Nr. 102 Erscheint täglich außer Sonntag-. Dem Gießener Anzeiger werden im Wechsel mir dem hessischen Landwirt die Siebener Familien- blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brüh l'sehen Umoers.-Buch-u.Stein- druclerei. R. Sange. Redaktion, Grvebttura unb Druckerei: Gchulstraße 7. Redaktion 113 Verlag u.Exved.e^Abl Adresse für Deoeschen: Anzeiger Gießen. Erstes Blatt 156. Jahrgang Mittwoch 2. Mai 1906 Gießener Anzeiger w General-Anzeiger & ** Amts- und Anzeigeblatt fiir den Kreis Gießen yezugspret-r monatlich 7bPl^ viertel- jährlich Akk. 2.20; durch Abhole- u. Zweigstellen monatlich 65 Pf.; durch die Post Alk. 2.— viertel- sährl. ausschl. Bestellg. Annahme von Anzeige» für die Tagesnummer bis vormittags 10 Uhr. Zeilenoreis: lokal 12 Pf^ ausivärts 20 Pig. Verantwortlich für den poltL und allgem. Teil: P. Witt ko; fut „Slndl unb Land" und -GerichtSsaal". Ernst Heß; für den Sin« zeigenteil: HanS ®cd. 3 re KLe heutige Dummer umfaßt 10 Seiten. Aer Kaiser in Hießen. Gießen, 2. Mai 1906. Gestern kurz nach der Abreise Seiner Majestät ging uns von bestunterrichteter Seite ein Bericht zu, dem wir folgendes entnehmen: Tas Regiment hat dem Kaiser vorsühren dürfen das Resultat ernster und schwieriger Arbeit der K o m m l s s i o n, die berujen war von Allerhöchster Stelle, um das Exerzierreglement für die Infanterie in neue Formen zu gießen. In jeder Weise hat das Regiment diese stolze Aufgabe auf das Beste und zur höchsten Zufriedenheit Seiner M a j e st a l des Kaisers erfüllt. Ewig unvergeßlich ,verden den: Regiment die Worte fein, die der Kaiser an die Bataillone richtete, m welchen er ihnen die ernsten und hohen Ziele vor Augeii führte, die sie anzustreben habeii, und ebenso unvergeßlich feni Abschledsgruß: „Adieu Kameraden!" Ziim Früh st ü ck vereint mit dem Ofstzierkorps und den Spitzen der Behörden, zeichnete Seine Majestät eine Anzahl der Offiziere, sowie den Provinzialdireklor Geheunerat B r e l d e r t und den Professor B i e r m e r durch eine längere Unterhaltung aus. Ter Regimentskommandeur Oberst v. Lindenau hieß mit zu Herzen gehenden Worten Seine Maieslät m den altehrwürdigen Räumen des Offizier -Kasinos willkonimen und brachte den Tant der Sühne aus dem Vogelsberg, aus dem Büdinger Land, aus den Talern der Lahn und der Nidda dar, die stolz daraui waren, dem hohen Ehei zeigen zu dürfen, was Hessens Sohne im Rolle des Kaisers leisten. Sein Hoch galt dem Allerhöchsten Ehei des Regiments. ©eine Majestät antwortete in längerer Rede, in welcher er dem Regiment seine volle Anerlennung für die Hingabe an den Dienst ausjvrach und besonders hervorhob, daß das Regiment „das neue Exerzier- Reglement aus der Lause gehoben habe". Tie unvergeßlichen Worte Sr. Majestät klangen aus in dem Wunsche: „Das Regiment möge bleiben: Der Stolz feines Ehefs, die Freude feines Landesherrn und der Schrecken des Feindes!" Tie leider nur wenigen Stunden im Kreise des Ofstzierkorps verliefen m anregendster Weise und viel zu früh schlug die Scheideslunde. Die Worte, die der Rektor der LandeSuniversität Geh. Hosrat Professor Dr. Behaghel zur Begrüßung Sr. Majestät des Kaisers gesprochen und die der Drucksehlerkobold leider arg entstellt Halle, lauteten-folgendermaßen: Wollen Eure Majestät allergnadigsl gestalten, daß ich Eure Majestät begrüße im Rainen der hessischen Ludivigsuniversiläl als dcli erlauchten Schirmherrii deutscher Wisjenschait, der auch auf diejein Gebiete überall eigenen Gedanken, modernen Gedanken unb Zutunstsgedanken Raum gtebt und Raum schasst. Heber den Verkauf des Frühstücks im Offizierskasiuo haben mir noch folgendes unserem gelingen Bericht nachzutragen. Für Seine SLajeftät mar ein eleganter Salon nebst Toileiteraum (oueü) die Möbelfabrik Karl ckllückrarh) ein* gerichtet worden. Zm letzteren mar eine Telephon-Einrichtung angebracht und dre raiserllchen Telegrammformulare aufgelegt. -~ee Kaiser verweilte nach seiner Ankunft kurze Zeit in dmsen biuuinen, besuchte die anderen Räumlichkeiten deL Kasinos und zeigte besonderes Interesse für ein Standbild (Kiedrich Wilhams i., eine Kopte, die dem Regiment von dem Vater dcd Leutnants Hilgers gestiftet worden war. Die Bikoee des Kaisers und des Gro^rzogs wiesen eine geschmackvolle Zahnendetoration auf. Vor Dem Frühstück hielt Majestät eine halbe Stunde lang Cercle. Er geruhte daber nut Professor Tr. Biermer und dem gerade aus Südwestafrika zur nage kehrten Oberarzt Tr. Schaaf ftch längere Zett zu unterhalten. Das einfache Frühstück selbst begann nach 11 Uh. und war nach einer Stunde beendigt. Die Speisenfolge mar-: Suppe, Kcllbsrippe mit Spargel, Hammelrücren, Saiat uni) Kartoffeln, Kirichtuchen, Butter und Käse, Früchte. Links von o. Majestät saß Oberst v. Lindenau, rechts der Korpskommandeur Exzellenz v. Eichhorn und neben diesem Fürst Karl zu Solms-Hock-ensolms-Lich, Dem Kaiser gegenüber hatte £ucrftleuinant v. Eon.a Platz gesunden, rechts uno links neben ihm P-rovinztaloer-kror GeiMmerat Dr. Brridert und Rektor Seh. Hosrat Professor Dr. Be- haghcl. Es folgten dann die ^s|iztere des Regiments, die höheren Stabe und das Gefolge. Nach oem Frühstück lueutc Der Kaiser noch^F Stunden in zwangloser Unterhaltung im Kreise der Offiziere. Kurz vor der- Abreise vejichtigte Seine Ataiestät das Bild Der gefallenen Offiziere des Regiments und sprach mit Musikdirektor Krautze. Ilm 123,4 Uhr imjceii Die kaiserlichen Automobile vor und es erfolgte Die Abfahrt nach dem Bahnhof. Ordensverleihungen. Tie hohe Anerleunung, Die :ut. der Kaiser seinem Regiment zuteil werden ließ, kam auch durch folgende Orden s v e r i e i h u n g e n zum Ausdruck. Oberst v. Lindenau erhielt den Kroncnorden 2. Klasse, die tzauptieute v.Bursztini, v. Kamecke und Freiherr von Gil lern den roten Adlerorden 4. Klasse, Oberleutnant Soldan wurde als Oroonnanzoifizier S. Majestät mit dem Kronenorden 4. Klasse ausgezeichnet. Die Abreise. Am Bahnhof hatten -ich u-nim. General v. Eichhorn, Provinzialdtrektor Geheimerat Dr. Breidert, Oberst von Lindenau und Polizeiamtmann Herberg zur Verabschiedung eingesunden. Der Kaiser