ODC. )ung^rä>l^aüch.!uchl 6lui barg, Yaush.zr.Lchmidi,-Neuen VLurL 01 \M "«umädchen >« sofort gejucht. _4^£^enp ati ||B ^ochcuhaushLltttiü °w> em.ge L.adcheu^ch"L ^uht'm gesucht. ULpnl ludjiiges ' Mädchen m Küche und hausardeil gesucht. Sud,Anlage 5,^ Terjeuige, der in der städt. Sandgrube zvischr« SiöSgen aud Gieße« Laad »l)ne eficin abialjrt, wird wegen Qitbfttijl tvr WW* gebracht. \W Tön & hoimann, ^rotzeu-'vuseck. 6mpiel)le mich im Ba|4ö und nehme AuShilisslelle an. 010.8] Große DiNgofie U, L t r S > 3n Sllßfdi vorzüglich gelegene Wirtschaft alsbald vw pachtet roevöen, am liebnen ® Len ^xbger. Kaul kann M edolg^- uni.W Hi^neDamen.Mask«' Olü^reywwe^J^ f R V.* W-E (Ul»*1* z«-I- ,(i «•**,“»* ‘8cgo,n M 10000 zLKLS- stude-t'^ Kneipe« ,Äe"vole unter oB Hospiz.»* Sc&westcrniia^ h 3^ \o’ Erstes Blatt 188. Jahrgang SamSt^glV. Februar 1906 SieMer AWiger w General-Anzeiger v Amts- und Anzeigeblati für den Kreis Gießen 3$ Nr. 41 Erscheint tSattch aus;er SonnlagS. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gießener Kamillen« blätter Diennal tn der Woche beigelegt Rotationsdruck u. 93er» Inq der Brüh t'lchen Univers.-Buch'N.Slein- bruderet. R. öange. Redatnon, Ervedilwa und Trurferet: Schul ft raße 7. Redaktion 113 Vertag u.Exoed.e^^öl Adresse für Teoeschen: Anzeiger Gießen. VejugdpretSr monatlich 75 Pi., orenel- jährlich Alk. 2.20; durch Abhole» u. Zweigstellen monatlich 65 Ps.; durch drePost ^iL 2.—viertel* jährl. ouc'i'.hl. Beslellq. Annahme van Anzeige» für die Lagesnnunner bis oormUlags 10 Uhr. Zeilenvreis: lokal 12'l}fw ausivärtS 20 Pfg. Verantwortlich für den oohL und allgem. Teil P. Witt ko, «ür ,Stadt und Vaiib' und ,(S\end)t5|aal°: ©ruft Heß; für den An* üctnenteil: Hans Beck. z>ie heutige Dummer umfaßi 16 Seiten. 2 PfUteüer für AnsichtstartettV" Die ©teu erfommiffion des Reichstages beriet am Freitag den Antrag Nacken, die im Jnlande ausgegebenen Ansichtspostkarten mit je 2 Pfennig zu besteuern. Nacken führte aus, der Handel mit Ansichtsvoükarten werfe einen enormen Gewinn ab. Staatssekretär Kraetke äußert Bedenken gegen den Antrag, der auch die in Form von Ansichtspostkarten hergestellten Reklamekarten treffen wurde. Der Begriff der Ansichtspostkarten sei sehr schwer festzustellen. Ganz unmöglich wäre eine posttechnisch genaue Kontrolle. Nach weiterer Debatte, in der u. a. Staatssekretär Freiherr v. Stengel äußerte, nach seiner Meinung stehe jedenfalls dem nichts im Wege, daß in der Kommission Ersatzsteuern vorgeschlagen werden, wurde der Antrag Nacken mit 14 gegen 12 Stimmen angenommen. Dafür waren Konservative, Reichspartei, Zentrum und Nationalliberale, dagegen Freisinnige, Sozialdemokraten, Polen und wirtschastl. Bereinigung. Eingegangen sind die Anträge der Abgg. Dr. Wiemer und Merten (frs. Vp.) auf Reform der Branntweinsteuer und des Abg. Singer und Gen. auf Einführung der Reich Seinko m m en» st eu r und Reichsvermögens st euer, sowie des Abg. Müller-Fulda auf Einführung der Biersteuer. Nach einer längeren Besprechung zur Geschäftsordnung wurde beschloffen, diese Steuerpläne, wie überhaupt die gesamten ErgänzungS- steuern zunächst zur Verhandlung zu stellen und erst dann an die Erbschaftssteuer heranzutreten, so daß diese Beratung kaum vor Ostern beendet werden wird. Soweit die heutigen Berliner Berichte. Wir müssen sagen: nachgerade wird das Eifern gegen den Luxus, d. h. auch gegen die bescheidenste Behaglichkeit des Lebens, bis zur Lächerlichkeit getrieben. Längst ist nicht mehr von einer Belastung der Besitzenden bei solchen Bestrebungen zu sprechen. Dem Wohlhabenden macht es finanziell allerdings nichts aus, die Ansichtspostkarte mit einer 2 Pfgs.-Stempelmarke zu bekleben — als ob nicht schon genug geklebt würde im deutschen Vaterland! — oder eine Fahrkarte teurer zu bezahlen. Der Arbeiter, der Handwerker, kurz jeder, der mit den Groschen zu rechnen hat, empfindet aber solche Aufschläge als chikanös. Daß die Industrie geschädigt wird durch den Feldzug gegen den „Luxus" — und dadurch auch wieder die Arbeiterschaft und der Mittelstand — das kommt kaum mehr m Betracht. Dio Wahlrechtsreform im Großherzogtum Sachsen- Weimar abgelehnt. Weimar, 16. Febr. Der Landtag nahm heute einen Nachtragsent-- wurf zum Landtagswahlgesetz an, durch welchen ein einfacherer Wahlmodus bei den Wahlen der Höchstbesteuerten eingesiihrt werden soll. Ein Antrag des Ab- geordn. Appelms, die direkten Wahlen für die 23 aus den allgemeinen Wahlen hervorgehenden Abgeordneten einzuführen, wurde abgelehnt, ebenso ein sozialdemokratischer Antrag auf die Einführung des allgemeinen gleichen und direkten Wahlrechts für den ganzen Landtag. Durch die Ablehnung der direkten Wahl ist das Groß- Herzogtum in eine politische Erregung versetzt worden, wie man sie bisher nicht gekannt hat. Sie spricht auch aus den Auslassungen der nationalliberalen weimarischen Landeszeitung „Deutschland", die u. a. schreibt: Die Mehrheit möge sich ihrer Verantwortung bewußt werden I Eine tiefe Erbitterung wird sich allenthalben im Volke breit machen, nichtnurdieArbeiter fordern eine Verbesserung des Wahlrechts, sondern auch alle liberalen Kreise. Die geradezu skandalöse Ablehnung selbst der gemäßigsten Anträge wird der Sozialdemokratie nur immer neue Anhänger zuführen. Die Neuwahlen werden unter der Parole derWahlrechts- ö e r b e i m? r u n q stehen. politische Tagesschau. Wie die Großherzogin von Baden Frau Geck „besuchte". Ueber den angeblichen Besuch der Großherzogin von Baden bei der Frau des Sozialistenführers Ad. Geck wird der „Dtsch. Ztg." geschrieben: „Der babifrfje LandtagSabg. Geck aus Offenburg hat in der iRanuner von einem Besuch der Großherzogin bei seiner Frau in idem Sinne gesprochen, als habe die Fürstin die Frau Geck auf3 ^gesucht, um einmal „ein sozialdemokratisches Weib kennen zu lernen". Die Sache verhält sich so, daß Frau Geck wegen eines Frauenleidens einige Zeit im Karlsruher Ludwig»Wilhelms- Krankenheim lag, das von der Großherzogin mit sreiwilligen Beisteuern aus dem ganzen Lande zum Andenken an ihren früh verstorbenen Sohn Ludwig Wilhelm gestiftet wurde, und das die Großherzogin oft besucht. Bei einer solchen Gelegenheit erfuhr die Großherzogin, daß Frau Geck aus Offenburg da sei, und wie sie andere kranke an ihren Betten besucht, um sie zu trösten und zu zerstreuen, so tat sie auch bei Fran Geck, die darüber sehr erfreut war. D i e Fürstin macht in ihrem Samarilerdienst keinen Unterschied der Partei; sie bat noch nie eine Kranke gefragt, ob ihr Mann ein Sozialdemok,at oder etwas anderes ist. Jedermann wird zugeben müssen, daß der Vorfall die badische Landesmutter nur ehrt, daß es aber weder ..taktvoll" noch sonst rühmlich war, die Sache in der Form zu erzählen, die von dem Aba. Geck beliebt wurde." Tie Beisetzung König Christians. Kopenhagen, 16. Febr. Heute vormittag wurde die Leiche König Christians IX. in feierlichem Zuge von der Schlvßkirche durch die Stadt nach dem Hauptbahuhofe überführt. Gegen IP/2 Uhr trafen in der Schlvßkirche ein: König Haakon von Norwegen und der Großhcrzog und die Großherzogin von Mecklenburg-Schwerin, kurz darauf der König von Dänemark, der König von Griechenland, Prinz Karl von Schweden, die Kaiserin-Witwe von Rußland, der Herzog und die Herzogin von Cumberland usw. Darauf fand ein Trauergottesdienst statt. Hofprediger Paulli hielt eine kurze Predigt. Sodann wurde der Sarg von vier Kapitänen zur See und vier Obersten aus der Kirche getragen. Unter dem Geläute der Glocken aller Kirchen und einem Trauersalut fetzte sich der Zug in Bewegung. Vorauf schritten ein Bataillon Infanterie, eine Abteilung von der Marine, eine Eskadron des Garde-Husaren-Regiments und eine Batterie der Feldartillerie; darauf folgte der Hofmarschall zu Wagen; nunmehr kam der königl. Leichenwagen, mit sechs Pferden bespannt, die von Hofbediensteten mit Trauerlivre geführt wurden . Hinter dem Leichenwagen wurde das Leibpferd des verstorbenen Königs in General- schmuck geführt. In den Trauerequipagen fuhren hinter der Bahre König Friedrich u nd die übrigen königlichen und fürstlichen Herrschaften. Die Königin und die übrigen Mitglieder der königl. Familie sahen von dem Gebäude zwischen der Schlvßkirche und dem Christiansborgschloß dem Abmarsche des Trauerzuges zu und fuhren dann nach dem Bahnhofe. In den Straßen bildeten Kriegervereine, Stu- benten und Beamte Spalier und schlossen sich dem Trauerzuge an. Nachdem die Militäreskorte auf dem Bahnhofsplatze Aufstellung genommen hatte, trugen vier Kapitäne zur See und vier Obersten den Sarg nach dem Trauerwaggon. Prinz Waldemar von Dänemark und Hofmarschall von Oxholm begaben sich in den Wagen. Die Kommunalverwaltung von Kopenhagen legte hier eine Palmendekoration auf der Bahre nieder. Um 1.40 Uhr ging der Trauerzug, welcher die königlichen und fürstlichen Herrschaften, sowie die Geladenen mit sich führte, nach Roskilde ab. Roskilde, 16. Febr. Um 3 Uhr traf der Zug hier ein. Der Trauerzug ging langsam nach der Tomkirche, ehrerbietig von der Menge begrüßt. Die Vereine bildeten Spalier. Um 3*/s Uhr kam der Leichenzug in der Tomkirche an. Ter Sarg wurde von Offizieren in die Kirche getragen und auf dem Katafalk vor dem Altar aufgestellt. Choralgesang leitete die Trauerfeier ein. Nach einer kurzen Gedächtnispredigt und nach einem Choralgesang trat das Königspaar zum Katafalk und küßte den Sarg. Tie übrigen Mitglieder der Königsfamilie und die fürstlichen .Herrschaften knieten darauf am Sarge nieder und küßten ihn gleichfalls . Sodann begaben sich die Herrschaften in die Kapelle Friedrichs V. und verweilten kurze Zeit am Sarge der Königin Luise.__________________________________________ Deutsches Reich. Berlin, 16. Februar. Zur silbernen Hochzeit hat der Kaiser die ehemaligen in Amerika lebenden Grena- d iere von der zweiten Kompagnie deS ersten Garde-Regiments, Hesse und Duning, eingeladen. Beide haben schon der grünen Hochzeit ihres früheren Kompagniechefs Prinzen Wilhelm beigewohnt. Von seinen „langen Kerls" will der Kaiser bei der bevorstehenden Feier möglichst viele wieder um sich sehen. Alle nach lebenden Angehörigen der Kompagnie aus jener Zeit sind, wie gemeldet, geladen worden. Sogar nach Leuten im Auslande wurde gesucht. Heffe und Duning vor der Abfahrt der „Amerika" auf dem Pier zu finden, war nicht schwer. Sie überragten alles Volk um Haupteslänge. Hesse ist seit 1883 in Amerika und bat es als Farmer in Kansas zu be- tröchtlicbem Wohlstand gebracht, so daß er sich gestatten kann, seine Frau sowie seine beiden Söhne mitzunehmen. Duning, der im Jahre 1882 sich nach Amerika wandte, besitzt iy Richmond, Indiana, ein gutgehendes Eisenwarengeschäft. — In der gestrigen geheimen Sitzung der sozialdemokratischen Vertrauensmänner wurde beschloffen, daß die Berliner Sozialdemokraten die Landtags-Wahlrechts* reform am 18. Mä^z mit viel größerem Nachdruck fordern sollen als am 21. Januar. — Zur Behandlung der Heimarbeitfrage, die bekanntlich auch Gegenstand der Beratung des Krotg-ateS gewesen ist, hört die „Tägl. Nimdsch.", daß bisher lediglich für die Krankenversicherung eine gesetzliche Negeluno ' bevorsteht. ES ist aber unzutreffend, wenn angenommen wird, daß bereits ein Gesetzentwurf im Reichsamt deS Innern fertiggestellt ist und dem BundeSrat vorliegt. Es schweben zunächst noch Verhandlungen. Eine der schwierigsten Fragen dabei, die noch nicht gelöst ist, ist die Registrierung der versicherungs- pflichtigen Heimarbeiter. — DaS im Reichstage heftig angegriffene Urteil in der Bcschwerd/sache der Duala-Häuptlmge gegen das Gouvernement Kamerun ist der «Köln. Ztg.* zufolge aufgehoben und in die erste Instanz zur erneuten Beratung zurückgewiesen worden. Der Grund für die Aufhebung des Urteils ist deffen juristische Unhaltbarkeit gewesen. Rudolstadt, 16. Februar. Nachdem am 2. Dez. 1905 der Landtag des Fürstentums wegen Nichtbewilligung der Kameralrente des Fürsten aufgelöst wurde, fanden heute die Neuwahlen statt. Gewählt wurden acht Vertreter der bürgerlichen Parteien und sieben Sozialdemokraten. Eine Stichwahl ist zwischen dem Vertreter des Bundes der Landwirte und dem der Sozialdemokraten erforderlich. AusLand. London, 16. Februar. Ter „Standard* meldet au3 Shanghai, daß ein neuer Angriff auf die englische Mission in der Nähe von Nanking stattfand. Die Zahl der Vizekönige, welche sich der fremdenfeindlichen Bewegung anschließt, vermehrt sich allmählig, sodaß die Lage immer gefährlicher wird. Die unteren Klaffen der chinesischen Bevölkerung glauben, daß die Japaner die Bewegung gegen die Europäer begünstigen und unterstützen werden, und durch diese Aussicht gewinnt die Agitation an Ausdehnung. Em Chinese in Shanghai versuchte den Sekretär der europäischen städtischen Verwaltung ;u ermorden, wurde jedoch daran verhindert. Paris, 16. Februar. Nach der Wahl DubostS zum Präsidenten nahm der Senat heute den französ.