Erstes Blatt Freitag 18. Mai 1906 Gietzener Anzeiger ** General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen SS Schulstratze 7. Redaktion 113 Verlag u.Exped.^^bl Adresse für Depeschen: Anzeiger Gicßcn. 156. Jahrgang VezugSpretSr monatlich 7bPs., vierteljährlich Mk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Dik.2.— viertel- jährl. auSfchl. Beslellg. Annahme von Anzeigen für die Taqesnuminer bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12 Pf^ auSwärtS 20 Pfg. Verantwortlich für den poItL und atigern. Teil: P. Witiko- für ,Stadt und Land^ und -GerrchtSsaal^-. Ernst pebfür den Anzeigenteil: S>an3 Beck. Nr. 116 •rfteiet tLgttch außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem hessischen Landwltt die Siehener Kamillen« blätter viermal in der Woche beigelegt Rotationsdruck n. Verlag der Brühl 'schen Untvers.-Buch-u.Stem- druckeret. R. Lange. Redaktion. Exvedtttoa Die üeutige Kummer umfaßt 10 Seiten. Aus dem Aeichslag. R. Berlin, 17. Mai. Die wirtfchaftlicheEntwicklungderReichs- p o st ist unbestreitbar günstig. Mindestens 50 Mill. Ueberschuß liefert dieses Verktzhrsinstitut iEhrlich an die Reichskassel ab. Es wird sich andererseits ebensowenig bestreiten lassen, daß die glänzende Entwicklung in der Hauptsache der Tendenz zu danken ist, durch Verbilligung der Gebührensähe den Verkehr zu erlefthtern und damit zu steigern. Regierende und Regierte befanden sich also wohl unter diesen Verhältnissen, zu denen Herr v. Podbielski als Generalpostmeister vorl 6 Jahren den Grund legte durch Einführung der billigen Orts- und Nachbarvrts-Porwtaxe. Man lebte dem frohen Glauben, dies sei der erste Schritt zu einer allgemeinen Verbilligung der Postgebühren gewesen — da kommt die Steuerkommission und zerstört mit rauher Hand die Illusionen. Die Portovergünstigungen sollen wieder abgeschafft — speziell an die Stelle der 2 Pfg.-P ost karte die 5 Pfg.- Kar 1 e gesetzt — und die Gebühr für außerordentliche Zeitungsbeilagen erhöht werden, wie man denn, wenn es sich um die Presse handelt, sehr leicht vergißt, daß man mit deren Belastung im Grunde das geistige Leben der Nation trifft. Mit 12 Millionen mehr soll der Postverkebr jetzt der Reichskasse tributpflichtig gemacht werden, und als Wortführer der Mehrheitsparteien, die in der Kommission mit der „Wünschelrute" neue Steuerquellen ermittelten, bemühte sich heute Abg. Patzig (nl.), die Bedenken gegen die Ber^hrsverteuerung zu beschwichtigen. Er machte den feinen Unterschied zwischen „allgemeiner" und „lokaler" Verteuerung, um die Beruhigung ausklingen zu lassen in dem Hinweis, es handle sich lediglich darum, Leistung und Gegenleistung in das richtige Verhältnis zu bringen. Man fragt sich da unwill- kstrlich:^ sind die Urheber der Tarifreform von 1900 etwa voreilig gewesen mit der Herabsetzung der Gebühren? Die Mehrheitsparteien scheinen dieser Ansicht zu sein, denn Abg. Dr. Arendt (Np.) — der übrigens beantragte, das Post- kartenporto von 2 Pfg. nur auf 3, nicht auf 5 Pfg. zu erhöhen, „entdeckte" heute, daß die Posttarife damals „übermäßig" herabgesetzt worden seien. Der Unterstaatssekretär des Reichspostamts, Geheimrat Sydow, ließ sogar durch- blicken, daß der verstorbene Generalpostmeister v. Stephan schwerlich zu einer Taxifreform sich bereit gefunden hätte, denn er sei der schärfste Gegner der Tarifermäßigung und — ein weitblickender Mann gewesen. So wurde heute das einst vielgerühmte Reformwerk des Herrn v. Podbielski vreisgegeben! Es sind eben andere Zeiten. Damals schwamm das Reich im Gelde, heute ist Schmalhans Küchenmeister. Demgemäß urteilt man jetzt anders über die Zweckmäßigkeit der Tarisreform. Not bricht auch das Eisen der Logik. Geheimrat Sydow ironisierte zwar den Glauben an eine „wundertätige Kraft der Tarifherabsetzungen", räumte aber ein, daß die Portocrhöhung eine Belastung des Verkehrs bedeute. Deshalb werde es der Postverwaltung nicht leicht, dem Vorschlag der Steuerkommission Folge zu geben, aber sie müsse das Interesse der Reichsfinanzen in den Vordergrund stellen, und sei überzeugt, daß „die Henne „Verkehr" nicht nur weiterhin goldene Eier, sondern bald noch größere Eier legen werde, als zurzeit der billigen Posttaxe" . . . An dieses schnelle Wachstum schien selbst der Schatzsekretär Frhr. v. Stengel nicht recht »u glauben, denn er'ersuchte inständig um Ablehnung des Antrages Dr. Arendt. Das Sichere der Postkartenverteuerung um 3 Pfg. zieht er also dem Unsicheren der von Geheimrat Sydow prophezeiten« Verkehrssteigerung vor. Es war heute auch die Rede von einem „Wortbruch" der Regierung in der Posttaxfrage. Doch Herr Sydow fand sich damit auf die einfachste Art ab, indem er erklärte, die Regierung habe nicht „mit dem Lande draußen", sondert: mit dem Reichstag zu tun, und der letztere sei in seiner Mehrheit wohl nicht ber Meinung, daß seinerzeit ein Versprechen gegeben worden sei, sonst würde & die Portoer hühung nicht in Anregung bringen. An dem Willen der Kompromißparteien, auch die Post- verkehrssteuer durchzusetzen, prallten alle Einwendungen der Gegner glattweg ab. Auch Dr. Arendt hatte mit seinem Antrag der „mittleren Linie" einen gründlichen Rtißerfolg, selbst bei seinen Parteifreunden. Es hebt nunmehr die letzte Lesung der vielbellagten Steuergesetze an. * Deutscher Reichstag. 