Erstes Blatt 156^ Jahrgang Dienstag 19, Juni 1906 Ale heutige Nummer umfaßt 8 Seiten. Ker Kaiser beim Aürsteu ZZÜLow. W. T. B. meldet heute: Norderney, 18. Juni. Der Kaiser ist heute nachmittag mit dem Depeschenboot „Sleipner" hier eingetroffen und von dem Reichskanzler Fürsten Bülow empfangen worden, dein er dann in der Billa'Wedel einen Besuch abstattete. Nach dem Eintreffen in der Billa Wedel nahm der Kaiser einen ein stündigen Vor- trag des Reichskanzlers entgegen. Sodann sand Frühstückst cnel stall. Nach dem Aufheben der Tafel verweilte der Kaiser zwei Stunden auf der Terrasse der Villa im Gespräch nut dem Fürsten Bülow. Gegen 5 Uhr fuhr der Kaiser zur Landuitgsbrücke, begleitet von dem Reichskanzler und der Fürstin, um die Rückreise nach Cuxhaven anzutreten. Bei diesem überraschenden Besuch wird man zunächst an eine Aufmerksamkeit für den Fürsten Bülow denken. Der Kaiser nimmt an dem Befinden des Reichskanzlers lebhaften Anteil; auch das günstige Wetter mag zu der kurzen See- fahrt von Helgoland nach Norderney eingeladen haben. Der „Bert. Lokalanz.", der zuweilen aus dem Auswärtigen Amt unterrichtet wird, deutet jedoch an, daß politische Gründe den Besuch veranlaßten. Es scheine, so bemerkt das Blatt, die Notwendigkeit vorgelegen zu haben, daß der Kaiser seinen ersten Ratgeber spreche, was in früheren Jahren durch eine Unterbrechung des Urlaubs seitens des Fürsten Bülow ermöglicht wurde. Mit dieser offiziösen, oder vielleicht nur sich offiziös gebenden Andeutung ist nicht viel anzufangen. Auf dem Gebiet der inneren Politik besteht kautn die Notwendigkeit zur Herbeiführung einer Aussprache zwischen Kaiser und Kanzler; soweit bekannt, ist keine Entscheidung dringlicher und wichtiger Art in der Schwebe. Die Fortschritte der russisch-englischen Verständigung, von denen der Londoner „Standard^ erzählt, brauchen nicht zu beunruhigen, wenn es zutrifft, was der „Standard" behauptet, daß jede mögliche Gegnerschaft Deutschlands gegen ein solches Abkommen durch „offene Erklärungen" in London und Petersburg beseitigt worden sei. Ob wirklich alles in Ordnung ist, dafür wird man noch andere Zeugnisse, als von englischer Seite, abzuwarten haben. Vorläufig ist das Abkommen noch nicht perfekt, und daher würde noch keine Gelegenheit 311 einem deutschen Einspruch wegen Verletzung . deutscher In» teressen gegeben sein. Es können allenfalls die immer bedenklicher sich gestaltenden Zustände in Rußland den Kaiser zu einer Konferenz mit dem Fürsten Bülow bestimmt haben. 'SÄ“" rroLonialpost. — Nach einer Meldung aus Lissabon wurde die Stadt Am brizette in Angola (Afrika) von Eingeborenen voll- ständig vernichtet. 3000 Eingeborene lehnten sich gegen die portugiesische Negierung auf, umzingelten die Stadt und griffen sie an. Tie europäischen Einwohner verteidigten sich heldenmütig, wurden aber von der schivarzen Horde überwältigt. Die Neger demolierten und brannten die Häuser der Europäer nieder. Der englische Dampfer „Jebbo" rettete eine Anzahl Europäer. Ein portugiesischer Kreuzer wurde entsandt, um den Aufstand zu unterdrücken. — In Natal wurden sämtliche schwarzen Hilfstruppen entlaßen und 300 gefangene Zuluneger als Arbeiter nach den Diamantgruben Kimberleys geschickt. Bis Dienstag erwartet man in London die Uebergabe der zerstreuten Aufständischen unter zwei unbedeutenden Häuptlingen. Airehe und Schule. Eisenach, 18. Juni. Auf der deutsch-evang. Kirchenkonserenz wurde ntitgeteilt, daß tue Justizkommission des Kirchenausschusses mit der Vorbereitung der für das evangelische Deutschland in Betracht kommenden Gefichts- 149.50 130.75 262.80 219.00 16020 215-90 240.90 J26.70 129.00 171.40 189 00 235.30 ] 86.60 183.00 157.90 209.00 113.10 33.70 1490 151.9° 18. Juni, US Uhr- Lahmerer. ■ itriz-Sehncker • W- pener Bergwerk , irabfttte ■ • 1 * . gsr Sdter Bank . • itscbe M . . .«dner Bank , , editaktien 1 ltimore;nn(lu . EiseDÄ.’ . • • 1 Eisenbahn • öbarWabahn- ' Deutsches Reich. Helgoland, 18. Ium. Ter Kaiser hat gestern an Bord des »Sleipner* die hiesige Rhede verlassen und sich nach Norderney begeben. Berlin, 10. Juni. Unter dem Vorsitz des Ministerial- direktorS Dr. Förster ist heute der Apotheker rat zusammengetreten. Gegenstand der Beratung bildet u. a. die Frage, wie den Schwierigkeiten, welche das Warenschutzgesetz vom 12. Mai 1894 für den Arzneimitteloerkehr herbeigeführt hat, am zweckmäßigsten begegnet werden könne. Bremen, 18. Juni. Die europäische Fahrplan- Konferenz hier beschloß, bei den Vertragsstaaten die versuchsweise Einführung der dritten Klasse in Expreß- zügen innerhalb Europas zu beantragen. Kreta verwaltet, sind teils bereits freundschaftlich, teils »vird — zwischen! England und Rußland — ein durch Vertrag zu bekräftigendes Einvernehmen angestrebt. Die zu dem genannten mfttelmeerpolitischen Ziel treibende Kraft ist zweifellos England. In Erinnerung ist die außergewöhnliche Herzlichkeit, mit der König Eduard bei seinem jüngsten Besuch in Griechenland ausgenommen wurde. Die politiiiereuben Hellenen bewunderten in König (Äuiard offenbar den erfolgreichen Ste.atskünstler; sie sehen in ihm ilwen Vertrauensmann, der ihren Hoffnungen in stiller Diplomatenaroeit Erfüllung bringen werde. Run ist aber hm- länglich bekannt, daß die englische StaaiSkunst in erster Linie auf den eigenen Vorteil bedacht ist, und wo dieser im „Fall Kreta" zu suckM wäre, dafür fehlt es denn auch nicht an Anzeichen. Schon seit längerem forber.t englische Blätter tue Regierung aus, neue Flottenstützpunkte i in Mittel meer zu erwerben zu erhöhter Sicherung der dortigen britischen Interessen. Der jüngste, nur einstweilen beigelegte Konflikt Englands m't der Dirrkei ist nichts weniger als geeignet, diese Forderung zu entkräften. Da hat man denn seinen Blick auf die an der Rordl'üste Kretas gelegene, zu einem großen natütlid)cn Hafen führende Sudabai gelenkt, die bereits bei iittcmationa,-n Flottenaktionen genannt wurde, so vor neun Jahren in dem Kriege zwischen Griechenland und der Türkei. Deutschland loar damals durch den Kreuzer „Kaiserin Augusta" in der Sudabai vertreten. Die Besivcrareifung dieser Bai durch England würde ihre Spitze gegen die Türkei richten, von der denn aun) der entschiedenste Widerstand zu gewärtigen wäre. Sollte aber der „große Schachzug" der Vereinigung Kretas mit Griechenland auf Englands Drängen in Angriff genommen und durck)geführt iverben, dann sähe sich die Türkei von der Vereinigung der vier Mächte matt- Doch auch in Griechenland hat diese Sudabai-Möglichkeit einigermaßen abkühlend gewirkt auf die England-Begeisterung. Wohl möchte man Kreta dem Hellenenstaat angliedern, aber den besten Hasen der Insel unter die britische Flagge zu geben, das ist denn doch eine Aussicht, die den Gedc...