Erstes Blatt Dienstag 17-3tywll906 2431 Schul strafte 7. Redaktion esja 112 Verlag u.Exped.^Nöl Adresse für Depeschen: Anzeiger vticfteu. 156, Jahrgang Tas allenthalben vom Gluck begünstigte schlaue Albion hat aus dein Balkan einen kleinen Erfolg gehabt. Serbien hat den wiederholten Protesten Englands Folge gegeben und zunächst den rangältcsten General der serbischen Armee, Jovan Atanaz- kowilsch, der den Plan decllebernnnpelung des königlichen Konaks 1903 ausarbeitete, m den Ruhestand versetzt. In Ungarn ist eine neue Aera angebrochen. Dicht vür der Beendigung des verfassungsmäßigen Ternnns zur AuSjchreibung der Neuwahlen kam es zur Bildung des lange geforderten Kvaluious- kabinetts unter dein Präsidiuin von Wekerle. Feldmarschalleutnant Ludwig v. Jekelsalufsy ivurde zu>n Houvedminlster ernannt. Der frühere Präsident der kathol. Bolkspartci, Graf Johann Zichy, der in der Zeit der Obstruktion das Parteipräsidium nicderlegle, ist der Verfassungspartei beigelrelen. In Rußland sind die seitherige,: Wahlen in der großen Mehrheit oppositionell ausgesallen. In Warschau wurde»! -wei Arbeiter hingerichlet, die versucht halten, in das Ralhaus einzubrechen. Die katholische Bevölkerung von Lubiecc, Lescnon und Pleivnics des Gouvernements Warschau weigerte sich, einer neuen katholischen Sekte sich anzuschlietzen. Sie wurde deshalb von den Sektierer angegriffen. Bei dem Zusammenstoß wurden zwei Personen getötet, zwei lötlich und zwölf mehr oder minder schwer verletzt. Die neue Sekte zählt 150 000 Mitglieder. Ter Rücktritt Castros bedeutet hoffentlich die Lösung aller zwischen Venezuela und den übrigen Atächten bestehenden Differenzen. Tie gesamte amerikanische Presse teilt diese Auffassung und druckt die An,icht aus, der zeüwerse Rücktritt Castros »verde wahrscheinlich ein dauernder werden. Dagegen tritt auch die An- icht auf, daß der schlaue Fuchs sich nur für eine kurze Zeit vor der Verantwortung einer neuesten Ungezogenheit drücke. Osburg ■gleite Kämpft irr AeutschafnKa Südwestafrika. o. Estorfs ging am 2. April mit den Abteilungen Däubler und Heuck in der Richtung Gamsibkluft vor. Durch diesen Lornnarsch wurden die dort befindlichen Hotten- totton gezwungen auf britisches Gebiet überzu- troten. Eine starke Hottentottcnwerft mit 40 Männern und 300 Weibern und Kindern wurde von der Kappolizei von Aris nach der Gegend von Rietfontein S. O. abtransportiert. Anscheinend hierdurch veranlaßt kehrte Morenga, der aus brit. Gebiet in der Höhe von Ariam gemeldet war, mit etwa 70 Gewehren auf deutsches Gebiet zurück. Am 3. April überschritt er Nababis-Ukamas und schlug die Richtung aus Heirachabis unb Amas ein. Hierbei wurde ein Teil seiner Bande durch die von Nababjs im Anmarsch befindliche Funkenstation Milozewski angegriffen und nach kurzem Feuergefecht nach Norden zucückgewocfen. Uebec Ukamas und Heirachabis folgte die Abteilung Hornhardt, deren Führung Atajor Siebert übernommen hatte, während sich die Abteilung Heuck in Hudab zusammenzog unter Besetzung von Lapuots, Dawigmab und Oas. Inzwischen hatte Morenga die Richtung auf Amas verlassen und war über Wehlers- Damm auf Fettkluft abgebogen. Dort stieß am 8. April ein Zug der ersten Kompagnie des zweiten Feldregiments meiner tief eingeschnittenen Felsschlucht auf starke feind Zur ReichsLagsnasiwakl i« Aarmstadt - Kroßgerau. Von nationalfozialer Seite wird uns aus Darmstadt geschrieben: 2ie Osterfeiertage brachten einen kleinen Waffenstillstand in der Wahlbewegung. Umso nachhaltiger wird nun ui den vis zum Wahltcrmin noch verbleibenden acht Tagen der Kampf entbrennen. Leider hat er schon jetzt eine Schurs- angenommen, die nicht mehr gut zu übertrumpfen sein dürste. So kann man sich nach Lage der Dinge lediglich auf den Wunsch beschränken, daß die persönlich,en Gehässigkeiten »n Holstein ^Bahnstation) Seefahrten, Seehunds, und Entenjagden Wattenlaufen. Prospekte gratis durch Bsd’-kommlssion. Auffallend war auch das deutschfreundliche Verhalten des Präsidenten Roosevelt. Er zeigte durch eine augenfällige Demonstration, auf welcher Seite er steht. Nachdem der Präsident einer Deputation gegenüber die festen Bande der J-reundschaft zwischen Deutschland und Amerika hervorgehoben hatte, sprach er ausdrücklich Deutschland seinen Glückwunsch zu den Errungeu- schrstten in Algeciras aus und hob hervor, daß Deutstlüand zuerst für die Gleichberechtigung aller in Maroiio eingetreten sei Von besonderer Bedeutung ist aber sein ausgesprockrener Wunsch auf ein dauerndes' Einvernehmen zwischen Deutschland und Frankreich. Bemerkenswert ist auch, daß seine Worte bei einem sonst so deutschfeindlichen Matte Ivie die „Times" ein Echo gefunden haben, indem das Blatt sich dem Rocseveltscken Wunsche ansch'lost und meinte, daß Deutschlands friedliche Haltung gegen Schluß der Konferenz von Mgecttas eine Besserung der B-zieh- ungen Deutschlands sowohl zu Frankreich, toie auch zu England aichal)nen werde. Auch der französische Minister Bourgeois hat kurz vor dem t>eft_ sw) in der französischen Kammer über .die polttisttie Lage geaustcrt und wenn er auch erklärliche Weise A PLi'ckichir vermieden hat, die Beziehungen Deutschlands und Äranrretchs zu erwähnen, so war doch die Tendenz seiner Rede Durchaus' incölicfb tndem er sich mehrfach dem von Bülow in leiner letzten RewMagsrede dargelcgten Standpunkte anschloß. ~l- D e u 11 cy e Rerci) s - und die p r e u ß i s ch e Staats- ao u l e i h c wurden in der Karwoche auf den Aiarkt aebrachl ivo- Idei ein nicht besonders zuirkedenstellendes Ergebnis gezeitigt wurde »Ls lst mdes charaktertsttsch für die deutschen' Fonds, daß ihre B<> ^uiiatbeikn. ells auf Donta.