Nr. 819 General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. ach ihrem I Überschreitung ihrer Kompetenzen ängstlich zu fürchten; I haben. Die Ueberwachung und Kontrolle verdächtiger Fälle SellerSweg 52. — Heute nacht, als der Verkehr 2SX L ö- c unb etfyi* - 6 1 1T r. o 68 Z flt» hil- : hat eil- der Stadtbahn bereits gesperrt war, _ , Personal seinen Posten verlassen hatte, wurde die ganze Ve- NotattonSdruck unb Verlag der Brühl'sch« UniversitätZdruckerei. R. Lang«, Gtetz«. Redaktion, Expedition u.Druckerel: Schulstr.A. Tel. Nr. 5L Telegr^Adr.: Anzeiger Dietz«», nbasius! mbastuö-Präparale in Ap:HLi unb bei besseren Friseuren. iwen-Drogerie, W. Kilbqtr, mußte frühzeitiger und euergischcr^inzugreiscu in der Lage sein. Sodann müßte oas öffentliche Nechtsbcwußtfein auf strengere gerichtliche Bestrafung bringen. Drittens aber müßte die Verwaltungsbehörde solche Eltern und Verwandten streng zu überwachen, ihnen nötigenfalls ihre Opfer zu entreißen und sie zu den Erzichungskosicn empfindlich heranzuziehen ermächtigt sein. Man sieht, nur der dritte Punkt erfordert eine Revision der gesetzlichen Bcsttm-f nntngen. potttssche Sagesscharr. Ein Bewerber für einen noch nicht vakanten preußischen Ministerposten. Die „Franks. Ztg." beschäftigte sich kürzlich noch einmal mit der Kandidatur des rheinischen Oberpinsibenteu für das Amt des Herrn v. Podbielski. Sie schrieb: „In Kreisen, die den Lberprasidenlen v. Schorle m er als Verwalinngübcamlen loben und auch mit ihren wirtschaftlichen Interessen auf seiner Seite stehen (die Anspiegelnng ist recht ver- Nändlich. Der Vers.), kann man hören, die Nachricht über die Aussicht auf das Portefeuille der Landwirtschaft als Nachfolger PodbielskiS sei nach bekannten Rezepten lanciert, um dein Oberpräsidenten zu schaden. Schorleiner aspiriere int Stillen recht ernstlich auf das Landwirtschastsministernnn." Leider kommt eß ja vor, daß versucht wird, eine vielleicht in Aussicht genommene Ministerkandidatur durch vorzeitige Nennung zu Falle zu bringen. Am meisten zu be- llagen aber ist, daß der Versuch zuweilen Erfolg hat. „Nun nicht!* soll es schon oft geheißen haben, wenn die Presse in bestimmtem Tone eine solche Mitteilung brachte. Ob es im vorliegenden Fall ebenso liegt, muß die Zukunft lehren. Ueber den politischen Standpunkt v. SchorlemerS bemerkt das genannte Blatt: „WaS die angebliche Zentrumsfreundlichkeit von SchorlemerS betrifft, so tu: er jedenfalls nichts, um sie burd) Aeußerlichkeiten zu dokumentieren. ES hat allerdings auch schon andere Leute gegeben, die schlechte Kirchengänger und trohdem ausgezeichnete ZentrumSpolitiker waren oder geworden sind." Als Landrat von Neuß stand von Schorlemer mit dem Zentrum auf gespanntem Fuße. Und da es bei gegenwärtigem Kurse keinen Zweck hat, Zugehörigkeit zum Zentrum zu verleugnen, so braucht man Herrn von Schorlemer atlch keineswegs zu denen 511 rechnen, die ihr Zentrumsherz sorgfältig verbergen. Uebrigens war auch sein Vater in seinen letzten Lebensjahren mit dem Zentrum zerfallen. Schließlich drängt sich aber doch die Frage auf: „Ist denn das preußische Ministerium für Land>virisch a ft überhaupt vakant?" Oder ist mindestens mit Sicherheit anzunehmen, daß es demnächst vakant werden wird? Auch diese Frage wird in der „Franks. Ztg." gestreift. Es heißt da: , "^QB bis zu einem Wechsel im Landwirtschastsministerium ledenialls noch eine ziemlich lange Anstandsfrist ver- streichen werbe, wird von eben denen bestätigt, die in Herrn von Betreffend: DaS Gesuch des Wilhelm Pitz zu Steinbach um Erlaubnis zur Aufstellung eines Dampfkessels. Wilhelm Pitz beabsichtigt auf dem Grundstück Flur I Nr. 80 der Gemarkung Steinbach einen Dampfkessel aufzustellen. Pläne und Beschreibung hierüber liegen 8 Tage lang, vom Erscheinen dieses im Kreisblatt für den Kreis Gießen an gerechnet, auf dem Bureau der Großh. Bürgermeisterei Steinbach zur Einsicht der Interessenten offen. Etwaige Einwendungen sind binnen dieser Frist bei Meidung des Ausschlusses bei Großh. Bürgermeisterei Steinbach vorzubringen. Gießen, den 17. September 1906. Großh. Kreisamt Gießen. I. B.: Tr. W a g n e r. Es gibt, darüber besteht fein Zweifel, in Berliner polit. Kreisen Leute, die der festen Ansicht sind, Podbielski werde bleiben, und es läßt sich nicht leugnen, daß diese Meinung nicht bloß mit jedem Tage, der verrinnt, an Verbreitung gewinnt, sondern auch an innerer Wahrscheinlichkeit; denn wenn so über manches andere Gras gewachsen ist, warum nicht auch über bie Affäre Podbielski- Tippelslirch? Die „Frkf. Ztg." spricht von einer ziemlich langen AnstandLftist. In dem Substantivum „Anstands- pslicht" drückt das erste, bestimmende Wort ein Motiv aus, Mstnisnahmk, !msus hn and ZosctaM beß nachens eröffnen rvtrben, uni in her Slnfenigung von gewünfchten Ausführung unb Hochachtungsvoll Lb toÄi, Ui&tetoT 1 M Md. MnrldmmM. ( toetben m unstet Aohuun, >veg 31 ---"" eutsegeugeuonnneu. Deutsches Reich- Berlin, 17. Sept. D'.e „Diorbb. Mlg. Ztg." schreibt: Ein cngl. Blatt hat sich aus Berlin Einzelheiten über größere bauliche Veränderungen am kaiserlichen Jagdhaus Rv- minten melden lassen, durch die der einfache Waldsitz in ein Landhaus mit anspruchsvoller lirdjitettur umgcwandelt werden solle. Wir müssen diese Geschichte als eine blanke Erftndung bezeichnen. Seitdem vor zwei Jahren an dem Jagdhaus Ro- mir.teil ein Flügel augebant wurde, der Wohnräume für die Kaiserin enthält, hat Kaiser Wilhelm an den Znscau.d des Jagdschlosses nichts ändern lassen — wenn „schloß" überhaupt der passende Ausdruck ist für ein schlichtes hölzernes Blockhaus. — Der Land Wirtschaftsmini st er v. Podbielski hat sich auf etwa 14 Tage zur Herbstjagd nach West- preußen begeben und wird dann hierher zurückkehren. — Der deutsche Flei scherver band hat, der Deutschen Fleischcrzeitung zufolge, an den preußischen Landwirtschaftsminisler aroci Petitionen gerichtet. In der einen erklärt er, daß die deutschen Schweinebcstände durch Ueberzüchtung und falsche Haltungsweise degeneriert und seuchenempfäuglich seien. Es wird daher verlangt, daß für die Schweinezüchtung Körnngsbestimm- ungen eingeführt und die zum Verkauf gestellten Schweine derart bezeichnet werden, daß ihre Herkunft genau festgestellt werden kann: ferner wird die Fleischbeschau auch für Hausschlachtungen und allgemeine Stalikontrolle zu Lasten der Viehhalter gefordert. In der zweiten Petition wird verlangt, daß das aus Rußland in den deutschen Grenzoczirken zu importierende Schweinekontingent nur an Jnnungsmitglieder abgegeben wird, welche ein offenes. ««G-sch°ß 06841 reüag gescblossea NM Utzi, Zum Kinderschutz ruft der Mädchenschul-Tirektor Schädel in Worms im Oktoberheft des „Türmers" (Verlag von Greiner und Pfeiffer in Stuttgart) auf. Mit Vereinen u. dgl. sei es nicht getan, da taltzuleicht „Fragen, für bie unser Interesse stets zu spontaner Betättgung wach erstalten bleiben müßte, durch schablonenhafte Festlegung seitens der Vereinstätigkeit dem allgemeinen unb unmittelbaren Interesse entrückt werden: Man znhlt seinen Bekttag unb hat seine Schuldigkeit getan. — So wird in gar manchen Fällen die Vereins- tcttrglett, die durch den Zusammenschluß getrennter Kräfte ein Segen sein sollte, zum Unsegen." Sei nicht auch der „Fäll Tippold" mit einer rasch auflodernden sittlichen