Nr. 64 General-Anzeiger, Amts- md Anzeigeblatt fir den Kreis Eiehen. Wenn cs mmg ist, fcölie ist. Kontrolle Arbeiter, mindert, daß für die Relikten etwaiger Verunglückter gesorgt werde! Freitag 16. März ISO« Rotationsdruck und ® erlog der Brüh lick« UnwersilLtSdruckerei. 8L Sang«, «tefera. Redaktion, Expedition n. Druckerei; Gckiulstr.^ Tel. Nr. bl. Telegr.-Adr. r AnLeig« Sitfeou Erscheint M-Nch mit Ausnahme deS Sonntags. Die ^Gietzener KamllienblStter" werden dem „ÄnACtacr Dtennol wöchentlich beigelegt. Der Laudwtrt^' erscheint monatlich einmal. -Dolitrsche Cages?chcrn. Rosa Luxemburg in Warschau verhaftet. Rach einer von uns gestern telegraphisch gemeldeten Mitteilung des „Vorwärts" ist die „Genossin" Rosa Luxemburg, die seit mehreren Monaten sich in Russisch-Polen befand, in Marschall verhaftet und in das Stadtgefängnis gebracht worden. Eine bestimmte Anklage ist noch nicht gegen sie erhoben worden. Man scheint erst noch Anklagematerial zu suchen. Wie aus Briefen der Luxemburg hervorgeht, sind die Zustände in dein Gefängnis, in dem sie sich befindet, geradezu schauderhaft; sie teilt ihre Zelle mit 16 anderen Personen — Männer und Frauen —, zeitweilig befinden sich in derselben Zelle nicht weniger als GO Personen. Rosa Luxemburg weilt schon seit Monaten in Polen. So teilt der Vorwärts mit, und er fügt hinzu, daß seine Mitarbeiterin ihre Person für . ihre Ideale einzusehen für nötig fand xm Kampf gegen die im Dezember einsetzende Reaktion. Es dürfte dies ein Beweis dafür sein, daß alle Hinweise der Sozialdemokratie in Deutschland, sie würde den Bode» der Gesetzmäßigkeit in ihrem Kampfe um wirtschaftliche und moralische Vorteile nicht verlaßen, Phrasen sind, und daß die Leute Recht haben, die behaupten, nut die Furcht vor einem blutigen Zllsammenstoß mit Militär und Polizei und bi* Uebcrzeugung der Machtlosigkeit hindere die deutschen Sozialdemokraten, dem Beispiel ihrer russ. „Brüder* zu folgen. Rosa Luxemburg ist von Geburt Polin und da sie die polnische Sprache ebenso beherrscht wie die dentsche und französische, so war sie die geeignetste Mittelsperson zwischen den russisch-polnischen Sozialisten und der deutschen Partei. Durch ihre Heirat mit dem Schriftsteller Lübeck ist sie deutsche Reichsangehörige, lebt jedoch von ihrem Manne getrennt. Geheimrat Rosen toninrt auf den Fall Koch und Brandet? zurück und sagt, er sei jalwelmxg BenvalttmgSbeamter aus den Südseeinseln gewesen: er würde nie den Befehl erteilen, einem Samoaner Prügel zu verabfolgen, aber es »volle ihm mcht m den Sinn, weshalb der Landeshauptmann Brmideis nicht berechtigt sein sollte, einigen schlechten Individuen eine Tracht Prügel zu verabfolgen. (Lärm bei den Sozialdemokraten^ .hierauf wird die Wetterber"tima aus Freitag vertagt. dann beweist das, daß die Aufsicht nicht auf ihrer Es muß verlangt werden, daß die allerstrengste geübt wird. Stete Gefahr stumpft ab. Auch ben Das Grubenunglück von CourriLres. Lens, 15. März. Die Jngenieurkommission ließ die Mitteilung ergeben, nach welcher heule früh in einer Tiefe von 340 M et er n ein Brand ausgebroehen ist. Die Rettungsmannscha'ten Und sämtlich in Sicherheit. Tas Eindringen von Luft wurde durch Everrvorrichtungen verhindert. Tie unterbrochenen Reltungsar- beiten werden bald wieder ausgenommen werden. Heute Nacht wurden 18 Leichen aus Schacht 2 geborgen. Die Kommission teilt mit, daß die Gesamtzahl der Opfer höchstens 109o betrage. ..... m r ,. . Zur Vermeidung neuer Unfälle sind die groinen Vorstcht-.- maßregeln getroffen worden. In den Schächteii halten, sich Aerzte au», um den unwohl gewordenen 9!ettnngsniaunschasten die eilte Sorge angedeihen zu lasjeu. Tie Arbeit gestaltet sich immer schwieriger. Tie Rettungsmanuschaslen können nicht langer als sechs Stunden arbeite,». Die Ak a uns ch asten aus Weit- in len und die Pariser Feuerwehrleute leisten unschätzbare Dienste.. Sie sind immer voran, um zri suchen, wo sich Leichen befinden, die bann durch Arbeiter geborgen werben, sobald sich in der Lull atmen läßt. . _ .. < Tas Syndikat der Bergarbeiter des Tillrrkts Lille »st durch den plötzlichen A u s b r u ch d e r A u s st a u d s b e w e g u n q selbst überrascht. Es handelt sich weniger um eine Bewegung der organisierten Arbeiter, als um eine solche der Unabhängigen. Tie Leiter des Syndikats sind der Ansicht, daß der Augenblick für einen Ausstand schlecht gewählt sei und sind bemüht, ine Beilegung der Bewegung herbeizusühren. Wie lähmendes Entsetzen hat sich die Kunde von der furchtbaren Katastrophe über die ganze Kulturwclt verbreitet — deutsche Männer haben den Verunglückten Hilfe bringen wollcrr — sie kamen leider zu spät. Nahezu 2000 Grubenarbeiter haben ihr Leben lassen müssen; erstickt, verbrannt, entsetzlich verstümmelt hat man ihre Leichen zu Tage geför- oert auS der Hölle, die in den Schächten brennt. Man geht der Ursache deS Unglücks nach — es herrscht kaum mehr ein Zweifel darüber, daß frevelhafter Leichtsinn die Katastrophe verursacht hat. Nach der Aussage von Fachleuten ist eine ähnliche Tragödie in dem Umfang, wie in Courriöres, in den deutschen Grubenbezirken unmöglich. Unsere Aufsichtsorgane arbeiten anders, als das anscheinend die französischen getan haben. Aber wie ost hat es sich gezeigt, daß auch bei größter Vorsicht Uuglücksfälle nicht ausgeschlossen sind! Der furchtbarlte Feind des Bergmanns, die schlagenden Wetter, haben auch in deutschen Gruben Unheil genug angerichtet. Ist der Unglücksfall auf der HerkuleSzeche nicht noch in aller Erinnerung? Auch hier hat man von einer Lässigkeit der Aufsichtsorgane sprechen zu müssen gealaubt, indes ward von maßgebender Stelle versichert, daß di.