Nr. 245 Zweites Blatt Rotationsdruck und Verlag der Brühl'scher, Universitätsdruckerei. R. Lange, Gießen. Redaktion, Expedition ».Druckerei: Schulstr.7. Tel. Nr. 51. Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen. ErscheinttSgssch mit Ausnahme des Sonntags. Die ,,Eigener ZamiNenblätter" werden dem »Anzeige viermal wöchentlich beigelegt. Der „hesflsche^andwirt" erscheint monatlich einmal. 156. Jahrgang Donnerstag 18. Oktober 1906 Giehener Anzeiger General-Anzeiger, Amiz- und Anzeigeblatt für -en Kreis Gießen. gSSSSeSjMUlMMWMimi .11 ■■■Ml —n,l.l.„ ,, ........ ____________ Äetanntmachmg. Bett.: Feldb^inigung in der Gemarkung Borsdorf. Samsta. den 27. Oktober 1906 findet die Versteigerung derMassegrundsiücke obiger Feldbereinigung an Ort und Stelllfiatt. Zusammerxnft im Rathaus zu Bors dorf, vormittags 9 Uhr, woselb auch die Versteigerungsbedingungen bekannt gegeben werden Büdinge, den 9. Oktober 1906. Der roßh. Feldbereinigungskommissär: S nittspahn, Kreisamtmann. GeKauntmachimg. Betr.: Feldberei^ung in der Gemarkung Gießen, links der Lahn; hi: die Arbeiten des III. Abschnitts (l. Teil einschl. di zur Grenzregulierung zugczogenen Teile aus den Gemarkungen Launsbach, Wißmar und Wieseck. In der Zeit »om 16. Oktober l. I. bis einschließlich^ 29. Oktober l. Js. Len auf dem Bureau der Großh. Bürger- mreisterei Gießen I Arbeiten des III. Abschnitts (I. Teil) und der infolge Grzregulierung aus den Gemarkungen Launsbach, Wißmar md Wieseck zugezogenen Grundstücke, nämlich: A. V e züglichGemarku n g Gießen (links der Lahn). 1. die Zuteilungarten, 2. die Gütergesckse, 3. das ZuteilungerzeichniS, 4. das Obstbaumrzeichnis, 5. das Obstbaumghoß, 6. das Protokollbr. L. Bezüglich d; Gemarkungsteiles von Wißmar: 1. die ZuteilungSkar 2. das Gütergeschoß, 3. daS ZuteilungSveiichniS, 4. das ObstbaumverchniS, 5. das Obstbaumgesch. C. Bezüglich de Gemarkungsteiles von Launsbach: 1. die Zuteilungskarte 2. daS Gütergeschoß, 3. das Zuteilungsverz')niS. v. Bezüglich der folge Grcnzregulierung mit Wieseck zugezo gen> Grundstücke: 1. die Zuteilungskarten, 2. das Gütergeschoß, 3. das ZuteilungsverzeiüS, 4. das Besitzstandsverzeilis. L. Ein Geld ausgleiungsverzeichniS über dieZuteilungindenvorbeichnetenGemarkungs- teilen. Tagfahrt zur Entgegennah von Einwendungen hiergegen findet statt: Dienstag, den 30^ktober l. Js., vormittags von l/2 — 11V2 Nhr, auf dem Bureau der Goßh. Bürgermeisterei Gießen, wozu ich die Beteilen unter dem Anfügen einlade, daß die Nichterscheinend mit Einwendungen ausgeschlossen sind. Einwendungei sind schriftlich abzufassen, zu begründen und auf Papier: Aktengröße (mindestens V» Bogen) einzureichen. Friedberg, den 10. Oktoc 1906. Ter Großherzogliche Fckbbekn igüngskoni in kssär? Spam er, Knamtmann. politifebe Taesschau. Weltfremdheit der ireaukratie. Es ist gleich von Anfang arveim Erscheinen der Auszüge aus den Denkwürdigkeite des Fürsten Hohenlohe, soweit diese Auszüge mit t Vorgeschichte des Rücktritts Bismarcks sich beschäftigten, n mehreren Seiten darauf hingewiesen worden, daß doch wei Kreise bis zu einem gewissen Grade auf diese Veröffentliäng vorbereitet waren und daß es verwunderlich erscheint daß der Kaiser durch seine Umgebung nicht davon in Mtnis gesetzt worden sei. Auch die konservative „Kreuzztg." nft die Frage auf, warum die verantwortlichen Berater der Kne den Monarchen nicht rechtzeitig auf das Erscheinen der Dkwürdigkeiten aufmerksam gemacht und vor der unliebsam« Ueberraschung bewahrt hätten, die sich in dem Kaisertelramm ausspricht. Man steht hier in der Tat vor einem ätsel. Der Kaiser, der selbstverständlich nicht alle Neuerstinungen der politischen Literatur persönlich verfolgen kann, ird sonst informiert nicht nur über Artikel der inländischen ld ausländischen Presse, sondern auch über bemerkenswerte litische und sozialpolit. Broschüren, Abhandlungen, kritischeNudien aller Art usw. Ebenso werden dem Kaiser politischMayS aus Zeitschriften vorgelegt. Da ist es allerdings einchwer begreifliche Unterlassung, daß die Hohenlohe-Denkwüigkeiten unbeachtet geblieben sind und daß anscheinend niwnd in dec Umgebung des Kaisers mit einem Wort die iemoicen erwähnt hat, obschon bereits vor Monaten Einze'iten daraus in Zeitschriften übergegangen sind und obivl Aufzeichnungen von einer Persönlichkeit, wie der des drill Kanzlers, gewiß nicht zu dem Alltäglichen zählen. Man yt wohl kaum fehl in der Annahme, daß diese Unterttsung vom Kaiser gerügt worden ist. Selbst die ^flujjjtg.", die häufig die ^üureaukratie in Schutz nimmt gege Angriffe aus dem lib. oder sozialdemokratischen Lager, sieht sich genötigt, auf .eine gewisse Weltfremdheit, auf das Ueberwiegen des einseitig bureaukratischen Elements in der Behandlung auch höherer Staatsinteressen" zu schließen. Diese „Weltsremdheitt der Berliner Bureaukratie ist vielfach zu bemerken gewesen, sie hat unseres Erachtens auch in dec auswärtigen Politik durch unzulängliche Vertretung der deutschen Interessen in Zeitungsorganen, während andere Staaten brillant das Instrument Presse zu spielen wissen, empfindlich geschadet und sie wird noch mehr Nachteile herbeiführen, wenn nicht bald der Bedeutung eines zeitgemäßen Preßwesens Rechnung getragen wird. Die „Kreuzztg." bemerkt mit Recht, daß Fürst Bismarck schwerlich einer solchen Ueberraschung wie der in Betracht kommenden ausgesetzt gewesen fein würde. Die „Times" schreibt, soweit bisher ersichtich, sei keine Spur ungebührender persönlicher oder Parteigehässigkeit in öen Memoiren. Hohenlohe müsse überzeugt gewesen sein, daß die Enthüllungen, zu denen er sich entschloß, seinen Landsleuten die Augen öffnen würden für Gefahren, zwischen denen sie lange unbewußt wandelten und noch wandeln. * Zur Bergarbeiterbewegung. Aus Berlin, 17. d§. erhalten wir folgende Nachricht: Die heute hier versammelten Vertreter sämtlicher deutscher Bergbaubezirke waren einmütig darüber, daß mit den Arbeiterorganisationen, welche den bekannten Lohnerhöhungsantrag eingereicht haben, hierüber nicht zu verhandeln ist, da sie als zuständige Vertreter der Grubenbelegschaften nicht anzusehen seien. Ferner wurde allseitig festgestellt, daß schon jetzt die Bergarbeiterlöhne namentlich infolge der im letzten Jahre seitens der WerkS- oerwaltungen überall vorgenommenen erheblichen Lohnerhöhungen s o h o ch seien, daß sie gegenüber den gesteigerten Lebensmittelpreisen durchaus ausreichend seien. Dem -Berl. Börsenkur." zufolge äußerte Bergrat Kleine auS Dortmund sich dahin, die allgemeine Stimmung sei, keine Konzessionen zu machen. UebrigenS bleibe nach den Verhandlungen es den Zechenverwaltungen unbenommen, eventuell mit den Vertretern ihrer Belegschaft über die Lohnfrage zu diskutieren. Zum Ausstande werde es nicht kommen (?) schon deshalb, weil frie Weihnachtsfeiertage beoorstehen. Die ganze Bewegung ei seiner Ansicht nach vom alten sozialdemokratischen