105. Sitzung vom 17. Mai 1906. Ans der Tagesordnung steht zunächst die dritte Lesung d e r N o v e l l e zum S t e m v e l st e u e r g e s e tz. 9(bg. Arendt (Rp.) erblickt in der Befreiung der Konsols von der Börsenumsatzsteuer eine Baisse im ganzen Börsensteuer- system. Abg. Graf Kani tz (kons.) schließt sich diesen Ausführungen an. Auf eine Anfrage des Vorredner? erklärte der Direktor im Reichsschatzamt, K ü h n , nach ungefährer Schätzung betrage der Umsatz in KonsolS 5—10 Milliarden und die Einnahmen aus dem Umsatzstempel 1—2 Millionen. Die Novelle wird darauf mit großer Mehrheit angenommen. Es folgt die Fortsetzung der Beratung der Resolution der Steuerkommission, betreffend die Erhöhung derEinnahmen der Po st Verwaltung burd) die Aufhebung der Ausnahmetarife im Orts- und Nachbarverkehr re. Abg. Patzig (ncrtlio.): Der Ueberschuß der Postverwaltung Betrögt nur 7 Prozent der Bruttoeinnahmen. Nach den Erfahrungen des Staatssekretärs, der 40 Jahre im Postdienst steht, arbeitet der Ortsbriefverkehr mit Verlust. Die Kosten werden nicht gedeckt. Redner wendet sich dann in längeren Ausführungen gegen die Argumente in der gestrigen Rede des Abg. Merten. Wir wollen die AuSnahmetarife, die der Verwaltung eine ungebührliche Belastung auferlegen, verschwinden sehen. Wir wollen vor allem das Zeitungsreklamewesen etwas stärker heranziehen. UnterflaatSTcTretär Sydow gibt dem Bedauern des Staatsekretärs, der erst heute abend aus Rom zurückkehrte, Ausdruck, ein Restort heute nicht vertreten zu können. Unrichtig ist, daß >ie Post eine Zuschußverwaltung ist. Die freie Beförderung der Postsachen auf der Eisenbahn ist ein hohes, erworbenes Recht aus der Zeit der Privatbabuen als Gegengabe für die Personenbeförderung. An die von dem Redner der Linken erhoffte wundertätige Wirkung der Tarifherabsetzung glaube ich nicht. Dauert es doch geraume Zeit, ehe der Verkehr soweit gestiegen ist, daß der Ausfall an Einnahmen ausgeglichen ist. Tie wirtschaftliche Bilanz der Post hat sich seit 1900 nicht verbessert. (Hört! $DÖrt[) Für den Chef einer Reichsoerwaltung ist es keine leichte Sache, eine Maßnahme zu bestimmen, die dem Verkehr nicht förderlich ist. Auf der anderen Seite muß er aber auch bedenken, daß die Postvcrwaltnng nickst ein isoliertes Ding, sondern ein Teil der Reichsverlvaltung ist, und aus diesem Grunde hat sich der Staatssekretär in der Kommission mit der Resolution einverstanden erklärt. Von einer Erdrosselung des Verkehrs durch eine Erhöhung des Portos kann keine Rede sein. Angesichts der Finanzlage des Reiches glaubte die Post- verwaltung der durch die Resolution erstrebten Tariferhöhung sich nickst widersetzen zu fallen. lieber einen eventuellen Tadel wird sich die Pvswerwaltuug mit dem Bewußtsein h-inwegsetzeu, daß sie mit der Mehrheit des Hauses einig ist. (Beifall Rechts.) Abg. Arendt (Rp.) stimmt der Resolution zu und be- grünbet einen Antrag feiner Partei auf Erhöhung des Postkartenportos im Nachbarortsverkehr auf 3 Pfg. Staatssekretär Frhr. v. Stengel: Die neuen Steuern werden schätzungsweise 180 Millionen einbringen. Damit ist der Bedarf nickst gedeckt. Tic Resolution würde höchstens 12 Millionen einbringen. Durch den Antrag Arendt würde dieser Betrag noch wesentlich vermindert werden. Deshalb bitte ich, den Antrag Arendt abzulehnen. Unterstaarssekretär Sydow wendet sich ebenfalls gegen den Antrag Arendt. Abg. Dove (frf. Vgg.) spricht sich gegen die Resolution und gegen den Antrag 9lrenbt ans. Wenn man die Berliner Pfefser- fäcfc zu treffen hoffe, irre man sich. Die reichen Leute haben Telephon. Eine Erhöhung des Poslkartenporros würde nur den Mittelstand treffen. Abg. Kampf (frf. Vpt.): Tie Zweipfennigpostkarte hat keine finanziellen Nachteile, sondern erhebliche Vorteile herbeigesührt. Deshalb ist ihre Beseitigung gänzlich ungerechtfertigt. Abg. S i n g e r (Soz.) weist darauf hin, daß in Süddeutfchland die Vortofätze im Ortsverkehr noch erheblich niedriger sind. Nach weiterer Debatte wird die Debatte geschlossen. Der Antrag Arendt wird a b g e l e h n t, die Resolution wird a n g e u o m m e n. Die dritte Resolution der Slommiffion auf Einfügung einer stafselförmiaen Umsatzsteuer für Großmühlen wird auf Antrag Spahn von der Tagesordnung abgesetzt. Darauf vertagt sich da? paus auf Freitag 1 Uhr (Reichs- kassenscheingesetz und Steuergesetz). Der Kaiser im Ncichsland. Urville, 17. Mai. Der Kaiser machte gestern nach Besichtigung der Ausgrabungen noch eine Spazierfahrt im Automobil nach St. Barbe und besuchte den Pachthof Ur- Ville. Heute machte der Kaiser einen Spazierritt und hörte dann die Vorträge des Chefs des Zivilkabinetts, Geh. Rat v. Lueanus und des stellvertretenden Chefs des Marinekabinetts, Kontreadmiral v. Müller. — Der Kaiser ließ heute nachmittag die Schulkinder von Kürzel, sowie die Schülerinnen des Auguste Viktoria-Stiftes mit Choko- lade bewirten. Oberhofmarschall Graf zu Eulenburg war als Vertreter des Kaisers dabei anwesend. Um 6Vs Uhr unternahm der Kaiser im Automobil eine Spazierfahrt, traf kurz vor 7 Uhr in Metz ein und betrat auf 10 Minuten das Jünere des Domes. Dann begab sich der Kaiser mit den Herren des Gefolges weiter nach der Feste Frnebrich Karl. Arau^cuer und drohende ZZierve teuerung. Bekanntlich ist unter den Brauereibesitzern und Gastwirten eine Bewegung im Gange, die darauf abzielt, die vom Ncichstag beschlossene mäßige Erhöhung der Brausteuer mit einer unverhältnismäßig hohen Steigerung der Bierpreise zu beantworten. Nach den Beschlüssen der zweiten Lesung sollen die kleineren Brauereien mit einem Malzverbrauch von nur 250 Doppelzentnern nach wie vor nur 4 Mark Brausteuerzahlen; hier tritt also überhaupt keine Erhöhung ein. Bei den mittleren Brauereien mit einem Malzverbrauch von 500 Doppelzentnern tritt eine Mehrbelastung von etwa sechs Pfennigen für den Hektoliter ein, das macht also für den Liter Bier gerade 0.06 Pfennige aus. Bei den großen Niesenbrauereien kommt allerdings eine Erhöhung von ungefähr einer Mark pro Hektoliter heraus, aber das ist doch immer noch kein Grund, den Gastwirten eine Erhöhung der Hektoliterpreise um zwei bis zwei eine halbe Mark aufzuhalsen. Umsoweniger als es sicher den Großbrauereien bei ihren vorzüglichen technischen Einrichtungen leicht gelingen dürfte, eine Verbilligung der Produktionskosten zu erzielen und so die kleine Mehrbelastung wieder auszugleichen. Ueb- rigens rechnet man auch an der Börse nicht mit der Möglich- fett, daß die Großbrauereien durch die Erhöhung der Bran- steuer eine Verschlechterung ihrer Einnahmen erfahren, denn sonst hätte man wohl nicht auf die