Nr. 258 Zweites Blatt 156. Jahrgang Freitan 2. November 1806 Erscheint Lglich mit VuSnahme deS SomttagL. Die „Gießener $amilienbl3tterw werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der -hrsstlch« Canbolrt4* erscheint monatlich einmal. Gießener Anzeiger Rotationsdruck und Verlag der tSrfiMlAew UntversUätSdruckeret. R. Lang«, Otetze» Redaktion, Expedition «.Druckerei: Tchulstr,^ Tel. Rr. 6L Telegr^Adr.: Anzeiger ®U&Ä General-Anzeiger, Amts- und AnzeigeblatS für den Ureis Gietzen. LagesjchcrrL zwei Jahre zurückgehen, um eine derart geringe Steigerung zu Steuer suchen und scheinen die National- Blatt fährt fort: Einen bedenklichen Charakter nahm der Schulstreik an, als der Erzbischof unmittelbar nach den Ferien von allen Kanzeln einen Hirtenbrief.-in polnischer Sprache verlesen ließ, in welchem er über den unzureichenden Religionsunter- richt in der Volksschule klagte und seine Diözesanen zur Ergänzung desselben durch einen solchen in Haus und Kirche aufforderte. Selbst in Ortschaften, wo seit mehr als zehn Jahren die deutsche Unterrichtssprache eingcführt war, ja sogar in Orten, wo die Kinder schpn vor ihrem Eintritt in die Schule völliges Verständnis für die deutsche Sprache besitzen, kam es zu Schülerausständen. Die Schulverwaltung hat der bedauerlichen Be- s wegung gegenüber ihre Ruhe und Besonnenheit be- Hetzblattes im Anfang Juli, wobei dieses das Muster deutliche Erklärung; es ist lange her, daß in Preußen einer Eingabe an den Unterrichtsminister mitteilte, hat der Schulstreik weiter um sich gegriffen. Wie maßgebend dabei der von außen in die einzelnen Gemeinden hmeingedrungene Einfluß war, zeigte Die Uebereinstimmung der Beschwerden bei der größten lokalen Verschiedenheit. .Das erreicht werden. Man wird auch ferner tunlichst vermeiden, die Kinder zu Märtyrern für die Schuld anderer zu machen. Dagegen wird die Schul zücht nachdrücklich aufrecht e r h a l t e n. Ist die Zahl der widerspenstigen Kinder in einer Schule erheblich und ergeben sich Schwierigkeiten ür die Wahrung der Disziplin, so werden jene von den willigen Kindern abgesondert behufs eingehenderer erziehlicher Beeinflussung. Die dadurch vielfach notwendig werdende Neuanstellung von Lehrern iptb die Beschaffung weiterer Schulräume erfolgt auf Kosten der Gemeinden. Der Widerstand der streikenden Kinder wird durch Nachsitzen geahndet. Gegen die Eltern, welche ihre Kinder von dem Schulbesuch überhaupt oder von diesen Mehrstunden ßinen KetzarLiLel gegen unseren Iinavzmmister Knauih Portotarif stehende Monat Juli brachte noch eine Mehreinnahme von 4,06 Millionen Mark oder 8,25 v. H., vermutlich, weil in ihm noch ein großer Teil der im Monat Juni vereinnahmten Beträge zur Abrechnung und damit zur zahlenmäßigen Darstellung kam. Im August ging der Ueber- schuß über das Vorjahr auf 2,33 Millionen Mark oder 6,36 v. H. zurück und im September betrug er nur noch 1,57 Millionen Mark oder 3,86 v. H. Man muß um mehr als zu veröffentlichen gibt sich die „Nationallib. Korr.* her. Das Pamphlet, dessen Ursprung aus der seit der Nibelunge Zeiten als intrigant berüchtigten Stadt am Rhein keine Zeile ver- Die Nachricht, daß der Kultusminister v. Studt sich in den nächsten Tagen nach Posen begeben werde, ist irr» Die Wirkungen der Portoerhöhung. Die am 1. Juli eingetretcne Erhöhung des Portos hat bereits ihre Wirkung anSgeübt. Die gewohnte Steigerung der Einnahmen der Reichspostverwaltung hat in den letzten Monaten, vor allem im September dieses Jahres, erheblich nachgelassen. In den ersten drei Monaten dieses Jahres hatte der Ueberschuß über die entsprechende Zeit des Vorjahres 12,59 Millionen Mark oder 10,2 v. H. betragen; im zweiten Vierteljahr belief er sich auf 7,84 Millionen Mark oder 6,5 v. H. Der erste unter dem neuen Heer und Llotte. — Der in Hochheim im Ruhestand lebende Generalleutnant z.D. Eduard v. Daoidsohn konnte am 1. November den 50jährigen Gedenktag seines Eintritts in das Heer begehen. Am 23. Juni 1840 in Gedern geboren, trat er am 1. November 1856 in die 3. Fußkvinpagnie des Artilleriekorps. 1895 wurde er Kommandant von Koblenz und Ehrenbreitstein. Ein Jahr darauf, am Geburtstage des Kaisers, erhielt er den Charakter als Generalleutnant, worauf er 1900 auf sein Abschiedsgesuch zur Verfügung gestellt und pater geadelt wurde. finden. Tie „Natioualztg." gegen die Negierung. Ein Berliner M11 a r ü e i t e r schrerbt uns: tümlich. Eine solche Absicht hat nicht bestanden. Aus Berlin schreibt unser R-Korrespondent: Die preußisch Negierung wird dem Vernehmen nach dem Abgeordnetenl-ause eine Denkschrift überreichen über den Schubstreik. In parlamentarischen Kreisen nimmt man an, daß Fürst Bülow den Standpunkt der Regierung gegenüber der polnischen Unbotmäßigkeit im Abgeordnetenhause wie im Herrcnhause, wo die „Drahtzieher", die Grafen'Mielcynsli, Koscielski usw. sitzen, kennzeichnen werde. Es soll auch der Nahezu verbrauchte Fonds der Ansiedlungskommission durch eine stattliche Anzahl von Millionen aufgefüllt werden, und cs heißt, daß nach der juridischen Seite hin die Schafsung öon Kautelen erwogen wird, durch 'die der E r w e r b deutscher Landgüter seitens polnischer Reflektanten wenigstens insofern verhindert werden könnte, als'allgemein ein VorkaufsrechtdespreußischenStaates sestgelegt werd. Es kann in der Tat daran kein Zweifel sein, daß die Situation in der Ostmark ungewohnt ickM Maßregeln erheischt, sonst kommt in nicht ferner Zeit das Deutschtum dort „unter die Räder". Auf dem jungliberalen Parteitag in Hannover iumd dem nationa Hiberalen Parteitag ist, wie man weiß, der nationalliberalen werden. Auch fanden sich - - überall Schulkinder und Eltern ab, wenn nu . Seife biT SeuHferung durch starke äußere Lmslu,se au eines westVeußischen Kölnischen Nationalliveralen gegen die in i.