-sc Anschuldigungen auf einem Irrtum beruhten. Sicher aber ist, das; der Bergmann, wie kein anderer Arbeiter, täglich und stündlich vom Tod umgeben iit. Bei jeder Einfahrt setzt er sein Leben aufs Spiel. Ein Sprung an seiner Grubenlampe, und eine furchtbare Katastrophe kann hunderte von Arbeitern dahinraffcn. Man wird in Frankreich die Schuldigen eruieren; man wird aber, und das dünkt uns die Hauptsache, Vorkehrungen getan werben kann. Noch in anderer'Hinsicht ist die Katastrophe von Cour- rieres ein »varncnbe§ Mene Tekel. Die Hinterbliebenen der Verunglückten sind der bittersten Not prcisgegebcn. Der französische Staat und die öffentliche Wohltätigkeit haben eingegriffen und die Waisen und Witwe»-» vor der ersten Not geschützt. Aber das kann nicht genügen. Stellt es sich als unrichtig heraus, daß die sträfliche Lässigkeit der Unternehmer an der Katastrophe schuld ist, dann sind die Witwen und Waisen ihrer Ernährer beraubt — wer hält sie dafür schadlos? Der Bergmann kann nicht Reichtümer anhäufen. Die ungeheuren Gefahren, die sein Beruf in sich schließt, werden bei der Lohnzahlung nicht miteingerechnet — wenn ihn das Unheil fortrafft, dann steht seine Familie nur zu oft im größten Elend da. Das ist vorderhand auch bei uns der Fall, »Denn auch, dank unserer Sozialgesetzgebung, nicht in dem Maße wie in Frankreich. Als Ausgleich für die Vcotvcrteuerung durch die hohen Getreidezölle "soll bekanntlich auf Zentrumsantrag eine Witwen- und W a iscn-V c r sich eru n g ins Leben gerufen werbe,». Bis dahin ist es noch lange, und es gibt Leute, die es iit Zweifel ziehen, ob daS Mehrerträgnis aus den höheren Zöllen einen ausreichenden Fonds schaffen wird. Doch abgesehen davon: lange Jahre müßten vergehen, bis auch nur entfernt daran gedacht werden könnte, den Gedanken in die Tat umzusetzen. Ist nicht als Aequivalent für die fortgesetzte Lebensgefahr den Angehörigen der Bergleute die Zukunft zu verbürgen? Wir wissen, »vie ungeheuer schivierig die Ausführung sein müßte. DaS Reich hat kein Geld. Die Grubenherren würden Zeter und Mordio schreien, wollte man ihnen zumuten, einen Teil zur Reliktenversicherung beizutragen, und die Arbeiter selbst verdienen nicht soviel, nm die Kosten aufbringen zu können. Da taucht der Gedanke von der Verstaatlichung des Grubenbaues wieder auf. Es ist nur eine Forderung der Gerechtigkeit, wenn dec Staat als Arbeitgeber auch die Fürsorge für die Relikten im Tlnglücks- fall übernimmt. Ter Staat als Arbeitgeber — das ist der springende Punkt in dieser Frage. Wir stehen unter dem frischen Eindruck der Tragödie son Courrieres. Denken wir daran, daß die Gefahr ver- der nicht immer die nötige Vorsicht walterr läßt. Es muß an VorbeugungSinaßregeln geschehen, was irgendwie treffen, daß eine Katastrophe im gleicher» Umfange sich nicht wieder ereignen kann. Ließe sich in der Richtung nicht auch bei uns angesichts des furchtbaren Ereignisses einiges tun ? vorkommen kann, daß ein Luftschacht nicht in Ord- Derrtscher Reichstag. 6 6. S i tz u n g v o m 15. Ai ä r z 1806. Die zweite Beratung des 3. Nachtragsetats pro 19 05 ür Ostafrika wird fortgesetzt. Geh. Legationsrat Rosen stellt gegenüber dem Abg. Erzberger in Abrede, daß zwischen seinen eigenen Angaben in ber Kommission und denen des (tefaimrat von König bei der ersten Lesung im Plenum über den Fall des Landeshauptmanns Vrandel ein Widerspruch bestehe. Auch in dem Fall Koch, der in den Dienst des Schutzgebietes übernommen sei, liege eme Verschleierung deS Tatbestandes, daß er von dem preußischen Justizministerium einstweilen den Urlaub verlängert erhalten habe und daß er noch keineswegs etatmäßiger Reichsbeamter geworden sei, nicht vor. Wenn Erzberger so schivere Vorwürfe erheben wolle, lstitte er sich doch zuvor genauer informieren sollen. Auch der neue Erzbergersche Vorwurf sei jedenfalls ganz unberechtigt. Abg. Dr. Arendt (Reichsp.) spricht dem Erbprinzen zu seiner ruhigen Sachlichkeit, mit der er vorgestern seinen Standpunkt vortrug, namens seiner Freunde seine volle Anerkennung aus und versichert ihn der Unterstützung seiner Parteifreunde. Insbesondere seien sie erfreut daß er keinerlei Vertuschung treiben »volle. Anerkennung sei auch ber Kolonialschule zu zollen. Die Sozialdemokraten tonnten nur kritisieren, aber sie könnten kein Mittel zur Besserung angeben. Man möge doch Bebel einen Gouverneurposten in den