Erstes Blatt 156. Jahrgang Donnerstag 15. März 1906 vczu gSpret»: monatlich 7b Pf., vierlel- ▼ jährlich Mk. 2.20; durch / Alk. Verwaltungskosten für die landwirtschaftlichen Provinzialvereute nur die Hälfte dieser beiden Summen eingestellt, da ja die neue Laudwirtschaftskammer voraussichtlich schon am 1 Oktober 1906 in Funktion tritt, die ihre Verwaltungskosten selbst aufzubrtngen hat. Ein Antrag der Abg. Kor eil und Christ will dagegen noch einmal die Summe für das ganze Jahr eingestellt wissen. Abg. K o r e l l begründet seinen Antrag damit, das; es einmal sehr fraglich erscheine, ob die Landtvirtschaftskammer schon am 1. Oktober so wett gediehen sein werde, daß sie den Landwirlscha'tLral und die landw. Provinzialvereme in ihrer seitherigen Tätigkeit vollständig ablösen könne; jedenfalls könnten unmöglich alle Verpflichtungen der freiwilligen Körperschaften genau bis zum 1. Oktober erledigt sein, und sie würden bei hälftiger Streichung des Beitrages in eine sehr schmierige Lage geraten. Abg. Haas spricht sich, nachdem inzwischen Abg. Köhler den Vorsitz übernommen hat, ebenfalls für die Annahme des Antrags aus; die Beitrage sollten so lange gewährt werden, als Land- wirtschaflsrat und Provinzialvereine sie nicht entbehren könnten. Atinisteralpräsident B r a u n bemerkt, der Ausschuß habe sich einstimmig mit dem Vorgehen der Regierung einverstanden erklärt und es liege doch kein Anlaß vor, davon w'eder abzugehen. Ein Stillstand der Geschäfte sei nickt zu befürchten. Die Schwie^igke'ter' des Inkrafttretens der Laudwirtschaftskammer könnten beseitigt werden. Eventuell könnten auch den Provinzialveremen über den 1. Oktober hinaus Zuschüsse bewilligt werden vorbehaltlich der Zurückerstattung durch die Landwirtschaftskammer. Fmanzminister G n a u t h spricht sich in ähnlicher Weise aus und meint, daß bei letzterem Verfahren jeder Stillstand der Maschine vermieden werde. Rach weiterer, umständlicher Debatte, an welcher die Abgg. Christ, Dr. Heiden reich, Ulrich, Hirsche!, Reinhart, Bähr und Haas teilnehmen, nimmt das Hans zunächst den Ausschnßantrag an, die Hälfte der früheren Summen, also 7500 Mk. und 28 805 Mark zu bewilligen. Ein vom Ausschuß akzeptierter Antrag Hirsche!, Molthan, Brauer, Gutfleisch, „die Regierung zu ersuchen, die zur Fortführung der Geschäfte notwendigen Mittel den landw. Vereinen, dem Landwirt-- schaftsral und dem Pferdezuchtverein auch über den 1. Oktober 1906 hinaus zu bewilligen" mit dem Vorbehalt der Rückerstattung der über die budgetmäßig bewilligten Beträge hinaus gezahlten Summen durch die Landwirt s ch a f t s k a m m e r wurde gleichfalls mit großer Mehrheit angcnomnien; ein etwas weitergehender Antrag Haas, die seitherigen Zuschüsse soweit notwendig, auch über den 1. Okt. hinaus und bis znm Eintritt der Funktion der Landwirtschaftskammer und Uebernahme der einschlägigen Angelegenheiten, sowie vorbehaltlich des Rückersatzes durch die Laudwirtschaftskammer weiter zu bewilligen, wurde abgelehnt. Die Kammer erledigt dann noch einige unerledigte Kapitel. Der Titel Förderung der Pferdezucht wird dahin genehmigt, daß die Ausgabe bewilligt, aber statt des Antrags Häufel auf Wiedererrichtung des Gestüts zu König i. O. eilt Antrag Dr. Heidenreich angenommen wird, die neugegründete Station zu Stockheim noch ein Jahr dort zu belasten. Schluß der Sitzung V-2 Uhr. Nächste Sitzung heute nachmittag 3'/, Uhr. V Nachrnittagssitzun g. Am Ministertische: Ministerialpräsident Braun, Ministerialrat Dr. Usinger. Die um Uhr eröffnete Sitzung ist nur schwach besucht. Das Haus setzt die Etatsberatttnq bei Kap. 81, Gcwerbcausficht, Ausgabe 57 000 Mk., fort. Abg. Orb führt aus, daß die Gewerbeaufsicht in allen Bundesstaaten noch viel zu wünschen übrig lasse. Die Statistik ergebe noch immer eine erschreckende Zahl von Unfällen, die nicht mir durch die oft sehr mangelhaften Sck utzvorrick- tung en, sondern vielfach auch durch zu lange Arbeitszeit herbeigeführt würden. Eine Hauptschuld trage auch die nrangelhaste Ueberwachung der Schutzvorrichtungen resp. deren Anwendung. Bei einer hessischen Krankenkasse für gärtnerische Landwirtschaft mit 17 000 Mitgliedern wurden 228 000 Mk. Krankengeld