„ - , leg en hüt mißlaunig gemacht, das Feld räum en, durste nichtsdestoweniger Herr Guauth bleiben, dem vielleicht die Gloriole des Staatsministers winkt, und der nach Verwirklichung seines höchsten Strebens mit Feuereiser an die Arbeit gehen dürfte, unser Großherzogtum zum Vers uchs- setd für linksradikale Staats- und Weltbegluck- unnsoperationen zu macken. Der hessische Patrio.t hat somit leider alle Ursache, mit ernst besorgtem Blick m dre nächste Zukunft zu schauen." „ Dieses Lamento ist so widerlich als niedrig. Die Reaktionäre in Hessen, die das ehrenvolle Wort „nationalliberal" mißbrauchen — Gott sei Dank gibt eS bei uns auch noch ein ganz stattliches Häuflein unverfälschter National- liberaler — wollen also mit aller Macht und allen Mitteln rmsercn Finanzminister, der das hessische Finanzwesen zur vollen Gesundung zu bringen verstanden hat, den Hals brechen uiid schiveifwedeln zugleich ein wenig vor dem Staatsminister, um aber dann auch ihm einen gelinden Rippenstoß zu geben. Sie nehmen gleichzeitig den vielfach mißbrailchten und vielfach läppisch verunstalteten Begriff „Patriotismus" unvernünftiger Weise allein für sich in Anspruch, indem sie Vaterlandsliebe mit konsequenter engherziger und engblickender Rückwärts- richtung identifizieren und sich emsig bemühen, jeden Versuch zu hintertreiben, mißleitete Gesellschaftskreise zur vollen Be- tätiaung aufrichtiger und ehrlicher Vaterlandsliebe heranzu- ziehen. .Unb zwar tun sie das mit allen Mitteln kleingläubiger Angstscelen von bejammernswerter geistiger Kurzsichtigkeit. Wir haben die Zuversicht, daß unsere Regierung derartige niedrige Maulwurfsarbeit mit völliger Nichtachtung strafen wird. Sollte aber ein solcher Maulwurf sich ans Licht der Parlamentstagung hervorkratzen, dann wird man ihm vom Regierungstische aus wie ans dem Plenum heraus die gebührende unmißverständliche Antwort gewiß nicht schuldig bleiben. Aus Stadt und Land. Gießen, 2. Nov. 1906. •• Die Feier von Großherzogs Geburtstag. S. K. H. der Großherzog haben genehmigt, daß wegen des am 25. d. Mts. stattfindenden Totenfestes die Feier des Allerhöchsten Geburtsfestes, und zwar arich die kirchliche evangelische und katholische, am Samstag, den 2 4. November l. I., begangen werde. "Personalien. S. K. H. der Großherzog haben den Amtsrichter bei dem Amtsgericht Höchst, Adolf Meyer, zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Offenbach und den Gerichtsasiefsor Albert Hoffmann aus Schlitz zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Höchst ernannt, bem Oberlehrer an der Obercealschule zu Darmstadt, Joh. Jung, den Charakter als Professor, und dem Kreisbauinspektor des Kreises Friedberg, Herrn. Gombel zu Friedberg, den Charakter als Baurat erteilt, sowie den Landgestülsdiener Simon Kaltenthaler auf sein Nachsuchen in den Ruhestand versetzt. *• Kirchenrat Dr. Naumanns Nachfolger. Zum Nachfolger des mit dem 1. November in den Ruhestand getretenen Kirchenrats Dr. Naumann als Vorsitzender des GesamtkirchenvorstandeS und des Pfarrkollegiums wurde Pfarrer D. Schlosser ernannt. ** Eine Sitzung des Provinzial-Ausschusses findet am Mittwoch, 7. November d. Js., vormittags 9 Uhr mit folgender Tagesordnung statt: 1. Wirtschaftsbetrieb des Kaspar Baier zu Bad-Nauheim; hier Antrag auf Konzessiv ns entziehung. 2. Verunreinigung eines Brunnens auf der Hofreite des Wilhelm Born in Friedberg-Fauerbach. 3. Der Straßengraben an der Kceisstraße Fauerbach bei Friedberg nach Dorheim; hier Beschwerde der Firnia Gebrüder Ulrich. 4. Reklamation des Georg Schmidberger zu Friedberg gegen die Berechnung der Straßen bau kosten der Dieffenbachstraße. •• Für die Volksschulen unseres Kreises ist dieser Tage ein Schularzt ernannt worden, nachdem die Stadt schon längere Zeit einen Schularzt hat. Der Arzt wird in den nächsten Wochen seine Tätigkeit aufnehmen und die Untersuchung der Kinder beginnen. — Die im vorigen Jahre gegründete Wander-Haushaltungsschule hält auch in diesem Jahre wieder mehrere Haushaltungskurse ab, z. B. in Leihgestern und Grünberg. ** Arbeitsnachweis. Am 31. Okt. l. Js. fand nach der „Darmst. Ztg." auf Einladung des Großh. Ministeriums des Innern, Abteilung für Landwirtschaft, Handel und Gewerbe, im Sitzungssaal der Großh. Zentralstelle für die Gewerbe eine Besprechung über einige, die Organisation des Arbeitsnachweises berührende Fragen statt. An der Konferenz nahmen außer Beamten der Ministerialabtellung Vertreter der Kreise, Städte und Landgemeinden teil, in denen bereits Arbeitsnackpveisstellen bestehen. Die Besprechung führte zu dem Ergebnis, daß man mit Rücksicht auf die geographischen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Großherzogtums bis auf werteres davon absehen solle, einen, alle hessischen Arbeitsnachweis,teilen umfassenden Landesverband zu gründen, und daß man daher auch vorläufig einen Anschluß an den süddeutschen Arbcttsnachweis- verband, der Elsaß-Lothringen, Baden und Württemberg umfaßt, nicht als zweckmäßig anerkennen könne. Cs sollen die Versuche abgewartet werden, die in dem Rhein-Main-Verband, dem fast alle hessischen Arbeitsnachweisstellen angehören, demltächlt mit den Einrichtungen des genannten süddeutschen Verbandes gemacht Hessische Landesausstellung 1908 zu Darmstadt. In der letzten Sitzung des Kun7musschusses wurde das sehr erfreuliche Ergebnis der bisherigen Anmeldungen zur Beschickung der Ausstellung bekannt gegeben. Die Anmeldungen verteilen sich so ziemlich auf das gesamte Gebiet der freien: Künste und ihre Zahl erscheint um so stattlicher, wenn man berücksichtigt, daß Einladungen für bestimmte Personen oder Werke bisher überhaupt noch nicht hinausgegangen sind. Besonders rege ist die Beteiligung der YNöbelindustric, der Buchdruckerei,, der Töpferei und des Klavierbaues. Vom Kunstausschuß wird demnückK die Arbeit in gesonderten Gruppen für die einzelnen Ausstellungsgegenstände in Angriff genommen werden. Gewerbetreibenden mag es dabei wichtig zu wissen sein, daß der Künst- Ausschuß auf Verlangen Künstler für die Herstellung der etwa gewünschten Entwürfe nachweist. Die Errichtung eines Odenwald-Hauses und eines o b e r h e s s i s ch e n Hauses und einiger vorbildlicher Arbeiterwohnhäuser ist in ernste Erwägung gezogen. Alles in allem ist nach Lage der Dinge zu erwarten, daß eine Ausstellung zustande kommt, die nicht nur ein Gesamtbild hessischer Kunst und Arbeit zeigt, sondern die diesem Blld auch einen eigenartigen Rahmen gibt. •• In Amerika verstorbene Hessen. Schneider Georg Pfaff aus Harbach, 79 Jahre alt, zu Waterloo, Ont. — Frau Anna Katharina Köhler, geb. Georg, 79 Jahre alt, zu Indianapolis, Jnd. /\ Butzbach, 1. Nov. Heute früh fand anläßlich des 2 5jährigcn Jubiläums der Kinderwärterin Frau Anna nationalliberale Organe derartopp ositronell gegen die Regierung aufgetreten sind, wie vor wenigen Tagen die „Köln. Ztg." und heute die „Nat.