Nr. 14 Erscheint tHglsth mit Ausnahme des Sonntags. General-Anzeiger, Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen. bet Meldung des Aus unseres Jnfanterie-- Negiments aus dem Feldzug 1670—1671, Philipp Sch midt, die Besitzstandsaufnahme Berechnung der einzelnen Rotationsdruck und Verlag der Brühl'schen UniverftlätSdruckeret. 8t Lange. Gießen. Redaktion. Expedition u.Druckerei: Schulstr.?. Del. Nr. bl. Telegr.-Adr.: Anzeiger Gietzea. die Akten und Karten über (Vermessung, Kartierung und Grundstücke) zur Einsicht der Beteiligten offen. IWO Ntar! ohe Zinsen und gute l sofort gej. 6chr.Anc.cd. t bei i (Step. Anz. eibcicn. Der jüngste zureichen. Friedberg, den 8. Januar 1906. Der Großher'.rg!iche b' rriuigungskommissär: Spamer, Kreisamtmann. Kttumntmachung. Betr.: Feldbereinigung in der Gemarkung Rodheim a. d. Horloff. In der Zeit vom 16. Januar l. I. bis einschließlich 29. Januar l. I. liegen auf dem Amtszimmer der Großh. Bürgermeisterei Rodheim a. d. Horloff i fßr reisende SDIZjamen Sctiwesternliäiis. Einwendungen hiergegen sind schlusses innerhalb der oben angegebenen Offenlegungsfrist bei der Großh. Bürgermeisterei Rodheim a. d. H. schriftlich einist am 10. d. M. in Erbach i. O. gestorben. Der nunmehr gestorbene Kriegsoeteran stammte aus Gießen und war im Alter von 16 Jahren freiwillig ins Regiment eingetreten. Er erreichte ein Alter von 52 Jahren 6 Monaten und 7 Tagen. " Ein hessischer Handelskammertag ist für Sonntag, den 11. Februar, zur Beratung der Reichsfinanzreform nach Mainz einberufen. " Tenvich ° Au 8 stel lun §. Der neue Zolltarif, durch den die Zollsätze iür orientalische Waren und Teppiche eine ganz bedeutende Erhöhung erfahren, tritt nm 1. März 1906 in Kraft. Ta durch die revolutionären Wirren im Kaukasus jede Verbindung von dort abgeschnitten ist, so wird eine weitere Zufuhr fast aussichtslos sein, umsomehr dürste eine vom 15.—22. Januar währende Ausstellung orientalischer Teppiche der Firma Th. Brück, Gießen, (f. Inserat) Interessenten und Freunden schöner Teppiche willkommen sein. *• Das Kelsterbacher Eisenbahnunglück wird am 2. Februar die Darmstädter Strafkammer beschäftigen. Die Anklage lautet auf fahrlässige Tötung und Elsenbahntransvortgefährdung und richtet sich gegen bett damals in Kelsterbach diensttuenden Stationsassistenten, sowie gegen den Führer und Heizer des GüteczugS, der innerhalb der Station rangierte. — Kle in-Linden, 16. Jan. Am Sonntag hielt der Kriegerverein in der Wirtschaft zur „Burg" seine Hauptversammlung ab. Schriftführer Keil gedachte in einem Rückblick auf da§ verflossene Vereinsjahr auch deS Todes deS Kriegsveteranen Phil. Deibel. Das Jahr 1905 ivar für den Verein in finanzieller Hinficht recht günstig; die Mitgliederzahl stieg — einschließlich zweier Ehrenmitglieder — auf 93. Ein wichtiger Beschluß des Vereins bildete die für das Frühjahr geplante Errichtung eines Schi eß - stand es zwecks Abhaltung von Preis- und Scheibenschießen. Bei der Vorstandswahl wurden wiedergewählt: Vorsitzender F. Jung, Stellvertreter PH. Jung, Schriftführer Keil, Rechner: Mandler und die Beisitzer Luh und Sieger, neugewählb wurde L. Bepler. Im Lauf dieses JahreS kann der Verein sein 25jährigeS Jubiläum begehen. x Aus dem Lumdatal, 16. Jan. Unsere kürzlich gebrachte Nachricht über die gemeinschaftliche Ausführung einer Wasserleitung für die Orte des unteren Lumdatales ist noch dahin zu vervollständigen, daß auch die Gemeinde Treis beabsichtigt, sich an der geplanten Anlag» zu beteiligen, jedoch, da sie selber reichlich Quellwaffer zur Verfügung hat, nur insoweit, daß man den für jene Leitung durch die Hauptstraße von TreiS zu führenden Graben zugleich zur Aufnahme des Hauptstranges der Treiser Leitung benutzt. Dadurch würden viele Arbeit und Kosten gespart, und der mit dem Aushub von Gräben unvermeidliche Schmutz wäre nur einmal auszuhalten. 