und über 22 000 Mk. Unfallentschädignng bezogt, das sei eine un- verhälttrismaßig hohe Summe. Man werde vom Negierungstisch antworten, daß es in Hessen in dieser Beziehung besser stände, als in anderen Bundesstaaten, das sei aber nach der Statistik nicht der Fall. Um hier Besserung zu schaffen, müße der Ueberwachungsdienst für die Schutzvorrichtungen verschärft werden. Auch sollte man Arbeiter mit zur Ueberwachung heranziehen. Man habe das zwar schon früher versprochen, es sei aber bis jetzt nichts von der Regierung geschehen. Sie habe die Pflickt, nicht bloß dafür zu sorgen, daß Ünfalloorschriften erlassen, sondern — daß sie auch befolgt werden. Redner bringt dann bezüglich des Kinderschutzgesetzes verschiedene Klagen vor und verlangt, daß man mit aller Strenge gegen die dagegen begangenen Ueber- tretungen vorgehen müsse. Abg. Reinhart ist mit dem Wunsch des Vorredners aus Heianziehung von Arbeitern zur Ueberwachung und Kontrolle vollständig einverstanden, er protestiert aber entschieden dagegen, daß die Arbeitgeber weniger eifrig auf die Einhaltung der Un- fallrorschriften bedacht seien, sie nähmen dasselbe soziale Gefühl für die Arbeiter m Llnspruch, wie die Herren von der anderen Seite. Es komme vielfach vor, daß die Arbeiter nur gegen die Arbeitgeber verhetzt würden, und wo diese Hetzer steckten, das loisse man ja. Redner hofft, daß die Gewerbeinspeltion im nächsten Jahr auch in Hessen noch weiter ausgebaut werden möge.^ 916g. Raab beklagt, dag die landesgesctzliche Regelung deS Bauarbeiters chutz cs so lange auf sich warten basse, die Interessenten hätten sich doch sckwn wiederholt deshalb an die Regierung gewendet. Er bitte, die diesbezügliche Vorlage möglichst zu beschleunigen, auch auf dem Gebiet des! Schutzes für Heimarbeiter eirergisch vorz-igehen, der in Hessen noch sehr im Rückstände sei. Abg. Bähr ist der Meinung, daß nicht der Mangel an 9lussichtspersonal an den vielen Unfällen schuld sei, sondern die Schutzmaßregeln würden häufig von den Arbeitern nicht benutzt, ja bisweilen sog er von ihucn entfernt. Es sei auch bekannt, daß die meisten Unfälle »gerade am Montag passierten. Eine Ber- mehru.ng d?r MontroHbeamteii fei nicht erforderlich, cS sei auch für notwendige landw. Dinge kein Okli) vorhanden. Abg. Stöpler meint gleichfalls, die Arbeiter seien oft selber an den Unfällen schuld. Abg .O r b wendet sich gegen einzelne Vorwürfe der Vorredner und bemerkt dein Abg. Reinhart gegenüber, seine Parteifreunde verhetzten nicht die Arbeiter, svstdern machten sie auf ihre Pflichten aufmerksam und ermahnten sie auch stets, den Arbeitgeber zu respektieren. M^n sei aber vielfach soweit gekommen, daß man den Arbeiter nicht mehr als Menschen betrachte sallgemeineßl £fa>!); verbiete man doch auch in Worms den Arbeitern das Recht der freien Vereinigung und des Zeitungslefcns. Er lege Verwahrung dagegen ein, daß man fortgesetzt hier erkläre, feint Partei verhetze die Arbeiter. Rach einer kurzen Entgegnung des Abg. Bähr bemerkt Ministerialpräs'.dettt Braun, er könne schon in Rücksicht auf die tostbare Zeit für die Etatsberatung nickt auf alle hiev vorgebracknen Einzelheiten eingchen. Wenn Abg. Orb bemängelte, daß die Oiewerbcinspektoren die Betriebe nie so sehen, wie fie sich in Wirklichkeit abspielen, so sei das völlig unzutreffend. Der Abgeordnete möge angeben, wo es geschehen sei, daß der, Betrieb nach vorheriger Mitteilung besonders für den Gewerbeinspektor h-'rgerichtet wurde, das würde ein direkter Verstoß gegen dio gesetzlichen Vorschriften fein. Im Grunde genommen sei die Rede des Abg. Orb eine Lobrede auf die Sozialpolitik in Hessen gewesen, denn wenn man aus dem ungeheuren Getriebe auf sozialem Gebiet nichts weiter zu beklagen finde, als was der Redner heute vorgebrackt, dann müsse es doch aus diesem Gebiet recht wobl bei tins bestellt sein. Herr Orb habe z. B. bezüglich des Kindersckutz- gesetzes gesagt, es sei traurig, daß hier mir ein einziger Fall von Besttafnng vorgekommen sei. Er (Rednerf Jage im Gegenteil, das sei höchst erfreulich, denn es beweise, daß unsere Bevöl- kernng bereit sei. sich den Vorschriften anzu- paffen und den Anregungen her Gewcrbeinspektivn Folge