156 Jahrgang Erstes Blatt Die heutige Kummer umfaßt 10 Seite«. Leitung unter voller Zuversicht und aufrichtigem Vertrauen entgegenblicken dürfen. Montag 19, März 1906 Bezugspreis: Im Seniorenkonvcnt des R e ichs t a ges nmchte Prä- sident Graf Ballestrcm den Vorschlag, die letzte^Atzung vor den Osterferien am 6. April und die erste Atzung nach^den Ferien am 24. April abzuhalten. Die Komoren erklärten nch mit diesem Vorschläge einverstanden. Wenn möglich soll die zweite Lesung des Etats noch vor Ostern zu Ende geführt werdem Bezüglich der Reil-emolge des Etats erklärte der Prandent, nach Erledigung der jetzigen Tagesordnung zunäckst den M a rine - Etat und daS Flottengesetz und dann den Mrlitar- Etat beraten zu lassen. Hierauf sollen Zolle und Kcr- brauckssteuern folgen und zuletzt die Etats des Reichs karrzlers und des Auswärtigen Amtes zur Verhandlung gebmebt werden. Hiermit erklärten sieb die Senioren einverstanden. Wie. die Dinge liegen, ist ein Ende dieser Reichstags-Session überhaupt nickst abzusehen. Man verlöre den Faden durch die parlamentarischen Geschehnisse, wenn man allen Kommiffwnen und Kom- missiönchen folgen wollte. r . Ter Tod Eugen Richters gab der gesamten Presse des Inlands und namhaften Blättern des Auslands Anlaß, die Bedeutung des großen deutschen Parlamentariers zu würdigen. Auffallend war das vollständige Schweigen des Berliner Hofes, zumal Parlamentarier wie Franckenstein, Windthorst und. «schor- lemer, die gleichfalls Männer der Opposition waren, bet ihrem Hinscheiden eine kaiserl. Ehrung erhalten l>aben. Dem Gedanken, daß die alte Richtersche Politik fortzusetzen Ist, haben beide Fraktionen der Freisinnigen Volkspartei im Reicks- und preuß. Landtag in einer einstimmig gefaßten Resolution Ausdruck gegeben, so daß also der Versuch eines 'Zusammenschlusses der Liberalen heute leider eben so vergeblich wäre wie zu Lebrerten Richters. , _ , Ter deutsche Kaiser verbrachte die vergangene Woche m Wilhelmshaven, Helgoland und Bremen. Am Samstag abend traf er in Berlin wieder ein. Voii nicht geringem Interesse war die Rede, die er bei der Vereidigung der Marinerekruten gehalten hat. Der Hinweis auf Jena war wohl nicht unbeabsichtigt und gibt §n denken. — Die Stockung der K o n f er e n z a r b e r t e n in Algeciras ist noch nicht überwunden. Die auf den letzten Samstag verschobene Plenarsitzung wurde wieder ausgegeben. Da der heutige Montag ein spanischer Feiertag ist (Josefstag), wird die Konferenz frühestens morgen die nächste Sitzung abhalten können. Wie weit sich die Lage bis dahin geklart haben wird, ist noch ganz unsicher. Ter Personenwechsel in Paris ist offenbar aus die zögernde und unklare Haltung der französischen Delegierten von Einfluß. Tie Vorlage des den neuen Generalinspektor nicht berücksichtigenden französischen Polizeiprogramms durch Regnault hat seine Erklärung vermutlich darin, daß aus Paris noch keine detaillierten Instruktionen emgetroffen sind. Der bisherige Verkehr zwischen Bourgeois und Revoil beschränkte sich auf ganz kurze Tienstdeveschen, die an der Hauptinstruktion noch nichts Wesentliches geändert haben. Der Wert des österreichischen Projektes bestand für Deutschland gerade in der Einführung des einer dritten Macht zu entnehmenden GeneralmspektorS, demnächst in der Errichtung einer neutralen Polizeistation. Die französischen Delegierten' haben bisher weder die Garantien, die der österreichisch- ungarische Vorschlag bietet, akzeptiert, noch auch andere Vorschläge in Aussicht gestellt, die der von deutscher Seite für unbedingt erforderlich erachteten internationalen Bürgschaft genügen könnten. Es liegen also vorläufig in der Haltung der französischen Delegierten Unklarheiten vor, deren Ausgleichung man abwarten muß, bevor ein Urteil über den weiteren Gang der Dinge möglich ist. Einer Konferenz vom Freitag zwischen ‘ Radowitz und Revoils in Algeciras wird große Wichtigkeit beigelegt. Es heißt, Deutschland habe sich bereit erklärt, Konzessionen in der Polizeifrage gegen französische Konzessionen in der Bankfrage zu machen. Frankreich werde sich mit zwei Bankanteilen begnügen. Ein solcher Vorschlag würde allerdings das Resultat der Konferenz bedeutend fördern. Ein Teil der französischen Presse hat sich inzwischen über angebliche Gelüste Deutschlands auf den Hafen von Casablanca aufgeregt. Deutschland kommt eS nur darauf an, sei es in Casablanca oder sonstwo die Durchführung des internationalen Prinzips der marokkanischen Polizeireformen in ihrer Organisation und Ausführung sicher zu stellen. Auch würde jeder ganz neue Vorschlag, der der Aufrechterhaltung dieses Prinzips einwandsfreie Rechnung trägt, für Deutschland diskutabel sein. Am Dienstag wird man vielleicht endlich erfahren, wie Frankreich sich gegenüber dem österreichischen Vorschläge und dem allgemeinen deutschen Prinzip stellt. — Ter Sozialist Jauräs nahm unterdessen seine er- srenlichen Bemühungen zu Gunsten der Verständigung mit Deutschland aus, auch um den Preis neuer Zugeständnisse. Es sei eine Schande, so sagt er ganz richtig, sich bei dieser „elenben Marokko-Frage" aufzuhalten, da Frankreich die große Aufgabe unternehmen' könnte, zwischen Deutschland und England versöhnend zu wirken. Die Kabinettsbildung in Frankreich ist dem mit dem Ministerpräsidium bedachten Vorsitzenden der ehemaligen Blockdelegation, Sarrien, über Erwarten gut gelungen. Der Saß der Rechten jedoch richtet sich gegen Clemenceau, den Minister des Innern, der die int Mai stattftndenden Wahlen zur Delegiertenkammer zu arrangieren hat. Clemenceau hat verfügt, daß die bei der Jnventuraufnahme Verhafteten als politische Gefangene und nicht als gemeine Verbrecher behandelt werden sollen und daß bei der Inventur die bewaffnete Macht nicht mehr verwendet werden soll. Tiese Verfügung wird von der oppositionellen Presse als ein Rückzug der Regierung von der Inventur angesehen. Die Katholiken, erklärten diese Blätter, müßten sich zu diesem Erfolge