Nr. 115 • rfd>etet täglich außer Sonntag«. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit >rn besfischen Landwirt Le Siebener Familien, blätter viermal tn der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Unwers.-Buch-u.Stem- druckerrt. 9t Lang«. Redaktion, Ervedttioa und Druckerei: Schulstraße 7. Redaktion 113 Verlag u.Exped.^Obl Adresse für Depeschen: Anzeiger Gieße». Erstes Blatt 156. Jahrgang Donnerstag 17. Mai 1906 Bietzen« Anzeiger , " General-Anzeiger Amis- und Anzeigeblatt für den Kreis Giehen vezngSpret«: monatlich 7bPs., viertel- jährlich 9)11. 2.20; durch Abhole- tu Zweigstellen inonatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. auvschl. Beskellg. Annahme von Anzeige» für die Tagesiiiiinmer bis vorinittags 10 Uhr. Zeilenvreis: lokal 12 Pk^ ausivärts 20 Pig. Verantwortlich für den volit. und allgem. Teil: P. Witt ko: für .Stadt und Staub' und »Gerichtsjaal^: Ernst Heb; für den Anzeigenteil: HanS Sei 3>ie heutige Dummer umfaßt 10 Seiten. Aus dem Reichstag. H. Berlin, 16. Mai. Wahrscheinlich aus Dankbarkeit für die Diäten ist das hohe Haus heute wieder beschlußfähig, trotz des ziemlich uninteressanten Themas, das auf der Tagesordnung steht. Es handelt siel) um die Ausgabe neuer Reichskassenscheine. Graf Kanitz und Dr. Arendt möchten, daß mit den ungedeckten Scheinen langsam ein Ende gemacht werde, allein die anderen Abgeordneten sind nicht damit einverstanden. Nach kurzer, unbedeutender Debatte werden die Kommissionsbeschlüsse genehmigt, und Herr v. Stengel verspricht feierlich, daß er seine Ueberschüsse wieder auf die Einziehung der Kassenscheine verwenden werde — wenn die Finanzlage es erlaubt. Dann kommt wieder das Mantelgesetz an die Reihe. Zuerst wird die Resolution betreffend die Branntweinsteuer oorgenom- meu, und Dr. Wiemer wiederholt mit großem Nachdruck seine Kommissionsrede, wobei er von Dr. Süoekum (Soz.) kräftigst unterstützt wird. Um den Großagrariern eins auszuwischen, fordert man den höchsten Steuersatz. Abg. Merten (frs. Bp.) führt dann weiter in vorsichtiger Umschreibung die Gedanken Singers aus, indem er an der Hand der Statistik nachweist, daß die Städte, allein die Postüberschüsse erzeugen, während aus dem Lande, z. B. im Kreise Gumbinnen, nicht einmal die Beamtengehälter durch die Posteinncchmen gedeckt würden. Man streitet sich über das Thema hin und her, bis schließlich der Präsident anscheinend die Geduld verliert und um 6i/2 Uhr die Sitzung aus morgen, Donnerstag, vertagt. * Deutscher Reichstag. J04. Sitzung vom 16. 9)1 a i 1906. Aus der' Tagesordnung steht die Sortierung der zweiten Beratung des Rleichskassen!,cheingesetzes. — Dazu liegt ein Antrag Arendt (Rp.) vor, wonach, solange Reichskassenscheine im Umlauf sind, die Halste des Münzgewiimes von der Ausprägung von Scheidemünzen zur Einlösung von Kassenscheinen zu verwenden sind. — Ein ähnlicher Antrag Kanitz (kons.) wird zurückgezogen. Abg. Graf Kanitz (Lons.) tritt für den Antrag Arendt ein. Staatssekretär Frhr. v. Stengel: Erst vor wenigen Jahren wurde der ganze Münzgewinn zur Abtragung der Reichsschulden verwendet. Erst in den letzten Jahren war das nicht mehr nwgüd), weil man den Münzgewinn zur Balauzierung des Etats benötigte. Man könnte in Zukunft ja auch wieder dahin gelangen, den ganzen Münzgewinn zur Verminderung der Reichsschuld, wozu auch die Kassenscheine gehören, zu verwenden. Bei einer Bevölkerung von 60 Millionen bildet der Umlauf von 120 Millionen Mark Kassenscheine noch keine Gefahr. Andererseits ist es ein Jundamentalsatz jeder gefunden Münzpolitik, daß man Scheidemünzen aus minderwertigem Metall nicht über den notwendigsten Bedarf prägen soll. Ich bitte den Antrag abzulehnen. Abg. Arendt (Rp.) bestreitet, daß sein Antrag eine Vermehrung der Scheidemünzen beabsichtige. Völlig ungedecktes Papiergeld gehört nicht in das System eines internen Staates. Im jetzigen Augenblick, wo wir durch die Reichsfinanzresorm dem Reiche große Mittel geben, wollte ich an die Verwendung deS Münzgewinnes zur Schuldentilgung erinnern. Die Ausgabe von 10 Mark-Scheinen wird sich im Verkehr sehr unangenehm bemerkbar machen. Tas Papiergeld darf nicht in die Lohnsphäre der Arbeiter gelairgen. Wenn die Sozialdemokratie wirklich daS ist, irofür sie sich austzibt, dürste sie nicht für dies Gesetz ftimmen, sondern müßte zu verhindern suchen, daß die Arbeiter mit Papiergeld überschwemmt werden. Redner tritt dann für eine ausgedehntere Prägung von Silbermünzen ein: Wenn man mehr Silbermünzen prägte, würde man den Goldbestand der Reichsbank sä-onen können. Tann brauchte auch nicht immer unter einer Erhöhung des Reichsbankdiskonts das ganze Land zu leiden. Für Mobitmachnngs- und Kriegszwecke bedürfen wir eines außerordentlich großen Umlaufs von Silbermünzen. Damit schließt die Diskussion. Ter Antrag Arendt wird a b g e l e hu t und das g a n ; e Ge s e tz in zweiter Lesung angenommen. . ES folgt die Beratung der Resolutionen zum Mantel ge setz. — Tie Kommission schlägt eine Resolution vor, wonach eine Reform der Branntweinbesteuerung her- beigesuhrt werden soll. . Abg. Wiemer (fr. VpO tritt für die Notwendigkeit einer solchen Reform ein. Die Brannvocinstener ist so kompliziert, das; schon aus diesem Grunde eine Reform erwünscht wäre. Infolge der Bevorzugung der Brenner durch die sogenannte Liebesgabe werden der Reichskasft 45 Millionen jährlich entzogen Ta auf Grund der Volkszählung von 1905 eine neue Kontingentierung ohnehin eintreten muß, ist der gegenwärtige Zeitpunkt für eine solche Rcsorm der denkbar günstigste. Die Maischraumsteuer ist infolge der Fortschritte der Tecknnk gänzlich veralte^ Ter Spiritusring ist der beste Beweis für die Gemeinschädlichkeit der Ringe, die die Konsumenten ausplundem. Unsere Forderung ist also auch eine Forderung der politifck>en Moral. (Beisall links.) ... Abg Holtz (Rp.) polemstiert gegen die Ausführungen des Vorredners Tie jetzige Form der Branntweinsteuer ist durchaus notwendig, um die Brennereien als landwirtschastliche Nebengewerbe lebensfähig zu erhalten. Bei der Besteuerung der viel leistungsfähigeren Brauerein hat die Linke einen anderen Standpunkt eingenommen. Ter Branntwein wird gerade von den arbeitenden Klassen toniumiert. Die Landwirtschaft befindet sich in reckst großer Notlage. (Widerspruch links.) Die von dem Abg. Wiemer angestrebte Reform ist unangebracht. Dem kleinen Manne würde der Branntwein verteuert werden, dadurch würde der Konsum zurückgehen, und das würde wieder dem Produzenten zur Last