8 Lich, 16. Jan. Gestern hat die Taufe der jüngsten Prinzessin entgegen den anfänglich umgehenden Gerüchten in aller Stille stattgefunden. Aus diesem Anlaffe hat der Fürst der Stadtverwaltung 200 Mk. zur Verteilung unter die Armen überwiesen. — Am SamStag abend veranstaltete der Gesangverein Männerquartett beim Gastwirt Heiland eine Abendunterhaltung, die eine zahlreiche Zuhörerschaft angelockt hatte. Zwei Theaterstücke wurden gezielt, Couplets vorgetragen und mehrere Chorlieder gesungen. Alle Vorführungen fanden ungeteilten Beifall. Der Verein steht unter der Leitung des HauptlehrerS Roth. Wesentlich zur Verschönerung der Veranstaltung trugen die musikalischen Darbietungen der Kapelle Sommer bei. △ Rockenberg, 16. Jan. Der Neubau eines Zellenflügels am Landeszuchthaus Marienschloß ist jetzt nn Rohbau fertig gestellt. Der Bau wurde vor cm 6/t Jahren in Angriff genommen und dürfte bis Herbst vollendet sein. Er schließt sich nordöstlich an die alten Gebäulichkeiten an und soll für Einzelhaft eingerichtet werden. X Nidda, 16. Jan. Der in den beiden letzten trockenen Sommern mehrmals eingetretene Wassermangel hat unsere Stadtverwaltung veranlaßt eine in der Nähe der unteren Leitung befindliche Quelle um den Preis von 1500 Mk, anzukaufen. Nunmehr wirb es bei* Stabt und ber Bahn nicht mehr an Master fehlen. r Dübelsheim, 16. Jan. Unser Ort befinbet sich schon einige Tage in Aufregung über ben entsprungenen gemeingefährl. Geisteskranken Emmerich von hier, ber sich in der Umgegenb Herumtreiben soll. Wie jetzt verlautet, wurde E. gestern bei Calbach von ber Genbarmerie festge- no mm en. __ Arrirft — F r e . n s s e n s Roman '„9 ö r n U 6 V“ soll nun auch in dramatischer Gestalt uns auf der Sühne begegnen. Wie aus Wien berichtet wird, wurde dem dortigen Raimunbtheater ein Drama „Jörn Uhl" eingereicht, bas eine freie dramatische Bearbeitung deS Romans bedeutet. Wer der Autor dieser Arbeit ift, darüber verlautet noch nichts. — Der schlesische Dichter Johannes Reinelt (Philo vom Walde) ist g e st o r b e n. (Rei -elt war 1858 zu Kreu>endorf in Schlesien geboren und wirkte als Lehrer in Neisie. Ambekanntesten machte er sich als Verfasser von Gedichten im schlesischen Dialekt. Auch eine Reihe von Lustspielen hat er geschaffen, die in seiner Heimat beliebt waren. D. Red.) E. NAH sä MM Deutscher? rterchsrag. 21. Sitzung vom 16. Januar. Auf ber Tagesordnung steht zunächst die Beratung des.Gesetzentwurfes betreffend Seroistarif und die Klasseneinteilung der Orte. In Verbindung hiernrit wird auch gleich die Wohnnngsgeldzuschuß-Novelle zur ersten Berat- nny gestellt. Abg. Jtschert (Ztr.) heißt die Vorlage im Wesentlichen willkommen, hält aber für erforderlich, daß künftighin neben dem Personalservis auch der Natural-Servis wegfalle. Einstweilen sei namentlich 'die endliche Erhöhung der Wohnungst- gelbzuschüsse für die Unterbeamten wünschenswert. Unannehmbar sei für seine Freunde, daß die nächste Revision der Klafsen-Ein- teilung der Orte sowie der Servistarif erst 1913 eintreten soll. TaS müßte weit früher geschehen. Wetter sei die Gewährung von WohnungSgelduischüssen auch 'an die Beamten der Reichseisenbahn- verwaltung geboten. Abg. Eickhoff (fr. Dp.) begrüßt gleichfalls die Vorlage als einen Fortschritt. Wie der Vorredner, so halte er eine endliche gründliche Revision der Klassen-Einteilung der Orte für unerläßlich. Abg. v. ©lern (kous.) stimmt hn Wesentlichen der Vorlage zu, namentlich auch dem höheren Wohnungsgeldzuschuß für die Unterbeamten. Abg. Ortel (nl.) begrüßt ebenfalls diese Beihilfe sowohl für die Unterbeantten überhaupt wie für diejenigen der Reichs- Eisenbahnen. Dock) erachte er die Beihilfe allerdings für zu gering. Abg. v. Oerhen (Rp.'> billigt die Vorlage und will die Frage der veränderten Ortsklassen-Einteilung nicht damit ver- guictt wisten. Eine Erhöhung des Wohnungsgeldzuschufses halte er auch bei den Subalternbeamten für geboten. Abg. v. Gerl ach (ft. Vg.) wünscht ebenso wie der Aby. Eickhoff die Regelung des WohntmgsgeldMschusses grundsätzlich auf eine andere Basis gestellt zu sehen. Mg. Kirsch "(Ztr.) plädiert für beschleunigte Revision der Ortsklasseneinteilung. Rach zustimmenden Bemerkungen der Abgg. Burchardt und Bruhns bestreitet noch Direktor Twele vom Reichsschatzamt, daß wie der 9ßbg. Bruhns behauptet habe, eine Absicht des Sckatzamtes, auch für die mittleren Beamten den Wohnungsgeldzuschuß zu erhöhen bestanden habe, aber an dem Widev- spruch des preußischen Finanzministers gescheitert fei. Tie Vorlagen tverben nunmehr an die Bu dg e t kommission verwiesen. Cs folgt die erste Beratung des Gesetzentwurfes betr. Entlastung d e s Reichs-Jnv aliden-Fonds. Mg. Graf Oriola (nl.): Es ist ein wiederholt ausgesprochener Wunsch meiner Partei und auch anderer Parteien des Hauses, daß eine Entlastung des Reichsinvalidenfonds eintreten soll. Tie Anlage, die der jetzigen Vorlage beigegeben ist, ergibt ein recht wenig erfteuliches