Nr. 283 Viertes Blatt. 156. Jahrgang Samstag 1. Dezember 1906 Erscheint täglich mit Ausnahme de- Sonntags. Die „Siebener Zcnnilienblötter- werden dem ,Tlnfletflei viermal wöchentlich beigelegt. Der „hrffljche Landwirt" erschevu monaUich etnrnoL ? « » AAs. A aa A . * . Rotationsdruck und Verlag der vrühl'schen Ä W S 4 X‘A 9 X UnwersitätSdruckerei. R. Lange. Gießen. ff 8'«L, wL h 3 ^C, ViL ka 'jk, Q vLr $L Redaktion.Expedition u. Druckerei: Cchulstt.7. V >r M V mf xz V w V ro xr V Tel. Nr. bl. Delegr.-Adr.: Anzeiger Gießen. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Eiehen. politiid>c Lagcsscbarr. Ter sozialdemokratische. Abg. Ledcbour beröffentlick^l in der heutigen Ausgabe des Vorwärts dcu Briefwechsel zwischen dem Kolonialdirektor Dernburg und ihm wegen angeblicher wahrheitswidriger Verdächtigungen, dre der Kolonialdirektor gegen Ledebour und andere Abgeordnete an die Verlesung seines Briefes in der gestrigen Kolonialüebatte geknüpft hatte. Ledebour bedauert in seinem Schreiben, dem Wunsche Dern- burgs, diesem Mitteilungen über Verfehlungen von Be- timten zu übermitteln, nicht nachkommen zu können. Der Abgeordnete gibt verschiedene Gründe dafür an. Gr könne mil einiger Sicherheit annehmen, daß die Tatsachen, um die es sich handele, bereits früher den für die Leitung der Kolonialverwaltung verantwortlichen Personen unterbreitet wurde, ohne daß Remedur geschaffen wurde. Volle Aufklärung der beregten Mißstände in der Ocffentlichkeit [ci daher erforderlich. Ein Abgeordneter, dessen Hilfe dazu in Anspruch genommen würde, dürfe sich in keiner Weise sür bie öffentlichen Erörterungen die Hande binden. Dazu komme, daß aus Anftiften ter Kolonialverwaltung hin eine Anzahl Personen, von denen man vermutet, daß sie Abgeordneten solche Beschwerden zugänglich gemacht haben, unter Anklage gestellt hat, in deren Verfolg jene Abgeordnete unter Nichtachtung der Immunität mit Zeugenvernehmungen und Haussuchungen behelligt wurden. Im Anschluß an bie Veröffentlichung bes Ariejwechsels spricht Ledebour feine Ueberraschung darüber aus, daß Erzberger dem Wunsche des Kolonialdirektors seinerseits nachgelommen sei. Deutsches Reich. Slawentzitz (Schlesien), 30. 9tov. Der Ka iser ist heute nachmittag im Automobil in Begleitung des Herzogs von Ratlbor hier eingetrvsfen. Zur Begrüßung waren ßürst Christian zu Hohcnlohe-Oehringen und der Herzog von Ujest mit seinen drei Söhnen, Prinz Gottfried zu Hohenlohe- Schillingsfürst und Landrat v. Hauenschild erschienen. Heute abend fand ein Diner statt, an dem auch der Herzog von Pietz, der Herzog zu Trachenburg, der komm. General von Woyrsch, Fürst Henckel von Donnersmarck, Oberpräsident Gras von Zedlitz und Trützschler, Graf Wilezek und Regierungspräsident Holtz teilnahmen. Berlin, 30. 9u)t>. Beim Reichstage ist die schon lange angckündigte Novelle zum Börsengesetz heute eingegangen. Die Vorlage, die die Geltendmachung des Difserenzeinwandes beseitigt, und einige Erleichterungen für den Terminhandel in Effekten, aber keinerlei Erlcicktcrungen für die Produktenbörse bringt, hält sich ziemlich eng an die Kommissionsbeschlüsse der vorigen Session, die die Regierungsvorlage etwas abgcschwächl hatten. — Der Reichstagsabg. Basser mann brachte dem Reichstage eine Interpellation ein, welche lautet: Ist der Reichskanzler bereit, über den Stand der gesetzgeberischen Vorarbeiten für eine Reform der Straf- prozeßordnung Auskunft zu geben? — Die Interpellation ist von zahlreichen nationallib. Abgeordneten unterzeichnet. — Einen Gegen-Entwurf zum Entwurf eines Auto- mobil-Haftpflichtgesetzes hat der kaiserliche Automobilklub dem Reichstag unterbreitet — Zur Stichwahl im dritten Berliner LandtagZ- wahlkreife fordert der konservative Kreisverband alle konservativen Wahlmänner auf, zur Verhütung der Mahl eines Sozialdemokraten in den Landtag ihre Stimme am 4. Dezember für Dr. Müller-Sagan abzugeben. Posen, 30. Nov. Polnische Blätter berichten: Ober- vräsident v. Waldow soll dem Weihbischof Likowski be- beuiet haben, in der Leichenrede dürfe mit keiner Silbe von der politischen Tätigkeit Stablewskis gesprochen werden, andernfalls würde er, der Oberpräsident, als Vertreter des Königs sich genötigt sehen, die Trauerversammlung sofort zu verlassen. Daraufhin Literarisches. — Im Verlage von Friedr. Rothoarth in Leipzig erschien ein Neues Buch von WaltherSchultevomBrühl:„Sach- sen sch äde l", ein Roman von der roten Erde. (Preis 3 Mk.). — In packenden Schilderungen führt uns der Dichter in seine väterliche Heimat, aus einen westfälischen Erbschultenlwf, und entwickelt hauptsächlich in dem Gegensatz zwischen dem zäh am Hergebrachten hängenden, eich en starken Großbauern und seinem gebildeteren, dem neueren freieren Geiste geneigten Erb- sohne eine greifbar echte Charakteristik des westfälischen Volkscharakters. — Karl von Verfall: Um die Familie. Roman. Verlag von Egon Fleischel & Co., Berlin W. 35. Preis 4 Mk. — In diesem neuen Roman bestätigt Karl von Perfall wieder mit besonderer Deutlichkeit die Tatsache, daß wir in ihm den Meister des Eheromans auf der Grundlage deutschen Gesellschastslebens zu sehen haben. — Kains Entsühnung. Roman von Luise Westkirch. Concordia Deutsche Verlags-Anstalt, Hermann Ehbock in Berlin W. 50. (sjeh. 3 Dturt. — Ein großer Zug liegt in dieser Schöpfung, die hervorragend kombiniert, deren spannende Handlung sich in unbeirrt grader Linie entwickelt und im besten Stil geschrieben ist. Die Künstlerin versteht es, das Moor mit seiner weiten Oed?, seiner Melancholie und seinen schweigsamen, verschlossenen Bewohnern in großer poetischer Gestaltungskraft zu schildern. — Fr au en, bie den R u f vernommen. Roman von E. de Jong van Beek en Donk. Autorisierte Ucüertragung und Sjcaröc.tung aus dem holländischen von Else Otten. Concordia Deutsche Verlags-Anstalt, Hermann Ehbock in Berlin W. 50. Geh 3 Mark. — In der umfangreichen Literatur, welche im Verlaus des letzten Jahrzehnts sich der F-rauenfrage und den Fortschritten