Kolonien geben. Daß Bebel in seiner langen Rede keine neuen Fälle anführen konnte, hält der Redner für ein sehr gutes Zeugnis für_ die Kolonialverwaltung. Für die besten Mittel gegen die Aufstände halte er eine gute Verwaltung, eine ausreichende Streitmacht und die Anlegung von Wegen und Eisenbahnen. Leider habe man sich außerordentlich brauchbare Männer im Kolonialdienst entgehen lassen, beispielsweise Dr. Peters. Tie beiden Hauptbelasttuigszeugen im Prozeße Peters könnten heute nicht mehr als glaubwürdig, gelten. Tie Haltung der Lutten in den Kolonialfragen habe sehr viel dazu beigetragen, daß soviel Geld und Opfer für die Uebertvaltigung der Ausstände ausgewendet werden mußte. (Lebhafter Widerspruch links.) Tie ganze Schuld treffe aber nicht die Gegner. Em Teil treffe auch die Kvlouialverwaltung, weil sie nicht konfe- quent genug gewesen ist. Wenn die Sozialdemokratie wirklich — was sie nicht ist — eine Arbeiterpartei wäre, bann müfctc sie an der Spitze der Kolouialpolitik stehen. (Gelächter bei den Soz.) Es gibt nichts segensreicheres für die Arbeiter, als Kolonien. (Gelächter bei den Soz.) Tie Mittel, die in unsere Kolonien gesteckt wurden von den mittleren Klassen, wurden auf dem Altar des Vaterlandes geopfert. Wir haben das Vertrauen zu dem stellvertretenden Kvlonialdirektor, daß er eine großzügige, Kolonialpolitik inaugurieren werde. In diesem Sinne rufen tuir ihm zu: Erbprinz werde hart! (Große .Heiterkeit und Beifall.) Abg. Dr. Spahn (3tr.'> — auf der Tribüne schwer verständlich — führt auS: In der Kolonialpolitik müsse man auch Rücksicht auf die Steuerzahler nehmen. WaS die von Erzberger angeführten Fälle betreffe, so sei er, ehe er die Antwort des Bundesratsvertreters hörte, überzeugt gewesen, daß Erzbergers Angriffe nicht vollständig berechtigt waren. Was die Schulen betreffe, so beruhe die Entwicklung der Kolonien in der Hauptsache auf der Tätigkeit der Missionen. Wir haben alle Veranlassung, das Ansehen der Missionare zu stärken. (Sehr richtig! im Zentrum.) Darum müßten auch die Missionsschulen gefördert werden. Tie wirtschaftliche Erschließung der Kolonien muffe mit der kulturelle»: 5)and in Hand gehen. Kolonialdirektor Erbprinz zu Hohenlohe-Langenburg dankt dem Vorredner für seine beherzigenswerte Mahnung zur Vorsicht in der Beamteufrage. Solange er im Amte fein werde, .werde er sich bemühen, stets die besten Beamten anzustellen. Tie Verwaltung würde auch einen recht langen Aufenthalt der Beamten in den Kolonien gerne sehen, müsse aber das Klima und dessen Einflüsse auf die Gesundheit berücksichtigen. Auch wäre die Verwaltung bestrebt, möglichst christliche Beamte einzustellen, in der Ueberzeugung. daß Christentum und Deutschtum eine unzertrennliche Sache sei. Geheimrat Seitz führt aus: Die Rechnungsablegung über die Schutzgebiete sei im allgemeinen auf dem Laufenden. Tie Frage einer Beschleunigung und Vereinfachung des Prüfungs- lvesens beschäftige seit geraunter Zeit den Rechnungshof, das Reichsschatzamt und die Kolonialvertvaltung. Abg. Frhr. v. R i ch t ho s e n-Dahmsdorf (kons.) verbreitet sich insbesondere über die Schulfrage. Von einer Förderung des Muhatnedanismils könne feine Rede fein. Tie Schaffung eines Reicktskolonialamts fei dringend notwendig. Abg. Semler (nl.) meint, die Nachtragsetats redeten eine verblüffend ernste Sprache. Sie führten den Regierungen und dem Reichstag vor Augen, daß man es nicht verstanden habe, rechtzeitig Geld, viel Geld für die Kolonien auszugeben. Hätte man früher in Südwestafrika Geld rechtzeitig für Eisenbahnbauten ausgegeben, so wäre das meiste Geld im Lande bezw. in unseren Kvlonien geblieben. Wir Härten die Kolonien besiedeln können. Redner regt dann an, den Heimatsurlaub der Gouverneure auSzunutzcn, um durch sie jährlich oder jedes zweite Jahr in der Budgetkommission die Prinzipien entwickeln zu lassen, nackt denen sie die Kolonien verwalten. Redner spricht sich für die Verlängerung der Bahn Dar-es^Salaam-Mrogoro auS. Wenn man die Regierungssckmlen beseitige und die Muha- mebener den Missionsschulen zuführen und diese christianisieren wolle, so gebe dies einen Grund zum Aufstand. Abg. Lattmann (Wirtsch. Vergg.) polemisiert gegen die kolonialfeiiidliche Haltung der Sozialdenrokraten unb tritt für eine ^Reform der Kdlonialverwaltung ein. Abg Ledebour (Soz.) wendet sich gegen die Bemerkung Spahns über das Recht der Reichstagsabgeordneten, Beamten- bcschwerden im Reichstage zur Sprache zu bringen, und geyt bann auf ben Fall Kannenbcrg ein bessen Segnabigung ungerechtfertigt 9^$Täfibertt Graf Ballestrem erklärt es für unzulässig, bas Begnabigungsrecht bes Kaisers zu kritisieren. Abg. Lebebvur (So;.), fortfahrenb, tritt bann dem Vorwurf ber Vaterlanbslosigkeit der Sozialdemokraten entgegen. In England hätten während des Burenkrieges zwei jetzige Minister sich der Buren angenommen. Durch die Kolvntalvolttik werbe die Bestialifieritng in das Volk hineingetragen. Wir, die nur bie Unterdrückung und Ausbeutung im Heimatland bekämpfen, müßten die elendesten