143 Zweites Blatt 1^6. Jahrgang Donnerstag Äl.Ium 1906 fcl^etnl «,11» mit «u-n-chm- bet Srnrntog«. 9 Rr . . . Ro1°ti°n-dru« und Verlag der Brühl'fch« Die „Siebener Samllknbiattet" werben dem RIA 8^ Unw-rstiLttibrn-kerek R. Lange. ®.*=. b,i8c,eat- ®“ SSL L X/M $ 1 H lLLi@LaK,l. »ebattton.etpAIH«. u.Drnckerei: SchuMr.». ^ielfildie Eanbwlt erlchebrl monatlich einmal. V |J V 5^’9'V V V V V- Tel. Slr. dl. Telegr.-Lbr. i Üryelget Sieben. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigebiatt für den Kreis Gießen. Aer Jass Koress Die amtliche „Darmst. Ztg." veröffentlicht heute Aus- lasiungcn zum .Fall Korell", denen die Chiffre „0. K.“ vorangeht. Diese etwas mysteriös scheinenden Buchstaben bedeuten zweifellos „Ober-Konsistorium", sodaß also der ganze Artikel als hoch offiziös anzusehen ist. Er lautet: Drc durch die Zeitungen gehende Nachricht, es sei Pfarrer Korell in K'önigstädten wegen seines Verhaltens bei der A c i chs ta g s st i chwa h l für Darmstadt-Groß-Gerau von dem Ero»herzoglichen Ovcrkonsistorium zu der Disziplinarstrafe des Verweises verurteilt worden, stehl richtig. Naci)d:m dies in die Lefsentlichkeit gelangte, verlangt man mit Recht Angabe der Gründe hierfür. Diese lauten nach dem Erkenntnis vom 29. Mai d. I. wie folgt: Es steht fest, daß Pfarrer StoreU für die auf den 25. April d. I. mweraumre Reicl)stagswahl für den Bezirk Darmstadt-Grost-Gerau als Kandidat des „Wahlausschusses der vereinigten Liberalen'' aufgestellt wurde und da» er für seine Wahl und gegen die Kandidaturen Stein („bürgerliche Parteien") und Berthold (Sozial- dcmokrat) mit starker Agitation tätig war. Es bleibt hier des Näheren unerörtert, daß cs b e d e n k l i ch und deshalb unerwünscht ist, wenn ein G e i st l i ch e r da, wo so entschiedene politische Gegensätze herrsck^cn, Gegenstand und Mitveranstalter einer solchen Agitation wird. Gewi» ist, daß die feinen und sehr empfindlichen Beziehungen des G e i ft l i ch e n zu einem Teil seiner — doch auch politisch geschiedenen — Gemeind eglie- der notleiden müssen, und da» hierdurch seine dienstliche Stellung und Tätigkeit in der Gemeinde schwer gefährdet zu werden droht. Aber genügender Griind zu disziplinarischem Vorgehen gegen den Geisiliä>cn wird durch cinc solche HandlungÄveise nicht gegeben. Es scheidet deshalb hier alles aus, was bis zu dem Zeitpunkte geschah, wo Pfarrer Korell in der Hauptwahl unterlag und nun die Stichwahl zwischen Stein und Berthold nötig wurde. Dagegen ist von großer Erheblichkeit, wie sich Pfarrer Korell m dieser Stichwahl stellte. Er erließ eine Erklärung „An meine Wähler", also lautend: „Der 25. illprll hat mich nicht in die Stichwahl gebracht. Meine persönliche Aufgabe für die Reichstagsersatzwahl 1906 ist erledigt, ich lege meinen Auftrag zurück in die Hände des Wahlausschusses der „vereinigten Literalen". Uebrig bleibt mir nur die Pflicht, Dank, herzlichen Dank allen meinen Wühlern zu sagen, daß sie mir ihr Vertrauen geschenkt haben. Eines hat das Wahlergebnis mit unbestreitbarer "Deutlichkeit erwiesen: der entschieden sozial gerichtete Liberalismus hat festen Boden in der Wählerschaft des Wahlkreises Darmftadt- Gro^Gerau. Von 1900 freisinnigen Stimmen ist die Zahl der „vereinigten Liberalen" auf 5800 gestiegen. Sie sind schon nach diesem ersten Versuche zweifellos mit die stärkste der sogcnamiten bürgerlichen Parteien; die Reaktion und die Sozialdemokratie, denen beiden ich eine beträchtliche Zahl Stiin- men abgenonimen habe, können nicht mehr über die „vereinigten Liberalen" spötteln. Die Wahlzisfern zeigen jebem, der sehen will, daß das Mandat nur durch den Liberalismus erobert werden kann, der von links Stimmen gewinnt und festhält. Ich höre, daß hie und da Enttäuschung vorhanden ist, weil wir nicht in die Stichwahl gekommen sind. Nun: auch ent morscher Baum fällt nicht auf einen Hieb. Wir haben aber durch den 25. April geradezu die Pflicht, mitzuwirken an den großen Aufgaben des Liberalismus in unserem deutschen Valerlande. Liberale! Organisiert Euch! Arbeitet, daß die Freiheit und Wohlfahrt und durch sie das Vaterland steige. Glück auf! Königstädten, am 26. April 1906. (unterzeichnet) Adolf Korell." Diese Erklärung faüd entsprechend der bis dahin stattgchabtcn Entwickelung der Dinge in den weitesten Kreisen die Auffassung, daß damit ein N icht eintreten für Stein und ein Eintreten für Berthold empfohlen sein sollte. In der Tat gab nunmehr der „Wahlausschuß der vereinigten Liberalen" die Parole aus, für Berthold zu stimmen. Pfarrer Korell hat sich direkt und deutlich hierzu nicht geäußert ; wenigstens ließ sich ihm in dieser Hinsicht nichts nachweisen, obgleich ein sozialdemokratischer Wohlauf- a uf ru s seine ausdrückliche Stellungnahme zu g u n ft e it Bertholds als angeblich e r s o t g t behauptete. Pfarrer Korell selbst sagt in seiner Vernehmlassung vom 16. d. Mts.: „Da ich weder dem Parteivorstand noch dem Wahlausschüsse als 'JJlitgheb angehörte, trat ich nach dem 25. April zurück in die Reihe der Wähler und hatte lediglich als solcher meine Entscheidung für die Stichwahl zu treffen. Bei dem Zustandeko>nmen der von' dem Wahlausschüsse gegebenen Parole habe ich in keiner Weise, weder beratend noch beschließend, mit- gewirkt." Es liegen uns keine Beiveise vor, die uns erlauben, diese Angabe abzulehnen. Gewiß ist, daß Pfarrer Korell am Tage der Stichwahl von seinem Wahlort abwesend iuar, also überhaupt nicht wählte. Es muß hiernach angenommen werden, da» er die Wahl Bertholds nicht positiv beförderte, aber er hat sie offenbar befördert durch das, was er unterließ und was er n i d) t hätte unterlassen dürfen. Es war ihm nicht zuzumuten, daß er zur Stichwahl öffentlich Stellung nehme, oder gar daß er sich für Stein erkläre, aber e r mußte