jn leisten. Gerade diese einzige Bcstrafimg sei ein glänzendes Beispiel für die günstigen sozialpolitischen Verhältnisse in unserem Großherzogtum. Abg. Dr. David tritt dieser letzten Schlußfolgerung deS Regiertlngsvertreters entgegen. Seine Partei wolle an der Sozial- voliti? nickt nur Stitif üben, sondern anf der praktischen Durchführung der Vorschriften bestehen. Redner erklärt, daß er die Hauvtursache für die enorme Zunahme der Unfälle in der übermäßigen ?lrbeitszeir erblicke- eine schärfere Ueberwachung der Unfallvvrsckristen sei dringend notwendig. Man sollte auch nur Leute zur Revision beranzichen, die mit dem Fabritbetriebe genau vertrant seien. In Morms gehe man nicht nur gegen die freien Gewerkschaften, sondern auch gegen die christlichen Gewerkschaften vor. Abg. Orb dantt der Regierung für die Mitteilung, dock der Gewerbeinspektor seinen Besuch nickt vorher anmelden dürfe, et habe das nicht gewußt. Wenn ihm ähnliche Fälle mitgeteilt würden, wie die vorhin erwähnten, werde er der Regierung Kenntnis davon geben. Abg. Raab fragt noch, wann wohl das in Ausficht stebenda Gesetz über den Bauarbeiterschutz zu erwarten sei, woraus Mini- sterialpräsident Braun erwidert, er könne den Zeitpunkt für die Einbringung von in Vorbereitung befindlichen Gesetzentwürfen nicht vorher bestimmen. Damit ist die Debatte beendet und das' Kapitel Gewerbeaufsicht wird genehmigt. Schluß der Sitzung: Abends 6 IHrr. Nächste Sitzung: Morgen früh 9 Uhr. Aie Krau vor dem Reichstag. »tt» Berlin, 14. März Die Volksvertretung beschäftigt sich verhältnismäßig selten mit den politischen Rechten der Frauen. Geschieht es einmal, wie heute anläßlich der Verhandlung über den freisinnigen Antrag auf Beseitigung der Beschränkungen des Vereinsrechts für die Frauen, dann iff der Reichstag ungalant genug, ein geringes Interesse für die Aktion zu Gunsten des schönen (^schlechts an den Tag zu legen. Die Saaldiener drückten sich die Furger tounb an den Knöpfen des elektrischen Läutewerks, aber die Bänke waren gar dünn besetzt, als Graf Vallestrem die Debatte! eröffnete. Zum Trost mag es denen, die es angeht, dienen, daß Staatssekretär Graf Posadowsky vrompt zur Stelle war, der Vertreter der Regierung, dem man wohl dasl größte Wohlwollen und Verständnis für die moderne Ent- wicÜung nachsagen darf. Die Begründung des freisinnigen Antrags war dem Abg. Dr. Pachnicke (Fr. Vg.) zuae- fallen, einem Parlamentarier, der in den politischen Kreisen der Reichshauptstadt den Ruf genießt, ein vorzüglicher Tamentoast-Redner zu sein. Dvcb er zeigte sich heute auch als warmherziger und überzeugter Dnlvalt der Rechtsfor- derungen der Frauen, wie er andererseits keinen Anstand nahm, ein Uebermaß dieser Forderungen seitens radikal gerichteter Frauenvereine abzulehnen. Gleiche Rechtsnormen auf' dem Gebiete des Frauenvereinsrechts in den Einzelstaaten sind in der Tat eine Kvnsequenz des Reichs- fledankens, und es ist ein 'unwürdiger Zustand, daß z. B. tn Preußen in Bezug auf die Teilnahme an Versammlungen die Frauen den Lehrlingen und Schülern gleichgestellt sind. Die fteigenbe Betätigung der Frau in gewerblichen Berufen macht ihre Teilnahme am öffentlichen Leben in ihrem eigenen wirtschaftlichen Interesse zur Pflicht. Auf diesen Standpunkt stellte sich auch der Abg. Bassermanu. (ul.), der den Unterschied zwischen der bürgerlichen und der sozialdemokratischen Frauenbewegung kennzeichnete^ unter sati- bischer Erwähnung der Damen Ros« Luxemburg und Dr. Anita Augspurg. Ms Wortführer der proletarischen" Fraueninteressen trat Abg. Sindermann (Soz.) auf. Der Verband fortschrittlicher Frauenvererne hatte dem Abg. Dr. Müller- Meiningen (Fr. Vlksp.) Material geliefert zur Illustrierung preußischer Pvlizeimaßregeln gegenüber den Frauen, das dieser redegewandte Bayer mit entsprechender Glossierung zur Kenntnis des Hauses brachte. selbst kam zu dem Schluß, der freisinnige Antrag sei anzunehmen im Interesse der sozialen Gerechtigkeit. Man dürfe nicht auf der einen Seite singen: „Ehret die Frauen!" und auf der anderen Seite dieselben Frauen wie Narren vder Verbrecher behandeln. Noch zwei Redner waren gemeldet, die Abgg. Lüttmann (Wirtsch. Ver.) und Stychel (Pole). Sie fehlten aber im Saal, als der Präsident ihre Namen aufrief. Infolgedessen kam man sehr bald zur Abstimmung, die eine Mehrheit für den freisinnigen Antrag ergab. Auch Mitglieder des Zentrums und der Reichspartei stimmten fiir Herbeiführung gleicher Vereinsrechtsnormen zu Gunsten der Frauen. Nun bleibt noch die Stellungnahme der Regierung abzuwarten. Graf Posadowskh äußerte sich nicht, aber daß er der Verhandlung beiwohnte, ist vielleicht kein ungünstiges Zeichen. Der Rest der Sitzung gehörte den Polen, die eine Menge polnischcrAnsichts- karten und Spiele, ja sogar eine polnische Mütze auf den Tisch des Hauses niedergelegt hatten, um darzutun, daß die preußischen Gerichte die Polen zu Unrecht verurteilen wegen Aufreizung zu Gewalttätigkeiten und groben Unfugs. Deutscher Reichstag. 6 5. Sitz un q vom 14. März 1906. Aus der Tagesordnung steht ein Antrag Pcicbnicke-Schrader- Müller-Sagan, den Reichskanzler zu ersuchen, dahin zu wirken, baß die l'andesgesctzliche Beschränk ring des Ver - einsrechtes für Frauen durch Reichsgesetz beseitigt werde. Abg. P a ch n i ck c (irs. Vg.) führt aus, wie infolge der Entwickelung die Vorschriften in den cinzelstaatlichen Veretnsgesetzen, 'fo besonders in § 8 des preußischen Vereinsgesetzes, wonach politische Vereine keine Frauenspersonen als Mitglieder mifnehmen dürfen und ruoimd) ferner Frauenspersonen den Versamm- lungen und Sitzungen politischer Vereine nicht beiwohnen dürfen, sich überlebt haben. Man lasse ja doch die Frauen sogar entsprechend der ganzen modernen gewerblichen Entwickelung auch schon an der Gewerbeaussicht teilnehmen, und das sei unerläßlich im Interesse des Arbeilerinncnschutzes. Ein freies Koalitionsrecht sei mehr wert als ein ganzes Bündel Schutzbestimmungen. Wir können den Frauen die Wahrung ihrer beruflichen und öffentlichen Intercffen md)t wehren. Das Studium auf der Universität ist ihnen bereits erschlossen; sie sind zu den Staatsprüfungen zu- gelassen, sie nehmen teil am Schulwesen und an der Armen- und Waisenpsiege. In solcher Zeit kann der Gesetzgeber nicht zögern, de» Frauen auch auf dem Gebiete des Vereins- und Versamm- lungswesenS die Bahn frei zu geben. Abg. Vassermann (natl.) erklärt, daß seine Parteifreunde dem 'Anträge zustimmen. Zu wünschen und zu hoffen sei, daß auch die Regierung dies täte. Der Reichskanzler sei ja ein moderner Mann, der ja erst unlängst eine Frauen-Teoulcuion empfangen habe, die in dieser Richtung hin vorstellig geworden sei. Abg. Sindermann (Soz.) bedauert, daß nicht auch der Antrag seiner Partei wegen des Wahlrechtes mit auf die Tagesordnung gesetzt worden sei, denn auch das allgemeine gleiche Wahlrecht müßten die Franen haben. Abg. Müller -Meiningen (frs. 93p.) sagt, es sei kein Zufall, daß sämtliche Parteien, die äußerste Rechte ausgenommen, Anträge auf diesem Gebiete gestellt haben. Alle sind darin einig, daß der jetzige Zustand unter keinen Umständen aufrecht erhalten -werben könne. Der Antrag Pachnicke und Genoffen gelangt zur Annahme. Dafür stimmte die ganze Linke, einzelne Abgeordnete vom Zentrum und der Reichspartei. Weiter steht auf der Tagesordnung der Antrag von Ehrzanowski (Pole) betreffend Abänderung des §130 des R. - S t r. - G. - B. Abg. v. Chrzanowski (Pole) befürwortet den Antrag. Er bezwecke, der dem Sinne des § 130 widersprechenden Interpretation der Begriffe Gefährdung deS öffentlichen Friedens, sowie Aufreizung zu Gewalttätigkeiten seitens des Reichsgerichtes Einhalt zu tun. In der polnischen Bevölkerung sei man überzeugt, daß die Richter mein fide urteilten. (Vizepräsident Stolberg bemerkt dem Redner, daß er das nicht sagen dürfe, und erteilte ihm schließlich einen Ordnungsruf, als dieser erwidert: Ja, man denkt nun einmal so.) Abg. Stadthagen (Soz.) sieht in denr ganzen § 130 des R.-Str.-G.