Erstes Blatt Donnerstag 16. August 1906 Amis- und Anzeigeblaii für dm Kreis Gießen 5K nationalen, das Vaterland verleugnenden Presse einerseits und dem die Massen mit Vernunft und Ruhe leitenden Arbeiterführer, der das Veste seines Standes seiner .Genossen" auf gesetzlichem Wege zu und der Familien erreichen trachtet, — der ist nicht nur in einem schweren Irrtum befangen, sondern der tut schweres Unrecht. Es gibt gar viele momentan zufriedene und momentan unzufriedene Arbeiter. Ist der Ausgleich hergestellt, d. h. sind die Arbeiter in der Hauptsache zufrieden, dann sind sie vielfach auch kaisertreu und national, — wenn auch freilich große Massen sich niemals zur Vernunft und Einsicht bringen lassen, weder von hüben noch von drüben angestellten wohlwollenden Versuchen. 156. Jahrgang Abstinenz. Meister und Geselle haben feierlich das schön bemalte, mit dem glänzenden Deckel versehene Schoppenglas zurückverlangt, das zur Ausödwahrung bei dem Wirte geblieben war, dem sie ihr Vertrauen und ihre Kunbschaft zugewendet hatten, und seit sechs Wochen verbringen sie ihre Abende im Kreise ihrer Familie; die Bürger, die zu ihren Mahlzeiten Bier in Flaschen tranken, greifen jetzt zum Apfelwein, von dem sie früher nur mit souveräner Verachtung gesprochen hatten. Man erzählt auch schon, daß verschiedene Gewerbetreibende und Fabrikanten Maßregeln getroffen haben, um ihren Arbeitern an Stelle des vom Proletariat w^ei !vom Bürgerstand, von der Armee und vom Adel boykottierten Bieres Selterswasser zu liefern, und sie geben ihren Angestellten die Flasche Selterswasser zum Preise von 3 Pfg. ab. Und dieses harmlose Getränk erfreut sich, wie man sagt, in diesen Hundslagen des vollen Beifalls der Arbeiterbevölkerung. Ebenso steht jetzt in Deutschland die Limonade in überraschend hoher Gunst. Auf einem Arbeiterseste in einer Industriestadt wurden jüngst 8000 Flaschen dieser unschuldigen Mixtur getrunken, Während der Absatz von Bier fast null war. So setzen denn auch die Temperenzlervercinc große Hoffnungen auf die jetzige Bewegung." Hoffentlich wird diese Kriegsschilderung den Franzosen ihr Gläschen „Bock" nicht verleiden, aus dem auch der französische Staat ganz beträchtliche Zollerträge schöpft. Auch scheint uns, daß sich die Phantasie des Berichterstatters nach mehreren Richtungen hin zu weit versteigt. Es ist nicht anzunehmen, daß das Münchener Kindl, wenn es noch so berechtigten Anlaß zum Zorn hat, statt zum Maßkrug schließlich^ zur Flasche Limonade greift. — D a s „E h e b r n ch s " d r a m a. Herr Eduard Picard, ein belgischer Mäcen, glaubt, wie hier berichtet worden ist, dem dramatischen Notstand durch eine Preiskonkurrenz abhelfen zu können. In ihren Stoffen ist dem Dichter seines Landes die Wahl völlig freigestellt, nur an ein Thema dürfen sie nicht rühren, und das ist der Ehebruch. Die moralischen Instinkte des Herrn Picard, seine Bestrebungen, die Sittlichkeit durch eine .einwandsfreie Theaterkunst zu heben. Bezugspreis: monatlich 7bPf., viertel« jährlich 9)11. 2.20; durch Adholc- u. Zweigstellen monatlich 6o Pf.; durch dicPosl Mk.2.— viertel- jährt. auöschl. Vestellg. Annahme von Anzeigen für die TageSnuimn« bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12Ps*. auswärts 20 Pfg. Verantwortlich für den polit. und allgem. Teil: P. Witlko- für »Stadt und Land" und »GerichtSsaal": Ernst Heß; für den An- oeißciüeil: HanS Beck. Kaiser Wikhelm steht der deutschen Arbeiterschaft, steht vor allem dem inneren Wesen der Sozialdemokratie fremd gegenüber. Wir wissen nicht, ob seine Ratgeber selber die gleichen Ansichten über diese Bewegungen haben, oder ob sie keinen Einfluß auf das kaiserliche Urteil besitzen. Aber es wäre sehr zu begrüßen, wenn Kaiser Wilhelm sich einmal beim Staatssekretär Grasen Posadowsky Ausschluß über die Arbeiterbewegung holte. Freilich, Gras Posadowsky gehört nicht zu den Ratgebern des Kaisers; die sind zumeist in Kreisen zu suchen, die dem Leben des Volkes fern stehen. Es stünde manches anders, wollte Kaiser Wilhelm die militärische Schranke, die zwischen ihm und dem Volke steht, beseitigen. Die in oder ne Arbeiterbewegung ist nicht absolut auf den Umsturz, nicht direkt gegen die Monarchien und nicht direkt gegen das Vaterland gerichtet. Die revolutionären Gebahrungen, die von sozialdemokratischer Seite leider vielfach für opportun erachtet werden, sind nicht sonderlich ernst zu nehmen, da sie in erster Linie aus unreifen Köpfen entspringen und von reiferen Männern niedergehalten werden und den ernsteren Arbeiterführern nur zu AgitationSzwccken dienen. Gerade darum aber sind sie von der bürgerlichen Gesellschaft mit aller Entschiedenheit zu bekämpfen, doch, wenn cs angeht, in Ruhe zn dämpfen, zumal sie schädlich und gefährlich in gleichem Maße für Arbeitnehmer und Arbeitgeber sind schon im- Interesse des friedlichen Gedeihens der Industrie, die Millionen Brot zu geben vermag nur bei ruhiger Entwickelung. Wo aber der Drang nach wirtschaftlicher Besserstellung das einzige leitende Motiv im innerpolitischen Kampfe ist, nicht wildes, maßloses, einsichtsloses Draufgängertum, das die realen Umstände im Industriebetriebe mißachtet, da darf man von Staatsgcfahren und antinationaler Gesinnung nicht reden. Dieses Motiv ist menschlich berechtigt, sofern sich die Führer und die Massen in den rechten Grenzen bewegen und einsichtig genug sind zur Beurteilung der gesamten industriellen Lage und deren finanziellen Ergebnissen. Wer jeden sozialdemokratischen Wähler für ein staatsgefährliches, durchaus unverbesserliches antinationales Subjekt ansieht, wer nicht Unterschiede macht zwischen dem ruhigen, zielbewußten „Genossen", der nur für sich und die Seinen materielle Besserstellung erstrebt, und dem Radaubruder, der wüst polternd gegen die „blöde Bourgeoisie" blind lostobt, weil sie auf seine Unkosten ganz allein ihre Profitchen einstecke und überhaupt in jeder Beziehung auf Rosen gebettet sei; wer keinen Unterschied macht zwischen dem gewissenlosen, hetzerischen Agitator und dec hetzerischen, wahrhaft anti- sind nicht genug zu rühmen, aber, wie uns scheinen will,! kommt er einen Posttag zu spät. Ter Ehebruch