^n an das „Vom Regen in die Traufe kommen" nahelegt, und zum Bewußtsein bringt, daß sich mit der formellen Oberhoheit des Sultans über Kreta auch vom Standpunkt des Grieck>en aus gar nicht so schlecht leben läßt. Die Kreter sind wahr.cheinlich ähnlicher Meinung. Doch wenn England cs ernstlich' auf die Sudabai abgesehen bat und eine Verständigung mit den drei andren Mächten für möglich halt, bann wird es über die Bedenken der t^ud^n und Kreter wohl kaltblütig hinweggehen. Die vorstehend an gebeutete Aenderung der Situation im Orient soll angeblich schon im Herbst in Erscheinung treten. Aus jeden Fall sind die den „Detterwinkel" angehenden Vorgänge der besonderen Beachtung wert. Aöerst Küger E s^.^6esprvchen, aber mit einer Motivierung, die ihn harter treffen wird als es die schärfste Verurteilmtg vermocht hätte. Das Gericht ist dem Gutachten des ältlichen Sachverständigen beigetreten, wonach sich der Oberst zurzeit der Abfassung seiner Broschüren in einem Zustande krankhafter Störung der Gei st e s t ä ti g fe i t befunden hat und noch jetzt befindet, nach lvelcher seine freie Willensbestimmung ausgeschlossen war und ist — Strafausschließungsgrund nach § 51 Str.-G.-B. Der Oberarzt Dr. Muermann erklärt, er habe auf Grund des Studiums der beiden Broschüren und der Akten sowie der Untersuchung des Obersten zu einem abschließenden Gutachten kommen können. Das Grundnwtiv der Behauptungen des Angeklagten sei, daß ihm systematisch unrecht geschehen wäre und noch dazu absichtlich und wider besseres Wissen. Er sei der Meinung gewesen, d"ß man seine Verurteilung unter allen Umständen durchzusetzen bemüht gewesen sei unter Verhöhnung von Gesetz und Recht. Stets sähe er die Ursache dafür im Treiben einer Clique, an deren Spitze Hauptmann Schmäh! stehe. Er spreche sogar von politischen Di a ch e n s ch a f t e n, die gegen ihn ins Werk gesetzt worden seien. Das seien wahnhafte Schlußfolgerungen, die ihren Grund in einer erheblichen Störung der Urteilskraft hätten. Reichstagsabgeordnete, die sich seiner nicht angenommen hätten, würden schwer beschuldigt. Zu den Wahnideen der rechtlichen Beeinträchtigung und Befolgung komme auch die Selbstüberschätzung. Auf Grund dieser und zahlreicher anderer Detuktionen kam der Gutachter, unter Hinweis darauf, daß eine solche Erkrankungsforut erfahrungsgemäß von Laien nicht crlannt werde, zu folgendem Endergebnis: Oberst Hüger leidet seit Jahren an einer als Querulanten- wahn bezeichneten Geistesstörung. Diese Krankheit beeinflußt sein Denken, Empfinden und feine ganze Willenstätigkeit, also seine ganze geistige Persönlichkeit in hohem Grade. Sein Kampf nm. sein Recht und seine Ehre, sowie die daraus entspringenden Delikte sind als unmittelbarer lAusfluß dieser Krankheit anzusehen. Damit ist der Strafausschließungsgrund des § 51 gegeben. Die öffentliche Meinung wird, so viel Sympathie sie dem Oberst Hüger entgegenbringen mag, das Urteil des Gerichtshofes nicht schelten können. Nach der Auffassung des Obersten Hüger kämpfte er einen großartigen Kampf ums Recht, und diese Auffassung wird sein Schicksal dem der tragischen Leidenshelden solcher Rechtskämpfe, einem Michael rbohthaas gesellen wollen. Doch tatsächlich sind bei den Dortmunder Verhandlungen unsägliche Kleinlichkeiten von einer unglückseligen Geistesrichtung zu Prinzipien- sragen aufgebauscht worden, denen der Oberst und seine Beistände vergeblich einen ethischen und politischen Hintergrund zu geben versucht haben. Gewiß mag die preußische Schärfe des Obersten der schwäbischen Gemütlichkeit unbequem gewesen sein; gewiß ist ihm ein passiver Widerstand da unk dort entgegengesetzt worden, und mit der Gemütlichkeit des Schwaben geht eine zähe Hartköpfigkeit häufig Hand in Hand. Daß Hüger aber mit seinen seit einem Jahrzehnt wieder und wieder erhobeneti Behauptungen von einer gegen ihn gerichteten systematischen Rechtsbeugung von allem Anfang an Gespenster gesehen hat, danach fann kein Zweifel sein. Das Schicksal des Obersten Hüger wird allenthalben. Bedauern erregen; es scheint keineswegs ausgeschlossen, daß der beklagenswerte Mann, dessen Geistesschärfe nach allen anderen Richtungen trotz seiner schweren Nervosität ja ungetrübt ist, sich das Urteil so yi Herzen nimmt, daß es in der Tat, wie einer seiner Verteidiger befürchtete, .in seinen Folgewirkungen, zu seinem Todesurteil werden könnte. Ehrliches Wollen, redlicher Pflichteifer, rühmenswerter Wahrheits- und Gerechtigkeitssinn haben hier in krankhafter lieber treib ung ein Men sehen schicksal verdorben. Aber der Ausgang, von dem Betroffenen selbst erzwungen, war nicht zu verhüten. Heber aller Rücksicht auf Tun und Leiden des Einzelnen steht die Majestät des Rechts. Die Staatsanwaltschaft veranlaßte übrigens die Einlegung der Revision wegen deS Freispruches. Oberst Hüger behielt sich die Einlegung der Revision gegen die Begründung des Urteils vor. Nr. 141 Erscheint täglich außer Sonntag«. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Familien, blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck tu Verlag der Brüh l'schen Unwers.-Buch-u. Stein- bruderet. 0t. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st raße 7, Redaktion fcss© 112 Verlag u.6$peb.e^5i Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. Schalten im Arleut. Int Orient geht wieder einmal etwas vor. Fast scheints auf tute internationale Verschiebung aus dem Balkan hinzudeuten Ungarn und Serbien, bte bisher im Zustand der Gleichgiltigkeit nebeneinander lebten, bewegen sich auf der Verbrüderungslinie unter gelegmtlickiem bciberfeitigen Gebrauch der sranzösiscl-en Sprache. 2te en tgeg en g c fe (51 e Entwicklung zeigt sich in dem Verhalten stotfrnJnmflneti nnb Griechen Ehedem von „herzlicher Lympathie' erfüllt, fafft man sich jetzt, nach frostigem Wbruch der dchlomattschen Beziehungen, feindseligen Tones. arge.MAtldtgungen m- Gesul^ Griechenland ist des weiteren m Zwistn^ellen verwickelt mtt Bulgarien, und Mar in kirchenpolrtffchen ma^n. Es maäst sich also besonders beim Hcllcuenstaat eine gewisse Händelsucht bemerkbar, deren Ursache auf Dem Gebiet der hohen Doluilzu suchen sein dürfte. Das umsomehr, als ein Gerücht wchen will, bei den Mittelmeermächien bereite sich ein Umi chwung vor in der Beurteilung der kretischen Frage, und zioar in der Richtung jur Gen-echtheit, die V er e in igun g Kreta sm it Gri e ch en» land zuzugestehen. Die Pforte, deren Oberhoheit Kreta unterstellt ist, könnte natürlich nicht euigesarlonenjnn ci die Reihe tiefer Mächte, denn der Sultan hat wiederholt leinem Willen Ausdruck gegeben, daß der bestehende Zustand ertzlten bleibe. fDoÄ was bedeutete nm Ende der Widerspruch d-r Türkei, wenn es ihrem derzeit rührigsten Gegner, Englano, gelingt, mit aul- reich Italien und Rußland zu einer Verjtandigung zu gelangen.