-rus- fischen Handelsvertrag an. Paris, 16. Februar. Der neue Präsident FalliereS wird aus Rücksicht auf die Schwierigkeiten, in denen sich die Regierung angesichts der langsamen und zweifelhaften Entwicklung der marokkanischen Frage besindet, das Ministerium Rouvier neu bestätigen, und Rouvier wird jede Personenveränderung vermeiden, die einzelne Parteigruppen verletzen könnte. FalliereS wird am nächsten Montag dem Parlament eine Botschaft zugehen lassen. Diese wird der Hoffnung Ausdruck geben, daß Frankreich eine Periode inneren Friedens und sozialer Fortschritte beschieden fein möge; sie wird zum Schluß betonen, daß Frankreich aber auch in der Welt seine Stellung behaupten will durch die Fortsetzung einer friedlichen auswärtigen Politik. Dieser Schluß ist (wie der Korrespondent der „Franks. Ztg." versichern darf) nicht ohne Einvernehmen mit Loubct und Rouvier revidiert worden. Belgrad, 16. Februar. Die Skuptschina nahm den Handelsvertrag mit dem Deutschen Reiche endgültig an. Konstantin opel, 16. Februar. Die russische Botschaft verlangt energisch bei der Pforte Zahlung der rückständigen Kriegsentschädigungen 24000 Pfund vom 1. Januar v. Js., 16 000 Pfund vom 1. Januar d. IS. Die jährlich zu zahlende Rate beträgt 360000 Pfund. Tokio, 16. Februar. Gestern wurde eine Anzahl Offiziere bestimmt, welche demnächst in der englischen Arme, in Indien Dienst nehmen werden. Gietzener Stadttheater. Die Rosa Dominos. Schwank von Delacour und .Hennequin. Am Freitag gelangte eine ältere französische Faschings- Posse, „Tie Rosa Dominos", zur Darstellung. Flotte Szenerie, ausgezeichnete Verwechslungstechnik, zu der der Pariser Opernball die Gelegenheit gibt, eine nicht ganz Keine Dosis Frivolität, dabei ein hier und da mit hübschen Pointen ausgestatteter Dialog üben ihre Wirkung auf die Hörer aus. Zwei junge Ehepaare, ein älteres Paar, ein Messe, ein Zimmermädchen und drei rosa Dominos, das find die Requisiten. Eine junge Frau glaubt an die Tugend toer Ehemänner, die andere teilt die Männer in solche, tote sich erwischen lassen, und in solche, die klüger sind. Man beschließt ein Komplott und läßt die Männer, die vermutlich dem Vorstand eines Vereins zur Abwehr der Sitt- lüchkeit angehören, zum Rendezvous auf dem Maskenball biitten. Sie kommen, die Frauen auch, desgleichen das Zimmermädchen, das doch auch ein Vergnügen haben will Mp dem Neffen ein Billet zugesteckt hat, ferner der alte Pantoffelheld, der schon feit 30 Jahren eine ungestillte Sehnsucht nach einem lauschigen Kabinett mit einem frei- geistigen und freiherzigen Dämchen hat. Nun ereignen sich die tollsten Verwechslungen, denn die drei rosa Dominos sind nicht von einander zu unterscheiden. Im dritten 2lkt klärt sich die Situation und die Männer gehen siegreich aus dem Kampfe hervor. Sie haben Lunte gerochen, tun so, als hätten sie alles gewußt, und zurückprallend treffen die Pfeile die schöne Absenderinnen. — Geschieht ihnen ganz recht. Tie große Wirkung der Posse liegt namentlich im 3. Akt, der neue Momente bringt, den Knoten nicht auf die gewöhnliche Weise löst, wo der Situationswitz sich in hohem Grade steigert. Weniger schön sind die von den Verfassern in den Dialog bömbchengleich gestreuten ivelt- fiv.gen Gegensätze und weisen Verhaltungsmaßregeln für Ehefrauen, und die Tendenz des Stückes mit ihren Scherzen über die eheliche Treue. Die tolle Posse wurde vom Publikum sehr freundlich und mit großer Heiterkeit ausgenommen. Die Rollen lagen m guten Händen. Herr Reimer als alter Rentner Beau- buisson war in Spiel und Maske vorzüglich. Herr Goll als Georges Tumenil und Herr Steinmann als Paul Aubier verstanden ihre Rollen in liebenswürdigster Weise durchzuführen, sodaß man ihnen ob ihrer Mätzchen und Schwindeleien nicht gram fein konnte. Auch ihre Frauen, die nachsichtige, skeptische Marguerite (Frau Bayr Hammer) und die noch so vertrauensvolle Angele (Frl. Tonecker), sowie Herr Lüttjohann als Henri und Frl. Schellenberg als Kammermädchen verdienen alles Lob. Kurz, alle Mitspielenden waren mit Karnevalslaune bei der Sache und die Vorstellung nahm einen animierten Verlaus. Besonderer Tank gebührt noch Herrn Reimer für die gute Regie. pr. — Der briefliche Nachlaß RudolfBenningfeus wird jetzt von Vrof. Hermann O n ck e n dem Nachfolger W. Onckens auf dem (Siebener ttebrsinhl für neuere Geschichte, geordnet und soll demnächst im Buchhandel erscheinen. Es befinden sich darunter u. a. verschledene Briefe des Fürsten Bismarck, die einen historisches Wert haben. Russische Mten. Die russische Anleihe von z we i M ill i ard c,n Francs schien auf längere Zeit vertagt zu sein, da bie Zustande des Zarenreiches nicht derart sich gebessert haben, um drc.Gewahr dauernder Beruhigung zu bieten. Vielmehr wird mit einer Erneuerung der Reuvlutionsl'eivegung gerechnet. Es stellt sich nun heraus, 'dost die Verhandlnngeii zwischen der russffcyen Regierung und dem Konsortium französischer Banken fortgesetzt worden sind, urrd daß man bald soweit ist, um z-u einem Abschluß zu gelangen. Nach einer Pariser Meldung verlangte das Bankenkonsortium vor Zustandekommen der Anleihe ursvrünglich die, verfassungsmäßig funktionierende Duma. Das lehnte die russische Regierung ab mit der stolzen und selbstbewußten Begründung, eine Einmischung in die inneren Angelegenheiten Rußlands könne nicht geduldet werden. In Wirklichkeit dürfte die Sache sich «infach so verhalten, daß es noch gute Wege hat, bis die Duma surrktioniert. Der französische Ministerpräsident Rouvier, der überhaupt bei dieser gewaltigen Anleihe den „ehrlichen Mäklet spielt und die Schwierigkeiten aus dem Wege zu räumen sich bemüht, hat der Ablehnung der Bedingung Recht gegeben. 9hm will das Bankenkonsortium sich damit begnügen, daß, einer Pariser De- pesche der „Voss. Ztg." zufolge, „engere Beziehungen zwischen den französischen Banken und der russischen Finanzverwaltung, eventuell der Staatsbank, durch Entsendung von Vertr^uensversonen geschaffen werden." Diesen Wunsch wird die russische Regierung wohl ganz gern erfüllen, wenn sie sich vielleicht auch anfänglich noch sträubt, um das Zugeständnis kostbarer zu machen. Denn die russ. Finanzverwaltung wird sich nur soviel in die Karten sehen lcffsen, wie sie es für nötig hält, um die „Vertrauenspersonen" und damit ihre Gläubiger in angenehmer Beruhigung zu erhalten. Die ©e= Heimnisse des russischen Etats, der bisher von keiner unabhängigen Stelle kontrolliert wurde, sind nur sehr Wenigen zugänglich und verständlich. Die paar Ziffern, die alljährlich in einer zunächst für den Zaren bestimmten Zusammenstellung an die Oeffentlickkeit gelangen, besagen so gut wie garnichts. Das Papier ist geduldig. In Rußland kommt es darauf an, ob das Geld auch wirklich vorhanden ist, das hier und da, in verschiedenen Zweigen der Verwaltung als Neberschuß prangt, und wenn es da ist, dann bleibt immer noch zu fragen, wohin es wandert. Mso die Mitwirkung einer Art von Kontrolle durch, „Vertrauenspersonen" kann die russische Regierung dem französischen Bankenkonsortium seelenruhig zugestehen. Das