Nr. 113 •r1*et»i täglich außer Sonntags. Dan Gießener Anzeiger werden tm Wechsel mit dem Hessischen Landwirt die Siebener Kamillen- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck vu Verlag der Brühl'schen Unioers.-Buch-u. Stein- bruderet. 9L Lange. Redaktion. Erpedition und Druckerei: Schnlstraße 7. Redaktion 112 Verlag u.Exped.e^A51 Adresse für Depeschen: «uzetger Gießen. Erstes Blatt Dienstag 15. Mai 1806 156. Jahrgang Vezugdpretsr monatlich 7bPj^ vierteljährlich Mt. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen »nonatlich 65 Pf.; durch diePost Mk.2.— viertel- jährl. auöschl. Bestellq. Annahme von Anzeige« für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenpreis: lokal 12 Pf, auswärts 20 Plg. Verantwortlich füc den volit. und allgem. Teil: P. Wittko; für .Stobt und Land^ und .Gerichtssoal^: Ernst Heß; nir den Anzeigenteil: Hans ®ed. Gietzener Anzeiger General-Anzeiger & Amts- und Anzeigeblatt für den Kreis Gießen Die heutige Kummer umfaßt 8 Seiten, Der Kaiser im ReichSlaud. Metz, 14. Mai. Der ftaifer begab sich heute früh im Automobil mit dem Chef des Militärkabinetts Generalleutnant Grafen Hülsen-Häseler, dem Chef des Generalstabes von Molike und dem militärischen Gefolge von Urville über Metz nach Fort Württemberg, wo ec um 71/, Uhr zu Pferde stieg. Hier hatten sich der Statthalter von Elsaß- Lothringen Fürst zu Hohenlohe-Langenburg und dec KriegS- minister v. Einem eingefunden. Der Kaiser ritt nach dem Korpsübungsplatz von Frescaly und besichtigte hier d.as KönigSinfanterieregimcnt Nr. 14 5. An diese Be- -sichtigung schloß sich von 10 Uhr ab ein Feuergefecht dieses Regiments gegen einen von dem Infanterieregiment Nr. 174 dargestellten Feind. Auf beiden Seiten waren Kavallerie, Artillerie und Maschinengewehre zugezogen. Das Wetter war sehr schön. Nach dem Gefecht erfolgte ein Vorbeimarsch der ganzen Garnison von Metz. Der Kaiser ritt die zum Vorbeimarsch aufgestellten Regimenter ab, begrüßte die einzelnen Bataillone und nahm dann den Paraden,arsch ab. Hierbei wurde der Kaiser von dem inzwischen auf dem Uebungsplatzc zugelafsencn Publikum mit Hochrufen begrüßt. Die Parade kommandierte der komm. General des 16. Armeekorps v. Prittwitz und Gaffron. Nach dec Kritik setzte sich der Kaiser an die Spitze der Fahnenkompagnie und der Standarteneskadron und führte sie bis zum Kasernement des 145. Regiments, wo der Kaiser im Ofsizierskasino an einem Frühstück teilnahm. — Nach dem Frühstück im Ofsizierskasino des Königs- Jnfanterie-RegimentS unternahm der Kaiser im 9lutoinobil eine ausgedehnte Spazierfahrt auf die Schlachtfelder vom 17./18. 9tuguft 18 70 bis St. Marie aux Chen es, traf um 7 Uhr am Generalkommando von Metz ein, nahm daselbst Wohnung und gedenkt dort zu übernachten. Der Kaiser empfing vor der Abendtafel den vom Groß- herzog von Luxemburg hierher entsandten luxemb. Staatsminister Eyschen und den luxemb. Major van Dyck. Slbends fand beim Kaiser im Generalkominando Diner statt', an dem u. a. teilnahmen Generalfeldmarschall Graf Haeseler, der Chef des Zioilkabinets Geh. Rat v. Lucanus, Siaats- minister Eyschen, Gesandter Frhr. v. Jenisch, Statthalter Fürst zu Hohenlohe-Langenburg, Krietzsminisier v. Einem, Landes- ausschußpcäsident v. Jaunez, Bischof Benzler, Konsistorial- Präsident Braun, Major van Dyck und der Bürgermeister von Metz Stroeoer. Der Kaiser hat dem Bürgermeister von Metz Stroever das Recht zum Tragen der goldenen 9lmt§- kette verliehen. Aus dem Reichstag. H Berlin, 14. Mai. Als erster Punkt der Tagesordnung wurde heute bei wieder schwach besetztem Hause die Aenderung einiger Vorschriften des Reichssiempelgesetzes beraten. Es war also eines jener Themen zur Diskussion gestellt, die zwar für die Volkswirtschaft hochwichtig sind, aber leider bei unseren Reichsboten wenig Interesse finden. Von freisinniger Steile wurde durch den 9lbg. Kämpf versucht, seinen Abänderungsantrag, der schon in der Kommission abgelehnt wurde, jetzt im hohen Hause selbst durchzubringen, aber vergeblich. Abg. Müller-Fulda, einer der bedeiltendsten Finanztechniker des Reichstages, der sich auch um die Reichsfinanzreforni sehr „verdient" gemacht hat, wußte in sehr glücklicher Weise die Konimissionsbeschlüsse zu rechtfertigen und besonders mit der Mitteilung machte er großen Eindruck, daß die Veranlassung zu deni Gesetze die Gründung der Aktiengesellschaft von Krupp gegeben habe, bei der bei einem Aktienkapital von achtzig Millionen Mark dem FiskliS 1600 000 Mark Stempelsteiler entzogen wurde. Für den 9lntrag Kämpf trat warm der Bankdirektor M o,n ms en (freis.) ein, welcher die Bedenken der Finanzinstitute gegen die geplante Aenderung des Reichs- slcmpelstenergesetzes eingehend darlegte. Aber die Freisinnigen blieben mit ihrer Opposition gegen die Beschlüsse der Kom- mission vollkonnnen isoliert und so ivurden die betreffenden Abänderungen mit großer Majorität angenommen. Selbst die Sozialdemokraten stimmten dafür. Der nächste Gegenstand der Tagesordnung ivar nicht minder trocken, denn er betraf die größere Ausgabe von Kassenscheinen. Der Freikonservative Dr. Arendt beantragte ohne besondere Aegrüiidung die Verweisung an die Kommission, siel aber damit durch. Trotzdeln wußte ec aber die Welterberatung zu verhindern, indem er hartnäckig die Beschlußfähigkeit des Hauses an zweifelte. Der Präsident gab schließlich nach und vertagte die Debatte um sechs Uhr abends auf morgen. Tagesordnung: Diätengesetz imd Mantelgesetz. Deutscher Aerehstag. 102. Sitzung v o m 14. M a i 1906. Der zur Beratung stehende Gesetzentwurf wegen Acnder- ung einiger Vorschriften des Reichsstempel-Gesetzes enthält Bestimmungen wegen der Besteuerung von Jn- teriinsfcheinen der Äktiengefcllsck>afrcn, Erleichterungen für den Arbitrageverkehr, Ermäßigung der Abgaben beim Handel mit Reichs mib Staatsanleihen Mg. Mommien (jr. 23g.) berichtet über Die Verhandlungen in der Kommission. , Ein von Dietrich (kons.i, Muller-Fulda ^Ztr., und Büsing (.nij eingebrachter Antrag will die Stempelpjlicht vorhandener Aktieii-InterimSscheine und Jiiterimsscheüie über Erhöhungen des Grundkapitals schon am 1. April 1905 beginnen lassen. Abg. Kämpf (fr. Vp.i wendet sich gegen die Beschlüsse der Kommission und den Antrag Dietrich, weil sie einem Steuergesetze rückwirkende Kraft verleihen. Abg. Müller-Fulda (Ztr.) hält diese Bedenken für nicht stichhaltig. Abg. Mommsen (fr. Vg. tritt der Ansicht des Vorredners entgegen, die rückwirkende ttraft könne zu unabsehbaren wirt- schaftlicken Konsequenzen führen. Abg. Arendt (Rp.) tritt für die Vorlage ein. 9Ibg. Singer (Soz.) führt aus, die Vorlage treffe im wesentlichen das richtige. Rach einer weiteren Bemerkung des 9lbg. Dove (fr. Vg.) wird Artikel 1 mit dem Anträge Dietrich angenommen. Die Artikel 3 und 4 handeln von den Ermäßigungen und Erleichterungen bezüglich des Arbitrageverkehrs, sowie des Handels mit Reichs- und Staatsanleihen. Die Abgg. Kämpf unb M o m msen wollen Ermäßigungen auch für den inländische?: Arbitrageverkehr und gänzliclie Befreiung von der Stempelabgabe für Reichs-, Staat.