Zweites Blatt Nr. 89 Dienstag 17. April 1906 156. Jahrgang Giehener Anzeiger Rotationsdruck und Verlag der Brühl'sch« UniversilLtSdruckeret. R. Sange, »ieh«. Redaktion. Expedition n. Druckerei: Schulstr.K» Tel. Nr. 6L Telegr^Adr., An-etg« Lieh«. Erscheint M-Nch ndt Ausnahme des Sonntags. Eie „Gletzener KmnMenblötter- werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der Ehesstsch« Landwirt" erschevtt uwnallich einmal. Eeneral-Anzsiger, Mir- md Anzeigeblatt für den Kreis «Ziehen. politische Lagesscharr. Zur Wahlbewegung im Kreise Darmstadl-Groß-Gerau. Zu dem Bericht in unserer Nr. 86 über die Vorgänge in der nationalliberalen Wählerversammlung in Arheilgen ging mehreren Blättern folgende Entgegnung zu: 1. Es ist unwahr, daß eine freie Diskussion nicht stattfinden sollte; 2. es ist unwahr, daß der Vorsitzende der Versammlung im „gleichen Augenblick" Herrn Rechtsanwalt Dr. Osann das Wort erteilte, in dem Herr Bornemann ums Wort zur Geschäftsordnung bat; 3. es ist unwahr, daß Herr Bornemann von Nationalliberalen auS Darmstadt meuchlings ain Nacken gefaßt und nach dem Ausgang gestoßen wurde; 4. es ist unwahr, daß Dr. Osann und Dr. Becker in nächster Nähe saßen; 5. cs ist unwahr, daß sich Nationalliberale unter Führung des nationalliberalen Abgeordneten Dr. Becker und des Amtsrichters Dr. Mahr über Herrn Nuschke herstürzten. Nichtig ist vielmehr folgendes: 1. Es war den» sozial- demokratischen Vertreter gegenüber sofort erklärt worden, daß nach dem Referat des Herrn Dr. Stein Diskussion stattftnde; 2. Herr Hirsch als Vorsitzender hatte Herrn Dr. Osann das Wort erteilt und Öerr Dr. Osann batte bereits zu sprechen begonnen, als sich die Vorfälle mit Herrn Bornemann ereigneten; 3. Herr Bornemann rourde von dem Besitzer des Saales qu§ dem Saale entfernt ; 4. Herr Dr. Osann und Herr Dr. Becker, ersterer auf dem Podium, letzterer an einer entsernten Tischreihe sitzend, waren nicht imstande, einzugreifen; ö. Herr Dr. Becker und Herr Dr. Mahr haben sich nicht über Herrn Mischte hergestürzt, sondern lediglich Herrn Nuschke aus das Taktlose hingewiejeii, das darin liege, immer wieder die Versammlung stören zu wollen. Weder Hr. Dr. Becker, noch Hr. Dr. Mahr haben sich irgendwelcher beleibigenben Aeußerungen gegen Herrn Nuschke bedient. Dr. Stein. Dr. Osann II. Dr. Becker. Dr. Mahr. Uns ist diese Entgegnung bisher nicht zugesandt morden. Gleichwohl halten wir es für angemessen, sie zum Abdruck zu bringen. Friedliches aus Rußland. Graf Cassini ist »für sein erfolgreiches Wirken auf der Konferenz von Algeciras (!) zum Wirklichen Geheimen Rat befördert worden. In dem betreffenden katserlichen Erlaß heißt eS bezüglich der Teilnahme Rußlands an der Konferenz: Rußland, das keinerlei vitale Interessen in Marokko hat, konnte eS völlig unparteiisch übernehmen, verschiedene Ansprüche in Uebereinstimmung zu bringen, indem eS unveränderlich daS verbündete Frankreich unterstützte und die seit alter Zeit bestehenden freundschaftlichen Beziehungen zu Deutschland in keinem Punkte verletzte. (?) In einem an den Finanzminister gerichteten kaiserlichen UkaS wird der ReichShauShaltSetat für 1905 bekannt gegeben. Der Etat sielst Finanzoperationen vor, um 481 Mill. Rubel außerordentliche Ausgaben, ferner 150 Mill. 9tubel zur Tilgung von Schatzanweisungen, die auf Grund einer Entscheidung deS Finanzausschusses im Jahre 1905 auS- gegeben worden sind, und 180 Mill. Rubel an KriegS- auSgaben zu decken. Zu diesem Zwecke soll eine Anleihe von russischen und ausländischen Banken ausgenommen werden. Der Generalgouverneur deS Amurgebiets hat sich dahin ausgesprochen, daß die Ucbergabe der Ussuribahn an die chinesische Ostbahn-Gesellschaft sich nicht empfehle. Hinsichtlich deS Baues der Amurbahn ist ein Entwurf auS- gearbeitet, der dahin strebt, die Bahnlinie vom Amurlauf weg zu führen. Dadurch sollen unter anderem neue Aktienbaugebiete erschlossen und die Goldgewinnung, deren Entwicklung bisher durch den Mangel an Verkehrswegen gehemmt war, gefördert werden. Die Bahn soll nach diesem Plan im Norden des AmurgebietS gegen die Flußmündung hin geführt werden. _______________________ Korn Wesuv. Ter Gieß. Anz. erhielt von befreundeter Seite aus Neapel folgende briefliche Mitteilungen: Neapel, 12. April. Gestern abend sind wir mit IV2 Stunden Verspätung ivvhlbehalten hier eingetrofsen. Schon zwei Eisend ahn stund en nördlich von Neapel war die Lust einmal so staubersüllt, daß man nur mit Schwierigkeit atmen konnte. Tann wurde es jedoch wieder besser -und auch bei der 'Ankunst hier war der Atem nicht beengt. Aber wie sieht Neapel aus! Gestern abend sah man ja nur, daß die Straßen mit einer dicken g r a u e n M a s s e b e d c ck t waren, durch die man waten mußte, und daß die Leute mit offenen Schirmen gingen, obgleich es nickt regnete. Beim Tageslicht heute morgen tag eine graue Welt, in unheimlichen Dunst gehüllt, vor uns. Alles ist grau — die Häuser, die ganze Vegetation, die Wagen, die Menschen; man ahnt nur, daß hinter den Wolken noch eine Sonne existiert. Wenn loir gewußt hätten, iv i e cs hier aussicht, wären loir natürlich nickt hierher gefahren, aber in Rom wußte niemand Bescheid und aus den dortigen Zeitungen war auch nickt llug zu werden. Gefahr ist ja glücklicherweise nimt bei der Sack/e, wenigstens nicht für Neapel, aber ein Vergnügen ist es auch nicht, in Staub und Asche herum zu waten und sich einstauben zu lassen. Unternehmen kann man uatürlia) aucn nichts; die Schisse nach Capri gehen nicht rcgel- uläßig uni) cs ist scl>on worgckommen, daß die Boote mitten auf d em M eer in eine Afchcnwolke gerieten und nicht vor- und rückwärts konnten. Nack dem Lunch war cs etwas Rarer, wir gingen ins Aquarium, konnten aber nicht viel sehen. Denn eine braunschwarze Wolke wälzte sich tom Vesuv heran und eS brach wieder ein heftiger Aschenregen los Tie Beleuchtung ist augenblicklich die denkbar merkwürdigste: zur Linken rötlich sck warz, im Westen ein Streifen blauer Himmel. Man hat l5 Iii)r. schon die elektrischen Lampen in den Straßen an- neftedr 'bür uns ist die Sache schließlich dock recht interessant. Ferner liegen uns heute folgende Meldungen vor: Neapel, 1-1. April. Der Befehlshaber der f r a n z ö si schen S ck N f s d i 0 i s i 0 n hat 45 000 Francs als Unterstützung für die Notleidenden überreicht. — Einige Bauernsamilien, welcke iit Erdhöhlen