fallen. . ,,, ,, „, . Abg. Südekum (Soz.): Die Landwirt, chost hat sich in den letzten Jahren wahrlwstig nicht über einen Mangel an Berücksichtigung durch die Gesetzgebung zu beklagen gehabt. Auch der hochnäsigste Junker hat doch immer gern feine Rente aus der Tasckw selbst des stl-napsnäfigsten Pennbruders genommen. (Unruhig r^sts)p —Der sogenannten „Liebesgabe" ist es zu danken, daß 1887 nach der Erhöhung der Branntweinsteuer keine einzige kleine Brennerei einging. Der Kohlenring ist noch viel eher als gemeinschädlich anzufehen. Wir werden über kurz oder lang doch zu einer Reform und zwar zum Monopol kommen. Abg. Pachnicke (fr. 23g.): Die Liebesgabe ist verwerflich, weil sie eine weit über das Maß des Gerechten hinausgehende direkte Zuwendung barer staatlicher Mittel ist. Abg. Speck (Zentr.): Wir werden der Resolution, wie ste jetzt vorliegt, zustimmen. Znm mindesten sollte man die Spirilus- prämien successive auiheben. Abg. Wiemer (fa. Vp.): Der Vergleich mit der Brausteuer ist durchaus unhaltbar, denn die Brauer erhallen keine Liebesgabe. Abg. Wolff (wirtschaftl. Vg.) spricht sich gegen die Resolution aus. Abg. Becker (natlib.) tritt für die Resolution ein. Tie Resolution wird hierauf gegen die Stimmen der Rechten angenommen. Es folgt die Beratung der zweiten Resolution der Kommission: auf die Erhohiing der Einnahmen der Reichspost hinzuwirken durch Beseitigung der im O r t s - u n d 9t a ch - barverkehr bestehenden Ausnahmetarife und durch anderweitige Festsetzung der Gebühren für außerordentliche Zeitungsbeilagen. Abg. Singer (Soz.) bekämpft die Verteuerung des Verkehrs. Man solle die Porto- und Telegrammgebührenirelheit der fürstlichen Hofhaltungen ausgeben, wenn man die Einnahmen der Post- verwaltung vermehren wolle. Tie Erklärungen vom Bundesratstische beim Erwerbe der Privatposteu wären mit den Grundsätzen von Treu und Glauben nicht in Einklang zu bringen, ivenn die Verwaltung sich die vorliegende Resolution zu eigen mache. Abg. K a n i tz (kons.): Ter Vorredner nannte ui der Kommission die Resolution verkehrsseindlich. Ter gegenwärtige Zustand aber ist nach meiner 9)lcinung eine Benachteiligung deS platten Landes zugunsten der Großstädte. Es liegt nicht der geringste Grund vor, die bei der Beseitigung der Privatposlen begangenen Fehler nicht wieder gut zu machen durch eine Modifizierung des Gesetzes. Abg. Merten (sreis. Vp.): Von einer Unterbilanz der Reichs- postverwaltung kann nicht die Rede (ein. Tie Stadt Berlin trug nach der letzten Statistik allein über 82 Millionen zu den Einnahmen der Post bei. Tie ganzen Ostprovinzen einschließlich Schlesien und Mecklenburg brachten 1904 nur 65 Millionen auf. Im Kreise Gumbinnen reichen die Einnahmen nicht einmal zur Besoldung der Beamten. Darauf vertagt sich das Haus. Nächste Sitzung: Donnerstag 1 Uhr (Novelle zum Stempelsteuergesetz, Fortsetzung der zum Mantelgesetz vorliegenden Resolutionen). Morenga gefangen. Gestern in den frühen Nachmittagsstunden erhielten wir folgendes Telegramm: Kapstadt, 16. Mai. Nach hier eingetroffenen Meldungen gelang es der Kappolizei, in sehr schwieriger Gegend bei Reinwastmaak Morenga mit sieben Orlog- leuten zusangen. Er soll nach Uppington gebracht werden. Obgleich eine amtliche Bestätigung von der Festnahme Morengas noch nicht vornegt, ist an der Richtigkeit der Meldung nicht zu zweifeln. Man kann darin einig sein, daß es wohl hauptsächlich dem energischen Vorgehen des deutschen Hauptmanns Bech zu danken ist, wenn die Kapregierung endlich zu einem weniger rücksichtsvollen Verfahren gegen den gefährlichen Bandenführer sich aufgerafft hat. Es erübrigt sich nun wohl, aus der Grenzüberschreitung durch die Abteilung Bech eine Staatsaktion zu machen. Gegen das Völkerrecht mag Hauptmann Bech verstoßen haben, als er im Eifer des Gefechts Morengas Schar auf englisches Gebiet verfolgte, aber ein Morenga kann doch wohl nicht ernstlich als „kriegführende Macht" angesehen werden, der gegenüber strengste Neutralität zu beachten ist. Hätte die Kappolizei früher schon in Erfüllung ihrer Pflicht die Morengaleute entwaffnet, dann wäre es zu der „Grenzverletzung" durch Hauptmann Bech nicht gekommen. Doch die Sache ist abgetan, da Morenga nicht durch deutsche Truppen, sondern durch Engländer dingfest gemacht ist. Die Frage ist nun: wird die Kappolizei Morenga den Deutschen ausliefern? Die „N.-Ztg." hält das „bei den bekannten Grundsätzen dieser Behörde" für ausgeschlossen, stellt aber mit Recht die Forderung auf, daß Morenga durch zuverlässige Internierung für immer unschädlich gemacht wird. Denn wenn e§ ihm noch einmal gelingt, über die deutsche Grenze zu entwischen, dann träfe die Kappolizei und damit England die alleinige volle Verantwortung. Der Ort Uppington liege viel zu nahe an der Grenze. Morenga soll wohl nur fürs erste dort untergebracht werden, denn die Briten dürften nicht im Zweifel darüber sein, daß dieser Führer eine Gefahr für alle Weißen in Südafrika bedeutet. Was Deutschland betrifft, so kann es nach der Festnahme Morengas ein Ende der schweren Opfer an Menschenleben und Geld in Südwestafrika absehen. Tie Unschädlichmachung dieses letzten und gefährlichsten Gegners, der hervorragende soldatische Eigenschaften an den Tag legte, wird die Einstellung der Feind, eligkeiken und der wirtschaftliche Wiederaufbau auch im Süden der Kolonie bald folgen. Von den Ovambos im Norden scheint keine Gefahr zu drohen. Das deutsch-englische Einvernehmen, auf das jetzt in London Täg für Tag schwungvolle Reden gehalten werden, konnte nicht besser besiegelt werden, als durch die Festnahme Morengas auf britischem Boden durch britische Grenzwachen. Sei es eine Vorbedeutung für anhaltende Kameradschaft beider Nationen auch über See! Hamburg, 16. Mai. Heute vormittag kam aus Südwestafrika der Dampfer „Professor Woermann" mit 21 Offizieren und höheren Militärbeamten, darunter Major 9Jteifter und die Hauptleute Meerwein, Brentano, von Winterfeldt und von Wolf, nebst 97 Unteroffizieren und Mannschaften, darunter 26 Typhusgenesene und vier Verwundete, an. Ziuhland. Petersburg, 15. Mai. Nach Wiederaufnahme der Reichsduma-Sitzung wurde in die Beratung der an den Kaiser zu richtenden Adresse eingetreten. M i kl lisch ewski richtet heftige Angriffe gegen die höheren Regierungsbehörden. Redner erllärt: „Wir verlangen Amnestie für die Opfer der Freiheitsbewegung, wir müssen aber auch die Bestrafung der Leute fordern, die die Regierungsgewalt mißbraucht, die Gefängnisse gefüllt und Expeditionen zur Unterdrückung