- und Kvm- munalauleihen und für Geschäfte von nicht mehr als 600 Mark Wert. Abg. Arendt (Rp.) beantragt dagegen, es für Reichs- und Staatsanleihen bei dem stempel von 2 pro Mille zu belassen, Pfandbriefe von Landschafts- und Hypothekenbanken fteizulassen. 9lbg. Graf Kan itz (kons.) findet den Grund für den niedrigen Kurs für die Staatspapiere in dec enormen Emission von Jn- dustriepapieren, namentlich auch ausländischer Werte. 9lbg. Kämpf (fr. Vp): Für die Emissionen des Reiches und Preußens bilden die Emissionen der übrigen Bundesstaaten eine schwere Konkurrenz. Es müßte ein einheitliches System für alle deutschen Emissioneil geschaffen, imb auch die Emmifswns- technik geändert werden. Wenn wir für unsere Anleihen wieder zum 4pwj. Typus zurückkehrten, würden die Kapitalisten ihr Geld mehr als bisher in inländischen Renten anlegen. Abg. Büsing (nl.) stimmt dem Vorredner darin bei, daß der niedrige Kurs unserer Staatsanleihe im wesentlichen auf den Mangel an System bei der Emission der 9lnleihe znrückzu- fühcen sei, befürwortet aber int übrigen den Kommissionsbeschluß, sowie den auf Erleichterung des Arbitrageverkehrs bezüglichen Teil des Llntrages Kämpf. Abg. Arendt lRp.) regt Erleichterungen beim Einkauf von Kvnsols durch das Publikum an, indem die Reichsbank sie wie die Seehandlung ohne Provision abgeben soll. Eine Ermäßigung der Börsensteuer würde höchst ungerecht feilt in einem Augenblick, wo ntun int Reiche Steuern einsührt, die die wertiger leistungsfähige Bevölkerung treffen. Reiche man der Börse erst den kleinen Finger, so nehme sie bald die ganze Haitd. Fordere man doch jetzt schon die .Aufhebung des Börsengesetzes. Vom 9l.bg. Müller - Iul-d ? "in Antrag cingcgangen.. wonach das Gesetz am 1. Juli 1906 in Kraft treten soll. — Der Teil des Antrages Kämpf, der sich aus die Befreiung von Stempelabgaben bezieht und der Teil, der die Befreiung von Pfandbriefen betrifft, wird zurückgezogen. Mg. Singer iSoz.) nimmt jedoch den zurückgezogenen Teil des Antrags Kämpf wieder auf. Er tritt für den Kommissionsbeschluß und den von ihm aufgenommenen Antrag Kämpf — also Antrag Singer - - ein. Dem Antrag Arendt stimmt er nicht bei, weil er eine lediglich privatkapitalistische Angelegenheit betreffe, während sein Antrag der Allgemeinheit zugute komme. Direktor int Reichsschatzamt Kühn erklärt, daß dem Anträge Singer erhebliche Bedenken der verbündeten Regierungen entgegen ständen. Der Antrag Kämpf über den inländischen Arbitrageverkehr und Art. 3 der Kommissionsvorlage werden angenommen. — Der Antrag Singer wird abgelehnt und Art. 4 nach der Kom- missionsfasfung angenommen, ebenso der 9lntrag Müller- Fulda und der ganze Rest des Gesetzes. Hierauf wird die Resolution der Kommission, denLom- b ar den z ins fuß für Renten und Schuldverschreib? un gen des Reiches und der Bu n de s st a at e n bei der Reichsbank auf y2 Prozent über dem Wechseldiskont anzusetzen, angenommen. Es folgt die Beratung der Novelle zum Reichskassenscheingesetz. Abg. Arendt (Np.) spricht sich gegen die Vorlage aus und beantragt Verweisung an eine 14 gliedrige Kommission. Staatssekretär Stengel tritt den Ausführungen des Vorredners entgegen. Es handle sich nicht um eine Vermehrung der int Betrage von 120 Millionen umlaufenden Kassenscheine, sondern um einen Ersatz für die 50 und 20 Markscheinc. Abg. O ertel (nl.) tritt für die Vorlage und gegen Kom- missionsberatung ein. Abg. Kämpf (fr. Vp.) stimmt ebenfalls der Vorlage zu. Der 9lntrag Arendt wird unter schallender Heiterkeit des Hauses gegen die 'Stimmen des Antragsstellers und einer feiner Freunde abgelehnt. Die zweite Beratung wird geschlossen. Darauf beantragt Abg. Arendt Vertagung und bezweifelt gleichzeitig die Beschlußfähigkeit des Hauses. Der Antrag auf Vertagung wird nicht genügend unterstützt. 8 1 der Vorlage wird darauf unter großer Heiterkeit des Hauses angenommen, da Arendt den richtigen Zeitpunkt zur Bezweiflung der Beschlußfähigkeit bei der Abstimmung über § 1 verpaßt. Bei § 2 schließt sich der Präsident dem erneut ausgeftwochenen Zweifel an der Beschlußfähigkeit an, worauf sich das Haus auf morgen vertagt: Tiätenvorlage, Mantelgesetz. Aeutsch-tzngliichcs. lieber die zum Zwecke dec Herbeiführung beffecec Beziehungen zwischen den beiden stammverwandten Völkern unternommene Reise deutscher Bürgermeister u. s. m. nach England liegen folgende Nachrichten vor: London, 14. Mai. Von den Vertretern deutscher Stadtverwaltungen ist heute morgen wieder eine Anzahl aus Köln hier eingetroffen, die sich den gestern angekommenen Herren anschloffen. Nach dem Empfang durch den Begrüßungsausschuß fuhren die Mitglieder nach dec City, besichtigten die Bibliothek, Gemäldegalerie und das Museum in Guildhall und nahmen in der ,Mercers Hall'- den Imbiß ein. — Die Vertreter der deutschen Städte sandten bei ihrer Ankunft in England dem König einen ehrfurchtsvollen Gruß und brachten gleichzeitig ihre tiefe Würdigung der Ehrung zum Ausdruck, die ihnen der König durch seine Einladung, Schloß Windsor zu besuchen, und durch die Erlaubnis, dem König persönlich ihre Huldigung barbringen zu dürfen, erwiesen habe. Die Vertreter dec deutschen Stadtverwaltungen wurden heute vom Privatsekretär des Königs Lord Knollys empfangen, der ihnen die Antwort des Königs auf ihr Telegramm übermittelte, in welcher dec König seinen Dank für das Telegramm, sowie das aufrichtige Vergnügen ausspricht, die deutschen Städtevertreter am nächsten Freitag zu empfangen. Der König hoffe, der Aufenthalt in London werde den Herren Vergnügen bereiten, und er sei dec Ansicht, daß deren Besuch in jeder Hinsicht erfolgreich sein werde. Während so an der wünschenswerten Besserung der Beziehungen beider Länder gearbeitet wird, sind inzwischen jenseits des Kanals wieder eine Anzahl von Ehrenmännern im entgegengesetzten Sinne tätig, allen voran natürlich bic würdige „T i m c s". Sie schreibt unter Bezug auf den türkisch-englischen Konflikt: Uns kann dec Tab ah-Zwisch en f al l nützlich sein als Enthüllung der wahren Ziele der Eisenbahnpoli-^ t i k, welche Abdul Hamid auf Anraten ferner deutschen militärischen Ratgeber angenommen hat, die er nach deutschen Plänen mit deutscher finanzieller und anderer Unterstützung verfolgt. Es war sehr wünschenswert, daß diese Enthüllung vor der Oesfentlichkeit gemadjt wurde in einer Weise, welche das Publrkum berftetyeu kann, ehr diese Politik gereift war. Es wird unser eigener Fehler sein, wenn wir _ie Lektion vergessen