-B. lediglich eine Waffe in der Hand des politischen Gegners. Gerade solche Urteile, wie sie auf Grund des § 130 ergangen seien, und zrvar namentlich gegenüber Mitgliedern der sozialdemokratischen Partei, wirkten „aufreizend", gefährdeten den öffentlichen Frieden rmd reiztenzu Gewalttätigkeiten an. Wenn trotz folcher Urteile die Betroffenen sich nicht zu Gewalttätigkeiten biu- reißen ließen, so liege das nur an dem gesunden Sinn der Sozialdemokraten. Redner exeemplifiziert insbesondere auch auf die neueste Prezesczang'sche Broschüre. _ Der vorliegende Antrag gehe nicht weit genug, der § 130 müsse ganz wegfallen. Allerdings würden seine Freunde den Antrag gleichwohl annehmen. Abg. Dove (frs. Vg.): Die von dem Antragsteller nütgeteiUen /Urteile seien ein Beweis, daß der § 130 vollständig falsch ausgelegt werde. In dem vorliegenden Anträge erblicke man das Bestreben des Antragstellers, eine andere Formulierung des Paragraphen zu versuchen, die mehr als bisher solche Mißgriffe ausschließt. Wir werden daher den Antrag unterstützen. Abg. Bachem (Ztr.). Aiich wir haben von beit hier angeführten Fällen, wenn sie wirklich so liegen, den Eindruck gewonnen, als ob die Recktspstege hier ans Irrwegen sei. Justiz und Politik scheinen uns bei diesen Urteilen nicht genügend auseinandergehalten zu sein. Wenn aber die Justiz der Politik Dienste leiste, so hat sie ihren Beruf verfehlt. In den Ostmarken hätten anscheinend die Richter nicht immer ihre Stellung genügend gewahrt; sie hätten sich beeinflussen laßen durch politische Kämpfe. Redner erklärt sodann mit seinen Freunden dem vorliegenden Anträge zustimmen zu wollen, hält ober für richtig, die Worte darin .„feilens des Reichsgerichts" zu streichen. Abg. Jessen (Däne) erzählt, wie aus einem Feste in Apen- rade in Anwesenheit von Vertretern der Behörde ein Lied gelungen worden sei, in dem u. a. der Elefantenorden, den doch auch her Kaiser trage, und der bekannte offene Brief verhöhnt worden fei, den 1846 oct Staatssekretär von Bülow, der Vater des jetzigen Reichskanzlers, geschrieben habe. Dasselbe Lied sei ebenfalls in Anwesenheit von Vertretern der Behörden auch an anderen Orten gesungen worden. In diesem Falle habe der Staatsanwalt nichts getan. Damit kontrastiere lebhaft das ftaalsanwaltliche Vorgehen gegen Dänen. Abg. Bruhn (Antis.) verbreitet sich darüber, welche aufreizenden, ungenügend begründeten Urteile auch gegen Antisemiten ergingen. Hierauf wird der Antrag von Ehrzanowski angenommen. Dagegen stimmen nur die Konservativen und Nationalliberalen. Morgen Weiterberatung be§ Kolonial-N achtrags- Etats. polUlfdte Tagesschau. Zn dem Ausschluß beS Schriftstellers Bernhard aus dem sozialdemokratischen Wahlverein des zweiten Berliner Reichstagswahlkreises erklärt der Vorsitzende jetzt auf eine Aufforderung Bernhards hin folgendes: ,B. bezahlte seine Bcstiäge (in letzter Zeit nicht selbst, sondern durch einen anderen Genossen) an den Bezirksführer bis in den Dezember 1904. Lon da ab unterließ er es. Der Vorstand erhob deshalb keinen Vorwurf, bemühte sich auch nicht darum, ob Genöße B. anderswo organisiert ist, weinte ibm ober auch keine Träne nach. Wie der Vorstand zu seiner öffentlichen Mitteilung kam? — Veranlaßt durch das Urteil im „Plu1us"-Artikel über die Forderungen des Bundes der Landwirte wurden mehrere schriftliche und mündliche Anfragen an den Vorstand gerichtet, ob Genöße B. noch Mitglied des WahlvereinS oder ob er im Bund der Landwirte organisiert sei. Nun sah sich der Vorstand veranlaßt, alle diese Fragen dadurch zu erledigen, daß er den Mitgliedern in der Versammlung zur Kenntnis gab, daß der Genöße B. nicht mehr Mitglied, sondern freiwillig ausgeschieden sei dadurch, daß er keine Beitrage mehr zahlte. Ter Vorstand glaubte, dadurch seien alle diese Fragen erledigt." Aus dem allen sieht man, wie gern man doch Herrn Bernhard loS sein wollte, der indcS in Zuschriften an mehrere Berliner Blätter erklärt, daß er „nach wie vor Mitglied der sozialdemokratischen Partei* sei. Noch ist es also nicht geglückt, ihn abzttschütteln, aber eS wird schon noch gelingen, denn wo ein Wille ist, da findet sich auch ein Weg. * Heber die Adelnvg der Herren Friedländer und Caro weiß jetzt eine Berliner magistratsoffiziöse Korrespondenz folgendes mitzuteilen: Fritz Friedländer und Dr. Georg Caro, zwei in Preußen sehr bekannte Geih. Kommerzienräte, sind vom Kaiser geadelt worden. Diese Auszeichnungen sind vielen nicht überraschend gekommen, haben aber, wie es scheint, hier und da, besonders in Kreisen, die dem Hofe fern stehen, Aufi'ehen