Buben sein, wenn wir die Ausbeutung der Eingeborenen in den Kolonien duldeten. , Abg Erz berg er lZtr.) verteidigt sim gegen Die im Laufe der bisherigen Debatte gegen ihn vom Bundesratstische und von verschiedenen Abgeordneten gerichteten Angriffe. Was er kritisiere, tonne ein tüchtiger Kolonialdirektor ebenso beffern, wie em Staatssekretär. Ter Erbprinz von Hohenlohe-Langenburg W zugeben müssen, daß unrichtige Daten von seinen Beamten gegeben wurden. Er habe sich nur damit begnügt, Mildernde, umstände für dieselben zu beanspruchen. Bezüglich der von «pahn geübten Kritik erklärt der Redner, er falbe nie die TiSziplm im Becmtteulorper untergraben wollen. Er habe sich un übrigen bei seinen Vorwürfen nur als ein getreuer Schüler -Spahn-, erwiesen. Er übernehme die Verantwortung für fein Auftreten acmtz auf seine Schultern. Brausteuer. Berlin, 15. März. Die Steuerkommission deS Reichstages begann die zweite Lesung ber Steuergesetze bei ber B r a u st e u e r v o r l a g e. § i wirb in folgendem Wortlaut genehmigt: Zur Bereitimg von untergärigem Bier darf nur Gerstenmalz, Hopfen, Hefr und Waffer verwendet werden, bie Bereitung von obergärigen, Biere unterliegt berselben Vorschrift, eS ist jeboch hierbei auch bie Verwendung von anderem Malze und von technisch-reinem Rohr-, Rüben- ober Invertzucker, sowie von Stärkezucker und auS Zucker hergestellten Farbmitteln zulässig. Absatz 2 u. 8 bleiben unveränbert. Zu § la, welcher lautet: „Tie Brausteuer wirb von bem zur Bierbereitung verwenbeten Malze unb Zucker erhoben. Unter Malz wirb altes künstlich zum Keimen gebrachtes betreibe verstauben", beschloß bie Kommission, wie schon in erster Lesung, folgenden dlbsatz 2: Als Zucker im Sinne bes Gesetzes sinb die im § 1 Absatz 1 bezeichneten Zuckerstoffe einschließlich der daraus hergestellten Farbmitteln zu verstehen. § Id, dec von bierähnlichen Getränken handelt, von denen auch Brausteuer erhoben werbet» kann, bleibt im Absatz 1 unveränbert. Absatz 2 wirb folgenbermaßen gefaßt: Andere als die am Schluß des § 1 Absatz 1 bezeichneten zur Herstellung von Bier oder bier- ähnlichen Getränken bestimmte Zubereitungen (Bierextrakte und dcrgl.) dürfen nicht in den Verkehr gebracht werden. § 3, der die Versteuerung der im § la bezeichneten Stoffe betrifft, wurde angenommen. Nach längerer Erörterung des § 3a, der bie Staffelung behanbelt, wirb bie Weiterberatung aust morgen vertagt.__ UebcHn^Stand der Marokko-Verhandlungen äußert sich heute die offiziöse „Nordd. Allg. Ztg." nicht. Man wartet wohl an amtlicher Stelle ab, ob Frankreich nicht doch in letzter Stunde in der Polizeifrage Entgegenkommen zeigen wird. Die „Nationalztg." ist ber Meinung, daß Frankreich sich in ber morgen, Samstag, stattfindenden Sitzung ber Erklärung nicht entziehen könne, ob es daZ Prinzip bc§ österreichischen Vermittlungsvorschlags onertennt So rasch werben die Franzosen wohl kaum Farbe bekennen. Denn nicht nur bie politischen, auch finanzielle Erwägungen bestimmen bie Haltung Frankreichs. Die famose compan a rk t ivaren nur 160 Pferde ausgestellt. Tie staue Besd;ickliug erklärt sich dadurckr, daß die Land- straßm wegen des Cchueewetters und der Glätte kaum passierbar waren. Ter Handel gestaltete sich trotzdem recht lebhaft. fc. Frankfurt a. M., 16. März. lOrig.-Telegr. des „Gieß. Anz."l V i e h m a r k t. Ium Verlause standen 00 Kälber, 00 Schafe und Hammel, 428 Schweine: 1. Qual. 79—80 Psg. Lebendgewicht 61.50—62.50 Pf., 2. Qual. 78—00 Pf., Lebendgewicht 61.00-00 Psg., 3. Qual. 71—73 Psg. Kälber 1. Qual. 00-00 Pf., Lebendgewicht 00—00 Psg., 2. Qual. 00—00 Psg., Lebendgewich: 00—00 Psg., Schlachtgewicht 00— 00 Psg. Schafe 1. Qualität Schlachtgewicht 00—00 Psg., 2. Qualität 00— 00 Psg. Geschäft gedrückt, Neberstand unbedeutend. ** Landes-Universität. S. K. H. der Groß- Herzog haben am 14. März d. I. den Privatdozenten Dr. Albert Jesionek zu München zum außerordentlichen Professor bei der medizinischen Fakultät der Landes-Universität und zwar für das Fach der Haut- und Geschlechtskrankheiten mit Wirkung vom 1. April 1906 ernannt. ** Der Alterspräsident der Zweiten Kamm er, Abg. Möllin g er, ist, wie aus seiner Heimat au§ Pfeddersheim mitgeteilt wird, bedenklich erkrankt. Er wird für längere Zeit den Sitzungen nicht beiwohnen können. " Zeichenunterri chtsknrsuS für Lehrer. Ain Mittwoch haben sich in Darmstadt 40 Lehrer aus den verschiedensten Kreisen des Landes zusammengefunden, um unter der Leitung des am Darmstädter Gymnasium wirkenden Oberlehrers Hölscher einen auf vier Wochen berechneten Kursus durchzuniachen, in welchem ihnen die neue Hol sch er- schc Zeichenmethode vorgeführt werden soll. Auch iverbcn die Kursteilnehmer sich selbst praktisch mit diesem au Naturanschauung beruhenden Zeichenunteriicht vertraut machen. *’ Das Fest der silbernen Hochzeit feiern heute Schreinermeister und Möbeltransporteur Ehr. Weber und dessen Ehefrau, geb. Schäfer. Das Lustspiel „Der Stoßseufzer der Börse, die von Tag zu Tag in schlechtere' Stimmung gerät und