Entrüstung nach Befriedigung der Sensationslust ziemlich rasch erledigt gewesen, ohne daß etwas Ernsthaftes geschehen wäre? Wenn nun solche Frevel wenigstens noch eine entsprechende Sühne füudul! Allein bekanntlich kennt unser für Eigentumsvergehen so empfindliches Recht für Körperverletzung unb Schlimmeres nur ein sehr niedriges Strafmaß. Ich nehme ein beliebiges — ausdrücklich beliebiges — Beispiel aus einem Zeitungsblatt, das mir vor acht Tagen ungesucht in die Hand kam. Ta heißt es: Erstens; eine Rabenmutter, welche erklärte, sie würde ihr Kind schlagen, bis c3 „eingebe", erhält — 9 Monate Gefängnis! Zweitens; ein Vater erhält wegen fortgesetzter Mißhandlung seines zwölfjährigen Sohnes — Monate Gefängnis! Er appelliert (!) unb erhält — 1 Jahr Gefängnis! Ein Jahr oder weniger für systematische Tortur der eigenen, leiblichen Kinder — womöglich bis zum Tod! Was ist da haarsträubender, die Tat oder die Sühne? — Wenn ferner diese minimale Strafe den Verbrecher noch empfindlich träfe! Slbec erstlich für solche Subjekte, auf deren sittliches Niveau unb dementsprechende Vertrautheit mit Verbrechen aller Art dies unnatürliche Verbrechen der Kindermißhandlung schon von vornherein schließen läßt, ist das Gefängnis selten mehr eine Strafe, schon aus dem einfachen Grund, weil sie Stammgäste desselben zu sein pflegen. Sodann aber pflegen sie sich für die erlittene Unbill meistens an der unschuldigen Ursache, dem Opfer, mit erneuter und verdoppelter Wut chadlos zu halten. Die Behörde muß oft mit verschränkten Armen zuschäueu, wenn solch ein Kind aus dem Gerichtssaal an der Hand seines Peinigers in seine Folterkammer zu- rüakehrt. Keine Vorbeugung vor der Tat, keine Vorbeugung gegen eine Wiederholung der Tat. Es ließe sich schon innerhalb des bestehenden gesetzlichen Rahmens durch straffere Handhabung der bestehenden Bestimmungen viel erreichen. Zunächst müßten Armenverwaltung und Polizei nicht länger eine mögliche y*s*i chulhof . ^Telephon 119, beutet aber nicht die Dauer, unb „ziemlich langen" ist eine recht dehnbare Wendung. Schorlemer nach wie vor einen sehr ernsten Kandidaten n | Geschmack zu sehen meinen." Berlin, 17. Sept. Das Schabefleisch, dessen Genuß hier zu vielen Erkrankungen geführt hat, ist im Institut für Infektionskrankheiten untersucht wordcn. Das Ergebnis ist folgendes: Es ist mit Sicherheit anzunehmen, daß alle beobachteten Krankheitsfälle auf den Genuß des Schabefleisches zurückzuführen sind. In dem Fleisch sind Bazillen. Sog. Paratyphus-Bazillen sind erst vor einigen Tagen Bei typhus- ähnlichen Erkrankungen c«weckt warben unb haben damit zu einer Trennung von Typhus und Paratyphus geführt, obwohl bie Krankheitserscheinungen bei beibcn Krankheiten ^usig ziemlich ähnlich zu fein pflegen. Im gegebenen Falle war die Krankheit jedoch ganz anders und zwar mclst unter bent Bttde einer Vergiftung ausgetreten. Es läßt sich biese Erscheinung vielleicht baburch erklären, baß die Paratyphus-Bazillen auch ein schweres Gift produzieren. Darüber, wie die Parattzphus-Bvzitlen in bas Schabefleisch gekommen sind, sehit bisher iwch ein sicherer Anhalt. Im Institut für Jnfellionsttankhyü.en sind lLttgeus die Bazillen nicht nur in dem Schabefleisch, sondern auch in den Abgängen einzelner Erkranltcn ausgcfunden worben, sodnß demnach auch eine Infektion mit Typhusbazillen vorliegt und eine Weiterverbreiruug der Krankheit durch die infizierten, Personen nicht ausgeschlossen erschein:. Die nötigen Maßregeln, eme etwaige Weiter Verbreitung zu verhindern, sind sosort, als! der Verdacht auf Paratyphus austauchte, von der Gesundheitss behörbe gettossen worben. lichen unb gefährlichen Wirkuna des SchnapSransches, in bet rücksichtslosen Selbstsucht, ber Gerei ztheit, bent Mißtrauen unb ber krankhaften Eifersucht bes chronischen Schnapsttinkers. Letztere besonbers ist ausaelöst durch gewisse körperliche Veränderungen, bas Mißverhältnis verstärkten Geschlechtstriebes unb geschwächten Ge - schlechtsvermögcns. Eine Folge bavon war es, baß von ben chronisch Trunksüchtigen 54 Prozent der überhaupt Verheirateten von ihren Familien getrennt lebten, gegenüber 9 Prozent unter den Geisteskranken 1111b 4 Prozent unter den körperlich Kranken der "Anstalt. Der Referent hat sich weiter mit den L eil- nngsanssichten der chronischen Trunksucht, den bisherigen Leistungen der sozialen Gesetzgebung, den Grundlinien der augenblicklichen sozialen Arbeit und den zum Teil eigenartigen Trunk« litten des Hamburger unb Altonaer Hasenviertels beschästigt. Daß bie Familie beit unheilbaren, chronischen Trinker verläßt", ist eilte berechtigte Selbsthülfe, auf welche bie Gesetzgebung wird Rücksicht nelMen müssen. Die größte körperliche sche Gesa hr br 0 ht ber Nachkommenschaft, beshalb auch bie energische soziale Fürsorge zu gelten. erfolge bei chronischer, krankhaft 'geworbener Trunksucht hat ber Referent säst stets nur nach Anschluß an einen bey großen Abstinentenvcrbänbe gesehen, bessen Wirkungen auch bei Rückfälligen unverkennbar waren. Das Eingreifen der Behörbcn, bie Entmünbigung unb zwangsweise Internierung in Anstalten sollte auf ein Minbestmaß, auf bie Kompttkation mit gefährlichen Geistesstörungen beschränkt sein. amten schäft wieber auf ben Bahnhof zur ückbe- rufen, wo sich einige höhere Beamte eingesunben hatten. Die Maßregel war gettossen worben, um einen ritff. Lofzug passieren zu lassen, ber in ber Richtung Schlesischer Bahnho s- Charlottenburg bie Sttecke passierte. Es wird von finbigeit Reportern kühn behauptet, daß einige Gr 0 ß fürsten den Zug benutzt hätten, denen der Boden in der Heimat zu heiß geworben fei. Camenz, 17. Sept. Heute fand in Gegenwatt des Kaisers die Beisetzung des Prinzen Albrecht statt. ber Kirche staub ber Sarg zwischen umflotten Kandelabern in ber Mtarnische. Zur Seite lagen ber Marschallstab, die Orden des Verstorbenen unb zahlreiche Kranzspenben. Nach dem Ge- mcinbegesang unb ber Lithurgie hielt General-Superintcnbent Tryanber bie Gebenkrebc, welche er mit ben Motten schloß, ber Prinz habe nach bem Bibelwort gelebt: „Ich unb mein Haus wollen bem Herrn bienen." Tie Einsegnung der Leiche vollzog ber braunschweigische Hosprebiger Büchmann, währenb der Ca- menzer Geistliche von Treskow ben Segen sprach. Nach der Feier begab sich ber Kaiser nach Breslau. Die Kaiserin hatte auj ber Feier wegen einer Unpäßckichkcit nicht teilgcnommen. Breslau, 17. Sept. Zur heutigen Frühstückstafel bei bent Kaiser im Königlichen Schlosse zu Breslau waren geloben ber Kronprinz mit bem HosmariHall v. Trotha und bem Major v. Oppen unb ber Herzog ^von Eonnaught. Deü Kronprinz ist banach nach Berlin abgereist. Offenburg (Baben), 17. Sept. Wie die Blätter zu melden wissen, ist die jung ft e Schwester unserer Kaiserin^ 78. Aeuychcr Yarursorscher- nvd Acrztetag. (Unberechtigter Nachdruck verboten.) S. u. H. Stuttgart, 17. Sept. Erster Tag. Deute sand die feierliche Eröffnung des 78. deutschen N atur- >or scher- und Aerztetages in Anwesenheit des Königs Patt. Die Versammlung wurde begrüßt von Obermedizinalrat Dr. v. Burkhardt namens ber naturwissenschaftlichen unb ärzt- lichen Streife Stuttgarts unb des ganzen Schwabenlanbes. Er schloß mit einem Hoch auf ben Kaiser unb ben König. An ben Kaiser würbe ein Hutbigungstelegramm gesanbt. Kultusminister v. F'"ischhaucr