-Ztg.". An solchen Zeichen der Auflehnung wird die Negierung nicht achtlos Vorbeigehen können. 9tur wäre zu wünschen, daß auch in den Etatsreden der nationalliberalen Wort- ührer ebenso rückhaltlose Kritik geübt würde an den (Er* eignissen und Erscheinungen des politischen Lebens. Dom Posener Schulstreik. Die „Nordd. Allg. Ztg." bringt über den fog. Schul, streik in der Provinz Posen ejne längere Darlegung, in der es heißt: Die Oberp'räsidialvero rdnung vom 24. Oktober 1873 führte die deutsche Unterrichtssprache in allen Volksschulen der Provinz Polen ein, mir für den Religionsunterricht schrieb sie vor, daß er den Kmdern polnischer Zunge in der Muttersprache zu erteilen seu Wurde der Religionsunterricht den Kindern aus polnischen Familien selbst dann in polnischer Sprache ertettt, wenn siedas Deutsche vollkommen ausreichend beherrschen, so wurde das zunächst eine sehr beträchtliche Vermehrung der Mehrer polnischer Abkunft erfordern, die in so großer Zahl gar nicht zur Verfügung stehen und auch wegen ihrer polnischen Abkunft an der gewissenhaften Erfüllung ihrer amtlichen Pflichten bekanntlich durch die gehässigen Angriffe ihrer Landsleute verhindert werden. . , Y «Rur allem " aber würde durch die Anerkennung des in Goslar i,., -7 , daß in der Provinz Posen auch fertig deutsch Reichstagsfraktion viel Un s chm eia)elHaf tes ,und Un ttanuÄmaÄton zu wottcn wem. W. E XÄ Ä“ Reich-. WWLL sinanzreferm/ Wenigstens wendet sich heute abend chie weichendem und e^a» une.^.icy B ss sei, ,9tat.-Zta." mit Eiitjchiedenheit gegen eme solche Absicht, der katholi,chen iDie ,,Na?.-Ztg." meint/ daß bei der Ueberladung der polü. fort: Es steyt ff/ « Berriebiaenbc Erfolge erzielt Atmosphäre mit Spannung das Steuerlhema zu gar keiner in religiöser -SUisicht durchaus besrledig f ungeschickteren Zeit hätte angeschlagen werden können. Für w^den. Auch sanden ,m) damit bis öu d^n^Somiiier ungei^^^Lle Partei, die Partei der Reichsgründung, Einflüsse auf- könne die Parole nur lauten: 2er Regierung, tote sie jetzt ist, und dem System, wie wir ) etzr regiert werden V. Xe in en Pfennig mehr. Aas ist eine hinreichend leugnet, hat folgenden Wortlaut: „Die Bestätigungsangclegenheit dcs fozialdemokratischen Beigeordneten E i ß n e r t in Offenbach hat dem Nationalliberalismus und allen Patrioten des Landes in er schreckender Weise die Augen geöffiiet über den Kürs, in dem sich unsere Negierung bewegt. Schon die Tätigkeit des verflossenen Mi- nisteriums Rothe hatte ab und zu, so namentlich in Sachen der Finav'volitlk, Ansätze gezeigt, die darauf hindeutetcn, daß die von der Sozialdemokratie, in hervorragender Weife namentlich vom Abg. Ulrich betriebene EnteignungspvliUk der Regierung mehr zusage, als gelegentliche, in aller Form vorgcbrachte kritische Beschwerden nationaler Politiker. Eine bettefsende Andeutung des Finanzministers Gnauth in der Zweiten Kammer hatte u. a. nicht mißzudeutende Fingerzeige für diese Auffassung gegeben. Herr Gnauth, der sckttn Seele deS M i n i st e r i um s wegung gegenuver auue unu xj u |uuu c n ij u t w- biothe war, ist in das neue Ministerium Ewald übernommen wahrt, ^-as Ziel der polnischen Agitatoren, die -^ehrer- twyroen, dessen Leiter, bekanntlich früherem Reichsgerichtsrat, schäft nervös zu machen und zu Mißhandlungen der Kiilder die nationallib. Partei des Landes mit Vertrauen und der zu- zu verleiten, ist bisher nicht erreicht und wird auch nicht versichtlichen Erwartung cntgegengekommen war. er werde dem bisherigen, mit Ulrich und Konsorten liebäugelnden Kurse der Regierung dauernd ein Ende bereiten. Diese Hoffnung hat bitter b etro gen: es kam die amtliche Bestätigung dcs „Genossen" Eißnert, die, wie aus der offiziösen Begründung her- Vorgeht, StaatAininistev Ewald anscheinend aus Gründen rein juristischen Eharakters befürwortet zu haben scheint. Anders dürfte cs um die zustimmenden Leweggrüiide des Herrn Gnauth bestellt sein, der wohl auch leitender Impuls des gegenwärtigen M i n i st e r i u m s angesehen werden darf, und dem die Vcstätigungsbefürwortung a u 5 reinem, unversäls ch- tem schwäbischen Demo kraten herz en — Ciiauth ist Württemberger von Herkunft — gekommen sein mag Sem osst- ziüses Negierungsorgan ist die dcmokr. „Franks. Ztg.", deren Darmstädter Vertreter im Ministerium der hessischen Finanzen •.. ~ w ; f „ wohlg-litten ist: mit Hilfe des Frankfutter Demokratenblattes zuruckhalten. Wird mit ^>chulver s anmn is str a f en wird seit Jainen jene Aera vorbereitet, deren Krönung ein frei- üorgegangen. Aufreizungen durch die Presse gegen die sinn ig-dcmokr. G es am t m i n i steriu m mit fozia- Schulordnung, Beleidigungen und Verleumdungen von listens reu ndlichem Einschlag darftellen soll. Wie es Ehrern werden strafrechtlich verfolgt und unbotmäßige im Hinblick auf die traurige Affäre Eißnert zur Zett mit dem Schulvorstände ihres Amtes enthdben werden. Die Unter- Schulstteik bisher offenbar oder geheim gefördert haben, lverden zu der Erkenntnis gelangen, daß in erster Linie die Kirche Schaden erleidet, wenn zahlreiche Kinder der religiösen Einwirkung der Schule entzogen werden. Fuhr Wwe. eine Feier in den Räumen der Kleinkinderschule statt. Pfarrer Schrimpf feierte zunächst die Jubilarin in einer zu Herzen gehenden Rede, die in dem Wunsche ausklang, daß die nun im 70. Lebensjahre Stehende noch lange Jahre zum Segen der Anstalt wirken möge. Daraus übergab er der Jubilarin ein vom Vorstand des Kngelhausfonds gestiftetes Gebetbuch. Bürgermeister Küchel überbrachte mit kurzen Worten die Glückwünsche der Stadt Butzbach und übergab Frau Fuhr als äußeres Zeichen der Dankbarkeit der Stadt ein Sparkaffenbuch mit einer Einlage von 50 Mk. Auch die Damen des KleinkinderfchulvorstandeS beschenkten die Jubilarin reichlich. Die Zöglinge der Kleinkinderschule wurden seitens des Kirchenfonds mit Bretzeln bedacht. — Friedberg, 1. Rov. In der letzten Zeit ist die Auswanderung verschiedener Bauarbeiter von hier und Umgebung nach Amerika, San Franzisko, ausgefallen. Insbesondere Fachleute der Holzbearbeitungsbranche gehen über daS große Wasser. Wie man hört, soll eine Frankfurter Großfirma der Baubranche, die in San Franzisko an großen Unternehmungen beteiligt