Are heutige Kummer umfaßt 8 Seiten. wieder da. W ßndct gute Pflege 08817, EderslrageW. Der Parteitag der Botschafterpartei. d mii Schwan m Md c* h\\\ hach. Hen empfiehlt sich im oachen im Hause. Lteinstraße 70, UL L Dieser .Fall Kardorff" ist übrigens kennzeichnend für den auf Kompromiffe weisenden Grundzug des Wesens der NeichSpartei. Radikal gibt sie sich eigentlich nur, wenn Forderungen für Flotte und Kolonien in Frage stehen. Hier ist sie unerreicht an Geneigtheit zu Bewilligungen. Herrn v. Kardorff, den nimmermüden Befürworter weitgehender Aufwendungen für die Marine, gesellt sich als Kolonial- anwalt der Abg. Dr. Arendt hinzu, der gegenwärtig auf der Heimfahrt von seinem Studienbesuch in Ostafrika begriffen ist und wahrscheinlich auf dem Parteitag im Oktober als Hauptredner zu dem Thema .Kolonialpolitik*, das ja die NeichSpartei ganz besonders interessiert, auftretcn wird. AuL seinen Reisebricfen spricht eine begeisterte Zuversicht in die koloniale Entwicklung. Es läßt sich also ohne weiteres annehmen, daß ec auf dem Parteitag einer mit großen Geld«, Mitteln zu betreibenden Kolonialpolitik das Wort reden wird. Ob er dabei uneingeschränkte Zustimmung findet, bleibt ab* zuwarten. Auch die Herren von der NeichSpartei dürften sich veranlaßt sehen, die Tatsache gebührend zu beachten, daß der „Zug nach links" im deutschen Bolte gefördert ivird durch die kolonialen Erfahrungen. Ehe das Volk hier wieder Vertrauen gewonnen haben wird, darüber können Jahre vergehen, denn auch Herr Dernbürg ist kein Hexenmeister, _ der im Handumdrehen in der Verwaltung Klarheit schafft und in den Kolonien neues Leben erblühen läßt. Der doch gewiß deutschfreundliche britische Kriegsminister Haldane hat zudem grade den auf Weltpolitik eingeschworenen Deutschen — und dazu zählen außer den Alldeutschen die NeichSparteiler — einen bemerkenswerten Hinweis gegeben in seiner letzten Rede, wenn er erklärt, daß koloniale Rüstungen Deutschlands das Mißtrauen der in ihren afrikanischen Interessen sich bedroht glaubenden Engländer reizen, also eine Gefahr für den Frieden bedeuten. Je weniger danach das Reich in den Kolonien, zumal militärisch, sich engagiert, umso beffer ist cS um seine internationale Position bestellt. Beschränkung in der Welt- und Kolonial- politik — das ists, was das Volk in seiner Mehrheit von der Negierung fordert. Kommen die NeichSparteiler auf ihrem Dclcgicrtentag zur gegenteiligen Auffassung, dann beeinträchtigen sie ihre Aussichten für die nächste Neichstagswaht, und diese Einbuße könnte auch eine gefüllte Wahlkasse nicht wettmachcn, deren Beschaffung, nach dem Beispiel anderer Parteien, auf dem Parteitag der NeichSparteiler in Vorschlag gebracht werden dürfte. * 6l«*,eV16 „NeichSverbandes gegen die Sozialdemokratie". Allerdings i>t daran zu erinnern, daß der parlamentarische Führer der NeichSpartei, Herr v. Kardorff, zur Zeit der Zolltarif, kämpfe demonstratio seinen Austritt aus dem Bunde der Landwirte vollzog, was aber die in Betracht kom- wenden Mitglieder des Bundes wohl nicht abhalten würde, dem alten Herrn wieder ihre Stimme zu geben, wenn er nochmals kandidieren sollte. — >_-■---I ■!_!_.....!!■!_.J J_. I______!LL» Kochmals die KtsserttLichkeit der KemeinderaLs- sttzungerr. Zur Reformvorlage einer neuen heff. Landgemeinde- Ordnung haben die Abgg. Köhler und Hebet als Referenten des Sonderausschusses der Zweiten Kammer für die Die Reichspartei ist eben eher eine konservative Spielarr und die Wahl reichsparteilicher Abgeordneten erfolgt in det Regel durch Zusammengehen bürgerlicher Wähler verschiedener Parteirichtungen und durch Unterstützung seitens politischer Zweckoerbände, wie des „Bundes der Landwirte" und des Auf bequem® MW Ay. soso«. 9 f einem >'.s'sr S=SSS uSä 4fl h (2'S9tio,!u.K R L-L 'fäulein vezugSvretsi monatIlch7bPf.,vtenelck jährlich Mk. 2.20; durch Aohole- iu Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Bost All. 2.—viertel- jährt. mi6|'d)l. Acstcllg. Annahme von AnzeigeN für bie TageSlnuwnetz bis vormittags 10 Uhr. ZeilenpreiS: lokal 12 Pf^ auswärts 20 Pjg. Verantwortlich >üt den polit und allgem. Teil: P. Wittko: für »Stadt und Land" und .Gerichtssaat": Ernst Heß; für den Anzeigenteil: HanS Beck. Internationaler Arveiterschuh. gehört zu denjenigen Ge- ^en des Rechtes, bie sich in ständigem Flusse befinden. Mit dem unaufhörlichen Fortschreiten der industriellen Entwicklung Lauchen immer neue Gefährdungen der Arbeiter auf, die eine Erweiterung des Arbeiterschutzes und jeiner gesetzlichen Regeluna erforderlich machen. Während oie Ansange der Ärbeiterschutzgesetzgebung naturgemäß auf nationalem Gebiete liegen, macht sich in neuerer Zeit in wachsendem Maße namentlich bei den Staaten mit fortgeschrittenerem Arbeiterschutz das Bestreben geltend, wenigstens auf den Hauptgebieten zu internationalen M- machungen zu kommen. Humanistische Motive sprechen hierber ebenso wie Konkurrenzrücksichten mit. Ein Land mit fortgeschrittenerem Llrbeiterschutz ist in der Ausnützung seiner Arbeitskräfte beschränkter als ein solches ohne Air- veitersa)utz; es kann daher nicht so billig