Nr. 14 Mrsaeivi tntfeet Sonntags. Lern Gießener Anzeiger werden im Wechsel mit dem kesfifchen Landwitt die Siehener Familien, blätter viermal in der Woche beigelegt. Rotationsdruck u. Verlag der Brü h l'schen Univerl.'Buch-u.Stein- drnckeret. R. Lange. Redaktion, Expedition und Druckerei: Schul st raße 7. Redaktion 112 Verlag u.Exped.^^51 Adresse für Deoelchen: Anzeiger Gießen. Erstes Blatt 156. Jahrgang Mir- md Anzeigeblatt für den Kreis Sietzen monatlich 6b Pf.; durch diePost 2)iL2.— viertel« jährl. ausschl. Beslellg. Annahme von Anzeigen für die Tagesmnmner bis vormittags 10 Uhr. Zeilenoreis: lokal 12Pf^ auswärts 20 Pig. Verantwortlich für den ooltL und atigern. Teil: P. Witt ko: für „Stadt »Md fianb" und „Gerichtsaal*: Ernst Heß-, für den Anzeigenteil: Hans Beck. Mittwoch 1906 O nnmatlich75Pchvi^tel. Uchemr Anmaer General-Anzeiger *** Die yeuiiqe Kummer umfaßt 12 Seiten. Die ZLcichsrestrerung und das Aucss. Man schreibt uns: Ein Jurist, im Nebenberuf Reserveoffizier, hat einen Beleidiger nicht vor die Pistole ges ordert und der militärische Ehrenrat erkannte deshalb aus schlichten Abschied. Und Kriegsminister v. Einem erklärte im Namen des Reichskanzlers, solange der Schutz der Ehre durch das Gesetz ungenügend ist, solange müsse darauf bestanden werden, daß ein Offizier für angetane Beleidigungen sich s e l b st G e n u g t u n n g schaffe. Tue er das nicht ,so sei er eben nicht wert, Offizier zu sein. Man hat der Berliner Regierung für diese Aufrichtigkeit eigentlich dankbar zu sein, denn man weiß nunmehr doch, wie man daran ist. Reichskanzler und Kriegsminister sind unbedingte Anhänger einer Sitte, die das Gesetzbuch mit Strafe bedroht, wenn auch mit verhältnismäßig geringer Strafe im Vergleich zu anderen Vergehen wider das Leben. Sie wünschen das Tuell nicht, aber sie halten es in manchen Fällen für unumgänglich notwendig. Neu ist das nichts denn es war bisher stets die Gepflogenheit der Reichsregierung, das Tuell in Schutz zu nehmen, nur hat man das nie so unverhüllt getan, wie jetzt. Man weiß, daß Duellanten in erster Linie auf die kaiserliche Gnade hoffen konnten. Nicht einer von den Leuten, die wegen Tuellvergehens zu längeren Festungsstrafen verurteilt worden waren, hat seine Strafe voll abgebüßt. Daran will ich nicht Kritik üben, denn es handelt sich um ein unantastbares Kronrecht. Aber die Tatsache beweist, wie man an höchster Stelle über das Tuell denkt, und die Regierung hat den Mut, offen zu^ugestehen, daß ihre Anschauung die gleiche ist. Darüber, daß das Tuell weder dem göttlichen noch dem menschlichen Gesetz entspricht, brauche ich woyl kein Wort mehr zu sagen. Daß das Gesetz den Anlaß zum Duell, die Ehrenkränkung, nicht entsvrechend bestraft, ist ja richtig, aber das wird nie geschehen können, solange wir in Deutschland so verschiedenerlei Ehrbegriffe haben, solange in praxi die Ehre 'eines Grafen, oer ein Gesinnungslump ist, höher steht, als die des ehrlichen und rechtschaffenen Arbeiters. Der Offizier hat bekanntlich eine ganz besondere Ehre, der Korpsstudent auch. Das Gesetz müßte also, wollte es den Anschauungen dieser Kategorien gerecht werden, Beleidigungen von Offizieren und Studenten bedeutend