ist, die Leute engagiert haben. — Eine Reklame, die ihre Anziehungskraft nicht verfehlte, leistete sich ein hiesiger Schuh Händler und Schuhmacher. Er hatte ein leibhaftiges Konterfei deS Schuster-Hauptmanns von Köpenick in Gestalt einer lebendgroßen Wachsfigur in seinem Erker ausgestellt. Heute wurde den ganzen Tag das Trottoir vor dem Hause nicht leer, namentlich am Abend umstanden hunderte von Zuschauern den Laden, um sich das Unikum aus der Nähe zu betrachten. p. Greifenstein (Kreis Wetzlar), 1. Nov. Von dem früheren Schlosse Greifenstein sind nur noch zwei durch Brücken miteinander verbundene Türme einigermaßen gut erhalten, im Innern dagegen sieht die Ruine trostlos au§. Zurzeit ist man damit beschäftigt, die ursprünglichen Fundamente der gewaltigen Feste frei zu leg en. Eine alte, unterirdische Roßmühle gibt noch Zeugnis von ihrer einstigen Starke. Man behauptet, daß die Bergfeste Greifenstein die stärkste Burganlage in Westdeutschland gewesen sei. Die Auftäumungsarbeiten erfolgen unter der Leitung des Fürltl. Burgbaumeisters Seiler zu Braunfels. Es sind bereits Gewölbe, Gänge rc. von historischer Bedeutung bloßgclegt worden und nächstes Jahr sollen zur Erhaltung und Sicherung der Burgfeste weitere Arbeiten ausgeführt werden. Die vom Grafen Wilhelm in den Jahren 1683 bis 1694 im Barockstil erbaute, von dem italienischen Künstler Pacrini mit wunderschönen Stukkaturarbeiten (Figuren, Genien, Engel, Blumenornamente, Fruchtschnüre mit Sprüchen rc.) geschmückte, vielbesuchte Schloßkirche bedarf der Erneuerung nicht. Möge es gelingen, die Ruine so in Stand zu setzen, daß der Greifenstein auch fernerhin als eine Zierde unserer schönen Landschaft erhalten bleibt. Frankenberg, 31. Okt. In dem benachbarten Somplar ist abermals ein Gaunerstreich ausgeführt worden. Ein bi§ jetzt noch nicht ermittelter Dieb hatte sich zur Ausübung seines Handwerks das Haus des Bürgermeisters Lange ausersehen. Er unternahm in der Nacht zum Dienstag dort einen Einbruch, der ihm 600 Mk. in die Hande fallen ließ. Ein Buch, das 1000 Mk. in Scheinen enthielt, blieb von dem Einbrecher glücklicherweise unentdeckt. — In der Nähe des MeiserhofeS wurde am Montag abend der Müller Böhle aus Schreufa, der mit seinem Wagen von Hallenberg her gefahren kam, von einem Automobil angefahren. Samt Wagen und Pferden rottrbc er die Straßenböschung hinuntergeschteudert, wobei er einen doppelten Beinbruch erlitt. Die ganze Nacht lag der Bedauernswerte im Straßengraben, wo ihn erst am Morgen Vorübergehende fanden. (Heff. LdSztg.) ** Kleine Mittel'?nc>cn a v 3 Hessen und den Nachbar st a a t e n. Am Sonntaa stürzte in Schrecksbach bei der Kirmes ein älterer Mann plötzlich t o t zusammen, nachdem er eine Menge Schnaps genossen. Seine Reiche rourbe nach Marburg in die Klinik geschafft. — Lehrer Wilhelm B o ck non Rriebberq wurde als Rechner der evangel. Stadtkirche, der Burgkirchc und der milden Stiftungen, sowie des Psarr- besoldllnasfonds zu Friedberg ernannt und eidlich verpflichtet. — Die in Darmstadt vermißten G y m na s i a st e n sind wohl- behalten aufgesimben worben. Sie wurden alsbald von dem Gvmnasium ausgeschlossen. Anatomieleichen. Die skandalösen Dinge, die tm Hamburger Staatskrankenhaus in Eppendorf im Schwange zu sein scheinen, haben kürzlich das Landgericht in Hamburg beschäftigt. In der Verhandlung, die sich 'gegen den Vorsitzenden des Hamburger Verbandes der Staats- und Gemeindearbeiter, Schöneberg, richtete, der in einem Vortrag über „Le i che n w u ch er" den Direktor des Eppendorfer Krankenhauses beleid'gt haben soll, kamen geradezu unerhörte Dinge ans Tageslicht. Es wurde u. a. unter Beweis gestellt, daß der Leiche eines Pastors Oblsen. dessen Sarg bereits zugelötet war, heimlich nach Oeffnung des Sarges die Nieren herauHenommen worden waren. Der Leiche eines als „arm" verstorbenen Buchbinders Heidenreich seien Arme und Berne abgetrennt worden: als dann bekannt wurde, daß der Verband die. Beerdigung der Leiche des H. übernommen hatte, Haberman die.Arme einer Mädchenleiche geholt und diese der zerstückelten Leiche des H. beigelegt! Damit die kleinen Finger nicht auflielen, habe man Blumensträuße auf die Hände gelegt Obwohl dem Professor Dr. Fraenkel mitgeteilt worden fei, daß die Leiche des H. nicht mehr als Armenleiche in Frage komme, habe Dr. F. gesagt: „Ach was, der K^erl bleibt hier!", worauf der Leiche noch das Rückgrat ufto. entnommen worden sei. Ein^Fall Kurz liegt noch krasser. Dessen Leiche sollte am Karfreitag 1905 beerdigt werden, doch war sie von einem Oberwärter in drei.Teile zerschnitten worden, während die anderen Teile an die Universität Würzburg versandt wurden. Dann wrrrde der Leiche durch Zusatz von Asche die nötige Schwere verliehen! Dcnnit. die Leidtragenden nichts merkten, wurden die Fenster r halle verhängt, und der Oberwärter sagte den Leuten. r* Ersten nicht so nahe herantreten. Die Eppendorfer Aertte alS Zeugen mußten die Behauptungen tinn Teil als Tatsachen zugeben, doch wollten sie durcha"s berechtigt und ,.im Interesse der Wissenschaft" gehandelt hab"n. lieber d^n V e r - s a n d v on L e i ch en nachauswärts sagte Oberwärte" Ov- seien Leichenteile au die Universitäten Mel, Rostock, Würzburg, Straßburg und Göttingen und an Dr u^na-Hamburg geliefert worden. In einigen Fällen sei erst nachtraglcch die Erlaubnis-um Sezieren eingelgusen! Der Leuge gibt zu. ohne Auftrag eiues Ob-nai-ries e-ner L e i ch e d e n K o v f ab geschnitten und ihn versandt zu hoben! Es handelte sich um den Klopf eines russischen Auswanderers, den er dem Ana- tomiediener in Straßburg geschickt habe, der ihn darum ersuchte Auf dringliches Befragen deS Staatsanwalts gibt er zögernd zu, daß er in noch dr e i F äll en K'ö v f e a b g es ch n i t - ten und versandt habe. Dafür Hobe er Tr i n kg eld e r er- -halten, wovon er Wohl dem ihm behilflichen Diener etwas abgegeben habe. Zeuge Helmer der früher in der Anstalt beschäftiat war, hat wiederholt beobachtet, daß Leichen die Köpfe abgetrcnnt wurden, die zum Versand gelangten. Zeuge Oberleichendiener Ehrhardt bestätigte, haß m einigen Fällen das Gewicht abgeschnittener Leichenteile durch Ein schütt en von Sartd und Asche ersetzt worden sei! Er gab auch zu, daff er in dem Falle Herden-- rcich die fremden Arme (die Arme des