ober Dem Sultan erlauben, daß er unter dem Vorwand der Förderung des mohammedanischen Glaubens strategische Pläne gegen uns aus führt. Ferner läßt fick) das edle Blatt angeblich aus Paris melden: „Unter dem Vorgeben, daß deutsches Kapital an der holländischen Gesellschaft beteiligt sei, die eine Kohlengruben-Konzesfton auf der südöstlich von Borneo gelegenen Insel Laut besitzt, ist die holländische Agentur Dieser Gesellschaft in ©ingapore durch eine deutsche Agentur ersetzt worden. Mit ben Schiff sges.llschaf teil von Bremen und Hamburg sind wichtige .Verträge geschlossen worden, die bezwecken, Die Gründung von ausgedehnten Anlagen zu rechtfertigen, welche der deutschen Flotte als Ver- proviantierungsstation und Beobachtungs- Posten f ü r, Ma 5 incz w c ck e zur Verfügung gestellt werden sollen." (Dazu bemerrt das Wolffsche Bureau: „An Berlin er unterrichteten Stellen ist hiervon nichts bekannt") Der türkisch-englische Konflikt. Konstantinopel, 14. Mai. Die vom englischen Botschafter Samstag nacht überreichte Note hat der Pforte eine neue vierundzwanzigstündige Frist gegeben. Die Note soll erklärt haben, daß die Herstellung des Status quo England nicht genüge, sondern daß dieses eine genaue Grenzregulierung wolle. Wenn die Pforte dies nicht annehme, werde England selbst die Grenzregulierung durchführen. Auf diese Note Raubte der Dildiz eine sJiotc, die nicht befriedigte, weil sie nicht auf offiziellem Wege übersandt wurde. Gestern nachmittag erfolgte von feiten der Türkei abermals eine Mitteilung auf nicht offiziellem Wege, die aus diesem Grunde ebenfalls nicht angenommen wurde. Die Botschaft erhielt bann heute nachmittag von der Pforte eine Note, in der erklärt wird, die Pforte akzeptiere die Grenzreaulierung dem englischen Wunsche gemäß. Der Botschafter O'C o n o r erklärte sich b e f rie- digt, jedoch müsse er noch auf die Antwort feiner Re-, gierung, der er die 9iote der Pforte telegraphiert habe, warten. Erst wenn die englische Regierung fick) zufrieden gebe, was zu erwarten sei, werde die Angelegenheit als geregelt zu betrachten fein. London, 14. Mai. Unterhaus. Sir Edward Grey machte unter Beifallskundgebungen des Hauses davon Mitteilung, daß von der Pforte eine befriedigende Antwortnote eingegangen ist und führt aus: Die Pforte brachte dem Botschafter in Konstantinopel O'Conor zur Kenntnis, daß Tabah und alle anderen Plätze in der Nähe, die neuerdings von türki- fchcn Truppen besetzt worden wären, geräumt worden seien. Späterhin ist eine Note eingegangen, in der erklärt wird, daß die Pforte ihr Telegramm vom 8. April 1892 nicht in Wrede stellte, daß ferner eine gemischte Kommission zur Ausführung der topographischen 2lusnahme und zur Herstellung der Karte ernannt iverden solle, um bei der Festsetzung der Grenze den status auo auf Grundlage des besagten Telegramms zu wahreii und daß die Grenzlinie von Bufeh in südöstlicher Richtung nach einem Punit in einer Entfernung von nicht unter drei Mellen von 9lkaba laufen solle. Die Regierung nahm diese Antwort auf ihre Note *an. Sie berechtigt zu der wohlbegründeten Hoffnung, daß man in allen Punkten zu einer befriedigenden Lösung gelangen wird. Rußland. Petersburg, 13. Mai. Die Duma nahm im melieren Verlaufe der Sitzung einen Antrag der konstitutionellen Demokraten an, die Adreßkomntifsion zu beauftragen, den Entwurf einer Amne ft i e in einer cm 15. Mai um 2 Uhr anzuberaumenden Sitzung vorzulege und die Arbeiten der Duma bis dahin zu vertagen. Ferner wurde ein von den Polen gestellter 9üiirag angenommen, der Adreßkommission eine von ihnen verfaßte Denkschrift über die Lage im Königreich Polen vom nationalen Standpunkt zu unterbreiten. — Wie die Arbeiter versichern, sei ihrerseits keine Demonstration für die heutige Maifeier geplant; nur beabsichtigen sie heute nicht zu arbeiten. Einige Fa brifen drohen den Arbeitern, Die yeute nicht erscheinen, mit Entlassung. Die Polizei entfaltet seit gestern eine rege Tätigkeit, besonders in den Arbeitervierteln. Die Polized- wannfchaften in diesen erhielten Gewehre; auch wurde ihre roabi erheblich verstärkt. Zu ihrer Unterstützung wird Militär bereitgehalten. Der Stadlhauptmann gibt bcmnnt, daß demonstrative Umzüge nötigenfalls durch die gesetzluch Mässigen energischen Maßnahmen verhindert werden wurden. Zeitungen erscheinen morgen nicht. Der Dumapalast wird heute scharf bewacht. Der Redakteur der „Westnik Finanssow" und der „Handels- und Jndustriezeitung" und Direktor der Petersburger Telegraphen-Agentur, v. Miller, wurde zum Mitglied des Rates des Finanzministers und Agenten des Finanzministeriums in Deutschland und Oesterreich-Ungarn ernannt. , „ Der Kommandant des Petersburger Hafens, Kusmitsch, der wegen seiner Härte bei den Arbeitern verhaßt war, wurde heute, als er die Arbeiter von der Maifeier abhalten wollte, erschlagen. Karl Schurz t» Mehr und mehr lichten sich die Reihen der Männer, die nach 1848 die deutsche Heimat verlassen haben nach dem Zusammenbruch der deutschen Einheits- und Freiheitsbewegung, um in der Union ihren politischen Idealen nachleben zu können. Es waren nicht die schlechtesten Söhne der deutschen Erde, die damals die Heimat verlassen mußten. Das beweist nichts besser, als die Liebe und Treue, die sie fast zwei Menschenalter hindurch der alten Heimat bewahrten, dieser und dem amerikanischen Drudervolke zum Segen, diachdem unser engerer Landsmann Emil Pr ä- torius vor wenigen Monaten aus dem Leben geschieden ist, blieb nur noch Karl Schurz, der Nestor und Führer des amerikanischen Deutschtums in guten und schlechten Tagen. Am 2. März 1829 in Liblar bei Köln geboren, bezog Schurz als achtzehnjähriger Jüngling die Universität Bonn. In den Strudel des Jahres 1848 stürzte er sich mit Begeisterung. Er beteiligte sich im folgenden Jahre an dem Sturm auf das Zeughaus zu Siegburg und trat in die Rechen des badischen Revolutionsheeres ein. Er wurde in Rastatt gefangen genommen, doch gelang es ihw, sich in die «Schweiz zu flüchten. Im Jahre 1850 kehrte er nach Deutschland zurück und vollbrachte seine berühmte Befreiung Gottfried Kinkels aus dem Spandauer Zuchthause. Zwei Jahre später wandte er sich nach dem Lande der Freiheit. Er ließ sich in Philadelphia nieder, siedelte 1855 nach Watertown im Staate Wisconsin über, wo er sich journalistisch betätigte und bald auch politisch hervortrat. Das Problem der Sklavenbefreiung beschäftigte damals die Gemüter, und die junge republikanische Partei trat lebhaft für die Rechte der Sklaven ein. Der ehemalige 48er spielte bald eine hervorragende Rolle unter den Führern der Partei. Er befreundete sich mit Lincoln und wurde von diesem im Jahre 1860 als Gesandter nach Madrid geschickt. Zwei Jahre später kehrte Schurz zurück, um ein Konimando im Kampfe 'gegen die Südstaaten anzunchmen. An der Spitze der deutschen Turnerregimenter, die mit ihrer militärischen «Schulung das Rückgrat der Unionsarmeen bildeten, focht Schurz in der zweiten Schlacht bei Bull-Run, deren Ausgang Washington vor der Einnahme durch die Konföde- rierten schützte. Auch bei Chancellorsville, Gettysburg und auf den «Schlachtfeldern in Tennessee griff «Schurz entscheidend ein. Nach der Beendigung des' Krieges nahm «Schurz seinen Wohnsitz in Detroit, wo er die „Detroit Post" herausgab. 