluß der geschäftlichen An- Tie russischen Dampser, welche den Verkehr zwischen Galatz . (citen Schlachthausdirektor Zeeb einen Vortrag und Odessa vermitteln, stellten wegen der Unruhen chre h 9 Jer|$ieb(!ne Fahrten ein. *• ®a§ Porto für Stadtbriefe beträgt, wie auf fagd’ütbQ=iue® Äg « Fe Fb°fl cÄ ™ en uon fachen, Gcschästspap.cre und Warenproben, sowie für zusmnmen. dem Vertreter der StaatSamvaltschast hingeiviesen. Das Gericht gepackte Drucksachen, Gefchaslspapiere und Warenproben des verhandelte wegen F e l d d i e b st a hls gegen einen Gießener OrtS- und NachbarortSverkebrs. Beamten F. A. die Verhandlung tonnte für den Beschuldigten .. Varlamentarisches aus Hessen. Den Land- Sr U WS S mÄ/'Lkln stünden ^"°7d°r Regielkng ein Gefltzentwurs über die ihrem HaßOgehen, und wie wenig Rücksicht sie auf die Ehre ih-reS Verfassung und Verwaltung der Israelitischen Nächsten nehmen. Die Verhandlung ergab, daß der Msawldigte g^ligi onsgemein den zugegangen. im vorigen Frühjal>r, hinter den letzten Lraipern der Bleick^ Der Ausschuß der Freisinnigen Südwest- g' g^ommenM 'TtcWte”’uebÄc'beä Äftüdä beutfdjlanbs Hot in einer am Sonntag in Frankfurt wurde 9ei von dem Eigentümer gewarnt, in jeder Beziehung abgehaltenen Sitzimg die Stellimgnahme der Darmstadter vorsichtig zu sein, es werde aber doch nicht lauge dauerii, bis oiniqten Liberalen sowohl zur yaupt- wie zur ei: mit der Nachbarschaft in Konflikt gerate Diese ^furckstung einstimmig gebilligt. Ebenso wurde das ÄÄ des'Berlin^ntralausschusses der säumigen eine oder der andere der Nachbarn, oder auch beide gleick)- Volkspartei und der Berliner Parteipresse rückhaltlos ver zeitig da, die ihn anremvelten mW mfuttierteii. Diesem rohen uvtciiL Eine von der Versammlung angenommene Reso- Vorgehen ivurde im April d. I. die ÄTone iutton bringt diesen Standpunkt zum Ausdruck. Am 22. und M"w!Ä S «w* »>-> -» »•«•■••• » >■ 351 vr-Lir UMi ss.® •■•'sKt«...«» •> « ä» SäStÄ“»-85ÄZ den Ob^Feldschützeu^'gerufen 'hatte. Hier Ivill man nun Insbesondere zeichnet sich der nach der Neustadt zu liegende c§ nincl oer^cynve, u der Nordanlage ziehen sich die großen Restaurationshallen hin, die unter Benittzung der Böschung iind des Bürgersteigs der' 9!ord-Anlage terrassenförmig angelegt sind. — Die B c - grüßungsfeier am Sanistag Abend ivrrd außer dem Militärkonzert Massenchüre der Gießener Gesangvereine bringen, während am Hauptfesttag der Wettgesang der Bundesvereine und der Fesizug, z»» dem zahlreiche Anmeldungen oorliegen, den Hauptinhalt der Feier bilden werden. Konzert und Tanz werden auä) an diesem -tage dazu beitragen, den hoffentlich recht zahlreichen ^-estbe,uchern angenehme Unterhaltimg zu bieten. Uebcrhaupt T|t aßeS geschehen, um den Vergnügungsteil des festes so zu gestalten, das; er nicht hinter dem der früheren hiesigen ^-efte zurücksteht. ** Der , Frankfurter Lokalba^nalKienge- ' " heim, SonumeS, Nieder- und Oberefchbach (m (X) Griedel. Die werten Stadtväter Haden für eine ans- 3% 114.70 Börse, 3. Juli. Anfangskurse. Elektriz. Lahmeyer . . Elektriz. Schlickert . . Eschweiler Bergwerk . Gelsenkirchen Bergwerk 3 4 3y?!< Harpener Bergwerk. Laurahütte . . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . . Türkenlose . . . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . . Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio- Eisenl ahn . Gotthardbahn . . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahn . . Prince-Henri-Eiseubahu 2.38,25 126.10 . 142.50 . 129.90 . 251.00 . 216.50 . 34 40 . 143.40 . 151.75 Keichsanleihe do. Konsols do. . . Hessen . . . Oberhessen Aktien: Bochum Guss . . . . Buderus E. W . . . Tendenz: schwach. Berliner Canada E. B..... Darmstädter Bank Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union (’. . Dresdner Bank . . . Tendenz: schwach. 4y°'n japan. Staatsanleihe 1 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose ... . . 4% GrieCh. Monopol-Anl. 4% äussere Argentinier . 4°/0 Mexikaner . . 3^°/» Chinesen . . . . Mehr wie uili. Der in den 60er Jahren 4% Oesterr. Goldrente. . 4’/& Oesterr. Silberrente 4 % Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Rente . . . 3°o Portugiesen Serie I . Hobe und dmnit in Neunes großes Aufsehen hervorries. Der Gene- ralstaatsanwalt stellt fest, das; die V e r s i ch e r u n g c n Ecr- nuSkpS unwahr sind. Der Gcmeralstaatscmwalt unterzieht die Schriftstücke in Nummer 26 dcS geheimen Dossiers einer Prüfung, worin B. dem 9(. ankündigt, das; er einen Eiseubabuorganisations- plan erhalten werde, und sodann daS dem deutschen Kaiser ; n g e s ch r i e d e n e Dokument, in welchem der Name Dreyfus mit vollen Buchstaben enthalten sei. Drenhis protestierte in einem besuch an den Jnstizmiuistcr gegen dieses Schriftstück, daS zu seiner j Verurteilung führte. Der Anklagepnntt, betreffend das angebliche Schreiben des deutschen Kaisers, müsse manaels jeden Beweises völlig ausscheidcn. Sodann hebt der (^eneralstaatSanwalt hervor, das; ValcarloS niemals DreissuS als Verräter bezeichnet habe. Es habe sich aber heransgestellt, das; Balrarlos, dessen Ehrenhaftigkeit sielS versichert wurde, ein gewöhnlicher, mit -100 Frcs. monatlich besoldeter 2lgent gewesen sei. Dies stelle nach! seiner Ansicht ebensalls eine neue Tatsache dar, die die Revision begrüiide. 125.15 168.50 137.70 235 20 177.30 182.20 157.5o 209.50 Oberschles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges . . Darmstädter Bank . . . Der Trehfus-Prozeß. P a r i s, 2. Juli. Ter Generalstaatsanwalt Baudouin erörtert heute die neuen Tatsachen. (£r giebt der Ansicht Ausdruck, daß das Telegramm und die Erklärungen Guerins, die sich aus das angebliche Geständnis Treysus' beziehen, ein wesentliches Tatbestandsmoment bilden, das dem Kriegsgericht von Rennes unbekannt gewesen sei, und die Unschuld Trenstis' klargestcllt hätte. Er erinnerte ferner an das Zeugnis des Lesterreichers Eernusky, welcher versicherte, daß er über Dreyfus' Schuld eine vertrauliche Mitteilung erhalten - .......... " Rubrik stehenden Artikel i"i dem ibliknm gegenüber keinerlei Verantwortung.) Lisenbahn-Zeitung. Eisenbah nbeamte, die keine Damen begleiten wollen. Eine eigenartige Klage haben, wie die „Schles. Ztg." berichtet, die Berliner In bet 'Sonn enstras; e sind Neubauten vorgesehen, in der *angrenzenden Nachbarschaft sind verschiedene 5däuser Eigentum der Stadt: würde da nicht einmal ein Anfang mit Erweiterung der engen. Straßen gemacht werden können? Hierdurch würde den bestehenden Geschäften ein größerer Verkehr zugefüh-rt werden unh dadurch eine Erhöhung der Ltenerkrait entstehen. . 99.95 . 88.15 . 99.85 . 88 25 . 