>jalh,f 1 und Lieferungen ivctr^ slerialerlaß vom 16.^; jefchrieben. Die BaM ation GriedeßRMbel) mt. rerarbeit. ihm BruchstmWumtl' ieQennauempiJiöcliin ncflteinmaufmU'xW bm,403qmi)oud)i5i)'.. rbeit le ju Zreppcn, Fenste? m. txtevu >t hvMtzdeäe, 427 qe Ist, cm starkem • m stark, 14 qm iV ■ Monierkonstruklioii, 34 p te, 66 lfdm. fitippenf^ilt n pp. «beit. holz zu liefern, 4'^/- tms, 33 Stufen bffb« tertreppe, 875 Ifötn.'-'■ ensußboden n. s. & und zu Her bohren und ferne HoWl'"??. oTkgb&*^b“ ä**-**1 lerhung ohne Sensation und in ruhiger Selbstverständlichkeit vor sich geht. Die am 26. April in Paris zur Emission gelangende russische Ai i l l i a r d e n a n l e i h e , die eine beunruhigende Stimmung verbreitet, wirkt ihre Schatten voraus. Tte Anleihe beträgt 2250 Äiillionen, ift 5 prozentig, und wird in Paris Zu einem Emissionskurse von 88 für im voraus voll einbezahlte und 88.60 für bis Ende Februar ratenweise bezahlte Ziffern ausgegeben. Auf Frankreich, mit Einschluß der Garantien von Brüssel und Gent, entfallen 1200 Millionen, aus London 830 Millionen, auf Amsterdam 55 Millionen, auf Wien 165 Millionen, aui Peters- b'.:rg 500 Millionen. Es liegt nahe, anzunehmen, daß die russische Geldverlegenheit von den g e l d l e i h e n d e n Ai ä ch t e n zur Erreichung von politischen Sonderzwecken verwendet werden wird. Nachrichten aus Oesierreich-Ungarn bestätigen diese Vermutung, indem die Blätter offen von einer Einflußnahme des Auswärtigen Amtes aus die Wiener Bankkreise sprechen. Daß England durch btc finanzielle Unterstützung Rußlands auf eine Nachgibigkeit des Zarenreiches in tvidjligen Fragen der Cricnt- polilik hofft, ist ohne Ziveisel. Sensationell ist die französische Zeitungsmeldnng, daß König Eduard beabsichtigen soll, nach Zusameitlritt der Tlimn, etwa im Juni, dem Zaren eir.cn Be - s u ch abzustatlen ! Das alles sind Aieldungen, die die I s o l i c r u n g Deutschlands immer deutlicher veranschaulichen und unsere Diplomatie recht bedenklich stimmen müssen. Welche Verwendung Rußland den neuen Milliarden zugedacht hat, darüber verlautet nichts bestimmtes. Es gewinnt die Meldung an Wahrscheinlichkeit, daß Rußland trotz aller Mißerfolge im ostasiatischcn Kriege nicht gesonnen sei, die M a n d s ch u r e i auszugeben und unbeirrt nach der Vorherrschaft in O st a s i c n ft r e b c, zumal berichtet wird, daß cs in großer Zahl im chmesifch-maud-- schurijchen Grenzgebiet Kasernen anlege und nicht Saran denke, seine Truppen zurückzuziehen. Welche Wendung die Dmge in Cft- asicn nehmen melden, ist daher nicht vorauszusagen. Gewiß ist mir, daß Deutschland vorläufig mit der Zurückziehung der ost- asiatischen Brigade begonnen hat, und daß Japan nicht an eine Preisgabe seiner Stellung in Peking denkt. 'Aus London kam folgende, jedenfalls stark anzuweifelnde Meldung: Der Befehlshaber der britischen Truppen, General BentriS, und der älteste Ingenieur, Blair, begaben sich nach Weihaiwei, angeblich um das dortige Chniesenregiment anizulösen, in Wirklichkeit aber, wie angenommen werden darf, um den Hafen an China zurückzugeben. In neue, allerdings wesentlich geringere Sorgen wurde auch Frankreich, das sich dec neu erwachten Sympathie einer stattlichen Anzahl von einflußreichen Regierungen offiziell rühmt, durch den in fast allen Großstädten ausgebrochenen Briefträger- u n d P o st - U n t e r b e a m t e n st r e i k gestürzt, der nach dem Ausbruch des B e r g a r b e i t e r st r e i k s in Lens bereits die zweite große Kalamität ist, in welche die neue Regierung im Lande versetzt wird. Die 'Streikenden klagen auch über Günstlingswirtschaft im Parlamente. Im Senat führte Mfnister Barthou wieder- hott aus: Dcr2luSstand sei ebenso ungerechtfertigt wie ungesetzlich. Er hat mit einem Gewaltstreich begonnen und sich dann zu einer förmlichen 9ieöolte entwickelt. Tie Regierung könne keine der gestellten Forderungen bewilligen, da diese sich als Drohungen und einen Versuch, die Billigung zu erzwingen, darstellen. Die Beamten hätten keinerlei Berechtigung zu diesem Ausstande. 300 Ausständige seien bereits cnllassen worden. Diese Maßregeln werden endgilrig in Kraft erhalten werden. — Die Delegierten'der streikenden Bergarbeiter führten Beschwerde, daß man an dem aus die Katastrophe folgenden Tage sie nicht zugezogen und nicht die den Schacht Nr. 3 absperrenden Holzverlleidungen niedergerissen hat, was die Grube schädigen fonnte, Tie Grubengefellschast in Courrieres habe sich die ernsteste Verantwortung aufgeladen dadurch, daß sie Schacht 3 versperren ließ und daß sie ferner vorzeitig d i e Re ttungS arbeit en ausgab und die Lüftung unterließ. Die Furcht, das Leben'der Rettungsmannschaften auf das Spiel zu setzen, sei keine genügende Entschuldigung nut Rücksicht auf die Vollkommenheit der Rettimgsapparate. — Die Zahl der ausständigen Bergleute beträgt jetzt 46 OüO Mann. Tie Attentate gegen die ArbeilSsreiheit mehren sich. In den letzten Nächten wurden mehrere