Nr. 193 Zweites Blatt 156. Jahrgang Samstag 18. August 1906 (trfd>ehti IV-lich mit Ausnahme des Sonntags. Lie „Siehrner Famttienblätter'' werden dem »Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der eWPftyt ränbc mehrerer Händler durchlaufen. Daß dieser Weg unnötig viel Geld kostet, weil alle beteiligten Glieder verdienen wollen, i|t ohne jeden Zweifel. . Düe Verminderung dieser Kosten herbeizuführen, würde bie Ausgabe der zu schassenden Organisation fein Wie das zu geschehen hat, dafür liegen Beispiele vor. Es erfolgt am besten durch den Zusammenfluß zu Vieh-Verwertungs-Genossenf cha - ten Tu letzteren haben fich gut bewulnt. Sie haben nicht nur den Zwischenhandel vecdyöngt, sondern sich auch bei entfprechen- der weiterer Ausbildung > u.-u Einslus; auf die Preisbildung im allaemcinen gesichert. .Du Bichverwertungsgeiwssenfchasten mufien möglichst einheitliche Produktion^ und Absatzverhältnisse und einen so großen Bezirk umfassen, daß in regelmäfjig tunen Zwischenräumen Viehsendungen^abgehen können. Die geschäftlichen Einrichtungen müssen sich den örtlichen Verhältnissen anpassen. Allgemein gültige Vorschriften können im einzelnen nicht erlassen werden. Es sind hierfür nur allgemeine Airhaltspunkte zu geben. Ter kommissionsweise Verkauf hat sich am besten bewährt, jedoch haben einige Genossenschaften auch gute Erfolge mit dem Ankauf des Vieles von den Genossen und Verkauf für ihre Rechnung erzielt. Daß die örtlichen Viehverwertungsgenossen- schasteu die Spannung zwrfthen Marktpreis und Preis ab Stall wesentlich verringern können, dafür ließen sich eine Anzahl zahlenmäßiger Beweise erbringen. Einen allgemeinen preisbildenden Einfluß können die einzelnen Genossenschaften aber nicht gewinnen, sie können diesen nur erlangen bei weiterem genossenschaftlichen Zusammenschluß. Em Beispicl gibt uns hier die Viehzentrale c. G. m. b. H. in Berlin; sie schließe Vertrage mit geeigneten Kommissionären an den Hauptmarktplätzeu ab und sichert dadurch nicht allein für ihre Mitglieder möglichst niedrige Gebühren, sondern verhindert auch die vreisdrückende Konkurrenz der Genoffenschasten untereinander. Sie unterrichtet ferner die Mitglieder über die Marktlage und sucht dadurch Ueberangebote zu gewissen Zeiten und an gewissen Marktorten zu verhindern und reguliert dadurch den Preis zu Gunsten der Produzenten. Daß eine solche genossenschaftliche Organisation der Landwirte auch für die Konsumenten nur vorteilhaft fein kann, liegt auf der Hand, denn eine Verbilligung des Handelsweges für das Schlachtvieh muß zweifellos auch günstig auf die Fleischpreise wirken. Der genossenschaftliche Viehabsatz ist daher nicht nur von landwirtschaftlicher, sondern auch von volkswirtschaftlicher Bedeutung. Eine umfassende genossenschaftliche Organisation der Viehverwertung wird voraussichtlich auch in der Lage sein, durch geeignete Maßnahmen die für die Konsumtion bedrückenden überl^ohen Fleischpreise zu verhindern. Was wir vom Auslande, bezüglich der Fleischversorgung zu erwarten haben, haben wir in allerletzter Zeit gesehen. Das infolge der neuen Handelsverträge erhöhte Einfuhr-Kontingent kann weder von Rußland noch von Oesterreich gestellt werden. Wir sind auf uns selbst angewiesen. Und wir können nur durch genossenschaftliche Organisation helfen. Der Redner empfiehlt aber, bei der Gründung von Genossenschaften sehr vorsichtig zu sein, und nur da Organisationen zu schaffen, wo sie auch sicher existieren können. Die Befürchtung, daß eine solche Organisation die Viehpreise in die Höhe schrauben werde, hält der Redner für unbegründet. Die Organisation kann sich über die allgemeine Marktlage nicht hinweg setzen. Ein Antrag des Berichterstatters fordert: Der GenossenschaftS- tag erklärt: In Erwägung: 1. daß der Erlös aus den tierischen Erzeug-, Nissen eine Haupteinnahmequelle für die große Meßzahl den Landwirtschaftsbetriebe bildet, 2. daß die Landwirtschaft im allgemeinen, insbesondere aber beim Schlachtvieh, jeden Einfluß! auf die Preisbildung im Viehhandel verloren hat, diese vielmehr, abgesehen von der Marktlage, in der Hand eines mehr oder weniger organisierten Zwischenhandels liegt und, 3. daß der Zwischenhandel Formen angenommen hat, die nicht nur preisdrückend für den Produzenten, sondern auch fleischverteuernd für den Konsumenten wirken, ist es dringend geboten, daß die Landwirte sich organisieren, um diese sowohl für die Produzenten^ als Konsumenten ungünstigen Verhältnisse zu beseitigen ober doch zu verbessern. Es empfiehlt sich zu diesem Zweck "bie Begründung von Viehverwertungsgenossenschasten und ihr Zusammenschluß zu umfassenden Organisationen. Ein Mitglied desVorstandes der Vieh-Zentrale führt: aus, daß wir der Oeffnung der Grenzen im Vorjahre sehr nahe waren, und, daß dies nur abgewendet werden tonnte, indem man aus Schleswig-Holstein, roc Genossenschaften bestehen, daK nötige Vieh nach Schlesien schickte. Die anderem eigentlich bafür in Betracht gefommenen Provinzen hätten damals vollständig versagt. In der Debatte wurde weiter betont, daß die Genossenschaften den Lieferungszwang einführen müßten. Die Molkereigenossenschaften wären zweifellos nicht so weit