> Die Beziehungen zwischen diesen vier Macksten, als deren Lbcr» Lrmmissar bekanntlich Prinz Georg von Griechenland die ^zniel Antan^e' 216.6« ° , Ber^erk' ' 2^° ’ A irkenl»^' Dresden, 18. Juni. Prinz Johann Georg von Sachsen hat sich in Cannes mit der Prinzessin Marie Immaculata von Bourbon-Sizilien verlobt, der 1874 geb. ältesten Tochter dcS Grafen AlfonS von Caserta und der Gräfin Antonie von Bourbon-Sizilien. (Der Graf von Caserta ist der zweitälteste Sohn dcS 1859 vcrstorb. Königs Ferdinand IT. von Sizilien. Des Grafen älterer Bruder König Franz II. wurde 1860 bei der Proklamation des Königs Viktor Emanuel von Sardinien zum König von Italien des sizilischen Thrones verlustig erklärt. Der Bräutigam Prinz Johann Georg ist der 1869 geb. jüngere Bruder des Königs von Sachsen. D. Red.) Nürnberg, 18, Juni. Die gestrige LandcS- versammlung der süddeutschen Volkspartei war sehr gut besucht. Das Hauptthema war die Stellung der Partei zu den nächsten Landtags wählen. Der Referent Prof. Dr. Quiddc trat energisch für ein liberal-demokratisches Progr amm* ein gegenüber dem Ullramontanis- muS, d-w der Hauptfeind in Bayern sei. Nur Redner der Minderheit traten dagegen für unabhängiges Vorgehen ein, weil der Block der Demokratie verwässere und die Agitation lähme. Schließlich wurde eine Resolution Quidde mit allen gegen 5 Stimmen angenommen, die unter der Parole „Gegen die Zentrumspart^i" dem Nürnberger Programm zn- slimmt und auf diesem Boden ein Zusammengehen der Liberalen befürwortet. Die agitatorische Arbeit soll sofort begonnen werden. Attsßand. London, 17. SJur.i. Bei einer von dem Minister deS Innern Asquith in Northarnpton gehaltenen Rede erregten die Fill/cc- rinnen der Frauenwahlbewegung heftige Ruhestörungen, weil sie Asquith für ihren Hauptgegncr int Kabinett halten. Miß Kcnney, Miß Billington und Airs. Rawood über* schrien ihn und wurden schließlich von sJJtännem gewaltsam hin- ausgebracht, wobei sie wütend kämpften und mit Peitschen auf die Männer einHsteben. Die Rede des Ministers wurde dadurch eine Hache 'Stunde imterbrudjen. Danach sammelte sich auf dem Platz vor der Halle eine broljenbe Menge: an, welche von fern Frauen durch leidenschaftliche Ansprachen gegen Asquith aufgehetzt wurden. Eine grofie Polizeimacht mußte aufgeboten werden, um diesen beim Verlafseu der Halle zu schützen. Er wurde unter starker Bedeckung auf das Automobll des Marquis von Northamplon gebracht. — Ucber die Flottenmanöver wird mit geteilt, das; cs der blauen Flotte gelungen ist, 38 Torpedojäger der „Roten Flotte" kampsuiffähig zu machen oder zu nehmen. Bei den Ma-> nbücm stieß das Schlachtschiff „Ramillies" mit dem Schlachtschiff „Resolution" zusammen. „RamillieS" wurde heute in Sher- neß von drei Schleppern eingcschleppt und soll nach Chatham in Dock gehen. — Thorne (Arbeiterpartei) fragte int Unterhaus« an, ob eine britische Flotte zu einem offiziellen Besuche nach Kronstadt gesandt würde, und, ehe weitere Schritte in Bezug auf bestimmte freundschaftliche Wmachunben mit Rußland unternommen würden, Vorstellungen bei der mifischen Regierung wegen des Auftretens von Beamten gegen das russisck)e Volk erhoben werden sollten. Als der Staatssekretär des Auswmckigen Sir Edward Grey erwidert, daß er nicht in der Lage sei, derartige Vorstellungen zu machen, stellt Tbome die Frage, welchen Zweck dann die Entsendung der britischen Flotte nach Kronstadt verfolge, und ob Sir Edward Grey davon Keimtnis habe, daß in Riga Knaben undMadchen hingerichtet worden seien. Keir Hardie stellt dami an Grcy die Frage, ob er in den Zeitungen das von fünf Mitgliedern der Duma unterzeichnete Telegramm! gesehen habe, nach dem die Iud en nre h e le ien in Bjel0 st 0 k noch andaucrn werben. Diese würden offiziell von der rnfftschen Regierung unterstützt, und ob das nicht Grund genug für seine Amtsstelle sei, um ihren Einfluß bei der russischen Regierung geltend zu machen, daß solchen Verbrechen gegen die Zivilisation Einhalt getan würde. Grey erwidert, daß er feine amtliche Kenntnis irgendwelcher Art davon besitze. Was den Flottenbesuch anbelange, so beabsichtige die Wmiralüät, im Sommer eine Flotte zu einer Kreuzung nach der Ostsee zn schicken. Nach den bisherigen Festsetzungen werde diese Flotte Schweden, Deutschland und russische Häfen besuchen. Wien, 18. Juni. Gegen den ehemaligen Minilterpräsidenten Dr. v. Körber wurden im Buogetausfchuß des Reichsrates Beschuldigungen erhoben, daß er bei Vergebung von Hafenbautcn in Triest eigenmächtig vorgegangen sei. infolge dieser Vorwürfe ist Dr. v. Körber, der auf einer Reise nach England begriffen war, hierher mrückgekehrt. Tokio, 18. 3uni. Tas lapamsche Budget schließt mit einem1 Fehlbeträge von 20ü Millionen Mn ab. ;n ^rit^mbaE .'Nen. 20.25, W. 17.25-1% MÄ * 3 -300 Wei-> Mk'-mekI 0 150 CT^'^-lOoO •2o^18-2d- Ae§ -'ehmarktvreüe. q,.w ^chaffaimner. B«abl eninUQ(’t5t78~80®f Lullen l.Qual. 70 bis M 72-74 Tlf., 2. Quat "Zl-,00-00 Mt, 5. Qual. .,-ebendqewicht 57-60 Pk " 3. Qual'. echase: l.Qual. 78-80, M.; Lckweine 1. Qual. 2.Qu.72-00Pig, Lebend, psg. Lebendaew. 00 Pig. erheblich, bei Kleinvieh gut, eldungrn, heute früh lieg sich vom 1 nicht weiter bekanntes ly'iüfse innerhalb der Cr« i haben zur Begründung >eiier-Berbands ge- stdrksten Gelveckschaft verenden Bersommlung wurde aus seinen Statuten die . um nicht als llnterstug- bfe§=Crffantfafipn aften ßufatfrtfen. Dieser : wesentlichste Unterschied daß et nicht unter allen ^chn MeitÄ)ertrage \\\, feMW 5Ä iss. ße tzansa-Breis, btt n in. Y-egenwart dr? Kai« Weinbergs Wno gt> brennen gewann berr A. (reich besuchte iozialdemokra' nung..Entscheidung?' nnfon, nachdem die meisten Dort ergriffen hatten, eine -rbeitenbe M emarte un' es allgemeinen WabE esselden mit cmm Kampfe dreitägiger Maffen- 1- ist beute wieder hergestellt. ' ^evolvey'Ee Helen. in die Stadtrugela^ neur ernannt woäen. «er I» -hrmd-r 8»"2 ' Jet “"kÄ S« = *5t“'teSM w°kdrn »S,ulb«b " Sritenttf bi'S- ')m "»riqen^ ?*'”■ "Itobt * Sii>»bXen3,ibt« ».Itt. 'M«t'0""' ben » ik ««tfe b'mn £ ' b1' P-°. hnuljtt ■»’ !”05 Ne "VW , lassen. >luden zxvr 9 s- Gletzener Ammer W General-Ammer 17 v ben poItL und öligem. Amts- und Allzeigeblatt für den Kreis Gießen MW ______ ’ jcic,enteilt HanS Beck» punkte der Reform des deutschen Strafrechts beschäftigt sei. In Aussicht genommen ist ferner die Verlegung de§ Osterfestes auf einen bestimmten Termin, sodaß der Ostersonntag auf einen genau festzulegenden Sonntag Ende März oder Anfang April fällt. Weiter wurde mitgeteilt, daß es dem Kirchenausschuß gelungen sei, die Herausgabe der evang. Kirchenverordnungen de§ 16. Jahrh., dieser hervorragenden kirchenpolitischen Quellen, zu sichern. Der Kaiser hat hierzu 10000 Mark zur Verfügung gestellt.