Bild. Ter aktive Bestaub des Reichs- invalidenfonds ist nun Mcklich auf 187 Millionen Mark. zusammengeschmolzen. Angesichts dieser Vorlage kann der Reichstag nur mit einer getoiffen Genugtuung daran zurückdenken, daß er die Forderung der verbündeten Regierungen zurückgewiesen hat, dem Jnvalidenfonds noch 67 Millionen Mark zu anderen Zwecken zu entziehen. Die Vorlage, die nun alles, was nicht direkt zu der Jnvalidenunterftützung der Kriegsteilnehmer von 1870/71 gehört, aus dem Fonds entfernt, hat durchaus unsere Zustimmung. Damit im Lande draußen keine Beunruhigung entsteht, will ich bemerken, daß selbstverständlich durch bie lieber5 nähme der übrigen Verpflichtungen auf den allgemeinen Reickis- fonds, die rechtlichen Anforderungen ber Betreffenden rn keiner Weise vermindert werden sollen. Man toitb daher schwerlich gegen die Vorlage Widerspruch erheben fönnen. Bedenken bestehen höchstens gegen dem § 3, der bestimmt, daß das Gesetz gleichzeitig mit dem Gesetz bett', die Ordnung des Reichshausyalts und die Tilgung der Reichsschuld in Kraft treten solle. Aber schließlich braucht man solche nicht zu haben, da dies Gesetz ivvhl rechtzeitig fertig gestellt wird. Die Voraussetzungen, die der Schatzsekretär, dessen Wohlwollen für die Invaliden wir kennen, für notwendig erachtete, eite er an die allgemeine Reform des Reichsinvaliden- aesetzes Herangehen könnte, sind nunmehr mit diesem Enttvurf erfüllt. Ich hoffe, daß nunmehr diese Reform bald stattfinden wird. Ich habe nur noch einen Wunsch auszusprechen. Bon verschiedenen Seiten ist während der Steuerdebatte die Notwendigkeit einer Wehrsteuer betont worden. Da will ich bemerken, in erster Linie wäre es doch richtig, die Erträgnisse einer solchen Steuer dazu zu verwenden, den Jnvalidenfonds^ zu verbessern und dadurch das Leben der alten Kriegsteilnehmer zu heben. Ich-beantrage die Ueberweisung der Vorlage an die Budgetkommission, obwohl wir sie schließlich auch hier im Plenum erledigen könnten. Mg. Erzberger (Ztr.) hält eine kommissarische Beratung für unerläßlich. Nach einer zustimmenden Bemerkung des Mg. Eiern geht die Vorlage an die Budgetkommission. Es folgt der dritte Nachtragsetat. Derselbe enthält hauptsäMich Forderungen für Ostafrika aus Anlaß des Ein- g eborenen-Aufstandes. Kvlonialleiter Erbprinz üon Hohenlohe-Langenburg erklärt, der Aufstand sei leider bisher noch nicht unterdrückt, immerhin aber sei es gelungen, ihn auf ein Keines Gebiet zu beschränken. Ein heute eingetr offenes Telegramm meldet ein siegreiches Gefecht. Zurzeit ist die Lage im Anfstandsgebiet etwa folgende: Ter Bezirk Dar-es-Salamn ist ruhig. Auch in den Bezirken Mohorro und Lindi treiben sich nur noch einzelne räu- öerirde Banden umher. Etwas zahlreicher ftnb dieselben noch im Mwa-Bezirk, wo sie sich 'zurzeit im Westen zu konzentrieren Icheinen. Tie militärischen Bewegungen im Innern werden durch Lie inzwischen ausgebrochene Regenzeit gehemmt. Auf dem südlichen Schauplatz steht Major Johannes in der Nähe von Sonaea, ebne daß er bisher überhaupt auf Widerstand gestoßen wäre. Älif dem nördlichen Schauplatz steht Major v. Schleimitz mit einer so starlen Macht, daß ein Erfolg mit Sicherheit zu erwarten M sobald die jetzt stark angeschwollenen Ströme einen Uebev- * Kleine Tageschronik. Der Feldwebe l Schmedemann von der 10. Kcmpagnie des Kieler Jnfanteriebataillons wurde wegen Unterschlagung von Mannschaftsgeldern verlostet und ins Untersuchungsgefängnis eingeliefert. — In Leipzig wurden Frau Schumann, Inhaberin eines Wäschegeschäftes, und deren 20 jährige Tochter durch Ko hl eng as vergiftet aufgefunden. Tie Frau ist tot, der Zustand ber Tochter ist hoffnungslos. Nach Lage der Sache wird Selbstmord angenommen infolge unglücklick'ler Familienverhältnisse. Ter von der Frau getrennt lebende Mann büßt zur Zeit eine Strafe ab. — In Paris ist die erste Künstlerin eines Variötö-Theaters, verheiratet und Mutter von zwei Kindern, von dem Sohn eine- Großindustriellen im Automobil entführt worden. gang und damit ein Zusammenwirken der einzelnen Abteilungen gestatten. Tee ganze Lage rechtfertigt den vor 8 Tagen hier eingelaufenen Vorschlag des Gouverneurs und des ältesten /Offiziers ber Dentsch-Ostaftika-Station, die Marine-Infanterie in die Heimat zurückzuberufen. Wenn auch ber Aufstand noch keineswegs als erloschen bezeichnet toerben kann, so ist doch seine Hauptkraft gebrochen, und man kann, wenn