DiebfschönsfMdte Luhfls Aas Jubiläum her Helfi/chen Kards-Aragoneü 4> Er sei vor 3^ Jahren in Berlin vom Ährte ungefähr auS: Das sei zu einem Zeitpunkt ge- Kaiser empfangen worden. die ermutigenden Worte vergessen, die der Kaiser an ihn gerichtet, und nie die Energie, mit der der Monarch für bic Beteiligung Deutschlands eingetreten sei. ^Zches die umfangrerchste Arbeit zu bewältigen hat. Es erftrllt seine überaus vielseitigen Aufgaben mit rund 140 höheren und mittleren Beamten in mustergiltiger Weise. Mr das neue ReichSkolonialamt, auf dessen Errichtung dre Regrerung bestehl, ist ein Beamtenstab von etroa 160 B e a m t e n rn Aussicht genommen. Es drängt sich die Frage auf, ob nicht eine Herabminderung- dieser Zahl empfehlenswert erscheint. Eine Verivaltungsreform baut sich in der Regel am besten auf dem Prinzip der Vereinfachung auf, und da einerseits Kiautschou ressortmäßig dem Ma- rineamt unterstellt ist, andererseits die Südseekolonien nur em geringes Maß von Arbeit in der Zentralinstanz erfordern, so rst nicht emzusehen, warum für die afrikanischen Schutzgebiete der Verwaltungsapparat in Berlin kompliziert gestaltet werden soll. Je weniger Beamte, umso leichter wird die Kontrolle sein, und mit einer werteren Hausung der kolonialen Berwaltungsarbeit ist kaum zu rechnen, da die den Höhepunkt darstellende Kriegs- periode sich offenbar dem Ende zuneigt. wesen, wo das Fernbleiben Deutschlands von der Ausstellung deren Fehlschlagen bedeutet haben würde. Nie werde er Deutscher Rerch. Berlin, 18. Aug. Erzherzog Karl Stephan von Oesterreich wird der Vertreter Kaiser Franz Josefs bei der Taufe des Sohnes des Kronprinzen sein. Er wird ein eigenhändiges Schreiben des Kaisers und ein kostbares Taufgeschenk überbringen. Ter älteste Sohn des Herzogs von Cumberland, der 25jährige Prinz Karl Wilhelm, wird zu der Taufe eintresfen. Bei der Taufe werden Vertreter der Presse nicht zugegen sein. Gesuche um Zulassungen sind dahin beantwortet worden, daß „Räumlichkeiten, in welchen Privatpersonen Ausstellung nehmen könnten, bei der bevorstehenden Taufsestlichkeit nicht zur Verfügung stehen". — Vor einer Woche erklärte die „Nordd. Allg. Ztg.", daß aus dem Dispositionsfonds des Kaisers dem stellvertretenden Kolonialdirektor Erbprinzen von Hohenlohe keinerlei Gelder zur Ergänzung seines Etats mflössen. In der heutigen Nummer der „Zukunft" gibt diese zu verstehen, daß der Unterstaatssekcetär des Neichs- schatzamtes sich dahin geäußert haben soll, daß dennoch dem Erbprinzen aus dem kaiserlichen Dispositionsfonds Gelder zugegangen seien. — Zum Vortragenden Rat im Reichs amt des Inne r n rst Regrerungsrat Dr. Böncs ch ernannt worden; Dr. Bönisch ist Katholik. Seine Ernenn-.rng hat eine große Bedeutung für die Landwirtschaft. Bisher Ivar' feiner unter allen Vortragenden Räten, der sich der Landwirtschaft ausschlreßlich gewidmet hätte; Dr. Bönisch war als landw. Hilfsarbeiter im Reichsamt tätig und hat an der Aufstellung des Zolltarifs und den Vorarbeiten zum Abschlüsse der Handelsverträge sehr regen Anteil genommen. Er ist selbst praktischer Landwirt gewesen und wird nun Tezernent für Landwirtschaft im Reichsamt des Innern. — Als ein Zeichen dafür, daß die amtliche Erklärung der Beendigung des Kriegszustandes im südwestafrikanischen S ch u tz g e b r e t in absehbarer Zeit M erwarten ist, tonnen die Vorarbeiten für eine Afrika- Denkmünze angesehen werden, mit denen die zuständigen Berliner militärischen Stellen beschäftigt sind. Der Gedanke einer Erinnerungsmedaille ist von dem Obersten Kriegsherrn ausgegangen. Ein Vorschlag geht dahin, daß Spangen mit der Jahreszahl den eigentlichen Kombattanten für jedes Jähr des aktuellen Aufenthalts in Südwestafrika verliehen werden sollen. Diese Spangen wären auf dem Bande zu tragen. Hannover, 17. Aug. Im Bereiche des Eisenbahn- direktionsbezirts Hannover sowie auf allen hannoverschen Bahnen macht sich seit der Einführung der Fahrkartensteuer eine bedeutend stärkere Benutzung der 4. Wag en klasse bemerkbar. An Wochentagen sieht man jetzt sehr gutes Publikum in den Wagen der 4. Klasse, selbst viele Damen, P e n s i o n a t e usw. benutzen bei Ausflügen die Wagen vierter Güte. „Hundert Jahre sind es, daß Mein in Gott ruhender Herr Urgroßvater, der Grobherzog Ludwig L, das Regiment errichtet hat. Die Geschichte des Regiments erzählt Euch, daß es am Rhein und in den Niederlanden von 1793-95, 1806-7 in Preußen und Litthauen, 1809 bei Aspern und Wagram, ans den Eisfeldern Rußlands 1812 und in den Kriegen von 1813—15 gefochten hat. Auch m der neueren Zeit zeigt das Regiment sich würdig seines altbewährten Rufes. Die Fahre 1848/49 sanden Eure Kameraden in multerhasler Haltung und Manneszucht. Uiid die neueste Zeit führte das Regiment durch die Kriege von 1866 und 1870,71. Auf öen Schlachtfeldern von Dietz und an der Loire hat das Regiment einen alten Waffenruhm neu bewährt und sein Teil zu den glorreichen Eriolgen der deutschen Heere gegen den genieinsainen Feind beigetragen. Leit dieser heldenhaften