erleichtert Rußland sehr wesentlich die Aufnahme neuer Anleihen in der Zukunft. Zwei Milliarden sind viel Geld, aber da allein die russische Umsturzbewegung Zerstörungen im Wert von zwei Milliarden angerichtet hat und die Kosten des inneren Krieges ins Ungeheure wachsen, so wird Rußland, noch ehe ein Iahrverstrichen ist, wieder Anleihe sehn sucht verspüren. Die „Vertrauenspersvnen" finden nichts zu erinnern, sie sehen alles in der schönsten Ordnung: was ist da leichter, als Vermittler und Gläubiger einer Auffüllung des Schatzes geneigt zu machen? Soweit das französische Bankenkonsortium etwa eine Ehre darin setzt, die zwei Milliarden Francs in Frankreich aufzu- ,bringen, mag das Geld Rußland neidlos gegönnt sein. Doch !hieß ds vor einiger Zeit, da« auch Deutschland mit ca. 800 M illionen Francs bei dieser Anleihe „bedacht" werden solle. Hoffentlich ist das nicht der Fall, denn der deutsche Markt ist sckvn zur Genüge bedacht. Beider dauernd glänzenden Lage unserer Industrie findet das Kapital Gelegenheit in Hülle und Füsse zu nutzbringenden Anlagen. Und wir möchten bezweifeln, daß die deutsche Regierung, im Hinblick auf die unerhörte Schutzveriagung gegenüber den Deutschen in den baltischen Provinzen und auf die bemerkliche Annäherung Rußlands an Frankreich und England, Neigung zu einer Förderung der Anleihe hätte. * Die Zahl der Arbeitslosen in Petersburg wird augenblicklich aus 30 000 geschätzt. Unter den Arbeitern herrscht en t- setzlicheNot. Es sind viele Fälle von Hungertyphus zu verzeichnen. Die Verhaft'uacu von politisch verdächtigen Personen werden immer noch fortgesttzt. Im Ganzen sollen schon aiber 40 000 Personen arretiert worden sein. Ein Londoner Blatt meldet unsinnigerweife aus Petersburg daß die revolutionäre Partei beschlossen habe, ihre Methode zu ändern. Ter offene Aufruhr und die gewaltsamen Straßendemonstrationen sollen aufgegeben werden. Dagegen sollen int geheimen kleine revolutionäre Banden gebildet werden, deren Aufgabe es wäre, Mordattentate im ganzen Reich auszusübren. Die revolutionäre Partei wird sich in eine geheime Gesellschaft zur Ermordung aller höheren Staatsbeamten umwandeln. lWohl ass in? Börsen- register eingetragener Verein?.' D. Rd.) Die Mttglieder dieser Banden werden sich durch (Hd verpflichten, ihre mörderische Tätig-- TCti gewissenhaft durchzuführen. Auf dem Güterbahnhofe der Nikolaseisenbahn zu Petersburg fiel beim Abladen eines Wagens eine von Wladiwostok gekommene Kiste zu Boden. Esl erfolgte eine Explosion, mehrer'' Personen wurden verletzt. Der Wagen geriet in Brand, dock' tvnrde dos Feuer bald gelöscht. Bei einer Untersuchung zeigte -sich, d^ß der Wa<>-n mit aeküsst war. -Qcct? UN- Flotte. — VoroOJahren! DiedeutscheReichsflotte 1848 —1852 in zwölf Bildern von Marinemaler und Kvrvetten-Kahitön a. D. L. Aren hold. Berlin 1906, Verlag von Dietrich Reimer (Ernst Vobsen). Mk. 3.—. Der Ve-nfasser hat es noch in letzter Stunde, ehe die persönliche Tradition ganz erloschen ist, unternomnren, alles zusammenzutragen, was sich über die Geschichte der ersten deutschen Kriegsflotte — unrühmlich wie sie ist — ermitteln ließ. Nach jahrelangem Bemühen ist es ihm gelungen, verläßliche Abbildungen der Schiffe aufzutreiben, die er als gewandter Marinemaler zu Aauarellen verarbeitet und in 12 stattlichen Tafeln den Bändchen beigegebenen hat. Mündliche Mitteilungen erhielt er von Admiral ft1. v. Werner, der als Hilfsoffizier auf der Flotte tätig war, dem cinsttgen Marinerat im 1848er Reichsministerium Tr. W. Jordan in Frankfurt a; M. (daß Wilh. Jvrdan einer der größten Dichter des vorigen Jahrhunderts gewesen ist, weiß freilich, wie es scheint, der Verfasser gar nichts ferner dem ehemaligen Kommandanten des ,v. d. Tann" Lange, der in Berlin lebenden Witwe des Admirals der Flotte Brommy und einigen noch in Riet lebenden früheren Matrosen. Als Unterlagen dienten ferner das Bundesarchiv in Frankfurt und die sehr interessante Verkaufsliste der Flotte, die anläßlich ihrer schmachvollen Versteigerung 1852 ^ausgestellt wurde. _________________________ Tttrche und Schule. Mannheim, 16. Febr. Der Fabrikant Dr. C. Wehl, stellvertr. Vorsitzender der Handelskammer, hat 100 000 Mk. gestiftet mit der Bestimmung, daß das Erträgnis der Zinsen dieses Kapitals befähigten Schülern der achten Klasse der Volksschule, die eine technische Schule besuchen wollen, Bei- hilfen gewähren soll. parlamentarisches. — Das Zentrum brachte aus Grund der eben im Reichstage geführten Weinpantschereidebatte den Antrag ein, die Kellerkontrolle allgemein als hauptamtliche Tätigkeit der dazu Berufenen einruführen. Aus Stadt und Land. Gießen, 17 Februar 1906. — Das übliche Promenadekonzert in der Südanlage fällt morgen Sonntag aus. * • Unser Infanterie-Regiment Kaiser Wil- Helm begann am Freitag zwischen Rechtenbach, Münchholzhausen und Lützellinden ein Gefechtsschießen mit scharfer Munition. * * Der Abschied wurde dem Fabrikant Klingspor als Leutnant der Reserve des Jnf.-Regts. Kaiser Wilhelm unter Verleihung deS Charakters als Oberleutnant bewilligt. "In der Gemälde-Ausstellung am Brand ist nunmehr die Kollektion graphischer Arbeiten von E. Liebermann-München, bestehend in Original-Radierungen, Original-Lithographien, Otiginalzeichnungen, Farbstist- zeichnungen und Reproduktionen in Zinkographie, zur Ausstellung gelangt. Leider kann diese interessante Kollektion nur kurze Zeit ausgestellt bleiben, da in den nächsten Tagen eine Sonder-AuSstellung des Münchener Original-Radier-Vereins veranstaltet wird. Ein baldiger Besuch der gegenwärtigen Ausstellung ist daher sehr zu empfehlen. • • Das Vorlesungsverzeichnis der Landesuniversität für das Sommersemester 1906 ist erschienen und für 20 Pfq. käuflich zu haben. Der Beginn der Jm- matrikulation ist auf den 23. April und der Beginn der Vorlesungen auf den 30. April festgesetzt. * • Unzureichende Pension. Man schreibt uns: .Der Glaser Karl Kohlermann aus Gießen ist seinerzeit als Freiwilliger bei den 23. Dragonern in Darmstadt em- getreten. Er wurde in der Mitte de? vorigen Jahres kom- mandiett, junge Remontepferde aus dem Stalle zur Tränke zu führen. Er hatte bei einer Anzahl der Tiere den Befehl ausgeführt und betrat aufs neue die Stallung, um weitere Pferde hinauszuführen, da stürmten ein paar Pferde, die ein Rekrut versehentlich loSgelaflen hatte, auf ihn ein, rissen ihn jähling zu Boden, sodaß er besinnungslos in das Lazarett gebracht iverden nmßte, wo er 3 Tage lang in diesem Zustande verblieb. Der Mann hatte sich am Hinterkopf einen Schädelbruch zugezogen, dessen Wunde zwar verheilte, dann aber in eine nachhaltige Eiterung