das Vertrauen auf den „Stern" des Fürsten Bülow verloren hat. Zum Glück ist das Privatpublikum kaltblütiger, als die Spekulation, die vom „Kriegs , mit einer Selbstverständlichkeit spricht, wie wenn er schon erklärt wäre. Trotzdem, es wird Zeit, daß die Konferenz zum Abschluß kommt. Denn beginnen erst einmal die Angst- verkäuse des Publikums an der Börse, dann giebt eS kein Halten mehr. Diese Katastrophe, die selbstverständlich ebenso . wuchtig daS Ausland treffen würde, muß verhütet werden. In der Kommissionssitzung am 14. dS. legte der zweite ' französische Delegierte einen NedaktionSentwurf über die Polizei 1 vor. Dieser nimmt in Aussicht, daß die Polizei nur : von französischen und spanischen Offizieren ; organisiert werden soll, und überläßt alle genaueren Be- ' ftimmungen der künftigen Vereinbarung zwischen diesen und den marokkanischen Ministern. DaS Inspektorat, das von 1 den französ. Delegierten am 13. dS. im Prinzip anerkannt j worden war, wird in dem Entwurf überhauvt nicht erwähnt. , Karlsruhe, Straßburg, Kolmar, Metz, Ludwigshafen, Gernsheim, WoruiS, Ällzey, Gießen und Darmstadt zu dieser Versammlung kommen werden. Am selben Tage wird Dr. Bruno Wille auS Berlin über die „Religion des Freidenkers^ sprechen. △ Butzbach, 16. März. Die hiesige Gendarmerie verhaftete gestern Abend in der Herberge zur Heimat einen von der Staatsanwaltschaft in Mainz, wegen schweren Betrugs in wiederholtem Rückfall gesuchten Menschen, Namens Philipp Gumbinger aus Rocksheim in Bayern. — Nachdem die Voruntersuchung gegen Heinz er lin g an hiesigem Amtsgericht heute zum Llbschluß kommen dürfte, wird, wie bestimmt verlautet, die Auslieferung des Defraudanten an die Staatsanwaltschaft Gießen nach dem dortigen Untersuchungsgefängnis noch heute nachmittag erfolgen. [ ] Marburg, 15. März. Der Voranschlag des KrcishauShaltsetats des Kreises Marburg schließt ab für 1906 mit 1 914 075 Mk. In dieser Summe find auch die mit 1 700 000 Mk. berechneten Baukosten für die Kreisbahn Marburg-Süd-Dreihausen enthalten. ** K l c i n e M i 11 e i T i' n n - n aus Hesse n und den N a ch b a r st a a t c n. Tie Eheleute Belass in Butzbach, die vor kurzem ihre diamantene Hochzeit feierten, erhielten vom Groß- Herzog ein Gratulationsschreiben, sowie ein Geldgeschenk. — In Ober°Mörle n hat sich ein Ortsgemerbeverein gebildet, dem bis jetzt 70 Ätitglieder beitraten. Zu der im April ihre Tätigkeit ailsuehmcnden Sonntagszeichenschule liegen bereits 28 Anmeldungen vor. — In BadRaubei m verunglückte der Rangierer Wagner aus Schwalheim im Bahnhof dadurch, daß er beim Rangieren ausglitt, unter die Maschine kam und dabei einen Arm verlor. — In Pfungstadt wurde eine D i e b es b a nd e ermittelt, die, aus vier zwöls- bis dreizehnjährigen Knaben bestehend, in der leerstehenden Gerberei das Zinkdach nbbcfFten und das Zink zentnerweise an Händler verkauften. — In Alteuschlrrf wurde Bürgermeister Schaaf einstimmig iviedergewähtt. — In Bad-Nauheim feierte der israel. Rc- ligionslehrer und Vorbeter Herrn. Oppenheimer fein 25jähriges Tienstjubiläum. — Der Stadt Worms wurde die landesherrliche Konzession zum Bau und Betrieb einer elektrischen Straßenbahn erteilt. * Kleine Tages mr 0 n iT In Paris feuerte die Schauspielerin Regina Martial bereit Drama „Sascha" nur geringe Zugkrait aus übte, einen Nevolverschnß gegen sich ab. Dia Kugel ist in die Brust eiugedrungen, der Zustand der Künstlerin ist bedenklich. — Ferner ist in Paris ein mysteriöser Mord entdeckt. Der Ermordete ist Bedor, Ches der Safsiansirma. Aus bcs Treppe sand man die Leiche mit mehreren Degenstichen in bez Brust und im Rücken, lliaubmord scheint ausgeschlossen. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Bora«Hßchtliä,e Witterung in Hessen für Samstag, den 17. März 1906: Anfheiternd, nach etwas kühlerer Nacht am Tage Temperatur feine Aenbenmg. Näheres durch die Gießener Wetterkarte. Rühmlichst bekannte T &. P’s. W.-Tauce gibt Braten, Fischen, Tunken rc. Pikantest. Geschmacl. ^'rtrast-me Madonna neu Nemouladen-Sance in Gläsern „d.Tuberi^ 31 Erle, 5 Der Vorstand. ,16' Anfang 81/, Uhr. Bauer sch er Gesangverem Samstag, den 17. März, im Neuen Saalbau: Feier Zes 42 jäljiigen AistNgsseKes verbunden mit Konzert, Theater und BaÜ. Holzv erkauf. Im akademischen Forstgarten liegen folgende Nutz- und Brennhölzer zum Verkaufe: Bekanntmachung. <^n das Genossenschaftsregistcr wurde eingetragen, bezüglich des landwirtschaftlichen Consumvereins Annerod, cingetr. Genossenschaft m. unbeschr. Haftpfl. z« Annerod ; An Stelle des Philipp Bachmann und Wühelm Hamel IV. sind der Landwirt Wilhelm Hahn und der Pflasterer Wilhelm Dörr erster, beide von Annerod in den Vorstand gewählt worden. 