nicht unvorhergesehene Dmge eintreten, mit Ruhe seinem Erlöschen ent- gegensehen. Abg. Erzberger (Ztr.) bemängelt, daß Forderungen in dem Nachtrags-Etat stünden, die eigentlich gar nicht hineingehörten. Tie Begründung des Nachtragsetats sei eine mangelhafte. Jeder Nackiitragsetat enthalte bereits verwendete und nachträglich zu genehmigende Ausgaben, so leicht setze sich die Regierung über das Bubgetrecht des Reichstags hinweg. Kapitän zur See Capelle entgegnet auf eine spezielle Bemängelung des Vorredners, daß gewisse einstweilen zugesicherte Krieasgebührnisse natürlich überhaupt mchL bezahlt werben würben, falls ber Reichstag sie nicht bewillige. Geh. Legationsrat Seitz versichert, baß es der Regierung selbstverständlich fern liege, bie Budgetrechte des Reichstages anzutasten. Tie Vermehrung beüMachtmittel des Gouverneurs lmrch eine neue Organisation in einem Nachtragsetat zu fordern habe ursprünglick) nicht in ber Absicht ber Verwaltung gelegen. Abg. Paasche (nl.) glaubt nicht, daß die Verhältnisse im Baumtvollbau mit Schuld an dem Aufftande seien. 9)5an habe geglaubt, gerade in den Vaumwollkulturen bie Eingeborenen zur Arbeit erziehen zu fönnen. Er gebe zu, daß von einzelnen europäischen Ansiedlern gesündigt worden sei. Sicknr sei auch, baß bie Söhne zu gering seien. Diese müßten erhöht werden. Lebhaft schildert Rebner noch die Notwendigkeit, für ausreichende bessere Beamtenwohnungen dort zu sorgen. Nach Uebertoinbutig der begangenen Fehler »oerde si^ Ostafrika zweifellos als eine Kolonie Herausstellen, aus der scch etwas machen lasse. Abg. Südekum (Soz.) hält so iveitgehende organisatorische Forbencngen in einem Nackftragsetat für unzuläffig. Tie betreffenden Etats müßten aus dem Nackstragsetat losgelöst und erst beim ordentlichen Etat für 1906 beraten weiden. Erbprinz Hohenlohe-Langenburg erllärt, über bie Ursachen des Aufftandes werde Autyentisck)es erst mitzuteilen sein, wenn die von dem (Skmoerneur zur Erforsckmng ber Ursachen des Aufstandes Beaustragten ihre Arbeiten beendet haben werden. Abg. v. Richt Hofen (kons.) kann irgendwelche Verletzung deS Budaetrechtes des Reichstages in diesen Nachtragsforderungen nicht erblicken. ! Erbprinz Hvhenlvhe-Langenburg erklärt noch über daS Urteil gegen bk Akwa-Häuptlinge in Kamerun werde hoffentlich demirächst dem Hause Näheres mitgeteilt toerben können. An der weiteren Debatte beteiligen sick noch die Mgg. Goth ein, Südekum, Erzberger und P a a s ch e. Hierauf geht bie Vorlage an bie Budgetkommission, ebenso debatte- los ber Nachtragsetat für Südwesdaftika. Morgen Jnitiativantt'äae, Tiätenantrag. Aus Stadt und Land. Gießen, den 17. Januar 1906. ' Professor Gustav Bickel, der bekannte Orientalist, ist am 15. Januar in Wien gestorben. Bickel war geb. 1838 zu Kassel als Sohn des Kirchenrechtslehrers Job. Wilh. Bickel in Marburg. Nach seinen Gymnasial- und Unioersi- tätsstudien habilitierte er sich 1862 als Privatdozent in Marburg und siedelte im folgenden Jahre in gleicher Eigenschaft nach Gießen über. 1866 trat er zur kathol. Kirche über und begann seine theololischen Studien in dem Priesterseminar in Fulda. 1867 wurde er zum Priester geweiht und ging 1871 als außerordl. Professor für orientalische Sprachen nach Dtünster. Drei Jahre später folgte er einem Rufe nach Innsbruck als Profeffor der christlichen Archäologie und semitischen Sprache an der dortigen Universität. Hier wirkte er als Hochschullehrer siebzehn Jahre lang, bis er 1891 als Professor der semitischen Sprachen nach Wien berufen wurde. Professor Bickel hat eine reiche schriftstellerische Tätigkeit entfaltet, seit Ende der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts namentlich über die Dichtungen der Hebräer, lieber das VerSmaß derselben stellte er ganz neue Theorien auf, bie heftig angegriffen, von ihm aber ebenso entschieden verteidigt wurden. •* Gieße ner Konzertverein. Wilhelm Backhaus hat das Rubin st ein-PreiSprogramm in dem am 21. stattfindenden Konzert zu spielen übernommen. Es verdoppelt sich damit das Jntereffe an diesem Konzert; wird es uns doch damit ermöglicht, das Urteil nachzliprüfeu, das die Preisrichter am 8. August 1905 zu Paris gefällt haben. Ohne dieser Nachprüfung vorgreifen zu wollen, sei es uns doch erlaubt, den Bericht eines Preisrichters wiederzugeben, der von der „Köln. Ztg." gebracht wurde: „Wilhelm Backhaus betritt das Podium l Er ist allen Preisrichtern