produzieren wie lenes und ift auf dem Weltmärkte ihm gegenüber im Nach- mu Cs erklärt sich daher, wenn die Bestrebungen der ^^^^"alen Beremigung für gesetzlichen Arbeiter- __^on fast allen Reg nungen in wachsendem Maße Fß. Horden und wenn daher die in der nächsten Zeit stattfiildenden Tagungen von fast sämtlichen Regierungen offiziell beschickt werden. b£e allernächste Zeit wird voraussichtlich auf dem Gebiete des internationalen Arbeitcrschutzes die ersten greisbaren Erfolge bringen. Tie Fragen, die von der Internationalen Bereinigung zuerst in Angriff genommen worden waren, erstreckten sich darauf, für die Nacht- mr der Frauen und die Anwendung des weißen Pyosphors in der Zündholzfabrikation internationale Verbote herbeizusühren. Nachdem auf der 3. Gmeratver- sammlung in Basel im Jahre 1904 Uebereinstimmung über Notroendigkert und Durchführbarkeit solcher Verbote erzielt worden war, fand'auf Veranlassung der schweizerischen Regierung vom 8. bis 17. Mak 1905 eine von sämtlichen europäischen Negierungen außer Rußland und den Ballan- siaaten beschickte Konferenz statt, zu dem Zwecke, inter- uatwnale Uebereinkommcn über die genannten Fragen vor- SUbereiten. Hier wurde insofern ein Ergebnis erzielt, als hinsichtlich des Phosphorverbots 11 von 15 Staaten, hinsichtlich der ^rauennachtarbeit 13 von 15 im Prinzip sich einverstanden er klärten,die übrigem ihre Stellungnahme ich noch vorber)ietten. Aus dieser Basis wurde weiteraebaut, indem die schweizerische Regierung nunmehr an die auf der Konferenz vertretenen Staaten, außerdem Japan unb , Vereinigten Staaten mit dem Vorschläge herantrat, auf diplomatischen Konferenz die gefaßten Be- schlusse m Vertrage umzuwande'ln. Zu der Abfassuna solcher Vertrage erklärten hinsichtlich der Nachtarbeit 13 Staaten, hinsichtlich des Phosphors 10 Staaten ihre Zu- stlnimung. Nur Norwegen und Japan lehnten die Be- teiligimg am internationalen Verbot der Frauennachtarbeit ab. Gestern, am 17. Sept., trat in Bern diese Regierungs- koriferenz zusammen und damit werden hoffentlich die ersten internationalen Arbeiterschutzbestimmunaen zur Wirklichkeit werben. UlSbe1 , na11160' Berrfr’fiSf* ten durch Ag o benH«_L--77" iter 20Ö nbetbeteru__—>---- Mer'fcher GefMver hi« 18. LLÄk 4 geputzten Insulaner, ihre phantastischen Tänze ?c. erregten gi-ope Heiterkeit. Tie Musik ist stellenweise sehr hübsch, l und wenn sie sich auch nicht durch große Originalität aus- : zeichnet, so zeigt sie doch, daß der Verfasser gute Vorbilder mit Erfolg stuoiert hat. Ncur der erste Art wurde durch : den Schatten der .Fledermaus, den er gar zu deutlich ' heraufbeschwor, gedrückt. Tie Aufführung war vorzüglich. Herr Schramm spielte mit großer Schneidigkeit und sang ; sehr hübsch. In komischen Partien wären die Herren Gareis, Hauck und Stessens sehr gut, auch die Damen Gentner - Fischer und Bachrich leifteten &ute3. S. — Als der gegenwärtige Vorsitzende der „Mainzer Liedertafel und Damengesangverein", der Geh. Kommerzienrat Tr. Strecier vor beinahe einem Vierteljahrhundert Besitzer und Leiter wurde der Weltfirma B. Schott Söhne, der Verlegerin der bedeutendsten deutschen Tondichter, in deren Geschäftsarchiven die interessantesten Briefe Beethovens, Glucks, Haydns, Wagners nur so haufenweise herumliegen, damals sagte die ebenso kunstsinnige wie liebliche Großherzogin Alice, die früh verstorbene Mutter unseres jetzigen Großherzogs: „Es freut mich, daß der Strecker ihr Bub nach Mainz kommt, da kann er doch, etwas für die Musik tun." Obgleich von Geburt Engländerin, sprach sie doch echt „dermstetterisch", unb der „Bub der Strecker", eine ihrer intimsten Frundinnen, hat auch wirklich etwas für die Musik getan. — Tr. jur. Rudolf P r 0 e l l ist, wie aus Frankfurt a. M. gemeldet wird, für die Komische Oper in Berlin verpflichtet vvrdcn. Proell, der 1859 in Budape^ geboren wurde, hatte ich auf Wunsch fernes Vaters juristischen Studien Angewandt. In feinem 30. Lebensjahre wandte er sich der theatralischen Laufbahn zu. Er fand in Hamburg sein erstes Engagement. 1895 wurde er für Frankfurt a. M. verpflichtet. Er wird namentlich als Wagnevsängcr geschätzt. R. B. Lichtenberg, 16. Sept. Tie seit etwa zwei : Monaten hier in Vorbereitung befindliche Kun st aus- : stellung in Sch! 0 ß Lichtenberg ist Samstag nach- ; mittag eröffnet worden. Tie künMerische Leitung der Aus- < stellung liegt in den Händen des seit PA Jahren aus dem < firr^r U 11 9 *.?rnerbtiche Gifte erzeugen, gewerbe- hygleniill) ge,Q)ulte amtliche Aerzte betraut werden. Endlich sollen die Arbeitszeiten der Gistarbeiter nach derSchwerc der Vergiftungsgefahr geregelt werden. Neben der Frage der gewerblichen Gifte, wo, wie bie Angabe ^eigt, bereits hinsichtlich des enizuschlagenden Weges bestimmte Gesichtspunkte bestehen, stehen auf der ^ageSorbnung dasBerb 01bez w. die Beschrä n k u n a der Nachtarbeit jugendlicher Arbeiter, der M a xi m a l ar b e i t s t a g, die Heimarbeit und die Versicherung ausländischer Arbeiter. Mle diefe Punkte behandeln wichtige Gebiete des Arbeiterschntzes Wenn auch vielleicht manches Jahrzehnt vergehen wird, bis