alsPfarrer unmißverständlich zeigen, daß er nicht, wie geglaubt wurde und nach der angezogenen Sachlage geglaubt werden mußte, d i e W a h l B e r t h o l d s billige. Dann blieb feinen Wählern immer noch die Möglichkeit unbeeinflußter Entschließung, z. B. and; völliger Stunmenthattung. Pfarrer Korell hat aber etwas der Art nicht erklärt und hat so die Meinung, er sei nunmehr für Bertholds W a h l, mittelbar gefördert. Ob er dies wollte, läßt sich nicht nachweijeii. Es ist aber aiizunehmen, daß er dem Wahlausschuß, der seither so unpassend und stark für ihn gewirkt hatte, nut dem er desbalb eng verbunden war und dem er Tank schuldete, nicht die Pläne kreuzen wollte. Rian kann em solches Gefühl verstehen,- aber wer dies Gefühl hegt und in die Tat überführt, muß wenigstens in der Lage sein, durch eine solche Handlungsweise nicht höhere Pflichten zu verletzen. . . _r , . . , , Pfarrer Korell aber ivar Getitlicher und deshalb hierzu nicht in der Lage; er hatte solche Pflichten, und er hat sie verletzt. Es steht fest, daß die S o z i a l d e m o f r a 11 e sich selbst als eine revolutionäre Partei erklärt und Gegnerin b er bestehenden G es e l l s ch a f t s - und Staatsordnung und (trotz dem Satz, die Religion sei Privatsache, und unbeschadet etwaiger persönlicher Kirchlichkeit der einzelnen Sozialdenwkraten) eine Feindin von Kirche und Religion ist. Tie Amtspflicht eines evangelischen Geistlichen und die revolutionäre Sozialdemokratie als solche liehen in direktem Gegensatz zu einander. Ein Geistlicher, der ihr zuneigt, wird allein richtig handeln, wenn er seinen Beruf aufgibt. Täte er es nicht freiwillig, so müßte die Behörde dies Ausgeben erzivingen. Hierzu (worüber übrigens nur dem kirchlichen Disziplinarhof die Entscheidlina zu- stehcn würde) fehlt aber im Frageiall die erforderliche Unterlage. Jedenfalls hat Pfarrer Korell weder unmittelbar noch mittelbar zugegeben, jein Verhältnis zur Sozialdemokratie sei ein freundliches. Solange er selbst Wahlkandidat war, hat er auch die Sozial- deinokratie bekämpft. Sein Verhalten, soweit es ihm mit Grund zum Vorwurf gemacht wird, ist deshalb fein solches, um ihn des für eine fernere segensreiche Amtswirkfamkeit erforderlichen Ansehens und Vertrauens n n würdig erscheinen zit lassen (Dis- ziplinargesetz § 5, Ziffer 1), aber ein solches, das nut den besonderen Standespflichten eines Geistlichen imoereinbarlich unb geeignet ist, die A ch t u n g und das Vertrauen, die |em Beruf erfordert, zu beeinträchtigen (Disziplinargefetz § 10). Pfarrer Korell mußte einsehen, daß seine B e r u s S p f l i ch t en, so lange er int Amte blieb, seinen vermeintlichen volitischen P a r l e l pflichten vorgingen. Er mußte dies umsomehr em- sehen und danad) handeln, als die fraglidic Reichstagswahl durch ganz besondere Umstände nötig geworden war. Tie „Partei" hatte den „Genossen" Eramer genötigt, fein Mandat mederzulegen. weil er in einer völlig polnischen Angelegenheit örtlichen Interesses sich Audienz beim Großherzog erwirkt hatte. Der bann als sein Nachfolger aufgestellte Wahlkanbibat Berthold galt als ber radikalen Richtung der Sozialdemokratie angehörig, und feine Wahl hat Pfarrer Slorcll mittelbar befördert. Es ist klar, daß diese gesamten Erwägungeii die G e i ft e r verwirren und die Gemüter erregen mußten, zunächst in Korells Gemeinde, Königstädten, dann aber auch nicht bloß in der Wählerschaft des Bezirks und in Hessen, sondern in ganz Deiitschland, wie die Presse der letzteii Wod)en bezeugt. Wenn dadurch das Ansehen Korells als Gei st lick) er geschädigt wird, so s ck) ä d i g t ch i e s auch d i e K i r ck) e. Und es ist Pflicht ber Kirchen de Hörde, klar unb beutlich aus- zusprechen, daß ein Pfarrer auch den Schein meiden must, Parteigänger ber Sozialbemokratie zu fein. Pfarrer Korrell erklärt in feiner Vernehmlassung vom 16. ds. Mts. selbst es als eine falsche Meinung, wenn geglaubt werbe, er hätte, weil er Pfarrer sei, öffentlich Stellung nehmen müssen. „Als Pfarrer hatte ich die Pflicht, mich nicht öffentlich in die Wahlsache einzumischen. Ich hätte damit in Wirklichkeit die Interessen der evangelisd)en Kirche verletzt/ Dies mag im allgemeinen richtig fein. Jedoch gerade die Interessen ber evangelischen Kirche finb hier dadurch verletzt, daß burd) das gegenüber der Oeffentlich- feit eine Verschuldung m sich schließende Schweigen Korells die Meinung entstehen unb — unwidersprochen — sich verbreiten konnte, ein Geistlicher halte den Sieg der Sozialdemo- k r a t i e trotz ihrer revolutionären, antireligiösen unb antikirchlichen Agitation für das „kleinere Hebe l" gegenüber dem des Gegenkandidaten. Hiernad) muß das Oberkonsistorium das Verhalten des Pfarrers Korell entschieden mißbilligen und eine Ahndung desselben herbeisühren. Es wurde deshalb gegen ihn auf die D i s z i p l i n a r st r a f e d es Verweises erkannt. In diesen mehr langen als gründlichen Ausführungen, deren sprachliche Eigenheiten — eS sei nur bas unmögliche Wort „Vernehmlassung" heranSgegriffen — wenig erfreulich sind, wiederholt sich fortwährend die Tatsache, daß Pfarrer Korell durch sein passives Verhalten, sein überraschendes und durch nichts zu motivierendes konstantes Schweigen bei der Darmstädter Neichstagsstichwahl ber Parole der sozialliberalen Parteileitung, den radikalen Sozialdemokraten Berthold zu wählen, indirekt zugestimmt zu haben scheint. Und diese, als verwerflich für einen Geistlichen leicht zu begründende Tatsache wird dazu führen, daß weite Kreise der Bevölkerung dem Vorgehen des Oberkonsistoriums beistimmen werden. Eine Versammlung des Freisinnigen Vereins zu Darmstadt hat freilich am Mittwoch folgende Resolution einstimmig angenommen: Die zahlreich besuchte Versammlung des Vereins der