98.45 * Kleine Tages chronik. Während eines Unwetters am letzten Freitag sind in der Provinz Hannover insgesamt 16 Personen öom Blitz getötet worden. — Zn Forchheim wurde die 25 Jahre ulte Arbeitersfrau Anna Hoffmann in ihrer Wohnung ermordet aufgefunden. Als der Tat verdächtig wurde der Gendarmeriewachtmeister Schlereth verhaftet, von dem sich die Ermordete Mutter fühlte. — In Osterode erschoß der Ziegler Golka feinen Arbeitskollegen Paul ans Unvorsichtigkeit. Paul war sofort tot. — Durch Ausgrabungen bei Remagen wurden ein Gräberfeld und eine Wasserleitung auS der Zeit des Kaiser Augustus ausgefunden. Ter Leitimaskanal ans Kiesbeton enthielt, wie auch die Gräber, zahlreiche Tonqefäße, Gläser. Elfenbeinwürfel und Münzen. — Am 2. Juli fuhr auf dem Münchener Dorortbabnbof Groß-Hesselohc ein rangierender Vorortzug trotz des Haltesignals auf einen andern im selben Ohleis stehenden Zug auf. Hierbei wurden zwei Heizer und ein Lokomotivführer tätlich verletzt Außerdem entgleisten vier Wagen, von denen einer zertrümmert wurde. — In Bocholt wurde der Arbeiter Hufe von seinem Bruder erstochen. Der Täter wurde verhaftet. — In Wien ist die Generalkonsulswitwe Henriette Wankiewits, die Ersinderin der Nadelmalerei. welche in der heurigen Pariser Ausstellung den 1. Preis erhielt, 54 Jahre alt, gestorben 100.40 100.60 95.90 103.90 70.00 70.70 88.75 95.10 95 60 146 20 53.70 90.25 70.35 97.80 Arbeiterbewegung. fc. Franks u r t a. M., 2. Juli. Tie hiesigen Dachdecker- gchilsen sind heute in den Ausstand getreten. Sie forderten einen Mmdeststnudenlobn von 58 Psg. und für diejenigen Gehilfen, die dielen Lohn bereits beziehen, eine Zulage von 5 Psg. Die Dachdeckerinnung beschloß, am Mindcststundenlohn von 55 Psg. iestzuhalten und eine Zulage von 3 Psg. zu gewähren. - 157.50 . 137.10 . 235.20 . 82.10 . 157.20 Portugiesen „ III y0,n russ.Staatsanl. 1905 . 205.80 . 230.75 . 34.40 . 125.00 . 145.90 B. Steinberg, 2. Juli. Hier wurde ein Turnverein mit 46 Mitgliedern gegründet. ES ist dies die Erfüllung eines lang gehegten Wunsches unserer Jugend. Hoffentlich wird der Verein durch Beitreten weiterer Mitglieder unterstützt. FamMeil-Nachrrchterr. G c st o r b e n. Herr Dr. Sigisntimd Jourdan, Geh. Sauitatsrat, Main;._______________________ WicKcncr landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hoffen für Mittwoch den 4. Juli 1906: Fortdauer der trockenen Witterung. Am Tage wärmer, nachts kühl. burch bic ^ioi-cncr Welterkarte. OrLginal-Drahtlnel-ungen. Freiburg im Uechtlandc, 3. Juli. Touristen entdeckten nm Fuße einer Fettwand des Berges Moleson in einer Höhe von 2006 Meter einen Leichnam, dessen Identität noch nicht festgestcllt ist. London, 3. Jllli, Infolge der Enthüllungen über die amerikanischen Fleischkonscrvcn haben große englische Pacht-Konstrukteure beschlossen, in den Pachten spezielle Vor- richtungcn zur Atifbcwahrung des Fleisches anzubringen. Auf diese Weise wollen sic es den Besitzern der pachten möglich machen, auf den Gebrauch von Konserven zu verzichten. Neichen berg (Böhmen), 2. Juli. Der in Dresden Ittidierende Graf Franco di Abontagliau aus Florenz überfuhr auf der Rückfahrt von hier in der Gemeinde Einsiedl mit seinem Atitomobil ein Kind, welches schwere Verletzungen davontrug. Als die Menge eine drohende Haltung einnahm, zog der Graf einen Revolver. Er wurde verhaftet und in datz Bezirksgericht in Friedland eingeliefert, von