General-Anzeiger, Amts- und AnzeigeblaLL für den Arm Gießen Piele '■Stiefel I Ul ) » M ) » » ) N » n n ) n n n ohne daß Anklage gegen ihn -sev. vor®« von den deutschen Behörden, erhoben sei, schon seit sieben Redaktion, Expedition u. Druckerei: ©diufftr t, Tel. Nr. bl. retegr.-LWr.r Sln^etgei ©tebea. 2-5 " O-l2 ” Deutsches Resch. Berlin, 1. Febr. Der Kaiser richtete an den Reichskanzler einen Erlaß zur Veröffentlichung, worin er allen, Monaten in Gefangenschaft. Hastings liege jetzt sterbend im Gefängnis. Nach der deutschen Darstellung des Vorgangs seien Donaldson und zwei andere verhaftet worden, während sie in einen Laden einbrachen. Donaldson habe entfliehen wollen und sei dabei erschossen worden. Eine Darstellung des merkwürdigen Vorganges von amtlicher deutscher Seite liegt noch nicht vor. KrKanntmalymig. B etr.: Milzbrand zu Inheiden. Bei einer Kuh des Hch. Parr zu Inheiden istMilz^ brand fcstaestellt worden. Gehöftsperre ist verhängt. Gießen, den 31. Januar 1906. Großherzoalichcs Kreisamt Gießen. ___________I. 93.: Dr. Merck. _________________ politische Tagesschau. Feindliche Brüder. Zwischen den bayr. Zcntrumsabgg. Dr. Heim und Dr. Pichler waren Meinungsverschiedenheiten entstanden über die Zentralisatio ns frage der Bauernvereine, und da beide Abgeordneten ihre Presse zur Verfügung hatten und da vor allem Dr. Heim sich bekanntlich einer besonders ausgeprägten bayerischen Grobheit erfreut, so nahm der Streit der beiden feindlichen Brüder einen beträchtlichen Umfang und recht artige Formen an. Den unablässigen Bemühungen des bayerischen Fraktionsvorsitzenden v. Tatter ist es nun in diesen Tagen gelungen, eine Versöhnung der beiden Parteien, wenigstens nach außen hin, zu bewirken. Es fielen Ausdrücke wie „Ausbeuter", „Feigling, den man mit Verachtung strafen müsse" usw. Jin „Regensb. Morgenbl." erblickte ein „Veteran der Zentrumspartei" in den „Tissidien des Landtags" eine ernste Gefahr und sagte, daß die Haltung der Gegner des Dr. Heirn ungerecht und sehr ungeschickt, und vorwiegend „von kleinlicher Eifersucht und gekränkter Eitelkeit diktiert ist", daß sie eine „unverantwortliche Bloßstellung der Zentrums- fraktion involviert". Der Veteran warnt die Parteigenossen vor dem Sport „eines so häßlichen Streites", vor „kleinlichem Gezänke und Hader", vor „persönlicher Empfindlichkeit und lieblosem Eigensinn". . Rotationsdruck unb Verlag der Brübl'schen ,V UniverTuötSDruderet ÖL Lange, Gießen. lst und . 1 »m der 18 das Reich finanziell selbständig und unabhängig von den Einzelstaaten zu stellen. Tos wahltaktische Bünonis der Nation allib. Partei mit der Sozialdemokratie sei be der politischen Lage des Staates notwendig und gerecht- fertigt gewesen. weiteren Kapstädter Meldung ist ferner in Swakopmund ein Engländer namens Hastings und j)ommos n großer Auswahl “ z« Verleihes. Johann Sand Zeibevgasse 1, (6ai6 Kramer) Verleih-Anstalt schwarze« die anläßlich des Geburtstages seiner gedachten, herzlichen Dank zu erkennen gibt. Im Erlaß heißt es: „Voll innigen Tankes kann ich onf das verflossene Jahr zurück- blicken, in welchenr Gottes Güte mein Haus, das deutsche Vaterland vor schweren Heimsuchungen gnädiglich bewahrt, meinem Familienkreise ein neues Glied aus einem erlauchten deutschen Fürstenhause zugeiübrt hat. Es hat meinem Herzen besonders wohlgetan, aus allen Kundgebungen zu ersehen, mit welch herzlicher Teilnahme mein Geburtstag von allen vatrioiiich fühlenden Deutschen, ohne Unterschied des Berufs, Bc- fennlnisseS und der Parteistellnng geleiert worden ist, daß neben festlichen Veranstaltungen, Behörden, Korporationen, Vereine sich vieliach mit Gutsherren, Kaufleuten, Industrielle mit ihren Angestellten und Arbeitern vereint haben, um meinen Ehrentag gemeinsam zu begehen. Solcher Ausdruck des Ge'ühls der Zusammengehörigkeit anläßlich eines patriotischen Festtages berechtigt zur zuversichtlichen Hoffnung, daß das deutsche Volk auch in e r n st e r, Gott gebe, ferner 3 e i t in Einmütigkeit um seine F ü r st e n sich scharen und lediglich von Interessen leiten taffen werde, die das Wohl und die Große des Vaterlandes erheischen." — In seiner heutigen Sitzung stimmte der Bundesrat dem Ausschußberichte über die Vorlage betreffend die Revision des internationalen Uebereinkommens über den Eisenbahnfrachtverkehr zu. Breslau, 1. Febr. Wegen des antisemitischen Festliedes deS Vereins der christlichen Referendare erkannte das Disziplinargericht gegen den Verfasser, Landgerichtsrat Hofmann, auf Verweis. Im Aufsichtswege sind auch die Mitglieder des Vereinsvorstandes durch den Oberlandesgerichtspräsidenten VierhauS ebenfalls mit einem Verweis bestraft worden. - Weimar, 1. Febr. Im heutigen Landtag gab es vor überfüllten Tribünen eine große Wahlrechts- und Sozialist en-Debatte. Redner aller Parteien, mit Ausnahme der extremen Agrarier, verlangen un beding,! das gleiche, geheime und direkte Wahlrecht. Die Regierungsvorlage, die nur rein technische Nachteile beseitigt, wurde für völlig unzureichend erklärt. Die Angriffe gegen die Negierung waren teilweise sehr scharf. Stuttgart, 1. Febr. Die Kammer der Abgeord--' neten nahm heute die Schlußabstimmung über die Verfassungsrevision vor uno genehmigte diese mit 69 gegen 20 Stimmen, also mit mehr als Zweidrittel-Majoritat. Dagegen stimmte das Zentrum geschloffen, sowie 2 Mitglieder der Ritterschaft. Die übrige Ritterschaft stimmte mit Ja, ebenso die Sozialdemokratie. München, 1. Febr. Herrn Dr. Georg Hirth wurde, von dem Oberstaatsanwalt mitgeteilt, daß die vom zweiten Staatsanwalt Aull im Thomaprozeß gebrauchten Ausdrücke „ausgeschleimt" und „Faxen" mißbilligt und gerügt worden sind. Sämtliche Sachverständige hatten in dem Prozeß eine gemeinsame Beschwerde gegen Vorsitzenden und Staatsanwaltschaft an den Justizminister gerichtet. 