erregt Geh. Kommerzienrat Fritz v. Friedländer, der Höchstbesteuerte in Berlin, ist katholisch, und besaß schon den Adelstitel eines ausländischen Staates seit längerer Zeit. Ob Derr v. Fricdländcr-Fuld an der Zehnmillionenspende zur Unterstützung jüngerer Offiziere beteiligt ist, wissen wir nicht. Dagegen ist uns bekannt, daß Herr b. Friedländer-Fuld und der protestantische Geh. Kommerzienrat Dr. v. Caro die deutsche Politik, besonders die preußische, durch Ankauf "von polnischen Gütern wirksam unterstützt haben. Wir wissen ferner, daß v. Friedländer-Fuld sehr viel für die Jagd in der Mark Brandenburg getan hat, und daß er dieHäuser amPariserPlatzneb endem Brandenburger Tore angekauft hat, nachdem die Stadt den Ankauf der Häuser zur Freilegung des Brandenburger Tores abgelehnt hatte. Diese Häuser sollen niedergelegt werden. In Verbindung mit diesem Plane steht das Projekt der Erbauung eines Tunnels vor dem Brandenburger Tore und eines Tunnels „Unter den Linden" zur Aufnahme der Geleise der Großen Berliner Straßenbahn. Aus StaM und Land. Gießen, den 16. März 1906. ** Ruhestands Versetzungen. S. K. H. der Großherzog haben den KreisveterinärarzL des Kceisveteri- näramts Alsfeld Dr. Friedr. Eise wegen geschwächter Gesundheit mit Wirkung vom 16. März d. I. an auf sein Nachsuchen und unter Verleihung des Charakters als „Vete- rinärrat" in den Ruhestand versetzt. In den Ruhestand versetzt wurde der Weichensteller in der Hess.-Preuß. Eisenbahngemeinschaft Kaspar Hönig zu Mücke. **P farrpersonalien. Ernannt wurden: Pfarrverwalter Fresenius zu Burg-Gemünden, unter Belassung in seiner seitherigen Eigenschaft, zum kommiss. Vertreter des Verwalters der 2. Pfarrstelle zu Lauterbach, Pfarrassistent V eiter zu Schotten zum Pfarrvikar in Grob-Rohrheim, Pfarrv-erWalter Schellmann, zuletzt zu Lauterbach, zum Pfarrvikar in Ober-Ingelheim. Zur Wiederbesetzung werden ausgeschrieben eine evcrng. Pfarrstelle zu Friedberg, die evang. Pfarrstelle zu Gronau, dem Fürsten zu Erbach-Schönberg steht das Präsentationsrecht zu. **DerNachweisderBefähigungzurUeber- nahme eines Kirchenamts ist erbracht tvorden von den katholischen Geistlichen Joh. Blatz aus Herrnsheim, Jos. Epple ans Offenbach und Karl Schmitt aus Ohmes. ** Kunstv erein. Ter Ausstellung sind 3 Gemälde, Landschaften von unserem einheimischen Künstler W. Barthel, auf einige Tage üb errate seit worden. Kommende Woche findet ein vollständiger Wechsel der Gemälde statt. Tie Arbeiten des Original-Radiervereiits München bleiben nur noch bis zum Mittwoch nächster Woche ausgestellt, von da ab gelangt u. a. eine Kollektion Aquarelle von Prof. Otto Gunther-Naumburg-Charlottenburg zur Ausstellung. ** M i t Vornamen reich gesegnet ist ein am 15. August 1886 geborener Herr Heininger zu Mainz. Er hatte die Auswahl unter den klangvollen Namen Ludwig, Johann, Baptist, Viktoria, Barbara, Katharina und Thekla. Die Behörde fühlte ein menschliches Rühren und gestattete ihm, die weiblichen Vornamen abzulegen, sodaß er in Zukunft nur noch über die Namen Ludwig Johann Baptist verfügen kann. ** Einen hübschen Titel erhielt der Hof- theatergarderobe-Vorstaud Konrad I a e o b i zu Darmstadt. Er darf sich nämlich vom 22. Febr. d. I. ab o f == theatergarderobe-Jnspektor" nennen. ** Die Umlage der land- und forstwirtschaftlichen Berufsgenossen schäft für Hessen für das Jahr 1905 beträgt 737113.36 Mk. Sie setzt sich zusammen u. a. aus 672400.23 Mk. Entschädigungsbei-- trägcn und Kosten.der Uufallunterfuchungcn, 6669.70 Mk. für Unfallverhütung, 9872.18 Mk. Schiedsgerichtskosten, 38.80 Mk. Kosten des Landesversicherungsamtes, 44102.93 Mark Verwaltungskosten, 14 306.71 Mk. Hebgebühren. An Zinsen und sonstigen Einnahmen sind 17 748.22 Mk. vorgesehen. Da die Gesamtsumme der beitragspflichtigen Steuerkapitalien einschließlich der der Nebenbetriebe 8 304 428 Gulden (14 236162.3 Mk.) beträgt, ergibt sich ein Ausschlag von 8.88 Pfg. auf den Gulden Steuerkapital (5.173 Mk. auf die Mark). § Rodheim a. d. Bieber, 13. März. In Fellingshausen wurden dieser Tage durch den dortigen Jagdpächter Bürgermeister Wagner wieder 2 Hirsche zur Strecke gebracht. g. Södel, 13. Marz. Der im Jahre 1896 