General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Sichen die hessischen Truppen beseelte. (Naebdrnck verboten.) Redaktion, Expedition u. Druckerei; ©rfjufftr Tel. Nr. 6L ieleot^SWx.. iln^cigei Sieges. 2. Kammer hat unternommen, um Braun genehmigt. *• Der Finanzausschuß der heute einen Ausflug nach Kailbach i. O. eurem neuen Angriffe auf die Foklvrei vor. ,Jn den Lagern der Rebellen herrscht regeS Leben, da El Roghi seinen An- hängern den Befehl (ttn'farn W, r-rfr um ^'da sammeln. •••* l2o flfl»2' >« * ’’ sich über die Frage der Notwendigkeit der Errichtung von Gendarmenwohnungen durch Augenschein zu überzeugen. Wie linserem gestrigen Bericht ergänzend nachgetragen sei, hat der Ausschuß den angeforderten Betrag für den Erweiterungsbau des Amtsgerichtsgebäudes zu Nidda nur einstweilen zurückgestellt, weil die Regierung sich noch erst über verschiedene Abänderungsvorschläge schlüssig machen will. Den Neubau eines Gebäudes für den Bezirkskassier zu Oppenheim hat der Ausschuß genehmigt, nachdem sich die Gemeinde bereit erklärt hat, für den Geländeerwerb einen Zuschuß von 2500 Mk. zu bewilligen. ** Diesteigende Tendenz der Schweinepreise veranlaßte die hiesige Metzgerinnung, sich um andere Bezugsquellen umzutun. In einer am Mittwoch abgehaltenen Be- 'prechung wurde beschlossen, geschlachtete Schweine au8 Holland zu beziehen. Nach Erkundigungen sind die dortigen Schweine denen aus unserer Gegend an Qualität gleich, im Preis dagegen erheblich billiger. Die erste Sendung wird voraussichtlich Montag in 8 Tagen eintrcffen. ** Silberne Hochzeit feiern heute die Eheleute Johanne? Magel hier. •• Eine interessante Geländetaxation ist im Laufe des bereits längere Zeit anhängigen Verfahrens zur Enteignung des Terrains für die Klärbecken- anlage der Stadt Gießen erfolgt. Es handelt sich um Gelände, das in der Hauptsache bisher für landwirtschaftliche Zwecke benutzt wurde und seiner ganzen Lage nach außer der Möglichkeit einer Bebauung liegt. Die Stadt bot dafür, soweit es sich um Acker- und Wiesenland dreht, pro Quadratmeter 30—50 Dfg., für gärtnerisch benutzte Flächen Mk. 1.50 Airche und Schule. — „Ein Wort zum konfessionellen Frieden." Das Bedürfnis nach größerem kousesionellen Frieden hatte im Frühjahr 1905 eine Vereinigung von katholischen und evangelischen Männern veranlaßt, einen Preis von 600 Mk. auszu- setzen für die beste wissenschaftliche Behandlung bezw. Widerlegung einer Reihe von Bedenken, die int Interesse des konfessionellen Friedens vielfach gerade von katholischer Seite gegen den Ultranrontanismus erhoben werden. Bearbeitungen des Themas sind nicht eingegangen, so daß diese Verewigung von Friedensfreunden den Preis auf 1000 Mark erhöhte. Das Gute hat aber dieses Preisausschreiben schon gewirkt, daß über die in ihm enthaltenen Gedanken zur Förderung des konfessionellen Friedens in der Presse eine Anzahl beachtenswerter stimmen laut wurde. Diese -Stimmen hat nun der Bonner Universitätsprofessor Dr. Leopold G o e k gesammelt. Er bietet sie mit jenem Preisausschreiben vereint nt einer Broschüre: „Em Wort Aus SiaOt uno Land. Gießen, den 16. Februar. "In Audienz empfangen wurden am Mittwoch von S. K. H. dem Groß Herzog u. a. Rechtsanwalt Stahl, Bürgermeister Dr. Kaiser und Dr. Hirsch von Bad-Nauheim und Direktor der Taubstummcn-Anstalt in Friedberg Wodaege. ** Personalien. S. K. H. der Großherzog heben den Amtsrichter beim Amtsgericht Höchst Ernst Aug. Hirsch zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Gießen und den Gerichtsassessor Adolf Meyer aus Bünde zum Amtsrichter bei dem Amtsgericht Höchst ernannt. — Dem Forst- wart der Kontmunalforstwartei Schadenbacher Wäldchen, Heinrich Kirch zu Schadenbach wurde auS Anlaß seiner Versetzung in den Ruhestand der Charakter als „Förster* verliehen. •• Neuer Bundesratsbevollmächtigter. Der seith. stellvertr. Bevollmächtigte zum Bundesrat Staatsminister Ewald wurde zum Bevollmächtigten zum Bundesrat ernannt und die Erteilung des Kommissoriums als stellvertr. Bevollmächtigter zum Bundesrat an Ministerialpräsident Vom österreichischen Heere. W ien, 15. Febr. In der heutigen Sitzung de§ Abgeordnetenhauses wies der Landeövcrteidigungsrninister die An- grissc einiger Blätter gegen die Armee zurück, welche zu einen gefährlichen Schädigung der Monarchie führen könnten, nämlich zu dem Zweifel der Ebenbürtigkeit mit einem möglichen Gegner. Alle Staaten haben bereits! neue Geschütze. Wir haben eine bisher nicht liguid gewordene Eeldforderung. Wir haben auch keine Rekruten, selbst wenn wir Geschütze hätten. Die Marine befinde sich in der gleichen Lage, um un5 herum aber wird überall an den Flotten gearbeitet. Er wolle kein Beispiel anführen, setzte der Minister hinzu, sonst heiße es gleich, er rede für einen st'rieg, während er nur füp Kriegbereitschaft sprech«. Die Marine befände sich geradezu in vernachlässigtem Zustande, da der ansgezetch- ncte Flottenplan mangels der erforderlichen Mtttel nicht zur Ausführung gelangen könne. Ihm sei schon aus nicht militäri- schem Kreisen die Anregung zugegangen, die Küstenverteidigung Dalmatiens durch eine Kreuzerjlotte auS Handelsschiffen zu verstärken. Dos seien Zustände, die auf den Geist der Armee zurück^ wirken und den Offizieren die Sieges; u verficht ne h- men können. Deshalb halte er die Lösung der Artilleriefrage und der Marinefrage für eine der dringendsten. Graf S t u e r g k h erklärte: Angesichts der bedauerlichen! Rückständigkeit des Heeres und der Ausrüstung scheine die öftere. Hälfte des Reiches um so dringender verpflichtet, für eine ungestörte Ergänzung des Heeres Sorge zu tragen. Die Haltung des verfassungstreuen Großgrundbesitzes könne dadurch nicht beeinflußt werden, daß die Rekrutenvorlage von einer Negierung einaebracht worden sei, deren politische Richtung der Partei entschieden Mißtrauen erwecken müsse. Das Haus nahm schließlich die RekrutenkontingentSvorlag« in allen Lesungen an. ganger, 15. Febr. Wie mitgeteilt wird, hatte Ende Januar der F r a n z o s e S a y in Gemeinschaft mit mehreren Landsleuten eine Unterredung mit dem Prätendenten. Say soll sich bereit erklärt haben, dem Prätenoenten eine Million Frames vorzu schießen und 70 000 Ge we hre nebst Munition zu liefern als Entgeld für eine Konzession, welche die g a it z e K ü st e z ld i s ch e n M e l i l l a und der a l g e r. Grenze^mit dem dazu gehörigen Hinterlande umfassen ivürde. Say befindet sich augenblicklich in Paris, wo er beschäftigt ist, die nötigen Gelder zusammen zu bringen, während seine Freunde am Lager des Prätendenten verblieben sind. Sie 'lvirken auf den Prätendenten ein, damit dieser unverzüglich mach Empfang des Geldes und der Waffen gegen Fez vordringe. London, 15. Febr. Der Berliner Korrespondent der Datly Mail behauptet sehr kühn, daß Deutschland die Ueber- Loachung desGebietes in derUntgebungvonEeuta verlangt. Der Zweck dieser deutschen Forderung fei, eine Art deutschen Gibraltar auf der afrikanischen (Seite der Meercsenge zu begründen und dadurch die strategische Bedeut- uurg des eigentlichen Gibraltar zu vermindern. Melilla, 15. Febr. Der Kreuzer „Estremadura" und ,,Jnfanta Isabel" sind in den Gewässern von Mar Chico ein» getroffen, Der marokkanische Dampfer „Turki" berettet sich zu handlang i «Ä.