Nr. 343 Zweites Matt LSS. Jahrgang Dienstag 16. Oktober 1906 Erscheint täglich mit Ausnahme deS Sonntags. Die „Gießener ZamilienblStter" werden dem „Anzeiger viermal wöchentlich beigelegt. Der „hessische tanbwiit“ erscheint monatlich einmal. jfZgi" ’T ▲ La ▲ a a. ▲ jka a ? * -k ». A Rotationsdruck und Verlag der Drühl'schen S MW Universitätsdruckerei. R. Lange, Gießen. V 1 m.'Sk, Bg BC. B K BC, jL B B BC. M Sill wL Ä. Redaktion, Expedition «.Druckerei: Schulstr, 7. v v v ® v H V JPNÄ ▼ Tel. Nr. bl. Telegr.-Adr.: Anzeiger Gießen. General-Anzeiger, AmK- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. t - »■■■■!■ i " politische Lagesscharr. DaS Ausland unb die Hohenlohe'scheu Memoiren. Der Pariser „Gaulois" bezeichnet die Bestimmung des verewigten Fürsten Hohenlohe, daß seine Tagcbuchaufzeich- nungen veröffentlicht werden sollen, als eine Handlungsweise, die eines deutschen Edelmanns unwürdig sei! Aehnlich lauten auch die Urteile anderer fremdländischer angesehener Blätter, die mehr oder minder scharf' gegen den Autor der Memoiren Stellung nehmen. Am interessantesten aber ist es, daß man sich in Frankreich verwundert fragt, ob denn keine Möglichkeit bestand, das Erscheinen eines solchen Buches aus Gründen der Staats- raison zu unterdrücken. Man weist darauf hin, daß hier eine Verletzung d e S A m t s g e h e i in n i s s es vorliegt und erinnert daran, daß die französische Regierung vor einigen Monaten die Absicht hatte, gegen den gewesenen Kriegsminister Andre gerichtlich vorzugehen, weil er in seinen, in einem Pariser Blatte publizierten Denkwürdigkeiten diskrete Vorfälle aus seiner Amtstätigkeit ausplauderte. Das strafgerichtliche Vorgehen unterblieb jedoch, da die Indiskretionen zu harmloser Ncv- tur waren. Nun, man schont'im Auslande über die Zustände, wie sie sich in Deutschland entwickelt haben, noch immer nicht unterrichtet zu sein, denn sonst würde man nicht so verwundert fein. Ja, wenn der Herausgeber dieser Memorren nicht der Prinz Alexander zu Hohenlohe wäre. Wer Se. Durchlaucht wurde, wie der Draht gestern meldete, vom Fürsten Balow in Homburg.in Audienz em- pfangen, speiste bei ihm zu Mittag und reiste am Abend wieder ab. Beim Statthalter der Reichslande freilich, seinem Oheim, reichte er alsbald seine Entlassung ein. Er erklärte einem Mitarbeiter des Pariser „Temps", der ihn in Eolmar aussuchte,er habe infolge des Telegramms des Kaisers an seinen Bruder zuerst den Chef des Zivilrabinetts von Lukanus um eine Unterredung gebeten, jedoch die Antwort erhalten, daß die Angelegenheit ihren Verlauf nehme und jeder Schritt unnütz wäre. Bei Bülow in Homburg überzeugte er sich dann in langer Unterredung, daß er das Vertrauen des Kaisers nicht mehr besitze. Er habe sich deshalb von Homburg sofort nach Straßburg begeben und den Statthalter gebeten, sein Entlassungsgesuch nach Berlin zu übermitteln. „So lange die allerdings nicht zweifelhafte Antwort aus ck>ieses Gesuch noch nicht eingetroffen ist", fügte der P^rinz hinzu, „6in ich als Beamter zur Zurückhaltung verpflichtet, jedoch beunruhigt die Entrüstung der Presse mich nicht. Ich habe getan, was ich für meine Pflicht hielt, und wenn meine Stunde gekommen ist, werde ich meine Gründe veröffentlichen." Das kann also noch immer hübscher werden. Von gut unterrichteter Seite behauptet übrigens die „Post" erfahren zu haben, daß Prinz Alexander seit einiger Zeit von einem schweren Rück en mar k's leiden befallen fei. Kochzeitsfeier im Kaufe Krupp. Essen, 15. Okt. Die Bevölkerung von Essen nimmt Anteil an dem Feste, das heute in der Familie Krupp gefeiert wird. Die Stadtverwaltung hat die Glückwünsche überbracht und dem jungen Paar einen Tafelaufsatz überreicht. Heute sind die öffentlichen Gebäude der Stadt beflaggt. Schon früh herrschte auf dem weiten Hofe der Villa Hügel ein emsiges Treiben. Wagen rollt nach Wagen vor und ihnen entsteigen Damen in reichgeschmückten Toiletten, Herren in großer Uniform, doch zumeist in festlichem Schwarz. Schon in dec äußeren Form tritt das Bürgerliche mehr hervor als sonst bei so großen Festen. Es ist eben ein Fest in der ersten Bürger- familie Deutschlands, die nicht durch Adel und vererbte Gunst soweit gestiegen ist, sondern durch Arbeit zweier bedeutender Männer im Verein mit den Leistungen der tüchtigen Männer, die sie mit zur Leitung der Werke heranzogen. Wie sehr diese Bürgerfamilie über die Zeit cmporragt, zeigt sich ja beim heutigen Feste schon durch den Besuch des Kaisers, der noch vor zwei Monaten auf Hügel weilte und heute wiederkehrt. Zum Empfang hätten sich von der Familie Krupp eingefunden: in Vertretung von Frau Krupp deren Bruder Oberst Freiherr von Ende und der Verlobte der Fräulein Barbara Krupp, Regierungs-Assessor von Wilmowski. Um 12 Uhr 45 Minuten lief der kaiserliche Hofzug ein. Zuerst entstieg der Kaiser, der große Generalsuniform ohne Ordensband trug, dem Wagen. In der Begleitung des Kaisers befanden sich Oberhofmarschall Graf v. Eulenburg, der Chef des Marinekabinetts, kaiserlicher Admiral v. Müller, vom Militär-Kabinett Oberst von Oertzen, vom Zivil-Kabinett Geh. Regierungsrat v. Eisenhart-Rothe, der General-Adjutant General der Infanterie v. Plessen, die Flügeladjutanten Generalmajor Graf v. Hohenau und Major Freiherr von Senden, Generaloberarzt Dr. Jlberg. Die Trauung des Legationsrats Dr. v. Bohlen und Halbach mit Fräulein Bertha Krupp hat heute nachmittag 1 x[.1 Uhr stattgefunden. Den Trauakt vollzog Pastor Greeoen aus Werden. Der Kaiser verlieh dem Dr. jur. von Bohlen und Halbach den Namen Krupp von Bohlen und Halbach mit der Bestimmung, daß dieser Name zur Erhaltung des Kruppschen Namens auf den Abkommen des Mannesstammes übergehen soll, welcher dereinst den testamentarischen Bestimmungen Alfreds und Friedrich Alfreds -Krupp gemäß in den Besitz der Kruppschen Fabriken und Vermögens treten wird. Die übrigen Nachkommen sollen sich des NamenS von Bohlen und Halbach bedienen. Der Toast des Kaisers. Der Kaiser hielt bei der Hochzeitstafel nachfolgende Rebe: „Verehrtes Paar! Tie Segenswünsche unb Gebete aller Anwesenden haben Sie in der Kirche umgeben und werden Sie ans Ihrem ferneren Lebenswege begleiten. Vielen jungen Papren, bei ^nen der Mann nicht in einem Staatsdienst oder besonderen Berus steht, wird die Beantwortung