beglückwünschen. Es bandele sich freilich offenbar nur um eine Nachgiebigkeit während der Wahlen, um im Interesse der radikalen Kandidaten eine gewiße Beruhigung in der Bevölkerung herbeizuführen und jedes Blutvergießen zu vermeiden. Wenn der Radikalismus bei den Wahlen siegen sollte, dann würde die Regierung von neuem zu scharfen Maßregeln greifen. Eine furchtbare Gruben-Katastrophe erlebte Frankreich in Conrrie r c 5 , wo 1100 Bergleute infolge schlagender Wetter einen entsetzlichen Tod fanden. Ein edles Bei- spiel internationaler Solidarität gaben aus diesem Anlaß westfälische Feuerwehrleute aus Herne und Gelsenkirchen, die unter Hintansetzung des eigenen Lebens die Rettungsarbeiten mit ihren besseren Schutzvorrichtungen unternahmen. Im Anschluß an die entsetzliche Kaiastrophe Hai sich im Minengebiet eine Streikbewegung entwickelt. Gerade vor den Wahlen kommt diese Streikbewegung äußerst ungelegen. (Vgl. den besonderen Artikel.) In Ungarn geht der energische Ministerpräsident Baron Fejervary seinen entschiedenen Weg weiter. Er hat das ExÄsiitiv- fonütcc der Koalition aufgelöst. Darüber entrüsten sich natürlich alle Organe der Opposition. Die oppositionellen Führer behaupten, sie würden Mittel und Wege finden zur weiteren Verfolgung ihrer Politik und man werde die Beschlüsse unter Verantwortung der einzelnen Führer publizieren. Die russische Regierung trifft Vorbereitungen zur Unter- Der sertiggestellte Yess. Slaatsyausyattsetat. Die Etatsberatung unserer zweiten Kummer hat 15 arbeitsreiche Sitzungen in Anspruch genommen, genau so viel, wie rm vorigen Jahre. „ . An der Verzögerung der Etatsberatung trägt in erster Linie der späte Schlup der vorigen Kammersession die Schuld. Man hatte noch bis zum letzten Augenblick die Hoffnung auf eine Verständigung zwischen den beiden Ständckammern wenigstens über eine der Hauptstreitfragen nicht aufgeben wollen, bis endlich die kurze Herbsttagung die Unmöglichkeit zur Erledigung der fraglichen Gesetzentwürfe erwies. Die Folge war, daß sich die Neuwahlen für die zweite Kammer ungewöhnlich lange hinausschoben und dementsprechend auch die zur Hafte erneute Kammer erst am 20. September zur Entgegennahme der Thronrede zusammcntreten konnte. Dann wurde auch der neue .Haushaltsetat vorgelegt, und eh? der Finanzausschuß die Beratung des dickleibigen Aktenstückes erledigt hatte und das Haus an seine alljährliche Hauptarbeit gehen konnte, war der 1. März herangekommen. Daß bei dieser ganz ungewöhnlichen Hinausschiebung des Beginns der Etats- beratung auch das inzwischen erfolgte, tief beklagte Ableben des Staatsministers Tr. Rothe und die Zuordnung der Dinge im Schoße des Ministeriums Ewald Anteil hat, bedarf wohl kaum einer besonderen Erwähnung. Es wäre nun aber trotzdem möglich gewesen, die Etatsberatung in viel weniger als 15 Sitzungen zu erledigen, wenn unsere zweite Kammer nicht nach wie vor an starker Vielrederei krankte; eine parlamentarische Modekrankheit, durch die ja jetzt auch das Reichsparlament infolge der nicht rechtzeitigen Fertigstellung der großen Jahresrechnung des Reiches in eine so peinliche Situation hineinkommt. Während die vorjährige Generaldebatte zum Etat in drei Sitzungen beendet war, hat die Kammer diesmal vier Tage dazu gebraucht, ferner drei Sitzungen mit den bei dem Kapitel Staatseisenbahnen alljährlich vorzubringenden Nebenbahnschmerzen ausgefüll't, die nicht weniger als 44 Redner (von 50 Kammermitgliedern -überhaupt) zum Vortrag brachten und auch sonst die Zeit nicht gerade immer sehr haushälterisch angewandt. Die .Hauptschuld an dieser Zeitverschwendung trägt aber N'-cht das Präsidium des Hauses, sondern die mangelnde Disziplin in allen Parteien der Kammer. Während es sonst in der ganzen Welt Sitte ist, daß die einzelnen Parteien in allen wichtigen, zur Beratung kommenden Fragen vorher Stellung nehmen, ihre Anschauungen zusammenfafsen und dann einen oder höchstens zwei Redner mit deren tzjeltend- machung betrauen, spricht in unserer hessischen Kammer jeder Abgeordnete, luie es ihm gerade zu Sinne ist. So stand z. B. der Reihe nach fast j e d e s e i n z e l n e Z e n t r u ms- mitglied auf, um der neuen Regierung sein besonderes Vertrauen auszudrücken — eine an sich sehr erfreuliche Erscheinung -- so sprachen wenigstens zwei Drittel dieser Partei der Darmstädter Studentenschaft ivegen ihrer Stellungnahme gegen die konfessionellen Verbindungen ihr lebhaftes Mißfallen aus, während die volle Hälfte der Mitglieder über ungenügende Wahrung der Parität im Staate klagten, so brachten nacheinander drei sozialdemokratische Vertreter ihre teilweise gleichlautenden und meist auf schlechten Informationen beruhenden Klagen und Beschwerden über die angebliche Unzulänglichkeit der Gewerbe aufsicht in Hessen vor, ferner über das verweigerte Koalitionsrecht der Arbeiter, die Nichtbestätigung des Mühlheimer Bürgermeisters, die angebliche Nichthinzuziehung von Lohnarbeitern zur Rechtsprechung ?e., Dinge, die natürlich wieder eine Rechtfertigung oder Zurückweisung verlangten und damit immer eine Sitzung nach der anderen erforderten, ja bisweilen. die Beratung wie im Kreise drehten. Wir wollen'unser Monitum in dieser Hinsicht nicht auf diese beiden Parteien beschränken, auch bei den übrigen Parteien ist darin gefehlt worden. Die Parteivorstände täten gut, sich einmal gründlich mit einer Verbesserung ihrer Sitzungspolizei zu beschäftigen und das viele Turcheinanderreden oder Wiederholen der Beschwerden ihrer Fraktionsgenossen zu beseitigen. Wäre dies bei den jetzigen Etatsdebatten schon geschehen, so hätten die fünf Nachmittagssitzungen wahrscheinlich ganz gespart werden können. Auf weitere Einzelheiten der Etatsberatung näher einzugehen, verlohnt sich kaum der Mühe. Es fehlte im Laufe der 16 Tage, innerhalb deren die Sitzungen stattfanden, nicht an erfreulichen, aber auch nicht an betrübenden Momenten. Erfreulich war es, daß die Redner der Sozialdemokratie mit ihrer schroffen