diesbezüglichen Beschlüße dc§ Reichstages hin die Kurse fast sämtlicher Aktienbrauereien in die Höhe getrieben. Den Gastwirten, die jetzt wahrlich nicht mehr auf Rosen gebettet sind, kann man es nicht verargen, wenn sie die durch die Brauereiverbände geplante Preissteigerung wieder auf das Publikum abwälzen, aber die Frage drängt sich doch von selbst auf: Müßen sich die breiten konsumierenden Volksschichten die fortwährende Steigerung der unentbehrlichsten Lebens- und Genußmittel ruhig gefallen laßen? Sie können die Mehrbelastung nicht auch wieder auf andere Schultern abwälzen, sondern müßen sich nur immer weiter ein- fchränken. Was ist das aber für eine ungesunde Volkswirtschaft, wenn die bedeutend schwächeren Schultern der Konsumenten ungerechtfertigte Prosile der Produzenten tragen müßen! Marokko. Stockholm, 17. Mai. Auf Anregung bc3 Ministers des Aeußern bildete sich unter der Leitung der Skandinaviske Kreditaktiebolaget ein B a n k k o n s o r t i u m , bestehend aus der genannten Bank, sowie der Stockholms Enskildabank und her Stockholms Handelsbank, welche, gemäß der Uebevein- cinfnnft von Algeciras ein Fünfzehntel des Kapitals der Marokkobauk übernehmen will. Dankdirektor Wallenberg, welcher die schwebische Gruppe in der Kommission zur Aufstellung der Dankstatulen vertreten wird, ist noch Madrid ab gereist. Madrid, 17. Mai. Die Blätter beschäftigen sich lebhaft mit den Erklärungen, die der frühere Ministerpräsident Montero Rios hinsichtlich der für Spanien auf der Konferenz von AlgecrraserzieltenErgebnisse abgegeben hat. Diese gingen dahin, daß er, Montero Rios, persönlich schon vorher mit dem französischen Botschafter einen vorteill-afteren Vertrag abgeschlossen habe, denn nach demselben hätte die Marokkanische Bank ausschließlich mit spanischem Kapital begründet und die spanische Münze mit Zahlungskraft in den Verkehr gesetzt werden sollen. In der Polizeifrage hätte ein Vorteil für Spanien in dem Rechte bestanden, den Schmuggel zu Wasser und zu Lcmde zu verfolgen. — Der Gouverneur von Melilla meldet, daß der Dampfer „Turki" nicht nur den von den Rebellen besetzten Teil der Küste, sondern auch das benachbarte Zollgebäude beschossen habe, wodurch die Einfuhr von Lebensmitteln verhindert und der Handel beeinträchtigt tvorbei! fei. Auch gegen Fischerbarken würben Gewalttätigkeiten verübt. Der (Gouverneur ersucht um die Entsenbung eines Kriegsschiffes, um bie Ingressen Spaniens gegen diese Blokabe zu schützen.____________________________________ Kie Korderung der ModenLuitur im oberen Mogelsöerg. Das von ber Regierung in Aussicht genommene große Kulturwerk, bem oberen Vogelsberg durch Meliorationen, Aufforstungen usw. erhöhte:- wirtschaftlichen Ertragsweci zu verschaffen, ist bei seinem Bekanntwerden im vorigen Jahre auf ziemlich großen Widerstand gestoßen, da die davon berührten Landwirte statt der erhofften Vorteile vielfach Beeinträchtigungen und Nachteile erwarten. Die Vorlage kam damals nichr mehr Verabschiedung und wurde für den jetzigen Landtag wieder in Aussicht gestellt. Die beteiligten Kreise stehen aber dem Unternehmen auch jetzt noch mit Mißtrauen gegenüber, wie aus nachstehender, von Bürgermeister Jost zu Bermuthshain und dem Beigeordneten Ochs zu Ilbeshausen an die 2. Hess. Kammer gerichteten Eingabe hrvorgeht. „Die Unterzeichneten erlauben sich hiermit, als Vertreter des Bauernstandes im oberen Vogelsberg (laut einer von über 1000 Bauern, in Grebenhain am 14. Mai 1905 gefaßten und mit über 2000 Unterschriften versehen, an die vorige 2. Kammer der Landstände eingvscmdten Resolution) hoher 2. Kammer der Landstände, die nachfolgende Vorstellung zu unterbreiten: Der von den Bauern be£ oberen Vogelsbergs als begraben betrachtete Gesetzentwurf über die Förderung der Bodenkultur im oberen Vogelsberg erwacht vom Scheintod und kommt bald zur Bdrlage an die 2. Kammer der Landstände. Kein Zweifel läßt darüber die Thronrede, auch bestätigte es der Herr Ministerpräsident Braun kürzlich in einer Kammersitzung. Dies erregt die Gemüter der Bauern wieder sehr bedenklich, und wir müssen jetzt schon auf den Ernst der Lage Hinweisen, umsomehr, als die Bauern befürchten, der neue Gesetzentwurf verfolge dieselben Ziele, welche mit dem vorjährigen Gesetzentwurf erreicht werden sollten. Das Mißtrauen der Dauern ist nun einmal erwacht. Man verwehre uns nicht, an dieser Stelle ausdrücklich feftzustellen, daß über den Verlauf der Protestversammlung am 14. Mai 1905 in Grebenhain, von interessierter Seite, überall (? Red.) unwahre und entstellte Berichte ausgestreut wurden, die mit der Wahrheit in grellem Widerspruch stehen, und jedenfalls nicht ohne Absicht gemacht worden sind. Die zwei Unterzeichneten, durch die Resolution vom 14. Mai 1905 legitimierten Vertreter ber Bauern im oberen Vogelsberg, bitten bie 2. Kammer, den in Sicht stehenden Gesetzentwurf nach Einlauf zu vertag e n, bamit bie zum meisten interessierten Bauern erst Klarheit über bie Tenbenz des Gesetzentwurfs bekommen, unb ihnen Zeit zu ihrem Schutze nötigen Schritten verbleibt." Nach bem Wortlaut dieser Eingabe scheint man übrigens den Generalkulturplan selbst nicht mehr ablehnen zu wollen, sondern nur mit den wirklichen und vermeintlichen Interessen der einzelnen Besitzer besser in Einklang bringen zu wollen. Eine unveränderte Annahme des Entwurfs gegen den Willen der Beteiligten lag übrigens auch wohl kaum in der Absicht der Regierung, und schon bei den Vorarbeiten waren Landwirte aus len beteiligten Gemeinden mit tätig. Es fei nur uir den verstorbenen Abg. Weidner erinnert. Auch ber Urheber bes ganzen Planes, Ntinisterialpräsibent Braun, ist ein viel zu guter Kenner des Vogelsbergs, um gegen den Willen der bortiqen Bevölkerung ben Entwurf in bie Wirllichkeit umsetzen zu wollen. Sonach ist zu hoffen, daß bie beteiligten' Landwirte mehr und mehr ihre Bedenken gegen die Absicht des Generallulturplans schwinden lassen, und unter ihrer Mitwirkung