General-Anzeiger, Amts- imd Anzeigeblatt für Len Kreis Gießen Die Vergarbeiterlöhne gesucht von Wl HütsaMemei l wä i- i SmwavRoMwn W in L öS bei fier' ot£, jh21 poliHfcbe Tagesschau. Generalstabschef von Moltke im Kaisermanöver. Eure konigl. Hoheit die große Güte haben wollen, den Auftrag S. M. des Königs auszuführen, so bitte ich auch der Ueber- mittler meines Tankes an Seine Majestät zu sein für die hohe Auszeichnung und für die g r o ü e E hr c, die er mir erwies, und deren eingedenk zu sein, daß er fortan einen Bestandteil meiner Frau Steuerrat Huchen, ___________SiephanstrV is. Hemndle-, gefeßteä k’ Dierlstmädcheu ro J sctvstäild g bürgerlich Icha kann uni schon in vtssttttl Häusmi gebient hak, »um 1. JDftobir für ftüAt unb idaUMtbtit in hiesige Mfa gegen ljOl)tn Lohn gcsuchi. Sdjnjti. Reibung, unt. oM t b. Geßener Anzeiger (rieten. Rotationsdruck und Verlag der Brüh!'sch« UntversttätSdruckeret. 9t Sange, (ßit^e*, Redaktion, ExpedUion n.Druckerei: Schulstr.U. Tel. Nr. 6L Telegr.-Adr.: Anzeiger Dietz«, WZZ getroffen: als Vertreter des Großherzogs von He ff en der Generaladjiltant Generalmajor v. Wachter- rx5iiiijcl)eii, daß der Chef des Generalftabes der Armee sich auch in Zukunft, nach oben wie nach unten hin, die Selbst- standrgkert bewahren möge, die er im Kaisermanöver 1906 bewiesen hat. edankt werden. Man kann nur Die bezeichnen, daß es nicht uns zu Ehren ertönt, sondern 'Gott zur, Ehre, und ich hoffe und bitte, es möchten sich viele, viele Herzen mit dem meinigen verbinden, um ihm zu danken, der mir in 50jähriger, unaussprechlich reich gesegneter Ehe den Grobherzog erhielt und uns dieses weihevolle, uns tiefbewegende Fest gewährt. So möge denn dieses Dank- gebet von nah und fern zu Gott emporsteigen, der uns bis hierher geleitet und geführt hat. __ od. h ■ (?l1lt>iuain,at 06856 Die „Karlsr. Ztg." vcröfscntticht ein Handschreiben «t*- -- ~-n an den Staatsminister Frhrn. von Tusch, das folgendermaßen Lautet: Es bewegt mich mit dankbarer Freude, daß am 20 Sep- »er, m her Ssi.nh?, da wir in der Schloßkirche die Feier unseres goldenen Ehejubiläums begehen dürfen und Gott für OrtnhtAA»?lGnade danken, in allen Kirchen unserer ge* mpnienmn9 inll!.ebten< V.ab*n Heimat die Glocken ihr feierliches Geläut er- - Es erfüllt sich für mich damit ein wirkt. würdig ft e, 1/ v y v n .. v y v u/ |. >■ j v » iy u u im , utv ■ 14 kV VI 1)1 rische Bedeutung dieses Orbens schließt das alles in sich, waA zum f straße. Danke für Seine Majestät, aber ich sage hier zugleich: zum Danke gegen den, der über uns ist, gejagt werden kann. Wenn & Gebete bilden wird. In dieser Gesinnung ersuche ich Eure Eönigi. Hoheit zu dem zu schreiten, womit Sie beauftragt find. Zu den Jubiläumsseierlichkeiten finö weiter hier ein- BZW r^äiBiein schliil. Eine herbe Kritik erfährt die Relchsregierimg in einem Berliner Blatte- Untere Regierung verwaltet, aber sie f ü h r t n i ch t Sie acht honfhfte 8u vermelden, aber sie scheint keine Ziele zuhaben sie wbt vom Tage zum Tage; sie gestaltet ihr Tun nach dem scheinbaren Bedurnnsse der nächsten Gegenwar und versteht mch b-e drucken zu schlagen zur Zukunft. Ter aufdringliche b l en de n d e o nnen glanz, der über den modernen F e st e u über das b der gülden gleißendeir Herbstsonne, die doch naheude LerhangillS nicht hinwegtüuscht, sondern das Cntfaibcn nur fordert und das Welken beschleuiiigt. Und wo fleht das geschrieben? In der „Deutschen -rage^ztg. , die agrarisch und konsecoativ ist. Der natioualliberale Vertretertag des Rheinlandes trat am Sonntag in Bonn zusammen, um zu dem national* ,e?/en P^Ueitag in Goslar Stellung zu nehmen. Der -Vorsitzende Hamm, früher Oberlandesgerichtspräsident in Köln, orberte mit Nachdruck von den Fraktionen, die Prinzipien -!>er Partei mehr hcrvorzuheben, damit keine Mißverständnisse entständen. Der Ai^sschuß des Vettretetta^es schlage deshalb iiolgenhe Resolution vor. Die Delegiertenversammlung der nationalliberalen Partei der Rhemprovniz verkennt nicht die Schwierigkeiten, die den national- iioeroleit Fraktionen des Abgeordnetenhauses und des Reickisma^ > . . . . /* ------v. u ui m. bet der Erledigung des Schulimterhaltimgsgesetzes und der Reichs- vertretet des GroßHerzogs von Luxemburg Wirk!. Geh. sMnzreform entgegengestandcn haben. Sie warnt ernstlich vor ^berkammerherr I-rhr. v. Nyberg zu Symmern, als emer PolMk, welche die Regierimg in ihrer reaktionären Vertreter der Königin der Niederlande Baron Envers usw •i u%r.4'taJf.cll'm^c, nationalliberalen Partei Heute abend gingen im Großh. Hoftheater als F-cst^ b l-c i?Sfa^Lc.r enttremben muß, und die Vorstellung die Meistersinger von Mruberg in Szene. auch schon un wesentlicheti die Dt i ß e rf o l g e d e r P a rt e i bei! Die „Karlsr. Ztg." —*WJUi ‘ - ?0seAatzwahle»i in Iserlohn, Hagen und Rinteln ver- d er Gro ß her z o g i n I»2 • ()(ts* 5)l,e. Delegiertenversammlung verlangt chic Tusch, das folaenLermc entschiedene l r b e r a l e P o l i t i k der Partei in allen fuf. iL L * ivwuiyctiiu ju"llen, loziaien und wirtschaftlichen Fragen; sie bittet ihre 23er- tembe? m der Swnd^' treter, auf dem Parteitage m Goslar mit aller Kraft hierfür ein- L • - xn - er -unb'"' ermöglichtu.!d "dLäj°o.^' MMx «Ä 'n ^»7' “* liberaleNi Sinne beeinflußt wird. I L — •••.«*.