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Bittsteller, denken alle, auch die Kriminalbeamten, die vor dem Schlosse postiert sind. Man wird auf ihn achten" müssen. Ter Manu drängt sich durch die Menge, er schreitet! auf das Portal zu, er geht in den Park... In diesem! Augenblick will ihn ein Kriminalbeamter zurückholen, aber! ein Kenner belehrt ihn und der Mann geht ruhig weiter^ es ist der Friseur des Kaisers. Kriminulpolizeiliches. Die Ueberwachung der Person des Königs Eduard wav! in Friedrichshof dem Abteilungschef der Londoner Kriminalpolizei, Queens, anvertraut. Er begleitete den König auch' nach Marienbad. ganzen Tag über zusammen waren, auch öfter- allein int Gespräch. Nach dem Souper blieben, nach» dem die Gäste sich entfernt hatten, die beiden Monarchen noch längere Zeit allein in der Unterhaltung. Der Botschafter Lascelles ist in Homburg das Ziel zahlreicher deutscher und englischer Journalisten gewesen. Er erklärte ihnen, daß bestimmte Abmachungen zwischen den beiden Monarchen nicht stattgefunden haben. Man sprach über die allgemeine politische Weltlage, und es wird in eng» l'schcn Kreisen erwartet, daß in Zukunft in politischen Dingen England und Deutschland mehr Hand in Hand gehen, als öieS bisher geschehen ist. Soweit der Botschafter. Was die Stunden uon Friedrichshof also brachten undj sägten, ist einstweilen das Geheimnis der unmittelbar Beteiligten. Die offiziöse Presse schweigt; vielleicht entspricht das einem Wunsche König Eduards, dec es nicht liebt, daß von seinen Besuchen Aufhebens in der öffentlichen Meinung gemacht ivird. Andere Blätter wollen von besonderer Seite gehört haben, daß die Begegnung befriedigend verlaufen sei und den Nest oon Nerstimmungen beseitigt habe. Die englische Presse betont zwar unausgesetzt und ziemlich krampfhaft, daß cs sich um einen persönlichen Austausch von Höflichkeiten und nicht um politische Abmachungen handelte. L-chließt das aber aus, daß nunmehr zum mindesten em Einvernehmen auf breitester Grundlage zwischen beiden Mächten sich entfaltet? Die »Pall Mall Gazette", ein sonst ziemlich vernünftiges Blatt, meint, der Besuch Eduards galt — den russischen Wirren! Die beiden Monarchen wollten darüber zu Rate sitzen, ob nicht ein Eingreifen dec europäischen Mächte in die inneren Verhältnisse des russischen Reiches durch die Um* stände geboten sei, d. h. ob man nicht dein Zaren ztr Hilfe kommen soll, nachdem sich die Verhältnisse in Rußland von Tag zu Tag mehr verschlechtern. Diese Behauptung ist natürlich ebenso perfid toie lächerlich. Wir können nicht umhin, den Pariser Blättern» die der Regierung nahestehen, das ehrlichere Empfinden zu* zuerkennen, wenn sie schreiben, man dürfe sich im Interesse der Erhaltung des europäischen Friedens darüber freuen» daß die Aussprache in Cronberg überhaupt möglich geworden^ sei. Ein wesentlicher Fortschritt also, der hoffentlich politisch sonnigeren Tagen führt. Nach einem Nundgange um das Denkmal erhielten alle diejenigen, die bei dec Entstehung des Denkmals mitivirkten, Ordensauszeichnungen. Alsdann fiel die Hülle vom Denkmal. Die Truppen präsentierten das Gewehr. Nach Absingung von Chören hielt der Oberbürgermeister die bereits gestern mitgeteilte Rede. Die Regimentskapelle spielte dann „Heil Dir int Siegerkranz", die Truppen präsentierten und der Kaiser und die mit und nm ihn umschritten das Denkmal. Dann fand eine Parade auf der Brunnen-Allee statt. Der Kaiser begab sich alsbald nach der Enthüllung des von dem Professor Gerth geschaffenen Denkutals im Automobil nach der Villa des Landrats Ritter von Marx, wo das Frühstück eingenommen wurde. Die Abreise des Kaisers von Honiburg nach Wilhelinshöhe erfolgte um 2 Uhr 20 nachmittags. Nach dec Enthüllung hatte sich eine Anzahl Hessen- Homburger zu einem „vaterländischen" Gabelfrühstück int Grand-Hotel eingefunden. Es gab: Forellen aiis dem Taunus, junge Rebhühner aus ehemals Hessen-Hcnn- burger Jagdgebiet, Gefrorenes auf Landgrafenart, Kuchen nach Landgräfin Elisabeth, Obst von Schloß Friedrichshof. Um aber auch dem Kaiser zu geben, was des Kaisers ist, verleibte man sich nach den Forellen erst „Ochsenlendenstück auf kaiserliche Art" ein. Von der Ankunft des Königs Eduard Der Terrier des Königs. Kaum hatte man am Dormerstag vormittag in Cronberg den Sonderzug des Königs Eduard im Bahnhof auf-, gestellt, so erschien vom Schlosse her eine Equipage mit zwei Dienern des Königs, die seinen Lieblingshrmd, einew irischen Terrier, brachten. Das Tier sprang sofort aus derw Wagen und eilte auf des Königs Salonwagen zu. Als) man ihm die Tür öffnete, sprang er in den Wagen, stellte sich aus einen ^>tuhl und sah zürn Fenster heraus. Der- Terrter macht ioHe Reisen König Eduards mit und ist bei1 Spazierfahrten und Ausflügen der ständige Begleiter des Fürsten. Die Hofzüge und die königlichen Sonderzüge werden von besonders erprobtem Zugpersonal begleitet. Mit großer Sorgfalt werden bei anders die Lokomotivführer ausgesucht, und auf der Maschine fahrt stets ein Bauinspektor mit, der in jedem" in Cronberg wird uns heute von einem Augenzeugen, einem „langjährigen Frankfurter Abonnenten des Gieß. Anz." geschrieben, daß der Kaiser mit seinem Gefolge ür Automobilen (nicht zu Pferde) auf dem Bahnhofe erschienen war. Int kaiserlichen Automobil sah man später ben Kaiser, den König und das hessische Prinzenpaar nach dem Schlosse Friedrichshof fahren. Der Kaiser trug die Uniform der „Jäger zu Pferde." Ueber die Verabschiedung im Fürsten-Pavillon erfährt der Korrespondent der „Franks. Ztg." noch folgendes: König Eduard hat dem Landrat v. Marx gegenüber seine lebhafte Befriedigung über den schönen Empfang und die freundliche Begrüßung seitens der Einwohnerschaft ausgedrückt. Nach dem Besteigen des Zuges hatte König Eduard sich an ein Fenster des Salonwagens gesetzt, stand aber wieder auf, als der Kaiser nach Verabschiedung von dem Botschafter Lascelles an den Zug herantrat. Tie Monarchen plauderten dann noch eine Weile miteinander. Der Kaiser nahm übrigens nach der Abreise König Eduards auf dem Bahnsteige zu Cronberg Gelegenheit sich vorn Bürgermeister Mitteilung über die Bautätigkeit des Ortes, dessen Steuerkraft rc. machen zu lasten unb bekundete großes Interesse für die Pflege der Anlagen, besonders der Kastanien- Allee. Es ist ferner ausgefallen, daß sich der Kaiser vor Abgang des Zuges mit dem englischen Botschafter in Berlin, Sir Frank Lascelles und dem ständigen Sekretär Sir Hardtnge sehr eingehend unterhielt. Die Besprechung der Monarchen. Wir können auf Grund zuverlässiger Informationen Mitteilen, daß der Katser und Könto Eduard fast den prft hIc& Landgrafen, Ferdinand, weiß sich, obwohl erst un palen Alter, nach einem tatenreichen und ruhmvollen Soldatenleben, zur Regierung gelangt, die Liebe und Dankbarkeit weZ Volkes m hohem Maße zu erwerben. Tie allgemeine freu- b ge ^eilnahme an der o-eier seines 80. Geburtstages tröstet ihn über bas tragische Geschick seines Hauses. 