flüchteten, wurden gestern gerettet. Nachdem s ie in die Erdhöhlen geflüchtet iuaren, wurden sie von Asche sie ui die Erdhölsten geflüchtet waren, wurden sie von Aschen c-mgeschlossen, oi>nc daß ihnen die Luftznsul-r abgeschnilten ivar. 511 den Men Rieben sie fünf Tage und ernährten sich von Wurzeln. Schließlich hatten sie gar nichts mehr zu essen mnd legten sich nieder, um den Tod ui erwarten. Einige waren gintorben, als das Militär bis zu den Verschütteten gelangte. Cin lebendes Kind wurde fest in den Armen der toten Mutter Mjgeftuckeu. Die poch lebenden Bauern waren so sthwach. daß man sie in das nächste Krankenhaus transportieren mußte. — Bei den Rettungsarbeiten soll der gleiche Fehler begangen worden fein, tote in Cvurrißres. Die Behörden waren überzeugt, daßz unter den Trümmern nur Leichen zu finden seien, rntb vernachlässigten daher vielfach die Rettungsarbeiten. Nun sollen zwei Lebende unter den Trümmern hervvrgezogen und die meisten Toten in etr-'r Haltung gefunden worden fein, die beweist, daß sie noch lange gelebt haben. Die Gelehrten versichern übereinstimmend, daß der Besuvausbruch im tetzlen Stadium sei. Professor Grahlavitz, Leiter des Geodhnamischcn Instituts in Ischia, meint, jede Gesa kn für Casamicciola sei ausgeschlossen. Die achthundert Gefangenen des Kerkers in San Francesca in Neapel, die in ihrer Todesangst revoltierten, wurden unter Bedeckung von zwei Bataillonen Infanterie nach Palermo übergeführt. DaS ganze franz. Geschwader war gestern abend erleuchtet, aber die elektr. Lichter waren vom Lande nicht zu sehen. Am Molo versammelte sick eine große Menschenmenge, unter Hochrufen au f Frankreich. Neapel, 15. April. Aus Ottajano wird von heute nachmittag 2 Uhr gemeldet: Hier füllt jetzt sehr dichter Aschen- und Sandregen; heute früh 2 Uhr wurde ein leichter und um 5 Uhr ein starker Erdstoß verspürt. Nach den bei der Präfektur eingegangenen Nachrichten zeigen die Lavaströme bei Boscoreale, Ärscotrecase unb Torre-Annunziata keine Bewegung mehr. Eine Depesche des Professors Matteucci vom Vcsiiv- observatorium meldet, die Instrumente seien heute sehr ruhig und der SandauÄvurf verringert; er sehe in Ruhe einem befriedigenden Endverlauf des Ausbruchs entgegen. Neapel, 14. April. Der englische Kreuzer „Levia- tan" ist aus Korfu im Auftrage der Negierung hier ein getroffen, um gemeinsam mit dem französischen M ittelmeer- geschwader die Not in Neapel zu lindern. Rom, 16. April. Professor Mateucci meldet vom Vcsuv- vbservatvrium, daß die Sage auf dem Vesuv heute dieselbe sei, wie gestern. Von gestern abend bis heute vormittag sei reichlicher Regen von ganz feinem Sande gefallen, was jedoch nicht weiter beunruhigend sei, da dies zu dem gewöhnlichen Verlaufe eines Vesuvansbruckies gehöre. — Nach Neapel entsandte Gelehrte konstatieren, daß die Ruinen von Pompeji keinerlei Schaden erlitten haben. Man hofft, das Observatorium bald instandsetzen zu können. Rom, 15. April. Die Sozialisten ersuchen die Arbeiter, die 1. Mai-Feier zum Zeichen der Trauer in diesem Jahre ausfallen zu lassen. Straßburg, 14. April. Im Auftrage der Direktion der kaiserl. Hauptstation für Erdbebenforschung in Straßburg begibt sich Professor Rudolph nach Neapel, um die vulkanischen Vorgänge am Vesuv und die Beziehungen zwischen dem Vulkanismus und den Erdbeben zu studieren. Professor Rudolph wird mit einem hochempsindlickren, optisch registrierenden Horizontalpendel beobachten. Wien, 14. April. Der Kaiser drückte dem König von Italien telegraphisch seine Teilnahme anläßlich der Vesuv- katastrophe aus und spendete für die Opfer 10000 Lire. Rom, 14. April. Der russische Ministerpräsident Graf Witte übermittelte dem italienischen Ministerpräsidenten Sonnino telegraphisch die aufticktige Te i ln a hm e der russischen Regierung wegen der durch die Ausbrüche deS Vesuvs herbei- geführten Katastrophen. Arrs utto sHattOe Gießen, den 17. April. " Vom Großherzogl. Hofe. Prinz Heinrich von Preußen begab sich am SamStag im Automobil zum Besuch seines Schlosses Rhein stein bei Bingen. Der hohe Herr fuhr um 11 Uhr vormittags weg und kehrte gegen 8 Uhr wieder zurück. 2Un 1. Feiertag besuchte das Groß- herzogl. Paar mit seinen Gästen die Hofkirche im Schloß. Nachmittags fand Familientafel zu 19 Gedecken statt, an welchem außer dem Großherzogspaar und Prinz und Prinzessin Heinrich von Preußen auch die Prinzessin Friedrich Karl von Hessen nebst Gemahl, welche Prmz Heinrich vormittags in seinem Automobil in Frankfurt a. M. abgeholt hatte, sowie Prinzessin Ludwig von Battenberg mit Kindern, Prinz Franz Josef und Gemahlin, Fürst und Fürstin Erbach- Schönberg 2c. leilnahmen. Am Abend brachte Prinz Heinrich Schwester und Schwager wieder nach Frankfurt a. M. zurück. Am 2. Feiertag begaben sich sämtliche Herrschaften auf eine Einladung der Prinzessin Ludwig von Battenberg nach Schloß Heilig en berg und kehrten abends wieder zurück. ** 3 0 0 M a rkB e l 0 hnun g hat die Kaiserliche Staatsanwaltschaft in Metz dem zugesichert, der Angaben macht, die zur Auffindung und Ergreifung des wegen Raubmords verfolgten Bergmann Anton Rogic aus Klcmac in Bosnien macht. Rogic hat in Gemeinschaft mit Thomas Radofewrk, Der bereits verhaftet ist, am 17. Febr. L I. zu Fentsch den Bergmann Solail ermordet und beraubt. Rogic ist 21 Jahre alt, 1,75 Meter groß, hat bleiches Gesicht, eingefallene Wangen, kleinen schwarzen Schnurrbart, starkes, schwarzes, rjrne buschiges Haar, das in der Mitte gescheitett ist. Er dürfte unter falschem Namen Arbeit gefunden haben. ** Brüderlich. Zwei Brüder gerieten am vorigen Samstag abend in einer Wirtschaft m der Sonnenstraße in Wortwechsel, in dessen.Verlauf der eine dem andern ein Schoppenglas an den Kops warf und ihm eine ganz erhebliche Kopfwunde beibrachrc. Strafantrag wurde vom Verletzten gestellt. ** Ueberfahren wurde am erste« Feiertag nad)p mittag- an der Wieseckerstraße ein hiesiger Einwohner von einem Radfahrer. Er erlitt )abei derartige Berletzunbcn cm der einen Hand und au einem Knie, daß er ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen mußte. Da der Radfahrer aus dem Bankett in leichtfertiger Weise den Verletzten von hinten überrannte, hat letzterer Strafantrag gestellt. ** Geländetaxation für die Kläranlage. Bürgermeister Schaum-Klein-Linden schreibt uns: Daß Oberbürgermeister Mecum ein Angebot von 18 Prozent im Laufe der