5>te Maro.rkokonferenz. Tas Beste an der Kvnferenz fron Algeciras ist, daß sie bisher noch nicht die gespannten Erwartungen rechtfertigt. Tie Sensation bleibt aus, es wird ruhig und leidenschaftslos veryanveir: wenn die marokkanischen Delegierten nicht mit zum Teil direkt komischen und grotesken Vorschlägen und Einwendungen störten, würde die Konferenz auch wohl einen rascheren Verlauf nehmen. Tie Unterredungen, die der Kaiser täglich mit dem Fürsten Bülow hat. dürften in erster Reihe den Fortgang der Beratungen betreffen. Zurzeit aber kann jede Kcnfliktsgefahr doch noch nicht als durchaus beseitigt gelten. Ein ernster Ton erklingt aus dem (unter „Deutsches Reich" fron uns heute erwähnten) veröffentlichten Tankerlaß des Kaisers für die Kundgebungen zu seinem Geburtstag: Ein solcher 'Ausdruck des Gefühls der Zusammengehörigkeit berechtige zu der zuversichtlichen Hoffnung, daß das deutsche Volk auch in ernster, Gott gebe, ferner Zeit in Einmütigkeit sich um seine Fürsten scharen werde! Rach den neuesten Meldungen ans Mgeciras schicken sich jetzt endlich auch die Delegierten Englands an, an der Beratung Anteil zu nehmen. Die Beratung wird sich jetzt hauptsächlich auf die Anträge der Franzosen erstrecren, die Zölle und Zuschlagscentimes zu erhöhen. Erzberger unb Oriola. Charakteristisch dafür, wie gern der jüngste ZentrumSabg. Erzberger ferne eigene Person in den Vordergrund zu stellen und möglichst viel auf seine eigene Initiative zurückziisühren liebt, ist ein Artikel: „Parlamentarischer, unlauterer Wettbewerb", der durch eine Reihe von Zentrumsblättern geht und — darauf deuten verschiedene Umstände hin — Erzberger wohl selbst zum Verfasser hat. In dem Artikel wird nämlich un- rnchtigerweise behauptet, daß cin Erzbergerscher Antrag betreffend Aeteraneniinterstützung vom nationalliberalen Grafen Oriola gewissermaßen „gestohlen" und als deffen eigener Eintrag eingebracht fei. Im Interesse der „historischen Wahrheit" — richtiger wohl im Interesse der nächsten Wahlen — wird darum erklärt, daß die Veteranen nicht dem Grafen Oriola, sondern Erzberger die ihnen zu gewährende Beihilfe verdankten. Dabei ist der Antrag vom Grafen Oriola bereits int vorigen Jabre eingebracht worden, und nur die Zahlen haben nach Maßgabe der Verhältnisse eine kleine Aenderung erfahren. ii ■,■■■11 ...... ......... । r Ein Mord in Deutsch-SüdwestafriLa. Berlin, 1. Febr. DaS „B. T." bringt folgende nn= bestätigte Meldung aus London: Aris Kapstadt kommt die Nachricht, daß ein deutscher Soldat in Swakopmund ohne jede Veranlassung den kanadischen ArztDr.Donaldson niedergeschoffen habe, worauf andere deutsche Soldaten den Leichnam mit Kugeln durchlöcherten. Der Leichnam soll darauf heimlich bei Seite geschafft worden fein. Nach einer »I.gnsiotk Ausland. Paris, 1. Febr. In der Audienz, in der der Marine- attacbs der deutschen Botschaft, Admiral Siegel, dem Präsidenten der Republik die von Kaiser Wilhelm entworfene vergleichende Darstellung der Marine überreichte, äußerte Loubet in sehr herzlicherWeise seine Sympathien für den Kaiser. Er sprach atich von der Verlobung des Prinzen Eitel Friedrich und erneute seine Glückwünsche. Lissabon, 1. Febr. Der König eröffnete heute die Cortes mit einer Thronrede, die der guten Beziehungen zu allen Nationen gedenkt. Ueber Handelsverträge mit Deutschland, Frankreich und Italien stehe die Negierung in Unterhandlungen. Die Vorschläge zwecks Konversion der Tabakobligationen und der äußeren schweben-' den Schuld werden den Kammern zugehen. Bern, 1. Februar. Die Regierung des Kantons Genf tvurde heute von der Delegation des Bundesrats empfangen und legte den Standpunkt Genfs in der Frage des Col de la Faticille-Durch stichs dar. Bundespräsident Forrer antwortete mit der Erklärung, der Bundesrat müsse darauf beharren, von der französischen Negierung zu verlangen, daß vorerst die Frage des Durchstichs Frasne Vallorbs endgültig und in bejahendem Sinne erledigt werde. Nom, 1. Febr. (Kammer.) Ministerpräsident' Fortis betont die Verfassungsmäßigkeit und einheitliche Zusammensetzung deS gegenwärtigen Kabinets. Er erinnert daran, daß er immer die Vorherrschaft des Laienstaates hervorgehoben habe. In dem Eintritt der Klerikalen in das politische Leben desLandes erfenne er keine klerikale Gefahr. Rian könne ihm auch nicht vorwerfen, daß er nicht liberal und demokratisch fei, denn sein Regierung s p r o g r a m m sei echt demokratischer Natur. Die von Fiamberti eingebrachte Tagesordnung: „Die Kammer billigt die Erklärungen der Negierung und geht zur Tagesordnung über" wurde indes mit 221 gegen 188 Stimmen abgelehnt. Die Neubildung des Kabinetts wird aller Wahrscheinlichkeit nach Sonnino übertragen. Wien, 1. Febr. Am Schluffe der heutigen Reichs- ratssitzung sagte der Alldeutsche Stein, die Alldeutschen wollten „gegen das „staatsverbrecherische" Ministerium Gautsch" die Ministeranklage erheben, weil es mit den Sozialisten und Anarchisten paktiere. Auf den Ordnungsruf des Präsidenten entsteht großer Lärm bei den Alldeutschen. Sofia, 1. Februar. Das KriegSministeriulN verlangt von der Sobranje