« itrassß ‘ [286 graues ^ndlerbrä« ii Ar. 13 ktienb5er , cd 9 Ps'g' «|| r„cherbr»" Aas Algeciras. Wenn den Telegrammen ans der span. Hafenstadt zu tiauen ist, haben sich die Wogen wieder etwas geglättet. Schlagt doch selbst die französische Presse wieder einen etwas weniger kriegerischen Ton an. Es mag auf die Haltung Frank- reichs auch nicht ohne Einfluß geblieben sein, daß die „Nordd. Allg. Ztg/, das anerkannte Organ deS Auswärtigen Amtes in Berlin, mit aller Entschiedenheit den deutschen Standpunkt wahrte, und von französ. .Bluffs sprach. Diele sehr deutliche Sprache hat in Paris einigermaßen verblüfft. Der offiziöse ^TempS* erklärt zwar trotzdem nochmals, Frankreich halte an seinem Standpunkte in der Polizeifrage fest. Tas Blatt sagt, wenn cS schon die courtoisievollen Ausführungen mehrerer deutscher Blätter nicht von seinen Ansichten abzubringen vermöchten, so könne die grobe Polemik der „Nordd. Allg. Ztg." nur dazu dienen, eS in diesen Ansichten zu bestärken. Anderseits ist indes davon die Rede, daß die französische Regierung von ihrer Forderung bezüglich der Polizei einiges nachlassen will. Vielleicht ist eS dann nicht so unmöglich ins Reine zu kommen, wie daß in den letzten Tagen schien. Der öfter offiziösen „Köln. Ztg/ zufolge entwickelte der deutsche Botschafter v. Radowitz in seiner Unterredung mit dem französ. Delegierten Revoil tatsächlich die Ansichten der deutschen NeichSregzerung über die Gestaltung der Polizeigewalt in Marokko und versetzte Revoil in die Lage, seine Regierung ganz genau über die Wünsche Deutschlands aufzuklären. Hierdurch werde die französische Beschuldigung, Deutschland bringe durch sein Hinzögern die Verhandlungen der Konferenz ins Stocken, zunichte gemacht. Ter von Deutschland in der Polizeisrage gemachte Vorschlag enthält nicht die distriktSweife Ordnung der Polizeisrage, sondern läuft auf eine andere Lösung hinaus, deren Einzelheiten, wie heute verkündet wird, noch nicht für die Veröffentlichung reif sind, weil die Unterhandlungen vorläufig vertraulich sind. AuS Algeciras meldet heute der „Matin*; DaS Gerücht, wonach der amerikanische Delegierte White die Vermittlerrolle zwischen Frankreich und Deutschland zwecks Herbeiführung einer Verständigung übernommen habe, wird von White selbst in Abrede gestellt. Nicht uninteressant ist die Meldung, daß der Vertreter Frankreichs in Tanger, Taillandier, demnächst von s. innn Schauplatz abberufen werden soll. Taillandier soll mit dem Grafen Tattenbach eine Zusammenkunft gehabt haben, ohne vorher in Paris sich entsprechende Weisungen geholt zu haben. Das klingt ja nun allerdings nicht gc-. de besonders deutschfreundlich, aber es ist merkwürdig, daß eine Konferenz stattgefunden haben soll, die doch von Bedeutung geroefey. wäre, ohne daß die findigen Preßver- tretcr in Algeciras davon Wind bekommen hätten. Tie Meldung ist ganz neu; von einer Zusammenkunft des Grafen Tattenbach mit Taillandier ist bisher nicht das mindeste bekannt gewesen und wir können auch nicht recht daran glauben. Wenn die" Abberufung des Gesandten erfolgt, so wird diese Slbbcrujung wahrscheinlich einen ganz anderen Grund haben, als den genannten. Und wie sie zu deuten ist, das muß abgewartet werden. Auf ein auffälliges Moment ist bisher kaum hin- gewiesen worden: auf die reservierte Haltung der Türkei. Sie hätte, obschon in Algeciras nicht vertreten, alle Veranlassung, sich an die Seite Deutschlanos zu stellen, denn die Bemühungen Frankreichs und der ihm nahestehenden Mächte, mit der Marokko frage Probleme der Mittel- meerpolitik in Verbindung zu bringen, richten sich ebenso gegen die Türkei wie gegen Deutschland. Die Staatsmänner am goldenen Horn können nicht mehr in Zweifel sein, daß die Konferenz in Algeciras eine über Marokko hinausgehende Bedeutung für Macht- und Hoheitsfragen an den Küsten des Mittelmeers hat. Gelangt das von Deutschland vertretene Prinzip in der Konferenz nicht zur vollen Geltung, dann rückt die Wahrscheinlichkeit der „Jtalisierung" von Tripolis für die Pforte in bedrohliche Nähe, trotz der einstweilen der Pforte von Rom aus erteilten Versicherungen. Denn den Rouvier in Algeciras erwiesenen Freundschaftsdienst Italiens würde die Republik alsbald erwidern durch Unterstützung der französischen Vorrechtsansprüche auf Tripolis. Deshalb müßte die Türkei im eigensten Interesse Die deutschen Forderungen in der Marokkosrage auf diplomatischem Wege unterstützen. Interessant ist, daß die Jungtschechcu im österr. A bgeordnetenhause eine Interpellation einaebracht haben, in der eine authentische Interpretation des Artikels 2 des Bündnisvertrages zwischen Oesterreich- Ungarn und Deutschland mit Bezug auf eventuelle in der Marokkosrage sich ergebende Komplikationen verlangt und ferner gefragt wird, welche Instruktionen die österreichisch- ungarischen Delegierten für die Konferenz erhalten haben. 8um konfessionellen Frieden" (Bonn, Georgi 80 Pf.). An diese Publik lion knüpft Goetz die Bitte: „daß die folgende Veröffentlichung in ihrer Bedeutung für die gute Sache des Friedens unter den Konfessionen Würdigung finden möge, daß ernste Männer aus allen Lagern erneut die da ausgesprochenen Gedanken erwägen und in der Tagespreise wie in Zeitschriften, behandeln mögen." AIS Forscher, der sich möglichster Objektivität befleißigt, erklärt aber Goetz weiterhin, es sei klar, „daß gegenüber den in den Preuß. Jahrbüchern von Protestanten und freier gesinnten Katholiken geäußerten Bedenken auf katholischer Seite ..umgekehrte Bedenken und Beschwerden" (..Köln. Bolksztg." 1905 Nr. 465, 6. Jnni) vorgebracht werden können, deren Beseitigung im Interesse des F-ricdens liegt." Auch diese Bedenken will Goetz beh-ndclt wissen und sagt: „Ich würde nun der Letzte fein, der nicht auch eine ruhige, streng sachliche Würdigung solcher ernster, in angemessener Form und im Interesse des Friedens vvrgebrachter Gegen bedenken wünschte und nach Möglichkeit förderte." „Das schließt nicht aus, daß zunächst die bereit- in den „Preuß. Jahrbüchern" vorgebrachten Bedenken in wissenschaftlicher d. h. objektiver Weise untersucht und erledigt iverben."1 Wir können uns dem von Goetz vorgcbrachten Wunsch nur anschließen und hoffen, wie Goetz in einem Nachworte nochmals betont, „daß diese Veröffentlichung zu erneuter, nröglichst tiefgehender, ruhig sachlicher Erörterung der zur Behandlung stehenden Fragen führen möge. Allseitiger ernster Erwägung ist der Gegenst-md wohl wert" ■n fabet ftatf » ' ■ ■ »Jnb*en 'bec ’Wä)!, Sjortrj3"’"11''01’« cl< W i „7"' ®"ie " 9t°S« I.hl '“"W VI, 2® S*Wttin5 ^8 am lo Uhr? ’06, ter Bund. it. «6etib6 81/, Uhr ■Abend. aalbau*. Dufek-Kolirr i. Böhmen: »er oationalböhvMn D'\ ittt schätzte Mitt bM eingMn. Antritt frei. Hoväpol? quauieg M bähe id herabgeletzten Preisen, he - - - >r?AuSblhnmg , 4.50 ie 8.- nngen 6 ** ' ‘riefel 20.- ckleder ," ' MtW-Sa- gC6 Stttergasse. *73 982 431 Nr. 40 Zweites Blatt 156. Jahrgang Freitag 16. Februar 1906 »rfchewl «glich mit Aufnahme deS DomuagS. J®!® ? . aa Rotationsdruck and Verlag der Brüh lick« Die „CWner ZamMendlStter- werden dem L SP1 g UnwerstlätSdruckeret. OL Lange. ®teÄ«. »An^e,ae, tnevmal wöchentlich beigelegt. Der UA K H ST Wlä tk B 0 2 Jj jä S h R 3 i UHöetrr ettchewt moumltch etmnaL XLZ V V H J U W V afi.au 1 iorittiW Hofpauer, Alpenbnmor. ienb5 bn Me zu habm r verein ^verein. poliHfcbe Tagesschau. Gründungen tu Italien. In einem Mailänder Briefe der .Nationalztg.^ werden interessante Einzelheiten veröffentlicht über den Aufschwung der italienischen Industrie. ES ist auch ausländisches Kavital daran beteiligt, sogar englisches, daS bishor von Unternehmungen in Italien zurückgehalten wurde. Man fühlt sich um fo mehr versucht, das mit der Politik in Verbindung au bringen, als einer Beteiligung deutschen Kapitals an den wirtschaftlichen und kommerziellen Neugründungen nicht Erwähnung getan wird. Die wenig freundliche Haltung eine? großen Teiles der italienischen Presse gegenüber Deutschland macht das am Ende erklärlich, aber die deutschen Gesellschaften werden sich zu trösten ivissen, denn es ist eine eigene Sache um kaufmännische Unternehmungen mit politischem Hintergrund. Vor vier Jahren entfesselte die neugebackene italienisch-französische Freundschaft ein ähnliches Gründungsfieber, aber die Geschichte endete mit einem großen Krach, bei dem viele Millionen verloren gingen. Sehr verlockend ist also an sich die Sache nicht. Die neuesten Verluste in Südweftafrika. Ein Telegramm aus Windbnk meldet: Am 7. Februar sind im Patrouillengcfecht bei Eendeern gefallen: LeutnantErichBeuder, geb. 15. April 1877 zu Voerde, Gefreiter Walter von Tanten, Reiter Felix Feldmeier. Verwundet Reiter Karl Gerold. Ferner Gefreiter Andreas Pfeifer an der Ruhr gestorben.