1867 folgte er einer Einladung seines Freundes Prä- torius und verlegte seine Tätigkeit nach St. Louis, um dort mit diesem die „Westliche Post" herauszugeben. Im folgenden Jahre entsandte ihn der Staat Missouri in den Bundessenat, in dem er zu den angesehensten Führern der Republikaner zählte. Als jedoch unter Grants Präsidentschaft die Korruption im republikanischen Lager sich immer mehr breit machte, trat er aus der Partei aus und gründete mit Sumner die sogenannte „Mugwung"-Partei, die bei den Wahlen von 1876 triumphierte und Hayes auf den Präsidentenstuhl brachte. «Schurz wurde in seinem Kabinett Staatssekretär des Innern und zeichnete sich durch seine Verwaltung der Staatsländereien und durch die Umsicht, mit der er die schwierige Jndianerfragc behandelte, ans. Mit Garfields Ermordung war der Einfluß der „Mug- wungs" gebrochen, und die Partei löste sich in ihre ursprünglichen republikanischen und demokratischen Bestandteile auf. Schurz neigte seitdem mehr zu den Demokraten hinüber, trat jedoch bei den Wahlen von 1896 und 1900 energisch für Mac Kinley und die Goldwährung ein, während er bei den letzten Präfidentschaftswahlen von 1904 ebenso heftig gegen Roosevelt und den Imperialismus zu Felde zog, der seit dem Kriege mit «Spanien den Grundzug der amerikanischen Politik bildet. Zwar unterlag Schurz, denn die Persönlichkeit Roosevelts siegte über alle Prinzipien, doch verlor er nichts von der Liebe seiner alten und neuen Vol^genossen, die ihn jetzt auch zur Gruft geleitet. ♦ Newyork, 14. Mai. Präsident Roosevelt sandte dem «Sohn von Karl «Schurz ein Beileidstelegramm, das damit schließt: „Die Dienste von «Schurz in Krieg und Frieden werden nicht vergessen werden, solange die Geschichte der Republik besteht." Berlin, 14. Mai. Die „Nordd. Atlg. Ztg." widmet Karl «Schurz folgenden Nachruf: Mit ihm ist der bebeutenbfte Vertreter der zahlreichen Deutschen heimgegangen, die jenseits des Ozeans eine z-wcite Heimat gefunden haben. Die hohe Verehrung, die er bei den Stammes- qenossen in den Bereinigten Staaten genoß, ist ein sprechender Beweis für die seltene Stellung, die Kärl Schurz sich durch geistige Begabung, Tatkraft und Charakter unter den Deutfck>en erworben hatte. Er stand ihnen in dem erfolgreichen Bestreben, deutsche Eigenart mit hingehender Arbeit für dasl große Gemeinwesen, das ihnen eine gastliche Stadt gewahrt, zu verbinden, als Vorbild vor Augen. Durch seine glänzende Beteiligung an den Kämpsen für die Erhaltung der Einheit der Nation, bei denen er l)vhe Führerstellungen inne hatte, erscheint er als hervorragendster Typus des amerikanischen Deutschtums, das unbeirrt der^Fahne des amerikanischere Staatsgedankens gefolgt ist. Mit den Stammesgenvssen jenseits des Ozeans und der ganzen amerikanischen Nation betrauert die alte Heimat in dem nun Verewigten einen Sohn unseres Volkes, der an der Spitze zahlreicher Angehöriger unserer Rasse den deutschen Namen in der Fremde zu Ehren gebracht und so wesentlich dazu mitgewirkt hat, daß das Deutschtum jenseits des Ozeans als eines der wertvollsten Elemente, aus denen die große amerikanische Nation hervvrgegangen ist, hohe Wertschätzung genießt. Deutsches Reich. Berlin, 14. Mai. Der Reichskanzler empfing heute mittag den neuernannten Minister der öffentlichen Arbeiten Breitend ach. Stuttgart, 14. Mai. Der König begab sich heute vormittag zu kurzem Aufenthalte nach Karlsruhe in Schlesien. Dresden, 14. Mai. Zur st zur Livve ist heute vormittag zum Besuch des Königs eingetrosfen und nahm im Residenzschloß Wohnung. Abends um 6 Ulyr findet im Schlosse Galadiner statt und um y28 Uhr im Schauspielhaus Festvor- stellmrg. BreSlau, 14. Mai. Der Groß Herzog von Sachsen- Weimar ist von seiner Jndieirreise zurückkehrend, heute nachmittag in Heinrich au eingetrosfen. Ausland. Stockholm, 14. Mai. Die erste Kammer des'Reichstages verwarf mit 126 Stimmen gegen 18 Stimmen den Wahlrechtsentwurf der Regierung und nahm mit 118 gegen 26 «Stimmen den Antrag betr. das allgemeine Wahlrecht mit Prv- portivnalwahlen zu den beiden Kammern und die Herab- etznng der Wahlperiode der Ersten Kammer von neun auf sechs Jahre an. Paris, 14. Mai. Die amtlichen Nachrichten aus Guadeloupe über die Vorgänge während der Wahlen zur Tepu- tiertenkammer besagen, daß der Wahlkampf lediglich zu einigen Ruhestörungen führte, die durch die Gendarmerie l e i ch t u n t e r- drückt wurden, und daß die auf der Reede anwesenden französischen Kriegsschiffe nicht einzuschrciten brauchten. Ma dr i d , 14. Mai. Der Ministerpräsident und der Minister des dlrußern unterzogen die Entwürfe der Handelsverträge mit der Schweiz und Deutschland einer eingehenden Prüfung. Die Entwürfe sollen dem nächsten Ministerrat vorgelegt werden. Mailand, 14. Mai. Gestern wurde der Anarchist beerdigt, der anläßlich der Streikunruhen getötet wurde. Hierbei kam cs zwischen Truppen und Kameraden des Gelöteten zu einem Zusammen st oß in dessen Verlauf ein KavaNeriekapitän durch Messerstick>e schwer verletzt wurde. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen. T r o p v a u , 14. Mai. Zwischen Tschechen, die das hiesige tschechische Vereinshaus verließen, um einen Ausflug zu machen, und Deutschen kam es gestern zu einer Schlägerei, bei der drei Personen verwundet wurden. _ Die Polizei nahm eine Z^rhaftung vor. Die Reibereien zwischen^ den Deutschen und den Tschechen setzten sich außerhalb der Stadt fort, ohne daß es zu besonderen Ruhestörungen kam. Der Abend verlief ruhig. Sofia, 14. Mai. Im Prozeß gegen das Organ der Nationalpartei die Zeitung „912 i r", die seinerzeit den Ministerpräsidenten Generalmajor Petrow und den Kriegsminister General a la suite, Sawow, der Bestechung beschuldigte, ist heute das Urteil gesprochen worden. Dasselbe lautet gegen den Redakteur auf einen Monat Gefängnis und 200 Franken Geldstrafe. Belgrad, 14. Mai. Anläßlich der bevorstehenden Wah- l e n richtete der Minister des Innern telegraphisch ein Zirkular an die Präfekten, in welchem den Polizeiorganen die gleichmäßige Anwendung der Gesetze gegen älü zur Pflicht gemacht wird und den Polizcibeamten auf das Strengste die Teilnahme an öffentlichen politischen Versammlungen außer in gesetzlich vorgesehenen Fällen verboten wird. Koloiiialpoft, Berlin, 14. Mai. Wie