Dienstmädchens) wieder entfernt habe. — Der Staatsanwalt erklärte, es seien vielleicht Unordnungen im Eppendorfer Krankenhause vorgekommen, aber er habe .sich gewundert, daß nicht noch mehr vorgclommen sei, (!) Ungehörigkeiten kämen überall vor, sie seien in der menschlichen Natur begründet. Die ganzen Dinge seien nur aufgebauscht. Er beantragte gegen den Anacklagten wegen Beleidigung eine Strafe von 200 Mark. Das Gericht war wesentlich anderer Ansicht. Schöneberg wurde von der Auflage, den Direktor des Krankenhauses beleidigt zu haben, freigesprochen. Der Wahrheitsbeweis sei. zum größten Teile erbracht. Oberwärter Opgenorth ist inzwischen infolge eines gegen ihn eingeleiteten Disziplinarverfahrens auf Dienstentlassung unter Verzicht auf Titel, Gehalt und Pension aus dem Staotsd'enst ausgesch'ieden. Vermischtes. Altons, 1. Nov. Hier erhängte sich gemeinschaftlich das gut situierte Ehepaar Witt, weil die Ehefrau an einem Magenübel litt. Die Frau ist tot. Der Ehemann wurde durch Reißen des Strickes gerettet, ist aber schwer krank. Neumünster (SHlesw.). 1. Nov. Eine furchtbare Szene spielte sich auf der Eisenbahnstation I u e b e ck ab. Eine Frau mit einem Säugling auf dem Arme wollte ihren vierjährigen Sohn, der auf das Gleise gekommen war, beim Einlaufen des ZugeS zurückziehen, als alle drei von der Lokomotive erfaßt, zurückgeschlcudert und t ö d l i ch v e r- letzt wurden. * Auf dem Kaliwerk Asse bei Braunschweig, au dem der braunschweigische Staat mit 501 Ante-len beteiligt ist, sollen Veruntreuungen in erheblichem Umfang stattgefunden haben. Man vermutet in einem R^chnungs- führer den Schuldigen. Die Unterschlagungen steh?n im Zusammenhang mit Kali- und Gütertransporten für das Werk durch die Brauuschweig-Schöniuger Eisenbahugesell- schaft. Die auf dar dem Werk zunächst gelegenen Station Wittmar aufgelegten Bücher der Ei'senbahnges-llschaft wurden von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt. Wettere Untersuchungen sind im Gange. * Kleine Tages chronik. In der Wä'senhgndluug von Ltrauß zu Leipzig zeigte die Frau des Geschäftsinhabers einem Käufer die Handb-ab"ng eines Revolvers und lebte dabei die Waffe gegen ihre Schlafe: plötzlich krachte ein Schuß, und die Frau sank schwer getroffen zusammen. T^otz sosortigeo är'>- licher Hilfe, trat nach einigen Stunden der Tot ein. Wie die Kugel in den Revolver, gekommen ist, ist noch nicht aufgeklärt. — In Mülhausen i. E. goß ein Einwohner nach voraufgegangenem Zwist den Inhalt einer Petroleumlampe über ferne Frau und zündete alsdann die Kleider an. Die Fran erlitt schwere Brandwunden und wurde in hoffnungslosem Zustande in das Krankenhaus gebracht. Der Ehegatte wurde verhaftet. — In Weißenfels stürzte der Stadtverordnetenvorsteher Haiiptmlann a. D. Hpland vom Pferde, das vor Motorfahrcrn scheute, und erlltt einen tödlichen Schädel b r u ch. —■ Nach einem Walliser Blatt sind Unterhandlungen mit der Gesellschaft „Brandau" im Gange für die Arbeiten zur Erbauung eines zweiten Simplon-Tunnels. Die Arbeiten sollen 5 Jahre dauern. — Ein heftiger Sturm hat die Flottille der japanischen Korallenfischer auf der Höbe der Soto-Jnseln überrascht. 28 Boote sind gesunken. 822 Mann ertrunken. Mehrere Kriegsschiffe sind zur Hilfeleistung entsandt worden. Universitäts-Ncichrschten. Berlin, 31. Okt. Das erste Kolleg von Professor Burg eß, das heute die Lehrtätigkeit des ersten Nooievett- Vrostssors an der Berliner Universität eröffnete, übte eine lebhafte Anziehung aus.. Der Hörsaal, her etwa 250 Personen saßt, war dicht gefüllt. Die Mehrzahl bestand aus Juristen und Historikern. Man iah viele ältere Semester und auffallend wenig Damen. Die amerikanische Kolonie batte nur eine kleine Anzahl von Hörern gestellt. Es fehlte auch nickst an bekannten Persönlichkeiten. Man sah it. a. den früheren Präsidenten der Justiz-Prüfungskommission, Wirkt. Geh. Rat Prof. Stölzel und den Ordinarius kür ostasiatische Geschichte, Professor Schiemann. Burgeß las über ^die Verfassung?- geschichte der Vereinigten Staaten von der Begründung der Kolonie bis zur Gegenwart" in deutscher Sprache und fand viel Beifall. — Geh. Neaierungsrat Brok. Dr. Wilhelm Lossen ist in Aachen am 29. Oktober an einem Hirnschlaae plötzlich pest o r b e it. Lossen war früher Ordinarius der Chemie an der Universität Königsberg und lebte in Heidelberg als Professor emeritus. Er wurde geboren zu Kreinnoeh 1838. Noch seiner Studienzeit in Gießen »ind Böttingen habilitierte er sich 1866 in Heidelberg, wurde 1870 a. o. Professor und 1877 ordentl. Professor in Köniasbera. Gertchtssacrl. heule woaen Unterschlagung von 1200 Mk. Verbandsgetdern vom Schöffengericht zu 6 Monaten Gefängnis und 5 Jahren Ehrverlust vcr u i- teilt. Er wurde sofort in Haft genommen. Brechter hat dgH Geld verludert. Kiel, 1. Nov. 'Der Fähnrich zur See v. Schütz wurde vom Kriegsgericht zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Er hatte durch eine Schußwaffe b*'e. fahrlässige Tötung eines Dienstmädchens auf seines Vaters Gut verschuldet. (I. S.) Darf der Gerichtsvollzieher einen Schuldner in kurzer Zeit zweimal aufeinander zur Leistung des Offen barungseidcs vorführen? Der § 903 her Zivilprozeßordnung bestimmt, daß ein Schuldner, welcher den Offenbarunaseid geleistet bst. zur nochmaligen Leistung nur verpflichtet ist, wenn glaubhaft gemacht wird, daß er inzwischen vermögend geworden ist. Ein Rechtsanwalt in Gießen hatte gegen einen gewissen V. in Altona ein vollstreckbares Urteil erwirkt, und schließlich die Gerich^svoll'zteherverteisnngs- stelle dortselbst mit der Vollstreckung des Urteils beauftragt. Diese gab den Auftrag an den Gerichtsvollzieher B_, welcher den Schuldner zur Leistung des Offenbarungseides vorführte, trotzdem er ihn 14 Tage vorher schon einmal aus dem gleichen Grunde verhaftet hatte. Nach § 903 der Z. P. O. wurde V. ohne die nochmalige Eidesleistung v-"n Amtsgericht entlassen. Der Rechtsanwalt, der schon einige Monate vordem bei demselben Gerichtsvollzieher augefragt batte, ob V. schon den Offen- barungseid geleistet Habe, klagte jetzt, gegen B. auf Zahlung oer 15 Mark Dorsüh-rungskosten, die durch die zweite unnötige Vorführung entstanden waren. Kläger behauptet, daß der Beklagte bei d'eser Sachlage ihm erst die Mittellung von der kurz vor der zweiten