___________________________ Rußland. Die Kvmmission, die unter Vorsitz deS Reichsrats Golubew zur Untersuchung der durch revolutionäre Bauern zerstörten Güter im Innern des Reiches eingesetzt ist, hat zahlreiches Material gesammelt. Der Schaden beträgt 34 Millionen Rubel. Die Kommission schlägt auf Antrag der Geschädigten um Schadenersatz vor, ihnen Darlehen gegen geringe Zinsen auf längere Zeit zu gewähren, während einige Mitglieder der Kommission unbedingt für volle Entschädigung in bar plädieren. Graf Witte sieht die Einberufung der Reichsduma bis Mitte Mai mit Bestimmtheit voraus. Bis dahin werden von ihm keine weiteren Verwickelungen befürchtet, welche die Einberufung verhindern können. Im April soll der Reichsrat seine neue Gestalt als Oberhaus erhalten. Die Klagen aus dem Innern Rußlands über die Hungersnot mehren sich täglich. Die ursprünglich angewiesenen Mittel zur Linderung des Elends der Landbevölkerung baben sich längst als zu klein erwiesen. Infolgedessen sind oer Verpflegungskommission unter Vorsitz des Gehilfen des Ministers des Innern Watatzi neue Geldmittel angewiesen worden. In Riga versuchte ein Schüler des Alexanderaym- nasiums, mit einem Dolche denDirektor zu ermorden Ter Anschlag mißlang. Der Täter wurde verhaftet. Tie Polizei entdeckte in dem Keller eines 5?auses im Zenttum der Stadt 14 Bomben, von denen acht gefüllt und sechs leer waren. Heer und Flotte. — Hessische Truppen haben im letzten Jahrhundert auf den verschiedensten Schlachtfeldern Europas im Kampfe gestanden. War ihnen das Schlachtenglück auch nicht immer hold, so haben sie doch fast durchweg ihre Fahnen und Feldzeichen zu retten gewußt. Und wo letzteres zur Unmöglichkeit wurde, hat man jene in ehrenvollster Weise verloren. So geriet bei der Einnahme von Aderklaa (Schlacht bei Wagram, 6. Juli 1809) die Fahne der 8. Kompagnie des 2. Bataillons des Regiments „Landgraf" (Stammtruppe deS jetzigen Jnfanterie-Leibregiments Großherzogin Nr. 117 nach heldenmütiger Verteidigung durch Major Scharnhorst und Fahnenträger Borfemann, welche beide dabei fielen, in Fei ndes band. Ueber daS weitere Schicksal der Fahne ist nichts näheres bekannt. Eine andere Fahne desselben Bataillons wurde bei Krasnoi am 17. November 1812 zerschmettert, sie wurde jedoch gerettet und steht, durch einen silbernen Ring verbunden, jetzt in der Generaladjutantur zu Darmstadt. Zwei Fahnen des Musk.-Bataillons der Brigade „Erbprinz" (jetzt Großh. Hessisches Jnfant.-Reg. Nr. 118) befinden sich im Fahnensaal zu Greenwich; sie gingen bei der Kapitulation von Badajoz (Spanien) am 6. April 1812 an die Engländer verloren. Die beiden Fahnen des 1. Bataillons des Regiments „Landgraf* wurden bei Leipzig von ihren Trägern bis auf die Spitze vernichtet, um sie nicht in die Hände der Verbündeten fallen zu lassen. Sonst haben die hessischen Regimenter niemals, auch nicht bei der entsetzlichen Deroute der „Großen Armee" in Rußland 1812/13, den Verlust von Fahnen und Standarten zu beklagen gehabt. Ein Beweis, wie sehr Mut, Ehrgefühl und Tapferkeit öis Mk. 2.00, im Ganzen Mk. 37 696.25. Die Lokal- kommission machte eine Taxation auf, welche ohne die Bäume mit einem Gesamtwert von Mk. 77 738.90 abschloß. Der ProomzialauSschuß, vor dem die Sache zur Verhandlung steht, beauftragte eine auS vier Landwirten (u. a. Oekonomie- rc: Schlenke-Friedberg, Bürgermeister Leun-Großen-Linoen und Bürgermeister Schaum-Kiein-Linden), sowie dem Architekten LomS Seulmg-Gießen bestehende Kommission mit der Abschätzung. Diese Herren taxierten das Gelände auf Dtk. 130 703.50 Pfg. ohne die darauf stehenden Bäume, die em kompetenter Sachverständiger auf 1000 Mk. bewertet hat. In Kreisen, welche den Wert von Grund und Boden in und um Gießen auch beurteilen können, schüttelt man zu der letzten Taxe allerdings den Kopf. Die Sache wird demnächst vor dem ProvinzialauSschuß zur Entscheidung gelangen. ** Gießener Kon zertverein. Wie unsere Leser wissen, wird in Dem am 18. d. M. stattfindenden 11. Orchesterabend als Sängerin QtL Katie von Roerdansz mitwirken. Das Auftreten dieser bei mis noch nicht bekannten Sängerin gewinnt verdoppelt an Reiz durch die ausgezeichnete Lieder- ausivahl, besonders aber dadurch, daß der Verein diesmal den seltenen Genuß von Gesängen mit Begleitung des Orchesters bieten wird. Nach uns vorliegenden kritischen Stimmen aus Berlin, BraunsclMeig, Hannover, Köln usw. dürfen wir uns aber von der Sängerin auch eine vorzügliche Darbietung der gewählten Gesänge erwarten. Man rühmt ihr eine schlackenlose, auch dem verwöhntesten Kenner inrponierende Tongebung, glockenreine Intonation, sympathische frische Stimmittel, wie vorzügliche Aussprache nach. Ganz besonders heben die Kritiken aber hervor, daß die «Längerin dabei auch allen Anforderungen an musikalische Auffassung und Gestaltung gerecht wird und einem feinen individuellen Empfinden Ausdruck zu verleihen versteht. — Die Eröffnung der neuen Bahnstrecke Gedern — Hartmannshain — Grebenhain soll am 1 Aprll stattfinden. An der Strecke, die die höchste Bahn des Vogelsberges und damit des ganzen HesienlandeS ist, wird jetzt nahezu bret Jahre gearbeitet. — Sein Maß. Bei einer kürzlich verhandelten Strafsache wegen Brandstiftung fragte der Vorsitzende des Gerichtshofes einen Zeugen nach einer gewissen Zeit, deren Feststellung für die Beurteilung des Falles von großer Bedeutung war. Der Zeuge wurde gefragt: r3tun, wie lange haben Sie sich denn da aufgehalten?* ,Ei no, so lang wie mer enn Schoppe Aeppelwei trinkt!" war die drastische Antwort. Obwohl der Gegenstand der Verhandlung recht bedauerlich war, konnte sich jedoch bei diesem Ausdruck des biederen Zeugen aus der Apfelweingegend auch der Gerichtshof eines Lächelns nicht enthalten. *• Merkwürdige Eier. Ein Geflügelzüchter fand am Mittwoch in seinem Geflügelstalle ein Ei, das 77 Millimeter lang und nur 36 Mm. breit ist. Es handelt sich hier um ein Erstlingsei. — Em Konditor fand beim Aufschlagen von Eiern ein solches, das drei kleine Dotter in sich barg. Verschiedene Gäste nahmen das merkwürdige Ei in Augenschein. ** Aesthetisch-Hygienisches. Von Damenhand geht uns nachstehende Zuschrift zu: „Mein Herr, Sie sind ein kolossaler Schweinigel!" Beinahe hätte ich mich gestern abend hinreißen lasten, dem Herrn . . . diese zwar nicht gerade parlamentarischen, aber aus einem ehrlichen Herzen kommenden Worte ins Gesicht zu schleudern. Da soll einem aber auch die Galle nicht steigen, wenn man sehen muß, in welch' unapperillicher Weise man in so einem Geschäft bedient wird. Merken Sie wohl auf, wie Herr. . . mir den verlangten Schinken gibt Dieser Gentleman befeuchtet zunächst den Zeigefinger der linken Hand mit dem Munde und holt sich ein Stück Einwickelpapier unter dem Ladentisch hervor. Der mit Speichel befeuchtete Fänger läßt eine deutliche Spur auf dem Papier zurück. Dann schneidet Herr . . das mit einem Tuch von mehr als zweifelhafter Sauberkeit abgewischte Messer in der rechten Hand, vom Schinken ab und legt die einzelnen Stücke mit der linken Hand aufs Papier, berührt also jedes Stück F-leisch mit dem unmittelbar zuvor zum Munde geführten Finger. Diese ganze Prozedur wäre schon dann ekelhaft genug, wenn die Benetzung des Fingers unterblieben wäre. Man besehe sich diese Hand! Ein unappetitliches Knochengerüste mit schwarzgeränderten Nägeln! Aber damit sind die Leiden eines einiger= maßen ästhetisch empfindenden und auf seine G e f u n