und Hörern ein Fremder. Es war interessant genug, zu beobachten, wie sein in Teiitschland unb England viel gerühmtes Spiel auf diese wahrhaft weltbürgerliche Genteinde — gemeint ist die Hörerschaft bei der Konkurren; in Paris, die Elite des Pariser musikalifchen Publikums — wirken würde. Er wagte es, vor feinem Spiel ein wenig zu präludieren. Unerhört! Ein Preisbewerber mit den Allüren eines siegessicheren Virtuosen! Darum lächelten sich auch die Orchestermufiter nicht wenig zu! Nun, er packie zuerst die Preisrichter, dann die Musiker und schließlich das Publikum. Die kristallene Schärfe der Technik hatte die ältere Generation seit dem verstorbenen Tausig, die jüngere kaum je erlebt, wie hier. Und dabei war es eine Schärfe, die nie verletzte, der Ton behielt stets eine gesunde sinnliche Schönheit bei. Nichts ging daneben, es war, als ob alles sich unter seinen Fingern in tönenden Erzguß verwandelte. Sogleich drängte sich auch die Frage nach der geistigen Durchdringung seines Stoffes auf. Aber auch hier mußte der Hörer die kritischen Waffen senken. Das ganze Spiel verriet so viel überlegene urmusikaliiche Intelligenz, das; allgemein ber Eindruck sich Bahn brach: hier steht ein Großer vor uns! — Das Urteil des Preisgerichts wurde vom Publikum mit einmütigem Beifall ausgenommen." Und dazu nun dies herrliche Programm! Jedem, der etwas musikalisch ist, schlägt das Herz höher, wenn er davon hört, daß es jemand wagt, Beethovens Sonate für das Hammerklavier Op. 106 auf sein Programm zu setzen, dazu als Einleitung Bach. Dann einige der wohl beliebtesten Chopins, so herrlich schön sie sind, so schwer sind sie auch. Endlich Schumanns Kieisleriana 1 und 2. Mit Liszt ist dann der Kreis durchmessen. ytt3ijx hr'J‘ -^wigsplatz fVerkänferiQ oder 1. April MngeboteunterO348 ^ner Anzeiger erbetci:. an? jucht Stelle in ^-YchaiishaniL Näh. e * un Loden. lud}( stelle in einem bell. 'Jteiiauiation, o m «sts. |03i7 eisenbad),6onneimd2 be||. Mdchen, welches utverit.u. flute 3euc,n. l in klein, sein, hauch, üe. Näh.NeuemvefllZ ndermeiller Lauchl. Uädchea sucht cielle nädchen. Cfiertcn an :k, Kulda, Heinrich« 388 JjWe beschiß Zweites B^ltt 156. Jahrgang Mittwoch 1?» Jannav 1906 Die „6\ voNiüqernd Gieren I. sucht geg.Sicherh.,Zi>iicn L 3-400 ,1. f, S postlaaernd I. als 2. öijpcw’ ♦ auf prima C>i? -s zu leihen gesn-ii-- Hidhe Slngeboic uni. 03« jieBenAeifletnce^ Vergleiche L yii( ■3ert)erftt.4;.Jm. Tafelbrot (4 V'd.» 1 bei: 1 Äüogvamm (2 Pfund» Weißbrot bei: Teora Tern H„ Gr.-Liuden 25^ ü. totcmnuiller, Gr.-Linden 26 : -.27 gu sjßpiüel "ana»GöilS . . 26 , stau pou, •jjiqea He'mr. Bmz, Allei idorf/Lahn 26 , Jakob 'Appel, Kroidorf . . -7 . 52 Weißbrot Weißbrot 27 64 Gern. Brot (Sem. Brot Kornbrot Kornbrot 50 H 75 , 23 , 46 , (2 Pfd.) Gern. Brot 25 „ Der auswärtige» Bäcker. 2'/, Kilogramm (5 Pfund) Gern. Brot bei: LouiS Süßmuth, Sternberg 56 » 3 Kilogramm (6 Pfund) Gern. Brot bei: W. Fabel, Wiefeck . . . 69 Gust. Jacoby, Alten-Buseck 69 , Karl Post, Wiefeck . . . 69 „ Karl Traulmann, Wiefeck 66 , 1 Kilogramm (2 Pfund) Korrrbrol bei: F. Weib, Grüiiiugen . . 23 j Jakob Appel, Krofdorf . . 23«) Seine. Binz, Allendorf/Lahn 22 „ 2 Kilograrnni (4 Pfund) Kornbrot bet: W. Schimmel, Kulzenb. Al. 46 <& F. Weiß, Grümngen . . 46^ czatob Appel, Kroidorf . . 46 , Karl Sparner, Reiskirchen 44 , Heinr. Brnz, AUendochLahn 44 , W. Lern, Klem-Linden . . 46 „ 21/, Kilograrnnt (5 Pfund) Kornbrot bei: Hch. Weber, Heuchelheim 58 „ Der Brotverkäufer: Dieselben Preise wie bei den hiesigen Bäckern. Gießen, den 13. Januar 1906. Großherzogliches Polizeiamt Gießen. I. V.: Roth. W.Steinini'iller Wrv., Lang- L. SteimnüUer, Gr.-Linden 46 Start Spanier, Reiskirchen 46 Jalob Appel, Kroidorf . . 50 W. Mein, stleiihlfinben . . 50 Heinr. Binz, Allendorf/Lahn 48 Krotpreist vom 14. bis 28. Januar 1906. Der hiesigen Backer. — 2 Kg. (4 Pkd.) 3 . (6 Pfd.) 1 , (2 , ) 2 , (4 Pfd.) 1 Kg. (2 M.) 2 , (4 , ) 1 , (2 , ) 23. gabel, Wieleck 26 fflei6brot bci. föeora Dern II., Gr.-Lmden 50 W. Weißel, Lang-Gons . Louis Süßmuth, Steinberg 50 „ Heinr. Weber, Heuchelheim 5^ £. Steinmüller, Gr.-Lmden 52 „ Jakob Appel, S\ro|boU . . Heinr. Binz, AllendorßLahn 50 , W. lern, Klein-^mden . . W. Fabel, Wiefeck . . . 52 v Karl Post, Wie,eck . . . 54 1 Kilogramm (2 Pfund) (Sem. Brot bei: Georg Dern I ., Gr -Linden 23 Hctsi Weber, Heuchelheim 23 W Weißel, Laua-lÄöns. . 23 r L. eteuimuUer, Gr.