der Frage, wie Sie Ihr Leben zu gestalten gedenken, nicht so leicht sein wie Ihnen. Smd es ernste Leute, so werden sie danach trachten, zu wirken zu Nutz und Frommen ihrer näheren Mitmenschen, der Gemeinde, der sie an- gehoren, und damit auch dem Staate. Es ist jedoch eine eigen- tümliche Erscheinung, daß das heutige junge Geschlecht unter st a r k e r H e r v o r h e b u n g beä eigenen Ichs dasselbe in den 9)i i 11 e l p u n f t der Ereignisse zu stellen und bestrebt ist und eifrig darauf bedacht ist, das ihm zu- kommende Recht zu betonen und biej'em Recht uneingeschränkte Wirkung unb Berücksichtigung zu verschaffen. Es wird dabei nur eins, und zwar das Wichtigste vergessen, daß die Rechte vor allem Pflichten bedingen. Ohne Pflichten finb keine Rechte denkbar. Rechte ohne Pflichten führen z u Uu g eb u n d e n h e i t und Zügellosigkeit. Wir kommen soeben ans der Kirche, wo wir von demjenigen gehört haben, der die höchste Stellung in der Well beanspruchen koiinte, als Sohn Gottes, und dessen Leben doch ausschließlich der Ersüllung der Pflicht des Wirkens für seine menschlichen Brüder gewidniel war. Ihr Lebe»! sei erfüllt unb beherrscht von bem, was unser großer unb klarster Denker, Kant, ben kathegorischen Imperativ b e r Pflicht genannt hat. Ihnen, meine liebe Bertha, hat ber liebe Gott eitlen herrlichen Wirkungskreis zugewiesen: F ü r I h r e Arbeiter und bereu Familien zu leben. Wenil Sie burch die Fabrikräume schreiten, möge der Arbeiter in bankbarer Liebe die Mütze vor Ihnen lüsten unb in Ihnen neben ber Tochter seines innig verehrten verblichenen Jabrikherrn den guten Genins ber Werke begrüßen. Bei Ihren: Eintritt in die Familienhäuser mögen Kinder und Frauen in Ihnen eine holde Fee erblicken, welche bei ihrem Erscheinen Tränen trocknet, Not lindert, Lasten erleichtert und Leid ertragen Hilst, unb Ihrer Einwirkung, mein lieber Bohlen, entspringe Arbeitssreudig- feit unb sortschreüenbe Entwicklung nach zielnmiasseriben Gesichls- punEtcn und den modernsten Anforberüngen entsprechenben Leistungen, ben bewährten Grundsätzen des Begründers dieses Werkes. Möge es Ihnen gelingen, das Werk aus der Höhe zu erhalten, auf die es gehoben worben ist, unserem deutschen Vaterlande auch fernerhin Schutz- und Trutz-Waffen zu liefern, welche in ihrer Fabrikation sowohl wie in ihren Leistungen nach wie d o r von keiner Nation erreicht werden. Mit goldenen Buchstaben stehe das Wort „Pflicht" über den Türen Ihres Heims uni) es werbe ihre Ausübung burch bas hehrste Gefühl erleichtert, welches es auf Erden gibt, nämlich, für das Wohl seiner Mitmenschen arbeiten zu können. Dazu verhelfe Ihnen der liebe Gott und der Segen Ihres verklärten Vaters, meines teuren und geliebten Freundes, der heute ans lichten Höhen auf Sie herabblickt, wird unsichtbar Sie geleiten. Diese meine Freundschaft, welche von RinbeSbeinen an mich mit Ihnen verband, übertrage ich freudigst auf Sie beide unb ich will, soweit ich es oermag, Ihnen treu zur Seite stehen. Allem übrigen, was uns das Herz bewegt, wollen wir nunmehr Ausdruck geben, indem wir unsere Gläser erheben unb aus das Wohl des jungen Paares trinken." Der Kaiser reiste um 5 Uhr von Villa Hügel nach Bonn ab. Stiftungen der Familie Krupp. An die Angehörigen der Firma Fried. Krupp A.-G. erlassen Gustav von Bohlen und Halbach und Bertha von Bohlen und Halbach geb. Krupp eine Bekanntmachung, der zufolge sie der Kruppschen Arbeiterstiftting für deren Jnvalidenfonds ein Kapital von einer Million Mark zur Verfügung stellen. Frau F. A. Krupp veröffentlicht ebenfalls in einer Bekanntmachung an da§ Direktorium der Firma ihren Beschluß auf Auswerfung einer Million zu gemeinnützigen Zwecken. Ihre Stiftung soll vor allem der Wohnungsfürsorge für die minderbemittelten Klaffen dienen, außerdem stellt sie der Stiftung ein Baugelände in Größe von etwa 50 Hektar in Rüttenscheid zur Verfügung. Deutsches Reöstz. Bonn, 15. Okt. Die Stadt hat Festschmuck angelegt. Das Denkmal K a i s e r W i l h e l m I. von Harry Magnuffen ist vor der Universität mit der Front nach dem Kaiserplatz zur Aufstellung gelangt. Der Kaiser traf mit Gefolge im Sonderzug T Uhr 45 Min. im Hauptbahnhofe ein. Zur Begrüßung waren u. a. erschienen: Prinz und Prinzessin Adolph zu Schaumburg-Lippe, Prinz August Wilhelm von Preußen, Erbprinz Adolf und Prinz Moritz zu Schaumburg- Lippe und die Mitglieber und anwesenden Alten Herren des Korps .Borussia". Der Kaiser begrüßte die Versammelten aufs freundlichste und begab sich im Automobil nach dem Palais Schaumburg, um dort Wohnung zu nehmen. Berlin, 16. Okt. In der Ko loniala btc ilun g wird der eiserne Besen kräftig geschwungen. Außer dem Kammergerichtsrat Strähler, der die Disziplinar-Untec- suchung gegen den Gouverneur v. Pnttkamer leitet und zur Zeit aus Kamerun noch nicht zurückgckehrt ist, unb außer bem Lanbgerichtsrat Schmidt, dem Untersuchungsrichter in Sachen Götz und Schneider, wirken in der Kolonialabteilung zur Aufklärung der Verhältnisse augenblicklich noch der Kammergerichtsrat Kleine unb der Staatsanwaltschaftsrat Oehlschläger. — Wie bie „Freis. Ztg." erfährt, wirb der vortr. Rat, Geh. RegierungSrat Wiskow, demnächst aus ber Kolonialabteilung ausscheiben. Wiskow ist ber Erbauer ber Mole in Swakopinunb. — lieber den dritten Band der „Gedanken unb Erinnerungen" schreibt Maximilian Har ben der „N. Fr. Pc." ,,... Ich habe nie von Bismarck gehört, daß er das Erscheinen dieses Bandes verzögert wissen wollte. Im Gegenteil, dieser Band, der ihm weitaus das wichtigste war, sollte, wie er mir oft sagte, noch auf bie heutige Situation wirken. Auch Schweninger war nach allem, was ber Fürst ihm gesagt hatte, ber Meinung, ber Banb werbe halb nach dem anderen erscheinen. — Die Entwürfe zum Reichs Haushalts-Etat für 1907 sind nun soweit fertiggestellt, daß mit der Drucklegung begonnen werden kann. Dem Bundesrat dürften in diesen Tagen einige Spezlaletats vorgelegt werden. Wie in den letzten Jahren, so soll auch diesmal daran festgehalten werden, daß dem Reichstage gleich bei seinem Wiederzusammentcitt der gesamte Etat vorliegt. — Der Reichskanzler hat die umaehende Einreichung der Sitten zu^l Fall Fischer vom Gerichtsherrn der Garde-Kavallerie-Division erbeten. Der Ehrenrat der StabSofsiziere des Gardekorps wurde