Kriegszeit war das Regiment bemüht, ein tüchtiges, schneidiges Dragonerregiment 511 bleiben, das roe’r bereit ist, dem Rtise des Allerhöchsten Kriegsherrn, Sr. , Kaisers, 311 folgen. Hessische Gardedragoner! allein Wunsch tur den heutigen Tag ist, daß Euch die wmdertjährige ruhmrelche Geschichte Eures Regiments stets vor Augen bleiben j AnsLcmd. Stockholm, 17. Aug. Dem Blatt ,Nya Vermlands Tidningen- zufolge hat die militärische Kommission, welche die norwegischen Grenzfestungen untersuchte, gefunden, daß die Demolierung nicht in voller Uebe reinstiminu ng mit der Konvention von Karlsstadt ausgeführt worden ist. Besonders soll dies bei Oerje der Fall sein. Die schärfsten Einwendungen sollen von dem von Norwegen gewählten Vertreter der Kommission, dem d e u t s ch e n O b e r st Schott, erhoben worden sein. Christiania, 17. Aug. König Haakon dürfte im September in Berlin eintreffen, um den Kaiser zu besuchen. Kopenhagen, 17.Aug. Ein Komitee von zwölf englischen und dänischen Groß-Finanziers plant den Bau eines Südkanals von der Ost- zur Nordsee, für den Fall, daß der Kaiser Wilhelm-Kanal von der deutschen Negierung gesperrt wird. Konstantinopel, 17. Aug. Der Selamlik fand heute programmäßig statt. Der Sultan sah etwas blaß aus, sonst aber unverändert. Er stieg die Stufen der Moschee in gewohnter Leichtigkeit und Rüstigkeit hinauf und führte selbst die Zügel de§ Wagens. St. Louis, 17. Aug. Bei einem Festmahl gedachte Präsident David Francis der Verdienste des deutschen Kaisers um das Zustandekommen der Weltausstellung. Er Die Unterredungen scheinen in erster Linie die Eindrücke, die der Besuch König- Eduards hinterlassen hat, zum Gegenstände gehabt zu haben. Was die jetzt schwebenden Tagesfragen auf dem Gebiet der inneren und Kolonial- politik betrifft, so darf nicht übersehen werden, daß die damit in Zusammenhang stehenden amtlichen Ermittlungen noch nicht abgeschlossen sind. Man muß deshalb mit der Möglichkeit rechnen, daß definitive Entscheidungen in Personalfragen vor Abschluß dieser Untersuchung kaum gefällt werden dürsten. Freilich kann der gestrige Tag noch andere Entschließungen gezeitigt haben. Lucanus deutet darauf hin, und es ist vielleicht doch mit jeder Stunde die Entscheidung im „Fall Podbielski" zu erwarten. Trotzdem bleiben die Anhänger des Ministers unverdrossen bemüht, für ihn Stimmung zu machen. Allen voran die „Deutsche Tagesztg.", der Herr v. Podbielski als Landwirtschaftsminister unersetzlich erscheinen mag. Sie konstatiert, es würde eine Anmaßung und auch eine Unklugheit sein, in die Entschließungen des Kaisers hineinreden zu wollen. In demselben Atemzuge aber denunziert sie an inaßgeben- ber Stelle die „hetzerische" Presse, für die es einen Triumph bedeuten würde, wenn Herr v. Podbielski vor dem Abschluß der Untersuchung gegen den Major Fischer verabschiedet würde. Wenn das Blatt sonst nichts zu gunsten des Mü- nisters geltend zu machen weiß, dann hätte es besser geschwiegen. Dieses Liebesdienstes wegen kann ihm Herr von Podbielski unmöglich dankbar fein, denn es wird einfach auf eine „Galgenfrist" plädiert. Für das Schicksal des Ministers ist selbstverständlich nur die Beurteilung feines Verhaltens in der peinlichen Affäre Tippelskirch bestimmend, mit dem Prozeß Fischer oder mit „Triumphen der Presse" hat die Sache nichts zu tun. Was in Fnedrichshof besprochen worden sein soll. Die auswärtige Presse wird nicht müde, sich in Kombination darüber zu erschöpfen, welche Gegenstände wohl von Kaiser Wilhelm IL und König Eduard VII. bei ihrer Begegnung in Friedrichshof berührt worden sein mögen. Ein Londoner Journal behauptet kühn, auf dem Programm der Entrevue habe u. a. auch eine Aussprache zwischen den beiden Monarchen über das Verhältnis Sr. K. ö. unseres Großh'erzo gs zu der englischen König s f a m i l i e gestanden. Der König und der Großherzog hätten sich seit einigen Jahren nicht mehr gesehen. Die Vermählung des Großfürsten CyriN soll zwischen den Höfen 2)on London und Darmstadt erkältend gewirkt haben. Kaiser Wilhelm soll seinerzeit bei den Differenzen des Großherzogs vind seiner ersten Gemahlin nicht auf feiten der letzteren gestanden haben und auch jetzt noch jede Berührung mit ihr vermeiden. Die Ehe des Großfürsten Cyrill werde in Berlin offiziell ignoriert. Was an diesem ziemlich albernen Geklatsch wahr ist, Las wir hier nur erwähnen, weil es die Runde durch die ganze Presse machen wird, entzieht sich natürlich gänzlich der Beurteilung jedes Dritten. * Der koloniale Beamtcnstab. Unter den Reichsämtern gilt das dem Grafen Pofa- : tdowsky unterstellte Ressort des Innern als dasjenige, i N. B. D a r m st a d t, 17. Aug. Ohne Glanz und Pomp, mit bescheidenen Feftlichkeitep im engem Kreise begeht nm l-eutigen 18. August das 1. Hess Dragoner-Regiment Nr. 23 die Feier seines 100jährigen Jubiläums. Tie Geschichte des Regiments greift wesentlich weiter zurück. Schon in der ersten Hüfte des 17. Jahr-, Hunderts waren in der Landgrafschaft Hessen-Darmstadt Kavallerieregimenter vorhanden, die sich besonders in dem! sog- Hessen krieg von 1645—1647 hervortaten. Im Jahre 16o7 errichtete Landgraf Georg II. eine Leibgarde zu Pferde, die aber 1790 unter dem Namen der Gardes du Corps zur Leibwache umgewandelt wurde; auch in der Zeit von 1731—1768 bestand schon ein Garde-Tragoner-Regunent in Hessen. 