Verhandlungen bezüglich der Gelände-Enteignung der Kläranlagen uns gegenüber gemacht hat, müssen wir als besttmmte Wahrheit bezeichnen. Außerdem fragte uns Oberbürgermeister Mecum damals, er selbst ginge für einige Wochen in Urlaub und werde am selben Tage noch Herrn Beigeordneten Curschmamr beauftragen, mit den Herren Stadrverordneten und GelänDcbesitzern wegen Abschlüsse der Kuufvercrägc zu verhandeln. Bei einer späteren Besprechung teiltet wir Oberbürgermeister Mecum das Verlangen der Grundbesitzer, die ihre Ansage gegeben hatten, mit, daß sie demselben Preis erhalten sollten, wie die Grundbesitzer, bei denen das Euteignungsverfahren durchgeführt wird, falls dieser höher fei. Mit diesem Vorschlag >var Oberbürgermeister Mecum gleichfalls einverstanden. "Dem Turmbaufonds für den BiSmarck- turm auf dem Taufstein ist eine namhafte Zuwendung, bestehend in einem Geschenk von 1000 Mark durch Fabrikbesitzer BuderuS in Hirzenhain zu teil geworden. Dank dieser Spende ist cS nunmehr ermöglicht, da nun nicht mehr sehr viel an der erforderlichen Bausumme, die sich auf 14 000 Mark beläuft, fehlt, mit der Ausführung deS Baues noch in diesem Frühjahre zu beginnen. ** Krieg erkameradschaft Hassia. Dem von! Dem 1. Schriftführer der KT ic g er kam crads ch af t Hassia, Medi-^ zinalrat Dr. Vogt in Butzbach, herausgcgebcnen Jahresbericht der Kriegerkamcradfchast über das Jahr 190c ent» uehnieu wir folgendes: Die Striegertamerai>id>afr Hasiia hat auck im Qaljrc 1905 erfreuliche Fortschritte gemacht, sie nahm 15 neue Vereine mit 427 aktiven und 75 pasftven Mitgliedern auf und umjafjte am 31. Dezember 1905 912 Vereine mit 57 120 aktiven und 7008 passiven, zusammen 64 128 Mttglick>ern. Von ihren Ehren-Mit- gliedem ist Fiirst Bruno zu Pstnvurg und Büdiiigcn im Berichtsjahre gestorben. Der Verband hatte 71348 Mk. Einnahme uni) 63 990 Mk. Ausgabe. Tas Verbandsvermögen betrug Ende 1905: 204 650 Mk.; das Vermögen sämtlicher Berbandsvereine 524 170 Mark und deren Inventar hatte einen Wert von 423 780 Mark. 09 Vereine erhiellcn die Kaiserl. Fahncnschleife, 31 Vereinen wurde die Erlaubnis erteilt, das Großh. Wappen in der Fahne zu führen. Ehrentafeln der Hassia für ununterbrochene 25 jähr. Zugehörigkeit zur Kriegerkameradschaft wurden an 6 Vereine und für ununterbrochene 25 jährige Vorstandstätigkeit in ihren Vor euren an 63 Kameraden verliehen. Eine zu Gunsten der Veteranennnterstützungen veranstaltete Vcrbandslotterie hatte den Erfolg, daß sämtliche 85 000 Lose unter den Mitgliedern der Hassia abgesetzt werden kennten. Das Vortragswesen bat weitere Fortschritte gemacht- Es wrirden 202 Vorträge gehalten und an Kosten derselben 1995 Mk. verausgabt. LLus den Verträgen mtt ihren Gesellschaften flössen der Hassia 27 324 Mk. zu. Der Kalendervertricb sür 1906 erbrachte einen Reingewinn von 6200 Mk. An Unterstützungen wurden im Ganzen 9810 Mk. ausbezahlt. Der Voranschlag für 190b sieht eine (Sinnalyme uni Ausgabe von 61613 Mk. vor, wobei eine Reserve von 5153 Mk zurückgestellt ist. Für Unterstützungszwecke- sollen 1470 Mk. zur Verfügung gestellt werden. Der Verbandstag wird am 24. Jurst in Sprendlingen in Rheinhessen abgehalten werden. Zu fernen wichtigsten Beratungsgegenständen gehört die Frage der weiteren Ausg^taltung der Verbandszeitung, mit dem Endziel, sie jedem Mitglied der Hassia zugänglich zu machen. K i n z e n b a ch, 17. April. Heute ist der letzte Tag der 1. Bundes-Ausstellung des Mitteldeutschen Kaninchenzüchter-Verbands. Die Ausstellung ist äußerst slark beschickt, man zahlte gegen 1000 Tiere. Der Besuch der Ausstellung ist sehr zahlreich. Am 1. Ostertag eröffnete der Bundes- Vorsitzende V i e h in a n n die Ausstellung. Er dankte sür die zahlreich gestifteten Preise, besonders sür die vier Staatspreise utib brachte ein Hoch auf den Verband aits. Daran fchloß sich ein Gang durch die Ausstellung. ES waren wahre Prachtexemplar« vertreten, Riesen bis zu 15 Pfund Gewicht, buntfarbige Japaner und Holländer, niedliche Angora- und Stlberkaninchen und große Schlachtzllchttierc. 2. Ostertag sand die Preisoerteilung statt. Ten 1. Staalspreis, den 1. Ehrenpreis für beste Gesamtleistung, den Ehrenpreis des Vereins und die große goldene Medaille erhielt G. K. Schmidt- Kinzenbach mit 72 Punkten, den 2. Staatspreis errang H. Gabriel-Gießen, dazu eine silberne Medaille, den 3. Staalspreis H. Weber-Niedershausen bei Weilburg, den 4. StaatS- vreis H. Becker-Wieseck; für die 2. beste Gesamtleistung wurde Th. Viehniann eine goldene Medaille und der Vereinsehrenpreis Äiterrannt, Ludwig Uscr-Garbenheim erhielt die große silberne Medaille, Punja-Löhnberg und Steitihauer-Heltchelheim Ehrenpreise; Ferner erhielten noch 1. 2., bezw. 3. Preise: Denker-Rodheim, Gutfcheid-Banmbach, Pfeiffer-Weilburg, Schneider-Krofdorf, Stroh- Kinzenbach, Gelbert-Löhnberg, Pfaff°lttnzenbach, Weber-Krofdorf, Gabriel-Gießen, Schmidt-Atzbach, Pseiff-Wieseck, Kiefer-Garbenheim, Keiner-Wiescck, K. Becker Wieseck, und User-Garbenheim. X Rod heim a. d. Bieber, 16. April. Am heutigen ziveiten Ostertage luden zum ersten Male die Kirchenglocken zur Konsirmation ein. Bisher wurden die Kinder erst am 2. Pfingsttage konfirmiert. DaS alte Kirchlein reicht schon an gewöhnlichen Sonntagen kaum ans, um die vielen Besucher nuS den Orten Rodheim, Vetzberg, Bieber, Hof Haina u. s. f. aufzunehmen. Herkte vermochte eS aber erst recht nicht die Eltern, Anverwandten, Taufpaten, Freunde und sonstige Bekannte der stattlichen Kinderschar alle zu fassen. hb. B u tz b a ch, 14. Apr. In der vorgestrigen Generalversammlung des Sparkassenvereins gingen folgende Herren aus der Wahl hervor: Start Bikonie als Rechner, A. Weickhcrrdt als StontroHeur, Ludwig Strefy als Vorsitzender. Von nun an werden wieder Spareinlagen zu 33/2 Prozent verzinslich angenommen. Für hypothekarische Beleihungen bis zu 70 Proz. des Taxwertes werden 41/4 Proz. und für Darlehen gegen Bürgschaft werden 4i/2 Proz. Zinsen berechnet. Tie seitherigen ©sparein lagen werden zwecks Deckung der Fehlbeträge auf Die Dauer eines Jahres nicht verzinst und sind für diese Zeit unkündbar. Es ist zu pof feit, daß das früher so segensreich sür den geringen Mann arbeitende Sparinstitttt auf der neuen Grundlage das ihm früher entgegengebrachte Vev- trauen sich zurückzugewinnen in der Lage ist. a. Lauterbach, 14. April. Ein schreckliches Unglück ereilte heute vormittag zwischen 9—10 Uhr den seit 16 Jahren im Dampfsägewerk von W. Henkel beschäftigten! 