welchem er nach Feststellung seiner Personalien entlasten wurde. Belgrad, 3. Juli. Ter ehemalige Ministerpräsident Wladan Georgcwitsch ist an diesem Peter- und Paulstage begnadigt worden. Derselbe hat bereits 4 Monate von der sicbcnmonatlichcn Arreststrafe wegen seines Buches „Der letzte der Dbrenewitsch" abgebüfft. Kattowitz, 3. Juli. Ain Sonntag erschienen in der Handelsagentur der Weichsclbahncn drei bewaffnete Männer und verlangten von dem Bnreauchef mit vorgehaltcnen Revolvern die Herausgabe der amtlichen Gelder. Dieser gab an, keine amtlichen Gelder zu besitzen und wollte sein eigenes Geld, 700 Rubel, geben. Durch Befragen anderer Angestellten wurde festgestcllt, daß 2000 Rubel eingezahlt worden waren. Der Vorsteher wurde gezwungen, das Geld heraus- zugebcn. Sein eigenes Geld wurde ihm gelosten. Die Räuber entfernten sich ruhig und hinterließen eine ordnungsgemäß ausgestellte Quittung dcs ArbcitSkomitees der polnischsozialistischen Partei. Charkow, 3. Juli. In der Nähe von KirSlowSka beraubten unbekannte Verbrecher den Kassierer Golu- bowsko von der Bogoduckow-Berestow-Bergbaugesellschaft, der 22 000 Rubel bei sich führte. Der Kassierer sprang den Räubern, die aus dem Zuge gesprungen waren, nach. Er wurde später ermordet auf dem Bahngleise gesunden. k. Kaichen, 2. Juli. Am 7., 8. und 9. Jllli findet hier das KreiSkriegerfest, verbunden mit Fahnenweihe des hiesigen Kriegervereins, statt. Das Eisenbahnunglück bei Salisbury. Dw neuesten Meldungen lassen die Katastrophe noch schrecklicher erscheinen, als die ersten Nachrichten verrieten ^.er Lokomotivführer batte ein entsetzliches Schicksal, infolge des ungeheuren Stoßes int Augenblicke der Ent gleisung wurde er kopfüber ins Feuer geworfen, wo er verbrannte. Ein Passagier wurde durch das erbrochene Dach eines Waggons etwa 10 Meter in die Luft geschleudert, fiel dann auf den Trümmerhaufen und erlitt sehr schwere Vcrletzungeit. Die Trümmerhaufen ves Erpreßzuges fingen an zu brennen und zahlreiche Per- ^brannten oder erlitten schwere Brandwunden, ueber die llriache ist noch nichts Authentisches fcstgestellt. doch scheint der Hauptgrund die zu große (Geschwindigkeit gewesen zu sein, mit ivclcher der Schnellzug das Bahnhofsgebiet und namentlich die >iurve dicht hinter dem Sta- tionsgebältdc passierte. Einer der Postbeamten, die in dem Postgebäudc, dem Bahnhof gegenüber, Briefe sortierten, erklärte, der Zug sei viel schneller gefahren als die vom .Handelsamt für das Passieren der Kurve festgesetzte Marimalgeschwindigkeit von 4S Kintr per Stunde vorschreibt. Der 2ldvokat Senwll aus Newhork nmrde nach drei Stünden lebend, aber schwer^ verletzt, aus den Trümmern gezogen, ^eine FraiL sein Sohn und seine zwei Töchter sind tot. Getötet ist ferner ein Herr Frank stoch: seine Frau und seine Töchter sind schwer verletzt. Tie meisten Leichen sind bis zur Unkenntlichkeit zermalmt. Bei dem Totenschaugerichr untren die amerikanische Dampferlinie und die Südbahn durch je zwei Delegierte vertreten.