gekommen, wenn sie nicht den Lieferungszwang gehabt hatten. Schließlich wurde die Resolution einstimmig angenommen. Nach einer Frühstückspraufe wurde als Ort des 1907 statt-, findenden Genossenschaftstages Münster bestimmt. Der hessische Verband stellte den Antrag, 1908 den Verbandstag inMainz abzuhalten und damit die Feier des 25 jährigen Bestehens des, Reichsverbandes zusammenzulegen. Darauf sprach Senator Rechtsanwalt Jhlefeld-Grevesmühlen über: Die bisherigen Erfahrungen mit der Veranstaltung! von Butter au kt io neu und die Zweckmäßigkeit eines weite-, ren Ausbaues solcher Veranstaltungen. Die leitenden Gesichts-- puntte sind folgende: Die meisten Mschlüsse seitens der Molkereien und auch seitens von Privaten werden nach den Blttter- notierungen in Hamburg, Berlin oder Dresden gemacht. Diese Butternotterungen sind aber keineswegs zuverlässige, wie daraus ersichtlich, daß biefeiben von den Händlern in vielen Fällen mit 4—5, ja 7 und 8 Mark überschritten werden, während in: anderen Fällen, sich berufend auf die Butternotierung, die Händler nur eben genau nach dieser zahlen. Hierdurch werden namentlich die kleineren Molkereien und die kleineren Privatleute, welche mit den Verhältnissen nicht so vertraut sind, geschädigt und es wird eine Ungleichheit in der Bezahlung der Butter herbcigesuhrt, welche nicht gerechtfertigt erlernt. Man hat nun im Laufe der Zeit dies auf verschiedene Weise zu bessern versucht. Es hat aber alles nicht geholfen und so bat man sich die Frage vorgelegt, ob nicht auch in Dresden und Lerliu, als den Hauptbuttermärkten für Norddeutschland, durch Einrichtung von Lutterauktionen, wie solche in Hamburg schon lange eingerichtet sind, diesen Uebelftänben abgeholfen werden tonne, damit endlich einmal gesunde Verhältnisse auf den Butteri Märkten geschaffen werden. Ein Eintrag des Berichterstatters fordert: Der Genoffenschaftstag erklärt: Der Reichsverband ivirb gebeten, in Rücksicht auf die noch immer nicht gesicherten Verhältnisse der Butternotierungen an den Hanptmärkren und die dadurch herbeigesührte Schädigung, namentlich der kleineren Butterproduzenten bte bisherigen Erfahrungen über die Veranstaltung von Bulterautlionen, wie sie bereits längere Zett in Hamburg bestehen, einer eingehenden Prüfung zu unterziehen und im Fall ihrer Zweckmäßigkeit die erforderlichen Maßnahmen zu einem weiteren Ausbau solcher Veranstaltungen namentlich die Einführung solcher Auktionen in Dresden und Berlin in die Wege zu leiten. Ter Antrag wurde angenommen. Senator Rechlsamvalt I h l e f e l d-Grevesmühlen spricht über; die Fürsorge für die Verbands- und Genossenschailsbeamten, insbesondere durch die int Rcichsverbande bestehenden Versorgungseinrichtungen. Ter Berichterstatter klagt über die mangelnde Benutzung der Wohlsahrlseinrichtungen und fordert die Versammlung auf, für diese Einrichtungen zu agitieren. Es lag dazu ein Antrag Rostocks vor, der in folgender Fassung angenommen wurde: Ter Reichsverband wolle banir Sorge tragen, baß alle bemfclben an- geschlossenen Verbänbe jährlich einen festen Beitrag in Höhe von zwei Prozent ber Beitragssumme, welche bie Verbände von ihren Mitgliedern erheben, zur Beamtenwohlsahrtskaffe, eventuell unter Festsetzuiig eines Höchstbeitrages, leisten. IrrrchLvare Krdveven. Wir erhielten gestern in später Nachmittagsstunde folgende Drahtnachricht, die wir alsbald durch Aushang bekannt gaben: Newyork, 17. Aug. Hier eingegaugene Kabelmeldungen besagen, daß Valparaiso in Chile durch ein Erdbeben heim- gesucht worden ist. Viele Personen seien getötet und viele verletzt. Alle Gebäude seien beschädigt. In allen Teilen der Stadt wüten Feuersbrünste. Die Kabelverbindnngeu nach sudamerikanischen Punkten seien zerstört, nur die Verbindung via Lissabon sei offen. Heutige Meldungen besagten: Newyork, 17. Aua- Die Central-South-Amerikan Telegraph Company stellte die Verbindung mit Valparaiso wieder her. Ein hier von dort eingegangenes Telegramm besagt, daß Teile der Stadt die ganze Nacht hindurch brannten. Hunderte von M e n s ch e n sind unter den Trümmern der Häuser begraben. Newyork, 17. Aug. Nutzer Valparaiso wurde auch Mendoza in Argentinien von dem Erdbebeir heimgesucht. Nach mehreren Berichten soll auch dort der Schaden und Verlust an Menschenleben grob sein. Newyork, l'7. Aug. Das Erdbeben trat ein, als alle Theater und Cafös gefüllt waren. London, 18. Aug. Das Erdbeben sand vorgestern abend 7 Uhr 40 Min. statt. Die Erdstöße folgten schnell auseinander. Sie waren begleitet von Feuerausbrüchen und einer allgemeinen Panik der Valparaisoer Bevölkerung. Die Kabel-Telegravhisten flohen, kehrten aber morgens zu ihrer Station zurück und meldeten, daß die untere Stadt nicht zerstört und die unmittelbare Gefahr vorüber sei. Die Ziffer der Unglücksfälle und der Verlust an Menschenleben scheint nach Angabe der Agenturen groß zu sein. Die meisten britischen Versicherungs-Gesellschaften sind in Valparaiso interessiert. Paris, 18. Aug. Die Hilfsaktion hat bereits begonnen. Das Erdbeben soll an der ganzen Bergkette der Provinz verspürt worden sein. Auch die Stadt Los Santos hat schwer gelitten. In Buenos Aires herrschte wegen des Erdbebens große Panik, doch sind die Zerstörungen unbedeutend. Was hing toir, 17. Aug. Das Staatsdepartement hat bisher vergeblich versucht, mit seinen Vertretern in den chilen. Städten in Verbindung zu treten. Es war unmöglich, irgend welche Einzelheiten zu erlangen. Alles deutet aber auf weitgehende Verwüstungen hin. Prozessor Milner, der ein seismographisches Institut auf der Insel Wight hat, erklärte, daß nach den Aufzeichnungen seiner Instrumente das Erdbeben in Chile an Heftigkeit der San Franziskoer Katastrophe gleich komme. Auch in den südwestlichen Grenzgebieten Tirols und in dem Camonicatale wurde ein wellenförmiges Erd- beben verspürt.