36 Jahre alten verheirateten Arbeiter Adam Faust von hier. Faust, der die Transmissionen schmierte, wurde von einem Kanunr.ad erfaßt und wäre zweifellos zermalmt worden, wenn cr sich nicht mit dem linken Arm an einer Säule hätte festhalten können. Turch mehrmaliges Rusen des Bedauernswerten wurde ein Mitarbeiter aufmerksam, die Maschine wurde sofort zum Stehen gebracht und Faust aus feurer verzweifelten Luge entfernt. Tie Kleider w-aren chm vollständig vom Leibe gerissen und der rechte Ackm so zerguetscht. Daß er ihm im Lauterbacher Krankenhanse abgenommen werden mußte. Anscheinend hat Faust noch andere Verletzungen Davon getragen, da an seinem Wieder- auskommen gezweifelt wird. — Ter etwa 1400 Morgen umfassende Gutsh 0 f im benachbarten Rudlos, dem Oberstallmeister v. Riedesel gehörig, ging durch neuen Pachtvertrag an Herrn Br ö sch e r vom Selzenhof über. Seitheriger Pächter war Herr Backhaus von Lauterbach, welcher Den Hos [eit über 30 Jahre bewirtschaftete. Tec Frankfurter ‘Börse. 17. April, 1.15 Uhr. 3% 3% 3M7. . 172.50 68.70 I Gotthardbahn . 98.35 Elektriz. Lahmeyer . . Elektriz. Schuckert . . Eschweiler Bere'werk . 219.80 249.75 24.00 137.20 147.40 Harpener Bergwerk Lanrahütte - • Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose . . . Berliner Handelsgcs Darmstädter Bank . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. Dresdner Bank Kreditaktien . ... Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder Union C. Dresdner Bank . . . Tendenz: fest. 100.35 88.50 100.35 88 70 99.60 . 249.90 . 130.00 . 145.80 . 240 75 . 187.50 . 189.30 . 162.60 . 216.40 . 112.60 . 198.20 . 24.15 . 147.80 . 144.75 Reichsanleihe do. Konsols . . do. . . Hessen . . . Oberhessen Berliner Börse, 17. April. Anfangskurse. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witternnq i» Hessen für Mittwoch, den 18. April 1906: Trüb. Vielfach Gewitterregen und stärkere Abkühlung. Windig. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. . 146.80 54.50 . 92.10 Zuerst rrnd LVesseBsebaft. Varis, 14. Avril. Am heutiaen Eröffnungstage des Salons der Nationalen Gesellschaft der schönen Künste erweckte das von dein Berliner Maler Felix Borchardt ausgestellte Freilichtvorträt Kaiser Wilhelms daS lebhafte Interesse dc§ Publikums, das dichtgedrängt und unaufhörlich um das Bild versammelt war. Meteo-'ologiscke Beobachtungen der Station Gießen. gebüude in der Mitte, dcnr Mtthrasheiliglum itnb den vier Toren ist die Umfassungsmauer bis auf das Stück zwischen dem Nordtor (Porta Prätoria) und dein Osttor Porta dextrcv) fertiggesteUt. Gleichzeitig wird auch die Um- w-attung mit ihrem Doppelgraben wieder angelegt. Die Porta Prätoria wurde Ostern 1905 begonnen. Der Stifter des Tores ist ein Gutsbesitzer aus Mecklenburg. Uebcr dem Jnncneingaug des Tores ist eine Gedenktafel angebracht, die den Namen des Stifters trägt. Auch die Porta dertra hat eine Gedenktafel, die die Aufschrift trägt: „In Sonorem Jmperatoris Guilcklmi II. . . Sie ist gestiftet von Kommerzienrat Aschrott-Berlin. Die voriges Fahr begonnene Rekonstruktion des römischen Gctreidelagers 5-orreum geht ihrer Vollendung entgegen; zurzeit ist cs im inneren Ausbau begriffen. Es wird zur Ausnahme des Saalburg- Atuseums eingerichtet, das sich gegenwärtig in Homburg befindet. Im Herbst satt das Museum eingerichtet und im Frühjahr 1907 in Gegenwart des Kaisers cingeweiht werden. Tie früher ansgegrabcne Statue der Göttin der Fruchtbarkeit ist am Eingang des Horreums angebracht. Besonderes Interesse der Touristen erregt ein in der Nordwesteckc des des Kastells aufgcfundener alter, mit Balken ve"ankertcr Trockenraum .aus Hadrianischer Zeit mit Eckturm und seitlicher Ringmauer, er ist überbaut von einer Mantelmauer aus dem 3. Jahrhundert. Der Raum sott als Kasematte gedient haben. P.A. .Hanau, 16. April. Alle Eiuzelausschüsse für das im Juli stattfindende Mittelrheinische Kreisturnfest sind fleißig an der Arbeit, um das Fest würdig zu gestalten. Ter Wirtschaftsausschuß rechnet, daß die Festhatte 2500 bis 3000 Personen Platz bieten wird. Auf dem Fcstplatz (Exerzierplatz) werden außerdem 3 BicrhaNen in einer Größe von 400 resp. 250 bis 300 Quadratmeter errichtet: ferner wird eine Konditorei sowie ein Wcinzelt dort anzutrefscn sein. Der geschäftsführende Ausschuß und der Turnansschuß des Mitteirheinkreises setzte am vergangenen Sonntag die Zeiteinteilung für das Fest wie folgt fest: Samstag 14. Juli: Empfang der Festgäste. Um 3 Uhr uachm. Sitzung des Kampfgerichts im Vereinshause. Wends 8 Uhr Begrüßungsfeier in der Festhalle. Sonntag, 15. Juli: morgens 6 Uhr Weckruf. Um 7 Uhr Beginn des Vereinswetturnens. Mittags 12 Uhr Aufstellung und um 1 Uhr Abmarsch des Festzuges. Nachm. 3 Uhr attg. Freiübungen. Um 5 Uhr Turnen der Attersriegen, Sondcrvorführnng der Gau-Turn- spiele, Eilbotenlauf. ?5bcnds 8 Uhr Verkündigung der Sieger, Konzert und Tanz. Montag, 16. Juli: morgens 5 Uhr Weckruf. Um 6 Uhr Beginn des Einzclwetturnens (Sechskampf). Von 10—1 Uhr Frühkonzert auf dem Festj- platz. Nachm. 2 Uhr Festessen in der Festhalte. Von 4 Uhr ab Wetturnen in volkstümlichen Hebungen (Treikampf). Abends 8 Uhr Verkündigung der Sieger, Konzert und Tanz. Tienstag, 17. Juli: vorm. von 8 Uhr ab: Wettfechten. Von 10—1 Uhr Frühkonzert. Nachm. 3 Uhr Ringen. Abends 6 Uhr. Verkündigung der Sieger im Dreikampf. Wettfechten und Ringen. Konzert und Tanz. Mittwoch, 18. Juli: Turnfahrten in die Umgebung, Volksfest. [] Marburg, 16. April. Am ersten Ostertag bot sich in den herrlichen Anlagen unseres Stadtparls der in gleicher Höhe mit dem Schlosse liegt, ein herzerfreuendes Bild. Eine überaus große Zahl von kleinen Mädchen und Knaben waren hier unter Führung von Lehrerinnen und Schwestern damit beschäftigt, die von edlen Menschenfreunden gespendeten, in Büschen und Sträuchern versteckten Ostereier in große Körbe zusammenzutragen. Als dies fröhliche Geschäft beendet war, nahm die frohe Schar in einem Kreise Aufstellung, sang ein Osterlied und dann wurden gleichmäßig die Ostereier verteilt. Zum Schluß fand eine photographische Aufnahme statt. ** K1 e i n e M i t t c i 1 n n n e n aus H e s se n und den Nachbarstaaten. In Schlitz wurde auf der Bahnhofstraße ein dreijähriges Kind von dem Automobil der Freiherren v. Riedesel zu Sickendorf überfahren und schwer ver- 1 letzt. — In Neuenhain stürzte der im Alter von 72 Jahren stehende Schmied D r a u b e infolge eines Fehltrittes aus der Scheune in den Tennenraum und war sofort, eine Leich e. Vor zwei Jahren hatte er in voller geistiger und körperlicher Rüstigkeit seine goldeuk Hochzeit gefeiert. Syort 0 Fußball. Am ersten Osterseicrtag weilte die Il.