bestieg alsbald den Salonwagen und unterhielt sich vom offenen Fenster aus mit Geheime- rat Dr. Breidert und Oberst v. Lindenau in herzlicher Weife. Punkt 1 Uhr setzte sich der kaiserliche Sonderzug unter lebhaften Hochrufen des Publikums in Bewegung. Das Fürstenzimmer auf dem Bahnhos war, ebenso wie der Bahnjteig bis zum Salonwagen, durch die Möbclsabrik Th. Brück auss geschmackvollste mit kostbaren Perserteppichen und Lausern hergerichtet. Die hübsche Pskanzen- bel'oration stammte von der Firma Becker. Ter Kaiser unterwegs. Kassel, 1. Mai. Ter Kaiser trai heute nachmittag gegen 3.30 Uhr von Gießen kommend auf dem Bahnhöfe Wilhe I m s- h ö h e ein. Dort bestieg den Zug der dorthin beorderte Komre- admiral v. Müller. Stach dem Wechsel der Lokomotiven fuhr der Zug nach Leinefelde roeuer. Potsdam, 1. Akau Der Kaiser traf heute abend 10 Uhr 45 Min. hier ein und begab sich ins Sladtjchloß. Ter Kaiser und die Gießener Korpsstudenten. Der 8. C. zu Gießen, der an dem in den Korps- farben der hiesigen KorpS prangenden Korpshaus der Teutonia in vollem Wichs Aufstellung genommen und Se. Majestät begrüßt hatte, schickte dem Kaiser folgendes Hukbigun gs- t e l e g r a m m : Der zu Ehren Eiv. Majestät auf dem Korpshaus der Teutonia versammelte 8. C. entbietet Ew. MaMat untertänigsten Willkommen- grüß mit dem Gelöbnis unverbrüchlicher Treue und Anhänglichkeit. Ter 8. U. zu Gieren. Das Antwort-Telegramm Sr. Mas. des Kaisers lautet: Gießen, 1. Mai 1906, Offizierkasino. Ich danke dem 8. C. zu Gießen für die mir gebrachte Huldigung und trinke auf ein ewiges vivat, florcat, erescat der Gießener Korps. Wilhelm I. B. Unfälle. Trotz des großen Menschenandranges sind schwere Unfälle nicht vorgekommen. Außer bei einigen Ohnmachtsanfällen hatte btc SantlätSkolonne fast feinen Anlaß in Tätigkeit zu treten. Nur nach der Abfahrt des Kaisers am hiesigen Bahnhof ereignete sich em eigentümlicher bedauernswerter Unfall. Einige Frauen hatten sicy, um den Kaiser zu sehen, auf das Glasdach an der Vorhalle bes Bahnhofs begeben. Nachbem der Kaiserliche Zug, abgefahren war. stürzte bie Frau eines Baynbeamten durch das Glasdach in die Halle. Eine Abteilung ber Sanilätskolonne brachte die Verletzte zunächst in den Gepäckraum und dann mittels einer Droschke nach ihrer Wohnung. Die Frau trug Verletzungen an der Hand davon, und wenn nicht innere Verletzungen emgetreten sind, wird der Unfall feine weitere Folgen haben. In der Grünberger Straße war em Junge auf einen Baum gestiegen um den Kaiser zu sehen. Er stürzte herunter, jedoch ohne Schaden zu nehmen. Aus der Umgegend. Von den Orten, die der Kaiser gestern auf der Fahrt nach Gießen passierte, gingen uns noch solgende Melbungen zu: — Großen-Liudeu, 1. SDlat. Ter Gememderat beschloß heute, die vom Kaiser passierte Ortsslraße künstighin Kaiser- sl r a ß e zu neunen. -t- Lang-Göns, 1. Mai. Heute morgen 8 Uhr 5 Min. fuhr Se. Mas. der Kaiser durch unjdren festlich geschmückten Ort. Ter Kriegerverem, die Feuerwehr, beide Gesangvereine, Schultulder und Orlsvorsiaud bildeten Spalier. Voii den Nachbarorten Niederkleen, Dornholzhausen u. s. w. waren vielfach Neugierige herbeigeeilr. ♦ Frühere Hoheuzollernbesuche. Ueber zwei Besuche, die Kaiser Wilhelm I. mit dem Kronprinzen Friedrich Wilhelm, allerdings vor Errichtung des Deutschen Reiches in Gießen unb Unigegcnb machte, sei folgenbes berichtet: Zinn erslenmale tarnen 18 6 3 König Wilhelm unb ber Kronprinz nach Gießen. Es ivurde längerer Aufe.tthakl auf bem Bahnhof genommen, ohne baß ine Bewohner der Siadl von bem Besuche Rolrz genommen hätten. Das Oisizierkorps des damals in Wetzlar garmionierenbcn preußischen 8. Jägerbaia illons hatte sich zur Be- grüßung des Königs am Bahnhoi m*Gießen euigefundeu unb der damalige Landrat des Wetzlarer Kreises, v. Dieft, haue sich dein Offiziertorps aiigeschlosien. Als der Kronprinz den Laudrat sah, sagte er mißgestimmt: „Was wollen Sie denn hier in der hessischen Stadt'?" Als der Landrat den Kronpruizen nun auf die Bürgen Gleiberg und Vetzberg nahe dem Bahnhof Gießens Ijimuies unb jagte, daß diese schon zum Kreise Wetzlar gehörten, amivorlele er: „Ach was, wir sind doch hier in einem fremden Laude unb «licht in Preußen!" — ja in einem fremden Lande anno 1863 zur Zen des deuljcheil Bundes. Aber heute wurde der Enkel König Wilhelms und der Sohn des damaligen Kronprinzen von der gejantten Ein- wotznerjchaft und der der Umgebung, die in Scharen gekommen waren, nut endlosem Jubel ernpsaiigen. Im »erojt ocs ^ai/ies iouu w.n König Wilhelm mit der Dahn nach Gießen unb fuhr von da durw Die Frailliurterstraße unb durch Klcm-Lmden, um zwischen Klein-Linden, Allendorf unb Lüizellinoell auf dem sogenannteit Bergseid die Besichtigung der seit 1867 in Gießen liegenden 116 ec und der hessischen Division Lorzmiehnteit. Arn logcncnntcn grünen Weg bestieg er damals das Pferd unb die Zuschauer erzählen heute noch, von der Bel-cndigkeit, mit der der damals 72 jährige Vtönig das Pferd bestieg und davon ritt. Ter Bruoeihatz zwisä/m bei Bevölkerung Der hessischen unb preußischen ^rte — bekanntlich grenzen zwischen Kcküi-Linden und Lützelkinden Die Kreise Wepürr und Eiepcit aneinanber — machte sich damals, drei Jahre nach 1866, noch sehr bemerkbar. Ars Die pceußi>chen Bauern rüsen „Guten Äiorgen ,verr König'!" unb bann „Unser König 1ehe hodj" blieben die Hessen smmm. dem Wegritt des Königs tönte sogar he,sisa)er,cits bei Ruf: „Ihr Preußen mawt Eicch über bie Grenze". Wie anbeis uno besser i|t es büa> heute geworden. Bon der F-reundlichkeü, mit her fuo bamuiD König -->Ül-ekm selbst die Heizen der hessischen lüucrtanen zu erringen ivußrc, gilt folgende Epiwde Zengins: In einem £)Oie zu Kleur- Lüwen saß ein altes Äcütterchen, ihreii Enkel aus dem Schoße baltenb. F'reunblich läckÄnb rief ber greife König: „Guten ytorgen, Großmutter, wie gehts?" Tas Herz der Großmutter war geivountn, Denn sie sagte settbem immer: „Etzt soll mer noach ans Den König von Preußen sü-elle, boas es a gourer Mann." Unb bieseut Ausspruch schwß sütr auch eut alter Mann an, ber in einem anberen Hose