___________________________________.__________________ Die bab-rische Spieleraffäre vor dem» Kriegsgericht. (Von unserem Korrespondenten.) (Unberechtigter Nachdruck verboten.) S. u. H. Landau (Pfalz), 17. Aug. Landau steht heute im Zeichen des Sensationsvrozesses gegen den Leutnant im 3. Bahr. Cheveauxlegers-Reg'iment Kurt Mühe aus Dieuze in Lothringen, den Haupthelden in der großen bahr. Spielerassäre, die durch den S e l b st m o r d v e r s u ch des Grafen Max v o n P r e y s i n g in Florenz Aufsehen erregte. Die Vorgänge spielen fast ausschließlich in der kleinen Garnison Dieuze. Das Regiment hatte in der letzten Zeit zahlreiche Angehörige des bayerischen Jungadels in seinem Offizier- korps und Mühe soll es gelungen sein, die Kavaliere zur Beteiligung an einer regelrechten „Spielhölle" zu veranlassen. Als Graf von Preysing in der Aufregung über eine veru- unglückte Spekulation in italienischen Bergwerksaktien zum Revolver griff und damit das Seben und Treiben in den jung- adeligen Kreisen Bayerns ausdeckle, begab sich Mühe in das Sanatorium „Neu-Wittelsbach". Dort wurde er jedoch auf Antrag seines Regimentskommandeurs festgenommen. Der des versuchten Betruges und einer dienstlichen Falschmeldung beschuldigte Mühe ist ein hübscher schlanker junger Mann mit einem kleinen rötlich-braunen Schnurrbart. Sein Gesicht, das den Lebemann verrät, ist tiefblaß. Er trägt nwosgrüne Gala- Uniform der Cheveaurlegers-Offiziere. Der Vorsitzende, Oberstleutnant z. D'. Fuchs, eröffnete die Verhandlung: Sie werden beschuldigt, den Herzog Ludwig Wilhelm wiederholt um Bürgschaftsleistungen in einer Gesamthöhe von ea. 180000 Mark erfolgreich angegangen zu haben, indem Sie ihm verspiegelten, Ihr Onkel Gernsheim in München werde Zahlung leisten. Angekt.: Ich habe nicht absichtlich falsche Anaaben über die Deckungsmöglichkeiten gemacht. Was ich Sr. Kgl. Hoheit in dieser Beziehung erzählt habe, geschah durchaus im besten Glauben und teilweise habe ich diesen Glauben auch heute noch. Ich fühle mich deshalb keiner Schuld Sr. Kgl. Hoheit gegenüber bewußt. Bors.: Bei einer Vernehmung vor dem Ehrenrat sollen Sie ebenfalls über Ihre Vermögensverhältnisse falsche Angaben gemacht haben. Angekl.: Ja, ich wußte aber nicht, daß mir dies als eine falsche dienstliche Meldung ausgelegt werden könnte. Mühe bestreitet nicht, daß er schon bald nach seiner Ernennung zum Leutnant in eine mißliche Vermögenslage gekommen fei. Er habe sich mit Wechseln zu helfen versucht, die er mit Lts. Vogl und Schmitt zusammen gemacht habe. Vhdlf.: Wieviel nahmen Sie aus? Augekl.: 20 000 Mark. Die Wechselbeziehungen wuchsen mir schließlich über den Kopf, sodaß ich schließlich nicht mehr wußte, woran ich eigentlich war. Die umlaufenden Wechsel lauteten über höhere Beträge, als ich glaubte. Ich hatte Blankoakzepte ausgegeben, hatte erhalten, was die Geldgeber wollten, und diese hatten geschrieben, was sie wollten. Erhalten habe ich nur 6 bis 10 000 Mark. Vhdlf.: Mso im Maximum nur den vierten Teil von dem, was Sie wollten? Angekl.: Ja. Ich habe mich dann an meine Eltern und Verwandten gewendet. Die Mutter half mir teilweise aus, mein Onkel schickte mir 2600 Mark und meine Tante gab mir hinter seinem Rucken nach und nach etwa 10 000 Mark. Im Februar kam ich mit dem Herzog in ein Gespräch über meine Verhältnisse. Ich setzte ihm schließlich einen Bürgschaftsschein über 35 000 Mk. auf. Ich muß auch bemerken, daß ich die Absicht hatte, mich reich zu verheiraten. Se. Kgl. Hoheit schien die ganze Sache sehr leicht zu nehmen. Vhdlf.: Wie waren die Vermögensverhältnisse Ihrer Eltern? Angekl.: Ich nehme an, daß schon dies zur Deckung meiner laufenden Verbindlichkeiten aus- reichen würde. Vhdlf.: Sie haben doch aber noch zwei Geschwister, das Vermögen verteilt sich also doch sehr. Und dann war Ihre Schuldenlast schließlich aus 180 000 Mark angewachsen. Angekl.: Meine Mutter hatte mir immer ausgeholsen. Ich war also der Meinung, daß die Eltern gutsituiert seien. Und dann stand meine Heirat in Aussicht. Vhdls.: Der Name der Dame tut nichts zur Sache. Sie war eine Freundin Ihrer Schwester und Sie hielten Sie für sehr reich. Die Hochzeit sollte im Oktober stattfinden. Weshalb ist die Heirat nun aber nicht zustande gekommen? Angekl.: Weil die Mitgift nicht so groß war, wie ich angenommen hatte. Es hieß, es kämen mindestens 500 000 Mark in Frage. Das stimmte aber nicht, und dazu kam dann auch noch, daß man von den umlaufenden Wechseln gehört hatte. Vhdlf.: Und wie war es mit den Aussichten