ist nämlichj literarisch gar nicht mehr „modern". Ter heutige srauzös. Schwankdichter und die unabsehbare Zahl seiner deutschem Nachahmer spielen zwar mit der Eventualität des Ehebruchs^ und verstehen es, das Interesse des Zuschauers damit wach-c zuhalten, aber sie suchen nach Möglichkeit noch immer diei brutale Tat zu vermeiden. So sind die Tage des Ehebruchs dramas, das in den 50er Jahren auf dem französischem Boden seinen Anfang- genommen hat, tatsächlich gezählt. Tie modernen Franzosen, ein Brieux etwa, haben das längst eingesehen und sich aktuelleren Fragen, wie der Strafrechtsreform, der Säuglingspflege usw. zugewendet. Was' die historische Seite der Frage betrifft, so nimmt das mo^ derne Ehebruchsdrama in den fünfziger Jahren seinen An-, fang 1858 erscheint Anglers „'Mme Löwin", vielleicht daserstej moderne Ehebruchsdrama großen Stils. Später greift bann' der jüngere Dumas, der vorher sein Interesse ausschließlich der Temimonde zugeivandt hatte, dieses Thema auf und, verfaßt das Kriminaldrama der „Fall Clßmenceau". Jiv „Francillon" hatte er bereits den Weg der neueren Autoren, die es vorziehen mit dem Ehebruch zu spielen, ohne ihn wirklich eintreten zu lassen, beschritten. Bei uns hat Lindau nicht wenig zur Verbreitung dieser wirkungsvollen Gattung beigetragen, aber es liegt in der beschränkten Natur dieses- Stoffgebietes, daß seine Möglichkeiten bald genug erschöpft sind. Tas Drama großen Stils hat das Ehebruchsproblem! in seiner krassen Form verhältnismäßig selten behandelt. An erster Stelle ist hier natürlich Shakespeares „Othello" zu nennen, das bezeichnenderweise seine großartige Wirkung gerade dadurch ausübt, daß sich das Verbrechen yur in der Phantasie des Helden vollzieht. Die neuere Dramatik ist durchweg auf eine Verfeinerung und Vertiefung der Be» Ziehungen zwischen Mann und Weib ausgegangen. — Die einst unter dem Namen Friederike Goß- mann gefeierte Schauspielerin Gräfin Prokesch-Osten ift, im .Alter von 68 Jahren in Gmunden gestorben. Nr. 191 Erscheint täglich armer Sonntags. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dein hessischen Landwirt die Gießener Familien- blätter viermal in der Woche beiqelegL Rotationsdruck u. Verlag der Brü h l'schen Univerf.-Buch-u. Stein- druckerei. R. Lange. Redaktion, Ervedition und Druckerei: Schul st ratze 7. Redaktion 113 Verlag u.Exped.s^51 Adresse für Depeschen: Anzeiger Gictzen. Le „Bierkrieg“ allemand. Im „Journal des Debats" macht ein Mitarbeiter den Franzosen Mitteilung von dem Ausbruche des Bierkrieges in Deutschland und klärt sie über dessen Ursachen und Wirkungen auf. Er sieht sehr düster in die Zukunft, „denn der Deutsche, welcher sozialen Schicht er auch angehören mag, ist hartnäckig, und es ist sehr möglich, daß man sich auf beiden Seiten derart versteift, daß der Bierkrieg keineswegs bald enden, sondern noch manche interessante Phasen durchlaufen wird". In der Tat handelt es sich dabei, wie der Bierkriegsberichterstatter des genannteil Blattes ausführt, um nichts Geringes. Man wisse ja, welche Rolle die dem König Gambrinus teuere Flüssigkeit im Leben-der Deutschen spielt. Tas Bier sei das Vorzugsgetränk des Handwerkers, des Landmannes, Intellektuellen, des Offiziers, des Junkers, und wenn man darüber gestritten habe, ob der Alkohol ein Nahrungsmittel sei, so bestehe hierüber, soweit das deutsche Bier in Betracht kommt, auch nicht der Schatten eines Zweifels. Eine Erhöhung des Bierpreises habe die Deutschen nie gleichgültig gelassen. München habe aus so wichtigem Grunde wahre Aufstände gesehen. Zwar sei im deutschen Reichstage vom Regierungstische verkündet worden, daß die Erhöhung der Biersteuer nicht den Verbraucher, sondern den Brauer und den Verkäufer treffen werde, allein nun stelle es sich trotzdem heraus, daß die neue Steuer in vollem Umfange auf den Verbraucher abgewälzt wird. In Leipzig und Hannover, in Frankfurt a. M. und in Halle, in Chemnitz und Zwickau sei der Biervreis erhöht worden. Zwar nur um einen Pfennig für das Glas, aber „da der Deutsche nicht anders als in Gefäßen von einem halben Liter (Seidel) oder einem ganzen Liter (Maßkrug) das blonde oder braune Gebräu konsumiert, so macht sich unter dem neuen Steuerregime der Unterschied zwischen dem, was er bisher ausgab und nunmehr auszugeben genötigt wäre, schließlich doch rocht fühlbar". Dann heißt es Weiter in dem Berichte: „Ter deutsche Verbraucher hat infolgedessen den Anstoß zu einer grpßen Protestbewegung gegeben. Seit dem 1. Jül.j übt ßr ?ie heutige Kummer umfaßt 8 Seiten. Kaiser Wilhelm und die Arbeiterschaft. Im Anschluß an seinen Besuch in den Werken der Frrnm Krupp hat Kaiser Wilhelm in einem Telegramm an oag Direktorium der Firma seiner Freude über die patrio- n)a)c und würdige Haltung der Arbeiterschaft, sowie seinem ^ank an die Arbeiterschaft für treue Betätigung ihrer guten Gesinnung Ausdruck gegeben. Sie war ihm ja auch vorgestellt worden, Arbeiter-Gänger hatten ein paar Lieder vor dem Kaiser gesungen, und einer von ihnen, der die Ehmavenkmünze trug, wurde durch eine Ansprache und einen Händedruck ausgezeichnet. Jedenfalls haben die Arbeiter auf den Kaiser einen ganz zufriedenen Eindruck gemacht, und er hält sie deshalb für loyal und patriotisch gesinnt im Gegensatz zu den Sozialdemokraten. Wir haben vor kurzem die Wahrnehmung machen mujsen, daß Kaiser Wilhelm über die deutsche Presse nicht gut unterrichtet ist. Nun zeigt es sich auch, daß man ihn in Unkenntnis gelassen hat über die Gesinnung der deutschen Arbeiterschaft, daß er den Zeitströmungen, die durch das^ deutsche Proletariat gehen, fern gegenübersteht. Für Kchser Wilhelm gibt es nur zwei Klassen von Arbeitern: die zufriedene, königstreue, warmherzige Patrioten sind, Spalier stehen und Hurra rufen, und dann die rote Garde, die dem Kaisertum und dem Reich und dem deutschen Vaterland feindlich gegenübersteht, den Umsturz alles Bestehenden, die Revolution wünscht und unter Vormarsch und Leitung ihrer schlechten Führer herbeizusühren sucht. Es gibt für den Kaiser nur gute und böse Arbeiter — daß die oppositionelle Bewegung unter dem Proletariat mit der Vaterlandsliebe und der Kaisertreue im