^ ?luch der Bürgermeister von Salisburh, der amerikanische Konsul daselbst und viele Freunde und Verwandte der Opfer wohnten der Verhandlung bei. Die Jury begab sich nach dem Bahnhofe, um die Leichen zu besichtigen, worauf nach ihrer Rekognoszierung eine Vertagung von 14 Tagen eintrat. Tie Verletzten machen befriedigende Fortschritte mit Ausnahme von drei oder vier, die sich in bedenklichem Zustande befinden. Zu diesen gehört auch der Advokat Sentell aus Rewyork, der sich schon etwas erholt hatte, aber bei der Nachricht vom Tode seiner Gattin, seines Sohnes und iciner beiden Töchter einen Rückfall erlitt. Eingefan-- (Für Form und Inhalt oller inner - übernimmt die I Eiseubahnbeamten erhoben. Sie beschweren sich, daß ihnen ost, wenn sie nnidc Dom Dienst sich zur Ruhe begeben wollen, noch die Verpflichtung nufcrlcpt werde, die weiblichen Eisenbahngehilfen nach Hanse zu geleiten | damit ihnen in der Nacht kein Schaden geschehe. Es sei, heißt eS in der Beschwerde, für einen kön glichen Beamten nicht gerade ein erhebendes Gefühl, wie ein Lakai hinter der Eisenbahngebilfin berzutrottcn und ihre Schritte bis zu ihrem Heim zu behüten. Dazu habe man nicht lange Jahre des König« Nock getragen, um den Wächter einer höheren Tochter zu spielen! Mancher andere Berliner Herr würde den Beamten gewiß gern den Nittcrdienst abnehmen. Wie wäre eS, wenn sich zu diesem Zwecke ein „Verein zur Begleitung weiblicher Eisenbahngehilfen" bildete? Damit wäre ollen geholfen, auch den Beamtinnen, die jedenfalls einen liebenswürdigen Bcaleiter einem brummigen Unterbeamten vorricheu wurden siebende Gutsverwalter Heinrich Bender wurde durch das Scheuen seiner Pferde vom Fuhrwerk geschleudert und bctvußtloS vom Felde nach Hause gebracht. A Butzbach, 2. Juli. Der in der Gerberei von Jakob Küchel beschäftigte, verheiratete Karl Wolff geriet bei der Arbeit mit einer Hand unter eine Metallwalze, die ihm die Hand bis zum Gelenk buchstäblich zermalmte. Nach Anlegung eines Notverbands wurde der Bedauernswerte nach Gießen zur Klinik verbracht. — Die Ausstellung für ländliche Kunstbestre- bungen bleibt nur noch bis zum 9. Juli geöffnet. ? Fauerbach, 30. Juni. Zwei Knaben von 6 Jahren spielten gestern in einer Scheuer mit Feuerzeug und setzten damit ein Gebund Stroh in Flammen. Als das Feuer weiter um sich griff, eilten sie an einen nahe liegenden Brunnen und baten einen Landwirt um einen Eimer Wasser. Der Mann erkannte die Situation sofort und schlug Lärm. Nach wenigen Minuten konnte man des Feuers Herr werden, das bei dem her- schenden Wind leicht das ganze Dorf hätte einäschern können. Eine fast neue Säemaschine ist den Flammet; zum Opfer gefallen. Teßefomsche Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie. Giessen. Frankfurter Börse. 3. Juli, 1.15 Uhr. Rheinisch-Westfälische Effektenmarkt. Tagesbericht der Firma Walter Hammer st ein. M ü (heim a. d. Ruhr, 2. Juli 1906. Der Kohlenkuxen markt neigte heute weiter zur Schwäche, jedoch waren die Kurse beute für schwere Werte nach Abzug der fälliq gewesenen Ausbeute mir wenig niedriger. Es fanden verschiedentlich Umsätze statt in Dorstfeld, Graf Schwerin, Lothringen und Mont Eenis. Einen stärkeren Kursrückgang war bei Trier zu verzeichnen, welche zu 7475 angebotcn blieben. Von mittleren und leichten Werten Alte Haase, Borussia Carolus Magnus und Gottessegen umgesetzt. Auf dem K a l i k u x e n m a r k t e trat eine erhebliche Abschwächung ein, worunter besonders mittlere und schwere ?lus- beutewerte zu leiden hatten. Gehandelt wurden Alerandershall zu 9950, Bürbach zu 14 100-14 200, Cansstind 10 150-10 400, Gros;- herzoq von Sachsen 7700, Wilhelmsball 13 500-13 800. In der Versteigerung