___________________ 5>ie Wevo^tion in Rußland. Zu den Juden-Maffacres in Bjelostok toirb heute noch gemeldet: Auf den fünf Hauptstraßen wurden über 200 Läden ausgeraubt. Die Plünderer bestanden aus Gruppen von 10 bis 15 Leuten, welche von Haus z-u .Haus zogen und die Waren vor den Augen der Polizei auf die Straße warfen. Die Angaben über die Verluste weichen noch stark von einander ab. Einige Blätter geben 5 0 Tote an, während Augenzeugen von 6 00 sprechen. Die Stadt liegt ausgestorben und verwüstet da. Die Verwundeten werden, weil alle Spitäler überfüllt sind, nach Brest, Grodno und Warschau gebracht. Am Sonntag abend sollen wiederum zwei Juden am Bahnhof Bjelostok ermordet worden fein. Am Montag hat die Beerdigung von 79 getöteten Personen stattgefunden. In Dumakreisen will man genaue Kenntnis davon haben, daß der VaueriEvmmissar Jerabin am Tage vor dem Ausbruch der Massakres in Bjelostok eingetroffen und die Metzeleien arrangiert habe. Die Meldung, daß Juden eine Bombe geworfen hätten, wird amtlich dementiert. Der Vorsitzende des Hilfsvereins der deutschen Juden erhielt von Russen in maßgebender offizieller Stellung ein Telegramm, worin es heißt, der Vorfall in Bje- lvstok fei erwiesenermaßen der Beginn einer über gantz, Rußland auszudehnenden Metzelei nach dem BeispiÄ der Oktobertage. Die Gefahr fei groß, das Leben Taufender stehe wiederum auf dem Spiel. Unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Vorgänge in Bjelostok hat die deutsche Rcichsregieruug im Hinblick auf die Interessen der deutschen Reichsangehörigen Md das deutsche Kapital in Bjelostok sich wegen des Schutzes dieser Interessen dringend an die russ. Regierung gewandt. Die russ. Regierung hat unverzüglich Maßnahmen zum Schutze dieser Interessen zugesagt. Das Reutersche Bureau erklärt, daß vom englischen Auswärtigen Amte ernste Vorstellungen wegen der Ereignisse erhoben werden. Sonstige Judcnhetzen. Auch in den Städten Ossowiee, Goniondz und Zobludow des Gouvernements Grodno sind Judenhetzen ausgebrochen. In L a p i, einem Städtchen bei Bjelostok, war gleichfalls Progrom. Aus dem Bahnhof wurden fünf Personen ermordet, in der Stadl selbst viele verwundet. In Staroselzi, Gouvernement Plozk, überfielen Holigans die Judenhäuser und mordeten, was ihnen in die Hände fiel. Ueber 50 Personen, Männer, Weiber und Kinder, wurden von den fanatisierten Bauern ermordet, über 100 Personen mehr oder weniger verwundet. Der Gouverneur proklamierte den Kriegszustand, doch werden die Vorschriften nur gegen die Juden angewandt, die so an der Verteidigung gehindert werden. In Malinowka wurde eine aus acht Personen bestehende jüdische Familie ermordet. Der Minister des Innern richtete an die Gouverneure und Stadthauptleute ein Rundtelegramm, in dem er ihnen vorschreibt, ihren Untergebenen strengste Pflichterfüllung vorzuschreiben und sowohl Agrarunruhen wie auch Ausschreitungen gegen die Juden vorzubeugen und entstehende Unruhen im' Meinte zu unterdrücken. Unterlassung dieser Vorschrift und Untätigkeit von ^Amtspersonen würden strengstens geahndet werden. Ter Warschauer Polizieimeister publizierte eine Warnung, wonach jeder Versuch, eine Judenhetze zu organisieren, schonungslos militärisch unterdrückt werden soll. Meutereien, Räubereien und Streiks. In Odessa soll das 14. Jrif.-Regt. wieder gemeutert haben. 10 Offiziere und 160 Mann wurden verhaftet. Andere Meutereien ereigneten sich, irrte es heißt, in Kronstadt, Kiew, 'Kisch in ew und Jeka terin oslaw. lieb er alt mehren sich die Anzeichen, daß die Unzufriedenheit der Armee zu Aus- fchreitungen führen wird. Nack Meldungen aus Charkow mußten von dort Dragoner nach Kupjansk entsandt werden, wo ernste Unruhen ausgebrochen find. Bei Rejowiez im Gouvernement Lublin mürben aus einem Postwagen 2600 Rubel geraubt. Die den Wagen begleitenben zwei Soldaten und ber Postillon würben getötet. In der Praga-Vorstadt von Warschau erschossen sechs junge Anarchisten einen Oberschutzmamr unb seine Frau. Der politische Generalstreik soll bis zum 23. Juni burchgeführt sein. Er wirb sich auf das gesamte Wirtschaftsleben erstrecken unb teilweise ben Charakter des bewaffneten 'Aufstandes tragen. Führer dieser Bewegung sind Arbeiter- und Bauerndelegierte. Sie hielten in den Industrie- und Verlehcszentren des ganzen Reiches von Tausenden besuchte Versammlungen ab. Blätter berichten über eine große Versammlung, welche die demokratischen und revolutionärn Sozialisten in Terijoki, einem eleganten Badeorte, 40 Kilometer von Petersburg entfernt, veranstalteten. 800 Manifestanten waren zugegen. Ein Deputierter der "Arbeiterpartei, Gilkin, führte den Vorsitz. Die Redner, darunter Mehrere Dumamitglieder, hielten ungemein heftige Reben gegen bie Regierung. Alle stimmten barin überein, daß jetzt eine unüberbrückbare Kluft Volk und Regierung trenne^ und baß bas Volk feine Nachgiebigkeit zeigen bürst. Kein Soldat, kein Gendarm war zugegen; es verlief alles in größter Ordnung. StaM rind Land. Gieß en, den 19. Juni 1906. — Titelverleihung. S. K. H. der Großherzog haben den Oberförstern Wallenfels zu Lörzenbach und Stephan zu Groß-Bieberau den Charakter als Forstmeister verliehen. Von der russischen Gesandtschaft. S. K. H. der Großherzog haben am Samstag, 16. d. M., mittags 12% Uhr den bisher am Großh. Host als russischer Ministerresident beglaubigt gewesenen Fürsten K o u d a ch e s f behufs Entgegennahme seines Abberufungsschreibens in besonderer Audienz empfangen. Unmittelbar hierauf nahm S. K. H. das Beglaubigungsschreiben des Hofjägermeisters und Staatsrats von Doubensky als russischer Ministerresident am Großh. Hofe entgegen. • * Die Beerdigung des Prof. Dr. Adolf Strack fand ani Montag nachmittag 5% Uhr auf dem neuen Friedhof unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung von Leidtragenden statt. Nach der kirchlichen Amtshandlung und der tief empfundenen Grabrede des Pfarrers Kraus wurde eine größere Anzahl prachtvoller Kranzspenden niedergclegt und in den dabei dem Dahingeschiedenen gewidmeten Nachrufen wurden die großen Verdienste gewürdigt, die sich Prof. Dr. Strack auf verschiedenen Gebieten erworben hat. Kränze wurden niedergelegt im Auftrag des Realgymnasiums durch Geh. Schulrat Direktor Dr. Rausch, für die Schüler des Verstorbenen durch einen Oberprimaner, für den Verein hessischer Oberlehrer von Prof. Dr. Stahl, für die Landesuniversität durch S. Magn. den Rektor Geh. Hofrat Professor Dr. Behaghel, für die philosophische Fakultät durch Prof. Dr. Wünsch, von dem evang. Kirchenvorstand, für die Kirchengemeinde-Vertretung durch Prof. Dr. W i m m en a u e r, vorn Verein deutscher Studenten, für die hessische Vereinigung für Volkskunde durch Prof, Dr. Helm und für den Konzertverein durch Pros. Dr. Krüger. , * * Einzahlungskurs für Po st anweis un gen nach dem Aus lande. Vom 1. Juli ab wird der Einzahlungskurs für die in der Frankenwährung auszustellenden Postanweisungen (nach Belgien, Frankreich, Italien usw.) auf 100 Franks — 81,40 Mark, für die Postanweisungen nach Rumänien auf 100 Lei — 81,40 Mk., und für die in britischer Währung auszustcllenden Postanweisungen (nach Großbritannien, den meisten britischen Kolonien) auf 10 Pfund Sterling — 205 Mk. festgesetzt. * * Der Herzog von Sachsen-Altenburg verweilte auf der Durchreise von Ems nach Kastel gestern kürzere Zeit auf unserem Bahnhof. Oberst von Lin den au hatte seinen Urlaub unterbrochen, um den 86 Jahre alten Fürsten am Bahnhof zu begrüßen. Um dem hohen Herrn eine Aufmerksamkeit zu erweisen, hatte der Oberst den Musikdirektor Krauße, der ein geborener Altenburger ist, und zwei weitere Leute von den 116ern, die ebenfalls aus dem Herzogtum stammen, zum Bahnhof bestellt, um sie dem Landesherrn vorzustellen. Der Herzog war überaus erfreut, von seinen Landeskindern in Hessen einige begrüßen zu können und plauderte