Stellungnahme zu verschiedenen Fragen bei den bürgerlichen Parteien wenig Glück hatten und z. B. bei ihren Angriffen auf die preußisch- hessische Eisenbahngemeinschast von allen Seiten entschieden protestiert und ihre volksaufhetzcrischen Umtriebe wiederholt gebührend gekennzeichnet wurden. Erfreulich war auch, daß der Finanzminister einigen Schwarzsehercien gegenüber die langsam fortschreitende Besserung unserer Finanzlage bestimmt hervorheben konnte. Das Erfreulichste aber bleibt die außerordentlich glückliche und sympathische Art und Weise, in der sich unser neuer Staats- Minister Ewald in der Kammer einführte. Er hat sich durch sein offenes, bestimmtes Auftreten, durch seine klaren, schlagfertigen Antworten auf die zahlreichen an ihn gerichteten Anfragen, besonders bezüglich der Strafprozeßreform und der Sozialpolitik, sofort die vollsten Sympathien aller bürgerlichen Parteien erworben, sodaß wir auch den noch bevorstehenden umfangreichen parlamentarischen Arbeiten, wie der Weiterfirhrung der Staatsge- schäste unseres Großherzogtums überhaupt unter seiner Nr. 66 Erscheint täglich außer Sonntags. Lern Gießener Anzeiger werden im Wechsel nut dem hessischen Landwirt die Gießener FamUten. blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Bruhl'fchen Unioerf.-Buch-u.Stein- druckerei. 0L Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Lchulstraße 7. Redaktion 113 Verlag u.Exped. ^^51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. politische Wochenschau. W. ® i e 6 c n, 19. März 1906. Unser hessisches Parlament hat mit seltenem Eifer in der lewen Woche gearbeitet, uneingebenF des modernen Satzes: wer die Arbeit kennt, meidet sie, sondern getreu dem guten Römer-Spruche: ..Labor ipse voluploS" lDic Arbeit gerade ist Vergnügen). Walkend in dem mit Schnecken,chnelle weiter- wankenden Reichstage Graf Ballcftrem bereits ein Notstandsgesetz cingeforbert hat, da, was vorauszusehen war, es als ausgeschlossen erfdjeint, daß der Reicks-Etat zur gesetzmäßigen Frist fertiggestellt werden könnte, hat die 2. hessische Kammer nach wiederholten Vor- und Nackmittagssitzungen bei achtstundi.fem „Normalarbeitstage" am letzten Samstag den Etat beendet, nächst stand in der vergangenen Woche die Landesuniversität zur Debatte. Aus nur zu guten Gründen wurden die äußerst ärmlichen und erbärmlichen Zustände der hiesigen Un iv.- Ohren-klinik beklagt, die an des seligen Herrn v. Liebig jämmerliche Laboraloriumsschmerzen erinnern. Endliche .lb hatte steht ja nun, nach der Umwandlung des Extraordinariats Len- terts in ein Ordinariat, in Aussicht, freilich ir-erbcn, wie Tr. Entfleisch weissagte, Stadt und Kreis Gießen Geld aus ihrem Beutel tun müssen zur Hebung der schwer leidenden Ohremlinik. Der neueste D a v id-E i sc n h n t bs ck e Wcmen- gang förderte wieder nickt sonderlich Erucftckliches zu Tage und hätte sich auch diesmal besser in nicht öffentlicher Kommimonssitziung abgespielt. Ein unsinniges Verlangen Dr. Davids ist es, daß Staatsbeamter der Einblick in ihre Personalatten gewährt merben solle. Eine derartige Regierungstorl>eit würde alle Disziplin über den Haufen werfen, den durchaus nicht gering zu schätzenden Wert der Personalakten gänzlich vernichten. In allen Ltaatszweigen werden geheime Personalarien- geführt, und es wird keine Regierung, auch 'nicht eine absolut demokratische, je auf sst verzichten können. Daß von der Regierung der französ. Republik berart.-g? Akten geführt werben, ist in den letzten Jahren der Oesfentlickkeit bekannt genug geworben. IN ber gründ- und zwecklos auss ^apct gebrachten „Kreisblattsrage", bei deren Erörterung immer wieder eine erstaunliche Unkenntnis der tatsächlichen ^Verhältnisse sowie namentlich der technischen Umstände fast allseitig zutage stritt, ist man auf den nickt üblen Gedanken gekommen, in einem SVrciK einen Versuch mit einem neuen System zu machen, der dessen Undurchsührbarkeit in kurzem barlegen wird. Sehr bemerkenswert ist die Erklärung der Mainzer Zeitungen, daß es ihnen niemals entfallen wird, auch nur einen Pfennig für die Veröffentlichung der wortrc'chen amtUchen Vit-eigen muszugebcn. Einen vieldeutigen Einblick in Meinungsdifserenzen der ländlichen Vertreter gewährte die Debatte über das M-olke^r e i sck u l- w esen. Jeder der ländlichen Redner brachte seine Sonderansicht vor, bis dec Führer der von den Agrariern stets so viel geschmähten Freisinnigen, unser Dr. Gu 1 s l ei s ck , den von den land- wirtschaftl. Vertretern arg verknüpften gordischen Knoten durch einen salomonisch weisen Antrag zerteilte, der alles unverständige und böswillige Gerede von der Feindschaft des Liberalismus gegen die landwirtschaftlichen Interessen Lügen strafte und selbst auf den Sckächerbänkcn der fanatischsten Stäbteverspotter Beifall und Zustimmung sand. Beim Schuletat beschloß man, daß von einer Erhöhung der Gemeinbezuschnsf> zu den Kosten der Realanstalten vorerst Wstand genommen wird. Dagegen wird bei der unmittelbar bevorstehenden Gleich st ellung^ der höheren Schulen in Hessen eine Gleichstellung der Schulgelder in sämtlichen höheren Lehranstalten herbeigessthrt, welche der Staatskasse erhöhte Mehreinnahmen sichert. Sehr bemerkenswert war die programmatische Regierungserklärung des Ministe- rialpräsidenten Braun zum Darmstädter H o chs chu l ko n fli kt. Die Regierung steht aus dem Stmidpunktc, daß konfessionelle Verbindungen innerhalb der Studentenschaft unerwünscht find, daß es aber an jedem rechtlichen Grunde für die Aushebung der konfessionellen Verbindungen fehlt, und daß deshalb nur eine Vertretung der gesamten Studentenschaft, keinesfalls unter Ausschluß einzelner ober ganzer Kreise, insbesondere der konfessionellen Verbindungen, denkbar ist. Ferner erklärte Ministerialvräsibent Braun beim Kapitel „Gew erbe- a u ff ich t", daß bie Aufsicht sbeamten dahin instruiert seien, daß eine Inkenntnissetzung der Betriebsunternehmer von der rom- menden Revision als rechtswidrig