mit dem Verfahren gegen den Major Fischer beauftragt. Oldenburg, 15. Okt. In einer gestern hier abgehaltenen V e r s a m m l u n g der Liberalen, die sich mit einem Einigungs- Programm beschäftigte, wurde folgende Resolution angenommen: Die Vertrauensmänner sind durchdrungen und überzeugt von der Notwendigkeit des Zusammen- schlnsses aller Liberalen zum Zweck der Aufstellung eines gemeinschaftlichen neuen liberalen Kandidaten unter Zugrundelegung des liberalen Frankfurter Mindest-ProgrammS. Sie setzen voraus, daß nach Möglichkeit der gegenwärtige Besitzstand gewahrt wird und hoffen, daß auch die-National- liberalen sich den Bestimmungen der Einigung anschließen werden. Köln, 15. Olt. Die nationallib. „Köln. Ztg." fordert an leitender Stelle unter .der Ueberschrift: „Ein Vorschlag zur Fleischnot" die Regierung auf, die Grenzöffnung und vornehmlich die Einfuhr gefrorenen Rind- und Hammelfleisches von Australien und Neuseeland zu gestatten. Der Vorwand, daß durch die Oeffnung der Grenzen bei der Einfuhr lebenden Viehes Seuchen eingeschleppt werden, kann ernstlich nicht mehr gelten. Die kontingentierte Einfuhr von Schweinen aus 'Oberschlesien beweist im kleinen, was im großen durchführbar ist, daß wir in unseren veterinär-polizeilichen Vorschriften ein vollkommen ausreichendes Vorbeugungsmittel gegen bie Seuchengefahr haben. Den zweiten Einwand gegen die Grenzöffnung, daß dadurch die Preise nicht fallen, widerlegen die wesentlich niedrigeren Vieh- und Fleischnotierungen ber auswärtigen Märkte. Das Blatt sagt, beides sei unterlassen worden aus Furcht vor dem ohrenbetäubenden Geschrei der Agrarier. Essen, 15. Okt. Bergmeister Engel, früherer Geschäftsführer des bergbaulichen Vereins, wurde als Hiifs- arbeiter ins Handelsministerium berufen. Kirche rind SchrUe. — Der Oberkirchenrat verwarf die Beschwerde der evang. Gemeindevertretung gegen das rheinische Konsistorium, das die zweite Wahl des Sic. Römer als Pfarrer von Remscheid nicht bestätigt hat. Ueber diese Entscheidung herrscht in allen liberalen Kreisen Remscheids die stärkste Erregung. Die Gemeindevertretung wurde einberufen, um die neue Lage zu beraten. Arrsland. London, 15. Okt. Prinz Arthur vonConnaught hat sich, wie verlautet, mit der Tochter eines Mitgliedes des Oberhauses verlobt. Es heißt, der Herzog von Connaught sei dieser Verbindung nicht geneigt gewesen, der König habe aber als Freund der Familie den Vermittler gespielt. — Die Admiralität beabsichtigt, acht ihrer erstklassigen Kriegsschiffe und vier gepanzerte Kreuzer außer Dienst zu stellen und acht weitere erstklassige Kriegsschiffe au§ der Reihe dec seefahrenden Schiffe auszuscheiden. — Minister Asquith empfing in Ladybank eine Deputation der Frauen, die dafür vorstellig wurde, daß den Frauen das Stimmrecht gegeben werde. Asquith führte aus, er sehe einen Beweis, daß das Stimmrecht von der Mehrheit by: Frauen verlangt werbe. Paris, 15. Okt. Heute abenb wohnten der Lordmayor und eine Abordnung der Stadt London einem von der Stadtbehörde ihnen zu Ehren veranstalteten Bankette bei. Es wurden zahlreiche Trinksprüche ausgebracht, in denen auf die Freundschaft und auf die Beziehungen beider Völker hingewiesen wurde, durch welche der Weltfriede gewährleistet sei. Unter anderem trank Ministerpräsident Sarrien auf das Wohl der König!. Familie und auf das Volk von Großbritannien. Rom, 15. Okt. Der „Maffagero" teilt mit, daß die Regierung die Notwenbigkeit anerkannt hat, in der Kammer einen Gesetzentwurf einzubringen betr. den Bau neuer Festungswerke und Neubeschaffung von Artilleriematerial. Sofia, 15. Okt. Aus Regierungskreisen verlautet, daß die Verhandlungen zwischen der bulgarischen Negierung und einer französischen Bankengruppe wegen der mit der Konversion der bulgarischen Staatsschuld in Verbindung stehenden Tin lei he wieder ausgenommen seien. Ein günstiges Ergebnis sei in nächster Zeit zu erwarten. RuMches. Die offiziöse „Pet. Tel.-Ag." macht in längerer Ausführungen im wesentlichen folgendes bekannt: Der vont RegierungsratMartin im „Tag" publizierte Artikel, in welchem er den Nachweis zu fuhren sucht, das Defizit für 1906 sei von der russisch en Fin an zverwältun gl unrichtig dargestellt worden, beruht entweder auf vollständiger Unkenntnis der einschlägigen Verhältnisse oder auf absichtlicher Irreführung. Entgegen anders lautenden Meldungen wird dem „Rußkrj Slowo" aus Paris gemeldet, daß Witte tatsächlich mit Pariser Bankiers finanzielle Ab mach- u n gen vereinbart hat, und zwar mit folgenden drei Kvnr- binationen: 1. eine neue Anleihe; 2. Umwandlung der Staatsbank in eine Aktiengesellschaft, sowie 3. Erzielung von verschiedenen Konzessionen. Die Details dieser Abmachungen sollen vollständig ausgearbeitet vor-, liegen. In Kiew wurde der Kongreß des Verbandes, russisa)er Leute eröffnet. Die Zahl der .Teilnehmer keträcft 500. Vas Präsidium ^fuhren Redakteur DrinMuk und Dr. Dubrowin. Der Kongreß richtete an den Kaiser einTelegramm, .in welchem er erklärt, daß die S c l b st- herrscha'ft das einzige Unterpfand für die Festigkeit des russischen Reiches und für das Wohlergehen der Untertanen sei. In einem Telegramm an den Mnisterpräsidenten Stolypin betont der Kongreß, die Einführung des Standrechts und das Verbot der Beteiligung von Staatsbeamten an Parteien der Opposition diene den russischen Leuten zum Beweise, daß der Präsident des Ministerrats, den Kamps gegen die Wirren energisch führen werde. An der Moskauer Universität sind ernste Unruhen ausgebrochen. Der Stadthauptmann drohte dem Rektor Manilow mit gerichtlicher Verfolgung wegen fortlaufender Duldung der revolutionären Propaganda in den Hörsälcn, an welcher auch Nichtstudierende teilnahmen. Der Rektor und eine Kommission von Professoren reisten nach Petersburg. Prof. Manilow hatte eine Unterredung mit dem Minister für Volksaufklärung Kaufmann. Dieser sagte, er hoffe, den Konflikt des Universitätssenates mit dem Stadlhauptmann und dem Generalgouverneur von Moskau gütlich beiZulegen. — Wie die Moskauer, befindet sich auch die Petersburger Studentenschaft in großer Erregung. Die Vorlesungen sind teilweise eingestellt. Man rechnet mit der Möglichkeit, daß die Petersburger Universität in den nächsten Tagen geschlossen wird. Versammlung des hessischen