*....... «vu.u. «bg. Prof. Dr. Friedberg bebeutete ben >ßli6ctaren, fuc llnsichere Kantonisten sei in der Partei fein Platz. Die>bezeichnen, hak eä nicht uns m ffhr»« vorgelegte Resolution übertreibe. Der Ausdruck »Stärkung der reaktionären Haltung der Regierung" sei eine Phrase. -Die Regierung ist schlapp, sehr schlapp, aber reaktionär ist sie nicht, weil sie nicht stark genug dazu ist." Die Resolution wurde schließlich mit 59 gegen 51 Stimmen ab gelehnt. AD AM«, t,.Xk ifuöjrwixjx^—1—■ rauer tage tüi Sonnt« MM Tüchtiges Äädchen lir 1 Pb.L... . ' Krieger und Militär. Höchst interessant sind die französischen Urteile über das Kaisermanöver in Schlesien, die sich in einem Pariser Brief der „Boss. Ztg." zusammengestellt smden. Man trifft auf wenig Lob in Militär ischer Hinsicht. 9hir die körperliche Tüchtigkeit der Soldaten hat den französischen Manövergästen imponiert, aber die militärische Leistungsfähigkeit, soweit Selbständigkeit, Initiative und Entschlußkraft des einzelnen Mannes in Frage kommen, steht angeblich ebensosehr hinter derjenigen französischer Trupven zurück, wie die taktische und strategische Kunst der deutschen Führer hinter 5er französischer Offiziere. „Ter Franzose ist ein Krieger, der Deutsche ein Mili- t “r" — /n diese Worte faßt ein kritisierender Major, nicht ohne Geist, sein Urteil zusammen, und man wird ihm in Frankreich umsomehr glauben, als der englische Genera/ Fr en ch sich nicht genug tun kann in Lob- preisungen der Tüchtigkeit des zweiten fr an» -osis chen Armeekorps, dessen Manöverübungen er im Auftrage der englischen Regierung beiwohnte. Es wird obendrem behauptet, daß dieser aus dem Burenkrieg — nicht gerade rühmlich — bekannte General mit den Herren vom französischen Kriegsministerium an der Hand emes eigens mitgebrachten Aktenstückes vertraulich sich unterhielt über Mobilisierung, Seetransporte von Truppen usw. Ja,, das einflußreichste militärische Fachblatt Frankreichs verjichert sogar, nach dem, was General Freuch an Leist- ungsfahigkeit bet den Truppen des zweiten Korps sah, bestehe die ernste Möglichkeit eines Zusammenwirkens auch der Landstreitkräfte Englands und Fvsl!tkreichs, während bisher nur eine gemeinsame Mwn der Flotten in Frage gestanden habe. Sind die Franzosen so bescheiden, daß sie gar nicht für notwendig erachten, sich nun auch ihrerseits über die Leistungsfähig- keit der englifchen Landtriippen.ein Urteil zu bilden? Biel- leicht wurden sie die letzteren nicht eimitat als „Militärs" aualisizieren geschweige denn ai* „Krieger" nach Art der Franzofeu. ^.ie „Boss. Ztg." meint, alles, was man diesen Hadlern der deut,chen Armee wünschen könnte, sei, daß sich keme Gelegenheit ergebe, die Probe auf die Richtigkeit chres Urteils zu machen. Vielleicht teilen sie im Innersten chres Herzens diesen Wuilsckn die Hero de der „fineger". v Von einem geschützten militärischen Mitarbeiter wird uns geschrieben: Unter den Teilnehmern des Kaisermanövers in Schlesien ift nur eine einzige Stimme über ihre ausgezeichnete Zeitung durch den Chef des Generalstabes der Armee, General v. Moltke. Noch nie hat sich über einen Inhaber biefe§ Postens die Kritik so abfällig, um nicht zu sagen mißtrauisch geäußert, wie anfangs über den General von Moltle, als er gegen feinen Willen auf das Amt berufen wurde, das er jetzt bekleidet. General von Moltke aber hat diese ihm wohlbekannte Stimmung gegen ihn tlicht beachtet. Er hat nur eins getan: gearbeitet. Mit eisernem Fleiße hat cw^sich der neuen Aufgabe hingegeben, öie ihm selbst vorher für seine Schultern zu schwer schien. Und der Erfolg ist nicht ausgeblieben. Tas Kaisermanöver hat gezeigt, daß der General v. Moltke über seine frühere Bedeutung weit hinausgewachsen ist. Tas Kaisermanöver war eine Probe, der die ganze Armee mit Spannung zw foh, General v. Moltke hat sie glänzend bestanden. In der Führung zeigte er eine unerschütterliche Ruhe, auf die ferne Nervosität, an welcher Stelle sie sich auch bemerkbar machte, den geringsten Eindruck übte. Nachdem er eine nare Kriegslage ausgegeöen hatte, überließ er es den Füh- re™ ber Parteien, wie sie die ihnen zugefallenen Aufgaben erfüllten. G>ab es hier And da einen Wirrwarr, der in einem kriegsmäßig angelegten Manöver ebenso leicht Vorkommen kann wie im Kriege selbst, so enthielt er sich in wohlbedachter Absicht des entwirrenden Eingreifens; Führer unb Unterführer, denen im Kriege durch keinen markierten Feind oder Freund aus der Verlegenheit geholfen wird, hatten sich selbst zurechtzufinden. So wenig der Feldherr im Kriege, nachdem er über seine Truppen verfügt hat, den einzelnen Unterführern beispringen kann, so lvenig tat es chesmal die Manöverleitung. Dadurch bewirkte sie eine rm Vergleiche zu früher ganz bedeutend erhöhte Kriegsmäßigkeit, sowie eine dem Ernstfälle fast gleichkommende Leistung der Truppe. Das sind zwei Fortschritte von hohem Werte, die dem General von Moltke in der Armee a ' wünschen, daß der Chef d haben im 2. Vierteljahr 1906 in den Hauptbergbaubezirken Preußens eine Aufbesserung erfahren. Im oberschlcsischen I s ch e r Z u n g c" ist soeben gegründet worden.'' ErH besonders Revier hat eine Zunahme um 2774, im Saarrevier um 2120 111 “nb den höheren Schulen den Kampf gegen den AUoholis- im Aachener um 1447 Arbeite- stattgesunden, unb nur im L ^fÄT L fc%h?ÄaS*B'äÄi®‘<,S!S: mederschlesischen ist ein Rückgang um 1203 Arbeiter zn ver- vertretende Vorsitzende: Pros. Dr. Leo Burgerflein, 'ißam Prof zeichnen. Die Zahl der verfahrenen LlrbeitSschichten ist 'm Dr. Paul Goldscheider, Direktor des Kgl. Wilhelmsgyrnnasiunn niederschlesischen und im Saarrevier die gleiche aeblieben, im 1.