erzielten Sclneferkaute 1980—2025, Emilienhall 660, Hansa Silberberg 2710, Hedwigsglück 100—230, Deutsche Kali- Aktien 150 pCl., Hattorf-Aktien 75 pCt., Neu-Bleicherode 124 bis 126 pCt. Von Erzkuxen Apfelbatunerzug, Bautenberg, Biederer Gruben, Louise Brauneisenstein und Wildbcrg schwächer. Viktoria und Veterszeche wurden zu anziehenden Preisen aus dem Markte genommen. Der B r a u n k o h l e n k u p e n m arkt hat nur geringe Veränderungen auszuweisen. Etwas schwächer lagen Brühl, Donatus und Schallmauer. Lucherberg behauptet. 25 Vereine haben ihr Erscheinen zugesagt. w. Lißberg, 2. Juli. Gestern abend gegen 1/211 Uhr entgleiste infolge Weichenbruchs der nach Gedern gehende Personenzug. Größerer Materialschaden liegt vor, Personen nnd glücklicherweise nicht verletzt worden. Der Verkehr wird an der Unglückstelle durch Umsicigcn bewerkstelligt. fc. Fran kfurt a. M,, 2. Juli. In der Räbe des Eisernen Steges tvurde dieser Tage das I 2 j ä h r i q e Schulmädchen Elisabeth Becker, Tochter des Chauffeurs Becker, als Leiche aus dem Main gcländct. Wie man anniimnt, hat das 5?ind aus Fttrcht vor einerSchttlstrafe Selbstmord begangen. — Im Gerichtsgefängnis erhängte sich der tvcgen Verdachts der Hehlerei fcstgenonnnenc Fahrradhändler Emil Götz. In früheren Jahren hat Götz eine Nolle als Rennfahrer gespielt. — Durch Morphium machte der 42 Jahre alte Ingenieur Alois Gen er seinem Leben ein Ende. Er befand sich in finanziellen Schwierigkeiten. m ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Aachb arstaatcn. Ju Bcrusscld wurde der Bau einer S8 ö Herleitung beschlossen. Tie Kosten der Anlage werden aus 70—80 000 Mk. veranschlagt. — In Ei ch e l s d o r f starb der langjährige Bürgermeister Peter Frey mann im 70. Lebens jahre I" der Nummer deS Gießener Anzeiger vom 29. Juni waren zwei Auslassungen über die Behandlung der Frage der konfessionellen Berbliidüngen auf dem letzten VerbandStag deutscher Hochschulen ^Hamburg, 18.-20. Juni) enthalten. Jetzt schreibt UNS Herr cand. hist. Schlie, er bedauere, daß über diesen Punkt etwas in die Oefsenttichleit gedrungen ist, obwohl mehrfach betont wurde, daß samt- liche Verhandlungen streng vertraulicher Natur seien. Durch diese Nachrichten entsteh- ein falsches Bild. Tie Angaben der beiden erwähnten Auslassungen entsprächen den Tatsachen nicht. Weitere Ausführungen seien natürlich auch ihm verboten. Wir hatten die Anslasiiwgen, wie in dem Artikel unserer Nummer 150 2. Blatt ausdrücklich erwähnt war, dem „Hann.^ Cour." entnommen. Geh. Bergrat Professor Tr. Hugo LaspeyreS, Ordinarius und Direktor des nimeralogischen und geologischen MufeumS nnd Instituts d-r Bonner Universität, feiert heute nm 3. Juli, seinen 70. Geburtstag.! (Fr ist ein Bruder des Gießener Nationalökonomen Geh. HofratS Prof, i. P. Dr. Etienne LaSpeyres. Die Ausländer auf den deutschen Universitäten. In diesem Sommer studieren auf den deutschen Universitäten 3889 Ausländer gtcidi 8,i: vom Hundert bei einer Gesamtzahl von 44 964 Studierenden. 