überging. Ende Dezember v. I. wurde Kohlermann mit einer monatlichen Pension von 9 Mk. vom Heere entlaßen, die ihm aber nur bis Ende 1907 zugebilligt ist. Der Entlassene, der weder Eltern noch Verwandte hat, kam in seine Heimat zurück. Er ist vollkommen unfähig, sein erlerntes Gewerbe zu betreiben, kann nur ganz leichte Arbeit verrichten und wäre mit seiner Pension von 9 Mk. pro Monat der Armenpflege anheimgefallen, wenn nicht edeldenkende Menschen sich vorübergehend des Bedauernswerten angenomu en hätten. Mit Mühe und Rot hat er einen Posten als Ausläufer gefunden, der pro Woche mit 8 Mk. bezahlt wird, welcher Betrag selbst zuzüglich der 2 Mk. Jnvalidenpension nicht zum Lebensunterhalt aus- reicht." — Wir bringen diese traurige Lage eines braven Menschen zur Sprache, damit ihm endlich von der Stelle aus gebührend geholfen werde, die die Pflicht dazu hat. • * Vom Karneval. Der Maschinenbauer- Gesangverein hält morgen Sonntag seinen Maskenball im Casö Leib ab. Es sind hierfür verschiedene Aufführungen geplant, bei denen etwa 100 Personen mitwirken. ” In teressante Geländetaxation. Auf den Artikel in Nr. 40 über die Taxation deS zu den Kläranlagen der Stadt Gießen benötigten Geländes wird von einem Mitglieds der AbickätzungSkommission uns geschrieben: Es bandeli sich' im Sldetoelänbe, welches zu dcm besten der Gemarkung Gießen gebärt. Tie Lokalkon'milsion ermittelte für dies Ackergelände einen Wert von 70 bis 80 Pfg. pro Quadrai- m eter. Warum feßvHellen jene Kenner des Wertes von Grund und Boden den Kopf nicht darüber, daß die Stadt Gießen den Besitzern nur 30 bis 35 Pfg. für den Quadratmeter bot ? Tie in jenem Artikel genannten Landwirte baden nun das Ackergelände statt 70 und 80 Pig. zu 1 Mk. bis 1 Alk. lO Pfg. und das Wiesengelände von 1 Alk. 30 bis 1 Alk. 50 Pfg. taxiert, und zwar aus folgenden Gründen: Seit der Schätzung durch die Lokalkommission wurde 1. Gelände der Gemarkung Heuchelheim, welches nur durch die Lahn von dem hier zu enteignenden Ackergelände getrennt ist, zu 1 Alk., nach dem Orte zu für 2 Mk. pro Quadratmeter versteigert. 2. Unmittelbar neben dem zu enteignenden Ackergelände wurde ein Acker zu 2 Mk. 50 Pfg. pro Quadratmeter vertäust. 3. Etwa 50 Meter von der Kläranlage wurde ein geringwertiger Acker als Lagerplatz angekanft und mit 5 Mk. pro Quadratmeter bezahlt. Q Rodheim a. d. B., 16. Febr. Regierungspräsident Dr. v. Meister-Wiesbaden traf am Mittwoch mit mehreren Herren der Kleinbahn-Gesellschaft zwecks einer Besprechung mit der Bürgerschaft hier ein. Die Kleinbahn-Gesellschaft beabsichtigt die Fahrgeschwindigkeit der Biebertalbahn zu beschleunigen. Von allen Erschienenen wurde der Wunsch geäußert, die Kleinbahn möge ihr Fahrtempo nicht steigern, sondern mäßigen, dazu die Chaussee ganz frei geben und den Bahnkörper vielleicht dieser zur Seite legen. • • Lützellinden, 15. Febr. In der Gemeinde-Sandgrube an der Frankfurter Straße fanden die Arbeiter eine gut erhaltene Urne mit Perlenschmuck und einen Topf, anscheinend auS der Hallstattzeit. Beide Sachen kamen nach Gießen in§ Museum. Wetzlar, 16. Febr. Die Buderusschen Eisenwerke haben der Stadt 30 000 Mk. zur Verfügung gestellt, die für die im Prinzip beschlossene Errichtung einer Volksbadeanstalt Verwendung finoen sollen. Wie wir im ,W. Anz." lesen, hoben die Stadtverordneten in ihrer letzten Sitzung dem Vorschlag des Bürgernieisters zugestimmt, daß die Einnahme und Verwendung dieser 30 000Mk. aus Anlaß der silbernen Hochzeitsfeicr unseres Kai'erpaareS erfolgen soll. Die Projektbeacbeitung liegt in den Händen der Architekten Hamann und Meyer, Gießen und Kreisbaumeister Witte hier. Eudorf, 16. Febr. Durch einen Brief an Herrn Karl Kaufmann hier erfährt man, daß der hessische Schuloerwalter Ewald Falls von Eudorf zurzeit den Khediven von Egypten, Abbas Hilmi II., auf einer größeren Reise in die libysche Wüste begleitet. Der 20jährige junge Mann hat seit dem vorigen Jahre größere Reisen in Südfrankreich, Italien, Griechenland, Kleinasien und Nordafrika gemacht, deren erfolgreichste die Teilnahme an der Expedition des Frankfurter Archäologen Kaufmann war. Sie führte zur Entdeckung des Nationalheiligtums der altchristlichen Egypter, dessen Freilegung gegenwäitig unter großen Schwierigkeiten m der Mareotiswüsle im Gange ist. (A. Oberh. Ztg.) * * ft l e t n e Mitteilungen aus H e s se n und den Nachbarstaaten. Ihre silberne Hochzeit feiern trm ‘Sinnifrg Vhü Klingelhöser und seine Ehefrau, geb. Weigel, e in > üi be n. — ftre.stierarzt Pitz in Eltville, der sich bei der Sek^'on emes wutverdächtigen Hundes in Geiseicheim eure Verletzung zu-og, begab sich nach Berlin, um sich dlner Schutzimpfung zu unterziehen. — In Frankfurt wurde der Spezereihändler Karl Heß in der Kl. Fischev- ga.sse verhaftet, weil er auf seinen Sohn einen Revolverschuß abgegeben hatte, der seine dazwischen springende Frau arider Hand verletzte. Wahrscheinlich in Erwartung einer hohen Strafe l>at sich Heß im Untersuchungsgefängnis mit dem eigenen Halstuch am Fensterriegel erhängt. — In Klein-Krotzenburg, stürzte sich die 70jährige Witwe des ehemaligen Gemeindc- rcchners Kämmerer von Klein-Auheim aus dem Fenster ihrer im 2. Stock gelegenen Wohnung auf das Str aßen Pflaster. Sie blieb sofott tot. — Der Kronprinz hat das Protektorat über das Ende dieses Monats stattfindende Reite r^fe st im Frankfurt er Hippodrom. des' zu Gunsten unserer Sudwcftafttkahelden veranstaltet w>rd. übernommen. vermischtes. • Das neueste Eisenbahnunglück. Bei der Station Macon (Südostfrankreich) entgleiste der Lyoner Schnellzug. Der Zugführer und der Maschinist sind tot, mehrere Reisende schwer verwundet. • Ei n komi sches Mißverständnis ist einer Firma in Graz passiert. Der ,Bre8l. Morgenztg.* wird auS Hirschberg in Schlesien geschrieben: Hier besteht ein Geschäft für Herrenartikel, daS sich, wie manche Geschäfte dieser Art, „Prinz of SBalcS* nennt. Dieses Geschäft bat nun auf einer Geschäfts-Postkarte die Grazer Firma um Uebersendung von bemusterten Offerten über Lodenstoffe. Umgehend erhielt auch die Hirschberger Firma einen Brief, adressiert: „S. K. Höhest, dem durchlauchtigsten Herrn Prinz von Wales, Hirschberg i. Sch." Der Brief selbst lautete: „Graz, am 30. Januar 1906. Euere königliche Hoheit! Der mit aller Ehrfurcht (Gefertigte gestattet sich, mit heutiger Post ein bemustertes Offert über feine Umversal-Wetterkrägen vorzulegen. Außer den für Wettermäntel bestimmten Stoffen bat sich der mit aller Ehrfurcht Gefertigte erlaubt, auch eine seiner Loden-Musterkarten einzusendeu, welche verschiedene Cheviots enthält, welche sich für Wetterkrägen eignen. Der mit aller Ehrfurcht Gefertigte erbittet sich die Hobe Ebre eines Auftrages und wird gewiß bemüht sein, sich derselben würdig zu erweisen. Euerer Königlichen Hoheit ergebenster Treuer N. N." Mit Gefühlen, die zu stürmisch sind, um beschrieben zu werden, ist dieser Brief in Hirschberg ausgenommen worden.