3 ..Das herrliche Bild, welches uns ber Rückblick auf basHelben- geschlecht gewahrt, wäre mcht vollsläubig, wenn Ich nicht auch bet eblen Frauen bc5 lanbgräflichen Hauses gebächte. Sie haben W Frauentugenben, Frömmigkeit, Herzensgute unb Charakterstärke ausgezeichnet unb mehrfach zu Zeiteu ber Unmündig' kerl ber Thronerben bie Geschicke bes Landes musterhaft geleitet B Innere an die L a nd gräfin Elisabeth, eine Tochter bes Königs Georg III. von Englanb, bie ivie eine echte LanbesnuUter jum Legen ihres Landes gewirkt und gesorgt Hal. Ihrer wird auch noch heute un Herzen der Homburger mit treuer Dankbarkeit unb Verehrung gedacht. Ich erinnere ferner an jene anmutige "gepalt, bie Prinzessin Marianne, Gemahlin bes Prinzen Wilhelm von Preußen, eine Fürstin, bie, wie Stein von ihr schrewt: mit allem Glanze äußerer Schönheit ein herrliches, für lebes Eble unb Große empfängliches Gemüt verbindet. In ben schwersten Zeiten bes Vaterlanbes war sie bem lief« gebeugten Königspaare ein Trost unb bem Lanbe ein Segen Als bei- Gram über ihres Volkes Rot bas Herz ber eblen Königin Luise gebrochen hatte, sorgte Prinzessin Wilhelm sür bie uet- walsten königlichen Kinber in liebevoller mütterlicher Weise. Sie war es, bie ihren Resten, ben späteren großen Kaiser Wilhelm, ben ^troft warmer Verwanbtenliebe empsinben ließ, als er am Abenb seines Konfirmationstages in kriegsbewegter Zeit vereinsamt war. , Sie war es, bie 1813 ben „Aufruf ber königlichen Prinzessinnen an bie grauen im preußischen Staate" zur Gründung bes ersten r5rauenvereins erließ, ber sich bie Linberung ber Rol im Valet- lanbe durch opferwillige Werke der Nächstenliebe zur Aufgabe feilte. Welch ein Segen hat auf bem Wirken dieser Frau geruht! „ Und so übergebe ich der Stadt Hornburg dieses Denkmal. , Möge es alle Zeit in Ehren gehalten werden. Möge bas Andenken > an das erloschene Fürstengeichlecht, wie die Liebe zu König unb Vaterland, Kaiser unb Reich ein unvergängliches Erbe ber Honu burger Bürgerschaft bleiben! Die Wonarchentage im Haunns. Das Landgrafendenkmal. Im Kurpark zu Homburg wurde, wie wir gestern bereits kurz nieldetcn, das Denkmal enthüllt, das der Kaiser zu Ehren des alten Landgrafengeschlechts von Hesten- Homburg errichten ließ, und der Stadt Hornburg zum Geschenk machte. Der Kaiser, der mit seinen fürstlichen Gästen per Automobil von Cronberg herüberkam, verlas vor dem verhüllten Denkmal folgende Rede: r- .. Homburger Kaiserrede. fcnho 1" Hamburg v. d. H. Aufenthalt genommen, stets C§ treubig empfunden, daß die hiesige Bevölkerung das tiokotln ■ Qn~‘bQä landgtäfliche Haus Hessen-Homburg treu und ’ü’ ^,er6!n bewahrt und gern alles dessen gedenke, was hnnf».?r? . «jandesväterlichen Fürsorge feiner Landgrafen zu ver- Nachdem in den schönen Ruranlagen meinen mwer- er", "meinem in Gott ruhenden Großvater als $ev chnen gezollten pietätvollen Dankbarkeit treffliche „ ■ gewidmet sind, war es mir em Bedürfnis des Herzens, mittPihnJ?. ml"lenL er^ten deutschen Fürstengefchlecht hier in tut- * Nahe der Heilquellen die alljährlich so vielen Tausenden „• pfA 11 . ’eyu Gesundheit und Lebensmut von neuem spenden, Verehrung und treuen Gedenkens zu errichten. Die Homburger Landgrafen haben es verdient, ^Etsonlichkeiten und ihre Niihmestaten im Herzen der Ewen Ehrenplatz behalten. Ist es nicht eine herrliche Jteu)e reckeuhaiter Heldengestalten, die an unserem geistigen Auge vomberziehen. Mit einer stattlichen äußeren Erscheinung waren bet ihnen alle Vorzüge eines edlen Geistes uni) eines reinen Charakters verbunden. J>n Jahre 1622, als Tillys Scharen Westdeiitschland verheerend durchzogen, von Friedrich I. begründet, einem Enkel Phj - 11 jy?, J s ~.r 9 B m ütigen von Hessen, regierte das land- grafliche Haus fast 2-/- Jahrhunderle lang zum Segen Homburgs und nicht ohne Einfluß aus die Geschicke Preußens und Deutsch- lands getreu fernem Wahlspruch: „Schlicht und recht, das behüte mich. -Nit meinem Hause waren die Homburger Fürsten in treuer Waffenbrüderschaft verbunden und stets haben sie ihren Heldenarm geliehen, wenn in schicksalsschweren Zeiten Hilfe willkommen war. Als der Große Rurfürft nach ben fchreckensvollen Verwüstungen bes 30jährigen Krieges seinen Staat ivieber aufbaute, trat Friebrrch mit bem silbernen Bein mit seinem Reiterregiment Lanbgraf von Homburg in branbenbiitgische Dienste Der 18. Juni 1675, ber ruhmreiche unb für bie Größe bes Hohenzotlern- staates entscheibenbe Tag von Fehrbellin, an welchem bie iieugebilbeten Regimenter bie Feilertaufe erhielten, schmückte auch ■lein Haupt mit wohlverdientem Lorbeer, und wie er als todes- -mutiger Reitersührer, der selbst nach dem Verlust eines Beines Seinem Heldenberufe treu bleibt, für alle Zeiten die höchste Be- vvunderung verdient, so hat er auch als Landesherr zum Wohle sfeines Landes und Volkes großes getan. Er ist der Erbauer des jetzigen Schlosses. Ten um ihres Glaubens willen vertriebenen ffcanzosischen Reformierten und den Waldensern schenkte er eine mene Heimat — die blühenden Dörfer Friedrichsdorf und Dornholzhausen geben davon noch heute reges Zeugnis — Ackerbau und Gewerbe werden von ihm mit landesvälerlicher i Weisheit gefördert. Ten Enkel dieses Helden, Friedrich Karl, seheit ivir fast noch nm Knabenalter in das preußische Heer emtreten unb unter ben «Zahnen Friebrichs bes Großen in ben schief. Kriegen ruhmreiche । Säten vollbringen, unb als Preußens Stern unter bem schlage von Jena unb Auerstäbt nnlerzugehen brobt unb »och hm Srftn nrhQ^Vr-?et Trembherrschaft bie Volkskrafl sich aufrafft bie S}} K.kuhnen, ba ist es Landgraf Friedrich Lndwig, bet sechs herrliche soohne für Teutschlaiibs Freiheit ins f^elb (enbpt ÄÄd? 2C?1,0lb ™‘, b°i @t0B9iitfd)en, ' ."b in be ■ -Völkerschlacht bet Leipzig, an welcher bie übrigen fünf Brüder ruhmvollen Aiiteil nehmen, netzen zivei von ihnen bas Schlacht- ebfe YC»n nllte‘ Unvergessen wirb es bleiben, baß ber eöle ijurft lieber bie Uuguabe bes machtiaen Bebrückers o>u firn ntnnut als seinem Befehl! nachkommt, die Söhne aus bem ölte* ?ieÄr*Anpreuuüchen Heere znrückzurusen, unb in ben Jahren tieffter ^"!,n"üiguiig unb Ermebrigung unerschütterlich an ber L>oss° ^sthalt: „Die beittsche Nation wirb wieder aufleben unb bleiben/' abn)Cr?en‘ Sie ro,rb "mner bas Herz von Europa srr. 193 Erstes Blatt iKß . *X“Ä* 1 Sv.Jahrgang Frettag 17. August LUo« Dem Gießener Anzeiger Ä VezugSpretSr werden im Wechsel mit a. a a ” monallich7bPs.,vletteL« »Äi Inf AtlAilAil II A AM “SS viermal in der M W M M BZ MM IF ■ I flF ■ MW MM ▼ M / 19 "wnailich durch I L IVlUVl ÄÄH druckerei. R. Lang«. 81 M V W bis vormittags IO Uhr. und ^rudScti: General-Anieiaer ö ausivärtS 20 Psg.^^ Schulstratze 7. j v V Verantwortlich für ZZW und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen _____ _ _______________ zeigenleil: HanS Beck. Lirektionsbezirk wechselt. König Eduards Salonwagen wird «gewöhnlich in Brüssel oder Paris aufbewahrt. Er wiegt -nur 38 000 Kilo, ist also bedeutend leichter als die großen D-Zugswagen der preußischen Staatsbahnen. Tie Ueber- wachung des Wagens ist, ähnlich wie beim kaiserlichen Sonderzug, besonders tüchtigen technischen Beamten anvertraut. polHifdic Tagesschau. Der Kaiser über die Kavallerie. Wie aus gut unterrichteten Kreisen verlautet, hat der Kaiser bei der Kritik auf dem Truppenübungsplatz Munster in sehr bestimmtem Tone darauf aufmerksam gemacht, daß die Tage bezüglich der Sch lachte n-- tütigkeit noch lange nicht vorüber seien. Dabei hat der Kaiser auch gesagt, daß die schlachtenlscheidende Rolle der Reiterei Friedrichs des Großen nicht wieder herzustellen sei, da sie ja noch vorhanden sei. Diesen Glauben würde er sich nicht nehmen lassen. Und die deutsche Kavallerie werde niemals auf ihre Schlachtentätigkeit verzichten, trotz der Vervollkommnung der modernen Feuerwaffen, denn es werde auch in zukünftigen Kriegen Lagen geben, wo die Kavallerie berufen sein könnte, entscheidend irn Ine Schlacht cinzugreifen, und dann seien schließlich Wiederholungen von Szenen des siebenjährigen Krieges nicht ausgeschlossen. Ist dann aber, so hat der Kaiser gesagt, der Augenblick günstig, namentlich bei einer Ueber- raschung, oder wenn der Feind sich verschossen hat, so soll die Kavallerie wie der Waldstrom urplötzlich hervorbrechen und alles, was sic im Wege findet, Niedevftürzen und zertrümmern. Bemerkt hat der Kaiser- ferner, daß sich die strategische Aufgabe der, Kavallerie gegen früher erhöht habe, wober auch ganz besonders das Vorgehen der Kavallerie auf die rückwärtigen Verbindungen des Feindes in Betracht komme, um den ganzen rückwärtigen Apparat (Verpflegung usw.) zu zerstören. 'Auch auf diese Weise könne die Kavallerie schöne Lorbeerkränze erringen. Weiter hat der Kaiser bei der Kritik auf die Bedeutung des Fußgefechts der Kavallerie hingewiesen und dabei scharf betont, dasselbe solle ja nicht vernachlässigt werden, denn es sei in der Aufklärung, Verfolgung und bei Operationen der Kavallerie auf rückwärtigen Verbindungen des Feindes von großer Bedeutung. Und auch in der Schlacht könne die Kavallerie veranlaßt werden, nicht in der Attacke, sondern mit dem Karabiner in der Hand dem Feinde entgegenzutreten. * „Rücktritt des preußischen Landwirtschaftsministers?" Wir lesen in der heutigen „Deutschen Tagesztg." unter dieser Ueberschrift folgendes: Soeben, kurz vor Schluß der Redaktion, geht uns eine Meldung ru, daß der Landwirtschaftsminister v. Podbielski in den nächsten Tagen sein Abschiedsgesuch einreichen werde. Dieselbe Mit- teilung ist auch anderen Blättern, \o der „Staatsbürgerztg.", gemacht worden. Letztere behauptet, daß sie aus authentischer Quelle stamme. Auch mit dem Nachfolger für Herrn v. Podbielski beschäftigt man sich bereits. Das ist zwar ein müßiges Spiel der Phantasie, aber wir wollen doch nicht unterlassen, unsere Leser darüber zu informieren, welche Herren von verschiedener Seite in Aussicht genommen sind. Ein Mittagsblatt nennt den früheren Leiter der Reichskanzlei, jetzigen Unterstaatssekretär im Landwirt» jchaftsministerium, Herrn von Eonrad, von anderer Seite wird Gras Schwerin-Löwitz als der kommende Mann bezeichnet. Ob aber an der entscheidenden Stelle überhaupt schon jemand ins Auge gefaßt ist, ist eine andere Frage. Das offiziöse „W. T.-B." meldet kurz, die „Deutsche Tagesztg." bezeichne mit anderen Blättern die Meldung, daß der Rücktritt des Landwirtschaftsministers v. Podbielski bevorstehe. Dadurch erhält die Nachricht'einen halbamtlichen Charakter. Die „Deutsche Tagesztg." verschweigt übrigens charakteristischer Weise, daß nach der von ihr doch deutlich genannten „Staatsbürgerztg." der Kaiser Herrn von Podbielski zur Einreichung seines Abschiedsgesuches aufgefordert habe! Dieser habe auf die Meldung resigniert geantwortet: „Viele Hunde sind des Hasen Tod." Doch der Minister selber ermächtigt bezeichnender Weise den üblen „Lok.