bas Werk in einer allen Interessen der beteiligten Besitzer Rechnung tragenden Weise zur Ausführung gelang! Das läge nicht allem im Interesse des Vogelsberges, sondern würde dem ganzen Lande zum Segen gereichen. Aus Stadt und Land. Gießen, den 18. Mai 1906. *• Erledigt ist eine mit einem evcmg. Lehrer zu besetzende Lehrer fiel le an der Gemeindeschule zu Ulrichstein. Mit der Stelle kann die Hälfte des Organistendienstes verbunden werden. r Londorf, 16. Mai. Eine rege Bautätigkeit hat sich im vergangenen und auch in diesem Jahre hier entwickelt. Eine ganze Anzahl neuer Häuser sind gebaut worden und auch gegenwärtig sind wieder einige im Entstehen begriffen. Dem Wohnungsmangel, der noch vor einigen Jahren hier herrschte, ist dadurch abgeholsen worden, und die Preise für Wohnungen sind erheblich zurückgegangeu. (L) Hungen, 16. Mai. Die H a n ptv e r s amIil un g des Oberhessischen Ob st bau Vereins findet Sonntag, 27. Mai, hier im Hotel Solmscr Hof statt. Aus der reichhaltigen Tagesordnung sei nur erwähnt das zeitgemäße Thema: Der Obstbau nach der Jeldbereinignng,. das von dem Obstbautechniker Wiesner behandelt wird, sowie ein Vortrag des Dr. Hofmann- Friedberg: Die Bedeutung des Wassers für das Leben des Obstbaums. )( H u n g e n, 18. Mai. Samstag, 19. Mai, feiert unser Bezirkslehrerverein in Langd das 25iährige Dien st - j u b i l ä u m seines Obmanns, Lehrers B e st. Der Jubilar wirkt nun schon über 16 Jahre an der dortigen einklassigen Schule. W. Bad-Nauheim, 17. Mai. Das Programm zur Einweihung der neuerbauten „DankeSkirche" ist nun soweit vorbereitet. Die Gesangvereine von hier haben sich zu einem Gesamtchor verbunden, der die Feier durch zwei Chöre „Hymne von Beethoven" und „Lobgesang von Mendels- sohn" verschönern wird. Ebenso hat sich ein Frauenchor gebildet, welch-r dabei mitwirkt. Die neue Orgel, ein Kunstwerk von der Firma Walker in Ludwigsburg bei Stuttgart, trifft m diesen Tagen hier ein. Als Einweihungstag wurde von S. K. H. dem Großberzog der 21. Juni bestimmt. □ Friedberg, 16. Mai. Infolge der großen Bautätigkeit der letzten Jahre sind die früher ausgedehnten Anlagen unserer Stadt an der Ost- und Südseite der Stadt fast gänzl'ch verschwunden. Auch die Vergrößerung des Bahnhofs hat die Anlagen sehr beschnitten. Deshalb hat die Verwaltung der Stadt die Herstellung neuer Promenaden beschloffen und hierzu eine größere Geldsumme vorgesehen. Auch der Verschöncrungsverein hat einen größeren Betrag bewilligt. Für die Westseite hat Stadtbaumeister i. P. Zorb unentgeltlich Pläne zu Anlagen und Promenaden her- gestellt. Die Stadt beabsichtigt ferner die Pachtung des Burgbergs vom Fiskus zur Herstellung von Ruheplätzen und Wegen. — Der Voranschlag der Stadt für 1906 enthält eine Einnahme von 574 250 Mk., davon entfallen auf Gemeindesteuer 209 400 Mk., vom Gaswerk 25 000Mk., Oktroi 10 850 Mk., Wasserwerk 11400 Mk. Bei den Ausgaben erfordern Straßenbauten 31200 Mk., Zinsen für geliehene Kapitalien 32 500 Mk., Volksschulen 49 000 Mk., Beitrag zur Kreiskasse 35 500 Mk., höhere Schulen und Ge- werbekademie 15 000 Mk. — Berstadt, 16. Mai. Ein furchtbares Unwetter ging über unsere Gegend nieder, verbunden mit heftigen Blitzschlägen und wolkenbruchartigem Regen. Der Blitz schlug wiederholt in Telegraphenstangen und Bäume. In Utphe schlug der Blitz in das Hofgut des Grafen Laubach und äscherte einen Stall und Heuschober ein. Auf dem Felde wurde ein Bauersmann vom Blitz getroffen und gelähmt. l. Ulfa, 18. Mai. In vielen Teilen der hiesige:! Fcld- gemarknng hat der Hagel auf den Getreidefeldern erheblichen Schaden verursacht. Ein grvßer Teil der Besitzer ist glücklicherweise versichert und es kommen hauptsächlich die Norddeutsche Hagelversicherung, Jotoie der Mittelrheinische Verband inbetracht. Auch die jungen Triebe der Waldbäume haben sehr von dem Unwetter gelitten. ? Kirchbracht, 17. Mai. Der in weiteren Kreisen Oberhessens (besonders im Vogelsberg) bekannte Schneider- Konrad Junker wurde zum Bürgermeister gewählt. Der Gewählte genügte jeiner Militärpflicht bei der kais. Maprne und war beim Untergange des „Großen Kurfürsten" auf dem „König Wilhelm" stationiert. R. B. Darmstadt, 17. Mai. In der heutigen Sitzung der Stadtverordneten lag von freisinniger Seite ein Antrag vor, die Regierung zu ersuchen, gegen die im Reichstag beschlossene Fahrkarten st euer Widerspruch zu erheben. Die Versammlung beauftragte die Bürgermeisterei, zunächst Erkundigung darüber einzuziehen, ob durch diese neue Besteuerung auch die Fahrkarten der hiesigen elektrischen Straßenbahn getroffen werden. Wenn das der Fall ist, soll die Bürgermeisterei bei Großh. Regierung in einer Eingabe dahin vorstellig werden, daß der hessische Vertreter im Bundesrat instruiert werde, gegen die Fahrkartensteuer aufzutreten. Den Hauptpunkt der Tagesordnung bildete heute die Beratung des städtischen Voranschlags für 19 0 6. Der von der Bürgermeisterei aufgestellte Voranschlag schließt in Einnahme und Ausgabe mit der Summe von 5 331 220 Mk., d. i. 324 520 Mk. mehr als im Vorjahr. Bemerkenswert ist die beträchtliche Steigerung der Einnahmen aus den drei großen Wirtschaftsbetrieben der Stadt. Der Ueberschuß aus dem Elektrizitätswerk ist auf 100000 Mk. (40000 mehr als im Vorjahr), der Ueberschuß aus dem Gaswerk 250 000 Mk. (mehr 50 000 Mk.) und der Ueberschuß aus dem Wasserwerk 189 650 Mk. (22 280 Mk. mehr). Die Gesamtausgabe für die städtischen Schulen beträgt 1050 500 Mark, die Mehreinnahmen dafür betragen 24 630 Mk., die Mehrausgaben dagegen 97 290 Mk. Da die laufenden Einnahmen der Stadt insgesamt 3 047 220 Mk. betragen, so bleibt die Summe von 2 284 000 Mk. durch Gemeindesteuer zu decken. Die Stadtverordneten-Versammlung hat bereits in einer früheren Sitzung beschlossen, zur Deckung dieser Summe den bisherigen Zuschlag von 88,2 Proz. zur Staatssteuer auf 91,2 Proz. zu erhöhen. □ Münster am Taunus, 16. Mai. Eine neue Sommerfrische ist hier am Fuße des