eS gelingt, hier eine Einigu'ng herbeizuführen, wenn auch hier noch zahlreiche, schwere Hmdernisfe zu überimnden sein werden, so zeigen doch die Erfolge auf dem Gebiet der Fraueiinachtarbeit unb der Phosphorverwendurig, daß alle Hindernisse zu überwinden sind, wenn nur der ernste Wille dazu vorhanden ist. So wird bie Entwicklung sich auch hier vollziehen, jeder Fortschritt auf inleriiationalem Gebiet wird dem Ausbau des natio:'.alen Arbeiterschutzes die Wege ebnen. Schlosse wohnenden Malers Prof. Sutter, der auch im Verein mit einer Anzahl arbeitssreudiger Herren von hiev ; und dem benachbarten Sttedernhanstn alle Vorarbeiten gei troffen hat. Die Ausstellung umfaßt drei Hauptgruppen: Bildende Kunst mit über 100 Nummern, eine historische Ab-, ; teilung und eine Abteilung für angewandte ftunft Ditz Gemäldeabteilung ist namentlich durch die Odenwcftdmaler! Prof. Sutter, Joh. Lippmann-Lützel^ch-Offenbach, Aug. Wondra und Heinrich B arni m in Darmstadt, und Sganö Sutter- Lichtenberg-Karlsruhe vertreten. Dr. Greiner-Traisa hat zahlreiche plcMsche Arbeiten und Zeichnungen ausgestellt, Diplomingenieur Hugo Völker- Tieburg, Adam Hardt III. in Oberrcrmstadt und Bau- inspeltor Klump-Dieburg architeLonische Arbeiten. Nach Prof. Sutters Entwürfen haben verschiedene Kunsthandwerker des Odenwaldes originelle Zimmereinrichtungen angefertigt und sonstige Arbeiten geliefert, z. B. Töpfereien und Elfenbeinschnitzereien, die als Odenwä'lder Produkte besondere Beachtung verdienen. Eine interessante Bereicherung hat die Ausstellung noch im letzten Momente dadurch erfahren, daß die Gräfin Artur zu Erbach- Erbach, Prinzessin zu Bentheim, vier von ihren Oel- gemälden übersandte, die sämtlich 'Odenwaldmotive dar-, stellen. Auch die Sammlung alter ObenwäLer Möbel und Geräte aus dem Medernhäuser TorfTnuseum, die teilweise zu einer alten Odenwälder Bauernstube zusammengestellt wurden, erweckt unser volles Interesse. — Die Seele des W a renhauses. In Berlin schießen die neuen Warenhäuser wie Pilze aus der Erdc. Die zunehmende Rolle, die sie im K»einveckauf spielen, osfenbart sich in dem Bau immer neuer prächtiger Paläste, die an allen Ecken und Enden in der Reichshauptftadt entstehen. In der neuen Königstraße, am Tönhvsssplatz, auf der Stelle be5 atterr Landtags- gebaudes, sind Warenhäuser im größten Maßstäbe aufgefüKn. Tietz und Werthttm an den beiden Enden der leipziger Straße, Tietz auch mit seinen: hübschen Rolokobau am Mexandcrplatzs bleiben fteilich immer die Häuptlinge in dieser Schar. Aeußerlich haben, diese^Warenhäuser meist eine gewisse Aehnlichuit; der sog. Messel-Stil nach dem Erbauec des Wert-/m’-'m Warenhauses) herrscht in ihnen vor, glatte Baujluchen, Ps :r statt der Säulen, wenig Ornamente; dec joiiinge ^chmiitt vcireht in farbigem Marmor und. vergoldeter Bronze. Viel Licht, meistens sehr Inzwischen setzt die „Internationale Ber- eintgung für gesetzlichen Arbeit er schütz" ihre wertvollen Vorarbetten sachgemäß fort. Bont 26. bis 2J- Sept, wird in Genf die vierte Delegierten-, verfammlung stattsinden. Tas Hauptgebiet, welches 0^. Internationale Vereinigung in der nächsten Zeit beschäftigen wird, ist die Bekämpfung aller g e w e r b- Jn einer politischen Generalversammlung werden sich nächsten Aionat auch einmal die Poliker gemäßigt konservativer Nichtung, die Aiitglieder der Reichspartei und ber frei- konservativen Fraktion des preußischen Landtages, zu- 1'0111111 enfinben. Da die anderen politischen Gruppen int Hinblick auf die kommenden Wahlen zu den Organisations- und Agilationsfragen bereits Stellung zu nehmen beginnen, glaubt wohl auch bie „Bolschasterpartett nicht länger zurückstehen zu dürfen. Macht sie schon als Fraktion nicht gerade viel von sieh reden, so entbehrt sie als Partei durchaus des straffen Zusammenhanges, den die großen politischen Gruppen auf» weisen. Sie hat kein scharf mnrissenes Spezialprogramm, andern ist ihrem Wesen nach Kompromißpartei. Deshalb mar einst ein ^wilder" Abgeordneter nicht im Unrecht, als ec in einer Polemik gegen ein Vlitglied der NeichSpartei erklärte: „Es gibt liberale, konservative, Zentrums- und sozialdemokratische Wähler, aber reichsparteiliche Wähler im eigentlichen Sinne gibt es nicht." Mr. 219 Erscheint tSgktch außer Sonntags. Dem Gießen er Anzeiger werden im Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Gietzener Zamilien. blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brühl'schen Un i d ers.