15 -3 Gießen, den 7. März 1906. Grokherzogliches Amtsgericht. Besitze der bürgerlichen Rechte, weiVcr. unter den b>Datett Ausrufe verbrcilete,, in bcncii sie zum verrat gegen ihrs militärische Pflicht ausgerelZt wurden . ju '^^'rsburg, 15. März. Die zur Prüfung des von einem amerikanischen Svndikate vorgeschlagenen Proiektes einer Bahnverbindung '-on Kansk Alaska mit Untertunne l un g der Behring strafe begann heute ihre Beratungen. Das Syndikat will den Bau auf seine, Kostenaus- sühren, wenn ihm aus emem 24 Kilometer breiten Gelände längs der Bahnstrecke das ganze Gebiet zur industriellen Aus- nutznng überlassen werde. „ ~, ... Petersburg, 16. März. Der Petersburger Schriftstellern erband beschloss einen energischen Protest gegen die durch das Kriegsgericht erfolgte Verurteilung von dret Redakteuren der Lokalpresse m Tschita zum Tode d-mrch d e n S tr a n g. Ter Protest wird morgen m den meisten RcDcnz- bMtt». verö^lich^ (¥eter§B $eL,qJg.) ^Militär, gericht verurteilte den Sohn des Generals Michailow zu drei Jahren Zuchthaus unter Belastung un Bekairarmuchung. Bei der hiesigen Schutzmannschaft ist die Stelle eines Schutzmanns vakant und soll demnächst neu beseht werden. Bewerber, welche den in der Bckanntmachilng vom 25. April 1903, die Ausführung des Gesetzes über die Besoldungen der Gendarmen und die Polizeikosten betr., enthaltenen Bc- stiniinungen entsprechen, werden ersucht, sich bis zum 15. April 1906 unter Vorlage der erforderlichen Nachweise bei uns zu Hslz-Bersteigerung. Donnerstag, den 22. März 1906 von vormittags 9 Uhr an kommen bei Wirt Feht-Wißmar aus, dem Gcmcindemald Wißmar, Distr. Io Kennelsheck, 20 Wmter- berg, 34 Beckert unb Totalität, zum Verkauf. Eichen: 1 Stamm 0,33 Fstm., 4 Stangen 2. Kl., 19 Nm. Nusi- rollen 2 Mtr. lang, 23 Nm. Knüppel; Buchen: 45 Derb- stanqen, 460 Rm. Scheit und Knüppel, 3 <00 Nm. Neiser. Nadelholz: 13 Stämme 2,24 Fstm., 41 Stangen 1. 4. Kl^ 7 Nm. Nuhroüen, 2 Mtr. lang, 35 Nm. Neiser. Krofdorf, den 14. März 1906 , ■ßiß. Das Bürgermeisteramt. Arbeitsvergebung. Die Maurer-, Pflaster- und Chaussierarbeiten für den Ausbail der Goethestratze zwischen Stephan- und Henselftraße sollen Montag, dcn 26. ds. Monats, vormittags 10 tthr öffentlich vergeben werden. . ^16/3 Arbeitsbeschreibuiigen unb Bedingungen hegen wahrend icr Dienststuiiden bei uiis ziw Einsicht auf. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bt5 zmn vorgenanuten Zeitpunkt an uiis cinzurcichen. Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 15. März 1906. Städtisches Tiefbauamt. Braubach. hat die 11 von ihm geretteten Personen der,B^savung desl untet- gegangeiicn englischen Dampfers ..Britifl) King l^.erl-ergebrachtt Der dritte Cfrisier der „Britih K'urg sagte au^l, neun Mann der Besatzung seien vor der Abfahrt von Ncwyork desertiert. Er glaube, daß die Zahl der bei dem Untergang deS Dampfers Er- trunkenen 18 nicht übersteige. Amsterdam, 16. Mär;. Bei dem letzten! Un weiterund in Südholland über 180 Pachthöfe überschwemmt und vernichtet worden. Tie Eisenbahngleise sind an vielen stellen ortgerissen. Auf den Bahndämmen liegen Ackergeräte, -tierlcidKn und Baumstämme umher. In den geschädigten Gemeinden ft.nd Hunderte von Men chen obdachlos. Der Schaden wird in Südliolland allein ans 80 Millionen geschätzt Paris 16 März. In Courneres bedrohen bic Ausdunstungen der Seidjcn die Umgegend mit ansteckend en Krankheiten. Besonders wird Typhus benirchtct. Die Leichen werden deshalb nicht mehr ausgestellt. Wenn die ^eidicn nad) fünf Minuten uidrt erkannt sind, werden die Sarge gcschloivcn. Es wurde beschlossen, täglich zwei Bestattungen abzuhaltcn xxt Pariser Feuerwehr und die deuticken Nettungsmanmchaften setzen ihre Tätigkeit ununterbrochen fort. Je zwei Mann holen eine Leich«, deren Ausdünstung ledoch so schlimm ist, daß der Hintere Träger alle zehn Minuten abaelost werden mutz. So braucht man zwei Stunden, um erne Leiche an das Tageslicht Eilen 16 Marz. Um dcn ^-ruhvcrssnen^ug^.^ur E 77 f s e i^s u n g zu bringen, hatten am 15. d. M. bisher! Täfer auf der Strecke Oberhausen-Atyrum em »ÄÄ StU «™ wurde °u, Ter Kapitän dcK hier ein. aetr^fenen Schleppdampfers „Neptun" meldet: Er traf,am Mittwoch vor Borkum die von der Mannschaft verlassene norwegische Bark „Rigi" in leckem Zustande an. ^e Borouna war bei dem schweren sturme vergeblich, oon dem^ Verbleib der Mannschaft hat man Feme Ohier des Sturmes wurde auch der Seeleichter „Kobold . Die Mannschaft wurde beim Nachlassen des Sturmes^ rettet nachdem sie 30 Stunden lang iNi Mannfchaftsraum zusamtncn gedrängt zugebracht hatte und nach erfolgter Strandung stündlich den Tod erwartete. . ~ Hamburg, 16. März. Nach einem Streit tötete der Tischler geselle Kelch den Töpfer gesellen Hellmann durch Messerstiche Ter Täter wurde verhaftet. ” Straßburg, 16. Marz. Sm Ucbermu! versetzte ein jum Militär ansgehobener junger bursch-, der nach der Musterung angetrunken war, dem Zugeleibesttzer patter S eTem Pstiem einen Stich in las Perz, icr Wort Evangelischer Arbeiterverein Sonntag, den 18. März, abends 3 Uhr im Saale der Herberge des Herrn Dr. Richter über: „Die WsiigÄi" Nutz- Md BrtMhoh-VersteigttMg. Mittwoch, den 21. März 1906 von vorm. 9 Uhr an kommen bei Gastwirtin Witwe Weißbrod zu Salzböden aus dem Gcmcindewald Salzböden, Dsttr. Heuserberg 10 Hardt Austück 5c und 3a, Schottenholz 