21111 Tage seines Regierungsantritts, 6. April 1790, erliefe Landgraf Ludwig X. ein Dekret zur Bildung eines! Reiterregiment unter dem Namen „Cheveauxlägers", unp dies ist also der eigentliche Gründungstag des Regiments,' das auch schon 1792 seine Feuertaufe bei der Erstürmung von Frankfurt bestand und später an den Kämpfen gegen Frankreich, bei Landau und Kastel-Mainz, sowie im Dienste Englands in den Niederlanden teilnahm. Als dann nach den großen Staatsumwälzungen um die Jahrhundertwende am 13. August 1806 Hessen zum Großherzogtum erhoben,' wurde, ernannte Ludwig I. wenige Tage darauf, am 18. August, das Regiment in Anerkennung seines tapferen Verhaltens in den vergangenen Kriegen zum Garde-Che- veauxleger-Regiment. Schon int folgenden Monat 129. Sept.) erhielt das junge Regiment mit den übrigen hessisch^ gruppen die Mobilmachungsordre zum Krieg gegen Breußen und ein Teil derselben focht auch bereits in der Schlacht bei Jena mit. Anfang Februar 1809 bekamen die Fürsten oes Rheinbundes und mit ihnen föeffen den Auftrag zup Bereitstellung ihrer Kontingente gegen Oesterreich. Auch das Regiment machte eine Anzahl der Kämpfe Napoleons gegen Oesterreich mit, bis die hefsischen Truppen nach demt Friedensschluß zu Schönbrimn am 21. Jan. 1810 wieder ihren feierlichen Einzug in Tarmstadt halten konnten. Aber jchon im folgenden Jahr kam wieder die Ordre zur Kriegsbereitschaft, und am 17. Februar 1812 traten die Truppen den Marsch nach Rußland an, geführt vom Prinzen Emil von Hessen, während das Garderegiment unter dem Kommando des Obersten v. Talwigk stand. Vhir geringe Reste des stolzen Regiments kehrten im Februar 1813 wieder nach Darmstadt zurück. Im selben Jahr nahm es dann noch am Kampfe gegen die Verbündeten teil und war bei Hoyerswerda, Großbeeren, Tennewitz, Leipzig usw. im Feuer, während es 1814 mit den Verbündeten gegen Frankreich kämpfte. Am 13. June 1823 erhielt das Regiment eine Umbildung zu 6 Schwadronen, 1837 wurde die erste Lchwadron Leibschwadron. Be. den Aufständen des Jahres 1848 eilte das Regiment in einem 2V»stündigen Tauerrittj ton Tarmstadt aus den am 18. Sept, bei Frankfurt in arge Bedrängnis geratenen österreichischen und preußischen Truppen zu Hilfe und kämpfte im Jahre darauf gegen die badischen Aufständischen bei Worms, Weinheim, Gerns-, bach usw. Mit dem Jahre 1860 liefe der Großherzog eine neue Formation der hessischen Reiterei eintreten, indemf die 1., 3. und 6. Schwadron zum 1. Reiterregiment (Garde-, Cheveauxlegers-Regt.) und die 2., 4. und 5. Schwadron zuiN 2. Reiter-Cheveauxlegers-Regt., beide mit Hinzufügung je einer neu formierten Schwadron, umgeschaffen wurde. Hervorragenden Anteil hatte dann int Kriege von 1866 dass 1. Reiterregiment in den Kämpfen bei Lau fach, Fronhofen^ Aschaffenburg und Gerchsheim (25. Juli), bis es nach benti inzwischen mit Preußen abgeschlossenen Waffenstillstand am 10. August nach Rheinhesfen befördert wurde. Die rege Beteiligung des Regiments am Kriege 1870/71 dürfte noch in Aller (Gedächtnis fein. Es hatte an den Kämpfen 6ei Mars la Tour, Rezonville, Gravelotte, St. Privat rühm-, reichen Anteil, war bei der Cernierung von Metz tätig und,' wurde teils vereint, teils in einzelnen Schwadronen bei vielen anderen Orten ins Feuer geschickt. Bald nach Beendigung des Krieges wurde dem Regiment eine neue Uniformierung und der Titel: 1. Großherzoglich hessisches Dra-, goner-Regiment (Garde-Dragoner-Regt.) Nr. 23 verliehen: und am 19. Juni 1872 die Leib-Estaoron „Großherzogs Leib-Eskadron" benannt, dem Regiment als besondere Auszeichnung auch die Namenschiffre Ludwig IV. verliehen^ Nachdem das Regiment früher teilweise in Darmstadt, Butzbach, Pfungstadt, Eberstadt und Babenhausen einquar^ tiert war, wurde ihm 1891 als dauerndes Domizil Tarmstadt angewiesen. Tas ehrenvollste Denkmal für das Regiment bildet der am 10. April 1890 von Ludwig IV erlassene Tagesbefehl: " Kelianntmachnng. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Hungen. Auf Grund eines gemäß Artikel 27 des Feldbereinigungs- gesetzeS in der Faffung der Bekanntmachung vom 4. Juli l. I. gefaßten Befchlusses der Vollzugskommission ergeht hiermit die Aufforderung an sämtliche beteiligten Grundeigentümer, bis spätestens zum 15. September I. I. 1. Die im diesjährigen Winterfelde gelegenen, 2. die mit Wintergetreide ausgestellten, 3. die im Brachfeld mit Getreide ausgestellten und 4. sämtliche der Gemeinde gehörigen und mit Getreide ausgestellten alten Grundstücke ordnungsgemäß umzupflügen. Bis zum Ende der Frist nicht oder nicht ordnungsgemäß gestürzte Grundstücke werden auf Kosten der Säumigen umgepflügt werden. Friedberg, den 11. August 1906. Der Großherzogl. Feldbereinigungskommissär: Spanier, Kreisamtmann. politifdye Tagesscharr. Der Kaiser hatte am Frettag in Wilhelmshöhe eine Konferenz mit dem Fürsten Bülow, der gestern morgen dort ein getroffen war und im Schloß Wohnung genommen hatte. Der Reichskanzler hatte dlann eine längere Besprechung mit dem Chef des Zivilkabinetts v. Lueanus und empfing später den Staatssekretär v. Tschirschky und den Chef der Reichskanzlei v. Löb eil. Vor der Frühstückstafel wurde der Reichskanzler von der Kaiserin in besonderer Audienz empfangen. An der Mendtafel des Kaiserpaares nahm der Reichskanzler teil. Iie Heutige Uummer umfaßt 14 Seiten. m t t Gießen, den 16. August 1906. Betr.: Pferdevormusterung. Das Großherzogliche Kreisamt Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Soweit Sie unferer Verfügung vom 12. o. M. (Amts- blatt ohne Nr.) noch nicht entsprochen haben, werden Sie hiermit an baldige Erledigung erinnert. I. V.: Dr. Merck. erscheint täglich ^Erstes Blatt 15«.Jahrgang Samstag 18. August wog und ** General-Anzeiger v SrSt ss? »mir- md Anzeige»!-«, flr den Kreis Netzen 8-N IMA 1.^, imitl ______________________________________ zeigenteil: Hans Beck. Aut beq^me ..... «Iiid°' ' ®aD etc. lotztaa, DvnueMag ttn> stafti von xlt$ W an D MM empfiehlt tftt Lchomber.Mtoöiröl -„ist- n. Lalatkartofichl 'nfieMtiubiaiglten^g^eiio i, Hankei 1 Gewerbe- * Sag Akademie H Friedberg .......... obnenschneider rocbisattpressei nchengerate * 5' vniiia iS U|ib L-u Seutiiet ^V c.VQHer ÄS’ie bt?,,rrb - stell wollen r °r erderbei 1 s Essig-Essenz SW ausdrücklich Elb?. Essig-Essenz und achte egen betrügerisch tän' Siir"** Dresden. Giessen echt bei: [hvHf georff Adami, ’ tmil Fischbach, tarl Schwaab, Jeor- Wallenfels, Chr. Wallenfels. fnbge, dann werdet Ihr auf dem Wege der Ehre und des Ruhmes dein Denkspruche Eurer alten Standarte stets getreu sein: „Für Gott, Ehre und Vaterland!" gez. Ludwig. Mrche rrn- Schule. — Der deutsche Protestantenverein fordert angesichts der Fälle Römer und Cösar alle seine Mitglieder lind Freunde, aber auch Alle, welche die gegenwärtigen Zustände der evangelischen Kirche beklagen und sic besiern wollen, auf, für die Wahl freigerichteter reformfreund- licher Männer in den Gemeindekörperschaften Au wirken. Die Kärung in Dußtand. Stolypin nimmt Ernennungen bekannter Reaktionäre für hohe Posten vor. Knoll, der sich als Vizegouverncur von Saratow während der Oktoberunruhen einen Namen machte, ist Chef der Kanzlei Stolypins; noch bedenklicher ist die Ernennung Sokolofskys, des früheren Gouverneurs von Ufa, der wegen Brutalität angeschossen und seines Postens enthoben wurde, zum Gouverneur von Astrachan. Das russische Ministerium des Innern erhielt die Nachricht, daß in einer Entfernung von 287 Werst von Petersburg auf der Warschauer Eisenbahn der von der Schweiz wegen Teilnahme an dem Raubüberfalle auf sie Moskauer Krcditgesellschaft ausgelieferte Biclonzow sich aus einem Fenster des von Warschau kommenden Zu g e s hin aus stürzte. Einer der ihn bewachenden Gendarmen sprang sofort nach. Obgleich Bjelonzow sich starke Verletzungen zugezogen hatte, gelang e§ ihm, in den Wald zu flüchten. Soldaten durchsuchten gemeinsam mit den Bauern den Wald. Das Ministerium des Innern hat den Rechenschaftsbericht betreffend die durch da? Gesetz vom 3. Juli angewiesenen 15 Millionen Rubel zur Unterstützung der durch Mißernte geschädigten Gouvernements abgeschloffen. Diese Summe ist bis zum 2. ds. bis auf einen unbedeutenden Rest verbraucht. Weitere Operationen erfolgen durch Extraanweisungen. Aus Warschau werden Einzelheiten über schreckliche Metzeleien gemeldet. Die Hospitäler sind von den Verwundeten überfüllt, unter denen sich auffallend viele verwundete Frauen und Kinder befinden. Um dem Maffakre zu entgehen, stellten sich viele auf der Straße tot und wurden zur Feststellung ihrer Persönlichkeit in die Leichenhäuscr gebracht. Die israelitischen Krankenhäuser wurden von Hunderten von Menschen umlagert, die sich nach dem Schicksal ihrer Angehörigen erkundigen wollten. Doch blieben die Tore verschlossen. Als eine Prozession durch die Straßen zog, die von Militäraufgebot begleitet wurde, wurden sechs Juden niedergeschossen, weil sie nicht mit der nötigen Hochachtung das Allerheiligste gegrüßt hatten. Die Ermordung vonPolizisten dauert fort. Am am Donnerstag wurden wieder mehrere Polizisten und Kosaken getötet. In Odessa wurde in ein Eisenbahnbureau eine Bombe geschleudert, wodurch ein Inspektor und vier Polizisten auf der Stelle getötet wurden. Einem Kassenboten wurden auf offener Straße 16 000 Rubel geraubt. Zwei verwundete Anarchisten sind der Tat verdächtig verhaftet worden. — In „aber vom schähle---' — Herrn Busch gegenüber meinte Majestät: „Sie haben sich aber frisch erhalten, das macht die gute Homburger Luft!" während der Kaiser zu einem wohlbeleibten Bäckermeister sagte: „Na, Ihnen sieht man keine Fleischnot an!"