der Frauenbewegung gewidmet hat, bildet dieser Roman eine einzigartige Erscheinung. Denn es existiette bisher wohl noch kein Werk, dessen Thesen und Tendenzen in so gefälliger Form dargeboten mürben, einer Form, die allen Schichten der Bevölkerung vertraut ist und daher auch wohl allen willkommen sein dürste. Viele unserer sozialen Uebel, die sich als habe der Domherr Michalsli aus seiner bereits jestgestell- un Leichenrede alle politischen Stellen ausgemerzü — In der heutigen Sitzung des Posener Domkapitels wurde zum Kapitelverweser der Diözese Posen der Meihbischof Likowski gewählt. Schwerin, 30. Nov. Die Kaiserin-Witwe von Rußland ist heute abend hier eingetroffen. Stuttgart, 30. Nov. Der Minister des Innern sprach sich für t e i l w e i s e O e f f n u n g der Holland. Grenze aus. Großherzog und Sozialdemokratie. Der „Vorwärts' vcrösseiulicht eine Zuschrift des Abg. Tr. David, in welcher dieser bie Haltung ber sozialdemokratischen Fraktion des hessischen Landtages zu rechtfertigen sucht und u. a. erklärt, daß sie in diesem Falle auS rem menschlichen Gründen sich dem Glückwunsch an den Großherzog an geschlossen habe, um damit »hce Teilnahme zu beluuden, baß nun bem Großherzog nach ben schweren SchicksalSschlägen ber letzten Jahre wieder em Familienglück erblüht sei. Ter Groß Herzog von Hessen habe als Mensch sich bie Achtung der hessischen Sozialdemokratie erworben biirch bie vorurteilsfreie, gerechte Haltung ihr gegenüber. Diese Haltung habe er auch un Falle Eißnert bofunientieif. Der „Vorwärts* bemerkt zu ber Erklärung DaipbS folgenbes: Wir sind nach bicser Erklärung bes Verhaltens unjerer Genoßen in ber Zweiten hessischeii Kammer ber gestern von uns auSgcführten Ansicht. 2hi»lanö. London, 80. Roo. „Daily Expreß* berichtet, bet beu tsche Kaiser roetbe im Frühjahr inc ognilo Eng- lanb bereisen. (?) Brüssel, 3ü. Nov. Die Maul- und Klauenseuche beeilet sich m Belgien in starkem Umfange weiter auL. Paris. 80. Nov. Die Kammer genehmigte mil 290 gegen 218 Summen bie Festsetzung ber Entschäbigung sür die Deputierten aus 1 5 uoo Francs. 91 om, 30. Nov. Kardinal Kopp wird am Dienstag bie Heimreise antreien. Die Anschauungen des Kardinals m der Polensrage haben sich mit jenen ber Kurie völlig im Einklänge befunden. Tas nationale Element fei aus der Polenstage ausgefchallct. Wien, 30. Noo. Im Abgeordnetenhause kam es heute bei der Abstimmung über bie Wahlreform zu Lärm- und Naufszenen. Die Tschechisch-Nadikalen bezeichneten baS Resultat einer nebensächlichen Abstimmung als falsch, entrissen bem Präsidenten bie Ausschreibung und warfen die Protokolle usw. von der Ministerbanl herunter. Bei bem Versuche ber Crbner, bie ben Präsibenten Bedrohenben zurückzubrängen, entstand ein Handgemenge mit ben Deutschen, worauf bie Sitzung unterbrochen würbe. Der Ministerpräsident sucht zu vermitteln, Klofac, ber mil ihm spricht, macht heftige, broheiid aussehende Bewegungen. Abg. Albrecht (Leujschei) glaubt, der Minister sei gefährdet, und packt S'Uofac an der Gurgel, sodaß es zu neuer- l ich en Rausszenen kommt. Rach 13 stündiger Dauer wird um 12 Uhr nachts die Sitzung geschlossen. Budapest, 30. Nov. Die Ankündigung der Regierung, in allernächster Zeit ein Streikgesetz zu schassen, hat in Arbeiterkreisen sehr verstimmt und deren Organ greift bie Negierung in heftigster Weise an. Ter sozialistische Ab- geeebnete Mezofsy, der heute scharf gegen bie geplante Vorlage sprach, wurde üoni Hanbelsmmister Kossuth unterbrochen, welchen Präsident Jtlsth energisch zur Einhaltung dec HauS- orbniing ermahnen miißte. Belgrad, 30. Nov. Im Palais des Kronprinzen Georg iviuben zwei Soldaten der Palaslwache an- verheerende Kreösichäden erweisen und beten Kenntnis unzähligen Frauen und Müttern, bie doch im Interesse der Erziehung tommenber Geschlechter und daher auch im Interesse des Gesamtwohles gerade für des Lebens Nachtseiten offenes Ohr und Auge haben müßten, noch immer eine terra incognita bedeutet, werden hier von Hellen Schlaglichtern beschienen. An dem Entwicklungsgang dec jungen Heldin, die sich au3 einer dumpfen konventionellen Umgebung loscingt, um frei und ungehindert höhe- reren Daseinszwecken zu dienen, veranschaulicht sie die seichte entnervende Trostlosigkeit eines unbefriedigten und unbefriedigenden Daseins — wie es trotz aller verbessernden Bestrebungen, trotz aller auf diesem Gebiet bereits erzielten Reformen doch noch immer den getreuen Abklatsch zahlloser Frauen- und Mädchenexistenzen bildet. Sie versucht es, die Schlafenden, die Indolenten, die durch Luxus und Genuß Erschlafften und Demoralisierten unter ihren Mitschwcftern wachzurütteln, die, welche trotz allen lastenden Ernstes unserer Zeilen über tändelndem Spiel und Genußsucht des Lebens strengste Forderungen vergessen .... — Aus demDollarlande. Von Henry F. Urban. Concordia Deutsche Verlags-Anstalt, Hermann Ehbock in Berlin W. 50. Geh. 2.50 Mark. — Aus jeder Zeile spricht bei Urban ein gesunder und kräftiger Humor, der um so sicherer Wirkung ausüot, da er in der deutschen Literatur leider niemals zum Alltäglichen gehört hat. — Bei Greife in & Co., Leipzig, erschien: Firnenrausch, Roman von Paul Grabein. Mit Umschlag von Professor Emil Toepler, broschiert 3.50 Mark. — In diesem 9ioman führt uns der Verfasser h.nein in die grandiose Natur des eissterren- ben Hochgebirges. Der Autor zeigt uns Menschen, bie jauchzenb dec starren Höhe zustreben. Gewaltig wie Lawinenstürze unb Schneestürme sinb ihre Leidenschaften, Lust unb Leib. Wechselnb unb reizvoll, vor allem naturwahr, sind die Alpenbilder, die den Hintergrund der Erzählung bilden. — Japanische Gymnastik für Knaben u n d M a d - ch e n von H. Irving Hancock. Mit 32 Aufnahmen nach der Watur. Preis broschiert 2 Mark. (Verlag von Julius Hoffmann, Stuttgart.) — Eine große Auswahl Uedungen, die auf dem Prinzip des japanischen Jiu-Jitsu beruhen, bietet uns das Buch. geschossen und schwer verwundet. In ber „Beogradske 'Jleiuine* wirb ber Fall so