b b e i t bedachten Käufers noch lange nicht erschöpft. Herr. . . ist nämlich gleichzeitig auch sein eigener Kassierer. Die nämliche Hand, die im nächsten Moment feuchte Eßwaren berührt, nimmt von jedem Käufer Geld und gibt solches heraus. Und wie der Chef, so die Bedienung. Keines scheint auch nur entfernt eine Ahnung hu haben, wie ekelhaft und gesundheitswidrig sein Gebaren ist. Daß im Speichel, beispielsweise eines Lungenkranken, sich Krankheitserreger befinden, daß Papiergeld und Münzen längst als gefährliche Krankheitsträger bekannt sind, ist doch nachgerade kein Geheimnis mehr! Unb Abhilfe loäre so einfach. Einwickelpapier ist, wenn man es nicht in Rollen hat, von wo es ohne die ekelhafte Leckerei leicht abreißbar ist, in Fächerform aufzuschichten, und die Waren sind nicht mit der bloßen Hand, sondern unter Benützung kleiner Gabeln aufzulegen. So wenigstens kann man es in einigen Geschäften hier sehen, und solange Herr... es nicht anders macht, hat er — man verzeihe das derbe Wort — eine S . . bude. Es will uns scheinen, als ob die hier berührten Dinge wichtig genug wären, um die mit der öffentlichen Sorge um hygienische Fragen be- rrauten Faktoren zum Eingreifen zu bewegen. — Lang-Göns, 12. Fedr. Die in der vorigen Woche durch den Ortsvorstand und den Kriegerverein erhobene Kollekte zur Unterstützung der in Südwestafrika kämpfenden deutschen Krieger ergab den namhaften Betrag von 185.70 Mk., welcher an den Vorsitzenden des Hassia-Verbandes zur Weiterbeförderung abgeliefert wurde. Es ist dieses gewiß ein schönes Zeichen der Opferwllllgkeit der hiesigen Gemeinde. 4~ Lang-GönS, 13. Febr. Arn Samstag und Sonntag veranstaltete der Turnverein Konzerte mit lebenden Bildern und Theater. An beiden Abenden war der Saal des Gasthauses „Schwanen" sehr gut besetzt. Bürgermeister Rompf hielt eine längere Ansprache über das Turnwesen. Er hob hervor, daß manchmal die Ansicht herrsche, auf dem Land brauche man lernen Turnverein. Das sei falfch, er rufe den Eltern zu, ihre Söhne zum Turnverein zu schicken. Die Hebungen seien gesund und wenn die jungen Leute ihrer Militärpflicht genügten, würden sie die Vorteile des Turnens schon merken. Der Redner erntete reichen Beifall. )( Mainzlar, 12. Febr. Ter gestern abend in dem schön geschmückten Saale der Bingetschen Wirtschaft abgehaltene 1. Familienabend des evang. Kirchen- gesan gVereins verlies unter zahlreicher Beteiligung der Mitglieder sowie deren Angehörigen, Verwandten, Freunden und einiger eingetobener Gaste aufs schönste. Gegen 8 Uhr eröffnete der Vorsitzende Pfarrer Guß m an n- Kirchberg die Feier mit einer Begrüßungsansprache, woraus der Kirchengesangverein unter der tüchtigen Leitung seines Dirigenten, Lehrers Weisel, mehrere Proben seines Könnens abgab, die bewiesen, daß der Verein, der erst wenige Jahve besteht, seinem Ziele, den kirchlichen Gesang zu pflegen und zu heben, nach Kräften nachkommt. Im Mittelpunkt der Feier stand der Vortrag von Pfarrer Guß- m a n n über das evangelische Kirchenlied. Redner legte in längeren Ausführungen die Entstehung des Kirchenliedes bar und führte an der Hand von Beispielen besonders dessen hohe Bedeutung für die gottesdienstliche und häusliche Erbauung vor Augen. Um die Unterhaltung der Anwesenden durch Gesang- und Klaviervorträge machten sich mehrere Damen und Herren in dankensiverter Weise sehr verdient. f Aus dem Lumdatal, 12. Febr. Ter Ausführung der von mehreren Gemeinden des Lumdatals projektierten Wasserleitung von Allendorf a. Lda. nach Lollar so4len insofern Schwierigkeiten entgegenstehen, als sich die beteiligten Gemeinden mit der Gemeinde Allendorf a. Lda., der Besitzerin der Quellen, über den Preis der letzteren nicht einigen können. Sch otten, 12. Febr. Ein seltenes Fest beging vergangenen Samstag abend die hiesige Firma A. Heß, Söhne, Zigarrenfabrik, mit ihrer Arbeiterschaft. 25 Jahre und zum Teil noch einige Jahre mehr, fino es her, daß Werkführer Tominicus Wagner, Sortierer Fr. Heyer, die Zigarrenarbeiter Joh. Neeb, Friede. Zimmermann, Ludw. Wagner, C. Albert, Fr. Neumann, Hch. Schauermaun, Wilh. Stete, Johs. Peiser, Heinr. Repp, Ludw. Mayer, C. Lucy, Hch. Zimmermann, sowie die Arbeiterinnen Elise Neeb, Marg. Zimmermann, Marg. Wagner, Karol. Stete, Käth. Gläsener, Kath. Konrad, Elise Repp und Luise Zimmermann bei der Firma ununterbrochen beschäftigt sind. Aus piesem Anlaß hatte die Firma ihre Arbeiter zu einer Jubiläumsfeier in den ©aal ihrer Fabrik geladen, wobei sämtlichen Judilaren und Jubilarinnen außer einem finnigen Geschenk der Firma die Ehrenurkunde des Deutschen Tabakvereins überreicht wurde. (Schott. Kreisbl.) Aus dem südlichen Vogelsberg, 15. Febr. Auf eine Anregung des LandtagSabg. Dr. Weber hin hat die Großh. Regierung die Prüfung der Frage vorgenommen, ob im Niddertal durch die Vereinigung von Hillers- und Nidderbach eine zur Versorgung eines größeren Teils der Kreise Schotten und Büdingen mit elektrischer Energie ausreichende Wasserkraft vorhanden sei. DaS erste Ergebnis dieser Prüfung bildet ein Gutachten, dessen Inhalt folgender ist: 1. Die Leistung der Wasseckrast oberhalb Lißberg ist bei einem Gefälle von ca. 60 Meter für 7 Monate im Jahre auf 700 Pserde- frätte berechnet. 2. Für die Zeit des geringen Wasserstandes (ca. 5 Monate) ist ein Dampfreserve erforderlich, die durch Anlage eines kleinen Stauweihers erheblich nerbilliat werden kann. 3. Tie Kraft von 700 P. 8. reicht aus, um em Gebiet von 6 Stunden (30 Kilorn.) im Umkreis von Lißberg (also ca. 20 000 Seelen) mit Vicht und Kraft zu versorgen. 4. Folgende Haupllimen, welche die Elektrizität den einzelnen Wohnplätzen durch oberirdische Fernleitungen zuführen sollen, sind in Aussicht genommen: 1. Lißberg - Hirzenhain—Merkenfritz—Gedern—Wenings—3 Seemen-Volkarts- hani — HartmannShain. 2. Lißberg — Schwickartshausen — Fauerbach—Nidda—Bad Salzhausen —Borsdorf—Rodhenn—Stemheim- Trais-Horloff—Inheiden—Hungen. Die Möglichkeit der Weiter- führunß dieser Linie bis Lich bleibt weiteren Erwägungen und Berechnungen Vorbehalten. 3. Lißberg—Schivickartshausen-Fauerbach—Unter-Schmitten. Hier teilt sich der Strom nach Eichels- dorf — Rainrod — Schotten — Rudingshain und Ulrichstein, sowie Ulfa—Gonterskirchen—Ruppertsburg—Laubach. Tie Wetterführung bis Grünberg rft eoent. noch rentabel. 4. Lißberg—Ortenberg— Selters, von dort Verzweigung nach Bleichenbach—Wolf—Rohrbach—Düdelsheim—Büdingen, Stockheim —Glauberg— Ewheim— Lindheim—Altenstadt, und Ranstadt—Taucrnheim—Blo'eld—Echzell—Berstadt. Sitz des Unternehmens würde die kleinste uitb ärmste oberhessische Stadt werden, nämlich Lißberg, in dessen Gemarkung die Wasserkraft zur Verfügung steht. R. B. Darmstadt, 15. Februar. I. I. K. K. H. H. der Großherzog und die Großherzogin sind vom Kaiser eingeladen worden, an den Festlichkeiten zur silbernen Hochzeit de§ Kaiserpaares und den Vermählungsseier- lichkeiten des Prinzen Eitel Friedrich in Berlin teilzunehmen. Das Großherzogliche Paar hat die Einladung angenommen und gedenkt, sich am 26. Februar nach Berlin zu begeben. — Für nächsten SamStag hat der Großherzog alle Audienzen und Empfänge abgesagt. Samstag ist näinlich ein Jahr verflossen, seitdem Großfürst Sergius, der Schwager unseres Landesfürsten, dem Attentat eines Meuchelmörders zum Opfer fiel. Aus diesem Anlaß wird nm Samstag vormittag in der russischen Kapelle auf der Künstlerkolonie ein Trauergottesdienst stattsinden, an welchem das Großherzogliche Paar mit den hier weilenden fürstlichen Gästen, die Mitglieder der russischen Gesandtschaft, sowie die übrigen diplomatischen Vertreter am Hofe, die Minister und die Hofchargen, und die Spitzen der Zivil- und Militärbehörden teilnehmen werden. Darmstadt, 15. Febr. I. G. H. Prinzessin Ludwig von Battenberg nebst Prinzessin-Tochter Luise werden heute nachmittag zum