^ "Ein Liebesroman im englischen Königshause. Als der Herzog und die Herzogin von Connaught vor einigen Monaten mit ihrer jüngsten Tochter, der 19jäh- rigen bildhübschen Prinzessin Viktoria Patricia, eine Reise nach Südafrika antraten, erzählte man sich in London, daß diese Reise den Zweck habe, der Prinzessin Gelegenheit zu geben, eine Herzensneigung zu vergessen, die sie schon veranlaßt hatte, die Werbung deS Königs von Spanien zurückzuweisen und deren Verwirklichung manche Hindernisse im Wege standen. Binnen kurzem wird das Herzogspaar nun mit der Prinzessin nach England zurückkehren, und wie es heißt, ist dann deren Verlobung mit einem jungen Edelmann zu erwarten, der ihr auch im schwarzen Erdteil unvergessen geblieben sein soll. Dieser junge Mann ist der Ma rq ue ß of Anglesey, mit seinem eigentlichen Familiennamen Charles Henry Alexander Paget genannt. Er ist 1885 geboren, noch nicht großjährig, einer der reichsten Peers des Vereinigten Königreichs. Er erbte die Marqueßwürde durch den Tod seines elend zu Grunde gegangenen Vetters, des Lord Anglesey, dessen Exzentrizitäten so viel Aufsehen erregten, der mit einer Wandertruppe von Schauspielern durch da? Land zog und eine so unsinnige Verschwendung mit Edelsteinen trieb, daß er den Beinamen des „Tiamanten-MarquiS^ erhielt. Als er an den Folgen seiner Ausschweifungen gestorben war, wurden alle die Kostbarkeiten, die er erworben hatte, meistbietend oerfteigert und brachten eine recht ansehnliche Summe. Und wenn er auch weit über seine Verhältnisse gewirtschaftet hatte, so war das Erbe, das er seinem Vetter hinterließ, sehr bedeutend. ES besteht u. a. aus einem Palais in London, ein paar historischen Schlössern und einer Jahresrevenue von drei Millionen Mark. Da es in England vernünftigerweise keine Ebenbürtigkeitsgesetze gibt, wie wir sie leider in Deutschland kennen, sind eheliche Verbindungen zwischen Angehörigen des Königshauses und Mstgliedern der aristokratischen Familien des Lande? keineswegs selten. Eß braucht nur daran erinnert zu werden, daß eine Schwester deS Königs Edward VII., die Prinzessin Luise, 1871 die Gattin des Marqueß of Lorne wurde, der seitdem durch den Tod seines Vaters Herzog von Argyll geworden ist, und daß eine Tochter des Königs, die ebenfalls Luise heißt, sich 1889 mit dem schottischen Earl of Fise vermählte, der dann von der Königin Viktoria zum Herzoge erhoben wurde. *Von dem Erdbeben in Südamerika. Nach einem Telegramme an3 Guayaquil über das Erdbeben, von dem ein Teil von Südamerika heimgesucht worden ist, dauerte diese? eine ganze Woche. Der erste Stoß wurde in der Provinz Esmeraldas im Staate Ecuador am 31. Januar verspürt. Die Einwohner verließen, von Schrecken erfüllt, ihre Wohnungen. In der Stadt Esmeraldas stürzten die Kirche, ein als Kaserne benutztes HauS und die Knabenschule ein. Tie Hauptstraße wurde von einer Flutwelle überschwemmt. Alle Städte in den Provinzen ESmeraldaS und Manaai litten großen Schaden. In den kolumbianischen Städten Mosquera, San Juan, Domingo und Ortiz sind über 300 Personen um gekommen. • Die Heldentat eines Mädchen? berichtet ein englischer Korrespondent au5 Genf. Der Gemsenjäger Kurbli aus dem Dorfe Searl im Kanton Graubünden war aufgebrochen, um auf dem Piz Sesvenna (3221 Meter) einen alten Gemsbock zu jagen, der ihm schon mehrere Male entgangen war. Am nächsten Abend war er noch nicht zurückgekehrt, und seine Mutter und seine Schwester gerieten in höchste Sorge um ihn. Am Tage darauf brach das zwanzigjährige Mädchen in der Morgendämmerung auf, um den Bruder zu suchen. Sie fand seine Spuren, nachdem sie über 2000 Meter gestiegen war, und als sie diesen nachging, gelangte sie zu einem vorspringenden Felsgrat, auf dem sie ihren Bruder bewußtlos liegen sah. Er war in eine 60 Fuß tiefe Spalte gestürzt und hatte sich den Oberschenkel gebrochen; unter größten Anstrengungen gelang es ihm aber, auf eingehauenen Stufen wieder heraufzuklettern. Nachdem er bann noch unter furchtbaren Schmerzen einen halben Kilometer weit gekrochen war, kam er nicht weiter. Seine Schwester aber wußte sich zu helfen. Sie zerschnitt ihren Bergstock, schiente ihm das gebrochene Bein und trug ihn auf ihrem Rücken zu Tal hinunter. So rettete sie ihren: Bruder durch ihre Kraft, ihren Mut und ihre Ausdauer daS Leben. (fb. 5 trnnr ftöi Ernst 1" Marie D D'r be'h« verWnis bMoß. N"hm die oit und i fod’Pit. bi ausfällig I d^mi gef JMoenfti M^dibens wieder eil ihren bei' iro sic b ba'd tviehi niet* und WftHff dim. ibnt ^m'tabsn Har. um Sie fielen u'/imS in bitt. ! Pnfi'i’ttf" ur be'ten hattviq 10 >bte G ZiM-us. 2 üb e Sentnan foebrMien Ul 7 85 streik oui meder. Ti, S fließ', Öligen ?«d8knd- Hansf »i'«S ÄS*: '•Äfft Sie i Verkehr mit bet S kartensl valtunqen auch die aber ttedi der Steuei der Vundc gewesen, s den. Um vm-'r im* Jwl®. tim* l, f m 1 Sffrk' hiitd-f p Tgrtii B.. ui Pl sL sA wegen 21 OiEA aii^ wM N- Timßm^d l ten iw,® . vM ft ges^eu. I wN* aeäckli, e SPfrniuiio. 1 liefet Wxt. Mssenaeu ntogb, eine geriet we< jnifb’llhe <5 eiwr't. _ n. ... j 'n b,im9?, 6fo6 rmirbt in * Tcr erste öiob oanU« *“25^ t verließt», stürzten d» -tadt ESineraldaS'l » ^''^^e'iner Flutwe^ .„c fljurbt von c in bcn Jr°bDcn kolumbian^ nsef’tfxAenS SsL' ".7-'K§L Er geh*' ”,n ÄenD^i 2 it,in *' etV ,, gil«"9 L ?<,”!l'’''' ‘ (inen *K e**5 d)ilfIi' | „eitet. ®' Wl?: • ;s krWy. °Z reLMSÄ * d" ^’-Üönbnig in ■ te§l« Worfieit /'neV>o ®en‘ Hier befiphi •mirb Qu§ e;*« ** u„u;bet,™5* «W*^y !? »•*•«£; tut’eria[.'l3enerfr“Xlfler $oft ein ed^KLü sä®P?s 5? lmd. um beschrieben » jd)ber9 ausgenommen wordm. lytischen König?, 'everzogin von Lonnauoht r. iung,!en Tochter, der 19jäb. >ni Viktoria Patricia, traten, erzählte man sich tn ' Zweck habe, der Prinzessin ozensneigung zu vergessen, dir >e Werbung des Königs von deren Derwicklichung manch- >. Binnen kurzem wird da? inzessin nach England zurück, st dann deren Verlobung mit erwarten, der ihr auch im geblieben sein soll. Dieser jungt Anglesey, mit seinem eigen!» 