Dynamitattentale vor Wohnungen von Nichtstreikenden verübt. Die Lausleute der durch den Bergarbeiter- Ausstand betroffenen Ortschaften haben eine Petition unterzeichnet, worin sie die Regierung ersuchen, sie für dieses Jahr der Steuern zu entheben. in Giessen Ctl iiM £; *** ""-ÄrSL > toua®'e9e,umti> * J Donnerstag, ,e "1,b ^6|ub“l‘n®t1SH0n|0| inho^1 Ahnden um lQbÄM die Tu», Rechtsa2 jl bei96U8e"9enominn’- 1 61 uom 20. bi; Gieße». tl * HISS' und getoalttatigen Ausschreitungen eine Fortsetzung nicht finden möchten. Aus dem Gedanken heraus, daß der Streit um das Mandat doch am letzten Ende nur entspringt der Liebe zum Vaterland! Tie Sozialdemokraten, welche bekanntlich das Mandat zu verteidigen haben, führen ihre Agitation nachj einem ganz bestimmten Feldzugsplan. Ihre Wahlzeitung' ivurde nun bereits zum drittenmale an einem bestimmten Tage in über vierzig lausend Exemplaren in den Wahlkreis geworfen. Ein Beweis dafür, wie gut die Organisation der Partei'funktioniert, und vor allem, wie viel an Opferfreudigkeit und selbstloser Hingabe ihrer Mitglieder sie voraus hat gegenüber anderen Parteien. Zwei weitere Blätter sollen noch erscheinen. An den letzten Sonntagen hielt die Sozialdemokratie an allen Ecken und Enden des Wahlkreises Versammlungen ab; vereinzelt auch an den vorhergehenden Samstagen oder den nachfolgenden Mon^ tagen. Ein ganzes Heer von Rednern,, darunter freilich auch solche siebenter Größe, war aufgeboten. Von namhaftert Führern sprachen bis jetzt die Adgg. Molkenbuhr, Hilde-, brand, Stückten, Ledebour, Dr. David und Ulrich. Nur vom Kandidaten hört man wenig oder gar nichts. der Orpheunv-Bersammlung in Darmstadt, in der Ledebour, seinen Zorn über die vermeintliche Verkommenheit unserer Gesellschaft ausgoß, trieb Berthold die Bescheidenheit soweit, überhaupt auf eine Ansprache zu verzichten. AlsI Primadonnen sollen, wie verlautet, noch Bebel und Singer auftreten. Hier und da suchen zwar Soziale demorraten weismachen, daß sie au eine Wiederholung des 10. Juni 1903 glauben, wo sie bekarmtlich das Mandat imi ersten Wahlgang behauptet hatten, aber, auch ohne das! Gras wachsen zu hören, kann man erkennen, daß ihre Leitung' mit einer Stichwahl rechnet. Die Nationalliberalen glaubten mit einer rechts-, stehenden Kandidatur die Mitläufer der Sozialdemokratie zurückgewinnen und die bislang Indolenten zur Wahlbe-, teiltgrmg aufrütteln zu können. Ihre Agitation richtet sich aber in erster Linie leider gegen die „Vereinigten Liberalen", Dr. Stein, der nationalliberale Kandidat, wird von den Deutsch-Sozialen, Christlich-Sozialen, dem Bund der Landwirte und dem Zentrum unterstützt — sonderlich „liberal" ist diese Unterstützung freilich nicht. Bedauerlichenveise ist es gerade nur in den nationalliberalen Versammlungen zu bösen Austritten gekommen. Sozialdemo traten haben sich in «diesen Bersannnlungen als Ruhestörer erwiesen, ob- wohl die Leitung der Partei ihrer Mißbllligung solchen Benehmens kein Hehl macht. Aber auch National- liberale selber haben da manchen Fehler begangen. „Wenn Gegner in unsere Versammlungen kommen, nehmen sie uns unsere kostbare Zeit weg und wir können dann nicht dem Volke alles sagen, was wir gern möchten". So argumentieren sie und schreien gegnerische Redner nieder oder verweigern ihnen das Wort oder lassen sie kurzerhand hinausweifen. 9Lach den Reichstagsabgg. Dr. Hagenrann-Erfurt und Dr. Hieber-Stuttgarl tam Dr. med. Becker und bereiste mit seinem Automobil den Wahlkreis. Er sprach vor lltrzem in Eberstadt von etwa V2I2 Uhr bis nach i/23 Uhr nachts. Am folgenden Abende redete er in Arheilgen. Tie „Vereinigten Liberalen" l)aben mit ihrem Kandidaten Ko r e l l - Königstätten schon über 30 mid insgesamt wohl zirka 50 Versammlungen abgehalten. Fast überall fmrd ihr Kandidat sympathischste Aufnahme. Sein glänzendes Rednertalent, seine gründliche Kenntnis der politischen, sozialen und kulturellen Fragen begegnete all- seitiger Anerkennung. Ganz besonders gewinnt er die Herzen der Zuhörer, weil seine Worte aus denr Herzen komnien, weil sie glühen von echter Liebe zu Vaterland und Freiheit. Aber auch das Programmatische, daß der Gedanke sozialer Gleichberechtigung allein die Grundlage abgeben kann für einen sozialen Frieden, sichert Kvrell die Stimmen Vieler, die bisher dem Liberalismus teilnahmlos gegenüberftanden. Von Freund und Feind werden der sachliche Ton und ruhige- Verlauf der KorelliLersammlungen gebührend gerühmt; die freie Aussprache ist dort wirklich vorhanden. So dürfen die Vereinigten Liberalen mit größter Ziwerjicht in die letzte Phase des Wahlkampfes treten, ein guter Erfolg ihrer Arbeit wird nicht ausbleiben. Nr. 89 Erscheint täglich außer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siegener Fainllien. bläiier viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck tu Verlag der B r si h l'scben Unioe rs.