Bergarbeiteroerbande inszeniert worden, dessen Mitgliederzahl ganz enorm zurückgegangen sei, und der durch diese Aktion seine stark gelichteten Reihen wieder zu ergänzen hoffe. Die Belegschaft der „Neuhofgrube" in Radzionkau (Oberschl.) ist indes bereits in den Ausstand getreten. Sie verlangt Lohnerhöhung. Deutsches Retch. Bonn, 17. Okt. Der Kaiser beabsichtigt seinen Aufenthalt hier um einige Tage zu verlängern. Die Immatrikulation des Prinzen August Wilhelm an der Universität wird aber erst nach der Abreise des Kaisers stattfinden. An der heutigen Automobilfahrt des Kaisers nahmen die hier weilenden Fürstlichkeiten und das Gefolge teil. Die Fahrt ging durch die Eifel nach der Burg Elz, die besichtigt wurde. Alsdann ging es zunächst nach Münstermaifeld. Hier wurde im Gasthofe zur „Sonne" ein Mahl eingenommen. Von da ging es nach Maria Laach, wo die Abtei besichtigt und der Tee beim Abt v. Stotzinger eingenommen wurde. Um 6s/4 Uhr kehrte der Kaiser zurück. Um 8 Uhr abends begab sich der Kaiser in der Couleur der Borussen in offenem Automobil zur Kneipe des Korps Borussia, wo cm Essen stattfand. Berlin, 17. Okt. Reichskanzler Fürst Bülow ist heute nebst Gattin und Schwiegermutter nach Berlin zurückgekehrt. Der Reichskanzler hatte ein außerordentlich risches Aussehen. Cuxhaven, 17. Okt. Der König von Sachsen hat hier heute aus Südwestasrira zurückgekehrte Mann- chaften begrüßt. M ü n ch e ii, 17. Okt. Ter Magistrat beschloß einstimmig, an die Staatsregierung eine Vorstellung im Sinne einer weiteren Oeffnung der Grenzen für die Einuhr von Schlachtvieh zu richten. — Das Wiedersehen der Gräfin Mo u t i gn o f o mit ihren älteren Kindern steht nahe bevor. Der hiesige sächs. Gesandte, Frhr. v. Friesen, führt die Verhandlungen mit der Gräfin. — Der russische Minister des Aeußern, Iswolski, hat gestern dem bayerischen Ministerpräsidenten Frhrn. von Podewils einen Besuch abgeplattet. Er wird sich zunächst nach Paris und dann nach Berlin begeben. Braunschweig, 17. Ott. Nach einstimmigem Be- chluß des Regentschaftsrates beantragt das Staatsministerium in einer soeben den Mitgliedern der Landesversammlung zugegangenen Vorlage nunmehr die Wahl eines Regenten in die Wege zu leiten. In der Begründung dieses Antrages heißt es u. a.: „Zu uu- erem Bedauern müssen wir konstatieren, daß der Ausgleich, der in der Resolution der ersten Landesbersamm- lung erwähnten Gegensätze zwischen der Krone Preußens und der jüngeren Linie des braunschweigischen Herzogtums nicht zu erwarten ist, daß mithin der durch die Resolution der Landesversammlung angestellte Versuch, eine endgültige Regelung der Verhältnisse herbeizuführen, als ergebnislos zu bezeichnen ist. Damit sind Regierung und Landesvertretung vor die Frage gestellt, was weiter zur Regelung der Regierungsverhältnisse inr Herzogtum geschehen soll. Die Antwort gibt *2 Verfassung, insbesondere das Regentschastsgesetz vom 16. Februar 1879. Die maßgebenden Bestimmungen bieten zwar nicht die Möglichkeit, so bald eine endgültige Regelung der Regierungsverhält- nisse herbeizuführen. Das hierzu gebotene verfassungsmäßige Mittel gibt die Neuwahl eines Regenten auf Grund des Regentschaftsgesetzes vom 16. Februar 1879, insbesondere der Paragraph 6 desselben." Ausland. Paris, 18. Okt. Ministerpräsident Sarrien hat, da er seit langer Zeit leidend ist, dem Präsidenten Fak- liöres erklärt, er glaube nicht mehr die zur Fortführung seines Amtes genügende physische Kraft zu haben. Falliöres' ünd Sarriens Freunde haben diesen dringend ersucht, im Amte zu bleiben, und infolgedessen ist der Rücktrittsentschluß noch nicht als endgültig zu betrachten. Wenn er aber bei seinem Entschluß beharrt, wird dieser in dem am Freitag stattfindenden Ministerrate offiziell bekanntgegeben werden. In politischen Kreisen meint man, die Ministerkrise sei tatsächlich bereits ausgebrochen, und man beschäftigt sich bereits mit der Frage der Zusammensetzung des neuen Kabinetts. Es gilt schon jetzt als sicher, daß Falliöres (Heinen cegu b-ic Kabine ttsbildung antragen werde. Toulon, 17. Okt. In Erwiderung einer Anfrage des Oberbefehlshabers des französischen Mittelmeergeschwaders erklärte Minister Clemeneeau folgendes: „Wir sind gute Franzosen und wollen Frankreich stark und mächtig sehen. Wir wollen kein angreifendes Volk sein, sondern imstande sein, unszuverteidigen, zu welcher Stunde wir auch an gegriffen werden, und diese Stunde wäre neulich beinahe gekommen. Trotzdem bewilligt unser Land den Führern der Marine beträchtliche Summen, um die Verteidigung des Landes vorzubereiten. Die Führer mögen nun dafür sorgen, daß diese Opfer nicht vergeblich gebracht seien." Hy ör es, 17. Ott. Minister Clemenceau hielt heute hier eine Rede, in der er u. a. sagte: ,>Ohne Macht ist kein Friede möglich. Ms ich den Ministerposten übernahm, glaubte ich, daß alle Völker Europas darin einig wären, den Frieden zu wollen, und fast sofort darauf entlud sich, ohne irgendwelche Heraussorüerung unsererseits, ein wahrer Sturm von Beleidigungen gegen uns. Wir mußten uns die Frage vorlegen: ©int) mir bereit?' Rom, 17. Okt. Der deutsche Botschafter Graf Monts fuhr gestern, trotzdem ihm eine Augengeschwulst große Schmerzen bereitet, Ms auswärtige Amt und hatte dort eine halbstündige Unterredung mtt Dittoni, von der allgemein angenommen wird, daß sie der Romreise des Staats- settetärs v. Tschirschky galt. Das radikale Blatt „Vita" behauptet, Tschirschky habe die Misiion, eine Entrevue der Monarchen des Dreibundes vorzubereiten. Auf der Consulta erklärt man dies für e?in Märchen, bestreitet aber nicht Len politischen Charakter der Reise Tschttschkys. Der Botschafter gm Hof in BerM Graf Lanza, ist hier eingetroffen. Tanger, 17. Okt Dem europäerfeindfichen Zauberer Mael Ainfn £rt Mogador wurden 40 Grasgewehre aus dem Regierungsmagazin verabfolgt. Ziusstsches. In Petersburg trafen am 16. d. M der russische Kaiser und die Kaiserin auf dem Wasserwege ein. Der Marineminister verlangte einen außeretatsmäßigen Kredit von 18 Millionen für Schifssbauten. Der Finanzminister Kokowzew verweigerte den Kiedtt. Infolgedessen wandte sich der Marineminister direkt an den Zaren und erhielt den gewünschten Kredit. Die BesteNung soll ausschließlich russischen Werften und^Fabriken übertragen werden. Ein Korrespondent meldet, die 18 Millionen sollen für den Bau eines Riesenpanzerschiffes bestimmt sein, das in seinen Abmessungen noch den englischen Panzer „Dreaghnought" übertreffe. Infolge der ungünstigen Finanzlage entschloß sich ine Regierung, das bisher von ihr erhaltene Warschauer Theater für 30 Jahre der Stadt in Pacht zu geben. Den Schauspielern und Opernsängern wurde sett öret Monaten keine (Äige mehr bezahtt. Auf der Nalewki- sttaße in Warschau fielen mehrere Räuber Passanten an, verwundeten einen Schutzmann und flohen bann in einen Laden. Eine Militärpatrouille feuerte wiederholt. Bier