Grunde nicht viel zu tun hat, das hat man dem kaiserlichen Herrn nicht erzählt. Und daß die soziawemokr. Bewegung nicht das Werk anarchistischer Burschen ist, das hat man dem kaiserlichen Herrn auch verschwiegen. Er weiß nichts von der in sich selbst begründeten Bewegung der Arbeiterschaft. Es ist bedauerlich, daß der erste Mann im deutschen Reich gerade inbezug auf die wichtigsten Momente in unserer inneren Politik schlecht unterrichtet ist. Es war in Breslau. Krupp, der Geheimrat, dem der Kaiser warme freundschaftliche Gefühle entgegenbrachte, war eben vom Schauplatz abgetreten, freiwillig, wie man sagt, weil seine Ehre durch sozialdemokratische Blätter schnöde verletzt worden war. Man hat den Vorgang im deutschen Reich aufrichtig bedauert, denn Geheimrat Krupp war ein edler Mensch und er hat für seine Arbeiter viel getan. Nun wurden dem Kaiser in Breslau kaisertreue Arbeiter vorgestellt und er hielt an sie die bekannte !An- sprache von den vergifteten Pfeilen. Er drückte den Arbeitern die Hand und unterhielt sich insbesondere lange mit dem Führer dieser Arbeiterdeputation. Und sonderbar: gerade der Führer dieser Arb eit er de putativ n ist heute der Aufreizungzu mL andfriedensbruch angeklagt, er wird, der einzige an den letzten Breslauer Krawallen Beteiligte, als Rädelsführer vor die Geschworenen gestellt, werden! Hat der Mann seine Ueberzeugung im Laufe von zwei Jahren geändert und ist vom kaisertreuen Arbeiter zum sozialdemokratischen Proletarier herabgesunken? Die Unterscheidung zwischen kaiser- und vaterlandstreuen Arbeitern und sozialdemokratischen Proletariern ist falsch. Tie Arbeiterschaft von heute läßt sich nicht in dieser Weise rubrizieren und klassifizieren. Wie viele im Grunde vaterländisch gesinnte Arbeiter sind aus rein äußeren Gründen zu der Partei gegangen, die ihnen für den Augenblick den meisten Erfolg verspricht! Ier deutsche Merkrieg. Man schreibt uns: Daß trinkseste deutsche Mannen wütend werden können, wenn man ihnen das Bier entziehen will, ist keine neue Weisheit; eben wird wieder die Probe aufs Exempel ge=u macht. Durch die Sfr,aufteuer haben sich viele Brauereien veranlaßt gesehen, eine Erhöhung des Bierpreises eintreten zu lassen. Tie Absicht der Gesetzgeber, in erster Linie die. Großbrauereien zu belasten, mag ja wirklich vorhanden gewesen sein, aber was damals schon von vielen Leuten^ prophezeit worben war, ist schleunigst eingetreten: die Großbrauereien benützen die Brausteuer zur Einheimsung eines! recht respektablen Profitchens, und die Kosten des Verfahrens trägt das Publikum. Nun machen Wirte dagegen! Front und drohen hie und da mit der Errichtung von Ge- nossenschastsbrauereien, nun macht auch das biertrinkende Publikum Front und droht hier oder dort mit Boykott! und mit Abstinenz. Bei uns in Gießen bemühen sich die Wirte, vor einer: Erhöhung des Bierpreises die Gäste zu bewahren, und hoffen auf Erfolg ihrer Bemühungen, die noch nicht ganz zum'! Ende gekommen sind. Sie werden ja wohl auch zum erwünschten Ziele gelangen. An anderen Orten aber zeigen die Großbrauereien sich in der Lage, den Kampf aufzu^! nehmen und durchzuführen. Die Wirte, besonders bie,! die Gelb von ben Großbrauereien haben, werden mürbe gemacht, unb zur Errichtung ber Genossenschaftsbrauereien dürfte ba§ nötige Gelb fehlen. Auf bie Steuerpolitik bes Reichstags unb bes Herrn! v. Stengel wirft diese Tatsache ein nichts weniger als! günstiges Licht. Alle Befürchtungen, bie man an bie Steuer-, resormarbeit knüpft, haben sich bewahrheitet, und man bei greift, baß man im Lanbe unzufrieben ist mit ber Ge-, jtaltung ber Dinge. Und unseren Gesetzgebern kann beyj Vorwurf nicht erspart bleiben, daß sie unbrauchbare Arbeit geleistet haben. Man erwartete im vergangenen Jahre ein« großzügige Reichsfinanzreform. Der Entwurf, den Herr v. Stengel brachte,'überraschte durch seine Dürftigkeit, aber) was der Reichstag aus dem Entwurf gemacht hat, das! ist schlimm. Es hätte sich ertragen lassen, Wenn man an=< gesichts der drückenden Finanzlage zu großen Mitteln ge«,1 griffen hätte, unb nach ber Rede, mit ber Fürst Bülows int vergangenen Herbst ben Reichstag eröffnete, mußte man bergleichen als Folge ber „eisernen Notwenbigkeit" er-^ warten. Statt beffeu hat man zu kleinen unb klein lichen? Mittelchen gegriffen, schikaniert bas Volk mit Verkehrsver-^ teuerungeii unb Lebensmittelverteuerung, unb erreicht babed weiter nichts, als daß die Kassen sich notdürftig etwasH füllen — wenn es nicht, was auch noch möglich ist, anders kommt —! Man hätte gewiß räsonuiert, Wenn man dem deutschen) Volke „sein" Bier um 10 Pfg. pro Liter verteuert Ijättej Gewiß auch Wäre bie Verteuerung bebauerlich gewesen unbi unangebracht, aber sie hätte einmal bie Kassen gefüllt unb) so ihren Zweck erreicht, sie hätte zum anbern ben Groß-^ brauereien bie Gelegenheit, bas Publikum zu schröpfen un» selbst Gewinne einzuheimsen, nicht gegeben, unb zum brittera wäre es für jeben guten Deutschen unb Patrioten ein er-, hebendes Gefühl gewesen, sich zur größeren Ehre unseres Heeres und zum weiteren Ausbau unserer Flotte ein Sonn-, tagsräuschen anzutrinken. So aber wird das Bier verteuert und zwar recht erheblich, unb niemanb hat im Grunbe! einen Nutzen bavon, als die Großbrauer. Man hat zu a((\ den widerlichen Mitteln, wie Fahrkartenbesteuerung, Er-, Höhung des Ortsportos und dergleichen greifen müssen, umi doch wenigstens auf dem Papier bie nötigen Summen zu-, Gietzener Anzeiger General-Anzeiger sammcn zubring en, und jetzt steht man vor dem stümperhaften Werke unb sieht: es ist nicht gut so! Tie Unzufriedenheit mit der Art von Steuerreform, wie sie hier Kompromißschwärmer zusammengebracht haben, ist allgemein, und die Negierung wird sich der Erkenntnis nicht verschließen können, daß das Geleistete auf keinen Fall für die Tauer fortbestehen kann. Je eher diese Finanzreform wieder von der Bildfläche verschwindet, desto besser für das Volk, und desto besser für die Finanzen des Reiches. Ter Bierkrieg mag ausgehen, wie er will, aber er beweist der Regierung, beweist den Gesetzgebern, daß sic sich auf einem Irrweg befunden haben. Man kann leider nicht