betrachtet werden müßte. Eine Steigerung der Zahl der Unfälle in der Landwirtschaft habe ihren Grund lediglich darin, daß der Betrieb unter Zuhilfenahme von Maschinen intensiver geworden sei. Tann trat die Kammer in die Generaldebatte über den Iu st i z e t a t ein. Ter Zentrnmsabg. Dr. Sckmitt brachte eine Reihe von Wünsche vor, so bie Ausdehnung der Berufung auf die Urteile der ©traf» kamnier, Beibehaltung der Schwurgerichte, Beseitigung ber Befragung nach ben Vorstrafen, wo es nicht durch den Zweck der Untersuchung notwendig wird ufrv. Die Abgg. Tr. Gutfleisch und Fulda brachten weitere Wünsche zum Ausdruck. Letzterer rügte das öffentliche Auftreten eines antisemitischen Darmstädter Anttsrickters, welcher vor Jahresfrist wegen ungebührlichen Benehmens auf einer Eisenbahnfahrt bestraft wurde. Der Abg. Leun wies auf die großen finanziellen Opfer hin, welche die Anlage der Grundbücher erheischt und die auf 10 Mill. Mk. beziffert werden. Abg. Frenay verbreitete sich über die Frage ber Zwangseiziehung und die den Gemeinden infolge richterlicher Auslegung entstehenden Kosten. Abg. Ulrich erging sich in leidenschaftlichen Erörterungen gegen die von dem erwähnten Amtsrichter im Wahlkampfe gegen die Sozialdemokratie gerichteten Vorwürfe. Staats- und Justizminister Ewald erklärte, eine politisch-agitatorische Betätigung der Richter habe ihre Bedenken. Es sei erwünscht, daß sich die Richter in politischer Betätigung Zurückhaltung auferlegten. Bezüglich der Strafprozeß reform sagte ber Minister, daß sich die Kommission neuerdings für bie Mscbasfimg der Schwurgerichte und den Ersatz derselben durch Schöffengerichte ausgesprochen habe. Diese Beurteilung der Schwurgerichte teile et nicht. Im Volke sei seiner Ansicht nach das Vertrauen zu den Schwurgerichten nicht er- scküttert, und das sei für eine gute Rechtspflege die Hauptsache. Tie Berufung gegen die Schwurgerichtsurteile einzuführm, halte er für schädlich. Das Verlangen des Volkes gehe auch immer nur nach einer Berufung gegen die Strafkammerurteile. Diese halte er im beiderseitigen Interesse für berechtigt. Was bie Frage ber Vorstrafen betreffe, so habe sich die Kommission dahin ausgesprochen, daß sic nur gestellt werden soll, wenn das Gericht sic für unbedingt notwendig hatte. Mit außerordentlicher Schnelligkeit wurden die Etats des Finanzminiueriums und des Ministeriums des Innern erledigt unH u. a. 166 400 Mk. für Un ivers itäts- bautcit bewilligt. __——. yfflK (O monatlich7LVf.,viertel- ö . jährlich Mk. 2.20; durch Gießener Anzeiger w General-Anzeiger Aink- und Anzeigeblatt für den Ureis Gießen MW drückung der zweifellos bevorstehenden neuen Revolution. Die Peters Paul-Festung wird durch schwere Geschütze und Maschinengewehre verstärkt. Aus den von Mißernte und Hungersnot betroffenen Gouvernements kamen trübe Nachrichten. In zahlreichen Orten grassieren Hunger, Tyvhns, Skorbut und andere evidemische Krankheiten. Besonders ist die Kindersterblichkeit ungemein hoch. Statt Getreide werden gänzlich ungenießbare Surrogate zur Nahruug benutzt. Auch geht aus Mangel an Futter viel Vieh zu Grunde. Vielfach nehmen die Bauern die Strohdächer von den Hütten, um danrit das Vieh zu füttern. Die Fürsorge aus Reichsmitteln ist völlig unzulänglich. Der Finanz- minister arbeitet, wie es heißt, ein der Reichsduma vorzulegendes seltsames Projekt aus betreffend die Erschwerung von Konzessionen für a n s l ä n d i s ch e U ir t e r n e h m e r. Deutscher Reichstag. 6 8. Sitzung vom 17. März 1906. Der Abg. Krolik- Beuthen (Oberschlesien) hat sein Mandat nieder gelegt. Auf der Tagesordnung steht der Kolonial- etat für 1906, zunächst der Etat für das ost afrikanische Schutzgebiet. Abg. Bebel (Soz.) erklärt, um den gestrigen Aeußerungen des Abg. Arendt entgegen zu treten, Alles was er seinerzeit über Dr. Peters gesagt habe, eulsvreche den Tatsachen, allein ausgenommen den bekannten angeblichen Brief von Peters an den Bischof Tucker. Aber die disziplinarische Verurteilung von Peters sei auch garnicht wegen dieses Briefes erfolgt, sondern wegen der schweren Verbrechen von Peters gegen Eingeborene. Leider sei Peters wegen seiner schweren gemeinen Verbrechen nur entlasten und nicht ins Zuchthaus gebracht worden und da fordere er, Bebel, jetzt noch die Kolonialverwaltung auf, Peters vor das ordentliche Gericht zu bringen. Abg. Arendt (Vp.) behauptet demgegenüber, von all den Schandtaten, die Bebel Peters nachgesagt habe, sei nichts wahr. Auch der Disziplinarhos habe das Vorliegen von Verbrechen nicht angenommen, sonst würde derselbe unzweifelhaft Peters vor den orderrtlichen Richter gebracht habeir uno der Tuckerbrief sei eine abscheuliche Verleumdung gewesen. Die bezüglichen Anschuldigungen Bebels seien ein unverantwortliches Vorgehen eines Reichstags- Mitgliedes gewesen. Die Hinrichtung des Boy Mabrnki sei erfolgt wegen Einbruchsdiebstahls und sei berechtigt gewesen. Das Urteil sei vor einem Kriegsgericht gefällt worden und härtge damit, daß Mabruki einer Konkubine des Peters nachgestellt habe, absolut nicht zusammen. Kolonialdirektor Erbprinz Hohenlohe sagt, er habe keine Veranlassung gehabt, den Disziplinarhos gegen Dr. Arendt in Schutz zu nehmen, wie Bebel es von ihm versa»,ge, denn Dr. Arendt habe seine Angriffe nicht gegen den Disziplinarhos gerichtet, sondern gegen einige Zeugen. Tie Tatsache sei ja 1897 zur Sprache gekommen. Wenn damals der StaatSamvalt einen Anlaß zun, Einschreiten gegen Dr. Peters gefunden hätte, so hätte der Staatsanwalt dies sicherlich getan. Er, Redner, habe jedenfalls keinen Anlaß, sich jetzt noch mit der Sache zu beschäftigen. Abg. Dr. Bachem (Zenlr.l: Der Fall Peters interessiere dieses Haus nicht mehr. Sein Wiedereintritt in den Kolonialdienst sei jedenfalls ausgeschlossen. Redner erörterte dann die Aneiennitäts- Werhältniste in der Schutztruppe. Man solle nur Offiziere hinaus- .schicken, die nicht aus Sport hinübergingen, sondern längere Zeit dort bleiben