14, Jtscheid und Totalität, zum Berkaus. Eiche: 82 Stämme 4UH. = 16 90 Mm., 163 Stämme 3. Kl. — 89,8o Fstm., lOetamnie 2 Kl. == 15,37 Fstm., 5 Rm. Schichtnrchholz (2 Mtr lang), 37 Rm. Scheit, 52 Rm. Knüppel, 589 Rm. Reiser, 1 Jini. Stockholz. Buche: 200 Rm. Scheit, 192 Rm Knüppel, 1655 Rm. Reiser. Fichte: 12 Stamme 4. Kl. = M« Fstm., 6 Stämme 3. Kl. = 3,i0 Fstm., 32 Stangen 1 9 3 Kl = 1,47 Fstm. Kieker: 1 Rm. Schichtnützholz (2 Mtr. lang), 5 Rm. Knüppel, 20 Rm. Reiser. Krofdorf, den 15. Marz 1906 Bi6/3 Das Bürgermeisteramt. Sudmission. Für die Klinik für psychische und nervöse Krankheiten in Gießen sollen für das Rechnungsjahr 1906 aus dem Wege öffentlicher Submission vergeben werden: 1. Die Lieferung von: Backwaren, Fleischwaren, Spezereiwaren, Milch, 'Butter und Eier, Bier, Eis, Mineralwasser, H Bürstenwaren und Toilettengegenstande, Porzellan« imd Glaswaren, Emaillewaren, Schreibmaterialien, Kleider für Kranke und Personal, Schuhe „ „ » " . . . 2. Das Reinigen des Küchenherdes und der Oeseu. 3. Das Leerfahren der Senkgruben und Fortschaffev des Kehrichts. 4. Die Abgabe von Knochen und Gespm. Die für die Lieferung gütigen Bestimmungen liegen auf dem Verwaltungsbureau an den Wochentagen nachmittags von 3 bis 5 Uhr offen. , Offerten sind verschlossen und mit entsprechender Auf« schrist versehen bis zum Eröffnungstermin Mittwoch, den 21. März 1906, vormittags 12 Uhr auf dem oben erwähnten Bureau abzugeben. Der Zuschlag erfolgt bis zum 28. März 1906. Gießen, den 6. März 1906. Großherzogliche Direktion der Klinik für Psychische und nervöse Krankheiten. Sommer. Bekanntmachung. Anmeldungen zum Bezüge der Philipp Wilhelm Heinrich Schott- und der Geschwister Höpsner- Stiftung haben vom 25. März bis 8. April 1906 beim sladlgchen Armenamt, 9lcueu Säue 25, Zimmer Nr. 2, zu erfolgen. Gießen, den 15. März 1906. Die Armen-Deputation der Stadt Gießen. Eurfchmann. B A Mein Lebensretter! Ter 'nachstehende amtlich beglaubigte Bericht gibt ein Bild rote eine Krankenpflegerin sich am Leben erhielt. Berlin JLr Oychnevüraße 19, dcn 80. Avril 1905. Erlaube mir mftznteilen, daß das Biofon mir große. Dienste gcleisleihatuudfaqeIhnen hierdurch nochmals meinen besten Dank. Ick habe Diofonallen Bekannten und Verwandten empwhlen, roelche es M « Avotbckcn holten. Ich war durch Blutarmut und ich^chte Der dauung und totale Ncrvcnfduvache foivelt, daß mein -lrzt fagtc es ist mit ihrer Kraft zu Ende, cs kann ihr nur noch künstliche Ernährung au'helfcn. Darauf verordnete er Bwfon und ®ott nebst dem Eichnder fei cs gedankt, dieses Prävarat brachte mich wieder so ziemlich auf die Beine, daß ich wenigstens nach vierroochentlichem Gebrauch wieder meinen Beruf fo einigermaßen nachgehen kann. Ich werde dasselbe in meinem Berufe als Krankcnvfle^rm immer weiter empfehlen. Nochmals meinen besten Dank. Mit Achtung Wwe Louise Lange. Unterschrift beglaubigt. Bioion ist erhältlich in Apolheken, Drogerien -e. da? halbe Kilo°Paket zu drei Mark, mit Bouillonextraet ober mit Gocao, ersteres zur Luvveubereitimg, letzteres als Morgengetraift. .Man verlange vom Biosonwerk Bensheim die Broschüre mit den Berichten über die von den Profefforen, Aerzten und m Krankcnhauiern ic# erzielten Erfolge. __ ___ ——— Vas ilt aber wirlifidi z«m venweiflen! (Seit vier Wochen dieselbe Leier: Herr Meier ist krank. Herr Müller kann nickst kommen! Fraulein Schmidt liegt „ M 2U Bett! Und ich sitze da und weiß nur vor Arbeit nicht BBH zu helfen. Ich will Ihnen was sagen, ÖerrRapp: buchen BIH Sic 20 Mk. auf Geschäftsunkosten I Und Sie, Kar .besorgen für die 20 Emmchen Fay's ächte Sodener Mmeral-Paltillen, H H ü aber sofort bitte. Die werden bann an das Penonal vev- j|3 s wl teilt, damit die ewigen Erkältungen einmal auU)oren 11 Emm Für 85 Pfg. die Schachtel in sämtlichen Apotheken, Drogen» und Mincralwasferhanblungen zu haben. hv /** melden. „ r Dje fragliche Stelle ist Mtlitaranwartern vorbehalten und beträgt der Gehalt: 1. für die halbjährliche Probedienstzeit 3 Mk. pro Tag und 100 Mk. Kleiderqeld pro Jahr und 2. nach definitiver Anstellung 1300 Mk. Anfangsgehalt nut alljährlichen Steigungen von 30 Mk. bis der Endgehalt mit 1800 Mk. erreicht ist, sowie 100 Mk. Kleidergeld pro Jahr. Bensheim, am 26. Februar 1906. D’/, Großhcrzogliche Bürgermeisterei Bensheim. Dr. Fr enap. ' _________ 2. Brennhölzer. 6,5 rm Eichen- und Eschen-Scheit- und -Prügelholz, 140' Wellen Eichen- und Eschen-Retsig, 97 Wellen Nadelholzreisig. Die Nutzhölzer eignen sich besonders für Wagner., Kaufliebhaber wollen sich an den Forstgartenaussehcr H. Dörmer im Forstgarten wenden. Gießen, den 14. März 1906. Die Direktion des akademischen ForsttnsttwtS. Dr. Hetz.