-Anz.", mitzuteilen, daß ihm bis zur Stunde weder von einer solchen Aufforderung des Kaisers «twas bekannt sei, noch daß er seinen Abschied eingereicht habe. Die nächsten Stunden schon werden ja wohl über alles dies Klarheit bringen. Jedenfalls deutet heute alles darauf hin, daß die Fischer-Tippelskirch-Affäre tatsächlich, wie wir es erwarteten, die Verabschiedung des Herrn v. Podbielski im Gefolge hat. Vor einigen Jahren war das Wort des Landwirtschaftsministers: „Nach der Heuernte verduft' ich!" Gegenstand des öffentlichen Interesses. Der Minister ist nicht „verduftet", er hat Podagra-Anfälle, Kanalvorlage und Fleisch- teuerung fröhlich überstanden, aber jetzt wird er wohl als aktiver Minister keine Heuernte mehr erleben. Vielleicht bedauert er insgeheim, nicht seinerzeit nach der Heuernte „verduftet" zu sein. Ein besserer Abgang wäre es für ihn sicherlich gewesen. Herr v. Conradi war früher Regierungspräsident in Bromberg, war als Chef der Reichskanzlei die „rechte Hand" des Fürsten Bülow und erhielt erst vor kurzem den Adel. Ein Ermitteluugsverfahren wegen Vergehens gegen den Arnim-Paragraphen, Verletzung der Amtsverschwiegenheit eine£ Beamten im Dienst der Auswärtigen Amtes ist der „Freis. Ztg." zufolge von der Staatsanwaltschaft gegen den früheren Kolonialdirektor Dr. St übel und den Geh. Legationsrat v. König aus der Kolonialabteilung eingeleite worden, nachdem mehrere Versuche, den Reichskanzler zu einem Einschreiten zu bewegen, erfolglos gewesen waren, bis unter dem 7. Juli der Staatsanwaltschaft am Landgericht Kenntnis davon gemacht wurde, daß Kolonialdirektor Dr. Stübel am 15. März einem Zentcumsabgeordneten eine von dem Geh. Legationsrat v. König verfaßte Aufzeichnung aus den Akten des Auswärtigen Amtes übergeben habe. Weiterhin war an den Justizminister Beseler eine Eingabe des Inhalts gerichtet worden, daß Abg. Erzberger bei seiner eidlichen Vernehmung vor dem Untersuchungsrichter, höhere Beamte der Kolonial-Abteilung und anderer Reichsbehörden genannt habe, die ihm wiederholt privatim über dienstl'iche Angelegenheiten des Auswärtigen Amts Mitteilungen geinacht haben. Der Untersuchungs- richter habe aber abgelehnt, diese speziellen Angaben Erzbergers zu Protokoll zu nehmen, da sich das Verfahren nicht gegen höhere Beamte richte. In einer Eingabe an den Justizminister wurde die Notwendigkeit nachgewiesen, das Verfahren auch gegen die höheren Beamten auSzudehnen. Darauf haben der Präsident und der erste Staatsanwalt des Berliner Landgerichts I eine Antwort erteilt, daß auf die Anzeige die Ermittelungen eingeleitet wurden. Desgleichen werde die Staatsanwaltschaft prüfen, ob die Aussagen des Abg. Erzberger Anlaß zu einem strafrechtlichen Einschreiten bieten. Einer Korrespondenz zufolge hat das Reichsschatzamt Veranlassung genommen, in eine Nachprüfung der Angelegenheit Tippelskirch u. Co. einzutreten. Seine neuliche Angabe über widerrechtliche Verwendung von zu Straßenbauten bestimmter Gelder für den Bau eines neuen Gouvernementsgebäudes in Kamerun durch den Exgouverneur v. Puttkamer ergänzt der „Vorwärts" heute dahin, daß 20 000 Mk. für dieses Gebäude ausgeworfen worden seien. In Wirklichkeit so aber, wie sich au§ den in amtlichem Besitz befindlichen rechnungen ergeben soll, nicht weniger als 200 000 ■ dafür verwendet worden sein. Bemerkt zu werden verd noch, daß die Kosten des zu dein hoch im Gebirge gelegr Gouvernementsgebäude führenden Bergweges ganz erheb gewesen sein müssen. Diese Straße, die für den Hand verkehr nicht in Frage komme, werde als die einzige bezr net, die sich überhaupt in brauchbarem Zustande befinde. Deutscher Reich. Hamburg, 16. Aug. Der Kaiser soll die „H bürg" bereits für die Mittelmeerfahrt im Frühjahre 1 gechartert haben. Wilhelm shohe, 16. August. Der Kaiser ist h abend um 6 Uhr hierher zurückgekehrt. Berlin, 16. Aug. Reichskanzler Fürst v. Bül beschied den Geh. LegationSrat Dr. Hamman zu sich : Norderney, um vor seiner Abreise nach Kastel noch bi Vortrag entgegenzunehmen, und reiste heute abend i Wilhelms höhe ab. — Ignatius v. Seneströy, Bischof von Rege bürg, ist heute mittag im Alter von 88 Jahren storben. Die „Köln. Volksztg." nennt ihn „eine der n kantesten Gestalten deS deutschen Episkopates, einen Hi> der fast ein halbes Säkulum energisch und zielbewußt Oberleitung der größten bayerischen Diözese führte, c Kirchenfürsten, der als unerschrockener Streiter Christi in kirchenpolitischen Kämpfen der zweiten Hälfte deS 19. Ja eine hervorragende Rolle spielte und sich beim Apostolis Stuhle höchster Wertschätzung erfreute" Hamburg, 16. Aug. Eine heute hier abgehall von etwa 2000 Personen besuchte öffentliche VersammI der Wirte von Hamburg, Altona und Wandsdeck und 1 gegend erklärten sich sowohl im Prinzip als auch in betracht der wirtschaftlichen Lage der Gastwirte gegen j Erhöhung der Bierpreise und lehnte jeden 21 chlag ab. Ein Aktionskomitee wurde beauftragt, Brauereien aufzufordern, binnen acht Tagen ihre Fordern, zurückzuführen. Magdeburg, 16. Aug. Gegen die hiesige sozia ld „Volksstimme" ist seitens des Staatsanwalts ein ©h verfahren eingeleitet wegen der anläßlich der rüst. Du Auflösung getanen Aeußerung: „Stolypin sei reif die rächende Bombe." Heute fanden die ersten ! nehmungen statt. Ausland. Stockholm, 16. Aug. Wie verlautet, wird du Dezember zusammentretende Kommission zur Verleihung des Friedens-Nobelpreises sich vor allen anderen Kandidaten mit der Person des Präsidenten der Vereinigten Staaten befassen. Es gilt als höchst wahrscheinlich, daß der Preis Roosevelt zuerkannt wird, da seinem Verdienst der Friede von Portsmouth und die Vermeidung von Feindseligkeiten in der Marokko-Affäre zugeschrieben wird. Marienbad, 16. Aug. Der König von England ist mit Gefolge heute nachmittag hier angekommen. Konstantinopel, 16. Aug. Es liegt Grund zu der Annahme vor, daß demnächst eine Kundgebung des Sultans veröffentlicht wird, die den Prinzen Burhaneddin zum Thronfolger ernennt. Vurhaneddin ist der dritte Sohn des Sultans und 1885 geboren. Man rühmt ihm schnelle Auffassung und geistige Regsamkeit nach. Van den Söhnen des Sultans sind älter Prinz Muhammed Selim, geboren 1870 und Prinz Abd ül Kadr, geboren 1878. Unter den Mitgliedern des Hauses Osman, Söhnen, Brüdern, Vettern und Neffen des jetzigen Sultans Abd ül Hamid steht Prinz Vurhaneddin dem Älter nach an 14. Stelle. — Aus Sasa (Bezirk Kotsona Wilajet Uesküb) wird ein Zwischenfall gemeldet. Am Samstag wurde anläßlich der von einer gemischten Kommission vorgenommenen Untersuchung ein türkischer Leutnant auf bulgarischem Boden von bulgarischen Offizieren niedergemacht. Die bulgarischen Truppen hätten, wie es heißt, die Grenze überschritten, die