und zu Hinrichtungen ohne richterlickws Urteil ausgesandt haben." Redner verlangt, daß die Adresse vervollständigt werden sollte durch den Hinweis gus die Notwendigkeit der Verantwortlichmachung der Negierung, die ihre Bcsiignisfe in hohem Maße überschritten, sowie der Personen, die die ungesetzlichen Anordnungen der Regierungen ausgeführt haben. R o d i ts che w führt aus, durch die Sck-afsung des Reichsrates, der fiaj aus Vertretern der bevorrechteten Klaßen zufammcnsetze, die immer die Spitze des Landes dargestellt hätten, aber jetzt in Zersetzung begriffen seien, werde von neuem eine Mauer errichtet, die den waiser von dem Volk trenne. Redner erklärt, Ruhe, Versöhnung, die Errichtung gesetzlicher Ordnung und die Vürgsclwst für gegenseitiges Vertrauen zwisck>en dem Kaiser und dein Lande seien unmöglich vor der Ausführung der von der Tuma befürworteten Gesetze. Tie Ausführung dienr Gesetze möge Ministern an vertraut werden, die das Vertrauen des Landes genießen, die gewählt seien aus den Erwählten des Volles. (Stürmischer Beisall.) Graf Pvtocki weist auf die Notwendigkeit hin, bei der Enteignung von Landgütern Rücksicht auf die Bemühungen musterhafter Landwirte zu nehmen, die diese entfaltet haben, um ihre Güter in guten Zu stand zu versetzen und dem Rechnung zu tragen. Diese Worte wurden von der Duma mit Schweigen aufgenommen. Rumjanzow erllärt, die Enteignung von Gütern allein würde nicht die Agrarfrage lösen, da diese eine Reorganisation in sozialer Hinsicht erfordere. Graf Heyden erklärt, das Land habe den Semsiuos viel zu verdanken, da diese eine bedeutende Rolle in der Freiheitsoewegung gespielt haben. Wenn auch eine Reorganisation des Reichsrates wünsck-enSwert fei, so dürfe man nicht vergessen, daß er ebenfö wie die Duma den ersten Versuch der Verwirklichung einer nationalen Vertretung darstelle. NYj - koüv greift den Reichsrat an und sagt, daß man die morschen Pfeiler des alten Regimes durch ebenso morsche Pfeiler zu ersetzen beabsichtige. Jilkinv erllärt, daß die Adresse die mittlere Linie zwischen zwei Extremen darstelle, und es sei daher nicht möglich, die Leiden der unteren Schichten der Bevölkerung in vollem Umfange zu schildern, aber wenn man die Reden der Duma betreffend die Adresse in den unteren Volksklafsen lese, so »verdc man darin finden, was nicht in die Mresse ausgenommen werden könne. Spossobny ruft lärmenden Widersprach hervor durch eine Rede, in der die Forderungen der Dauern als berechtigt bezeichnet werden, die es verdienten, berücksichtigt zu werden. Der Redner erllärt jedoch die Forderungen der Llrbeiter für zu weitgehend und stellt die Ausstände als Selbstmord dar. Marfo- nius bemängelt, daß der Entwurf zu feljr das Aussehen eines Programmes habe, eine Tatsache, die seine Tragweite, die auf die Erreichung einer Amnestie berechnet sei, absäftväche. Matz ine führt aus, seine Wähler verlangten, daß er von den Opfern berichten solle, die sie mit ihm für die Freiheitsbewegung gebracht hätten. Tas Volk benötige der Freiheit, und zioar einer solchen, die durch niemand und durch nichts, außer durch das Gesetz gehemmt werde. Petersburg, 16. Mai. Tie Reichsduma setzt die Adreß- debatte fort. Ein Redner verlangt, daß zur Besserung der Lage der Bauern auch Kirchen-Land herangezogen werde, und tritt außerdem für die Verleihung des Wahlrechts an die Frauen ein. Ein anderer Redner betont, .die Adresse enthalte das Programm der Duma. Wenn dasselbe unbeachtet bleibe, breche alles zusammen. (Beifall.) Zwei Redner verlangen sodann die> Ausdehnung der Amnestie auf Agrar- und religiöse Vergehen. Ein Arbeiterabgeordneter bemerkt, es' genüge, daß die Arbeiterfrage in der Adresse erwähnt sei. Im übrigen würden die Arbeiter selbst ihre Interessen vertreten. Prof. Kowalewski weist auf Mängel des Adressenentwurfs hin. Dieser schweige über die für die Tuma notwendige legislative Initiative und das Petitionörecht sowie darüber, daß der Reichsrat nur die höchste administrative aber nicht legislative Institution sei. Ferner fehle der Hinweis auf die ungenügende Kontrolle über die Minister. Schließlich beantragt der Redner, in der Adresse zu erwähnen, daß die Duma den internationalen Frieden und die Einigung aller Slawen anfirebt. Diese mühten sich zusammenschließen und wenigstens daniach streben, daß ihrer aller Leben in einer Richtung hinfließe. (Lang anhaltender Beifall.) Ter Bischof von Wilna, Baron Roop, bittet die Duma, in die Adresse einige Worte arlfzunehmen betreffs liebevollen Verhaltens aller Klassen, Nationalitäten und Konfessionen gegen einander. Im weiteren Verlauf beschließt die Duma in anbetracht der großen Zahl der vorgemerllen Redner, jedem Redner nur 5 Minuten zu bewilligen. Um 7 Uhr abends wird die Sitzung auf l’/s Stunden unterbrochen. Vorher hatten schon verschiedene Abgeordnete^den Saal verlassen. In der heutigen Sitzung des Rcichsrates wurde beschlossen, eine Kommission von 18 Mitgliedern zur Abfassung der Antwortadresse auf die Thronrede zu wählen und ihr keinerlei Anweisung bezüglich des Inhaltes dieser Adresse zu geben. — Eine von drei Mitgliedern des Reichsrates entworfene Adresse des Reichsrates an den Kaiser bittet um Amnestie für alle, die während der Freiheitsbewegung die Grenzen des Gesetzes überschritten haben, ohne sich jedoch eines Angriffes auf fremdes Eigentum oder Leben schuldig gemacht äu haben. Durch kaiserlichen Erlaß ist der bisherige Staatssekretär Gras L a m s d o r s s für das Jähr 1906 zur Teilnahme an den Sitzungen des Reichsrates berufen worden. politifd^c Tagerscharr. Tie Aera Zswolsky. So günstig ist seit langem nicht über einen russischen Staatsmann geurteilt worden, als über Herrn Iswolsky, den neuen Minister des Auswärtigen. Man könnte fast meinen, einer der glänzendsten Sterne sei jetzt am Diplomatenhimmel aufgestiegen, ein staatsmännisches Genie, das durch Mißgunst und Neid im Halbdunkel gehalten wurde. Tie Kamarilla der altrnssischen Orthodoxen war allerdings bisher am Zarenhose vorherrschend, und es ist wohl möglich, daß sie Herrn v. Iswolsky, der u. a. den Krieg mit Japan vorausgesagt haben soll, nicht zur Geltung kommen ließ. Wenn es aber so dargestellt wird, als habe int Wettbewerb mit dem russischen Botschafter in London, Gras Benckendorss, v. Iswolsky als „Kandidat Kaiser Wilhelms" obgesiegt, so müssen demgegenüber Zweifel zum Ausdruck gebracht werden. Es mag sein, daß bet Kaiser bei seinem Aufenthalt in Kopenhagen Iswolsky, der dort geraume Zeit Gesandter war, als Staatsmann kennen und