freisinnigen Partei protestiert mit aller Entschiedenheit gegen die Maßregelung ihres Reichstagskandidaten, des Herrn Pfarrer Korell, seitens des Oberkonfistoriums, als eine Schmälerung seiner staatsbürgerlichen Rechte. Sic spricht Herrn Pfarrer Korell ihren Dank für seine bisherige Tätigkeit im Interesse des Liberalismus und ihr vollstes Vertrauen aus, und nimmt mit Genugtuung Kenntnis von seiner Ziffage, dein entschiedenen Liberalismus nne bisher auch fernerhin seine Kräfte zu widmen. Wir meinen, daß ein Pfarrer in noch erhöhterem Grade als jeder andere Staatsbeamte mit allergrößter Peinlichkeit die bestehende Staatsordnung zu stützen die oberste Pflicht hack und auch den Schein unbedingt vermeiden muß, als neige er staacksumwälzenden Tendenzen zu. Wenn ein Pfarrer die ihm durch seinen Beruf ohne weiteres selbstverständlich gezogenen Schranken in seiner politischen Betätigung nicht strenge innehält und wenn sein Schweigen in einer verhängnisvollen Situation als Förderung (nicht Beförderung!) staatsfeindlicher Bestrebungen von weiten Volkskreisen aufgefaßt werden kann, dann hat u. E. die ihm vorgesetzte Behörde die Pflicht, ihn in die Schranken seines Standes zurückzu v e r w e i s en. Ein Artikel der „Franks. Muest. Nachr.", dessen Verfasser mit Herrn Korell sehr intim tut, versichert, daß oer Pfarrer zweifellos „auch nicht den Schatten einer Maßregelung auf sich sitzen lassen wird. Man kann erwarten, daß er den Kamps für seine Ueberzeugungs- treue bis zum äußersten Ende durchführt." Wie dies geschehen wird, das muß man abwarten, zumal das Frankfurter Blatt selbst angibt, daß gegen die Disziplinarstrafe eines Verweises des Rechtsmittel einer Berufung nicht zulässig ist und Herr Korell wohl keine Lust und auch, wie ja selbst das Lberkonfistorium zugibt, Leinen Grund hat, sich des geistlichen Gewandes zu entäußern. politische Sagesschan. Als VertrauenSdame hat die Steingutfabrikfirma Villewh u. Boch unter Leitung des Direktors Dr. Wilkens in Dresden eine junge Dame angestellt, der die Aufgabe zufällt, in seelischer, sittlicher und wirtschafllicher Beziehung auf die Arbeiterinnen des Betriebes einzuwirken. Tie Dame steht direkt unter der Leitung des Fabrikdirektors ohne Mittelsperson; sie arbeitet vollständig getrennt von der Betriebsleitung; es ist nur Vertrauensarbeit, Vermittelung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmerinnen. Während die „Fabrikpflegerin" die Wohlfal;rtseinrichtungen für die Arbeiterinnen des Betriebes selbst einrichtet und leitet, liegt der Vertrauensdame nur die Oberaufsicht über solche (wie Bäder-, Schneider-, Weißnäh- und Handarbeitskurse, Lirankenlisten und bergt.) ob. Tie Vertrauensdame ist berechtigt, die Räume, in welchen Arbeiterinnen für sich allein oder gemeinsam mit Männern beschäftigt sind, betreten, um wahrzunehmen, ob den Bestimmungen für Sauberkeit, Ordnung und Zucht nachgekommen wird. Auch äußere Fürsorge für die Arbeiterinnen gehört zur Tätigkeit der Vertrauensdame, in Jorm von Statistiken über Wohnungsverhältnisse usw. toic wird Beraterin in äußeren wie in inneren Angelegenheiten des Lebens der Arbeiterinnen. Haus- und Krankenbesuche helfen mit, das Vertrauen zu erwecken und zu gewinnen, vor allem aber Einzelgespräche auf dem ihr zugewiesenen Zimmer im Betriebsgebäude während der Arbeitspausen. Allmählich hat sich auch die Gründung von Vereinsabenden als nutzbringend erwiesen, um ans der großen Masse der Arbeiterinnen einen kleinen Grundstock zu sammeln, bei dem eine persönliche Beeinflussung in tiefgehender Weise möglich ist. Obgleich die Arbeit erst feit dreiviertel Jahren besteht, hat sie doch schon Dank und Anerkennung sogar von feiten solcher Arbeiterinnen gesunden, die der Einrichtung zuerst mit Mißlrauen gegenüberstanden. Mujoc von Zander und Aenosten vor den Geschworenen. H.F. Breslau, 19. Juni. Es wird als erster Zeuge Rechtsanwalt Dr. Grothe (Hannover), ein naher Verwandter der Angeklagten v. Zander, aufgerufen. Ec habe dem Angeklagten v. Zander 3000 Mark geliehen und, da er sie nicht zurückerhalten konnte, eingeklagt. Sein verstorbener Vater habe dem Angeklaaten bedeutend mtchr geliehen. Es sei schon vor vielen Jahren in bei; Familie die Vermutung geäußert worden, daß Frau v. Zander geistig nicht normal sei. Sie soll einmal für 1000 Mk. Sachen zur Ausschmückung des Weihnachtsbaumes gekauft, bezw. auf Borg entnommen haben. Angekl. v. Zander: Ich wäre niemals in die Lage gekommen, mir Geld zu leihen, denn ich kam mit meinem Gehalt vollständig aus. Ich bin stets einer der sparsamsten Menschen gewesen. Ich rauche nicht und besuche niemals eine Restauration. Plötzlich erfuhr ich, daß meine Frau, in unsinnigster Weise Schulden aller Art gemacht hat. Sie hatte Waren in großer Zahl gekauft, deren sie absolut nicht bedurfte und sie auf dem Boden versteckte. Ich war aber aktiver Offizier und daher genötigt, die von meiner Frau gemachten Schulden zu bezahlen. Daher war ich genötigt, Darlehne aufzunehmen. Es wird danach der Feldwebel Stube als Zeuge vernommen. Frau Major v. Zander habe schriftlich eineu großen Posten Porzellan aller Art, Vasen, Sektgläser, einen großen kostbaren Kristallkronleuchter usw. bestellt. Angekl. v. Zander: Als er eines Tages nach Hause kam und den Kristallkronleuchter, das viele kostbare Porzellan usw. sah, sei er ganz erstaunt gewesen. Er habe die Sachen sofort zurückschicken wollen, denn er hackte damals Mühe, das Nötigste für den Haushalt zu beschaffen., Frau v. Zander bemerkt auf Beftagen des Vorsitzenden: Sie habe die Sachen bestellt, da sie der M- sicht war, Ihr Mann werde eine gute Stellung erhalten und er alsdann in der Lage sem, die Sachen zu bezahlen. — Vors.: Es fehlte aber doch gerade in jener Zeit in Ihrem Haushalt am Notwendigsten. In solcher Lage trinkt man doch keinen Sekt, wozu' bestellten Sie doch so viele Sektgläser? Angeklagte: Die mußten wir haben, wenn wir Besuch bekamen. Angekl. v. Zander: Es verkehrte bei uns keine Katze, wir bekamen überhaupt keinen Besuch. Der Lebeoslauf der Angeklagten v. Zander. Frau Major v. Zander wird über ihren Lebenslauf befragt: Sie sei mit 16 Jahren Hofdame der Prinzessin Friederike Henriette von Hannover geworden. Die moralischen Peitschenhiebe, die ich von dem Untersuchungsrichter erhielt, konnten mich nicht veranlassen, ihm auf alle seine Fragen Rede und Antwort zu geben. — Auf Befragen des Verteidigers, R.