Nv. LS General-Anzeiger, Amts- und Anzeigebiatt für den Kreis Gietzen. 1131 muß- j( liM eier NotattonSdmck und Verlag der Brühl'leben Untversilatsdruckerei. 91* Lange, Qhefeen. Redaktion, Expedition u* Druckerei: Schulstr. 7. Tel. Nr. 6L Telegr.-Adr.: Anzelger «te&ou Erschedü Lgtitz mit Ausnahme der Sonntags. Die „Siebener Famllienblätter" werden dem Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Ter £anö®Ur* erscheint monatlich einmal. erst gar nicht gehen zu wollen und dann brachte eine I drohende Zentrumsherrschaft doch den Block von der Sozial- ( demokraiie bis zu den Nationalliberalen. In Bayern hat erst die Niederlage kommen müssen. Die Württemberger überlegen noch, wann auch für sie die Gelegenheit kommen wird, wo sie gezwungen i sein werden, sich zusammenzuschlicßen. Je näher die Reichs- j tagswahlen rücken, desto enger schmiegen sich die Leute aneinander, die durch den dunklen politischen Wald gehen müssen. Aus der Not der Zeit wird der Zusammenschluß der Liberalen geboren. Wenn dann der Frühling des Liberalismus kommt, erwacht auch wieder die Freudigkeit und Dpfermutigkeit, wächst der Zusammenhalt der politisch Zusammengehörigen. Dann wird es auch leichter sein, die schwere Verständigung nach links anzubahnen. Das wird eine sauere Arbeit sein, denn die Sozialdemokratie hat eS dem bürgerlichen Liberalismus wahrlich nicht leicht ge- macht, sie hat auch denen, die auf gutem Posten freudig und mit echtem Herzen für die Freiheit gefochten haben, gesagt: »Ihr taugt alle nichts." Das war höchst unklug und unpraktisch von der Sozialdemokratie, denn schließlich gab es auch bei diesen Liberalen viele, die da glaubten, es sei tatsächlich nur eine reaktionäre Masse. Nachdem die Sozialdemokratie diese Bürger in das reaktionäre Lager getrieben hat, fragt sie, sobald sie die Hilfe der Bürger braucht, wenn sie etwas allein nicht fertig bringt: ja wo sind denn die bürgerlichen Liberalen? In Baden hat sich die Idee einer Blockpolitik bewährt. Der Liberalismus kann auf die Dauer auf sozialdemokratische Unterstützung nur rechnen, wenn er auch seinerseits uneingeschränkt bereit ist, Hilfe zu gewähren. Wie ganz anders könnte z. B. das preutz. Abgeordnetenhaus aussehen. Während sich Liberale und Sozialdemokraten zanken, freuen sich Konservative und Zentrum ihrer dabei gedeihenden Ernte. Die Hauptaufgabe des Liberalismus iil also, auf Gegenseitigkeit eine deutsche Linke auszubauen. Eme Schwierigkeit, wenn auch eine kleine, werden hierbei die nrilitärischen Fragen bilden, die ja auch zur Zersplitterung des Liberalismus wesentlich geführt haben. Aber diese Frage ist nicht mehr so stark, daß sie alle übrigen Gedanken des Linksliberalismus überwiegt. Sie wird heute nicht mehr Auflösungszweck sein, weil die Schiffe zwischen Berlin und )tom gebaut werden. Und darum ist es auch leichter, darüber hinwegzukommen. Die Vorgänge im letzten Sommer haben gezeigt, daß wir ohne starke Rüstung nicht auskommen. Aber das hindert doch nicht, daß wir auch freie Bürger — alle, vom Hochgeborenen bis zum Arbeiter — sein können, auf daß man sagen darf: Dies Vaterland ein freies Land und unser Land! — — Der Beifall, der ständig die Ausführungen Friedrich Naumanns begleitete, wuchs zum Schluffe zu einer imposanten Ovation. Die Diskussion, an der Gegner sich nicht beteiligten, stand nicht auf der Höhe. In seinem Schlußwort ging Naumann nochmals der Mär zu Leibe, daß der Liberalismus ein Gegner der landwirtschaftlichen Berussverbände sei. Ganz ebenso wie der Liberalismus die gewerkschaftlichen Organisationen anerkenne, trete er auch sür den Zusammenschluß der Landwirte ein. Nur dürfen diese dann nicht den Staat als eine Maschine betrachten, die nur sür sie arbeite, sondern müssen einsehen, daß der Staat eben die Gemeinschaft aller ist. Die jlufßabfu des «Liberalismus. Man schreibt uns auS Darmstadt, 18. Ian.: Die Geschichte des Niederganges des Liberalismus ist « zugleich der beste Wegweiser dafür, wie der Liberalismus wieder zu Macht kommen, wie er wieder Einfluß auf die politische, geistige und wirtschaftliche Entwickelung Deutsch» ] landS gewinnen kann. Friedrich Naumann war es, der als der Ersten einer zur Sammlung aller Liberalen, zur Schaffung einer neudeutschen Linken, aufforderte. Eine Betrachtung der derzeitigen Lage des Liberalismus mag zumeist frohe Stimmung nicht aufkommen taffen, — wenn man Friedrich Naumann hört, dann ist es wie Sonnenschein, _ der all das Triste und Graue verscheucht, der keimende Hoffnungen hervorlockt. So ging es auch der fast tausendköpfigen Zuhörerschaft, Damen und Herren, die am Mittwoch abend der Einladung des Vereins der freisinnigen Partei in Darmstadt gefolgt waren, um Friedrich Naumanns Mahn- und Weckruf über die »Ausgaben des Liberalismus" zu vernehmen. Der Liberalismus war schon kraftlos geworden, ehe er zur Herrschaft kommen konnte. Darum muß man sich fragen: wohin sind diese Kräfte gegangen? In 25 Jahren hat der Liberalismus mehr als 65 Mandate verloren. Jede geordnete Sanierung beginnt mit einer Aufstellung der ziffernmäßigen Verluste. So muß auch jede geordnete Betrachtung über den