3m letzten Semester betrug ihre Zahl nur 3555, im Vorjahre 3178 und ihr verhältnismäßiger Anteil 8,4 bezw. 7,8. Im Sommer 1904 zählten bic Ausländer erst 2819. Tic diesmalige Steigerung gegenüber dem letzten Semester um 334 beruht ausschließlich auf deni erhöhten Zuzug russischer Staatsangehörigen, deren Zahl von 1326 auf 1818 gestiegen ist. Unter den 3498 Angehörigen der europäischen Länder sind außerdem 621 auL Oesterreich-Ungarn ^gegen 648 im WinterO und 284 aus der Schweiz, gegen 359. AuS Amerika (vornehmlich aus den Vereungten Staaten) sind 274 gegen 309, auS Asien 95 gegen 101, ans Afrika 10 gegen 15, auS Australien 7 gegen 11. Auf die einzelnen Universitäten verteilen sich die Ausländer wie folgt: Berlin 1035 Leip- M »56, München 430. Heidelberg 320, Halle 233, Jena 183, Göttingen 1/3, Freiburg 153, Königsberg 126 (worunter 117 Nusseul, Bonn 101, Breslau 84, Straßburg 80. Marburg 76, Gießen 70, Würzburg 68, Tübingen 67, Greifswald 40, Kiel 32, Erlangen 31, Rostock 19, Münster 12. In bet Verteilung auf die einzelnen Studienfächer hat sich eine wesentliche Berschik-l.uiig gegen das letzte Semester nicht ergeben. Hamburg- Amerik. Pak elf. 159 75 Harpener Bergwerk. . . 207 00 Laurahütte......231.00 Nordd. Lloyd.....125.30 Gerichtssaal. Hamburg, 2. Juli. Die sozialdemokratische Agitatorin Luise Z i e tz wurde beute vom Landgericht wegen A u s r e i z u n g verschiedener Klassen der Bevölkerung in Vorträgen über die Hamburger Wahlrechtsvorlage im Januar d. Js. zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Staatsanwalt hatte sechs Monate beantragt. ______________ Handel miö verkehr, Volkswirtschaft Bon der Berliner Börse. Absolute Geschäftslosigkeit war auch Losung zu Beginn der neuen Woche. Die erfolgten Tividentenabtrennungen, die dadurch hervorgerufenen Kursverändernngen trugen dazu bei. den Verkehr noch schwerfälliger zu machen. Nur amerikanische Bahnen waren etwa? reger und notierten infolge von Londoner Käufen über Newhorler Parität Einiges Geschäft war bei heimischen 3 Proz. Anleihen bemerk- bar mit Hinweis auf die ©teinbelbefreiunfl. Die sonstigen Marktgebiete waren vollständig vernachlässigt. Der Privatdiskont hielt sich auf 37/8 Proz. rrnd rMssenschaft. Uitfcre liebe Vaterstadt ist auf dem besten Wege eine Groß- — Tie moralische Niederlage Otto Ernsttz. Be- >^dt zu ioerbetr. Ti. V.'.v uuy kanutlich ist Otto Ernst, der Verfasser mehrerer tvirkungsvoller klezetchnete und genügende Wasserleitung auf Jahre Hinaus ge- Dramen und nainentlich recht schöner Gedichte und einiger nutcr iff nun bald fertig, Anlagen sind entstanden Romane, i» seiner Vaterstadt Hamburg zu einer Geldstrafe vcr-1 *Hl,p >*L' .schöner fast keine Großstadt aufzuwcisen Hat. Das urteilt worden, iveil er in einem gehässigen Scbreiben an die anlise- ^v^ater iit im Bau begriffen. Neue Stadtteile mit schönen "nkische „Ttsche. Tagesztg." einen Hamburger Rezenscntciü der fein I sind vor den Toren in ganz für;er Zeit wie aus der neuestes Theaterstück abfällig besprochen batte und auch Mil- SPv liewacknen. jedoch für eine Verbesserung der Verarbeiter des genannten Blattes ist. als Juden denunziert Hatte. ‘ c. *?r nndGeschä f t s st raßen i m I n n e r n d e r S t a d t Der.Rezensent hat gegen das Urteil Berufung eingelegt, weil er n ollvwenig getan,^felbft wenn die Gelegenheit sich darbietet angesichts der Schwere der Beleidigung und d r beabsichtigten IX« lllaube im Sinne Mler zu sprechen, die durch ihre Schmälerung seiner Verdienste eine Freiheitsstrafe für angemessen G^ichaste ans Innere der Stadt gebunden sind, daß man keine hält. Besonders schwer aber wird für Ernst ieut die moralische Eelegenbeit