_____________________ Aus Stadt uns €and. Gießen, den 18. August. ** Der Vorstand des hessischen Landeslehrervereins hat beschloffen, seine nächste Hauptversammlung in der Pfingstwoche 1907 in Friedberg abzuhalten. Dabei wird vor allen Dingen die Frage entschieden werden müssen, wer der Nachfolger des jetzigen verdienstvollen Obmanns Rektor Backes aus Darmstadt werden soll, da dieser mit Rücksicht auf sein hohes Alter entschieden ablehnt. Rektor Backes ist seit fast 27 Jahren Leiter des Vereins. Zur Neuregelung der Gehälter stellen die Lehrer folgende Forderung auf: 1. Einreihung der Lehrer rn das Veamtenbesol- dungsgesetz von 1898 und Gleichstellung nut den Inhabern der mittleren Stellen im Finanzfach; 2. das Anfangsgehalt ist auf 1400 Mk., das Höchstgehalt auf 3400 Mk. zu erhöhen; 3. die Dienstwohnung kommt bei der Pensionierung mit dem Betrag von 600 Mk. in Ansatz; 4. die Alterszulagen sind möglichst gleich zu bemessen und haben in dreijährigen Fristen zu folgen. ** Jubiläum. Heute feierte der Monteur Ludwig Klotz in der Maschinenfabrik Heyligenstaedt & Co. sein 25jähriges Jubiläum. Von seinem Prinzipal, den Beamten und Arbeitskollegen wurde er mit recht schönen Erinnerungsgaben bedacht. -1 Grünberg, 17. Aug. Der hiesige Turnverein veranstaltete kürzlich ein Schauturnen, verbunden init Vcreins- Wetturncn auf dem Turnplatz bei der Turnhalle. Das Ergebnis war folgendes: Karl Kauß 62y2 Punkte. 1. Preis, Will). Schneider 62Punkte, 2. Preis, Hch. Schildwächter 556/ti Punkte, 3. Preis, Karl Müller 53*/3 Punkte, 4. Preis, Wilh. Pfeffer 467ß Punkte, 5. Preis, Hch. Ritter 431/G Punkte, 6. Preis, Hch. Listmann 372/3 Punkte, 7. Preis, Karl Dö- niiche 3l2/z Punkte, 8. Preis, Fritz Kauß 27 Punkte, 9. Preis, O. Wildhack 26*/§ Punkte, 10. Preis, Ldg. Dörr 24^ Punkte, 11. Preis. Ein Turrrerball beschloß die Feier. -i- Nauheim, 17. Aug. Das hiesige Tiefbauanit hat das Projekt einer gemeinsamen Kanalisations- und Kläranlage für Friedberg und Nauheim ausgearbeitet und den Stadtvorständen zugestellt. Die Gesamt- anlage ist zu 610000 Mk. veranschlagt, wovon 310000 Mk. auf Nauheim, 300000 Mk. auf Friedberg entfallen. Das Projekt sicht innerhalb beider Städte für Schmutzwasscr und Regenwaffer getrennte Leitungen vor. Zur Regenwaffer- abführung sollen die bestehenden Kanalisationen umgebaut werden, zur Ableitung der Schmutzwaffcr sind neue Kanäle erforderlich. Da die Ufa in der heißen Jahreszeit sehr wasserarm ist, so sollen die Fäkalien bis zum Einstuß der Usa in die Wetter geleitet werden. Es ist also von Nauheim aus entlang der Usa bis zur Wetter ein ea. sieben Kilometer langer Kanal erforderlich, der nach dem Projekt 490 000 Mark kosten soll. Der Kanal führt bei Ossenheim in die Wetter. Die Kläranlage soll zwischen Fauerbach und Offen- Plozk, wo durch eine Bombe fünf Polizeiagenten getötet wurden, sind auf ein verabredetes Zeichen alle Polizei - agenten, die sich auf der Straße befanden, getötet oder verletzt worden.— In Lodz warfen zwei junge Leute durch da? geöffnete Fenster in das Innere des Amtslokals des dritten Polizeibezirks eine Bombe, die unter lautem Getöse explodierte. Das ganze Gebäude war von Pulverdampf und einer schwarzen Wolke umhüllt. Sofort wurde die Feuerwehr alarmiert und die internierten Soldaten eilten auf die Straße und begannen das gegenüber liegende Gebäude zu beschießen, da sich die Attentäter dahin geflüchtet haben sollten. Wie viele Personen durch die Explosion getötet oder verwundet wurden, hat sich bisher nicht feststellen laffen. In Kischinew wurde der Duma-Abg. Seffer verhaftet, in Wolsk der Führer der Arbeiterpartei, Schilkinu. Die Truppen in Warschau und Lodz wurden infolge der jüngsten Unruhen verstärkt. In dem Kontor einer Reedereigesellschaft in Nadejda drangen sechs mit Revolvern bewaffnete Personen ein, überwältigten den diensthabenden Polizeibeamten, raubten an8 der Kasse 10 000 Rubel und flohen mit dem (Selbe. Ein Räuber wurde mit einem Teile des Geldes gefaßt, von den anderen hat man feine Spur. Der Gouverneur ordnete die Bildung von Kosaken-Wachabteilungen zum Schutze der Meffe an. * In Pyrmont werden General Stössel und der frühere russische Kriegsminister General Rödiger anfangs September zum Kurqebrauch erwartet. Nachklänge von der Homburger Denkmals-Enthüllung. Ein „Gießener in Homburg" hatte die Güte, uns eine Nummer des „Taunusboten" mit folgender Notiz zu senden: Bei den Alt-Homburgern verweilte Se. Majestät längere Zeit. Herrn Oberleutnant v. Landgraf fragte der Kaiser, wie das Denkmal gefalle, und äußerte, er wolle, wenn ihm die jetzige evangelische Kirche im Schloß zufalle, dort ein Mausoleum erbauen, welches ein Wallfahrtsort für die Homburger werden und einen neuen Anziehungspunkt für Homburg v. d. H. bilden soll. An den mit dem Eisernen Kreuz gezierten Herrn Schalter aus Oberstedten richtete Majestät die Frage: „Wie viel Franzosen haben Sie denn totgeschoffen? Ich meine Kopfschuß?" worauf die Antwort lautete: „Das kann man nicht so genau sagen, Majestät." „Na, daß Sie tapfer waren," meinte der Kaiser, auf das Kreuz deutend, „sieht man." — Herrn Berthold fragte der Kaiser, welches Gefecht er mitgemacht