Holz hackte; auch ihnt l-atte Der König zugeruien. Diese Amvefenhett bes Königs trug viel dazu bei, baß bas Verhältnis Der Grenzorte em besseres würbe. Sck-on Osters ist bavon die Rede genxicn, an ber in Klein-Luibener Gemarkung gelegenen Stelle, an ber der König das Pferd beflieg, einen Cücbcuf,iein zu crnchleu. IcuLjche Waiseier«. Au§ Berlin wirb uns geschrieben: Der Zauber des Frühlings m oem Maifeiertag ber S^ial-. bemoirdüe wirksam zur yilje gelommen. Auch btejenigen, die urspiunglich erllärt hatten aroeiten zu wollen, ertrugen ben Anblick des lachenden blauen Himmels heute morgen niajt lange unb schlossen sich "ben ^-eicnibeii an. Benüi ist mit jpazieren- gchendeit Arbeitern gejimt, und die Straßelt rnaä-en, besoubers im „Rorden" unb im „Osten", einen beinahe icfuuglidjcn Em-- öruä. So groß ist der Emjluß eines ajigviiebmen Beispiels, baß auch aus Bürgerkreisen milieiert, wer es kann. Die etwa 13U Ver,amuttuiigen waren kolossal besuäü, bie gieichkauteiiden Re i o l n i i o n c n für ben 8 jt ü n b i g e n Rornrakarbeits« tag unb für bie Einführung des allgemeinen und bi» retten Wahlrechts in Preußen sanden einmütige Annahme. Soweit kann die Lozialdemoiratie von einem voilständv- gen Erfolg chrer Werbung unb ihrer wieder glanzend burchgesühr- len orgauisatorischen Tätigkeit spreclien. Es klappte alles. Aber, ivas nachher kommt, bas beschwört ernftc Sä-wierigketten herauf. Ein grober Teil ber Untccneomevberbanbe wul mit Aussperrungen von verschiedener Dauer aus bie ArbeitÄtieberkegung des 1. Acar antiuorten. So sollen die Bauarvetter, die heute feiern, cr|t am Donnerstag wieder beschäftigt werden. Roch empsilidlick>er und umiaiicnöct ist btc Aussperrung in der Metallindustrie: Belriebseinsteklung bis zunt Rkontag. lUcorgen, Rclitwoch, bereits findet eine Konferenz im Berliner Gewerkschastshans stall über die Unterstützung der Ansgesperrten und Emka,lenen. Hofsoi''.lich spitzen sich diese Differenzen zwischen Aro^itgebern unb Arbeünehmern niä-t zu Kampsen zu, von benen das ganze Ge.verbe erfaßt und viele andere in Mitleidenschaft gezogen werden. Tie gewaltige und noch immer reichen Ertrag ver,prechende Entwickluiig bis Wirtschaftslebens würde beklagenswert zum Stillsiaiid gebracht iverden, locnn auch der Gedanke, eines General,treiks nicht durchführbar erscheint. Das Straßenvild wird durch ben sozialdemokratischen Feiertag wesenllich beeinflußt. Ter Mangel an Droschken ist auffallenb, die ^iraßenhandler feiern. Viele Geschäfte in ber Pertphcrie, Gaslwirtschasten, Schlachtereien, Bäckereien, Barbüre unb ^igarrenlaben jchwsfen in ben Vormtttagsstunben infolge der Einwirkung ber Kundschaft. Die Fabriken stehen zum Teil still, auf ben Bauten wird saft nirgends gearbeitet. Die Zahl b er feiernden Arbeiter wird von ben soz. Organisationen aus 100 000 bis 120 000 angegeben. An einzelnen ^stellen wurden Lcinonstralionen, weiche aber von ber Polizei ohne Schwierigkeiten verhinbert wurden, beranftaltet. Die Maifeier imReiche scheint ebenfalls ruhig verlaufen zu sein. Von allen Seiten gehen Telegramme ein, die lediglich das Ausbleiben aller Zwischenfälle zu melden wisien. Aus Hamburg wird vom 1. 2)iai gemeldet: Der Verein Harnourger Reeder, die Vereinigung Hamburger Schiffsmakler und Schiffsagent en und der Verein der Stauer in Hamburg-Altona von 1886 erließen eine Bekanntmachung, derzusolge wegen des Umstandes, daß bie über* wiegende Mehrzahl der Schauer l eute wegen der soziak- demokralischen Maifeier heute nicht zur Arbeit erschien, bie vorher angeiündigke Aussperrung ber yciernben Arbeiter dis zum 11. Mai in Kraft tritt Tie Schustergesellen der Reparaturwerkstätten traten in den Streik ein. Auf dem Aachener Hüttenaktienoerein „Rote Erde" haben die Lkrbeiter des neuen Stahlwerkes die Arbeit eingestellt, nachdem sie vor 14 Tagen ihre Kündigung eingereicht hatten. Die Arbeiter wollten sich eine 10 pcozentige Lohnverminderung nicht gefallen taffen. Nach Angaben der Direktion sind in den einzelnen Betrieben des Werkes durchweg Lohnerhöhungen vorgenommen worden, ausgenommen lediglich die Stahlwerke, in denen bie Löhne hoch genug seien. Der 1. Mai in Frankreich. Paris, 1. Mai. Tie Maiseier hat hier mehrfache Störungen im Gefolge gehabt. Im Vorort Belleville kam es am Ätorgen zwischen mehreren hundert demonstrierenden Streikenden und Der Polizeiwache zu einem Zusammenstoß. Beiderseits; wurden Schüsse gewc-chselt. Ernstkiü> verletzt wurde niemand. Tie Straßen sind am Morgen saft leer. Die Straßenver- kauser seylen vollständig. Sehr viele Geschäfte sind geschlossen. Auch die Barbiere und Aechsclgejchujte haben geschlossen. Truppenabteilungen durchziehen die Straßen. Viele Lieferanten, auch die Brotaustragerinnen, sind heute ausgeblieben. Troschken sieht man nur vereinzelt. Andere Wagen überhaupt nicht. Um IOV2 Uhr vormittags hatten bie Truppen den ersten Anlaß, gegen die Maiseiernden einzuschreiten, und zwar aus der Place de la Rvpublique. u Anarchisten wurden bei ihrer Ankunft in Paris verhaftet. Nach dem mlltags eingetretenen Regen wurden die Straßen belebter, Militär zeigte sich nur vereinzelt. Gegen 11 Uhr 20 Minuten versuchten die streikenden Buchdrucker am Eingang der Arbeiterbörse, sich zu einem: Zug zu formieren als Kundgebung für ben Achtsrunbentag. Tie Polizei griff aber sofort ein und es entstand ein heftiges Handgemenge, in dessen Verlaus mehrere Manifestanten zu Falk tarnen und nut Füßen getreten wurden; zahlreiche Verhaftungen wuiden vorgenommen. Einer Grupps von zweihundert Manisestanten gelang es, sich wieder zu samniem und unter Absingen der „Internationale" bis zum Fauburg du Temple vorzuDringen. Schutzleute zu Rap holten Die Maniseimritei'. ein, wurden aber mir Stein-« würfen empfangen. Nachdem die Schutzleute .Verstärkung erhalten hatten, stiegen sie von den Radern und zogen chre Revolver, woraus die Manifestanten sofort 11 ad) allen Richtungen auseiuand'erlicfen Es heißt, daß niemand Ver-- setzt Warden sei. Eine Anzahl Fenster einer Kaserne wurden zertrümmert, was den Truppen Ansatz gab, gegen die Menge mit blanker Waffe