gegründete hiesige Turnverein feiert am 23., 24. und 25. Juni d. I. ein Turnfest verbunden mit Fahnenweihe. Lieferant der Fahne, die in Seide und feinster Handstickerei hergestellt ist, ist Hermann Hisgen jun. in Lich (Oberh.). Es ist dies eine altbekannte Firma, die -schon vor 60 Jahren die jetzt noch tadellose Fahne des hiesigen Gesangvereins lieferte. )( Aus dem Vogelsberg, 14. März. Die Kra- n i ch e sind diesmal bei ihrem Rückstrich nicht Boten des kommenden Frühlings gewesen, als die sie die Volkswetterkunde bezeichnet, sondern hart auf ihren Rückstrich ist der Winter gekommen und zwar in einer Stärke, die wobl zum Christ-, aber nicht zum Früblingsmonat paßt. Die Schneedecke liegt halb fußhoch, im oberen Teil des Gebirges über fußhoch. Dazu weht eine eisige Luft, sodaß heute morgen die Fenster mit Eisvorhängen bedeckt waren. Der Lerchensang ist verstummt; die Lerchen befinden sich in großer Not und kommen in die Nähe der Ortschaften. Erfahrungsgemäß kommen bei solchen Nachwintern viele dieser Frühlingsboten um. Man sollte deshalb nfchk säumen und in der Nähe der Dörfer Futterstellen errichten, zumal man eine Minderzahl der Lerchen ohnehin zu beobachten vermeint. Tie Schneeglöckchen sind Heuer Glöckchen des Schnees, die nicht dem Frühlinge, sondern dem Schnee läuten. Dazu erklingt wirkliches Schellengeläute der Fuhrwerke und — der Schlitten. Pfungstadt, 14. März. Tie Darmstädter Staatsanwaltschaft hat wegen des Falles Rothschild folgendes Ausschrciben erlasicn: Am Montag, den 12. d. Mts., vormittags, wurde die 81 Jahre alte alleinstehende Witwe Aron Rothschild von Pfungstadt in einem Holzsiall ihrer Hof- reite mit mehreren Stichwunden am Halse tot anfgefimden. Die Feststellungen ergaben, daß die Verlebte tag? vorher, nachmittags 1 Uhr, noch am Fenster gesehen worden war, von 4 Uhr ab in ihrer Wohnung vermißt rourbc Nach der Sachlage ist ein N a u b m o rd nicht a n s g esch l o ssen. Das Haus wurde verschlossen gefunden, der Hausschlüssel fand sich jedoch nicht vor, ebenso auch nicht da§ Instrument, mit dem die Verletzungen verursacht worden sind. An Wertgegenständen aus der Wohnung werden vermißt: Eine alte goldene Darnenschlüsstlubr ohne Sprungdeckel, 18 kar. Gold, Jimendeckel von Messing, Zifferblatt mit römischen Zahlen, Fabriknummer 9309. Auf dem Rückdeckel findet sich ringsum ein Kranz, bestehend aus schwarzen runden Punkten, und auf der Mitte des Deckels eine schwarze Blume. Die dazugehörige Kette, s-bwere^gvldene Panzerkette, lang, zum Umk^ngen, mit ovalem goldenem Schieber, auf dem gleichfalls eine schwarze Blume sich befindet. Ferner eine goldene Herrenuhr, die nicht näher bezeichnet werden kann, und auch etwas Geld, vielleicht 30 Mk., die vorhanden gewesen seien, die möglicherweffe gestohlen worden sind. Bezüglich der Täterschaft fehlt jeder Anhaltspunkt und es wird um Anstellung geeigneter Ermittelungen und Nachricht an die hiesige Staatsanwaltschaft ersucht. Mainz, 13. März. Im Laufe dieses Jahres wird die Zahl der Schutzleute in unserer Stadt von 103 auf 131 erhöht werden. Die Vermehrung ist im Interesse der nächtlichen Sicherheit der Stadt dringend geboten. Außerdem ist eine Vermehrung der Kriminalpolizei und die Einrichtung einer besonderen Gesundheit s> Polizei für den äußeren Dienst vorgesehen. Die Gesamtkosten für die Vermehrung des Polizeipersonals betragen 40 000 Mk. jährlich. — In einer gestern abgehaltenent Wahlkreis-Konferenz der sozialdemokratischen Partei wurde beschlossen, die hier erscheinende „Volksztg." in Parte i b e s i tz zu überführen. e (Frkf. Z.) Dillenburg, 14. März. Unsere Stadt hctt zurzeit eine ganze Anzahl hochbetagter Leute aufzuweisen, ein Beweis dafür, daß unsere klimatischen Verhältnisse recht günstig sind. Es leben hier bei einer Bevötkerungsziffev von etwas über 5000 Einwohnern 127 Personen im Alter von über 70 Jahren, darunter sind 27 80 Jahre und darüber und unter diesen wieder 2 über 90 (97 und 95) Jahre alt. (A. f. d. Dillt.). s. Marburg, 14. März. In dem ganzen kurhessischen Oberhesien fällt seit 2 Tagen ununterbrochen Schnee. Im nördlichen Kreise Frankenberg, in den Hinterländer und Wittgensteiner Bergen und im angrenzenden Sauerlande