Vorführung ercolrrfen Eideslc'stung des Schuldners hätte machen müssen, unter keinen Umständen aber hätte er den V. zum zweitenmal verführen dürfen, ohne bei ihm deshalb an'zusragen. Das Landgericht Altona kam zu etn^r Verurteilung des Beklagten, indem c§v in bi^en Handlungsweise, eine grobe Nachlässigkeit und Fahrlässigkeit darin fastd, daß er die zweite Vorführung cu'ssi'hrte, trotzdem er sich an die erst vor zwei Wochen erfolgte Eidesleistung des V erinnert hatte. Das Oberlandesgericht Kiel änderte das Urteil ab und erkannte auf Abweisung des Klägers. Das Berufungs- gericht kann in der zweiten Vorführung keine Fahrlässigkeit des Beklagten erblicken, da nicht abznsehen war, ob nicht .schließlich in den 14 Tagen eine Aenderimg der Verhältnisse des Schuldners eingetreten sein konnte. Vielmehr hätte der Kläger dem Gerichtsvollzieher mitteilen müssen, daß er eine zweite Vorführung des V. nicht wünsche, wenn dieser schon einmal den Offen- barungseid geleistet haben sollte. — Die von Kläger gegen dieses Urteil- eingelegte Revision wurde vom Reichsgericht zurückgewiesen. Sport. Berlin, 1. Nov. Anläßlich der Eröffnung der internaf. Automobil au sstetlunq stand heute abend int Zoologi- fchen, Garten ein Festmahl statt, an welchem der Protektor bec Ausstellung. Prinz Heinrich, teilnabm. Ferner waren an» ^"^md, Minister Dr. Studt, Delbrück, Staatssekr. Kraetke u. a. Priu> Heinrich.eröffnete die Reih- der Redm mit einem Trink- fpruch auf den Kaiser, in dem er mittesite. daß er ermächtigt sei, davon Kenntnis zu geben, daß sich der Kaiser damit einverstanden erklärte, daß im kommenden Jahre eine internationale Automobilveranstaltunq stattfinde, wie sie vom kaiserlichen Autoksi'b und der Industrie geplant sei, daß der Kaiser mr dieses Rennen einen Dreis zugesichert habe, daß dem Keifer die Zeit Mitte oder Ende Juni passe und daß endlich dem Kai'^r arS der Ort für das Rennen eine Taunus st recke sympathisch sei. her TedeeMe in her Z5nht Ziesten 42. Woche. Vom 14. Oktober bi? 20. Oktober 1906. Einwohnerzahl: anaenomwen xit 29 500 links. 1600 Mann Militär.) Cterblichkeitsziffer: 22,91 6/nn, ngch Abzug von 7 Ortsfremden: 10,57 ES starben an: Zusammen: Erwachsene: iin vom Lungentuberkulose 1 1. Lebensjahr: 1 — 2.—15. Jahr Gebirntnberkulose 1 - 1 __ Chron. Dysenterie 1 (1) 1 (1) _ Blinddarmentzündung 1 1 —- — cnallensteinen Bösartigen Neu- KD 1(1) — — bildnngen 3(3) 2 (2) _ 1 (1) Zuckerkrankbeit 1 1 __ Lunaenkatarrh 1 1 _ Lebensschwäche 3 (2) — 3 (2) — Summe 13 i7) ' 7 (11 o (2) ''' ' 1 (Isi A n m.: Die in Klamn'ern geletzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit anl von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. M. Frankfurt a. M., 1. Nov. Vor der Strafkammer hatte sich frutc der 31jährige Kassierer Reinhard Lange wegen Unterschlagung und Urkundenfälschung zu verantworten. Lange, ein Schwaaer Dr. Qiiarcks. stand seit 1894 in Diensten der Stadt und hatte zilletzt die Stelle eines Kassierers bei dem städtischen Elektrizitätswerk inne, wo er 2700 Mk. Gehalt bezog. Im Jahre 1904 begann der Verheiratete, er ist Vater dreier Kinder, sich Gelder anzncianen. Die Unterschlaaungen suchte er dadurch *it verheimlichen, daß er Geldrollen mit geringeren Glldsorten, als auf der Rolle verzeichnet stand, füllte. Im Mai d. I. verfiel er auf eine andere, ergiebigere Methode. Er fälschte nocheinauder 78 Quittungen der Firma Meurer, die an die Stadt Oel lieferte. Die Beträge für die Lieferungen wurden der Firma stets gutgeschrieben. Statt mm die Firma zu befahlen, steckte er das Geld in seine Tasche und führte an das Geschäft nur ab und zu Gelder ab, damit keine Klage laut werde. Durch falsche Buchungen wußte er den Gegen"buchführer auf dem Amt zu täuschen. Tlls die Oelfirma immer wieder auf ihr Geld warten mußte, würde sie mißtrauisch und forderte von Lange baldigst Ltbrechnung. Zumiterlcht beschwerte sie sich bei dem Vorgesetzten des Kassierers.' Lange wurde einem peinlichen Verhör unterzogen und gestand die Unterschlagungen ein. Er hatte annäh'"nd 19 000 Mk. durch Bucb- sälschungen veruntreut, nach und nach aber wieder 1000 Mark beigebracht. 2lls L^"^e im September verhaft"t wurde, fehlten noch 7474 Mk. Durch eine Kaution von 3000 Mk. und weitere 2400 Mk, die in de'' Wolmung des Kassierers in bar gefunden w""d?n. vermi'^eri-e. sich der Schaden der Stadt auf 2^00 Mk. Lange gab h^f'ir noch eine Lebens- versicherungspoli-e im We-te von 3^00 Mk. bin. Vor der Entdeckung bemühte sich Lange, Glld aufültreiSen. Sein Schwager habe ihn schon früher mit 1500 Mk. unterstützt und konnte ihm nun nicht helfen. Dr. O.uarck wußte übrigens nich/. für welchen Zweck das Geld dienen sollte. Ebensowenig hatte der Bruder Lanaes, der um 5000 Mk. Darlehen angegangen wurde, eine Ahnung von den Unterschlagungen. Lange war nicht Beamter, sondern war mit einem zivilrechtlichen Vertrag angestellt worden. Krankheit in der Familie und Schulden veranlaßten den Mann zu den Veruntreuungen, die er mit einem Jahr 6!e- fängnis büßen muß. Von einer dlberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte sab bas 01"richt ab, weil es annahm, daß Lange aus Not die 3'ctt beging. fc. H 3 ch st a. M., 31 Okt. Der frühere Kassierer her hiesigen Zahlstelle des Fabrikarbeiterverbanbes, Leopold Brechter, wurde Teiefoiraisch® Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitaeteilt von der Bank für Handel und Industrie. Frnnkfnrter Ritr« ?ilX6l0 Reichsanleihe . . 97.85 3% do. . . 86.20 W/o Konsols . . . . 97.95 3% do. , . . 86 05 3%°/0 Hessen . .... 97.35 3^°/n Oberhessen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente. . 99.00 4V5 % Oesterr. Silberreute 100.00 4 ®o TJucar. Goldrente . . 94.95 4 % Italien. Rente . . , —.— 3?o Portugiesen Serie I . 68.90 3% Portugiesen „ III 69.90 4^°/6 russ.Staatsanl. 1905 90.45 4>30/n Japan. Staatsanleihe 92.40 4^ Conv. Türken von 1903 93.50 Türkenlose ...... 146.60 4% Griech. Monopol-AnL 52.60 4% äussere Argentinier . 88,50 3°/0 Mexikaner . . , 67.15 4^% Chinesen .... 95.85 Aktien: Bochum Guss..... 233.25 Buderus E. W . , . . — Tendenz: fest. Berliner Börse, 2. Can ad a E. B......177.00 Härmst fidter Bank . , . 137.70 Deutsche Bank .... 237.90 Dortmunder-Union C. . . 80 30 Dresdner Bank .... 155,10 Tendenz: fest. 2. November, 1.15 Uhr. Elektriz. Lahmerer . . . 