-klassige Frankfurter „Allemannia" in Gießen, um mit dem HI. (lässigen Gießener B a l l s p i e l k l u b zu spielen. Um 4 Uhr begann das Spiel unter Leitung des Herrn Bötz vom Gießener F.-E. 1900 vor einer ziemlich großen Zuschauermenge. Trotz des Klassenunterschiedes zeigten die Gießener Spieler eine große Ueber- legenheit, konnten aber nur ein unentschiedenes Resultat erzielen, da „Allemannia" sämtliche Leute für die Verteidigung verwandte. Resultat 1:1. . 173.70 . 145JO . 210.75 . 88.00 Lombard. Eisenbahn . • Oesterr. Staatsbahn . . • Prince-Henri-Eisenbahn • 100.50 101.00 97.50 105.50 69.25 70.00 91.30 95.45 93.00 Tanz abhalten wollte, verlor sein gesamtes in die Turnhalle gebrachtes Material aus 25 Tischen, 250 Stühlen, Gläsern, Tellern und dergleichen. Die Halle war versichert, das Inventar des Wirts jedoch nicht. Mainz, 14. April. Ein schwerer Automobilunfall ereignete sich gestern auf der Chaussee von Niederolm nach Kleinwinternheim. Der Wirt Diehm von hier, der Vertreter einer Automobilfabrik, hatte in Gesellschaft des Wirtes Peter von Amöneburg eine Tour gemacht. Auf dem Rückwege fuhr däs Automobil bergabwärts gegen einen Baum, das Fahrzeug überschlug sich und ging in Trümmer. Diebm wurde lebensgefährlich verletzt und blieb bewußtlos liegen, während Peter trotz schwerer Verletzung sich nach dem benachbarten Hechtsheim schleppte und Hilfe für Diehm holte. Beide Verunglückte wurden nach Mainz gebracht. (Frkf. Ztg.) Worms, 13. April. Laut Geschäftsbericht der Aktien- Gefellschast zur Erbauung billiger Wohnungen (namentlich für Strbeiter) ist die Bautätigkeit der Gesellschaft im wesentlichen abgeschlossen. Die Gesellschaft besaß bei Jahresschluß 81 Zweizimmer- und 21 Dreizimmer-Häuser. Die 204 Wohnungen waren von 189 Familien mit 1439 Kopsen besetzt. (Frkf. Ztg.) h. Frankfurt a. M., 14. April. Als die Bühnenarbeiter des Opernhauses gestern den Arbeiter Sebus vermißten, gingen sie auf die Suche nach ihm und fanden ihn in einer Versenkung unter der Bühne mit gebrochenem Genick. Wie der Unfall entstanden ist, tonnte noch nicht festgestellt werden.— Vorgestern wurde ein vierjähriger Knabe von einem siebenjährigen in den Main gestoßcn und ertrank. (!) V o n d e r Saa l b n r g, 15. April. An dem Wiederaufbau wird gegenwärtig wieder eifrig gearbeitet. Die Ge- sarntar beiten sind sehr weit gediehen; außer dem Haupte . 144.50 . 132.90 . 264.50 . 229 30 geschleudert und erlitten schwere Verletzungen. — Bei Preßburg ereignete sich auf der Donau ein_ schrecklicher Unglücks!all. Ein stromaufwärts geschleppter Sttinkalm bekam ein Leck und sank vor den Singen zahlreicher Spaziergänger so rasch, daß drei Schiffer ertranken, ohne das; man ihnen Lüste bringen konnte. — In dem ungar. Orte Savnik (Korn. Zips) sind mehr als 100 Häuser samt Nebengebäuden durch Feuer zerstört worden. Auch die Schule und , die Kirche sind niedergeörannt. — Während einer Schießübung in der Nähe von Cu l e br n iNordam-riin- ereignete sich eine Explosion in dem vorderen Turnr des Schlachtschiffes Kearsarge. Es wurden 1 Offizier und 5 Mann getötet und 1 Offizier und mehrere Mann verletzt. — In Springfield (Missouri) holte ein Volkshaufe zwei Neger, die, wahrscheinlich mit Unrecht, beschuldigt waren, eine weiße Frm>. angefallen zu haben, aus dem Gefängnis, hängte s i e an der Statue der Freiheitsgöttin am Gerichtsgebäude auf und verbrannte später ihre^Leichen. —■ Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. PaketL 166.00 Harpener Bergwerk. . . 219 80 Lanrahütte...... 249.70 Nordd. Lloyd . . . . . 137.00 Obeischles. Eisen-Industrie 131.50 4% Oesterr. Goldrcnte. > 4*/$ % Oesterr. Silberrente 4?o Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Rente . . . 3% Portugiesen Serie I . 3% Portugiesen „ III 4%°/0 russ.Staatsanl. 1905 4M" o Japan. Staatsanleihe 4 % Coüv. Türken vou 1903 HasnMeB-Ncrcyrrchtetr. Verlobte: Frl. Elie Buch mit Herrn Julius Kann, Kassel und Bingen n. Rh. — Frl. Bertha Morgenthau mit Herrn Jakob Mainzer, Heppenheim a. d. B. — Frl. Thekla Michelbacher mit Herrn Moritz Mayer, Oettingen a. Rh. und Darmstadt. seitherige Pachtpreis betrug pro Jahr 6000 M, tou^eni) । t>Cr neue Pächter 2 Mk. mehr für den Morgen bezahlt. Die 1 Uebergabc erfolgt am 1. Juni. . ■ a Lauterbach, 16. ?kprtt. Eme wohl cmzrg? in dessen noch bestehende gute alte Sitte herrscht in unserem ' alten Krcisstädtchen. Ist jemand gestorben, so spreit die städtische Musikkapelle, solange, der Tote noch nicht beerdigt ist täglich um 12 Uhr mittags vom Turme der Stadtkirche vier Choräle. Ebenso spielt die Kapelle an Sonn- und Feiertagen nach beendigtem Gottesdienst. — Im Freih. von Riedeselschcn Waldrevier „Hainig" stehen mehrere uralte Eichen, wie sie wohl kaum schöner und mächtiger rn unseren deutschen Wäldern zu finden sind. Wie man hort, sotten sie unter den Schutz der Teukmalspflege gestellt werden. Leider ist einer dieser Prachtbäume vor einigen Tagen von Bubenhand böswillig in Brand gesteckt worden, sodaß der schöne Baum gefällt werden mußte. § Hartmannshain, 14. April. Durch Funken aus einer Lokomotive wurde unmittelbar am Ende des tiefen Einschnittes in der sogen. „Weidhecke" ein Waldbrand verursacht. Das dürre Graö hatte sich rasch ertzündet und es ist ein etwa zwei Morgen großer junger Fichtenbestand vom Feuer vernichtet worden. Wald- und Bahnarbeiter waren rasch zur Stelle und hinderten ein größeres Umsichgreifen des Feuers. ? Eschenrod, 14. April. Ein hiesiger junger Bursche namens Ladner arbeitete auf dem Gerüste der Scheune, stürzte herab und zog sich bedeutende Verletzungen im Rückgrate zu, so daß er hoffnungslos daniederliegt. sd. Darmstadt, 17. April. (Drahtmeldung.) Prinz Heinrich von Preußen folgte gestern abend einer Einladung des Offizierkorps des Ärtillerieregiments Nr. 25 in das Kasino. Heute treffen Fürst und Fürstin zu Solms - Hohensolms-Lich zum Besuche am Großherzogi. Hof hierein. Das Prinzenpaar'Heinrich wird am Donnerstag Darmstadt wieder verlassen. — Der 65 Jahre alte Schuhmacher Jakob Pfeifer hat sich heute nacht im Woog ertränkt. Das Motiv 8it der Tat ist unbekannt. sä. Darmstadt, 14. April. Gestern abend 11 Uhr wurde auf der Straße von Weiterstadt nach Darmstadt der Wächter der Wach- und Schließgesellschaft, Gustav Mader, von einem Automobil der Firma Dönges n. Wiest überfahren. Das Fahrzeug wurde von Herrn Wiest selbst gesteuert. Der Verletzte wurde in das Darmstädter Krankenhaus gebracht, wo er bewustlos darniederliegt. Man nimmt an, daß Mader sich in angetrunkenem Zustande auf die Straße setzte, so daß er in der Dunkelheit nicht bemerkt werden konnte. sd. Darmstadt, 16. April. Auch die Militärgerichte müssen auf anonyme Anzeigen hin Untersuchungen einleiten. .Das beweist eine Verhandlung, die vor dem Kriegsgericht der 25. Division stattfand. Der Unteroffizier Ludw. Meise! ans Tiefcnbach bei Metz von der 3. Komp, des Jnf.