8 Henry Alexander Paget gt« 1, noch nicht grobjährig, einer einigten Königreichs. Er erbte Tod seines elend zu Grunde > Anglesey, dessen Exzentrizitäten mit einer Wantänippt oon \b M unb tat so *w t\ trieb, H « drn ’Ätmar rhielt. M er an den Fo^ bm war, wurden alle die M- itte, meistbietend versteigert nti e Summe. Und wenn er m acmittschastet hatte, so war U hinterließ, sehr bedeutend « flis in London, ein paar HM kabresrevenue von drei Millionen , vernünftigerweise keine Eben- c sie leider in Deutschland fennen. mischen Angehörigen des KSn'öS' • «iitotr*en 8*««“ ■s b-°ucht nut bnrnn mm" ;(ter WSSninS*»' ™' ■ rartHin des Marqueß of Low. r - Vnthter des Königs, bit Giekener Strafkammer. Gieße rt, 16. Febr. Zwei Dachdecker A. W. aus Frankfurt a. M. und A. W. von Dorheim waren geffönbia, an einem Neubau zu Vad- N au he im eine Quantität Schiefersteine entwendet zu haben. Wegen Rückfallsdieb st a^ls erhielt W. die Minimalftrasc von 3 Mrnw - Gefängnis. 'brend W. wegen Beihilfe mit einer Woche durchs m —Zwei ^nnge B"rschen n^n Büdingen, der Knecht K. Sch. und je. Vetter F. Sch. sind in der Nacht zum 10. Januar d. I. in der Wollspinnerei des Fabrikanten Schäfer zu Büdingen eingeflf-gen. Sie versuchten mittels Werkzeuge die Ladentüre aufzubrechen. Als ihnen dieses mißlang, hoben sie den Rolladen des Kontorfeniters in die Höhe und drückten eine Fensterscheibe ein und öffneten das Fenster von innen. Durch das Kontor gelangten sic in den Laden, wo sie die Platte, von dem Ladentisch mit ihren Werkzeugen abhoben um an die Kasse zu kommen. Sie zogen die Schublade, ^in der sich 46 Mark befanden, heraus und teilten sich das GHb. Sie gestanden ihre Tat alsbald ein, was bei der Nrteilsfällung zu ihren Gunsten in Betracht kam. K. Sch., der wegen Diebstahls bereits mit einem gerichtlichen Verweis b°str'ft ist. erhielt zehn Wochen Gefängnis, der noch unbestrafte F. Sch. kam mit sechs Wochen durch. —- Der Sackträger W. Uc. aus K-wpen wurde wegen T'ebstahrz im Rückfalle zu 9 Monaten Gefängnis verurteilt. Trotz seinas Leugnens hielt ib'r d"s Gericht für überführt. d"ß er zu Harheim einem Bäckarg"s"'len, gelegentlich hp§ Mehltragens, einen Geldbetrag von 17 Mk. aestoblen^h^t. Line bei d-r StaatS^nwaltsck"'ft Oels gegen ihn ann^ngige S^che wegen Diebstahls wurde hahi'kz gleichzeitiaar Aburteilung h'erlr'r übernommen. Er war geständig, einer Dienstmaad außer Geld auch Str^^^ie und e'N"m M'^^^'t sonstige K^-'^i'^aLstücke entwendet zu Hessen. — Wegen Mißhandlung und B"drohung einer Diemtm"ad w"rde d°r 19 iähr^e Dien^kn"^^ Sck'. von Schotten durch d"s Schöst-mgericht zu 3 Wochen Gefängnis ver- urt-ilt. Er fr^te dem Mädchen mit solcher Wucht in das GKsick^ geschlagen, daß eS zu Boden fiel und d's eine Auge mit Bl"t iiw-rlaufen war. Kurz vor d'aser T"t h^t er sich ihr gegenüber geäußert, er werde sie doch noch tatschlagen. Auf seine Berniuna. die auf Freifmeck'i'ng bezüglich der Bedrohung gerichtet war, kam das Gericht zur teilweisen Aufh"bung d"s Schöffengerichls'.irteils, da nach der eigenen Aussage der^Dienstmagd, eine T-drahuna nickst eriveislich ist. D''e van dem Schöffengericht wegen der Körperverletzung aus 10 Tage Gefängnis lautende Strafe blieb bestehen, während im übrigen Freispruch ehrir-f. Gerichtssaal. (sd.> Darmstadt, 16. Feür. Ein diebisches Liebes- daar stand Hute in der Person des 27 Jahre alten Monteurs Ernst Hartwig aus Offeub"ch und der 25 iäbrigen^ Dienstmagd Marie Drescher aus Hochheim a. M. vor d-r Strafkammer. Die beiden finaeu vor einiger Zeit in Frankfurt ein Liebesverhältnis an, das der Monteur für seine Zwecke ausr-unut^en beschloß. Er veranlaßte se-'ne Geliebte zum Stehlen. Zunächst nahm die Drescher in Wiesbaden bei einem Bildhauer Stellung an und stahl dort Wein, .Kognak. Nettwäsck»e, Kleider. Schmuck- fachen bares Ge'd, überhaupt alles, was sie einigermaßen, unauffällig wegnehmen konnte Hartwig bes"ckste sie häufig, öffnete hann geleaentlich einen S^rank nb-w Smreisstisch und nahm Wertgegenstände heraus. A's bnr B'ldhauer die Neigungen des Mädchens merkte, entließ er sie olme Zeugnis Die Drescher fand wieder eine Stelle, aber sie hielt sich dort nicht lange, w-il man ihren Heng zum Stehlen merkst Sie wendete sicki nach Lff"nb"ch ivo sie bei einem Obersts Harzt Stellung fand Hier begann bald wieder das alte Treiben Es würd' gestohlen, was nicht niet* und nagelfest war und Murin erschien Hartwig, um mit Nachschlüsseln Schräi'ke und Schreibtisebe zu offnen, woraus er d"nn ihm werwoll erscheinende Gegenstände entnahm. Ass d"r ^t>erstabsarzt Verbäckst bekam, f"hr er mit seiner Frau nach W-'s- b'den. um dort Erhiudiaunaeu über ha«' Mädchen einzi'^eh^n Sie fielen schlecht ans. Als er ob-mds in Begle-t"ng eines Srfiub* mannS in s-ine Wohnung -"rückkebrte, befand sich auch Hartwig hart. Das Baar wurde saim-t fe^aena'nmeu. ^er Wert der gestobene" und von Hartwig in Frankf-'rter st)eschästen e>-schwin- beften Gegenstände dürfte elw' 2000 Mark betragen. Ter Ge- richtsfagl glich einem Warenhaus. Tas Urteil lautete gegen Hartwig auf 6 Jahre und 4 Monate Zuchthaus nnb 10 Z-istp Ehrverlust, gegen die 2 rescher auf 3 Jahve 6 Monate Zuchth-uS. Lübeck, 16. Febr. Der M usketier Glev, der hracschl^>""'e Fahrkartensteuer, die aber noch eher als annehmbar erscheine, als die Beschlüsse her Steuerkommission dcS Reichstages. Wie es heißt, ist auch der Bundesrst bezüglich der Fahrkartensteuer nicht geschlossen gewesen, sondern h^t sich mir Mehrheitsbeschluß dafür entschieden. Um so bedauerlicher wäre es, wenn ieht der Reichstag soi^r n1'-4"' ",r-"v ' S*.. n'-nnp Arbeiterbewegung. — In Fiume brach ein allgemeiner Arbeiter- ft r e i k aus. 7000 Arbeiter sämtlicher Fabriken legten die Arbeit nieder. Die Streikenden durchzoaen die Str-ßen und forderten die Schließung der Läden. Am Abend des 16. kam es zu einem blutigen Zusammenstoß zwischen streikenden Arbeitern und Gendarmen. Letztere gaben mehrere S-stven ab, wodurch drei Arbeiter 'chwerverleüt wurd-n. In sväter Abendstunde wurde, nachdem die ung.-kroatische Gesellschaft und die Torp^dofobrik die Forderungen der Angestellten bewilligt hatten, h>> s n r nferenz. Die Unternehmung versaat deshalb vollständig und hie Uw-ätiokeit ging zuweilen so weit, doß an manchen Tagen sogar in leitenden Werten erste Kurse nicht notiert werden konnten. D^bei ist die Grundtendenz durcb- ru5 fest, zumal günstige Nachrichten Vorlagen, b;e in normalen Zeiten eine ani^'-wte Stimmung hcrvvraerufen b^tt'n Die Be- r^chte von der Essener Kohlenbörse wie die Mitteilungen des Stahlwerkverbandes lauten glänzend und man darf glauben, daß unsere Industrie sich in c;ner P-r'fde der größtenl Vrosveritöt befindet. Menn sich auch die Nervosität wegen des Ai'sgan"es der Konferenz einigermaßen gelegt kwt, so darf man doch nach alten Erfahrungen außer für einige Spezialgebiete ein lcbh'-'st's. flott"s Geichs st erst nach Beendigung derselben erwarten. Montan- und Hütten werte ohne große l'msäbe, doch bleibt die Aussicht wester ort. Banken sehr still, und im allgemeinen bebn'ivtet. Schisfahrtwerte konnten etw"s anEehert auf Erhähnna der Frachtraten und die w-brscheinlick'e B^'^egnug der Ho^bsts'steitfr^gen mit Amerika. Elektrische Werte in aufsteigeuder Beweguna. sve^'e^l Eb''"u auf guten Eefchäs^sgong. Amerikaner mn+t in llebereinstir""ung rrt Newvork. Oestreich ' sche Trans- vor^wer^e ickuo-nkend n ach dem jeweisigen St""b b^r inner- politischen Verluiltnisse. — Internationaler Markt. Pent unverändert, dogeaen Eed"las P. steigend unter Entnahme großer Beuäa» dem Markte für d^s Heimatland und andere "n♦»Tr-’'’’*''4'’ P—«»f» lÜrdilicbe N^clivßcbten. EntpfangHbcstätignna. Für den Erweiterungsbau der E v i l e n t i s ch e n - Anstalt in Nieber-Nanck'adt habe ich weiter eingenommen: v. Tb. 10 Mk.. linnen. 