-B uch-u. Stein- druckeret. R. Lang«. Redaktion, Erpedikto» und Druckerei: Schul st ratze 7, Redaktion N2 Verlag u.Expcd.e^tzi Adresse für Depeschen: Anzeiger Gießen. ^Ers^s Blatt 15«.Jahrgang Dienstag 18.September 190« Gietzener Anzeiger General-Anzeiger Amts- und Anzeigeblatt für den Meis Gießen wjligl. Wittaaitifö, foroie freit, feine Styilarbeittt iifiidjt anjttferttgen, es in der StlWtifr ßentt ÄnzeiqeckWü; lUeines Feuilleton. g B a d - Nauheim, 16. Sept. Heute nachmittag sand m ber Dankeskirche bas dritte Kirchenkonzert sirr diese Saison statt. Es setzte sich zusammen aus Orgel-, Vwttn- und GZangsvorträgen. Zu letzteren hatte man die durch ihre vorzüglichen Leistungen im Musitverein Frieb- berg ruhmüchst bekannte Konzertsängerin Frau Emmy K u ch l e r aus Frankfurt gewonnen. Außerordentlich klang- und ansprechetib war die von ihr vor getragene Arie aus Josua: „Q hätt ich Jubals Harfen", sowie auch „Müde bin ich, geh zur Ruh" von Rohde. Für die Violinvorträge hatte sich eine tüchttge Kraft in Konzertmeister Navone oon dem Wmdersteuischen Orchester erboten, öerr Navone, Meister auf der Geige, erntete großes Lob durch den voNendeten Vortrag eines Präludiums in G-Moll von Bach, ebenso durch eint Romanze unb ein Chanson plaintive. Herr ^lto Wissig, welcher sich dem Stubium der Musik gewidmet hat unp momentan das Konservatorium zu Leipzig bezua)t,halte b;c Orgel übernommen und lieferte durchVortraa der Fuge in E-Akotl von Vach, sowie einer freien Phantasie den Beweis, daß er nicht nur den Schwierigkeiten seiner gewählten Piöeeu vollständig gewachsen ist, sondern auch unsere recht komplizierte Orgel ganz vorzüglich zu Hand, haben versteht. Aus Frankfurt schreibt man uns unternt 16. Sept.: Ohne Operette, ,,x 1 e Inselbraut" von F.Gellert, Tert von v. Eckelmann, gelangte Yente im Frankfurter Opernhause -zur Urauftuhrung und sand beim Publikum lebhaften Bei- 'sartt sodaß ber^ Komponist nach dem zweiten unb dem netzten Akte erscheinen tonnte. Ter Verfasser bezeickmet ibie Opetttte als phantastisch grotesk und das Textbuch ttut nach dieser Richtung' viel, sodaß man es mit den Haaren Herbeigezogen nennen muß. Ein reicher Mann holt sich «uf enter Insel im Stillen Ozean die Braut, bie ihm ■ ™tu * * * 4 * * * *-rQHlu versprochen hat; sie sollte den Herrscher der ^nsel heiraten. Ta machen die Europäer bie Insulaner ' mit Sett betrunken unb entfuhren dch Braut. Das^frenid- 1 ^Vtige Milieu gab zu großen Aussta-ttungsränsten Anlaß, i Juno, bie wackelnden üdrpcrbeweoimgen der grotesk aul- 1 VerwaltunqSgesetze einen Antrag über Oeffentlichkeit der Gemeinderatssitzungen gestellt. Der Antrag lautet (als neuer Paragraph 116)^: , w Die Sitzungen be5 Gemeinderats sind in der Regel öffentlich; dem Gemeinderat siebt jedoch da? Neckt zu, von Fall zu Fall und ohne Angabe von Gründen die Oeffentlichkeit auszuschließen. Zeit, Stunde und Tagesordnung einer öffentlichen Gemeinderatssitzung sollen gleichzeitig mit den Einladungen der Gemeinderatsmitglieder .durch öffentlichen Anschlag an den Ortstafeln bekannt gegeben werden. ... Wir haben schon in Nr. 215 erörtert, wie man prinzipiell die Oeffentlichkeit der Gemeinderatssitzungen als Korrelat der Selbstverwaltung fordern müsse. Von diesem Standpimkte au§ ist der Antrag Köhler-Uebel in seinem ersten Teile unannehmbar. Denn er ist schlecht und recht eine Halbheit mit allen ihren unangenehmen Folgen der Deutungskiinst. Ausdrücke wie „in der Regel' sollte man ihrer Kautschukartigkeit halber überhaupt in Gesetzesartikeln vermeiden. Der Artikel begünstigt noch mehr, als dies die Fassung deS Artikels in der Regierungsvorlage tut, ein will- türliches Schalten der Majorität, sofern und sobald sie öffentlichkeitsscheu wird. Es ist aber auch gar nicht nötig, für gestattete Ausnahmen eine Kulisse zu bieten, wie es in dem Antrag Köhler-Uebel geschieht mit den Worten .ohne An- 'gabe von Gründen'. Dadurch läuft der Gesetzgeber Gefahr, daß daS, was er zur Ausnahme gemacht sehen will, zur Regel wird. Und damit wird dann auch die Regel wieder zur Ausnahme und der schöne alte Zustand ist wieder her- 'gestellt. Bei dem Antrag Köhler-Uebel ist es beispielsweise einer Majorität deS Gemeinderats stets möglich, Dinge, in denen sie schwer gesündigt hat, hinter die verschlossenen Türen zu verweisen. Und die Oeffentlichkeit wird diese Majorität stets nur in der Sonnenseite sehen! Nichts fördert mehr den Gemeinsinn, die Grundlage allen Fortschritts in der Gemeinde, wie die Anteilnahme der Gemeindeangehörigen an den Gemeindeangelegenheiten. Diesen zu wecken, zu kräftigen und steigern — dazu wird nicht zuletzt die Oeffentlichkeit gefordert. Natürlich auch zur Verhütung von Majoritäts- und Kliquenwirtschaft. Darum sollte es heißen: „Die Sitzungen ;be§ Gemeinderats sind öffentlich; eine Ausnahme kann nur gestattet sein, wenn anders finanzielle oder rein private Interessen der Gemeinde eine Schädigung erleiden könnten." Darüber müßte der Gemeinderat natürlich immer in der Oeffentlichkeit einen Beschluß fassen. Eine solche Bestimmung entspräche dem Geiste der Selbstverwaltung. Der zweite Teil de§ Antrages bedürfte einer Einschaltung, daß die Bekanntgabe der Sitzungen mit Tagesordnung u. s. w. durch die Preffe zu erfolgen hat. Die goldene Hochzeit des badischen GroßherzogspaareS. Karlsruhe, 17. Sept. Heute besuchte das Grvßtzerzogspaar mit den übrigen Fürstlichkeiten die Jubiläums-Kunst- und Kun st g e w er b e- Äusstellung. Die Svitzen der städtischen Behörden und die Vertreter der Künstlerschaft waren am Eingang zur Ausstellung versammelt. Das Großherzogspaar wurde von dem Leiter der Ausstellung, Professor Hosfacker empfangen, der eine Ansprache an das Großherzogspaar hielt, auf die der Großherzog u. a. folgendes erwiderte: „Ich bin Ihnen zwar sehr dankbar für alles das, was Sie über mein Mitwirken an der Ausstellung gesagt haben, allein glauben Sie mir, und Sie werden meine Ansicht wohl teilen, das; dies nur dadurch möglich war, daß alle zusammenwirkten zunächst auf dem Gebiete der Kunst. Sie wissen ja, wie sich diese allmählich aus einem Nichts in ein großes Ganzes verwandelte; ials damals es unternommen werden sollte, eine Akademie zu gründen, war noch alles in den Anfängen begriffen. Die Kunst -war es, die zunächst entwickelt werden mußte, um das Gewerbe aus diese Höhe heraufzuführen. Daß es mir möglich ist, dieser schönen Ausstellung anwohnen zu können, erkenne ich in Dankbarkeit gegen Gott an. Ich hätte nicht gedacht, daß ich dieses,Jubiläum antreten darf, und ich bitte, allen zu sagen, daß sie mir durch ihre Einladung eine große Freude bereitet haben. Mögen die Folgen dieser Msstellung noch recht gesegnete sein und mögen Sie alle von diesen Folgen reichlich betroffen werden. Das ist mein treuer Wunsch." Dann erfolgte ein Nundgang durch d i e Aus- st'el'lung. Der Groß Herzog verlieh dem Professor Wilhelm Trübner an der Akademie der bildenden Künste das Kommandeurkreuz 2. Kl. des Ordens vom Zähringer Löwen, dem Professor Kaspar Ritter dos Ritterkreuz des Ordens Bertholds I., dem Professor Hans Richard von Volkmann das Ritterkreuz mit Eichenlaub des Ordens vom Z'hringer Löwen, b'eaueme Treppenanlagen und eine große Sauberkeit. Im Innern find diese Berliner Warenhäuser untereinander ganz verschieden. Jedes hat von der Gegend, die es beherrscht, einen anderen Charakter, man möchte sagen, eine andere Seele bekommen. Der Kaufmann jeder Gegend, jedes Ortes eben hat mit anderen Be- Wrfnissen, mit anderen seelischen Eigentümlichkeiten, gegebenen ^Falles auch mit „Schrullen" seiner Kunden zu rechnen. Daran 'wird nichts geändert, ob dieser Kaufmann ein kleiner Krämer mit einem Kommis oder mit einem Lehrling ist, oder ob er als Warenhausbesißer an der Spitze von Tausenden von Ange- stellten steht. Wer da weiß, wie verschieden die scheinbar so ein- formigen Riesenquartiere von Berlin sind, wie das, was am Potsdamerplatz gilt, am Mexanderplatz gar nicht begehrt wird, wie der gebildete Anwohner der Tauentzienstraße (am Zoologischen Garten) den Jargon in der Frankfurter Allee im Osten, gar nicht mehr versteh, der wird begreifen, daß das auch auf die Warenhäuser abfärben muß. Vom Keller bis zum obersten Speicher hat da jedes besondere Manieren und Ausdrucksweisen, seine besondere Art, die Kunden anzuziehen. Ein zukünftiger Andersen, der einmal moderne Märchen schreibt, wird uns auch die Märchen vom Warenhaus erzählen können, diesem neuzeitlichen Leviathan, der zuerst begriff, daß man auf die Mafien nur mit Massen wirken kann. . . — He inrich Laubes Leben und Schaffen. Von Heinrich Hubert Hauben. Mit zwei Bildnissen und einem Briefe -als Handschriftprobe. Leipzig, Max Hesses Verlag. 275 S. Mk. |1.50. — Heute, am 18. September, vollendeten sich hundert Aahre seit Heinrich Laubes Geburt. Die großen Theater werden an diesem Tage die beliebtesten, noch heute auf das Publikum wirkenden dramatischen Werke auf die Bühne bringen, aber diese «wohlgemeinten Bemühungen werden rasch vergessen. Die einzige des Toten ganz würdige Ehrung wird ihm zuteil werden lassen, wer mit Ruhe Laubes Lebenswerk überblickt und daraus zu gewinnen trachtet, was noch für uns von Bedeutung sein kann. Die Möglichkeit, dem vielfach verschlungenen, an Kämpfen und Mühen reichen Weg H. Laubes zu folgen, bietet die Biographie Laubes aus H. H. Houbens Feder, die, als Einleitung zu deS Verfassers demnächst erscheinender Ausgabe von Laubes Werken hei Max Hesse geschrieben, in einem Sonderdruck vorliegt. Hauben ist ein genauer Kenner der Epoche, in welche Laubes Wirksamkeit fallt. Ern bei aller Sachlichkeit höchst interessantes Lebensbild fit ihm gelungen: das Anziehende liegt im Stoff, im reichen und oft eigenartigen Erleben des Helden, das Houben freilich seinerseits zu einem deutlichen und vortrefflichen Bilde zu gestalten wußte. Die beiden Bildnisse und der im Faksimile beigefügte Brief Laubes werden zur Veranschaulichuna der Biographie will- Mymeu sei«. - dem Konservator des Kunstvereins Professor Max Lieber das Ritterkreuz 1. Kl. desselben Ordens. Letztere Auszeichnung erhielt ferner der Professor Dr. Be perle an der Universität Gottrngen. Zu den Jubiläumsfeierlichkeiten sind heute eingetroffen: der japanische Botschafter in Berlin Jnoupe, der portug. Gesandte und bevollmächtigte Minister v. Sendal u. a. Wegen des Ablebens des Prinzen Albrecht von Preußen legt der Großh. .Hof Trauer auf 14 Tage an. Wegen der goldenen Hochzeit beginnt die Trauer am 24. d. M. Politische Tagesscharr. Unter der Dielstenerung hat nud) der ReichsfiSkus zu leiden. Bei der Ausschreibung der Lieferung für das zweite Halbjahr der Gardetruppen im Juni ds. IS. hatte die Jntendanturverwaltung schon einen kleinen Vorgeschmack der höheren Fleischpreise erhalten. Jetzt aber ist, der Voss. Ztg. zufolge, den Regierungskreisen der beste Beweis erbracht worden, daß sogar eine sehr