Personen, unter ihnen zwei Räuber, sind durch Revolverschüsse getötet und neun Personen verwundet worden. Viele Verhaftungen wurden vorgenommen. xittO Schule. — Der Prozentsatz der Lehrerinnen an den deutschen Volksschulen dürfte nur wenig bekannt sein. Die Wochenschrift „Deutscher Kampf" gibt ihn auf Grund des neuesten vollständig vorliegenden Llaterials aus 53 Städten mit über 20 000 Einwohnern. Auf 100 Lehrer kamen Lehrerinnen in Aietz 49,5; Straßburg 49,4; München 49,3; Aachen 49,2; Mülheim i. E. 48,6; Köln a. Rh. 48,2; Lübeck 47,7; Bochmn 47,1; Altona 45,8; Düsseldorf 45,1; Mainz 42,3; Erfurt 42; Danzig 41,9; Königsberg 41,3; Hamburg 39; Breslau 36,3; Potsdam 36,6; Frankfurt a. O. 36; Berlin 35,8; Halle 35; Dortmund 34,7; Kiel 34 • Hannover 33,7; Darmstadt 33; Krefeld 31,5; Frankfurt a. M. 31,2; Schöneberg 31; Freiburg i. B. 30,7; Plagdebttrg 30,5; Würzburg 30,6 • Stuttgart 29,5; Stettin 29,3; Karlsruhe 28,8; Görlitz 28; Eharlotlenburg und Posen 26; Bremen 25,4; Elberfeld 25,2; Wiesbaden 24,9; Augsburg und Barmen 24,6; Spandau 23,6; Kassel 22; Dresden 20,9; Nürnberg 16,6; Rixdorf 14,4; Mannheim 18,7; Leipzig 12,4; 2)wi5- burg 10,3; Ehcinmtz 7,2; Planen 5,1; Zwickau 3,9. Aus Scasr uuc» stano. Sprechstunden der Redaltton 11—1 Ufc-r Dornt., i/27—i/28 Uhr abds. Gießen, den 18. Oktober 1906. ** Eine Sitzung des Provinzial-Ausschusses inbet am Mittwoch, den 24. ds. Mts., vormittags 9 Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Gesuch des Erich John zu Butzbach um Erlaubnis zum Betrieb einer Schankwirtschaft. 2. Reklamation des Georg Schmidberger zu Friedberg gegen die Berechnung der Straßenbaukosten der T'.effenbachitraße. 3. Den Ausbau der verlängerten Bis- marckslraßc zu Friedberg; hier Reklamation des Elias Hofmann gegen Heranziehung zu den Straßenbaukosten. 4. Beschiverde der Ph. Rtarbach Erben zu Leidhecken gegen einen Polizeibefehl Großh. Kreisamts Büdingen. am des flüchtig geworden. — diebcn ermordet. inden au bei Leipzig explodierte dem Unfall deS franz, hat in Paris große Sen- Am Mittwoch, a. d. Mosel in» ein Güterzug in f m fl( lei DO btt Pi du etwas schief erscheint; bekleidet war er mit Jnfantcrieuniform, Mütze, Paletot mit Hanptmannsabzeichcn vom 1. Garde- Regiment zu Fuß, langen Hosen, Zugstiefeln, weißen Hand- Qc ein M Ue flQl flei Zugführer, der eine niemand verletzt. Der erheblich. Altenberg, von Braunfels, vom KarlSm'unt, Stoppclbcrg, von der Höhe bei Dutenhofen, vom Glci- und Vetzberg, vom „Hals" und Altenberg bei Hohensolms und vom Adlerforst bei Oberlemp auS darbieten. mit dem Schrecken davon. R. B. Darmstadt, gebens Installateur Ludwig L 5 hj te N fte iA schuhen und Feldbinde. Im Berliner Institut Pseudo-Hauptmann am 16. dringen versucht, ebenfalls Mannigfaltig ist der Wechsel anmutiger Landschaftspartien Kriminalpolizei beider Städte ist in eifriger Tätigkeit, dem mit idyllischer Freundlichkeit, die sich dem Naturfreund bei- frechen Gauner nachzuforschen. Wenn man auch der Person pielsweise von Greifenstein, von der Dianaburg, vom Kloster des Verbrechers noch nicht habhaft ist, so hat man doch nu üet >D1 Te c>ei \i Kammerpräsidenten Haas zusammentreten. — Aenderung von Kreisgrcnzen. Infolge mittag in seiner Wohnung in der Altstadt erhängt. Er sollte heute in die Frankfurter Trinkerheilanstalt gebracht werden. h. Offenbach a. M., 17. Okt. Ter Unteroffizier Witt en darf vom Infanterie-Regiment 168 wurde verhaftet. Es werden ihm wiederholte, in der Kaserne aus- geführte Diebstähle zur Last gelegt, unter anderem soll er sich auch verschiedentlich Monticrungsstücke angeeignet haben. h. Main z, 17. Okt. In einer hier abgehaltenen Versammlung von Weinwirten wurde beschlossen, die Preise für den billigsten offenen Wein um 6 Pfg. für den Direktor des Instituts, Prof. Dr. Delbrück, wies den Eindringlichen, der den Eindruck eines Geistesgestörten machte, zurück. Ob der Räuber von Köpenick es auch hier auf einen Einbruch und die Beraubung der Kasse abgesehen hatte, konnte noch nicht festgestellt werden. Auf die Ergreifung des Kassenräubers hat der Regierungspräsident von Potsdam eine Belohnung von 2 000 Mk. ausgesetzt. Der Magistrat von Köpenick setzte eine Belohnung von 5 00 Mk. aus. für GärungSgewerbe hat der vormittags um 10 Uhr einzu- in Hauptmannsuniform. Der Luftikus". Die beiden Stückchen, die Direktor Steidl zum Autor haben, wurden recht flott gespielt und erregten mit ihrer drastischen Komik ungeheure Heiterkeit. Am Schluß des letzten Stückes erwiesen sich sämtliche Sänger auch als sehr tüchtige Musiker und ihrem Schlußvortrag mußten sie mehrere Zugaben folgen lassen. Wer sich ein paar heitere Stunden, voll von ungetrübtem Humor, verschaffen will, dem kann der Besuch des heutigen zweiten Gastspielabends der Fritz Steidl- Sänger bestens empfohlen werden. /X Butzbach, 17. Okt. Drogist Ludwig Schmidt (vormals Filiale Ludwig Wüst-Offenbach a. M.) erwarb heute das Haus Weislerstraße 9, seither den W. Winter Erben gehörig, zum Preise von 30 000 Mk. — Bad-Nauheim, 16. Okt. Noch sind die Abbruchsarbeiten der Badehäuser 3 und 7 — ersteres wird vorläufig nur im nördlichsten Teil abgebrochen — nicht beendigt, so beginnen auch schon anschließend an das vor. IS. erbaute Badehaus 8 Nord die Erd arbeit en zu dem Neubau des Badehauses 9. Die Maurerarbeiten werden auch noch diesen Herbst begonnen. Der mittlere und südliche Flügel von Nr. 3 wird erst 1907 niedergelegt. Hinter dem Kurhaus sind gegenwärtig Erweiterungsarbeiten im Gang, es wird ein neues, größeres Küchengebäude errichtet. Bei den Erdarbeiten in der Nähe deS Kurhauses ist man verschiedentlich auf Skelette gestoßen, die vermuten lassen, daß hier früher einmal ein Begräbnisort war. X Beienheim i. d. W., 16. Okt. An dem Bahnhof der Wetterauer Bahnen ist ein neuer Dorfteil entstanden, dec unter Wassermangel leidet. Da der Ortsvorstand nicht auf die Wünsche der „Neustädter" einging, so richteten sich diese in einer Eingabe an das Kreisamt mit dem Ersuchen, die Gemeinde zur Errichtung eines Brunnens zu vcr- anlasien. p. Aus dem Kreise Wetzlar, 17. Okt. In unserem Kreise bestehen einige Verschönerungsvereine, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, durch Anlagen aller Art, wie Verbesserrmg von Wegen, Herstellung von Ruheplätzen 2C., den Besuch und touristischen Aufschluß unserer Gegend zu fördern. Um in ihren Bestrebungen größeren Erfolg zu erzielen, haben sie sich dem Westerwaldklub angeschlosseu. Es wäre sehr zu wünschen, wenn sich in recht zahlreichen Orten weitere Verschönerungsvereine bildeten; denn unsere Gegend ist wirklich schön und verdient mehr besucht au werden. 