bei Ihrem Onkel Gernsheim? Es ist'festgestellt, daß auf Ihren Anteil nur ca. 28 000 Mark kommen. Angekl.: Der Onkel galt als Millionär und ich nehme an, daß sich sein Vermögen inzwischen verdreifacht habe. Vhdlf.: Trotzdem hat Ihr Onkel bei seiner Vernehmung erklärt, er denke nicht daran, so viel für Sie zu tun, wie Sie erwarteten? Angekl.: Das wußte ich damals nicht. Auch habe ich mich immer an die Tante gewandt. Sie führte die Bücher und auch die Kasse. Der Verhandlungsführer ging dann die einzelnen Bürg- schastsleistungen des Herzogs Ludwig Wilhelm durch. Trotzdem der Herzog erklärt hatte, er unterschreibe bei seiner exponierten Stellung prinzipiell keine'Wechsel und wolle " auch nichts damit zu tun haben, habe Mühe doch Wechsel gezogen unter der falschen Vorspiegelung, die früheren Bürgschaften seien inzwischen erledigt. In bezug kruf die Bürgschaften selbst stellte der Verhandlungsführer fest, daß die Scheine von Mühe bei der Firma Mix und Holzscheer in Straßburg in Zahlung gegeben wurden und daß Mühe für eine dieser Bürgschaften über 40 000 Mark nur 30000 Mark erhalten hat. Bert. R.-A. Hauck: Ich möchte hervorheben, daß der Angeklagte auf den baldigen Tod seines Onkels rechnen konnte, da dieser im 80., die Tante im 79. Lebensjahre steht. Hierauf bemerkte der Anklagevertreter: Es steht außer Frage, daß der Herzog Ludwig Wilhelm als Kronzeuge für diesen Prozeß in Frage kommt. Das Gericht beschloß darauf Die Vernehmung des Herzogs. Der Zeuge, der einen sehr schüchternen Eindruck macht, er Harte auf Befragen, daß er Zeugnis ablegen wolle. Zur Personalfeststellung gibt er an, daß er 22 Jahre alt und der jüngste Sohn des Herzogs Dr. Karl Theodor von Bayern (des bekannten Augenarztes) sei. Gegenwärtig stehe er als Leutnant in Dieuze. — Vhdlf.: Es handelt sich darum, daß Kgl. Hoheit zweimal Bürgschaft für Mühe geleistet haben sollen und daß dieser Ew. Kgl. Hoheit bei dieser Gelegenheit unwahre Angaben über seine Vermögensberhältnisse und über seine Aussichten, Deckung aufzunehmen, gemacht haben soll. Was können Ew. Kgl. Hoheit dazu angeben? Zeuge: Leutnant Muhe kam Ende März d. I. zu mir und bat mich, eine Bürgschaft über 35 000 Mark zu unterschreiben. Ich weigerte mich anfangs, dies zu tun und da gab er mir an, daß die Sache vollständig gefahrlos für mich sei, ich würde niemals irgend welche Schwierigkeiten damit haben und keinesfalls zu einer Zahlung herangezogen werden. Vhdlf.: Ew. Königs. Hoheit haben nur aus kameradschaftlichen Gründen für den Angeklagten gebürgt? Zeuge: Ja, ich war unbedingt der Meinung, daß es vollkommen ausgeschlossen sei, daß man mich jemals aus der Bürgschaft in Anspruch nehmen würde, noch daß mein Name damit in Verbindung Tante. Vhdlf.: In der Folge sind dann Ew. Kgl. Hoheit an den Vater und den Onkel des Angeklagten herangetreten? Zeuge: Ja, der Onkel sagte aber, daß er von den 60 000 Mark nichts wisse und der Vater konnte nur für die 100 000 Mark gut sagen, die er aus der Erbschaftsmasse des Onkels einmal zu bekommen hofft. Weiterhin bekundet der Zeuge noch, daß er auch mit den Geldgebern Mühe's in Straßburg, Stuttgart, Dortmund und München in Verbindung getreten sei und schließlich den Bürgschaftsschein von dem R.-A. Damm in München zurückerhielt. Er habe Damm gesagt, daß sein Vater die Zurückziehung des Scheines wünsche. An- Hagevertreter: Haben Ew. Kgl. Hoheit in näheren Beziehungen zu dem AngeHagten gestanden, als nur in kameradschaftlichen? Ich greife der Verteidigung vor, die behauvtet, daß so freundschaftliche Beziehungen zwischen Sr. Kgl. Hoheit und dem Angeklagten bestanden hätten, daß Kgl. Hoheit ausdrücklich erfiärt habe: Für jeden Anderen würde ich nicht unterschrieben haben. Vhdlf.: Das Gericht lehnt alle diese Fragestellungen und ebenso die von der Verteidigung beantragte Verlesung des Briefwechsels zwischen Sr. Kgl. Hoheit und dem Angeklagten als nicht zur Sache gehörig, a b. Es wurde dann Fräulein Emma Mühe, die Schwester des AngeHagten, ein schlankes, hübsches, junges' Mädchen in eleganter Toilette, vernommen. Vcrt.: Ist es richtig, daß Ihr Onkel wiederholt gesagt hat, er könne sein Geld doch nicht mit ins Grab nehmen, und daß er, als in der Zeitung die Nachricht stand, der verstorbene südafrikanische Millionär Alfred Beit habe einmal erHärt, auf ein paar Millionen sei es ihm niemals angenommen, sagte: Ihm, dem Onkel, komme es auch nicht auf ein paar Hunderttausende an; Zeugin: Ja. Bert.: Er soll in den nobelsten Verhältnissen leben, überhaupt nur Champagner trinken und allgemein für einen Millionär gehalten worden fein. Vhdls.: Das Sekttrinken läßt keinen Schluß auf die Vermögensverhältnisse zu. (Heiterkeit.) Der folgende Zeuge ist 'der Kaufmann Lurtz aus München, der bei der Vermittlung der Geldgeschäfte des AngeHagten tätig war. Auf eine Frage des Verteidigers beTunbet der Zeuge, daß Mühe im Sanatorium „Neuwittelsbach" sehr aufgeregt gewesen sei und eine Operation durchgemacht habe. Kaufmann Jonathan Gernsheim hat angegeben, daß er nur 3—400 000 Mark Vermögen habe. Er habe mit feiner Frau schon vor der Geburt Mühe's ein Testament gemacht, wonach auf die Familie Mühe nur insgesamt 30 000 Mark