-^mden -3 Ä'^uirnüller W>v Lang- W. Lein, Silem-Linden . . 25 Göns . - 24 , Heinr. Binz, 'Allendorf/Lahn 24 2 Kilogramm (4 Pfund) Gern. Brot bei: Georg Dern II., Gr.-Linden 46 H Göns . . . . . . .46 Louis Süßmuth, Steinberg 46 , W. Weißel, Lang-Göns. . 46 , Heinr. Weber, Heuchelheim 46 , Gust. Jacoby, Alten-Buseck 46 , Karl Post, Wiefeck . . . 46 , Karl Trautmann, Wiefeck 44 „ Bekanntmachung. In unser Handelsregister wurde eingetragen: I. in Abt. A, bezüglich der Firma S. Joseph in Gienen: der Kaufmann Salomon gen. Sally Joseph zu Gießen ist als Teilhaber in das Geschäft eingetreten, das von Letzterem und dem seitherigen Inhaber unter der alten Firma als offene Handelsgesellschaft mit Beginn 1. Januar 1906 weüergesührt nurd. II. in Abt. B, bezüglich der Firma Bank für Handel und Industrie, Depositentasse Gießen: Die Prokura des 1. Friedrich Hoff, 2. Emil Erkel, 3. Paul Seiler, 4. Hermann Lüders sämtlich zu Berlin; 5. Ludwig Neuz, 6. Louis Sohl, beide von Darmstadt, 7. Ferdinand Drescher und 8. I. A. Lemmä, beide zu Frankfurt a. M. ist auf die Niederlassungen Darmstadt, Berlin und Frankfurt a. M. beschränkt. B‘7, Gießen, den 15. Januar 1906. Großherzogliches Amtsgericht. MiWllg voll M vvd Wussicrilngs- arbtitev, WrlchuM unö LiesttNgek. Nachverzcichnete für die Feldbercinigung Bellersheim zur Ausführung gelangenden Arbeiten und Lieferungen sollen Montag, de» 22. Januar, vormittags 107, Uhr aus dem Wege schriftlichen Angebots in einzelnen Losen getrennt vergeben werden. I. Herstellung deS WegeS 9fr. 128 mit Graben pp. n. Erd- und ChaufsicrungSarbeiten zur Herstellung deZ Weges Nr. 142. HL Lieferung deS Stein- und UebcrgründungSmaterialeS zur Chaussierung des Weges Nr. 142 IV. Anfahren deS Sieinniaterials zur Chaussierung deS WegeS Nr. 129 aus dem Münchwald. V. Lieferung deS UebergrünbnngSmatrrialeS zur Chaussierung deS Weges Nr. 129. VI. Rodung einer alten Wegstrecke am Muschenheimerwcg. VII. Brechen der Steine zu den Krcisstraßcnabfahrten VIII. Anfahren der Steine zu vorgenannten Abfahrten. Die Verdingungsunterlagen liegen aus Großh. Bürgermeisterei Bellersheim zur Einsicht offen, woselbst auch die Angebote in Prozenten deS Voranschlages auf aktengroßcm Papier, verschlossen und mit ent- sprechender Aufschrift versehen, bis zu obigem Termin cinzurcichcn sind. Eröffnung der Angebote in Gegenwart etwa erschienener Bieter. ZuschlagSsrist 3 Wochen. B”/i Gießen, den 12. Januar 1906. Großhcrzogliche Kulturinspektion Gießen. W i ß m a n n. Holzversteigerung in der fürstlichen Oberförsterei Lich. Montag, bett 22. Januar, von norm. 97, Uhr im Distrikt Höler: Scheiter 240 rm Buchen, 5 rm Eichen (Werkscheiter); Knüppel: 410 rm Buchen, 30 rm Eichen, 2 rm Birken, 2 rm Weichholz^ 2 rm Nadelholz: Stöcke: 154 rm Buchen, 36 rm Eichen, ca. 3 rm -Lcheu- brocken; Reisholz-Wellen: 6080 Buchen, 420 Eichen, 250 Hartlaub- Holz, 200 Weichlaubholz, 1800 Nadelholz (Fichten). 3 Stück Eichenfchnittholz — 8,13 km (Schwarzwald); 1 Fichten- fchnittholz — 2,85 fm (knorrig) 56 cm, 12 m); 18 Stück Fichtenbauholz = 3,13 fm; 63 Fichtenderbstangen — 3,80 fm; 185 Fichtenreisstangen — 0,47 fm. Tie Zusammenkunft ist auf der Hauptschneffe, dort, wo der chauffierte Weg von kolnhausen her über den Höler Weg nach Albacher Hof (alte Gießener Straße) hin den Rücken paffiert. Dienstag, bett 23. Januar, von vorrn. 97, Uhr an im Distrikt Meckbach: Scheuer: 644 rm Buchen (2 rm Hambuchen, rund), 4 rm Eichen; Knüppel: 194 rm Buchen, 43 rm Eichen, 6 rm Harl- laubholz, 3 rm Nadelholz; Stöcke: 223 rm Buchen, 30 rm Eichen, Reisholz-Wellen: 8900 Buchen (ca. 3ü00 Forflivellen), 500 Eichen. 4 Stück EicheufchnUtholz — 3,02 fm: 8 Stück Buchenfchnüt- cholz — 8,01 fm; 1000 Fichtenderbstangen — 25,00 lm; 1400 Fichten- i eisstangen — 12,00 fm. Tie Zufanunenkunfl ist auf der Kreidstraße Lich—Hattenrod, Jbort, wo biejelbe vomBicinalweg Burkhardsfelden—Siieder-Befsinaen gekreuzt wird. B^/i Bekanntmachung. 