18. Okt. Der dem Trunk er Pfeffer hat sich heute vor "Tie Meldung von llntersce bo otes „Lutin" wenigstens eine Spur von ihm gefunden. Der Säbel des alschen Hauptmanns ist nämlich auf dem Bahnhöfe Hermann- traße der Rixdorf-Mittenwalder Kleinbahn gefunden worden. Er legte dort die Uniform in einen Karton, den er mitnahm. Da der Degen aber zu groß war, um in dem Karton untergebracht zu werden, mußte der Verbrecher ihn zurücklassen. Von dem Räuber wird folgende Beschreibung ausgegeben: Alter 45 bis 50 Jahre, ungefähre Größe 1,75 Meter, schlank, grauer, herunterhängender Schnurrbart, rasiertes Kinn, Gesicht breit, eingefallen, blaß, Backenknochen hervorstehend, so daß das Gesicht schief erscheint, Nase eingedrückt, 0-Beine, eine Schulter nach hinten herausstehend, so daß auch die Gestalt Vermischtes. "Der neueste Eisenbahnunf^ll. 17. d§., ist bei Winningen und Cobern olge eines Fehlers bei der BlockbedienSng Tie Gauner-Komödie von Köpenick. Zu der Beraubung der Köpenicker Stadtkasse werden noch folgende Einzelheiten berichtet: Der Täter ist anscheinend ein früherer Unteroffizier oder hat einjährig-freiwillig gedient. Darauf deuten die Manieren und die Art und Weise hin, wie sich der Pseudo- Hauptmann dem Bürgerineister Dr. LangerhanS gegenüber benommen hat. Von anderer Seite wird mitgeteilt, daß der Verbrecher oder Geisteskranke, mit dem man e§ hier zu tun hat, vor Verübung seines genialen Streiches in der 3. Klasse in Uniform zwischen Arbeitern nach Berlin fuhr. Damals hat schon der Mann durch sein Betragen und durch seine unpassende Kleidung Aufsehen bei den Passagieren des Abteils erregt. Diese haben ihn nicht ernst genommen, sondern waren der Meinung, daß es sich um einen harmlosen Geisteskranken handle. Zur Ermittelung des falschen Hauptmannes wurde von Berlin aus angeordnet, daß alle verfügbaren Polizeimannschaften und auch Soldaten zur Verfolgung herangezogen werden sollten. ES fand denn auch noch in der Nacht in Köpenick und den Nachbarorten eine gründliche Razzia nach dem falschen Hauptmann statt, jedoch ohne Resultat. Am Mittwoch vormittag trafen die 20 Soldaten, mit deren Hilfe der Gaunerstreich ausgeführt wurde, unter Führung eines Feldwebels in Köpenick ein, damit das Rathaus in Augenschein genommen werde. Der Kaiser hat unverzüglich telegraphischen Bericht über die Affäre eingefordert. Die halben Liter zu erhöhen. Begründet wird diese Erhöhung mit dem schlechten Ausfall der diesjährigen Weinernte. [ ] Wiesbaden, 17. Okt. Für die am Freitag stattfindende Stadtverordneten-Versammlung hat der Stadtverordnete von Sitten einen Antrag eingebracht, den Magistrat zu ersuchen, an maßgebender Stelle dahin zu wirken, daß die Oeffnung der Grenze für Ein fuhr von Schlachtvieh behufs Herabsetzung der Fleischpreise erfolgt. Frankfurt a. M., 16. Okt. In dem unter den deutschen Architekten ausgeschriebenen Wettbewerb zur Gewinnung von Plänen und Offerten für den Bau der Ausstellungshalle am H o h c n z o l l e rnpl a tz hat das Preisgericht, dem n. a. Geh. Baurat Wallot und die Pro- foffenen Bluntschli, Gabriel von Seidel und Mehrtens angehören, nunmehr seine Entscheidung getroffen. Es wurde beschlossen, drei Entwürfe mit gleichen Preisen von je 12 000 Mark auszuzeichnen, und zwar die Entwürfe der Herren Architekt Prof. F. Pützer in Darmstadt, in Verbindung mit der Aktiengesellschaft für Hoch- und Tiefballten, Hierselbst, und der Brückenbaugeseltschast Flender, A.-G. in Benrath; Architekten und Baulluternehmern Schaffner u. Albert, Hierselbst, in Verbinduilg mit der Maschinenballanstalt Humboldt in Kalk bei Köln; Architekt Professor Friedrich von Thiersch in München in Verbindung mit den Vereinigten Maschinenfabriken Augsburg-Nürnberg, Zweiganstalt Gustavsbllrg bei Mainz. Das Preisgericht hat ferner beschlossen, den städtischen Behörden deil Ankalif zweier weiteren Entwürfe zu empfehlen, und zwar diejenigeil der Herren Architektetl Jürgensen u. Bachmann in Charlotten- burg in Verbindung mit der Aktiengesellschaft für Hoch- und Tiefballten, hierselbst, und der Eisenballanstalt Allg. Klönne in Dortmund und Architekt Bruno Möhring in Berlin in Verbindung mit der Glitehossnungshütte in Oberhallsen. Jln ganzen waren 11 Arbeiten eingelaufen, die sich fast dlirch- weg durch große künstlerische Aliffassung und zlml Teil durch meisterhaften Vortrag aliSzeichnen. Die Entwürfe ,verden in den nächsten Tagen zllr öffentlichen AuSstellling gelangen. (Frkf. Gen.-Anz.) § Kranzberg (Kreis Usingen), 16. Okt. Ein Motorradfahrer von Bad-Nauheim mit Anhängewagen, in den, eine Taille saß, rannte mit seinem Flihrwerk in der Nähe der Herrmiiühle gegen einen Ball m. Tie Da tue wllrde in einen Graben geschleudert und b esinn l, n gs l os in die Mühle gebracht, woselbst sie sich aber wieder bald erholte. Erfreulicherweise hatte sie feine bedeutenderen Verletzungen davon getragen. Der Fahrer selbst kam mit dem Schrecken davon. Der Anhängewagen ging in Trümmer. [] Marbur g, 17. Okt. Nachdem die hiesige Fleischer- innung jetzt schon zweimal Ma st ochs en und Rinder nn§ den Hol steirischen Marschen bezogen, traf heute auch ein Transport von ettva 60—70 Schweinen aus der Waldecker Gegend hier ein. ** Kleine Mitteilungen ans Hessen und den N a ch b a r st a a t e n. In Frankfurt a. M. wurde gestern abend am Schauspielhaus ein 16 jähriges Mädchen von einem Eiswagen überfahren und schwer verletzt. Es salld Ausnahme im Bürgerhospital. firn tei Rc nn (ix'. di. Ün kö to tz zx (I q hak hu*! M- einen vorhergehenden Güterzug hineingefahren. Außer de»n sation hervorgerllfen. Der „Liltin" war von dem gleichen Typ, ivie der ebenfalls bei Biserta llLergegangene „Farfadet", ohne daß auch dort die Mannscha» gerettet werden konnte. Der „Lutin" hatte 185 T. Gehalt. An Bord befanden sich 2 Offiziere und 12 Mann. DerMarineminister erhielt die Nachricht im Theater von einem Journalisten und begab sich sofort in das Marineamt, wo inzwischen die Bestätigung der Meldung eingegangen war. Der Minister sprach die Hoffnung aus, daß es trotz der pessimistischen Ansichten gelingen möchte, das Unterseeboot zu heben. 'Ein großes Habecfildtreiben, wie sie in Bayern allmählich zll den Selmcheiten gehören, ist in der Nacht zum Sonntag in Neukirc^n bei Miesbach in Oberbayern gegen den Pfarrer und den Lehrer abgehalten worden. 