-Buch-u. Stein- bruderet. R. Lange, otedaktion, Erpedttioa u. s. * ikbeit. SerglasM- 124 Stuck Oai ■ P > Art G GletzenerAnzergerW General-Anzeiger v 1 . w den polit. und allgem. Amts- md Anzeigeblatt fiir den Kreis Gieße» MW . zeigenteil: Han4 Beck, Wie heutige Aummer umfaßt 8 Seiten. KoÜLische LVochenscha«. Gießen, 17. April 1906. Der Starivorift, die allzu schön, allzu sommerlich heiß verrann, soduß man täglich einen heftigen Temperatursturz befürchten mußte, folgte em rech, uirbehaglicber, rauher, roinDigcr erster Ostertag, bet wieder durch einen warmen und heiteren zweiten abgelvst l^urdc. Ser e-ignatur des ersten Ostertages gleicht unsere deutsclte l'luslandspolckil; schneidend'.' K'kchle, ungemütliche Isoliertheit inmitten schöner freuiwschastlicher Bcrhalmifse der übrigen niaiigebejiben und in Betracht tommVnteii Staaten Europas; nur nach Oesterreich hinüber und von dort her wehen wohltuende warme Lüste. K a i f er Wilhelm hat am Tage vor Ostern an den österr. Minister des Aeußeren, Grafen Goluchowski folgendes Telegramm gerichtet: „In dem Augenblick, da ich mit Genehmigung Ihres Allergnädigsten Herrn, dem Grafen W e l s e r S h e i m b das Gcoß- freuj des Roten Adlerordens übersende zum Dank für seine erfolgreichen Bemühungen in Algeciras, drängt es Diich, Ihnen von Herzen aufrichtigen Dank zu sagen für Ihre unerschütterliche Unterstützung Meiner Vertreter. Eine schöne Tat des treuen Bundesgenossen! Sie haben sich als brillanter Sekundant auf der Mensur erwiesen und können gleichen DiensteZ in gleichem Falle anck von Mir gewiß sein." Nicht bloß der Wortlaut dieses Telegrümmcs, das die ganze GigerinKaiser Wilhelms charakterisiert, erregt allenthalben Aufsehen, sondern noch mehr der Umstand, daß eine solche Kündgebung gegenüber dem anderen Bundesgenossen Deutschlands unterblieben ist, gegenüber Italien. Italien aber hat ja bekanntlich alles vermieden, was nach einer Parteinahme für Deutschland aussehen könnte, und ein derartiges Gebaren eines Verbündeten muß Ver^mmung Hervorrufen. Was sagt die WÄt zu dieser verblüffenden Kundgebung Kaiser Wilhelms? Der „Pcstcr Lloyd" schreibt: Das^ Telegramm, welches in seiner ganzen Fassung die achtunggebietende Eigenart dieses Souvcrains widerspiegelt, ist ein neues Dokument des zwischen unserer Monarasie und dem Deutschen Reiche waltenden innigen Verhältnis,scd. Es versieht sich eigentlich vmt selbst, daß Oesterreich-Ungarn aus der 'JJlarorfofonicrens seinen deutschen Bundesgenossen unterstüüt hat, und in der ganz besonderen Rolle, welche Gras Welsers- Ijcunb dabei spielte, manifestierte sich eben jene Intimität der beiden Mach.c, die nickt etwa b lo ß v o n Z e i t z u Z e i t zur Sü-au gestellt wird, sondern bei gegebenen Anlässen als inhaltsvolle Tatsache in Erscheinung tritt. Gleichwohl kann die warme Anerkennung, loelche der deutsche Kaiser unsenn Minister des Auswärtigen für die Haltung der österreich- i'.u.'arischen Diplomatie in der Marokkofrage zollte, nur lebhafte (Genugtuung erwecken. Interessanter ist natürlich, was die f r a n z ö s i f ch e P r e s s e sagt. Von dieser wird das Telegramm eifrig in doppelter Weise ausgebeutet. Einerseits sagt man, daß in Oesterreich Unzufrieden- heit l/errsche, betur es sei unstatthaft, daß der Monarch eines Landes' dem Minister eines anderen Landes Lob spende, als stünde er in seinem Dienst, andererseits sicht man in dem Telegramm einen Tadel für Italien und sucht nun geschickt dessen Verstimmung auszunutzeu. Daß in Italien die Bor würfe der deutschen und österreickisihen Presse wegen Jtalici?s lauer Bundestreue böses Blut machen, versteht sich von selbst. Die mala fides einzelner italienischer Matter geht aber sogar so iveit, daß sie auf Grund ganz verei7»elter Aeußerungen deutscher Organe Deutschland anklagen, aus Racke den Befuv- op f ern d as M it g efühl und d i e H il fe z u v er sa g e n. Der „Messagero" behauptet, die ganze deutsche Presse kümmere sich nicht um die Katastrophe. „Tribuna" bläst ins gleiche Horn, roahrend „Popolo" allein die Unsinnigkeit und NitHertracht solcher Verleumdungen tzervorhebt. Die „Vita" aber sagt ironisch: Ein llein wenig Dank hätte auch dem dritten Verbündeten gebührt, der durch gereckte und ausgleichende Tätigkeit Vision l is das Sck)eitern der Konferenz verhinderte, siloer in diesem Augenblicke ahme der Ka iser Italien gegenüber die große Tugend Rioltles nach, er sei zum „großen Schw ei - fl er" geworden. „L'Jtalic" endlich sckneibt: „Gewiße Zeit- ungen hatten das Telegramm des Kaisers so gedeutet, daß dieses Vorwürfe gegen Italien enthalte; es sei die Fortsetzung der Campagne, die bezwecke, Mißtrauen zwischen Deutschland und Italien zu säen. Man kennt hier zu gut die Gesinnungen des Kaisers gegenüber Italien, um von der Nutzlosigkeit der Bemühungen derjenigen, die eine Erkaltung der Beziehungen beider Länder herbeiführen wollen, überzeugt zu sein." — Wie ans Wiener Hofkreisen verlautet, habe Kaiser Wilhelm schon vor einigen Tagen, unmittelbar nach dem Abschlüsse der Verhandlungen der Mawktolionferenz auch 'an den Kaiser Franz Josef eine Depescke gerichtet, in welcher er in wärmsten Worten seinen Dank für die kräftige Unterstützung seitens Oesterreicii-Ungarns auf der Konferenz ausdrückte, und die Versicherung seiner unwandelbaren Freundschaft aussprach. siche Banden. Diesseits fielen 8 Reiter. Schwer verwundet wurden Leutnant Garde, früher'Infanterie- regiment v. Manstcin (SchleSwigschcs) Nr. 84, und 4 Reiter. Leicht verwundet ein Reiter, vermißt ein Unteroffizier, ein weiter. Vor Teilen der anrückendcn Abteilung Heuck floh der Gegner in der Richtung Oas, wo die 11. Kompagnie des 1. Feldregiments die Verfolgung aufnahm. Am Morgen des 10. April griff diese Kompagnie