Besuche der Großh. Herrschaften hier eintreffen. Im Gefolge befindet sich Hofdame Miß Kerr. (Tarrnst. Ztg.) sd. Darmstadt, 16. Febr. (Eig. Drahtber.) In der gestrigen Hauptversammlung des Verkehrsoereins, der Geh. Kabmetsrat Röinheld, Ministerialrat Frhr. von Biegeleben und Oberregierungsrat Dr. Wagner beiwohnten, hielt Handelskammersyndikus Dr. Humann einen Vortrag über Kunst und Handelsgewerbe, in dem er u. a. mitieilte, daß die Stadt Darmstadt bereit sei, das auf 22 000 Mk. veranschlagte Ausstellungsgebäude der für 1907 in Darmstadt geplanten Landes-Ausstellung für freie und angewandte Kunst auf ihre Kosten zu errichten. — Der Grobherzog und die Großherzogin wohnten gestern abend dem Vortrag von Professor Thod e aus Heidelberg über die tragischeBühne von Bayreuth bei, den der Richard Wagner-Verein im großen Saal der Turngemeinde veranstaltete. y Waldhos-ElgerShausen, 14. Febr. Die Ortsgruppe deS DürerbundeS zu Gießen veranstaltete gestern abend auf unserem Waldhof eine schöne verlaufene, gut besuchte Gedächtnisfeier für Mozart. z Aus dem Kreise Wetzlar, 14. Febr. In sämt- lichen Bürgernieistereiorten des Kreises Wetzlar befinden sich seit vorigem Jahr Nebenstellen der Kreissparkasse, die den Leitern der einzelnen Kommiinalkasscn unterstehen. Würgendorf, 14. Fehr. Die Gewerkschaft Weißenburg erhielt von der japanischen Regierung einen Probeauftrag auf 1000 Kisten Dynamit, die demnächst via Hamburg nach dem Bestimmungsorte abgehen. (A. f. d. Dilli.) Frankfurt, 15. Febr. Zu dem neuen Sonntags- ruhestatut für Frankfurt sind auf Grund des § 105 der Gewerbeordnung nun folgende Ausnahmen endgültig genehmigt worden: Die Beschädigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern ist an Sonn- und Feierlagen rote folgt zulässig: Für den Verkauf von Roheis in den Monaten vom 1. April bis 31. September an den Vormittagen von 6 bis 10 Uhr; für Bier in Gebinden und Mmerattvasser roährend derselben Stunden, mit Ausnahme des ersten Oster- und Pfingsttages, für fDlolleveipvoöufte ebenso (mit Aus,rahme des ersten Wethnachts-, Oster- uni) Pfingsttags), für Milch vormittags von 5 bis 10 Uhr und mittags von 12 bis 2 Uhr, für Fleisch- und Wurstroaren von 5 bis 10 Uhr, für Back- und Konditoreiroaren von 5 bis 10 Uhr, für Obst, Eier und Gemüse und sonstige sogenannte Vorkostroaren von 6 bi5 10 Uhr (mit Ausnahme des erstell WelhnachkS-, Osler- und Pfingsttages), für frische Blumen von 8 bis 10 und von 12 bis 1 Uhr, (am ersten Weih- nachlS-, Osler- und Pfingsttag nur von 8 bis 10 Uhr vormittags), iüv die Zeilnngsexpeditton von 4 bis 9 Uhr vormttiags; für den Zeitungsverkauf von 12 bis 1 Uhr mittags. In allen diesen Fällen muß jedoch den Angestelllen entroeber an jedem drillen Sonntag eine volle 36 stündige Ruhezeit oder an jedem zroenen Sonntag eine solche mindestens von sechs Uhr oormittags bis sechs Uhr nachmittags gewähr! werden. Diese Ausnahmen erlangen gleichzeitig mit dem Ortsstatut Gültigkeit. (Frkf. Ztg.) fc. Hanau, 14. Febr. Der wegen Goldhehlerei zu 21/» Jahren Zuchthaus verurteilte Goldarbeiter Diehl hat sich im Gefängnis erhängt. — Jin Landkrankenhause ist gestern morgen der 18jährige Arbeiter Brand aus Vternes, der bet der Explosion in der Diefenbachschen Fabrik in Fechenheim Verletzungen davongetragen hatte, gestorben. □ Marburg, 15. Febr. Das vor bret Jahren inS Leben gerufene Institut einer Volksküche hat sich hier nicht bewährt. Für eine Unterstützung aus städtischen Mitteln hatte man in der heutigen Stadtoerordnetensitzung auch nichts übrig, weil es eben zwecklos erscheint und deshalb wird die Volksküche demnächst wieder ein gehen. "Kleine Zeitteilungen aus H e s je n und den Nachbarstaaten. In Vilbel beging der in weiten Kreisen bekannte KreiS-Pfandinelster Herget die Feier seines 25 jährigen Dienstiuoiläums. — In Frankfurt a. M., wurde unter dem Verdient, den Tod seines9 Monatealten Kinde s^durch fortgesetzte Mißhandlungen verschuldet zu haben, der Schu^ maaier Berg verhaftet. — Ein reicher Kindersegen ist einer Familie in Heusenstamm beschieden, der vor kurzem das 25. Kind geboren wurde. Es waren insgesamt 17 ftnuoen uns 8 Mädchen, die aber nicht mehr alle am ^Leben sind. — In Frankfurt a. M. brach im Seiden- und Spitzeit^cscyäst von, Pöschel nach GescbäftMchll.ß ein großer Brand aus. Dev Schwöen beirägt 36 000 Mark. Automobilomnibus. Neulich war an dieser Stelle Oie Rede von der beab* sichtigten Errichtung einer elektrischen Straßenbahn in Gießen. Ich bezweifle die Rentabilität einer solchen und empfehle dagegen die Einführung von Automobilomnibussen. Tie heutige Technik liefert gummibereifte Fahrzeuge von absoluter Betriebssicherheit, die 30—40 Personen mit einer Geschwindigkeit von 25—30 Kilometern per Stunde befördern können. Ein großer moderner AutoomnibuS kostet 20—25 000 Mk. Und so laßt sich eine nicht ungünstige Betriebsberechnung für einen geregelten Automobilomnibus- Berkehr ausstellen. Tie Vollgummibereifung kostet etwaj 2000 Mk. und dauert 20000 Km. aus. Auf das gefahrene Kilometer ist also eine Gummiabnutzung von zirka 10 Pfg. zu rechnen. Der Benzinverbrauch wird für einen 25pserd. Motor pro Stunde mit 7,5 Kgr. angenommen. Ta das Kilo Benzin 40 Pfg. kostet, verbraucht eine Stunde mit 20 Km. Fahrweg für 3 Mk., das Kilometer also 15 Pfg. Verzinsung und Amortisation des Wagens wollen wir ganz ungünstig berechnen; er soll in vier Jahren amortisiert feilt. Bei einer Fahrleistung von jährlich 3000 Stunden ergibt die Zins- und Amortisationsberechnung pro Kilometer 10 Psg. Setzt man noch für Schmieröl, Reparaturen und Führer gestalt pro Kilometer 5 Psg. ein, so stellen sich die gesamten Betriebskosten für das Km. auf 40 Pfg. Für etwaige schlechte Zufälle möge der Betrag in Rechnung gesetzt werden, den nach vier Jahren der Verkauf des völlig amortisierten Wagens ergibt. Erwägt man nun, daß viele Personen den Wagen nur auf kurze Strecken benutzen, daß also auf sog. rentablen Linien ein reger Wechsel stattfindet, so wird sich für die 5 Km. lange Strecke der Zehnpfennigtarif ermöglichen lassen. Tas Aussehen eines großen Automostilomnibus ist nicht ungefällig. Er besteht aus zwei Teilen, dem Personenwagen, der dem bekannten Straßenbahnwagen durchaus! ähnelt, und davor dem sargahnlichen Motorkasten, unter dessen Vorderspitze die Vorderräoer untergebracht sind. Tecksitze können leicht eingebaut werden und sind durch eine Wendeltreppe vom Hinterperron bequem zu erreichen. Sie werden mit Vorteil verwendet werden, wenn sich der Verkehr zu bestimmten Tageszeiten unangenehm häuft. stck. Vermischtes. •Untei den Vorfahren der Braut des Königs von Spanien, der Prinzessin Ena von Battenberg, befindet sich auch em Jude. In den Tiensten der Land- gräfin von Hessen war ein jüdischer Offizier Namens Haucke, der seine Fürstin nach Rußland an den Hof Katharinas II. begleitete. Er heiratete eine Zofe der Landgräfin, Namens Käthel — der Familienname dieser Stammmutter der künftigen Königsbaurbonen ist leider nicht überliefert — und trat auf Wunsch der Landgräfin zum Protestantismus über. Der Sohn aus dieser Ehe ist der hessische Staatsminister Haucke, der 1829 den polnischen Grasentitel erhielt. Er heiratete die Tochter deS Pfarrers Schweppenhäüfer aus Gr.