schätzen gelernt hat, sodaß vielleicht der Wunsch nach Betätigung des Gesandten an der Spitze der russischen Botschaft in Berlin gelegentlich Ausdruck fand. Aber die Anregung zu geben zur Ersetzung des Grafen Lambsdorff durch Iswolsky in der Leitung des Auswärtigen, würde deutscherseits kein Grund Vorgelegen haben. Das ist Rußlands Sache, und wenn der Zar zu einer derartigen Ernennung sich entschlossen hat, werden die Interessen Rußlands und nicht diejenigen Deutschlands für ihn bestimmend gewesen sein. In diesem Zusammenhang drängt sich der Gedanke an den späteren Kreditbedarf Rußlands auf. Der letzten russischen Anleihe hat Deutschland bcranntlich seinen Markt verschlossen, aus dem triftigen Grund, weil ihm „das Hemd näher sitzt als der Rock", weil es für seine eigenen Anleihen ein Vorrecht aus den eigenen Markt geltend machen muß. Nach Llblauf der über Rußland verhängten zweijährigen internationalen Kreditsperre wird man an der Newa sich Deutschlands gern wieder erinnern wollen, und auch aus dieser Erwägung heraus dürfte die Bestallung Iswolskys zum Minister des Aeußern erfolgt sein. Graf Lambsdorff hat sich das Wohlwollen Deutschlands für alle Zeit verscherzt durch seine Brüskierungspolitik in der Marokkofrage. Nach alledem kann Iswolsky nicht wohl als „Kandidat Kaiser Wilhelms", sondern lediglich als ein Staatsmann angesehen werden, der die Fehler seines Vorgängers wcttmachen soll. Im übrigen hat der neue Minister bereits erklärt, er werde den Kurs der Zweibundpolitik weiter steuern. Es bleibt ihm auch keine andere Wahl. Deutscherseits ist also nur abzuwarten, ob die von der Aera Iswolsky erhoffte Annäherung Rußlauds an Deutschland möglich sein und Schritt halten wird mit der Annäherung Rußlands an England, die nach Lage der Dinge Fortgang nehmen muß zwecks Sicherung der Position Rußlands in Asien. Auch will Frankreich, daß Rußland und England in Fühlung bleiben, und diesem Wunsche des Bundesgenossen wird man an der Newa nicht widerstreben. Deutschland ist auf jeden Fall in der Lage, mit Ruhe der Aera Iswolsky entgegenzusehen, die eingeleitet zu werden scheint durch eine Begegnung zwischen Kaiser Wilhelm und dem Zaren, von der wieder bestimmter die Rede ist. Aus SiaOt uno Hatto. Gießen, den 17. Mai. ** Eine Sitzung des Provinzialausschusses findet Mittwoch den 23. ds. Mts., vormittags 9 Uhr, mit folgender Tagesordnung statt: 1. Gesuch des Sally S chu st er zu Lind heim um Ausstellung eines Wandergcwerbescheins. 2. Meinungsverschiedenheit zwischen dem Gemcinde- vorstand und der Mehrheit des Gcmemderats zu Büdingen. 3. Gesuch des Johannes Appel III. zu Herchenhain um Erlaubnis zum Betriebe einer Schankwirtschaft. ** Pers onalicn. S. K. H. der Groß Herzog haben den Hofkammerrat Karl R o l s h a u s e n auf sein Nachsuchen, unter Bezeugung der Allerhöchsten Zufriedenheit für über 50 Jahre treu geleistete Dienste, mit Wirkung vom 1. Juni 1906 an in den Ruhestand versetzt und ihm das Ritterkreuz 1. Klasse mit der Krone des Verdienstordens Philipps des Großmütigen verliehen. S. K. H. der Großherzog haben den Steuerkontrollcur Regierungsassessor Kurl L o n y zu Nidda zum Steuerkommissariatsassistenten beim Steuerkommissariat Mainz 1, den Regierungsassessor Th. Ulrich aus Rockenberg zum Ministerialsekretär bei dem Ministerium der Finanzen und den Regierungsässessor Karl Linde nftruth aus Atzenhain zum Steuerkontrolleur ernannt, den Assistenten bei der Bergwerksdirektion Grube Ludwigs- Hoffnung Friedr. M a y zu Friedberg auf sein Nachsuchen mit Wirkung vom 15. August 1906 an aus dem Staatsdienst entlassen, den Vorstand der Filiale der Bank für Handel und Industrie in Straßburg Karl Michel, früher in Mainz, von seinem Dienst als Handelsrichter au der beim Landgericht der Provinz Rheinhessen gebildeten Kammer für Handelssachen mit dem Sitz in Mainz auf seiu Nachsuchen enthoben und den Ergänzungsrichter Kaufmann August Feine in Mainz zum Handelsrichter und den Kaufmann Jos. Stenz in Mainz zum Ergäuzungsrichter an der bei dem Landgericht der Provinz Rheinhessen gebildeten Kammer für Handelssachen für die Zeit bis zum 31. Dezember 1906 ernannt. Ernannt wurde der Sergeant im 2. Hessischen Dragonerregiment Nr. 24 Paul Hinze zum Amtsgerichtsdiener bei dem Amtsgericht Alsfeld. ** Lehrerpersonalren. S. K. H. der Großherzog haben zum 15. Mai d. I. dem Oberlehrer Joh. Bapt. Peters zu Darmstadt aus Anlaß seines 50jährigen Dienstjubiläums die Krone zum Ritterkreuz 2. Klasse des Verdiensb- ordens Philipps des Großmütigen verliehen. Ernannt wurde die prov. Lehrerin an der höh. Mädchenschule zu Offenbach Else Seyd zur Lehrerin an dieser Schule, unter Belassung in der Kategorie der Volksschullehrerinnen. Ueber- tragen wurden den Lehrern Jak. Kr o n e n b e r g e r zu Alzey und Adam Pfeifer zu Nauheim, sowie den Schulamtsaspiranten Joh. Gg. Burger, Otto Küßncr, Lorenz Waldschmidt, sämtlich aus Mainz, und Wilhelm Kehr aus Armsheim Lehrerstellen an der Volksschule zu Mainz; der Lehrerin Th. R e ck c r t zu Mombach, im Kreise Mainz, sowie den Schulamtsaspirantinnen Kath. Alt Vater, Anna Keller, Anna Wasserburg, sämtlich aus Mainz, und Anna Köhler aus Wolf Lehrerinuenstellen an der Volksschule zu Mainz. ** Zeugenpflichten. Es ist unter dem Publikum vielfach die Ansicht verbreitet, daß Zeugen und Sachverständige nur gerichtlichen Ladungen Folge zu leisten haben und daß sie auf Ladung von Anwälten, Angeklagten und Parteien nicht zu erscheinen brauchen. Es wird hierzu bemerkt, daß, sobald den Geladenen vor dem Termin die gesetzliche Gebühr bezw. Entschädigung angeboten wird, oder wenn ihnen glaubhaft versichert wird, daß die Gebühr bei Gericht deponiert sei, sie im Falle ihres Ausbleibens dieselben Nachteile zu gewärtigen haben, als wenn sie vom Gericht geladen wären, was ein Fall bei der letzten Strafkammersitzung bewies. Einem Bad-Nauheimer Einwohner war von dem Verteidiger des Angeklagten eine Ladung zugegangen, in der vermerkt war, daß seine Gebühr auf der Gerichtsschreiberei deponiert sei und dort im Termin zur Auszahlung gelange. Der Geladene schrieb kurz an den Rechtsanwalt, er reagiere auf eine derartige Ladung nicht. Der Verteidiger legte dem Gericht den Brief mit der Bitte um geeignete Verfügung im Termin vor, worauf die Strafkammer, nachdem festgestellt war, daß die Entschädigung tatsächlich bei Gericht deponiert war, den AuSgeb'liebenen zu einer Ordnungsstrafe von 10 M k. und in die durch sein Ausbleiben verursachten Kosten verurteilte. In diesem Fall nahm die Sache