v'orzugehcu, wobei mehrere Perle tz n n g e n borkamen. Tie Polizei ist durch die fortwähreu- bcn Aufregungen seitens der Kuudgeber sehr erregt. Um ?, Mir rückte die Kavallerie aus. Ernstere Zwischenfälle waren bis gegen abend nicht zu verzeichnen. Unter den Peichasteten befinden sich auch mehrere Fremde, darunter ein angeblicher Delegierter der deutschen Sozialdemokraten. Auf dem Boulevard Magenta taurden nach zweimaliger Aufforderung Demonstranten durch Kavallerieabteilungen zerstreut, wobei mehrere Personen durch Pferdetritte verletzt wurden. Tie Hauptgebäude der Stadt sind sämtlich durch starke Militärposten besetzt. Tie Straßenbahnen sind im Betrieb, werden iedoch vom Publikum wenig benutzt. Viele Läden, welche geöffnet waren, hatten ihre Schaufenster geräumt. Die Zahl der Ruhestörer auf der Place de la Republique wird auf etwa 20 000 geschätzt. Sie sl ürzten gegen 8 Uhr abends in Faubourg du Temple einige Tram wagen der Drahtseilbahn um und versuchten eine Barrikade zu errichten. Kavallerie trieb die Menge mit Säbelhieben auseinander. An 50 verwundete Ruhestörer wurden nach der auf der Place de la Revubligue errichteten Ambulanz verbracht, ebenso eine Anzahl Soldaten und Schutzleute, die durch Steinwürfe und Flaschenscherben verletzt worden waren. Bis 10 Uhr abends wurde die Zahl der Verhafteten auf etwa 1500 angegeben. Am Quai de Iemappes und Quai de Valmut fanden gleichfalls am abend Ansammlungen statt, die von der Polizei zerstreut wurden. Dabei fielen einige Schüsse, durch die ein Polizei beam ter verwundet wurde. Später griffen an derselben Stelle Dragoner ein, um Sicherheitsbeamte, die von Demonstranten umringt waren, zu befreien. Verschiedene Bomben, die im Laufe des Tages in verschiedenen Stadtvierteln aufgefunden wurden, stellten sich bei ihrer Untersuchung als ungefährlich heraus. Im Laufe des Tages und abends wurden 14 Polizisten leicht verletzt. Die Zahl der Verwundeten auf Seiten des Publikum? wurde nicht angegeben. Unter den Verhafteten befinden sich 71 Ausländer und zwar fast ausschließlich Mitglieder des „Russischen Bundes". Diese werden ohne Ausnahme aus Frankreich ausgewiesen. Ter Kriegsminister verfügte über den Leutnant T i s s e r a u d de L a u g e F e st u n g sh a f t. 2(u§ der Provinz werden auch einige Zwischenfälle gemeldet. In Toulouse wurde eine Haussuchung in dem Schlosse des Grafen Lassns vorgenommen, in MarseiIle Lei dem Lokale des bonavartistnchen Blattes „L'Aiglc". Ber- schiedene Papiere wurden beschlagnahmt. In dein Schlosse des Grasen Dillvn auf der Insel Vorder wurde ebenfalls heute eine Haussuchung vorgenommen, ebenso bei verschiedenen anderen politischen Persönlichkeiten. Die Ergebnisse dieser Haussuchungen sind noch nicht bekannt. In Borde nur streiken die Angestellten der staatlichen Streichbölzer- sabriken. Die Straßen der Stadt werden von Patrouillen durch- -zogen; im Arsenal wurde von vielen Arbeitern gearbeitet. In Brest verbot der Präfekt einen Umzug der Dockarbeiter. Es kam zu einem Handgemenge. Mehrere Verhaftungen ••würben vorgenommen und Personen erlitten leichte Verletzungen. — Ist Lyon erfolgten einige Straßenkund- gebungen, die vorn Militär niedergeschlagen wurden. In einer Straße wurden Straßenbahnwagen angehalten und die Scheiben zerbrochen, wodurch einige Jm'affen leichte Verletzungen erlitten. Berittene Schutzleute gingen gegen die Unruhestifter vor und verhafteten mehrere von ihnen. Die Kaufleute schloffen ihre Läden während der Kundgebungen. In Lens evplodierte vor der Wohnung des Direktors Leconte eine T n n a in i t p a t r o n e , welche großen Materialschaden anrichtete. Personen wurden nicht verletzt. Haussuchungen, welche im Zusammenhang mit dem Attentat vorgeuommen wurden, blieben ergebnislos. Ter Generalsekretär der Goiireberation du travail Levy Ivurdc in der letzten Nacht aus dem Liwuer Bahnhof Verhaftet. Der anarchist. .Hauseigentümer FroNrentin, gegen den anläßlich der jüngsten Haussuchungen ein Haftbefehl erlassen worden war, wurde in seiner Villa bei Paim- boeuf festge u ommen. * Rücktritt des Ministerpräsidenten nnd der 1. Mai in Rußland. Die Meldung von bem bevorstehenden Rücktritt des Grasen v. Witte ist amtlich noch nicht bestätigt. Doch dürste der Rücktritt Ereignis werden. Die neue russische Anleihe 'ist glücklich nntergebracht; da kann Gras Witte, immer noch der fähigste und bedeutendste der russischen Staatsmänner, gehen. Was nun folgt, wird vermutlich die schÖnsärberischen Berichte der russischen Regierung von zunehmender Beruhigung und Rückkehr zu normalen Zuständen anss kräftigste Lügen strafen. Es hieß unlängst schon, daß in aller Stille die „Revision" der gewähren Freiheiten beschlossen worden sei. Gras Witte scheint als kluger Mann diese verhängnisvolle Schwenkung nicht mitmachen zu wollen. — Als Kandidaten für den Posten des Premierministers werden Goremytin und Kokowzew genannt. Der 1. Mai ist in Rußland recht ruhig verlausen. In Warschau war schließlich absoluter Stillstand eingetreten. Alles war geschlossen, Fabriken, Kaufläden und sogar Konditoreien und Kaffeehäuser; Trambahn- und Droschkenverkehr waren eingestellt. Man sah nur wenige Fußgänger auf den Straßen. Zahlreiche Kavalleriepatrouillen durchzogen die Straßen. Tie Vorstädte waren militärisch vom Zentrum abgesperrt. In der Rächt gum 1. Mai wurden zwei Polizisten erschossen. Der Tag verlief ohne große Unruhen. Einige Stadtteile waren militärisch besetzt. Der österreichische Generalkonsul wurde von Soldaten tätlich angegriffen. In bem Gefängnis brach eine Meuterei ans, die aber unterbrüeft wurde. — In Moskau nahm die Polizei Haussuchungen vor, bei denen Vorbereitungen zu revolutionäre Bestrebungen entdeckt wurden. 