erwarten, daß im Handumdrehen die neuen Steucrgesetze wieder beseitigt werden, aber man Muß fordern, daß cs in absehbarer Zeit geschieht. Wir geben der Regierung zu bedenken, daß ein weiser Mann einen falschen Schritt wieder zurückgeht, wenn er cingeschcn hat, daß der Weg in die Irre führt. » Bochum, 15. Aug. Die dein rheinisch-mestsälischen Verbände nngeschlosseueu Brauereien versandten beute ein Schreiben an die Wirte, worin die Erhöhung d e S Bierpreises nm 1 Mk. pro Tonne vom 1. September ab bekannt gegeben wird. Ter Aufschlag wird mit der Brausteucr, den höheren Zöllen und den Lohnerhöhungen begründet. Leipzig, 15. Aug. Der hiesige Brnnereiverein beschlos; trotz des sozialdemokratischeii Protestes niid der Boykoltaudrvhuug an der Bterpreiserhöhung festzuhalten. Jena, 15. Äug. Infolge der Bierverteueruiig boykottierten sämtliche Flascheubierhäudler die hiesige Stadtbranerei. politische CcrgesdcbE. Studentische Ehrengerichte. Wir haben ('Dir. 188) bereits den Duellfatl erwähnt, der em 10. d. Mts. vor der Strafkammer- ju Halle a. S. verhandelt wurde und die Erwägung der Urteilsbegründung hervorgehoben, das Ehrengericht habe den Zweikampf mit verschuldet. Jetzt schreibt dazu die „Köln. Ztg.": Tiefe Gerichtsverhandlung entrollt ein recht trübes Bild uem der Tätigkeit der studeiitischen Ehreiigerichte, rind die öffentliche Meinung wird an beit dabei zutage getretenen Mißständen um so weniger vorübergehen, als sie sich mit ähnlichen Vorgängen in unserem Offizierkorps stets aufs lebhafteste zu beschäftigen pstegk. Man ivirb nun aber anerkennen niüssen, das; kein Duell zwischen Offizieren stattfiiiden kann, ehe nicht das aus gereiften, eine verantwortliche Stellung bekleidenden Mniinern zusammen- gefetzte Ehrengericht den Ehreiihandel genau untersiicht und jeden möglicheii Vermittelungsversuch unternommen hat. Tie heilsamen Wirkungen dieses Verfahrens sind beim auch bentlicl) aus bem starken Rückgang bei- Zabl bet Tuelle im Ofsizierkorps zu erkennen. Weit zahlreicher sind aber die Tuelle — von den Schlägerinensiiren ifei hier abgesehen — unter den Akademikern und ganz besonders •unter den Studenten. Ter deiitsche akademische Bürger steht in seiner übergroßen Mehrzahl im Älter von 18 bis 24 Jahren. So 'junge Leute, die noch keine ausreichende Lebenserfahrung erworben haben, die noch keinerlei verantwortliche Stellung bekleiden, in der sie der Kontrolle und Führung älterer und erfahrener Kollegen unterstehen, urteilen als Ehrenrichter über Gesundheit und Leben ihrer Kommilitonen. Wie sie zuweilen urteilen, lehrt die initgeteilte Gerichtsverhandlung. Tie der Rechts'akultäl angehöreuden unter diesen jungen Leuten haben die Aussicht, nach erfolgreicher Beendigung «ihrer Studien zum Referendar aufzurücken. Rach weiterer vierjähriger Tätigkeit als Referendar werden sie, weiin sie das Examen bestehen, zum Assessor ernannt, und jetzt er ft hält sie der Staat für "reif, als Beisitzer im Kollegium unter Leitung älterer Richter richterliche Funktioneii aiiszuüben. Ter Student, der znni Zivei- ikanipf herausgesordert oder von einem Kommilitonen so schwer ibeleibigt wird, daß er, will er nicht die Verachtuiig seiner Kom- militonen auf sich laden, den Gegner heraiissordern mus;, hat also nicht, wie der Offizier, eine immerhin ausreichende Bürgschaft, daß "der Sachverhalt genügend klargestettt und alles versucht wird, um jbeii Zweikampf zu verhindern. Im Gegenteil, die studentischen Ehrengerichte lassen ihn vielfach leichtfertig zu und führen ihn gar herbei. Mit Recht sagte der Verteidiger im oben erzählten Prozesse, bei studentischen Ehrengerichten herrsche leider ein gewisser Formalismus. Möglichst kurz angebunden sein, sich nicht erst auf lange' Erkläruiigen einlassen, gelte für forsch unb schneibig. So werde durch stolze Kürze der eigentliche Zweck des Ehrengerichts, hnSgleichend unb uermittelub zu wirken, leicht vereitelt. Ein solches •Verfahren entspricht ba, wo es sich um bas Lebeii eines Mitmenschen handelt, nicht der Würde und dem Bildtingsgrabe junger Männer, bie als die Blüte der Ration gelten möchten, unb es wird immer jbringenber zur Notwendigkeit, das; die studentischen Anschauungen in dieser Beziehung einer Revision unterworfen werden, die ein leichtfertiges Spiel mit bem Leben in bemselben Maste ausschliestt, ivie es durch das Einschreiten des Kaisers nn Ofsizierkorps geschehen ist. * Deutsche Gastlichkeit. Von der östlichen Grenze kommt die Meldung, daß bei 'russischen Flüchtlingen, die auf deutsches Gebiet übertreten, •der Nachweis über ein Vermögen von 400 Mk., bei Kindern von 300 Mk. verlangt wird. Oppositionsblätter, die ganz ausnehmend mit den ruß'. Bombenwerfern sympathisieren, obwohl diese mit dem Kampf um die wirkliche Freiheit recht wenig ztt tun haben, knüpfen daran Bemerkungen über deutsche Gastfreundschaft, die ntir den Vermöglichen getvährt lucubc. Es ist auch uns nicht erfreulich, daß man zu dieser Maßnahme gegriffen hat, denn wir haben ^Bedauern mit den Armen, die wieder in die Hände der Schergen zurück müssen, denen sie bereits entronnen zu sein glaubten. Aber man wird der preußischen Negierung attch nicht ganz unrecht geben, wenn sie die Grenzen vor Scharen von Bettlern schließt, die dem deutschen Reich nur zur Last liegen können, bis sie schließlich doch wieder abgeschoben werden müssen. Die Erfahrungen, die man mit russischen Einwanderern gemacht hat, sind durchaus nicht erfreulich getvesen und haben zu einer enormen Anzahl von Ausweisungen geführt, tveil man sich eben nicht mit vermögens- und erwerbslosen Leuten belasten konnte. Die englische Eimoanderungsbill, und die strengen Gesetze der Vereinigten Staaten in dieser Richtung sorgen auch dafür, daß englischen und amerikanischen Boden nur betreten darf, wer sich im Besitz von Mitteln befindet, die ihm wenigstens für einige Zeit Subsistenz bieten. Nun handelt es sich allerdings deutscherseits insofern um einen anderen Fall, weil arme „politische Verbrecher" in Frage kommen, die jenseits der russ. Grenze das Verderben erwartet. Slber kann man hier Ausnahmen machen? Kann man insbesondere nachprüfen, ob die Leute nach unseren Begriffen nichts