™™ £“bn,ig Wagner, Oberlehrer und approbiettep abrrschl-stsch-n ha. sie sich MN 1 Psg im Dartmundcr Aachener Revier um 2 Pfg. erhöht. Der durchschnittliche Dr. Ponickau, Oberlel-rer in Leipzig. Die Anmeldungen zum Schichtlohn war, wenn man alle Arbeitskosten sowie die Ax.cin abstineiiter Philologen deutsä>er Zunge" sind an den ersten Knappschasts- und JnvaliditätsversicherungSbeiträge abzieht, »u räbten^ *iof* Hartmann, Leipzig, Fechnersrr. 2 am größten im Bezirk Aachen mit 4.95 Mk., dann fisge» . der Bezwk Dortmund mit 4.26, das Saarrevier mit 8.84, Au- Stcrdt UliO Land. baS oberschlcsische mit 3.16 und das niederschlesische mit Sprechstunden der Redaktion 11—1 Uhr vorm., Vr7—V28 Uhr abdS 3.00 Mk. Im Vergleich zum 2. Quartal 1905 hat sich der Gießen 19 Seot' 1 qoß L-chichtlohn erhöht im Aachener Revier um 30, im Dort- - Vom Manöver der Hessischen^ Division munder um 25, ,rn oberschlesischen um 11, im niederschlesischen Nachdem das am 10. September begonnene Brigade"' e.üfanene re^e "V Ä den Arbeiter manöoer sich bei Groß-Umstadt, Dieburg, Ober-Ramstadt Schick lobnes 'S?6 Stelgerung des und Umgegend abgespielt und am 14. September sein Ende Schlchtlohnes Überall wesentsich erhöht. Er betrug im Bezirk erreicht hatte, begann am Samstag das DivisionS. Dortmund 331 (un 2. Quartal 1905 304) Mk., un Aachener Manöver. Bemerkt sei, daß die 49. Jnfanterie-Bnaade scklesiscken 219 imh im fiRorfAforiiAn« 01 n /nne\ irr. 0 * ' , Gigern Gelände übte, während die fchlesischen 219 (212), und un oberichlesiichen 217 (206). 50. Infanterie-Brigade (117 u. 118) im nördlichen Teile des Die Stelgerung war also am bedeutendsten :m Aachener, am Kreises Erbach bet Reichelsheim/ König und Umqeaend G9 bin U hiP UMn rC ®eCo 9^ani4e ^'ne manövriert hatte. Am 15. September rückte die rote Patteh ,b n blef Stetnkohlenbergarbelter im 2. Quartal ver- die 49. Brigade, nach Süden, um die blaue Partei, bO.Bri. 1 iq n q?rrr' 6e ^1.4 Millionen Mk., gegen gade, bei Reichelsheim aufzusuchen, wo diese eine befestigte ■ 19,n0 m'lÜ;°reJ 1QQ?' ^^chahr 1905 und 113.2 Mill. Stellung eingenommen hatte. Der Hauptstützpunkt mar un 2 Viertchahr 1904 Gegenüber dem Vorfahr hat also Schloß Reichenberg, 500 Meter hoch gelegen, etwas südlich üTthnfunTen116 ^/V2'4 obec 10.4 d. üon Reichelsheim. Das Schloß war von den 117ern besetz? J " ?. % Braunkohlenbergbau ist d-e Beleg- die von einer Abteilung 61er Artillerie und 2 Kompagnien im 7A.rk Halle etwas zuruckgegangen, im lmksrhem. Pioniere unterstützt waren. Nach hartnäckigem Angriff der @Aör*trnhnCh IM^Um H-) oeitiegen. Der Regimenter 115,116 unb 168, derFeld-ArtillerieNr. 25 und der ^chichtlohii hat sich m ersterem Bezirk um 12, m letzterem 23. Dragoner wurde das Schloß nach dreimaligem Angriff ein- a^Pi^nPrhip6^9^ t m?0 )' 'OE'l der Gesamt- genommen. LerFeind wurde bis südlich von der NeunkircherHöhe arbeitisverdiensi um 14 und 20 Psg. geinegen isi. zurückgedrängt und verfolgt. Das Regiment 168 kam zur blauen , . Karlsruhe, 18. Sept. trafen. Die 115 er und 116 er kamen nach Groß-Bieberau, Hertte mtttag eiwpsmg der Gcotzherzog und die Groß- Hassenrod, Hering, Ober- und Niedernhausen, Lichtenberg n r Äronürmäen von Schweden eirie Ab - und Umgegend. Anwesend beim Gefecht waren Erzellenz aus dem General9/ D^ Frhr^ Böckliii ^oou Bäcklinsam^em beC ^^ßherzog, der sich Über die Hofmarschakt Frhr. v. Gemmingen-Guttenberg, dem Kammer- ?o^uglichen Marschlelstungen, namentlich der 168 er, sehr Herrn Frhr. Röder v. Diersburg, und sodann den Alt- lobend aussprach. Gellern (Montag) wurde das Gefecht fort- grafen Fürsten zu Salnr-Neifferschcibt, Krautheim und Dyck, 6^etzt, wiederum wurde um Reichelsheim gekämpft. Die den Fürsten von der Leyen, Prinz und Pirjnzessin Alfred zu Kämpfe zogen sich von Waldmichelbach nordwärts bis Löwenstem-Wertheim-Freudenberg, den Grafen und die Fränkifch-Krumbach, wo der Divisionsstab liegt. Teile der Gräfin v. Neipperg mit Tochter. Regimenter 115 und 116 bezogen gestern abend bei Reichels- -ver Grvß7)erzog stattete am Vormittag dem Herzog heim Vorpostenbiwack der roten Pattei, die 168 er hatten ^annaught emen Besuch ab und überreichte ihm den Vorpostenbiwack der blauen Partei bei Fränkisch-Krumbach. h°rz°N-n Ä b?S ’nf°'0C Zurückdrängens her des Königs von Großbrttamnen den Hosenbandorden l9’ ^cei^e ^^burg m die überreichte und die feierliche Jnvestttur vornahm. Gegend Lengfeld. Von Mittwoch ab werden die meisten Bei der Investitur hielt der Herzog an den Groß- Truppenteile nur noch Biwack beziehen. Die 168 er liegen Herzog eine Ansprache in englischer Sprache, am 18. und 19. September in Groß-Umstadt in Quartier, welche etwa folgenden Inhalt hatte: Die Divisionsmanöver schließen am Freitag. Samstag ist Eure königliche Hoheit! Im Auftrage des Königs, meines noch ein Gefecht gegen den markierten Feind. Nachmittags lieben Bruders, habe ich bas grone Vergnügen, Jhnei,.die In- werden die Truppen verladen 116 unb 168 m Dieburg, u überreichen. Seine Majestät hoffen, daß Eure fönigl I Hb m RemheiNi, die 115 er marschieren nach Darm- Hoh. diesen hohen Orden als ein Zeichen seiner Achtung und stadt. Das Wetter war seither für das Manöver äußerst Freundschaft anläßlich Ihrer goldenen Hochzeit amletznren werden, günstig. Ich fühle es, baß es eine hohe Auszeichnung für mich war, von •’ Eine Sitzung der Stadtverordneten-Ver- dem Könige mit einer so wichtigen Mission betraut toorben h a m m l u n g (die erste nach den Ferien) findet Donnerstag, 8U fein. 20. Sept, iiachm. 4 Uhr statt mit folgender Tagesordnimg für den ^ber Groß Herzog erwiderte: I östen klichen Teil der Sitzung: 1. Auslosung von Schuldverschreibungen. Eure tönigl. Hoheit wol:cn gütigst den Ausdruck meines innig- 2. Mitteilungen. 