20 Mk., aus der Bibelstunde 12.65 Alk. H-wck. Dcn>' r>. S s 0 >' e Orrginal-Srahtmeldungen.^ sd. Darmstadt, 17. Febr. Am gestrigen Hofball im alten Palais nahmen 275 eingeladena Gäste teil. Ter Ball erreichte Punkt 12 Uhr sein Ende. — An der heutigen Trauerfeier für beit Groß Hyc st en Sergius in der russischen Kapelle nahm der G"ro ß Herzog wegen "iner leichten Erkältung nicht teil, daaegen wohnten ihr die Großherzogin, bi' Prinzessinnen Ludwig und Franz Josef von Battenberg, Staatsminister Ewald, das diplomatische Karps und d'e ob"^st"^ Hofcha''aen bei. Berlin, 16. Febr. Ablaß und Genossen (frei?, und deutsche Bolksvartei) brachten zum Neichsjustizetat eine Resolution ein, nach welcher der Reichskanzler dafür sorgen soll, daß bei der bevorstehenden Reform der Reichsstrafprozeßordnung die Zuständigkeit der Schwurgerichte in Prcß- sachen auf das ganze Reich ausgedehnt werde. Köln, 16. Febr. Tie ...Köln. Ztg." veröffentlicht folgende Meldung aus Melilla: ?lls gestern der'französische Tampfer „Zenith" weitere Waren bei der Faktorei Mar Chica ausschiffen inollte, lief der sulta- nische D a m v f e r „Tu r k i" von Melilla aus, hinter ihm der französische Kreuzer „Lalande". Ter „Turki" beschoß die Faktorei, die mit Schnetlfeuergeschützen antwortete. Das Feuer von beiden Seiten blieb ohne Erfolg. Ter „Turki" verfolate dann den „Zenith", doch schnitt „Lalande" dem sultanischen Dampfer den Weg ab. Beide Schiffe ankerten darauf bei den Sassarinen. Der Befehlshaber des „Turki" beschwerte sich beim Kommandanten des „Lalande" über sein Verhalten und das ungesetzliche Verfahren des „Zenith". Der Kvmmandant antwortete, daß er die Angelegenheit mit dem Kapitän des „Zenith" regeln und keine weitere Beschießung der Faktorei dulden würde, solange französische Untertanen dort weilten, sonst würde er den „Turki" in den Grund bohren. Tie marokkanische Behörde telegraphierte an Mohamed el Torres, damit er die Angelegenheit zur Krnntnis der Konferenz in Mgeciras brächte. Hamm, 17. Febr. Der Schnellzug Berlin—Köln II überfuhr bei der Kreuzung in der Münsterstraße eine Frau mit zwei Kindern. Alle drei waren sofort tot. Die Schra nk.e stand offen. Leipzig, 17. Febr Gegen den Redakteur der „Leipz. Volks ztg.", Kreisin, wurde Llnklage wegen Beleidigung des sä eh fischen LandeSberrn erhoben. Den Anlaß gab ein Artikel: Alb "livische Profile. Brüssel, 17. F:br. Gegen den Russen Kow«» l e w s k i und zwo belgische Sozialisten Hut der Genter Staatsanw" info'ne Beschlagnahme von Waffen und Munition, die ' die russischen Revolutionäre bestimmt waren, Anklage 'egen Verschwörung gegen die Sicherheit eines fremden Staates erhoben. Tie Anklage wurde auf Befehl der Justizbehörde fallen gelassen, da die Sozialistenführer bewiesen, daß große staatliche W a f f e n f a b r i k e n und die nationale Waffenfabrik 5? ersta l den russischen Revolutionären großeMengen WaffenundMunition geliefert haben. Wien, 16. Febr. Ter Zollausschuß des Abgeordnetenhauses nahm die .Handelsverträge mit Italien und Belgien unverändert an. Im Laufe der Debatte erklärte der Ackerbauminister, es sei noch eine offene Frage,' ob die Regierung bezüglich des V'ebverk^strs bei den weiteren abzu- schließend"n Verträg"i^ Konzessionen werde machen können. Sie beabs'cbtige nicht, mit anderen Staaten ein solches Abkommen den Viebverkehr betreffend abzuschließen wie mit Italien. Tie sich aus dem Viehseuche n ü b e r e i n k 0 tu m e n erg"b"nden Begünstigungen für den Vi"bverkebr seien im W"oe der Meistbegünstigung auf britle Staaten r;rht übertragbar. Peking, 16. Februar. Dem Bruder des Kaisers, Prinzen Ehun, dem nächsten Venvandten der zur Erbfolge heronftehrnben Dpnastie, wurde ein Sohn geboren, der die meiste Aussicht bot, Thronfolger zu werben. Drirch kgiferliche Verordnung ist ihm der Name Pu (d. h. Allumfassend) verliehen worden. Telefonisch« Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitsrf und Indnsti Frankfurter Uör* 3J4% Eeichsnnleihe . . 101.2 3% do. . . 89.30 3j^°/0 Konsols .... 101.60 3% do..... 89 35 3j$°/„ Ressen.....—.— Oberhe^sen . . . —.— 4% Oesterr. Goldrente. . 100.80 4*/ß Oesterr. Silberrente 101.10 4 % L'ntrar. Goldrente . . 98.61' 4°S Italien. Rente . . . 105.50 3 °<{ Portns-iesen Serie I . 69.— Portugiesen III 69 85 4russ.Staatsanl. 1905 92.00 4%° n japan. Staatsanleihe 94.90 1 »6 Oonv. Türken von 19(>3 93 30 Tiirkenlose.....147. 4% Grieeh. Monopol-Anl. 53 50 \% äussere Argentinier . 92.10 3°/0 Mexikaner . . . 67.35 4x’/0 Chinesen .... 96.05 Aktien: Bochum Guss..... 245.— Buderus E. W.....—.— Tendenz: schwächer. Berliner Börse. 17 Canada E. B......172.89 Darmstädter Bank . . . 149.2^ Deutsche Bank .... 242.2" Dortmunder Union C. . . 89 20 Dresdner Bank .... 165.70 Tendenz: trä^e. teilt von der Bank für Handel ie, G'Piepn. e. 17 Februar, 1.15 Uhr. Elektriz. La hm ey er . . . 143.50 Elektr’z. Schlickert . . . 131.70 Escbweiler Bergwerk . . 260.— Gelsenkirchen Berirwerk . 227.— Hamhurtr- Amerik. Paketf. 165 — Harncner Bergwerk. . .217 — T.anrahntte.....‘245.50 Xordd. Lloyd.....128.20 Oherschles Eisen-Industrie 126.50 Berliner Handelssres. . 174.25 Darmstädter Bank . . . 149.25 Deutsche Bank . . 242 25 Deutsch-Asiat. Bank , . 182.00 Diskonto-Kommandit. . . 188.90 Dresdner Bank . . . 165 70 Kreditaktien.....210,40 Baltimore- und Ohio- Eisenhahn .....113.40 Gotthardbahn.....—.— Lombard Eisenbahn . . 24 70 Oesterr. Staatsbahn . . . 143 00 Prince-Henri-Eisenbahn . 134.00 . Februar. Anfansskurse. Harpener Bergwerk. . . —.— Laurahütte . . , . 244.70 ombarden E. B. ... 24.70 Nordd. Lloyd" ..... 12810 Türkenlose ...... 146.70 I. n »an- 4.-Kranke. Warme, geschützte Lage l w» lillCrKUf 1U1 ain büdabhang des Taunus. Behae i1 V". □f-ST’-s lieh eingerichtete, kleine Anstal . -ufl kPw SÄ' iül [Mi3 (bis 80 Patienten). 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