bewillkommnete bie Versammlung int Namcn ber wurttembergischen Regierung unb bie Rektoren Möricke unb Suß- dorff nn Nauien ber technischen und ber tierärztlichen Hochschule. Nachbem ber Vorsitzenbe bes ärztlichen württembergischen Lanbes- verems unb beS Vereins für vaterländische Naturkunde bewillkommnende Worte an die Versammlung gerichtet hatten, dankte der erste Vorsitzende der Gesellschaft, Professor Dr. Chun-Leipzig, lur die Begrützung. Hierauf nahmen bie Vorträge ihren Anfang. Der Hauptvortrag bes heutigen Tages oehanbelte Naturwiffevfchaften und Weltanschauung. Das heikle Gebiet behaubelte diesmal Pros. Th. LippS- München. Der Vorttagenbe knüpfte dabei stellenweise an den vielbemerkten Vvrttag des Geheimrats Prof. Tr. Labenbnrg- Breslau auf ber Kasseler Natursorscherversammlung 1904 au, der zu Innganbüucntben Preßerörterungen speziell über bie Behauptung bes Rebners Anlaß gab, baß, wenn er eine Unsterblichkeit ber menschlichen Seele anerkennen solle, er folgerichtig auch die Unsterblichkeit ber tierischen Seele behaupten müßte Professor Lipps führte aus: Das natunu. Erkennen ist bie Durchbringung bes in ber sinnlichen Wahrnehstiung Gegebenen mit bent Gesetz bes Geistes. Diese Durchbringung aber bedingt eine UmbciiEuitp des Gegebenen, bis es dem Gesetze be3 Geistes sich fügt, ober vis es sich einfügt in einen gesetzmäßig georbneten Zusammenhang bes Wirllichen. Das Resultat bieser Umbenkung nennen wir das in Wahrheit objektiv Wirlliche ober einsach bas objektiv Wirckiche: bas unmittelbar Gegebene bngegen bas im Prozeß jenes wtsienschpftlichen Umbenkens aus der Sphäre bieseS obieftiD Wirklichen ausgeschieben wirb, bezeichnen wir als blosje Erscheinung ober nennen cs etwas Subjektives. Ms in solchem Sinne subjektiv erscheinen aber ber Naturwissenschaft alle spezifischen sinntichen Oualitäten. Diese werben von ihr umgebacht Mder ersetzt durch biejenigen Bestimmungen, bie für bie natur» wissen,chaftliche Erfahrung nach ihrer Ausscheibung aus der Welt des objektiv Wirllichen einzig und allein übrig bleiben. Und dies sind die raumzeitlichen und Zahlbestimmnngen. -^annt besttmmt sich bie Ausgabe ber Naturwissenschaft bahin: <50^ Ziel i|r, bie Ordnung des Wirklichen überhaupt in ein fei)ltcni gc,echinaßige.' Abhängig,eitsbeziehungen zwischen Raum-, Zeit- unb Zahlgrößen. Naturwissenschaftliche Erkenntnis ist nicht eine materielle, fonbern eine formale Wiffenfchaft. Damit aber Kre0* =n.d,bieibt W* Würze.«: In Orignialfiascheii und -- egzMSllldÄE Appell gerciiust FLS 1(1,1 Tä,2ä verflüchtigt sie ba§ Wirkliche. Der Versuch, bies lebiglich in jene formalen Bestimmungen zu fassen, macht aus bem Wirklichen ein Imaginäres. Worte üben Zauberttaft auf bie Gemüter unb bestechen auch ben Verstaub. Bekannte unb geläufige Worte scheinen eine bekannte Sache zu bezeichnen. So wirb bie Mythologie bes Kraft- unb Energiebegriffs geboren unb schließlich eine Art neue Religion geschaffen, bie sclwn zur Gründung einer neuen Kirche geführt hat. Die Energie insbesonbcre, bies an sich leere lautliche Symbol, dessen Bedeutung einzig darin besteht, die Gesetzmäßigkeit des Wirtlichen kurz zu bezeichnen, wirb Der» binglicht, wirb zum Pferb ber Weltmaschine: bie Allgemeinheit in ber Verwenbung bieses Wortes erzeugt ben Wahn, als habe man bar in bas allgemeine, sich selbst glcichbleibenbe Wesen ber Dinge erfaßt. Und nun löst man vielleicht Welträtsel mit Hstse bieses „Pferbes", b. h. auf Grunb bieses allgemeinen Wortgebrauches. Jnbem wir ben Inhalt unseres Gesichtes ber Kraft unb Energie in bie Dinge hineinverlegen, verlegen wir in sie unser Leben. Gefühl ber S&aft unb Energie ist Lcbensgesühl ober, waS basselbe sagt, Sclbstgesichl. Ich, Bewußtsein, Leven, Kraft, Tätigkeit, Energie sich im (‘faunbe gleichbebeutenbe Begriffe. Die einzig mögliche Antwort, bie wir Menfchen auf bie Frage nach bem Qnale (ber Beschaffenheit) bes Wirklichen zu geben vermögen, ist bie bes absoluten Idealismus, d. h. einzig bas Bewußtsein, bas Ich ber Geist zum allumfassenbeit, einheitlichen Weltbewußtsein, zum Wett-Ich, zum Wett-Geist erweitert, kann bie von ber Naturwissenschaft gelassene Lücke, bie bas Quäle des Wirriickjen betriff:, ausfüllen. In solchen absoluten Idealismus schlägt ber feiner selbst bewußt geworbene Materialismus notloenbig. um. Zu ihm gelangt bie zum Bewußtsein ihres eigenen Wesens gelangte Naturwissenschaft. Diese Weltanschauung ist zugleich bie einzig denkbare monistische Weltanschauung. lieber die antisozialen Wirkungen des chronischen AlkoholmiijbrauchS hat Dr. Walther Cimoal am städtischen Krankenhause in Altona methodische Untersuchungen angestellt. Ms Basis dienten Untersuchungen an den chronischen, nicht ttunksüchtigen. Kranken der medizinischen und Jrrenabteilung. Zur Kvnttvlle der subjektiven Angaben dienten jene ber Nachoarn unb amtliche Erhebungen. Bei 69 Prozent ber chronischen Trinker verlies von Beginn bes Mißbrauches an bie Erwerbssähigkeit in absteigender Linie. Bei citbercit änderte sich nicht bie Menge, wohl aber bie Art bes Erwerbes: Frühere Hanbwerker suchten Gelegenheitsarbeit am Hafen, frühere seßhafte Kaufleute wurden zu Reisenben. Gemciiffam war ben chronischen Alkoholiften bie Untauglich keil zum Familienleben. Ter fortgesetzte Schnapsgenuß aucy nur eines Mitgliebes schädigte bie Ges unb heil und Harmonie der ganzen Familie ft ar Ec r als selbst die schwersten Geisteskrankheiten. Heber bie Hälfte ber Trinker vcrwanbten bie ortsübliche Quote (70—100 Proz.j ihres Verbienstes zum Unterhalte ber Familie. Die zerstörende Mittung liegt qn der wibcr- Labengeschäst haben unb ben Meistertitel führen dürfen. hr auf ben Fernbahngeleisew und das gesamte Beamten-^ MM Auf bequerTie jlillui Zweites Blatt 156. Jahrgang Dienstag 18. September 1906 Erscheint «-sich mit Ausnahme des Sonntags. Die .«ebener SamMenblStter- werden bem iMt „Anzeiger viermal wöchentlich beig-legt. Der d D M ’.A U N wj Z U h u V'x h W J E^rffisch« raudwltt- erscheint monallich einmal. W V' S Ki 3 V S V 663? Prinzessin Feodora, auf Schloß Diersburg, dem Besitztum des Freiherrn Röder v. Diersburg, an Typhus ertrankt. Sie befindet sich in Behandlung des Geheimrats Dr. Schule und des Oberarztes Dr. Thoma. Döbeln, 17. Sept. Eine zahlreich besuchte Wahlerveriamm- lung der frcis. Volkspartei stimmte der Kandidatur des freisinnigen Lehrers Bec^Dresden zu. , Posen, 17. Sept. Em nach hier cmberufcner poln. Jour- nalisten kon gr es; wurde polizeilich aufgelöst. Kolonialamtliches. Wie das „B. T." hört, ist eine der ersten Anordnungen des neuen Kolonialleiters Dernbürg die gewesen, daß jedes an das Kolonialamt gelangende Schriftstück 5u buchen sei. Das betreffende Verzeichnis ist ihm nebst deni Schriftstück selbst jeden Morgen vorzulegen. Bei dec Ueber- nahme seines Amtes hat sich Dernburg die höheren und unteren Beamten vorstellen lassen und in der Ansprache, die er an die einen wie an die anderen richtete, rundweg betont, daß e§ eine Reorganisation der Abteilung gelte, die an die Arbeitsfreudigkeit eines jeden Beamten entsprechende Anforderungen stelle. Die Ansprache soll überraschend gewirkt haben. Der sozialdem. Abg. Ledebour war am Montag zum Untersuchungsrichter in der Strafsache gegen die Kolonialbeamten Götz und Gen. wegen Bruches der Amtsverschwiegenheit und Anstiftung