3. Bangesuch von T. Geüsus für die Hammstraße. ften aber ebenso ehrfurchtsvollen Dankes entgegen- 4. Baugesuch von A. Schevpelmann für die Roonslraße. ö. Baunehmen für die hohe Auszeichmmg, die S. M. Ihr König, der gesuch von F. Georg für ben Weg nach dem Friedhof am Rodberg. König von Großbritaimien und Irland in wohlwollendster unb 6. Baugefuch von Gebrüder Jmheuser für die Wagengasse. 7. Baugnädigster Absicht mir zu verleihen die Gnade hatte, gesuch von W. Valentin für die Hardt. 8. Baugefuch von E. Gans Diesen Orden erhalten zu dürfen, ist ganz ciltsprechend dem, was für den Asterweg. 9. Baugefuch von H. Henkel für die Walllor- Eure tönigl. Hoheit soeben über den Orden gesagt haben. Die e hr- straße. 10. Baligesuch von W.Kltz für die Alardnrgerstraße. 11. Ein- i. ho he und höchste Auszeichnung, die histo- friedigung des Grundstücks von Prof. Tr.Poppert an derWilhelm- rx-v—:. s.-a ■ =* *±—r--, 12. Lieferung von Zementröhren für die Kanalisation. 13. Gesilch der Duisburger Zcmenlwarenfabttk um Ersatz des Frachinrkundenstempels. 14. Beschafiung von Papierkäslen für die Aiilageii. 15. Benennung der Qiierslraße zwischen Liedigstraße und Riegelpiad. 16. Benennung der Straße bet den Wohnhäusern für Eifenbahnbeamte neben der Frantiurterstraße. 17. Beschaffung eines Badeoiens für die Stadlntädchenschnle. 18. Uebernahme von Aktien der Eisenbahn von Lich nach Grünberg. 19. Beschaffting tünsiltchen Düngers für die siädttscheti Wiesen und einer Slreumaschme. 20. Erlaß von Grasgeld ivegen Verlttstes der Erttle. 21. Genehmigung von Holzabgaben ans der Hand für die Rechnungsjahre 1905 unb ^Ä'.°°ial-Liechellansta!t. Wärterinnen }uin l.Cflob. d.J, gesucht, hf fein Re itiij, 5645] Marktstrabe 4, tagsüber gesucht in kl.HaM 96857| Nvousir. 28, pan i tW W in llrintii Haushall (jtoti fjwi) Nv. ÄÄO Zweites Mart 16«. Jahrgang Mittwoch 19. September 1906 Erscheint ikgüch mit Ausnahme des Sonntags. 2^5® d Die Eichener SarnfHenblatter4* werden dem ß K .Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der MW W M » M VI E fy B J fe L i Ü ^rsflsch« ermdwirt" erscheint monallich einmal. 8 B V V Ttirche und Schule. i , , — Ein „Verein abstinenter Philologen beut» Im oberschlcsischen scher Zunge" i^ ‘ - 1906. 22. Kosten der Feldbereinigung rechts der Lahn. 23. Gesuch des Dr. Zinßer um Erlaubnis zur Ausnahme Unfallverletzter in seinem Hause Goethestratze 4. 24. Gesuch des A. Reuter um Er- laubnis zum Schankmirtschaftsbckriebe im Hause Sonnenstrabe 13. 85 Desgl. des O. Sieck für Hammstrabe 14. 26. Desgl. des H. Pape für Grober Steinmeg 12. 27. Desgl. des H. Diergardt für Dammstrabe 39. 28. Desgl. des G. Trinkaus für Seltersweg 50. 29. Den Wirtschastsplan für die Gießener Stadtwaldungen für 1907. 30. Tie Verwertung des Stammholzes. • * Volksakademie 5 u Heppenheim a. d. B. Zu der sozialen BildungSgcmeinschaft, die am 23. September in Heppenheim a. d. B. Zusammentritt und 14 Tage dauern wird, haben sich wieder Männer und Frauen au§ den ver- schiedcnstrn Gesellschaftsklassen und Berufsständen angemeldet. Gelehrte, Lehrer und Arbeiter sind besonders vertreten, um Fragen der Weltanschauung und des Volksbildungswesens zu behandeln und in freien Diskussionen ausführlich zu besprechen, sowie durch praktische Volksbildungsveranstaltungen (Heimatführungen, Vorträge, Volksunterhaltungsabende, Museumsbesuche, Besuche von Lesehallen) die Methoden der außerschulmäßigen Bildungstätigkeit kennen zu lernen und in einer unseren heimatlichen Verhältnissen geeigneten Weise weiter ausbauen zu helfen. Von welchem Segen eine derartige Veranstaltung werden kann, das zeigen die Nachwirkungen der vorjährigen ersten Veranstaltung gleicher Art, durch die die gesamte Volksbildungsarbeit in unserem Heimatgebiet einen bedeutenden Aufschwung genommen hat. Für die diesjährige Veranstaltung können noch weitere Meldungen entgegengenommen werden. Die Kosten des Aufenthaltes für die einzelnen Teilnehmer werden aus der Schillcrspende bestritten. Urlaubsgesuche vermittelt die Geschäftsstelle des Nhein-Mainischen Verbandes für Volksvorlesungen und verwandte Bestrebungen in Frankfurt a. M., An der Schmidt- stube 7. • * Wie sich die Fleischnot unter der darbenden Bevölkerung des Vogelsberges geltend macht, das beweist folgende greuelige Meldung eines unserer Korrespondenten: Ein Taglöhner in Frischborn, der unter den hohen Fleischpreiscn leidet, versucht der Fleischnot dadurch abzuhclfen, daß er alte abgängige Hündinnen sich zu Braten bereitet. Neulich meinte er, als er einen fetten Kater vorbeilaufen sah: „Der wär mir noch lieber als der alte Rattenpinscher!" X Wieseck, 18. Sept. Mit Beginn des Wintcrhalb- jahrs soll im Oktober unser SchulhauZneubau ein» geweiht werden. Er enthält zwei Schulsäle und ist so eingerichtet, daß später weitere Säle angebaut werden können. - --- Klein-Linden, 18. Sept. Am Samstag abend beging der Kriegervcrein im Saale zur „Deutschen Eiche" sein 25jähriges Stiftungsfest. Der Schriftführer, Lehrer L Keil, hatte eine kurze Geschichte des Vereins verfaßt und las diese vor. Der Verein wurde gelegentlich des Geburtstags Großhcrzog Ludwig IV. am 12. September 1881 unter Leitung des Veteran Luh gegründet, und zwar waren es bei der Gründung 20 Kameraden. Heute ist die Mitgliederzahl auf en. 95 angewachsen. Der Verein hat seit seinem Bestehen in Bezug auf das Krankenuntcrstützungswesen viel Gutes gewirkt. Im Jahre 1886 trat er dem Hassia-Krieger- bund bei und 1887 feierte er sein Fahncnweihfeft. 