Rückgang des Liberalismiis beginnen mit einer rücksichtslosen Beurteilung seiner Mandatsverlusie. Wir sehen also fine kleine Abschwächung nach rechts und sinen großen Abmarsch nach links. Seine linke Hand war noch schwächer als die rechte. Faßt man das als ärztliche Diagnose auf, bann könnte man sagen, daß also der Fehler des Liberalismus auf der Herzseite liegt Wer sind nun diejenigen, welche abschwenkten? Lohnarbeiter sind gewiß nicht nach rechts abgerückt. Als Ziffern kommen die Bauern und die Kl ein Handwerkern in Betracht. Während die Bauern früher im Liberalismus ihren freiheitlichen Hort seit seiner ersten Tat, der Bauernbefreiung, sahen, kann sich der Bauer heule fast nicht genug tun in einer Art von Verachtung des Liberalismus. Man behandelte die Landwirtschaftsfrage als Getreidezollfrage. Und da machte der Liberalismus das Gefährlichste, was man in einer solchen schwierigen Situation tun konnte. Er ging zwischen den beiden Seiten Zoll und Freihandel schwankend einher. Naumann zeigte nun am Beispiele Belgiens, Hollands und Dänemarks, wie sehr wohl die Landwirtschaft unter dem Freihandel bestehen und zu großer Blüte gelangen könne und knüpfte daran die Hoffnung, daß durch eine rücksichtslose Verkündung des wirklichen Zusammenhanges der Bauernwirtschaft mit der modernen Produktion seitens de? Liberalismus sich .zwar die Bauern nicht sofort zum Liberalismus zurück- finden, wohl aber ihre Rückwendung beginnen werde. Das Zeitalter des Verkehrs darf nicht nur in den Städten angesprochen werden, sondern alle modernen Verkehrsmittel müssen auf das Land hinaus gebracht werden. Mit der Durchführung einer solchen Laudpoli til wird der Liberalismus die Bauern zurück- gero innen. Die Handwerker sind noch in weit höherem Maße liberal. Soweit sie abgeschwenkt waren, befinden sie sich bereits auf dem Rückmarsch; die Versprechiing der Jnnungs- ,freunde haben sie als wertlos erkannt. Gleichwie die Landwirtschaft, ist auch das Handwerk ohne eine starke Kaufkraft der Menge verloren. So ist z.B. gerade in konservativen Gegenden die Lage des Handwers am schlechtesten, da die Landarbeiter, die breiten Massen, nichts verdienen und also nichts kaufen fönneru Nun der Abmarsch nach links. Sobald der Liberalismus durch das Auftreten der Sozialdemokratie sich als Mittelpartei fühlte, verlor er die Schärfe der Schlagfertigkeit nach rechts. Der Kreislauf der Versäumnisse begann mit an sich kleinen Dingen, die, wie sich jetzt zeigt, aber schwer wieder gut zu machen sind. Es entstand neben dein bürgerlichen ein proletarischer Liberalismus. Und von da an, wo der bürgerliche Liberalismus jene Unsicherheit nach rechts bekam, war das Wachsen des proletarischen Teiles (der Sozialdemokratie) nicht mehr aufzuhalten. Nur schwach vermochte der Liberalismus die der Arbeiterbewegung von den herrschenden Gewalten zugefügten Nadelstiche gu tadeln. Ja, gab es doch Liberale, die in der ganzen Politik nur die Sicherung des Besitzes sahen. Wenn jetzt allüberall gegen «in schlechtes Landtagswahlrecht protestiert wird .— ob das auf der Straße ebenfalls geschehen soll ober nicht, scheidet hier aus — bann ist das eine liberale Sache. Genau wie im Jahre 1848 in Frankfurt die Bürger um ihre Freiheitsrechte gegen die Machthaber aufftnnben, genau wie anno 1846 in Leipzig Bürger vor dem Hotel brüllten, in dem der nachmalige König Johann abgestiegen war, sodaß der Prinz dabei die Hintertreppe flüchtete, genau so ist auch die heutige Protestation gegen die schlechten Wahlsysteme eine liberale Bewegung. Welche Summe an politischer Kraft würde nun geschaffen werden durch ein A neinanderlchnen des liberalen Bürgertums und bet Arbeiterschaft? Um dahinzukommen, muß vor allem die Einigung der Liberalen herbeigeführt werden. Daß dem große Schwierigkeiten entgegenstehen, ist nicht zu verkennen. Aber man soll ' |fie nicht zu tragisch nehmen und gar die Hoffnung aufgeben. Mag auch in gewissen Parteizentralen noch eine starke Ab- itcigung vorhanden sein, in den Wahlkreisen sagen sich die Wähler schon selbst, daß es so nicht weiter gehen kann. Und so beginnt gleichzeitig im Süden und im höchsten Norden Deutschlaiids diese ®üiigung§beroegung. Am besten ist die Lösung in Elsaß-Lothringen gefunden. In Baden schien es bahn-Syndikat ein. Von einer absichtlichen Verschweigung irflenb; eines wesentlichen Punktes in der Kommission str.nicht die Rede. Mm. Sem ml er (nl.) erklärt, seine politischen ftreunte seien für den Bau der fi'antenmbalrt und stimmten daher der läge zu. Sie seien für eine gesunde Verkehrspolitik natürlich' nicht ins uferlose. Die über die Häuptlinge verhängten hohen Strafen hielten sie nicht für richtig. Die Bagn müsse auch, nach weiter ins Hinterland hineingebaut werten. Erst dann werte ie große Bedeutung erlangen. Der Hafen von Duala sei vor- äU9lt Ledebour (Soz.) macht dem früheren Kvlvnialdirektor Dr. Stübel Vorwürfe, daß er die Beschwerde über Puttkamer diesem selbst zur Berichterstattung überwiesen habe Auch ba.3 jetzige Verhalten der Verwaltung sei nicht einwandfrei. Weiter erklärt sich Redner gegen die Vorlage Abg. v. N i ch t h o f