als Zeuge geladen. Der Untersuchungsrichter teilte Ledebour mit, daß er als Beuge darüber vernommen werden sollte, was ihiu von einigen Angeklagten mitgeteilt worden sei. Er wolle ihn als Zeugen zunächst vereidigen. Ledebour erwiderte, er könne sich auf eine Vereidigung unmöglich einlassen, da er jede Auskunft über den Inhalt der Verhandlungen, die er mit einigen Herren in seiner Eigenschaft als Abgeordneter gepflogen habe, ablehnen müsse. Der Untersuchungsrichter hielt diese Weigerung nicht für berechtigt. Selbst wenn ein Vertrauensbruch des Abgeordneten vorliege, gebe ihm das jedoch kein Recht zur Zeugnisverweigerung. Den Hinweis des Abgeordneten auf den Artikel 30 der Reichsverfassung beantwortete der Untersuchungsrichter mit der Androhung der gesetzlichen Zwangsmittel für den Fall des Beharrens bei der Zeugnisverweigerung. An unterrichteter Stelle wird mitgeteilt, daß die Kap- Regierung Ersatz der Unterhaltungskosten für eine Horde von südafrikanischen Rebellen, die sie als kriegführende Macht anerkennt, vom deutschen Reich verlangt. Die Kolonial-Ver- waltung hat die Forderung der Kap-Regierung abgelehnt. Der Abg. Erzberger erklärt in der Köln. Volksztg. die Meldung, er habe einem Interviewer gegenüber geäußert, Deutschland würde am besten tun, die Kolonien auf- zugeben, als unrichtig. Bezüglich seiner eigenen Acußerung, zwei Berliner Blätter seien auf kolonialpolitischem Gebiet bestochen, sagte Erzberger: „Wenn man nicht abwartcn könne, bis er selbst rede, solle man sich bei der Regierung ,des Kongostaates in Brüssel erkundigen, welche beiden Berliner Blätter kongofreun bliche Artikel gegen Bezahlung aufnehmen. Für mich war es nur von psychologischem Wert, festzustcllen, wie groß die politische Heuchelei ist, die von nationalen Interessen rede, wo e§ sich um den Geldbeutel handelt/'_________________________________________ Pie ckage in Außtand. Was an der Nachricht wahr ist, General Trepolfr sei durch Gi ft ums Leben gebracht worden, läßt sich einstweilen nicht feftsteUen. Einer Berliner Mittagszcitunfl zufolge hält man in Petersburg für erwiesen, daß Trepow aus Verzweiflung über den Zorn des Zaren nach Entdeckung einer Geheimverbindung unter der Dienerschaft Nikolaus II. Hand an sich gelegt habe. Die Kaiserin Alix hält viel auf die Treue englischer Diener, und auf ihren Wunsch foffen die Russen in der Umgebung des Zaren größtenteils durch Engländer ersetzt worden sein. Indessen wissen die Revolutionäre vielleicht auch mit diesen der Landessprache unkundigen Personen Verbindungen anzuknüpfen. Doch kann man sich schwer vorstellen, daß ein Trepow zum Gift greift. Das widerspricht u. E. einem solchen Charakter, der weit entfernt von schwächlicher Empfindlichkeit ist. Die Zarenfamilie wollte am Montag nach Peterhof zurückkehren und dem Regimentsfest der Chevaliers-Garde beiwohnen. Sie verbleibt dort bis nach der Beerdigung Trepows und begibt sich dann abermals in die Schären zu einem Aufenthalt von sechs bis sieben Tagen. Der Zar telegraphierte, er werde zum Besuch in Kopenhagen eintreffen, falls im Befinden seiner Mutter keine Besserung eintrete. Der „Daily Telegraph" meldet aus Petersburg, daß der Zar den Wunsch hegt, persönlich Anleihen im Ausbau de aufzunehmen, da die Bedingungen, die die ausländischen Syndikate dem russischen Finanzminister anbieten, für das russische Reich geradezu demütigend seien. Der Zar hofft, daß man ihm persönlich die nötigen Millionen borgen werde. Ein Petersburger Korrespondent telegraphiert neue Einzelheiten über die Greuel tat en in Sied Ice. Selbst das jüdische Krankenhaus würde bombardiert und darauf von den Truppen erstürmt. Viele kranke Juden und Jüdinnen wurden in ihren Betten förmlich ab geschlachtet. Um die Wurzel" des Uebels auszurotten, bereitet die Regierung neue Gesetze für das Judentum vor, durch die den Juden mehr Rechte verliehen werden sollen. Wie es heißt, wird den Juden die Freizügigkeit gewahrt werden, sie werden sich in allen Teilen Rußlands niederlassen können, anstatt an gewisse Gouvernements gebunden zu sein, und werden auch Land ankaufen können. In Uexküll in Livland wurde der dortige Bauernhofbesitzer und ehemalige Gemeindeschreiber Nilkelssohn, ein Lette, von vier Revolutionären erschossen, weil er offen gegen die Revolutionäre aufgetreten und die Bauern in der Umgegend von Uexküllzum Schutze der Kirche und des Pastors organisiert hatte. Vor seiner Ermordung hatte er Drohbriefe erhalten. Der Generalgouverneur von Kurland hat neue Strafexpeditionen angeordnet. In Kertsch hat ein Prozeß wegen Juden- metzeleien begonnen. Der Stadthauptmann, der Polizeimeister, ein Polizeikommissar, ein Hauptmann sind vor den Gerichtshof zitiert. Ter gleichfalls angeklagte Antisemiten- sührer Fabrikant Mesaksudij ist entflohen. Ms Antwort auf 'die in der Warschauer Zitadelle vollzogene Hinrichtung von Brezniak und Rudnitzki wurden am Montag auf den Generalmajor Doroschewsky, Mitglied des Warschauer Kriegsgerichts, von drei Revolw tionären mehrere Revolverschüsse abgefeuert.' Der General wurde verwundet, vermochte aber zu entfliehen. Die Täter sind entkommen. Gleichzeitig wurden die Revo- tionäre Bobinsky und Vizzenky in der Zitadelle hin gerichtet. Tie Polizei entdeckte den Sitz der Warschauer revolutionären Organisation und beschlagnahmte zahlreiche Bomben, Waffen und kompromittierende Schriftstücke. Ausland. Bern, 17. Sept. Heute nachmittag fand die feierliche Eröffnungssitzung der internationalen diplomatischen Arbeiterschutzkonferenz statt. Vertreten sind Deutschland, Oesterreich-Ungarn, Belgien, Dänemark, Spanien, Frankreich, England, Italien, Luxemburg, die Niederlande, Portugal, Schweden und die Schweiz. Der Chef des In- dustriedepartements, Bundesrat Dr. Deucher, hielt die Eröffnungsrede. Der französ. Gesandte Revoil dankte namens der Delegierten für den Willkomm. Dr. v. Bülow, der deutsche Gesandte, sprach ebenfalls in ivarnien Worten die Hoffnung auf ein Gelingen der Aufgabe der Konferenz aus. Zum Präsidenten wird Oberst Frey, zum Vizepräsidenten Lachenal gewählt. Die Konferenz wird zwei Wochen tagen. Die Sitzungen sind nicht öffentlich. (Vergl. den heutigen Leitartikel.) Rom, 17. Sept. Die „Patria" versichert, dec Kriegsminister habe die Gewißheit erlangt, daß die Pläne der Verteidigungswerke der Lagunen von Venedig von Oesterreich gestohlen worden sind. Die Botschaft in Wien habe die Negierung hiervon benachrichtigt, nachdem ie die Bestätigung durch Bestechung eines österreichischen Offiziers erlangte. Der Generalstab ist in- olgedessen ersucht worden, Abänderungen in dem Verteidigungsplane des Gebietes von Venedig vorzunehmen. Budapest, 17. Sept. Gerüchte von einem Attentat auf den Fürsten von Bulgarien reduzieren sich darauf, daß auf den Eisenbahnzug, welchen der Fürst benutzte, bei der Station Saljotarjan Unbekannte Steine warfen. Teheran, 17. Sept. Mit Genehmigung des Schahs ist heute ein Erlaß, betreffend die Nationalversammlung, veröffentlicht worden. Darin wird bekannt gegeben, daß die Nationalversammlung an§ 156 Mitgliedern bestehen oll. Die Wahlen sollen alle zwei Jahre abgehalten werden, den Mitgliedern wird Unverletzlichkeit zugesichert. Die Wahlen sind bereits im Gange. New-Port, 18. Sept. Nach einer Meldung aus Washington ist Cuenfuegos nach außen hin