erhebliche Teuerung des wichtigsten Le beuLn;ittels besteht. Die Armeekonservenfabrik in Hafelhorst verbrauchte bis vor cinioen Jahren ein jährliches Quantum von 2OOO Ochsen. Seit dem im Jahre 1900 erfolgten Aufstande in China und den jetzigen südwestafrikanifchen Unruhen genügt diese? Quantum nicht mehr und ist der jährliche Bedarf auf 3300 Ochsen gestiegen. Auch die in Mainz befindliche zweite Konservenfabrik der Armee verarbeitet fast ein gleiches Quantum. Die Preise für die zu liefernden Ochsen sind bei der am 27. vor. Monats ausgeschriebenen Verdingung um 2 0 Pfg. für daS Kilogramm gestiegen. Es erwächst dadurch dem Reiche eine Mehrausgabe für das zur Herstellung der Konserven benötigte Vieh von einer halben Million Mark. ICh'cbc rind Schn Le. — Der wegen seiner kritischen Anschauungen von der Orthodoxie heftig angegriffene Privatdozent der Theologie in Jena, Eie. Friedrich LipsiuS, Sohn deS berühmten Jenaer Theologen, wurde zum Nachfolger Kalthoffs an die St. Martini-Kirche in Bremen gewählt. Aus S-ass uuo LE0. Gießen, den 18. Sept. *• Landtagsabgeordneter Häusel wurde am Freitag in seiner Heimat Michelstadt von einem Schlaganfall betroffen, der die Lähmung der einen Körperseite zur Folge hatte. (Sein Befinden soll sich inzwischen wieder erheblich gebessert haben.) ** Preußische Lehrerpersonalien. Schulamtskandidat Julius Melsbach aus Neuwied ist an die evang. Schule in Launsback, Schulamtskandidat Karl Siegel aus Puderbach, Kreis Altenlirchen (Westerwald) an die evang. Schule in Groß-Rechtenbach und Schulamtskandidat Otto Henrich au§ Oberwesel, Kreis St. Goar, an die evang. Schule in Münchholzhausen als Schulverwalter vom 1. Oktober ab berufen. •* Die Reichs st euergesetze vom 3. Juni 1906 (Mantelgesetz, Reichsstempelgesetz, Zigaretten-, Erbschafts- und Brau-Steuergesetz) sind in der Sammlung „Deutsche Neichs- gesetze" (Verlag von Emil Roth zu Gießen) zum Preis von 1 Mk. (drosch.) bezw. 1.50 Mk. (Leinenband) erschienen. Der Herausgeber, Prof. Dr. Gar eis in München, hat dem Buch erläuternde Anerkennungen und ein ausführliches Sachregister beigegeben, die die praktische Brauchbarkeit wesentlich erhöhen. — Zu der Gesetzes- usw. Sammlung „Das höhere Schulwesen in Hessen" von Geh. Oberschulrat Nod- nagel ist ein zweiter Nachtrag erschienen, der die in der Zeit vom Juli 1904 bis Juli 1906 erlassenen Gesetze, Verordnungen und Verfügungen enthält. n. Butzbach, 17. Sept. 25 Jahre im Dienst ist am 21. September der hiesige Großh. Werkmeister Johannes Friedr. Dern als Gefängnisbeamter. Er war anfangs im Zuchthause Marienschloß bei Rockenberg angestellt, alsdann am Gefängnis in Darmstadt als Werkmeister tätig und fand dann in gleicher Eigenschaft an der hiesigen Zellenstrafanstalt bei deren Eröffnung Verwendung. Daß der Jubilar nicht nur als Beamter, sondern auch als Mitbürger volles Vertrauen und hohe Achtung genießt, beweist der Umstand, daß er seit einigen Jahren dem hiesigen Stadtvorstande angehört. Friedberg, 17. Sept. Am Mittwoch, 19. d. Mts., werden die fünf Kandidaten des Predigerseminars, die ihren Jahreskurs erledigt haben, entlassen. Ihre Namen sind Karl Hoffmann von Klein-Eichen, Hermann Kahn von Nedingen (Lothr.), Matthias Kragh von Brära (NordschleSwig), Gustav Lenz von Ortenberg und Wilhelm Wahl von Beienheim. Die Entlassungsfeier, der als -Vertreter des Oberkonsistoriums Superintendent D. Petersen anwohnen wird, findet um 11 Uhr in der Burgkirche statt und ist für jeder- mann zugänglich. k. Hungen, 15. Sept. Der Zwei sch enprei? in der nördlichen Wetterau beträgt zur Zeit 2.50 Mk. für den Zentner. Der Preis dürfte noch niedriger werden, sobald die Ernte allgemein beginnt. § Hartmannshain, 17. Sept. Die hiesige Station wird wegen Verkehrsmangel am 1. Oktober d. I. in eine Haltestelle umgewandelt und der Stationsvermalter Corell in gleicher Eigenschaft in den Westerwald versetzt. fc. Offenbach, 17. Sept. Einem Gerücht zufolge beabsichtigt die Offenbacher Stadtverordnetenmehrheit, Bürgermeister Dr. Glässing, den 1. besoldeten Beigeordneten der Stadt Darmstadt, zum Bürgermeister zu wählen. Vermischtes. * Die Waschfrau. In einem Bändchen humoristischer Dichtungen im Mainzer Dialekt finden wir folgendes heilere Genrebildchen aus häuslichem Leben: De Mensch lebt nit allää vum schlafe, sondern aoch vum esse und trinke. Gut gesse itn gekirnte hält Leib nn Seel zusamme. E gut alt Sprichwort secht: gut gefrichstickt hält de ganze Dag, gut geschlacht des ganze Jahr nn gut geheirat des ganz Lewe. Es gerne awer Leit, die friehsticke de ganze Tag nn de halbe Nacht. Ihm ganze Verdienst verschwind dorch des deier Loch unncr de Nos. Dene chrn Bauch is de reinste Kar- menadekerchhof. In de Wertschast vuu de Nei Aalag in Meenz nm en frische Wert komme. En echte Pariser FrauzoS. Der Hot o,lei in die erste Däg e Waschfrau gebraucht un, in de Stadt nn hole lasse. Wie die Frna komme iS, Hot si< gesagt: „Ich bin die Wäschfraa, wo Se dennooch geschickt Hamel" „Eh bien, was muß ich Sie geb?" „Zwää Mar! vor de Dagl„ „Combien?" „Was määne Se?" „Was muß ich Sie geb?" „Ich Habs Ihne jo eme