Landes-Rechnerverbandcs. fe. Frankfurt a. M., 14. Olt. Der hessische Landesrechnerverband hielt heute, wie schon berichtet, hier im Storch seine Generalversammlung ab. Sie war nicht besonders gut besucht, „weil die Mitglieder die Beamtenzeituug nicht "zu lesen scheinen", wie ern Redner meinte. Der Vorsitzende, Rendant Wolf- schm id t-Schotten, konnte daraus Hinweisen, daß einer der ihrigen jetzt dem Landtage augehört: Uebel-Dieburg. Die Versammlung erhob sich bei dieser Gelegenheit von den Sitzen. Tann erstattete Herr Wolsschmidt den Jahresbericht. Er erinnerte daran, daß 6s 11 Jahre her seien, daß der Verband gegründet wurde, um gemeinsam für die Interessen der Gemeinderechner und verwandter Beamtenkategorien zu kämpfen, insonderheit um eine Regulierung der Gehalts-, Pensions- und Relikteuversorgungsverhältnisse zu erwirken. Jetzt endlich schimmere ein Hoffnungsstrahl. Denn auf eine Aussage sei ihm unter dem 12. Oktober von der Regierung mitgeteilt worden, daß ein Gesetzentwurf betr. die Errichtung von F ü r s o r g e k a s s e n für d i e Landgemeindebeamteii usw. noch in diesem Jahre dem Landtage zugehen werde. Herr Uebel-Dieburg teilte mit, daß er gestern als Referent im Ausschuß der Ständekammer für Beratung der Landgemeindeordnung die Sache der Rechner zur Sprache gebracht habe. Er hat im Ausschuß zu erkennen gegeben, daß die Rechner mit dem § 162 der Landgemeindeordnung nicht zufrieden sind, nach dem das Gehalt durch die Gemeinderäte festgesetzt wird und die Kreisräte darüber zu wachen haben, daß ein angemessenes Gehalt bezahlt wird. Er habe keinen Zweifel darüber gelassen, daß die Rechner eine generelle Regelung für das ganje Land durch ein Gemeindebeamtengesetz fordern und schon in der Landgemeindeordnung die nötigen Garantien für eine solche Regelung ausgenommen wissen wollen. Bezüglich der Fürsorge (Alter und Relikten) glaubt er, daß öie Vorlage, die an den Landtag komme, keinem großen Widerspruch begegnen und daß sie auch Gutes bringen wird. Im allgemeinen habe er im Ausschuß viel Entgegenkommen gefunden. Es wurde schließlich einstimmig eine Resolution angenommen, in der die Streichung des § 162 uud dafür die g e n er e l l e R e ge lun g d e r Ge h a lt s- verhältnisse der Gemeindebeamten durch ein besonderes Gesetz und die Zulässigkeit des Verwaltungsstrei5- verfahrens, ferner auch die Regelung der Pensious- und Hinterblieben en versorgungsver hält- nisse durch ein generelles Gesetz, nicht durch Ortsstatut, gefordert wird. Bezüglich der Gehaltsregulierung wird aus die vor. drei Jahren vom Verbandsausschuß ausgestellte Skala hingewiesen. Die Resolution soll vom Verbandsaus- ichuß zur Kenntnis der Regierung und der Ständekammer gebracht werden. Herr Uebel vertrat noch die Ansicht, daß, wenn die Gehaltsfrage sich nicht generell für das ganze ^.and regeln lassen werde, auch eine Regulierung nach Provinzen oder Kreisen annehmbar erscheine. Nachdem die Rechnung genehmigt und die ausscheidenden Ausschußmit- glieder Baldauf-Pfungstadt und Delp-Eberstadt wiederge- wahlt waren, schloß Herr Wolsschmidt die Versammlung mit einem Hoch auf S. K. H. den Großherzog._________ Gießener Strafkammer. )( Gießen, 15. Oktober. - Der Fall Heinzcrling. Tic Strafkammer verurteilte in der gestern fortgesetzten Verhandlung den Rechner Karl H e i n z e r l i n g von Butzbach wegen fortgesetzter Untreue in einheitlichem Zusammen- treffen mit Unterschlagung und wegen Betrugs in zwei Fallen zu einer Gesamtstrafe von 7 Jahren Gefängnis und zu öjährigem Ehrverlust, wie dies von der Staatsanwaltschaft beantragt worden war. Der Staats- a Y0 m fak farü?.r' wie schnöde der Angeklagte das in ihn gesetzte Vertrauen mißbraucht hat. Schon die Häufung der Aemter auf seine Person ließ erkennen, in welch unbegrenztem Maße er das Vertrauen der Einwohnerschaft Butzbachs genoß. Seine Lewenichaft zum Börscnspicl aber ließ ihn zum Verbrecher werden. Gr habe sich Nicht gescheut, die sauer ersparten Einlagen vieler geringer Leute ui seiner Spekulationssucht sich anzueignen. Besser ntuierte -mte habe er an den Bettelstab gebracht; er erinnerte nur an eine Witwe, die ihres ganzen Vermögens beraubt, in der - Q“ Aufnahme finden mußte. Er bedauerte, daß ihn das Gesetz insofern im Stiche läßt, als daß es nicht gestattet Mis Zuchthausstrafe zu erkennen, die hier eher als in vielen anderen Fallen mn Platze wäre. Der Verteidiger dagegen, der zwar erklärte, daß er die Handlungsweise des Angeklagten keines- wegs billigen wolle, glaubte dock' nicht, daß dieser das moralische Ungeheuer sei, wie ihn der Staatsanwalt hinstellt. Er bezeichnete die Vorstandsmitglieder als Mitschuldige, da sie es ^.nötigen Kontrolle haben fehlen lassen. Das Gericht schloß sich den Ausführungen der Staatsanwaltschaft an. Es wies » ^Lek^tumliche Verhalten des Angeklagten hin, der sein früheres Geständnis widerrief. Es war der unerschütterlichen Ueber- zeugung, daß seine früheren Angaben der Walwheit entsprachen 2”™ ^.rin der Hauptvcrhandlung die Unwahrheit gesagt hat. Von Mißver,tandnissen bei Errichtung der frülyeren Proto- lolle könne ferne Rede sein dafür bürge die erprobte gewissen- haste Genauigkeit der die Untersuchung führenden Richter, und die Tatsache, daß der mit den Gesetzen hinlänglich vertraute An- ?Äte' Z^kolle nach Verlesen genehmigt und unter- schrieben hat. Mgeichen von seinem früheren Geständnis hielt das Gericht für ertoicien, daß nach dem Jahre 1901 Unterschlagungen vorgekommen sind und dies genügt, um die Verjährung zu unterbrechen, da die Verjährungsfrist erst nach Beendigung der letzten -Ltrastat beginnt. Was die Betrugsfälle anbelängt, die vom Angeklagten bestritten wurden, hatte das Gericht keinen Anlaß, den Angaben der Zeugen zu mißtrauen. Es war der. festen Ueberzeugung,' daß feiner der Betrogenen feine Unterschrift hergegeben hätte, wenn er den wahren Sachverhalt gekannt hätte. Er wurde mithin aller unter Anklage gestellten Punkte für überführt erachtet. Bei der Strafzumessung kam in Betracht, daß vergeblich nach Strafmilderungsgründen gesucht werden mußte. Er war ledigen Standes und hatte neben seinem Privatvermögen ein schönes Einkommen, sodaß er sorgenlos leben konnte. Ferner iuurbe der Umstand, daß er in seiner Sucht baldigst reich zu werden, das Vermögen armer Leute verschleuderte, straferschwerend