bargcMt, als ob bie Schüsse von einem Soldaten abgegeben seien, der seither verhastet ilt. Loch soll cs sich um einen neuerlichen Wutausbruch des Thronfolgers handeln, wie aus ber Umgebung bes Kronprinzen verlautet. Ossiziell wird alles obgclcugnet. Nujstjchcs. Der Zar genehmigte die Entscheidung des Ministerrats über die tägliche Arbeits dauer der in industriellen Betrieben beichäjttgteu Handwerker. Die Arbeitsdauer ist aus 12 Stu iio en festgesetzt worden, in EL einer zwei, stündigen Essenspause. Am 30. November erschien ein kaiserlicher Ukas, nach welchem Bauern, gegen Verpfändung ihrer Laudpar- öellcn, Darlehen aus der Bauern-Agrarbauk gewährt locrben können. Im Torfe Semenow nahmen die von Agitatoren aufgereizten Bauern aus bem ber Gemeinde gehörenden Vorra t s h a u s sämtliches Getreide fort und e n t - lv öffneten zwei Wächter. Am folgenden Tage traf der Distrikts komm i s s ar mit 50 Wächtern ein. Als sich die Lauern trotz wiederholter Ermahnungen weigerten, zu gehorchen, wurde eine Salve abgegeben, wodurch viele g e- tötet unb verwundet wurden. Darauf nmrbe die Ruhe wiederhergestellt unb das Getreide wieder in den Speicher zurückgeschafft. Tie Bauern verwünschten jetzt die Agitatoren, die verschwunden sind. Der Raub des Getreides wurde nicht durch eine Notlage veranlaßt. Au» S.uor uuo Luuo. Gießen, den 1. Tezcmber 1906. ** Zur Taufe des ErbgroßherzogS. Als Vertreter S. M. des Kaisers und Königs von Preußen wird Prinz Eitel Friedrich von Preußen und als Vertreter S. 2JL des Kaisers von Rußland wird der Kais, Mimstcrrcsident von Doubensky an den Tauffeierlichkeiten tcilnehmen. Prinz Heinrich von Preußen ist verhindert, an ber Feier teilzunchrnen. — Bei Anlaß der Taufe ist von den Darrnstadier Vereinen und Korpora- tionen eine große Ovation in Gestalt einer Serenade mit Lampionzug beabsichtigt. Zu den Kosten hat die Stabt einen Betrag von 1600 Mark bewilligt, der zuerst mit 1900 Mark beantragt war, aber in dieser Höhe in Anbetracht der Zeitvcrhältniffe auf Widerspruch stieß, weshalb man sich, wie der D. T. A. zu berichten weiß, auf die niedrigere Summe mit Majorität einigte. ** Landesunlversität. Die Prüfungsordnung für die Abhaltung von Prüfungen in der Landwirtschaft ist dahin ergänzt worden, daß noch eine Zusatzprüfung in P slanzenzucht ungeordnet wurde. Zu dieser Zusatz- Prüfung können Bewerber zugelassen werden, die an der Landesunivcrsilät oder an einer rhr gleich zu achtenden Universität oder Hochschule die Land-, Staats- oder Diplom- Prüfung bestanden haben. Die Prüfung ist lediglich münd- lich, sie erstreckt sich auf Pflanzenschutz, Pflanzenzüchtung und Samenkunde mit Samenkontrelle. Als Prüfungsgebühren sind bei ber Meldung im ganzen 20 Mark zu entrichten. •• Parlamentarisches aus Hessen. Ter neu« gewählte Abg. Büchner, der zuerst als Freisinniger, bann als Bauernbündler bezeichnet wurde, ist hcrite ber nationalliberalen Fraktion betgetretcn. — Ter wiebergcwahlte Abg. Wolf hat sich nach dem „Rfainz. Jotirn." als Hospitant der Fraktion bes Bauernbunbes eiirschreiben lassen. — Zilin Gesetz über die Lanbwirtschaftskaminer hat ber rlldg. Diehl einen Antrag eingebrcrcht, baß bie Provinzial- ausschüsse ber LanbivirtschaftSkammer ihre Geschäftsitellen aiich an anbeccn Plätzen als in ber Prooinzialhauptstabt eincichten können. Der praktische Zweck des Antrags ist, baß bie Ge- — Nationalökonomie in ber Che. Wenn man bad nett ausgestattete Buehhaltungshest zur Hanb nimmt, das unter dem Titel „Hoffmanns H a u s h a l t un g s b u ch" Julins Hofsmanns Verlag in Stuttgart, auch dieses Jahr erscheinen ließ, dann wird man erkennen, daß es sich hier nicht um weise Theorien, sondern um eine sehr gesunde Praxis handelt, darum nämlich, daß die Hausfrau Buchführung treibt. — Bei der Fülle der täglichen Aufzeichnungen, seien sie privater oder geschichtlicher Natur, ist ein praktischer Notizkalendn ein unentbehrliches Jnventarstück auf jedem Schreibtisch geworden. Als das Ideal eines solchen, ist der im Berliner Lithographischen Institut, Berlin W. 35, Potsdamer Straße 111, erscheinende Paul Moser'sNotizkalenderundTagebuch ISO? (31. Jahrgang) anzusehen. Als Schreibunterlage zu benutzen, läßt der Kalender auf gutem Papier für jeden Tag deS Jahres hinreichend Raum zu Notizen umsangreichcr Art, sowie zur Verbuchung von Einnahmen und Ausgaben u. dgL Der Wert des Buches wird durch einen Anhang erhöht, welcher in sachaemäßec Anordnung Antworten aus die täglichen Fragen des Levens gibt; er enthält AuSzüge aus dem Gesinde-, Handels-, Gewetöc-, Kranken-, Unfall-, JnvalideuversicherungS- u. a. Gesetzen, sowie aus der» Post- und Eisenbahnbestimmmigen. — Insel-Almanach aui das Jahr 1907. 152 Seiten mit Beilagen. Leipzig, Jnscl-Verlag. Karwniert 50 Pf. — In geschmackvoller und aparter Ausstattung hat der Insel-Verlag leinen Almanach hinausgesandt. Er enthält u. a. Beiträge von Hosmannsthal, Schlaf, Meier-Gräfe, Vicroaum, Uebersetzungcn von Verlaine, Maupassant und bildlichen Schmuck nach Ludwig von Hosmann, Beardslcy usw. Am Schluß bringt der Almanach ein beschreibendes Verzeichnis der sormscyvnen Werke des Insel-Verlags. — Einen interessanten Essay über Ernst von Wildenbruch von Professor Dr. Alfred Krnar bringt der WeihnachtS-Almanach der Grote'schen VcrlagSvuchhand.ung in Berlin, der außerdem eine Fülle von Abbildungen und PorträtD der Autoren des Verlages wie Frenssen, Raabe, Trojan, franlton, Felix, Philippi, den Dichter des tiefsinnigen schönen RomanS „Adam dwtmann", usw. sowie die Anzeigen der neuen Erscheinungen dieses Jahres enthält. schäftsstelle bo? rheinhesfischen lanbw. ProvinzialailSschusseS nach Alzey kommen kann, wo sich gegenwärtig die Geschäftsstelle deS landw. Verein? für Nheinhessen befindet. — AnSzeichnununq. Dem Verlaqsbuchbandler Senn. 3tilget in Berlin, dem Herausgeber von „Kürschners Jahrbuchs und „Kürschners Bücherschatz", wurde vom Großherzog da§ Ritterkreuz I. Klasse Philipps deS Großmütigen verlieben. •• Preisaufschlag für