140.90 Elektriz. Schnckert . . . 124.70 Eschweiler Ber^-werk . . 238.10 Gelsenkirchen Bergwerk . 219.00 Hamburg - Amerik. Paketf. 156.80 Harpener Bergwerk. . . 208 50 Laurahiitte . . . » . . 243.50 Nordcl. Lloyd . . . . , 126.60 Obeischles. Eisen-'fhdustrie 126.00 Berliner Handelsges . . 169.80 Darmstädter Rank . . . 138.20 Deutsche Bank . .. . 238.60 Deutsch-Asiat. Bank . . 171.40 Diskonto-Kommandit. * . 182.50 Dresdner Bank . . » 155.25 Kreditaktien.....213.09 Baltimore- und Ohio- Eisenlahn . . * . 120.80 Gotthard bahn . . . , . — Lombard. Eisenbahn . . 36 80 Oesterr. Staatsbahn . . . 146.00 Prince-Henri-Eisenbahu . 147.50 November. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . . 209.00 Lanrahfltte .....—.— l ombarden E. B. . . . 36.20 Nordd. Lloyd.....126.80 Türkenlose . , , r .— Owe, ksbbsMs®?© F^au — deinen Tag, nn dem ich nicht rveuigstenS meine w&Zäb 3 ^tbachteln Fays ächte Sodener Mineral-Pastillen pciTmtfc. Die sind eben so vielfach erprobt, daß die Leute WW iimuet auch des Erfolges gewiß sind. Ich selbst nehme, B W rch als Apotheker doch die Wahl unter den Mitteln B M 2°lC' nur Fays ächte Sodener, roenn ich mich erkältet wl 9 . e und darum eben weiß ich selbst, w'e ausgezeichnet die 'äSc ~tn9cr wirken. Hier eine Schachtel< 85 Psg. — danke sehr. [hv»/9 Mart© „Wüdfener“ feinste T Pfg. Zigarre ? empfiehlt (x. C. Volk. GrUnbc*"gorstrasse 4. 6502 Reichhaltiges Lager erstklassiger Fabrikate in jeder Preislage. Kursblatt des Gießener Anzeigers vom 1. November» 5906. Staats-Anleihen. a. deutsche. 3*/, Deutsche ReichS-Anleihc . . 3 do. do. ...... 81/, Preußische 6onfot5....... 8 do. do. ....... 4 Badische Dnleibe V. 1901 unT. 1909 . 8*/, do. do. von 1Q9? it. 94 . . 3*4 do. do. v. 1990 nnf. b. 1910 . 3 do. do v. ...... 4 Bavr. ff.-W .960 imf. b. 1906 . . . 3*4 do ir. Astg. wnt. ..... 314 do. Pandeakultur-Mente..... 3 do E-B.Ans......... 3*/, Bremer St ylus, v. 1RQR, 92, 90 . . do. do n. IROfi unk. 1012 . 3 Hamburger n. 1902 imr. h. 1912 . . 4 Hamburger St.-Anl. amrt. 1 "00 1000 . 81/, do do. bo.t> 1OR7.91.9R.99 do. do. do. v. 1886,97,190? 4 Helstsche ....... do. St.-Anl. v. 1899 ..... 31/, do. Anl. abgest........ 3*4 do. do.......... do. do. ......... 3 (Sn^'fifrf-c 91 oute........ 3'4 Wilrttembg. v. 1R75—80 abgest. . . . 3*4 do. v. 1"O0....... 3*/, do. v. 1901....... 3 do. v. 1896 ....... 97.9' 86.1 > 97 9 ) 86— 97*35 86.90 101 25 97.30 86^— 83*45 1102.30 ■ 84*50 10 - .90 H7.10 97.10 >4.15 85/0 97.65 97.80 97.8 . 86.40 b. Nirsrsndische. I. Enroväilche. 4*4 Bosnien u. Herceqov. v.1902 unk. 1913 $Tr. 100 40 do. do. Busaar. ^ob. Ans. v lorp 97 80 1e/ln kriech. E.-B. v. 1890 ficncrfr. 52.70 Lire do. 4*4 Oest. Sifber-Bente ö.st k-7. 3 M. M. M. 97.30 ftr. 80.40 Lstr. M. Des. nbncfl. do. 1890 v. Lstr. Fr. Lstr. Merik. amort. innere Ser. T—IV . Bef. do. ronf. äustere v. 1899 steucrfr. Lstr. 4 4 4 4 95- 88.20 R 5 6 4*4 rA 4 5 4 4 4 v. v. v. v. mrptf 9?rnff 1RRR . 1897 . ö.st. Kr. 4 R Bente Mente 99.60 99.80 4 4 4 7- 3*4 1’4 4 n, 104 40 101.20 95 85 4 4 4 4 . 4 4 37, 3 f. ff. v. 1"03 r. ff. h 1R91 ti. 1R0I . . h 1898 . . do. do. do. do 1Q96 1898 5ff ff Kr. do. do. do. do. do. do. do. do. Lstr. n Neuerer. 20/1 Om eonf. tt. 1R90 steuerfr. . ronti. itplf. n. 1903 . . . Baoda^'Modn . . . amort. do. do. amort. amort. Argent. do. do. do. do. do. M. Fr. 92 35 85 50 9R.- 101.25 87 20 94.80 94.35 84— 76.30 Bef. Lstr. M. 77.7 ■ 68- 62.70 do. Nav'.er-Mente , . . . » do. ff ald-Mente ...... do. *infente (conti.) . . , do. Staat«.Mente..... Oest. ff .. fr 4*4 4 3V, 3 änst. E-B t. Os. innere b. 1RRR . äustere Go'd-Anl. do. do. do. conf. innere . 3*4 1*4 Chile ffolb-Anl. b. 1RR9 . . ’ Cbinestsche Staats-Anl. ti. 1«95 Numan, do. do. do. do. ^ranr.^otesl i. r 7 . , do. unistr. v. 1902 Ser. HI . . do. Sbetistt. ....... Eisenbahn-Priori täten. inländische. 4 Braunschweig. LanbeS-E.-"*. TT E . . 3*4 da. do. T E obqest. . .3*4 do. do. niEimt b.1905 4 Pfähifche........... .3*4 do............ 3 Allgemeine Deutsche Kleinbahnen abg. 60®/o .3*4 Sstdd. Eisrnbabu-ffes. Darmstadt . . . S*/, do. do. do. b. 1904 100*80 96.50 93.10 Ausländische. gfirabeiö stcr..rlr. i. 01. . . 2000 4 K. Ferd. Nrdb. 1887 sts. i. S. . . 4 bo. do. 1887 stf. gar. . . 4 Frani-Fost . . i. S. 200/1000 4 Kaschau-Odrb. v. 18^9 i. S. . . 4 do. do. v. 18R9 i. ff. . . 4 do. do. ti. 1891 i. ff . . 5 Oest. Süd (Komb.) stf. i. ff. 400 4 do. »0. „ i. ff. . . 27.. do. do. , i. ff. 500 2’/” do. do. Lv.71 t.G. 600 99.70 9'50 105.90 96— 66.85 5 Oest.-Una. St«b. 187.3/74 i.tt). . . 5 do. Brünn.Ms. 72 stf. i. ff. 100 4 do. Stoat«b. b. 83 „ i. ff. . . 3 do. I—V]TT Em. „ i. ff. ROO 3 do. IX Em. „ i. ff. 500 3 do. b. 1RR5 „ i. ff. 500 3 do. lEroäntg«.-N.> „ i. ff. 500 3 do. b. 1895 stk i. G. imO/2000 3 Mraa-Dur b. 1R96 t. <35. . . 3 Naab-Oed »Edens. „ i. ff. 400 3 do. do. ti. 91 „ i. ff 400 3 do. do. v. 97 „ i. ff. 400 4 Nudolk ... „ i. (S. . . 4 do. (Sal'.katb.) stf. i. ff. . . . . 5 llnaar.-^asi^ische . fif. i. *s> . . 4 Borarlberg . . „ i. @. . . Ftal.stl.aar.E.B Ser A-E i.ff. . . 4 Ftal. M'ttelmeer steuerlr. i. 0'. ?*/,„ Liborne». Pit. 0. T>. u. D<2 500 4 Sard. See. 9fr. oar. I u. TT . . 4 Sicilianische steuerfr. i. ff. b. 1RQ9 1 do. , t. ff. b. 1891 "«l.^üdita'. (Merid.1 ©r.A-H..... 4 ToSrnnif z'e Eentral .... ROO 5 102 50 90.90 101.— 86 50 69.30 64.90 Provinzial- nn«t Commnnal- Obligationen. 4 Ndeintirovinz AuSg. 90 u. 21 unk. b. 1902 3'/. do. „ 22 u. 23 . . 3'4 do. „ in 12.16, 24-26, 29 9*/, .üess. Trobint Oberbessen..... 9*4 do. do. Starkenburg . . . , . 3*4 Frankfurt tT. M. Pit. N u. 0 abgest. . °'4 do. „ R abgest. . . . 9*4 do. (Stra^enbabnl b. 18"9 . 3*4 do. ti. 1901 Abt. T..... 9*4 do. n 1901 Abt. TT. u. HI. . 8*4 Alreb n. '899 un4 b. 1912 . . . . 3'4 BfchaEenbura h. 19R9 ...... 4 Ana^bura b. 1°ni „nf, b, 1908 . . » 4 Babenbaufen (fäeNen)....... 3'4 Baden-Baden ti. 1R98 unk. b. 1903 . . 3*4 Bambera n. 1RRR........ 3*4 B-rlin b. 1RR6*92........ 4 Bingen n. 1°01 unk. b. 1906 . . . . 8 do. b. 1fin5........ °*4 do. b. 1R8R........ 9*4 Darmst. abg. 7" Pit. TT RI Pit. A it.V 8’4 do. b. 1R8R n. 1R94 . . . 3*4 do. eonnwt. v. 1891 Pit. H . . 3'4 ho. b. 1ß97....... 3*4 do. ti 1"0" amort ob 1R07 8*4 do. b. 1905 amort. ab 1910 . . 4 Erlangen ti. 1900 unk. 5. 1911 . . . 4 Freiburg i. B. ti. 1900 „nk. h. 1905 . 