Hausbergs unter dem Namen „Hubertus" dieser Tage eröffnet morden. Sie bietet auch den Touristen einen willkommenen Aufenthalt. fc. Frankfurt a. M., 16. Mai. In der Nähe der Sachsenhäuser Warte, an der Waldlisiere, hat sich der 28 - jährige Gärtner Hör sch erschossen. — Der 30 jährige stellenlose Kaufmann Georg Rullmann, Mainzer Landstraße 71, wurde auf einer Promenadenbank in Nizza halb- tot aufgefunden. Er hatte in der Absicht, sich das Leben zu nehmen, eine Sublimatlösung getrunken. — Die Sektion des als Leiche aufgefundenen Musketiers Buch he im vom 81. Infanterie-Regiment ergab, daß er eines freiwilligen Todes nicht gestorben sein kann. Der Schädel wies an der Stirn eine Verletzung auf, die darauf schließen läßt, daß B. mit einem Hammer erschlagen worden ist. fc. Frankfurt a. M., 17. Mai. Heute beging die Landgräfin Anna von Hessen in ihrer Villa in der Savignhstraße ihren 7 0. Geburtstag. Landgraf Alexander Fredrich bvn Hessen war zur Feier von London hierher gekommen, ebenso die anderen Kinder: Erbprin- zessin Elisabeth von Anhalt, Prinzessin Sibylle von Hessen und Prinz Friedrich Karl von Hessen. Im Schlosse zu Philippsruhe sand am Nachmittage zu Ehren der Landgräfin große Hoftafel statt, an der die Landgräfin und die Genannten teilnahmen. — Die Metzger haben die Sch weine fleisch preise um 10 Pfg. das Pfund endlich herabgesetzt. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. In Mannheim versuchte der Inhaber eines anrüchigen Absteigequartiers Engert seine schlafende Frau zu ermorden, indem er ihr die Kehle durchschnitt und mehrere Rcvo! richüsse auf fie abgab. Engert erhängte sich dann. — In Oberzeuzheim bei Limburg erschlug der Blitz gestern nachmittag den Maurer Josef Hahn und be- täubte zwei weitere Personen. vermischtes. Hannover, 16. Mau In der heutigen Sitzung des Bürgervorstehcr-Kollegiums, die sehr stürmisch verlief, wurde mit allen gegen drei Stimmen beschlossen, den Bürgervorsteher Küster zur Niederlegung seines Amtes aufzufordern, da durch das rechtskräftig gewordene Schöffengerichtsurteil erwiesen sei, daß er in Submissionssachen bei dem Nathausbau die finanziellen Interessen der Stadt geschädigt habe. • lieber die Ursachen des Kalifornischen Erdbebens wird aus Amerika gemeldet, der Vorstand der geologischen Abteilung d"r Leland Stanford Universität in Palo- Alto habe bereits genaue Untersuchungen angestellt. Er sei dabei zu dem Ergebnisse gekommen, die ganze westliche Seite Kaliforniens nach der See zu habe sich bis zu 2 .Fuß bewegt, auch habe sich eine große, der Küste varallel laufende Erdspalte von 6 Km. Länge gebildet. Ob die Angaben in dieser Form richtig sind, muß zunächst dahingestellt bleiben; jedenfalls kann die Bildung einer 6 Km. langen Erdspalte nicht Ursache, sondern nur Wirkung des Erdbebens sein. * Der Lohn des Geschworenen. In Corning, New-Pork, gewann jüngst Fräulein Helene Rebmann, ein hübsches deutsches Dienstmädchen, einen Prozeß wegen gebrochenen Eheversprechens und damit ein Wundpflaster von 3225 Dollars. Tags darauf sprach einer der galanten Geschworenen, die den Wahrspruch gefällt, bei ihr vor und hielt in aller Form tun ihre Hand an. Die schöne Helene gab ihm errötend ihr Jawort. * Einen hundertjährigen Mitbürger besitzt die Stadtgemeinde Meschede (Westfalen) in der Person des Rentners Wilhelm Nausester. Der Jubilar beging seinen Geburtstag in geistiger und körperlicher Frische, er liest und schreibt noch ohne Brille. *Die verfrühten „Hitzeferien". In dem welt- entlegenen Heidedörfchen R. waltete dieser Tage der Herr Lehrer mit Ernst und Würde feines schwierigen Amtes, der ihm auvertrauten Dorfjugend die lange Reihe der alttestamentarischen Bücher einzupauken. Es' wollte heute gar nicht gehen, die unbeholfenen Zungen der Heidekinder sträubten sich mit aller Gewalt gegen die ihnen zugemutete Arbeit, die so fremd klingenden hebräischen Namen zu bewältigen. Dem armen Lehrer standen die Schweißtropfen auf der Stirn — war es denn wirklich so warm heute oder war nur seine angestrengte geistige, bisweilen freilich auch körperliche Tätigkeit hieran schuld? Die Sonne schien lachend herein ins Schulzimmer, kein Wölkchen verwehrte ihr den Zutritt. Je höher sic am Himmel emporstieg, desto schlimmer wurde es. Auch die Kinder leiden sichtlich unter der zunehmenden Wärme. Kopfschüttelnd geht der Lehrer nach der Ecke hin, in der das Thermometer hängt. Wahrhaftig — 23 Grad Reaumur! Er zieht die Uhr hervor; es ist V2II. „Ihr könnt jetzt nach Hause gehen, Kinder, wir haben über 20 Grad Wärme!" Jubelnd vernimmt die Schar diese willkommene Aufforderung und in wenigen Augenblicken ist das Zimmer leer. Auch der Lehrer folgt und tritt, sich den Schweiß trocknend, aus dem Hause. Aber was ist das? Kalt und unfreundlich bläst ihm der Wind entgegen! Mit ahnungsvollem Entsetzen stürzt er wieder ins Zimmer, ein Griff nach dem Ofen: Der glüht ja wie ein Plättbolzen! * Eine originelle Grabschrift. Auf dem alten Kirchhof zu Bamberg, rechts an der Mauer, steht ein alter Grabstein, auf welchem zu lesen ist: Hier ruht Margaretha Plank, Gott sei es gedankt, Im Leben hat sie nichts wie gezankt, Wand'rer gehe weg von hier, Sonst steht sie auf und zankt mit Dir. * Kleine Tageschronik. In Bochum mürbe bas sieben Jahre alte Töchterchen einer im Bezirke Hosstebe wohnhaften Familie in bas Krankenbatis eingeliesert, wo die Genickstarre an bem Kinbe festgestetlt würbe.— In München wurde der Raubmörder Liebl auf dem Viktualienmarkte nach heftiger Gegenwehr verhaftet. Liebl halte auf seine Verfolger mehrere Revolverschüsse abgefeuert. — Ein Streckenarbeiter aus Breitungen, der als angeblicher Waldaufseher jahrelang arme Holz sammelnde Frauen mißbraucht hat, mürbe in Immelborn verhaftet. Nicht luemger als 40 Fälle sollen bisher gemeldet sein. — In B e r l i n schoß der Glaser Emil Blumenthal bei einem Streite dreimal auf seinen Gegner, den Arbeiter Angtist Weckenat und verletzte ihn schwer; außerdem erhielten auch die Schwester des Weckenat, sowie ein zweijähriges Kind leichte Schuß- verletzungen. Der Täter wurde verhaftet. — Bei Freiburg (Breisgau) wurde der vor Monaten auf einer Schneeschuhtour verschollene russische Student v. K l 0 t erfroren aufgefunden.