14 Revolutionäre würben verhaftet. Während die Verhaftungen vorgenommen wurden, schoß eine Frau mit einem Revolver auf den Gendarm e r i e h a u v t in a n n, während eine andere eine Bombe warf, die aber nicht explodierte. Prof. Schepkin in Odessa depeschierte dem Ministerkomitee, die Bevölkerung fordere, daß der Offizier Taraffow, der vorgestern im Gefängnis den Soldaten befahl, die politischen Verbrecher Becker und Lobanetz ohne Gericht zu erschießen, vor Gericht zu ziehen. Die Stimmung in der Stadt ist erregt. Der Petersburger Rechtsanwalt Margolina erhielt aus Berlin einen zweiten Brief, der die in dem früheren Briefe in Aussicht gestellte UebertragungSurkunde über 1300 Rubel enthielt. Margolina ist überzeugt, daß Gap an von Revolutionären erniorbet worden ist. Einer Zeitung ging ein von einem Mitgliede des Gerichtshofes der Revolutionäre unterzeichneter Brief m, in dem erklärt wirb, Gapon sei als ein Verräter getötet worben. Verschobene Anzeichen legen die Vermutung nahe, daß der Mord in Finlanb verübt worben ist. ______________________________ Deutsches Reich. Berlin, 1. Mai. Der K a t J e r wird im August zur Be- sichtiguna des Schießplatzes in Wahn bei Köln eintreffen. Die „Nat.-Ztg." schreibt: Fürst Bülow gedenkt vor- läusig in Berlin zu verbleiben, wo ihm der tägliche Aufenthalt int Garten des Reickskansterpalais die erwünschte Erholung darbietet. — Der bisherige Oberinspektor der hessisch-thüringischen Staatslotterie Gram m s in Darmstadt ist züm Direktor bei der kal. nr eit ft. Gemrallotteriedirektwn ernannt. Breslau, 1. Mai. Ein ; Weiter Redakteur der .Volkswa ch tz" wurde verhaftet. Redakteur Robert Mbert ist wegen scharfer Aenßerunqen gegen die Polizei in der heutigen Versammlung im Tivoli heute, abend ans der Redaktion der ..Volksmacht" heraus verhaftet worden. Die Haftentlassung des Redakteurs Kluft aegm die anaebotene Kautionsstellung ist von der Staatsanwaltscha't abgelehnt worden. München, 1. ai. Reichskanzler Fürst Bülow richtete an den Ministerpräsidenten v. P'vdewils, der sich infolge einer Erkrankung einer Operation hatte unterziehen müssen, folgendes' Telegramm: „Eure Exzellenz bitte ich, meiner wärmsten Teilnahme an Ihrer Erkrankung versichert w sein. Von Herzen wünscht ?chuen baldige Genesung in alter t r e u e r F r e u n d s ch a ft Ihr Bülow." pcirlamcHtarifdtcs, Berlin 1. Mai. Die Kommission des Reichstages zur Beratung der Gesetzentwürfe betr. die Aenderung der Artikel 28 und 32 der Reichsverfassung lT i ä t e n v o rl a g el nahm mit 17 gegen 2 Stimmen einen Antrag Arendt an, nach welchen den Abgeordneten freie E i s e u b a h n f a h r t wahrend der ganzen Legislaturperiode auf den deutschen Bahnen gewährt werden soll. — D i e S t e u e r k v m Mission des Reichstages stellte heute die Berichte über die Sparkassen- und Erbschaftssteuer fest, die mit unwesentlicher redaktioneller Aenderung g u t g e h e i ß e n wurde. Gleichzeitig wurde mit kleiner sozialdemokratischer Aenderung der Bericht über die Zigaretten st euer genehmigt. Morgen wird der Bericht über die T a b a k st e u e r festgestellt und das Mautel- geseit in Aum'ns aenomtuen______________________________ England und die Türkei. London, 1. Mai. flln ter Haus.) As h lew (Kons.) fteflt' die Anfrage, ob das von der türkischen Regierung auf der Sinai-Halbinsel beanspruchte Gebiet sich nur auf Tab ah und seine Ilmgebnna beschränke, ober ob sich der Anspruch auf die ganze .Halbinsel erstrecke. Ter Staatssekretär des Auswärtigen erwiderte, daß die von der türkischen Regieruua erhobenen Ansprüche weit über Tabab und dessen Nachbarschaft lnnansginoen und es erforderlich erscheinen ließen, eine gemeinsame Feststellung der ganzen Grenze in jener Gegend erfolgen zu lassen. Dies habe die britische Regierung auch von Anfang, an gefordert, ebenso wie die Zurückziehung der türkischen Truppen während der betreffenden Arbeiten. Die Pforte habe das abgelehnt, sei aber nunmehr nochmals dringend um ihre Zustimmung ersucht worden. Auf eine Anfrage betreffend die gemeldete Entfernung von Greuzzeicheu in der Nähe von El Arisch erwiderte Grep, daß der britische Botschafter in Konstantinopel front Großvezir die Mitteilung erhalten habe, daß eine llntersuchutiaskommission entsandt wurde und daß, wenn sich die Beschüdiaungen der Osrenz- zeichen bewahrheiten sollten, die Kommission ihre Wiederherstellung veranlassen solle. Der britische Kreuzer Miuerfra habe den Auftrag erhalten, sich nach El Arisch zu begeben und zu berichten, was eigentlich vorgefallen sei. Ter Bericht sei noch nicht eingegaitgen. Einem Telegramm ans Aldershot zufolge hat das zweite Suffolk Regiment Befehl erhalten, sich von Madras nach A d en zu begeben. Aus Stadt und Land. Gießen, den 2. Mai. '* Ter G i c ft c n c v Tasche nfahrplan wirb in der gewohnten Ausstattung und Reichhaltigkeit ber heutigen Stadt- auf(aac beigelegt. ’* Kompagnie-Besichtigung. Rach dem festlichen Tage des Kaiserbesuchs beginnt autfi bei unserem Regiment die regelmäßige Tätigkeit wieder. Zunächst finden heute und morgen die Kompagnie-Besichtigungen statt. Hierzu sind der Korpskontmandeur komm. General v. Eichhorn, der Divisionskommandeur Generalleutnant Freiherr v. Gall und der Bcigadekommandetlr Graf von Bünan, die gestern schon dem Kaiserbesuch beiwohnten, hier anwesend. Zum cngl. Geschäftsträger in Darmstadt ist der Legationssekretär bei der englischen Gesandtschaft in Bucnos-Ayres, Harford, ernannt worden. •* Besitzwechsel. Die Großhandlung Hermann Heß erwarb von Heinr. Plank Witwe und S. Salomon für 26300 Mk. Gelände an der Margarethenhütte. — Frau Thoma verkaufte ihr Anwesen Gasthaus zum Bayrischen Hof an die Union-Brauerei Gießen zum Preise von 65 000 Mk. ** „Tabakarbeiter - Aussperrung." In der „Mitteld. Sonntagsztg." vom 29. April heißt cs unter dieser Spitzmarke: Kn Gießen haben sich ja mich schon gewerkschaftliche Käiuvke abacst'ielt, von denen ciniac immerhin von Bedeutuna waren. Bei allen iroi aber unseres Wissens nicht eine derartige Schroffheit hervor, wie das anderwärts ber s7all ist. Was aber Herr Tabak- 'abrikant Gail am Dienstaa vollbrachte, bas reibt sich wirklich den schlimmsten Scbarßnacher-Praktikcn an nnb stebi in Gießen vereinzelt da. Acht Tabakspinuer würben plötzlich entlassen. Warum? Zn letzter Zeit oriofqfcu immcvwähvenb Abzüge an hrn Akkordlöhnen, die für den einzelnen Arbeiter 50—60 P*g. die Woche mivinnchten. Tie Abzüge wurden in Form von Strasen kür zu