türkische Abteilung eingeschlossen und eine Höhe besetzt. — Die Vorgänge in Bulgarien erregen die hiesige griechische Bevölkerung auf das Aeußerte. Die Nieder- brennung der Stadt Anchialos und die Nied er - metzelung von über 1000 Unschuldigen in BurgaS und Jamboli hat den übelsten Eindruck hier gemacht. Es verlautet, daß die griechische Regierung den Beistand und die Einrückung türkischer Truppen in Bulgarien verlangt hat. Eine ungünstige Einwirkung auf die Verhältnisse in Mazedonien ist wahrscheinlich. Russische Kreuel. Im westlichen Rußland speziell in Warschau sind am 15. d. M. Dinge vor sich gegangen, die Aehnlichkeit mit der historischen Bartholomäusnacht gezeigt haben. Es wurden etwa 28 Schutzleute, Polizeioffiziere, Soldaten und Gendarmen ermordet. In Lodz wurden 15 Schutzleute und Kosaken getötet oder verwundet. Den letzten Nachrichten zufolge wird in den Straßen von Lodz unaufhörlich geschossen, wobei es viele Tote und Verwundete gibt. Trotz des zahlreichen anwesenden Militärs halten die Unruhen an. Revolutionäre führen einen erbitterten VernichtungZkampf gegen Polizei und Militär, um den Beweis zu erbringen, daß der Kriegszustand das Gebiet nur unnötig aufregt. In den Ostseeprovinzen haben die Revolutionäre einen Parteiaufruf ertasten, in dem Jeder mit dem Tode bedroht wird, der ihren Befehl nicht nachkommt. Aus Odessa wird gemeldet, daß die Lage von Tag zu Tag kritischer wird. Die Revolutionäre haben ein Komplott zur Ermordung der Generale Kaulbars und Karavejozow geschmiedet und den beiden die Todesurteile zugestellt. Die Kosaken haben von den Führern den Auftrag erhalten, bei den leichtesten Unruhen sofort Judenhetzen zu veranstalten. In Wloelawek wurden fünf Polizisten getötet. In Radom wurde eine Bombe ins Polizeiamt geworfen; ein Toter, mehrere Verwundete. In Plock sind sieben u l/ n «vxiuuii, l «■ fl ,"jn .ou».iu.jvi£ H ö ch st, Greifenstein, Lehrer Michel, Ga Pfarrer Stuhl, Greifenstein. Eine kleine Ab welcher Herrn Kilp 9lnerfcnnung und Dank wurde, beschloß den Kursus. ?? Hungen, 16. Aug. Gegenwärtig iru sammenhang mit der Feldbereinigung unserer Gemarkung. Rodungsarbeiten am Nordrande des zwischen unserer Stadt und Bellersheim gelegenen sogen. Feld heim er Waldes (benannt nach einem Dorfe Feldheim, das schon im 8. Jahrhundert vorkommt und gegen Ende des 14. Jahrhunderts ausging) vorgenommen. Hierbei stieß man auf eine Mauer, die in einer Stärke von 1/2 Meter auf eine Länge von 5 Meter von Norden gegen Süden verfolgt wurde. In verstossener Woche fand eine Besichtigung durch den derzeitigen Bezirksdenkmalpfleger H. Professor Röschen zu Gießen statt. DaS gefundene Mauerwerk gehört jedenfalls einer römischen Befestigungsanlage am Pfahlgraben an, der sich zwischen Hungen und Bellersheim zog (der Pstug hat ihn erwischt). Diese Anlage liegt in einer Linie mit dem Kastell von Langsdorf (gef. 1883 von Koster) und demjenigen bei Inheiden, das schon seit langen Jahren bekannt ist. DaS Material ist der Lungstein, der sich auf der Ostseite dcs Waldes findet. Daß die Mauer zu dem ausgegangenen Dorfe Feldheun, gehörte muß man zurückweisen. Dieses lag 2 Kilo» meter weiter in südlicher Richtung, am sogenannten Schleiberg zwischen Inheiden und Bellersheim. Die Spuren dieser Dorfschaft fanden sich vor einigen Jahren bei Entwässerungtz- arbeiten. Der Feldheimer Wald gehört noch zur Gräfl. SolmS-Laubachischen Oberförsterei Arnsburg. -i- Schotten, 15. Aug. Zum Kandidaten für die Landwirtschaftskammer wurde für Bezirk Schotten Bürgermeister Viehl-Rainrod, für den Provinzialausschuß Bürgermeister Jochem-Laubach und Cellarius-Schotten aufgestellt. k- Vom Vogels b erg, 16. Aug. Zahlreichen Wirten ging die Nachricht zu, daß vom 1. September ab die Brauereien für den Hektoliter Bier eine Mark mehr verlangen. Man ist nun allgemein gespannt, ob die Wirte den seitherigen Bierpreis steigern und ob alsdann die Vogelsberger Biertrinker streiken werden. Hanau, 16. Aug. In der Nähe der Mainkur nahm ein Gendarm einen Handwerksburschen fest, dessen Aeußeres mit dem Signalement des mutmaßlichen Mörders der zwölfjährigen Frieda Weih aus Zellhausen übereinstimmen soll. — Für Hanau wird, wie man aus Interessentenkreisen schreibt, kein Aufschlag der Milchpreise eintreten. ** Kleine Mitteilunaen n u £ Hessen und den Nachbarstaaten. Zu den Wasserleitungsarbeiten in Dorn- Dürkheim waren u. a. 15 kroatische Arbeiter neu eingetroffen. Vier davon überfielen gleich am ersten Arbeitstage einen Schacht- -eran waren die bedeutendsten Anstalten mit folgenden Summen beteiligt: £>: (gegr. kc. Franksurt a. mittelmäßig, Ueberstnnd unbedeutend. Handel Uhr. III 3% Portugiesen . 119.60 Priuce-Henri-Eisenbahn . C. + 21,1 + 13,3 ° C. 157 20 210.80 231.60 33.80 130.40 ■_ 1827) mit 1354) „ 1861) „ 1830) „ 1857) „ 1864) „ Gotha..... Stuttgart. . . . Viktoria . . » Alte Leipziger . . Stettiner Germania Karlsruhe. . . . 892194025 Mar! 727974633 „ 709806880 „ 708982600 „ 664018765 „ 556079344 „ 243.00 125.50 98.85 86.85 98.80 86 80 97.20 Harpener Bergwerk Lanrahütte . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose . . Elektriz. Lahmeyer . . . Elektriz. Schnckert . . . Esch weil er Bergwerk . . Gelsenkirchen Bergwerk . Hamburg-Amerik. Paketf. Harpener Bergwerk. . . Lanrahütte...... Nordd. Lloyd..... Oherschles. Eisen-Industrie Berliner Handelsges . . . 139 30 . 238 25 . 175.00 . 183.10 . 157.60 . 211.00 meister, den sie durch Dolchstiche furchtbar zurichteten. Die Täter und auch die übrigen Kroaten sind verschwunden. Darmstädter Bank . Deutsche Bank . Deutsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit Dresdner Bank Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio- Eisenbahn Gotthardbahn . . . Lombard. Eisenbahn Oesterr. Staatsbahn . . 145.50 . 139.00 . 238.10 ich ei, e kleine Ab und Dank Canada E. B. . . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. Dresdner Bank . . Tendenz: ruhig. Beichsanleihe do. Konsols . . do. . . Hessen . . . Oberhessen 33.10 143.80 142.50 bei dem Gedränge eine Frau niedergetreten unb getötet, Viele Waren wurdeit aus den Regalen berausgerissen und vernichtet. Es gelang der Polizei nur mit Mühe, die erregten Frauen an§ dem Gebäude zu treiben und das Geschält zu schließen. — Im Kreise Ly ck (Ostvr.) würbe die Maul- und Klauenseuche amtsticrärztlich sestgestellt. Die Seuche ist wahrscheinlich durch die russische Grenze eingeschleppt worden. Zu ihrer Bekämpfung werden schleunigst die erforderlichen veterinärpolizeilichen Maßnahmen ge- troffen. Unter anderem wurde auch die Grenze für den Verkehr mit kleinen Fleischportionen, mit Geflügel aus dem Landwege, mit Heu unb Stroh in losem Zustanbc, sowie mit Milch gesperrt. — In Ehiuahua (Mexiko) wurden über 30 Arbeiter und einige amerikanische Werkführer durch die Explosion eines mit Dynamit beladenen Wagens getötet. Israelitische Neligionsgesellschaft. Aoftesbienff. Sabbathfeier am 18. August 1906: Freitag abend 7.10 Uhr. Samstag vormittag 8.00 Uhr. Nachmittags 4.00 Uhr. Sabbathausgang 8.30 Uhr. Wochengottesdienst: morgens 6.00 Uhr, abends 7.00 4H°/'o russ.Staatsanl. 1905 4%°'n japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 Türkenlose...... 4% Griech. Monopol-Anl. 4% äussere Argentinier . 3°/0 Mexikaner . . . . 4%°/o Chinesen . . . . Aktien: Bochum Guss..... Buderus E. W . . . . 3^°/c 3% 3 J4 °/( 3% 3^°/0 3ya°f, 4% Oesterr. Goldrente. . 4l/s Oesterr. Silberrente 4 »6 Ungar. Goldrente . . 4% Italien. Rente . . . 3% Portugiesen Serie I . 143.00 127.50 253.00 226.50 161 80 21160 231.00 130.60 126.50 168.75 Fainitten-Nacyrtchten. Verlobte. Fräulein Luise Horn, Steinbach, mit Herrn Karl Roth, Schlitz. — Frl. Emilie Schlitt (Schwabenrod), Herr Heinrich Grein (Reibertenrod). Geboren. Herr Wilh. Uhl und Frau, Nidda, eine Tochter. G e st o r b e n. Frau Elisabet Mest, geb. Reuhl (Butzbach). — Herr Karl Malkmus (Alsfeld). — Frau Margarete Pracht, geb. Zöckler (Grünberg). — HcrrJohanncs Seitz, Rendant i.P., Zwingenberg. Schiff-nachrichten. Ned Star Lin re. Der Postdampser „Kroonland" der „Red Star Linie" in Antwerpen ist laut Telegramm am 13. Slugust wohlbehalten m New-York angekommen. Gerichtssaal. Kiel, 16. August. Der Kaiser begnadigte die wegen militari schen Aufruhrs zu je fünf Jahren Zuchthaus verurteilten Heizer Reinhard, Buchholz, Beuthner, Loenz und Dcutschmann vom Linienschiff „Braunschweig" zu gleichfristigem Gefängnis. Die Heizer hatten die Tat kurz vor ihrer Entlastung in der Trunkenheit begangen. 100.25 100.25 95.30 103.35 69.75 70.70 86.50 94.70 96.60 145.00 54.50 90.50 68.80 98.00 Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank fllr und Industrie, Glessen. Frank tarier Börse. 17. August, 1.15 Uhr. Spietplan des Großherzostlichen Kurthcaters Bad-Nauheim. Direktion Hermann S t e i n g o e t t e r. Montag den 20. August: „Die große Leidenschaft." Lustspiel in drei Akten von Ph. Auernheiiner. Ticnstag den 21. August: „Tie Ehre." Schauspiel in vier Akten von H. Sudermann. Donnerstag den 23. August: „Eharleys Tante." Schwank in drei Akten von B. Thomas. Freitag den 24. 'Mufliift: „Tie kleine Witwe." Schwank in drei Ulkten uoit G. Schäble-Perasini. Bom Darmstädter Kriegsgericht. R. B. Darmstadt, 16. Aug. Ein Opferseines grenzenlosen Leichtsinns ist der frühere Gefreite Wilh. Ewald aus Trebur geworden, der vor seinem Tiensteintritt beim hiesigen BezirksTommando Schreiber auf dem Kreisamt zu Groß-Gerau war. Obgleich er von seinen gut situierten Eltern noch einen recht respck- tablen monatlichen Zuschuß erhielt, machte er Schulden über Schulden, und da er für viele seiner Kameraden häufig kleine Kassengeschäfte besorgte, ließ er sich verleiten, eine große Anzahl ihm für seine Kameraden übergebenen Beträge für sich zu verwenden: er hat auf diese Weise in den Monaten I'anuar—April mindestens 63 Mck unterschlagen. Er ging aber noch weiter, verschaffte sich das Postzahlungsbuch, fälschte die Unterschriften auf Postanweisungen und erhob in vier Fällen den Betrag von einigen 30 Mk. Tann fälschte er als sehr geschickter Kalligraph auch Urlaubspässe und erwirkte mit deren Hilfe billige Fahrten auf der Eisenbahn, unterschlug Briefporto usw. Alle Beweisstücke für diese Straftaten fand man wohlverwahrt in seinem verschlossenen Koffer vor. Tic schlimmste gegen ihn erhobene Beschuldigung ist die des Meineids. Bei der Einleitung einer Untersuchung wegen der verschwundenen Postanweisungen wurde er zeugencidlich vernommen und antwortete auf Befragen des Gerichtsoffiziers, daß er keinerlei Kenntnis über den Verbleib der Postanweisungen habe, während er doch selber das Geld darauf erhoben und die Postabschnitte in seinem Koffer versteckt hatte. Während der Vertreter den Angeklagten in allen Punkten für überführt erachtete und eine Gesamtstrafe von IV2 Jahren Gefängnis und Versetzung in die zweite Klasse des'Soldatenstandes beantragte, war der Verteidiger bemüht, den Nachweis zu führen, daß ein Falscheid schon aus dem Grunde nicht vorliegen könne, weil der Gerichtsoffizier zu her Zeugenvernehmung gar nicht befugt war, auch den Angeklagten nicht auf die Bestimmung des § 197 aufmerksam gemacht hatte, daß er, im Falle er sich durch seine Aussage selbst belasten würde, dieselbe verweigern könne. Tas Gericht erachtete diese Einwände für unerheblich und verurteilte den Angeklagten zu einem Jahr Gefängnis, sowie Versetzung in die zweite Soldatenklasse. Ter Angeklagte erklärte, daß er gegen das Urteil Berufung anmclden werde. In die zweite Soldatenklasse versetzt und zu 4 Wochen strengen Arrest verurteilt wurde heute auch der Dragoner, frühere Schuhmacher Georg Reis aus Klein-Zimmern, weil er einem jungen Burschen ein für einen Kameraden bestimmtes Paket mit dessen Uhr und verschiedenen Kleidungsstücken wegstahl und die Sachen für sich verwandte. Die hohe Strafe resultiert daher, daß der Angeklagte schon häufig wegen Körperverletzung, Diebstahl Und Unterschlagung im bürgerlichen Leben vorbestraft war. Wegen Soldatenmißhandlung angeklagt ständen ferner drei Gefreite vom hiesigen Leibdragoner- Regiment, Monnighof, Dietrich und Sei6 vor dem Kriegsgericht der 25. Division. Dieselben hatten sich verabredet, dem Dragoner Maschella einen gründlichen sog. „Abzug" zuteil werden zu lassen, weit er angeblich über seinen Urlaub