habe, und als er die Antwort erhielt: „Laufach, Majestät!" rief der Kaiser den Generaladjutanten v. Scholl mit den Worten §erbet: „Scholl, da waren Sie ja auch als Leutnant dabei!" worauf die beiden Teilnehmer jenes Gefechtes auf hessischer Seite sich genau die damalige Stellung der Homburger vergegenwärtigten. — Heiterkeit erregte bei Majestät die Antwort des Herrn Kitz aus Seulberg, welcher auch im Feldzug 1870 mitgewesen und auf die Frage Sr. Majestät, ob er etwas abbekommen hätte, sagte: „Naa, Majestät, ich sein noch mit'm schähle Aag davokomme!" .Vom blauen Auge habe ich schon gehört," sagte lachend der Kaiser, heim kommen; eS sind drei Becken, je 40 Meter lang und 4 Meter breit vorgesehen. Die Kläranlagen erfordern eine Ausgabe von 120 000 Mk. Sollten sich nach Einführung der Fäkalien in die Wetter Fäulniserscheinungen einstellen, so sieht das Projekt noch eine sogen, biologische Kläranlage oder Oxydations-Filteranlage vor, die für jede Stadt weitere 105 000 Mk. kosten würde. Die Vertretung der Stadt Friedberg hat bereits eine Kommission zur Prüfung des Projektes bestimmt. In Kürze werden beide Stadtvertretungen eine gemeinsame Beratung über das Projekt, namentlich über die Aufbringung der Kosten und die Inangriffnahme abhalten. P. Schlitz, 18. Aug. Unliebsame Gerüchte über die Gesundheitsverhältnisse in Bad Salzschlirf kursieren seit einigen Tagen in unserer Umgegend. Der Schlitzer Bote schreibt hierzu: Hier ist seit einigen Tagen das Gerücht verbreitet von zahlreichen Erkrankungen an Typhus in Bad Salzschlirf. Zuverlässigen Privatmitteilungen zufolge sind aber dort bis jetzt nur zwei typhus- ähnliche Fälle vorgekommen. Mir wird mitgeteilt, ein Erkrankter sei nach Fulda in das Krankenhaus überführt worden. Anscheinend wird die Sache sehr aufgebauscht. R. B. Darmstadt, 18. Nug. (Drahtbevicht.) Tire Vereinigung der Krieger vereine hielt heute früh an den Gräbern der gefallenen Krieger von 1870/71 eine Gedächtnisfeier ab. Die Rede auf 'bem' Hauptfriedhof an den deutschen Gräbern und an dem Franzosengrab hielt Divisionspfarrer Fikenscber. Auf dem Bessunger Friedhof sprach Pfarrassistent Knöpp. R. B. Darmstadt, 18. Aug. (Drahtnachricht) Das Großh. Artillerie-Regiment, das heute, wie das 23. Dragoner'Regiment auf eine ruhmreiche Vergangenheit zurückblickt, hielt heute mittag auf dem Kasernenhof einen Regiments- Appell ab. Der Kommandeur Oberst Graf von Westorp entwarf in einer Ansprache an das Regiment einen kurzen geschichtlichen Rückblick auf dessen Vergangenheit und verlas bann eine Kabinettsordre S. K. H. des Großherzogs, datiert Bayreuth. 18. Aug. 1906, laut welcher dem Regiment die Gardelitzen am Kragen Und am Rockärmel verliehen wurden. Die Ansprache schloß mit einem Doch aus den Großherzog. Am Nachmittag findet ein Festmahl der Offiziere des Regiments statt. Folgen des Suffs bei einem entgleisten Akademiker. Gießen, 18. Aug. Vor der Strafkammer hatte sich gestern der verheiratete SchreibgehilfeMartinSch. von Bad-Nauheim wegen Betrugs und Unterschlagung zu verantworten. Er ist ein durch Trunksucht heruntergekommener Mensch, der die Straftaten begangen hat, um feine Gier nach Zllkohol befriedigen zu können. Nach seinen Angaben hat er in Darmstadt das Maturitätsexamen bestanden, worauf er acht Semester Naturwissenschaft in Gießen studierte. Da ein Erfolg seines Studiums ausblieb, betrieb er in Bad-Nauheim ein Baugeschäft, das er aber bald aufgeben mußte. Er fand nun auf dem Polizeiamt zu Bad-Nauheim eine Stelle als Schreibgehilfe, die er anfänglich zur Zufriedenheit seiner Vorgesetzten versah, trotzdem man nicht gerne, sah, daß er jeden unbewachten Augenblick dazu benutzte, um in einer Wirtschaft dem Branntwein zuzusprechen. In der letzten Zeit war er im Dienste häufig so betrunken, daß es ihm nicht möglich war, seine Arbeiten zu erledigen, weshalb seine Entlassung in Aussicht genommen war. Von der geplanten Absicht einer definitiven Anstellung, die mit einem etwas höheren Einkommen verbunden gewesen wäre, mußte wegen seines Verhaltens Abstand genommen werden. Vor kurzer Zeit erschien er bei drei verschiedenen Hotelbesitzern, die aus Erteilung bei Wirtschaftskonzession warteten, und gab fälschlich an, er sei vom Kreisamt beauftragt, bte Stempelgebühren für bic eingereichten Konzessionsgesuche zu erheben: um die Sache rascher zur Erledigung zu bringen, sollen die Gebühren im Voraus erhoben werden. Er erhielt von zwei Besitzern je 300 Mark, die,er zum größten Teil durchbrachte. Mit dem Rest von 80 Mark in der Tasche erhob er unter den nämlichen Umständen noch 150 Mark, womit er nach Gießen und von da nach Frankfurt a. M. fuhr, wo er planlos von einem Hotel in das andere ging, itnt zu trinken. Nach kurzer Zeit traf er wieder in Bad-Nauheim ein, wo man die Sache inzwischen entdeckt hatte: es stellte sich weiter heraus, daß er einen kleinen Betrag von Gebühren für erteilte Auskünfte und etwa 26 Mk. Fundgebühren unterschlagen hatte. Es erfolgte alsbald seine Verhaftung und der Transport in das hiesige