e n (Toni.) führt aus, was die Akioa- Häuptlinge anlange, so meine er, daß bei dem. Beschwerderecht der Instanzenweg hätte inne gehalten werden müssen. Das Urteil gehe vielleicht zu weit. Weiter tritt Redner für die Vorlage em. Abg. Lenzmann (fr. Dp.) führt aus, tut die Vorlage werde nur ein Teil feinet Freunde stimmen, ein anderer -Leu. darunter auch er selber täten dies nicht, a-ie Bahn sei ent Wechsel auf die Zukunft, von dem man nicht nnffe, ob er auch eingelöst werden würde. Ueberall in den Kolonien zeige sich Anp- standsgefahr. _ , . Abg. Arendt (Rp.) begrüßt es, daß nur nod) em -Leit der freisinnigen Volksvartei gegen die Vorlage stimmen wolle Es fer dies ein Fortschritt in der Stellung der freisinnigen Volksparter zur Kolvnialsrage. Sehr lebhaft tritt bann Redner für die Vor* IÖ9CAbg.' Sattmann (Antis. ist als Richter aufs tiefste erschüttert über die .Höhe der Strafen in dem bekannten Urteil gegen die Häuptlinge. Redner tritt dann für die Vorlage ein, bemängelt aber die gewählte Siace, in welchem Punkt ihm vom Negierungstische widerlegt wirt. r , Abg. Dowe (fr. Vg.) stimmt der Vorlage zu. ebenso Abg. Stör tz (südd. Vp.), wobei er gegen die Sozialdemokraten polemisiert. _ ä ' Morgen 1 Ul>r Fortsetzung und Militarpensionsgesetz. Deutscher Reichstag. 23. Sitzung vom 18. Januar. Aus der Tagesordnung steht die erste Lesung der Garantie- Vorlage für eine Eisenbahn in Kamerun von Duala nach den Manenguba-Bergen. , _ , , , Chef der Kolomal-Verwaltung Erbprinz Hohenlohe- Langenburg teilt mit, dak- das Urteil gegen die Akwa-Häuptlinge eingelausen fei. Das Oberhaupt King Akwa fei wegen verleumderischer Beleidigung zu 9 Jahren Gefängnis und Zwangsarbeit verurteilt worden, ein anderer Häuptling zu 7 Jahren Gefängnis und Zwangsarbeit, eine ganze Reihe anderer ebenfalls zu. entern bis 2^Jahren Gefängnis mit Zwangsarbeit. Die Bestätigung des Urteils sei noch nicht erfolgt, es werde aber einer genauen Nachprüfung unterzogen werden. Das genaue Protokoll der Verhandlungen liege noch nicht vor Das Eintreffen des Gouverneurs v. Puttkamer werte zum 1. Februar erwartet. Es hege ferner ein Bericht aus Kamerun vor, der besage, daß die Der- Ml tröffe dort keineswegs völlig ruhig seien und daß eme Gefahr für die deutsche Herrschaft in Kamerun nicht ausgeschlossen sei. Umsomehr habe sich die Regierung gesagt, daß ste ,m ihren Maßnahmen aus Anlaß jenes Urteils sehr vorsichtig sein miijic. Wenn man den Häuptlingen sofort einfach die ^reihest gegeben hätte so würde dies in Kamerun als ein Mißtrauensvotum gegen den Gouverneur und den Richter aufgefaßt worden sein. Twtz- dem habe er sich entschlossen, den Gouverneur herzuberufen, weil er wolle, daß möglichste Klarheit geschaffen werte Zu der Vorlage bemerkt Redner alsdann: Im Gegensatz zu der Bahn in Südwestafrika, deren Notwendigkeit er namentlich aus Militärischen Rüelsichten begründete, liegen für die Kamerimbahn wirtschaftliche Gründe vor, aber es werde nach erfolgtem Bau der Bahn allerdings auch viel leichter sein, Unruhen dort entgegen zu treten. Er bitte das Haus, der Vorlage zuzustnumen, durch welche ein zukunftsreiches Schutzgebiet erst recht dem Verkehr ^Abg^ (Sr^ber gcr (Ztr.) bezeichnet zunächst die Strafen in dem Urteil gegen die Mwa-Häuptlinge als augerortentlich hoch Das Urteil sei wieder ein klassischer Fall von Kolomak- Bureankratismus. Gerade solche Urteile seien geeignet, zum Aufstande zu reizen. Er sei beauftragt,, hie Zustimmung seiner Freimde zur Vorlage zum Ausdruck zu bringen und ihre Ucbcr* tveiiuna an die Budget-Kommistion zu beantragen. Zum Schluß erneuert Redner seine Anklagen gegen die Kolonialverwaltung, M diese dem Reichstage über die Verhandlungen mit den K-r- mernner Laudacsellschaften Nicht remcit Dem ermdiente. Auf cuie vE VorrednÄ gestellte Frage, in welchem Bezirk von Kamerun ein Aufstand drohe, erwidert . _ . , . Erbprinz zu Hohenlohe-Langenburg, daß in kemem bestimmten Gebiet von Kamerun ein Ausstand bereits,brol)c. Es pestehe nur eine allgemeine Erregung, die man nicht un- bead®e6 ^Ägationsrat Helfferich gebt wieder auf die Erz-- bergersch'en Verwürfe wegen der Verhandlungen mit dem Eisen- Wahlrechtskrawalle. Bei den Unruhen in Hamburg (vgl. unsere gestrigen Hamburger Meldungen) sind 17 Schutzleute, von Deneit einer gestorben ist, mehr oder weniger schwer verletzt worden. Auch bei den Fußmannschaften sind mehrere, allerdings leichtere, Verletzungen vorgekommen. Die Anzahl der verwundeten Zivilpersonen konnte von polizeilicher.Seils noch nicht festgestellt werden, sie scheint aber erheblich jtt fein, da vielfach Wotheken, Aerzte, Heilgehilfen und auch die Sanitätsbehörden und die Feuerwehr von Verwundeten in Anspruch genommen wurden. Die Ansaurmlungen nahmen in Schopenstehl und in der Riedemstraße besonders bedenkliche Formen an. Der Pöbel plünderte 22 Läden. Zahlreiche Straßenlaternen wurden zertrümmert. Unter einem! Tor in der Gegend des Fischmarktes versuchte der Pobell aus umgeworfenen Wagen und allerhand Gerümpel zwer Barrikaden zu errichten, die aber von den Schutzleuten rasch genommen und geräumt wurden. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommeu. Die Polizeibehörde veröffentlichte folgende Wartiung an die gesamte Bevölkerung^ Um Ausschreitungen und Straftaten vorzubeugen, werten Volksansammlungen auf den Straßen unter keinen Umstanden geduldet, sondern sofort mst allem Nachdruck, nötigenfalls unter Wiwendung von W affen g e w a lt, seitens der Schutzmannschaft zerstreut werden. Diefenigen, die den Anordnungen der Polizeibeaiuten nicht unbedingt Folgt leisten, werden sofort festgenommen. Wegen eigenmächtigen Verlassens der Arbeit wurdett insgesamt etwa 4000 Werftarbeiter bis zum 22. Jan. aus gesperrt. Soviel von den heute vorliegenden Hamburger Meldungen. Jedenfalls beweisen diese Krawalle zur Genüge, daß die dunklen Elemente der Straße, einmal in Bewegung gebracht, ganz und gar ihrem Behagen folgen und niicht das aklermindeste fragen nach Parole und Anordnungen. In der Theorie sind die Pläne, die Massen zu dirigieren, wohl durchdacht und jede Kleinigkeit berücksichLrgend; in der Praxis sind ein paar hundert erhitzte Kopfe, Die etwas ganz anderes als politische Rechte wollen, ebensd viel tausend vernünftigen und besonnenen Männern wert überlegen. Tie Leute, die nichts zu verlieren haben, sind schnell dabei, zum Messer zu greifen oder mit Stein-n zu werfen. Wieder andere betätigen eine rohe Zerstörung^ lüft. Verbrecher benutzen die Menschenansammlunb und die entstehende Verwirrung zu Diebereien und Raubzuaen. Ju den Hamburger Telegrammen wurde festgestellt, daß der Pöbel die Ausschreitungen verübte, daß Arbeiter an ihnen nicht beteiligt gewesen sind. Der Pöbel ist eben nicht inr Zaum zu halten. Darum kann man den zum Sonntag geplanten 1 o - zialdemokratischen Kundgebungen gegen ba§ preußische Wahlrecht, besonders in Berlin, nicht ohne Besorgnis entgegensehen. Zwar veröffentlichte der sozialdemokratische Parteivorstand im „Vorwärts 1 die eindringliche Mahnung, Strahendemonstrationen zu unterlassen und bei Bersammluugsauflöstmgen oder nach. Schluß der Versaminlungen den getroffenen Anordnungen Folge zu leisten. Aber kann irgendwelche Gewähr von dew Führer der Sozialdem. dafür übernommen werden, daß nuhr Gesindel aller Art einen Strich durch das Programm enter „wuchtigen, aber würdevollen" Kundgebung macht nnd mit Absicht eine grimmige Auflehnung gegen den Staat in Szene setzt? Anarcksisten der Tat gibt es genug in Berlin, die pielleicht mit Begier diese Gelegenheit ergreifen, am „Nordd. Mlg. Ztg." bemerkt zu der Mitteilung des sozialüemokrat. Parteivorstandes: „Man wirt ja sehen, ob diese Mahnung ernst gemeint ist. Selbst wenn dies aber der Fall fehl sollte, läßt ffch doch nicht vorausschen, ob die Führer die erregten Maßen auch in der Houd behalten werben." . rL In Königsberg machte der kommandierende General bekannt, daß am Sonntag in allen Garni- sonen der Provinz Ostpreußen Truppen mit s ch a r s e r M u n i t i o n bereit gestellt iverden. In B e r t i n und anderen Großstädten aber spricht man davon, daß die beabsichtigten Versammlungen kurzerhand verboten werden müßten. In Dresden und Leipzig sind solche Verbote bereits ergangen. Die „Nationalztg." tvarnt die preußischen Behörden davor, durch Polizeichikanen und Versammlunasverbote für die Sozialdemokratie zu einem AgitatiouZersolge beizutragen. Iluch wir halten ein Verbot i Giessen ßues«) ! Gastspiel' ernseer igatei"1 fei* »r,a,ß' e mit 6--H paar 190,t>«5 fSe**** iiiUcu: „ platz90 L Sperr8i« Zweites Blatt Ist». JlrhvMNH Freira^ 18. Jmnmr- Gietzener Anzeiger 468 tor tmzweckmäßig. Denn t5 toürbe nicht im Ernktana stehen tnit dem Versammlungsrecht und es wurde vor allem em Schlag ins Wasser sein. Tie Sozialdemokratie wird zweifellos für diese Möglichkeit Vorsorge getroffen haben. Atc Folge wäre' daß im Laufe des Sonntags in der näheren und weiteren Umgebung Berlins riesige Versammlungen unter freiem Fimmel stattfänden, und wenn- d Kreis Worms; dem CchrilamtSaspiranten Karl Rausch aus Maar, Kreis Lauterbach, die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Sickendorf, in demselben Kreise. * • Das Ehrenzeich en für Mitglieder freiwilliger Feuerwehren wurde verliehen durch Entschließung S. K. H. des Groß Herzogs den Mitgliedern der freiwill. Feuerwehr zu Nieder-Ramstadt Karl Spengler, Adam Wittersheim, Hch. Castritius, Adam Mahr, Fried. Schmidt, Will). Heppenheimer und Joh. Baumert. • • Erledigt sind: Die mit einem evang. Lehrer zu besetzende L e h r e r st e l l e an der Gerneindeschule zu Schneppenhausen, Kreis Darmstadt. Eine mit einem evang. Lehrer zu besetzende Lehrer stelle an der Gemeindeschule zu Zeilhard, yreiS Dieburg. L. U. Landes-Universität. Dem Assistenten am physiologischen Institut der hiesigen Universität Dr. John Seemann wurde die venia legendi für das Fach der Physiologie erteilt. • • Silberne Hochzeit feiern morgen die Eheleute Julius Löbermann und Frau Katharina, geb. Christ. ** Besitzwechsel. Tas an die Kirchstraße grenzende, die Nr. 43 der Wetzsteingasse führende, 2300 Qm. große Grundstück von Tr. Herrn. Webers Erben ist durch Kauf in Besitz der Stadt übergegangen. Angevlich soll der Kaufpreis 59 500 Mk. betragen. Wie