abgeschnitten. In Havanna geht das Gerücht, Präsident Palma werde bald außerordentliche Wahlen zur Lösung der Krise anordnen. Gestern ereignete sich in Havanna eine heftige Explosion. Zwei große Gebäude wurden zertrümmert, 6 Personen getötet, viele verwundet. Die Explosion ist vermutlich ein Weck der Revolutionäre. Osterbay, 17. Sept. Roosevelt empfing eine Al>- ordnung deutscher Fabrikanten, die ihm Beschwerden über das Zollverfahren der Vereinigten Staaten unterbreitete. Roosevelt erklärte, die Abordnung solle ihre Beschwerden den Beamten des Schatzamts unb des Staatsdepartements eingehend unterbreiten, die ihm dann darüber berichten würden. Die Abordnung begab sich sogleich nach Washington. Wir laden zum Abonnement auf den Gießener Anzeiger für die kommenden Herbst- und Wintermonate ein. Einer Darlegung unseres Programms oder Anpreisung deZ Inhaltes unseres Blattes, das sich weitesten Ansehens erfreut, bedarf es nicht. Der »Gieß. Anz." ist anerkanntermaßen die größte, und zwar völlig rmabhänglge, für die Versöhnung der Gegensätze zwischen Stadt und Land, sowie der beiden wesentlichen politischen Gruppierungen unter den bürgerlichen Parteien Hessens eintretende, die berechtigten Interessen von Industrie und Landwirtschaft nach Möglichkeit fördernde Zeitung Ober- hessens. Ganz besonders machen wir auf den in dem wöchentlich viermal erscheinenden Beiblatt „Gießener Familienblätter" seit Mittwoch, 12. September, zum Abdruck gelangenden ungemein spannenden Roman „Im Banne des Geheimnisses" aufmerksam, deffen Anfang auf Verlangen nachgeliefert wird. Die Bestellung ist sofort bei den Postanstalten oder unseren Boten zu veranlassen, da die bis 1. Oktober erscheinenden Nummern den neuen Abonnenten unentgeltlich geliefert werden. Aus Stadt und Land. Gießen, 18. Sept. 1906. ' Der Dank der Großherzogin. Auf die Ihrer Königl. Hoheit der Groß Herzogin gestern übersandten Glückwünsche des Provinzialausschusses und des Pro- v i nz i a lt a ge s der Provinz Oberhessen erhielt der Provinzialdirektor folgendes Telegramm: Für die mir übermittelten treuen Glückwünsche sage ich herzlichen Dank. Eleonore. *• Aus dem Militär-Wochenblatt. Befördert zu Lts. der Res.: die Vizefeldwcbel bezw. Vizewachtmeistec Blaße (Gießen), des 2. Thüring. Jnf.-Regts. Nr. 32, El len berg er (Gießen), des Jnf.-Reg. Hessen-Homburg Nr. 166, Frbr. v. Lersner (Friedberg), de§ Hus.-Regiments König Wilhelm I. (1. Rhein.) Nc. 7. •• Erledigte Stellen. Erledigt sind: die Stellen des Steueraufsehers in Nidda, des Oberförsters der Oberförsterei Schaafheim und die cvang. Lehrerstelle zu Schafhausen. "Die hessische LandeS- Hypothekenbank erhielt vom Großh. Ministerium die Ermächtigung, für 20 Millionen Hypotheken - Pfandbriefe und für 14 Millionen Kommunal-Schuldverschreibungen auszugeben. "Das wandernde Tuberkul 0semuseum , das von der Hessischen Jnvaliditäts- und Altersversicherungs- Anstalt ins Leben gerufen und zunächst in Darmstadt in den Räumen de§ Gewerbemuseums ausgestellt worden ist, wird demnächst seine Reise durch Hessen antreten. Es kommt vom 1. Oktober ab zunächst nach Offenbach. In Darmstadt ili das Museum stets sehr zahlreich besucht gewesen und hat sich des Interesses weiter Kreise zu erfreuen gehabt. ** Aüs b em Bureau des Stab tthe aters. In Ergänzung unserer letzten Mitteilung sei noch milgeteilt, daß es der Direktion gelungen ist, auch Frau Elfriede Bayrhammer unserer Bühne zu erhalten. Frau Bayr- hamnicr, die int Sommer in Bad-Nauheim und am Intimen Theater in Nürnberg mit Erfolg tätig war, hat ihr Winterengagement zu Direktor Reinhardt ans Kleine Theater in Berlin wieder gelöst und hat sich noch- mals unserem Stadttheater verpflichtet. Sie wird diesen Winter ein spezielles Fachgebiet ausfüllen, für das ihre Persönlichkeit und ihr Talent sie vrädestinieren. Das Theater- publikum wird die sympatische Künstlerin gewiß gern wieder begrüßen. t* Ein blutiges Reukvntre hatte in der Nacht vom Sonntag auf Montag ein Mann der Wach- unfr Schließgesellschaft in der Marburgerstraße mit einem1 Arbeiter, in dessen Verlauf der angegriffene Wachmann von seinem Säbel Gebrau ch machte und dem Angreiser einen Hieb übers Gesicht beibrachte. Ms später ein weiterer Angriff von demselben ÜfrBeiter in der Nordanlage auf 'den Wachmann unternommen wurde, erhielt der Arbeiter noch einen Stich in die Brust. Beide Verletz-' ungen sind unbedeutend. Anzeige wurde erhoben. ? Pohl-Göns, 17. Sept. Mit dem am nächsten Sonntag stattfindenden Kirchweihfest verbindet der hiesige Krieger verein sein 30jä hrigeS Stift un gs fest. Aus diesem Anlaß wird Kceisrat Fey dem Kriegerverein die Kaiserschleife übergeben. r. Londorf, 17. Sept. Gestern vormittag besichtigte der Bezirksvorstand des Gewerbevereinsbezirks Gießen die SonntagS-Zeichenschule des hiesigen OrtSgewcrbevcreins. Es waren anwesend: Kommerzienrat Hcyligenstacdt, Weißbindermeister Petri, Dr. Krausmüller, Schlossermelster Dörr u. a. m. Man war im allgemeinen mit den Leistungen der Schüler sehr zufrieden. Da der Besuch der Schule in stetem Zunehmen begriffen ist (die jetzige Schülerzahl beträgt 56), so ist vom 1. Oktober ab eine zweite Lehrkraft engagiert worden. Für ben Nachmittag hatte der hiesige Gewerbeverein seine Mitglieder, sowie auch die Mitglieder des Gesangvereins Frohsinn, dessen Ehrenmitglied Kommerzienrat Heyligenstaedt ist, in den Saal des Gasthauses zur Stadt Gießen geladen, um hier mit den auswärtigen Gästen einige gemütliche Stunden zu verbringen. Der Vorsitzende des hiesigen Gewerbevereins, Schreinermeister Winkel- haus, begrüßte die Anwesenden, besonders hieß er unseren Neichstagsabgeordneten Kommerzienrat Heyligenstaedt in unserer Mitte herzlich willkommen. In einer längeren Ansprache dankte dieser und nahm zugleich Gelegenheit, einiges über seine seitherige Tätigkeit als Abgeordneter zu berichten. Besonders suchte er die Stellung seiner Fraktion zu den neuen Steuern zu rechtfertigen. Sehr interessant waren seine Ausführungen über die Verkehrssteuern. Er betonte dabei, daß seine Fraktion bemüht war, die minderbemittelten Schichten des Volkes, soweit dies möglich war, von dieser Steuer zu verschonen. Seine, mit lebhaftem Beifall unbenommenen Ausführungen schloß Redner mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland. In angeregter Stimmung verstrichen Nlinmehr die Stunden. Der Gesangverein Frohsinn sang eine große Anzahl schöner Lieder. Die herrliche und präzise Wiedergabe sämtlicher Chöre zeigten, daß dec Dirigent, Lehrer Bandoß eifrigst bemüht ist, mit seinen gut beanlagten Sängern was tüchtiges zu leisten. Reicher Beifall lohnte die Sänger. Auch das Ehrenmitglied und Gönner des Vereins, Kommerzienrat Heyligenstaedt erkannte die vorzüglichen Leistungen des Vereins und seines Dirigenten mit hoher Genugtuung an und versicherte den Verein seines steten Wohlwollens. Hoffentlich hat e§ den Gästen aus der Stadt in unserem freundlichen Orte recht gut gefallen. A Bad-Nauheim, 17. Sept. Bei ben Ausschachtungen zur Neufassung ber Lithiumquelle würbe nur drei Meter von dieser entfernt, eine neue viel ergiebigere Quelle (ca. 50 Mal stärker) gefunden, die durch starke Kohlensäureatlsströmungen, wie sie hier noch nie gesehen wurden, zutage tritt. Diese neue Quelle dürfte künftig die bevorzugteste werden, aber auch