in Betracht gezogen. Für die Untreue mit Unterschlagung wurde die lwchste zulässige Strafe mit 5 Jahren Gefängnis in Ansatz gebracht, die beiden Vetrugsfälle wurden mit je 1 Jahr 6 Monaten geahndet und diese Strafe auf insgesamt 7 Jahre Gefängnis reduziert. In Anbetracht der niedrigen Gesinnung und der ehrlosen Handlungsweise wurden ihm auch die bürgerlichen Ehrenrechte auf die höchste zulässige Dauer aberkannt. Der Widerruf seines Geständnisses hat ihm jeden Anspruch auf milde Behandlung verscherzt. Aus SiaOt UNO LUN0. Gießen, den 16. Oktober 1906. • • Landwirtschaft 8 kammer. Zum 3. Präsidenten der Landwirtschaftskannner wird, wie uns aus Darmstadt teL gemeldet wird, in Anbetracht seiner Verdienste um die hessische Bauernbewegung der Landtagsabgeordnete Bähr von den oberhessisehen Mitgliedern der Kammer vorgeschlagen werden. * * A ri s dem Bureau des Stadit Heaters. Am Donnerstag wird Madame Charlotte Wiehe, die hier von einem Auftreten im Theaterverein her bekannt ist, eine Anzahl neuer, für sie verfaßter und komponierter Vorträge zu Gehör bringen. Madame Wiehe wird alle fremdländischen Gesänge durch vorhergehende Erläuterungen verdeutschen, Erläuterungen, die den Reiz und das Verständnis der Vorträge erhöhen und auch das schauspielerische uud mimische Talent der Künstlerin durchblicken lassen. Der Komponist Henri Beröny, Gatte der Diva, wird die Klavierbegleitung aussühren. Zwei heitere Stücke „Der sechste Sinn' und ein neuer Einakter von Maurey, „Die Empfehlung', gelangen vom hiesigen Personal zur Darstellung. • • Die Fritz Steidl Sänger, die bei ihren Gast- ipielcn im Juni im Reuen Saalbau sich außerordentlicher Beliebtheit erfreuten, werden auf der Rückreise nach Berlin wiederum zwei humoristische Abende in unserer Stadt geben und zwar am Mittwoch den 17. und Donnerstag den 18. Okt. im Reuen Saalbau. Die vorzüglichen Leistungen der Künstler, soivie ihre humoristische Vielseitigkeit sind in angenchmster Erinnerung, sodaß uns genußreiche Abende in Aussicht stehen. Den Vorverkauf zu ermäßigteren Preisen Hal die Musikalienhandlung Challier übernommen. • • Wirtschast 8 schließung. Nachdem erst unlängst dem Wirt Urmersbach die Konzession entzogen wurde, hat auch gestern wieder die Wirtschaft von Waterkamv (Nordpol) wegen der infolge der Damenbedienung vorgekommenen Unzuträglichkeiten polizeilich geschlossen werden müßen. '* Diebstahl. Von einem Fuhrwerk wurde gestern abend in der Hammstraße eine Kiste mit Schu hwareu gestohlen. Die Kiste ist L. M. 525 gezeicynct und enthält rindslederne, mit Nägeln und Eisen beschlagene Knabenschuhe. •• Schlägerei. Bei der Tanzmusik in der Wirtschaft zum Schiffenbergertal kam es am verstossenen Sonntag zu einer Keilerei, wobei der Wirt und auch ein Gast leichte Verletzungen durch Messerstiche erhielten. Ein hiesiger Arbeiter hatte die dort befindlichen Italiener „lumpige Sauitaliener" genannt und so den Streit hervorgerusen. Als nun die 10 bis 12 anwesenden Italiener zum Tanzsaal hinaus expediert werden sollten, griff einer zum Messer. x Klein-Linden, 15. Okt. Gestern hielt eine Jagdgesellschaft in unserer Gemarkung ein Treibjagen ab; dabei wurde ein Nehbock a n g e sch ossc n. Dieser lief dann mit zerschossenem Laufe nach Klein-Linden in die Hofreite eines Bürgers. Der Bürger nahm sich deS armen Tieres, daS furchtbare Schmerzen hatte, liebevoll an und suchte ihm die Schmerzen so gut wie möglich zu lindern. Es wäre zu wünschen, daß nur Leute auf die Jagd gehen, die imstande sind, ein Wild zu erlegen. Nichts ist nämlich entsetzlicher als daS Klagen eines verwundeten NeheS. (p.) Hochelheim, 16. Okt. Durch Anbau eines Querschiffes wird zur Zeit unsere für den Ort zu klein gewordene Kirche erweitert. Der alte Teil der Kirche stammt ans dem 12. Jahrhundert und bildete vor der Reformation eine schlichte Kapelle. Im 17. Jahrhundert wurde ein Anbau geschaffen. Die jetzigen Erneuerungsarbeiten begannen am 20. Mai 1. I. und dürften in den nächsten Wochen beendet werden. Der Tag der Einweihung ist allerdings noch nicht festgesetzt. Der Kostenanschlag der Erweiterung, die vom Kreisbaumeister Witte-Wetzlar ausgeführt wird, beläuft sich auf 30 000 Mark. + Allendorf a. d. Lda., 15. Okt. Hier siel der Schuhmacher Heinrich Rein, der abends in seiner Scheuer Stroh vom Gerüst werfen wollte, in die Tenne und erlitt einen Schlüsselbeinbruch. Seine Frau, die mit der Laterne in der Hand unten stand, wurde von dem Herabstürzenden gestreift und auch etwas verletzt. Der Verunglückte mußte in der Klinik zu Gießen einer komplizierten Operation unterworfen werben. Das Befinden des Verunglückten ist sehr befriedigend. (.) Hohensolms, 15. Okt. Die ärztliche Untersuchung hat ergeben, daß der Gutsknecht Judt von hier an Verblutung gestorben ist, verursacht durch einen Stich, den ihm der 30jährige Knecht HorniviuS beigebracht hatte. Eine Hauptader am Halse war geöffnet, weshalb auch nach etwa einer Stunde der Tod eintrat. Unser Ortsarzt Dilger leistete sofort Hilfe; doch war Rettung unmöglich. HorniviuS, der in angetrunkenem Zustande die grausige Tat verübt hat, ist bereits vorbestraft und sitzt in Wetzlar in Untersuchung. △ Butzbach, 15. Okt. Die „Butzb. Ztg.' brachte vor einigen Tagen die Nachricht von einem Naubanfall auf einen 13jährigen Jungen von hier, der in nächster Nähe deS Dorfes Ober-Hörgern von einem Unbekannten unter Bedrohungen veranlaßt worden sein sollte, seine Barschaft von 8 Mk. herauszugeben. Die ganze Erzählung deS Knaben fand hier in der Stadt wenig Glauben, und als sich dennoch die Staatsanwaltschaft näher mit der Sache befaßte, gestand der Junge ein, daß die Geschichte von dem lieber- fall von ihm erfunden sei und daß er da8 Geld zu Leckereien usw. verpraßt habe. — Jean Stein häußer VI., der in weiteren Kreisen bekannte Wirt zum „Gambrinus', errichtet auf dem ,Neuen Weg' in der Nähe des Bahnhofs ein mit allem Komfort der Neuzeit versehenes Hotelrestaurant „Zum Taunus". Die Eröffnung dürfte schon im nächsten Frühjahr erfolgen. (.) Homberg a. d. Ohm, 15. Okt. Ein Elektrizitätswerk beabsichtigt unsere Stadt anzulegen und als Kraftstation die Sandmühle anzukaufen. — Im nahen Nie der-Oh men wird am 4. Nov. das von Baurat Diehm- Gießen erbaute Schulhaus eingeiveiht. Es umfaßt vier Schulsäle und drei