Zigarren. Die Mitglieder deS Verein? der Zigarrenfabrikanten, Sih Mannheim, versenden an ibre Kundschaft folgende? Zirkular: „In den lebten Jahren ünd die Herstelllmaskosten sämtlicher Zigaruenfabrikate stetig höhere geworden, indem alles, wa? die Fabrikation erfordert, im Preise bis zu 20 Prozent und noch höher gestiegen ist. Man bossle dabei immer wieder mtf günstige Kauf- geleaenheit für das Nobmaterial und glaubte dadurch dlusgleich zu finden und eine Erhöhung der Fabrikatvreise umgehen zu können. Indessen batten sich aber die Preise für Nohtabak jeglicher .lrt Io enorm gesteigert, daß es direkt eine Frage der Cetbnerbaltuug geworden ist, auch die Preise für alle Ziaarrenlabrikate entsprechend erhoben zu muffen. Die unterzeichneten Fabrikanten ünd noch ein- gehender Beratung der schwierigen Lage dahin überein oekonunen, ihren Abnehmern zunächst gemeinsam bie'c Mitteilung zu machen, nm im Anschluß daran ivegen der Hohe des Ausschlags für die einzelnen Sorten im besonderen zu verbandeln." Unterzeichnet ist diese? Nlmdschreibcn von 122 Firmen au? Südwestdeutschland. Die Ziaarrenfabrikanten de? bad. Oberlandes haben bereit? Anfang Oktober ein ähnliches Rundschreiben erlaffen. ** Aus dem Bureau des Stadtth eaterS. Es sei auch an dieser Stelle darauf hingew'efsn, daß Phi- lippis neues interessantes Schauspiel „Der Helfer" morgen Sonntag nachmittag SV? Uhr 'n ermäßigten Preisen zur 'Ausführung gelangt. Es wird die lebte Aufführung dieses Stuckes sein und nachdem es seither sowohl in Darstellung als auch Ausstattung allgemein gefallen hat, auch für morgen sich eines guten Besuches zu erfreuen haben. — Ms 8. Sonntags-Dbonnements-Vorst"llung geht Blumentals „Schwur der Treue" in Sz^ne. In den Hauptrollen sind beschaftgit die Damen Bohrhammer, Schellen- berg und Schuster, sowie die Herren Kost, Goll, Reimer- Schlegel und Lippert. ** Der Simplontunn el. Der für Montag im Cafs Leib angekunbigte 4. öffentliche Vortrag „Der Simplon- tunnel" (mit zahlreichen Lichtbildern) verspricht sehr interessant zu werden. Der Vortrag ist nach eigenen Studien und eigenen vhotogr. Aufnahmen von Prof. Brockmann bearbeitet. Er ist der einzige Fremde gewesen, dem es erlaubt war, zurzeit der Einstellung des Betriebs auf der Nordseite die gefährdeten Stellen zu betreten, er kam bis zu den heißen Quellen und auf der Südseite bis Kilometer 7. Der Vortrag ist ergärrzt bis auf die neueste Zeit und bringt auch den elektr. Teil, soweit er zum Verständnis des Laien nötig ist. "Turnerisches. Eine Vertreterversammlung der Vereine des Turngaues Hessen findet am Sonntag vormittag im Restaurant Kaiserhof hier statt, die sich mit der Uebernahme des seither von der Gießener Tnrner- schaft abgehaltenen Dünsberg-Turnfestes auf den Gau, sowie mit den Satzungen für die künftigen DünS- bergturnen und der Wahl eines besonderen Ausschusses hierfür beschäftigen wird. Q Leihgestern, 1. Dez. Daß man nicht vorsichtig genua sein kann beim Füllen einer Petroleumlampe, beweist nachstehender Fall. Ter Handelsmann Lilienfeld wollte in seinem Tuchladen eine brennende Lampe mit Petroleum auffüllen; kaum hatte er sie gefüllt und auf den Ladentisch gestellt, explodierte sie auch schon und im Rn stand er und sein Laden in Flammen. Durch seine Geistesgegenwart konnte der Brand noch rechtzeitig erstickt werden. Er riß feinen brennenden Rock vom Leibe, warf ihn und einige Ballen Tuch auf da? Feuer und erstickte e? hierdurch. — Uetzhausen, 30. Nov. Für die Gemeinde Nie der-Stoll, die bisher mit Urtzhausen unter einer Bürgermeisterei vereinigt war, w rd ab 1. Januar 1907 eine besondere Bürgermeisterei errichtet werden. Mainz, 30. Nov. Eine größere Anzahl Schweinemetzger hat den Preis de? Schweinefleische? und der Wurst um 10 Pfg. für da? Pfund herabgesetzt. — Der 15jährige Jakob Hollweg au? Bretzenheim stürzte gestern in einer Wach?fabrik in einen Kessel mit siedendem Wach? und wurde so schrecklich verbrannt, daß er heute Nacht starb. Worm?, 30. Nov. Die Stadt bat unterhalb der Eisenbahnbrücke im Industriegebiet an die Mühlenbesitzer Weil von Bischheim und Mathaei von Wallertheim ein J7 000 Quadratmeter umfassende? Gelände zwecks Er- r ich tu na einer automatischen Walzenmühle ver- kauft. E? handelt sich um die Verschmelzung der beiden Mühlen zu einem großen Werke, da? mit einem Kostenaufwand von 1 bi? I1/» Millionen Mark erbaut werden soll und besten Produktionsfähigkeit auf 800 bi? 1000 Sack täglich bemessen werben wirb. ** Vilbel, 30. Nov. Die Verlegung de? Bahnhofs Vilbel hat die Enteignung von Gelände er- forderlich gemacht. Die hierfür erforderliche Genehmigung 'ist der König!. Eisenbahn-Direktion in Frankfurt nunmehr erteilt worden und die Frist für die Stellung des Ent- eignnngsantrags ist bis zum 27. Nov. n. I. festgesetzt worden. h. Frankfurt a. M., 30. Nov. Der 22jährige Schmied Wilh. Winkler au? Nadona versuchte sich heute nacht zu erschießen, brachte sich jedoch nur drei leichte Streifschüsse am Kopfe bei. W. war vor einigen Wochen al? Fahnenschmied vom 63. Artillerieregiment in St. Avold abgegangen und wollte nun seine Braut zum Altar führen. Diese hatte sich aber während seiner Abwesenheit mit einem anderen verlobt, was er sich so zu Herzen nahm, daß er sich erschießen wollte. Frankfurt, 30. Nov. Der Theaterdirektor Otto Plöcker-Eckardt, der in Frankfurt kurze Zeit das Nesidenztheater leitete, ist eines Tages abgereist, ohne seinen Gläubigern seine neue Adresse anzn- geben. Einer von ihnen, der Kaufmann Hans Knoll, hatte deshalb die Befürchtung, daß er um die 12 000 Mk. käme, die ihm Plöcker-Eckardt schuldete. Er ging gerichtlich gegen seinen Schuldner vor und beantragte Arrestlegung auf den Nachlaß von Plöcker-Eckardts Vater, den der'Bankdirektor Dr. F. Berle in Wiesbaden verwaltet. Die Zivilkammer des Landgerichts sprach den dringlichen Arrest gegen den Nachlaßpfleger aus. Ter zweite Zivilsenat des Oberlandesgerichts bestätigte dieses Urteil. Der Nachlaßpfleger darf somit nichts mehr an Plöcker-Eckardt zahlen, wenn dieser nicht zunächst die 12 000 Mk dem Knoll auweisen läßt. Weilburg, 30. Nov. Die Schlußabrechnung der Tausendjahrfeier ergab nach der „Frks. Ztg." 23 614 Mark Einnahme und 24 291 Mk. Ausgabe. Da? sonach 677,79 Mk. betragende Defizit wird von der Stabt übernommen, so daß die Garantiefondszeichner nicht heraugezogen zu werden brauchen. • Kleine Mitteilungen aus r H e tt 1t r b der Nachbarstaaten. Der Richard, Wagner-Verein Darmstadt hllt, w''e uns von Wt geschrieben wird, am 12. Dezember im großen Festsaal der Tnrngemeinde seinen 109. 