reichlichen Materialverbrauch ncnnchL Die Svinner waren nun dahin verstell!a geworden, diese Abzüge ciuzustellen ttnb batten, ialls bas nicht geschähe, ihre K ü n b t q u n q in A ussicht gestellt. Taraushin erfolgte die Entlassung ber 8 Spinner. Die Firma Gail stellt in einer Zuschrift an uns diese Ausführungen dahin richtig: Es ist unrichtig, daß die erwähnten Abzüge immerwährend erfolgten. Nur in vereinzelten Fällen ist dieses geschehen. Es ist unrichtig, baß bie Entlassung infolge ber in Aussicht gestellten Künbigung erfolgte, vielmehr überreichten bie 8 Spinner, nachbem ihre Forbernng, bie der Fabrik geivissermaßen bie Kontrolle an ber Arbeit verbietet, abgelehnt würbe, schriftlich ihre Künbigun g. Das ttirbulente nnb unpassende Benehmen ber Spinner am barauffolgenben Montag zwang dann bie Firma, um wicber georbnete Zustänbe in ber Fabrik herznstellen, bie 8 Spinner am Dienstag unter Entlohnung für 14 Tage zu entlassen. ** Das Cabaret zur Lustigen Sieben, bas fron Redakteur imb Schriftsteller Müller Hersurth insl Leben gerufen wurde, ist in Frankfurt a. M. und in beit größeren Stabten Vvn bei feit Nachbarsibaft mit großem Erfolge vor bem Publikum erschienen und hat tick hnrer. seine Leistungen und auch dabnrch bie Anerkennung aller Besucher erobert, daß cs ein dezentes Programm dr-rbot. — Die Lustige Sieben wird am Donnerstag, dem 3. und Freitag, dem 4. Mai. int hiesigen Saalbau Vorstellungen geben, zu denen die viel Meierte Vortragskvnstlerin Angele Stadella, die Overmongerin Madelainc Rrella aus Parts, die fesche Soubrette Ella Schneider, die niedlich" internationale Liedersänaerin Jolla Iollanda, die Soubrette Martba Brenne, der italienische, mit uhänomenglen Stimmitteln versehene Tenor Earlo Gemona, her Musikvirtnose und Kgv^llmejster Meranbro Ycrofi und der Conferencier Müller-Herfurtb erscheinen werden. Politische 'md religiöse Vorträge und Lbscönitäten sind gänzlich ausgeschlossen. — Großen-Linden, 1. Mai. Bet der heutigen Untersuchung der in der hiesigen Kirche aufgefundenen Grabgewölbe wtirden mebrere Knochengerüste gefunden. Weitere Funde wurden nicht gemacht. •* Friedberg, 1. Mai. Zum Zwecke der Erlangung von Entwürfen ztt bem Neubau eines Geschäftshauses für ben hiesigen Vorschuß- nnb Crebit-Verein e. G. m. tt. H. wirb unter ben hessischen unb ben Frankfurt a. M. anfäfsigen Architekten ein Wettbewerb veranstaltet. Für bie besten Entwürfe sinb zwei Preise von 1000 und 500 Mk. ausgesetzt. Das Preisrichieramt haben übernommen Prof. Walbe an ber techn. Hochschule zu Darmstabt, Bauinspektor Jost in Bab-Nauheim, Direktor ber Gewerbeakabemie Schmidt! zu Friedberg, Bürgermeister Baurat Stahl daselbst, Buchhändler Seriba, Vorsitzender be§ Aufsichtsrates, unb Jean Dörr, Mitglieb bes Vorstanbes. Der Termin für bie Ein- senbungen ist ber 16. Jttni. c. Schotten, 1. Mai. Ein Akt größter Roheit würbe kürzlich gegen ben längere Jahre hier im Dienste besinblichen, ber größten Beliebtheit sich ersreuenben Schulverwalter, Friebrich Held ausgeübt. Er war etwa um 11 Uhr abenbs von einem Ausgang in seine Wohnung zuruckgekehrt unb. hatte sich eben zur Ruhe begeben, als ein großer dreikantiger Stein durch das geschloffene Fenster in voller Wircht hindurch nach seinem Bett dicht an den Kopf fioq, glücklicherweise an dem Ruhenden vorbei. Der Stein kann nicht zufällig auf der Straße aufgelesen, sondern muß eigens mitgebracht worden sein. Außerdem muß der Betreffende auch genau den Standort des Bettes gekannt haben. Die Polizei hat bie Verfolgung bes Vorfalles ausgenommen. X. Bübingen, l.Mai. Gestern nacht würbe in einem Hause am neuen Weg ein Einbruch verübt. Die Diebe brangen mittel? einer Leiter durch ein offenes Fenster in das Obergeschoß und erbeuteten eine Menge Fleisch- unb Wurst- waren. Unserer Genbarmerie gelang es, die Diebe, zwei hiesige Taglöhner, heute festzun ehm en. — Bei den in der Nähe von Ninderbügen von den Besitzern der Zeche Hedwig voraenonunenen Bohrungen wurde in einer Tiefen von ca. 60 Meter eine Tonschicht angetrossen, woraus man schließt, daß man bald aus Kohlen stoßen werde. f] LaaSphe, 1. Mai. In Kreuzthal, bem Enb- punkt ber Bahn Marburg-Kreuztbal, begoß gestern eine kränkliche unverheiratete Frau im Alter von etwa 50 Jahren in einem Kellerraum ihre Kleider mit Benzin oder Petroleum unb zünbete Tic an. Die Angehörigen fanben halb barans bie schrecklich verbrannte Leiche. Die Tat geschah sicher in einem Anfall aeistiqer Störung. Märkte. ke. F r a n k i u r t a. M., 2. Mai. kDriq.-Telegr. des „Gieß. Anz.") V i e h m a r k t. Zum Verkaufe stauben 00 Kälber, 00 Schake unb Hammel. 998 Schweine: 1. Qual. 72—73 Pfq. Sebenbqewichf 56.50—57.50 Pf., 2. Qual. 70—71 Pft, Lebenbqewicbt 55.50 Pfg., 3. Qual. 62—63 Psq. Kälber 1. Qual. 00-00 Ptz, Lebcnbqewicht 00—00 Pfq., 2. Qual. 00—00 Psq., Lebcndqewicb: 00—00 Pfg., Schlachtgewicht 00—00 Psq. Schaie 1- Qualität Scblacbtqewicbt 00—00 Pfq., 2. Qualität 00—00 Pfq. Geschäft: slan, Ueberktand' unbedeutend. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Boranssichtliche Witternna in Hessen für Donnerstag, den 3. Mai 1906: Neuerdings Trübung und leichte Regenfälle, wärmer ttnb windig. Näheres durch die 6>ieftencr Wetterkarte. Telefonische Kursberichte des Giessener Anzeigers, miterc nnd Industi Frnnkfnrter H 33-<7o Reichsanleihe . . 100.30 3% do. . . 88.50 3^% Konsols .... 100.30 3% do S8 50 3%°f0 Hessen 99.60 3y?k Oberhessen . . . —.— Oesterr. Goldrente. . 100.55 4l/r> **'•' Oesterr. Silberrente 101.15 4% TJmrar. Goldrente . . 96.90 4% Italien. Bente . . . —.— 3% Portugiesen Serie T . 68.90 3!o Portuiriescn „ TU 69.50 4rnss.Staatsaul. 1905 92.00 41<°'„ Japan. Staatsanleihe 94 65 4 Conv. Türken von 1903 93.50 Türkenlose . . . . 146 80 4% Griech. ironopol-Anl. 54.20 4% äussere Argentinier . —•— 3°/0 Mexikaner ... — — 4^°/o Chinesen .... 97.85 Aktien: Bochum Gnss 254.80 Bnderns P,. W . . . 130.00 Tendenz: schwach. Berliner Börs< Canada E B 170.50 OarmsttidteT Bank . . . 144.00 Deutsche Bank .... 240. — Dortmunder Union C. . . 93.70 Dresdner Bank .... 