-Rechtenbach bei Wetzlar und die aus dieser Ehe stammenden Kinder waren Gespielen der Fürstenkmder am Darmstädter Hof. Erne der Töchter wurde die Gemahlin des Prinzen Alexander von Hessen und Stammmutter der Batten- bcrgec. * Die Hungersnot in Andalusien (Spanien) nimmt immer größere Ausdehnung an. In zahlreichen Ortschaften »urdpn Die Bewohner ausgeplün dert, die Farmen niibergebrannt. In anderen Orten konnten die Bäcker rein Brot backen, da ihnen alles geraubt wurde. Tie Polizei mußte die MarkÜhalten durch starke Aufgebote schützen. In Eciec bemächclgte sich eine Lande einer Herde Schafe, tötete und verzehrte sie. In einem anderen Ort verkaufte eine Mutter ihr Kind an Zigeuner, um sich Geld zu verschaffen zum Kauf von Nahrungsmitteln. Die Großmutter kaufte das Kind zurück. * Kleine Tageschronik. In Schönwald bei Glei- witz wurde derGemeindedienerZap von feiner Frau im Streit mit einem Kärtosfelstampfer erschlagen; die F-rav Sf oeFl..r ö lIl9 Le. ilä|fiql.np und yrb i lut S-epteniber j! ®Ot> ^'nde^ 'n?eb>nde? btn "i> mittags *? dir i» L°°".V dK^ toCbitX1“' «»2 .H7SZZ OW ir lebci» ÄWe ?0lll'lag 11 *än,™H6.R äBx '■Hä? S»auä Aen »teS 2*****»«l m »ta -ifie* b*‘b ,r7 seines 25jLhngm wurde unter km XtelUeitiVe|M ??A der Ähuk ±Vlin?erf£9^irt J beschleden, der vor tuivm 5 "ÄmtU ticn »r alle nm Leben sind. - «to ü)erb= unb SpibtnycidjQf1 von Motzer Brand aus. Tev %*?SÄ k'n Rußland an de» - dec yamlU?leiöet nicht '"'^.7 der Landgräßn Wunsch , ^er Ehe'st^ ,ohn au * 1829 » , öauab' u Tochter d» L".^ »ÄÜ*-* «KSK ^L>Hr d-° ^p» ** WW- mnibus. 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Tie Untersuchung ist ein» geleitet. — In Kiel erhielt Freih. Manfred v. Killiuger beim P r i v a t f e eft t e n in der Marineschule durch den Fehlstoß eines Kameraden mit einem Dolch lebensgefährliche Verletz- u n g e n. Der Dolch drang ihm in den Unterleg Mlinger mußte in b~§ Militärlazarelt überführt werden. — Infolge eim? Zwischenfalles in der rnmän. Kammer ist der ehemalige Minister Filipc § cu von dem jeHgcn I u st i; m i n i st e r Badara u gefordert Word'n. — Der Vesuv ist fortb^uemb in Tätigkeit, die L"va gefährdet die untere Station der Zahnradbahn Der Verkehr auf der Dahn wird für mehrere Monate unterbrochen sein. — Nach Meldungen aus Lima ftrid ein Erdbeben in Eauad 0 r statt, bei welchem über 500 Personen getötet wurden. Ein Pistolenduell vor Gericht. X Gießen, 16. F-ebruar. In der heutigen Sitzung der Strafkammer kam u. a.. die 'Str-’ffgebe gegen die etubenten fternmim Metz, Robert B eck . Viktor Seibert sowie gegen Wildem Luft und W-lhelm M ü l- ler, sämtlich von Gießen, zur Verhandlung. Metz und Beck vrnren wegen Vollzugs eines im November v. I. im Sdiiffenbergcr Wald nu^getr-gen-m Pistolenduel's. -ttbert )r-c~en Kartelltroorns die andern Angeklagten wegen Beihilfe anaeklagt. Das Straf- verf"bren war, wie aus Antrag des Verteidigers festaestettt wurde, die Fo-ge einer an die Drovchzialbirakt'^n omichtet°n Anzeige. Die Angeklagten waren in -'ll-'n Pimkten geständig. Der Staat?-1 ti^'it b^traatc, mit Rücksicht auf die GefährEckkckt der gewählten Waffe gegen die beiden Duellanten Festungshaft von sechs Monaten, gegen den K-rteNträaer Festungshaft von vier Wochen und gegen die h-iben Gehilfen Festungshaft von je vier Wochen. Ter Vm-teidiger erbot eine geringere Strafe und hab zur Begründuna diests Antrages hervor baß die Anklage zurückzuführen sei auf eine anonvme Postkarte, ansaea-ngen nicht von einem offener Gegner des Duells der feiner Ueberzeugung nach mit offenem V's'er gcfämtnt haben wurde, ausaeaangen von einem Rechtsver'^ändigen, der sich, anstatt die Strafverfolgunasbehörde anzurufen, an die Verwaltungsbehörde gewandt habe, um so feine Kenntnis der Zuständigkeit der Behörden zu verdecken, ausgeagngen von einem Nicht- beamten, denn sonst wäre ein angesehener Beamter nickst so schwer verdächtigt worden, ohne den Schutz seines tiorgefe^ten Ministeriums gefunden zu h'hen, bas bis heute die Strafverfv'^ ing verbind-'rt h^be, endlich ausaegangen von einem Femd der Familie Metz, denn fonft wäre in der Karte nicht nur frm Angeklagte Metz allein als beteiligt genannt worden. Der Verteidiger sprach schließlich die sichere Erwa-rtung aus. daß das Gericht dem Denunzianten nicht roch eine besandere Genugtuung dadurch bereite, daß es auf eine höhere Strafe erkenne, als bA§ Gesetz zmstiqend erheische. Das Gericht erkannt e^bezug- lich der beiden lönifbtgrgefhgten nach dem Antrag W Staatsanwalts, bezüglich des Kartellträgers auf eine Strafe von zwei Monaten Festuuusl'ast u"d ber^-lich her beiden Gehilfen auf die bnn og Daa-u ICttnft und Wissenschaft. — Wie die „B. Z." erfährt, fo'f d"r Tenorist Burrian non der Hofoper in Dresden an die Komische Oper zu Berlin engagiert worden fein. Die Gage soll 52000 Mark betragen. München, 15. Felm. Die Stadtaemeinbe beschloß, an dem Saufe, in dem Heinrich Heine in München gewohnt hot, eine Gedenktafel onbrinqcn zu lasten. — Herzog Karl Theodor hat heute die 5 00 0. Star-Operation vorgenommen. — Hebbel-Ausführungen in Worms. AuS Anlaß deS 3. Wormser Rosenfestes wird u. a. auch Hebbels Nibelungen- Trilogie- Der gehörnte Siegfried, Siegftieds Tod und Crim- hildens Rache durch das gesamte Personal des Mannheimer Hof- nnd N'tionalthcaters, unter Hinzuziehung vau etwa 100 Bürgern und R'"'r^rinueu der ~4"ht Wnpms im Stadt. Festsruelhaus an 3ti-e: A end n zur Ausführung kommen, ^i' k'nst^r'sche Leitung liegt in den Händen des Hostheaterregisseurs Schaver, dje teckm. Leituna h^t ^irektm- Auer übernommen. Die Foftspielbühne foll einen Vicr-Me^er-Barb^u erhalten Der Prot"ktor des Rofen- gartewAusschusses, S. K. H. der Groß Herzog hat fein E r - scheinen nebst der Groß her zog in zugesagt. Die Aufführung findet am 9. und 10. Juni statt: eine Wiederholung folgt am 15 und 16. Juni. Universitäts-Nachrichten. lfdI Zum Konflikt an d er D a r mst ädt er Teck> n i- kchen Hochschule. Die Vertt'eter der Korporationen und die Nichtinkorporierten hielten am Donnerstag in der Technischen Hochschule eine Versammlung ab, in der über die Beschlüsse der aus 5 Professoren und 7 Studenten besteh ?nden Kamm isst an Mitteili'ng aemacht wurde. Die Kvmmissio?l hat beschlossen, vorn Rektor die Er^ärnng zu verlanaeu, daß er beim Kaiserkommers die Rede, durch die der ganw Konfl'kt heraufbes^waren wurde, nicht für den Senat, sondern für seine eigene Person gehabten habe. _(Sr soll ferner erklären, daß er die Stimmung der Stu- ben^ensch"ft bczüa'ich der kvuf<-sf'anell-m V^rbind'maen nach nickt gen-u kannw. er damals die R^de hielt. Diese B"schlüsse werden am Samstag einer größeren Studeu^enversamml"na vor- geleat. die sie wobl genehmigen wird. — Nach einer Meldung der ,.Nat.-Ztg." ist der Darmstädter Hackickulstreit durch ein befriediaeu^ '- Graebv'^ der V^raleichsverhand^"ngen Rektorat und Sst'de"te»schäft beerbet warben. Wie ruverlässig verlaute, habe b"'- Rektor in ollen Punkten nackgegeben. --- D i c Marburger Freie Studentenschaft hat folgenden Beschluß aefaßt: „Nackbem der Ausschuß dar Marburger Studentenschaft dea Nst^tinkarporierten eine wirksame Vertretung im Studentenausschuß dab"rch uumöalich aemacht hat. daß er biefi'ir-c von unannehmbaren'Bedingungen abhängig macht und atte EirigungsPer'uche trotz weitesten Eutaegenkommens d'r Nichtinkorporierten z-'ruckweist. l-efck'l'eßt b*c Vmfimmluna. sich an dem zur Zeit bestehenden Ausschüsse nickt mehr zu beteiligen. Die versannnetteu Nicktiukorvorierten richten daher an die akade- misckm Beb"rden das Ersuchen, den Studentenausschuß zu ver- an^asseu, sich einen Namen beizulegen, aus dem klar hervorgeht, daß in ihm nicht die gesamte Studentenschaft, sondern nur ein Teil der hicsiaen Studentenschaft vertreten ist." — Teu stä"diae" Hilfsarbeitern bei der w-issenschaftlichen Deputation für das Medizinakweßm und außerordentlichen Professoren der Universität zu Berlin Dr. Fritz Straßmanw und Dr. Haus Thierfelder ist der Charakter als Geh. Medizinalrat verliehen worden. — Von der Akademie zu Frankfurt a. M. wird uns aefckrieben- Im laufenden Wintersemester ist di" Gesamtzahl dar Z"hörer aut 704 gestieaeu fgeaen 663 im Wiuteii'emester 1904/05\ Die Zuhörer gliederten sich in folaevder Weise nach Berufen- Unter den Männern, welche die M"demie besuchten, warrni 135 Kaufleute. Die Zahl der Ingenieure und Techniker betrug 32 die der Juristen und höheren Verw'ltnngsbeamten 90 