1889 und 1892 waren Deputationen des Vereins in Darmstadt, 1889 gelegentlich des Empfangs Kaiser Wilhelms, der zum ersten Male nach Darmstadt kam, 1892 gelegentlich der Beisetzungsfeier Ludwig IV. Im Sommer nächsten JahreS beabsichtigt der Verein, ein größeres Fest zu begehen. X Rendel bei Vilbel, 18. Sept. Am vor. Donnerstag fand unter Vorsitz des Krcisrat Fey von Friedberg eine Gemeind eratssitzung statt, in der zwei für die weitere Entwickelung der Gemeinde sehr wichtige Beschlüsse gefaßt wurden. Es wurde die Wasserversorgung mit Hochdruckleitung beschlossen und zur Herstellung eines erhöhten Fußweges an der Kreisstraße Rendel-Klein- Karben der von der Gemeinde verlangte Beitrag bewilligt. Das Wasierversorgungsprojekt wurde in der Sitzung von dem Vertreter der Kulturinspektion Friedberg, Negierungsbauführer Heyl, eingehend erläutert. Zur Wasserversorgung wird die inmitten der Gemeinde liegende sehr starke Quelle verwendet. Das Wasier sott entweder unter Benutzung des tiefer geleiteten Ablaufs der Quette mit Peltonrad oder mit Benzinmotor in den Hochbehälter, der nödlich von der Kirche zu liegen kommt, en. 19 Meter hoch gepumpt werden. Die Anlagekosten betragen im ganzen 48 000 Mk. Die Anlagc- und Betriebskosten werden auf die Haushaltungen verteilt und im ersten Fall (Peltonrad) etwa 3 Pfg., im letzten Falle (Benzinmotor) nicht ganz 4 Pfg. für den Tag für eine Hallshaltung betragen, wobei gleichzeitig die Amortisation des Anlagekapitals mit inbegriffen ist. Diese Slimme ist gewiß gering, wenn man bedenkt, welche Zeit für Wassertragen und Fahren jetzt versäumt wird und waS die Brunnen kosten. Die Errichtung des erhöhten Fußsteiges, die namentlich auch im Interesse des starken Arbeiterverkehrs nach der Bahnstation liegt, wird der Kreis vornehmen. Die Kosten betragen 5000 Mk. Von den Kosten leistet die Gemeinde ein Dritteil. Von Klein-Karben bis Bahnstation Groß-Karben ist bereits im vorigen Jahre durch den Kreis, unter Anteilnahme der Gemeinden an den Kosten, ein erhöhter Fllßsteig errichtet worden. Homburg v. d. H., 18. Sept. Homburg ist in diesem Jahre fortgesetzt das Ziel hoher Gäste. Der deutsche Kaiser war mehrmals da, der König von England hat die Stadt im Auto durchfahren, und an Ministern ist in Homburg kein Mangel. Bereits im Juli weilte der Vorgänger des Ministerpräsidenten Stolypin, Fürst Durnoivo, in Homburg, und seit dem 23. August wohnt Graf Witte in Ritters „Park- hotel" mit seiner Gemahlin. Ec lebt durchaus zurückgezogen. Schon in aller Frühe begibt er sich mit seiner Gemahlin zum Elisabethenbrunnen, wo er eine Trinkkur gebraucht. Er macht einen abgespannten, müden Eindruck, während seine erheblich jüngere Gattin, die stets in Weiß geht und einen großen, zurückgeschlagenen Panamahut mit Schleier trägt, sich durch- aus wohl zu fühlen scheint. Ein Frankfurter Kriminalbeainter ist zu seinem Schutze hier stationiert, der ihm auf seinen Spaziergängen folgt und der ihn auch auf seinen Ausflügen nach Frankfurt begleitet. Der Minister fährt oft dahin, um den Spezialarzt Dr. Spieß zu konsultieren. In den heißen Tagen konnte man den Minister häufig auf dem Balkon speisen sehen. Nach Tisch saß er dann oft stundenlang im Schaukelstuhl und las Zeitungen. Wie zurückgezogen er lebt,’ beweist die Tatsache, daß in einem benachbarten Hotel Wochen hindurch zwei Großfürsten wohnten (einer, Großfürst Georg, wohnt jetzt noch da), die sich nicht um den Minister kümmerten. Aber auch er beachtete sie nicht. Vermischtes. * Zur Förderung der Ob st zücht hat der Eisenbahnminister die Eisenbahndirektionen veranlaßt, a'lle geeigneten ungenützten Trennstücte, die an Böschungen liegen, mit Obstbäumen 31t bepflanzen. Die Nutzung' der Anpflanzungen sann den mit der Pflege betrauten Eisenbahnbeamten für die ersten fünf Jahre unentgeltlich überlassen werden. * Ein Ritter Blaubart in Niederchöchstsadt. Eine Aufsehen erregende Untersuchung wiegen Frauenmordes ist gegen den Händler Hopf in Niederhöchstadt (Prov. Hessen- Nassau) eingeleitet. Die vierte Frau Hopfs, eine geborene Frankfurterin, liegt schwerlranl unter verdächtigen Erscheinungen darnieder.- Da auch die früheren Gattinnen des Händlers, die alle sehr hoch in der Lebensversicherung sich befanden, unter ähnlichen Erscheinungen verstorben sind, ordnete die Wiesbadener Staatsanwaltschaft die Ausgrabung der Leiche der letztverstorbcnen Frau Hopf an, um die Leichenteile auf Gift untersuchen zu lassen. * A u s dem R u h r k 0 h l e n g e b i e t. Bei einer 'in Meiderich in der Nacht vom 17. aus den 18. ds. entstandenen fürchterlichen Schlägerei wurden vier Personen schwer verletzt. In Styrum wurde ein polnischer Arbeiter erschlagen aufgcfundeu. Die Täter sind nicht ermittelt. In Gelsenkirchen war? im Streit ein Maurer feinen Arbeitskollegen von einem zwei Stock hohen Gerüst herab. Der Manu liegt hoffnungslos darnieder. * B e d e n k l i ch e Wu rst. In etwa 20 Städten Süddeutsch- lauds nnb der Reichslaude, sowie in Königsberg und Danzig werden jetzt bei über 60 Delikatessen- und Fleischwarenhändlern Erhebungen angestellt, ob sie von der Weißenseer Pferdewurst- Fabrik erhaltene Wurst als Pserdewurst oder als reelle, aus Schweine- und Rindfleisch hergestellte Ware bezogen haben. * Gefährliche Weintrauben. In Rosenhain in Oberbayern sind die elf- und zwölfjährigen Töchter des Bezirksamtmanns Bauer nach dem Genuß von Weintrauben gefährlich erkrankt. Wahrscheinlich war das Obst mit einer chemischen Lösung bespritzt und dann vor dem Genüsse nicht gewaschen worden. * Von einem „gemütlichen" Theaterdirek- tor erzählt eine Theaterzcitschrift. Dieser Bühnenherrscher, der in der heutigen aufgeregten Zeit und bei der damit, verbundenen Nervosität im Theaterbetriebe vorbildlich wirken könnte, hat natürlich vor vielen Jahren gelebt — es sind an die dreißig Jahre her —, und wehmutspoll mag manches Bühnenmitglied unserer Tage auf diese „Seele von Direktor" zurückblicken, dessen Art wie folgt geschildert wird: Unser Direktor stand dem Kunstinstitut zu Bingen vor, das gewissermaßen der Zentralplatz für die rheinischen Wanderfahrten der Truppe war. Offiziell nannte er sich „Direktor des Müsenhauscs zu Bingen am Rhein", und niemand neidete ihm diesen Titel, denn der Mann entwickelte Grundsätze so patriarchalisch edler Art, so naiv und ehrlich und von solch einfacher Größe, wie sie selbst damals kaum ein zweites Mal im Deutschen Reiche zu finden war. Er sagte z. B.: „Jede Rolle verlangt einen tüchtigen Schauspieler. Tie Bogenzahl macht's nit. Diener oder Edelmann, naturwahr müsse se alle sei. Drum kriegt jeder 40 Gulde, daß einer dem andern nichts vorwerfen kann." Und so hatten in der Tat sämtliche „Kräfte" das Durchschnittsgehalt von „40 Gulde". Da es damals in den Wirtshäusern am Rhein nicht teuer war, kamen sie ganz gut damit aus, und im übrigen meinte der Herr Direktor: „Schließlich zahlt für sie doch mal einer, der — sei Freud hat, zuzusehe, wie die Künstler nicht nur gut spiele, sondern auch gut esse und trinke könne. . ." So herrschte Eintracht und Frieden. Wurde aber einmal ein Schauspieler dennoch kontraktbrüchig, so schickte ihm dieser Direktor auch nicht den leisesten Steckbrief nach. „Mag er in Friede ziehe!" meinte er in Gemütsruhe und fügte philosophisch hinzu, sich darauf berufend, daß es eigentliche Kontrakte bei ihm nicht gebe: „Wer ehrlich ist, der wird schon bleibe. Unehrliche bindst du mit Stricke nit fest genug. Wer sei Wort nit halte will, der hält auch Kontrakte nit." Und unser Theaterdirektor fuhr nicht übel bei solchen Grundsätzen. Man blieb jahrelang bei ihm im „freien Engagement" und mochte sich gar nicht trennen von solchem Biedermann. * Ter neueste Eisenbahnunfall. In der verflossenen Nacht überfuhr ein Güterzug das „Halt" zeigende Einfahrtsignal vor dem Bahnhofe Neuwied, rutschte durch und stürzte mit der Lokomotive und mehreren Wagen in eine Grube der im Bau begriffenen Straßenunterführung. Der Zugführer wurde leicht verletzt. Das übrige Personal war rechtzeitig abgesprungen. Ter Sachschaden ist bedeutend. * Anzeig e. Brillen, durch die die ganze Welt rosenrot erscheint, sind 51t haben bei Bülow n. C 0 m p., Optiker. ♦ Der ganze Bierkrieg Ist mir Wurst, Wenn für den Durst Ich nur mein Bier krieg! * O Dernburg, 0 Dernburg, Nun beiß' den bittern Kern durch! Du stiegest in die Dornburg; Mit Stiefeln reit' und Svorn durch Durch Disteln nun und Dorn durch! (Aus'dem „Kladderadatsch.") * Kleine Tage schronik. Der Ziegeleibesitzer Stadelmann in Glauchau ist'mit Hinterlassung von 50000 Mark Wechselschulden flüchtig geworden. Der Konkurs, ist angemeldet.— Dem Petit Parlsien zufolge beschäftigt sich die Ge-richtsbehörde zu Paris mit einem neuen großen I uwelen-Dieb stahl. Die Anklage richtet sich gegen einen Grafen und einen Finanzmann. Es soll sich um ein Brillanthalsbänd im Werte von 200 000 Fr. und einen Ring im Werte von 20 000 Fr. handeln. Der Graf befindet sich jetzt in Brüssel. — Wie erst jetzt bekannt wird, wurde am Samstag auf den zwischen Mailand und Venedig verkehrenden Schnellzug zwischen den Stationen Vreszia und Osvedaletto ein Attentat verübt, indem mehrere Balken auf die Schienen gelegt wurden. Der Lokomotivführer bemerkte aber rechtzeitig die Gefahr. und konnte den Zug zum Stehen bringen. — Aus Newyork wird depeschiert, daß der P a - cific-Darnpfer „Mongolia" am Midway Riff nordwestlich von den Hawaii-Inseln gestrandet ist. Kapitän Porter telegraphiert, daß sein Schiff in gefährlicher Lage auf dem Felsen sitze. Die 200 Salon-Passagiere und 500 Asiaten wurden an Land geschafft, doch fehlt es auf der Midway-Jnsel an allem. Notwendigen für die Geretteten. Die Mongolia ging am 10. ds. aus Yokohama nach San Francisco ab und wurde durch ein außerordentliches durch das Erdbeben in Valparaiso veranlaßtes Flutwelle-Phänomen 30 Seemeilen weit aus ihrem 'Kurse gedrängt. — In Budapest ers choß sich Polizei ra-BelaBe re z i, der seinerzeit die Untersuchung in der ZeysigaNyelegenbeit führte, in seinem Amtszimmer. Er war in der letzten Zeit kränklich. — Ein heftiger Waldbrand kam im Bois de Ealles(Süd-Frankr.) zum Ausbruch und sprang auf weitere Wälder über. Der Wald- brästd' vernichtete etwa 20 00’0 'Hektar Wald Und scheint sich noch auszubreiten. In Bagnols kamen zwei Frauen in den Flammen um. — Aus Murat (Frankr.) wird gemeldet, daß eine Feuersbrunst einen Teil des Dorfes Fraissebas zerstörte, wobei drei Menschen verbrannten. — In Rotterdam ist bet Notar und Direktor der Südholländischen Hypothekenbank Bland- vandenberg unter dem Verdacht, 700 000 Gulden veruntreut zu haben, verhaftet worden. Die Aktien der Hypothekenbank notierten an der gestrigen Börse um 100 Prozent niedriger. — Ein Telegramm aus Hongkong über Unfälle deut- scherDampfer während eines Taifuns in chinesischen Gewässern meldet: Dampfer Johann les?), um das Sinken zu verhindern, auf den Sand gesetzt, Dampfer Apenrade, der sich in sinkendem Zustande befand, gab Signale und lief auf; Prinz Waldemar erlitt Beschädigungen, über deren Umfang nichts bekannt. Dampfer Petrarch gestrandet; ebenso Dampfer Emma