man vernimmt, soll das Gelände zur Errichtung emer Gewerbeschule aus- ersehen fein. * * Tie M i tglieder des Magistrats von Wiesbaden, die aus einer Rundfahrt begriffen sind, weilten heute hier und besichtigten das Museum des Ge- schichtsvereins. Sie reiften sodann nach Marburg weiter. * * Handwerksk ammerergänzungswahlen. Racki der T. Z. sind die Verwaltungsbehörden angewiesen worden, das wegen demnäck)stiger Vornahme der Ergänzungswahlen zur Handwerkskammer vorgeschriebene Feststellungsverfahren einzuleiten und durchzuführen. * * Aus dem Bureau des Stadttheaters. Morgen Samstag geht die Novität „Brüder von St. Bernhard" nochmals außer Abonnement in Szene, doch haben Blockabonnements und Gutscheine Giltigkeit. — Sonntag nachmittag wird „Alt-Heidelberg" als Fremdenvorstellung und Sonntag abenb „Der Hüttenbesitzer" gegeben. — In Vorbereitung sind „Kolberg", „Nathan! der Weis e", „N omeo und Juli a", „Ter Revisor" (Gogols, „Ter Helfet (Philippi) und „Jugend". "Die Tegernseer werden auf ihrer Reise durch Deutschland auch in Gießen Einkehr halten und Sonntag und Montag in Steins Saalbau je eine Vorstellung geben, in denen die arnfn'ante Bauernposse „Di e Bergfexen^ und das in München anfangs von der Zensur verbotene Volksstück „Der Lehrer vom Seespitz" zur Darstellung kommen werden. Bei dem guten Ruf, der den „Tegern- feern* voransgeht, ist ein guter Besuch beider Vorstellungen zu erwarten, zumal eine Verlängerung des Gastspiels ausgeschlossen ist. In den Zwischenakten werden Gesangs- und Rtusikvorträge geboten und ^Schuhplattler* getanzt. • • Der Verein „Kanari a" eröffnete heule morgen leine zweite große allgemeine 9lus st ellung im Hotel Einhorn. Ließ schon die Beschickung von auswärts nichts zu ivünschen übrig, so ist das ganze s)lrrangement als wohl» gelungen zu bezeichnen. Atißer 144 Konkiirrenzsangern, 50 Verkaussvögeln, wurden noch Exoten, Distelfinkbastarde, Futterartikel, Zier- und Heckkäfiqe u. f. w., sowie schöne SehmetterlingSsammtungen ausgestellt. Eine besondere Zugkraft wird wohl die Ausstellung von Karl Müller, Frankfurt a. M., auf das Publikum auSüben, bestehend aus einer größeren Kollektion sprechender Papageien, zahmer Affen und eitrigen Hundert in- und ausländischen Stng- und Ziervögeln. • ? Ein fingierter Raubanfall. Der telegraphisch gemeldete Raubanfall auf den 14jährigen Sohn des praktischen Arztes Dr. C l e m m in D a r m st a d t machte von vornherein den Eindruck der Unwahrscheinlichkeit. Denn man mußte stch fragen, welches Intereffe kann ein herumlungerudeS Individuum, sagen mir ein Verbrecher, daran haben, einen Knaben zu überfallen und auszurauben, von dem er doch annehmen muß, daß er Wertsachen und Geld von Belang nicht bei sich tragt. Die Kriminalpolizei hatte den Verdacht, daß e§ sich um einen fingierten Raubanfall handele, schon gestern Albend. 9lber die Aussagen des Ueberfaüenen lauteten io bestimmt und auch sein Vater war von den Angaben seines Sohnes so überzeugt, daß man schließlich wohl oder übel an den Raubanfall glauben mußte. Immerhin war eS auch merkwürdig, daß die den Täter sofort verfolgenden Soldaten diesen überhaupt nicht erblickten. Heute begannen die polizeilichen Nachforschungen und Recherchen am Tatort selbst. Dabei fand man das Portemonnaie?'des Knaben mit seinem unversehrten Inhalt, ebenso die Uhr, deren Kette allerdings zerriffen war und schließlich den Revolver, au8 dem der Schuß abgegeben worden ist. Aus allen biefen Funden schließt die Polizei wohl mit Recht, daß der Junge garnicht überfallen worden ist, sondern daß er die ihm gehörigen Sachen weggeworfen und sich bann zu erschießen versucht hat. Gründe zu bent Selbstmorb hatte bet Knabe allerdings nicht. Er ist in der Schule als fleißiger, begabter Mensch bekannt, der aber zu phantastischen Ideen hinneigte und nervös, vielfach auch etwas hysterisch veranlagt war. Man müßte sich also seinen Selbstmordversuch so erklären, baß er ihn in einem Zustande nervöser Geistesstörung begangen hat. Dieser Annahme widerspricht aber die Ansicht des VaterS, der seinem Sohn eine solche Tat nicht zutraut und ebenso wie der Knabe selbst, an den Raubanfall glaubt Da der junge Mann jetzt nicht vernehmungsfähig ist, wird man sich noch einige Tage gedulden müffen, bis er selbst die 9(ufflärung über das rätselhafte Vorkommnis gibt. Erfreu^ licherweife ist der Knabe außer Lebensgefahr. • ’ Klein-Linden, 18. Jan. Gemäß der Bestrebungen des Rhein-Main-Verbandes für Volksbildung findet am 20. Januar, abends 8 Uhr, im Saale der „Deutschen Eiche^ ein Volks Unterhaltungsabend statt. An einen Vor-, trag über das Thema: „Aus Klein-Lindens Vergangenheit^ schließen sich an Deklamationen und lebendes Bild: „Szene aus dem Spinnstubenleben vor 100 Jahren". Eintrittsgeld wird nicht erhoben. • * Watzenborn-Steinberg, 18. Jan. Zu der gestrigen Notiz, daß sich der Arbeiter Happel, der vordrer Wochen von seinen Söhnen durch einen Schuß schwer verletzt ivlirde, nach erfolgter Entfernung des Geschoßes außer Lebensgefahr befinde, sei mitgetcilt, daß die betr. Operation von dem prakt. Arzt Wagner aus Gießen ausgeführt wurde. -- Lollar, 