Lehrerwohnungen. X Geiß-Nidda, 15. Okt. Die lebige Ottilie Schellman n von hier hat sich unter dem Verdacht, heimlich geboren ■ zu haben, vor etwa 10 Tagen von hier entfernt. Wie verlautet, soll sie in Frankfurt festgenommen worden sein. Nachforschungen der llntersuchungsbehorde förderten heute nachmittag aus dem Brunnen in der Hofreite der I. K. Schellmann Witwe — ihrer Mutter — (Gasthaus zur Krone), die Leiche eines neugeborenen Kindes zutage. Qb das Kind bei seiner Geburt gelebt, wird die morgen vormittag gerichtlicherseits vorzunehmende Sektion der Leiche ergeben. Gerüchtweise verlautet, daß die Geburt des Kindes schon vor etwa 6 Wochen erfolgt sei. R. B. Darmstadt, 15. Okt. Die Großh. Hof- Haltung wird Dienstag mittag wieder von Jagdschloß WolfSgarten nach Darmstadt verlegt werden. In früheren Jahren ist die Rückverlegung der Hofhaltung nach dem Neuen Palais meist erst mehrere Wochen später erfolgt, da gerade die Herbsttage in den jetzt so farbenreichen Waldungen um Schloß und Park Wolfsgarten einen prächtigen Aufenthalt bieten. Die frühere Rückkehr nach Darmstadt erfolgt wohl in Rücksicht auf den schonungsbedürftigen Zu st and I. K. H. der Frau Großherzogin. (sd.) Darmstadt, 15. Ott. Eine ganze Reihe von interessanten Prozessen wirb sich demnächst vor den hiesigen Gerichten abspielen. Der erste wird eine Meineids klage sein, die demnächst die Geschworenen beschäftigt. Ter ca. 30 Jahre alte Landwirt Kirsch in Lampertheim lebte seit einiger Zeit mit seiner Frau, geb. Hcllrich, aus Biblis, in Unfrieden, besonders - seit die Ehefrau Grund hatte, anzunehmen, daß ihr Ehemann intimen Verkehr mit Charlotte Müller in Biblis habe. Die Folge war eine Klage auf Ehescheidung, in der die Zeugin Ch. Müller beschwor, daß sie leinen verbotenen Umgang mit K. gehabt habe. Auch bereit Mutter sagte unter Eid aus, baß ihr hiervon nichts bekannt sei. Die Ehe wurde nun zwar wegen „unüberwindlicher Abneigung" geschieden, da aber gegen den Ehemann sonst nichts Belastendes zutage trat, wurden ihm die vorhandenen Kinder zugesprochen. Die Ehefrau umging dieses Urteil, indem sie mit ihren Kindern nach Belgien flüchtete. Dies war vor ca. drei Jahren. Kirsch hatte sich in zweiter Ehe wieder nach Frankfurt verheiratet, als das Verhängnis über ihn hereinbrach. In der Zwischenzeit hatte sich nämlich sein intimer Verkehr mit der Müller immer mehr herumgesprochen, es kam zur Anzeige, wobei sich herausstellte, daß auch die Mutter der M. von der Sache unterrichtet war, und daß beide, auf Veranlassung des Musch vor dem Gericht meineidig geworden waren, denn sie haben nun ein vollständiges Geständnis abgelegt. Kirsch wurde dieser Tage verhaftet, da er die Leute zürn Meineid verleitet hat, während die Müller und bereit Mutter sich wegen Meineid zu verantworten haben. Auch soll die Verhaftung weiterer Meineid verdächtiger Personen in Aussicht stehen. Wegen der weiteren Folgen hat aber die Sache eine gewisse Bedeutung. Voraussichtlich wird die zweite von Kirsch geschlossene Ehe für nichtig erklärt werden müssen, da die Scheidung seiner ersten Ehe auf Grund falscher Tatsachen vorgenommen wurde, und daher nicht rechtsgültig sein dürste, sodaß die Ehe auch noch besteht, somit Kirsch mit gesetzlichem Recht zweimal verheiratet ist, gewiß ein Fall, der nickst sehr häufig Vorkommen dürfte. Man ist auf den Ausgang der Sache besonders in den beteiligten. Kreisen sehr gespannt. Die zuerst geschiedene Ehefrau K. ist nun nach der veränderten Sachlage am Samstag aus dem Ausland zurückgekehrt., fc. Offenbach a. M., 15. Okt. In einem Streit, der sich aus einem WirtStzause auf die Straße fortpflanzte, wurde der 30jährige Arbeiter Michael Seltmann aus Nürnberg von einem auS Bürgel stammenden Arbeiter Schüßler durch einen Nevolverschuß getötet. Seltmann hinterläßt eine Frau und zwei Kinder. [ ] Reichelsheim i. O., 15. Okt. Einige Brandstiftungen im Odenwald, die die ganze Bevölkerung in Aufregung versetzten, haben nunmehr ihre Aufklärung gefunden. Als Täterin und Schreiberin der Drohbriefe wurde die schon früher verdächtigte 14jährige Pflegetochter der Eheleute Maser in Michelbach i. O. festgenommen. Sie hat bereits ein Geständnis abgelegt und gibt zu, die Brände in Michelhach und Güttersbach angelegt zu haben. Das Mädchen wurde von seinen Pflegeeltern gut behandelt. Auch sonst liegt kein Grund zur verbrecherischen Handlung vor, wenn man nicht Geistesstörung annehmen will. h. Frankfurt a. M., 15. Okt. Am Samstag wurde die im Wronkerschen Waren Hause bedienstete Verkäuferin Maria Wurst, gebürtig aus Stuttgart, wegen fortgesetzter Warendiebstähle in großen Mengen verhaftet. In deren Wohnung Alterheiligenstraße 65 fand man ganze Berge von Waren und eine Menge Pfandscheine, auf die mehr als 400 Paar der feinsten Dessertmesser, Gabel, Messer usw. versetzt waren. Die Stiefmutter der Verkäuferin, die 41jährige Monatsrau Marie Bauer, geboren zu Göppingen, sowie eine Frau Jasinskh, die im gleichen Hause wohnte, wurden unter dem Verdacht der Hehlerei in Haft genommen. y. Frankfurt a. M., 16. Oft. Im Anschluß an die Kundgebung der städtischen Behörden nahm gestern das liberale Bürgertum in einer stark besuchten Versammlung, die von den Vorständen des demokratischen Vereins, des Vereins der Fortschrittspartei und des nativ- nalsozialen Wahlvereins ins Börsen-Restaurant einberufen worden war, Stellung zu der immer unerträglicher werdenden Fleischnot. Auch viele Frauen waren erschienen. Der Vorsitzende der Versammli'ug, Justizrat Dr. F. Meyer, wies darauf hin, daß die V..