Ärrefthaus, wo er int Zustande hochgradigen Deliriums eintraf, sodaß ihn der Anstaltsarzt für völlig bewußtlos hielt. Der Zustand besserte sich jedoch sehr schnell und der Angeklagte war im stände über den Verlaus der Vorkommnisse Auskunft zu geben. Das Gericht war auf Grund des sachverständigen Gutachtens der Ansicht, daß er nur für die zwei ersten Betrugsfälle verantwortlich zu machen fei: der weitere Betrug ist offenbar int Zustande geistiger Umnachtung geschehen und bezüglich der Unterschlagung der Fmtd- und Auskunftsgebühren steht nicht fest, wann diese verübt worden ist', da er nach seiner Angabe, mangels eines Geldbehälters, dieses Geld stets nachgetragen hat. Es erfolgte demgemäß Verurteilung bezüglich zweier Fälle des Betrugs in eine Gefängnisstrafe von 4 Monaten, worauf 2 Wochen der erlittenen Untersuchungshaft in Anrechnung zu bringen sind. Im übrigen trat Freisprechung ein. Das Gericht zog die geschwächte Willenskraft und das reumütige Geständnis, sowie die Tatsache, daß eine definitive Schädigung, infolge Ersatzes seitens der Angehörigen, nicht eingetreten ist, strafmildernd in Betracht. (SeriditefaaL Vom Kriegsgericht unschuldig verurte ilt! Das Kriegsgericht der 25. (hessischen) Division hatte in seiner Sitzung am Donnerstag, wie berichtet, drei Gefreite des 24. (Leibdragoner-'! Regiments zu mehrmonatlichen Gefängnisstrafen verurteilt, weil sie den auf Stallwache gewesenen Dragoner Mach-'lla geschlagen und mißhandelt haben sollen. Das Gericht stützte sich dabei fast ausschließlich auf die Aussage des Geschlagenen, welcher trotz eindringlichster Ermahnung die drei mit absoluter Bestimmtheit als die Täter bezeichnete und dies auch beschwor. Zur nicht geringen Ueberraschung haben sich nun bie drei wirklichen Täter freijuiHig gemeldet. Sie erklärten ihrem Schwa- dronschef, bau sie sich vorher nicht gemeldet hätten, weil sie es für ausgeschlossen hielten, daß die fälschlich der Tat Bezichtigten wirNich verurteilt werden könnten. Arbeiterbewegung. — V o nt Tabakarbeiter-Verbande wird uns geschrieben Der Streik bei der Fir-na Kehl & Gnstine in Dana u ist zugunsten der 9lrbeitcr beendet worden. Während des Streiks stellte die Genossenschaftsfabrik eine größere Zahl Arbeiter und Arbeiterinnen ein. Zwei Zigarrenmacher nahmen diese Arbeit nicht an, damit hörte die Unterstützung auf. Trotzdem beschloß die Strcif(eilung, die beiden zu unterstützen. Auch haben mehrere, welche in der Genossenschaftsfabrik beschäftigt waren, anderweit ?i> l-ei! crhciib';-_______________________________________ Grinst und Wissenschaft. Berlin, 17. Aug. Die französischen Aerzte besuchten heute das Kaiserin Friedrichhaus und sandten aus diesem Anlaß an Kaiser Wilhelm ein Begrüßungs-Telegramm, worin sie die herzliche Aufnahme betonten, die sie bei gen putschen Kollcoen nriiirn _________ Verwischtes. * Abstürze in Tirol. Der sächsische Musiklehrer Solln ist vom Schwarz Horn avgestürzt und rourbe erheblich verletzt. — Der Botaniker und Mineraloge Peter Oberhollenzer ist im Zillertal abgestürzt und tvar auf der Stelle tot. * DaS neueste Eisenbahnunglück. Am 13. Aug. erfolgte ein Zusammenstoß des von Lemberg nach Stanislau abgegangenen Personenzuges mit einer auS Stryj kommenden Lokomotive. Ein Wagen des Personenzuges mit Abteilungen 1. und 2. Klasse wurden zertrümmert, 15 Personen verletzt. Falsche Weichenstellung dürfte die Ursache deS Unglücks sein. * Kleine Tageschronik Wie die „Köln. Volksztg." ans Lünen i. Wests, meldet, ist die Familie eines Bergmannes infolge Eöenusses giftiger Pilze erkrankt. Die Frau und zwei Kinder sind bereits gestorben; zwei Kinder liegen hoffnungslos darnieder. — In Aschaffenburg wurden eine Fran und ein Kind von einem tollen Hunde gebissen. Sie wurden nach Berlin befördert. Der Hund ist in der Wasenmeisterei unter Tollmutanzeichen verendet. — In Hamburg wurde der 55jährige Mädchenvolksschullehrer F r a h m verhaftet, der auf dem Friedhöfe ertappt wurde, als er an einer 14jährigen Schülerin ein Sittlichkeitsverbrechen verübte. Nach Aussage des Mädchens dauert der unsittliche Verkehr schon jahrelang. Voraussichtliche Witterung in Hoffen für öte Zett vorn 18. August, abends, bis 19. August, abends: Mäßige nördliche Winde, abwechselnde Bewölkung. Meist trocken. Temperatur nicht erheblich verändert. Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel nnd Industrie, fliessen. Frankfurter Börse. 18. August, 1.15 Uhr. . 143.40 Oberschles. Eisen-Industrie III 3% Portugiesen . 211.00 . . 146.40 Türkenlose . . Berliner Handelsges Darmstädter Bank . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. Dresdner Bank Kreditaktien . . . Elektriz. Lahm eyer . . • Elektriz. Schnckert . . . Eschweiler Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg - Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . Lanrahütte Nordd. Lloyd . . . - . . 3^7, 3% 3^7< 3% Wl< 4% Öesterr. Goldrente. . 4*/6 % Oesterr. Silberrente 4% Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Bente . . . 3% Portugiesen Serie I . . . 