23er- e'nsabend ob: das Pro^r^'M wird n-”1 dem Böhmischen Streichquartett aus Prag ausgeführt. — Fn Mainz wollte der 18iährige Dienstknecht Bauer mit einem stützen Messer Nüsse öffnen. Dabei glitt er ans. Das Messer durchstach die Schlagader. Er starb an Verblutung. — In Mücke verunglückte der 35 jährige, bei der Hol'industrie Mucke be- schäftiate Heinrich Damm von Au,-mh-nn dadurch, daß ihm ein von der Kreissäge abfallendes Stück Hol', wider den Leib flog: er erlitt schwere innere Verletzungen. —> Im W^de zwischen Scbneidheim und Fischbach im Taunus' fuhr ein neues Adler-Automobil, d's eingefchren werden sollte, an einer Böschung hinunter. Die be'dm Chauffeure wurden erheblich verletzt. — In Kassel bewilligten d'e St'dtvererdueten infolge der herrschenden Teuerung den städtischen ?lrbe't"rn eine dauernde Lohnerhöhung, den llntcrbecmtcn 75 Mark Zulage. ______ Kleine TageSchronik. In Beduv /Frankreich! flüchtete ein 20jährige? Mädchen, die von ihrem Geliebten verlaßen worden war, au? der elterlichen Wohnung und irrte int Walde umher, um ihre Niederkunst abzuwarten. Später stürzte stch die Unglückliche mit dem Kinde einen Ahhana Hinab. Beide Leichen wurden vollständig zerschmettert aufgestmden. — Der Bürgermeister von San F a it c i ? c o, Schmitz, ist gegen eine Kaution von 100,000 Mk. freigelassen morden. — Au? San Franci ? co wird ferner gemeldet, daß die Stadt Tehuantepek in Mexiko van einem C r f n n zerstört worden sei, der über einen oroßen Teil der Küste fecite. Tast jede? Gebäude in der Stadt sei beseha'digt worden. 50 Menschen 'ollen umgekommen und 5000 obdachlos sein. — In Modane fand zwischen 2 Offizieren ein Duell statt, wobei einer schwerverletzt wurde. —- Ter Gutsbesttzer Kuppig nnf Herzogswalden im Kreife Javer wurde auf feinem Felde ermordet aefimden. Tie Leiche wies furchtbare Hiebwunden auf. Unter dem Verdacht der Täterschaft wurden zwei bei Kuvvig in Diensten stehende ehemaliae Zwangserzielumaszöglinge verhaftet. — Rechtsamvalt Tr. Alfred Nathan in München stiftete für seine Vaterstadt F ür t h 3 00 000 M k. für ein Wöchneriimen- unb Säuglingsheim. — Ter in Thorn verstorbene Geh. Cani- tätsrat Scheffler hat sein ganzes Vermögen in Höhe von 260,000 Mk. und eilt Hausgrundstück int Werte von 50,000 Mk. der Stadt vermacht mit der Bestimmung, daß eine V o l k S b a d e a n st a l t erbaut, der Stadtpark erweitert und eine Erfrischung?- halle in diesem errichtet werde. Ter Ertrag des Hauses soll zur Erzielnma von Waisen verwandt werben. — Aus Wien wird gemeldet : Als ein Insanteri eregi m e n t mit klingendem Spiele noch der Kcfferne abrückte, trieben einige hundert die Truppe begleitende Strolche allen möglichen Unfug. Einer der Burschen tanzte zwischen der Kapelle und der Trupve. Als er von dem Hauptmann zu Pferde zurecht gewiesen wurde, beschimpfte er den Offizier und erhob drohend die Hand. Im nächsten Augenblicke versetzte ihm der Hauvtmann einen scharfen Säbelhieb über den Kovst Der Bursche brach bewußtlos zusammen. Die Genossen des Verletzten begleiteten dann die Truvpe unter Pstüriffen nach der Kaserne, wo ein großes Wachaufgebot den Mox zerstreute. — In Lago Maggiore ereignete stch ein schweres Auto- m o b i l n n g l ü ck. Als die Herzogin von Genua am Ufer des Sees in ihrem Automobil fuhr, kam ein anderer Selbstfahrer entgegen, der plötzlich von der drei Meter hohen Straße in da? Gewässer h i n a d st ü r z t e. Einer der beiden Insassen des verunglückten Automobils wurde dabei schwer verletzt. Der Verunglückte wurde von der Herzogin von Genua in ihrem Automobil nach dem nächsten Krankenhause aeschaßt. Sandel und Verkehr, Volkswirtschaft. Geldflüssigkeit ausgeschlossen. Von ollen Seiten wirb nun die Ansicht ausgesprochen, daß eine wirksame Geldflüssigkeit sobald nicht wieder eintreten wird. Wohl ist SU erwarten, daß in der ersten Hälfte des Januar die Bank von England und die Deutsche Neichsbank die Nate von 6 Prozent oi'fgeben können, und daß man in Deutschland im Vorfrühling bis 5 Prozent ober vielleicht' noch etwas darunter wird den Diskont bestimmen können, aber eine weitere Verbilligung z. B. unter 4 Proz. wird fol'rtnge nicht zu erwarten sein, bis die Anforderungen, die die Industrie cm den Geldmarkt stellt, ganz bedeutend nachlassen und das würde wieder heißen, bis ein Umschw"nq in der Konsunll"r Eintritt. Fedo.ch ist ein freier sobald nich' zu erwarten. Der Prälld u v ndr Deutschen Neichsbank sagte am Schluß eines Artikels, den er im Dezember- Heft der Deutschen Nevne über ,,Die Reichsbank und die Geldverteuerung" veröffentlichte: Ich verkenne durchaus nicht, daß die hoben Diskontsätze und der geminderte Geldbestand der Reichsbank die Kehrseite W w-rtsthastlicben Hochstandes. der iahrelang andauernden guten Bcrkehrslonjunktur bilden. Hierin kann aber nur allmählich durch Ansamml'mg von Reichtümern und Verbesserung der auf Ersparnis van Bargeld gerichteten Zahstmgsmetho- den also namentlich durch Ausbreitung des Scheck-Systems eine Aenderung HerbeiaefüHrt werden. Das Kali-Svudikat beziffert in einem Rundschreiben den Lieferungs-nisfall in Fabrikaten dar Gruppe 1 und 2 /(fhlor- kalium und schwefeli'oure Salze) während der Monate Oktober und November auf 10 Prozent gegenüber der Bedarssubersicht und hegt nur wen-'g Hoffnung, daß der Ausfall im Dezember wieder hereingebracht wird. Märkte. Gießen, 1. Dez. Marktbericht. Auf heutigem Wochenmaikte