wollten. Oberst O h n e s o r g von der Schuhtruppe legt dar, daß in der Praxis schon so verfahren werde, daß die Äncieimität von, Tage des afrikanischen Dienstantritts rechnet, so weit es möglich sei. Nach weiteren Bemerkungen der Abgg. v. K a r d o r f f und Dr. Arendt schließt die Debatte. Von den im Etat geforderten acht neuen Bezirksämtern in Deuts ch-O st asrika hat die Kommission vier gestrichen. Erbprinz Hohenlohe bittet um Wiederherstellung. Der Gouverneur hält diese Organisation für unerläßlich. Nachdem auch noch die Abgg. Graf Arni in (Rp.) und v. Böhlen dorsf (kons.) denselben Wunsch ausgesprochen, tritt das Haus dem Beschluß der Kommission bei. Eine Position von 59 000 Mk. für Regierungsschulcn, welche die Kommission genehmigt hat, beantragt Abg. Bachem abzulehnen. Redner wünscht nur konfessionelle Schulen. Abg. Ledebour (Soz.) widerspricht diesem Anträge, ebenso Abg. Schrader (frs. Vg.). Erbprinz Hohenlohe führt auS, er haß» schon in der Generaldebatte erklärt, daß die Regierung auch ihrerseits an der 'Errichtung von Schulen sesthalte. Wir haben es überdies auch mit den Buren zu tun. Diese stehen aus einem besonderen evangelischen Standpunkt und es würde unmöglich sein, für sie durch Missionsschulen zu wirken. Abg. Erzberger (Zentrum) tritt für Ablehnung der Position ein. Abg. Gras Schwerin-Löwitz erklärt, seine Freunde würden, obwohl sie in der Kommission für den Titel gestimmt hätten, ihn hier ablehnen, da es sonst den Anschein gewinnen könnte, als ob wir unseren konsessionellen Standpunkt verlasten. Nach weiterer längerer Debatte, in der von dem Abg. Singer mit der Anzweiflung der Beschlnßsähigkeit gedroht wird, falls der Antrag ans Rückverweisung an die Kommission zur Abstimmung komme, ivird vom Vizepräsidenten Grafen Stolberg eine neue Sitzung aus 4 Uhr anberaumt, da sich bei der auf Antrag Singer erfolgten namentlichen Abstimmung Beschlußunfähigkeit ergab. Um 4 V, Uhr beginnt die neue Sitzung, in der die Beratung des Etats für O st a f r i k a fortgesetzt wird. Die Forderung für eine weiße Kompanie ist von der Kommission gestrichen worden. Abg. Gras Arnim (Rp.) empfiehlt Bewilligung. Erbprinz Hohenlohe bittet ebenfalls darum und bemerkt, ein Gesetzentwurf sei bereits im Bundesrat fertig gestellt und werde bald dem Hause zugehen, der weiße Struppen auch für andere Schichgebiete in Aussicht nimmt. Werde jetzt die weiße Kompagnie abgelehnr, so »vcrde erwogen werden, ob nicht zu demselben Ziveck ein Nachtragsetat einzubringen sei. Zum mindesten notwendig seien Weiße sür die Bedienung der Maschinengeivehre. Ein Abfall eines Teiles der schwarzen Truppe sei doch immerhin denkbar. Und weint die Maschinengewehre in die Hände der Schwatzen fallen, würde es für uns verhängnisvoll fein, wenn die Schwarzen die Bedienung dieser gefährlichen Waffe verstünden. Abg. von Bohlendorsf (kons.) wünscht baldige Einbringung des Nachtragsetats. Abg. Dr. M Ü l l e r - S a g a u (sreis. Vp.) ist der Ansicht, daß das Haus für die Kolonien bereits genug bewilligt habe und ist gegen neue Bewilligungen. Nach weiterer Debatte tritt das Haus einstimmig dem Beschluß £>er Kommission bei. Tie weiße Kompagnie wirb also g e - flrtrfjcn. Obne erhebliche weitere Debatte wird der Rest des v st a s r i k a n i s ch e n Etats genehmigt. Montag Fortsetzung des Kolonialetats, vorher 3. Lesung des Nachtragsetats für Ostafrika. Ei» Zusammenstoß im badischen Parlament. Am Samstag kam es in der 2. badischen Kammer zu einem Zusammenstoß zwischen dem Minister Dr. Schenkel -und dem Sozialdemokraten Geck. Der Minister des Innern erklärte bei der Spezialberatung, er halte es für eine Pflichtwidrigkeit, wenn Schutzleute sich mit ihren Beschwer- Heu an die Partei wenden, welche die Autorität der Beamten zu untergraben bemüht ist. Geck (Soz.): Wir fitzen zu Recht in diesem Hause. Tas ist eine Beleidigung der Abgeordneten. Minister Schenkel: Den Schutzleuten werde ich verbieten, sich an die Sozialdemokraten zu wenden. Abg. Geck schreit: Nein, das dürfen Sie nicht. Ich bitte den Präsidenten, den Minister zur Orduung zu rufen wegen dieser Frivolität. Minister Schenkel: Ich behaupte nach wie vor, daß die Schutzmannschaft die? nicht darf. Abg. Geck laut schreiend: Das dürfen Sie nicht, das ist eine Beleidigung des Hauses, meiner Fraktion. Präsident WilckenS: Ich rufe den Abg. Geck zur Ordnung und drohe ihm mit einem Eintrag in das Protokoll und werde die Sitzung schließen. Abg. Geck erklärt zur Geschäftsordnung, daß die Erklärung des Ministers eine Beleidigung der sozialdemokratischen Fraktion sei und diese sich weitere Schritte vorbehalte. Präsident WilckenS: Ich habe eingreifen müssen, weil der Abg. Geck in der heftigsten und leidenschaftlichsten Weise den Minister unterbrochen hat. Er hätte nach der Rede seine Erklärung abgeben können. Abg. Eichhorn (Soz.): Wir haben die Empfindung gehabt, daß die Auffassung des Ministers eine Beleidigung des Hanfes ist. Hier gibt es nur Abgeordnete, keine Parteien. Das hätte der Präsident an der Rede des Ministers rügen sollen. Dann wäre der Zwischenfall nicht eingetreten. Präsident WilckenS: In den materiellen Teil der Rede des Ministers kann ich nicht eingreifen. Darauf wurde die Sitzung abgebrochen. Heer tittfc Flotte. London, 17. März. Der Kultusminister Birrel erklärte in einer Rede zu Bristol inbezug auf die Herabsetzung des Militär-Budgets um fast eine Million Pfund, die Zeit sei nicht ungünstig für die Eröffnung einer Bewegung zur allgemeinen europäischen Abrüstung. — Ueber den englischen Feldzug in Nigeria wird noch berichtet, daß die Aufständischen mit vergifte te n Pfeilen kämpften. Bei der Verfolgung der Aufständischen marschierten die englischen Truppen 600 Km. in 12 Tagen, eine achtungswerte Leistu g in diesem Tropenklima. Die Bevölkerung des Deutschen Reichs. (Offiziös.) Die Volkszählung vom 1. Dezember 1905 ergab für das gesamte Reich eine Bevölkerung von 60 605183 Personen, davon sind 29 868096 männlich, 30 737 087 weiblich. In Großstädten, d. h. Städten mit 100 000 und mehr Einwohnern, deren es jetzt 41 im Reiche gibt — die größte oavon Berlin (2 040 222), die kleinste Wiesbaden (100 955) — wohnen 11498 049 Personen oder 18.97 v. H. der Reichsbevölkerung. Mit seinen Vororten zusammen umfaßt Berlin fast 3 Millionen, nämlich 2 989 726 Einwohner. Gemeinden von 20 000 Einwohnern und mehr sind 249 vorhanden; 17 hiervon (in Preußen) sind nicht städtischen Charakters. Da bei der Volkszählung vom 1. Dezember 1900 die Reichsbevölkerung auf 56 367 178, nämlich 27 737 247 männliche und 28 629 931 weibliche Personen festgestellt war, so ist die Einwohnerzahl in den letzten fünf Jahren um 4 238 005 oder 7.52 v. H. gewachsen. Die Volkszählungen seit 1871 ergaben: Zuwachs Einwohner absolut v. H. am 1. Dezember 1871 41058 792 — — w 1. , 1875 42 727 360 1 668 568 4.06 n 1. 