liegt der Schnee über Fuß hoch. Bei eintretendem WittermigS- umschlag wird wieder Hochwasser befürchtet. Marburg, 14. März. Wie die ,Hess. Ldsz.) mitteilt, ist hier der Neubau einer großen Privatklinik in Aussicht genommen. Es soll mit dem Bau bereits am 1. April begonnen werden. Die Arbeiten sollen so beschleunigt werden, daß man hofft, die Klinik schon am 1. Juli n. I. eröffnen zu können. Unternehmer sind die Professoren Dr. L. Brauer, Direktor der medizinischen Klinik, Opitz und Suttner. Das Gebäude, mit den neuesten Erfindungen und Einrichtungen auf wissenschaftlich-technischem Gebiet ausgestattet, soll mindestens 300 000 Mk kosten. Dodenau, 13. März. Bei den Schürfungsarbeiten au der Ederbahn hat sich gestern ein schweres Unglück ereignet, wovon zwei Familien hart betroffen werden. Drei jugendliche Arbeiter trugen etwa 80 Pfd. Sprengpulver von einer Arbeitsstelle zur andern, als plötzlich das ganze Pulver explodierte. Tie Jungen erlitten arge Brandwunden an Händen und Gesichtern und ihre lichterloh brennenden Kleider versuchten sie durch Walzen auf der feuchten Wiese und Eintauchen im nahen Wasser zu löschen, was auch gelang und weitere Verletzungen hinderte. T-ie Gesichter sind derart zerfetzt und verschwollen, daß die armen Menschen nicht mehr zu ertennett sind. Wunderbarerweise find die Augen unverletzt geblieben. Nach Ansicht der Aerzte dürften sie mit dem Leben^ davon kommen. (Hess. Ldsz.) Vermischter. • Zur silbernen Hochzeit des Kaiserpaares hat der türkische Sultan silberne Vasen, Teppiche und VelourS- stoffe geschenkt. Nach dem »Tag" haben Kaiser und Kaiserin besondere Angebinde erhalten: der Kaiser vier große Vasen, die Kaiserin vier Jardinieren aus der türkischen Porzellanmanufaktur. Ferner hat der Kaiser etwa ein Dutzend Teppiche, halbseidene und reinseidene, erhalten; die Kaiserin empfing die gleichen Teppiche, unter denen „Gcbetsteppiche^ vorwiegen. Außerdem wurde die Kaiserin mit herrlichen Schals und einer Ausstattung von Veloursstoffen in antiken und modernen Mullern bedacht, die zum Bekleiden von Polstermöbeln bestimmt sind. Die Geschenke wurden durch eine vom Berliner türkischen Botschafter geführte Spezialgesandtschaft überbracht, bestehend aus dem Brigadegeneral Nahmy-Pascha und dem Major Nadjini. Ersterer erhielt den Roten Adlerorden erster Klaffe, dieser den gleichen Orden zweiter Klaffe. • Das verschwindende England. Man hat bisher nur von beunruhigenden Abbröckelungen an der Ostküste von England gesprochen, während an der Westküste verschiedene Anzeichen für das Zurücktreten der See zu beobachten waren. Die Nachricht, daß auch ein Teil der Westküste nunmehr durch die Untcrwaschungen der See gelitten hat, kommt daher außerordentlich überraschend. Vor 60 Jahren wurde in Blackpool, einem heute bedeutenden Badeort, das erste Restaurant, „Cnfel Toms Hütte", errichtet. Es lag 800 Meter von denr Strande entfernt. Heute steht nur noch ein Teil des Gebäudes auf turmhoher Klippe. Jede Springflut kann cs mit sich reißen. Als die Besitzer des Gebäudes um die Erlalibnis einfonicn, dasselbe zu einem neuen Hotel ausbauen zu dürfen, erhielten sie statt besten den Befehl, das Gebäude als gefährlich einu'reißen. _____________________________________ - Seide v. u pf. — Zollfrei! — Muster an Jedermann! — >7t Seidenfabrikt. Henneberg, Zürich. ? er. hnehin «XUCt onbem ^llen. Staats. tgendeZ • Mts., Mitwe ff Hof. hmbcn. vor^r, n war, ad) bei n. Tas 'nd sich 3’t bent tgegen. resivhlen ltspuntz b Nach. A, 18 "Mischen i1* r«6 giften, '"dazu, '^nyeu, - wird )n 103 m In. .nd ge. lpolizei Gesamt, tragen iltenen wurde i- O-J zurzeit uweisen, sse recht gszifser n Alter .nd bar* >) Jahre DiHt.). hessischen Im )et und nbe liegt ttrrmgs* mitteilt, Klinik M aut fo be* )u am mb btt aSlmü, Ersind* chnischem len. ^arbeiten ! Unglück werden. 80 Pfd. beim, als Jungen item und sie durch ,m nahen i Verletz- und ver- erldnnen cletzt ge- >m Leben rpaareS Kaiserin große auS der iscr etwa erhalten; ter denen e Kaisen» Velours- , die zum Geschenke er geführte i Brigade- öfterer ec- U gl* ,5 Pf.'» n h°lbiS’ ,BO|# iitiiH'" Abachi" Itift« n®* h°>. 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