- sammkung wieder eine gerne in f ainte Aktion d 2 r liberalen Parteien darstelle, deren (Einigung gern 1 in Süddeutschland einen so fruchtbaren Boden gesunden hab2. Nach einer Reihe von Referaten, an denen sich auch der Landtagsabg. Oeser beteiligte, wurde eine Resolution einstimmig angenommen, in der erstens die Oef snnng ber Grenzen für Schlacht- und Zuchtvieh, zweitens Aufhebung der Einfuhrzölle für Vieh und Fleisch, drittens Beseitigung der Zölle auf Futtermittel zur Erleichterung der einheimischen Produktion verlangt wurde. ** Kleine Mitteilungen aus Hessen und den N a cki b a r st a a t e n. In Kassel beschlossen die städtische Bau- konunission und Finanzkoininission cinflimmig, die Bewilligung der Mehrkosten von 700,000 Mk. für den Dostheator- N e n b a 11 zn empfehlen. — In Usenb 0 r 11 bei Gutenberg feiern Iohs. Pfeiffer und dessen Ehefrau, geb. Schwalm, am 25. d. M. bas Fest der eserncn Hochzeit. — Bei Breidenbach sand man aus der Kreisstuaße einen bewußtlosen Radfahrer, derß an der abschüssigen Straße gestürzt war und sich schwer verletzt hatte. — Auf einer Jagd in Kronberger Gemarkung ging einem der beteiligten Jäger plötzlich das Gewehr los; ein kleiner vierjähriger Knabe, der sich mit seiner Mutter im Felde befand, wurde durch Schrotkörner am Bein verletzt. WMiM Um öas A-retzbrrch noch zuverlässiger als seither zu gestalten, ist es notwendig geworden, das ZSdressenmaterial durch ^anslisten einzuziehen. Mit der Verteilung der Listen ist nunmehr begonnen worden. Wir bitten die verehrte Einwohnerschaft Gießens, ganz besonders aber die Geschäftsleute, in ihrem eigenen Interesse um recht genaue und deutliche Eintragung der Adressen. Die Listen werden von uns wieder abgeholt. Wir bitterr ausdrücklich, von einer Zusendung abzusehen, weil die Einträge an Ort und Stelle ans ihre Vollständigkeit geprüft werden sollen. Vrühl'sche Druckerei Adretzbuch-verlag. Vermischtes. * Ein Grubenunglück in England. In Win - gate, Grafschaft Durham, fand eine Grubenexplosion statt, wobei 2 00 Bergleute verschüttet wurden. Von diesen 200 arbeiteten 60 in dem Schacht, wo die Explosion erfolgte. Bisher sind 30 Leichen geborgen worden. —r- Die Explosion war von furchtbarer Gewalt. Sie ereignete sich zu einer Zeit, als nur ein kleiner Prozentsatz der Grubenarbeiter unten war. Aus den Schilderungen der Uebcrleben- bcn geht hervor, daß bemunderungswcrte Heldentaten vollbracht wurden, indein einzelne ihr Leben opferten, um das der Kaincraden zu retten. Den Bergungsarbeiten wohnten einige Mitglieder der Arbeiterpartei des Parlaments bei. Grosze Menschenmengen haben sich am Eingänge der Grube versammelt. — Nach den letzten Nachrichten ist zu hoffen, alle Eingeschlossenen aus ihrer furchtbaren Lage zu befreien. Es ist bisher gelungen, 8 0 lebendig zu Tage zu fördern, doch viele in bewußtlosem und lebensgefährlichem Zustande. Gerettete erklären, daß die freie Lust zu den Eingeschlossenen Zutritt habe, sodaß sie bis zur Beendigung der Nettungsarbeiten sich werden halten können. * Das neueste Eisenbahnunglück. Der Expreßzug Charleroi-Mons (Belgien) entgleiste am Ausgang des Bahnhofes von Marchienne-au-Pont. Die Lokomotive stürzte um, der Lokomotivführer und der Heizer wurden getötet. Mehrere Neisende wurden verletzt. *Der Genuß von Zwetschenkuchen und Wasser hat eine schwere Heimsuchung über eine n Mayer wurde am 11. August v. I. zu einem Ehepaar in der ANerheiligenstraße gerufen, das angab, von einem Hausbewohner mißhandelt worden zu fein. Dr. Mauer untersuchte den Mann nur oberflächlich und die im Bett liegende Frau gar nicht. Trotzdem stellte er ein Zeugnis aus, daß er Beide untersucht und bei dem Manne auf Kopf und Hals Hiebwunden sestgestellt habe. Die Frau leide infolge von Kontusionen an UnterleibSschmerzen. Nach einigen Tagen stellte der Arzt auf Ersuchen der Frau ein zweites Zeugnis aus und bescheinigte darin, daß sich bei der Frau infolge von Tritten gegen den Unterleib Blutungen eingestellt hätten. Auch diesmal hatte Dr. Mayer die Frau nicht untersucht, fonbem steh auf ihre Angaben verlassen. Diese erroiefen sich vor dem Schöffengericht und vor der Strafkammer in der Verhandlung gegen den betreffenden Hausbewohner wegen Mißhandlung als unwahr, und Dr. Mayer sah sich dort als Sachverständiger unter Eid genötigt, feine Atteste zu korrigieren, freute verurteilte ihn die Strafkammer wegen Vergehens gegen § 278 des Strafgesetzbuches (Ausstellung von Zeugnissen, die objektiv u n - wahre Behauptungen enthielten) zu 3 Monaten Gefängnis. Beantragt waren 7 Monate. Düsseldorf, 15. Okt. Die Strafkammer verurteilte den stellvertretenden Kassierer des hiesigen sozialdemokratischen frasenarbeiterverbandes wegen Fälschung einer. Unterstützungsliste, Unterschlagung und Betruges zu einem Jahre Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust. Tübingen, 15. Okt. Unter großem Andranqe des Publikums begannen heute vor der Strafkammer die Verhandlungen gegen den Bauunternehmer Erasmus R ü ck g a u c r aus Stuttgart. R. ist beschuldigt, die froteleinsturzkatastrophe in Nagold verursacht zu haben, durch die am 5. April d. I. 52 Menschen ootötet und 94 schwer verlebt wurden. Van-el und Verkehr, Volkswirtschaft. Ws MilL Mark neuer Aktien der Deutschen Kabelwerke Akt.-Ges. in Berlin sind an der dortigen Börse zugelassen worden. In der Kundmachung heißt es, daß in den ersten. 7 Monaten des laufenden Jahres die Aufträge wieder gestiegen sind, sodaß sie eine weitere günstige Entwicklung des Unternehmens erwarten lassen. Märkte. Gießen, 16. Okt. Marktbericht. Auf heutigem Wochenmarkte kosteten: Butter pr. Pfd. 0.95—1.00 Mk., Hühnereier 1 St. 9—10 Pfg., 2 Stck. 00—00 Psg., Gänseeier 00—00 Pfg., Enteneier 0 Pfg., Käse pr. Stck. 6—8 Pf., Käsematte 2Stck. 5-6 Pfg., Erbsen p. Pfd. 18-24Pfg., Linsen p. Psd.25-40Pfg., Tauben pr.Pr.0,80—1,00Mk., Hühner pr.St. 1,00—1,60 Mk., Hähne pr. Stück 0,80—1,80 Mk., Enten pr. Stück 1,80—2,20 Mk., Gänse vr. Pfd. 70—75 Pfg., Ochsenfleisch pr. Pfd. 82—88 Pfg., Kuh-und Rindfleisch pr. Pfund 80—82 Psg., Schweinefleisch pr. Pfund 90—100 Psg., Schweinefleisch, gesalzen, pr. Pfund 104 Pfg., Kalbfleisch pr. Pfd. 84—90 Pfg., Hammelfleisch pr. Pstmd 60—80 Psg. Welsche per Pfund —.