18. Jan. Einen großen nationalen ®e- sang slwiet tstr e i t veranstaltet am 24. und 25. Juni berj hiesige Gesangverein Liedertafel aus Anlaß seines 20 jährigen, Besteheirs. Das Mettstreitsingen ift in Stadt- und Landklassen eingeteilt. Schon jetzt haben sich zahlreiche Vereine zur Beteiligung angemeldet, u. a. ans Gießen, Lich, Hungen, Londorf, Langgöns, Nsfenheim und Vilbel. Am 18. März findet hier ein Delegiertentag statt. (w.) Dutenhofen, 18. Jan. Durch Frau Fabrikant K l i n g s p o r au§ Gießen wurden unsere Kinder in der K l e i n- kinderschule hoch erfreut, indem sie eine Anzahl Reinert Schubkarren geschenkt bekamen, mit denen sie sich hoffentlich recht bald im Hof herumtummeln können. Herr Fabrikant Kling- lvor hat der Anstalt 50 Mark geschenkt. Auch die Schwester der Kleinkinderschule wurde freundlich b^'dacht. Diese Liebesgaben wurden mit herzlicher Freude und vielem Dank angenommen; b?mt die Anstalt ist nock) jung und bedarf kräftiger Unter» stützung. Darmstadt, 18. Jan. Prinzessin Ludwig von Battenberg wird um 2.40 Uhr, S. D. der Prinz, von England kommend, gegen 5 Uhr heute nachmittag hier ein treffen, den Tee im Neuen Palais einnehmen und sich abends nach Schloß Heiligenberg begeben. Zürn heutigen Kostümfest im Alten Palais sind an 200 Einladungen ergangen. Die Arrangements sind im Stile des 14. ujnd 15. Jahrhunderts gehalten- Tie Musik stellt die Kapelle des 1. Großh. Infanterie (Leibgarde-f Regiments Nr. 115. (Darmst. Ztg.) Oberscheld, 17. Jan. Gestern nachmittag i/24 Uhr wurde der 19 Jahre alte Bergmann Magnus' von Uebernthal auf bet fiskalischen Grube Eifenzeche durch herabstürzendes Gestein verschüttet. Erst nach zweistündiger, anstrengender Arbeit der Kameraden gelang es, ihn als Leiche zu Tage zu fördern. Dem Veriinglückten war durch einen größeren Stein die Brust eingedrückt. (A. f. b. Dillt.) 0 Marburg, 18. Jan. Heute früh fand man in dem Innern zweier zur Nachtzeit umgewvrfener Litfaßsäulen je einen schlafenden Couleur st udenten. UebrigenS wurden in letzter Nacht eine Anzahl Studenten dabei ertvischt, al- sie sich an diesen Säulen zu schaffen machten. (fc.) Frankfurt a. M., 18. Jan. Die vom 11. Dezember ' vorigen Jahres bis zum 11. März festgesetzte Hundesperre wurde bis zum 16. April verlängert. Gestern soll wieder ein 9 jähriger Knabe von einem tollwutverdächtigen Hunde gebissen worden fein. — Das in der Gaußstraße bedienstete 30 jährige Dienstmädchen Anna Sabine Rot heu büch er aus Oberbesseu- bad), Amt Aschaffenburg, wurde tot im Bett ausgefuudcn. G» hatte sich mit Lysol vergiftet. ■»i's dtt b,n ?'S beibct 9L^7 9ci1t‘ b,ä erben öl'6. r ifij* * ou’n>8'ts ZS*1 ,, Sr**nto, «TI,‘M MH1!"- s^- »hs eintt ’ *'«*n unb ’ ®** 8« be§ nrQL 1',lQbt wachte v° *n ^runilungernbes borQn kiaben, einen 1 ®w dem er doch jb ®eIb °°» Belang 1 d°»< den A«bM ‘"'«l takele, toop -IfberfaQenen laulrint r Don den Angaben HWich wohl ober Immerhin roar es sofort versolgenbea en* Öcute begannen iecherchen am Tatort iaief bc5 Knaben mit ie Uhr, deren Kette i den Revolver, ang i- Aus allen biejen ^echt, baß der Junge i daß er bie ihm ge« ) dann zu erschießen iotb hatte bet Knabe als fleißiger, begabter ifchen Ideen hinneigte krisch veranlagt war. irbversuch so erklären, [er Geistesstörung bericht aber.bie Ansicht che Tat nicht zutroat n Aaubanso// gfax'Mi hmungSsähig ist, roirb üflen, bis er 'M bie mmmiS gibt- Erstem gesaht. -maß der Bestrebungen Iksbildung sindet am der.Teutschen Eiche' statt. An einen Bot- inbenS Vergangenheit' lebendes Bitt: .Szene Zähren'. EintrittSgeü 18. Jan- 8U $>appcl,t® °°rd'° .„ew . )tWo|itS«uBet8ebeni- tr. Operation von bew ^geführt murde. att ntinrt si- * Äni« jenen W n. ßÄ** . A-b-Wi« ns*n w ■■ T. & eintteh 1 nnd lm> . fest is ut-gen $0 Errang«* ergangen- -KL'»»" .»»äff.# '£&& S"'8 MW •?#>* VerwHd>te€ des . 137.00’ . 14380 Türkenlose . . . 98 30 . 244.70 Börse, 19 Januar, Anfangskurse . . 216.10 Ein neues Sparsystem Rühmlichst bekannte:^ 0331 Geldgewinne, zus. ffi.i ] 3 Hauptgewinne« w S hv8/, w Kiefern-Bauholz bis zu 44 (Ltin. Durchmesier, 0 SlWiGmein für MVchev B18/' ae* 460 D‘/„ f ____ ____ _ • _ X TU RK& PABSTs r- V?^ SMKM8 der Veranlagungs- Walltorstraße, Seltersmeg, halb auf jedem Frühstückstisch zu finden sein, echt in blauen Kartons ä 1 Mk., niemals lose. Bahnhofstraße, Marktstraße, Marktplatz, 42 9 45 Elektriz. Lahmeyer . Elektriz. Schuckert . . Esehweil^r Bergwerk . Gelsenkirchen Bergwerk Mänsburg, Neuenbäue, Plockstraße, T’erFner Handelsges. Pannstädter Bank . Peut-sche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. Harpener Bergwerk Laurabütte . . Lombarden E. B Nordd Lloyd . . Tärkenlose . . - 129.50 260.50 226.25 166 90 216.10 24‘7.00 127.30 13100 zur Erlangung eines grossen Kapitals an Kraft und Gesundheit ist der tägliche Genuss des ausserordentlich nahrhaften Hausens Kasseler Hafer-Kakao, der mit Wohlgeschmack leichte Verdaulichkeit verbindet und besonders auch bei Magen- und Darm- Erkrankungen als wohltuend wirkendes Getränk von tausenden von Aerzten empfohlen wird. Vorzüglich 3Ae/0 3% 3'A°/o 3% 3K°/° Mehr als 2 Millionen und zwar zählt man Hamburg - Amerik. Pakctf. Harpener Bergwerk. . . Laurabütte...... Nordd. Lloyd..... Oberschic«. Eisen-Industrie als und und des- Nur Reichsanleihe do. Konsola do. . . Hessen . . Oberhessen aoooooooooo Ziehung 7n 8. u.9.Wr.1SvS. Strassburger 4% Griech. Monopol-Anl. . 