-A. Dr. Bie, gibt die Angeklagte zu, daß sie dem Baron Pawel von Rammingen Stoff zu einem Roman gegeben habe. Sie habe dem Baron sowohl die Erlebnisse ihres Vaters, der im Kriege Feldpropst war, als auch ihre Erlebnisse in den Hoflreisen Englands mitgeteilt. Die Prinzessin hatte jährlich 60 000 Mk. zu verzehren. Sie hatte 16 Dienstboten. Mir standen selbst zwei Zofen und ein Diener zur Verfügung. Es war das keineswegs etwas Außer- gewöhnliches, auf anderen Schlössern, insbesondere in England, fand ich einen noch bedeutend größeren Aufwand, vornehmlich, soweit es sich um Schmuckgegenstände handelt. Nachdem sie aus dem Hofstaat der Prinzessin ausgeschieden war, sei sie zu Vertvandten nach Moskau gekommen. Diese hatten jährlich 80 000 Rubel zu verzehren. Dort wurde sehr opulent gelebt. Im weiteren Verlaufe fragt der Vorsitzende, wie es komme, daß in Magdeburg für 7 00 Mark Gardinen gekauft worden seien, — Angekl.: Wir brauchten damals Gardinen, zumal wlr aus unserer Wohnung der vielen Wanzen wegen förmlich flüchten mußten und trotz des noch laufenden Kontrakts eine andere freistehende Wohnung bezogen. — Vors.: Sie konnten doch die Gardinen einfach zurückschicken. — Angekl.: Das konnte ich als Offizier nicht machen. — Dors.: Das verstehe ich nicht. In einer Aufzeichnung Zanders heißt es: „Gestern, war ich genötigt, mir 50Mk. von meinem Feldwebel' geben zu lassen." Im ferneren Verlause bemerkt die Angeklagte Frau v. Zander auf Befragen de sVorsitzenden: Es sei ihr bewußt gewesen, daß sie einen armen Offizier geheiratet habe. — Dorf.: Dann hätten Sie doch erst recht sparsam leben müssen. Wußten Sie denn nicht, daß ein preußischer Offizier feine Schulden haben darf? — Angekl.: Ich habe in preuß. Offizierskreisen vorher niemals, verkehrt. — Der Staats- 1 landn Cteinbmchs met und D 1 Lackierer, 1 Weißbind Lauimädche 2 Schmiede . . Wir schöner Hc Zeugnissen beim städt. Gies 3 Schn 2 Buchbind _ .1 Ziegl Maschinens» 1 Wckirau, 1 Haus- m Unter v°m 16. Ji bes Kreiskrc vauarbeiteu U Erd- n - Stemh 3. Betonc Zimm. 5. Dachd. , Speng 7- ®robfc ho» ?odinc °°u 19. ^'ns'cht der -lngebl ÖU °>r ”irb^ fei dem Un< ^rist verseh Verner a) b) e) 4) e) D g) "Bilder vom ButzbacherTrachtensest. Die Firma Heinrich Noll, Mäusburg, hat eine gröbere Serie Moment- ausnahmen vom Trachtenfest in Butzbach in ihrem Schaukasten zur Besichtigung ausgestellt. X Fellingshausen am Dünsbcrg, 20. Juni. Kaufmann A. Geisse in Gießen hat dem hiesigen Gesangverein zu seinem 15 jährigen Stiftungsfest einen silbernen F a h n c n n a g e l gestiftet. Lehrer Berg überreichte beni Verein das kostbare Angebinde und gedachte des edlen Spenders in einem dreifachen Hoch. — Butzbach, 20. Juni. Die mit dem H cimatp flcg e- und Volkstrachtenfest in Butzbach verbundene, bereits am 10. Juni eröffnete, reichhaltige Ausstellung für ländliche Kunstbestrebungen, die sich andauernd regen Besuches zu erfreuen hat, bleibt noch für einige Wochen geöffnet. ** Friedberg, 20. Juni. Die Stadt Friedberg erhebt im Rechnungsjahr 1906 an Ge mei n d e u m la g c n 95,087 pCt. Zuschlag oder 204 282 Mk. Hierzu foinmen an Kirchensteuern 8480 Mk. (6,62 pCt.) für die Evangelischen im Stadtteil Friedberg, 1484 Mk. (13,251 pCt.) für die Evangelischen im Stadtteil Fauerbach und 1484 (9,386 pCt.) für die Katholiken. Die israelitische Religions- gemeinde erhebt 7100 Mk. (29,496 pCt.). § Laubach, 20. Juni. Der Großh. Oberst-Hofrnarschall von Westerweller und Se. Ex. der englische Gesandte in Darmstadt Mr. Grant-Duff kamen heute morgen 9.47 Uhr hier an und besichtigten unter der Führung des Großh. Forstmeisters Andre die Stadt Laubach, sowie das Schloß, in welch letzterem ihnen Kammcrrat Bröckclmann die hochinteressante Bibliothek zeigte. Dann nahmen die Herrschaften bet Forstmeister Andre ein warmes Frühstück ein und siihren mit dem Wagen weiter nach Hungen, um dort den 1 Uhr Zug nach Büdingen zu erreichen, welche Stadt nebst Schloß sie ebenfalls besichtigen wollen. w. Heldenbergen, 18. Juni. Vom 16. bis 18. d. M. fand hier das 3. Gauturnfest des Niddertal-Gaues, mit dem die Fahnenweihe der Turngent. Heldenbergen verbunden war, statt. Zahlreiche Preisturner trafen schon Samstag abend hier ein. Mit Eintritt der Dunkelheit ordnete sich ein Festzug nach dem an der Nidder gelegenen, geräumigen Festplatze, tvo man bei den Wessen der Festkapelle und turnerischen Darbietungen bis nach Mitternacht verweilte. Sonntag früh um 6 Uhr begann das Wetturnen, das bis 11 Uhr andauerte. Der Turnwart der hiesigen Turngemeinde errang den 1. Preis; der Ehrenpreis kam nach Klein-Karben. Nach 12 Uhr rückten die munteren Turnerscharen von allen Seiten herbei und nahmen die Begrüßung des 1. Sprechers entgegen. Mit Begrüßtmgsgesang und Weiherede wurde die Enthüllung der neuen Fahne vollzogen. Hierauf bewegte sich der Festzug nach dem Festplatze, wo munteres Leben die Festgäste bis fast zum frühen Morgen beisamutenhielt. Der dritte Festtag galt den Bewohnern, die sich nachmittags auf dem Festplatze versammelten tind mit Tanz, Spiel, Bewirtung der Schuljugend, Feuerwerk tc. das Fest beendeten. 