— Kartoffeln pr. 100 Kg. 6,00—7,00 Mk., Zwiebeln pr. Ztr. 4,00—5,00 Mk., Milch per Liter 20 Pfg., Aevfel per Zentner 15 bis 24 Mk., in Körben 00 Pfd., Nüsse 100 Stück 30 Pfg., Birnen per Pfd. Mk. 0.10 —0.15, per Ztr. 9—15 Mk., Zwetschen per Ztr. 3,50—4.00 Mk., Weißkraut per Stück 10—15 Pfg., per Zentner Mk. 0.00—0.00. — Marktzeit 8-2 Ulm. ° Gießener Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung für fressen am Mittwoch den 17. Dfober: Trübung und leichte Regenfälle. Nachts wärmer, am Tage Temperatur wenig verändert. Anffrifchende westliche Winde. Grigin^L-Drahtmelvuugem sd. Darmstadt, 16. Okt. Wegen betrügerischen Bankerotts wurden hier der Mühlenbesitzer Eberhard Riese und sein Schwiegervater Albert Schneider, beide aus Weimar, verhaftet. Sie hielten sich seit mehreren Tagen hier auf. Berlin, 16. Olt. Bei den neuen Militär-Forder- ungen handelt es sich u. a., wie der Lokalanz. berichtet, auch um eine Vermehrung der Maschinengewehre und um, die - allgemeine Einführung der R o hr r ü ckl au f-Ge- s ch ü tz c beziehungsweise um die Umarbeitung des vorhandenen! Geschützmaterials zu RohrrücklamacschiL:-n mit Schntzsclnlden. Mit Rücksicht aus die verfügbaren Mittel sollen die Kosten auf, mehrere Jahre verteilt werden. Halle a. d. S., 16. Okt. *£> Stadtverordneten beschlossen, mit dem Magistrat gemeinsam bei der Regierung die Ocff-. nung der Grenze für die Einfuhr von Magervieh zu beantragen. Ter Rückaang irr her "ud Schweine-Schlachtungen im letzten Jakne brtrng faK 5000 Stück. ? Göttingen, 16. Okt. Eine hier abgehaltenc Konferenz der süd-hannoverschen Handwerksmeister beauftragte die Handwerker-Kammer, wegen Oeffnung der. Grenze für die Vieheinfuhr vorstellig zu werden. London, 16. Okt. Die „Tribüne" berichtet, daß sich noch 90 Grubenarbeiter in dem Schachte von Win gate befinden. Das Blatt fügt noch hinzu, daß noch am Sonntag eine Inspektion der Grube vorgenommen worden sei, ohne daß man die geringste Spur von Gasen wahrgenommen hätte. Die Ursache der Katastrophe ist somit nochi unaufgeklärt. Rom, 16. Okt. Der Unterrichtsminisier Rava hat den obersten Untcrrichtsrat auf das Verhalten des Philosophie- Professors Orano aufmerksam gemacht, welcher einer der Hauptredner auf dem letzten italienischen Sozia listen - konpress gewesen ist. Er hatte in seiner Rede Negierung und Monarchie heftig angegriffen. Orano hat inzwischen seinen Posten als Nedaktenr des „Avanti" nieder- gelegt. — Auf eine 25 jährige Tätigkeit als e.uüerordentlicker Pro- fessor kann mit Beginn dieses Semesters her Vertreter der Zoologie und vergleichenden Anatomie an der M ü u ch e u e r Universi-.- tät Dr. med. et phil. Richard Hertwig zurückblicken. (1850' zu Friedberg in Hessen geboren.) Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers. mitaeteiJt von der Bank für Handel und Industrie. Glossen. TFrnmkfnrter T2ör*e. jg. Oktober. 1.15 Uhr. 3K°/o Peichsanleihe . . 98.00 3% do. . . 86.75 3«% Konsols .... 98.00 3% do 86 35 3%°/0 Hessen 97.35 3%°/n Oberhessen . . . —.— 4Oesterr. Goldrente. . 98.80 4VS % Oesterr. Silberrente 99.80 4% Umrar. Goldrente . . 97.80 49o Italien. Rente . . . 102.80 3% Portugiesen Serie I . 69.30 3% Portugiesen „ JTI 70 40 4%°/0 russ.Staatsanl. 1905 87.10 4%°/n Japan. Staatsanleihe 92.65 4 % Conv. Türken von 1903 94.20 Tnrkenlose ..... 145.90 4% Griech. Monopol-Anl. 53.50 4 % äussere Argentinier . 87.75 3°/n Mexikaner .... 67.60 4%% Chinesen .... 98.60 Aktien: Bochum Guss 240.50 Buderus E. W . . . . 127.25 Tendenz: ziemlich fest. Elektriz. Lnhmeyer . . . 141.10 Elektriz. Schnckert . . . 127.70 Esch weil er Bergwerk . . 241.75 Gelsenkirchen Bergwerk . 223.00 Hamburg-- Amerik. Paketf. 158.20 Harpener Bergwerk. . . 211.90 Lanrahiitte 250.50 Nordd. Lloyd 124.90 Oberschles. Eisen-Industrie 128.80 Berliner Handelsjes . . 172.50 Darmstädter Bank . . . 139.30 Deutsche Bank . . . 239.00 Deutsch-Asiat Bank . . 171.70 Diskonto-Kommandit. . . 182.6(1 Dresdner Bank . . . 156.60 Kreditaktien 211.60' Baltimore- und Ohio- Eisenbahn . . . 125.00 Gotthardbahn —.— Lombard. Eisenbahn . . 37.10 Oesterr. Staatsbahn . . . 147.00 Prince-Henri-Eisenbahn . 146.50 I$crliner Börste, 16. Oktober. Anfang-skurse. Canada E. B 181.70 Darmstädter Bank . . . 139.10 Deutsche Bank .... —.— Dortmunder-Union C. . . 81.60 Dresdner Bank .... 156.70 Tendenz: ruhig, Harpener Bergwerk. Laurahütte . . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . . Türkenlose . . . 211.50 251.00 37.00 125.10, 146.90' W nur, Mm, tiic rchM Wonniete, und unter den Süßigkeiten versteckt, drei Schachteln Fays ächte Sodener Mineral-Pastillen! Ist das nicht aufmerksam ? Ter Vetter denkt doch an alles und meine Fays Sodener sind mir ohnehin ausgegangen. Das ganze Theater nimmt jetzt übrigens nur Fays ächte Sodener, seit num weiß, wie glänzend die Pastillen sich bei mir bewährt haben. Mau kauft Fays ächte Sodener Mineral- Pastillen, die Schachtel zu 85 Pfg., in allen einschlägigen Geschäften, hüte sich aber vor Nachahmungen. [hv10/Q Srtlumtnmrluuig. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird der Niegelpfad zwischen Ebel- und Querstraße von heute an bis auf weitere? für den Fuhrverkehr gesperrt. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Bahnhofstraße, zwischen Westanlage und Wieseckbrücke, von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Wolken gässe von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird der Aster weg, zwischen Walltor- und Schillcrstraße, von hellte an bis ans weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Wegen Vornahme von Kanalisationsarbeiten wird die Marktstraße von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Wegen Vornahme vqn Kanalisationsarbeiten wird die Schl oßgässe von heute an bis auf weiteres für den Fuhrverkehr gesperrt. Wegen Vornahme von Pssasterarbeiten wird die Hamm- straße, zwischen der Unterführung bei Geilfus bis zur Wieseckbrücke, vom 16. Oktober 1906 bis auf weiteres für den Fuhr- und Radfahrverkehr gesperrt. Gießen, den 15. Oktober 1906. Großh • i'i'rt Gießen. Herberg. Betreffend: Feldbereiniguilgsmeliorationeil Fauerbach bei Butzbach. Arheitsrierftelnrnft. Mittwoch, den 24. Oktober 1906, vornlittags 10 Uhr sollen im Rathause zu Fauerbach Drainagearbeiten, veranschlagt zu 7900 Mark im Anbietnngsverfalnen in 2 Losen vergeben werden. Pläne, Kostenmlschlag und Bedingungen liegen in der Kanzlei der unterfertigten Behörde zur Einsicht offen. Angebote auf akten- grofjem Panier sind bis zlinl obigen Termine verschlossen und mit der Aufschrift: ..Angebot Feldbereinigung Fauerbach v. d. fr." versehen, der Großh. Bürgermeisterei Fauerbach v. d. fr., einzn- reichen und haben in Prozenten des Voranschlages zu erfolgen. Friedberg, den 12. Oktober 1906. Großherzogliche Knlturinspektion Friedberg. I. V.: Bauer. Bekanntmachung. Für das Gebiet zwischen Ebelstraße und Aulweg ist durch 20. Beschuß der Stadtvcrordneten-Versammlung vom . möbl. Zimmer zu verm. tJ °-C32j Steinstratze 10, III. Alöbl. Zimmer sofort zu ver- mieten. Bahnhofstr. 12, III. [07637 Alöbl. 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