13. Sanuar 1906. B"/, Großherzogliche Bürgermeisterei Gießen. I. B.: Curichmann. Gießen, ten 16. Tezcmter 1905. Betreffend' Maßnahinen zur Unterdrückung der chronischen Schweiuewucte, insvrsvndere zur Erzielung seuchenfreier Zuchtbc,oa»u)e. Das Grasihcriagliche Krcrsami Gießen an die Großh. Bürgermeistereien des Kreises. Turck die große Ausbreitung der unter der Bezeichnung .chronische Sckwe i n e se u che" bekannten Krankheit der ^äIveine im Norden und Osten Teutsck/laups und ourch den Umschnd, daß diese Seuche bereits in versaftetene Orte des Großherzogluins cuigcjcmcppt worden ist, sind die einheimischen Schwemebestänte, insbesondere auch die Zuchtbestände einer ständigen Gcjahc ausgejeßl. An der ftwgltcten im Einzelfall oft schwer seffzustellenden ^-eudye, die sich gewöhnlich durch häufiges Husten in einem Bestände bemerklich macht, gehen ältere SckMeinc nur selten ent, dagegen führt sie häufiger zum Siechtum einzelner Tiere und befällt oft die Nack-zucht in der Art,, daß nur ein Teil derselben aufkommt, der sich alsdann meist fdjttedit entwickelt. Da weder ihre tetevinärpolizellicte Bekämpfung mit den Polizeimaßregeln noch die bis jetzt zur Anwendung gekommenen Schulchmpfungsverfahren einen merkbaren Erfolg gehabt haben, dürfte zur Zeit das einzige Mittel, die Seuche nach und nach zu unterdrücken, in der Erzielung vollständig seuchenfreier Zuchtbestände zu suchen sein. Zu diesem Zwecke werden Ijiennit nachfolgende Maßnahmen getroffen: L Alle Landwirte, die sich mit Schweinezucht befassen und bereit sind, sich den unter II und III aufgesührten Maßnahmen zu unterwerfen, sind aufzuforderu, dies zur Kenntnis der Ortspolizeibehörde zu bringen. Diese hat die angemeldeten Besitzer dem zuständigen K'reisveterinäramt mitzutcilen, welches feststellt, ob die gemeldeten Zuchten als vollständig unverdächtig anzusehen sittd. IL Tie Besitzer der als unverdächtig erkannten Zuchten sind anzuhalteu, ihre Zuchtschweine mit anderen Schweinen nickst in Berührung zu bringen und ihre Mutterschweine nur solchen Zuchtebern zuführen zu lassen, die vom Kreisveterinäramt für unverdächtig erklärt sind und nur zu unverdächtig erklärten Sauen zugelassen werden. III. In den für unverdächtig erklärten Beständen ist der Zukauf von Sckstoeinen zu Zucht- oder Mastzwecken, soweit er nicht unmittelbar aus anderen für unverdächtig erklärten Zuchten erfolgt, möglichst einzusa;ranken, jedenfalls aber nur unter den strengsten Vorsichtsmaßregeln, wie unter Beobachtung längerer Quarantäne von mindestens dreimonatiger Tauer in gänzlich abgesonderten Räumen zulässig. IV. Eine besondere Aufmerlsamteil ist den ausschließlich für unverdäckstige Zucksten zu haltenden Zuchtebern zuzuwenden. Tiefe sind von Zeit zu Zeit auf ihre Unvcrdächtigkeit zu untersuchen. Zugekaufte Eber, die nicht unmittelbar dem Großherzogtum angehörenden ftir unverdächtig erhärten Zuchten entstammen, sind, bevor sie zu Sauen der für unverdächtig erklärten Zuchten zu- gelassen werden, in vollständig abgesonderten Räumen solange in Onarantäne zu halten, bis ihre Unverdächtigkeit mit Sicherheit erklärt werden kann. V. Ten Besitzern von unverdächtigen Zucbtcn, die sich den unter II und III erwähnten Maßnahmen nachzukommen verpflichten, wird auf Antrag von uns eine Bescheinigung hierüber ausgestellt. Tieselbe wird sofort wieder zurückgezogen, wenn die frngiiajen Maßnahmen nicht aus das Gewissen Hafteste befolgt iverDcn oder wenn die Unverdächtigkeit ihres Schweiiic- bestaudes nicht mehr als feststehend angesehen werden kann. VI. Auf inländischen Ferkel- und anderen Viehmärkten ist dafür Sorge zu tragen, daß für diejenigen Zuchtprodukte unverdächtiger Schweinezuchten, die ohne Zwischenhandel zu Markt kommen, besondere Abteilungen eingerichtet werten, in denen Tiere aus anderen Zuchten oder solche von Ländlern nicht seilgeh^lten w-erden dürfen. Unsere Anordnung vom 26. Mai 1904, nach wcl'ter auf den Schweinemärkten die Schweine der Händler von denen ter Züchter getrennt zu halten sind, bleibt hierdurch unberührt. VII. Tic Zuckstprodutte aus den Zuchten derjenigen Züchter, die sich int Besitz Der unter V erwärmten Bescheinigung befinden, können unter behördlicher Kontrolle mit dem Zeichen S und einem den Besitzer kenn zeichnenden Merkmal in violetter Farbe unter der Bedingung versehen werten, daß beite Zeichen zu entfernen oder durch drei mit derselben Farbe auszusührente Querstriche ungiltig zu macken sind, bevor die Tiere in anderen Besitz übergehen. Lbige Kennzeichnung erfolgt aus Antrag und auf Kosten der betreffenden Züchter. Turch vorstehende Maßnahmen werten die Bestimmungen unserer Bekanntmachung vom 18. Marz 1905, welche im veterinärpolizeilichen Interesse erlaffen sind, nicht berührt. Tiie Großherzoglichen Bürgermeistereien werten beauftragt, die Interessenten hiernach in geeigneter Weise unter Bekanntgabe unserer Aaw-rd-nungen zu verständigen