25 Vermunßite hatten sich zusammen- gerottet und vollsührten den Üblichen Höllenlärm, wobei scharf ge schossen wurde.. Dr Pfarrer aber wußte sich zu helfen. Er ließ Sturm läuteiffund alarmierte so die umliegenden Dörfer mit der Gffdarmerie. Die Haberer verwogen sich darauf. Zwei von Auen find bereits festgenommen worden. — Albach, 18. Okt. Gestern nachmittag ging dem Landwirt Ludw. Balser III. von hier sein wertvolles Pferd auf dem Felde durch, während er es auS dem Wagen in den Pflug umspannen wollte. Nachdem das Tier einige hundert Meter mit dem Wagen gelaufen war und den hinteren Teil desselben verloren hatte, wickelte sich die Leine um die Räder, wodurch das Pferd zum Stehen kam. Außer einigen Hautabschürfungen und zwei verlorenen Eisen ist ein weiterer Schaden nicht entstanden. Der Bauer kam glücklicherweise Parlamentarisches aus Hessen. (Petitions-) Ausschuß tagte am Mittwoch unter Vorsitz des Abg. Adelung und beriet in Gemeinschaft mit der Regierung, die durch Ministerialpräsident Braun und Geheimrat Eisenhut vertreten war, eine Reihe der von den verschiedenen Parteien an die Kammer gerichteten Anträge betreffend die Schulen, insbesondere die Ncbernahme der Volksschullastcn durch den Staat. Die Regierung nimmt nach wie vor, wie man hört, zu der Frage eine ablehnende Stellung ein, in erster Linie mit Rücksicht auf die pekuniären Folgen. Die Beratungen des Ausschusses werden am Donnerstag fortgesetzt. Der sechste Ausschuß (für die Beratung der Verw a ltun gs g esetze) wird Donnerstag und Freitag wieder unter dem Vorsitz des menge mit Knüppeln unÄ Stricken ausgerüstet, verfolgte schließlich das scheu gewordene Tier, welches seine Zuflucht in verschiedene Sofoft nahm, aber immer wieder entwischte. Zuletzt gelang eAschließlich einem Aufgebot von co. 30 Polizisten, mittelst eines Netzes Meister Petz lebendig und unbeschädigt einzusaHen. Darauf wurde er nach einer Police Station gebracht, Wo er einen neuen Käfig bekam und unter dem Jubel der Menge nach dem Zoo zurückge- leichte Handverlttznng davontrug, ist Schaden der Fahrzeuge ist nicht un- * Eine regelrechteisärenjagd fand vor einigen Tagen in den Straßen S o iw o n § statt. Philip, der braune Bär des zweiten GarderegiVrents, war so groß geworden, daß er anfing, ein gefälmiches Uuterbaltungsmittel. für die Soldaten zu werden. Han schaffte ihn daher in einer Kiste nach dem Zoologiscljn Garten. Beim Oeffnen der Kiste zeigte Philip einen derartig stürmischen Freiheitsdrang, daß er zwei Wärter riederwarf und in weiten Sätzen entfloh. Zunächst rannte cf in die belebte Eusto Road, wo sein Erscheinen eine Panik Lrvorrief. Eine große Menschen- tricken ausgerüstet, verfolgte Baues der Bahn Laubach—Mücke ist die Gemarkungsgrenze zwischen Flensungen, Kreis Alsfeld, einerseits und Flensunger-Hof, Kreis Schotten, andererseits reguliert worden, und demgemäß haben die Grenzen der genannten Kreise eine Aenderung erlitten. '* Lehrerpersonalien. Uebertragen wurde dem Schulamtsaspiranten Gg. Ost heim er aus Fauerbach v. d. H. eine Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Gambach, der Schulamtsaspirantin Regina Klassert auS Gau-Algesheim eine Lehrerinnenstelle an der Gemeindeschule zu Ockenheim und dem Schulamtsaspiranten Joh. Erker auS Wöllstein eine Lehrerstelle an der Gemeindesehule zu Gau-Bickelheim. Bestätigt wurde der von dem Grafen von Schlitz genannt von Görtz auf die erledigte Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Uellershausen präsentierte Schulamtsaspirant Joh. Reichert aus Stadecken. — In den Ruhestand wurden versetzt der Lehrer an der höh. Bürgerschule zu Grünberg Friedr. Wilh. Hamburger auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner langjährigen treuen Dienste und unter Verleihung des Silbernen Kreuzes des Verdienstordens Philipps des Großmütigen, der Oberlehrer an der Gemeindeschnle zu Sprendlingen (Kreis Offenbach) Karl Keil auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner mehr als 50jährigen treuen Dienste, und der Lehrer an der Volksschule zu Darmstadt JohS. Oswald auf sein Nachsuchen, unter Anerkennung seiner mehr als 50jährigen treuen Dienste. " Von der Lan dwirtschaftska mm er. Am 14. Oktober waren die in die Landwirtschaftskammer aus der Provinz Starkenburg gewählten Mitglieder unter dem Vorsitze des Oekonomierats Walter in Darmstadt zum Zweck der Stellungnahme zu der am 20. ds. Mts. stattfindenden Vorstandswahl versammelt. Einstimmig wurde beschlossen, Regierungsrat Haas zum Präsidenten zu wählen. Bezüglich der beiden Vizepräsidenten erachtete man es für richtig, die Vorschläge der beiden anderen Provinzen abzuwarten, und hierüber wurde ein Beschluß nicht gefaßt. Als weitere Mitglieder des Vorstandes wurden Oekonomierat Walter-Lengfeld und Fritsch-Dilshofen ins Auge gefaßt. " Die Fritz Steidl-Sänger, die gestern abend im Neuen Saalbau konzertierten, hatten einen vollen Erfolg. Das recht zahlreich erschienene Publikum nahm die Fülle der von der neunköpfigen Künstlerschar gebotenen gesanglichen und deklamatorischen Gaben mit lebhaftem Vergnügen auf und kam buchstäblich nicht aus dem Lachen heraus. Das sehr reichhaltige und abwechslungsreiche Programm wurde du.rch eine humoristische Gesangs-Quadrille eröffnet, an die sich humoristische Betrachtungen des Herrn Nei sing schlossen. Als origineller und dabei äußerst witziger Geigenkünstler erwies sich Herr Schneider, während als Salonhumoristen die Herren Spre ch er, Schulz und namentlich Direktor Ste i d l Ausgezeichnetes boten. Den ernsteren Teil des Programms bestritten Herr Arnold und ein zweites Gesangsquartett in bester Weise, doch soll damit nicht gesagt werden, daß bei ihren Darbietungen der Humor zu kurz gekommen wäre. Den Schluß des Abends bildeten die überaus lustige Militär» Humoreske „Der schlaue Johann" und die Burleske „Herr bracht wurde. * Kleine Tageschqnik. In Chemnitz erkrankten noch dem Genuß von" Sprotten mehrere Mitglieder einer Familie an F i s ch v e r g i stn n g. Ein achtjähriges Mädchen ist g e st o r b e n. UntersuchungMurdc eingeleitet. — Am 16. b. M. wurde der Baron v. Sprenger aus Nassow (Pommern) von seinem Jnspckwr durch S dir otschüsse in den Rücken schwer verwundet. Nachher schoß |i der Inspektor eine Kugel in den Kopf. Veranlassung zu der Tat war die Entlassung des Jn- spektors. — Wie die „Famkf. Ztg." hört, ist in Metz eine Familie aus der Paradiesstraße, bestehend aus den Eltern und 6 Kindern, in das Kranvnhaus eingeliefert worden, weil ein elfjähriges Kind der Familie an den schwarzen Pocken erkrankte. — In Berlin ßurde von einem 13 jährigen Knaben durch einen Messerstich bet 23 jährige ehemalige Zigarrenmacher Kvnrab Ellers schwer verletzt, der mit dem Vater des Knabew dem Drehvrgelspieler Dahlke, in Streit gerafen war. Um den Vater, der in einer SckMerei in eine gefahrvolle Lage geraten war, zu retten, stach der Mabe von hinten mit dem Messer ans Ellers ein, wobei er ihim eine lebensgefährliche Verletzung beibrachte. — Der Sohn des Gutsbesitzers und Amtsvorstehers Kannenberg in Krumflicßerhütte bei Schneidemühl erstach in einem Anfälle von Wahnsinn einen Knecht, weil er glaubte, daß dieser ihm Hundefleisch vorgesetzt habe. Der Ermordete hinterläßt eine Frau und 10 Ander. — In Nürnberg hat sich ein Soldat aus Furcht vor Strafe mit einem Nafiermesser den Hals abgeschnittcn. — Die Polizei verhaftete in Kellinghusen bei ADna den pensionierten Wachtmeistev Laue. Er ist des M oldes an der elfjälwigen Else Gwtenan aus Bramstedt verdächtig» und kann sein Alibi nicht nachweisen. — Der Arbeiter Nikola s wurde bei der Ortschaft Neheim (Hannover) ermorbekund beraubt in einem Graben aufgefunden. Die mutmaßWen Raubmörder, zwei Bergleute, sind flüchtig geworden. — er Jagdaufseher Gärtner in Groß- Marz ehns (Prov. So tfen) wurde auf dem Felde von Felddieben ermordet. £ie Täter sind noch nicht ermittelt. — In Styrum bei Ober offen erkrankte eine kürzlich zugezogene italienische Arbeiterfam«ie an den schwarzen Pocken. Die strengsten Jsolicrmaßreg, n wurden getroffen. — In der Kamm- fabrik von Rollow in . i.. v ....