noch einen günstigen Verlauf, da die Verteidigung in der Lage war, auf das Zeugnis zu ^Lrzichten. Wäre dies nicht der Fall gelvesen, sodaß Vertagung hätte eintreten müssen, wären 2900 Mk. Kosten, die fast ausschließlich durch Zeugenladung entstanden sind, nicht zu hoch gegriffen gewesen. *v Zum Vorsitzenden des Schiedsgerichts für Arbeiter Versicherung in der Provinz Oberhessen wurde an Stelle des unter Ernennung zum Ministerialsekretär bei Großh. Ministerium des Innern nach Darmstadt versetzten Kreisamtmanns Hechler der Großh. Kreisamtmann Dr. Merck in Gießen mit Wirkung vom 1. Mai ernannt. " Versammlnng hessischer Lehrerpensionäre. Am 3. Psingsttag, 5. Juni d. Js. findet in der Rosenau zu Frankfurt a. M. eine Versammlung hessischer Le hrer- pcnsionärc, die vordem Jahre 1900 pensioniert wurden, statt. ** Eine Sitzung des Ausschusses de8 Landes- gewerbevereins findet am morgigen Freitag vormittag in Darmstadt statt. ?Iuf der Tagesordnung stehen u. a.: Voranschläge zu Kapitel 84, 85 und 86 des Staatsbudgets für 1907, Einrichtung von Abgangsprüfungen an den Gewerbeschulen, Ersatzwahl zum Bezirkseisenbahnrat, Eingabe des Bezirksausschusses Büdingen-Schotten betr. die Einteilung der Hochbauämter in der Provinz Ober- h essen, Gleichberechtigung der Maschinenbau-Abteilung der Technischen Lehranstalten zu Offenbach a.M. mit den preußischen niederen Maschinenbauschulen. ** Hessische Handwerkskammer. In einer Berliner Zeitung findet sich die Nachricht, daß die Handwerkskammer zu Darmstadt beschlossen habe, vom 1. April dieses Jahres ab auch die weiblichen Lehrlinge, wie Schneiderinnen, Modistinnen, Putzmacherinnen usw., der Kontrolle der Handwerkskammer zu unterstellen. Die weiblichen Lehrlinge müßten demnach in Zukunft in die Lchr- lingsrollen eingetragen und am Schlüsse der Lehrzeit geprüft werden, sonst dürften sie später selbständig ihren Beruf nicht ausüben. Die notwendige Folge dieses Beschlusses würde die sein, daß die weiblichen Lehrlinge in die Fortbildungsschulen gehen müßten usw. Die Nachricht beruht, wie jeder Kenner der in Hessen bestehenden Verhältnisse schon vermutet haben wird, auf einer Verwechslung mit einer anderen Handwerkskammer. Die Handwerkskammer zu Darmstadt ist der Frage der weiblichen Lehrlinge nicht näher getreten und beabsichtigt dies auch nicht. ** Die 16. Generalversammlung der Zen - tral-Gcnossenschaft der hessischen landwirtschaftlichen Konsum vereine, e. G. m. b. H. zu Darmstadt, findet Montag, 21. d. M., in Darmstadt, Hotel Köhler, statt. Wir entnehmen dem Geschäftsbericht, pro 1905, daß der Genossenschaft am Ende des Jahres 120 Mitglieder angehörtcn, darunter 113 Genossenschaften und 7 Einzelpersonen. Der Gesamtwarenbezug im Jahre 1905, bestehend aus Hilfsdünger, Kraftfuttermittel, Kohlen, Sämereien, Torfstreu, Schwefel, Kupfervitriol usw. betrug 416 291 Zentner im Werte von 1335 822 Mk. Er ist gegen das Vorjahr nicht unerheblich gestiegen, insbesondere der Verbrauch an künstlichem Dünger aller Art. Die Gcschäftsergebnisse werden als ungewöhnlich günstig bezeichnet. Aus dem Gewinn von 57 985,37 Mk. sollen nach den Anträgen des Aufsichtsrates den verschiedenen Reserven Zuwendungen in der Gesamthöhe von 9226,64 Mk. gemacht werden, die Geschäfts- guthaben werden mit 5 Proz. verzinst, für Rückvergütungen auf die verschiedenen Warenbezüge sollen insgesamt Mk. 43 286,81 ausgeschüttet und auf neue Rechnung 4663,62 Mk. vorgetragen werden. Die Gcschäftsguthaben der Genossen betrugen am Ende des Jahres 17 201 Mk., die übrigen Peserven 78 273,36 Mk. ** Unsere RegimentSkapelle konzertiert, wie bekannt, z. Zt. im Hamburger Zoologischen Garten. Ein in Hamburg ansässiger geborener Gießener übermittelte uns einen Ausschnitt auS dem „Hamb.,Fremdenbl.", in dem die Leistungen der Kapelle in folgender ehrenvoller Weise beurteilt sind: „Die Reihe der täglichen Konzerte wurde gestern (13. Mai) von dem bestakkredierten Musik- korps des Inf.- Regiments Kaiser Wilhelm Nr. 116 aus Gießen unter Leitung deS Großh. Hess. Musikdirektors Herrn C. Krauße eröffnet. Wir hörten von dem reichhaltigen, aus 24 Nummern bestehenden Programm das Finale aus „Arielc" von Bach, die „Akademische Fest-Ouverture" von Brahms, „Nachtigall und Drossel", Duo für zwei Pikkoloflöten von Kling (Herren Jonas und Brauer) und eine Phantasie aus „Mignon" von Thomas. Die dritte Abteilung war eine Wagner-Abteilung; sie brachte den „Kaisermarsch", die Ouvertüre zu „Tannhäuser", das Vorspiel zu „Parsifal" und eine Phantasie aus der „Walküre" in tadelloser und künstlerisch durchdachter Ausführung, so daß das Publikum zu stürmischem Beifall animiert rourbc. Der Zoologische Garten hat mit dieser ausgezeichneten Kapelle für die nächste Zeit eine außerordentliche Zugkraft gewonnen." *’ Militä rkonzert. Sonntag 20. Mai konzertiert im Saal bau die Kapelle des Garde-Dragoner-Regiments Nr. 2 3 aus Darmstadt. Die allgemein beliebte Kapelle bietet ein abwechslungsreiches Programm und der Besuch ist sehr zu empfehlen. ** Der bestrafte Eierdieb. Bei einer letzthin stattgehabten Geflügelausstellung suchte sich ein Hühnerfreund ohne Kosten in den Besitz von Bruteiern ausgestellter Rassehühner zu setzen. Während der Mittagszeit, als der Ausstellungsraum nur spärlich besucht war, revidierte der Liebhaber von kostenlosen Bruteiern die einzelnen Ausstellungskäfige und gelangte nach und nach in den Besitz von fünf Eiern, die er in den Taschen seines neuen Einzuges barg. Als er sich eben entfernen wollte, trat ihm der Aufwärter, der anscheinend auf einem Stuhle bei dem unsauberen Geschäfte geschlummert hatte, dem Eierdieb mit strahlendem Gesichte plötzlich entgegen, umhalste ihn und drückte ihn stürmisch an sich mit den Worten: „Gucke mol, das freut mich, daß Du auch e mol zu uns kommst!" Ein leises Knacken in den Taschen deS völlig Ueberraschten bewies, daß der Aufwärter den Zweck seiner stürmischen Begrüßung erreicht hatte. Mit hochrotem Kopfe und verdorbenem Anzüge enteilte der Eierliebhabec dem Ausstellungsräume. ** E i n Unikum. Zurzeit wird amtlich bekannt gemacht, daß der neue Förster in Dürr-Ellenbach, welcher mit seiner Familie die ganze Gemeinde bildet, zum Beigeordneten von Dürr-Ellenbach verpflichtet worden sei. Dieser^Fall dürfte wohl der einzige dieser Art sein. Der ganze, im Odenwald gelegene Ort ist nämlich in den vierziger Jahren in einer Kopfzahl von 60 Personen nach Amerika ausgewandert. Die Grafen von Erbach kauften die Liegenschaften dieser nicht unvermögenden Bauern an, rissen alle