6. Ems, 20. Juni. Der Herzog Ernst von Sachsen-Altenburg ist nach beendigter Kur nach Wilhelmshöhe gereist. Frait Gräf, die Gattin des Pächters der „Vier Türme", erhielt ein Kollier mit Brillanten, Fräulein Heyer, die Tochter des Besitzers des Heyerschen Inhalatoriums, eine feine Schmuckschale, Bademeister Duchmann ein Paar Manschettenknöpfe, Dr. med. Baur, der Badearzt des Herzogs, eine goldene Uhr. Jahresversammlung Deutscher Bibliothekare. Der diesjährige siebente de titsche Biblio- th ekartag, der in der Pfingstwoche in den Räumen des preuß. Abgeordnetenhauses in B e r l i n verhandelte, war, wie wir der „Münchener Allg. Ztg." entnehmen, ungewöhnlich stark besucht und nahm einen äußerst anregenden, schönen Verlauf. Der wichtigste Gegenstand der Beratung war die F r a g e des allgemeinen deutschen Gesamtkatalogs, deren tief einschneidende Bedeutung im Maiheft der Südd. Mouatsh. von Erich Petzet auch weiteren Kreisen auscinandergcsetzt worden ist. Auf dem vorjährigen Bibliothekartage in Posen, wo Vertreter Bayerns vollständig gefehlt hatten, war der Gesmntkatalog naheztt einstimmig gefordert worden, und der Gießener Bibliotheksvorstand, Geheimerat Professor Dr. H. Haupt, blieb damals mit seinen schweren Bedenken gegen dieses Riesenunternehmen säst ganz isoliert. Wie sehr seine Anschauungen unterdessen an Boden gewonnen haben, bewiesen die diesjährigen Verhandlungen, in denen der Königsberger Bibliolheksdirektor Boysen die große Idee durch einen neuen Organisationsenlwurs zu retten suchte, sodaß nun drei verschiedene, sich gegenseitig ausschließende Pläne eines deutschen Gesamtkatalogs von E r man, Schwenke und Boysen vor- ltegen. In der lebhaften Diskussion überwogen die sachlichen kritischen Bedenken weitaus die zuversichtliche Zustimmung. Als springender Punkt trat immer wieder hervor, daß die deutschen V i b l i o 11) c f e n sämtlich noch lange nicht ausreichend mit finanziellen Mitteln und Arbeitskräften ausgerüstet sind und zuerst nach dieser Seite befriedigende Zustände anstreben müssen. Ferner wurde die vollständige Unklarheit der Dimensionen des geplanten Unternehmens stark betont, dessen Kosten nach einer unwidersprochen aebliebenen Berechnung allein für Bayern weit über eine Million Mark betragen dürften. Endlich ergeben sich in bezug auf die an den verschiedenen Bibliotheken verfolgten Katalogisiertingsgrundsätze so große Verfchiedenheiten, daß auch nach der rein technischen Seite die Schwierigkeiten des allzu idealen Planes ins hellste Licht traten. Das Ergebnis der Verhandlungen war dementsprechend die Feststellung, wie ivenig noch die ganze Frage geklärt ist, das; für Bayern und Hessen aus praktischen Erwägungen und nicht aus partikularistischen Be- weggninden auf Jahre hinaus ein Anschluß unmöglich ist, uni) das; auch das preußische Unternehmen tiefgehender Aende- rungen bedarf, wenn es zu einem einigermaßen ersprießlichen Ende geführt werden soll. Ter Bibliothekar tag des Jahres 19 0 7 wird voraussichtlich in Gießen ftattfinbcn. Verbandstag deutscher Hochschulen. Hamburg, 18. Juni. Ein Vegrüßungsabend der Teilnehmer am zweiten ordentlichen Verbandstag der deutschen Hochschulen sand in den Räumen des Vereins für Kunst und Wissenschaft statt. Stud. Lennenschloß von der präsidierenden Burschenschaft „Alemannia" in Bonn eröffnete den Kommers. Hierauf beivillkommnete der Vorsitzende des akademischen Bismarckausschusses in Hamburg, Tr. med. H. v. Reiche, die Hochschulvertreter. Der akademische Vismarckausschuß, so führte er aus, habe sich zur 2lufgabe gestellt, die 2lltherrenschaften der Korporationäverbände in Hamburg zu vereinigen mid ihre Interessen zu vertreten und die alten Herren bei den patriotischen Veranstaltungen zusammenzuführen. Aber auch die Interessen der Aktivitas zu fördern sei er stets bereit und habe daher gern die Vorarbeiten für diese Tagung übernommen. § 1 der Satzungen stelle den Zweck des Verbandes fest: Einigung der deutschen Studentenschaft zur Vertretung und Förderung der allgemeinen studentischen und nationalen Interessen, sowie unter Ausschluß j e d er aktiven Politik. Mit besonderer Betonung sei das Wort „deutsche Studentenschaft" gebraucht. Deutsche Gesinnung unter der deutschen Studentenschaft zu pflegen, alles Undeutsche zu bekämpfen, sei der deutschen Studenten Pflicht. Vertreten waren die Stndentenverbande der Universitäten Berlin, Bonn, Freiburg, Gießen, Göttingen, Greifswald, Halle, Jena, Leipzig, Marburg, Münster, Rostock und Straßburg, ferner der technischen Hochschulen Aachen, Charlottenburg, Braunschweig, Danzig, Dresden, Hannover, Karlsruhe und Stuttgart, sowie der- Bergakademien Berlin, Elausthal und Freiberg. Der Verbandstag nahm prinzipielle Stellung zu der Frage, ob auch tierärztliche Hochs ch u len in den Verband ausgenommen werden können. Nach längerer Erörterung wurde diese Frage einstimmig bejaht. Längeren Raum nahmen die Besprechungen über die wirtschaftliche Sicherstellung der VerbandSzeitschrift'„Die Deutsche Hochschule" ein, die durch Einsetzung eines besonderen Ausschusses zur Prüfung der vorliegenden Frage beendigt wurden. Auf Vorschlag des Vororts wurde beschlossen, am Bismarckdenkmal einen Kranz niederzulegen. Hieraus hielt der Vertreter des Vorortes ein eingehendes Referat über die Organisation der einzelnen Siudentenverbände. An dieses Referat schloß sich die Berichterstattung der Vertreter über die an ihren Hochschulen bestehenden Organisationen. Verrnischtes. * Eine Großsta dt, die nicht wächst, ist Krefeld. Schon seit Jahren bleibt ihre etwa 106 000 Köpfe betragende Einwohnerzahl in einem gewissen Beharrungszustand. Nach einer neuen Statistik ist im verflossenen Monat die Zahl der Einwohner sogar um 315 Personen ziirückgegangen. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 19. Juni. Der Verwalter A. Sch. von Steinfurth war wegen Urkundenfälschung unter 2ÜnFlage gestellt. Er hatte versäumt feinen Wohnungswechsel rechtzeitig beim Bezirkskommando anzumelden, weshalb er, um einer Bestrafung zu entgehen, das Datum der Abrneldebescheinigung in seinem Militärpaß auS- radierte und ein späteres beifügte. Er gestand die Fälschung sofort bei dem Bezirksfeldwebel ein, der die Anzeige veranlaßte. Mit Rücksicht auf feinen guten Leunrund ließ ihn das Gericht mit der Minimalstrafe von einem Tag Gefängnis durch- kommen. Es wurde ihm nahe gelegt, auf dem Gnadenwege Umwandlung der Freiheitsstrafe in eine Geldstrafe, oder bedingten Strafauffchub zu erstreben. Ein wegen Trunksucht entmündigter Einwohner von Grün- berg O. W., Zimmermann, kam in die Wohnung einer ihm bekannten Familie, wo er ein 12 jähriges Mädchen allein antraf. Er benutzte die Abwesenheit der Angehörigen des Kindes, um ein schweres Sittlichkeitsverbrechen an ihm zu begehen. Nachdem er im Vorverfahren alles geleugnet hatte, gab er während der Verhandlung die Tat teilweise zu und zum -Schluß gestand er ein, daß die Angaben des Kindes völlig der Wahrheit entsprechen. Die Tatsache, daß ihm das Kind wenig Widerstand entgegengesetzt hat, sowie der geringe moralische Schaden und die durch die Trunksucht hervorgerufenc geistige Minderwertigkeit, wirkten strafmildernd, sodaß von der beantragten Zuchthausstrafe abgesehen wurde. Angesichts des Umstandes, daß er ein zu solchen 2lusschreitungen neigender Mensch ist, hielt das Gericht doch eine erhebliche Gefängnisstrafe für angezeigt und diktierte ihm 1 Jahr 6 Monate zu, nebst Aberkennung der Bürger* lichen Ehrenrechte auf 5 Jahre. Durch das hiesige Schöffengericht war der Heizer G. W. von Sindersfeld ioegen Betrugs zu 2 Wochen Gefängnis verurteilt worden. Er hatte sich zu Lollar eingemietet und sich so gestellt, als sei er sehr bemittelt, sodaß ihm Kost und Logis längere Zeit anstandslos auf Kredit gewährt wurde. Nachdem er einen größeren Geldbetrag schuldig geworden war, verschwand er heimlich unter Mitnahme seiner Effekten und Hinterlassung der Schuld. Das von der Staatsanwaltschaft und deut Angeklagten angefochtene Urte i l blieb bestehen, da letzterer zum Termin nicht erschien und die Staatsanwaltschaft ihre Be- rnsiing znrück;og. (5crid?tefaaL (sd.) Darmstadt, 20. Juni. Musketier Fr. Juckel von der 2. Komp, des Infanterie-Regiments Nr. 116 in Gießen war. vom Kriegsgericht wegen Achtungsverletzung zu drei Wochen strengen Arrest verurteilt worden. Er und auch der Gerichtsherr, dem die Strafe zu niedrig dünkte, legten Berufung ein. Das Oberkriegsgericht erhöhte die Strafe auf vier Wochen streng. (fc.) Mainz, 20. Juni. Vor einigen Wochen an einent Sonntag nachmittag schleppten 2 Burschen das 4jährige Töchterchen einer in der Synagogenstraße wohnenden Familie in den Gonsenheim er Wald und taten ihm dort Gewalt an. Als Täter wurden Schuhmacher Weber und Küfer Faulhaber ermittelt. Heute standen die beiden Wüstlinge vor der Strafkammer. Weber wurde zu 5, Faulhaber zu 4 Jahren Zuchthaus verurteilt. Während der Verhandlung war die Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Eisenach, 20. Juni. Wegen Beleidigung dreier Agitatoren des Reichsverbandes zur Bekämpfung der Sozialdemokratie wurden heute der Vorsitzende des Eisenacher sozialistischen Vereins, Runknagel. und der sozialdemokratische Reichstags-Kandidat für Eisenach, Leber, zu je 50 Mark Geldstrafe verurteilt. Hamburg, 20. Juni. In der Klage der Hamburg-Amerika- Linie gegen 142 Schauerleute auf 12000 Mark Entschädigung wegen Kontraktbruches am 1. Mai, wurde heute nach 31/2 stündiger Verhandlung vor dem Gewerbegericht durch die Vernehmung eines Stauers und seiner drei Gehilfen der Beweis darüber geführt, ob die Beklagten annehmen könnten, daß es ihnen freistehe, am 1. Mai zu feiern, oder ob es ihnen bewußt war, daß sie durch Verweigerung ihrer Mitarbeit konttaktbrüchig feiert. Zunächst soll ein ettoaiger Kontraktbruch durch ein Zwischenurteil und in späteren Terminen die eventuelle Höhe der Entschädigung festgestellt werden. Am nächsten Mittwoch soll ein Beschluß verkündet werden. Mrchttche Nachrichten. Israelitische Religionsgesellschast. (£> ottes bi en II. ©abbatbfeier am 23. Juni 1906: Freitag abend 8.00 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr Predigt. Nachmittags 4.00 Uhr. Sabbathansgang 9.40 Uhr. Wocbenaottesdienst: morgens 6.00 Uhr, abends 8.00 Uhr. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. Temperatur der Lahn und der Luft in der M ülle r'schen Badeanstalt. Wasser 17 ° R. Juni 1906 Barometer nur 0° reduziert Temperatur der Luit Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 20. 2’6 755,8 21,3 11,9 64 NE 4 Sonnenschein 20. 9” 755,8 17,4 13,4 91 E 2 KlarerHimmel 21. 725 756,4 14,0 11,1 94 NE 4 Sonnenschein Höch te Tem perntur am 9—2 ). Juni — 4 21,6° C. Niodriatte H 19.