ausgeblieben war. Als Maschella am Abend des 9. Juli Stallwache hatte, machte sich Seib um V2II Uhr ebenfalls noch dort zu schaffen. Er soll dann plötzlich den M. gepackt . und zu Boden geworfen, ihm auch den Mund zugehalten haben, während drei andere hcrbeieilten und den am Boden Liegenden mit dicken Stöcken ober Knüppeln derart roh mißhandelten, daß der rechte Arm dick anschwolt und der Geschlagene drei Wochen lang im Lazarett zubringen mußte. Obgleich die drei Angeklagten (den vierten hatte M. nicht erkannt) auf das Entschiedenste jede Beteiligung an der Mißhandlung in Abrede stellten, hielt der Gerichtshof auf Grund der Zeugenaussagen die Genannten für überführt. Der öffentliche Ankläger hatte gegen Mönnighof, der als Unteroffizier Schwadrondienst tat, also Vorgesetzter des Mißhandelten war, drei Monate und gegen die beiden anderen je zwei Monate Gefängnis beantragt. Tas Gericht war aber der Ansicht, daß derartigen rohen Straftaten mit aller Entschiedenheit entgegengetreten werden müsse und verurteilte deshalb unter Ausschluß mildernder Umstände den erstgenannten Angeklagten zu. vier und die beiden anderen zu sc drei Monaten Gefängnis. Die Angeklagten erklärten, daß sic gegen das Urteil Berufung einlegen würden. Höchste Temperatur am 15.-16. August — Niedriasie „ 15.—16. August = Tendenz: abgeschwächt. Berliner Börse, 17. August. Anfangskurse. OrigittaL-Drahtineldnitgen. Homburg v. d. H., 17. Aug. Für die Richtigkeit der Nachricht, daß der Kaiser und König Eduard ank Mittwoch spät abends in Anwesenheit des Sekretärsl H ar d i n g e und des Staatssekretärs v. Ts ch i r sch kh b is 2 U h r n a ch t s dauernde Besprechungen gehabt haben sollen, spricht der Umstand, daß der Kaiser gestern mittag bei der Denkmalsentbültung mit merklich ermüdeter und belegter Stimme seine Rede verlas, während er sonst frei zu sprechen gewohnt ist. Trier, 17. Aug. 15 Kinder, die an einem Heiligenhäuschen in Bausendorf vor einem Unwetter Schutz suchten^ wurden durch einen Blitzschlag verletzt. Straßburg i. E.. 17. Aug. Bei einem Ausflugs ermordete der Wirt Fricker in Machern seine Frau durch Messerstiche. Kopenhagen, 17. Aug. Kaiser Wilhelm soll, den König von Däuemarck eingeladen haben, int Laufe des Herbstes nach Deutschland zu kommen. Wie bestimmt verlautet, beabsichtigt König Frederik dieser Einladung im Oktober Folge zu feilten. Von Berlin aus dürste sich der König zum Besuch des englischen Königspaaress nach London zu begeben. Loudon, 17. Aug. Nach Meldungen aus Rom wird das italienische Königspaar, nachdem es' bett Potsbamer Tauffestlichkeiten beigewohnt hat, England einen Besuch abstatten. — Zur Zusammenkunft König Eduards mit Kaiser Wilhelm 6e* merkt der „Tailv Telegraph": König Eduard habe nicht die Gewohnheit, bei solchen Gelegenheiten seine Aufgaben außer acht zu lassen. Jedoch sei anzunehmen, daß die Begegnung die internationale Politik nicht um einen Zoll breit verändert habe. — In der Nähe von Preston stießen zwei'Eisenbahnzüge aufeinander, wobei sieben Passagiere verwundet wurden. No in, 17. Aug. Zur Cronbe rger Begegnung sagt die „Tribuna": Der Helm des deutschen Kaisers und der Zylinder König Eduards vertreten zwei ganz politische Systeme. Jedermann wünscht, daß Deutschland in der Welt geachtet dastehe, aber man wünscht auch, daß Deutschland weniger Helmspitzen zeige, weniger seine Soldaten mit dem Säbel rasseln lasse und weniger die Möglichkeit eines Krieges erwäge. Sofia, 17. Aug. Die Untersuchungskommission in Anchialo gestattet niemandem den Eintritt in das Städtchen. Niedergebrannt sind etwa 9 00 von 1000 Häusern. Der verhaftete griechische Bischof BasilioS verweigert bisher jede Aussage. Warschau, 17. Aug. In der Vorstadt Wolowa explodierte heute vor einer Prozession von aus Rokitno zurückkehrenden Pilgern eine Petarde. Von einer vorbeimarschierenden Militärabteitung wurde hierauf in der Richtung der Prozession geschoßen, wobei zehn Personen verwundet wurden. Newyork, 16. August. In Havanna wurde ein Komplott zur Ermordung des Präsidenten von Kuba, Palma, entdeckt. Bei dem Palaste und bei bem Schatzamte wurden die Wachen verdoppelt, sowie andere Vorsichtsmaßregeln getroffen. Tanger, 16. Aug. Tie ganze Stadt ist in Aufregung''. Anläßlich "der Ankunft des neuen Stadtgouverneurs griffen Anhänger Raisulis vor dem Stadttore Angera-Leute an, von denen sechs getötet wurden. Tie Behörden ordneten die Schließung der Stadttore an. Alle Häuser und die Kaufläden sind geschlossen. Ter Gouverneur machte sich mit Truppen zur Verfolgung der Angreifer auf. IM Kampfe gelang es dem Gouverneur, die Aufrührer zu BodenI zu schlagen. Einige Landstreicher suchten mit den Rebellen gemeinsame Sache zu machen. Einer von ihnen- der einen Angriff auf den Gouverneur wugte, wurde sofort enthauptet; sein Haupt wurde auf ein Bajonett gepflanzt und ein Soldat ritt damit durch die Stadt. vermischtes. * Das neue ft e Eisenbah n nngl ü ck. Bei Antwerpen fand ein Z u s a m in e n ft 0 ß zwischen einem mit Ausflügler:*. und Teilnehmern einer Versammlung dicht besetzten Person e n z u g e unb einem Güterznge statt. 12 Wagen des Letzteren wurden zertrümmert, zahlreiche Passagiere sind verletzt. Es entstand eine große Panik. Paris, 16. August. Ein großer Skandal ereignete sich gestern auf der Buffalo-Rennbahn. Das cmgesehte Rennen sollte wegen Regens auf heute verschoben werden. Das Publikum verlangte aber sein Geld zurück und stürmte die Bahn. Die Menge schlug alles kurz und klein, zertrümmerte die Bogenlampen und riß die Zäune nieder. Die französischen und amerikanischen Fahnen, die zu Ehren der französischen Fahrer und Walthours gehißt waren, wurden herabgcrissen. An einigen Stellen wurde die Bahn sogar in Brand gesteckt. Die Polizei war dem Tumult gegenüber machtlos. — In der Gemeinde Msila bei Constatine hat sich ein schreckliches Drama ereignet. Der 17jährige Sari hatte während der Abwesenheit seines Onkels die Tante mit ihrem Geliebten überrascht. Er gab sich unwissend und setzte seine Beobachtungen fort. Als aber die Tante eines Abends nach Hause ging, stellte er sie zur Rede und stach mit einem Messer solange