Wohnungen bis auf eine für einen Förster nieder und bepflanzten alles mit Wald. Somit ist der Ort verschwunden, wird aber immer noch amtlich weiter- geführt. ** Das neue Eisenbahndirektionsgebäude in F r a n k f u r t n. M. Im Jahre 1874 bezog die Eisenüahndirektion das Verwaltungsgebäude in Sachsenhausen an der Hcdderichstraße. Etwa 250 Beamte wurden in dem Gebäude untergcbracht, das aber schon nach wenigen Jahren sich als zu klein erwies. Häuser, die eigentlich Beamtentvohnnngcn dienen sollten, mußten zu Dureauzwecken verwendet werden und in neuerer Zeit sind auch in gemieteten Gebäuden Bureaus untergebracht. Die Zahl der Beamten sich in der Zeit mehr als vcrdovpelt. Do ist es selbstverständlich, daß man seit einiger Zeit den Neubau eines Direktionsgebäudes erwogen hat. Es muß eine praktische Oage haben, und es ist von Bedeutung, wenn es in die Nähe des Frankfurter Hauvtverkehrswntrnms. des Hauptbahnhofs, zu stehen kommt. Der Eisenbahnfiskus besitzt am Hohenzollernplatz neben der Matthäuskirche Gelände, wozu noch ein kleiner Streifen von der Stadt eing^tauscht wurde. Dort wird sich das neue Direktionsiiebäudc erheben. Ein massiver, dreistöckiger Bau mit verschiedenen Junen Höfen ist geplant, daneben ein kleineres Gebäude, das die Dienstwohnung des Präsidenten enthält. Beide Tanten sind in der Hohe des ersten Stockwerks durch eine Brücke verbunden, lieber dem Hauptportal ist das größere tzstchäude vierstöckig vorgesehen und cs wird dort von einem kuvpelartigen Aufbau, den ein kleines Türmchen krönt, abgeschlossen. Als Baumaterial wird voraussichtlich Sandstein verwendet, über die Farbe ist noch keine Entscheidung getroffen. Als Bausumme sind etwa 2i'i Mill-onen Marl vorgesehen. In der nächsten Zeit werden die Ausschreibungen für das Gebäude erfolgen, sodaß wohl im Herbst mit den Grundarbeiten begonnen werden kann. Als Bauzeit sind vier Jahre in Aussicht genommen. Unter anderem ist ein großer Sitzungssaal vorgesehen, sodaß es fortan nicht mehr nötig sein wird, Konferenzen usw. in Räumen des Hauptbahnhofs abzuhalten. Hinter dem GcbäuüL bleibt genügend Raum, um einen eventuell nötigen Erweiterungsbau zu ermöglichen. ** An8 dem kurhessischen Oberhessen. Die Landwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Kassel hat von allen landwirtschaftlichen Behörden ihres Bezirks einen Bericht eingefordert, über alle die Landwirtsehaft angehenden Fragen in den letzten 5 Jahren. In einer am 12. Mai in Wetter abgehaltenen großen Landwirte-Versamm- tu n g wurde über diese für die fünf Kreise Marburg, Kirchhain, Ziegenhain, Frankenberg und Fritzlar nunmehr vorliegende Arbeit durch den Verfasser, Oekonomierat Direktor Dr. Hesse Bericht erstattet, dem folgendes zu entnehmen ist: Im Anschluß an eine ausführliche Betrachtung über die die Landwirtschaft bedingenden geologischen Verhältnisse, der Zusammensetzung der Ackerkrume usw. wird die Tatsache erwähnt, dcch sich die Zahl der kleineren Besitzer bedeutend vermehrt hat. Der Industriearbeiter strebt danach, sobald er Gelegenheit findet, unter allen Umständen für sich und die Seinen ein Stück Land zu erwerben und bezahlt dafür hohe Preise. Mit den Zusammenlegungen ist man fast überall sehr zufrieden, besonders, wenn für gute Wiesenbewässerung Sorge getragen ist. Bei Titel Verkehrsverhältnisse wird auf die Wichtigkeit 8er bereits gebauten rind noch in Angriff gc- nonunenen Eisenbahnen für denAbsatz der landwirtschaftlichen Produkte hingewiesen und dann hinzugefügt, daß sich ohnedies die Handelsverhältnisse in der Landwirtschaft verschoben haben. Der Landwirt verkauft seine Frucht, die jetzt ohne fremden Zusatz das denkbar beste Backmehl gibt, nicht mehr an die Bäcker, sondern an die Müller und an die Kornhäuser. Die Hohen Viehpreise haben eine Steigerung des Wertes aller sonstigen landwirtschaftlichen Produkte zur Folge; der Kauf- und Pachtwert des Grund und Bodens ist gestiegen und, was als bedauerlich bezeichnet wird, ein Mangel an Arbeitskräften zu verzeichnen. Vorteilhafte Einrichtungen sind die Marburger Obstverkaufs-Vermittlungsstelle und der Frühjahrssaatmarkt. Im großen und ganzen gibt der Bericht ein Bild davon, daß die Landwirtschaft im kurhessischen Oberhessen sich in aufsteigender Entwicklung befindet. — lieber den gegenwärtigen Stand der Saaten berichten Vertreter aus den verschiedensten Teilen des Kreises nur gutes; Roggen und Weizen steht vorzüglich, ebenso auch Klee und Gras. Wetzlar, 15. Mai. In de.- gestrigen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung wurde mitgeteilt, daß der BezirDüus- schuß die dln leihe von 400 000 Mark für die im Stadt- vcrordnetcnbeschluß vom 15. März bestimmten Ausführungs-Arbeiten, Erwerbungen usw. genehmigt hat. Ter Bezirks-Aus- schuß verlangt jedoch, daß außer 3.8 Prozent Verzinsung nicht bloß für die Beschaffung des neuen Gasbehälters mit 50 000 Mk. eine in prvzcntige Tilgung ftattfinden soll, sondern für den ganzen Betrag der Anleihe eine 1] vrozentige Tilgung unter Hinzurechnung der durch die fortgesetzte Tilgung ersparten Zinsen vor- zusckreiben sei. Die Versammlung stimmte dem verlangten Tilgungssatz zu.^— Ferner wurde nach längerer Debatte mit allen gegen eine Stimme der Bau e ines städtischen Schlachthauses grundsätzlich beschlossen und der Bürgermeister ermächtigt, die nötigen Unterlagen dafür zu beschaffen. — Am Samstag abend gegen 9' , Uhr wurde ein helleuchtendes M e teor beobachtet, welches etwas oberhalb der alten Brücke in die L a hn nieder sank. sWetzl. Auz.i ** Dillenburg, 15. Mai. Dem „Begründer einer ge* ordneten Forstwirtschaft", dem Königlich Preußischen Oberlandforstmeister tzseorg Ludwig Hartig, soll hier an der ehemaligen! Forstschule eine Gedenktafel errichtet werden. — Hartig! wurde am 2. September 1764 zu Gladenbach geboren und studierte an der Universität Gießen Forstwissenschaft. Er kam 1786 als Forstmeister des Fürsten zu Solms-Bpaunfels nach Hungen, wo er ein Forsttehrinstitut begründete. 1797 wurde er Landfvrstmeister des Fürsten von Nassan-Oranien und verlegte seine Lehranstalt nach Dillenburg. Hier blieb er bis 1806, war dann bis 1811 Oberforstrat in Stuttgart und^trat hierauf als Oberlandsorstmeister in preußische Dienste. Seine Jorstlehranstalt ivurde mit der Universität Berlin in Verbindung« gebracht. Nach langer ersprießlicher Wirksamkeit starb er am 2. Februar 1837. Denkmäler besitzt er bereits im Kranichsteiner Wildpark bei Darmstadt, bei Gladenbach und auf dem Schurwald bei Hohenheim in Württemberg. - Seide =s ?f. — Zollfrei! — Muster au Jedermann! — DVj Seidenfabrikt. Heeeneberg, Zürich Ca. 1200 Aerzte haben berichtet, dass sie Bioson mit guten Erfolg angewandt bei Bleichsucht, Blutarmut, Magen- imb Darmerkran- kungeu, fieberhaften Erkrankungen und in der Rekonvaleszenz, bei nervöser Neurasthenie :c. bei Kindern, bei Lunaenerkraukuugen. Wer sich über den Wert, die blutbildende und ernährende Wirkung und die Billigkeit des Prävarats genau informieren will, laste sich kostenlos vom Biosomverk-Bensheiin die Broschüre mit den wissen- schaitlichen Urteilen kommen. 