die der mittleren Verw-lt"ugsbeamten 11109 waren Lehrer 36 mit okad-rni's^er und 73 mit sem'narisck»r Vorbildung. Die Zahl dm Au-'eb-'-i'-'en semstioer aelehrter 8er'fe lAer^te pp.1 betr"g 23 Die Gmmttzahl der Frauen ^welcke Vorlesungen an her ?lkabemie hörten. bettet sieh auf 228: darunter waren 59 Lehrerinnen, 10 Angestellte und 154 ohne Beruf. Von den Besuchern ttmmattikulierten Sttidiermden^ besaßen 45 lglstch 26 Bro-ent'' und von den Hafpitanten sogar 140 Gleich 45 Vrazant'' schon anderm-eitige Hochschulbildung. Die Zahl der Ausländer, welche die Akademie besuchten, ist nur gering <2Ti und im Vergleich zum vorhergea^ngeuen Wintersemester sogar etwas gesunken. (5c.) Neue Professuren an preußischen Universitäten sind im neuen Etat eine ganze Reihe vorgesehen. Für Königsberg ist die Err'ckpmg eines Ers^tz-Ertraordina- riates in her medizinischen Fakultät und eines Ordinariats in bet philosophischen Fakultät (für deutfche Sprache und Litera tu rl iu Dlssicht genommen, für Berlin ein ErsatzErdmariat m der theologifcheu Fakultät und drei Ersatz-Ordinariate in her philosophischen« Fakultät. In Greifswald soll ein Ersatz- Ordinariat in der theologischen Fakultät errichtet werden, in Breslau zwei Ersatz-Ordinariate in her philosophischen Fakultät. Für Halle ist ein Ersatz-Ertra-Ordinariat in ber rnebi- zinischen F f-ltät urb ein Gatraorbinariat in ber Philosoph sch en Fakultät, für klassische Philologie) bestimmt, st-el soll ein E-traorbinariat in ber mebizinischen Fastiltät (für gerichtliche Mebizin), ein Ers^tz-Orbinariat und ein Oristnariat in der philosophischen Fakultät (für ftavzc fische Sprache) erhalten. Göttingen erhält ein ©rf-MDrbinarH in d"r mebizin'sck''n Fakultät. Für Marburg sind zwei Ersatz-Orb'nariate in der medizinischen Fakultät vorgesehau. Für B 0 n n ist ein Ertraordinäriat in ber latholisch-theologiscken Fakultät ttür K'irckenreckt', ein Ersatz-Orbinariat in bet mebizinischen und e;n Ersah-Or^ narja^ in ber philrckavhiscken Fa.k'ltät bestimmt. In Münst wirb ein Ersatz^Orbinariat in ber theologischen Fakultät ' ein Ertraorhinariat in bet pH-Gsodbischen Fakultät (für Pt .'nie insbefonbere phvsio^ogrs^e Chemie) erricktet. Im G"N' sollen bemnach 22 neue Trofeff-'ten errichtet werben unb 'war in irr ev"ngett sch-tbeologifcken Fakutt^'t 2, in d"r k'tholisch-thaoloai- schen F'-l"ltät 2, in bet mebizinischen Fakultät 7 unb in ber philosophischen F^lnttät 11. Ferner soll'm brei CrtraarbGariate unb zwar für englische Philolaaic in Königsberg, für Staats- wijsenschaften in Berlin und für Zoologie in Münster in Ordinariate mngewanbelt werden. Da»u kommt eine neue Alttcilunas- vorsteherstelle für das patholaatt'cke Institut in Berlin, sawie die Remuneration für einen aheis''nisck-m Lektor am Seminar für Oiian^lische Sprackeu in Berlin, für emen Lektor für Forstwissenschaft in Känias''-'ela und tyr einen Vertreter des Kolonial- rff h<^r 93"rrt’*<’r Arbekterbewegnng. — Der Arbeitgeberoer da i^b Der Lausitzer T u ch i n d »i st r i e ließ in den zum Verbände gehörigen Betrieben sine Bekgnntmgchnng anlchlagen, ngch der ab 1. Juli die Arbeitszeit im Sommer von 6 Uhr früh bis 6 Uhr abends, im Witner von 61', Uhr früh bis ß1', Uhr abends mit l'/,sti'indiaer Mittaas« panfe dauert. An bett Vorabenden vott Sonn- tmb Feiertaaen enbet die Arbeit tun 51/, Uhr. In den einzelnen Abteilnnaen findet für Shtnbenarbeitcr vor- unb nachmittags eine VJtünbtge Panse statt. Der Lohn der St u tt den ar beiter wirb entforechend ber Verkiirztmg ber Arbeitszeit erhöbt. Die Bekanntmachung bemerkt, daß bie Bewilligungen die änßerste ßh-etue dessen dgr- stellen, tua5 die Lmckitzer Tnchinbttstrie mit Rückficht auf ihre 2etnungs' unb Konkurrenz^ähtakeit ertragen könne, unb spricht dgs Vertrauen aus, daß sich bie Arbeiter nicht durch Einflüsse irgend welcher 91 rt zu unbesonnenen, die Industrie und die Arbeiter selbst schädigenden Schritten hinreißen lgssen. Fiume, 15. Febr. Ter Generalstreik der Heizer und Ai a t r 0 s e n sowie der Hafenarbeiter bereitet dem Handelsverkehr großen Schgden. In den Lggerhäusern und Postämtern häufen sich bie Wgren, bie zum Teil verberben. Gestern iigchinitlgg unternghmen Stretkenbe einen Temonfirgtionszug. Tie Polizei wurde aus den Fenstern einer Fabrik mit Ziegelsteinen beworfen. Liree^rrsjcvcs. — Die Reblausbekämvsung. Irrtümliche Aus- sasf"ngen unb 9(nnn5men bei ber Reblausbekämpfung im beutscheu Reiche unb bie sich burauS etgebenben Forberunaeu Nebß Abdruck ber deutschen Nehlausgesetze. Von L. Do sch, Ofroßh. Hess. Schulrat i. P. in Darmstadt. (Verlag von Emil Roth in Gießen). Preis 1 Mk. — Wenn irgend ein Wer Ich en zeitgemäß kommt, so ift cs dieses in Kürze im Druck vorliegende Schriftchen. Für Behörden, Sachverständige, Winzer und für ^tte, die sich für den Weinbau interessieren, ist es unentbehrlich. Die vielen irrtümlichen Ansichten über die Reblauskranihcit, welche noch herrschen, sind ausftthrlich geschildert und deren Unrichtigkeit nachgewiesen. Die eingcheudc Besprechung der beispiellosen Verseuchung in Lotheugen, die betnerleuswerte Rekonstruktion des Weinbaues in Frankreich vermittels amerikanischer Reben ist in auspreckcnd''r Weise hervorgehobeu unb zwar immer im Vergleich mit den Zuständen in Deutschland. Bezüglich des Reblausgesetzes vvm 6. Juli 1904 ift auf die Verbindlichkeiten biugertnefen, welche wir zu erfüllen haben, um eine gleichmäßige Durchführung des Gesetzes in allen Bundesstaaten zu erzielen. Schon der Namr des Verfassers. iDelcher als einer der vorzüglichsten Reblauskenner affgcmciit bekannt ift, wird dem Bucke ettw a"saehehnte V^rbreitttna sickern. handel und Verkehr, Volkswirtschaft. Konkurse in Hessen. Ueber d"s Vermögen des Tief- bauutifernehmers Wilhelm Haus I. zu Eschollbrücken wurde am 14. Febr. nachm. 5 Uhr das Konkursverfahren eräffnet. Der Gericktstaxator Gg. Reickard zu Darmstadt wurde zum Konkursverwalter ernannt, .stvnkursforderungcn sind bis zum 10. März 1906 bei dem Amtsgericht Darmstadt II. anzumeldeu. Paris, 15. Febr. Das „Echo de Paris" druckt an der Spitze ber ersten Seite die Zuschrift eines anonhmen Fmanz- mannes ab, der angesichts der Haltung der deutschen Negierung die französischen Danken a u f f v r d e r t, keinerlei Geld mehr in Deutschland zu plazieren, allen deutschen Häusern unb Gesellschaften bie Kredite zu kündigen und alles französische Geld aus Deutschland zurück z u z i e h e n. Märkte. H Marburg, 14. Febr. Dem heutigen bie§fnhrigen ersten Schweinemarkt Iah man wegen ber in die Hobe gegangenen Preise mit Interesse entgegen unb deshalb trug der Markt auch ein reckt lebhafte? Gevräqe. Es kosteten bei flott-'m Geschäft kleine 6—7 wöchige Ferkel 40—45 Mk., 8-10 wöchige 50—60 Mk. nnd 4—6 Monate alte Mastschweine 120—140 Mk. vro Paar, je nach Größe unb Qualität. Tie Zufuhr betrug 590 Stück, die fast sämtlich abgesetzt wurden. fc. Frankfurt n. M., 16. Febr. 'Crig.-Se(egr. beS „Gieß. Anz.") Diehmarkt. Zum Verkaufe standen 00 Kälber 00 Schafe unb Hammel. 367 Schweine: 1. Qual. 82—00 Pfa. Lebeudaewicht 64.00—00.00 Pfa, 2. Qual. 81 Pfa., Lebenbaewicht 63.00—00 Pfg., 3. Qual. 73—75 Pfg. Kälber 1. Qual. 00—00 Pf., Lebenbgewicht 00—00 Pfa., 2. Qual. 00—r>0 Pfg., Lebenbaewicht 00 - 00 Pfa., Schlachtgewicht 00-00 Pfa. Schafe 1. Qualität Schlachtaewickt 00-00 Pfg., 2. Qualität 00— 00 Psg. Geschäft: Markt nut, fein Ueberftanb. Meteoroloancke ^eobachrungen der Station Kiesten. Februar 1906 0 — — V- — e c o ?- Wetter 15. 15. 16. 2» 9" 7» Hoc Nie 745.5 L 1.9, 3,7 746 7 !— 2,0 1 3,8 747,11— 2,8 । 3,7 ifte Temperatur an brigfte „ 0 69 96 100 15. ? 15. 8 8 SE februar 2 2 2 — 4- Bew. Himmel Klarer Himmel Bed. Himmel 2,5° 0. 