gesagt, zwää Mark for de Dag." Un do se zwee Finger bebet hoch hält, Hots der Stocksranzos jetzt verstanne. „Bon !" secht er. „Ja, awer außerdem krieh ich noch zu esse. Wann ich morjns um 6 Uhr komm, es Scheelche Kaffee, mit zwää drei Weck." „Oui." „E Stund odder annerthalb Stund später ungefähr noch c Scheclche Kaffee mit nie Weck." „Oui." „Um uhres zehe e Heesche odder Fießche un ne Schoppe Bier zum Frieh- stick." „Oui." „Dann zum Middagesse e ordentlich Supp, Flääsch, GemieS un Kartoffele." „Oui." „Gegen drei, halb vier c Portion Kaffee mit Weck odder Butterbrod." ,zOui." „Na nn dann zum Schluß um sechse noch so bische was, was Middags innig gcbliwe is." „Oui." „Des is es! Un dann nadierlich krieh ich noch zwää Mark!" „Eh bien, was muß ich Sie geb, wenn Sie die ganze Tag freß?" * Ein Sieg der weiblichen Kochkunst. Nie hat die Vermählung einer regierenden Königin mehr Interesse und größeren Enthusiasmus erweckt, als die Hochzeit des Fräulein Shcppard, die dieser Tage in der kleinen Stadt Florence in Süd-Dakota (Vereinigte Staaten) stattfand. Denn Miß Shcppard war das einzige weibliche Wesen des schnell anfblühenden westlichen Ortes, und die Geschichte ihrer Heirat klingt wie ein Märchen, das eben nur im wilden Westen in die Wirklichkeit umgesetzt werden kann. Florence ist eine erst vor kurzer Zeit gegründete Stadt, und sie verdankt ihr schnelles Aufblühen den reichen Naturschätzen, die in der Umgegend noch unberührt verborgen sind. Schnell hatte sich der Ruhm des neuen OrteS verbreitet, und ehe noch Straßen vorhanden waren, zählte die „Stadt" schon mehrere tausend Einwohner. Aber weibliche Wesen waren in dem neuen Gemeinwesen mit alleiniger Ausnahme des Fräulein Shcppard nicht vorhanden. Auch sie war dem Zuge nach der neuen Stadt gefolgt, um sich eine Existenz zu begründen, und zwar beabsichtigte sie als Lehrerin tätig zu sein. Aber noch gab es feine Kinder, die unterrichtet werden mußten. Aber Miß Shcppard ließ sich dadurch nicht ab- schreckcn. Kurz entschlossen eröffnete sie ein Restaurant, in dem e5 einen besonders guten Mittagstisch gab, und bald hatten sich die Männer, die bisher nur ihre eigenen Köche nn primitiven Holzfeuern waren, so sehr an die vorzüglichen Speisen der neuen Köchin gewöhnt, daß sie sich jeden Mittag in den Räumen versammelten. Innerhalb eines Monats waren die sämtlichen Männer die ergebenen Sklaven der unternehmenden Lehrerin geworden, und sie war der Diktator und Gesetzgeber der Gemeinde. Da§ Kochmonopol sicherte Fräulein Shcppard einen Einfluß, dessen sich kaum die reichsten Trusts rühmen können. Die einfache Drohung, widerspenstige Gesellen von der Mittagstafel zu verbannen, reichte hin, um die wildesten Raufbolde zu Lämmern zu machen. Sie übte ihre Macht sehr weise aus, nnd alle Streitfälle wurden von ihr entschieden, und die Gegner fügten sich diesem Urteil, wenn sie nicht riskieren wollten, hungrig das Haus zu verlassen. Sie erhob Steuern für daS öffentliche Wohl, erließ Gesetze und Verordnungen, genug, sie wurde durch ihre Kochkunst Bürgermeister und Richter, mit einem Wort, die unumschränkte Königin der Stadt. Selbstverständlich entbrannte von der ersten Minute an ein heftiger Wettbewerb um die Hand der trefflichen Köchin, aber ein junger Ingenieur namens Austin trug den Sieg davon, und die übrigen Bewerber fanden sich mit dieser Entscheidung ab, denn die junge Frau entschied sich, das Restaurant auch nach ihrer Verheiratung weiter zu führen. Nun haben alle Männer sich vereinigt und ihrer Herrscherin ein kostbares Hochzcitsgeschcnk gemacht. * Die gefühlvolle Gattin. Arzt: „Sie werden sich gewiß freuen, wenn ich Ihnen heute mitteile, daß Ihr Mann in kürzester Zeit wieder gesund fein wird." — Frau: „Um GotteSwillcn, Herr Doktor, was sagen Sie?" — Arzt: „Wieso, wie meinen Sie daS? Freuen Sie sich denn gar nicht?" — Frau (weinend): „Erst in der vorigen Woche sagten Sie mir, er habe keine vierzehn Tage mehr zu leben,- und da habe ich alle feine Anzüge verkauft!" Kpovt. GFUßball. Anläßlich seines 6. Stiftungsfestes veranstaltete der Gießener Fußballklub von 1900 am vergangenen Sonntage zwei W e t t s v i e l e und eröffnete hiermit gleichzeitig seine diesjährige Spielsaison. Um 4V3 Uhr nahmen die Spiele vor einer zahlreichen Zuschauermenge ihren Anfang. Die l.Mann» schaft hatte den Fuldaer F. E. Borussia als Gegner während die 2. Mannschaft gegen den Nauheimer F. C. antrat. Fulda leistete nicht das, was man allgemein erwartet hatte; mit dem hoben Resultat 13:0 Goals mußte es sich geschlagen bekennen. Halbzeit 5 : 0. Tas Spiel nahm einen anständigen Verlauf. Gießens Stürmerlinie, durch ein auswärtiges Mitglied verstärkt, zeigte zeitweise ganz vorzügliches Zusammenspiel sowie gutes Kopfspiel, -mc Hintermannschaft war den Eingriffen der Gäste ebenfalls gewachsen. T:e 2. Mannschaft konnte genau wie beim ersten Spiel nur unentschiedenes Resultat erzielen, diesmal 3:3 Goals. Auch dieses Spiel nahm einen einwandfreien Verlauf. Nach dem Spiel sand ein Festkommers auf dem Schützenhaus statt, der die Mannschaften noch lange in fröhlicher Stinimuna zusammen