— In der Gewerkschaft „Deutscher Kaiser" bei Essen (Ruhr) siel dem Arbeiter Hartmann eine 25 000 Kgr. schwere Kabelkiste auf den Körper. H. wurde vollständig z e r m a I m t. — In Berlin verlor der Maurer Friedel, der im 3. Stockwerk eine Ladung Mauersteine emporheben wollte, das Gleichgewicht und stürzte rücklings in die Tiefe. Dem Bedauernswerten wurde der Schädel z e r s ch tn e t t e r t; er starb auf dem Wege zur Nnfallstation. — Infolge Genusses von Kubsleisch von der Freibank erkrankten in K l e i n b e r g bei Köln zahlreiche Leute aus den ärmeren Kreisen lebensgefährlich. GerichtssaaL. (a.) Lauterbach, 18. Mai. Am 1. Weihnachtsfeiertage ivvllte die „Stettiner Bohrgesellschaft" in der Gemarkung Wernges arbeiten und hatte um diesbezgl. Erlaubnis beim Ki:eisamt Lauterbach nachgesucht, die ihr aber verweigert wurde. Nun forderte die Gesellschaft ihre Arbeiter telegraphisch auf, am 1. Weihnachtstage zu arbeiten und versprach jedem, der dieser Aufforderung nachkam, außer der ev. I Strafe noch eine Remuneration von 10 Mark. Der leitende Ingenieur totoic sämtliche Arbeiter wurden mit einer Straft von 10 Mark belegt, gegen welche Strafe ersterer Widerspruch erhob mit der Begründung, daß er „selbst nicht gearbeitet habe". Das Schöffengericht konnte sich indessen nicht von der Unschuld des Angeklagten überzeugen und verurteilte ihn zu einer Geldstrafe von 10 Mk. R. B. Darmstadt, 17. Mai. Daß trotz aller Belehrungen in der Presse die Dummen nicht aHe iverben, bewies bic heutige umfangreiche Verhandlung vor der S t r a f k a m mer. Die Anklage richtete sich gegen den 25 jährigen früheren Schreiber H. W e ck l e r von hier und lautete auf Betrug, Unterschlagung, Kautionss chwindel ufro. Weckler war früher auf dem städtischen Bureau angestellt. Er fühlte sich aber zu höherem berufen und gründete schon 1903 eine Zeitschrift: „Schmücke Dein Heim", die natürlich gleich nach ihrer Entstehung verkrachte. Später erwarb er mit den wenigen Nvtgroschcn seiner Mutter vom Daran v. Linfing den „Bergsträßer, Bickenbacher und Secheimer Generalanzeiger", der ebenfalls in die Brüche ging und Weckler völlig mittellos machte; ebenso erging es mit einer Gründung in der Pholograph'cbranche. Obgleich nun der Angeklagte bereits 1904 den Offenbarungseid geleistet hatte, gründete er im Sommer v. I. ein Korrespondenz- und Reklame- Emire au, wobei er jedem feiner Mitarbeiter, die er in allen Städten suchte, den Betrag von 50 Mark als Anteil an dem zu errichtenden großen „Geschäftsbau" abverlangte. Doch das ..zog" nicht recht und so begann' der Schwindel im großen Stil. Er schuf ein „Internationales Kvrrespondenzbureau Weck- ler, Zentrale Darmstadt" und suchte in allen Städten, möglichst weit von hier entfernt, für sein Bureau Filiale-Leiter, denen er bis zu 300 Mark Monatsgehalt versprach, wenn sie die geforderte Kaution von 1000 Mark oder - auch weniger einfanbten. Die Kaution sollte lt. Vertrag dafür haften, „daß nicht strafbare Berichte veröffentlicht werden; sie sollte „auf hiesiger Bank" niedergelegt und mit 31/2 Prozent verzinst werden. Von den 27 „Filialleitern^, mit denen Weckler fein Ml^iöver versuchte, fielen tatsächlich acht mit einem Gesamtbetrag von 5200 Mark herein, die der Angeklagte, der sich auch einen Bureauvorsteher und mehrere Angestellte leistete, fast ausschließlich für sich brauchte. Die ganze dreimonatliche. Tätigkeit deS Bureaus bestand nach den heutigen Zeugenaussagen in Korrespondenzen behufs Erlangung hoher Kautionen, die vielen von dem angeblich nach den Beispielen von Wolfs und Reuters Depeschenbureau eingerichteten Internationalen Bureau gewechselten Depeschen ebenfalls. Der Angeklagte bestritt heute jede betrügerische Absicht und behauptete, nrr der Hausbursche seines Dureauvorstehers Wallrad gewesen zu sein. Staatsanwalt Dr. Brill bezeichnete das Schwindelunternehmen als gemeingefährlich und beantragte 2 Jahre Gefängnis, wobei als mildernder Umstand nur der unglaubliche Größenwahn in Betracht kommen könne, mit welchem der Angeklagte ohne Bildung, ohne Sachkenntnis und ohne alle Mittel bei der Gründung zu Werke gegangen fei. Auch der Gerichtshof erklärte die Art des Geschäftsgebahrens des Angeklagten als eilten „großartigen Schwindel" und verurteilte ihn zu I J a hr 10 Monaten Ge fängnis unter Anrechnung von 4 Monaten auf die Untersuchungshaft. LLseirbahtt-Zeitring. — Die „Nvrdd. Allg. Ztg." schreibt: Neuerdings sind Zweifel laut geworden, ob nach dem deutschen Personen- und Gepäcktarif Svnntagskarten zu den bisherigen Preisen weiter ausgegeben werden sollen oder ob etwa nach Herabsetzung der Einheitspreise für die Einzelfahrt auch Ermäßigungen für die Sonntagskarten in Aussicht genommen sind. Solche Zweifel scheinen nach einer im vergangenen Jahre dem Landeseifenbahnrat vorgelegten Denkschrift ausgeschlossen. In dieser Denkschrift wurde ausdrücklich erfiärt, daß die Preise der Sonntagskarten wie die anderer Ausnahmekarten in der jetzigen Höhe auch nach der Reform beibehalten werden sollen. Märkte. ll Marburg, 17. Mai. Ans dem heute hier abgehaltenen S ch w e i n e m a r k t, der mit 740 Ferkeln, Läufern und Schlachtschweinen beiahren war, herrschte ein so außergewöhnlich flottes Geschält, daß gewissermaßen fast auSverkauft wurde. Während die Preise für Schlachtsauen etwas zurückgingcn, blieben sie bei den vielbegehrten Ferkeln und Läufern atü seitheriger Höhe. Für erstere bezahlte man bas Paar 50—56 und für letztere 90—110 Mk. Die Käufer waren hauptsächlich frembe Händler. r Nibba, 17. Mai. Bei bem gestrigen S ch w e i n e m a r k t war von einem Sinken der Ferkelpreise noch nichts zu merken. Zwei Waggon Hannoveraner Jungvieh durften wegen