2 0° C. Giestener landwirtschaftlicher Wetterdienst. VorouHstchtliche Miiternng in Hessen für Samstag den 17. Februar 1906: Vorerst noch heiter unb trocken, noch leichter Frost. Tann zunehmende Erwäirnrnng und Trübung, meist Regen. Nähare« burrfl bte («teRCiier 9Betierfarte. KchiffsttcLciiricbten. Red Star Linie. Der Postdampser „Kroonland" der ,Red Star Linie" in 9lntweroen ift laut Telegramm am 12. Februar wohlbehalten in New-Bork angekommen. ^amiHctisnacbrid^ett» Gestorben. Frau Emma Müller, geb. Knierim, Friedberg. — Frau 9l(bert Doering Ww., Elise geb. Hossmann, Sinn. Verlobte. Fräulein Hedwig Weiß. Frankfurt a. M., mit Herrn Wilhelm Merzbach. Offenbach a. TL Geborene. Herrn B. Waaner u. Fran, aeb. Rnmvf, Tcarhurg, eine Tochter — Herrn Gerichtsassessor Stumpf u. Frau, geb. Vogt, Orrginal-Drahtmelvungen. Berlin, 16. Febr. Der Aussichtsrat des Kalispn- dikats beschloß, ber zum 1. Marz cinzubenifenden Gesell- fchatterversammluna den Abschluß der definitiven Vertrage mit ber Gewerkschaft Roßleben, den Alkaliw-rken Ronnenberg und bem Kaliwerk Sollstedt bezüglich ihrer Aufnahme in dos Kali- ftmbifnt zu empfehlen. Den drei ncum Werken wird feiten? bc§ Kalifvndikats eine oleichmößioe Quote zugewiefen, unb uvar stellt dieselbe das arithmetische Mittel das zwischen den Anteilziffern dec Werke Karlsfund und Salz«Detfurth. — Gestern abend fand man den Glöckner Hennick, unb seine Fron onfcheinenb veroiftet vor. Wegen bes Ramensoleich- flanas mit dem des vielgestichten Mörders .Hennig wurden die abenteuerlichsten Gerüchte verbreitet, welche große Volks- ansammkllngen vor bem Hause veranlaßten. Charlotten bürg, 16 Febr. Stabtrnt Dr. Benno Faffö hot zur Feier feiner filbernen Hochzeit 1 Oß 000 Mk. ui einer Stiftung zu Gunsten verschämter Armen ber Stadt Cborlottenhura dem Magistrat überwiesen. Weitere 12 000Mk. find bem Magistrat von einem anderen Bürger zur Verfügung gestellt worden. Spandau, 16. Februar. Der Vizefelbwebel Schirrmeister vom 2. Bataillon bes Gardc-Grenobier-Rcgiments würbe vom Kriegsgericht wegen Unregelmäßigkeiten, bie er sich als Menage-Unteroffizier bei ber Austeilung der Lebensmittel an die Mannschaften hafte zu Schulden kommen lassen, zu einem Ja hr 7 Monaten Gefäng- nis, Degradation und Versetzung in bie zweite Klasse bes Solbatenstonbes verurteilt. Dortmünb, 16. Febr. Dec Rebakteur ber „Tre- monia", Dr. Hoffmann, wurde wegen der in seinem Blatte ausgestellten Behauptung, bie „Dortm. Arb.-Ztg." habe fich für Streikgelber eine neue Rotation?maschine angeschaist, zu 100 Mk. Gelbstrafe verurteilt. Das Gericht war ber Anficht, baß ber Artikel ber „Tremonia" eine schwere Beleidigung bes Hergusgebers ber ^Arb.-Ztg.*, Gerisch, barstelle. Dggegen sglle mitbernb ins Gewicht, baß es sich um einen politischen Kampf handle. London, 15. Fehr. In ber Versammlung ber Unionistifchen Partei erklärte heute Chamberlain, baß zwischen ihm unb Balsour vollstänbige Einigung erzielt sei. Die Tarif re form als afabemifche Frage zu bchnnbetu ober sie so lange zurückzustellen, bis bie Unionisten wieber am Ruber wären, würbe eine durchaus verfehlte Politik bedeuten. Wenn erst die Masse des Volkes der Frage genügendes Verständnis entgegenbrächte, so würde sie, behauptet Chamberlain, für eine solche Acnberung bes Zoll- wesenS sein. Wie cs heißt, ist bas Ergebnis ber Versgmm- lang, baß ein beratenber Ausschuß gebilbet werbe, ber aus Chamberlain, Balfour unb Anberen bestehe unb über bie Reorganisation der Partei beraten soll. Oviebo (Stigmen), 15. Febr. In Genug mürbe gegen bg§ HauS einer Privgtgesellschgst eine Bombe geworfen, woburch beträchtlicher Schoben ongerichtet würbe. Bern, 16. Febr. Am Großen St. Bernharb stürzte ein Bo st sch litten mit vier Insgssen infolge Scheuwerbens ber Pferbe über einen 50 Meter tiefen Abhang in bie Osfgnfefchlucht. Dem liefen Schnee auf bem Grunbe bet* Schlucht verbanden es bte Insassen, baß sie mit verhältnismäßig leichten Verletzungen bavon kamen. Der Postillorr blieb ganz unversehrt. Obessg, 16. Febr. Der Justizminister Akinow künbigte bem früheren Stabthciuptmanne von Obessg Reib'- hgrb an, baß er ihn wegen seine? passiven Verhalten? wahrenb ber Iubenverf olgun g en in Odessa im vergangenen Ighre den Gerichten übergeben werde. Telefonische des Giessener Anzeigers, mitß-e nnd Indnstr Frankfurter Rörs 3>40/o Beichsanleihe . . 101.4 3% do. . . 89.50 3yt°/0 Konsols .... 101.70 3% do 89.30 3K°/0 Hessen 99.B0 Q-iA°ln Oberhesseu . . . — 4% Oesterr. Goldrente. . 100.90 4V6 6/- Oesterr. Sil Herrente 101 50 4 % TJne-ar. Goldrente . . 9S.6H 4»z Italien. Bent-o . . . 106.50 3% Portuffiesen Serie I . 68.65 39vf Portugiesen .. ITT 69.50 1 russ.Stnatsanl. 19H5 9240 V/V> „ Japan. Staatsanleihe 95.10 1 Conv. 'Türken von 1903 93 30 Tnrkenlose ... . . —■ — 4 % Grieeh. Monopol-Anl.. 53.50 1 % äussere Argentinier . 92.50 3°/n Mexikaner .... 67.50 4j^°/0 Chinesen .... 96.95 Aktien: Bochum Guss 245.75 Buderus E. W 133.— Tendenz : fest. Berliner Börse, lf Canada E. B 173.30 Darmstädter Bank . . . 149.7'- Dentsche Bank .... 242.1p Dortmunder Union C. . . 90 20 Dresdner Bank .... 166.00 Tendenz: mhicr. Kursberichte teilt von der Bank für Handele. Giessen. e. 16. Februar, 1.15 Uhr. FJektriz. Lahme.yer . . . 145.— Elektriz. Schuckert . . . 134.— Esch weil er Bero-werk - . 260.75 Gelsenkirchen Ber*rwerk . 228 20 Hamhnre-- Amerik. Paketf. 165 60 Harpener Bergwerk. . . 217 25 Laurabntte 246.00 Xordd. Lloyd .... 128 20 OberRchles. Eisen-Industrie 130 8Q Berliner Handelstres. . . 174.78 Darmstädter Bank . . . 149.80 Deutsche Bank . . 242 20 Dentsch-Asiat. Bank . . 182.60 Diskonto-Kommandit. . . 189.30 Dresdner Bank . . . 166.00 Kreditaktien 211.80 Baltimore- und Ohio- Eisenbahn 113.70 Gotthardbnhn T.ombard Eisenbahn . . 25.20 Oesterr. Staatsbahn . . . 144.20 Prince-Henri-Eisenbahn . 132.50 . Februar. Anfangskurse. Harpener Bergwerk . . . 216.70 Lnurahütte . . , 245.70" ' ombarden E. B. ... 25.20 Nordd. Lloyd —•— Türkenlose 147.10 Eine Kraftnahrung für alle Schwächliche von unübertroffenem Nährwert unb gutem Geschmack stellt man in 5 Tlinuten aus Bi 0 i 0 n mitBouillon-Extrakt her, welches dem Blut die wichtigsten Ei-nährungshestaudtcile Eiweiß — Essen — Lecithin (Phosphor) in geeignetster Form zissührr. 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Amtsgericht Hungen, da derselbe seine Zahlungen eingestellt hat, heute, am 14. Februar 1906, nachmittags 5 Uhr das Konkursverfahren eröffnet worden. Rechtsanwalt Sandmann zu Hungen ist zum Konkursverwalter ernannt. Konkursforderungen sind bis zum 4. März 1906 bei dem Gerichte anzumelden. Es ist zur Beschlußfassung über die Beibehaltung des ernannten oder die Wahl eines anderen Verwalters, sowie über die Bestellung eines Gläubigerausschusses und eintretenden Falls über die in § 132 der Konkursordnung bezeichneten Gegenstände, ferner zurPrüfung der angemeldeten Forderungen auf Montag, den 12. März 1906, vormittags 10 Uhr — I vor Großh. Amtsgericht Hungen Termin anberaumt. Allen Personen, welche eine zur Konkursmasse gehörige Sache in Besitz haben oder zur Konkursmasse etwas schuldig sind, wird aufgegeben, nichts an den Gemeinschuldner zu verabfolgen oder zu leisten, auch die Verpflichtung auferlegt, von dem Besitze der Sache und von den Forderungen, für welche sie aus der Sache abgesonderte Befriedigung in Anspruch nehmen, dem Konkursverwalter bis zum 4. März 1906 Anzeige zu machen. [B16/2 Der Gerichtsschreiber Großherzoglichen Amtsgerichts _________Hungen.__________ ’fe. hta-tailge ffur Herren und Damen Domino, Clown, Perücken u. Bärte billig zu verleihen. Größte Auswahl in karneval-Artikeln. H- Tichy 756 Seltersweg 48, Ecke d. Goethestr. Kreppel schmecken am besten in Vegetative gebacken. 743 Vegetattne lose, per Psd. 50 Pfg. Amtliche Backzutaten tn nur prima Qualität empfiehlt billigst Mols LenlM Nachf. Telephon 337. Musik Wegen Geschäftsveränderung spottbillig Werke elektr. 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