---o ------... ein Gasmotor, wodurch sie Geschäftseinrichtung zerstört und der Firmeninhaber schwer «rletzt wurde. — Bei einem Bauunfall in Grund im Harz verunglückten zwei Maurer, eilt Brüder^ paar, tödlich; zwei andere wurden leicht verletzt. Die Anstcllungsvcrhältnisie der hessischen Gerichtsschreiberkarriere. Man schreibt uns: Wir haben in unserem Hessenland zurzeit 57 Aktuare Artb 98 Aktuariatsassistenten staatsmäßig angestellt. Dieser Zahl anqestellter Beamten stehen nicht weniger als zirka 160 vorläufig verwendeter Gerichtsschreibergehülfen gegenüber, von denen die älteren auf Grund ihrer langjährigen treuen Dienste ihrer endlichen Anstellung harren. Die kurz vor der Anstellung stehenden „Gernchtsschreibergehülfen" haben durchweg das 30. Lebensjahr überschritten. In letzter Zeit gingen von den angestellten Beamten jährlich durchschnittlich drei Beamte durch Pensionierung, Tod usw. ab, sodaß also, wenn die notwendige Aenderung der An- stellunasvcrhältnisse nicht vorgenommen würde, die neu angestellt werdenden Assistenten bis zu ihrer Anstellung als Aktnar 98:3 gleich 33 Jahre zu warten hätten. Es fei erwähnt, daß der letzte Aktuar am 6. Oktober 1906, der vorletzte am 5. Mai 1905 angestellt worden ist, also in, einem Zwischenraum von 17 Monaten und einem Tag. Mithin ist eine Durchschnitts'aßl hon 3jährlich durchaus nicht zu niedrig genommen. Für die ministeriell bestellten „Gericsitsschreibergebülfen" sind die Aussichten noch trostloser. Nimmt man für die letzrcren dieser einen jährlichen Abgang von durchschnittlich 5 Personen, so müßten diese bis zu ihrer Anstellung als „Assistent" .160:5 gleich 32 Fahre warten. Da diese zurzeit das 23. Lebensjahr sämtlich überschritten haben, so würden sie bis dahin 55 Fahre alt. Es dürfte mithin, da. wie oben erwähnt, die Wartezeit bis zur Anstellung als ,.Aktuar" weitere 33 Jahre beträgt, den wenigsten veraönnt sein, „Aktuar" zu werden. Es sind aber noch etwa 70 geprüfte „Gerichtsschreiberaspiranten" vorhanden, die auf vorläufige ministerielle Verwendung warten, sowie 60 Aspiranten, die noch vor der Prüfung stehen. Wie trostlos die Aussichten für diese sind, bedarf wohl keiner näheren Ausführung. Hier besteht der Grund in Ueberfullung. Anders verhält es sich bei den ministeriell als „Gerichtsschreibergehülscn" vorläufig verwendeten, an und in den 30er Jahren stehenden Leuten. Hier ist in dem Mißverhältnis der Zahl der definitiven Stellen gegenüber der Zahl des erforderlichen Personals die Ursache der schlechten Anstellunasverbältnisse zu erblicken. Durch die neue , im Jahre 1900 in Kraft getretene Gesetzgebung, hauptsächlich durch Bildung der Grundbuchämter war eine SteNenvermehrung erforderlich: aber die Negierung ließ diese Stellen, statt wie ’n Preußen mit angesteltten Ge- richtssekretärcn, ministeriell mit Gerichtsschreiber- gehülfen besetzen, die einen Gehalt von 1400—1800 Mark erhalten, ohne die Zahl der definitiven Stellen zu vermehren. So kommt es, daß die Fortführung der neuen Grundbücher, die eine große Sorgfalt und kolossale Verantwortung erfordert, welche zu der gewährten Vergütung in keinem Verhältnis steht, durch diese ministeriell bestellten Gerichtsschreibcrgehülfen erfolgt. Welch traurigen Familienverhältnisse können dadurch entstehen, daß dem Gerichts- schreibergchülfcn bei der Ausübung seines verantwortungsvollen Amtes ein Versehen unterläuft, wofür er mit seinem Vermögen zu haften hat, und anderseits, wenn ihm durch Krankheit usw. nach vielleicht langjährigen treuen Diensten die weitere Ausübung seines Dienstes unmöglich gemacht wird, und er seine Stellung au.fgeben muß, ohne, als Nichtangestellter, einen Anspruch auf Pension zu haben. Als Lohn für seine langen Dienste kann es ihm passieren, daß er mit seiner Familie geradezu auf die Straße gesetzt wird, und er von dem Erbarmen und dem Mitleid seiner Angehörigen abbängt, wenn er solche überhaupt noch hat. Diese Tatsachen dürften erhellen, daß die hessische Regierung zur baldigsten Beseitigung dieser „Misere" dringend verpflichtet ist und diesen elenden Zuständen ein Ende macht, will ^'e haben, daß diese Beamten, deren loyale Haltung und Diensteifrigkeit sie bis jetzt stets anzuerkennen genötigt war, ihre Dienste in der seitherigen Weise versehen. Gelegenheit hat fic hierzu, durch anderweite Organisation der Gerichtsschreibercien. Zurzeit steht einer Gerichtsschreiberei ein Aktuar vor, der außer seinen sonstigen enormen Arbeiten den ganzen Geschäftsbetrieb zu überwachen hat, eine Ausgabe, die ihm trotz aller Ueberanstrengung zu erfüllen nicht möglich ist, während in Preußen — dem Vorbild in sonst allen Angelegenbeiten — die Gerichtsschreibereien in Abteilungen eingeteilt sind, denen etatsmäßig angestellte Beamten vorstehen. Die Folge dieser Einrichtung in Hessen wäre, daß die überaus große Verantwortung der Aktuare, die da? Privatrecht mit sich bringt, geteilt und dem Stellenmangel durch diese anerkannte Einrichtung abgeholfen würde. Auch die Einführung der sich sonst gut bewährenden Gerichtskasten und Besetzung mit Aktuaren würde dem Nebel etwas abhelsen. Die probeweise Einführung von Gerichtskasten an den rheinhesstschen Gerichtsschreibereien, welche durch Uebergang der Hppothekenämter an die Amtsgerichte einen ganz erheblichen Geldverkehr zu bewältigen haben, wäre gewiß angebracht. Arbeiterbewegung. Magdeburg, 17. Oft. Die Elbwü> fahrts-GefellsHaften haben d'e S ctz i sfsrn g uns chci ft en. die ihre Arbeit verlassen haben, tn-'nen Kontraltbruches gesetzlich belangt. Im Streik sind 300 Mann. , Hamburg, 17. Oft. Fn einer V"rmmmlung sämtlicher am Ausland der a b e r e l b i s ch e n Binnenschiffer beteiligten Ve^tsleute, Maschinisten und Heizer gab der Gauleiter Rocksien bekannt, daß bis jebt hier in Hamburg 477 Bootsleute und 9 Mnfch-'uisten ausständig ''ind. Die Leitung des Hafen- arbeiterverbandes beharre auf den Standpunkt, daß die Kün- digung rechtzeitig Wirch der: Bevollmächtigten Deckert lMagde- tinrg) erfalat fei und daß von Kontraltbruch keine Rede fein könnte. D'k Versammlung stimmte dem zu und beschloß, daß sämtliche Ausst^ndiae heute ihre Fw'r-euge verlassen sollten. Bisher hat der Streik auf den Schiffsverkehr keine erkennbaren Folgen a"saenbt Entlöschuna und B-Kadrmg geht weiter, wenn auch mit Schwierigkeiten. — Vor dem hiesigen Amtsgericht wurde Termin abgehalten in Sachen der von den vereinigten Elb- schiff a b r t s g e s cl l s ch a f t e n gegen 18 Vootsl eut e erhobenen Klage auf Entschädigung von 18 Mark pro Mann, weil dieselben am 