__Dlj/;; ^London, 15. März. Ter Küpitän bc( heule in Bonnes ehtneVoffenen Tampfers „Mabcl" erzählt, er habe untenvegs das deutsche Segelschiff „Trcng^ gesickstet, daS Noftignale führte cr an das Schiff heraugewmmen sei, habe er nur einen ^^sen an Bord gesunden, der Kapitän unÄzwer andere M-ftro)en seien über Bord gespült worden und ertrunfen. xaö ”ething5- K? der Mabel" habe den Matrosen aurgenommen, als das aber wieder an Bord der „Mabel" gezogen werden sollte, t^L'tofoti^vrttgeidftagen. Dabei fei b« M Saat tomman- bierenbe Bootsmannsmaat ertrunken. Die „Trenge W et aU +77>7fH’nhp^ mrrack in der Nordsee verlas en. — 'Jtaa) einem -rite Z aui &n ist die „Trenge" dort vorn F-ischdampfer Datsche TaEisf Bekanntmachung ~\ In das Firmenregister Abt. A wurde eingetragen: I. die Firma Emil H. Müller in Gtetzen. II. Die Löschung der Firmen Earl Wenzel und Wilhelm Hause zu Giestcn. III. Bezüglich der Firmen ») Lener» wm» Wagner zu Gießen: Die Prokura des aufmanni? Heinrich Völzcl in Gießen ist erloschen, b) Zimmermann und Schäfer in Lollar: die Earl Zimmermann Ehefrau ist am 9. Januar 1906 aus der offenen H^dclsgesclllchaft ausgetreten und diese damit beendigt Tas Geschäft ist mit Aktiva und Passiva auf den Teilhaber Karl ^chaser in Lollar übergegangeti und wird uiücr der tfirma muh Schäfer weitcrgeführt. c) Tnrnzeitnng für den Gau Hcffcn, Druck und Vertag von Max Albin Klei» zu Gießen: Firma ist geändert in 5)effischc Turnzettung, Turnzeitnng im Gau Hoffen, Mitteldeutfchö Turnzeitung, Druck und Verlag von Max Albrn ^lein zu Gießen. b Vs Gießen, den 14. März 1906. Großherzogliches Amtsgericht. Bekanntmachuilg. WiW-Kmtrü-VechMW. Es haben ans der Stadt Gießen auf dem Hofe der alten Kaserne am Landgraf Philipp-Platz zu erscheinen: 1 Offiziere, Sanitätsoffiziere unb Beamte der Reserve unb der Landwehr 1. Aufgebots (kleiner Dienstanzug). 2. Tie Mannschaften der Reserve und Landwehr 1. Ausgebol-- nHcv Waffen, einschließlich Halbinvaliden unb nur Garnison- dienstfähigen. , . . ., 8. Tie zur Tisvosition der Trupvcnteile ober Ersahbehoiden ' entlassenen Mannschaften aller Waffen. 4. Die Ersatzreservisten, geübte und ungeübte, und zwar: Jahrgänge aller Waffen: 26. April, nachmittags 2 Uhr: 1893, 1894, 1895, außer Ersatzreservisten. Die oben unter Nr. 1 «»Mehrten aller Jahrgänge (Offiziere ?c.). 27. April, vormittags 9 Uhr. 1896 und 1897, außer Erfatzreservisten. 27. April, nachmittags 2 Uhr: 1898 und 1899, außer Ersatzreservisten. 28. Avril, vormittags 9 Uhr: 1900 unb 1901, außer Ersatzreservisten. 28 Avril, nachmittags 2 Uhr: 1902 unb 1903, außer Ersatzrescrv,steil. 30. April, vormittags 9 Uhr. 1904 und 1905, außer Ersatzreservisten, sowie nur Ersatzrefervisten scr Jahrgänge 1893, 1894, 1895, 1896, 1897 unb 1898. uO. April, nachmittags 2 Uhr: Nur Ersatzrefervisten 1899, 1900, 1901, 190l, 1903, 1904 und 1905. Es wird folgendes erinnert: _T „ 1. Befreiiiugsgesucke sind bis spatesteiis 8 Tage vor dem Appell durch den Bezirksfeldwebel des Hauptmeldeamts emzilreichen und muffen durch die Bürgermeisterei beyr. bet Beamten durch die vorgesetzte Behörde beglaubigt sein. Berücksichtigung kann nur tn den dringendsten Fallen stattfitzden. _ , . . - , rr 4. 2. Jeder Koutrollpflichlige ersieht die Jahresklaffe, zu der er gehört, auf dem Teckel seines Militarvasies 3. Die Milnärvässe mit eingeklebter roter Kriegsbeorderung bezw. Paßnotiz und Führungszeugnis sind mitzitbriiigcn. 4. Die Leute haben in bürgerlicher Kleidung zu erscheinen, Stocke, Schirme, Pfeifen und Zigarren sind vorher wegzulegen. 5. Sämtliche Mannschaften stehen während des ganzen Kontrolltages bis einschließlich Mitternacht nnterbem M'litargesetz. Demgemäß werden auch Unpirnktlichkett unb Versäumnis der Kontrollversammlung bestraft. Gießen, ben 14. März 1906. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. Gurfd) m ann._________________ 1. Nutzhölzer. Eichen-Stamme und -Derbstangen, 5 bis 10 m lang, zusammen 3,63 fm, 24 Eschen-Stämme und -Derbstangen, 4 bis 10 m lang zusammen 2,21 fm, . Stämme anderer Holzarten (Ahorn, Akazte, Weißtanne), zusammen 0,43 fm. Bekanntmachung. VetEt: Die Polizeiverordnuug betreffend Einführung der Trichinenschau vom 30. Juni 1905. Auf Antrag unb nach Anhörung ber Stabtverorbncten-Ver- fammhuia unb mit Genehmigung Großh. Ministeriums des Innern vom 28. Februar 1906 wirb dem § 1 ber vorgenannten Polizei- Verordnung als Absatz 2 fotflmbe Bestimmung binsuae ugt: Diese Vorschrift findet am eingesuhrtes rzlcisch keine Anwendung, wenn es bereits auderwärtS^ einer Trichinen- und Finncuichau durch amtlich verpflichtete ^achverstaudige unter- legen hat und dies durch amtliche Abstempelung erkennbar ist. Gießen, den 15. März 1906. . Großherzogüc'e '8iirgcrmerstcrei Gretzerr. I. V.: Curschmann.__B ,, Freibank LB16/, Sack's eru-n. mehrschaarige 31 I !*‘ Liebigstratze 13. Fernsprecher 218. Achtmrg! 017051 Neustadt 78. Z Zur Konfirmation empfehle f(fiiV. roHmiSn ..... nfx mt Jakeiciien Mk. 1,50 an S. Sammet Bahnhofftratze 8 gegenüber der Kaplansgafse hvH/a MMMDM K Nerschiodeneü KWWWU r" Schön. Schrcibsekretär sow. ein zweithürig. Kleiderschr. preiswert zu verk. Anzuschcn vorn». 01736< Landgrafeustraße 3, I. D- feierim erfahiel posilioe CäpeS in grau und blau von 2 Mk. Heute von 4 Uhr ab: Rindfleisch 58 Pfg. Ochscnfleisch 60 Pfg. 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