hielt. _____ Arbeiterbewegung. Prag, 17. Sept. Der Kohlenarbeiter st reik fit beendet und die Belegschaft auf allen Schächten ordnungsgemäß eingefahren. Ihre volle Leistungsfähigkeit werden aber die Schächte erst in einigen Tagen erlangen. Der durch den Streik ^rvov- gerufene Produktionsausfall wird auf 30 000 Waggons geschätzt. Mailand, 17. Sept. Im Jndustriebezirk von Pallanza, Gravellona, Baveno usw. find 8 0 0 0 Baumwollarbeltev in den Aus sta n d getreten. Da die Arbeitgeber Unterhandlungen ablehnen, beschlossen die übrigen Gewerbe den Gen er al streck für heute. Die Erregung fit groß. Von hier gingen Truppen dorthin ab-, _ . .. . — Lieh mir, Mm, hie reizende IBoiiöonnietc, und unter den Süßigkeiten versteckt, drei Schachteln Fays S-rMe ächte Sodener Mineral-Pastillen! Ist das nicht aufmerk- «Vtr* som? Der Vetter denkt doch an alles und meine Fays * \;$h Sodener sind mir ohnehin ausgegangen. Das ganze Theater nimmt jetzt übrigens nur Fays ächte Sodener, |cit man weiß, wie glänzend die Pastillen sich bei mir be- ATaÄ währt haben. Man kaust Fays ächte Sodener Mineral Xj® Pastillen, die Schachtel zu 85 Pfg., in allen einschlägigen Geschäften, hüte sich aber vor Nachahmungen. luv Es ftibt nichts Besseres und Hausputz als Dr. Thompsons Seifenpulver. Für die altbewährte ausgezeichnete Qualität garantiert die Originalpackung und öte toqjug märte Schwan. — Ueberall zu haben. ,»E Sör-'H'A rt. Der «, Vaggo"^,, VWsS groß- v ÄSte® Ä-!""'77SH KÄM ??S3ößl nrWM r-^Ä v '''55"e İ ®« :PL?. Ä*Ä •Äff Affi *• X'!fc„«Ä schoppe $8ift" uhres o9jSc e °°d-L •Oai.« /hÄ ll,rt) «upn ^it'-b* "V ■ i i,!e "°ch j0 bis*1,0’1- M- '!°»° ®«rt!- k'!,.es! £a,$°9^'1 KM SM e>n Märchen ba§ ? b,c ^Srundete Stabt, unb :?,ben pichen Naturschätzen erborgen fmb. Schnell S? ^breitet, unb ehe »°hlte bie,Stobt* schon Cr 5'bliche Wesen waren t alleiniger Au-nahme beZ en. 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Waldungen zn beziehen wünscht, wolle dies spätestens bis znm 1. Oktober am der Bürgermeisterei, Znnmer 15, anzeigen. on Q^?lr- xerim)9r.cvfol9v vor das Haus. Der Preis beträgt 20 Pfg. für die Welle und t|t bei der Anmeldung zu entrichten. Gresteu, den 15. September 1906. gn/ Grobherzogliche Bürgermeisterei Gießen. ° ___________Mecum. Bekanntmachung, die Ausführung von Hausentwäfserungen betreffend. Wir haben wiederholt die Wahrnehmung gemacht, daß einzelne mit der Ausführung von Hausentwässernngcn beschäitkgte Unternehmer m unzulässiger Weise die Straßen zur Lagerung des Grubenaushubes und als Werkplatz für ihre Arbeiter benutzen Wir machen darauf aufmerksam, daß dies im Interesse des Verkehrs nicht geduldet werden kann und für die Folge unnachsichtlich Be- slraiung der betreffenden Hausbesitzer eintreten wird. Nur in ganz dringenden Fällen werden wir die Erlaubnis zur Benutzung der Straßen erteilen. a Diesbezügliche Anträge sind bei dem städtischen Tiefbauamt vorzubringen. Gießen, den 16. September 1906. Großherzvglicke Bürgermeisterei Gießen. , I. V.: Eurschmann._______ ß18/n Arbeitsvergeimng. . ,. Die für die Beiestigung des Landgraf-Philipp-Platzes erforderlichen Erd- u. Maurer-, Pflaster- u. Eha,:sfierarbciten, sowie die Lieferung von Basaltpstastersteinerr sollen Montag, dcn 24. September i>. Jahres vormittags 11 Uhr öffentlich vergeben werden. Arbeiisbeschrelbungeu und Bedingungen liegen während der Dienslstundeu bei uns auf Znnmer Nr. 1 zur Einsicht offen. Angebote auf Vordruck, der daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum vorgenannten Zeitpunkt verschlossen und mit enisprechender Aus» schrift versehen an uns einzureichen. — Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 17. September 1906. Städtisches Tiefbauamt. B1s/9_______________________________Braubach.___________ Obstversteigerung. Der diesjährige Ertrag von Obst an den nachbenannten Kreisstraßen soll auf dem Stand versteigert werden und zwar: Mittwoch, den 19. d. Mts. aus den Straßen Lich— Langsdorf—Lich—Kolnhaufen und Lich—Hof-Albach anfangend vormittags 9 Uhr am Bahnhof Lich. Donnerstag, den 20. d. Mts. auf der Straße Lich— :-rieder-Befffngen anfangend vormittags 9 Uhr bei Lich. Freitag, den 21. d. Mts. auf der Straße Hof- tAlbach—Steinbach—Gießen (Wald) anfangend vormittags 29y, Uhr bei Hof-Albach. Samstag, den 22. d. Mts. auf der Straße Hof- 9Gill—Eberftadt—Ober-Hörgern anfangend vormittags 29y, Uhr am Bahnhof Hof-Gill. Gießen, den 13. September 1906. Herrmann Bu(e Kreisstraßenmeister. Obstversteigeeung. Nächsten Donnerstag den 20. September, von mittags 12 Uhr an, soll das Obst in den Freiherrlich von Nordeck zur Nabenauischen Gärten zu Lllten-Buseck, bestehend in Aepfeln, Birnen und Zwetschen, versteigert werden. Großen-Buseck, den 17. September 1906. Althaus, 5611 __________ Freihcrrlicher Rendant. Obstversteigerung. Freitag den 21. September, von 1 Uhr an, soll das der Gemeinde Dorf-Gill gehörige Obst, bestehend in Aepfeln, worunter schönes Tafelobst, und vielen Zwetschen versteigert werden. Dorf-Gill, den 17. September 1906. Großherzogliche Bürgermeisterei. 5613 Kuhl. Feinstes PFIamenFelb ZUM KOCHEN ßRRTEN.BHCKEN