kosteten: Butter vr. Pfd. 1.20—1.25 Mk., Hühnereier 1 St. 9—10 Vfg.. 2 Stck. 00—00 Pfg., Gänfeeier 00—00 Pfg., Enteneier 0 Pfg., Käse pr. Stck. 6—8 Pf., Kasematte 2Stck. 5-6 Pfa., Erbfon v.Pfd. 18-24Pfg., Linsen v.Pfd.25-^0Pfg., Touben pr.Pr.0,80-l,00Mk., Hühner pr.St. 1.00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse vr. Pfd. 60—70 Psg., Ochfensteiscb pr. Pfd. 82—88 Pfg., Kuh- und Rindfleisch vr. Pstmd 80—82 Psg., Schweine- fleisch vr. Pstmd 86—90 Pfg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pstmd 94 Psg., Kalbfleisch pr. Pfd. 80—84 Psg., Hammelfleisch pr. Pstmd 60—80 Pfg. Welfche per Pstmd Kartoffeln vr. 100 Kg. 6,00—7,00 Mk., Zwiebeln vr. Ztr. 4,00—5,00 TU., Milch per Liter 20 Psg., Aevfel per Zentner 15 bis 24 Alk., in Körben 00 Pfd., Nüße 100 Stück 30—40 Pfg., Birnen ver Pfd. Mk. 0.08 —0.12, ver Ztr. 9—15 Mk., Weißkraut ver Stück 8-12 Psg., per Zentner Mk. 2.20—2.50. — Marktzeit 8—2 Uhr. Knust rind Wissenschaft. Darmstadt, 29. Nov. Im Großh. Hoftheater ging heute abend Oskar Wildes „Ernst", »eine triviale Kv- rnödie für serieuse Leute", zum ersten Male in Szene. Des Stückes Erfolg beruht lediglich auf der possenhaften Handlung in der Verweebselungskomik. Neben witzigen Einfällen fehlt es nicht an Banalitäten und Vlasph-emieu. Nachdem mem im ersten Akte sich bemüht hatte, hinter den Possen eine geistreiche Satire zu suchen, gewann in den nächsten Mten die Heiterkeit über die Verwechseluiigskomik und die possenhaften Einfälle die Oberhand, und das Publikum, welches anfangs ziemlich ratlos war, konnte nun lachen und war zufrieden. Gerichtssaal. R. B. Darmstadt, 30. Nov. Das Kriegsgericht der 25. (hessischen) Division verhandelte u. a. heute über folgende Fälle. Der zum Mili' rdienst aus^hobene Ludwig etet). pacher von Lllzey to. r dem 118. Jm'anterie-Regt. uberwmen worden, h:tt' sich aber -.iitt Diensteintr tt nicht gestellt, sondem vorgew->en, llch uagab'.md'creud im Lande umhevzifireiben. Er h'tte sicki über Ludwi^Shafen bis nach Paderborn begeben, wo-, echst rr ergr'seu und Becher e'ngel'efert w"rde. Stepp'cher erhielt wegen unerlaubter Entfernung SMonate Gefängnis. — Ein wenig angenehmer Kamerad ist der Dragoner Georg B " u n o b el v^u Vt Leibcs'adron des hefigen Leibdregoner- Regts. Nr. 24. aus Mülheim iwbürtig. Er 6"tte sich am 21. Okt. chon am Mittag bei seinen älteren Kameraden d: rch sein Benehmen unliebem bemerkbar gemacht, die Neservistenpfeife geraucht usw. Dm Abend hm es dann in der Kantine wiederum '-nm Stre t. nachdem die Schwester eines Dragoners mit ihrem Vater zum Besuch' cchch'en. Der Angellante geriet namentlich mit dem Dragoner Schmidt h'rt an einander. Als dieser dann icki mit dem Mädchen nach dem Hof begab, folgte ihm Neunobel und versetzte ihm mit einem harten Instrument, Scblüsiel oder Messerrücken, cimit so wnebt-aen Schlag gegen d'e r'ck'te Sckfläfe, daß eine tiefe Wunde entband und der G"troffene von dem 'chrken Vst'tv^rfust oh-mächtig wurde. Er mußte zehn Tage un Lazarett verblei len. ist crT'cr wieder völlig geheilt worden. Der Angeklagte legte sich an'S Leugnen und betritt entschieden bis »u seiner Verurteilung, den blutigen Schlag gesührt zu hrnen. Aus der Vernehmung van 26 beugen aewann jedoch das Kriegsgericht die Uebcr'eugung von seiner Schuld und ticnirtciltc ibn hirgen Körpe^aechehnug mit aefährlick'en Werk'eugen zu sechs M o n a t e n G c f ä n g n i s. Da d'r Angeklagte schon mehrmals wegen Körn^rverle''"''a vorbestraft ist, wurde das hohe Strafmaß ür anaemes'e" erachtet . Kiel, 1. Dezember. Oberleutnant Siever? wurde wegen fortgesetzter falscher T i e n st m e l d u n g e n^ über Schiildentilenmg krieasaeriebtlich zu z w e i M o n a t e n G e f ä n g - n i s und Dienstentlassung verurteilt. G n e s e n , 1. Derbr. Sier wurde der Redakteur S z y m e u s k i vom „Leich" wegen Nötigung zu 200 Mk. Geldstraite verurteilt. Szymenski hotte einen Artikel veröffentlicht, in dem erklärt winde, der „Leich" hohe ein schwarze? Brett angekauft nn. dem die Namen derfeiiigen volnifchen Frauen prangen würden, die in deutschen Geschäften kauften. Der Staatsanwalt hatte einen Monat Ge'ängni? beantragt. B a v r e u t h , 1. Dez. Der hier wegen Morde? und S i t t- l i ch k e i t ? o c r b r e ch e n ? an der Schülerin Wimfchenmeyer zum Tode verurteilte Lehrer Müllev gestand heute nach einem mehrstündigem Verhör, daß er am 2. Mai 1898 die Privatierswitwe Ender? in Bayreuth, bei der er seinei-zeit al? Einjahrig-Freiwilliger wohnte, ebenfalls c r m o r b c t e. Niebrigste Handel des III 3% Portugiesen 121.00 Hörse, 1. Dezember. Anfansfsknrse. Tendenz: fest, aber ruhig. . 241.50 . 127.80 . 184.90 . 140.00 . 241.70 . 83 00 158.20 Harpener Bergwerk Lanrahütte . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose . . 36 20 145.20 148.50 143.00 122.50 244 00 223 80 161.10 213 40 244 00 132.50 126 00 17-1.50 140 30 241.90 171.50 186.00 158.00 214.90 4 % Öesterr. Goldrentd. . 4^8 % Oesterr. Silberrente Uni% Chinesen . . Aktien Bochum Guss . . . Buderus E. W . . Tendenz: fest berliner ; Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Hnion C. Dresdner Bank . . 3 ^<7. 3% 3% 3^°/c . 98.20 . 86.50 . 98.10 . 86 65 . 97.20 Türkenlose......146.00 4 % Griech. Monopol-Aul. 52 30 äussere Argentinier . 89 25 . . 213.70 . . 244.75 . . 35.90 . . 131.80 . . 145.70 Nov-/Dez. 1906 Baroinerer au> 0° reduziert Temperatur der Llckt , Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 30. 30. 1. 2” 9" 7” 7421 740,1 739,4 8,5 6.8 3,8 7,5 7,0 5,4 91 94 90 S NW W 4 2 2 Regen Bed. Hitnmel Höchste Tempe ratur un 29 -30. Novem her — 4-101° C. Vermischtes» • Budapest, 30. Nov. Der Direktor des hiesigen VolkstheaterZ, Paul Vidor, beging wegen finanzieller Verlegenheiten Selbstmord. Heute abend hat eine große Volksmenge die Schauspielerin Sara Fedok insultiert, deren hohe Spielhonorare zum Ruin bc? Direktors Vidor beigetragen haben sollen. Die Schauspielerin konnte nut unter polizeilicher Bedeckung das Theater verlassen. ungen Mtt 9 er 143.00 244 00 f siebenden Mel ’genükt keinerlei Regen Bed. Hnnmel mm in der Unter« fir häufig auf eine itiact Giiretpimttc : einmal Auskunft ?i andern größeren ß wiebtige Er« arbeit. ni5t nur ein s gelangt, sondern rmöglichi wird. Es soltze Uebung W» ’nkt die Ztadtver- ??crontwortung und ntwortliltikeitsoesühl ein eigenes Urteil mW naäm'holen. 