behufs Erhöhung der Kriegsbereit- chaft eine Erhöhung des Etats um 2 700 000 Franks. Konstantinopel, 31. Januar. Tie Pforte verhandelt wegen größerer Lieferungen von ungarischen und russischen Pferden, um die dringend nötige Erhöhung defrPferde- bestände der Feldartilleric durchzuführen. Die Reichsfinanzreform vor der badische» Kammer. Karlsruhe, 1. Febr. Tie zweite Kammer Begann heute die allgemeine Finanzdebaltc. Ter Präsident der Budgetkommission, Äbg. (Äießler (Ztr.) führte aus, der Finanzminister yo.be Recht, tvenn er die Finanzlage eine gespannte nenne. Nach Abschluß des Budgets werde der zahlenmäßige Ueber- schuß verschwunden sein. Heute wie in früheren Jahren spreche er sich gegen Schuldenaufnahm'e für, außerordentliche Ausgaben aus, wobei er an die Eisenbahnschuld fron 118 Millionen erinnere, die in den nächsten Jahren sich steigern werde. Tie finanziellen Beziehungen zum Reich drücken stark auf das Landesbudget. Tie große Fiuanz- r«form müsse endlich durchgefuhrt werden. Die Erbschaftssteuer sei die einzige, welche vorerst die Sympathie aller finde. In Beantwortung der sozialdemokratischen Interpellation über die Stellung der Negierung zur Neichsfinanz- reform verliest der Finanzminister Becker eine Erklärung, ams der hervorgeht, daß die Finanznot des Reiches es nicht zulasse, zum System der direkten Steuern zu preifen. Es sei deshalb notwendig, eine weitere Entwicklung der bestehenden Steuern frorzunehmen und zur Ein- iöhrung neuer Steuern zu greifen. Bei der Aufbringung >er neuen Steuern habe man alle Kreise des Volkes in B etracht gezogen unter möglichster Schonung der minder leistungsfähigen Kreise der Bevölkerung. Die Regierung! er:blicke in der Fincmzresorm eine geeignete Grundlage, um m it dem Reichstage in weitere Verhandlungen einzutreten. Abg. Binz (natl.)' erkennt die Notwendigkeit einer Manzresorrn an. Zur Schaffung des notwendigen Rück- !«stes unserer wirtschaftlichen Entwicklung sei eine starke Flotte notwendig. Er würde es für das Beste halten, Gamaschen SW- 1 reisende . LNeil! ^Hosenschonsr Seite«*«* 19, Ä . 12 Ubrvorn1, naebm. iebiStr«5615 ihnarzi Kämpfe in Pariser Kirchen. Infolge der sich nun unter gesetzlichem Schutze vollziehenden Trennung von Kirche und Staat in Frankreich haben in verschiedenen französischen Städten u. a. auch in Varis, schwere Äussbreitungen ftnttgefunben. Bei der Inventaraufnahme wurde in der Kirche St. Roche der Staatsbeamte mit 8 c tp risscnem Rock und zerzausten Haaren auf den Hof geschleppt und dann hinausgestoßen. In der Hauptkirche des P'ttver Bezirkes kam es zu einer Schlägerei, wobei der Pfarrer, welcher den Beamten schützen wollte, meiere Hiebe über den Kopf erhielt. Bei der Kirche de. heiligen Klotilde warf am Donnerstag eine Mensche,.menge den städtischen Vertreter Meursan die Stufen der Kirche hinunter, als er die Inventaraufnahme ankundigen wollte. Meurson wurde nicht unerheblich verletzt. Mehrere Schutzleute mußten den Säbel ziehen, um ihn von seinen Angreifern zu bcfteien. Die Menge verschanzte sich sodann in der Kirche und versperrte die Eingänge mit Barrikaden aus K'irchenstüylen. ©egen drei Uhr erschien der Polizeipräfekt Löpine mit einer Kompagnie der Garde Röpublieaine. Ms diese in die Kirche eindringen wollte, setzten ihnen die in dieser Verschanzten einen heftigen Widerstand entgegen. Nach mehrfachen vergeblichen Versuchen gelang cs ben_ Gardisten, in die Kirche einzudringen. Nach weiterem äußerst heftigem Kampfe wurden die Zivilisten aus der Kirche vertrieben, und es gelang dem Dominialinspektor, das Inventar auszunehmen. Das In ne re der Kirche ist vollständig verwüstet, die Fensterscheiben, sowie sämtliche Stühle sind zertrümmert. Aut beiden Seiten gab es z a h l r e i ch e Verwundete. Etwa 150 Personen, darunter auch ein Geistlicher, sind verhaftet worden. Ihre Lifte verzeichnet die Namen zahlreicher bekannter Adelsfamilien, bneunter zwei junge Bourbons, den Marquis Rochefoucauld und dessen Sohn, die Grafen Pimvdan und Toqueville. Zwölf Polizisten, darunter ein Polizeioffizier, wurden verwundet, drei davon schwer. In der Kammer brachte der Sozialist Mlard eine Interpellation ein über die Zwischenfälle in den Kirchen. Er warf der Regierung vor, nitfit genügende Maßnahmen getroffen zu haben zum Schutze der Beamten und Polizeiagenten. Tie Rede wurde häufig von den Mitgliedern der Rechten unterbrochen. Nouvier gab die Erklärung ab, es handelesich nur um politische Kündgebungen, die Regierung werde alle Mittel anwenden, um einer Ghmeuerung dieser Zwischenfälle vorzubeugen und die Sn* ventarisiemng der Kirtfienoüter durchzusetzen. Rußland. Großfürst Alexis Alexandrowisch beschloß, alle seine Liegenschaften an die Landbevölkerung abzutreten. Der Verkaufspreis soll in jährlichen Abzahlungen erlegt werden. Die Regierung hat nach Verhängung des Belagerungszustandes über die zehn, dein Generalgouverneur von Warschau unterstellten russischen Weichselprovinzen, über die drei baltischen Provinzen und über Kronstadt die Einfuhr jeder Art Waffen, ausgenommen Jagdwaffen, in den bezeichneten Gebieten verboten, ferner nach Fin- land die Einfuhr folgender Gegenstände verboten: Kanonen, Bomben, Granaten, andere Geschoss-, Windbüchsen, Pulver, Nitroglyzerin, andere explosive Stoffe, sowie Kriegsgewehre und Kartuschen. In Riga wurden fünf Polizeiposten von einer Menge angegriffen und zwei Polizisten schwer und einer leichl verwundet. Die Polizei verletzte gleichfalls