Seuchenverbacht nicht ansgelaben werden, wurden aber später fretgegeben und sämtlich verkauft. Ein Händler, der trotz Verbots des beaufsichtigenden Tierarztes Zuchtvieh absehte, wurde zur Anzeige gebracht. des Großherzoglichen Kurtheaters Bad-Nauheim. Direktion Hermann S t e i n g 0 e t t e r. Montag den 21. Mai: „Niobe." Schwank in 3 Akten von H. und E. A. Paulton." Mittwoch den 23. Mai: Operetten» Vorstellung. Gastspiel von Frl. Else Jüngling vom Hoftheater in Darmstadt: „Mamzell» Nitonche." Operette in 3 Akten von Metlhae n. Milland. Freitag den 25. Mai: „Die beiden Leonoren/ Lnstspiel in 4 Anftügen von Vanl Lindati. FarniLien-Aa^rtchten. Gestorbene: Wilhelm Weißgerber in Lauterbach. —» Seligmann Meyer in Himbach. — Gustav Wilhelm Schmid m Reichelsheim i. d. W. — Dorothea Grimmell, geb. Leinweber, Luise Ochsenins, geb. Freiin Rau von Holzhanseu; beide in Marburg. — Heittrich Fölling in Kirchhain. — Stadto. Adolf Becker in Wetzlar. — Job. Jost Gerhardt in Dillenburg. Die deutschen LebeusversichernngSgesellschaftcu int Jahre 1905. Nach dem „National-Oekonom" betrug der gesamte Lebens- versicherungsbestand aller deutschen Gesellschaften 10118,4, der Reinzuwachs 545,6 Millionen Mark. Es hatten an Gesamtbeftandi die Bi ctvria 1 Milliarde und 286 Millionen Mark, Gotha 892,2, Stuttgart 746,8, Leipzig 737,6, Germania 724,3, Karlsruhe 559,8 Millionen Mark. Von allen 51 Gesellschaften hatten 41 je mindestens 1 Milliarde Mark weniger Gesamtversicherungs- bestand als die Victoria. 3)j?r Bestand der Victoria war imt 394 Millionen Mark höher als der der nächstgrößten Gesellschaft. Vor 20 Jähren hatte die Victoria noch 392 Millionen Mark weniger Bestand als diese Gesellschaft damals aufwies. Der Reinzutvachs war mit 93 MMionen Mark am größten bei der Victoria. Bei der nächsten Gesellschaft war der Zuwachs noch nicht halb so groß. Volks- und Sterbekafsenversicherung betreiben ca. 30 Gesellschaften. Der gesamte Versicherungsbestand hierin betrug 1069 Millionen Mark, wovon die Hälfte mit 529,9 Millionen auf die Victoria kommt; der gesamte Reinzuwachs betrug 90,4 Millionen Mark, bei der Victoria allein 39,7. Wie schon in allen Jähren seit 1896 war auch im Jahre 1905 der Zuwachs in der Volksversicherung allein bei der Victoria aus eigenem Geschäft größer als der Zuwachs bei jeder anderen Gesellschaft überhaupt. In der größeren Lcbenspersicherung hatte die Victoria einen Reinzuwachs von 53,5 Millionen Mark. Im Ganzen gingen bei der Victoria im Jahre 1905 485 931 Versicherungsanträge ein, d. s. pro Arbeitstag über 1600. Die Artträge in der Feuer- und Einbruchdiebstahlversicherung (sehr weit ü6er 100 000!, sind dabei natürlich nicht mitgerechnet. &■ M. Scbnlzc-Hnhleyss. Nervenarzt. Sanatorium Hofheim im Taunus. QnmmomlfilP für Kranke. (Geisteskranke ausge- OUiIlinci KUl I Ul schlossen.) Behaglich eingerichtete kleine Anstalt (bis 30 Patienten). Kühler schattiger Park. Sorgsame a Behandlung und Verpflegung. Diätkuren. (Dependance für Minderbemittelte.) Prospekte franko. HmWkr Möbelfabrik. Deutschlands. 300 Zimmereinrichtungen stets lieserf. vorrätig. Man verlange Preisliste und Abbildungen. \VeU J. Jttmann Giessen $ 'ZV ■ M WW «M H A Ni- I "§M' hweinemarlt uchts zu perlen, wegen Seuchen- später irciqeqeben erbols des beaus- rbc zur Anzeige ngs sind Zweifel en- und Gepäck. , Preisen weiter öerabsedung btt gungen iür die Solche Zweifel em Landeseisen- Zn dieser Denkst der Sonntags- ictzigen höhe auch tit. »ei' abgetjiiftenen m und Sd)lad)t‘ ewohiilich s>altes itrbe. Verend irden \\t bei beit )öize. Mr erstere iO-HOW. Tie ad-Rauheim. tt er. f in 3 Allen von Mai: Cperctten* i q vom Hoilhealer , % 3 Allen von 'beiden Seonoven. N. . , _ m Lauterbach. Üilhelm S*mlbJ ncb Leimveber, be.de in M- tadtv. Aböls Jeiker S»«*li einer' ,a. •r Wä ZK LK n ' Leiber ntCt1(bln ’flr der J“fe auf ft-5 wnn'Ä44 er Mutt^ undLeeL 9 und SietttÜnbu"8 Z klagte b® JSi.-.i: ' - Doch das Sbureau9^^ Lk« ■nn ne die ge, ict emianbten. '"4t strafbare wWt Bank" ?• Von den obct versuchte 'n o200 Mark ?r-auvvrsteber Ä brauchte. ,§ bcstand nach en behufs Er. ougebütf) nach ^-burrau ringe. W-M eben, Quiche Absicht ^muvorstchers nll bezeichnete und beantragte wb nur der 'nc- mit welchem ? und ohne alle ' Auch der Gr, dss Anaellagten 'chn zu I^ahr lng von 4 Ms. Pastell im Zal,re r-SÄZ 5^8 ■n 3. & Victoria mar iS-Ä’S ÄsaS iainte,ggte alle'" i'agZ i bet anbZreit bei Vf Lnq hatte nsoerl'K> illione' Ki Ser; 1905 «S D>e M Wi KZ Gegen 3152 Rühl. Plockstrasse 14 und 16. Versteigerung noch näher bekannt 511 gebenden Bedingungen haufenweise bezw. int einzeln versteigert werden. Villingen, den 17. Mai 1906. Großh. Ortsgcricht Vlllingen. Auf Kredit Kinderwagen von 15 Mk. an Sportwagei» von 5.50 Mk. an in grosser Auswahl. poth'S 0 Illustrierter Die Lahn von der Quelle biv zur Mündung nebst den Seiten-Tälern a,7/< bearbeitet von Rektor H. Lncrffen, Wetzlar. 240 Seiten Text mit ca. 100 Illustrationen, fütif Plänen, vier Bärtchen und einer großen Ueberncluskartc in Farbendruck und Höbeuschichtendarstellung. Prciö in Calicobd. Mk. 2.—. Ter Periasser bett es verstanden, jedem irobeu Wanderer rurd Touristen das Lahntal und seine Umgebung mit seinen mannigfaltigen vöheubildungen, seinem Waldreichtum, feinen zahlreichen stillen n. heimlichen Seitentälern, Schlössern, Burgen und Klöstern auss genaueste zu schildern und gibt überall die näheren und eingehenden Erläuterungen, die von dein Touristen in anderen Führern so oft und auch mit Recht verrucht werden. Durch zahlreiche bunte Illustrationen, grit ausgcsührte Einzelkarten und eure ausgezeichnete Gesanrlkarte wird der Wert des Führers noch bedeutend erhöht. Verlag voi KmU Doty in Hießen. Holzversteigerurrg. Inr Auftrag des Konkursverwalters Dr. Spohr in (ließen soll durch den unterzeichneten Ortsgerichtsvorsteher Montag, den 21. Mai I. vormittags 9:tj4 Uhr das aus der Doll'schcn KonkttrSinassc am Bahnhof Villingcn lagernde und in rm aufgesetzte, ca. 212 rm Eicke und 22 rm Kiefernholz in Länge von 1,25 bis 2,80 m und Stärke von 10 bis 20 cm, desgleichen ca. 300 Stück Schwachen von 0,95 m Länge zu Gruben- Werk- und Brennholz geeignet, unter den bet der Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß die Friedhöfe vom 16. Mai bis 15. August vou 6 Uhr morgens dis 9 Uhr abends geöffnet stnd. Tie Schließung des Friedhois wird durch Läuten der Fried- hossglockc augezeiqt. Bei Beginn des Läutens muß der Friedhoi sofort verlassen werden. Eim Viertelstunde nach dem Läuten werden die Friedhofstore geschlossen. Gießen, den 16. Mai 1906. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. _________Mecum. B17/g Neubau des Ltadttijeaters zu Gietzcu. B,,z Arbeitsdergebung. 1 Die Ausführung der Gr ob -Sch l 0 s se r arb eit e n, bestehend aus ca. 10 000 Kilo Eisenzeug zu kleineren Eisen- konstruktionen, sowie Ankern, Klammern usw. soll im Wege des öffentlichen Angebotes vergeben werden. Die Angebotsunterlagen können im Bureau des Architekten Hans Meyer, Westanlage 6, eingeschcn, Angcbots- formulare und Bedingungen daselbst zum Selbstkostenpreis bezogen werden. Offerten mit entsprechender Aufschrift sind bis zum Erössnungstermin Samstag, den 19. Mai, vormittags 11 Uhr portofrei an uns einzureichen. Gießen, den 12. Mai 1906. Großh. Bürgermeisterei Gießen. Mecum. B1’/. Städtisches Hochbauamt ©er bei. Lieferung von Fußbodenöl. Die Lieferung von ca. 1530 kg Fußbodenöl für die städtischen Gebäude soll SamStag, den 26. Mai d. I., vorm. lll/2 Uhr öffentlich vergeben werden. Bedingungen liegen währeiw der Amtsstunden bei uns — Zimmer No. 3 — zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an und ein- zureichen. — Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 16. Mai 1906. Von alter bekannter Versicherungs-Gesellschaft ist die mit bedeutenden Einnahmen verbundene Generalagentur Kassel mit Bezirk an einen nachweislich tüchtigen, in mäßiger Höhe kautionsfähigen Fachmann zu vergeben. Branchen: Leben, Unfall und Haftpflicht. Gefl. ausführliche Bewerbungen werden erbeten unter W. 1247 an Heinr. Eisler, Berlin 8. W. 19. sl1',____________________ 54019 37 (2000) 73 117 772 985 12000) 88 41 (1000) (lOOOi 97 Carl Seibel 40 Pfg. bei Ilex. Salomon ft Co. 746 tose, Sanatogen usw. kaufen Sie stets frisch in der [2897 317 31 88 41 55 812 (400) 44 (400) 959 1906. Nächste Ziehung: 19. 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Herd-Industrie. * 1 1J 65049 252 301 6 (400) 88 407 (400) 72 88 505 28 700 720 800 854(400) 910 39(400) 44(400) 66033 81 <-100) 116 257 90 392 508(400) 28 626 55 712 21 61 839 48 62 81 67043 112 21 201 (400) 12 89 311 4% 98 526 736 (10000) 981 68026 (400) 56 (400) 67 82 137 46 236 72 388 (1000) 427(400) 30 34 38 (400) 51 66 (400) 584 (2000) 607 (1000) 85 89 ?73 916 17 37 49 80 69023 44 57 (400) 137 92 213 (400) 54 98 (400) 305 67 83 408 49 533 76 681 736 (400) 56 58 808 905 13 49 64 65 Sich elegant kleiden mit wenig Mitteln kann man mit Hilie der beliebten Favorit-Witte. 546 60 90 91 94 628 44 74 81 858 942 .. 60041 (4001 63 82 (400) 125 32 45 bt> 66 (400) 236 61 468 (400) 65 70 (400) 630 75 90 727 28 58 62 819'2000)69 920 64 67 85 (1000) 6*1014 <1000) 141 369 (460) 72 419 509 844(2000) 71 91 906 34 90(400) 620*4 135 204 304 12 ( 000) 73 642 (1000- 57 93 765 860 68 77 903 47 63038 46 77 (400) 118 (1000) 258 308 <1000) 21 28 69 80 (1000) 418 53 (400) 630 50 683 (1000) 837 73-100) 922 25 64056(400) 139 298(1000) 457 74 93 629 49 74 81 704(400) 24 90 866 80 901 20 (10000) 91° 537*65 71 607 37 92 754 --- 95042 47 114(20001 35 96 697 779 851 77 918 54 79 ok (400) 93 98 300 407 — — Q7310 83 87 (400) 638 717 90 877 930 o-. 174(1000) 273 32931.100)48 490 o20 51 979 (400) 09016 (400) 50 88 154 (1000) 64 32 624 713 87 860 96 62 64 (1000) 269 935 73(2000) 403 52 85 (400) 540 612 15 909 (400) 35 75 372 (400) 519 53 621 99 (1000) 209<- --3 43O26<4OO) 167 205 61 308(1000) 704 22 25 (400) 38 73 (400) 810 44002 9 18 57 113 63 75 659 78 629 38 761 93 945 96 82008 178 901 &425Ö27U88°(1000r 53791* 630 62 94 782 (30000) 861 «2087 200 944 qt“ 4-24 549 68 71 <100) 73-1000) 663 711, 36 860 908 18 24008 18422Ü 103 41 803 (400) 23 42 65 72 527 (400) 57 90 664 718(400) 856 518(400-39 608 700 79019 59 115 99(400) 811 42 61 935 (400) 71 568 (400) 76 638 81 81041 173 406 11 24 8a» Saljljaiiftn % 0» Großh. 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(Hhnc chewähr.) 68(1000) 61 85 108 263 359 74 95 97 482 598 663 (2000) 96 (400) 702 80 830 80 91 940 (1000)48 1060 91 149(400) 202 28 84 486 521 26 80 82 610 724 27 61 71 76 813 75 910 69 95 2010 109 21 78 95(1000) 270 95(400) 331 472 74 556 712(400) 28(1600) 66 842 44 45 94 903 (400) 3014 (400) 113 30 74 76 204 28 98 (400) 514 26 600 (400) 619 (400) 84 734 63 92 802 40 911 41 68 74 4067 (400' 100 127 59 216 45 72 91(1000) 99(400) 354 517 73 90 622(1000) 705 8 19 834 56(400) 5009 64 68 111 18 68 219 318 35 451 65 83 558 67 659 75 724 71 888 942 69 6016 81 (400) 120 86 222 305 (400) 63 93 94 413 27 64 80 88 608 (1000) 19 (1000) 29 67 681 92 799 813 49 7016 <'1000)36 238 63 78 85 308 88 439 78 649 702 826 (400) 927 59 S007 (1000) 77 173 208 68 837 44 422 84 519 21 64(400) 65 71 624 83 838 <3 915 27 46 84 9032 88 138 40 99 200 228 306 35 44 67 (400) 69 440 56 98 21 52 61 124 34 52 96 219 65 97 88 G08 25 55 66 886 88 987 769 832 373 503 15 535 73 727 67 73 864 908 20 27 34 E„„ AA „no .. 10076 131 39 (40000) 56 216 39 (400) 45 76 331 673190 108 06 809 18 29 (5000) 41 63 916 70 1 1066 98 122 76 219 27 (2000) o4 9 828 34 428 69 615 38 84 91 632 (400) 62 89 720 41 867 «6 (1000 12107 58 63 67 225 33 330 425 79 555 614 20 84 (400) 775 829 (400) 13011 22 56 212 49 305 16 26 67 0000) 445 72 607 27 (400)28(400) 756(400)82 87 849 97 906 (400) 11 (400) 14025 167 303 22 46 459 537 40 635 72 (400) 776 95 Täglich frischer SMkgel Staugensvargel, allerbeste per Pfund 60 Pfg. 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