Luyken. Gießener Strafkammer. )( Gießen, 18. Sept. Das Schöffengericht Büdingen hatte den Landwirt A. B. .von Kofenrod wegen tätlicher Beleidigung des Gemeindeeinnehmers zu 5 Mark Geldstrafe verurteilt. Gelegentlich bet Entrichtung von Gemeinbeabgaben war er mit bem Einnehmet in Disput geraten, da ihm seiner Ansicht nach Gelb abverlangt worden war, bas er nicht zu zahlen hatte. Hierbei schob ihn der Rechner unsanft zur Türe hinaus und drohte ihn mit erhobenem Jagdstuhl, bei welcher Gelegenbeit er diesem einen Stoß in das Gesicht versetzte. Der Angeklagte verfolgte Berufung und bestritt, absichtlich geschlagen zu haben; er hielt es aber nicht für ausgeschlossen, daß er bei dem Hinausbefördern unbeabsichtigt dem Rechner ins Gesicht gekommen sein kann. Die Sttaskammer gab seiner Berufung statt und erkannte auf Freisprechung, da der Vorfall nicht völlig aufzuklären war, zumal der Beleidigte selbst angab, er habe nicht gewußt was er tat. Im Jahre 1904 erhielt 'die Staatsanwaltschaft durch eine anonyme Anzeige Kenntnis, daß der Unternehmer A. R. hier sich Wechselfälschungen habe zu schulden kommen lassen. Bei seiner Vernehmung gestand er zu, den Namen eines hiesigen Bäckers auf einen Wechsel gesetzt zu haben. Während der Untersuchung flüchtete der Angeklagte nach der Schweiz, wo er bis zu seiner Verhaftung Ende Juli dieses Jahres unter falschem Namen als Tiefbauaufseher tätig war. Es stellte sich bald heraus, daß er außer dem einen, noch zwanzig weitere Wechsel in Gesamthöhe von annähernd 4000 Mark gefälscht hatte, wodurch drei hiesige Bankiers erhebliche Verluste erlitten. Nach seinen Angaben ist er durch verfehlte Spekulationen bei Unternehmungen und durch den Verlust mehrerer wertvoller Pferde in finanzielle Schwierigkeiten geraten, während andererseits behauptet wurde, daß seine Spottliebhabereien und andere Leidenschaften Ruin herbeigeführt haben. Er war in vollem Umfang geständig, ja er gestand sogar noch mehr zu, als ihm die Anklage zur Last legte. Das Gericht billigte ihm mildernde Umstände zu, indem es eine gewisse Notlage, wenn auch selbstverschuldet, als vorliegend erachtete und erkannte auf eine Gefängnisstrafe von einem Jahr und sechs Monaten, worauf mit Rücksicht auf das Geständnis ein Monat Untersuchungshaft in Anrechnung zu kommen hat. Die Niedrigkeit der Gesinnung rechtfertigte die Aberkennung der bürgerlichen Ehrenrechte auf 3 Jahre. Auf Privatklage des Kaufmanns K. Z. von Vilbel wurde die PH. B. dorten wegen Beleidigung zu 150 Mark Geldstrafe verurteilt und dem Beleidigten die Publikationsbefugnis zuerkannt. Die Angeklagte hatte dem Kläger, der früher in ihrem Geschäfte tätig gewesen war, den Vorwufl des Diebstahls gemacht. Sie hat sogar wiederhölt und öffentlich ausgesprochen, der Kläger habe fein Geschäft von dem ihren Familienangehörigen gestohlenen Geld gegründet. Sie erhob Berufung und bestritt die Aeußerungen getan zu haben, hielt aber zu gleicher Zeit die Beschuldigung aufrecht. Da die Angeklagte zu Ende der Verhandlung in anscheinend epileptische Krampfe verfiel, hielt es das Gericht für angezeigt, den behandelnden Arzt über ihre geistige Beschaffenheit zu vernehmen, weshalb Vertagung eintrat. Gerichtssaal. „Dida", die Entstehung eines Weibes aus dem Nichts. Dieser Artistentrick, dessen Vorführung in dem Passage- Theater in Berlin seinerzeit Sensation erregte,' hat zu einem Strafprozeß geführt, der vor der 1. Strafkammer des Landgerichts I dort zur Verhandlung kam. Wegen Vergehens gegen das Patentgesetz und gegen das Markenschutzgesetz war der Artist Albin Fischer angeklagt. — Der Angeschuldigte trat im November vorigen Jahres in dem Passage-Theater mit einem modernen Zauberkunststück auf. Es handelte sich um eine sog. Illusion, bei welcher auf rätselhafte Weise in einem mit Wasser gefüllten Glasbehälter plötzlich eine Dame erschien. „Dida, die Entstehung eines Weibes aus dem Nichts" war diese Illusion von dem Erfinder des hierzu erforderlichen komplizierten Apparates benannt worden. Dieser Mechanismus ist patentiert und auch gleichzeitig das Wort „Dida" geschützt wroben. Der Patentinhaber war ein Herr Albert Rosenfeld. Nach Ablauf seines Engagementsvertrages benutzte der Angeklagte bie bei seinem Auftreten int Passagethieater erlangte Kenntnis von bem Mechanismus jenes Apparates und ließ sich einen gleichen anfertigen. Mit diesem nachgebildeten Apparat unternahm Fischer eine Reffe durch Deutschland. Er trat unter bem Namen „Pecheur" auf und erfand für seine Kopie den ähnlich klingenden Namen „Si — da". Dieser nach zwei Richtungen hin raffinierte Artistentrick hatte einen sehr guten Erfolg, denn F. trat nur noch füt eine Gage von 3000 Mark und 200 Mark Reisespesen pro Gastspiel auf. Durch den Patentinhaber der echten „Dida" wurde iedoch nach kurzer Zeit des Bestehens der „Si — da"-Kopie das jetzige Strafverfahren in bie Wege geleitet. — Vor Gericht bestritt Fischer, sich ber strafbaren Nachbildung schuldig gemacht zu haben. Da er die Behauptung aufstettte. er habe, bevor die „Dida"- Jllusion patentiert worben war, schon zu verschiedenen Personen die Idee einer berartigen Vorführung geäußert, so daß er selbst der spiritils rector der ganzen Erfindung sei, kam der Gerichtshof zu einer Vertagung der Sache. Zu der neuen Verhandlung werden bie von F. angegebenen Zeugen und ein artistischer Sachverständiger geladen werden. Landwirtschaft. — U e b e r den Tabakbau und die Tabakernte int Jahre 1905 enthielt das letzte „Vierteljahrsheft zur Statistik des Deutschen Reichs" die enbgiütigcn