unter Oberleutnant o. Bähr eine nördlich von Oas lagernde Bande an und warf sie nach zweistündigem Gefecht in östlicher Richtung zurück. Oberleutnant v. Bähr, früher Dragoner- Regiment Nr. 10, leicht, ein Unteroffizier schwer verwundet. Am Nachmittage de§ 10. April stieß eine Patrouille der 11. Kompagnie deS 1. Feldregiments in der Gegend westlich von Oas auf weitere von Suedeh kommende Hottentotten. Diesseits werden zwei Reiter vermißt, v. Estorff setzte die Verfolgung über Oas fort, die Abteilung Siebert über Hudab. Die Abteilung Täubler rückt aus der Richtung der Gamsibkluft gegen die Linie Gaprets-Heirachabis-Amas vor, Major v. Freyhold hält die Linie Warmbad-NamanSdrift besetzt und rückt selbst von Warmbad nach Kalkfontein vor. Eine Kompagnie ist von Udabis auf Gröndorn angesetzt worden. Nach einer Meldung deS Obersten Dame sind die Bezirke Ostnanraland und Nordbethanien sowie Berseba frei von feindlichen Banden. Nach dem „Militärwochenblatt" wurden befördert von der Schutztruppe für Südwestafrika v. Semmern, Oberstleutnant, zum Obersten, v. Kamptz, v. Estorfs, v. Redern, Majore, zu Oberstleutnants. Ostafrika. Die 14. Kompagnie des Hauptmanns v. Schönberg ist am 9. d. Mts. v. Kilwa in das Gebiet zwischen Liwale und Likwera abgerückt. Oberleutnant Pierer befindet sich im Standlager bei Kissangal, wohm sich die Rebellen znrück- gczogen haben. Kidstu und Kibula bleiben mit Posten besetzt. Die Kompagnie des Hauptmanns v. Mangen he im ist am 9. März in Mahenge angekommen. Am 11. März machten die Hauptleute v. Hassel und v. Wangenheim mit je einem stärkeren Detachement einen gemeinsamen Zug nach Mliro und Mafimbo. In der Ulangaebene herrscht großer Nahrungsmangel. Die Straße Jringa-Kiwanga gilt als sicher. p0lttifd?c Tagesschan. Die Berliner Polizei. Ein in diesen Tagen von Berlin zurückgekehrtcr Gießener schreibt uns: Es dürfte kaum ein e z lvei tc eu r opäis che Gr o ß- ft ab t geben, wo s o viele Verbrechen nn gesühnt bleiben, wo man den Täter nicht erwischt, wie in Berlin. Um nur Fälle aus der allerjüngsten Zeit herauszugreifen, sei darauf hingewiesen, daß man weder von dein Bahnräuber, der den Ueberfall aus den Fr Tyr n. v. Zitz ew'i tz aus führte, noch von dem Mörder des alten Ehepaares in Schöneberg die geringste Spur entdeckt hat. Tie Berliner Polizei ist eben durchaus reformbedürftig, das ist eine alte Tatsache, aber bisher wurde davon nichts im preußischen Landtage zur Sprache gebracht, obwohl sich bei der Beratung des Etats des Ministeriums des Innern die beste Gelegenheit dazu geboten hätte. Noch immer weist die Institution der Berliner Polizei die rein militärische Schablone auf, nach der sie gedrillt ist; außerdem wird sie viel zu viel für Re- präsentations- und Para de zwecke verwendet, und dadurch ihrer eigentlichen Ausgabe entzogen. Erst dieser Tage brachte ein, Berliner Blatt unter dem Titel: „Eine Neuigkeit aus dem modernen Byzanz" eine recht zutreffende Betrachtung über das höchst überflüssige Massenaufgebot von Schutzleuten „Unter den Linden", wenn der Kaiser einen Ausritt oder eine1 Spazierfahrt unternimmt. Bei jeder Bank fast steht ein „Blauer", und wehe den Passanten, die sich ernrüdet oder in Gedanken versunken dort niederließen! Keiner darf sitzen bleiben, wenn der Monarch vorüberkommen soll. Daß die Polizisten kommandieren: „Aufstehen, Hut abnehmcn, zurücktreten", das macht doch einen deprimierenden Eindruck. Wer gesehen hat, wie andere Monarchen, wie der Großherzog von Hessen oder wie auch der greife Priuzregent von Bayern oder Kaiser Franz Josef in einfacher Hofequipage durch die Straßen ihrer Residenz fahren, ohne daß auch nur ein einziger Polizeibeamter mehr wie ae- wöhnlich aufgeboteu wird, der muß über Die Berliner den Kopf schütteln. Da wundert man sich daun auch nicht mehr, daß hier die Verbrecher es so leicht haben, wie kaum irgendwo anders.____________________________ Kirche und Schule. Ein Protestantentag in Darmstadt. Man schreibt uns: Schärfer als früher tritt in unseren Tagen der G e g e n s a tz hervor zwischen der sogen. Orthodoxie, die die überlieferte Kirchenlehre mit allen ihren Dogmen aufrecht erhalten will, und der liberalen Auffassung des Christentums, die auf den Kern und ewigen Gehalt des Christentums zurückgehen und mit ihm ernst machen will. Die zahlreichen Fälle (Tr. Fischer- Berlin, Pfarrer Heyn-Greifswald, Lic. Römer-Remscheid, Lie. Traub- Dortmund, Pfarrer Jatho-Köln) haben im vergangenen Jahre diesen Gegensatz scharf offenbart. Aber nicht nur orthodoxe Professoren, Pfarrer rmd Kirchenbehörden stehe,r gegen liberale Pfarrer, um ihnen die Wirksamkeit unmöglich zu machen, auch den liberal gesinnten £aien will man jetzt das E xiste n z recht in der Kirche a bsp rech en, oder sie wenigstens zu Christcn und Gcmeindemitgliedcrn zweiter Klasse herabwürdigen. Planmäßig ist seit Jahren die Orthodoxie vorgegangen. Sie forderte die Anstellung orthodoxer Proscssoren, um die theologische Ausbildung der Pfarrer in die Hand zu bekommen, und wie ein Artikel des ProtestantenblalteS aussührt, ist cs ihr gelungen, durch ihren Einfluß au? die preußischen Staatsbehörden nach einer Statistik der Chronik, zahlreiche Lehrstühl c mit o r t h o-- doxen Professoren zu besetzen. Die Orthodoxie hat in den preußischen Provinzialsynoden von den