Unrechtes getan und nur der Sache der Freiheit gedient haben? Nein. Und darum wird, so schwer uns das auch ankommen mag, die preußische Einwanderungspolitik gebilligt werden müssen. Pflichten hat jeder Staat zunächst gegen sich selbst. Ans Stadt nnd Land. Gießen, den 16. Aug. 1906. * • Neue Ruhebänke sind nun endlich, vorerst an %er Ost- und Südanlage, wie mir flüchtig zählen konnten, in einer Anzahl von 12 Stück, von der städtischen Verwaltung aufgestellt. Wie wir hören, wird deren Zahl bis auf 30 vermehrt werden. Die Sitzgelegenheit, welche übrigens den; Schutze der Bürgerschaft empfohlen sein mag, wird, wie wir beobachten konnten, recht fleißig benutzt. Droben am Schillerstein werden hoffentlich die nächsten Bänke aufgestellt werden. Jenes friedliche Plätzchen eignet sich ganz besonder? zu beschaulicher Ruhe und verdient eine Stätte der Andacht und Weihe zu werden. * • lieber eine technische Novität von großer Bedeutung und Tragweite wird uns geschrieben: Eine Pumpe mit unbeschränkter Saug höhe (Patent Schiffmann-Gießen) ist dieser Tage durch Maschinenfabrikant Kleinholz aus Limburg in dessen Fabrik aufgestellt worden. Die Patentpumpe zeichnet sich durch einen verhältnismäßig geringen Kraftverbrauch aus unb bedeutet für die Wasscr- förbevimg aus Tiefbrunnen einen überaus großen Fortschritt; da bei seitherigen Pumpanlagen da? Wasser nur aus einer Tiefe von höchstens 8 Meter angesaugt werden konnte, während die Saughöhe dieser Pumpe, wie versichert wird, unbegrenzt sein soll. Es kann daher nach dieser neuen Erfindung der Antrieb für Pumpen beliebig weit vom Brunnen entfernt angelegt werden, während seither bei einer Brunnen- tiefe von mehr als 8 Meter die Pumpe in den Brunnen versenkt werden mußte. * * Das Attto in Hessen. In Hessen sind die Automobile noch selten. Das ergiebt sich ans der Statistik über die Ergebnisse der Autosteuer. Sie erbrachte 1905 im ganzen 4577 Mk. Im Kreise Darmstadt wurden 1160 Mk. erhoben; es folgen Offenbach mit 835, Mainz mit 610, Worms mit 425, Bingen mit 360, Gießen mit 190 Mk. 2C. In den Kreisen Büdingen und Heppenheim giebt eS keine Automobile. Welch angenehmer Zustand für die Bewohner! - o- Langsdorf, 15. Aug. In einigen Tagen findet hier die Bürgermeisterwahl statt und eS wird lebhaft agitiert für einen neuen Kandidaten. k. Hungen, 15. Aug. Eine Ernte wie die diesjährige erinnern sich selbst die ältesten Leute nicht erlebt zu haben. Man ist emsig daran, den reichen Segen unter Dach zu bringen ober auf Schober zu schlagen. Ebenso günstig sind die Aussichten für die Grummet- und Nübenernte. Hoffentlich profitiert auch der Geschäftsmann von diesem Segen. Eich in Rheinhessen, 15. Ang. Ein ebenso erbitterter ivie kostspieliger W a h l k a m p f hat mit der hiesigen Bürger- m eist er wähl sein voraussichtliches Ende gefunden. Alsbald nach dem' Ableben des langjährigen Bürgermeisters Menger spaltete sich die etwa 1900 Seelen starke Einwohner- schast in zwei sich sehr schroff gegenüberstehende Heerlager, die „Roten" und die „Schwarzen", die sich einerseits für die Kandidatur des Herrn Leo Menger, eines Sohnes deS verstorbenen Bürgermeisters, andererseits für diejenige des Spar- kassen-Ncchners und llntererhebers Johann Walter Krebs entschieden. Seit vier Wochen floß das Freibier und b er Wein in Strömen, selbst die Frauen und Kinder sorgten mit großen Gefäßen für ihren Teil. Da nach altrheinhessischem Spruch der Tropfen aber erst richtig mundet, wenn der Bissen nicht fehlt, so ivar auch die ganze Zeit her für freie Fourage bestens gesorgt. Kein Wunder, daß es zwischen den beiden Heerlagern fast tagtäglich zu solennen Keilereien kam, sodaß öfters, wie am Freitag abend erst, die Gendarmerie einschreiten und eine Verhaftung vornehmen mußte. 9?ad) absolut glaubwürdigen Angaben wurden bis zum Wahltage selbst weit über 4000 Mk. vertrunken, verraucht und verproviantiert. Der Wahlsieg selbst kostet mindestens noch einmal soviel, denn ein Kandidat soll für den Fa ll des Sieges fünf volle Stück Wein de- voniert haben. Die Wahl endete mit dem Siege des Herrn L. Menger, der 237 Stimmen erhielt, während sein Gegner es nur auf 185 Stimmen brachte. Da der bisherige Adjunkt, Brauereibesitzer Bechtel, demnächst bestimmt von seinem Amte zurücktritt, so hat die Einwohnerschaft die neue Aussicht auf eine feuchtfröhliche Adjunktenwahl. Weilburg, 15. Aug. Bei dem Einzüge des Prinzen Eitel Friedrich am nächsten Sonntag in unsere Stadt zur Tausendjahrfeier wird der Kriegeroerband des „Ober- lahnkreiseS" mit ca. 2000 Mann vom Bahnhofe bis zur steinernen Brücke Svalier bilden. Ein elektrischer Beleuchtungswagen mit Scheinwerfer trifft von Frankfurt hier ein zur besseren Beleuchtung des Bahnhofs während der Festtage. Die Rudervereine Gießen, Wetzlar, Weilburg, Limburg und Ems haben ihre Teilnahme an einer Auffahrt zugesagt. Es nehmen über 20 Boote mit etwa hundert Ruderern teil: 2 Dichter, 12 Vierer, 1 Doppelzweier, • 3 Zweier und 3 Einer. Tie Geschwister Moritz haben der Stadt ein „Goldenes Buch" anläßlich der Tausendjahrfeier gestiftet; ebenso Hofrat Herz einen Becher, au5 dem dem Prinzen der Ehrentrunk gereicht wird. Gestern war eine Probeaufstellung des historischen Festzuges. Bei dem Zug wirken 650 Per- sonen, 6 Musikkapellen und 60 Pferde mit. Die Kostüme werden von den Kunstinstituten Mainz und Düsseldorf geliefert. ** Kleine Mitteilungen a i, s Hessen und den Nachbarstaaten. In Haiger ist der Direktor Michel von der Minerva-Hütte ans der Jagd verunglückt, indem sich sein Gewehr durch einen unglücklichen Zufall entlud. Der Schutz zerschmetterte ihm den Kopf. Spaziergänger fanden die fast unkenntliche Leiche. Vermischtes. * Vergiftet. Unlängst starb im Hospital in Pittsburg (Amerika) Henry Deckenbach, Schankwärter einer Wirtschaft der in dem Schankzimmer der Wirtschaft in bewußtlosem Zustande, anscheinend den Folgen einer starken Nar- kotik, aufgefunden worden war. Tie von den Doktoren Weber und Schildecker vorgenommene Autopsie der Leiche ergab, daß Deckenbach vergiftet worden ist. Der aus so gräßliche Weise Ilmgekommene war ans Mittelseemen (Großherzog- tum Hessen) gebürtig, und stand im Alter von 37 Jahren. Er hinterläßt seine trauernde Gattin, Eathar. geb. Arneht, ein Kind, seine betagte Mutter und fünf Geschwister. * Der neueftc (Sifenbal)nunfa(f. Infolge falscher Weichenstellung stießen zwei Züge auf der Straßenbahn Heidelberg-Wiesloch zusammen. 