recht gemütlich mit ihnen. Als er zum Abschied den beiden Gemeinen die Hand schüttelte, sagte er, wenn sie das nächste Mal an die Eltern schrieben, sollten sie ja nicht vergessen, diesen von ihm die besten Grüße auszurichten. * * ©ein 2 öjähriges Jubiläum feierte Montag Abend der 1. Obmann der Leitermannschaft der freiwilligen Gail'schen Feuerwehr, Heinrich Ludwig Allendörfer. Auf dem Oswaldsgarten überreichte der Vertreter der Regierung, Kreisamtmann Dr. Wörner, dem Jubilar das Diplom und Ehrenzeichen hessischer freiwilliger Feuerwehren, gestiftet von S. K. H. dem Großherzoge. Hierauf begab sich das Korps in die Restauration von H. Sauer, um einige frohe Stunden bei einigen kernigen Ansprachen zu verleben. * * ßum Fall Heinzerling. Die Verhandlung gegen den Rechner Heinzerling findet Samstag den 3 0. Juni vor der hiesigen Strafkammer statt. * * 5)ie Wahl im Landtagswahlkreise Wörr - Habt. Das Mandat für den 5. rheinhessischen Wahlbezirk (Wörrstadt) ist am Montag wieder dein Bauernbündler Wolf zugefallen. Dieser, der seinerzeit den freisinnigen Christ verdrängte, hatte es 6 Jahre hindurch inne. Bei der Wahl im Herbst gelang es Christ, das Mandat wieder zu erobern. Die Wahl wurde jedoch für ungültig erklärt. Es erfolgte die Neuwahl verschiedener Wahlmänner, die für Wolf günstig ausfiel. Durch die Obstruktion der 15 Gegner kam die Wahl nicht zustande, da Zweidrittel aller Wahlmänner beim ersten Wahlakt anwesend sein müssen. Heute wurde nun Wolf mit 17 Stimmen gewählt. * * Das Zigaretten st cuergesetz tritt am 1. Juli in Kraft. Nach dem Gesetze sind sämtliche Personen, die gewerbsmäßig Zigaretten, Zigarettentabak, Ziaaretten- hülsen oder Zigarettenblättchen Herstellen, ebenso sämtliche, Personen, die sich gewerbsmäßig mit dem Verkaufe der angeführten Waren befassen, verpflichtet, dies der Steuerbehörde (Steueramt, Zollamt, in dessen Bezirk die Fabrik oder Verkaufsstelle liegt) sofort noch vor dem 1. Juli anzumelden. Die Anmeldung der Hersteller von Zigarettentabak, Zigaretten und Zigarettenhülsen hat schriftlich in doppelter Anfertigung zu erfolgen. Sie muß auch die Bezeichnung der Waren, sowie eine Angabe darüber enthalten, ob und in welchen Räumen ein Kleinverkauf stattfindet. Der Hersteller hat gleichzeitig mit der Anmeldung eine Beschreibung der Betriebsund Lagerräume, sowie den damit in Verbindung stehenden, unmittelbar angrenzenden Räumen vorzulegen. Zigarren-, Rauchtabak- und Kautabakfabrikanten, die den Kleinhandel mit Zigaretten betreiben, haben gleichfalls eine Beschreibung der Kleikwerkaufsräume dem Steueramt vorzulegen. Ferner haben die Verkäufer und Händler ein Verzeichnis der am 1. Juli in ihrem Besitze befindlichen Vorräte an Zigaretten, Zigarettentabak, Zigarettenhülsen und Zigarettenblättchen unter Angabe des Kleinverkaufspreises des Zigarettentabaks und der Zigaretten, sowie der Stückzahl der Hülsen und Blättchen aufzustellen und spätestens bis 7. Juli ebenfalls in doppelter Ausfertigung der Steuerbehörde einzureichen. Für die Anzeigen unb^lnmclbungcn ist ein bestimmtes Formular nicht vorgeschrieben. * * Oesfentliche Lesehalle. Im Mai wurden 2114 Bände misgelichen. Davon kommen auf: Erzählende Litteral nr 1024, Zeitschriften 323, Jugendschristen 244, Verdichtungen 69, Litteraturgeschichte 20, Länder- und Völkerkunde 78, Kulturgeschichte 29, Geschichte und Biographien 79, Kunstgeschichte 8, Naturwissenschaft und Technoloale 145, Heer- und Seewesen 13, Land- und Hauswirtschaft 11, Gesuudheitslehre 10, Religion und Philosophie 27, Staatswissenschast 13, Sprachwissenschaft 6, Fremdsprachliches 15 Bände. Nach auswärts kamen 73 Bände. / X Butzbach, 18. Juni. S. K. H. der Großherzog passierte heute vormittag lO1,^ Uhr im Automobil auf der Fahrt von Lich nach Jagdschloß Wolfsgarten unsere Stadt. — In einem Haus der Guldengasse brach heute mittag ein Zimmerbrand aus, der von der Nachbarschaft in kurzer Zeit gelöscht rourbe. i c. Frankfurt a. M., 18. Juni. Die Landgräfin von Hessen erlitt gestern bei der Prozession in der AntoniuS- kirche einen tiefen O hnrnachtsanfa ll und mußte im Wagen nach Hause gebracht werden. TaS Befinden der 70jährigen Dame ist heute befriedigend. K assel, 17. Juni. Wie die Frkf. Ztg. hört, hat sich bei einer Nachprüfung des Karstschen Projektes für den Neubau des Königlichen Theaters herausgestellt, daß, wenn eS so ausgeführt wird, sich Me h rko st en von einer Million ergeben. Die Krone hat sich bereit erklärt, von dieser Summe 200000 Mark zu übernehmen, wenn sich die städtischen Behörden entschließen, für den Nest aufzukommen. Ferner soll die Absicht bestehen, jährlich im August während des Aufenthaltes des Kaisers auf Wilhelmshöhe Musterausführungen ähnlich den Wiesbadener Maifestspielen zu veranstalten. Vermischtes. * Automobilunfälle. Auf einem steilen nassen Wege zerschellte bei Stuttgart infolge Vremsbruches ein mit 7 Personen besetztes Automobil an einem Baume. Drei Insassen wurden schwer verletzt. — Ferner erlitt Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen am Sonntag Abend am Feldberg im Schwarzwald einen Automobilunfall durch Achsenbruch. Der Prinz bestieg mit Gefolge die Spitze des Feldberges zu Fuß und kam um V2 11 Uhr Nachts auf dem Feldberger Hof an, wo er übernachtete. Der dort anwesende Schwiegersohn Nockeffellers, Hamilton, bot dem Prinzen sein Automobil zur Weiterreise an. Der Prinz marschierte jedoch am Montag durch das Höllental. — Bei Wertheim stieß das Automobil der Amerikaner Pierce und Custery das sich an der Herkomer-Fahrt beteiligt hatte, auf der Landstraße mit dem Fuhrwerk des Sattlers Walter aus Haardheim zusammen. Walter wurde herabgeschleudert und tätlich verletzt. Ein auf seinem Fuhrwerk mitfahrender Gastwirt erlitt ebenfalls erhebliche Verletzungen. Die Polizei hat die Amerikaner bis zur Hinterlegung einer Kaution in Haft genommen. Das Automobil, das einen Wert von 70 000 Mark hat, ist völlig zertrümmert. * Abstürze in den Alpen. Auf einem Ausflug ins Obwalde ngcbirge ist der Schneidermeister Adolf Noethlin aus Sarnen in die Melchaschlucht gestürzt. Die Leiche wurde gefunden. Das Fahrrad und der Hut des Verunglückten lagen von Roethlins Hund gehütet, am Rande des Abgrundes. — Der Berliner Tourist Hermann Falke hatte sich in den Tauern verirrt und ist ab gestürzt. Er wurde mit mehreren Verletzungen aufgefunden. — Die Leiche des am 12. Januar bei einer Hochpartie im Gebirge oberhalb Halle (Tirol) von einer Lawine verschütteten Theologen Jos.Becker aus Rokalben (Pfalz), wurde in der schmelzenden Lawine aufgefunden. Sie hat am Kopfe schwere Wunden und ein Auge ist heraus. Der Tot ist offenbar durch Ersticken sofort erfolgt. * Unwetter. ImSazawa-Gebiete (Böhmen) ging über mehrere Gemeinden ein Wolkenbruch nieder. Ungeheuere Waffermengen überschwemmten ganze Gemeinden, rissen mehrere Brücken, fort, verursachten bei mehreren Deichen Dammbrüche und machten ganze Straßen und Bahnstrecken unpassierbar. Sieben Personen werden vermißt, 60 Häuser sind vollständig demoliert, Felder und Baumanlagen sind verwüstet. Eine Menge Kleinvieh und Geflügel ist zu Grunde gegangen. Zur Hilfeleistung ist Militär abgegangen. — Auch aus der Gegend von Heilbronn und ferner aus Bosnien liegen Nachrichten über schwere Schäden durch Wolkenbrüche vor. * Kleine Tageschronik. In K i r s p e l w a l d n i e k (Rheinland) ist ein Bauernhaus abgebrannt, dabei ist ein zwölfjähriger Knabe verbrannt. Ein Mädchen und der Vater des Knaben, welckier seinen Sohn retten wollte, erlitten schwere Brandwunden — Ein schreckliches Grubenunglück hat sich in der Nähe von Madrid zugetragen. 