1880 45 234061 2 506 701 5.87 n 1. , 1885 46 855 704 1621 643 3.59 n 1. , 1890 49 428 470 2 572 766 5.49 V 2. „ 1895 52 279 901 2 851431 5.77 0 1. , 1900 56 367 178 4087 277 7.82 ft 1. „ 1905 60605183 4 238 005 7.52 Die höchste absolute Zuwachsrate siel auf das letzte Jahrfünft 1900 bis 1905, die geringste auf das Jahrfünft 1880 bis 1885. Relativ ist die Zuwachsrate 1895z1900 zwar die höchste (7.82 v. H.), aber die von 1900/1905 ist kaum geringer. Im ganzen hat die Einwohnerzahl des Reiches sich seit 1871 um 19 546 391. also um 47.61 v. H. vermehrt. Sie ist seit 1855 (mit 36113 644 Einwohnern) um 24 491539 oder 1.04 v. H. und seit 1816 (mit 24 833 396) um 35 771787 oder um 1.01 v. H. im Jahresdurchschnitt gestiegen. Deutschlands Bevölkerung wird nur von Rußland (125.6 Millionen) und von den Vereinigten Staaten von Amerika (76,2 Millionen) übertroffen. Ueberschwemmung in Ostpreußen. Man meldet aus Heydekrug, 17. März: Dem Pionierdetachement ist es nach tagelanaer, mühevoller Arbeit gelungen, zu den drei gefährdeten Ort- schastcn im Ueberschwemmungsgebiet, von denen man bisher keine Nachricht hatte, vorzndringen und Hilfe zu bringen. Tie Häuser stehen dort beilweise bis an die Dächer un ter W a sser. Die Bewohner flüchteten mit dem Vieh auf die Böden der hoher gelegenen Anwesen. Heute sind große Mengen von Lebensmitteln abgesandt worden, um die Bewohner der bis dahin abgeschlossenen Gemeinden, die zum Teil unter Hunger zu leiden haben, mit Proviant zu versehen. Die Verbindung mit den entfernt liegenden Anwesen hat infolge des hohen Packeises auch jetzt noch nicht erzielt werden können. Der Wasserstand, der gestern um etwa 20 Zentimeter gestiegen war, ist heute wieder gefallen, doch wird wieder steigender Wasser stand gemeldet. Die Kaiserin überwies dem Oberpräsidenten v. Moltke telegraphisch 1000 Mk. zugunsten der von der Ueberschwemm- ung Betroffenen. Der Umfang des jedenfalls sehr beträchtlichen Schadens im Ueberschwemmungsgebiet läßt sich zurzeit noch gar nicht üb ersehen. Vielen Ortschaften droht jetzt noch schlvere Gefahr. Es gilt vor allem, die Eisbarren im Rußstrom und in der Gilge zu ebnen. Erstere sind mehrere Kilometer lang und müssen durch Sprengung beseitigt werden, bevor die durch Eisversetzung in Rußland noch zurückgehaltenen Wassermassen eintreffen. Nur wenn diese Sprengungen erfolgreich und glücklich von tatten gehen, wird die schlimmste Gefahr als beseitigt gelten dürfen. Das Grubenunglück in Courri«res und der Berg- arbeiterausstand. Lens, 18. März. In Schacht 2 werden gegenwärtig ans Bausteinen, Lehin und Zement sechs Meter starke Absperrmauern auf» geführt, von denen man hofft, das; sie die Verbreitung der durch den Brand erzeugten Gase Einhalt zu tun vermögen. Die deutschen Rettungsmannschaften werden zum Teil, ebenso wie die Pariser Feuerwehrleute, noch hier bleiben, um sich an den Versuchen, neue Leichen zu Tage zu fordern, zu beteiligen. Der Sachverständige Dr. Calmette riet aber, mit der Bergung der Leichen aufzuhören, da die Gefahr einer tätlichen Infektion für die Bergungs- mannschaften zu groß sei. Die Jngenieurkommission wird daher vielleicht beschließen, die Stollen, in denen noch Tote liegen, zumauern zu lassen. Rach einer Mitteilung der Jngenieurkommission ist der Brand in der Grube nahezu erstickt.. Man hofft, die Bergung der Leichen bald wieder aufnehmen zu können. Der Minister des Innern, Etemenceau, traf gestern hier ein und begab sich zu einer vom Bergarbeitersyndikat veranstalteten Versamullung. Der Minister erklärte dort, daß das Recht zum Aus stände von der Regierung respektiert werben würde, ermahnte aber die Bergarbeiter zu ruhigem Verhalten. Etwa 1000 Ausständige, denen rote Fahnen vorangetragen wurden, veranstalteten heute nachmittag einen Umzug nach dem Kirchhof in Billy-Montignp zu den Gräbern der Opfer des Grabenunglücks. Auf dem Friedhöfe wurden mehrere Ansprachen gehalten. Die Teilnehmer des Zuges versammelten sich dann in einem Lokal, wo viele und sehr heftige Reden gehalten wurden. Von Ruhestörungen ist nichts gemeldet. — In der vergangenen Nacht sind Verstärkungen der Truppen und der Gendarmerie hier eingetroffen. Auch die Bergarbeiter des Departements Loire hielten heute in St. Etienne eine Versammlung ab, in welcher sie beschlossen, mit allen Mitteln an der Erhöhung der Löhne festzuhalten und an verschiedenen Orten ähnliche Versammlungen zu Veranstaltern In der heute nachmittag stattgehabten Besprechung mit den Delegierten der Ausständigen in den Departements Nord lind Pas-de-Calais erklärten die Vertreter der Bergwerksgesellschaften: Nichts in der gegenwärtigen Lage der Kohlenindustrie rechtfertige eine Erhöhung der Löhne. Jedoch um den Frieden zu sichern, hätten die Gesellschaften zugestanden, die Löhne der Arbeiter unter Tage um 10 und die der 9(rbcitcr über Tage um 5 Proz. zu erhöhen. Die Delegierten der Arbeiter erklärten, sie hätten keinen Auftrag, über die von der Gesellschaft zugebilligten Zugeständnisse zu verhandeln und behielten sich ihre 9(ntwort bis nach einer neuerlichen Besprechung mit den