-Regts. Nr. 168 in Butzbach wurde durch eine anonyme Postkarte angezeigt, .daß er schon als Gefreiter Gelder von Kameraden für Reservcbilder, .Krüge, Pfeifen usw. unterschlagen habe. Die Karte hatte der Musketier I. Göttert, der in der gleichen Kompagnie diente, geschrieben. Vor dem Kriegsgericht leugnete Meisel, wurde aber überführt und zu einem Monat Mittelarrest verurteilt. Auch die Degradation wurde ausgesprochen. — Aber auch dem Denun- äiareten ist die Sache schlecht bekommen. Er leugnete zwar, die anonyme Karte geschrieben zu haben, wurde aber seinerzeit wegen Beleidigung verhaftet. Auch die Sachverständicpen hatten ihn nicht für den Schreiber der Karte. Er hat sich aber durch eine Menge beleidigender Redensarten über Meisel so verdächtig gemacht, daß er vom Kriegsgericht wegen Ungehorsam, Beleidigung, Achtungsverletzung usw. zu vier Wochen strengem Arrest verurteilt wurde. le. Offenbach a. M., 16. April. Zur Minderung der Kindersterblichkeit beabsichtigt die Stadtbehörde eine Säuglingsmilchanstalt, in der für 300 Kinder Säuglingsmilch hergestellt werden soll, zu errichten. fc. Zwingenberg a. d. B., 16. April. Der 62 Jahre alte verwitwete Lehrer Knüll, gegen den eine Untersuchung wegen Vergehen aus § 176 des Strafgesetzbuches schwebte, hat sich hier in seiner Wohnung erhängt. Knöll, der über 22 Jahre hier tätig war, stand vorher lange Jahre in Sandbach i. O. Groß-Gerau, 14. April. Heute mittag um halb 3 Uhr setzte ein Blitz die nur aus Holz gebaute Turnhalle des Turnvereins, die für die Ausstellung der Darm- . städter Künsterkolonie als Theatergebäude diente und dann nach Groß-Gerau gebrach! wurde, in Brand. Alles Inventar ist mitverbrannt. Auch ein hiesiger Wirt, der übermorgen SCursbesncMe des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen. Vermischtes. * Erdbeben auf Formosa. Im Süden der ostasiat. Insel Formosa erfolgte am Ostersamstage wiederum ein Erdbeben, heftiger als das am 17. März. Die Stadt Kagi hat wiederum am meisten gelitten. Alle Häuser, die bei dem letzten Beben der Vernichtung entgangen waren, liegen jetzt in Trümmern. 10 9 Personen sind, soweit bis jetzt fest- steht, tot, 29 verletzt. Man fürchtet aber, daß weitere ausführlichere Nachrichten die Totenlisten noch ansehwellen lassen werden. Bei vielen Städten und Dörfern sind Erdrutschungen vorgekommen, die vielfach die Bodenbeschaffenheit des Landes völlig verändert haben. Tausende sind obdachlos. Erschütternde Szenen ereigneten sich. Die Behörden sind eifrig bemüht, die eingetretene Not zu lindern. * Kleine Tageschrvnik. In Düsseldorf erlitten bei einem Speicherbrande zwei M äd chen im Alter von 12 und 13 Jahren den Erstickungstod. Drei junge Leute formten mit Mühe durch die Feuerwehr gerettet werden. — Jrn Goywäldchen bei B e u t h e n wurde dem S ch u 1 k u a b e n Roßberg von einem Burschen der Leib aufgesckilitzt. Puf die Hilferufe seines Bruders eilten Arbeiter herbei und iKrtrieben den Unhold. Der verletzte Knabe erhielt von einem Krankenwärter einen Rcvtverband und wurde in ärztliche Behandlung gegeben. Sein Zustand ist bedenklich. Der Täter imvrbe verhaftet und legte ein unumwundenes Geständnis ab. — In Odenkirchen fand man in einem Stalle einen 11 jährigen Knaben erhängt vor. — In Rheydt wurde ein Präparandenschüler verhaftet, der ins y m n a s i u m e i n g e b r o ch e n war und eine Geldkassette mit 1160 Mark' gestohlen hatte. — In Kassel verbrannte ein Kü chen fr ä u l e in, das abends, als es zu Bett ging, die Petroleumlampe fallen ließ. Diese explodier^ die Nachtkleider mürben von d a Flammen ergriffen und das Mädck^en starb einen qualvollen Feuertod. — In Dortmund verletzte ein Barbier feine Frau, die mit einem Kostgänger Beziehungen unterhielt, lebensgefährlich durch einen Schlag mit einem Stecheisen auf den Kopf. Der Täter, der zu fliehen versuchte, wurde verhaftet. — In Swinemünde fand am Bollwerk ein Aufruhr statt. Ausgesperrte und stteikende Kohlenlöscher griffen von der Arbeit zurückkommeude Leute an und be-^ warfen sie mit großen Steinen, Flaschen und Eisenstücken. Mehrere Personen wurden erheblich 'verletzt. — Bei einem Brande in Silberbach (Vogtlandl ist eine Frau mit zwei Kindern im Alter von drei und vier Jahren verbrannt. — In Berlin wurde im Geschäft steiler eines Hauses am Zionskirchplatz die betagte Trödlerin Ehrhardt von zwei Männern überfallen, gewürgt und mit einem eisernen Gegenstand geschlagen, biA sie bewußtlos wurde. Geraubt find 53 Mk. Die Täter entkamen/ — Auf dem Wege von Paris nach Versailles erfolgte ein Autarn ob i 1 nn fall. Ein Wagen, worin sich vier Gesandtsckasts-' attachees befanden, raunte infolge Reifenplatzenö gegen einen Daum und stürzte in den Graben. Alle Insassen wurden herans- Grsenvcshsr-^vrturrg. W Mainz, 15. April. Ans dem Protokoll der Sitzung der Handelskammer ist folgendes zu entnehmen: Wie der Kammer bekannt geworben ist, hat da4 Reichs-Eifenbahnamt den Entwurf einer neuen V e r k e h r s o r d n n n g aufgestellt und ihn zunächst den einzelnen Regierungen zur Begutachtung übersmrdt. Nach einer Mitteilung des Reichs-Eisenbahnamts an den deutschen Handelstaa soll demnächst eine Konferenz von hanvtsächlich beteiligten Staaten stattfinden, bei welcher 6)elegenheit auch über eine ausgiebige Ämhöruna der Vertreter von Handel, Industrie und Landlvirtschait beschlossen werden sott. Es steht zu erwarten, das; der Entwurf rechtzeitig den Handelskammern zur Aeußerung zugehen wird. Tnrkenlose .... 