Zahlen, wonach ber Ertrag ber Ernte der Menge nach weseullich geringer, bem Werte nach etwas größer war als im voraufgegangenen Jahre. Der Flächeninhalt ber mit Tabak bepflanzten Grundstücke betrug nur 14 111 Hektar gegen 15 883 im Jahre 1904, 16 552 im Jahre 1903 unb 17 325 im Jahre 1902. In brei Jahren ist also bie Tabakflache um 3200 Hektar zurückgegangen. Der Flächeninhalt be§ Jahres 1905 ist ber niedrigste, der jemals festgestellt ist. An dem Rückgänge des letzten Jahres ist allein Baden mit 522 und Preußen mit 706 Hettar, darunter Brandenburg mit 329, beteiligt. Zugenommen hat der Tabakbau nur in Schlesien unb Hessen. Die Menge bes geernteten Tabaks in dachreifem, trockenen Zustande betrug 318 770 Dz. gegen 343 797 i. I. 1904, 330 718 i. I. 1903 und 376 975 i. I. 1902. Im Jahre 1899 unb vorher in ben Jahren 1892 und 1888 war die Ernte noch geringer als im Berichtsjahre. Auf den Hektar entfällt ein Durchschnittsertrag von 22,6 Dz. gegen 21,7 i. I. 1904, 20,0 i. I. 1903 und 21,8 i. I. 1902, so daß der Ertrag verhältnismäßig größer war, als in den brei Vorjahren. Der mittlere Preis von 1 Dz. Tabcck betrug 86,32 Mk. gegen 77,51 i. I. 1904 und 82,55 i. I. 1903, ist also um 8,88 Mk. oder 11,5 v. H. gestiegen. Damit hat sich der Gesamtwert der Tabakernte auf 27,54 Millionen Mark erhöht gegen 26,65 Millionen Mark i. I. 1904. fc. Frankfurt a. M., 18. Sept. eit- 11 nb S tr 0 b- ma rkt. Man notierte: Heu Mk. 2.90 bis 3.30. Stroh Mk. 2.50 bis Mk. 2.80. Lilles per 50 Kilo. Tendenz: Geschäft flott. Telefon 120 Bankgebäude: Johannesstras.se 1. iDiniimiiiin L ö ieblschönste Wäschei 2 a Liebigshöhe ZanlscnS Juli und gelbe täglich frischen [5164 Herr empfiehlt [5587 a < < Ausstcllitngöraum Settersweg 83. 4853 Telephon Telephon 275 ^anz aussergewöhnlich billig. Günstige Gelegenheit für Brautleute! 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Wir machen darauf aufmerksam, daß dies im Interesse des Verkehrs nicht geduldet werden kann und für die Folge unnachsichtlich Bestrafung der betreffenden Hausbesitzer eintreten wird. Nur in ganz dringenden Fällen werden wir die Erlaubnis zur Beimhung der Straßen erteilen. Diesbezügliche Anträge find bei dem städtischen Tiefbartamt vorzubringen. Gießen, den 16. September 1906. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Curschmann. B18/9 VW;®; Wegen vorgerückter Saison verkaufe von heute ab meine Kinder ■. Sportwagen mit 1O% Rabatt Ständiges Lager von zirka 200—300 Stück Kinder-Sportwagen August Kilbinger ®*6 Ooibet {|t feilt wegen richtet berget, Schonui den so? M k nicht b über bi suchuni Zeugni nicht, a wolle, Bekann sine I alt.'i wenn in ihr haben. fassung neten klar, bi man e Staats ein [per Reichst Amt 1 deutsch! stand, i geordnk aus Nu einer C kannt n ßn tigen No raten lja. Haiti ßi tijne bie finb eben . 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Gew.-; Nr. 1026 1022 10*5 1008 1092 957 »948 912 935 923 Krawatten Hemden Serviteurs Kragen Taschentücher 1,25 3,25 5,75 7,75 9,05 10,55 12,65 14,35 19,20 6« 5" 504 457 451 4« *440 431 427 416 -A. Waag Seltersweg 60. 76 16 23 72 52 29 84 48 39 67 32 31 83 70 20 12 41 18 19 87 645 6" 634 627 021 6*6 »6*0 604 557 54t) Bahnhofstraße 58. Eigene Geschäfte: Aschaffenburg, Landingstraße 9. Zugi 2.-4. Kl. per Psd. 27 Pfennig - Gebrüder Berdux 26 81 96 80 15 24 3 61 94 10 46 7 85 60 82 34 86 77 97 35 Feine Herreu-Hakeuschuhe .... Feine Herrcn-Boxkalf-Halcuschuhe . Feine Herreu-Boxkalf-SchuaUeustiefel Feine Hcrreu-Boxkalf-Zugfchuhc. . Wichsleder von 6,— Mk. an. steigert werden. Zusammenkunft bei der Kirche. Annerod, den 19. September 1906. Großh. Bürgermeisterei Annerod: Horn. Gest- Anmeldungen werden Wetzsteiugafse 31 entgegengenommen. Obstversteigerung. Montag, den 24. d. Mts. von morgens 91/, Uhr an soll das der Gemeinde Annerod zustehende Obst, bestehend in Aepfeln, Birnen und Zmetschen an Ort und Stelle ver- am 15., 16. und 17. September 1906, auf der Jurrg'fchen Terrasse zu Lich. Obst- verfteigerung in der Gemarkung Arnsburg an der Kreisstraße Arnsburg—Hof Gill, Arnsburg—Lich am Freitag, den 21. September, vormittags 10 Uhr anfangend „bei Arnsburg. 06858 Muschenheim, d. 18. Sept. 1906. Elser, Beigeordneter. 622 6U4 0U» » 6.14 » 018 622 • 626 632 » 036 0~ Offeriere: Damen-Boxkalf-Kuopf- und Schnürstiefel von 5,80, 6,50, 7,50,8,50, 9,—, Damen-Chcvreaux-Kuopf- u. Schnürstiefel „ 5,80, 6,50,7,50, 8,50, 9,—, Dameu-WichS-, Äuopf» und Schllürstiefel ......von 5,—, Damen-Wichs-, Schnür-, Halb- und Ztnopf-Schuhe ... , 3,— 2,50 * bedeutet: Zug hält nur nach Bedarf. Die links von den Stationsnamen stehenden Zeitangaben sind von oben nach unten, die rechts stehenden von unten nach oben zu lesen. Die Nachtzeiten von 622 Uhr abends bis 5&2 morgens sind durch Unterstreichen der Minutenzahlen bezeichnet. Butzbach, im September 1906.Der Vorstand. Hochachtungsvoll iCas^S Tanzlehrer, Mitglied des Bundes deutscher Tanzlehrer. Vrivat-Uuterricht zu jeder Tageszeit- Freitag, den 21. September 1906, nachmittags 21/, Uhr beginnend wird das Obst auf dem Stamm von den Bäumen am Krofdorfer-Weg, am Neuenwegertor, Wiesecker-Weg, im Lärchenwäldchen, aus dem Lutherberg, am Steinbacher-Weg und Anneröder- Weg öffentlich meistbietend versteigert. Zusammenkunft ist an dem Schlachthof. Gießen, den 18. September 1906. Großher-ogliche Bürgermeisterei Gießen. Mecum. Zug 10 2.-4. Kl. Ziehungs-Liste der Verlosung gelegentlich der I. Allgemeinen Geflügel-, Bogel- n. Kaninchen-Ausstellm-g Zug» 2.-4. Kl. 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