Bergarbeitern am Dienstag vor. * Kleine Tageschrvnik. Ein Familiendrama hat sich in Lünen bei Dortmund abgespielt. Der von seiner Fran getrennt lebende Arbeiter Becker verletzte seine Schwiegermutter durch einen Schuß in den Leib tätlich und brachte seiner Frau einen Schuß in den Hals bei. Daim tötete sich Becker durch einen Schuß in den Kops. — In Köln sind der Fabrik- aufseher sowie dessen Sohn, die auf Aussagen der Schwiegertochter des Aufsehers hin unter dem Verdacht, vor zehn Jahren einen Raubmord verübt zu haben, verhaftet wurden, fretgclaffen worden, da sich herausgestellt hat, daß es sich um Verleumdungen der Schwiegertochter handelt. Diese ist jetzt verhaftet worden. — Ein D y n a m i t a 11 e n t a t ist in O bersch l e s i e n versucht worden. Wie die „Schief. Volksztg/ hört, sollte in Biskupitz das ant Dorfeingange gelegene, der Verwaltung der Donnersmarkhütte gehörige Wohnhaus in die Stift gesprengt werden. Im Keller des Hauses wurden drei Dynamit- patropen mit abgebrannten Zündschnüren gefunden. Zum Glück waren die Zündschnüre zu feucht, und verfehlten daher ihren Zweck, sonst wäre die Wirkung furchtbar gewesen. Nach dem Täter wird eifrig gefahndet. — In M a r f e i l l e ist eine Familie von fünf Personen nach dem Genüße verdorbenen Fleisches an D e r g i f t u n g S e r s ch e i n u n g en erkrankt; zwei schweben in Lebensgefahr. — In B u d a p e st verwundete infolge eines geringfügigen Wortwechsels während der Fahrt auf der Stadtbahn der Pionierleutnant Zsiky den Sektionsrat Szabo durch Säbelhiebe auf den Kopf erheblich. — Auf der Insel F o r m o f a wurden durch ein Erdbeben viele Häuser zerstört und mehrere hundert Personen getötet. — In R i o de Janeiro wütete ein surchtbarer Orkan, der etwa 20 Menschenleben gefordert hat. Viele Hauser wurden umgeworfen. In anderen Ortschaften wurden zahlreiche Häuser durch Ueberschwemmung zerstört. ysdjnitliilit Ikbtrfidjt der Sobrsfnllt in brr Stabt Mßku 10. Woche. Vom 4. bis 10. März 1906. Einwohnerzahl: angenommen zu 29 500 (inkl. 1600 MannMilitär.) Sterblichkeitsziffer: 22,91 nach Abzug von 7 Ortsfremden: 10,57 °/oo. Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom Wochenbettkrankheit 1(1) 1. Lebensjahr: KD - 2.—15. Jahr Tuberkulose 2 . 1 — 1 Keuchhusten 1 — — 1 Lungenentzündung 1 (1) 1(1) - - - Empyem 1(D 1 (1) — — Gallenstein 1 (1) 1 (1) — — Krebs 2 (2) 2(2) — — Unglücksfall 1(1) 1(1) _ — Diabetes 1 1 _ — Ekzem 1 — — 1 Rhachitis 1 — 1 — Summe 13 (7) 9 (7) 1 3 Anm.: Tie in Klammern gefetzten Ziffern geben an, wie viel der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. magEn- darmkranke bewährteste Nahrung für Geschäfts - Empfehlungen liefen billigst vrühl'sche UmversilätL-vruckerci, Eietzen. MLWMI r *3*. bSZkS f Packet 15 PF. . DM '•« W K ■ LI W V. > J N e K »M K W D ' ' -- ; - i •-< ' ■-: ■ - . ■ . ■ ■- - ■ " ■ 1 . ..-^ MWWW KWMMiWWDW! WWW Danksagung Nieder-Ohmen, den 16. März 1906 Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme anlässlich des Ablebens meines Vaters sage ich, auch im Namen meiner Angehörigen und Verwandten, besten Dank. Karg O&macker. ■ ; >' HK' m M ZW E / / •''.■■■■•■• ~ -■■. - .;■>??/-' ■■:■■.•. E^-MWWlWWWWW ■ i l v.i TrnrrmTyi Klavier in Wilh. Rudolph Grossh. Hess. Hoflieferant Pianohandlg. u. ßeparatur- werkstätte, Seltersweg 91. Stimmen Reparieren Polieren tadelloser Ausführung durch [D’/j Statt besonderer Anzeige. 1768 Die Beerdigung findet Mittwoch, den 21. März 1906, nachm. 41/* Uhr, vom Sterbehause, Molleratrasse 17, aus statt Em LoS LoS Los B,e/. Dipl. Jng. Kuhlmann, Negierungsbaumeister. LoS Los Los Los I linke Empore HI Windfang und porentreppen Namens der trauernden Hinterbliebenen: gtflarie Heller, geb. Wagner. deS Gießener Anzeigers bei. Gießen, den 17. März 1906. II rechte Empore IV Sakristeieinbau ein* schließt. Türen und Treppen VI Dielenfußboden Um stille Teilnahme bittet Darmstadt, den 18. März 1906. SKinbrnch-VerBlW. Donnerstag, den 22. März ds. IS., nachmittags 2 Uhr, soll der Lungsteinbruch der Gemeinde Reiskirchen im Di- rikt Buchwald auf mehrere Jahre verpachtet werden. Die Bedingungen können auf dem Bureau des Großherzoglichen Bürgermeisters dahier cin- gesehen werden. 1749 Reiskirchen, 16. Marz 1906. Großh. Bürgermeisterei Reiskirchen. Wagner. Kanzleirat nach kurzem aber schweren Leiden heute vormittag 10 Uhr zu sich zu berufen. Samstag den 24. d. Mts. festgesetzt. Die Versteigerung findet Montag den 26. d. MtS. in der Turnhalle, vormittags 10 Uhr statt. Näheres beim Unterzeichneten, Gießen, Wilhelmstraße 21, Die Bauleitung. I- A.: GkVklbedailK;>l Gießen, eingetragene Genoffenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. Die vcrehrlichcn Mitglieder unserer Bank werden zu der am Montag, den 26. Marz 1906, abends 8x/2 Mr im Saale des Hotel Einhorn dahier stattfindenden 47. orttntl. GmrchmsMMmg ergebenst eingeladen. Tages-Ordnung: 1. Erstattung deS Geschäftsberichtes pro 1905. 2. Beschlußfassung über die Genehmigung der JahreSrechnung und Bilanz, sowie die dem Vorstände und AuffichtSrat zu erteilende Entlastung. 3. Verteilung deS Reingewinns. 4. Ersatzwahl ausscheidender Mitglieder und des AuffichtSratS. Der Geschäftsbericht pro 1905 liegt der heutigen Nummer V Emporen am Triumphbogen Todes-Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten hierdiirch die schmerzliche Mitteilung, daß es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unfern lieben, braven, unvergeßlichen Sohn und Bruder Friedrich Schön nadi langem, schwerem, mit Geduld getragenem Leiden im Alter von 31 Jahren zu sich zu rufen. Um stille Teilnahme bitten Die tieftraueruden Hinterbliebenen: Balthaser Schön und Familie. Lollar, den 18. März 1906. 