98.85 . . 86.85 . . 98.90 . . 86 75 . . 97.20 127.30 253.00 227.00 162 80 21250 231.50 132.30 126.50 169.00 139.80 238.50 175.00 183.50 158.00 4J4°/'O rass.Staatsaul. 1905 4^°/n japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Beichsanleihe do. Konsols . . do. . . Hessen . . . Oberhessen 99.95 99.90 95.35 103.35 69.90 70.80 86.65 94.70 9660 4% Griech. Monopol-Anl. 54.50 4% äussere Argentinier . —•— 3°/0 Mexikaner .... —.— 4^% Chinesen .... 98 20 Aktien: Bochum Guss 243.50 Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . ’ . 120.40 Gotthard bahn —• Lombard. Eisenbahn . . 32.95 Oesterr. Staatsbahn . . . 143.80 Prince-Henri-Eisenbahn . 142.20 Buderus E. W .... 126.50 Tendenz: fest. Berliner Börse, 18. August. Anfangskurse. Canada E. B 167.20 Darmstädter Bank . . . 139.50 Deutsche Bank .... 238.20 Dortmunder-Union C. . . —.— Dresdner Bank .... 158 20 Tendenz: fest. Harpener Bergwerk. . . 212.20 Lanrahütte —•"* Lombarden E. B. ... 38.00 Nordd. Lloyd 132.30 Türkenlose 146.70 Die nach- A Aiinlfi sind Sonntag, den 19. Anff. von stellenden £a t ü 12 Uhr mittags bis 12 Uhr nac’’9^ sicher anzutreffen. [D 's S.-Rat Br. Haupt, Asterweg. - I>r. Schliepliake, Goethestr. ______________F. Warner. West-Anlage. Sonn taff 4—9 Uhr 206 Nur EngeMpotoeke offen. Handel rind Verkehr, Volkswirtschaft. — Zum Bierpreis-Aufschlag. In Frankfurt a. M machen die Direktoren der Großbrauereien lange Gesichter. Die gesamte Fabrilarbeiterschast hat den Beschluß gefaßt, kein Bier mehr aus den heimischen Großbrauercicn zu nehnicn, und der Flaschenbierversandt in die großen Fabriken und sonstigen industriellen Unternehmungen soweit es eben Frankfurter Bier betrifft, hat ausgehört. Hingegen werden von auswärts enorme Mengen Flaschenbier nach Frankfurt a. M. gebracht, sodaß die 'Großbrauereien tatsächlich kalt gestellt sind. Davon ist besonders die Binding Brauerei-Akt.-Ges. betroffen, die eine sehr große Kundschaft hatte; u. a. die Chemische Fabrik Griesheun, die Adler Fahrradwerke, Lahmeyer und andere Unternehmungen mit bedeutender Arbeiterzahl versorgte. Der Verlust ist hier so groß, das; er jedenfalls für die Bemessung der Dividende ms Gewicht fallen wird. Aller Voraussicht nach dürfte er auch em dauernder sein, da es den Brauereien sehr schwer werden wird, auch nur einen Teil der Kundschaft wieder zu gewinnen, die fte jetzt verloren haben, da sie aus einem erhöhten Bierpreis bestehen. Märkte. Gießen, 18.Aug. Marktbericht. Ans bentigeni Wochenmarkte kosteten: Butter pr.'Pid. 1.20—1.30 Mk., Hühnereier 1 St. 7—8 Vsg., 2Stck. 00—OO Pfg., Gänseeier 00—00 Vsg., Enteneier 0 Psg., Käse Hierdurch die schmerzliche Mitteilung, daß heute nachmittag */,5Uhr unser lieber Gatte, Vater, Schwiegervater und Großvater Hm Heimth Konrad Klös im 70. Lebensjahre sanft in dem Herrn entschlafen ist. Die trauernden Hinterbliebenen. Lang-Göns, den 16. August 1906. 05973 Die Beerdigung findet Sonntag, vormittags 11 Uhr statt. Bekanntmachung. In der Zeit vom 11.—18. August 1906 wurden in hiesiger Stadt gefunden: 2 Portemonnaies mit Inhalt, 1 Peitsche und 1 goldene Brosche. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 18. August 1906. Großh. Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth. Bekanntmachung. Wir bringen hierdurch zur öffentlichen Kenntnis, daß wir Herrn W. Jullmann in Gießen, Bahnhofstraße 59 die Verwaltung einer Zahlstelle der unter dem Protektorat Sr. Kaiserliche» und Königlichen Hoheit dcö Kronprinzen des Deutschen Reiches und von Preußen stehenden KaiserWilhelms- Spende übertragen haben. Diese Zahlstelle nimmt Einlagen an, erteilt Auskunft und verabfolgt Prospekte und Anmeldeformulare. Die Stiftung wird durch Aushändigung der von uns ausgestellten Derficherungs- Urkunden, Einlage-Quittungen und Rückgewährscheine verpflichtet. Diese Urkunden werben in längstens 8 Wochen nach der Einzahlung von der Zahlstelle gegen Rückgabe der von ihr erteilten Quittungen über die Einzahlung 'ausgehändigt. 5015 Berlin W., Mauerstraße 85, im August 1906. 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Die hier verhafteten deutschen Sozialdemokraten Parvus und Leo Deutz sind auf drei Jahre nachTurtschansk im nördlichen Sibirien verschickt worden. Einige gebrauchte Fahrräder v?/ wie neu darunter ein Halb- reuner äußerst billig zu verkaufen. H. Strohbach, Bleichstr. 3 Alerlialtenes MM mit sämtlichem Zubehör zu verk. 4973 Steins Karten. Zu verkaufen. Reitpferd Herren- und Damensattel geritten, ein- u. zweispännig gei. Alsfeld, postl. G. S. 4968 Regal ».Theke zu »erkanse». Näheres Kreuzplatz 5. [05907 iFdeütscher Boxer (Rüde) Abst. von Ernst Linke's mit ersten und Ehrenpreisen präm. „Gigerl" (Leipzig), 53 cm hoch, sehr eleg., folgsames, wachsaines, Kinder- u. Geflügelfrommes, nicht bissiges, aschgrau getiegerteS Tier verkauft umständehalber für 60 Mark St. Stork, Krofdorf, 4990s______Zigarrengeschäst. Ein junges Pstth schöne, schlaiike Form, vorzüglich im Zuge ist vreisw. z»l verkanfen. 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