161.90 Tendenz; schwach« teilt von der Bank für Handel ie, Giessen. örso. 2. Mai, 1.15 Uhr. FJektriz. Lahmeyer . . 144.00 Elektriz. Schnckert . . 132.70 Eschweiler BeTffen, woran? en werde. l, dem End- >rn eine krank- 50 Jahren in der Petroleunr en bald darauf 'schaff sicher in Dr. K. Helm Johanna HeBm geb. Wolff. Gestern früh verschied sanft, im 76. Lebensjahre, unser lieber Vater, Schwiegervater und Grossvater Die glückliche Ankunft eines Töchterchens beehren sich anzuzeigen Siegmund Stamm und Frau brrS preuß. Voirsschulgesetz ergab die Annahme der Vorlage mit den 13 Stimmen der Konservativen und der Freikonservativen gegen die 7 Stimmen der National- liberalen und der Freisinnigen. Tas Zentrum enthielt sich der Abstimmung. Tie Einigung der drei Kompromifi- pmtteien, die bisher alle Tifferenzpunkte namentlich auf dem Gebiete der konfessionellen Streitfragen überwunden hatte, ging schließlich bei der Frage der Lehrer- und Rek- toren-Wahl in die Brüche. Lüdenscheid, 2. Mai. Auf der Bahnstrecke Lüdenscheid—Brücke wurde beim Bahnübergang der Rentner Auffermann vom Zuge erfaßt und getötet. Sein Bruder, der ihn retten wollte, wurde schwerverletzt. Lauscha (Thür.), 2.Mai. Ter Maurer Portis starb nach dem Genuß von Bratheringen an Fischvergiftung. Mannheim, 2. Mai. Heute nackt wurde ein schon bejahrter Mann mit zerrissener Schädeldccke in das städtische Krankenhaus eingeliefert. Wie Passanten an- ES können eingestellt werden: 1 landwirtschaftlicher Knecht, Bau- und Maschinenschlosser, mehrere Jungen für eine Schlosserei und Schnnede, 1 Mechaniker, 2 Wagner, 1 Sattler, 5 Schreiner, 2 Glaser, Erdarbeiter, 4 jüngere Hausburschen, 1 Fahrbursche, 3 Laussranen, 5 Laufmädchen. Lehrlinge: 3 Schnnede, 2 Spengler, 2 Wagner, 3 Buchbinder, 1 Schreiner, 2 Friseure, 1 Schneider, 2 Kellner, 2 Kaufleute. Es suchen Arbeit: B’/5 2 Wasch- und Putzfrauen, 1 Schneider, 1 Techniker, 2 Lauf- trauert, 1 Bureaugehilfe, 1 Aufseher, Lagerist oder Bureaudiener. Die trauernden Hinterbliebene«. Durlach, Gießen, Lich, den 1. Mai 1906. Die Beerdigung findet in Durlach Donnerstag ‘ nachmittag 3 Uhr statt. ___________________ Auskunftei „MWand" G. m. b. H. Wetzlar, den 1. Mai 1906. Königliche Spezialkommission I. ^fangung lshanse? rein e. G. itiurt a. M. tastet. Für mb 500 M. men Pros. Bauinsyektor wie Schmidt elbst, Bnch. - unb Jean nm die Ein« Die Beerdigung findet Donnerstag, den 3. d. Mts. nachmittags 21/, Uhr statt. Hauptburean Frankfurt a. Main, Kaiserstratze 18. Bertrctnugen in allen größeren Städten Deutschlands. Auskünfte über Geschäfts-, Kredit- und Privawerhältnisse sowie Eintreibung von Forderungen. Rasche und gewissenhafte Ge- schäftsbesorgüng bei mäßigen Gebühren. Zweckmäßige Einrichtungen. Alle Aufträge sind direkt an unsere Vertreter in den einzelnen Städten zu richten und werden auch von unseren Vertretern unmittelbar erledigt. Abonnenten und deren Reisende erhalten von unseren Vertretern in deren Geschäftsräumen kostenlos mündliche Auskunft. Die Einziehung von Forderungen geschieht für die Abonnenten provifionsfrei. Statut und Taris sowie Vertreter-Verzeichnis stehen gern foftenfrei zur Verfügung. Unsere Vertretung für Gießen und Umgegend haben roici Herrn Karl Wenzel in Gieße«, Neuen Baue 9, übertragen. 1 Frankfurt a. Main, den 27. April 1906. Mtischer Meitsüchmis Hießen Gartenstratze Nr. 2, Zimmer Nr. 2. -dienst. annerslaa, d-n le Reqenfalle, WKM8MM Statt jeder besonderen Anzeige. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Mitteilung, daß unser lieber Vater, Schwiegervater, Großvater, Schwager und Onkel Philipp Reinhard Fischer II im 85. Lebensjahre nach schwerem Leiden heute morgen 11 Uhr in Durlach sanft entschlafen ist. Statt besonderer Anzeige nl£- — ;Me nk für Handel Vergebung Don Gauarbeiten Unter Hinweis auf den Minisierialerlaß vom 16. Juni 1893 werden nachstehende, bei Erbauung eines Amts- gcrichtsgebäudcs in Laubach vorkommende Bauarbeiten zur öffentlichen Verdingung gebellt: Erd- und Maurerarbeit (1100 cbm ErdauShub, 600cbm Bruchstein-, 650 ebm Backsteinmauerwerk, 700 qm Fachausmauerung und Gewölbe, 350 qm Betonsußboden u.s.f.); Steiuhaucrarbcit (24 cbm graue Sandsteine, 9 cbm Lung- steine, 3,5 cbm Granitstufen); Zimmerarbeit (160cbm Tannen- und Kiefernholz, 5500 m Holz zu bearbeiten u. s. f.); Trägerlicfcrung (20 000 kg); Grobschlosscrarbcit (800 kg Anker u. s. f.); Dachdcckerarbcit (1100 qm Biberschwanzdach u. s. f.); Spcuglerarbcit (230 m Kandel- und Abfallrohr u. s. f.); Die Verdingungsunterlagen find bei uns während der Dienststundcn einzusehcn mit Ausnahme Mittwoch, den 9. d. Mts., wo dieselben von 8 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags im Solmscr Hof in Laubach offen liegen. Arbeitsbeschreibungen bei uns erhältlich. Termin zur Eröffnung der postfrei, verschloffen und mit entsprechender Aufschrift einzureichender Angebote ist auf Samstag, den 19. Mai ds. Js., vorm. 11 Uhr festgesetzt. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Alsfeld, den 1. Mai 1906. Großh. Hochbauamt. Grigrual-Drahtinelduirgen. fib) Darmstadt, 2. Mai. Die Großherzogin wird heule nachmittag 2.31 Uhr mit dem fahrplanmäßigen Zug von Lich wieder hier eintreffen. Der Großherzog kommt morgen vormittag 4 41 Uhr von Venedig zurück. Am Freitag vormittag Nürd das Großherzogspaar nach Mainz fahren und von dort aus eine Dampferfahrt mit dem neuen Dampfer „Ernst Ludwig" unternehmen. DaS Fürstenpaar begibt sich zunächst nach Mehlem zum Besuch des Bankiers Deichmann, einem Schwiegersohn des Freiherrn v Hehl. Am Samstag morgen erfolgt die Weiterfahrt uack rQ'öIn zur Eröffnung der Kunstausstellung. — Tie Beerdigung des Abg. Möllinger findet Donnerstag nachmittag 2 Uhr in seiner Heimat Pfeddersheim statt. Im Auftrag der 2. Kammer wird Präsident Haas und für den Finanzausschuß Abg. Mo-ltlxm einen fttam niederlegen. — Ent- ocqm anderslautenden Meldungen sei mitgeteilt, daß bei dem gestern gemeldeten genickstarreähnlichen Krankheitsfall durch die bakteriologische Untersuchung des Stabsarztes Tr. Nampoldt in der Tat Genickstarre, allerdings ein leichterer Fall konstatiert nmrde. Berlin, 2. Mai. Tie Gesamtabstimmung über Todes-Anzeige. Heute morgen um 8'/, Uhr entschlief sanft unser geüebtcS Töchterchen und Enkelcben Anna Olga BechthoM im Älter von 2*/4 Jahren, waS wir Freunden und Bekannten ticfbetrübt anzeigen. Gießen (Leihgesterner Weg) 9, 1. Mai 1906. Frau Bechthold Ww. Beerdigung: Freitag nachmittag 5 Uhr vom Portale deS ueuen Friedhofes aus. 03145 Von der Reise zurück. Or. Koeppe, Kinderarzt. 