11. Oft. die Nachtarbeit verweigert hatten, um eine Versammlung zu besuchen. Die Beklagten erhoben Gegenklage auf Entschädigung von 26 Mark vro Mann, weil sie zu unrecht entlassen wurden Beide Parteien stellten Beweisanträge zur Vernehmung von Znkgen. Die (5nb scheid"na b.'s fr^i-b ar" 19. Off, erfolgen. Landwirtschaft. p. Aus dem Kreise Wetzlar, 17. Oft. So schön wie nur jemals ist diesen fcerbft bie Kartoffelernte von statten gegangen. Der Ausfall ist günstiger, als anfangs angenommen wurde; trotzdem stellt sich der Preis für den Zentner auf 3 Mk. De- Ertrag der „Englischen" auch „©rntner" genannt, war sehr- gering. Der Hauptgrund liegt darin, daß diese Sorte bei uns schon zu lange eingebaut wird» also abgewirtschaftet ist. ,Weltwunder', „Ruhm von Holger" und „Industrie* haben gut getragen. Unterschiedlich ist das Ernteergebnis von Magnum bonum. Nur noch wenig sind „Imperator" und .Schneeflocke" angebaut worden. Der Ertrag war mittelmäßig. Universitäts-Nachrichten. — Dem ordentlichen Professor der Physik und Direktor des physikalischen Instituts an der Universität Würzburg Dr. Wilhelm Wien, der bekanntlich vor kurzem einen Ruf an die Berliner Universität als Nachfolger Paul Drudes abgelehnt hat, wurde der Titel und Rang eines Geh. Hofrates verliehen. Prof. Wien ist in Würzburg Röntgens Nachfolger und war vordem in Gießen. — Mit der Vertretung des Strasrechtslehrers a. o. Professors Tr. Alexander Burggrafen Dohna an der Universität Königsberg i. Pr., der als Begleiter des Prinzen August Wilhelm von Preußen nach Bonn übersiedelt, wurde der Privatdozent für Strafrecht und Strasprvzeßrecht Tr. Paul Merkel in Marburg beauftragt. Gerichtssaal. Würzburg, 17. Oft. Das Oberkriegsgericht bestätigte das Urteil des Kriegsgerichts, wonach der Soldat 2. Klasse Kettner, der in Landau in der Pfalz einen Gefängniswärter überfiel und folange schlug, bis er die Freiheit erlangen konnte, zu 7 Jahren Zuchthaus verurteilt worden ist. handel uiib Verkehr, Volkswirtschaft. Privatdiskont. Es verdient bemerkt zu werden, daß der Privatdiskont an der gestrigen Berliner Börse mit 4 ’/» Prozent notierte, während er an der Frankfurter Börse zuerst bis 5 '/,« Prozent ging und dann wieder bis 5 Proz. nachließ. Deutsche Reichsbank. Nach dem neuesten Ausweis für die zweite Oktoberwoche befindet sich die NeichSbank noch mit 230,62 Mill. Mk. in der Notenstener gegenüber einer Notensteuer von 398,64 Mill. Mk. am 6. Oft. d. I. Es haben neuerdings ziemlich starke Wechseleinreichungen stattgefnnden und hierauf ist es in der Hauptsache zurückzuführen, daß der Wechsel- bestand, der in der vorjährigen Parallelwoche um 106,67 Mill. Mark zurückgegangen war, sich diesmal nur um 33,94 Mill, verringert hat. Der Bestand geht zurzeit um 163 Mill. Mk. über seine vorjährige Höhtz hinaus. Hingegen hat sich der Lombard um 30,98 Mill. Mk. ermäßigt; in der korrespondierenden Woche des Vorjahres war er um 9,35 Mill, stärker geworden. R u s s i s ch e W e r t e. Es fteb-t fest, daß für russische Werte jeder Art sich eine wesentliche Besserung geltend gemacht hat und die Kurse nicht allein an der Pariser und Petersburger Börse sondern auch in Berlin und Frankfurt steigen. Während die 4 proz. Russen von 1902 am 25. Sept, noch 70,50 standen, notierten sie gestern 74,10. Die Petersburger Internationale Handelsbank und das offiziöse Petersburger Telegravhenbureau im Verein mit den Berliner Handelsagenten der russischen Regierung arbeiten Hand in Hand um die Finanzlage Rußlands in ein möglichst günstiges Licht zu setzen. Manches mag sich in letzter Zeit auch gebessert haben, ob aber die Wunden, die der Finanzkraft des Landes andauernd feit nunmehr 3 Jahren geschlagen wurden, jetzt auf einmal und in schnellem Verheilen begriffen sind, ist eine noch offene Frage. Man möge nur daran denken, daß, um die Agrarfrage befriedigend zu lösen, ganz bedeutende Geldmittel gebraucht werden, denn mit den Landschenkungen allein ist es nicht getan. Es gehört viel Geld dazu, um es fruchtbar zu machen und nur eine, aufs äußerste durchgreifende Reorganisation des Beamtentums wird dazu beitragen, daß diese Frage auch befriedigend gelöst werden kann. Ob die gute Meinung für Russenwerte, die sich jetzt zeigt, anhält und auch an- halten kann, wird stch bald erweisen. Allerdings, der Spekulation sind die gegenwärtigen Verhältnisse in jeder Beziehung willkommen. Die hochverzinslichen Anleihen sind an sich sehr billig und deshalb für spekulative Zwecke gut zu verwenden. Märkte. § Grünberg, 17. Oft. Nnferm heutigen G al lusm ar kt blieb das seitheriae spötsommerliche Wetter treu, so daß der Markt in seiner Ausdehnung und seinem starken Besuche lebhaft an feine früheren Glanzperioden erinnerte. Der in den Vormittagsstunden abgehalPne Viehinarft war mit Rindvieh stark, mit Schweinen außerordentlich stark befahren. Der Nindvieh- m ar f t zeigte außer gewöhnlichem Vieh auch reinrassige Stücke, für den außerordentlich hohe Preise bezahlt wurden. Sechs- bis achtwöchentliche Saugkälber, Simmentaler Reinrasfe, erzielten 200 Mark und mehr, trächtige Rinder desselben Viehschlages bis zu 916 Mark. Diese Preise zeigen unseren Landwirten deutlich, wo bei der Viehzucht „Bmstel den Most holt". Allerdings waren auch die sonstigen Preise für das Rindvieh ungewöhnlich hoch. Dessenungeachtet ging der Handel flott bei lebhafter Nachfrage. Ter Schweine markt war so stark überfahren, daß ungefähr ein Drittel der Jungfchweine unterlauft blieb. Hier stockte denn auch der Handel und die Preise flauten ab. Zwei Faktoren beengen den Schweinemarkt: die starke Masse der vorhandenen Fnngfchweine und der minder gute Ausfall der Kartoffelernte. Bezahlt wurde für geringere Ferkel 30—35 Mk.. bessere 40—46 Mark, beste 50—55 Mark, ganz schwere 60—70 Mark. Läufer kosteten das Paar 80—84 und 84—90 Mark, schwerere Einlegschweine 100—130 Mark — Der Volksmarkt hatte einen außergewöhnlich starken Besuch: der Gallusmarkt bewährt bei schönem Welter immer noch seine alte Anziehungskraft. Die Wirte und Metzger machten zufriedene Gesichter ob der guten Geschäfte. § Gedern, 16. Oft. Der heutige Schweinemarkt war gut befahren, besonders mit Ferkeln. Diese kosteten durchfchnitt- lich 30 —40 Mark das Paar. Einlegschweine 60—100 Mark je nach Qualität. Fette Schweine wurden mit 61 Pfg. für das Pfund Lebendgewicht berghlt. fe. Frankfurt a. M., 18. Oft. (Telegr. Oriq.-Bericht des ,.Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Biebmark t- vreise. Zum Verkaufe standen: 31 Ochsen, 2 aus Oesterreich 2 Bullen, 0 aus Oesterreich, 96 Küße, Fersen, Stiere und Rinder 0 au5 Oester., 536 Kälber, 295 Schafe und Hammel, 0 Ziegen, 0 Ziegenlämmer, 0 Schastämmer. Bezahlt wurde für das Pfund Schlachtgewicht: Ochsen 1. Qualität 85—89 Mk., 2. Qualität 76-80 ' Mk., 3. Qualität 69—72 Mf.; Bullen 1. Qual. 77—80, 2. Qual. 00—00; Rübe 1. Qualität 81—83 Mk., 2. Qual. 79—00 Mk., 3. Qual. 67—70 Mk., 4. Qual. 00—00 Mk., 6. Qual. 00—00 Mk. Kälber 1. Qual. 100—106 Pfg., Lebeudaewicht 60—63 Pfg., 2. Qualität 96—100 Pfg., Lebendgewicht 56—59 Pfg., Schlachtgew. 