4% Griech. Honopol-Anl. 4% äussere Argentinier 3°/0 Mexikaner . . . 4%°/0 Chinesen . . . Aktien: Bochum Guss .... Buderus E.. W . . . Tendenz: fest. MoöiknMtlitbkrllcht der Wesfälle mder 8iabtKeßen 14. Woche. Vom 1. bis 6. April 1906. Einwohnerzahl: angenommen zu 29 500 (inkl. 1600 Mann Militär.) Kinder Es starben an: Zusammen: Erwachsene: im vom 1. Lebensjahr: 2.—15. Iah ' Lungentuberkulose Bronchitis Herzfehler 6)ehirmschlag Bauchfellentzündung Krebs ___ Summe . , . , Au m.: Tie in Klammern gesetzten Ziffern geben an, wie vi'ck der Todesfälle in der betreffenden Krankheit auf von auswärts nach Gießen gebrachte Kranke kommen. April 1906 Barometer auf 0° reduziert Temperatur der Luft Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 16. 226 752.9 17,5 7,8 52 SW 2 Sonnenschein 16. 9’8 750,2 13,0 9,1 81 WNW 2 Klarer Himmel 17. 7“ 747,2 6,4 6,2 87 SE 2 Sonnenschein Hochs e Tenu Dcrahtr am 1 5.-ie . April H7,9° C. Niedrigste n „ 15.-16. „ = + 4,1° C. 2 (21 2 (2) .— — 4(2) 3(2) 1 -— 1 (1) 1(1) — — 2 2 — 1 1 — — i 1 — — 11 (5) 10 (5) 1 — Aller I | 8 |WNW 2 SE i, April- - & CD §? (3 69 “ SL e (?) r- 10 D ö- rt- ca So'y Cc? s , S -Ä (0 TT " c^. « G? 2 X s?» ISO +17,9' C, ■ + <1’6 (KJ O v? !£ 'eobachtnngen Netzen. ! Klarer hÄl ’i Sonir'r-. xd)er WMrdieM. in Hessen A ^ttrora.: litterceyn wib stärke - ebener Wetterkarte. ^*o O r-, «6 a ~ T Cr? ?3 • ' 249.1° ' ' 24.00 ' ' 131-1 • 'iB Briefkasten oer Redaktion. (Anonyme Anfragen bleiben nubcrnelfichtigt). Eifriger Leser E. in Fr. Ein Mittel zur Förderung des Wachstums des Menschen ist un3 unbekannt und dürste aud) nicht existieren. -i- iv Die courtoisic+'ollc Mitteilung des deutschen Botschafters kamt nur hok>: Befriedigung in Italien bertwrrufen, daS fdjon verschiedene Male die Zuneigung Kaiser Wilhelms erfahren hat. TaS „Giornale d'Italia" erklärt: Men könnte an den Gefühlen der deutschen Regierung und des deutschen Volkc-5 gegen Italien nickt zweifeln, die sich stete- als von starker, aufrichtiger Sympathie und von Soli- daritätsgefühleu gegen uns beseelt gezeigt haben. Der deutsd>e Botschafter das Leute offiziell zum Ausdruck gebrockt, iw die deutsche Presse in den letzten Tagen bereits hervorgehoben bat. . Neapel, 16. April. Graf Tattenbach ist, von Algeciras kommend, hier eingettoffen rmd begibt sich von hier nach Rom. Como, 17. Avril. In Chivano (Piemont) wurde am Sonntag der Schriftsteller und Schuldirektor Barbeni von seinem e i g e n e n h a l b b l i n d e n Sohne erschossen^ töierauf tötete dcrMörder auch dieMutter und schließlich sich selbst. Pjatigorsk, 16. April. In der letzten Nacht gegen; 2 Uhr wurden hier zwei Harfe Erdstöße verspürt. Turin, 17. April. Tas „Giorrmlc d'Jtalia" veröffentlicht eine Note, worin die Gerüchte über die zwischen; Deutschland und Italien wegen der Konferenz iit Algeciras ausgebrochencn Meinungsverschiedenheiten in AL^ rede gestellt werden. Tie Note erklärt, daß die Beziehung gen zwischen beiden ?7ationcn die den kb ar her zl ich sten; seien. New York, 17. April. Ter Aufenthalt Maxinr Gorkis bringt für ihn andauernd Unannehmlichkeiten mit sich. Aus drei Hotels wurde er ausgewiesen und mußte bei einem Freunde Unterkunft suchen. Ein in Boston geplanter Empfang wurde vom Gastgeber abgesagt, ebenso ein Tiner, das die Schriftsteller Newyorks Gorki zu Ehren, geben wollten. M v s k a u , 17. 9lpril. Der Ministerrat ordnete nach Deutschland, Oesterreich und England besondere Beamte ab zum Studium der Mittel, bereit sich die ausländischen Regierungen zur Bekämpfung der Opposition int Parlamente bedienen. Tokio, 16. April. Nach hier eingegangenen amtlichen Meldungen sind bei dem letzten Erdbeben auf der Insel F o r m o s a in Kägi und anderen Orten neun Personen g c- tötet und 43 verletzt worden. Außerdem wurden 1697 Gebäude beschädigt, von denen 1041 vollsten cingestürzt sind. Die Ermittelungen sind noch nickt vollst... dig abgeschlossen. Griginal-Drahtmeldringen. Berlin, 17. April. Ter Raubmorooer su.ch an der Möbelhändlerin Ehrhardt, die am Samstag morgen in ihrem Geschüstslokal überfallen und beraubt wurde, hat rasch seine Aufklärung gefunden. Ter Steinsetzer Karl Schäfer und der Friseur Karl Brand wurden als Täter festgenommcn. Beide sind geständig. Berlin, 17. April. Am Ostersonntag wurden zwei Magdeburger Dienstmädchen im Landwehrkanal als Leickeu gefunden, die vor vierzehn Tagen aus Magdeburg sich entfernt hatten, nachdem sie wegen fortgesetzten näcktlickym Ausbleibens ihre Stellungen verloren und beschlossen hatten, gemeinsten in den Tod zu gehen. Bochum, 17. April. Ter von der Arbeitssckicht auf der Zeche „Fröhliche Morgensonit'e^ heimkehrende Bergmann Dittmar wurde vom Blitze erschlagen. Dortmund, 17. April. Äuf Zeche „Kaiserstuhl 1" stürzten zwei Bergleute in den Schockt und waren sofort t o t. Auf der Zeche „Graf Sckwerin" wurde ein Bergmann verschüttet. London, 17. April. Em Staatsmann bemerkte zu dem Gerücht von einer beabsichtigten Allianz zwischen England und Spanien: Wir wissen, daß ein solches Gerücht umgeht unb es ist möglich, daß sich dasselbe verwirklicht. Cowes (England), 17. April. König Alfons traf hier heute früh 9 Uhr ein. Tie Prinzessinnen von Battenberg waren ihm entgcgengefahren. Rom, 16. April. Der deutsche Botsckafter Graf Monts hat an den Minister des Auswärtigen ein offizielles Schreiben gerichtet, in dem er fein Beileid zu den schmerz- l ich en Ereignissen am Vesuv ausdrückt. In dem Schreiben heißt es: Der schreckliche Ausbruch des Vesuvs, der die blühende Umgebung von Neapel verwüstete, habe in Deutschland die lebhafteste und aufrichtigste Sympathie hervar- gerufen. Jetzt, wo die uumittelbaie Gefahr vorüber zu sein idyetne und man die Grö'-c des Unglücks abmessen tonne, wünsche die kaiserliche Negierung der königlichen Regierung und der italienischen "Nation ich Beileid und ihr herzliches Mit- gefühl zu dem Unglü ck, das Italien burd) diese neue Katastrophe getroffen habe, auszudrücken. Die „Patrick" schreibt dazu: % 6) E ~ t-R 7 AP^ Wkenl0*' ''^weilte dieU.