bereits berichtet worden ist, war Morenga anfangs April in der Gegend von Ukamas auf deutsches Gebiet zurü ck q e ke hrt, nachdem die Kappolizei seine Werft in nördlicher Richtung nach der Gegend von Rietfontein S. O. abtransportiert hatte. Morengas Spur ging dann verlorn. Erst am 29. und 30. April wurde durch Augenzeugen festgestellt, das; Morenga sich im englischen Grenzort Bisseport östlich von Klip>- dam gezeigt habe. Als er am 1. Mai auf deutsches Gebiet zurückkehrte, nahm Hauptmann B e ch , früher im Feld- Artillerieregiment 11, der die Msperrungstruppen an der Ostgrenze befehligte, sogleich die Verfolgung auf. Morenga überschritt alsbald mit bewaffneten Orlogleuten wieder die Grenze. Da die Kappolizei, deren bester Wille vorausgesetzt wurde, nicht in der Lage war, Morengas E n t wa f f n u n g zu erzwingen, dehnte Bech die Verfolgung auf britisches Gebiet aus. Am 4. Mai ü b e r r a s cht e er Morenga mit 40 Orlogleuten bei Romisulay, 20 Kilometer östlich von Gappets.. In dem einstündigen Geseck)t ielen 26 Hottentotten, und 23 Gewehre, 100 Patronen und die Pferde Morengas wurden erbeutet. Morenga selbst erhielt zwei Streifschüsse und entfloh mit sechs unbewaffneten Begleitern. Hauptmann Bech kehrte nach kurzer Verfolgung auf deutsches Gebiet zurück. — Das kaiserliche Gouvernement berichtet aus Dar- es-Sa la am folgendes: Die Kompagnie Schönberg operiert seit Anfang Mai am Nembue-Fluß nördlich von Liwale gegen die Matumbileute. Die Verluste der letzteren in "einem kleinen Gefecht betrugen 40 Tote und 30 Gefangene. Tie Kompagnie Wunderlich sichert die Verbindung zwischen Wiaunda und Mahenge. Der Fährbetrieb bei Jfakara ist wieder eingerichtet. Die Operationen des Majors Johannes im Norden des Bezirks Songea nehmen einen günstigen Verlauf. Der Süden von Songea erscheint beruhigt. Aus SfaM und £an&. Gießen, den 15. Mai 1906. ** Auszeichnungen. S. K. H. der Großherzog haben dem Realschüler Gg. Stork zu Rockenberg die Rettungsmedaille, sowie dem Güterexpeditionsvorsteher i. P. Jak. Himmelreich in Darmstadt den Charakter als Rechnungsrat verliehen. "Militärdien st Nachricht. Branscheid, Lt. im Jnf.-Leib-Regt. Großherzogin (3. Großh. Hess.) Nr. 117, wurde der Abschied mit Pension aus dem aktiven Heere bewilligt; zugleich wurde er bei den Reserve-Ofsizieren des Regiments angestellt. ** Lehrerpersonalien. ' Uebertragcn wurde dem Lehrer Jak. Jser zu Haarhausen die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Bauernheim; dem Lehrer Wilh. Lentz zu Geilshausen eine Lehrerstelle an der Gcmeindeschule zu Pfungstadt; dem Lehrer Karl Müller zu Oltterbach die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Schneppenhausen; dem Schulamtsaspiranten Gg. Landmann aus Staufenberg eine Lehrerstelle an der höheren Bürgerschule zu Neu-Isenburg. Bestätigt wurde der von dein Prinzen zu Solms-Braunfels auf die Lehrerstelle an der Gemeindeschule zu Weckesheim präsentierte Lehrer Jak. Kuhn zu Hergershausen für diese Stelle. In den Ruhestand versetzt wurde der Lehrer an der Taubstummenanstalt zu Bensheim Christoph Hartmann au: sein Nachsuchen bis zur Wiederherstellung seiner Gesundheit. "Verhaftet wurde gestern dahier auf Requisition der Kgl. Staatsanwaltschaft Frankfurt a. M. ein gewisser Wegener wegen Kautionsschwindel. Wegener steht auch im Verdacht, hier Betrügereien begangen zu haben. Er gab sich als Vertreter der Wach- und Schließgcscllschaft zu Frankfurt a. M. aus und verteilte hier Prospekte, um Abonnenten zu werben. Falls auf dieses hin Personen an Wegener Geld bezahlt haben, so empfiehlt es sich, der Kriminalpolizei Kenntnis zu geben. *• Uebersahren wurde gestern in der Marburgcr- straße eine Frau von einem Radfahrer und erlitt dabei einen Beinbruch. ** Schlägerei. In der Westanlage wurde gestern abend ein Handwerks bursche von einem angetrunkenen Knecht mit einer Latte zusammengeschlagen. Der Knecht oll von dem Handwerksburschen mit Rücksicht auf seine Trunkenheit gefoppt worden sein, was Ersteren zur Tat vcr- anlaßte. ** Unfug durch Kinder. In der Wilhelmstraße wurde am verstossenen Samstag abend von spielenden Kindern eine Baubude geöffnet und die Werkzeuge und onstige Geräte b c s eh ä d i g t. ** Tiroler-Konzert. Am Donnerstag gastiert im Neuen Saalbau eine Tiroler Konzert-Gesellschaft Tobia? Wilhelm aus Innsbruck. Nach dem uns vorliegenden Programm bietet sie auserwählte heimatliche Gesangs- und Tanz-Vorträge. Die Gesellschaft war jetzt 14 Tage mit großem Erfolge im Museum in Marburg engagiert und gibt hier auf der Durchreise nur ein Konzert. ** Wach- und Schließgesellschaft. Von zustän« diger Seite werden tüir darauf hingewiesen, daß nur der Frankfurt er Wach- und Schließgesellschaft die Erlaubnis erteilt worden ist, hier eine Filiale zu errichten und die Bewachung und Schließung von Gebäuden und Grundstücken 2C. zu übernehmen. Die Angestellten der Filiale sind uniformiert und haben andere Personen keine Veracht^ gung, ein gleiches Institut zu errichten. ** Hessisch - Thüringische Staats lotterte. In der heute fortgesetzten Ziehung der 6. Klasse fiel ein Gewinn von 30 000 Mk. auf Nr. 22701 (nach Schotten), eiu. Gewinn von je 10 000 Mk. auf Nr. 413 (nach Darmstadt) 'und auf Nr. 24142 (nach Alzey), Gewinne von je 5000 Mk. auf Nr. 15281 19693 35686 57999 75315, Gewinne von je 2000 Mk. auf Nr. 12121 13833 21233 31900 39835 40663 41743 44137 54037 57932 70451 78497 86644 86799 88742 97389. (Ohne Gewähr.) K. Grün berg, 14. Mai. In der Ge meinderats- s i tz u n g am 12. d. M. befürwortete der Gemeinderat das Gesuch des Gustav I ö ck e l von Grünberg um Befürwortung der Konzession zum Wirtschaftsbetrieb im Hause Gießener «Straße Nr. 102, da es sich um einen lieber gang vom Vater auf den Sohn handelt und auch seither die Wirtschaft im selben Hause betrieben wurde. Das Gesuch des Gg. Koch von Meßen, im Stadtwald nach Bauxit bohren zu dürfen, wurde abschlägig beschießen. Die Cberförfterei, die darüber gehört worden war, hatte in dem «Sinne geraten, weil durch diese Schürfungen der Wald sehr geschädigt würde und die ebent. geringe Entschädigung in keinem Verhältnisse dazu stünde. Dem seitens des Finanzministeriums an die Stadt gerichteten Ersuchen um lieber» lassung bezw. Stellung eines Bauplatzes für ein ebent. zu errichtendes Dienst- und Wohngebäude des Steuerkommissariats wurde nicht entsprochen, dagegen soll eine Anzahl Grundstücke zum Ankäufe für den betr. Bau dem Fiskus in Vorschlag gebracht werden. — Am Samstag weilte der Untersuchungsrichter vom Großh. Landgericht Gießen mit seinem Sekretär am hiesigen Amtsgerichte und vernahm eine Anzahl Personen über ein Sittlichkeitsverbrechen, welches an einem 13jähr. Schulkinde begangen worden sein soll. Das Resultat war, daß der Angeschuldigte, der frühere Zimmermann O. Wildhack von Grünberg, ein dem Trünke und Müßiggang stark ergebener, übelbeleumdeter Mensch, sofort in Untersuch* ungshaft genommen wurde. 