mehrere Personen, die sie angehalten hatten. Ein Offizier erlitt schwere Verletzungen. In Poltawa rourbe der erste Rat der Gouvernements- Verwaltung, Staatsrat Filonow, durch Revolverschüffc getötet. Er hatte sich an der Spitze einer Kosaken-Ab- teilung durch besondere Grausamkeit bei der Unterdrückung der Bauernunruhen hervorgetan; gegen ihn war die flam- wende Anklageschrift des berühmten Schriftstellers Korolenko gerichtet, die in ganz Nußlund großes Aufsehen erregt-hat. Der Tater ist enkommen. In Berditschew dauern die Plünderungen, der Aufständischen fort. Eine Frau, die sich geiveigert hatte, den Aufständischen Geld zu geben, wurde getötet. In Tiflis sind neue Unruhen ausgebrochen. Es kam zwischen Armeniern und Muhamedanern mehrfach zu einem Handgemenge, wobei zahlreiche Personen getötet oder verwundet wurden. Die Truppen sind zu gering an Zahl, um einschreiten zu können.___ Nr. 28 Zweites Blatt L56.Jahrgang Freitag 2. Februar 18-06 .Anzeige, merrna! wöchemlicb beiqeleflt Ter B ® | Eä JL H H BK..1 Vt, JL Landwirt" erscheint monaUtch einmal. w W xz v Vxr V- SZ Die landwirtschaftliche Woche. Berlin, 1. Fcbr. Die große Landwirtschaftswoche wurde heute durch die zweite Tagung der 10. Sitzungsperiode des Preußischen L a n d e s ö kon o m i e ko l l e g i u m s emgelertet. Tcr Vorsitzende, Graf Schwerin-Löwitz, eröffnete die Sitzung, ßodann ergriff Minister v. PodbielSkr das Wort. Er betonte einleitend, daß er es für unbedingt erforderliQ) halte, daß die landwirtschaftliche Verwaltung in inniger Fühlung mit der gesamten landwirtschaftlichen Bevölkerung bleibt Tcr Staat gewährt, so fährt der Minister fort, der Landwirtschaft erhöhten Schutz. Andererseits hat aber auch die Landwirtschaft die Pflicht, die Aufgaben zu erfüllen, die der Staat an sie mit Recht stellen kann. Eine dieser Aufgaben ist die Er- nähriing der Bevölkerung mit Fleisch und Brot. Auch die Landwirte sind bereit, alle die Maßregeln zu unterstützen, die dazu dienen, die Preise so zu gestalten, daß auf der einen Seite dem Landmann der Lohn für seine Arbeit wird, auf der andern Seite eine U e b e r t r e i b - ung der Preise vermieden wird. Von dem verflossenen Jahre kann man in der Summe für die Landwirtschaft wohl sagen, daß es ein gutes Jahr gewesen ist, und daß unsere Landwirtschaft mit Hoffnung in die Zukunft blicken kann. Sie glaubt mit Recht, daß die abgeschlossenen H a n d e l s v c r t r ä g e zu einer Besserung führen werden. Von der zunehmenden Kaufkraft der deutschen Landwirtschaft hat vor allem unsere heimische Industrie einen Vorteil. Auch die Abhängigkeit des Nein en Besitzers vom Kaufmann inuß bekämpft werden. Recht bedaucr- ffch ist die Teuerung des Schweinefleisches. Um die Teuerung zu beseitigen, muß die Landwirtschaft mit dem Fleischer Hand in Hand arbeiten. Preisschwankungen werden sich beim Fleisch ebensowenig vermeiden lassen, wie beim Kaffee, Reis, Roggen usw. Ich benutze die Gelegenheit, den Landwirtschaftskammcrn und der Zentrale für Viehverwertung den Tank auszusprechen: diese beiden Organisationen haben für die landwirtschaftliche Verwal- ' ung geleistet, was sie leisten konnten. Tie F l e i s ch f r a g e önne eine gedeihliche Lösung auch durch das Genossen- ch a f t s w e s c n erfahren. Tic heimische Landwirtschaft, die durch Verseuchung vom Auslande nicht ge- chädigt werden dürfe, müsse neue Absa tzmärkte gewinnen iptb ihr besonderes Augenmerk auf die Verbesserung der Arbeiter Wohnungen und des Schulwesens richten. Tann gelangte eine Resolution Ring zur Mnahmc, in der als Grundbedingung für die Leistungsfähigkeit der deutschen Viehzucht ein dauernder und ausrcick)ender Veterinär schütz gegen die Einschleppung von Viehseuchen bezeichnet wiro, und den Landwirlschafrskammern der Zusammenschluß zur genossenschaftlichen Vichverwcrt- ung empfohlen wird. — Weiter wurde eine Resolution v. Wangenhcim angenommen in der dem Reichskanzler und dem Landwirtsa)aftsminister der Tank ausgesprochen wird, daß sie gegenüber den Angriffen der deutschen Viehzucht den Schutz gegen das Ausland nicht versagt haben. Ta- durch werde sich das Vertrauen der deutschen Landwirtschaft 3ur Negierung mehr und mehr festigen. Ueber den dem Reichstag vorliegenden Gesetzentwurf bett, den Versicherun gsvertrag referierte Professor v. M a r ck-Greifswald. Er begründete eine Reihe Abänderungsvorschläge, die von der Versammlung akzeptiert wurden. '— Prof. Ostertag- Berlin sprach noch über die Be- kämpfun'g der Dasselfliege und Prof. v. Marü kritisierte den gegenwärtigen Entwurf einheitlicher Polizei- Verordnungen für bcwealiche Kraftmaschinen. mit unter 5000 Doppelzentner Malzverbrauch ganz von einer Steuererhöhung freilasse ujnd bei über 30 000 Doppelzentner au 10 Mart Steuer komme. Di. ler von Sberm Steinhäuser gemachte Vorschlag soll in zweiter Linie der Reickstagskommission unterbreitet »verden und es wurde zu seiner näheren Ausarbeitung eine aus den Herren Aswinn und Vicbler-Gießen, Jbrnng-Lich, Mel- ckior-Butzbach, Steinhäuser-Friedberg undHandetstammer-Shndi- kus Dr. Kiiivper bestehende Kommission gewählt, die bis nächsten Montag das Resultat ibr-w Beratungen ei« er weiteren Versammlung vorlegen soll. Auch die in der Versammlung anwesenden Vertreter des Gastwirte-Vereins Friedberg erklärten sich gegen eine Erhöhung der Biersteuer. * • 1000 Mark Prämie. Wie bekannt, wird den Unteroffizieren de§ aktiven Heeres nach einer Dienstzeit von iroölf Jahren eine