75—78 Pfg.: Schafe: 1. Qual. 81—83 Pkg., 2. Qual. 00—00 Pfg. Geschütz: bei Hornvieh Markt lebhaft, Neberstaud bedeutend, bei Kleinvieh lebhaft, kein Ueberftanb. 0 Kirchhain, 17. Oft. Zu den gestrigen Rindviehmarkt waren nur 250 Kühe und Rinder zugetrieben. Bei hohen Preisen herrschte flottes Geschäft. —^Airf dem Schweine- markt betrug die Zufuhr über 700 Stück Ferkel kosteten pro Paar 26—30 Mark, 3—4 Monat alte Säufer 80—100 Mark und Mastschweine pro Stück 90—120 Mark, je nach Größe und Qualität. Israelitische Nellgiorrsgefeltfchaft. <-'■ offesbtettn. ©abbatbfeier ain 20. Oktober 1906: Freitag abend 4.50 Uhr. Samstag vormittag 8.30 Uhr, nachmittag 3.30 Uhr. Sabbath-Ansgang 6.10 Uhr. Wochengottesdieust: morgens 7.00 Uhr, abends 5.00 Uhr. Israelitische Religionsgemeinde. prottesdien" f» der 5n"n- Hamburg, 18. Okt. Wegen öffentlicher Beleidigung von Arbeitswilligen anläßlich der Hafenarbeiter- Aussperrung im Jahre 1905 wurde der Redakteur Görbitz des gewerkschaftlichen Blattes „Der Hafenarbeiter" zu 400 Mk. Geldstrafe verurteilt, während der Staatsanwalt 2 Monate Gefängnis beantragt hatte. Oldenburg i. Gr., 18. Okt. Im ersten oldenburgi- schen Wahlkreise sind die Nationalliberalen entschloßen, mit den Freisinnigen zusammen zu gehen. Die beiden freisinnigen Parteien haben sich für die nächste Reichs- tagswahl geeinigt. Paris, 18. OFL Die Sozialisten-Partci hat beschlossen, eine von Bebel unter den deutschen Sozialisten eröffnete Subskription zu Gunsten der Humanits, des BlatteS des Sozialistenführes Iaurös, an zu nehm en. Paris, 18. Okt. Der russische Minister des Auswärtigen. Tswolski ist hier eingetroffen. Paris, 18. Okt. Jin Marine-Ministerium ist aus Biserta ein Telegrainm eingetroffen, wonach die Arbeit, der Taucher vergeblich mar. Ueber die Ursache der Katastrophe verlautet, daß das Unterseeboot int Augenblick des Untertauchens ein Leck erhalten habe. Man vermutet daher, daß alle Insassen ertrunken sind. Nom, 18. Okt. Der deutsche Botschafter hat den sizilianischen Bildhauer Nutelli im Namen des deutschen Kaisers eingeladen, nach Dresden zu kommen, um dort das zu Ehren Crispis errichtete Denkmal in Augenschein zu nehmen. Das Denkmal wird am 2. Nov. eingrweiht werden. Bei dieser Gelegenheit wird auch der italienische Vautenminister als Vertreter der Negierung in Dresden eintreffen. Petersburg, 18. Okt. Das ehemalige Duma- mitglied Namschvillc, welcher in der sozialistischen Fraktion der beste Redner war, ist zu drei Jahren Verbannung nach Sibirien verurteilt worden. Telefonäsche Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Glessen. Frankfurter Börse, 18. Oktober, 1.15 Uhr. 3z4*/o Reichsanleihe . . 98.00 3% do. . . 86.15 3M7o Konsols .... 98.00 3% do 86 25 3%°/0 Hessen • . « . . 97.60 3%°/n Oberhessen . . . — 4% Oesterr. Goldrente. . 98.70 4*/s % Oesterr. Silberrente 99.35 4% Ungar. Goldrente . . 94.80 4?u Italien. Rente . . . 102.70 3% Portugiesen Serie I . 69.30 3% Portugiesen „ III 70.20 4%°(n rnss.Staatsanl. 1905 87.55 4%°'n Japan. Staatsanleihe 93.10 4% Conv. Türken von 1903 94 20 Türkenlose 146.20 4% Griech. Monopol-Anl. 53.35 4% äussere Argentinier . 87.75 3°/0 Mexikaner .... 67.70 4>5% Chinesen .... 96 75 Aktien: Bochum Guss 241.70 Buderus E. W .... 127.— Elektriz. Lahmeyer . . . 141.50 Elektriz. Schuckert . . . 126.70 Eschweilcr Bergwerk . . 244.00 Gelsenkirchen Bergwerk . 222.80 Hamburg - Amerik. Paketf. 159.75 Harpener Bergwerk. . . 211.60 Laurahütte 250.00 Nordd. Lloyd 124.60 Oberschles. Eisen-Industrie 129.50 Berliner Handelsges . . 171.90 Darmstädter Bank . . . 139.50 Deutsche Bank . . . 238.60 Deutsch-Asiat. Bank . . 172.00 Diskonto-Kommandit. . . 183.00 Dresdner Bank . . . 157.00 Kreditaktien 211.40 Baltimore- und Ohio- Eisentahn . . . 124.60 Gotthard bahn — Lombard. Eisenbahn . . 37.00 Oesterr. Staatsbahn . . . 147.60 Prince-Henri-Eisenbahn . 147.00 Tendenz -. ruhig. Berliner Börse, 18. Oktober. Anfangskurse. Canada E. B 183.20 Darmstädter Bank . . . 139.20 Deutsche Bank .... — Dortmunder-Union C. . . 83.00 Dresdner Bank .... 157.00 Tendenz: schwächer. Harpener Bergwerk. . . 211.25 Laurahütte 249.00 Lombarden E. B. ... 37.00 Nordd. Lloyd 124.60 Türkenlose . .... —•— Es war eine schreckliche Zeit! ä ss Ä Oberlahnstein, den 7. Juni 06. Meine Krankheit dauerte 8 Monate und bin von einem Arzt zum anbereu gegangen — feiner konnte mir helfen. Wohl hatte ich durch Arznei eine achttägige Lindernng, nachher war es wieder das alte Leiden. Es war mir gerade als stünde mein Blnt still und ich bildete mir ein, jeden Augenblick sterben zu müssen. Sagte jedes Mal zu meinen Angehörigen, so oft ich Arznei nahm: „So, die kann das bischen Blut nochmals durcheinander treiben, und würbe dann dadurch der Tod noch einige Stunden fern bleiben." Es war eine schreckliche Zeit. Anfang?, d. h. die ersten 3 Tage, habe ich bei dem Verbrauch Fbres „Vioson" in einen Tasienkopi einen halben Eßlöffel voll Milch, nach diesen 3 Tagen einen gestrichenen Eßlöffel genau ab- geftriefien verbraucht und zwar morgens „m 10 Uhr, um 2 Uhr nachmittags und um 6 Ubr nachmittags; wenn ich es später abends nahm, so faß die Milch über Nacht fest in meinem damals schwachen Magen. Für abends kann inan sich — wie ich erprobt habe — eine feine, aber auch wirklich wohlschmeckende Suppe bereiten. Durch Ihr „Biofon" war ich innerhalb 8 Wochen wieder ganz genesen! Nervosität (Neurasthenie^ nervöse Verdanungsstoning war meine Krankheit. Bei dem Genuß ihres .Biosou' steigerte sich zuerst der Schlaf, denn ich batte seit 3 Wochen keine halbe Stunde geschlafen: dann nahm der ?lvvetit von einer Mahlzeit zur andern zu, ich fnblte innerhalb 10 Tagen ein ganz andere? Leden. Ick freute und) an Allem, konnte mir wieder mit allerhand Befchäfligung Zeitoertrew machen — kurzum, vielen Dank meinem lieben Arzt nnb dem guten .Biofon", welche? mich vom sicheren Tode gerettet hat. Innerhalb 6 Wochen nahm ich 15 Pfund zu und sah hübsch rot aus, schaue klar aus den Llugen und fühlte mich noch nie so krattig wie letzt. Hochachtungsvoll Jobanne? Neff. Amtlich be- alan ugt Oberlabn'tein, den 22. Juni 1906. Der Magistrat. I- A.: Vm;, Stadt,cfretär. Stowii ist in Apotheken, Drogerien usw. das halbe Kilopaket zil drei Mark erhältlich. Jeder Arzt kann auf Wunsch über die Vorzüglichkeit des Bio,on Auskunst erteilen. (b»/10 K N M ■■ i W 4?® Ä »r-j jüngerer Commis gesucht, mit schöner Handschrift, guter Rechner. Eintritt eventuell sofort, Stellung dauernd. Schriftl. Meldung, unt. 07670 an d. Gießener Anzeiger erbeten. TWge Acquisiteure werden sofort eingestellt-Aniangs- gehalt Mk. 100.—. Gesl. Offerten unter F. T. J. 746 an Rudolf Mosse, Frankfurt a. 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