—20. „ ---- + 14,8° C. Anlnrr.an rA nc ist die ans allerseinsten Rohmateri- HUI Qiicn hergestellte und für die zarteste Haut der Frauen und Kinder MvrT'imK neaifti seit Jahren bewährte * 1 UUHIiovllv» b8/tj Ans Stadt nnd Land. Gießen, den 21. Juni 1906. ** Empfangen wurde von S. K. H. dem Großherzog am Mittwoch u. a. Badekommissar von Gr 0 l - mann aus Bad-Nauheim zum Vortrag. •* Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Friedr. Hill ans Neu-Bamberg die zweite Lehrerstelle an der Gemeindeschnle zu Gronau. — Bestätigt wurde der von den Freiherren Löw von und zu Steinfurth, Stadener Linie, auf die erste Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Steinfurth präsentierte Schulamtsaspirant Hch. Hildebrand aus Nieder-Weisel. -"Museum des Oberh. Geschichtsvereins. Die Sammlungen haben sich in letzterer Zeit sehr erfreulich vermehrt und reges Interesse in der Bürgerschaft trägt dazu bei, das Museum immer reichlicher auszugestalten. Mit besonderer Genugtuung ist es begrüßen, daß Kirchengemeinden ihre alten; im Gottesdienst nicht mehr zu gebrauchenden Geräte als Leihgabe dem Museum überlassen. Es ist dadurch Gelegenheit geboten, dem größeren Publikum diese ehrwürdigen, interesscnten Stücke vorzuführen. Sehr schöne Abendmahlkannen, Kelche, Hostiendose hat die evangelische Kirchengemeinde zu Steinbach dem Museum zugewiesen. Eine sehr beachtenswerte in Kupfer getriebene Zunftkanne der Brauer hat Brauereibesitzer Förtsch dem Museum als Leihgabe überlassen. Kommerzienrat Emmelius stiftete zweiUniversit äts-Jubiläumsmünzen von Gießen aus dem Jahre 1707. Den Gebern auch an dieser Stelle befielt Dank. ** Ein „armer' Handwerksbursche. Gestern vormittag erschien auf der Polizei ein Fremder und verlangte in die Klinik gefahren zu werden. Er hatte den einen Fuß entblößt und an der großen Zehe eine unbedeutende Verletzung. Da der Mensch auch angetrunken und nicht fort- zubringen war, wurde er zur Klinik gefahren und dort, nachdem ihm ein Verband angelegt worden war, wieder entlassen. Jetzt konnte er marschieren, er ging bettelnd von Haus zu Haus und als er auf Beschwerde von Leuten hin von Schutzleuten verhaftet werden sollte, war es mit dem Gehen wieder vorbei, er legte sich hin und wurde in das 2lrresthaus gefahren. Heute morgen, nachdem sein Rausch ausgeschlafen war, konnte er seine Schuhe wieder anziehen, der Fuß war geheilt, er konnte wieder laufen« jtnttoalt fteHt fest, daß die v. Zand er sch en EMeute 1897 Weit über 13 000 Mk. Darlehen ausgenommen hatten. Aus weiteren Tagebuchaufzeichnungen geht hervor, daß die v. Zanderschen l^eleute bisweilen sehr opulent gelebt haben. Sie haben 'Austern gegessen, Wein getrunken usw. In einer Auszeichnung heißt cs: Marie hat ein sehr gutes Essen bereitet. Es gab Kraftbrühe, Fisch, Braten, Gemüse ,und dazu einen vorzüglichen Wein. In einer weiteren Aufzeichnung heißt es: Da ich auf den Zug zu lange warten mußte, kaufte ich mir kurzer Hand ein Fahrrad. Die Einweihung der Dankeskirchc in Vad-Rauhcim. (Original-Artikel des Gießener Anzeigers.) W. Bad-Nauheim, 21. Juni 1906. Wiederum ist unsere herrliche Badestadt um einen Pracht- Kau reicher geworden. Stolz und erhaben steht sie da, die neuerbaute Dankeskirchc, in würdiger Feier wurde sic heute ihrer Bestimmung übergeben. Als Ende der 80 er und Anfang der 90 gcr Jahre des vergangenen Jahrhunderts sich unsere Badcvcrhältnisfc immer besser gestalteten, als die Frequenz unseres Weltbades von Jahr zu Jahr zunahm, da machte sich auch bald fühlbar, daß unsere alte, ehrwürdige Wilhelmskirchc den Verhältnissen nicht mehr gewachsen sei. daß sie durch einen monumentalen Bau, wie er einer Badestadt geziemt, ersetzt werden müsse. Ganz besonders sympathisch war dieser Gedanke den: im Jahre 1892 hierher versetzten Pfarrer Otto W i s s i g. Er ist die Triebfeder des raschen Gelingens, ihm gebührt in allererster Linie der Dank, daß heute eine so stolze Kirche auf dem Ludwigsplatz Platz gefunden hat. Pfarrer Wissig gab dem Gedanken zunächst dadurch greifbare Gestalt, daß er einen Kirchbauverein gründete. Fast alle Bad-Nauheimer evangelischen Bürger schlossen sich diesem Verein an, und tragen nun schon über zehn Jahre alljährlich einen ansehnlichen Betrag zur Kaffe des Kirchbauvereins bei. Auch bei Festivitäten wie Kindtauscn, Hochzeiten u. dgl., ebenso bei Stcrbefällen wurde sehr oft der zu erbauenden Kirche gedacht und ein Scherflein beigetragen. Eine ganz bedeutende Unterstützung aber fand diese Sammlung durch Kurgäste, die aus DankbaAcit über ihre Wiedergenesung reichlich Mittel fließen ließen, ja zum Teil sehr hohe Summen in Gestalt von Stiftungen der Kirche vermachten. So ist die Sammlung bis zum heutigen Tage auf ca. 170 000 Mark gestiegen. Ausgeschlossen von dieser Summe ist jedoch eine Stiftung für die neue Orgel mit 21 000 Mark und ferner die Stiftung für die Glocken mit 20 000 Mark. Immerhin aber ist eine noch größere Summe als der vorhandene Baufonds erforderlich bis die Gesamtschuld getilgt ist. Erbaut wurde die Kirche von den hiesigen Bausirmcn Stamm und Steuernagel unter Leitung des Architekten Hofmann, Herbom. Sie steht auf dem Ludwigsplatz, der Stelle, wo früher der alte Kursaal stand. Die Kirche ist aus Lungsteincn gebaut und faßt ca. 800 Sitzplätze. Der Turm ist 70 Meter hoch. Von ganz wunderbaren Stiftungen sind besonders einige Fenster, das Taufbecken und das Altarkreuz hervorzuheben. Was die eigentliche Einweihungsfeier mdangt, so wurde dieselbe cingeleitet durch Läuten der Glocken auf der Wilhelmskirchc. Punkt 10 Uhr erschien S. K. H. der Großherzog. Vort hohen Herrschaften waren außerdem anwesend Staatsminister Ewald, Geheimrat Wilbrand, Dr. Georg Becker. Seitens der Kreisbchörde erschien Kreisrat Fey, ferner Gras Oriola, Schulrat Süß, bie Landtagsabgg. Breideirbach und Damm, als Vertreter des Konsistoriums waren zugegen Prälat Walz und Superintendent Petersen. Außer den Behörden der hiesigen Stadt waren viele Geistliche des Dekanats anwesend. Mi 2lNkunft S. K. H. des Großherzogs fand zunächst die Schlüsselübergabe statt und sodann erfolgte der feierliche Einzug in die Kirche. Der Mäserchvr der Krirkapelle spielte währenddessen die Melodien: „Ein feste Burg", „Wachet auf, ruft uns die Stimme" und „Tut mir auf die schöne Pforte". Nun hielt Superintendent Petersen aus Darmstadt die Weihcredc. Nach einem kurzen Geläute der neuen Glocken, spielte Professor Franke aus Köln-Lindenthal die Orgel, worauf ein Frauenchor unter Leitung des Lehrers Diehl „Komm heilger Geists", zweistimmiges Lied von Bvrtniansky sang. Hieran reihte sich eine Liturgie. Alsdann