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Ter Schutzverband der Arbeitgeber der .Holzindustrie in Hamburg und in den Rartborstädten beschloß in einer gestern abend abgehaltenen, stark besuchten Versammlung unter anderem, daß, falls bis zum nächsten Sonntag die Sperre nicht aufgehoben und nicht überall geregelte Verhältnisse cingctretcn seien, der geschäflssührende Aus- schirß vlme Ansehen der entstehenden Kosten dafür zu sorgen habe, daß gute auswärtige Arbeitskräfte unter Bewilligung dauernder günstiger Verträge für Hamburg gewonnen werden. Hag e n i. W., 16. Mai. Ter Streik der M a l c r u n d Anstreicher ist heute b e i g e l c g t worden. Es ist ein Tarif zwischen (Gehilfen und Arbeitgebern abgeschlossen worden, der bis 15. Mai 1907 Giltigkeit hat. Nach dem Tarif ist für Arbeiter über 20 Fahre ein Mindestlolm von 45 Pf. pro Stunde festgesetzt worden. Malmoe, 16. Mai. Das Personal der Eisenbahn M a l m o e - P st a d ist heute vormittag wegen verweigerter Lohnerhöhung in den Ausstand getreten. Ter Verkehr ist bis auf weiteres eingestellt worden. Limburg a. d. 2., 16. Mai. Fruchtrnarkt. Durch-1 schnittsvreise pro Malter. Roter Weizen 16.00 Mk., weißer Weizen I 00.00 Mk., ttorn Alk. 13.00, Gerste 00.00 Mk., Haier 9.00 Mk., | Erb len 0.00 Mk.. Kartoffeln 0.00 Mk. L udwigshafen, 17. Mai. Eine von Mannheim vier zugereiste Frau W o b n wurde wegen Münzt^erbreebens verhaftet. ‘ London. 17. Mai. Bei dem Iahresbankett der Vertreter der Gemcindekorporationen gab der Premierminister E ampbell Banerinan »einer Freude über die Anwesenheit her Vertreter der deutschen 5 t o b t b e h ö r b c n Ausdruck und erklärte: Wir bereiten allen Besuchen dieser Art einen gilt en Emv'ang, denn sie dienen der Förderung der freundschaftlichen Beziehungen zwischen befreundeten Ländern. W i c n, 16. Mai. Bei den heutigen (9 cmeinderatS - w adle n zum zweite n W ahlkörve r wurden in sämtlichen Be-irken einschließlich auch dem zweiten, desicn vier Mandate bisher die Fortschrittlichen inne hallen, E h r i st l ich » Soziale g c iv ä h l t. Auch bei deu gleichzeitigen Wahlen für die Bezirks- vcmctriiq des zweiten Bezirks, der bisher fortschrittlich vertreten war, siegten die Christlich-Sozialen nut Ausnahme eines Atttglicdes. ILLUSTRIERTE MONATSHEFTE /C FÜR MODERNES LEBEN HERAUS- G 1B ■ GEGEBEN VON RUDOLF PR SBER \J Pt Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Helsen für Freitag, den 18. Mai 1906: Trüb und leicht wmdig, Regenfalle und weitere Abkühlung. Näheres c 11 >> irre’’er ■'.Jfllfr'ni" GriginaL-Drahttneldungen. Wiesbaden, 16. Mai. Bor der hiesigen Strafkammer wurde beute der Privatier Wilhelm Kröll aus Eltville, der am 22. Juli v. I. auf der Chaussee nach Erbenheim einen 13jährigen Knaben Namens Merten aus Erbenheim mit seinem Automobil überfahren und getötet hatte, zu fünf Monaten Gefängnis verurteilt. Kass-l, 17. Mai. lieber das Rcinh.-rdsgebirgc ging gestern ein schweres Gewitter und Dott'cnbruch nieder. Ter Schaden ist sehr bedeutend. Sämtliche Bäclw sind schrk angefchnwllen. Felder und Gärtm sind mit Schlamm bedeckt. Auch ist sehr viel Dich ertrunken. Köln, 16. Mai. In einem längeren Artikel anläßlich der G e f a n g c n n a h m e M o r c n g a s bemerkt die „Kölnische Ztg.": Ter Krieg zur vollständigen Beruhigung Südwestafrites geht z u E n d c , so zwar, daß wie wir erfahren, von nun an zunächst keine weiteren Truppennachschübe in bic Kolonien mehr vorbereitet werden. Tort sind in der .Hauptsache nur meb* Maßregeln zur Sicherung der Farmen und Ansiedler gegen das besonders im mittleren Teist des Schutzgebietes Vorhände: : Räu- bcrgcsindel durch Farmwa.hen und kleine mobile Abteilungen zu treffen. Ter Wiederaufbau der Kolonie kann beginnen. — T^r „Köln. Ztg." wird aus Berlin unter dem heutigen Tatum gemeldet: Oberst Deimling wird voraussichtlich im Juni noch einmal nach Teutseh-Südwestasrika reisen zur Besichtigung der dortigen Truppen und y.t ihrer Ueberleitung in dauernde Verhältnisse. Man darf wohl zuversichtlich annehmen, daß alsdaim Oberstleutnant v. Estorfs an hervorragend": Stelle dort weiter tätig bleiben wird. Metz, 16. Mai. Beim Empfang der lothringischen Landesausschußabgeordneten im Bezirkspräsidium in Metz am 15. d. M. sprach der Kaiser den Abgeordneten allerhöchst seine Befriedigung und seinen Dank dafür aus, daß sie für die Vollendung der H o h k ö n i g s b u r g im Landesausschuß ihre Stimme abgegeben hätten in der richtigen Erkenntnis, daß es sich hier um ein Werk handle, welches nicht nur das spezielle Interesse des Elsaß berühre, sondern einen vaterländischen Gesichttspunkt und eine allgemeine Bedeutung beanspruchen könne. Ludwigshafen, 17. Mai. Der 24jährige Buchhalter Imperpro von der Firma Türk u. Sohn ist unter Mitnahme des Kässcnbcstavbcc' in der Höhe von 700 Mark flüchtig gegangen. Es sollen erhebliche Vernulceunngen vorliegen. Für die gesamte R.-d.-rst-m Vermischtes. * Berlin, 16. Mai. Ein Ehedrama hat sich heute im Cftcn der Stadt abgespielt. Ter Galvaniseur Wilhelm Zch- maun aus der Blumenstraße verletzte seine von ihm getrennt lebende Fran durch Salzsäure und feuerte dann einen Schuß auf sie ab, der die Frau im Rücken traf. Unmittelbar darauf feuerte Zehmann einen Schuß auf sich selbst ab. Beide wurden schwer verlebt ins Krankenhaus gebracht. Tas Motiv der Tat ist in ehelichen Zw i 'igkciten .u suchen. * Newyork, 16. Mai. Ein neunfacher Mord ist in Pensaeoba im Staate Florida verübt worden. Der Pfarrer Josef Ackermann samt Frau und sieben Kindern wurden als Leichen aufgefunden. Die Mörder hatten durch Brandstiftung versucht, die Spur ihres Verbrechens zu verwischen. Bis jetzt sind die Täter noch mcht ermittelt. Der Pfarrer war ein verhältnismäßig armer Mann. Märkte. tc. Frankfurt a. M., 17. Mai. (Tetegr. Orig.