6 Passagiere, der Kontrolleur und zwei Schaffner wurden zum Teil schwerverletzt. * Bei dem Unwetter in Solingen (vergl. unsere gestrigen Telegramme) wurden 70 Häuser zerstört. Verletzt sind 72 Personen, davon drei schwer, eine tätlich. Die kleine Ortschaft Müngsten mit dem Bahnhof ist vollständig zerstört. Eine alte Tannen-Allee im Morstale wurde vollständig niedergerissen. Die Ortschaft Schaarfhausen wurde bei dem Unwetter ebenfalls mitgenommen. Mehrere Häuser liegen in Trümmer; 5 Personen, die in einer Schleiferei arbeiteten, wurden teils schwer, teils leichter verletzt. In Remscheid sind mehrere Fabrikschornsteine eingestürzt. * Eine mußte sterben. Ein Weiberzweikampf mit furchtbarem Ausgang fand vor einigen Tagen in Cadiz statt. Ein Wagenlenker unterhielt mit zwei Mädchen, die unter dem Namen „La Nnbia" (die Blonde) und „Celi" stattbekannt sind, intime Beziehungen. Da beide ihren Galan leidenschaftlich liebten, er auf keine von ihnen verzichten wollte, begannen die Mädchen sich furchtbar zu hassen. Sie kamen zu der Ueberzeugnng, daß eine von ihnen überflüssig sei. So wurde denn beschlossen, den Streit in einem regelrechten Zweikampfe mit Messern auszutragen. Um Mitternacht trafen die beiden Kämpferinnen auf der verabredeten Stelle am einsamen Meeresstrande ein. Der Kampf begann und wurde mit einer Leidenschaft und Wildheit geführt, wie es selbst unter rohesten Männern unbenfbar ist. Gleich wütenden Bestien schrieen und heulten die beiden Furien, so daß Fischer in der Ferne auf sie aufmerksam wurden und schnell herbei- eilten. Celi lag auf dem Boden unb röchelte nur noch leise, während „die Blonde" auf ihrem sterbenden Körper kniete und ihr Messer mit Wucht und Grimm in den Leib, die Brust und das Gesicht ihres Opfers begrub. Es kostete Mühe, die Megäre, die selbst aus vielen Wunden blutete, von der Leiche ihrer Nebenbuhlerin zu trennen. Den herbeigekommenen Polizisten sagte sie in Ruhe: „Nehmt mich gefangen, ich leiste keinen Widerstand. Ich habe sie getötet; denn eine von uns mußte sterben." * 21 ud) Couleur. Die Rudolstädter Techniker erlaffen folgende Bekanntmachung: „Die geehrten Bewohner von Rudolstadt und Umgegend, besonders von Saatfeld und Blankenburg, werden darauf aufmerksam gemacht, daß hier mehrere Friseur« und Anstreicher-Gehilfen-Vereine bestehen, die Couleur tragen: weiße, blaue, rote, grüne, graue Mützen und Farbenbänder. Da diese Leute von nicht eingeweihten Personen meistens für Studierende des Rudolstadter Technikums gehalten werden, ist es an« gebracht, darauf hinzuweisen, daß man bei eventuellen Vorkommnissen auf Vorzeigung der von der Direktion deS Technikums und der Potizeiver- waltung nuterschriebenen Ausweiskarte dringen möge." * Kleine Tage sch ronit In Stuttgart stürzte sich eine Fran mit z w e i K i n d e r n von 3 und 5 Jahren in den Neckar-Kanal und ertrank mit einem der Kinder, während das andere gerettet wurde. — In Z ü r i ch wurde der Kaminfeger- gesette Ernst Dörflinger von Säckinqen verhaftet, da er sich über den Erwerb einer größeren Geldsumme uicht ausweifen konnte. Er sott gestanden haben, daß er vor einiger Zeit bei Waldkirch mit einem Komplizen einen unbekannten Mann ermordet und verscharrt habe. An der betreffenden Stelle wurde auch tatsächlich eine Leiche gesunden. Näheres wird die Untersuchung ergeben. — Jin Dorfe Massen bei Finsterwalde erlitt die 9jährige Tochter des Invaliden Köhler, die von ihren aus dem Felde arbeitenden Eltern nach der Wohnung vorausgeschickt war, um Feuer anzu- zünden, durch die Explosion einer P e t r o l e u m k a u u e schwere Brandwunden. Ihr Vater, der bei seiner kurz darauf erfolgenden Heimkehr das lichterloh brennende Kind bemerkte, stürzte sich auf dieses, um die Flammen zu ersticken, und erlitt ebenfalls schwere Brandwunden. Vater und Tochter wurden in das Finster- walder Krankenhaus gebracht, wo sie nachts ihren Verletzungen erlegen sind. — Die Zuckerfabrik Münster bei Cannstatt steht in Flamme n. Ein großer Teil der Fabrikanlagen ist bereits eingeäschert. Tie übrigen Gebäude sind nicht mehr zu retten. Leider erforderte der Braud auch Menschenopfer. Zwei Arbeiter wurden t o t aus den Flammen gezogen. 25 Arbeiter trugen Verletzungen davon. Der Schaden wird aus über l1/, Mitt. geschätzt. ’i 22. deutscher landwirtschaftlicher Geuossenschaftstag. I. (Unberechtigter Nachdruck verboten.) 8. u. H. Olden b urg , 15. Aug. Ter Neichsverband der Deutschen landwirtschaftlichen Genossen- schäften, dem heute nicht nur fast sämtliche landwirtschaftlichen Genossenschaften des Reiches, sondern auch die deutschen Raiffeisen- verbände in ihrer Gesamtheit augeschlossen sind, trat heute hier zu ordeutlicher Generalversammlung zusammen. Test Vorsitz führt der Präsident der Zweiten hessischen Kammer, Geh. Rat Haas- Darmstadt, während der Großherzog von Oldenburg das Ehrenpräsidium der Tagung übernommen hat. Zunächst hielten die Ver- baudsrevisoren, die Molkereiinstruktoren und die Ausschüsse der Kassen des Verbandes ihre Sitzungen ab, mit denen Besichtigungen der Molkereigenossenschaften des Oldenburger Landes verbunden waren. Es sind dies die größten in Nordwestdeutschland und sie sind mit den besten maschinellen Einrichtungen versehen. Sport. T Am vorigen Sonntag standen sich die 1. Mannschaft des Gelnhausen e r Fußballklubs „® e r m a n i a" und die 2. Mannschaft des „Gießener B a 11 s p i e l k l u b s 1904" im Wettspiel auf dem Trieb gegenüber. Trotzdem Gießen sich überlegen zeigte, konnte es nur das schlechte Resultat 3: 2 Tore herauc'- bringeu. Dem Spiel wohnte eine angemessene Schar Zuschauer bei. Qanöcl rrnd Verkehr, Volkswirtschaft. Vom Internationalen Geldmarkt. Alle Erscheinungen deuten darauf hin, daß die Lage des Geldmarktes sich eher verschärft wie mildert. In London ging am Dienstag der Privatdiskont nm Vs Prozent in öie Höhe unb darauf wird geschlossen, daß sich auch in London wieder ein gesteigerter Geldbedarf geltend macht. Die Börse glaubt wohl nicht mit Unrecht, in diesen Vorgängen, zu denen auch der Ankauf von V, Mill. Lstr. Barrengold in London für die Deutsche Bank kommt, die ersten Vorbereitungen für den Hcrbstbedarf zn erblicken. Daß so früh damit begonnen wird, läßt wieder darauf schließen, daß die Bedürfnisse sehr umfangreich werden. Amerika ist dabei mit Erfolg bestrebt, feinen infolge der guten Ernte und des andauernden industriellen Aufschwungs sehr großen Bedarf an Geld in Europa zu decken. Dieser Umstand erweckt wieder größere Besorgnisse für die fernere Entwicklung der Geldverbältnisie. BraMt-Seide v 1.35pf.