einmalige Prämie von 1000 Mk. gewährt. Nach einer neuen, allerdings bis jetzt nur in Preußen maßgebenden Vestimmung, erhalten nun auch die llnteroffiziere, die mit neunjähriger Dienstzeit zum Gendarm e r > e - D i e n st übergetreten sind, ebenfalls diese Prämie nach einer Gesamtdienslzeit von 12 Jahren. Auch den schon vor Inkrafttreten dieser Bestimmung angeslellten Gendarmen wird, jedoch erst bei ihrer Pensionierung, der genannte Betrag ausbezahlt. ** Turnerisches. In der am 28. Januar in Rüdes- heim abgehaltcnen Sitzung des geschäftsführcnden Ausschusses des Mittelrheinkreiscs, wurde der Arbeitsplan für das Jahr 1906 folgendermaßen festgestellt: Am 4. Febr. Sitzung des Turn^ ausschusses in Laubenheim, am 18. März Kreisvorfechterschule in Hanau, am 8. April Sitzung be§ geschästsf. Ausschusses mit dem Festausschuß in Hanau: am 28. April Sitzung des Kreis- ausschusses und am 29. April Kreisturntag in Eltville; am 20. Mai 1. Kreisvorturnerstunde in Bockenheipi; am 15. oder 22. Juli Kreisturnsest in Hanau; am 23. Sept. 2. Kreisvvr- turnerstunde in Butzbach. Dem Kassenbericht entnehmen wir, daß die Einnalpne.8334,88 Mk., die Ausgabe 8303,05 Mk. beträgt. Aus der Rothermelstistung, die eine Einnahme von 3428,11 Mk aufweist, wurden 800 Mk. Unterstützung zu Turnhallebauten an 4 Vereine gegeben. Aus der Küsse zur Ausbildung von Turnwarten und Vorturnern mit 951,89 Mk. Einnahmen wurden die Kosten des 1. Vorturn er kursus mit 537,96 Mk. bestritten. Der Barvorrat der drei Kassen beträgt 3073,87 Mk. Der neue Voranschlag schließt mit rund 8000 Mk. ab. Für Unterstützung zu Turnhallebauten werden 500 Mark eingestellt. Verschiedene Neugründungen von Gauen, deren Aufnahme aber abgelehnt wird, sowie Grenzstreitigkeiten zwischen anderen Gauen geben Veran- lnssi.ng, daß folgender Antrag auf die Tagesordnung des nächsten Kreisturntages kommen soll: Alle Vereine, die innerhalb der genau festzusetzenden geogravhischen Grenzen eines Gaues liegen, müssen diesem angehören. Demnächst soll eine Versammlung von Vertretern der Frauenabteilungen im Kreis veranstaltet, to-erben, um darüber zu beraten, wie daS frraucuurnen im Mittelrheinkreis energischer gefördert werden könne. •* Die Gewerbegerichtswahlen finden morgen statt, worauf wir unter Hinweis auf die im Inseratenteil enthaltenen Bekanntmachungen aufmerksam machen. . Wetzlar, 1. Febr. In das Bureau der Kreiskasse in der Bahnhofstraße wurde in vergangener Nacht ein Einbruch unternommen. Tie Einbrecher erbrachen die Pulte, machten aber autzer einigen Briefmarken keine Beute. Tcr Kusscnschrank, auf den sie es abgesehen hatten, befindet sich nicht in dem Burcau. (W. Mnz.) W. Bad-Nauheim, 31. Ian. Am 27. Januar, als der 150. Wiederkehr des Geburtstags des großen Tondichters Mozart beabsichtigte der VolksbildungSoerein eine Feier zu veranstalten. In Anbetracht besten aber, daß an genanntem Tage ein KommerS anläßlich des Geburtstages unseres Kaisers stattfand, rourbe die Feier auf den 20. Februar verschoben. Em Trio, ein Quartett und ein Baßchor sind schon in Vorbereitung, außerdem wird Fra» Professor Sommer (Gießen) ihre SangeSkunst, und Pros. Aus Siadt und Land. Gießen, den 2. Februar 1906. ** Personalien. S K'. H. der G'oß.herrog haben den Oberlehrern Karl Jäger an dem Schullehrerseminar zu Friedberg und Hch. Werner an dem Schullebrerseminar zu Bensheim den Charakter als Prosestor erteilt. S. K. H. der Großherzog haben den Steuereinnehmer des Steueramts Gernsheim, Karl Marquardt zu Gernsheim, zum Bezirkskassier der Bezirkskaste Wald-Michelbach ernannt. • • Ordensverleihung. S. K. Hoh. der Großherzog haben der Hebamme Franziska Han8 zu Münster (Kreis Dieburg) die Silberne Medaille des Ludewigs-OrdenS mit der Inschrift „Für fünfzigjährige treue Dienste* verliehen. * * Erledigt ist eine mit einem evangelischen Lehrer zu besetzende Lehrer st eile zu Annerod. * • Nene Schnell;ngsverbindung mit Darmstadt. Für die, welche im Laufe des Vormittags in Darmstadt beschäftigt waren und zur Rückfahrt den 5.44 hier eintreffenden Schnellzug benützen wollen, ist e§ unbequem, daß sie den um 4 Uhr in Darmstadt abgehenden beschleunigten Zug nicht benützen können, weil er in Frankfurt a. M. eine Minute nach Abgang des Schnellzuges einläuft. Auf Ersuchen der Bürgermeisterei Bad-Nauheim hat sich die Eisenbahndirektion Mainz in entgegenkommender Weise bereit erklärt, im nächsten Sommerfahrplan durch Früherlegung des Darmstädter Zuges den Anschluß zu ermöglichen. Dadurch erhalt Oberhesten, insbesondere Gießen, Friedberg und Bad-Nauheim eine weitere zweckmäßige und rasche Zugverbindung mit Darmstadt. ** Eine Brauereibesiker-Vcrsammlung sand Donner Stag nadmiittag im Gasth.us zum Löwen hier statt, die von den Bierbrauereibesitzern aus Oberhessen und dem Lahn- und Dillgebiet reckt gut besucht war. Nachdem h*» Herren Asprion- Gießen und Steinhäuser -Friedberg über den jetzigen St^nd der Frage der Brausteuererhöhung berichtet hatten, entspann sich eine lebhafte Besprechung, in der allseitig d-r Wunsch ausgesprocken wurde, daß die Steuer sentlick besser und der Verkehr bedeutend reger geworben. Dlq russische Valuta befestigt sich wieder auf bie Nachricht über kulante Einlösung der russischen Schatzwechsel und infolge der Aussicht auf neue Kreditgewährung in Paris. Für heimische Anleihen bestand großer Kassabedarf. Montanwerte und bie meisten Aktien der Großbanken stiegen 1—2 Prozent. Später aber fand wieder eine leichte Abbröckelung