4 2 2 eric^® ,, Ä 1.16 ®- Anl»*W”t', «18.™ B«tS*erk' ofd 410,1° C. 4 6,6° C. ?nand Obio- 12i,00 3ß20 Eisenbahn • ' j 40.20 satsbabn -D ^.Eisenbahn lie üSinbc. ___ Ajrtftöt Ul. f(,r M W-* S'9eHt5&'f" ist der len 8ea>2?60ne® Ä'Ä- ! b' rch fejn b' 8W nt . "Obel kter AD •ptth yj? wehmaft J w Ctrasmaß eth?fr? ^de 'bunom über at«"Qe|fing. ^^nmcusfi b'traite verurteilt k'» erklärt wurde, rau t an dem die Wn würden, die ■ct Staatsanwalt ;rbe$ und Litt- ' n DmUchenmeyer >er qestand heute 2. Mai 1698 die e> der er (eineneit lte, ebenfalls ' 13Lfl0n ' 145.7° ' 244 75 35.0° ihmeyer - ■ ' ]22.50 ümckert. • ' 244 00 Berrwert - ' ^3 80 -en BWÄ,; ]61.1° Anienk- PaK J1340 Ber^e11* • • ' 944 OO ]32 °0 anders • * 14O3O ,r Bank « • ' 941L0 Zank - ' 171.0° iatBank • , 186.0° ■oinmandit - ^.00 zank • * *,214.9° * Prinz und Prinz es, in Heinrich bon Preußen in Lebensgefahr. Aus Kiel wird berichtet- Als dieser Tage Prrnz und Prinzessin 5)einrich bei einem Ausflug in der Dichtung nach Preez mit dem vom Prinzen selbst gelenkten Automobil auf der Preezer Chanffec eben eine starke Steigung passiert frrtten, kam mit rasender Geschwindigkeit ein führerloser Petrolcumtank- wagen, dessen Pferde scheu geworden waren, von der Höhe herab und brachte das prinzliche Gefährt in große Gefahr. Ter Prinz vermochte jedoch durch geschicktes Aus« biegen dem drohenden Zusammenstoß zu entgehen. Bald darauf geriet auch der jüngste Sohn des prinzlichen Paares, Prinz Waldemar, der in seinem kleinen Kutschierwagen von einem Seitenwege auf die Chaussee gelangte, in die gleiche Gefahr, da in demselben Moment der schwere Tankwagen Hort vorbeiraste, doch kam auch er noch glücklich ohne Unfall davon. * Berlin, 1. Dez. Die P ückler-Ber sa mm- lung, die am Freitag abend stattfand, verfiel der polizeilichen Auflösung. Nachdem Graf Pückler sein Neserat über „Bete und arbeite"' beendet und die Diskussion eröffnet batte, meldete sich ein Arbeiter zum Wort, der sich in einer Weise zu dem Thema äußerte, die das religiöse Gefühl verletzte. Infolgedessen erklärte der überwachende Polizeibeämte die Versammlung f'"'r aufgelöst, worauf ein Tumul t entstand und der Saal durch Schutzleute geräumt werden mußte. Ter Arbeiter wurde wegen Gotteslästerung verhaftet und nach dem Polizeirevier gebracht. * DaS Steiften des Silberpreises. Cs ist etw" ütoei Jubre brr, bist daS weiße Metall lanftfam aber stetig im Preise auswärts geht, und wenn es auch noch nicht wieder den Preis erreicht ht, den es vor seinxr Absetzung als Wabrungsmetoll hotte, so ist doch anzunehmen, daß eS sich diesem Preise nach und nach wieder nähern wird, denn die N a ch f r a g e nach Silber ist in den letzten Jahren ganz e r h e b s i ch ge st i e g e n. Der hanvtsZchlichste Grund dieser N^e^raie liegt nicht snwab! in der vermehrten Verwendung deS Silbers in der flewöhnlichen und Kunst-Industrie, als i!n der erhöhten Verwendung ;u Münzprägungen, wie sie namentlich von den Vereinig- ten Staaten Nordamerika- und von Großbritannien für die indischen Kolonien hrben vorgenommen werden müssen. Im Jahre 1901 war die Gesamtherstellung der Welt an Silber 173 Mill Unzen (— 6 363 000 Kg.), von denen 55 Millionen (---- 1 705 OOO Kilogramm) in den Vereinigten Staaten gefördert worden sind: im letzten Jahre war die Produktion nur 170 Millionen Unzen ('=■ 5 270 000 Ktz.), von denen ungefähr die Hälfte für den Münzbedarf Indiens verwendet werden mußte. Der Bedarf der Industrie wird auf 60 Millionen Unzen (= 1 860 000 Kg.) jährlich geschäht und es bleiben also nur noch 25 Millionen Unzen (= 750 000 Kg.) für den Münzbedarf der anderen Länder der Erde übrig, wodurch sich das Steigen des Silberpreises hinreichend erklärt. Die Einwirkung dieser Preissteigerung ist natürlich auch in der Industrie zu merken, deren Bedarf an Silber, wie oben bemerkt, ein recht erheblicher ist. Da nun auch überall Lohnbewegungen stattgefunden haben, so wird wohl bei allen gewerblichen wie kunstgewerblichen silbernen Gegenständen mit Preiserhöhung zu rechnen sein. Universitäts-Nachrichten. i— In Aachen ist dar DrMeiwr der Architektur an der Technischen Hochschule Krau ß ocPoVDen. Ihtnft nub Wissenschaft. Paris, 341 Nov. Der Großorundbelitzer Wubrnc in Luc hat sein gesamtes Vermögen von IV, Mill. Frs. hem ««-Her be5 Pasten r'schen Instituts vermacht, um dem Professor Dr. Rour die Fortsetzung seiner Studien zu ermSalichen. '1 . . »->»>> 1» -.......... 1 >. 1 ■■ ■ ■ ■ 'W" ■■ '"■■■■ Der Rheinisch-Westfälische Effektenmarkt. Tagesbericht der Firma Walter Hammer st ein. M ü l h e i m a. d. Ruhr, 30. Nov. 1906. Die Haltung des Kohlenkurenmarktes war an der heutigen Börse äußerst lest bei geringen Umsätzen. ES waren wieder vorzugSweife AnSbeutemerte, die ihren Kurs erhöhen komuen. Gehaudclt wurden ?llteliasse, Charlotte, Freie Vogel, Treinonia, Hermann 1—III und Trier. Der gesamte Kalikuxenmarkt, soweit AuSbeutewerte in Betracht kommen, war etwas fester. Die Umfaße waren auch aut dielen, Gebiet sehr gering. Vebhnft begehrt waren Carlsstmd, W'lhelmsball und vereinzelt Aicrandershall, Beienrode, Bürbach, Grosshcrzoa von Sachsen und Rothenberg. In lekchlen Werten war kein Geschält. Aus dem Erzkuxenmarkt waren Henriette lest; im übrigen alle? unverändert. Braunkohlen: Auch aus diesem Gebiet waren feine Veränderungen ah verzeichnen. In Versteigerung erzielten Vietoria 9ünen 2790.—, Rudolf bei Constantin 475.—, Haktorl 53 Proz., Bi«marekc>ball 63 Proz., Louisenball M. 15.—, Concordia Erz M. 18.—, Gral Waldersee i)l f. 10.—, Immemode Pik. 1725.—, Eliesenglnck Mk^l62.— Zcha mauer Pik. 4620.-, Digler Pigschinenlabrik 80 Proz., Schläa-'l u. Eisen Mk. 19.