53.25 4% äussere Argentinier . 90.30 amte vorznleaen. ~ t Secks Monate nach erfolgter Genehmigung der Plane mitpen die Entwässerungsanlagen vorschriftsmäßig ausgeführt fern. Gießen, den 16. Januar 1906. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. 91? ecu m. iaffelbach im J'.usenmititNL vrogenommen hat, wird berichtet, sie hätten die schon tm Jahre 1900 von Finsen ausgesprochene Ueber^eugung vo kräftiat, daß durch die Lichtbehandlung vielen vermeidenden, möglicherweise auch gewissen Nervenleidenden geholfen werd u könne. . , , . , .. Brüssel, 18. Jan. T'.e Kammer setzte heute die erste Lesung der Antwerpener K r c d i t v o r l a g e fort. Artikel 5, 'in dem die Instandsetzung der vorgeschobenen Befestigungen, ferner die Gewährung eines Kredites von 12 300 000 Francs für die Arbeiten in der zweiten Befestigungslinie, sowie die Bildung eines besonderen^ ryonds von 63 Mill, und die vorläufige Erhebung von 15 Mill, gefordert werden, gelangte mit einem Zusatzantraae ur Annahme, nach dem die Ni-'?eriegung der gegenwär^gen Umwallung vor Ablauf des Jahres 1909 begonnen werden muß. . . . Paris, 18. Jan. Ministerpräsident Rouvrer liey infolge der Meldung, daß dem 7 r o n z ö s i s ch e n G e s ch ä f t s - träger in Venezuela, Taigny, vom Präsidenten Castro die Landung im S? af en von La CJueira untersagt wurde, dem hiesigen venezolan. Ber- treterMaubourguet unverzüglich s ei nePasse überreichen und ihn auftordern, noch heute das französische Gebiet zu verlassen. Maubourguet erklärte, er werde, heute ab.md 10 Uhr vom Rordbahnhofe nach Lüttich abreisen. Dem Gebrauche gemäß wird Mau- bourguet Don einem Polizeikommissar an die Grenze geleitet werden, der über seine Sicherheit zu wachen 'ben wird. C h u r, 18. Jan. (Privattelearamm.) Tie in .nationale Eislaufvereinigung beschloß, die Kämpfe um bie Meisterschaft von Europa im Kunstlaufen und um die Tamenmeisterschaft für 1906 von Berlin nach Tavos zn verlegen. Es gelangen in Tavos am 27. und 28. Januar die Europameisterschaft im Schnell- und Kunstlaufen und die Tamenmeisterschaft der internationalen Vereinigung zum Austrag. Petersburg, 19. Jan. Ein Bahnwärter der Nicolai- bahn fand zwischen den Schienen der 5? 0 f z w e i g b a hn nach Zarskoje Sselo eine in ein weißes Tuch gehüllte Kiste, deren Inhalt er mit einer Kerze in der Hand durchsuchte. Tie Explosion tötete den Wächter und seine drei Söhne, verletzte einen Arbeiter schwer und setzte das Wächterlmus in Brand. feit sei die Ursache schlechter Ernährung, das Kind fei halb ver- hnngert gewesen. Anstsauwalt Jucks beantragte gegen das brutale Weib drei Monate 6feföngni§. Tas Schöffengericht hielt diese Strafe für angemessen unb verurteilte bie Angeklagte hierzu. 0 Marburg', 18. Jan. Der in Studentenkreifen bekannte Dienstmann Groß war von der Polizei in eine Geldstrafe genommen worden, weil er kurz vor Weihnachten mit einer brennenden Laterne und einem großen Plakat nm Hellen Tage vor einem Studentenzug hermarschiert war. Des S ch ö f f e n g e r i ch t svrach den Mann heute frei, weil es sich im vorliegenden Jalle nur um einen Studentenulk bandle, an dem in einer Unwerft- tnfSft-'hf TlTi"*'nr-h ________________ ____________ in Betrieb genommen. . Wir fordern deshalb auf Grund des § 38 der Polrzewerord- nung die Entwässerung von Grundstücken im Anschluß an die städtische Kanalisation in der Provinzial--Hauptstadt Gießen betr., vom 1. August 1904 alle an bie ■“ ' ' " Lindenplatz, 9 Uhr an: 174 Rm. Buchen-Schettholz. 145 r Buchen-Knüppcl, 114 , Buchen-Stöcke, 423 „ Buchen-Reifer. 14 „ Fichten-Derbstangen bis zu 15 Mir. Länge, 38 Rm. Kiefern-Rutzknüppel, 3 Mir. lang, Pfostenholz. Zusammenkunft am Fußpfad von Grüningen nach Garbenteich. Sobann Mittwoch, den 24. d. Mts., doj vormittags Kirchenplatz, Kreuwlatz. Johannesstraße angrenzenden Grundstückseigetttürner, soweit sie nicht beretts Entwässerungspläne eingereicht haben, auf, bie Entwässermigsvlane für ihre Gruubstücke innerhalb brei Monaten bei unserem -Ltefbau- Handel nnd Verkehr, Volkswrrts^aft. Die Diskontermäßigung der Reichsbaust Eine kräftige Anregung hat diese für die Börse erfreuliche ^.atsache nicht gegeben, weil der Satz von 5 Prozent in der dritten Januar- Woche eigentlich noch immer ein reckt hoher Zinsfuß ist und man vie^fack die Meinun hegt, es werde nun halbvrozentweise weiter rückwärts gehen überhaupt ziemlich lange Zeit dauern, bis man auch nur von einigermaßen billigem Gielde sprecken kann. Die steuerfreie Not ureserve beträgt 77 68 Mill. Mk.. Mitte vorigen Jahres betrug s'e 182,82 Mill. Der 6 proz. Zinsfuß war im ganzen etwas über 4 Wocken in Kraft, aber er hat sich namentlich für die Industrie unb auch für viele Handelsbräuchen recht unangenehm bemerkbar gemacht, sodaß in der letzten Zeit in verschiedenen Zeitungen, namentlich auch in Vörsenf rlstvättern man darüber reckt ungehalten war und davon stwach, daß die Einrichtungen d^r Bank in ihrer gegenwärtigen Art und Weise den Verhältnissen nickt mehr ganz entspreche, unb an eine Reform des Modus herangetreten werden solle. Jetzt, da das Schlimmste überstanden ist, wird man wohl kaum mehr darauf bringen. Märkte. fc. Frankfurt a. M., 19. Jan. Orig.