vorübergehen lassen sollte, auch in den dunklen Stadt- Niederlage, da Dr. Paul Ra vH6. der Vorsitzende des ämnJ !eJ‘crt Luft zu schaffen und nicht wieder die alten burger oct he -Bun des, in einem Rundschrech'u an allell^^E" Straßen in gleicher Weise aufzubauen, wie sie gewesen Vorstandsmitglieder erklärt, er lege sein Aiut als Vorsitzen-! Ltn. • namentlich, wo d ie elektrische Straßenbahn in Aussicht der nieder, weil Otto Ernst trotz seiner moralischen Nie-1 st^ht und bei der Mäusburg auf Jahre hinaus keine Acnder- derlage vor Gericht noch immer dem Vorstand der unff erwarten ist. Gesellschaft angehöre. I Duisburg, 2. Juli. In der Gencralversommlimg der Aktionäre I uächsten der städtischen Tonhalle, in welcher wöchentlich zwei Vorstellungen des t" Düsseldorfer Stodttheater-EnsembleS stattsinden. betonte Oberbürgermeister Lehr die Notwendigkeit der Errichtung eines eigenen Stadtthenter-° ES sei indes kaum Aussicht vorhanden daß daS Theater e.us städtischen Mitteln erbaut werde, und es müsse daher an die Odferwilliokeit der Biirgerscha't avvclliert werden. 04789 Mk. 20 Mk. 40 3939 Check-Verkehr franco Provision Verwaltung von offenen und geschlossenen Depots vergeben werden. der neuen SHiitifcu Statt Karten. Giessen 04790 König!. Preuss. Kiass.-Lotterie Ziehllng 1. Klaffe schon am !). nnö 10. Uj . nachmittags 5 Nhr die Großh. Verwaltung Nur ficht mit BrennesseL Dividenden Stücken vonFritz Schulz jun, AO Tilli Hammel Salli Katz Verlobte Frankfurt a. M.-Heddernheim Juli 1906 Georg- Annahme von Geldeinlagen znr Verzinsung je nach Kündigung bis 4% fürs Jahr * Wohmmgs-Bcrändcclmg. 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Offerten mit entsprechender Aufschrift versehen sind bis zum Eröffnungstermin Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden und bei der Beerdigung unseres unvergeßlichen Gatten, Vaters, Schwiegervaters,Bruders und Onkels Herrn Georg Spaar Bremser i. P. insbesondere dem $errn Pfarrer für die trostreiche Grab- rede und dem Fahr-Beamten°Verein für die Begleitung 5>w letzten Ruhestätte sagen wir auf diesem Wege unseren tunigsten Dank. 4074 Die trauernden Hinterbliebenen I. d. 91.: Friedrich Spaar. Gießen, Wißmar, Offenbach, Darmstadt, 3. Juli 1906. Kclrannlmachung. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Loberstraße zwischen Garten- und Goelhestraße von heute an bis auf Weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Bleich st raße von Südanlage bts Stephanstraße, von heute an bis auf Weiteres für den Fuhr- und Radsahrerverkehr gesperrt. * Die unterm 14. Juli 1906 angeordnete Sperre der Schillerstraße zwischen Nordanlage und Steinstraße wird hiermit aufgehoben. Die unterm 8. Jul: 1906 angeordnete Sperre des Seltersweges zwischen Wolkengasse und Frankfurter Straße wird hiermit aufgehoben. Die unterm 8. Juli 1906 angeordnete Sperre des Großen Stemwegs zwischen Moltkestraße und Eichweg wird hierum aufgehoben. y Gießen, den 2. Juli 1906. Großh. PoUzctumt Gießen. __Herberg. Wendelsteiner hv28's Haeusners Brennessel-Spiritus Flasche Mk. 075 und Mk. 1.50 ist ein reinesNaturprodnktvon Ärennessel-Blüteil und -Blättern. Ein Haarwasser, das viel intensivere Wirkung hat gegen Haarausfall, Haarfraß, Haarspalte, Kahlköpfigkeit, als die befannten, nur aus der Wurzel hergestellten. 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