entfielen. Davon stünden also dem AngeHagten nur etwa 10 000 Mark zu, die die Mutter desselben nach und nach schon bekommen habe. Es sei ganz unmöglich,. daß der 9lngeHagte glauben durfte, er, der Onkel, werde mit 40 000 Mark für ihn einstehen. Er habe diesen wiederholt tvissen lassen, daß er seine Hand ganz von ihm abziehen würde, falls er sich nicht bessere. Auch die Gattin dieses Zeugen hat ausgesagt, daß der AngeHagte auf weitere Unterstützungen als die erhaltene und auf ein größeres Erbteil nicht zu rechnen habe. Im Anschluß an diese Vernehmungen wurde dem Herzog Ludwig Wilhelm seine Aussage zur Unterschrift vorgelegt. Der Verhandlungsführer begleitete diesen 9lkt mit den , Worten: Ew. Kgl. Hoheit bitte ich untertänig st, die Eidesformel zu unterzeichnen! Es folgte das Plaidoyer des Anklagevertreters, Kriegsgerichts- rats Ott. Wie der AngeHagte, so führte der Anklagevertreter aus, in feine mißliche Lage gekommen ist, darüber brauche ich nichts zu sagen. Er ist in die Hände eines Weibes geraten, denen er sich nicht mehr zu entziehen vermocht, hat. Alles fei unwahr gewesen, was der Angeklagte von diesem Onkel und von seinen s onstigen Verhältnissen erzählt habe. Einen solchen „reichen Onkel", der mal zu Weihnachten mit 20 Mark herausrücke, habe am Ende Jeder. (Heiterkeit.) Ich halte den AngeHagten in vollem Umfange schuldig. Er hat die Uniform seines Regiments, seines Königs in der gemeinsten Weise beschmutzt. Ich beanttage wegen des Betruges 2 Jahre Gefängnis, wegen des versuchten Betruges 4 Monate Gefängnis und wegen der dienstlichen Falschmeldung 42 Tage Stubenarrest. Rechtsanwalt Hauck-Landau: In bezug auf die entgegen» stehenden Aussagen des Herzogs Ludwig Wilhelm sage er: Irren ist menschlich, auch bei einer Königlichen Hoheit. Der Angeklagte könne nur wegen der von ihm selbst eingestandenen dienstlichen Falschmeldung bestraft werden. Nach kurzer Beratung verkündete der Verhandlungsführer folgendes Urteil: „Der AngeHagte wird wegen Betruges und in einem Falle wegen Belügung eines Vorgesetzten zu 15 Tagen Gefängnis und Dienstentlassung verurteilt. Von der Anklage des versuchten Bettuges wird er freigesprochen. Aus StaM und Lund. Gießen, den 18. Aug. 1906. * • Am Kriegerdenkmal spielt morgen mittag um 12 Uhr unsere Regiments-Kapelle folgende Stücke: Feft- Ouverture von Lortzing; Luna-Walzer von Lincke; Im Zeichen des Mars, Patr. Potv. von Herold; Altheff. Fahnen- Marfch aus der Zeit Ludwig VIII., bearbeitet von Krautze. • • Besitzwechsel. Der Schuhmachermeister Gg. Emil Baum erwarb vom Rentner Wilh. Jughardt einen Garten auf dem Gartfelde an der Steinstraße zum Preise von 10000 Mk. * * Statistik über die Tanzbelustigungen. Im Laufe des letzten Jahres haben die Tanzbelustigunqen dem Hess. Staate 1 7 2 96 3.5 0 Mk. eingebracht. Die Stempelgebühr wird scheinbar von den Wirten gezahlt, in Wirklichkeit aber von den Tänzern getragen und somit können wir von einer freiwilligen Steuer sprechen, die die Tänzer sich auferlegt haben. In der Summe von 172 963.50 Mk. stecken nur 66 665.50 Mk„ die für die an den Kirchweihfesten stattgehabten Tanzbelustigungen gezahlt wurden, während bei? Rest von 106 338 Mk. aus Tanzbelustigungen bei anderen' Gelegenheiten eingegangen ist. Während also die Kirchweihen mit nur 381/? Proz. an den Tanzgeldern beteiligt waren," entfielen auf die übrigen festlichen Veranstaltungen mit Tanz 61V2 Proz. Interessant ist es auch zu beobachten, in welchen Teilen Hessens am meisten getanzt oder wenigstens die meiste Tanzsteuer bezahlt würbe. Wir finden nämlich, daß in den! bedeutendsten Industriegebieten auch das Vergnügen am bedeutendsten war. An der Spitze marschieren Darmstadt/ Mainz und Offenbach, von denen ersteres mit rund 21000 Mk. Mainz mit rund 20 000 Mk. und Offenbach mit 19 000 M^ beteiligt war. Dann folgen WormS mit 12 000 Mk„' Gießen mit 11000 Mk. usw. Am allerwenigsten scheint im Kreise Schotten das Tanzbein geschwungen worden zu sein. Wenigstens verzeichnet die Statistik für diesen ganzen Kreis als Einnahme aus den Tanzbelustigungen nur die Summe von 2274 Mk. Dieser große Kreis hatte also bloß ein Zehntel von der Beitragssumme jeder der drei erstgenannten Städte zu entrichten. * * Heuchelheim, 18. Aug. Morgen findet hiev die Kirchweih statt. Die Fuldaer Artillerie-Kapelle wird konzertieren. 8. Wetzlar, 16. Aug. Die neue ChristuSkirche steht soweit vollendet da, daß ihre Einweihung wohl noch im Herbste vollzogen werden kann. Sie ist für 512 Sitzplatze berechnet. sd. Darmstadt, 17. Aug. Der Zellh ausener Mörder ist spurlos verschwunden. Man wird da an die Ermordung des Privatiers Döring im Stadtwald erinnert, die vor zwei Jahren erfolgte. Auch damals verschwand der Tater und man erwischte ihn bis heute nichts Hoffentlich hat die Polizei im jetzt vorliegenden Falle mehr Glück. In Bergen bei Frankfurt ist, wie wir hören, ein, Handwerksblirsche festgenommen worden, auf den die Personal-^ beschreibung passen soll. Oberstaatsanwalt v. Heffert unb, Kriminalkommissar Repp haben sich heute borthin begeben,! um ben Verhafteten zu vernehmen. — Eine aus Brauern,! Mitgliebern bes Gastwirtevereins unb „freien" Gastwirtes bestehenbe