0 Laubach, 14. Mai. Durch herrliches Sommerwetter begünstigt, war der Besuch derGeslügelausstellung am Sonntag ein starker, besonders waren von den Nachbarorten «Scharen bon Besuchern'herbeigeeilt, sodaß gegen abend schon über 700 Eintrittskarten ä 50 Pfg. berkauft waren. Am Vormittage beehrte die Gräfin-Mutter mit ihren Kindern die Ausstellung, am Nachmittage besichtigte diese" Geh. Regierungsrat Schönfeld aus Schotten. Am heutigen Vormittage berweilten in ihr die Schulen aus Wetterfeld und Münster. Nachmittags 4 Uhr fand die Verlosiing statt. Aul 2000 Lose fielen 84 Gewinne, die alle in der Ausstellung angekauft worden waren. Gewinn Nr. 1 (1 Stamm gelbe Langshan) fiel auf Los 1611, es folgen die Losnummern 180, 443, 1897, 271.. — Vor: den Weißbinder Reichhold Eheleuten wird uns mitgeteilt, daß sie eine briefliche Benachrichtigung bon ihren beiden Söhnen in San Francisco erhielten. Danach sind beide unverletzt, doch haben sie ihre sämtliche Habe in den Flammen verloren. P. A Schotten, 15. Mai. Vom 23.—25. Juni L I. wird in unserer Stadt das 3 3. Gauturnfest des Gaues Hessen abgehalten werden. Wie bei anderen Gelegenheiten wird auch bei diesem Feste sowohl der festgebende Verein, als auch die gesamte Bevölkerung darin wetteifern, ihr Bestes zu leisten," um allen zu stellenden Ansprüchen gerecht zu werden. «Sind doch schon seit geraumer Zeit aus allen Klassen der Bevölkerung zusamMengeisetzte Ausschüsse an der Arbeit, das bevorstehende Gauturnfest in würdigster Weise borzubereiten, und als schlagendster Beweis für die Hingabe der Bevölkerung an die schöne Sache mag der Umstand angesehen werden, daß sämtliche zu er-i wartenden Turner (es werden über 60 Vereine sein) in Frei» quartieren untergebracht werden, MässeUquartiere also ganz umgangen werden können. Ms Festplatz dient ein dicht bet Schotten gelegenes Plateau (der Bockzahl), der prachtvolle Blicke in das Gebirge, das Niddathal, auf die Feststadt, sowie die näheren waldreichen Höhen bietet. b Nieder-Bessingen, 13. Mai. Heute mittag gegen 12V2 Uhr schlug ein Blitz strahl, ohne daß man Ahnung von einem schweren Gewitter gehabt hätte, in die Scheuer des Landwirts Johs. Steuernagel V. Jrn Nu stand die vor 14 Jahren erbaute Scheuer in Hellen Flammen und nur mit Mühe konnte das Vieh aus den Ställen gerettet werden. Wäre das Feuer nicht am Hellen Tage und dazu an einem Sonntage entstanden, wo alle Einwohner sofort zur Hilfe am Platze fein konnten, so wäre gewiß ein größeres Brandunglück zu befurchten gewesen, da die angrenzenden Gebäude ganz dicht nebenan stehen. Dank des tatkräftigen Eingreifens der hiesigen, mie auch der Ober-Bessinger Feuerwehr und sämtlicher Ortseinwohner konnte das Feuer bald auf feinen Herd beschränkt werden. Der Abgebrannte ist versichert. Q Ortenberg, 12. Mai. Der Gustav Adolf- verein feiert am 26. und 27. Juni d. I. seine 62. Hauptversammlung in unserer Stadt. Die Vorbereitungen zum Fest, den Gästen angenehmen Aufenthalt zu bieten, sind im besten Gange. O Hirzenhain, 12. Mai. Zum Schriftleiter des Vereinsorgans des Oberhessischen Bienenzüchtervereins „Die Biene" wurde fürs folgende Geschäftsjahr der hiesige Lehrer Hensel in der jüngsten Vorstandssitzung gewählt. — Bleichen bach, 14. Mai. Gestern nachmittag gegen 3 Uhr zog ein sehr schweres Gewitter mit starken elektrische» Struth", norbroeftli wurde vc bände a einen Ge ölendeirmk und erraff c ührlich von hier auf ihn e blick traf hausen, und brack fc f Mutter ein und j int Cbenn üer[d)rouni va^nic be§ Main gelt liegt steht geriet der Während schnitt s den Keh er ins Kr ** K l N a cb b a i Gesanqvm Bestehens, lpaltener S gebildete 3 .„Mr-' bei ber $ find-'?» sia't bis z>iw flrö1 lonferc»; Montan, p.$o beide sind ruebergegan schlug es ei Blist nähr zu schaden. § Ho Gegend eir schlag, i der Umgec Dors Gi - Mit u Tagen be in %Vl- ->K kau." bfCfl Aohn"^ in di- ^ cim"0 die und die, war auch Taz" " f * Ne gange in am §onr zusamr hohen Ei im Ve« Mndlokc L,weqei M Re, Auloeld, Endeten ’SS? werden. ®cnim O » X14s, M M Ätz E- - /.?£» )n zustän« nur der haft die 1 errichten '^n und Filiale Berechti, mmertoetter Stellung en Nachbar- ;egen abend « pro»*® di- 3#* t. Itcffli#«9 9e9m ; man „ bie Sch-"° „ D ß-nd d> mm« und - ««Bet W‘b nm xrS %?r st verficht' f, U^62 H°upt- , bieten. Iino hristls'^Tie wählt- gCI1 In n Gewinn 'n Gewinn und auf Mk. aus ne von je 00 39835 W? 86644 'derats- nderat das ürwvrtung 'm Hause Übergang r die Wirt- 13) des Gg. bohren zu ierförsterei, Sinne ge- r geschädigt m keinem lanzministe- um lieber» r ein event. iude deS sprachen, ufe für den werden. — chter vom am hiesigen en über ein nem 13jähr. efultat war, n 0. Wild- iggang stark ntersuch> N'tiert im ^obiag liegenden * und >Q9e mit unb gibt .y lein, ' ^Qt vc» ^t'^lenden Todes-Anzeige. Heute nacht 12 Uhr entschlief nach kurzem, färoercm Selben meine innigst geliebte Gattin, unsere gute Mutter, Tochter, Schwester und Schwägerin HebLmme Marie Duteniiöfer geb. Schmidt im 35. Lebensjahre. Im Namen der trauernden HlUterblrebenen: Johannes Dutenhofen Leihgestern, den 15. Mai 1906. Die Beerdigung findet Donnerstag den 17. Mai, nachmittags 2 Uhr, statt. mern weist die Ausstellung auf. General-Lehrer T-'rnnkfurtcr Börse. 15. Mai, 1.15 Uhr. 4% Öesterr. Goldrente . . 148.00 Tiirkenlose . . Börse, 15 Mai. Anfangskurse. 219.60 Für die gesamte RedaUwn verantwortlich in Vertr. Ernst Heß. Der Landwirtjoersammlungen ab, auf deren Tagesordnung der vreust. Elektriz. Lahmeyer . . Elektriz. Schnckert . . Eschweiler Bergwerk . Gelsenkirchen Bergwerk . 24.90 . 131.20 . 147.70 . 161.20 . 142.80 T 00.00 92.30 161.10 . 108.80 . 198.50 . 24.80 . 146.00 . 148.80 Harpener Bergwerk Laurahütte . . Lombarden E. B. Nordd. Lloyd . . Türkenlose . Berliner Handelsges Darmstädter Bank . Deutsche Bank . Dentsch-Asiat. Bank Diskonto-Kommandit. Dresdner Bank Kreditaktien . . . Baltimore- und Ohio- Die 6" Eisenlahn . Gotthardbahn . . Lombard. Eisenbahn . Gestern Staatsbahn . . Prince-Henri-Eisenbahn 54.10 91.00 68.55 97.80 3^7. 3% 3*7 ( 3% 3^7, 4% 4% 3%' 3% . . 172.60 . . 142.75 . . 238.55 . . 185.80 . 186.90 . 161.00 . . 216.00 4% Griech. Monopol-Anl. 4% äussere Argentinier . 37„ Mexikaner ■ . . 4^70 Chinesen . . Aktien: Nolte wurde leben sgefährlich verletzt, sein sechsjähriges Enkelkind getötet. — Beim Bn facher Bahnübergang (Karlsruhe ereignete sich in der letzten SRadit ein schrecklicher Unglückssall. Ter Sohn des (^c nerals v. Fr 0 b e n, ein 22jähriger Student, fuhr mit einem Motorzweirad in schnellem Tempo gegen die gcschlos- ene Sckiranke, wurde über diese geschleudert und von dem eben passierenden Güterzuge getötet. Ncwvork, 14. Mai. Aus die vom Konsulat erhobene Anklage aus Mord erklärte der verhaftete Möbelhändler Meher vor dem Bundesgericht, er sei nicht schuldig. Er sowohl, wie seine Begleiterin Christians verzichteten auf ein lveitcres Verhör und erklärten sich bereit, sofort ihre Rückfahrt anzutreten, um den deutschen Behörden aus geliefert zu werden. . . 