2816 Lebendfrische Seefische Kabliau p. Pfd. 20 Pfg. Brat-Schellfisch p.SBfb. 18-Pfo. ff. Mrdstt-LchcW ear. de? M „ 00 »r, 11. 72—73 oebcnbflcrt’i^ mL 00-00 T*' Lebcndoen"kd: »f» 1. Viialstat sseM: „ Notziniger. rc. i °'e er. ver. K;. dos; 8- Ä'*’ S,«-rusm bon u>6firunt ? dezentes Äfjfetin Paris, ' ^onolc na Brenne, •^lertntbxo 1e? werden nb OänzU ‘L' heutigen en Grab, gefunden. geben, wurde der Mann von zwei Unbekannten überfallert und schwer mißhandelt. Tie Täter entkamen. Ludwigshafen, 2. Mai. Heute nachts f^Ite ftcki hier ein blutiges Liebesdrama ab. Tcr26jährrgc Bahnasfistent Carius erschoß in seiner Wohnung seine Geliebte, die 19jährige Kellnerin Frida Steine mann, im Bette und dann sich selbst. Auf einer Biftten-* karte hatte Carius den Wunsch ausgesprochen, daß bcibc: Leichen in einem Grabe beerdigt werden. Helsingfors, 1. Mai. Während der letzten NachL wurde der Versuch gemacht, die E i s c n b a hn b r ü ck e 5iinn scheu Lovisa und Vesijärvi in die Luft zu fpreng eüt.; Tie Täter entkamen. M o s ka u, 2. Mai. Im Kreise Atkarsk lvurden mehrere adlige Gutshöfe von Bauern Niedergebra nnk Im Kreise Samara sind die Agrarrcvolten besonders bedeutend. Eine Reihe von Güterit wurde cingeäschcrt und ausgcraubt, den Bcsftvern hingegen wurde von den auf-- rührerischen Bauern nichts angetan. Verwandten, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, dass unser lieber Sohn, Bruder, Schwager, Bräutigam, Onkel und Enkel Herr Georg Burck Musiker und Dirigent im 24, Lebensjahre heute vormittag 91/, Uhr nach langem Leiden sanft entschlafen ist. Bekanntmachung. Unter Zurücknahme unserer Bekanntmachung vorn 26. v. Mts. bringen wir hiermit zur öffentlichen Kenntnis, daß der Voranschlag der Gemeinde Hungen für 1906 vom 4. d. Mts. ab, acht -tage lang zur Einsicht offen liegt. Hungen, den 1. Mai 1906. Großh. Bürgermeisterei Hungen. 2797] Fendt. Bekanntmachung In der Ent- und Bewässerungsgenossenschaftssache von Neukirchen-Niederquembach, Kreis Wetzlar, sollen in der Zimmermaun'schen Gastwirtschaft zu Niederquembach der Ausbau des Solmsbaches und seiner Nebenbächc sowie die Wiesenmeliorationsarbeiten, bestehend in dem Bau von Gräben, Schleusen, Brücken, Durchlässen pp^. zum Kostenanschläge von 64000 Mk. vergeben werden. Termin hierzu wird auf Donnerstag, den 10. Mai er., vormittags 10 Uhr anberaumt. Tie Kostenanschläge und Vergebungsbedingungen können auf dem Bureau der unterzeichneten Behörde — Bahnhofstraße 37 zu Wetzlar — eingesehcn werden. Gehr. Berdux Bahuhofstr. 27 Ltndenpl. 12 Herr Friedrich WoSff Verlagsbuchhändler in Heidelberg. 5 LbT" 144.00 T ‘ ' 132.70 * , ' ->69.75 rert . ' 099.90 r^5rK.,' s-g 30 exY. • ' 050.75 . • ' '132.3° ■ ■ Lj.-139.1° t-Induftna sees ■ • ^480 nk • 1 ' 939 90 ' ' 196.2° Sank • ’ M°° anä^ • ' 161.9° - ‘ 218.4° Ohio- jog.50 . ' ' 23'1° ababn ■ ' ]46.4° jahD-.' .'147.00 jscobabo VerdillgMß m WllßerleitMBürbeitel!. Die bei Herstellung der Wafferversorguugöaulage für die Gemeinde Brrrg-Gemündcrr, Kreid Alsfeld, vorkommenden Arbeiten und Lieferungen und zwar: n - . /Quellfaffungsarbetten, ^05 1 1 Lochbehälter (100 cbm Nutzinhalt): o 5 y tRöhrengräben (ca. 5500 cbm Aushub), ~'05 - ) Rohrlieferung und Derlegungsarbeiten; solleir durch schristl. Angebot vergeben werden. Pläne und Bedingungen sind bei der uMerzeichneten Behörde, letztere auch bei der Großh. BürgermeistereiBurg-Gemünden einzuschen; Bedingungen und 'Angebotsoordrucke gegen ganz freie Einsendung von 1 Mark in bar für jedes Los nur von uns beziehbar. Angebote und verschl. und mit entspr. Aufschrift versehen, aus der Gemeinde, Los No. und Unternehmer ersichtlich ist, bis spätestens Montag, den 14. Mai 1906, uachur. 3 Nhr auf unserem Bureau: Frankfurter Straße 29, einzureichen. Es können nur Angebote auf Vordrucken ohne Tertänderungen und Zusätzen Berücksichtigung finden. Eröffnung m Gegenwart der Bieter. Freie Auswahl bleibt ausdrücklich Vorbehalten. Zuschlagsfrist 3 Wochen. Gießen, den 26. April 1906. Großh. Kutturiufpektion Gießen. Kaufmännischer Verein Sonntag nachmittag, den 6. Mai Ausflug nach dem Schiffenberg (daselbst Konzert, Tanz :c.) Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. Besondere Einladungen ergehen nicht. v% von Wa Wi9i (vormals Frdr. Roese). Der diesjähige Tanz- und An?tandsunterricht für die Herren Studierenden beginnt am Freitag, dem 11. Hai abends 8 Uhr. Gefl. Anmeldungen nehme ich in meiner Wohnung Weidengasse 7 entgegen. =Privatunterricht zu jeder Tageszeit. = 2801 Hochachtungsvoll W. Will, Tanz- und Anstandslehrer Frdr. Roese Nachfolger. 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Mai nachmittags 3 Uhr beginnend erstes grosses öffferotBicifoes auf der Schönen Aussicht G § Juxplatz, Tanz im Freien, Kinderspiele, ® abends Lampion-Beleuchtung. ® X Bei ungünstiger Witterung Konzert nud Tanz im Saale. ® Samstag, Sonntag und Montag Ä Z Großes Preisfchretzeu. I X Montag abend Preisoerteilung. d Eintritt Sonntag 20 Pfg. Wlontaa Eintritt frei. :Um gütige Unterstützung bittet v76 gsj. Der Vorstand. w—tew Suche für dauernde regelmätzc Beschäftigung Ns°SLMCM osssl iWMeheö bei hohem Lohn und eventuell später Akkordvcrdicnst von Mk. 9.—, Mk. 11.— und über Mk. 13.— die Woche. Desgleichen stelle sofort unter günstigen Bedingungen einige SpiflaM©rlehrSi$i^e ein. Wöchentlicher Gesellen-Akkordverdicnst Mk.21.— bis Mk. 30.— und mehr. Meldungen nehmen entgegen meine Meister in Gießen und diejenigen meiner Filialfabriken. D'"/a Georg PhiHgsp GasB En Giessen Abt. Rauch- und Kautabakfabrik. iimif-(6clud)c | Restkauffchiümge !zu faufcit gesucht. Schriftl. 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