Kirchenbehörden die Beseitigung der liberalen Geistlichen gefordert. In der landeskirchlichen Versammlung der Orthodoxie in Berkut wurde eine st r a f f e r e Kontrolle des religiösen Unterrichts in den Volksschulen und anderen L e h r a n st a l t e n verlangt. Ja mid) die Wähler und die Gewählten zur Kirchengemelndc-Vertretung und zum kirchlichen Vorstand sollen ein „kirchliches Zeugnis" beibringen, das heißt von der Orthodoxie aus Herz und Nieren geprüft werden können. Diese Forderungen, die das ganze religiöse und sittliche Leben der Evangelischen unter die Kontrolle orthodoxen Kirchen tums bringen möchte und jede selbständige Bewegung in Gedanken und Gemüt an den Dogmen der Kirche messen wollen, werden von einer wohlgesügten Organisation, die sich aus alle Lauder Deutschlands erstreckt, planmäßig erhoben und ihrer Durchführtmg zugejührt. I Seit Jahrzehnten hat der Deutsche Protestanten- v er ein diese unevangelische Entwicklung der Kirche der Reformation erkannt und bekämpft. Viel geschmäht, ost verfolgt, aus den Kirchen mit seinen Gottesdiensten, in Turnhallen und Gasthaus- sälc vertrieben hat er Iren bei seiner Fahne gestanden. Energisch ist er an planmäßige Arbeit seit dein Berliner Protestantentage heranqegangen. Er hat Sektionen gebildet, die sich im besonderen mit der Verfassung und Kirchenpolitik (erste Sektion), mit deut kirchlichen Leben (zweite Sektion), mit den Beziehungen zwischen Kirche und Volksleben (dritte Sektion) befassen sollen. In Braunschweig und in Berlin haben im vergangenen Jahre gut besuchte und arbeitsreiche Tagungen der ersten Sektion, die kirchliche Lehrfreiheit und die Betätigung der Fran im kirchlichen Leben behandelt, stattgefunden. In Darmstadt soll nun die ziveite Sektion, die schon im Oktober 1904 über Diskussionsabende und protestantische Jugend- vllcge verhandelte, am 19. und 20. d. Mts. tagen. Tie Notlage des modernen N e l i g i o n S l e h r e r s wird Oberlehrer Dr. Preu scheu - Darmstadt beleuchten. Bekannt mit den Ergebnissen moderner theologischer Wissenschaft, erkennend die Fragen und Zweifel, die gerade in unserer Zeit das religiöse Leben bedrohen, gegen die die Jugend im Unterricht gerüstet werden soll, soll der moderne Rcligionslehrer nach Dogmen tmd Lehren vergangener Jahrhunderte unterweisen, als lhabe die Welt stillgestanden. Das schafft die „Notlage", für die Dr. Preuschen Wege -zur Befreiung zeigen will. Die religiöse Erziehung i m Ö a u f e behände! t Pfarrer H e y n - Greifswald : Wie soll ich mein Kind in die Religion ein- iühren? Wie kann ich teilnehmen an seiner reügiösen Entwicklung? Wie kann ich ihm über Zweifel und religiöse Fragen hinweg helfen? Wie kann ich seinen Charakter festigen? Das sind Fragen, die Mütter, Väter und Erziehung beschäftigen. Möchten recht viel au den Beratungen in Dariustadt (Hotel zur Traube) 3 Uhr nachmittags am 19. April und 10 Uhr vormittags am 20. April teil- nehmen. In der Volksversammlung am Abend des 19. April wird über das sogen, apostolische Glaubensbekenntnis, über Gemeinde- freiheit und über freiheitliche Bewegung in den Gemeinden am Rhein (Fall Römer-Remscheid) verhandelt werden. Meutereien in Mortngal. — Lissaboner Zeitungen veröffentlichen folgende Einzelheiten über eine Meuterei an Bord des portugies. P a n z e r s ch i f f e s „V a s e o d a G a rn a": Das Schiff war nm 13. April gegen 81/2 Uhr abends vor. Lissabon verankert, als plötzlich eine ungewöhnliche Bewegung an Bord bemerkt und Schreie und Schüsse vernommen wurden. Das Schiff verlangte Hilfe. Ein Schlepper, eine Fregatte und andere Fahrzeuge setzten sich in der Richtung auf den „Vaseo da Gama" in Bewegung, mußten aber "davon abstehen, sich neben ihn zu legen, da sie von Gewehrschüssen empfangen wurden. Es verlautete, ein Leutnant vom „Vaseo da Gcuna" sei v 0 n der Mannschaft getötet worden. Diese habe damit den Tod eines Kameraden räche n wollen, dem der Leutnant eine Kugel durch den Ko pfgeschossen hätte, als er gerade einen Kanonenschuß aüzuseueru versuchte. Dem Blatte „Mundo" zufolge bestätigt sich der Tod des Offiziers. Dasselbe Blatt meldet, daß auch die Mannschaften des zu dem Panzerschiffe „D 0 n Carlos" g e fy ö r i g c n Kanonenbootes sich empört hätten. Die Landbehörden treffen energische Maßnahmen. Das Hauptquartier bestreitet in formeller Weise, daß Widersetzlichkeiten auch in versehre* denen Garnisonen vorgekommen seien. Die Zensur verhindert die Nebermittlung jeglicher Nachrichten. — Die portug. Regierung hat angeordnet, daß die bisher in Lissabon liegende S r a r L i n i e. Der Postdampfer „Kroonland" der Sieb Star Linie in Antwerpen, ist laut Telegramm am 11. April wohlbehalten in Nelvyork emgefonnnen Die rationelle Ernährung gesunder Kinder bedingt eine Nahrrmg, welche dcr Nluttermilck) möglichst ähnlich ist. Eine solche Nahrung bietet Knickes Kindermehl, welches nicht nur das Näß- verhällniß dcr Bestandteile, das durch die notwendige Verdünnung dcr Kuhmilch entsteht, ausgleicht, sondern auch die Kuhmilch im Magen dcS Kindes feinflockig, dcr Muttermilch ähnlich, gerinnen und dadurch leichter verdaulich macht und endlich den Nährgebalt der Kuhmilch durch seine Eiweiß- und Mincralstosfe noch erhöht. Tic mit Ktn'ckes Kindcrmehl und Kuhmilch ernährten Kinder gedeihen daher auch wie Brustkinder, sind ruhig, schlafen gut, haben geregelte Verdauung und normale Zunahme des Körpergewichtes. Wi® gekräftigt fühlt sich jeder, der nur einmal das von den bedeutendsten Professoren und Acrzten verordnete FePGüy versucht hat. Perdynn- UM6n ist das wohlschmeckendste Kräftigungsmittel, Äeerck'’’ Am Ost», gleiste beü J°W[ Charlotte». lben 6roci Wagen. %t, ^un9, worauf die Gni. 1,1 elngeleitet. Die 'e'den Wagen war m bcr Richtung Schlesisch« um Teil über das 11 erlitt der Verkehr ni& IttÖ. . . ■ i (yrlebnilic einH ibcndshalb8Uhr:M. ii&ri;, nachmittags N ’ ,- :ei 6rlebnnie ein^ B astspiel w>t$ntVS werft abe^LI^- !