100.15 . 87.95 . . 100.20 . . 87 95 . . 99.25 Versteigerung. Donnerstag, den 17. d. Mts., nachm. 3 Uhr, versteigere ich zu Langgöns auf Grund des § 383 BGB gegen Barzahlung, eine fette Kuh. dieselbe befindet sich im Stalle des Herrn Gastwirt Anton Nern VII. das. und kann vorher Hierselbst besichtigt werden. Gießen, 15. Mai 1906. [3094 Seidel, Gerichtsvollzieher. . 155.10 . 135.20 . 268.00 . 228.10 4J^0/n russ.Staatsanl. 1905 4*4° „ Japan. Staatsanleihe 4 % Conv. Türken von 1903 100.45 100.70 96.60 105.20 69.55 7020 92.10 94 80 94.90 9C^C1yerlin, 15. Mai. Heute abend hält die Sozialdemokratische Partei in Berlin und Umgegend 43 Volks- Beichsanleihe do. Konsols do. . . Hessen . . Oberhessen Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, mitgcteilt von der Bank für Handel und Industrie. Giessen. . . 254.25 . . 132.50 auf d'e Soldaten, sodasi ein Oberst, Bochum Guss . Buderus E. W . . Tendenz: still. Berliner Canada E. B. . . Darmstädter Bank . Deutsche Bank . . Dortmunder-Union C. . Dresdner Bank Tendenz: schwach. festanten zog nach deut Bahnhof und schleuderte von ^-erne ' ‘ ein Hauptmann und Montag, 28. Mai, im „Sckntzengarten" statt. p. Bonbaden (Kr. Wetzlar), 14. Mai. Gestern und heute sind zahlreiche Gewitter über unsere Gegend medergegangcn, ohne größeren Schaden zu tun. Nur hier schlug cs ein, wobei ein Schcuerdach beschädigt wurde. Der Blitz nahm seinen Weg in den Schweinestall, ohne erheblich zu schaden. § Holzheim, 15. Mai. Gestern ging über unserer Gegend ein schweres Gewitter, verbunden mit Hagel - schlag, nieder. Fast vier Stunden hing das Wetter über der Umgegend. Auch in den Gemarkungen Eberstadt, Dorf Gill und Arnsburg gingen Hagelschloßen nieder. — Mit unserem Schul haus-Neu bau wird in den ersten Tagen begonnen. [] Frankcnberg, 14. Mai. In der sogen. „Brette Struth", einer abseits vom Verkehr liegenden Waldgegend nordwestlich unserer Stadt an der hessisch-westfälischen Grenze, wurde vorgestern eine steckbrieflich verfolgte Zigeunerbande aufgespürt, von der ein Mitglied bei Paderborn einen Gen darmen erschossen hatte. Eine ganze Anzahl Gendarmen, Förster und Landleute umstellten nun den Wald und erwischten auch d?n Mörder, einen 30 Fahre alten, sehr r 'ähnlich aussehenden Menschen. Wachtmeister Bornkessel von hier suchte ihn festzunehmen, woraus der Zigeuner auf ihn einschlug und dann fortsprang. In diesem Augenblick traf ihn die Kugel des Bürgermeisters von Wangershausen. Der Zigeuner taumelte noch einige Schritte weiter und brach dann tot zusammen. fc Frankfurt a. M., 14. Mai. Die Könlgin- Mutter der Niederlande traf heute von Honnef hier ein und setzte nach kurzem Aufenthalt die Neise nach König im Odenwald fort. — Die Leiche des vor einigen Tagen verschwundenen Musketiers Sally B u ch h e i m von der 6. Kompagnie des hiesigen 81. Inf.-Regts. wurde heute aus dem Main gelandet. Ob ein Verbrechen oder Selbstmord vorliegt steht noch nicht fest. — In der Wasserhofstraße 54 geriet der Schlosser Wenzel mit seiner Frau in Streit. Während die Frau mit vier Kindern auf die Straße flüchtete, schnitt sich Wenzel mit einem Messer den Hals bis auf den Kehlkopf durch. In hoffnungslosem Zustand kam 4*/6 -o Oestcrr. Silberrente Ungar. Goldrente . . Arbeiterbewegung. Berlin, 14. Mai. Die Mendblättcr veröffentlichen eine Zuschrift des G c s a m t ve r b a n d e s deutscher Metall Industrieller in der es beißt, daß "cs sich bei den Abwcln maßregeln des Gesamtverbandes tir zwei Prinzipienfragen bandelt, erstens um die Fern Haltung des Normallohns über ei a n z D e u 1 s ck l a n d und zweitens um die Aufrechterhalt uug der Bonität in der Be r ha n d lun g Sfr a g e. Ter Gesamtverband fordert, daß hierbei dos ursprüngliche und na türliche Verhältnis eines direkten Verhandelns zwischen Arbeitgeber und Arbeiter gewählt iverden muß, wenn auch nur eine Partei solches fordert. _ — Den Abendblättern zufolge fit der fb e r l, n c r ch I 0 1 s er -Ausstand beendet, nachdem die Schlv'ser heute den am Samstag von der. Tariskammission der Arbeitgeber iind Arbeitnehmer- 'vereinbarten Tarifvertrag angenommen haben. Ne u Münster, '4 Mai. Ter T e x t il f a b r i k a n t e n - Verein hat einen Anschlag in sämtlichen Fabriken verteilen lassen, demzufolge falls die Ausständigen der Firma Mehrens bis zum Mittnwck nickt die Arbeit ausgenommen haben, die Aussperrung sämtlicher in den hiesigen Fabriken besckm- tigtcr Arbeiter vor fick gehen soll und zwar dergestalt, daß am Mittwoch in acht Tagen sämtliche hiesigen Tcrtiliabrcken st'll gelegt sind. Es kommen da'-ei mehrere tausend Arbeiter in ,rrage. D re^den, 14. Mai "n einer heule nachmittag ab- gchaltenenen, von etwa 2000 Personen besuchten Versammlung der hiesigen Former und G i e ß e r e i a r b e i t e r wurde beschlossen, in die am vorigen Dienstag abgebrochenen l in'g - ungsverhandli'ngen wieder eiuzutrtteii. Aus b-i bisher tätig genwsencn Zchnerkom'nistwn wurden drei Mann gewählt, die auf Grund der ursprünglichen Arbeiterfordcrungen mit einer ebenso starken Kommission d"r Gießcrcibesiüer verhandeln sollen. Seraiewo, 14. Mai. In dem K'ostlen- und Eisenwerk in Z e n i c a ist ein A u s- st a n d ausgebrochen. Tie Ausständigen bewarfen die Gendarmen mit Sternen und ickckstn mit Revolvern. Tie Gendarmen gaben darauf treuer, durch das drei Personen getötet unb fünf verwundet wurden. Auch ein Mndarm wurde verwundet. Von hier wurden zwer .Wom* vagiiien nach seinen entsendet. Hamburg- Amerik. Paketf. 164.50 Harpener Bergwerk. . . 219.40 Laurahütte ...... 