16 Grubenarbeiter sind durch Ansströmen von Gasen verunglückt, von denen fnns gestorben sind. Gerichtssaal. h Frankfurt a. M., 18. Juni. Die Strafkammer verurteilte heute den Schlosser Röder und den Hausdiener Eberhard wegen des Kirchenraubes in der katholischen Kirche zu Oberrad am 6. Mai zu ic fünf Jahren Zuchthaus und zehn Jahren Ehrverlust, und den Schneider Haas wegen Hehlerei zu einem Jahr Gefängnis und fünf Jahren Ehrverlust. — Der Schriftsteller Georg Bernhardt, Herausgeber der bekannten sinanzkritischen Wochenschrift „Vlutus" hatte bekanntlich jüngst eine Broschüre über Rußlands Staatsbankerott geschrieben, durch die sich der Regierungsrat Martin, der Verfasser des viel besprochenen Buches über die Finanzen Rußlands, beleidigt fühlte. Die gegen Bernhardt angestrengte Klage endete heute vor dem Charlottenburger Amtsgericht mit der Verurteilung des Angeklagten zu zwei W o ch e n G e s ä u g u i s und Einziehung der Broschüre. Die Marktpreise für Bieh und Frucht und die Gießener Fleisch- und Brotpreise am 18. Juni 1906. Höchste Schlachtviehpreise in F r a n k f u r t a. M. Fleischpreise in Gießen Ochsen Kälber Schweine 50 Kg. Schlachtgewicht 78—80 Mk. 7, Kg.Schlachtgew.96-100 Pf. 7. „ „ 73-74 „ 7, Kg. 76-84 Psg. 7, , 80—84 , 7, „ 80-86 .. Getreidepreise in Mannhei m Brotpreise in Gießen Weizen 100 Kg. 19.25-00.00 Alk. Roggen 100 Kg. 17.80-00.00 Mk. Weißbrot 2 Kg. 54 Pfg. Schwarzbrot 2 Kg. 50 Pfg Märkte. Gießen, 19.Juni. Marktbericht. Auf heutigemWochenmarkte kosteten: Butter pr. Pfd. 1.00—1.10 Mk., Hühnereier 1 St. 6—7 Vfg., 2 Stck. 00—00 Psg., Gänseeier 00—00 Psg., Enteneier 7 Pfg., Käse pr. Stck. 6-8 Bf., Käsematte 2 Stck. 5—6 Pfg. Erbsen v. Pfund 22Psg., Linsen v. Pfund 32Pfg., Taubenpr.Paar0,80—l,00Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse vr. Psd. 00—00 Psg., Ochsenfleisch pr. Psd. 76—84 Pfg., Kuh- und Rindfleisch pr. Psund 70—72 Pfg., Schweinefleisch vr. Pfund 80—86 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 90 Psg., Kalbfleisch pr. Psdi 80—84 Psg., Hammelfleisch pr. Pfund 60—80 Pfg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,00—0,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 6,00—8,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aepfel per Pfund 35 bis 50 Psg., in Korben 00 Pfg., Nüsse 100 Stück 50-00 Pfg., Birnen per Pfd. Mk. 0.00-0.00, Kirschen per Pfd. 40 Psg., Weißkraut per Stück 20—30 Pfg., per Zentner Mk. 0.00—0.00. — Marktzeit 7—1 Uhr. Göseribahn-Zeitirirg. Kassel, 18. Juni. D i e Wiederinbetriebnahme des Altenbekener Tunnels erfolgt am 1. I u l i d. I. Von diesem Tage ab, beginnend mit Schnellzug 36, werden sämtliche Schnell- und Personenzüge der Strecken Altenbeken und Holzminden und Altenbeken—Herford und Altenbeken—Hameln wieder durch den Tmmel geleitet. ®c°i,fks k,. W'Bt, J*».,. kommen Bc- lu,t währ^?^er f0[( ^hofje gn11?esH 0l* Oeta ^obi[ Qn ■ em^tudje§ Ich. i"e?e">«auX »«n Äec «rlitt ?H. M °'N°N S .?? b.- ^HbeÄunb wesende an, Kzen «T* '«* «i?* X^lnWt9®< * ilutomoM, baä ’ ^E'g idrümmert. I' M »mm Ausflim Mch°schlucht geftüijt, ’ Aabunb bn Zu! Mim? ßunb gehütet, ■ «w Berliner Tourist mauern verirrt und mehreren Verletzungen m 12. Januar bei einer ue (Tirol) von einer La- eckerausRokalbenlPfalz), ne aufgefunden. Sie hat ib ein Auge ist heraus. Jen sofort erfolgt. >a-Gebiete (Böhmen) ging Wolkenbruch nieder. Mmmten ganze Gemeinverursachten bei mehreren ganze Straßen und Bahn- ii Personen werden 'tändig demoliert, Felder t. Eine Menge Kleinvieh NM. Zur Hilfeleistung i aus bet &egcnb von nien liegen Nachrichten mbrüche vor. In abfitbtftM tabtx W tm Sin MDchrn und der Vater itten wollte, erlitten (diroext rubenutifllüd hat sich 'n 16 Grubenarbeiter sind durch wn denen tüni gestorben und. sie JO^i- U. Fleischpreile ’«®ieöen »/, Ag. 76^ ii 80-84 i --^^Sießen Arotpre'Ie "' FlM^k^bOPlg Zck'vattb^A-!-- saal. Die Strafkammer .r'und den Hausdiener E b en »5 in der katholischen Kirche 3«bren3n*t6an5™» sftJSÖ irdt ni’f| Te?Lr Verurteilung Ud^dFr-^ j. nn» «r-tm„- ni 1906- —1 MW SS&Ä^ W llenbe'k' Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voranssichtlichc Witterung in Hessen für Mittwoch, den 20. Juni 1906: Meist heiter und trocken. Vereinzelt Gewitter. Nachts etwas kühler, ain Tage wärmer. Näheres i'nrrh die jenen er Wetterkarte. Temperatur der Lahn und der Lust in der M ü l l e r'schen Badeanstalt. ____^nffer 17"JW Luft 22° R. Griginal-Drahtmeldungen. Köln, 18. Juni. Die .Köln, ßtg.* meldet aus Berlin: NeuerdinqS wird wieder behauptet, daß im Laufe be§ Sommers bei der bevorstehenden Nordlandreise des Kaisers eine Vegeqnung mit dem Zaren von Rußland stattfinde. In Zusantmenhanq hiermit bringt man die angeblich aevlante Reise des Kaisers Nikolaus nach den finnischen Schären, und es wird daraus geschlossen, daß eine Begegnung dort stattfinde. Wenn, was wir nicht wissen, eine Begegnung der beiden Kaiser in Frage kommen sollte, würde sie unseres Erachtens mit Rücksicht auf den vorjährigen Besuch in Björkoe, wohl nur auf deutschem Boden oder in deutschen Gewässern stattfinden. Bisher ist, soviel wir wißen, nur eine Begegnung des Kaisers mit dem König Haakon von Norwegen geplant, für die zwei Tage in Aussicht genomnien sind. Lüdenscheid, 19. Juni. Die Ermordung eines sechsjährigen Knaben durch einen Verwandten der Eltern des Knaben hält die Bevölkerung in begreiflicher Aufregung. Der Körper des Knaben wurde durch Messerstiche in gräßlicher Weise zerfleischt. Nach Annahme der Aerzte muß das Kind durch die fortgesetzten Stiche eines martervollen Todes gestorben sein. Der Täter erhängte sich nach vollbrachter Tat. Er hatte ein Zerwürfnis mit den Eltern des Kindes gehabt, an denen er sich auf diese Weise rächte. Norderner;, 19. Juni. Die Unterredung des Kaisers mit dein Reichskanzler drehte sich dem Vernehmen nach hauptsächlich um die Wiener Reise des Kaisers und allgemeine Fragen der Politik. Der Kaiser erwie? dem Fürsten besondere Aufmerksamkeiten. Den Plan, hierher zu kommen, faßte er gestern vormittag ganz plötzlich. DaS seine Ankunft ankündigende Telegramm traf hier völlig unerwartet ein. Der Kaiserbesuch wird hier als ein Akt der Courtoisie gegenüber dem Kanzler aufgefaßt. DaS Befinden des Letzteren ist vorzüglich. Magdeburg, 19. Juni. Pastor Fritze in Neu- haldensleben ist vom Konsistorium abgesetzt worden mit der Möglichkeit späterer Wiederanstellung. Er hatte in Tuch- Heim ein Erholungsheim erbaut, ohne die erforderlichen Mittel zu haben. Da