®a» ^d\ uVi,enL-*^ schien« iu i e. ^,Ar oinit ii* &&%£*•*’ toüetr si“?« Stanli tw-'5 "Kuhmilch Aen g"A gÄ%gr Wtn i'r*,b. ,l» ***■ 4J** ?r 1U. -IC biPr iM 'den auj"1«« Nn.^rzar s'Ne (irOf)e7Q der •YböCöllf THn ä'tllT ^beider 'baß^ Srä*,< " *iU, "(«uitnlÄ ®UH: .'41 BcKnb„ llü 'd'-Mgt, t8 |ri K' *» ,8 *“ IWanb ile. enschaft. ksurt a. K, 16. de«estern abend die Jean" von CH. L Lv Üeit Male ausgesüdri unb ende Ämponist mürbe mir ulö behandelt eine Wr der baskischen »Inih mb ^gten md etrejuto fr- einer EckifssiLisr, bi? rügte, der zweite fernst rät n und die teinti tim erung ist sein w* nge an Arühnes Ei. M muzM'ck Oper txi- gu fyilttn! Lm Promo- aröcrtung vostanf gereLr idcn melodiösen SttV.f tarnet W i n Vo tzemv Nr LHse em verdienten die hma sowie Fran Hermtt ! n wurde iw Schanspikllrr 'die „Drei ßrMiti* aufgesührt 'EmSÄncni' I uirechlgeziminert. , j :nkfiirttr Aadtthrata, 6. . iqeimetbaron." ~»v»- ag den 20. M. Eremiten.' Sansiei _ 22. April: AeueniM Zur die zahlreichen Glückwünsche zur Silbernen Hochzeitsfeier sagen wir Allen, Ferdinand Kralllng im 27. Lebensjahre. 228,000 000 gewährte Dividenden . . B“/. 1,30 Mk. 1,30 Mk. 3n 23421 Dl74 Gotha, den 14. April 1906. Gothaer Lcdensocrsichttiiiigodaiik a. G. ' SS16/, Bish Gegen Rein. 2464] Molekül Chinasäure. Stoffs und einem Der im Termin anwesende Rendant nimmt Zahlungen B17 K entgegen. Näheres 841 Bürcau Emil Horst. \ Eichen: 838 Buchen: 8 sichten: 100 D.R.F.No. 124 426 u. Auslandspatente 1,10 Mk. 1,25 , 1,25 , wurden die wie folgt: Stück-Koks 5hi6=5totd, Stückkoks . . . RußlokS Nr. 1 . Nutzkoks Nr. 2 . 2463 Die trauernden Hinterbliebenen Stamrotm w WirätKn Echzell, den 10. April 1906. Großh. Bürgermeisterei Echzell. Reitz. Gießen einzureichcn. ZuschlagSsrist 3 Wochen. Gießen, den 11. April 1906. DaS städtische Trcfbauamt Braubach. Am ersten Feiertag entschlief sanft nach langem, schwerem Leiden unser lieber Bruder, Schwager, Onkel, Neffe und Vetter schachte geeignet, zerkleinert: Größe Nr. 1, etwas größer als durchschnittliche Korngröße des Anthracit, g ang- bar ft e Sorte......... Größe Nr. 2, kleiner als durchschnittliche Korngröße des Anthracit, namentlich für engere Osenschächte geeignet..... Wagenladungen von mindestens 36 Zentnern: Donnerstag, den 19. April, norm. 10 Uhr soll auf dem Bahnhof zu Echzell das zur Konkursmasse deS Heinrich Döll V zu Villingen gehörende Eichcngrubenholz meistbietend versteigert werden. Das Holz lagert auf dem Bahnhof zu Echzell. 84 Raummeter 0,80 bis 1,25 Mtr. lang Oktroirückbcrgütung van 4 Pfg. für den Zentner. Gießen, den 4. April 1906. Städtisches Gas- und Wasserwerk Gießen. Otto Bergen. auffallendschön werden Kleider, Strümpfe, Schürzen etc., welche verschossen od. denen man eine and. Farbe geben will, m. den giftfreien Stoffarben ä Paket zu 10 u. 25 Pfg. ans der Germania-Drogerie Garfi Seibel 2144 Frankfurter Str. 39. Telephon 593. Die Beerdigung findet Mittwoch, den 18. d. Mts., mittags 12 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. I. d. N.: Adolf Dinges. Giessen (Kirchstr. 13), Hamm a. Sieg, Reichelsheim (Odenwald), den 17. April 1906, 2 bis 3 WeMk-MMer. verlangen Sie, bevor Sic auderwcit kaufen, unserenKatalog gratis und franko. Vertreter überall gesucht. WstliL-Mmd-Fabrik Dortmund C. HK W W W Csthttk Ledellsoki'silijekAWÄiiük a. Bisher abgeschlossene Versicherungen . 1596,000 000 ) e ausgezahlte Versicherungssuminen 461,000 o00 „ i W8CZ TTTTT~ „ - Aliee-Kochschnle. Der Koch-Unterricht beginnt am 23. April er. Anmeldungen worden am 21. April in der Alice-Schule, Kirchstr. 20, cntgegcngcnommcn. v11/* Wir empfehlen unfern Mittagstisch iin Hauic zu 75 und 50 Big., außer dem Hause zu 85 und 60 Pfg. für 2 gute Teller Suppe. In grosser Sortenauswahl und stets frisch vorrätig bei Ladwig Steinhäaser, Neuen Baue 17. [C1’/* . ausschließlich trocken gelagert, in zwei verschiedenen Korngrößen für Stubenheizung, sowohl für weite als für enge Ofen- Mchholz-Verkauf. Kgl. Oberfvrsterei Roßberg, Post u. Station Dreihausen. Dienstag, den 24. April von morgens 9 Uhr ab werden in der Mink'schen Gastwirtschaft zu Dreihausen öffentlich meistbietend verkauft au§: Oberwald bei Roßberg (3—31/? km nach Station Drcihausen). Schutzbezirk Roßberg-West bei Hachborn (4 km nach Station Ebsdorf). Schutzbezirk Roßberg-Ost bei ErfurtZhausen (4 km nach Station Schweinsberg). Holzversteigerung. Freitag, den 20. April 1906, vormittags 8 Uhr anfangend werden in den Waldungen der Gemeinde Allen- dorf an der Lumda, Distrikt Homberg: Sumpf, Steinwald, Künewald, Köpfchen, Mark, im Tal, an der Rabenauerstr., Streitköppel, Neurod und Hünnerling (2. Schntzbezirk) versteigert: 60 Eichenstämme von 11—66 cm Durchm. und 2—14 m Lange mit 43,26 Fm.; 211 Nadelstämme mit 70,79 Fm.; 25 Eschenstämmc mit 7,82 Fm.; 7 Kirschenstämme mit 3,03 Fm.; 4 Aspcnstämme mit 1,59 Fm.; 431 Nadelderbstangen, 78 Na- delreiSstangen, 13 Rm. Eichenmchknüppcl, 13 Rm. Nadelnutzknüppel. . • 62 Rm. Buche-. 