auf sie ein, bis die Unglückliche tot zusammenbrach. Rach der Tat begab er sich zur Polizei und sagte, daß er die Ehre seines Onkels habe retten wollen. * Kleine Tages chronik. In Aschaffenburg stürzte bei ber Ausführung des Riesensch wunqes am Reck der Turner Braun ab uub erlitt so schwere Verletzungen, baß er an ben Folgen st a r b. — Jir B e r l i n würbe die Tischlersfrau S e i s f e r t von der ledigen Iba Schieritz nach einem kurzen Streit erschlagen. Die Veranlassung hierzu boten Klatschereien, die von Frau Schieritz ausgegangen sein sollen. — In Sw ine - m ü n b e ist im Herrenbad der Propst Markwart aus Bromberg ertrunken — Nach dem offiziellen Bericht aus E a r t a g e n ci hat die Sirio-Katastr 0 p h e 1 7 5 «Dl en Sehen [ ebe n gefordert. — Am 15. August ist wahrend des Gottesdienstes m der Ehartreusekriehe zu Mars eil e em Brand ausgebrochen Das Feuer verbreitete sich mit großer Schnelligkeit über die ganze Kirche. Mehrere Kinder und Frane»l erlitten Brandwunden. Militär und Feuerwehr konnten nicht Herr des Yeners werden — ^em Standard" wird aus New-Pork gemeldet, daß 7s in der Konsitmgsnossenschast St. Josef in Missouri, die einen umfangreichen Schnittwarenhandel betreibt, zu wüsten Auftritten gekommen ist. Etwa taufend Frauen versuchten das Gebac.de zu stürmen. Nachdem die Türen erbrochen waren, wurde Summa 4259056247 Mark. Märkte. M., 17. Aug. lOrig.-Telegr. des „Gieß. Anz.") " Viehmarkt. Zum Verkaufe standen 00 Kälber. 00 Schafe und Hammel, 305 Schweine: 1. Qual. 77—00 Pfg. Lebendgewicht 60.00—00.00 Pf., 2. Qual. 76—00 Pi., Lebendgewicht 59.50-00 Pfg., 3. Qual. 64—66 Pfg. Kälber 1. Qual. 00—00 Pf., Lebendgewicht 00—00 Pig., 2. Qual. 00—00 Pfg., Lebendgewicht 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 00—00 Pfg. Schafe 1. Qualitä: Schlachtgewicht 00—00 Pfg., 2. Qualität 00—00 Pfg. Geschäft: Mrchlrche Nachrichten. Evangelische Gemeinde. 10. Sonntag nach Trinitatis, den 19. Aug u st: Hottesdfenfl. In der Stadtktrche. Vormittags 8 Uhr: Pfarrer D. Schlosser. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der Matthäusgemeinde. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Kraus. Vormittags 11 Uhr: Militärgottesdienst. Pfarrer Euler. In der Johanncskirche. Vormittags 8 Uhr: Psarrassistent Steiner. Zugleich Christenlehre für die Neukonfirmierten aus der I 0 h a n n e s g e m e i n d e. Vormittags 91/, Uhr: Pfarrer Euler. Zugleich Gedenkfeier des 1 8. A il g u st. Abends 8 Uhr: Versaimnlung und Bibelbesprechung im Konfirmandeusaal der Johanneskirche. Katholische Gemeinde. Samstag, den 18. Au grtst: Nachmittags um 5 Uhr unb abenbs um 8 Uhr Gelegenheit zur heil. Beichte. Sonntag, den 19. A u g u st: 11. Sonntag nach Pfingsten. Vormittags von 6% Uhr an: Gelegenheit zrcr heil. Beichte. „ um 7 Uhr: Die erste heil. Messe, vor unb in derselben Austeilung der heil. Kommunion. , um 8 Uhr: Die zweite heilige Messe. „ um 91/. Uhr: Hochamt mit Predigt. Nachmittags um 2 Uhr: Sakramentalische Bruderschaftsandacht. “Ä 6»* ’C b seine Mau", 'eß E 1)0115 Bieter • C'.inac voi* u ;llf v.“ 3n verflossener * ch»w ihn ewiiW * 1,01 titelt »«- £ »E.Ä » - -01 Ws lllto ö ' k flU» V Art 0$ V ;[i ■ et^qen s. . 'ö> QQA aT'?6’ le RautfJ İm. "'den die ""d Führern und Wissenschaft. — Anläßlich des Besuches der französischen Acrzte und Professoren in Marburg hielt Geheimrat v. Behring einen Vortrag über seine neueste Tuberkulose-Forschung, wobei erfolgendes außsührtc: Es sei ihm gelungen, aus den Tuberkel-Bazillen ein „Tulasc" genanntes Präparat zu gewinnen, daL von Koch'schen Tuberkel-Bazillen prinzipiell verschieden ist und mit dessen Hilfe es ihm gelungen sei, Tiere gegen eine Infektion von verulcnten Tuberkel-Bazillen zu schützen. Die Gewinnung eines Serums, ähnlich dem Diphterie-Serum, sei bisher nicht gelungen und die Möglichkeit für die Gewinnung eines solchen sei auch für die Zukunft zweifelhaft. Es sei nicht unmöglich, daß cs auch durch Vcrfütterung der „Tulasc" gelingen werde, Schutz- und Heil- Effekte zu erzielen. handel itttö Verkehr, Volkswirtschaft. Bon der Berliner Börse. Die Gesamttendcnz muß als abge schwächt bezeichnet werden. Die Spekulation bewahrt große Zurückhaltung Die unruhige Lage im Kaukasus sowie Nachrichten von Mordanschlägen Verschwörungen innerhalb der russischen Armee drückten wieder auf russische Werte und im Verlaufe des Geschäfts wurden fast alle Werte in Mitleidenschaft gezogen. Der günstige Bericht des Jron Age blieb fast ganz einflußlos. Auch Franzosen und Lombarden waren schwach. Eisenwerte waren schließlich etwas fester, da die Nachrichten betr. der Arbeiterbewegung bei der Nombacher Hütte ihren kritischen Charakter verloren haben. Kohlenwerte waren behauptet. Privatdiskont 31/, Prozent. Die deutschen Lebensversicherungsgesellschaften im Jahre 1 905. Von 44 deutschen Gesellschaften wurden im Jahre 1905 insgesamt 163070 eigentliche Lebensversicherungen über 772064059 Mark neu ab- geschlossen. In Abgang kamen dagegen 80225 Versichernngcn über 335170858 Mark, darunter 26016 über 104811217 Mark durch den Tod und 7580 über 42419243 Mark durch Zahlbarwerden bei Lebzeiten der Versicherten. Der Gesamtbestand eigentlicher Lebensversicherungen am Schlüsse des letzten Jahres erhöhte sich um 82845 Polizen und 436893201 Mark Summe auf 1829006 Versicherungen über 8159520778 Mark. Israelitische Religionsgemeindc. Hottesdientt in der Snnagoge (Südankage). Samstag, ben 18. Anqn st 1906: Borabend 7.15 Uhr. Morgens 8.30 Nhr. Nachmittags 4 Uhr. Sabbathausgang 8.30 Uhr. Meteorologische Beobachtungen der Station Gießen. 2 ufluft 1906 Barometer out 0° reduziert Temperatur der Lust Absolute Feuchtigkeit Relative Feuchtigkeit Windrichtung Windstärke Wetter 16. 746,7 21,0 11,7 64 WSW 4 Sonnenschein 16. 9” 747,1 14,4 11,5 95 SW 2 Bed. Himmel 17. 7« 746,1 13,2 10,1 90 W 2 Bew. „ Todes-Anzeige Danksagung Gießen, den 4982 Braunfels wenden. 14952 4566] Süd-Anlage 10. Steins Garten. 4973 Dr. SchBiephake uuf-(5dndje Bruders, Schwagers herzlichen Dank. Schone G-^immcvrvotjminq mit allem Zubehör au vermieten. 4835 Selters weg 73. 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