der Shme statt, da bas Privat- kapital bis jetzt noch nicht an der ÄufwärtSbewegung teiL- genommen bat. Der Privatdis?ont notiert 31/4 Prozent. WaS Die A u s s ichtsratc verdienen. Ein Berliner Blatt hat sich die Mühe genommen, herauszurechnen, was die Aufsicktsrate großer Aktiengesellschaften für ihre mühevolle Arbeit so alljährlich einheimsen. Es sind dies recht artige Sümmchen. Zumal wenn man bedenkt, daß die 10 Aufsichtsräte der Franko furter Bank im Angesicht der Organisation dieses JnstittitS kaum viel zu beaufsichtigen haben. Die 10 Herren erhielten also im Jahre 1904 an-TantiSmen die bescheidene Summe von 191 761 Mapk, die Frankfurter Hypothekenbank zahlt ihren 9 Aufsichtsräten an Tantiemen und Gr sikationen aber bad Doppelte, nämlich 273 276 Mark, der Frankfurter Kredit» verein hat 6 Anffichtsräte, denen er 136 264 Mark zahlte. Die Deutsche Vereinsbank zahlt den 12 Aufsichtsräten 141 249 Mark. Die Deutsche Bank gab bei 27 Aufsichtsräten 2 443 012 Mark Tantiemen unb Gratifikationen aus. Die Aussichtsräte der Hamburg"Amerika-Linie, eS sind deren 6, erhielten 376344 Mark Tantieme. Die Internationale Bau-Gesellschaft Frankfurt zahlt 7 Aufsichtsraten 99 658 Mark Tantiemen. Die der Höchster Farbwerke betrugen bei 8 Aufsichtsräten 995 932 Mark, usw. Serbische G e t r e i d e - Au sfü hr. Mehrere große europäische Getrejdeausslihrfirmen darunter Danon u. Cie. und Drey-' fus Haden sich in Belgrad niedergelassen um serbisches Getreide und Rohstoffe über Braila und Galaz nach Genna, Marseille und London auszuführen. Die Anregung zu dieser Maßregel wird dem Norddeutschen Lloyd zugeschrreben, der bekanntlich eine Schiffahrts-Linie Braila-Genua errichtet, und ein Uebereinkom- men mit der serbischen Tonan-Dampsschiffahrts-Gesellschaft getroffen hat, das die Ausfuhr sertsischer Erzeugnisse fön)em soll. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 2. Febr. ^Orig.-Teleqr. deS „Gieß. Anz.") Viehmarkt. Zum Verkaufe standen 00 Kälber 00 Sckafe und Hammel, 427 Schweine; 1. Qual. 79—80 Vfg. Lebendgewicht 61.50—62.50 Psg, 2. Qual. 78 Pfg., Lebendgewicht 61.00-00 W, 3. Qual. 71-73 Pig. Kälber 1. Qual. 00-00 Ps., Lebendgewicht 00-00 Psg., 2. Qual. 00-00 Pig., Lebendgewicht 00-00 Psg., Schlachtgewicht 00-00 Psg. Schafe 1. Qualität Schlachtgewicht 00—00 Psg., 2. Qualität 00-00 Psg. Geschäft: gedrückt, Uebersrand unbebeuteub. — Aus Holland kamen 134 ge» jchlachtete Schweme. Gcrichtssaal. fc- rmstadt, 1. Febr. Wegen Unterschlagung von ca. 20000 JJtf. verurteilte heute die hiesige S t r a f t a m in c r deck Rechner der Bensheimer Q r t « k r a n k e n t a s s e Alichael 'Udler, der auch die Geschäfte der Alters- und Juvalidenversicheruno versah zu 2 I a h r e n 6^ e f ä n g n t ß. 6 Monate wurden auf die erlittene Untersuchungshaft angerechnet. Als strafmildernd wurden die mißlichen häuslichen Verhältnisse Adlers in Betracht gezogen. Stabe, 1. Febr. Das Kriegsgericht der 17. Division verurteilte den 9)ft'frtncn vnr. (j)ri(ünal-5)rat)$mciOHn(ien. Berlin, 2. Febr. Gouverneur von Vuttkamer ist in Berlin eingetroffen. — Die Stadtverordneten bewilligten 20 000 Mark für die A u sschmückung der F-eststraße aus Änlaß des Einzugs der Braut des Prinzen Eitel Friedrich. — Ter russische sozialistische Schriftsteller Sane - noff, der einen öffentlichen Vortrag in russischer - vraaie^halten wollte, wurde mit 24 Stunden Frist aus dem preußischen Staatsgebiet ausgewiesen. Pankow bei Berlin, 2. Februar. Der Arbeiter Gnli- kowski verletzte durch Beilhiebe seine Wirtin, die Witwe Holzfuß, zu der er in Beziehungen stand, schwer und erhängte f i ch. 91 o ft o cf, 2. Febr. Der Rostocker Zeitung wurde wegen einer Besprechung des Schweriner Hofballes eine Majestäts-Beleidigungsklage angedroht. £u 3 er et, 2. Febr. Hier verletzte ein eben aus dem Gefängnis entlassener Mann seine Schwester und seine Mutter durch Hammerschläge tätlich und raubte 300 Mark. Er wurde bisher nicht ergriffen. Ellingham (England), 2. Febr. Die Gattin des Ministers des Aeußeren, Grey, wurde infolge Scheuens der Pferde aus dem Wa gen geschleudert. Sie liegt im dortigen Schulhause bewußtlos. Paris, 1. Febr. (frommer.) Ramel lvon der Rechten) wirft der Regierung vor, sie verletze die Gesetze und sie sei es, die in der frirche der Heiligen Clotilde Mord begehen werde. Ministerpräsident Nouvier protestiert gegen diese Beleidigung. Ramel wird zur Ordnung gerufen. Er wiederholt das Wort „Mord". Er wird nochmals zur Ordnung gerufen. Sodann wird eine Tagesordnung eingebracht, die besagt, die frommer zähle darauf, daß die Regierung die Anwendung Fasnilieri-Nachrichteir. ©eftorbeu. Herr Polizeidieuer Earl Schmalz, Hungen. — Herr Carl Siebert, Mainz. - Herr Jakob Gerlach, Wetzlar - Herr Heinrich Sames, Oberlemp. — Herr Peter Bichl, HoM-Wesiel. — Fräulein Marianne Fischer, Dillenburg, — Frau Rnthorine Hissench. geb. Stamm, Bad-Nauheim. — Frau Kreisarzt xr. Rull- mann, geb. Simon, Altenstadt. r, V e r lobte. Fräulein Minna Weppler, nut Herrn August Hinkel, Schlitz. — Fräulein Anna Wolf, Elbenrod, mit Herrn Karl J),CX® eTo r^en. Herrn Louis Joutz und Frau, Sophie geb. Heil, '.''ul’J'nch einen 2nhn. , rZrscfkGsten oer ^eöcuktion. (Tlnonyme Anfragen bleiben unberücksichtigt). Nr 100 Sie werden mit der beabsichtigten Zwancp.