1769 Die Beerdigung findet Dienstag den 20. März, nachmittags ll/2 Uhr, statt. Versteigerung. Nachfolgend entbehrlich gewordenen Jnventargegenstände der Kirche zu Großen-Lindcn sollen wegen der demnächst vorzunehmenden Wiederherstellungsarbeiten der Kirche an den Meistbietenden versteigert werden. Heiveröebank zu Hießen. Eingetragene Genossenschaft mit unbeschränkter Haftpflicht. Aer Sorsttzeude dcs Aufstchtsrates: L. Petri II. Bekanntmachung. Die Holzversteigerungen vom 15. und 16. März find genehmigt. Empfang der Abfuhrscheine bei den betreffenden Großh. Unterbebstellen, Ueberweisung des HolzeS und erster Abfubrtag: Mittwoch, den 28. März. Treis a. d. Lumda, den 17. März 1906. BW« Großherzogliche Oberförsterei TreiS. Schneider. Mitesser "X 0 werden beseitigt durch die 0 TerMol-Leck»-Zeise D. R. G. 9)1. — 50^ per Stück. W, Kilbinger, Drogerie. [D‘7a VII Backsteinbelag. Die Einsichtnahme ist von Großh. Bürgermeisterei auf fjeben Sie B! wÄ Wenn Waschtag ,ist empfehle zum Bleichen Ehlorkalk, Bleichwasser (Eaudc Jarelle), Klecsalz. Zum Waschen wollener und farbiger Stoffe Panamaholi, welches das Ein- I laufen und Abfärbcn der Stoffe verhindert. Echt erhältlich in der Germania-Drogerie Carl Seibel Frankfurter Straße. 1511 Bullend erkauf. Die Gemeinde Tau bringen beabsichtigt, einen abgängigen fetten Butten im Wege schriftlichen Angebots zu verkaufen. Kaufliebhaber wollen chre Gebote schriftlich bis zum 21. März l. Js., nachmittags 4 Uhr bei uu zeichneter Bürgermeisterei einreichen, woselbst dann Eröffnung in Gegenwart der erschienenen Bietendeir erfolgt. _ w 1735 Bedingungen können vorher bei Großherzogl. Bürgermeisterei cingesehen werden. Dau bring en, am 16. März 1906. Großh. Bürgermeisterei Daubringen. Walter. B erichtigung der Bekanntmachung .vom 15. März 1906 betreffend Holzversteigcrung am 21. März 1906 aus dem Gemeindewald Salzböden: 249 Eichcnstämme = 120,63 Fm. aus dem Distrikt Heuserberg 10 kommen nicht zum Verkauf. Krofdorf, den 17. März 1906. BW. Das Bürgermeisteramt. Todes - Naehricht. Verwandten, Freunden und Bekannten die schmerzliche Mitteilung, dass es Gott dem Allmächtigen gefallen hat, unseren lieben Gatten, Vater, Schwiegervater, Grossvater, Bruder, Schwager und Onkel Herrn Karl Beeilter Holzversteigerung. Donnerstag, den 22. März 1906, werden versteigert ouS Distrikt Dietzenkohl, Kirchgeheg, Rinmvege, Gebrannteeiche, Steinberg 2 und 9. Stämme: Eichen, 14 Stück von 12—55 Etm. m. Durchm., 2-7 Meter Läi^ge mit 2,71 Fstm.; Hainbuche, 3 Stuck von 21—29 Etin. m. Durchm., 3—4 Meter Länge mit 0,60 pstm.; sichten: 7 Stück von 12—26 Etm. m. Durchm., 5—17 Meter Länge mit 2,07 Fstm. Tcrbstangeu: Eichen, 10 SMck mN 0,^ Fstm.; .nambuche, 1 Stück mit 0,03 Fstm.; Fichten, 40 Stuck mit 1,80 qftm^ NciSstaugeu: Fichten, 7 Stück mit 0,11 Fstm. Scheiter Rm.: Buchen 40, Birken 1, Eichen 12 I. Klasse, 10 IL Klaffe, Fichten 10 I. Klasse, 17 II. Klasse. Knüppel Rm.; Buchen 248, Eichen 47, Birken 3, Kiesern 33, Fichten 16 I. Klaffe, 19 IL Klaffe, Aspen 9 j Kl., 2 II. Kl., Erlen 6 I. Kl., 6 IL Kl. Reiser Rm.: Buchen 900, Elchen 318, Kiesern 42, (ausgeknüppelt) Fichten 27, (ausge- knüppelt) Aspen 8, Erlen 16. Stöcke Rm.: Buchen 28, Erchen 30, Kieferm, Fichten 102 I. Kl., 29 II. Kl Erlen 2 -jusammenkunst vormittags 10 Uhr auf dem Kirchweg Londorf-Rüddingöhausen am Eingang in den Distrikt Kirchgeheg. Das zerstreut sitzende Holz wird nicht vorgezeigt, ebenso das Holz aus Distrikt Steinberg 9 (.Untertanne). Nähere Auskunft erteilt Forstwart Wißner-Londors. Londorf, den 16. März 1906. BW» Freiherrliche Obersörsterei Rabenau. Sch wie der. Statt jeder besonderen Anzeige 1906. Giessen, den 19. März Mittwoch, den 21. März, nachmittags 3 Uhr, von der Kapelle sind nicht im Sinne des Entschlafenen. Die Beerdigung findet statt: des alten Friedhofs ans. Blumenspenden - - 'N*- Hv- Heute morgen 6 Uhr entschlief sanft unser lieber Mann, Vater, Bruder, Grossvater, Theodor Heyer Geheimer Forstrat infolge einer schweren Lungenentzündung im 75. Lebensjahre. Die trauernden Hinterbliebenen. Hut stille Teilnahme bitten 1767 Die Bccrdigiuig findet Dienstag, den 20. d. Mts., nachmittags 2 Uhr in Krofdorf statt. Die trauernden Hinterbliebene». Krofdorf, den 19. März 1906. Todes-Anzeige. Es hat dem Allmächtigen gefallen, Samstag mittag um 5 Uhr unseren unvergeßlichen Sohn, Bruder und Enkel Gustav Valentin im 11. Lebensjahre nach langem, schweren Leiden in ein besseres Jenseits abzurusen. mxt Gbfi- m» Gemiise-Uonjerven allererste Fabrikate zn billigsten Preisen naggaBD empfiehlt ■ MM 3. m. Schulhof, Marttftr. 4- Telephon 119. , Seidene Ball- und Gesellschafts-Blusen Maas’ Neuheiten 45Q 5°® S7S ®50 775 m. und höher Kostüm-Böcke in Fantasiestoffen und glatt 8^mb* moderne F^§@eis SS5® 4S® 5®® D?5 ig^. Bamen-Staubmäntel für Frühjahr Wasserdichte 85« MO MS Mk. und höher 01844 Diese oben angeführten Posten sind für die Preise sonst nicht zu liefern. Bitte, sich von der Preiswürdigkeit zu überzeugen. 'S J - 1 W "~iy Wem Ausschuß für MsMlesuugeu und verwandte Bestrebungen. Mittwoch, den 21. März 1906, Sl/2 Uhr abends Neunter (in dieser Reihe letzter) Vertrag: Äche's WA nd "' " " von Professor Staudinger aus Darmstadt. Eintritt frei für jedermann. v1#/s Tie Vorträge finden sämtlich in der Trrrnhalle des Neal- GhmuasiumS und der Ober-Realschule statt. NB. (Geldsendungen zur Deckung der Unkosten erbeten z. H. des Herrn A. Suhr, Henselstraße 1. Ein Buch für jeden hessischen Staatsbürger Zrls ßeuerpslichtige Eiukomuleu. Anleitung und Hilfsmittel zur Anfertigung der Einkommensteuer-Erklärungen nach den Anforderungen des hessischen Einkommensteuer- Gesetzes nebst kurzem Anhang über das bei Ergreifung eines Rechtsmittels zu beobachtende Verfahren. Bearbeitet von Steuer-Kontrolleur -Idols Köhler, Regierungs-Assessor. Oktav, 90 Seiten, mit Tabellen. Mk. h20. „Darmstädter Zeitung": Als ein unentbehrliches Aus- kunftSmittel jedem Steuerpflichtigen zu empfehlen. . . . Es zeigt ihm den Weg . . . und kann Ihm manche unangenehme und zeitraubende RuseiuandersetzuugMit der Steuerbehörde ersparen. Auch für Stenerbeamte wird cs sich nützlich erweisen können. „Gewerbeblatt für Hessen": . . . 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