-Bericht des , Gieß. Anz.".) Amtliche Notierungen der heutigen Viebmarkt- weite. Zum Verkaufe stauben: 61 Echsen, 0 aus Oesterreich 0 Bullen, 0 aus Oesterreich, 62 Kühe, Fersen, Stiere und Nmber, 0 aus Oester., 565 Kälber, 45 Schafe und Hämmel, 3 Ziegen, 6 Ziegenlämmer, 5 Schaflämmer. Bezahlt wurde für das Pfund Schlachtgewicht: Ödsten 1. Dualität 71—73 Mk., 2. Dualität 63—65 Alk., 3. Qualiläl 56—50 Mk.; Bnllen ]. Qual. 66-68, 2. Qual. 00—00; Kühe 1. Qualität 70-71 Mk.. 2. Qual. 64-65 Mk., 3. Qual. 10—00 'Ulf., 4. Qual. 00-00 Mk., 5. Qual. 00—00 Mk. Kgl her 1. Qual. 90—95 Pfg., Lebendgewicht 54—56 Pfg., 2. Qualität 78- 85 Pfg., Lebendgewicht 45 - 50 Pfg., Schlachtgew- 60—65 Pfg.; Schafe : 1. Qual. 78—80 Pfg., 2. Qual. 70— 72 Pfg. Geschäft: bei .Hornvieh gut, kein Ueberstand, bei Kleinvieh lebhaft, kein Ueberstand. CWM MM, MikWseWst. In den Aufsichtsrat unserer Gesellschaft sind an Stelle der verstorbenen Herren Geh. Hofrat Profesior Dr. Oncken u. Rentner Ernst Balfer in der ordentl. Generalversammlung vom 30. März d. I. die Herren Professor Dr. Fromme und Brauereibesitzer Eugen Asprion neu gewählt worden. Ter Vorstand Dn/f Herm. Eichenauer. Hch. Schaffstaedt. SdiKriruHt, MWliHe BohmMz-ii.WlMrke» j. Eanckel 3097] Lchloßgasse 6. Größere Packlisten, Säcke, Fäßer, Glaskorbflascheu, gebrauchte, gut erhaltene Feuster und Türen zu verkaufen. |3144 Ctto Schaaf, Seltersweg 39. frischmelkende Ziege zu ver- O lausen. Hcffenstraße 5. Im Na in eu der traaernden Hinterbliebenen Kramer, Hauptmann a. D (3588 mittags 4’/, Uhr, ftoit. Wetzlar-Niedergirmes, den 16. Mai 1906. Die Beerdigung findet Freitag den 18. Mai, nach- gcflcrn abend im Alter von 18 Jahren nach langem, schweren Leiden int Glauben au ihren Heiland sanft entschlafen ist. Todes-Anzeige. Verwmtdten, Freunden und Bekannten machen wir hiermit die schmerzliche Mitteilung, daß unsere innigst geliebte Tochter und Schwester Martha ■ M Ä I I > U ll Wasche mit wäschtam besten 8128 Kodak Statt jeder besonderen Anzeige. Die Beisetzung unseres geliebten Sohnes 3140 Eri©h Kramer Sondar-Ausstellung* [B3/K K 17/06. Heinrich Noll K 19'06 Papierhandlung B1’/, Gerbet. Es nn i MH. fit feinerer Wäsche u.fstlanzbügeln Bx;lt findet Samstag, den 19. Mai, nachmittags 5 Uhr von der Kapelle des neuen Friedhofes aus statt. Am Montag, Dienstag und Mittwoch, 21., 22. und 23. Mai, veranstalte ich unter Mitwirkung der Kodak- Gesellschaft zu Berlin eine reichhaltige Ausstellung von Apparaten, Entwicklungsmaschinen und sonstigen Erzeugnissen obiger Gesellschaft, prächtigen Vergrösserungen von Amateurautnahmen usw. in meinen Geschäftsräumen TounerStag, den 7. Juni 1906, nachmittags 3 Uhr wird auf hiesigem Ortsgericht die vor dem Namen der Wölfing Heinr., Ehefrau geb. Mildncr, stehende Parzelle der Gemarkung Gießen 5 140,4 — 473 qm Hofraite auf der Weißcrde aus dem obersten Riegelpfad öffentlich bestbietend versteigert. Gießen, 3. Mai 1906. Großh. Ortsgericht Gießen. Gros. __ Lieferung von Fußbodenöl. Die Lieferung von ca. 1530 kg Fußbodenöl für die städtischen Gebäude soll Samstag, den 26. Mai d. I., vorm. H1/, Uhr Frau Louis Reitz Ww. Roonstraße 31, Hinterh. öffentlich vergeben werden. Bedingungen liegen während der Amtsstunden bei uns — Zimmer No. 3 — zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an uns ein- znrcichen. — Znichlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 16. Mai 1906. Städtisches Hochbauamt Dip Ausstellung ist täglich von morgens 9 bis abends 7 Uhr ununterbrochen geöffnet und ist der Eintritt frei. Herr .Ingenieur Sürht-Berlin wird um 11 und 5 Uhr Vorträge halten nebst Vorführungen über Entwicklung« - Maschine, Tönungs-, Ton- o. Kopierprozesse von Bromsilber-, Dekko-, Solio-, Platinpapieren u. s. w. durch Eingießcn | HHßluU- von Petroleum ins Feuer wird verhütet durch Flamm-Briketts, bestes Mittel zum Anzünden des Feuers ohne Holz und zur raschen Belebung eines schlechten oder erloschenen Feuers. >2833 -l. Kröll Söhne, Seltersn'eg!2. °eݰn. Uhilie-Stiliidcii in Franzos., Engl. «. Deutsch. Näheres in der Geschausstelle des Gießener Anzeigers. [03549 Wir bringen hiermit zur allgemeinen Kenntnis, daß die Friedhöfe vom 16. Mai bis 15. August von 6 Nhr morgens bis 9 Uhr abends geöffnet sind. _ . Tie Schließung des Friedhofs wird durch Lauten der ,vncd- hofsglockc angezeigt. Bei Beginn des Läutens muß der ^-riedhof sofort verlassen werden. Ein? Viertelstunde nach dem Lauten werden die Friedhofstore geschlossen. Gießen, den 16. Mai 1906. Großherzogliche Bürgermeisterei Greven. Mecum. TonncrStag den 21.Juni 1906 nachmittags 3 Uhr wird auf hiesigem Ortsgericht die vor bem Namen der Urmersbach, Ioh. Richard Ehefrau geb. Baben- heim stehende Parzelle der Gemarkung Gießen 1/1379 — 139 qm Hofratte aus dem Asteriveg öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, den 17. Mai 1906. Großh. Lrtsgcricht r':. ncn. ___Gros._________ K 22,06 B*7r. Donnerstag den 21.Juni 1906 nachmittags 3 Uhr wird auf hiesigem Ortsgericht die vor dem Namen der Urmersbach, Ioh. Richard Ehefrau geb. Babenheim stehende Parzelle der Ge- markung Gießen 1/1379 — 139 qm Hofraitc auf dem 'Asterweg öffentlich meistbietend versteigert. Gießen, den 17. Tlnt 1906. Großh. Ortsgericht Gießen. G r o Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme bei dem Hinscheiden meines treuen, imugft gehcbteit Gatten Ludwig Hahn sowie für die trostreichen Worte des Herrn Pfarrer GSibel am Grabe meines lieben Verstorbenen, für die zahlreichen Kranz- und Vlumcnspenden, sowie dem Krieger-, Enen- bahn- und Arbeiterverein für die Begleitung zur leisten Ruhestätte sagen mir auf diesem Wege unser.: innigsten ^Dutenhofen, Wetzlar, Atzbach, den 17. Mai 1906. Im Namen der tieftrauernden Hinterbliebenen: £ Wwe. Luise Hahn. Feinste *“/. Mmckdkil Hochfeine Metzer Marmelade-Melange per 10Psd.»Eimer 3112.60 Fernste Marmelade-Melange 10 Psd.-Eimer Mk. 3.30 Aprikosen, Himbeeren, Erdbeeren, Reineclauden, Mirabellen, Pfirsiche per 'fagtagg gä P,g. Außergewöhnlich preiswerte Früchte: 2Psd.-Dose Mirabellen 65 Pfg. , Reineclauden 90 Pfg. , Erdbeeren 90 Pfg. Sebrüder Berta Bahuhosstr. 27 Lindenpl. 12 Pino An allen Orten werden Verkaufsstellen errichtet. ----- Vertreter gesucht. == Gebrüder SCrayer ______Mannheim. [ss*/4 Gut bürgerlicher UJ4S’ Mttagstisch von 70 Pfennig an und höher. Kalte u. warme Speisen ZU jeder Tageszeit empfiehlt Wauml zum Lachich LütMüisGrielhisch. Nachhilfestunden für Reolgnm- nasiasten u. Gymnasiasten. Private Vorbereitung aus alle Klassen von Gymnasien und Realgymnasien, Reirrmanstalten und Mädchengymnasien, ferner aus die Reifeprüfung und alle Er- gänzilngsprüsungen. 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