und und den Befolg bis spätestens 15. Januar 1906 zu berichten. I. V.: Dr. Merck. Holzversieigerung im Gießener StadLwald. Montag den 22. Januar 1900, vormittags 97, Uhr beginnend, werden in den Distrikten Zottstockswäldchen und HaingeSboden versteigert: 245 215 am B‘Vi 1 13 7 68 5 80 400 2280 1 Gießen, den 16. Januar 1906. Großherzogliche Bürgermeisterei. I. V.: Eurschmann. Die Znsamineickunft ist auf dem alten Anneröder Weg Waldeingang. Etchen-Derbstangen mit 17,19 Fm. Fichten-Derbstangen mit 19,33 Fm. Rm. Buchen-Scheitholz „ Eichen- „ „ Nadel- , Buchen-Knüppelholz 15,5 „ Eichenöl , Nadel- Rm. Eicken-Knüppelholz , Naoel- „ Wellen Buchen-Reisig , Eichen- r w Nadel» , Rm. Bnchen-Stockholz 6 A 80 v Holzversteigerung im Sicher Gemcindewald. Freitag, den 19. Januar 1906, sollen im Sicher Gemeindemald Distrikt Mönchköpfe 600 rm Buchenscheitholz, 306 rm Buchenkliüppel, 23 rui Cichenschcitholz, 68 rm Eichenknüvpel, 4919 Buchen- und 1220 Eichenwellen, 162 rm Buchen- und 73 rm Eichenstockholz öffentlich versteigert werden. Anfang vormittags 10 Uhr. Zusammenkunft am Graudornhäuschen. B “/* Lich, den 14. Januar 1906. Großherzogliche Bürgermeisterei. Dörmer, Beigeordneter._______________ Gesellenprüfung. Die diesjährigen gesetzlichen Gesellenprüfungen finden in den Monaten März und April statt. An derselben können alle jungen Handwerker aus Gießen, Heuchelheim, Wiefeck, Altenbuseck, Beuern, Großenbuseck, Burkhardsfelden, Hausen, Watzenborn-Steinberg, Leihgestern, Langgöns, Großenlinden, Kleinlinden, Rödgen, Annerod, Trohe, Garbenteich teilnehmen, deren Lehrzeit spätestens am Schluß der Prüfungen beendet ist. Anmeldungen zur Prüfung sind unter Benutzung des vorgeschriebenen Formulars (bei dem Unterzeichneten erhältlich) bis zum 18. Februar an den unterzeichneten Ausschuß zu richten. Die Prüfungsgebühr betragt 3 LAark und ist mit Der Anmeldung an den Unterzeichneten einzusenden. Wir machen insbesondere darauf aufmerkiam, daß die Ablegung der Gesellenprüfung u. A. als Vorbedingung für die Anleitung von Lehrlingen und die Führung des Meistertitels erforderlich ist, ihre Veriäumnis daher später empfindliche Nachteile im Gefolge hat. Gießen, den 13. Januar 1906. Der Prüfungsausschuß deS OrtsgewerbevereinS zu Gießen. Traber, Vorsitzender. A. L-h-iMmserbuS-sseß 1006 zu Gietzeu. Die erst für den 19. Januar angesetzte Versammlung zwecks Konstituierung der einzelnen Ausschüße findet Donnerstag, den 18. Januar, abends 9 Mr im unteren Saale des Cafe Ebel statt. Alle hierzu besonders geladenen Herren werden nochmals gebeten, recht pünktlich zu erscheinen. vier Aunüesvereine: z.; j WM AM Dampf-Waschmaschinen Waschmaschinen mit selbsttätiger Waschscheibe, Pendel- und seitlichem Antrieb. je'/» Wringmaschinen, Wäschemangeln empfiehlt 195. ResenihaS Fernsprecher 218. Liebigstr. 13 Probemaschine zu Diensten. Gesangverein Harmonie, Bauerscher Gesangverein, Gesangverein Heiterkeit. Gesangverein Gemütlichkeit. Großer -dE Schxhsglkii-Atisskltiavs TSMilheWhwlireil sowie Gummischuhe zu ermäßigten Preisen. Bei Barzahlung 10% Rabatt. L. Bernhardt Reuen Baue 15. (io? Schellfische und Kabliau heute blutsrisch und billigst zu haben bei [287 Georg WaiQenfels ris-ä-vi8 der Engel-Apotheke.Telephon 46. (Srotze Stallungen - mit allem Zubehör, Hofraum, zu vermieten. 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II. Allo. Kanarien - Ausstellung vom 19. bis 21. Januar Z&sm OsieneL Meute, Mittwoch abend MetzchM wozu ergebenst einladet [0345 Lb Abe8, Grüubcrqer Straße 47. Auf die Restbestände meines Lagers in gangbaren, modernen Möbeln, Teppichen und Dekorationen gewähre ich Zurückgesetzte ältere Muster gebe ich räumungshalber zu jedem annehmbaren Preise ab. Wllh. Reiber Ausnahme-Tag© dauernd bis zum 25. Januar ds. Js. Meili Wüst befindet sic!, vorn la. Mmr all SolllleHraße 31. Gebe bis dahin sSiccllilhe SN®ar« 15 DM killet als seither ab, da ich wegen Platzmangel räumen muß. | Eine Parlie SWioarfn zu jkScm annefjnitJaren Prcise abjnjrten. Franz Neumeier Schuhwaren gelangen zu staunend billigen Preisen zum Verkauf. Tee SM Teeiji Tee 01 Tee Hl Ä ■äi ■ - 1 i x 1 M 13 wichtig. Verkauf grosser Gelegenheitsposten eiderstoffe VI: Mohair KONFEKTION Restbestände früher ML f nm Bet Modewarenhaus w» Posten Blusen in bw. Flanell, bedeutend unter Preis Posten Blusen in reiner Wolle, früher 6.80 bis 12 ML. 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