-klassiv de. Herrn Votz vom Ticbc^ Zuichanemenge. Trotz ^ Spieler eine große Uebfr jicbencS Reiullol erzielen, h ,le Verteidigung verwand a^tchien. rtit Herrn Julius Äorgenlhau ^rl. Thekla Mikkels mit ^ und Darmstadt. JUN»1 im V0NI i(2) 1(3) KD 5 (®) . an, wie Kleine praktische Aatschtäge. — Die Behandlung der Brandwunden. ES kommt bei der örtlichen Behandlung einer verbrannten Hantflächc sehr darauf an, den Zutritt der Lust völlig auszuschließcu, waS am leichtesten durch eine Art von Verband geschehen kann. Früher benutzte man eine Mischung von Leinöl und Kalkwasser, weil dadurch der Schmerz schnell und wirksam gehoben wird. Neuerdings ist mau jedoch mehr davon zurückgckommcn, weil ein solcher Verband sehr schwer wieder zu beseitig:!! ist, wenn er einmal angelegt und an der betreffenden Stelle angetrocknet ist. Außerdem haben tue Acrztc. beobachtet, daß er die Eiterbildung in der Brandwunde begünstigt. Bei Derbrcnnungen ersten und zweiten Grades hat man häufiger eine ziemlich starke Lösung von Pikrinsäure benutzt, die mit finem Gazestoff unmittelbar aus die Wunde gebracht wird, die Luft wird dann durch eine weitere Lage atissaugcnder Baumwolle und eine feste Bandage serngchalten. Dies Berfahrcn hat die Nachteile des vorigen nicht, denn es wirkt gleichfalls schmerzstillend und antiseptisch, veranlaßt aber keine Eiterung und auch keine Schwierigkeit in der Gntfevnung des BerbandS. Freilich bleiben gelbe Flecken von der Pikrinsäure zurück, können aber durch Alkohol leicht entfernt werden. Als noch besser empfiehlt JDr. Mac Cou im Internationalen Journal für Chirnrgie eine Mischling von Karbolsäure und Glyzerin in verschiedenen Berhältninen, meist aber mit einem Teil Karbol auf 3—5 Teile Glyzerin. Auch nm dieser Mischung werden Gazc- ftrcifen getränkt und dann auf die Wunde unmittelbar aufgelegt. Ter Ausschluß der Lust erfolgt ebenso, wie vorher beschrieben. Die Heilung kann bann später durch Salben unterstützt werden. Bei der Berwendung eines BerbandS mit Karbolsäure muß j-doch von feiten des ArzleS große Aufmerksamkeit darauf verwandt werden, ob nicht etwa die Nieren in Mitleidenschaft gezogen werden. Bei schweren Berbrennungen an der Hand, dem Handgelenk, dem Ellbogen ober dem Knie sind Entstellungen zn fürchten, und man wird daher dem Berband in solchen Fällen flache Schienen bei» geben. Bei sehr langsamer Heilung, und wenn die Verbrennungen sich auf eine große Hantflächc erstrecken, wird der Arzt seine Zuflucht zur Auf- Pflanzung frember Hautstücke nehmen müssen. — Das Wasserglas alS AnsteckungSquxlle. Man behauptet heutzutage häufig, daß man mit der Aengstlichkett vor Ansteckungen ent- schieden zu weit ginge. Wie leicht indes eine solche möglich ist, berichtet „Le ProgreS Medical^, und zwar wurde ein Wasserglas in einem Kaffeehaus die Quelle zur Heber tragung der Syphilis. Es war im Jahre l'JOO während bet; Ausstellung, als ein Kleinstädter mit seiner Fran Paris besuchte, wo sich beide natürlich auch in Eafts und RestauraniS anshielten, um bann ihre kleine Stadt in der Provinz wieder ausziisucheu. Nach einiger Zeit zeigte sich bei der Frau eine sehr häßliche wunde Stelle an der Lippe, welche später geschwürig zerfiel. Ihr Gatte behauptete, die Ursache könne nur darin liegen, daß sic au3 einem unreinen Glase getrunken habe, wohingegen dcr Arzt an eine derartige Ansteckung nicht glaubte. Die Frau stand im Alter von 53 Jahren. Die anfangs kleine Stelle fraß im Laufe Wn 5 Jahren weiter, so daß schließlich em Auge verloren ging und die Kehle von Gcschwüreirtzersetzt war, weshalb die Kranke nur mit großer Mühe ernährt werden konnte. Am Halse befanden sich zahlreiche Drüsen, die ebenfalls geschwürig zerfallen waren. Diese Frau lebt zwar noch, leidet aber außerordentlich, wie man sich denken kann: nur die Hoffnung hält sie noch aufrecht und eine hingehende Pflege umgibt sie. Ein namhafter Arzt, ein Mitarbeiter der genannten französischen medizinischen Wochen- schrift, verbürgt sich für den Fall. — Ein Apparat zur Verhütung zu schnellen Essens ist nach einer Meinung deS „Scientific American" erfunden worden, aber leider nicht für Menschen, sondern für Pserde. Diese leiden häufig an Beschwerden, die durch eine unbelömmliche unb überflüssige Hast im Fressen erzeugt werden. Wenn sich so ein braves Tier einer reichlichen Portion Hafer in seinem Futtertrog gegenüber befindet, so verliert es nicht selten seine Selbstbeherrschung, die cS dazu befiünmcn sollte, ein Maul voll nach dem andern zu nehmen, und frißt alles prestissimo in sich hinein. Nun ist ein genialer amerikanischer Kopf auf den Gedanken verfallen, einen Futtertrog zu erfinden, der dem Pferde immer nur soviel Hafer zeigt, als cS auf einmal im Maul unterbringen kann. DaS Pferd muß erst diese Protokoll der Rn,. (Minen: ^ie < bet iftarSjs •ÄSt! kK »--»SS v*rät-‘ jt von oer ÄL 1.« !- • L Lshmeyer . • '00 'S Schnei ■ BÖS JanlbttS Ber^etk’ ' W w; te . • ■;& rddrtiy^'S®n'Illda5tr''173-'- 'berseWes )ÄrroS? Rank • ‘ 18”'7- '““'Sn»«* ' X : .«tl6 )Tcadner y . . Baltimore- . j&20 Eisent&b“ _ . • »z.lo lottbard^bahn •; 147.80 ombard^abn.' j^ prince**16 Menge verzehrt haben, ehe es neuen Hafer aufgetiftfit findet. Auf diese Weise wird das Pferd zum vernünftigen und gesunden Freffen erzogen. ES will unS sehr bedauerlich erscheinen, daß die Segnung dieser neuen Erfindung auf die Pferde beschränkt bleiben soll, denn unter den Lehren, die von der Hygiene dem Menschen am häufigsten vorgehalten werden müsicn, stehen immer die beiden obenan: nicht zu viel elfen und nicht zu schnell offen ! Daß die meisten Menschen, die eß irgend dazu haben, mehr effen, als ihnen nötig und gesund ist, kann kaum bezweifelt werden. DaS zu schnelle Esten ist nicht weniger verbreitet, namentlich bei allen, die glauben, sich keine Muße dazu nehmen zu können. Die Amerikaner sind so erfolgreich im Erfinden, sollten sie nun nicht auch eine Abänderung dieser neuen Errungenschaft in der Weise zuwege bringen, daß sie für den Menschen nutzbar gemacht werden kann? "r $"onil’9tn' - « '"int vrtt <' tzZSZ fü’.c (f der tVloiin ' tot t -r W ®lnbtin Jct.,nnb i 111' c I b Uh'. ü |l,cllen f ;in‘i Untetfc UM Anlagen ^Kosmos6 k aaft die ganze Weit. Fordern Sie Offerte! „Kyffiiäuaerhütte. Artern“ 327 G -V.: A. Collin, Frankfurt a. M., Kaiserstt. 60 I. I SW 2 13onnenid- 1 m-n7 o I ISO ISO 07 S)’ «6 5 (3 CB 3 W K Co a 07. —» Co 3^ Cö -•ö Co CB - y S 6 er* er CO (5 er o p .— CO =' S2. Cf» O ♦o S -e* - —* > — --- «—♦ A 2, er LL ro Co 5 K G 2 • £> o CO o Co er o § ——- 2 Co HtzkkMM. Beste MS-ÄSrSsS-»> E . Barverkauf. 8x4 Zimmer-Haus nächster Nähe der Bahn unter günstigen Zahlungsbedingungen direkt vom Besitzer zu verkaufen. Schrift!. 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