«t D4/i — Zollfrei! — Muster an Jedermann! — Seidenfabrikt. Heiineberg, Zürich Mondamin-Milchspeise ist eine ausgezeichnete Nahrung für Kinder nach dem Zahnen. Mondamin verhindert das schnelle Gerinnen der Milch im Magen, so daß sie leichter verdaulich wird. Mondamin wird von Aerzten hierzu gern empfohlen. — ......... —.....— - - hllrlnglsches ™ - en ■■ Elektro- una Maschinen- Technikum Jimenau sääs Lehrfabrik S318/„ Ci © , s , ±2 <53 P ■ S <5 »ft eu P ■—• e no iÄ §^P § ar> x> CD a f>rt P o ~.zü c „ "IgÄJ. 2 "skni> • > ,a o >,, -*-• p £=>- —•—t p ---- cyo •s- = Ci 'o oj> CD X övl c ~ o c_> O g LZ -*-• p SO'-* v —‘ -O •o© *7l o 'S'ä 2? Ü ■± O 'J xnrt P •x> J- vd -4-> O *ti C P "u •e^g- p CD <53 s.Si'S' CD^-3 P ,j± str = OC«.o - S = zd P CD— •Ä:E © *tr •Ho» S? p _ 5. «'S P P : — CD o = e' v.'q.S1^ p-o 5*“^ J Q E p — — '-> C=CsP CD 2 o P nri CD „'CD 'C :O ZD '—' E " P^.'< ZP . , C o ä ^_ZD ->2 ÖZ' LP TE ----— H*4-“ E $( oÖ0M P> tu >D E L o^O > o ~O g u— ’p P 2 c .2 ty W .2 ® K .Ä«*« p 5 p 5721 tu >5> p __ 2 P^^ p (z.?'— P • <1> °D r- vP tu p •—• CD:p <5 o 2 O ~ E t) ~C o g5^ c =C P •=> P CD P GZ^ = ® 2 «■“ 2>.2JÄ 5_- p_ — vp de. tu ’o £ ,2p-q-“ .-£ =S=7^S E. . > p --iE P P g’V = - p = ■’-2 - P 0DES:^d£c3-;raM^^-X P £ C =Ö.-=^«CO o.5.2,2.^e:S S® ~ £ CO ~ P „5 g «p = <ö ~«c p w “0-^ tovQ' r 8?^O7dSu-C ^'COD^ öj£ --u CD p ™ -H ° & qdSö^65cW'SC0’.« W,2’ö = = © <» P 0 g-g p s 5’5’S C »•? Zo2 o Z c"G -5 2*g-g§ p£pw §-'sä-o?g| S5~p :§gg » L § LZL ’S-2. dos «ps?KC7£.ft a 5? 7rö<7? ro W .cd>-? w=p ;p p o NK £t-.C7 ua» p p •£■ P 72 -d B zd co N p c? EÜ. (9x> Sd y 72 xr» t>J> tu tu rO UP E 051 lu tu tu UP :C " p e ÜD .. P p P CD P E «P !p: -° C c p e: *cu tu <7» » Se s 3-S) C J_, o "P 72 - CD-P» E C ° - c _ Pi p c O p 2 CO E 0 N C s 1 = m-2 'S p L ‘s P *c"2 •p^C£^ ti § P 'c" p 2 P HZA-LPL '^-^LZZL ar» E p MM 2. M>= --— tS2 o g’tr o 2 :C Z5 P"Ei . . p c- Hq 2=o1^ SZE pZ-Z ppp -PS'2 o °Ä e.O P ^_. ' p - p 5 t^iy p C>—- P iP- u " ^P2L2'^ p2 =p p2 P.-P o o -E — P e ----- — q5_ -uowt7 o® ® Se^ E _ « -- P d E o ZD W 5 . © ®ZD E tu ZD :p C P- - - • * -p — *2">o o ZuZL p c . , - x ** tu CD Ö 2 PL Ä jO r— p . , zo — E p 2 o P t O e P-” — O ZD Ö4 P ZD 0^2 <5 P7i E^PCDtu-P PP 3e .ss^eSfS^gSs „Äds.^ä^.Ep^E-5py 'S- Pf.5^8 E p ZD p 2 : 3 cu o Oekannimachvng. Durch Beschlus; des KreisauSschusseS vom 25. Juli 1906 ist der Wilhelm Rieb Ehesrau dahier die Erlaubnis zur Ausübung des Gewerbes als Gesindeverinieterin erteilt worden. Den Gebührentarif derselben bringen wir nachstehend zur öffentlichen Kenntnis: a. für Vermittelung eines Dienstboten an eine Herrschaft in Gießen ....... 5 Mk. b. für Vermittelung eines Dienstboten an eine Herrschaft nach auswärts......7 „ wovon der Dienstbote jeweils 2 Mk. zu entrichten hat. Gießen, den 14. August 1906. F Großh. Polizeiamt Gießen. ___________________I. V.r Roth.___________________ ' Bekanntmachung. Wir bringen hiermit zur allgenreineir Kenntnis, das; die Fried- hoie vom 16. August bis 15. Oktober von morgens 6 bis abends 8 Uhr geöffnet sind. Die Schließung des Friedhofes wird bitrcl) Läuten der Friedhofsglocke angezeigt. Bei Beginn des Läutens muß der Friedhof sofort verlassen ivcrden. Eine Viertelstunde nach dem Läuten werden die Friedhosstore geschlossen. Gießen, den 14. August 1906. B‘% Grvßhcrzogliche Bürgermeisterei Gießen. ______________________________TZ e c u m.____________________________ Arbeitsvergebung. Die zur Herstellung einer Spülklosettanlage im Mannschaftsgebäude der städt. Kaserne erforderlichen Maurer-, Schrciner- uud Wcißbinderarbeiten sollen Mittwoch den 22. August d. I., vorm. 10 Uhr öffentlich vergeben werden. Zeichnungen, Arbeitsbeschreibung und Bedingungen liegen bei uns zur Einsicht offen. Angebote aus Vordruck, der daselbst erhältlich, sind bis zum genannten Zeitpunkt an uns einzureichen. Zuschlagsfrist 14 Tage. Gießen, 16. August 1906. B16/e Städt. Hochbauamt. __Gerbel._______________________ AmUtM-Lwßchmlng. Das Grummetgras von den Domanialwiesen der Ober- försterci Wieseck und Gießen wird versteigert: 1, In der Gemarkung Alten-Buseck Mittwoch den 22. August l. Js., vormittags 10 Uhr, in der Wirtschaft des Herrn Otto Rabenau zu Alten-Buseü. 2. In der Gemarkung Wieseck Donnerstag den 23. August l. Js., vormittags 10 Uhr, in der früheren Dorfeld'schen Wirtschaft zu Wieseck. 3. In der Gemarkung Gießen au demselben Tage, nachmittags 2 Uhr, in der früheren Leib'schen Wirtschaft im Philosophenwald bei Gießen. Gießen, den 14. August 1906. Großh. Oberförsterei Wieseck. Großh. Oberförsterei Gießen. Weigand. I. D.: Bi6/ Kutsch, Großh. Forstassistent. BerlskLMls m Mmer- n. Pslastembeiten. Die für den Umbau bcr Hammstraße zwischen der Unterführung bei Geilsuß und der Wieseckbrückc erforderlichen Maurer- Ul«d Pslaster- arbeiten, wie Versetzen von 275 m Bordsteinen, Verlegen von 200 qm Kleinpflasterplattcn, Um- bezw. Neusetzen von Slnkkastenaufsätzen und Schachtdeckeln, sowie Aufbruch und Wiederherstellung von 400 qm Gossenpflaster, Herstellen von 1940 qm mosaikartigem Kleinpflastcr, 1940 qm Chaussierung und 550 qm Kiesbauketten, alles ohne Materiallieferung, sollen öffentlich vergeben werden. Die Verdingungsunterlagen liegen während der Dienststnnden bei uns auf Zimmer Nr. 1 zur Einsicht offen. Angebote ans vorgeschriebencm Formular, das daselbst erhältlich, sind spätestens bis zum Montag, den 27. August, vormittags 11 Uhr verschlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen an uns eiuzureichen, woselbst im Beisein ettva erschienener Bewerber die Eröffnung der Angebote erfolgt. — Zuschlagsfrist 4 Wochen. Gießen, den 14. August 1906. Bl6/8 Städtisches Tiefbauamt. Braubach. Betreffend: Feldbereiniguugsmeliorationen Borsdorf. Arbeits- und Lieferungs-Vergebung. Freitag, den 31. August 1906, vormittags 10 Uhr, sollen in der Wirtschaft von Bernshausen in Borsdorf die nachrerzeichnetcn Arbeiten und Lieferungen im Anbietungsverfahren vergeben werden. Voranschlag: Los I. bett. Ausführung der Wegplancerungsarbeiten in 2 Abteilungen Jt 3400.