sang ein Männerchor, zu welchem sich alle Bad-Nauheimer Mämicpgcsangvcreiue verbunden hatten unter Leitung des Lehrers Be ch10 ls he i m er den Ehor „Früh wollst du" von L. v. Beethoven. Unmittelbar an diesen Ehor schloß sich die Festrede des Pfarrers Wissig. Daraus sang Frauen- und Männcrckwr, verstärkt durch Orgel und Posaunen „Lobe den Herrn, meine Seele". Nach Gebet und Segen war hierauf die Einweihung beendigt. Nach Schluß der Feier nahm S. K. H. der Gwßherzog im Kurhaus das Mittagessen ein, zu dem u. a. die Vertreter der Regierung, die Geistlichkeit, der Bürgermeister und der Kur- direktor NNladungen erhalten hatten. Kreis l» £ 5» r-» »«■*• = 2 6r w G CD o o 1.0 o CI lSO <-* x. D; " 2 ~ Z c s = >2 Z d OS» « L .ct £ S> c 'S © «u © >b _ — :e o :jO 5 c) s X ea CT -g ,—. oa <=Q a «I O -O VD = G »g'JS 5 s E s e?g» . o . eo . -* S fe» s s r— >b 6* (9 3^2 errr-GK C ± O sa -° *3 S 2- — o 15" ca.— 5 o ■ - *e S ij 2s cj OD « -_> iCT t_, p-, o ;— * Lo CD «ft •-' c oo — —‘ E * o ““ CT £ O - — = w — en d. S *S -° en vo % eite— Ä SHX“ >CT 2.VD @<"2'2 O 2 - CT ° •. — u» — ^7 CT -° <32 c CT e O ".ES ? ° A w । o = 2- c o CT D. = K 2- H ° 2 3W 5 •§ e . Z> :Q Q a CT-A Ü. B"C CT § ct ~ «V 3 o - CQ = 2 = = U <— o - • § g>a la- — oa . CT u o, — CT O |®S - ~ o °°ga-’~ L-O es E« s L CT E*ö . D 2 L-^S G •Z CT.2 c CT CT ' O — u> •-» -Z L CT - CT“ 10 A - S'S'-SÄy K> N c "3 »ft c~> o — CT :- .— CT c .53 o ._ <-- =- CT CT 2 « O H,| J en .X C? ’-< ’Z c t— . _O CT- d •_> L ( 9 = e?±: _ ’ ZV 3^'CT e* Ö A§ S«Z A «'S- V)KrZ &.S2 = M g’sÄ.te ,‘^_'XS' <^o 2- o — ”.*3 2 te'S'Q --^L 59 □. C v' — c, « « - 2 e S § Äfi o Je CT Ä = Ö CTS Jo .. «..S» CT.2. CT 3 © *G CT 'S" CT W CT s-, CT 2 C o CT - Z 2 S o 2 - . «»§» CT 3 CT 2 e .= §'-L— L ~ «-. CT ct ££■«_ - <= = r 5 « = g) 'S 3 „ Ko E 'S « *o <« ZZCT ^>s§rsA^.^ ^2,® EZCT 2 'S ’S' s CT“ CTS — — ~ — » *» _ » •E-'s - « s « CT « sDZ Städtischer ArbeitRachrveiS Tießes. Gartenstraße Nr. 2, Zimmer Nr. 2. ES töuncn eingestellt werden: 1 landwirtschaftl. Knecht, 3 landwirtsch. Arbeiter, Ziegelei- und Steinbruchsarbeiter, 9 Bauschlosser, 2 Spengler, Eisenoreher, For- mcv und Maschineuschlosier, 1 Wagner, 10 Schreiner, 2 Drechsler, 1 Lackierer, 2 Schneider, 2 Schuhmacher, 2 Friseure, 1 Glaser, 1 Weißbinder, 1 Installateur, 1 Hausbursche, 4 Lauffrauen und Lausmädchen, 1 Kutscher, Dienstmädchen, 1 Arbeiter (Montags), 2 Schmiede. Lehrlinge: 3 Schmiede, 2 Spengler, 1 Schlosser, 1 Mechaniker, 1 Wagner, 2 Buchbinder, 2 Schreiner, 1 Glaser 1 Kaufmann. ES suchen Arbeit: B*7e 1 Ziegeleiarbeiter (Nmgosenseher oder Brenner), 1 Bau- und Maschinenschlosser, 1 Heizer, 1 Schreiner, 2 Wasch- und Putzfrauen, 1 Flicksrau, 1 Reisebegleiterin oder Stütze der Hausfrau, 1 Lauffrau, 1 Haus- und Bureauoiener. Bekanntmachung. Wir suchen für sofort einen jüngeren Schreibgchilfen mit schöner Handschrift. Selbstgeschriebene Bewerbungen sind mit Zeugnissen unter Angabe der Gehaltsansprüche bis 1. Juli d. Js. beim städt. Armenamt, Neuen Bäue 25, einzureichen. Bl% Gießen, am 19. Juni 1906. Tie Armen-Deputation der Stadt Gießen Curschm ann. den 12400 Stück Tonnen kg 6. 7. 1. 2. a) b) e) d) e) f) 12000 Mk. 1050 „ 3200 „ 3000 , 7950 „ 4550 „ 900 , 120 „ Ztr. cbm 780 840 410 190 45 20000 Grubensand . Basaltgrus Portlandzement Steinhauerarbeiten a) in Lungstein veranschl. zu b) in Sandstein „ „ Betonarbeiten veranschlagt zu....... v"/s wird zur Bedingung gemacht. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Alsfeld, den 15. Ium 1906. ,, Der Großherzoglrchs Krelsbaulnspektor. I. V.: Schimpf. Zimmerarbeiten verans6üagt zu..... Dachdeckerarbeiten (Schiefer) veranschlagt zu Spenglerarbeiten veranschlagt zu .... Grobschlosserarbeiten veranschlagt zu ... Bedingungen, Pläne und Voranschläge liegen vom Dienstag 19. J„ni l. I. ab auf dem Bureau des Unterzeichneten zur Einsicht'der Bewerber offen. Angebote müssen in Prozenten ausgcdruckt und bis ZUM 7. Juli l. I. 3. 4. 5. g) Eisenlieserung . , . ,r „ . - Die schriftlichen Angebote sind glelchfalls m geschlosse,rem Kouvert und entsprechend bezeichnet bis zum 7. Juli l. Js. an obengenannter Stelle einzureichen. Die Einsichtnahme in die Plane und sonstigen Unterlagen Aeb eitsv ergebnng. Unter Zugrundelegung der allgemeinen durch Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 sestgeleqteu Bedingungen sollen zur Erbauung des Krciskrankenhauses zu AlSleld die nachstehend bezeichneten Roh- bauarbeiten vergeben werden: Erd- und Maurerarbeiten veranschlagt zu . . vormittags 11 Uhr bet dem Unterzeichneten, verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, eingereicht fein. Ferner kommen zur Vergebung folgende Materiallieferungen: ' Schwemmsteine 19,ig.28.[2837 (Sine 2- u. 3-Zimmerwohn.p. sof. ztl verm. Walltorstr. 35. [3790 Dienstmädchen Familie gesilcht. Moltkestr. 2,-r, p. >04453 Lauffrau oder -Mädchen für kl.Fam.sof.ges. Steinstr. 1ö,p. („^» Für unsere Dameuschnciderei Kraft. Hausbursche der auch vllVW ^„em Pferd umzugehen ver- Seltersweg, zu vermieten. [309 rte()t gegen guten Lohn gesilcht. Näheres Blockstraße 1. 3787] Ludwigstr. 31. Walliorstr. 24 ist eilt Lade» mit oder ohne Wohnung alsbald figlUCH zu verm. Näh. Westanlage 6. [10b81 die Gärtnerei erlernen will, Mravcr Junge sucht Lehrstelle bet einem Handwerksmeister. 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Es ist immer mehr Sonderwi die ihr Mög durch,Mücke gewissen Sp bringen, Mehrung dee der Würde l und es ist tenten an e Parlament c tarische s und nicht Weniger, b- Kammer br .. Taß de Ä 6ewiß ( Egeordneü Ulogen sie < teidigt. W ihren sich das lest ausgerottet Verhältnisse ist nicht aus . .„Wer loci Ml, weil er Sache be ^n-cht zu stellitzsck sJunerst' N-bei sein« ^chubunge sielernt. Ä °Uf ih »'te "■jS1“ ÄT; S6tn dÄ