für Bäder sehr geeignet sein, weil sie Salzwasser mit starkem Lithiumgehalt und vieler Kohlensäure enthält, und in ihrer Zusammensetzung wohl die einzige, bis jetzt überhaupt bekannte Heilquelle dieser Art ist. Man hofft nunmehr, bei ben bevorstehenden Tiefbohrungen auch den lang ersehnten warmen Sprudel zu bekommen. — Fried berg, 17. Sept. Dieser Tage fand eine Sitzung der Stadtverordneten statt, in der auch die Krisis an ber hiesigen Gew erbeakabemie zur Sprache kam, nachdem bie Stadtverwaltung in mehreren Sitzungen mit dem Kuratorium der Akademie verhandelt hatte. Die Studierenden hatten mehrere Forderungen und Wünsche eingereicht, die nach ihrer Ansicht nicht genügend Berücksichtigung fanden, weshalb sie drohten, das Institut zu verlaßen. Dies wäre für bie Einwohnerschaft, bie sich auf bas Vermieten an junge Herren eingerichtet haben, ein großer Verlust. Beigeordneter Damm teilt mit, daß im Interesse der Stadt und ihrer Bürger alles geschehen fei. — Nachdem der Vertrag mit dem Staat, betreffend Lieferung von täglich ca. 1000 Kubikmeter Wasser von dem Gr rippen Wasserwerk Lauter bereits früher genehmigt worden war, wurde heilte Bürgermeister Stahl mit ben Vorarbeiten für ben zweiten Wasserturm beauftragt. Er soll auf ber Auhöhe nach Ober-Wöllstadt erbaut werden und zugleich ein Wartturm sein. — Die Stadtverordnetenversammlung beschloß ferner, den Ingenieur Heid mit der Prüfung des vom Staat hergestellten Kanalisierun gS- projekts für Friedberg und Bad-Nauheim zu betrauen. Auch hier herrscht, wie in Bad-Nauheim, die Meinung, daß der Staat zu den Kosten beitragen muffe. — Für Anschaffung von Turngeräten wurden 360 Mk. bewilligt. h. Wörrstadt, 17. Sept. Bei dem Gefecht der 41. und 42. Brigade aus dem in der Nähe gelegenen Manövergelände ereignete sich ein schwerer Unglücks fall. Das Pferd eines Hauptmannes, bas scheute, warf seinen Reiter ad und stürmte auf bie zahlreich anwesenben Zuschauer los, wobei ein 24 Jahre alter Mann unb ein 2 Jahre altes Kmfr schwer verletzt mürben. Auerbach, 17. Sept. Heute nachmittag wurde aus dem um 2 Uhr 5 Min. hier abgehenden Personenzug, kurz nachdem er sich in Bewegung gesetzt hatte, plötzlich ein Schuß abgegeben. Die Kugel drang einer vorübergeyen-', 5 des 7.30 Uhr. 7.30 Uhr. Frank fnrter Börse. jg. September, 1,15 Uhr. Reichsanleihe 98.75 Elektriz. Lahmeyer . Wetter . 125.60 16 —17. September = + 13,56 C. 16.-17. = 4- 7,2 0 C. 243.00 Berliner Börse, 18. Briefkasten der Redaktion Oberschles. Eisen-Industrie 129.80 Berliner Handelsges . . 172.90 4%°tn mss.Staatsanl. 1905 4%n'„ Japan. Staatsanleihe schönsten in Spanien wären, stallmeister auf den Neffen zu schaftlichem Tone, doch nicht verbrieten. Da versetzte der den Dame Schachner Darauf trat der Ober-Hof- und ermahnte ihn in freund- solche alberne Geschichten zu Herzog dem Marquis einen 4®< 3 ®o 3% . 34.20 . 144.10 . 145.00 . 179.70 . 139.70 . 239.10 . 84 20 . 158.00 September. Anfangskurse. Harpener Bergwerk. . Lanrahntte .... Lombarden E. B. . . Nordd. Lloyd .... Türkenlose .... Elektriz. Schuckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . Lanrahiitte Nordd. Lloyd 99.45 100.10 95.00 Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. . Dresdner Bank . , Kreditaktien . . . . Baltimore- und Ohio- Eisenhahn . Gotthardbahn . . . . Lombard. Eisenbahn . Oesterr. Staatsbahn . . Prince-Henri-Eisenbahn . 211.75 . 244.70 . 34.20 . 127.60 . 144.80 141.00 127.80 249.00 224.00 158 60 212.00 245.75 127.70 do. Konsuls do. Hessen . . Oberhessen Höchste Temperatur am Niedrigste Tanger, 19. Sept. Eine Anzahl Eingeborener int Gefolge des Marabs Maclarnin, der sich in Casablanca befindet, plünderte die mechanische Werkstatt eines Franzosen, nachdem sie die im Dienste des Franzosen stehenden Eingeborenen mißhandelt und verwundet hatte. Tie in der Werkstatt befindlichen spanischen Arbeiter hatten gleichfalls ein Gewchr- rcuer auszuhalten, konnten aber unbeschädigt entfliehen. Die Uebeltäter suchten nun nach dem Eigentümer der Werkstatt, der aber, rechtzeitig gewarnt, sich in Sicherheit hatte bringen und den Konsul benachrichtigen können. Die Banditen verwundeten durch Stcinwürfe einige Fremde und verursachten in Casablanca lebhafte Beunruhigung. Israelitische Religioilsgemeiudc. (Sotfcsbienl in der Synagoge (Südansagc). Donnerstag, den 20. und Freitag, den 21. Sept. 1 906. 3^7o 3% Wo 3% Wn . 139.95 . 239.00 . 173.50 . 183.00 . 158.10 . 209.60 Meteorolornscke Beobachtungen der Station Gießen. 4% Oesterr. Goldrente. . 4'/z Oesterr. Silberrente Voraussichtliche Witterung in Hessen für Mittwoch, den 19. September: Mäßige östliche Winde, vorwiegend heiter; trocken, Temperatur nicht erheblich verändert. Canada E. B Darmstädter Bank . . Deutsche Bank . . . Dortmunder-Union C. . Dresdner Bank . . . Tendenz; ruhig. vermischte». * Bochum, 17. Sept. Der heutige Montag war für den hiesigen Bergbaubezirk ein schwarzer Tag. Durch Stein- bezw. Kohlenfall wurden drei Bergleute getötet. Auf der Zeche „Julia" löste sich zur Unzeit ein Schuß. Unter den umhergeschleuderten Gestcinstücken fand man den Bergmann Skowroneck als Leiche. Lebensgefährliche Verletzungen erlitten der Arbeiter Spei, der zwischen zwei Förderivagen gequetscht wurde, und zwei Bergleute, die von Stein- und Kohlenmassen verschüttet wurden. • Neue Erdbeben auf Sizilien. Am 17. Sept, wurde in mehreren Ortschaften der Provinz Palermo, in Baueina, Altavilla und Baghoria, ein Erdstoß verspürt, durch den die Einwohnerschaft alarmiert wurde. Einige Häuser zeigen Risse. Ein leichter Erdstoß wurde auch in Palermo selbst verspürt. * Die Ursache der Explosion von Besanyon, von der uns gestern ein Telegramm meldete, ist, wie verlautet, in der mangelhaften Beschaffenheit des Blitzableiters, der zurzeit ausgebesscrt wurde, zu suchen. Steine und ganze Felsblöcke wurden über 1500 Meter weit vom Fort weg- geschleudert. Die Wohngebäude innerhalb des Forts wurden vollständig zertrümmert; die Trümmer bedecken den Hof des Forts in einer Schicht von fast vier Meter Höhe. Die strategische Eisenbahn, wurde auf 2 Kilometer zerstört. Ge- schütztürme mit Ausnahme eines Panzerturm.es wurden vollständig zerstört. Eine Frau ist infolge des Schreckens gestorben. Einer der verwundeten Soldaten liegt ebenfalls im Sterben. Eine offizielle Mitteilung besagt, daß bei der Explosion de? Pulvermagazins von Montfaucon ein Soldat getötet, ein Soldat schwer, ein Unteroffizier schwer und vier Soldaten leicht verletzt wurden. Fünf andere Personen wurden getötet. Im Pulverturm befanden sich 50 000 Kilogramm Pulver und Melinit. Die Explosion wurde in einem Umkreise von etwa 20 Kilometern gehört. Zur Zeit der Explosion befanden sich 30 Soldaten im Fort. * Ein Duell spanischer Gran den. Aus San Sebastian wird berichtet: Am Samstag abend um 10 Uhr trug sich auf der Terrasse des „Hotel du Palais" eine Aufsehen erregende Szene zu. Der Marquis von Viana, Oberhofstallmeister des Königs, und der Herzog von Andria, sein Neffe, waren die Beteiligten. Der Herzog hatte die Nachricht verbreitet, daß der Marquis auf Befehl des Königs seine Pferde habe verkaufen müssen, weil sie die 86.50 98.75 86 70 durch den Hut und traf den Bahnsteigschaffner aus Fchlheim in die Seite. Die Verletzung ist sehr schwer, sodaß seine alsbaldige Verbringung 69.70 7O/:o 85.55 94.75 95.50 145.80 54 30 90.00 68.70 97.80 Predigt: 9 Uhr. Abends: 6.15 Uhr NB. Während der Predigt ist der Eintritt nicht gestattet. Samstag, den 22. September 1906: Vorabend 6.15 Uhr. Morgens 8.30 Uhr. Nachmittags 4 Ubr. Sabbathausgaug 7.10 Uhr. Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Glessen. roiebergegeben wird. ' Da liest man Br-tig-l. fcotefton.1 dritte Brotengoll, Prodechol, Branntijol und ähnliche Verbildungen. I Schwester Iphigeniens Chrysothemis in die Weltliteratur ein. „ - . , 4 % Conv. Türken von 1903 Zew. ^innnd Tjirkenlose..... Klarer „ 14% Griech. Monopol-Aul. •8eö. " 14% äussere Argentinier . 3°/. Mexikaner . . . . 414% Chinesen . . . . Aktien: Bochum Guss Buderus E. W . . . . Tendenz: ruhig. Schachners in die Klinik nach Heidelberg angeordnet wurde. Der Zug wurde in Zwingenberg, Bickenbach und Darmstadt revidiert, doch konnte der Täter nicht verhaftet werden. ES ist dies innerhalb kurzer Zeit das zweite Mal, daß ein derartiger Fall auf der Strecke Darmstadt—Heidelberg vorgekommen ist. Nach einer andern uns zugehendcn Meldung ist es zweifelhaft, ob der Schuß aus dem Zuge abgegeben worden ist, oder ob er von dem Perron kam, ebenso ist man vielfach im Zweifel, ob er dem Schaffner Schachner, einem braven, verheirateten Mann, oder dem Mädchen gegolten hat, dessen Hut von der Kugel durchbohrt wurde. (D. Tägl. Anz.) Ungar. Goldrente . . Italien. Bente . . . Portugiesen Serie T . Portugiesen TU heftigen Schlag. Ter Onkel behielt seine Kaltblütigkeit, packte ihn am Arme und sagte nur: „Pepe, bist Du wahnsinnig geworden?" Der Marquis forderte den Neffen. Beim ersten Gange wurde der Herzog am Kopfe verwundet und das Duell aufgehoben. Die Verwundung ist nicht sehr gefährlich. • „Drahtloses (Spielen". Die Polizei in Ehicago erregte große Heiterkeit durch den Versuch „drahtloses" Wetten oder Spielen zu verhindern. Das Wetten ist in Chicago verboten und die Spieler hatten deshalb einen Dampfer gemietet, um durch drahtlose Telegraphie spielen zu können. Die Polizei kam auf den merkwürdigen Gedanken, ein gewaltiges Nebelhorn von einem Schlepper in der Nähe des Dampfers in permanente Tätigkeit zu setzen, um die Luft zu erschüttern und dadurch die Uebertragung von Nennachrichten zu verhindern. Die Rettungsstationen von Jackson Park und Süd-Chicago verstanden das Gebrülle des Nebelhorns falsch und eilten mit ihren Rettungsbooten zugleich mit zahlreichen anderen Booten dem vermeintlich in Not befindlichen Polizeischiffe zu Hilfe. Der drahtlose Apparat tat inzwischen unentwegt seine Schuldigkeit und die Insassen des Schiffes freuten sich über die von der Polizei hervorgerufenc Konfusion. • Das Bicr; cle - Luftschiff. Richard Allen, ein Engländer aus Bradford, der schon eine besondere Konstruktion von Zweirädern erfundern hat, hat jetzt ein Luftschiff gebaut, bei dem er sein Prinzip einer Anwendung auf die Luftschifffahrt zuzuführen hofft. Der Rahmen der Flugmaschine besteht aus Bambus. Durch die Pedale werden große, beiderseits gestellte Flügel in Bewegung gesetzt, die von Spitze zu Spitze einen Abstand von zehn Metern haben, sich beim Niedertreten der Pedale ausbreiten und dann wieder zusammeu- falten. Oben ist ein Steuer angebracht. England scheint jetzt also auch einen Apostel der Tretmotoren ä la Gans windt gefunden zu haben. • Humor vor Gericht. Bei allem Ernst, den gerichtliche Verhandlungen beanspruchen, kommt doch hin rind wieder auch in Zuschriften und Aussprachen ein bißchen Humor vor, der im Reiche de§ Aktenstaubes froher Aufnahme gewiß 'st- Häufig ift, wie die „Straßb. Post" schreibt, die Anwendung von halbverstandcnen Sprüchen, wie: „Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er spricht." Vor Gericht wollte ein Angeklagter kein mündliches Verfahren, dafür aber ein mündiges Verfahren. Ein Zeuge entschuldigt sich wegen des Ausbleibens beim Termin: „indem daß ich geblagt bin von Kleierweh (Gliederweh war gemeint). „Herr Richter, ich l>ode eichene Kleider und Geld genug, um nicht betteln 5" brauchen." Eine gute Seele schrieb ganz entrüstet an das Amtsgericht: „Ich brottestiere gegen die Angebungen, wo Sie mir geschrieben haben, denn ich bin nicht der B. G. B." (Bürgerliches Gesetzbuch). Seltsam ist, wie das Wort Protokoll Brotigol, Brotektoll, hnliche Verbildungen.! Neujahrsfest. 1. Tag. Vorabend: 6.15 Ubr. Morgens: Predigt: 9 Uhr. Nachmittags 4 Uhr. 2. Tag. Vorabend: 7.15 Uhr. Morgens: Getreidepreise in Mannheim Weizen 100 Kg. 18 50-00.00 Mk. Roggen (neuer) 100 Kg. 16.50—00.00 Mk. ' «"ch J wltgetxj,? II err ' ftr; % -tu. ^ten. ex rtehe Mini unh SM, »Sa* ö 3etl1 wieder 3ntre hoHa • iSÄ? toer 2sK S1°»- Stuft W NM ' ^'egerverein die SUfiSiW- Mi, Dr. Krausinüllee, 'bi n yr zufrieden. Da der Besch cn begriffen ist (die je ch °^l-^erabechAe ir den Nachmittag hatte dec *'Wr, sowie auch die Mit- wnn, dessen Ehrenmitglied ' den Caal des Gaslhmijez 1 b>er mit den QuSioärtigm n 5” verbringen. Der Vor. Cchrcinernieister Winlkl. n, besonders hieß er unk Z'enrat Heyligenstatti In einer langem L"gleich Gelegenheit, ■ als Abgeordnetti zu r die Stellung MtierffMon chtfestigcn. Sehr inimfiant >er die VerkehrSsteuern, ffion bemüht war, die minder« , soweit dies möglich mar, Seine, mit lebhaftem Bei» ’n schloß tfebner mit einem D angeregter Stimmung $)rr ßefangoerein ffrot)’ 5ner Lieder. Die herrliche Ghöre zeigten, daß der denM ist. mt innen gnt § ^uieiiten. Reicher ^eii^ Ehrenmitglied und Gönner ligenstaedt erkannte die vor« - und seine? Dirigenten nut icberte den Verein seine? steten den Gästen aus der Stadt cht gut gefallen. gept. Bei den M-Hach- Hiumqii'»- , neue viel ' \ qffunben, b« durch ,orf c sie hier noch nie gesehe cue ßudfe dürste kunftrg SrsS *3*8ri|ii siigtubieti* anbelt 60**1’. bien3 J ^Ts***1^ sL» 9fl5tC «x^t der । ■■■ 1.1 > । . urteile gefällt werden, um den Pogrom zu rechtfertigen Harrdel rin- Verkehr, Volkswirtschaft. und den Nachweis zu führen, daß eine große Anzahl Re. ... I üolutinnäre in Siedlce vorhanden gewesen sei. Es soll Prozent e^böbt " *Z’ «"f die S ch u l d d e r m i li t ü r i sch e n B e f e hl s ha b er ver- Der Lombard-Diskont wird von 51/.. auf 6 vCt. erhöbt, l^^rert und die Zeugen der entsetzlichen Vorgänge be- Märkte. fertigt werden, rüdem eine neue große Anzahl Unschuldiger Gieße», 18. Sept. Marktbericht. AM heutigem Wocheummlte geopfert wird. Daß eine revolutionäre Organisation in kosteten: Butter pr. Pld. 1.15—1.20 Mk.. Hühnereier 1 St. 8—9 Via.. Siedlce überhaupt nicht vorhanden gewesen, ist dadurch, 2 Stck. 00—00 Big., Gänsteier 00—00 Psg., Enteneier 0 Psg.. st äse erwiesen, daß nicht ein einziger Soldat während »i' 6—8 Ps., Käsematte 2Stck. 5—6Psg. Erbsen v.Pümd 22Psg., des Pogroms von der Bevölkerung getötet worden ist. rnnCnilfin qi)p Ä?" ^..Hühnervr St Im deutschen Bureau der „Alliance Israelite Univ." ist 1,00 1,60 DHL, S'nhnc in. Ctncf 0,80—1,80 Mk., Enten pr. ©tnd I s{P m?pfhirnn einnrtrnffm hnf* fant "^rHtprfitnrr b«>r 1,80—2,20 Mk., Gänse rr. 9Ub. 00—00 Pfa., Ochsenfleisch «r. ^fb. O^MteUung der nach. 82-88 Psg., Kuh- und Rindfleisch pr. Pfund 80-82 Pfg.,' Schwewe- S^lce entsandten Hilfskommlsston Uber t!auf en bJ5=^ fleisch pr. Pfund 80-94 Pfg., Schweinefleisch, gefasten, pr. «ßhint ””11 e.n rhrHabundGuteingebußt haben. Große 94 Pfg., Kalbfleisch pr. Pid. 80-84 Psg., Hanunelfleisch pr. Pfund »Ufsmittel waren erforderlich, um die traurige Lage einigere 60—80 Psg. Welsche per Pfund —Kartoffeln pr. 100 Kg. maßen zu bessern. 