4 Rm. Eiche- und 8 Rm. Nadel-Scheiter; 162 Rm. Buche-, 2 Rm. Esche-, 45 Rm. Eiche-, 194 Rm. Nadel-, 29 Nm. Aspe, 33 Rm. Erle und 3 Rm. Kirschcn- Knüppcl; 1550 Wellen Buche-, 200 W. Esche-, 2850 W. Eiche-, 300 W. Aspe, und 450 W. Erle-Reisig; 34,5 Rm. Buche-, 38 Rm., Eiche-, 42 Rm. Nadel-, 4 Rm. Aspe- und 14,5 Erle-Stöcke. Zusammenkunft im Distrikt Sumpf. Allendorf an der Lumda, den 14. April 1906. Gr. Bürgermeisterei. Abschnitte — 398 Fm. 60 Rm. Schichtnutzholz , = 4,50 , 18 , , = 26,00 , 1450 Stg. I—IV 'Kl. 1000 Stg. IV—VI Kl. kräftig, wohlschmeckend sind Preise unserer Gaokokö bis aus weiteres festgesetzt Für den ZenMer ab Verkaufsstelle: .............. 1,15 Mk. Gaslkoks. Infolge Stadtvcrordneten-Bcschlusses vorn 22. März d. Js. KstsljUmWe Zchschule Gietzen. (Staatlich anerkannte Unterrichtäanstalt). Das neue Schuljahr unserer Anstalt beginnt Mittwoch, den 25. ülpril, nachmittags 2 Uhr. Anmeldungen neucintrcteiiber Schäler, wobei das letzte Schulzeugnis vorzulegen ist, werben Donnerstag, den 19. April, abends von 8 bis Uhr im'Lehrsaal I der Schule — HIordanlage 15 — entgegengenommen. Lehrlinge, welche den Sommer über schon m Gießen wohnhaft waren, können im Herbst nicht mehr einlreten. Der fakultative Unterricht — Französisch, Englisch, Stenographie und Maschinenschreiben — nimmt Donnerstag, den 3. Mai, abends 8 Uhr seinen Anfang. Der Besuch der Anstalt befreit die aus der Volksschule entlassenen Schüler, sowie diejenigen höherer Lehranstalten, lucmi sie nicht ein Jahr lang der Ober-Tertia angehört haben, vom Besuche der obligatorischen Fort- dildungsschule. yl4/< Gießen, den 9. Aprll 1906. Die Schulkomutifsion. Bei Entnahme von mindestens 200 Zentnern: Stttckkoks.......1,05 Mk. Nußkoks 92r. 1.....1,20 , Nußkoks Nr. 2.....1,20 „ Für Koksabnchrner, welche zwei und mehr DoPPelwaggonS beziehen, ermäßigt sich der Preis um weitere 5 Pfg. für den Zentner. Für Anfuhr an daS Haus werden 5 Pfennig für den Zentner berechnet. NB. Ausnahmsweise können kleinere KokSmengei, ohne bc= sondcre^Vergütung auch an die betr. Lagerplätze (Keller, Stall usw.) verbracht werden, soferir tue Zufuhr durch das Gaswerk erfolgt. Im (Gaswerk findet nur Verkauf von Über 5 Zentner Koks statt; dagegen ist bei folgenden hiesigen Firnren der Klriwkkws der Wolis von 1 bis 5 Zentner eingerichtet, nämlich bei: Andreas Euler, Steinstraße 11, Joh. Fischer, Alieesiraße 19, I. Happel, Neustadt 56, Karl Hensel, Walltorstraße 10, Gebr. Kahl, Frairffurterstraße 151, Ed. Klinkel, Bahnhofstraße 10, Enril Lotz, Kirchenplatz 9, Eu»il Pistor Nachfolger, Marktstraße 10, (ticoig Schäfer, Licherstrgße 2, t H. Schanulberger, Marburgerstraße 22, August Struck, Bismarckstraße 6, Georg Unverzagt, Grünbergerstraße 13. Daniel Wirth'S Nachf. (Th. Geilfus), Westanlage 51. Diese Firmen berechnen obenstehende Preise unserer Gaskoks santt Anfuhr wie das Gaswerk und verabfolgen dieselben auch in Mengen unter 5 Zentnern. Die Preise unserer (tzaskoks fiir die Abnehmer außerhalb der Genrarkuug Gießen ermäßigen sich um den Betrag der haben sich nach vielfachen Erprobungen und wissenschaftlichen Erfahrungen die Chinasäuren Präparate sowie künstlicher Harnstoff als absolut wirksamstes Mittel erwiesen. — Unter allen auf Grund dieser Erfahrungen herccstellten Gicbtmitteln Verdingung. Die Lieferung von 120 cbm mosaikartigen Klcinpflasterfleinen soll Moutag, den 30. April» vormittags 10 Uhr, öffentlich vergeben werden. Angebote sind auf dem, von unterzeichneter Lerwalmng, erhältlichen Bordruck bis zum genannten Zeitpunkt verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, an daS städtische Ticfbauamt Unseren Mitgliedern bringen wir zur KennMis, daß wir nach dem Ableben unseres hochgeschätzten Vertreters Herrn Heinr. Hochreuthcr unsere Haupt-Agentur zu Gießen dem bisherigen Mitinhaber seiner Firma Herrn Wilh. JuIImnn, Vnhnhchirntze äO übertragen habeir. Herr Jnllmann ist zur Vermittelung von Lebens- versicherirngell und zur Erteilung von Auskunft gern bereit. Sehr niedrige Verwaltungskosten. Die hohen Heber- 1 , schösse kommen unverkürzt den Versicheruiigsnehmern zilgute. * | Uuvcrfallbarkcit von voniherein. , SÄ"'"' } n°ch 2 Jahren. die so freundlich unserer gedachten, den herzlichsten Dank Gießen, den (6. April J9O6. 2466 Michael Netzler und Zrau. mäJVrli ? DP;P- o— zr= IIkhWU snfeisenlF D.R.P.angem.n ----1 m m3 ilclllfi automatisch h '// jEZZZ S öilimil wirkend jAM/ /ÄW i iyyyy undDamprw /äs& Hohe Garanh'e, / // BfandeZeugnisse d.r.g.m / // - lllhfcBlritWB Im Stricken, Anstricken sowie Anwcbcu von Strümpfen, auch m Anfertigung v. Handstickereien einpsehle ich >nich angelegentlichst. Ailßerdem habe ich den Verkauf von Plauen'fchen Stickereien und Gardinen für eine leistungsfähige Fabrik übernommen und empfehle auch dieses Unternehnien. Strickgarne (fresto Qualitäten) habe stets vorrätig. ID«F* Preise billigst. “W- Eraesfiae Eöpfner Grüuberger Straße 17. WntzL'e?r jeder Art prompt und billi?. unbedingt weitaus das beste Mittel. 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