— Los II. betr. Regulierung des Weidgrabens „ 4498.01 Los III. betr. Wiesenmeliorationsarbeiten „ 568.50 Los IV. betr. Maurerarbeiten „ 80.— Los V. betr. Rohrverlegungs- u. Chaussierungsarbeiten zur Herstellung der Kreisstraßenabfahrten „ 1412.80 Los VI. betr. Steinanfuhr „ 1443.60 Los VII. betr. Zementrohrlieferung „ 1013.80 Los VIII. betr. Lieferung von 123 cbm Basaltkleinschlag und 123 cbm Basaltfeingrus loco Basale- werke Ober-Widdersheim „ 676.50 Pläne, Kostenanschläge und Bedingungen liegen in der Kanzlei der unterfertigten Behörde, sowie im Dienstzimmer der Gr. Bürgermeisterei Borsdorf zur Einsicht offen. Angebote auf aktengroßem Papier sind bis zum obigen Termine verschlossen und mit der Aufschrift: „Angebot Feldbereinigung Borsdorf" versehen, bcr Großh. Bürgermeisterei BorLdorf einzureichen und haben in Prozenten des Voranschlages zu erfolgen. Friedberg, 13. August 1906. Großherzoglichc Kulturinspektion: __________________________Pr. Fraissinet.______________________BIS/« Betreffend: Feldbereinigungsmeliorationen Fauerbach v.d.H. beiButzbach. Arbeits-Vergebung. Mittwoch, den 22. August 1906, vormittags 10 Uhr, sollen im Rat- Hause zu Fauerbach v. d. H. die nachverzeichneten Arbeiten im Anbietungsverfahren vergeben werden. Voranschlag: Los I. betr. die Herstellung der Drainagesystemc A, B und C — rd. 28000 lfde. m Jt 7900.— Los II. betr. die Herstellung der Drainagesysteme D und E — 20000 lfde. m , 4750.— Los III. betr. die Anfuhr von rd. 3000 Zentnern Drainröhren ab Butzbach „ 900. Pläne, Kostenanschläge und Bedingungen liegen in der Kanzler der unterfertigten Behörde zur Einsicht offen. Angebote auf aktengroßem Papier sind bis zum obigen Termine verschlossen und nut der Aufschrift: „Angebot Feldbereinignug Fauerbach v. d. H." versehen, der Großh. Bürgermeisterei Fauerbach v. d. H. einzureichen und haben in Prozenten des Voranschlages zu erfolgen. Friedberg, 11. August 1906. Großherzogliche Kulturinspcktion: Dr. Fraissinet, B10/8 Bekanntmachung. Wir suchen für unsere Installatioitsribteiltlug einen tüchtigen, selbstäiidiacu Elektromonteur für Hausinstallationen. Neflektantcn wollen sich mit Llngabe der Lohnansprüche und Beifügung von Zeugirisabschristen bei der uitterzeichneten Verwaltung alsbald meiden. B16/« Städtisches Elektrizitäts-Werk Gießen _________________________Stolte.________________________- Arbeitsvergebung. Die zunr Ncliban des Bismgrcktucms auf dem Taufstein erforderlichen Maurer- und Steinmetzarbeiten, einschließlich der nötigen Eisenträqerlieferung, veranschlagt zu rund 15 300 Mk. sollen auf dem Wege des schriftl. Angebots zur VergebtlNsi fomnien. Die Pläne, der Kostenanschlag und die Bedingungen liegen auf dem Großh. KreiSamt zrt Schotten zur Einsicht aus. Die Angebote sind in verschlossenem Umschlag mit entsprechender Aufschrift versehen bis zmn 1. September l. I. an den Vorstand des Gesamtvereins Vogelsberger Höhenklub zu Schotten einzureichen. Schotten, den 15. August 1906. Der Vorstand des Gesauttvereins Vogelsberger Höhenklub. Diefenbach. D,6/„ Betreffend: Felbbereinigungsmeliorationcn Hoch-Weisel bei Butzbach. Arbeits- und Lieferungs-Vergebung. Freitag, den 24. August 1906, vormittags 10 Uhr, sollen im Rat- hause zu Hoch-Weisel die uachverzeichneten Arbeiten und Lieferungen im Änbietunqsverfahren vergeben werden. Voranschlag: Los I. betr. die Wiesenmeliorationsarbeiten östlich von Hoch-Weisel in den sogenannten Brielwiesen Jft 3457.84 LoS II. betr. die Wiesenmeliorationsarbeiten westlich und nordöstlich von Hoch-Weisel „ 3441.21 Los III. betr. die Maurerarbeiten u. s.w. zur Herstellung von Stauschleusen, Rohrkanälen u. s. w. „ 2216.40 Los IV. betr. Zementrohrlieseruug frei VerwenduugSstelle „ 2973.50 Los V. betr. Schlosserarbeiten „ 365.— Pläne, Kostenanschläge und Bedingungen liegen in der Kanzlei der unterfertigten Behörde zur Einsicht offen. Angebote auf aktengroßem Papier sind bis zum obigen Termine verschlossen und mit der Aufschrift: „Angebot Feldbereinignug Hoch-Weisel" versehen, der Großh. Bürgermeisterei Hoch-Weisel einzureichen und haben in Prozenten des Voranschlages zu erfolgen. Friedberg, 11. August 1906. Großherzogliche Kulturinspektion: __________________________Dr. Fraissinet._____________________Bl8/„ Arbeitsvergebmig. Tie Weißbittderarbeite» zum äußeren Verputz der Kirche und Weißen eines Schulsaales jit Allcndorf a. Lahn int Betrage von 354 Mark sollen Dienstag den 21. August, vormittags 11 Uhr, auf unterzeichneter Bürgermeisterei öffentlich vergeben werden. Angebote sind schriftlich bis zu diesem Tage bei uns einzureichen. Voranschlag und Bedingungen können vorher bei uns eingesehen werden. Allendorf a. Lahn, am 14. August 1906. Großherzoglichc Bürgermeisterei Allendorf a. Lahn. Volk, 4943 M. erf**1"1 eie -*1 ,Snze'«e >1* (Sott UH Das Pülk sons^ Schloß F>-, Zeit aus I und die 2. Signale > nur wenig besonders furt wäre' weit geöffi harrend, kühlen Lus wurde, sta Mn sah : rat Wolf und ab, d< geschriebene zahlreich vi Die U: mrde au Ms man i merksam r merden )'c: mein Onke der Kaiser spanner. 2 Eduards bi trug, saß z Jriedrich-ir Cronberg Jahre 19C abgehalten grüßung unterhielt 1 Von Ankunft K fallend dem der! zur Ankui Dies Die Fahr die Mr nicht datn stand in i fahrenden mußte. Datz! Fu. d ’TOüxtn ge N\ mv der W' Eduard ■ schaster vor der Bei im Koni ungen s nicht ge , .Ter wnsener einem de nng ist: dern ger kurz nach Zurzeit n Tagen i Kaiser, t der Herr Herren s sich beri über die Man R auch halten "i Platze f keine « ^Mschlc lands ei ^usamme .Wund b'ePoliti ,01t y^Qrtun. ^le Versio sie $ s« ’ LZ; ns 'S L »*• >, <:• !?»«* <»