der Betrieb schlecht war und die Schulden rasch wuchsen, borgte er die Mehrzahl seiner Gemeinde- mitglieder um teilweise bedeutende Beträge an. Der größte Teil der Gelder ist für die Gläubiger verloren. Stettin, 19. Juni. Zum dritten Genossenschaftstage der deutschen Konsumvereine fanden sich Vertreter von fast sämtlichen deutschen Konsumvereinen hier ein, sowie Delegierte aus England, Holland, Dänemark, Oesterreich und Schweden. Die Verhandlungen dürften mehrere Tage dauern. Arnsberg, 19. Juni. Bei Freienohl überfuhr ein Schnellzug einen Leiterwagen, der vollständig zertrümmert wurde. Von den beiden Insassen wurde einer getötet, der andere verletzt. Hamburg, 19. Juni. Die 20 jährige Schneiders - tochter Landsknecht spaltete ihrem angetrunkenen Vater den Schädel durch einen Beilhieb, als er in die verschlossene Wohnung seiner getrennt von ihm lebenden Frau eindringen wollte. München, 19. Juni. Bei Mainburg in Niederbayern wurde die gräßlich verstümmelte Leiche des 35jäh- rigen Handlangers Mendl aufgefunden. Als der Mordtat verdächtig wurde der Bauernsohn Grassl verhaftet. Es ist unaufgeklärt, ob ein Raubmord, ein Lustmord oder ein Racheakt vorliegt. — In Albing in Niederbayern hat der Maurer Nenner seine Ehefrau totgemartert. Madrid, 19. Juni. Die genaue Zahl der Opfer des letzten Bomben-Attentats beträgt 15 Tote und 6 6 Verwundete. In dem Körper de? von der Bombe getöteten Pferdes hat man 28 Sprengstücke gefunden. Messina, 19. Juni. In der vergangenen Nacht gegen 2 Uhr brach im Theater Manzini Feuer auS, wodurch das Tbcater vollständig zerstört wurde. Das Feuer sprang auch auf die anstoßende St. Johanniskirche über, deren Dach zusammenbrach, ehe dem Feuer Einhalt geboten werden konnte. Der Schaden ist bedeutend. des Frankfurter Kör*e. 19. Juni, 1.15 Uhr. Gelsenkirchen Bergwerk . 219.80 Portn ÖesteiT. Goldrente. . 4l/s 9»? Oestcrr. Silberrente . 148.50 . 130.05 . 261.80 T’ntrar. Goldrente . . Italien. Rente . . . Portugiesen Serie T . Harpener Bergwerk Laurahütte . . l omhardeu E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose . 4. Ausstände 5. Unersetzte Vorlagen W. Lein, Kleirr-Linden Karl Post, Wieseck . Jakob Appel, Krofdorf Hydraulischer Kalk Weißkalk . . . Grubensand . . Basaltgrus . . Portlaudzemcnt . 158.90 . 139.60 . 235.50 . 84.00 . 158.20 b) c) d) e) f) . 252.75 . 128.10 780 840 410 190 45 20000 1058783 38 77418.35 27 54 25 99.60 87.55 99.60 87 50 99.00 Der Taselbrot Canada E. B. . . . Darmstfidtcr Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: ruhig. Reichsanleihe Konsols . . do. . . Hessen . . . überliessen an obengenannter Stelle einzureichen. Tie Einsichtnahme in die Pläne und sonstigen Unterlagen wird zur Bedingung gemacht. dürfen nicht in die Termine gebracht werden. Gießen, den 31. Mai 1906. Großb. Bürgermeisterei Gießen. I. D.: Curschm ann. Passiva 1. Einzahlung der Aktionäre 2. Aufgenommene Georg Dern IT., Gr.-Linden 50 H Louis Süßmuth, Steinberg 50 „ L. Steinmüller, Gr.-Linden 52 „ Heinr. Binz, Allendorf/Lahn 50 „ Friedberg, den 7. Juni 1906. Der Großherzogliche Feldbereinigungskommissär: gez.: I. V.: Tr.' Gocrtz, ReqrerungSaffeffor. Tiirkenlose ..... 4% Griech. Monopol-Anl. 4% äussere Argentinier 3°/n Mexikaner . . . 4jü°/o Chinesen . . . Aktien: Bochum Guss .... Buderus E. W Tendenz: fester. Zuschlagssrist 3 Wochen. Alsfeld, den 15. Juni 1906. Der Großherzogliche Kreisbauinspektor. I. SS.: Schimpf. Schotten. Turnfest des Gaues Hessen am 23., 24. und 25. Juni 1906. Samstag : Kommers auf dem herrlich gelegenen Festpkatz. Sonntag: Nachm. 2 Uhr: Großer Fcftzug, Bereiuswctturneu, Konzert, Preisvertcilnug, Tauz. Montag: Vormittags 7 Uhr: Einzelwetturucn, 10 Uhr: Frühkonzert, nachmittags 2 Uhr: Festzng, Konzert, Tauz, Volksbelustigung. — Tie Musik wird von der gesamten Kapelle des Art.°Negts. Nr. 61, Darmstadt, ausgeführt. 50 75 „ 23 „ 46 , 3M% 396 W/( 39oz W, 1 Fingerring, 1 Spazierstock, 1 Taschen- tesching; 1 Goldgürtel mit 2 Schnallen, 1 goldner Zwicker, 1 gelblcdernes Portemonnaie mit ungefähr 8 Mk. Inhalt, 1 grünseidene Börse mit Perlen gestickt, Inhalt 1.45 Mk. und 1 schmales, goldenes Kettenarmband, und 1 Kinderleiterwagen. Die Empfangsberechtigten der gefundenen Gegenstände belieben ihre Ansprüche alsbald bei uns geltend zu machen. Gießen, den 16. Juni 1906. Großh. Voli'ci?.utt Gießen. Herbe Einsicht der Bewerber open. Angebote müßen in Prozenten ausgedrückt und bis zum 7. Juli l. I. vormittags 11 Uhr bei dem Unterzeichneten, verschlossen und mit entsprechender Aus- Hnrpener Bergwerk. . . Lanrahfltte..... Nordd. Lloyd . . . . Oberschles. Eisen-Industrie Berliner Handelsccs Darmstädter Bank . . - Deutsche Bank . . . Deutsch-Asiat. Bank . . Diskonto-Kommandit. . . Dresdner Bank . . . Kreditaktien..... Baltimore- und Ohio- Ei sent ahn . Gotthardbahn..... Lombard. Eisenbahn . . Oesterr. Staatsbahn . . . Prince-Honri-Eisenbahn . 26 27 27 27 Spenglerarbeiten veranschlagt zu . . . Grobschlosserarbeiten veranschlagt zu . . Bedingungen, Plane und Voranschläge liegen voin Dienstag 19. Juni l. I. ab auf dem Bureau des Unterzeichneteu zur 1. 2, 12000 Mk. 1050 „ 3200 , 3000 , 7950 „ 4550 „ 900 „ 120 „ 100.30 100.60 104.70 69.80 S8.:'O 95 70 144 20 53.70 90.50 70.60 97.25 Aktiva Ausgelieh. Kapitalien und zwar: a) Obligationen und Schuldscheine b) Wertpapiere c) Guthaben b.Bankcn d) Konto Korrent- verkehr Güterkaufgelder Kaffenvorrat Nvbeitsvergebttng. Unter Zugrundelegung der allgemeinen durch Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893 iestgeleqten Bedingungen sollen zur Erbauung des Kreiskrankenhauses zu Alsield die nachstehend bezeichneten Roh- 1 Kilogramnt (2 Pfrmdl Weißbrot L. Steiitmüller, Gr.-Linden Telefonische Kursberichte Giessener Anzeigers, niitceteik von der Bank fllr Handel und Industrie. Giessen. Sekmmtmachmlg. In der Zeit vorn 9. bis 16. Juni 1906 wurden in Har- unb VgrsAß-Verein, Mtiellisesellschiift (tzrotzen-Linden. Bilanz am 31. Dezember 1905. g) Eisenlieierung...... -o , Tie schriftlichen Angebote sind gleichfalls in gefchloffenent Kouvert und entsprecheitd bezeichnet bis zum 7. Juli l. Js. Bekanntmachung. Wir suchen für sofort eineu jüngeren Schreibgehilseu mit schöner Handschrift. Selbstgeschriebene Bewerbungen sind mit Zeugnissen unter Angabe der Gehaltsansprüche bis 1. Juli d. IS. beim ftöbt. Slrmenamt, Neuen Baue 25, einzureichen. B,8/e Gießen, am 19. Juni 1906. Die Armen-Deputation der Stadt Gießen Curschm ann. schrift versehen, eingereicht fein. Fermer kommen zur Vergebung folgende Materialliesenlngen: a) Schwemmsteine lo^nn (KK'.rf Erd- und Maurerarbeiten veranschlagt git . . Steinhauerarbeiten al in Lunqstein veranschl. zu b) in Sandstein M „ Betouarbeiteu veranschlagt zu....... Zimmerarbeiten veranschlagt zu...... Dachdeckerarbeiten (Schiefer) veranschlagt zu . Droipreise vorn 17. Juni bis 1. Juli 1906. Hamburg- Amerik. Paketf. 161 30 216 00 Fabel, Wieseck ... 2 Kilogramm (4 Pfund) Weißbrot bei: “ ‘ Heinr. Weber, Heuchelheim 54 L. Steiumuller, Gr.