Kommission berät zurzeit eifrig über einen MobuS, ber bie Bierpreiserh öhung beseitigen ober milbern, soll, ohne aber anbererseits ben Brauern Opfer zuzumuten. Man barf gespannt sein, was bei ber Sache herauskommen wird. Nach der ganzen Sachlage dürften aber die Brauereien ben Kürzeren ziehen, benn Wirte unb Konsumenten ftnb nicht! gewillt, ben Bieraufschlag zu tragen. Frankfurt a. M., 17. Aug. Die Person, die vor, einigen Tagen in einer Wirtschaft in der Altstadt ein Paket! abgab, in dem sich die Leiche eines neugeborenen Kindes befand, ist gestern verhaftet worden. Es ist die Frau Katharina Welzbacher aus Fechenheim, die in einem Geschäft auf der Zeil als Verkäuferin tätig war. Die Sektion der Kindesleiche wird ergeben, ob das Kind eines gewaltsamen Todes starb. . sd. Homburg v. b. H., 17. Aug. Das „B. hat sich melben lassen, daß hier die Frankfurter Kriminal- polizei vor Ankunft des Kaisers eine große Suche nach! Anarchisten veranstaltet habe, die jedoch ergebnislos verlaufen fei. Davon ist kein Wort wahr. Wenn ber Kaiser, hier weilt, werben lebiglich bie Frembenlisten einer genaueren Kontrolle als sonst unterzogen. Diesmal ist aber nichts ber» artiges geschehen. AnberS lag die Sache im April d. I., wo ber Kaiser längere Zeit hier wohnte. Da glaubte man,, baß Gefahr im Anzuge sei. Denn e§ logierte sich eines Tages ein Mann aus Bockenheim ein, ber bei ber Frankfurter Kriminalpolizei als Anarchist bekannt ist. Man begab sich, als man seinen Namen in der Fremdenliste sah, in ba§ betr. Hotel, aber ber Mann war bereits roieber abgereist.. Was er hier wollte, ist nicht aufgeklärt. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den Nachbarstaaten. Der Bahnassistent Vohwinkel, von beffen Verschwinden aus seinem Wohnort Ar heil gen wir Mitteilung machten, hat sich bei ber Darmstäbter Polizei gestellt unb wurde in Haft genommen. — Im Hemd ist ber Einbrecher Ernst Bormann aus dem OfsenbacherK rankenhaus eNachts entwichen. Er hatte vor einigen Wochen einen Einbruch in ein Haus in Bürgel verübt, war habet abgefaßt worben unb hatte eine so fürchterliche Tracht Prügel beFomnten, baß er ins Krankenhaus ausgenommen werben mußte. — Bei Butzbach fanden Felbarbeiter einen jungen Fasan, ber 4 normal entwickelte Beine, aber verkrüppelte Flügel hat. — In Rübesheim würbe bie Leiche eines jungen Mädchens aus dem Rhein gelänbet. Sie trug eine weiße Bluse mit Bltimenmuster unb Spitzen, roten Rock und bunkelblauen Unterrock, war 1.60 Meter groß, kräftig gebaut, hatte schwarze Haare unb braune Attgen. — In Frankfurt sollte am 16. August im Variötö-Theater des Hippobroms eine Gala- Vorstellung stattfinben, allein bie Bühne war von ben Gläubigern abgebrochen worben, sobaß bas Publikum tüieber abziehen mußte. Die Künstler ftnb nun augenblicklich brotlos. — Auf ber Herkules-Bergbahn in Wilhelms höhe stieß ein mit Kurgästen besetzter zu Tal fahrenber Zug mit einem aufwärts fahrenben Güterzuge z tt f a in m e n. Dabei wurden 6 Damen verletzt, barunter drei schwer, am schwersten Frau Professor Schubert aus Dresden. Der Güterzttg war verspätet abgefahren. — In Bingerbrück ist ein Handwerksbursche, der von einem Mainzer Automobil überfahren wurde, seinen Verletzungen erlegen. — In Niedertiefenbach erhängte sich derKassierer des Ratseisenvereins, weil seine Ver- Haftung wegen beaanaener llnregesntäßigkeiten bevorstand. Mrchliche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. Nächstkünstigen Sonntag, den 26 August, findet Beichte und heil. Abendmahl für die Matthäus- und Markusgemeinbe gemeinsam im Hauptgottesdienst statt. Anmeldungen dazu werden vorher bet dem Pfarramt der Mattbäusgemeinde erbeten. Babtfs grefjte Hreude ZM L 30 Pfg., Einpudern mit Nasalan-Toilette Streupulver ä 60 Pfg. ober Einfetten mit Ngfalan-Toilette-Cröme ä. 10 unb 30 Pfg., denn dies erzeugt unbefchreibliches Wohlbehagen. Rur echt und rein mit Rctorten-Marke und NamenszugDr. Adolph List. Packungen _______________ohne diese weise mau zurück! '__hv 4 2t in ber Entwicklung ober beim Lernen zurückbleibende Kinder, sowie blutarme, Jid) mattfühlende unb nervöse überarbeitete, leicht erregbare, frühzeitig erschöpfte Erwachsene gebrauchen als Kräftigungsmittel mit großem Erfolg Dr. Hommcl'ö Haematogen. Der Appetit erwacht, die geistigen und körperlichen Kräfte werden rasch gehoben, das Gesamt-Nervensystem gestärkt. u Alan verlange jedoch ausdrücklich das echte »,Dr. Hommel s Hacmatogeu unb lasse sich keine der vielen Nachahmungen aui- reben. Städtischer WohnunMchmis Gießeu. Gartenstrabe 2, Zimmer Nr. 2. (Geschäftsstunden von 8—1 und von 8—6 Uhr.) Es sind zn vermieten; 1 Wohnung v. 8—9 Zunmern, 1 Wohnling v. 6—8 Zimmern, 1 Wohnung von 6 Zimmern, 4 Wolmungen von 5 Zimmern, fünf Wohnungeii von 4 Zinunern, 2 Wohnungen von 3 Zimmern, 1 Wohnung von 2 Zimmern, 2 Wohnungen von 1 Zimmer, 5tuet möbl. Zimmer, 2 Laden, 1 Werkstatt. Zu mictcu gesucht: B18/a 35 Wohnungen von 1—8 Zinunern, 1 möbl. Zimmer. Die Vermieter haben eine Einschreibgebühr zu entrichten und ßwar für eine Wohnuitg mit einem jährlichen Mietwert bis 300 Mk. einschließlich 0,20 Mk., von mehr als 300 Mk. bis 500 Mk. einschließlich 0,50 Mk., und von mehr