249.00 Nordd. Lloyd . . • 131.50 Oberochlec. Eisen-Industrie 132.80 Italien. Bente . . . Portugiesen Serie T . Portugiesen III er ins Krankenhaus. ** K l eine M i t t e i l >> u a e n 0 u si e1 se n 11 n b b c n Nachbarstaaten. In K inzenba ck feiert, anr 1. Fuk der Gesangverein „Fortuna" das Erinnerungstest E'nes 30iahrigen Bestehens. - - In 6; e r 11 § b 0 r i ist ein Kalb nut vollständig ge' fpaltener Aase und Doggen köpf geboren worden. Das mtfr= gebildete Tierckeii ainüstert kick aanz gut aus oieier^oelt^^EE—- Höch st a. M.. 15. Mai. Hier wurde ein M ann ver- haftet, der anscheinend an dem Raubmord an dem Oberstleutnant Rose in München im vorigen Oktober beteiligt war. Rose wurde von zwei Brüdern Bloemers ermordet. Ter Verhaftete heißt ebenso und reiste seit dem Tage der Ermordung unter falschem Namen. Ludwigshafen, 15. Mai. In Friesen!) ain wurde eine Frau, die andern in diskreten Fällen Rat erteilte, wegen Verbrechens gegen bas keimende n e b e n v c r h a f t c t. Es handelt sich um eine ungewöhnlich große Anzahl von Fällen, bei der weite Kreise beteiligt sind.' Die Angelegenheit erstreckt sich auf die ganze um- Vergebung. Das für 1906 im Justizgebäude zu Gießen erforderliche Heizungsmaterial, als Tannenscheitholz, Buchenprügel, Nuß- und Anthraettkohlen 1. Qualität soll im Verdingungsweg beschafft werden. Verschloßene Angebote können bis zum Er- offnungstermin: _ H'7» Donnerstag, den 31. Mai 190G, früh 11 Uhr im Zimmer Nr. 33 des Justizgebäudes niedergelegt werden. Die Vergebung erfolgt unter den in Anlage A zu den, Ministerialerlaß vom 16. Juni 1893, bett.: Das Verdingungswesen, enthaltenen allgemeinen und den dahier aufgestellten besonderen Bedingungen, welche dahier offen liegen bezw. kostenfrei erhältlich sind. Letztere dürften eine Lieferung auswärtiger Bewerber erschweren. Nähere Auskunft erteilt auch der Großh. Hausmeister Goß'nann. Der Zuschlag bleibt 10 Tage vorbehalten. Gießen, den 14. Mai 1906. Der Großh. Landgerichts-Sekretär: Löwer. Volksschulgefetz-Entwurf steht. Unter den Referenten befinden sich N. Fischer, Göhre, Ledebour, Molkenbuhr, Singer, Dr. Bernstein, Tr. Braun und Lilln Braun. Christiania, 14. Mai. TaS Stortbing nahm cin- liinnniq den Gesetzentwunf betr. das Ucbcreinfonuncn mit den deutschen P0st- und Telegraphen-Behörden an, welches die Anlegung und den Betrieb des neuen Tele» graphcnkabels zwischen Norwegen und Deutschland auf gemeinsanie Kosten betrifft. V rü ssel, 15. Mai. In Lüttich wütete ein heftiges Gewitter und richtete unberechenbaren Schaden an. Tie Unterstadt ist überschwemmt; in den Straßen steht das Wasser l1/., m hock. Eine 80 m lauge Mauer ist eingestürzt, die Tivolibrücke ist ebenfalls zusammengestürzt. Personen sind nicht zu Schaden gekommen. Etiva 3000 Pilger, die gegenwärtig in Lüttich »veilen, können nicht nach der Heimat zurückkehren. Cagliari, 14. Mai. Anläßlich der Streitfrage wegen Einführung lokaler Steuern auf dem öffentlichen Marktplätze wurde hier eme tumultartig verlaufende K undgebung veranstaltet. Man zwang die Kaufleute, ihre Läden zu schließen und die Arbeiter, die Arbeit einzustellen. Auch sonst wurden Ausschreitungen begangen. Ein starker Trupp Mam- gpidplnK der «reinigten Frankfurter Stadttheater. Opernhaus. Dienstag den 15. Mai*): „Der Evangelimann." Mittwoch den 16. Mai: „Tie Meistersinger von Nürnberg." Donnerstag den 17. Mai: „Der Bettelstudent." Freitag dc>r 18. Mai: „Die rzauberflötc." Samstag den 19. Mai: „Die Fgchcr von St. Jean. Sonntag den 20. Mai: „Flanto solo.“ vieranf: „Der Postillon von Loiijumeau." Schauspielhaus. Dienstag den 15. Mai: „Ter Verschwender." Mittwock den 16. Mai: „Flachsmann als Erzieher." Donnerstag den 17 Mai: Fum Besten der Pensionsanstalt der stadtt,chen Center. qum ersten Male: „Mamzelle Nitoucke." Freitag den 18 Mar : er Verschwender " Samstag den 19. Mai: „Wallensteins Lager. iDie Piccolomini." Sonntag den 20. Mai, nachmittags 3 Uhr: ".Der alte Bürgerkapitän." Hierauf: „Der rote Sckornstemseqer. Zum Schluß: „Dodgefchosse." Abends 7 Uhr: „Der Verschwender. •) Amana, wenn nick« ander? bemerkt, abends um 7 Ubr. y. Wetzlar, 14. Mai. konferenz für die Lehrer des Kreises Wetzlar findet am mehrere Karabinieris d ch Steinwürfe verletzt wurden. Trilppen wlirden genötigt, von den Waffen Gebraiich machen. Ein Manifestant wurde getötet, zwei schwer verwundet. Petersburg, 11. Mai Der heutige Tag verlief ohne b e m e r f c n ? m e r t e Zwischenfälle Rur in der Fabrik von Koiewnikow kamen R u h c st ö r u n g e n tior _ Dorr wollten feiernde Arbeiter die Arbeitswilligen an der .lrbeit verhindern Es entstand eine Rauferei, wobei auch Revolver- scküsse fiel'-n. Polizei und Kosaken stellte die Ruhe nneber her. Petersburg. 11. Mai Tel-gramme aus zahlreichen Städten melden, daß ein Teil der Arbeiter am heutigen Tage gefeiert Hal. Tie Ruhe wurde im allgemeinen Nickt gestört, mir in Wologda kam cs zu Ruhestörunaen. >,ie Bauern warfen 2:eine gegen die Arbeiter, welche mit Gewalt die Em- stellung in den gewerblichen Etabli'semeui-> berbeitührten und die Schließung der Läden erzwangen. Als Schüsse abgefeuert wurden lies die aufgebrachte Menge nach dem ^tadthause, nm es in Brand zu stecken. Gouverneur LadNninski, der tiach dem Brandplatz kam, wurde vorletzt. Auch mehrere andere Personen Dcrmifcbtes* * Reue E i s cn b a huu u fä 1 l e. Bei dem Bahnüber-- äanae in der Nähe von Bettenhausen bei Kassel streß am Sonntag ein Fuhrwerk mit einer Lokomotive 'Ufa mm en. Das Fuhrwerk wurde von dem vrerMeter stoben Eisenbahndamm hinabgeschleudevt. ------‘__ k’-. iecii .....I■ rI _ Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. rrorausstchtlichc 2bUtternug in Hessen für Mittwoch, den 16. Mai 1906: Allmählich wieder Austieiterung, etwas warmer, leicht heiter und trocken. Nähere? durest die Gießener ^9ettersarte. Entladungen ül ruisere Gemarkung. Ein Blitzstrahl fuhr in die zwischen hier und Bergheim weidende Gänseherde und erschlug etliche zwanzig Gänse. 0 Zeilbach, 14. Mai. Am Samstag abend, als kaum der Feierabend begonnen, brach Feuer aus in der Wohnung der Witwe Vindewald. Da das Feuer sofort in die Sckeucr schlug, griff es so rasch um fick, daß nicht einmal alles Vieh gerettet werden konnte. Während man die Kühe in Sicherheit brachte, verbrannte eine Ziege itnb die H ü h n e r. Die andere Ziege, welche die Frau besaß, war auch schon angebrannt, als man sie rettete. Auch im W 0 hnhause konnte nichts gerettet werden, alles verbrannte. Da'u ist die Frali mit nur 950 Mk. versichert. Die niedergebrannte Hofraite befand sich neben der Schule. Darmstadt, 14. Mai. Dem Vernehmen der „Frkf. Ztg." nach hat der Stadtverordnete Lindt bei der Bürger» meisterei beantragt, gegen die Einführung einer Fahr karten st euer, soweit sie städtische Jntereffen berührt, bei der hessischen Regierung vorstellig zu werden. p. Wetzlar, 14. Mai. Im „Schützengarten" hier findet eben eine Allgemeine Hundeausstellung statt. Fast sämtliche Hunderassen, vom niedlichen Wachtelhündchen bis ziim großen Bernhardiner, sind zu sehen, lieber 150 Num- Heute und morgen: [B“/4 Faselochsenfleisch 45 Pf. in frischer Rostung vorrätig Elise Rühl Seltersweg 25. [DT/« Germania-Drogerie Frankfurter Str. 39 Telephon 693 Versteigerung- Donnerstag, den 17. Mai, nachmittags 3 Uhr folleii im städt. Pfandlokale Seltersweg 11 dahier die wegen rückst. Gynm. Vorsch. Geld, Realickul- und Mädchen- schulgeld, Gas- und Hol^geld gepfändeten Gegeiiständc Möbel aller Art, 1 Partie buchene Bohlen, 2 Stämme eich. Solz, gescknittci», 1 Pferd niid 1 Wagen verweigert werden. >3015 ©emmeder, Pfandmeistc. 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