3*4 do. b. 1««1 11. 1884 abgest. 3’4 do. b. 1°88 ...... 8’4 do. b. 1R98 unk. b 19A0 . 8*4 do. ti. 1908 „nk. b. 1908 . 4 Fulda ti. 1°01 Ser. I unk. b. 1906 . 3’4 ffiel-en ti. 1890 ....... 3’4 do. ti. 189.3....... 8’4 do. b. 1896 unk. b. 1901 . . . 3’4 do. ti. 1897 unk. b. 1992 . . . 3’4 do. ti 1903 nnk. b. 190R . . . 3*4 do. b. 1905 nnk. b. 1910 . . . 4 Heidelberg ti. 1901....... 3’4 do. b. 1R94....... 3*4 do. b. 1905 ...... 3*4 Karlsruhe b. 1902 unk. b. 1907 . . 3*4 do. ti. 1900 unk. b. 1908 . . 8 " do. b. 1897 ....... 3*4 K"N>T abgest.......... 3’4 K'fssnaen ", 1886, 1888 u. 1903 . . 4 ’ Köln ti. 1900 ... ..... 3’4 Kreuznach ti. 1888 u. 1898 . . . . 3*4 Labr ti. 1°89........ 3’4 do. ti. 1902 ........ 3’4 Limburg abgest......... 3*4 Ludwiasbafen b. lq96..... 3*4 do. b. 1903 unk. b. 1908 . 4 Main, b. 1900 unk. b. 1910 . . . 3’4 do. abgess. 1Q7R u. 83 .... 3*4 do. abaest. Pit. .7 ti. 1R84 . . . 3*4 do. ti. 18R6 n. 88...... 3*4 do. b. 1894 ........ 3*4 do b. 1905 unk. b. 1915 . . ü s Mannheim b. 1°01 unk. b. 1906 . . 3*4 bo. b. 1«RR...... 3*4 bo. b. 1Q95...... 3*4 do. n. 1R98 unk. b. 1903 . . 3*4 do. 1905 ....... 3*4 M,N b. 1903 unk. b. 1912 .... 4 ’ München n. 19no/O1 unk. 6. 1910/11 3*4 bo. ti. 1900 untilab. b. 1908 . "*4 Maubetm ti. 1902 unk. h. 1912 . . 3*4 Neustadt a. d. H. v 1«R9 . . . . 3*4 do. v. 1903 unk. b. 1903 4 Nürnberg v. 1R99-1901 ..... * do. ti. 1902 unk. b. 1918 . . 3*4 do........... 0 do. n. 1903 unk. a. b. 1908 . 4*4 Ossenbach ti. 1R79....... 1 ' do. b. 1900 unk. b. 1906 . . 3*4 do. b. 1R3V92 (abgest . . . st*/, do. b. 1R99....... 0*4 de. b. 190? unk b. 1908 . . 3*4 do. ti. 1905 ....... 3% Offenburg ti. 1R9R unk. b. 1904 . . 4 Pforzheim v. 1R9(» unk. b. 1904 . . 4 do. ti. 1901 unk. b. 1906 . . 3*/, do. v. 1883 abgest. .... 99*60 95.50 96*- 97 30 97.30 101*20 95*80 95*80 95.80 101*2 95.25 86.40 96.- 96.50 101*90 95.60 102.60 95’50 95.50 ■ss bavk für handel und Industrie Depofiteniasse Greben. 4 Stuttgart v. 1R95 unk. b. 1905 . 3*4 do. b. 1904 untilqb. b 1912 4 Trier v. 1901 unk. b. 1906 . . 3*4 do. ü. 1R99..... . 3*/, Mm ti. 1905........ 4 Wiesbaden b. l°*00 nnk. b. 1905 , 4 do. ti. 1901 unk. b. 1906 . 3*4 do. abg-st ...... 3*4 do. b. 1«R7 . . . . 3*4 do. ti. 1R91 abgest. . . . 3*4 do. ti. 1R96..... 3*4 bo. ti. 1808..... 3*4 do. b. 1902 Ser. IT unk. b. 4 Worms b. 1901 nnk. b. 1907 . . 3*4 do. b. 1RR7/R9 . . . . . 3*4 do ti. 1R96 unk. b. 1901 . . 3*4 do. b. 1903 „nk. b. 1914 . . 4 Würzburg ti. 1899 «nk. b. 1910 . 3*4 do. ' b. 1903 unk. b. 1910 . 4*4 Bukarest b. 1RR1 eonv..... 4*4 do. ti. 1R«R conti..... 4*4 do. ti. 1R05 . . . 4059 r 4*4 do. n. TR9R...... 1 Kovenbag. v. 1901 nnk. 1011 2013r 3*4 bo. b. 1RR6...... 3 do. b. 1R95...... 4 Lissabon n. 1RR6 . . . 2onnr 4 Moskau Ser. 30.33 unk. b. 1913 1907 M. Mbl 3'4n Megties ügatl. aar. . . 1000-r Li' e 1 Stoss' alm b. 18y0...... M. 5 Wien Kommunal i. ff. . . . . 5 do. do. ' V.....ö. st. 4 do. b. 1R9R unk b. 1908 Kr. 4 do. Fnbest-Anl..... M. 3*4 Zürich n. 1RR9 ........ Fr. 6 Stadt BnenoS-AireS v. 1R92 i. V. Bel. 4*4 do. do. v. 1888 i. G. Lstr. 96 — 9\80 10(190 R4'5O 100.— 98 JO Aktien ans1 ?1ndSicher Transport- An«*'»’ten. Oest.-lluo.Staasb Oest.Südb /Pomb Oest. Nordwest A do. B . Naab-Odcnb. . . 39 60 'otffardbabn. . ‘t-if. Mittesmerr AugtoT. Eilend. Unce Henri Prag-Dux St. Akt. P6*— 109 30 Stan desherrliche Anleihen. 4’4 ffr'. Henssel.Hg.n. ^onn r.LI^Rv 84 M 4 Fürstl. SolmS-BrannfelS v 1RR0 . „ 3*4 bo. bo. b. 1886 . 3*4 ffr4st. SolmS-9ti«bach abgest. . . f. st. 3*4 Sürsts. ^olms-Lich....... 3*4 ffräst. Solms-MSdesdeim .... „ 4 Fürsts. «Bjsf^xnstein».Harnstein . . „ 4 do. Blenbura-8*üdingen . . „ 3'4 bo. stMnb.u.nüd.Birsteiub.1887 M. 4 do. do. -Wächtersbach ti. 1881 „ 90' — Bank- 4ktien. Meichadauk . M. 1000/3000 frankfurter Bank . . M. 1000 Ngdifche Bank . . . Slr. 1OQ Bahr. Bank s. H. n. F. M. 1000 do. Hub.- u. B,,chselbk f. n 500 Berliner Hand-lsg. . M. 500^1000 do. Hhti.-Bk. Pit. A M. 1000 do. do. Pit. B w. 1000 BreSl. Essskontabauk ^f. 600/1200 Eommerr. u. Diskonto-Bank . Darmst^dt-r Bank . . 1000 /Bank f. ^>anb»sn Fudustri-T Deutsche Bk. S.T-VIT M. 600'1200 fffffTt., n. Wechsesb. Dlr. 100 B<-r->in«bank . . . M. 600 ^iskonto.fferestfchaft M. 600-1->00 Dreadn^r Bank . . M. 600'1200 ^r->Sdner Bankverein . M. 1000 Eifenlighu-Nenten-Bk. . M. lono Fraulf. 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Ser. 7 «nt. b. 1906 ho. T--r. R unk. b. 1911 bo. Ser. 9 . „ , bo. abgest .... nnk. b. 1905 «. b. Verl, umtschb unk. b. 1907 ...... Ser. 10....... Hytiotdeken-Akt..Bk.> . Qn6/ , bo. | aiif 80°4abq. 4 bo. Hbb. B. pf. 4"4 gar. ti. d. ff. d. 1904 3*4 bo. do. do......... 4 bo. Pfdbr. Bk. S 18 nnk. b. 1908 . 4 bo. bo. 4 bo. bo. 4 bo. bo. 4 bo. bo. 3'4 bo. bo. 3'4 bo. bo. 3’4 bo. bo. 8*4 do. bo. 3*4 bo. do. S. 19 "Nk. b. 1909 . 'S nn nnf, b. 191? . S 85 unk. b. 1914 . S. Q7 unk b. 1915 . S. 83 unk b. 191? . S. ->6 un'. b. 1914 . S. 17 unk. b. 1905 . S. 19 «nk. b VOR . S. °4 nnk. b. 1912 . I 4 3*4 3*4 8*4 4 4 4 4 I 9*4 3*4 4 3’4 M'ein. Hvti. Mannheim unk. b. 190' . bo. bo. bo. unk. b. 1907 bo. bo. ......... do. bo. «Tfr 69-«2 nnk. b. 1994 . do. bo. Kommunal...... Wrstd. Bdkr. r-t)h. /Küln S. 1 unk. b. 1904 do. do. bo. bti. bo. bo do. bo. bo. bo. do. bo. bo. bo. do de da, do. Südd. mobrn Kr. S bo. Ser. 2..... Ser. 5 unk. b. 1900 Ser. 6 unk. b. 1911 Ser. 7 unk. b. 1913 ^er. 3 unk. b. 190" ^rr. 4 unk. b. 1907 53 u 54 unk. b. 1906 incl. Ser. 52 . . 100.— 100.— 100.— 100.80 101.50 95.— 95.— 95.— 96.— 100.— 93.— 99«0 96.75 100.— 100.25 100.40 100.60 101.50 98.25 98.90 93.90 94.10 95.60 PO.— 100.- 95.— 95.- 96.— 100 30 100.30 100.80 101.20 101.50 94.40 "5.40 101 — 96.70 Staats, oder tir 0 v iuzi as - aaraut. *4 ^css.Laude«.ügm Bt. ^-er.I— V unk 1909 3*4 da do Kominunal ^-r I". 77 un'. 1909 ■*'. Nastauis l-e Landesb. Pit. F. G H. K. n. L. .3*4 da. bo. ., M. N. P. . . 3’4 Casseler Lan^es-Creditanst. unk. . . . 96.60 97 70 98.70 98.70 Diverse Obligationen. 4 Bnderu° r. 103 ..... . . 5 Dtsch. Pnrcntb. r. 100..... 1*4 da. r. 102...... 4*4 Eisenb. Nentenbank....... 4 do. do. ....... 4*4 Eisenwerke Possar r. 102..... 1*4 Elektr. Camburg r. 103 .... 4 D. Atlant Telegraf....... 4 Franken-Allee, aarant. ti. Frankfurt . . 4 Franks. 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