-Telegr. des „Gieß. Anz."s Viehmarkt. Zum Verkaufe standen 00 Kälber, 00 Sckafe unb Lwmmel, 420 Schweine; 1. Qual. 78—00 Vfg., Lebenbgewickt 61.00—00 Big, 2. Qual. 77 Pfg., Lebenbaewickt 60.00-00 Pfg., 3. Qual. 70—72 Pfg. Kälber 1. Qual. 00—00 Pf., ebenbgewicht 00—00 Pfa., 2. Qual. 00—00 Pfg., Lebendgewicht Ü0--00- Pfg., Schlachtgewicht 00-00 Pfg. Schafe 1. Qualität rchlacktgewickt 00-00 Pfg., 2. Qualität 00-00 Pfg. Geschäft: : 'Unrft nut, kein Ueberftnnb.______________________ Te!efoBi?scS^e des Giessener Anzeigers, mite'cteilt von der Bank für Hande) Briefkasten 0er ^tedaktion. (Anouvme Anfragen bleiben unberücksichtigt), v. M. in D. Die Frage Sitzung des Provinzial-Attsschusses der Provinz Oberhessen. G i e ß e n , 17. Januar. Zunächst wurde über die Enteignung für das Hauptziel und d i e K l ä r a n l a g e n d e r S t a d t G,t e ß e n Wetter verhandelt. noch Erhebungen erforderlich find über den Wert der £" me ufw. konnte nicht zum Schlüße veryand'stt, sondern mi eine weitere Sitzung auf den 31. d. JJc. anberaumt werden. Siern -.ch . >n b:r G n t c i g n u n n v o n 0) e l andc zur tr r - Weiterung der Haltestelle E h r i n g s h a tt s en, -Mets y^sfc-ld, zur Verh-ndluug. Zu dieser Erweiterung bedarf bie Königs. Eifenbabndireltion Jrankftirt a. M. * cl eines !stolftagerplat-.es der 0).br. Wallach in Alsfeld. Zur freiwilligen Abtretung tu reu diese für den gebotenen Dreis nicht zu bewegen, weshalb i vulicher Enteignungsaiitrag gestellt wurde, ^n der hier uf s!atlsnide>'.den Verhandlung vor der Lwkalkom- mission verlangte der Vertreter d?r Jänna .- Mark vro Quadratmeter des abzutretenden 0-e!änd's. während bei' Vertreter der Eisenbahn qkt dem früheren Gebot von l. 0 pro Qudrat- meter . Die Loläiln-Mission- hielt eme Enftchadtgung von 2.50 Ml. vro Quadratme.er für ausreichend- 4,er Provmzwl- Ausschuß machte diese Schätzung zu der fernen Der Vertreter der Jirnta hatte die Jm-berung in der heutigen Sitzung ouf o yjir. pro Qu^dratnicter erhobt.__ Die glückliche Geburt eines gesunden Mädchens zeigen hocherfreut an Gustav Bergen und Frau 474 Olga geb. Dehn-Rotfels. Heuchelheim, den 19. Januar 1906. . 172.75 . . 148.20 . . 242 00 . . 183.00 . . 188.80 Dresdner Bank ... 166 00 Kreditaktien.....212.30 Baltimore- und Ohio- Eisenbahn .....116.10 Gotthardbahn.....— Lombard. Eisenbahn . . 24.20 Oesterr. Staatsbahn . . . 142.80 Prince-Henri-Eisenbahn . 129.00 ster Saüce. Mayorfna i sei in den Ver° periode von mogenSgruvven 1895 1902 190b von Mill. Mk. Zensiten 2 bis 3 882 1086 1275 3 w 4 335 470 496 4 „ 5 203 236 278 5 , 10 295 386 425 10 “ 15 66 90 102 15 „ 20 29 40 44 20 „ 30 13 18 24 30 „ 50 3 13 15 50 „ 100 2 3 5 100 „ 204 2 2 3 Julius Ruckstuhl Die Beerdigung findet Sonntag den 21. Januar, nachmittags 21/3 Uhr, vom neuen Friedhof aus statt. 478 D - M -r Giessen (Grosser Steinweg 26), Durlach, Heidenheim (Mittelfranken), Ohligs, Düsseldorf, Wald, den 19. Januar 1906. Es hat dem lieben Gott gefallen, gestern nachmittag 4 Uhr unsern lieben, treusorgenden Gatten und guten Vater, Lohn, Bruder, Schwiegersohn und Schwager nach lano-PHi, pchwerem, mit grosser Geduld ertragenem Leiden durch einen sanften Tod zu sich abzurufen. Im Namen der trauernden Hinterbliebenen: Anna Ruckstuhl, geb. Klaas und Sohn. Gesellschaft für Gell- mH MkerkriüSe. Der für den 11. Januar in Aussicht genommene "Vortrag* -es Herrn von Hessc-Wartegg über die KntMcknli i>cs NorS-AuittikmiWka WejicnS findet nunmehr am 25. Januar, abends 8i/i Nhr ^Große Aula im Kollegiengebäude) statt. Eintrittsbedingungen wie seither. v*7, Billig! VoMrmdc! Billig! Sprechende Papageien, Lieder singende AlulsinKen, MW Miichilgassen und zirka 400 deutsche «ud exotische VSgel ♦ ä Stück von 1 Mark an, te/ Zahme drollige Aeficben 0386 stehen nur 2 Tage im Hotel Einhorn zuin Verkauf. Orpheum (Lonys Bierkeller) Schanjenstrasse 18. Täglich große VarietL - Vorstellungen mü stets wechselndem Programm. 412 Anfang Abend» SV, Uhr Anfang Abend» 81/, Uhr Es ladet ergebenst ein Le Wag ne ff*■ Gernhardfscher Zither- n. Mandolinenchor Giessen 459 (Eingetragener Verein). Sonntag, den 28. Januar d. J., 8 Uhr abends im H6iei Einhorn Zithermusik-Abend Karten ffir Nichtmltgüeder in der Musikalienhandlung dea Herrn Cballler 40 Pfg., an der Kasse 50 Pfg. — Mitglieder und Abonnenten de. Vereins frei.Der Vorstand. Die Bier-Grosshandlung von Gotthilf RöhrEe Telephon 344 Marburger Strasse 7 Telephon 344 empfiehlt [280 Giessener Brauhaus 18/i oder 36/3 Flaschen für Mk. 3 — Echt Kulmbacher Sandlerbräu V« Ltr. Fl. 20 Pfg., 1/3 Ltr. 13 Pfg. Mainzer Aktieaibier i/i Fl. 18 Pfg, -/, Fl. 9 Pfg. Nürnberger Tucherbräu _____ V, Ltr. 20 Pfg., V, Ltr. 13 Pfg. Sä Jedes (Quantum frei ins Hans. = Freibank. 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