-, Rbetngold Mk. 950.—, Volkenroda Mk. 725-730. Weihnachts-Literatur. — Von den trelsttchen Wiesbadener Volksbüchern, die nur 10 Psg. kosten und beste Kost biete», liegen uns einige Bände vor, Dichtungen von ersten Literatstrgrösten wie Eich end orl (Gedichte), Jeremias G 0 l t h e l l, Adalbert Stifter etc. sowie von hervorragenden Grössen unserer Tage, wie Tina Kröper, Franz Lienhard, Helene Voigt-Diederichs etc. Wir erblicken in den Volksbüchern eine starke Erziehungsmacht und können ihre Massenverbreitung allen Ortsvorständen, Lehrern etc. nur dringend empfehlen. GriginaL-Drahtmel-ungen. Posen, 1. Dez. Wieder sind zwei deutfche Nitter- qütcr in polnische Hände überaeganqcn. Der Pole Mniecewski hat das bisher in deutschem Besitz befindliche 3000 Morgen große Nittergnt Zujonczkowo für 730000 Mark gekauft und das 1100 Morgen große Rittergut Skal- miowitz bei Strclno ging für 560000 Mark in den Besitz des Polen Dziembowski über. Lausanne, 1. Dez. Das Schwurgericht sprach eine Gattenmörderin frei in der Annahme, daß sie Tn unwiderstehlichem Zwange gehandelt habe. Die Wäscherin Roseine Lale von Eullp tötete ihren Mann, einen unverbesserl'chen gewalttätigen Trunkenbold, der ihr das Leben nnr r'iglich machte, durch einen Axthieb, als er betrunken hcim^un. i?rhn!Hitniiid)nnß. Betr.: Gewerbe-LeaiiimationSkarten. Wer in Geinässhcit deS § 44 der Gewerbeordnung Warenbestellungen auisucht ober Waren ankauft, bedarf hierzu einer Legitimationskarte, welche nach § 44 a der Gewerbeordnung für die Tauer des Kalenderjahres erteilt wird. Diejenigen Persolten, welche ihren Geschäftsbetrieb im Jahre 1907 fort» znsetzen ober zu beginnen beabsichtigen, werden beshalb auf- geforbert, ihre Anträge auf Ertetlung ber Legitimationelarte bei UNS jetzt schon unb so zeitig zu stesten, daß sie zu Anfang des nächsten JahreS int Besitz ber erforderlichen LegitimationS- lartcn sein können. Gießen, den 30. November 1906. Großh. Polizeiamt Großen. H e r b e r n ________________________ Pi-käimtmällmng. Die unternt 22. November 1906 angeordnete Sperre der Walltor straße, zwischen Brand- und Braugasie wird hiermit aufgehoben. Die iriterm 22. November 1906 angeordnete Sperre I 0 b a n n e § st r a ß e zwischen Neuenweg und Plockftraße wird hiermit aufgehoben. Gießen, 30. November 1906. Großh. Polt'.ciamt Gießen. ________________Herbera K BckanntmaÄMg. In ber Zeit vom 24. November bi» 1. Dezember 1906 wurden in hiesiger Stadt gesunden: 1 Zwicker und 1 Umhangtuch; verloren: 1 Reißzeug im Etui, 1 braungelber Kinder- umbang, ein schwarzlederneS Portemonnaie mit 90 Mk. Inhalt und 1 gelber Ledergürtel mit Schnalle und blauen Steinen. Entlausen ist: 1 dunkle Doggenhundin. Tie Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenft'inde belieben ihre Ansprüche alsbald bei itnS geltend zu machen. Gießen, den 1. Dezember 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. Herberg. Couverts mit Hirma billigst vrühNche Unlversttätr-Vruckeret. Große Möbel-Versteigerung. Dienstag den 4. Dezember werden im Saale der Nestaur. Pfau, Neustadt 55, vorm. 10 Uhr ans., wegen Ueberfnllung deS Lagers tn eigener Werkstätte hergestellte neue Mübcln, wie: Betten und Muschelbettcn, Vertikows. Kleiderschränke, Tische mit 1 und 2 Schubk., gemalte Küchenschränke, Küchen- bretter (modern), usw., sowie große Schaukelpferde (prachtvolle Vildhauerarbeit wie Natur) meistbietend gegen Barzahlung versteigert. 7170 Detailliften-Verciu. Mir machen darauf aufmerksam, daß die Geschäfte der Betleidungsbrauche im ganzen Monat Dezember an den Wochentagen nicht der Verfügung des 8 Uhr Ladenschlusses unterliegen, sondern bis 9 Uhr abends geöffnet sein dürfen. Die letzten 14 Wochentage vor Weihnachten gelten für sämtliche Geschäfte als Ausnahmetage, an denen ein Offenhalten bis abends 10 Uhr gestattet ist; es sind dies die Tage von 8. Dezember, 10. bis 15., 17. bis 22. und 24. Dezember. An den 3 Sonntagen, dem 9. 16. und 23. Dezember können die Geschäfte bis abends 7 Uhr geöffnet bleiben. v1/,, Der Vorstand. Hencral-Aersammtung Versteigerung. Dienstag, den 4. Dezember, nachm. 2 klhr, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: a, 1 neue Nähmaschine, 1 eiserner Karr.n, 1 Bieh-(ZeburrShelser, 1 Milchzentristtge, 3 Nohriwhle, 1 Tstch, 1 Spiegel und 1 eiserner Blumentisch. b. 1 Pferd mit Geschirr, 1 TPagm, 11 Kivvwagen, 1 Sopka, 1 Sviegel mit Triimeaux, 2 Sessel, 1 Berti- kam, 4 Gaslüüer u andere Sacken. Die Versteigerung zu a. findet be itntnt statt. 7164 Born. Gerickt^vollpelier in G'tüen. Versteigerung. Montag, den 3. dS. Äiis., nachm. 21/, Uhr, sollen datier Walltorstraße 6 (Darmstädter HauS> 1 Sopha, 1 EiSsckrank, 1 Polypbon mit Noten, 1 Partie Schuhwaren tt. v. a. zwangsweise gegen bar versteigert werden. 7167 Giessest, den 1. Dezember 1906. Seipel, Geriickt^vyss'.icbcr. Kniplthlniiiini des lalldwirWüstlichtli KöllfVivcreilisWltseik e ugctr. Gen. mit unbeschr. Haftpflicht findet Mittwoch, bett 12. Dezember 1906, abends 9 Uhr, bei Gastwirt Daniel Erb, statt. TageS-Orbnung: ErgänzungSwahl des Vorstandes und Aufsichtsrats. Bericht über den Verbandstag. Verschiedenes. Wieseck, den 1. Dezember 1906. Für den Aufsichtsrat: H a n s u l t. 7159 Türschoner ans Cellnloid empfiehlt Theo Nauheimer BleichstrÄNie 15. 7163 — Muster zu Diensten. . .....— - Zwm Osiendl Sonntag, den 2. Dezember 190 6 08828 Erstes grossesNonzertderMllthaler Oriainal-Kärntner-Vlesangs-Schnhplattter-Gesellschaft mit humoristischen Einlagen. Von 11 dis > Udr Frühschoppen bei freiem Eintritt Ansang dcS Konzerts 4 Uhr. Lmtrttt 20 Psg. Wein-Verkauf von Johann Breuning & Eo., Weinftulsbesitzer. WormS a. Nh. Um d m bf'figen ctnrn w'rk- ’irf» cutrn und reinen Wein zu btfltflen Prei>en zurünoltck zu m dien, baden nnr mi8 enticbloftm, am hiefifltn Playe eine B-rkou'e elle zu erriärkeu Wir offerieren W-tn über die Straffe i */, Flasche 45 Psg. sowie la. Flaschenweine zubilligii Preisen. 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