-volD Hrccfunq gegen den V"ter nichts ausrichten lönnen, denn er Hingesandt. r-fir Form und Inhalt aller unter Nef-r Rubrik stebmden Artikel übernimmt die Redakt-n b-m Vublckum gegenüber lemerlei Verantwortung.) Der Schwank in Bolksvorstettnngen. .. Dienstag abend wurde im St"dttheater der Schwank JBenuon Schüller" gegeben. Neben mir saß ein alter, Hem:, der in mir in dozierendem Tone bemerkte: „Dreier Zvklu-, von Vo^ksvorstellungen ist eine städtische Institution, um das yo(! durch Ausbildung des Geistes und de^ Gemütes zur Geistesfreiheit ru fuhren/ .Mogsicber- n?.-ife b^t ibn diese Vorstellung eines „Besseren belehrt. -7aß ^ Schwank für eine solche Vorstellung hcransgeiucht wird, ist schon recht bedenkl ich. Daß er ober durch eine m aß- 1 ofe Neber treibung so vergrab ort wird, d. s ist avfs Schärfste z u verurteilen. Man hielt cä für notig, alle grotesken, komischen, zum Lachen reizenden Momente brs eir^nlhafte zu vergrößern. Der Zuschauer hatte oft den Eindruck als befände er sich in einem Kasperle-Theater. 'frnrlchen" charakterisiert dieses Vordringen des ouf unseren Bühnen in der letzten Nummer der „Jugend sehr Ireifcnb, folgendermaßen: „Die Zaubermacht der Bühne ist geschwunden, Frist k'un ein Schwank nur volle Häuser machen. Einst ging man ins Theater zu gesunden. Jetzt geht men, um sich krank zu lachen Soll die Gesundung des deutschen Volkes auch ouf griffigem Gebiete erfolgen, so muß der Schwan f besonders der übertriebene, blasierte ans dem Repertoire der -oolt^vor- stell 11 ngen verschwinden. Gewiß bin auch ich ein Freund echten Humors Nuch er trägt ja zur oeistigen Gesundung bet. Hier aber gilt ea)Ulcr§ Wort: „Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gibt keine höhere und keine ernsthaftere Aufgabe, als die Menuhen zu beglücken. Tie rechte Kunst ist nur biejerige, .welche den höchsten Genuß verschafft. Ter höchste Genuß aber ist die Freiheit des Gemüts in dem lebendigen Ssvel aller feiner frtafte. Lyz. Unbegreiflich ist es, daß die Anwohner von Mittelweg, Erednerftraße und S UI e^b r a n b ft r a 6 e ftch jdjmt fei Jahren, durch das bei Tag und Nacht, ununter scheue Golnick unb Vellen eines eingesperrten Hundes in dem Mittelweg sich haben ihre Ruh- rauben lassen müssen. Die Mehrzahl der Ve- w/ohner sind „Bahn- und Postbeamte", welchen mitunter nur ein paar Stunden Ruhe gegönnt sind. Macfehen von bieien, tmc f'ebt es aber mit den Schwerkranken? Alle können sie ferne Ruhe finden, bloß wegen eines eingcsperrten Hundes. Es wäre -u wünschen, wenn der Besitze veranlaßt wurde, diesem liebel ol,'.ubcllen_____________ Guter r ” r niete. ... 1. 2>5 754.3 + 2.3 4,4 80 sw 2 Regen 1. 9” 752 7 4-2,3 5,1 94 WSW 2 Regen 2. 735 749,5 + 2.8 5,3 94 SW 2 Bew. Himmel Bis zum SO. sind sämtlich® Schu’ waren im Preise ermässigt Arbeits-Bergebimg. Die AuSsübrimg von Erdarbeiten unb die Stellung von Hilfsarbeitern für die im Betriebe be5 Gas- unb Wasserwerks vorkoinmen- ben Arbeiten im Betriebsjabre 1906 sollen auf bem Wege ber öffentlichen Ausschreibung vergeben werden. Der diesem AuSsdireiben zugrunde gelegte Vertragsentwurf liegt wahrend der Tieustslunden auf unferm technischen Amtszimmer zur Ein- sichtnabme offen. Angebote sind unter Dennhung der bei uns erhältlichen Vordrucke bis zum Donnerstag, den 8. Febr. ds. Fs., vormittags 11 Utjr verschlossen lind mit euifpred enbcr Aullnrlst versehen bei UNS einzureichen Gießen, den 2 Febniar 1906. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. ß»/g Otto Bergen_____________ Holzversteigerimg. Montag, den 5. Februar von vormittags 10 Nhr an soll im Grüninger- und Dorfgiller-Markwald folgendes Holz versteigert werden: 13 Fm. Eichen-Schnittffolz bis 79 Ztm. mittl. Durchm. 32 Fm. Eichen-Bau- und Werkholz bis 58 Ztm. mittl. Durchmesser 45 Fm. Buchen-Stämme, hierbei 8 Fm. von 50—68 Ztm. Durchmesser. 4 Fm. Fichten- und Kiefern-Bauholz bis 16 Mtr. Länge 90 Stück Eicheu-Derbstangen (Wagnerholz) 13 Fm. Eichen-Grubenholz Der Anfang ist an der Kreisstraße Dorfgill-Garbenteich. Großherzoaliche Bürgermeisterei Grüningen. Gilbert. Erbaujng eines ZeLeiiMelS bei htm XmiltSinjtjini MaeieüsM. (Bahnstation Griedel der Butzbach—Licher Eisenbahn y. Stunde von Rockenberg—Marienschloß entfernt). Unter.HinweisaufdenMinisterialerlaßvoml6.Junil893 werden tiachstchcnde eiserne Dach- und Decken- tottstruktionen zur Vergebung öffentlich ausgeschrieben. 1. Kuppel über der Centralhalle ca. 16500 kg |_, I, JL Eisen zu liefern und zu montieren. 2. Glasdächer über den Flügelbauten ca. 13700kg desgleichen. 3. Gläsdecke über den Flügelbauten ca. 5700 kg desgleichen. Zeichnungen, Bedingungen und Angebotsunterlagen liegen vom 5. Februar 1906 ab bei unterzeichneter Behörde (Zimmer No. 2) zur Einsicht offen und werden gegen Erstattung der Selbstkosten abgegeben. Die Angebote sind verschlossen, portofrei und mit entsprechender Aufschrift versehen bis Samstag, den 17. Februar L Is., vormittags 10V2 Uhr einzureichen, zu welchem Zeitpunkt die Eröffnung derselben in Anwesenheit etwa erschienener Bewerber erfolgt. Zuschlagsfrist bis 1. März 1906. Friedberg, den 31. Januar 1906. Gr. Hochbauamt. Haag. hvV, Holzverfteigerung. Dienstag, den 6. Februar d. Js. sollen im Gemeinde» wald Fellingshausen nachstehende Holzarten versteigert werden. Buchen: 33 Rm. Scheit, 28 Rin. Knüppel, 260 Rm. Reiser II., 60 Rui. III., 18 Rm. IV. Klasse, 15 Rm. Stockholz. Kiefern: 25 Stück von 3—10 Mtr Länge, 25—40 Etm« Durchmesser, 29 Nm. Scheitholz, 8 Nm. Knüppel, 237 Rm, Reiser III. Klasse, 45 Rm. Stockholz. Der Anfang ist vormittags 10 Uhr am Dünsbergturm. Das Nutzholz kommt nachmittags von 1 Uhr ab im Distrikt