als 500 Ml. 1,00 Mk.; außerdem ist für jede Wohnungsanmeldung 1,00 Mk. zu hinterlegen. Für dre Wohnungssuchenden erfolgt die Vermittelung unentgeltlich. Städtischer Arbeitsnachweis Wen. Gartenstraße Nr. 2, Zimmer Nr. 2. ES könne» eingestellt werden: 2 landwirtsch. Arbeiter, 1 landwirtsch. Magd, 2 Schmiede, 5 Schlosser, 1 Elektromonteur, 1 Lackierer, 6 Schreiner, 1 Waschfrau, 3 Glaser, 1 Anstreicher, 1 Stallbursche, 1 Küchenbursche, eine Küchenmagd, 1 Kutscher, 2 Dienstmädchen, 3 Lattfsrauen, 1 Laufmädchen. Lehrlinge: 2 Schlosser, 1 Elektromonteur, 1 Schreiner, 1 Kellner gegen Vergütung. ES suchen Arbeit: Bl8/8 1 Maschinist oder Heizer, 2 Waschfrauen, 1 Putzfrau,! Flickerin, 1 Installateur, 1 Kaufmann, 1 Ausläufer, 1 Lagerarbeiter, 1 Fahrbursche, 1 Haus- oder Bureaudiener, 1 Bureaugehilfe. Bekanntmachung. Betr.: Kommerzienrat Heichetyeim-^riftuug. Aus der Kommerzienrat Heichelheim-Stiftung sind am 1. November 1906 1220 Mk. zu verteilen. Nach § 3 der Stiftungsurkunde können zur Bewerbung nur zugelassen werdeit: a) Personen, die während des Feldzuges 1870/71 im Militärverhältnis gestanden haben und b) Frauen und Kinder solcher Personen vorausgesetzt, daß fie einer derartigen Unterstützung würdig und bedürsltg sind und vom Tage der Bewerbung ab rückivärts gerechnet mindestens zwei Jahre unnnterbrochett in Gießen ge- tvohnt haben. Bewerbungen sind bis zum 30. Septenrber d. Js. im Bürgermeistereigebäude, Zimmer Nr. 15, schriftlich ober mündlich emzu- reichen unter Vorlage der bie Erfüllung der Bedingungen nachweisenden Papiere. Gießen, am 16. August 1906. B18/8 Gwßherzvgliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Georgi. Grummetgrasverfteigernng. Das diesjährige Grummetgras von 15 Morgen Freiherrlich von 9iordeck zur Rabenauischeu Wiesen und Gärten in der Gemarkung Alten-Buseck soll nächsten Mittwoch de» 22. August, vormittags von 11 Uhr an in der Wirtschaft des Herrn Otto Rabenau zu Alten-Buseck versteigert werden. Großeu-Buseck, den 17. August 1906. 4993 • Althaus, Freiherr!. Rendant. erhalten solche a18/e Auf Kredit sowie gegen Bar Plockstr. 14—16 Giessen Plockstr. 14—16 Verkauf auch gegen Bar! I für gute Möbel, Polsterwaren, Betten, elegante Garderobe, Wäsche und Manufaktur -Waren Kunden, sodass dies alleine ein Beweis für Leistungsfähigkeit, Koulanz und Reellität ist. im grössten Waren- und Möbel-Kredit-Haus J. Jttmann. Diese Firma rechnet heute schon ' 1 N Kleinste Anzahlung! Bequemste Teilzahlung! Bekanntmachung. Aus der Stiftung der Daniel Moog Witwe zu Gießen sind die diesjährigeit Zinsen an hiesige, bedürftige, unbescholtene, im Witwenstand lebende Bürger und Witwen von Bürgern zu verteile,^ Anmeldungen hierzu tonne» bis zum 31. l. Ai. auf Sem Armenamt, Neuenbäue 25, Zimmer Nr. 2 erfolgen. Gießen, den 16. August 1906. B18/g Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. V.: Georgi. Arbeitsversteigerung. Mittwoch, den 22. August, nachmittags 1 Uhr, sollet: auf den: hiesigen Rathause nachstehende Arbeiten an den Wenigstnehmendei: vergeben werde::: 1. Plasterarbeiten in: Betrage von . . 600.— Mk. 2. Ehaussierungsarbeiten im Betrage von . 400.— ,, 3. Lungsteinlieferung im Betrage von . . 45.— „ 4. Weißbinderarbeiten in: Betrage von . . 26'— „ Voranschlag kann vorher bei unterzeichneter Stelle eingesehen werden. 4995 Leihgestern, am 17. August 1906. Großherzogliche Bürgermeisterei __________________ Heß. ___________________ Vergebung von Glaserarbeit. Die zur Anbringung von 8 äußeren Vorfenstern in den Arbeitssälen des chemischen Laboratoriums zu Gießen nötige Glaserarbeit, ca. 43 qm, wird hiermit unter Zugrundelegung des Ministerialerlasses vom 16. Jun: 1893 öffentlich ausgeschrieben. Tie Angebotsunterlagen können in unserem Amts- lokal cinbesehen, Angebots^ormulare dorther gegen Selbst- kostenpre:s bezogen werden. Offerten mit .entsprechender Aufschrift sind bis zum Eröffnungstermin, Mittwoch, freit 29. August 1906, nachmittags 5 Uhr, einzureichen. Zuschlasfrist 14 Tage. Gießen, den 17. August 1906. Großherzogliches Hochbauamt Gießen _________________I- V.: Heyer.____________, B*% Holzlieserung. Die Lieferung des Holzbedarses unserer Gruben soll für die Zeit vom 1. Januar 1907 bis 31. Dezember 1907 vergeben werden. Die Lieferungsbedingungen, sowie das Verzeichnis der Holzsorten und der ungefähren Bedarfsmengen können auf unserem Bureau Hierselbst eingesehen oder auch von uns bezogen werden. Angebote auf den gangen Bedarf oder für den Bedarf einzelner Gruben oder auf die Lieferung bestimmter Holzarten sind in verschlossenen mit der Aufschrift „Holzlieferung" versehenen Briefumschlägen bis spätestens den 5. September 1906 bei uns emzureichen. Weilburg, den 17. August 1906. krupp sche Bergverwaltrmg. 4992 63 8 - ■2 3 czCPro (31 IS» CA 3 2 2 ä 38 =3 <2 CT ~ K o 61a ^5 2 3 ro S 0 3 « H CD 3 3 CT Cu Uu 3 3 CT CD <-> 61« Ö3 ” yu " ISO I-. CT SS- ... —r - a ct ct 2. pC 2 S •S'Tt & PS 561 o 32, rs D:<Ö» 3 2 3 2 K» — « CT1 3 3 3 « « 613 J^cts 2s 5 "TT pL'-E» « T'Cr) 5." 2 2 O *CT CT? CO Q; CTro 7?