7-00—8,009)1 L, Zwiebeln pr. Zrr. 6,00—0,00Mk., Milch per Liter Breslau, 18. Sept. Prinz 9ldolf von Schaum- dllwkel ver Pfund 15 bis 20 Psg., in Körben 00 Pfd., I burq-Lippe ist beim Kaiser einaetroffen Der Besuch Nüsse 100 Stück 00-00 T^., Birnen per Md. Mk. 0.00-0.00, . r ucini 3;aifcc emgeirogen. ^er -Oe,ucy Rill eben per W OO-CO W. öciMrnnt per Siütf 15-30 $fq, pei' ,l,,rb politisch lebhaft kommentiert. Zentner Mk. 0.00—0.00. — Marksteir 8—2 Ubr. Braunschweig, 18. Sept. Nach Erkundigungen an — ----- -1 ----- zuständiger Stelle beruht die Meldung einzelner Blätter, der Die Marktpreise für Vieh ttnb Frucht ReqentschaftSrat werde für dieRegentschaft den Prinzen und die Gießener Fleisch- und Brotprcise Eitel Friedrich von Preußen vorschlagen, auf Un- am 17. September 1906. I Wahrheit. Besancon, 18. Sept. Die Untersuchung über die Explosion in dem Fort Montfaucon ergab, daß der Brunnen, in den das Kabel der Blitzableitung mündete, vollkommen trocken war. Der Blitz drang durch eine Fensteröffnung in eine Halle nächst dem Pulvermagazin ein. Petersburg, 17. Sept. Aus Kreisen, die der Kadettenpartei nahestehen, verlautet, die schwed ische Brotpreise in Gießen lNegierung habe ein Gesuch des Vertreters der Partei, die ™— Tagung des Kongresses in Stockholm zu gestalten, 2'^ 50 5^.Inu§ internationalen Rücksichten abschlägig beschicken. Petersburg, 18. Sept. Die Pet. Telegr.-Ag. erklärt: । Bei dem auf einige Tage berechneten Ausflüge, den der S'pOrt, Kaiser und die Kaiserin mit dem Großfürsten-Thronfolger Fußball. An« flanhcn sich die 1 Mannschaft 5!? "" ^ord der Jacht „Standard" nach dem Finnischen des F. C. Teutonia 1905. Cießcn unh die 3. Mannschaft ^^busen angetreten haben, handelt es sich um eine Erhol- des F. C. 1905 Marburg in einem Wettsi'iele gegenüber ^<>n ungsreise, wie sie der Kaiser fast alljährlich unternimmt tonia sv'elte mit 9 Mann, darunter 3 untrainierte Sie E sie wie Kauer Alexander III. zu unternehmen pflegt. Während wurde mit 6:0 Toren geschlagen. Halbzeit: 3:0 Den iamen be- Ausfluges liegt der Kaiser gewöhnlich der Jagd ob. Alle Teutonia legte sich her 1905 aegründete Fußballklub, gelegentlich l rt, schen Schlüsse, die einige ausländische Blätter an diese seines ersten Stiftungsfestes bei. " ' pteife fnübfen, sind völlig unbegründet. ■j.ju ' ii ii । ii — I Warschau, 17. Sept Eine Bande von 40 Mann versuchte Szk,«.! !n der letzten Nacht einen lieber fall auf die Korrektionsanstält löCriUHSyMda* I jn dem Vororte Mokotow, in der sich etwa 70 volitische Gefangene Flensburg. 17. Sept Wegen Konkursveraebens Ginc Pcitrouille vereitelte den Anschlag und verjagte in Sachen her Norhschle^w.gscheu Karpfen'iicht<6sesessschast tourben ®IC Bande mit Gewehrschüssen. Fünf Mann wurden verwun- Bastor Jakohsen- Scherrebeck unh Tcichwirt Vogel zu 300 Ioet ^unh verhaftet. Mark unh 100 Mark Geld^rase verurteilt. Ueber das Unternehmen wurde im Mai 1903 gleichzeitig mit wer anheren Unternehmungen Konkurs eröffnet, deren Passiven Millionen betrugen. * Kleine Tage schronik. Im Mailänder Aus-l stellungsrayon brachen abermals zwei Brände aus. die n6er I ._w sofort bemerkt und gelöscht wurden. — Im serbischen Dorfe (Für . den Inhalt der unter dieser Rubrik stehenden Artikel Gostionice verübte ein Mensch, der soeben eine 20iährige übernimmt hie Nehaktig'' hem Publikum gegenüber keinerlei Gefängnisstrafe abgebüßt Hatte, einen sechsfachen Mord. Verantwortung.) Mit einer Harke erschlug er seinen Brüher, sowie helfen Frau <>ruf Ke8 O17 /«• r or t unh Lohn, sodann seinen Arbeitsgeber und dessen zwei Töchter. Erwiderung' "Es ®IC6- lnz folgende ' ü'di.e üd, ,u entlegen Mk! am®®?o^n t Äft,'"«L 5er Nheinisch-Westsä.ische Eff-.tenmarlt. Tagesbericht her Firma Walter Ha mm er st ein. gewissenhafter auszufahren gedenkt als ich, so empfehle ich ihm, Mülhei m a. d. Ruhr, 17. Sevt. 1906. 5?» den Gemeinde-Vorffand zu wenden, vielleicht wird ihm Der Kohlenkurenm arkt lag an heutiger Essener Börse das Bekanntmachen übertragen, ich würde es ihm gerne übrr- ruhig bei nur geringen Umsähen. Für einige Werte wie Friedrich - 1Q . r 1AA_ her Große. Alle Haase unh Tremonia bestanh zu letzten Preisen Heuchelheim, L. September 1906 mehrsach Nachfrage: bnnegen bleiben Hermann I—III., Trier unh Schmidt, Polizeidiener. Mont Cenis etwas billiger offeriert. I —---1— --------------- —— Auf dem Kalikuxenmarkte entwickelte sich im Lause des Vormittags größeres Geschäft in Justus-Aktien und Dort- wnginauwapimewUttgeil, mund Anteilen zu weiter anziehenden Preisen.. Diese Paviere Berlin, 18. Sept Der .Hilfsverein her beut- ronnten iehorfi ihre Kiwse nicht bchauvten und lagen am Abend sch en Inden erhielt folgendes Telegramm aus Peters- «Ja ^^bl'ch billiger im Angebot: letzteres ixurde jedoch bürg: Ans Siedlce, dessen Verbmdimg mit der ’&ficn- ^^ ^einer ^ei*?en G?r»^Jnan Snn I wioderum außerordentlich erschwert ist, erhalten wir schweren. Werten konnten Wilhelmsl'ill, Wintershall-, Hohenieks indirektem Weqe die teleqraphische Mitteilung, daß und Glücksauf bei Sondershausen durchweg um 1-—2^0 Mark neu e t 9)? rtj 1 c n m o r b borbereitet ward. Von an ziehen Von Mittel und leichten Werten'wurden Rothenburg. A^olnt zuverlässiger L-eite Horen wir, daß dae mehr als Siegfried J und Hermann IT. begehrt, in welchen Papieren auch 20 0 Personen, die aufs Geratewohl' während des Po- einige Umsätze getätigt wurden. • . groms verhaftet wurden und bei denen Haussuchungen Von Erzkuxen waren Fernst, Bautenberg und W'ldberg stattgefunden haben, nunmehr vor das Feldgericht ge- höher im Verkehr: außerdem wurden Bergkrone, Konkordia und stellt werden sollen. Dieselben Offiziere , die im Po« Peter^zeche gehandelt. grom beteiligt waren, werden als Richter im Feld- imr f'i'i "teh'* schon. ha§ binnen 4R Sinnben die anhängig ge. Mark gefrag? blieben nachdem Zßere UmNitze d?rin'g°Mg° $rfoä?f'e ,*“r Entscheidung zu bringen hat und Ä Äraroinc- ac,,ori,cmmer und SumBolbt ,n l-bien d°.ue^e^ll^und^s^^rt^^attstr^ecken^ Höchste Cchlachtviehpreisc in FrankiUrt a. M. Fleischpreise in Gießen Ochscii Kälber Sehiveine 50 Kg. Schlachtgewicht 83—87 Mk. Kg.Schlachtgew.100 -106 Pi. „ ,, 80-00 „ '/, Kg. 82-88 Psg. „ 80-84 „ V, „ 86-90 w September Aaromeler mii 0° redliziert Temperatur der Luit Absolute petiehtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke 1906 17. 2» 748 6 13,2 9,5 85 N 2 17. 9" 749,7 7.7 7,5 96 NE 2 18. 7?» 1 751,5 7,1 7,2 96 ir 4 MMZ- b37i Joseph Herz 23 Neuen Bäue Giessen Neuen Bäue 23 Check-Verkehr franco Provision Verwaltung von offenen und geschlossenen Depots der Mieter D*/i W MM MM Annahme von Geldeinlagen zur Verzinsung je nach Kündigung bis 4% fürs Jahr Dividenden» Stücken Einlösung von Zins- und scheinen und verlosten An- und Verkauf von Wertpapieren an allen In- und ausländischen Börsen StaMkammer mit Schrankfächern unter Selbstverschluss Vorschüsse auf Wertpapiere unter günstigsten Bedingungen Eröffnung von laufenden Rechnungen Gewährung von Krediten „Ä Neu! Flüssige NeuI AZWÄlsZZ Hervorragendstes, I appetitanregendes, nervenstärkendes Kräftigungsmittel. 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