-Linden 46 Karl Spamer, Reiskirchen 46 Karl Zinßer, Alleudorf/Lda. 46 Karl Stumph Garbenteich 48 Jakob Appel, Krofdorf . . 50 W. Lein, Klein-Liitden . . 50 Heinr. Binz, Allendorf/Lahn 48 1 Kilogramm (2 Pfund) Gem. Brot bet: Georg Dern IL, Gr.-Liudeil 23 A L. Steinmüller, Gr.-Linden 23 W. Weitzel, Lauq-Göns. . 23 „ Karl Zinßer, Alleudorf/Lda. 23 W.Steinntüller Ww., Laug- Karl Stumpf, Garbenteich 24 65on§.......24 „ W. Lein. Klein-Lindeir . . 25 Hch. Weber, Heuchelheim 24 „ Heinr. Binz, Allendorf/Lahn 24 Bekanntmachung. Betreffend: Feldbercinigung in der Gemarkung Gießen rechts der Lahn und in dem zugczogenen Heuchelheimer GemarkungStcil. Die nachstehende Bekanntmachung bringen wir hiermit zur öffrnt- lichcn Kenntnis. Gießen, den 18. Juni 1906. Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. B.: Curschmann. hiesigen Bäcker. ' - Kg. (4 Pfd.) 'n russ.Stnatsanl. 1905 4^° n japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 W. Fabel, Wieseck ... 52 W. Weitzel, Lang-GL,ts . . 52 2 Kilogramm (4 Psmld) Gem. Brot bei: Georg Dern IL, Gr.-Liudeu 46 Karl Trautmann, Wieseck Louis Süßmuth, Steittberg 46 „ 3 Kilogramnt (6 Pfund) Gem. Brot bei: W. Fabel, Wieseck . . . 69 -3? Gust. Jacoby, Alteu-Buseck 69 „ Karl Post, Wieseck . . . 69 „ Louis Süßmuth, Steinberg 69 „ Karl Trautmann, Wieseck 69 „ 1 Kilogramnt (2 Pfund) Kornbrot bei: F. Weiß, Grüitiugen . .23^ Jakob Avvel, Krofdorf . . 23«$ Heinr. Binz, Allendorf/Lahu 22 „ Karl Zinßer, Alleudotf/Lda. 22 „ 2 Kilogramnt (4 Pstutd) Kornbrot bei: W. Schintmel, Kiuzeub. M. 46 L F. Weiß, Grüniugeu . . 46 <^akob Appel, Kroidor' . . 46 „ Karl Spamer, Reiskirchen 44 „ Heinr. Biuz, f)lllendorf/Lahit 44 „ Karl Zinßer, Allendors/Lda. 44 w W. Lein, Klein-Linden . . 46 „ Karl Stuntps, Garbentetch 44 , Heinr. Weber, Heuchelheim 46 „ Kour.Hensel,Gr.Nechtenbach44 „ Der Brotvcrläufer: Dieselben Preise wie bei den hiesigen Bäckem. Gießen, den 16. Juni 1906. Großherzogliches Polizeiamt Gteßen. Herb erg.__ Bekanntmachung- Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeilen wird die Ebelstraße zwischen Riegetpfad und Wilhclrnstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrvcrkehr gesperrt. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Straße »Hinter der Westanlage" von heute an bis auf weitere? für den Fuhrverkelw gesperrt. Gießen, den 19. Juni 1906. _ Großh. Volizeiaitit Gießen. Herber g.____________________ Bekairntmachnng. Dicjeuigca Steigerer von Brenn- und Nutzholz aus den Walduuaeu der Stadt Gießen welche nut der Abfuhr von Holz noch rückständig fi>-d, werden luernut amqefordert, für d.e Abfuhr dcs Holzes spätestens bis 1>. Jul» d. Js. Sorge zu tragen, andernfalls gegen sie forstgerichtliche ckitzeige erfolgt. Gießen, den 16. Juni 1906. B /6 Großherzoalicbe Burgermeisteret Gteßen. I. P.: Curschmann.__ —1 - Der tain grcunMnnen junger MHen ladet Stützen, I^aden- und Kinderfräulein zu einem Thee-Abend. Jnni’ freUnbIi*ftÄ 10 n6r. Wegen baulicher Veränderung im Kaiserhof, dtesmal tm Hause Seidel, Kanzleiberg, oberes Zunmer. Eingang 'tächst dem Tore zum botanischen Garten. I0'00 Bekanntmachung, Die diesjährige öffentliche Impfung in der Stabt Gießen wird, beginnend mit Mittwoch, den 6. Fnni im Jmpflokale — Schulgebäude, Neustadt 61 — für die nächsten 5—6 Wochen jeden Mittwoch, nachmittags 5 — 6 Uhr, abgehalten werden. Impspffichtig int laufenden Kalenderjahr sind die im vorigen Jahre geborenen Kinder, sowie die Rückständigen auß früheren Jahren. Wir laden die hiesigen Einwohner, welche impfpflichvge Kmder haben, zur Benutzung dieser öffentlichen Termine mit dem Bemerken ein, daß alle in denselben vorgenommeueit Impfungen »tncutgeltlich sind. Wer die Termine nicht benutzen will, muß die Impfung seines pflichtigen Kindes bis zum Jahresschlüsse auf seine Kosten bewerkstelligen laflen, widrigenfalls ihm im Januar nächsten Jahres eine vierwöchentliche Frist zur Nachholung der Impfung unter Strafandrohung gesetzt wird. Außer den Pflichtigen werden auch Kinder, welche im laufende» Jahre geboren sind, aus Wunsch ihrer Vertreter geimpft. Alle in einem Termine geimpften Kinder müsieu in dem 8 Tagespäter abgchaltenen Termine znr Nachschau nochmals erscheinen. Kinder, deren Zurückstellung von der Impfung wegen Kränklichkeit beansprucht wird, können gleichfalls dem Jmpfarzte in den öffentliche» Terminen vorgestellt werden. Die Impflinge muffen mit reiner Wäsche und rein gewaschenem Körper zur Impfung gebracht werden. ES wird nur an einem Arme mit Lymphe auS dem LandeSimpfinstitut geimpft. Kinder ans Familien, in denen ansteckende Krankheiten herrschen, 15751.25 13840.34 12162.43 62694.37 159 44 1240809.56 W. Weitzel, Lctng-Göns . . 46 Heinr. Weber, Hettchelheint 48 Gust. Jaeobv. Alten-Buseck 46 Karl Post, Wieseck ... 46 W. Steittntüller Ww., Lany- Göits.......46 BeNc-ffend: Feldbcreinignng in der Gemarkung Gießen rechts der Lahn und in dem zugezogenen Heuchelheimer Gemarkuugsleil. In der Jeit vom 19. Juni l. Js. bis einschließlich 2. Jnli l. IS. liegen auf dem Amtszimmer der Großbcrzogl. Bürgermeisterei Gießen folgende Akten zur Einsicht dec Beteiligten offen: 1. die topographischen Güterverzeichnisse des Feldbereiniqungsbezirks. In den topographischen Güterverzeichnissen ist die Wahrung der Rechtsverhältnisse zur Darstellung gebracht. (Artikel 25 des Feld- bereinigungsgesetzeS). 2. die Terzeichnifse derjenigen Grundstücke, die infolge der Feldbereinigung au Stelle der verpfändeten alten Grundstücke getreten sind. Einwendungen hiergegen sind bei Meidling des Ausschluffes innerhalb der oben angegebenen OffenlegungSfrist bei Großh. Bürgermeisterei Gießen schriftlich einzureichen. JC 1. Zinsen v. ausgeliehenen Kapitalien 50477.34 2. Verzugszinsen v. Güterkaufgeldern 367.12 3. Besondere Einnahmen 22.50 4. Nachlasse von ange« kauften Kaufschillingen 1351.83 JC 1. Zinsen von aufgenommenen Kapitalien 39269.14 2. Besondere Vergütungen 112.00 3. Gerichtskosten 43.49 4. VerwaltnngSkosten 1365.60 5. Botenlohn und Set« kündigungSkosten 71.72 6. Zeitungsformulatien n. Buchbinderkosten 17.49 7. Steuer u. Kornmnnalab- gaben 340.36 8. Reingewinn 10998.99 52218.79 52218.79 Xesaei* 6“/. [hv«/. gut eingeführte Küchen- und 104424 ladt, mit Lader» inmitten Eintritt 50 Fig. Anfang präcis 8 Ulir. Einweihung 2 MMschrMe 8778 [3668 billigst abzugeben. [04442 sofort eintreten. Eintritt frei. reden. 2097 s Nicolaus. stelle des Gießener Anzeigers erbeten. D17/, können eintreten bei [3777 tüchtige [3782 Preis. J. Kaan jr 3677 04371] Dammstraße 19. Nahrungsberg 7. 3772] Ludwigsplatz 14. 2609] 04444] Licbigstr. 85. Check-Verkehr franco Provision Gebrüder Kahl. 3654] Verwaltung von offenen nnd geschlossenen Depots Ein [3785 der Mieter D1/, 2201 Linder». Aliccstr. 14, H. 3802] 03 per sofort gesucht. [3680 zu vermieten. Ltebigstr. 65,1. H. liefert [3798 Heiur. Schön, Schlofferei. Frankfurter Hof. 37-2] Zu haben bei: [3714 C'ffrnr Strilni Annahme von Geldeinlagen zur Verzinsung je nach Kündigung bis 4% fürs Jahr j .Mobl. Zimmer | Möbl.Zimmer zu vermieten. 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