Berg zum Ausgebot. Fellingshausen, den 31. Januar 1906. Der Bürgermeister Di/ Wagner. für Richu. Die Vereinigung der Mädchen findet statt an jedem Sonntag zwischen 2 und 7 Uhr nachmittags im Saale der Kleinkinderfchule, Diezstraße 15. Die Mädchen können zu jeder Zeit kommen und geben. Um 4 Uhr findet gemeinsame Unterhaltung statt mit Gesang, Ansprache, Vorträgen. Gute unterhaltende Bücher und Spiele sind in großer Zahl vorhanden. DVi Wir laden zur Teilnahme freundlichst ein. Der Vorstand des Sonntagsoereins Dr. Naumann, Kirchenrat. des $erero ihm vorbei amten, die vornehmste der -weitei traten, Anteil ne Verlust t Mi w engeren? Eine das Abte! dem Wie! erfolgte, neuen sta den beste! rischen A erste Sitzu des toten mit vor i> reichen W wenn er i gebung, t von denen feine für jel fii'ite, [tint feligfeit unb diese Worte g tonnte es bi anmerten, i gespielen in ergriffen ro mich ans b t« V KU 3«'M Ct bat k? l sübrenlinb Uh« und) an feil sah man o herzlichster Tränen. Das Das ift in die Volksv strebt fein mit beni beiden teilen, so rede vom einer emc AeHesvor »ei der $ Dauben tni hchtvierj J«n nur ( Mas das $ b™ uns ^ Eiche Fichte Metern die Waldeigentümer Hainbuchen IV. Kl. V. Kl. IV. Kl. von O von 25—29 Rollen cm cm cm cm in. Dm m. Dm. m. Dm. m. Dm. in. Dm. m. Dm. m. Dm. m. Dm. m. Dm. Wcrtreiep 1,25 m lang 2 m lang nGOGOTGHGOTSGOr, 100 2 m lang Forstwarte: Textor, Lich; Pauli, Langsdorf; Enders, Hungen, M M. Äiittir auf Schwachstrom sofort gesucht. 766 Max Weitzbäcker. SS Samötag den S. Februar, vorm. 8 Uhr beginnend, Einkaufspreis^ kommt in den städt. Marktlauben noch ein Quantum empfiehlt [604 Dewerbegerichtswahl! Evangelischer Arbeiter Verein. J’/T’t! W>r »!ucheu mtfere w-hlf-hig-n Milglicdor am 8. Februar Dörr-Obst 0704 Fran Magel. Apfelringe V1/, Der Vorstand Ord. No. von 25-29 cm I 5 5 13 Gemeinde Lich a) Forstwartei I b) Forstwartet II c) Forstwartei III Gemeinde Langsdorf Gemeinde Hungen fr S 6 unter 25 cm Apfelschnitze Birnen Feigen Datteln Aprikosen V.ftl. unter 25 cm Elsbeere III Kl. von 40—49 cm m. Dm. IV. Kl. von 30-89 cm V. Kl. von 25-29 cm von 19-87 cm m.Dm. 4-Zimmer-Wohuung in nächst. Nähe d. Universität p. 1. ob. lo.Apr. zu mieten gesucht. Schrift!. Meld. unt. 0692 an den Gieß. Anz. erb. Großh. Bürgermeisterei Ebcrstadt. G ö r l a ch. Rordfee-Schettfifch, kleinmittel, 27 Pfa. ff. Schollen........ zum Verkauf. " von 17-39 cm in. Dm. 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Februar 1906. ti-TfalCi Giessen Direktion Hermann Stelngoetter Freitag, den 2. Februar 2. Freitag-Abonn.-Yorbtellung. Jugend Gin Liebesdrama in 3 Auszügen von Max Halbe. Sandmeiers -e.anz° u.Turnschule. Jeder Schritt vorgezeichnet. Sofort bequem im Zimmer ganz allein erlernbar. Reul Einzig! Preis Mk. 1,30. Nur zu bezieh, von: O. Schröder, Frankfurt a. M., Friedberger Landstraße 136. |ss»i/ VI. Kl.lll.Kl. 'm. Kl ! von I von 15—24 40—49 30—39 Merf.SchnetderlU nimmt Arbeit an tu und anher d. Hause, 0639s Settersweg 62, H. ZTegelhahrr gesucht für SamStag Abend. Schriftliche Angebote unter 624 an den Gießener Anzeiger erbeten. e>u emem Umzüge per Anlang Ü Mai von Gießen nach Karls« ruhe t. B. wirb em Möbelwagen scsiicht der eventuell Reivurfrachl hat. Schriftl. Atelduugen unter 755 an den Gießener Anzeiger erbeten. Kriegerverein Giessen Samstag, den 3. Februar, abends 8ya Uhr im Neuen Saalbau L . (früher Steins Garten): Icier -cs AcMsten Gebiirtötligcs Tr. Mjcstüt -cs MiiecS, nerbunöcn mit -cm Ltistmizsscst -cs Bcrein- ^rrnkUt3tlKber “nb Mitglieder des Vereins mit ihren • cZH!rn ö" ^er tyeier herzlichst eingeladen. v29/ - 4°lsia- und Verelnsabzeichen, sowie Orden- und ehren- jdfrn sind anzulegen. Der Vorstand. G Haupt Agentur $ O Von leistungsf. Lebens-, _ 8 Nuf.-,Haftpfl.-,Kranken- G, u.Bolis-Bers.-Akt.-Gef. G Ein tüchtiger Steinmetz, der auch nn Schrnthauen bewandert lst, sofort für dauernd gesucht. Louis Schmidt, Grabstein- geschäft,SchiffeubergerWegl.(°"° c.in fleißiger, solider Alaun mit guten Empfehlungen als Packer und Hausdiener für dauernd gesucht. Schristliche Ateldung. mit Lohnangabe u. 681 an den Gießener Anzeiger erbeten. WuMz-MrKauf. Das nachbezeichnete im laufenden Winter bereits gefällte Nutzholz soll auf dem Wege der Submission verkauft werden. Gebote sind verschlossen mit der Aufschrift .Holzsubmission' und getrennt nach Waldeigentümer bis spätestens den 15. Februar 1906 bei unterzeichneter Stelle ejnzureichen. Eröffnung der Gebote erfolgt am 16. Februar 1906 vormittags 10 Uhr, im Rathaus zu Lich. Die Verkaufsbedingungen, denen sich die Käufer mit Einreichung ihrer Gebote unterwerfen, liegen bei den betreffenden Großherzogl. Bürgermeistereien zur Einsicht offen. Nähere Sluskunft erteilen auf Wunsch die unterzeichnete Stelle sowie die betreffenden Großherzoas. Büraer- meistereien. — Das Holz ist mit Rinde gemessen. ö $ , h Vertretungen Agenturgeschäft Von tüchtigem, verlcbrsgemandt. Kaiüm. zwecks spät. Vereinigung oder Uebern. diesbez. Anstellg. ges. Schr.Ang.u.758 a. d.G>eß/Anz. erb. Bon energ.» arbeitsfr. Herra z^Zt. m erst. Stellung, welch, elw. Sprachkenntn. bes., m. all. kaulm. Arbeiten durchaus vertraut und kautiousfähig ist, entjpr. Position b. bescheid.Anspr.gesucht. Metall-, Alaich.- rc. ob. Vaubr. beoorz., jed. nicht Beding. Schriftl. Angebote li. 759 an den Gieß. Anz. erbeten. ffür Herren und Damen Domino, Clown, Perücken tt. Bärte billig zu verleihen. 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