©3 3 rr.2<(S132,p2^ '«& s-« _ CO So1 ^5 2 S 3 532X^ 5. q. .So CT« ctCt! 3^2 3 2 ro ,CT C2 — ro d* 2. yo yu yu 0 ct5? -•« $5 *■*" 01 ® » ■3.ct< ® Cu n 3 61 CD o o a CO . yu 's CT CO r» a t-t co a 0 a ög 3,2 Ar or 3, D % O "rc" co o Q- 05 o o r y» toro" C " a ■S C’ co wo< "oho 0 CH 5 o (O CT £2 P , —"e' ct. uu o «* 61 co 3 — o •e»O 2-o 3 ae« CO O - o 3<5 ;«2.o 2 CO g 05 o 0 5 —2 — OS s 2.^-ct oa 2 tc -I _-C _-O Ü< oi'o IM <] O O:«-tr a «'S a co'^S ^a &^>CT 2 5 ra ß ro' E , ÄS CT CT (5) co 2 CT CT <2 S» 2. CT. ct — o d cu CT CT CT CT) AsAX'D ct cj-ct? a ; TO O » et ©CT' S - । ö n »-»• q r/ CT* a aoo?s2 • r» ~ n —rt . « e O:, CC er S rt 3 rt o1 a r» « H 2 3 o | 61 öU • g-2 3 5,c 61 o a Df « 2^2.^ CT O CT1 o O Ä2. ro-CT 2 0 ZL 5 s- er 2. ro © Heuchelheim. Sonntag, den 89- und Montag, den 20. August d. Js* Kirchweih Fest wozu ergebenst einladen 4984 Ludwig Steinmüller, Ferdinand Kröck, Zum Schwanen, Ferdinand Kreiling, Zum Treppchen. Montag, den 20. August: Frühkonzert. Hierdurch gestatte ich mir die ganz ergebene Anzeige zu machen, daß ich zu bewirten. 4987 Besonders mache ich noch auf die von mir geführte gute Küche — warme Speisen zu jeder Tageszeit — aufmerksam. Hochachtungsvoll WiBheüm Jäger. die Webersche Wirtschaft in Dutenhofen käuflich erworben habe. Ich empfehle angelegentlichst mein der Neuzeit entsprechend um- gebautes und modern eingerichtetes Etablissement, besonders auch als angenehmer Ausflugsort den vcrehrlichen Vereinen und Gesellschaften und werde bestrebt sein, die mich beehrenden werten Gäste zuvorkommend auf das Beste b n st! n . SanitatsveE'em, Als Aerzte sind für den Sanitätsverein tätig die Herren Sanitatsrat Dr. Haupt, Dr. Meyerhofs, Dr. Stuhl, d17/, Dr. Geyer, Dr. Kipper, Dr. Ploch, Wagner, Arudt. BetriMMkenW der Um Wimi & h. Aerzte für Giessen b Dr. Geyer, Dr. Kipper, Dr. Stuhl, Wagner. Aerztliche Vertragskommission Giessen. Versteigerung. Dienstag ven 21. d. Mts., nachmittags 2 Uhr, versteigere ich Neustadt 55 dahier gegen Barzahlung: 5001 1. 6 paar genagelte Schuhe (auch für Kinder), 1 Sofa, 1 Lerti- foro, 1 Bierservice und ein Rauchtisch; 2. 1 Fahrrad, 3 Drehbänke, 14 Handelswaagen, eine Bohrmaschine, 130 eichene und buchene Bohleti, 1 Plüschsofa, 1 Bertikow, 1 Kleiderschrank und andere Sachen. Die Versteigerung zu 1 findet bestimmt statt, zu 2 teilweise. Born, Gerichtsvollzieher. Freibank. Heute: [B18/8 Rindfleisch 56 Pfg. I Hammelfleisch 40 Pfg. Donnerstag den 23. August, vormittags 81/, Uhr, werden zu Großen-Linden die wegen rückständigen Gemeiiide-Geldern gepfändete Gegenstände: 2 Pferde, 1 Wagen, 1 Partie Zementplatten, Kleider- und Küchenschränke mit Glasaufsätzen gegen Barzahlung versteigert. 4996 Guldan, Kreisbote. Donnerstag dcu 23. August, vormittags 11 Uhr, werden zu Lang»Gons die wegen rückständigen Gemeinde-Geldern gepfändeten Gegenstände, als: Werkholz für Schreiner und Glaser, 1 Kuh, 1 Wagen, eine Nähmaschine, Kleider- und Küchenschränke und sonstige Gegenstätide gegen Barzahlmtg versteigert. 4997 Gii ldaii, Kreisbote. Mittwoch den 22. d. Monats, nachmittags 2 -Uhr, versteigere ich gegen Barzahlung in der alten Post einen 05983 6-biöWriMFuchMilch 1- und 2-spännig gefahren, 311g« fest, geschirr» und stallfromm. Von der 9)^(1101: = ^^§^ebung§- kommissiou als Reitpferd gezogen. ß^msleiD-tebodpnlack mit färb». - Streichfprhg, in Dosen. * Faris aStUuis-. M Jleöailta Niederlage in Giessen bei Emil Fischbach, Seltersweg 24, Carl Seibel, Frankfurterstr. 76, Georg Wallenfels, Marktplatz 21. __ Frisch eingetroffen: Neue holl. Vollheringe per Stück 6 Pfg. Neve mnriincrtc Heringe per Stück 8 Pfg. 5014 Neues Grünkorn per Pfund 35 Pfg. C. Roth II Nacht Walltorstraste 5 Telephon 322 Sonntag den 19. und Montag den 20. August: Mm!) M iii Miesch wozu ergebenst einladen 4864 B. Wacker, Zum Gambrinus. Ria Wrfp ■ W. Schermuly, „Germania". U1C " Adam Ziegler, Z. kühl. Grund. __________________ Wilh. Dorfeld.__ Achtung! Achtung! Sonntag den 19. und Montag den 20. August 1906 XMwdlfd m jlescdeldei« Gntbefehte Tanzmusik. Für gute Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Es ladet ergebenst ein 4999 Konrad Stumpf, Zur Ludwigsburg. Kirchweihfest itt jüuMeiv Sonntag den 19. und Montag den 20. August 1906 gutbesetzte Tanzmusik in der Gartenwirtschaft. 05998 Montag von 9 Uhr ab: Frühschoppen mit Konzert. Es ladet ergebenst ein EL VolkMB ann X. Zum Ostend, •g®* Sonntag, den 19. August 1906: TAüZ bei Mtbesehter StreilhinU Eintritt frei! Eintritt frei! Es ladet ergebenst ein______(05968)_______Ludwig Abel. Bürgergeseüschaft. Der Ausflug nach der Sa.Hlblir’gf findet erst Sonntag den AG« statt. Die Liste zum Einzeichnen liegt bei dem 1. Vorsitzenden noch auf. v18/„_________________________________Der Vorstand. Real- uni) Handelsschule Miltenberg am Main (Pensionat) Beginn des Schuljahrs: 18. September. Prospekt u. Jahresbericht durch das Direktorat. 4966 CD E « CD ■7< tu CD1 5$ S IS)S_ OS 2 2 q E 2 DS «St C 3 P *2 p ’S tu u—_ tu cs — 0 u—-7 •r -Q JD-Q Z> OuQ <3 CD tG* D)-ö N « E s—• 8'‘~ S H P jO o Q tO L S> 2 rr " E _ «n g -S -- cd' o C d « 0 •*» ß I £ gc? o vp s-; - r. c cn u !■ a K ■£ K 5 & rr o E9 §7 o cs -S $= «8 : M cnvP E E E E CD^O lO .cd- EC H OD (3 2 za (£)Z5 ßä E cs P 2 uQ HÖ E uO c :q OD 3Ö «St -a—* Cu>
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