schwerer bestrafen, als Beleidigungen gewöhnlicher Sterblicher, ansonst eben der Offizier und der Student sich das Recht der Genugtuimg selber nimmt. Ter Reichskanzler hat tum ganz besonders darauf verwiesen, daß bei der jetzigen Beurteilung von Ehrkränkungen durch das bericht das Tuell ein notwendiges Nebel sei, und er hat tröstend auf die bevorstehende Reform des Strafrechts hin- gedeutet. Das ist eine Ausrede, die aus den erwähnten Gründen ewig Geltung haben wird, solange es nicht einen einzigen Ehrbegriff geben kann. Und darum wird das Duell, soweit die Regierung in Betracht kommt, auch bleiben; von ihr sind ernstliche Maßnahmen nicht zu erwarten. Es ist von Vorteil, das zu wissen. Der Unfug soll also bleiben,, er ist sanktioniert durch den Reichskanzler und den Kriegsminister und rubriziert nach wie vor weiter unter dem Schlagwort: deutscher Mannesmut. „Lieber das Leben als die Ehre!", hat Herr v. Tiedemann im Reichstag mit Emphase ausgerufen. Schön! Richtiger wäre es gewesen, wenn er gesagt hätte: Lieber das Leben des anderen! Wenn ein niederträchtiger Kerl einen rechtschaffenen Mann beleidigt, hat dieser die traurige Verpflichtung, sich der Pistole des niederträchtigen Kerls gegenüberzustrllen — doch, schweigen wir lieber von dem haarsträubenden Unsinn, von dieser vergifteten Kinderklapper, die wir aus dem Mittelalter in die moderne Zeit herübergenommen fyaben. Tie Reichsregierung macht sich zum Herold dieses Unsinns, wer ihn nicht mitmacht, ist kein Mann von Ehre. Es ist müßig, sich darüber aufzuregen. Kalt und ruhig betrachtet liegt die Sache sehr einfach. Die weitaus größte Zahl der deutschen Reichstags ab geordneten ist der entgegengesetzten Ansicht, wie die Regierung, und hat daraus auch kein Hehl gemacht. Verteidigt wird der Standpunkt der Regierung nur von den Konservativen, den Trägern eines Bhrbegrlffs, der mir ein Hohn auf Kultur und Gerechtigkeit scheint. Nun macht die Gesetze der Reichstag, und die Mintstergehälter genehmigt der Reichstag auch. Wenn sich eine Regierung so sehr in Widerspruch zu der Majorität der Gesetzgebung stellt, wie das hier der Fall ist, dann muß eine Majorität, die auf Achtung hält, eben die Konsequenzen ziehen und Repressalien ergreifen. Diese Majorität muß verlangen, daß die Regierung mit der Aenderung der Rechtsbestimmungen Ernst macht, daß sobald als irgend möglich die Beleidigungsparagraphen entsprechend ergänzt werden. Ist das erst der Fakt, dann sind zu ändern die Strafbestimmungen über den Zweikampf sowohl im bürgerlichen wie im Militärstrafrecht. Weigert sich die Regierung, dann besteht für den Reichstag kein Anlaß, beispielsweise dem preußischen Kriegsminister sein Gehalt zu genehmigen und damit eine weitere Reihe von Offizieren vor schwere Gewisseusfragcn zu stellen. Ich liebe die großen Worte, die da heißen „Umsturz von oben", „Gesetzlosigkeit der Regierung" usw. nicht. Herr v. Einem ist mir so lieb wie jeder andere Kriegsmiitifter, und wer etwa an die Stelle des Fürsten Bülow treten sollte, ist durchaus unbekannt. Aber ich meine unmaßgeblichst, wenn der Negierung einmal gezeigt würde, daß der Reichstag nicht nur große Worte, sondern auch Ernst machen kann, daun würden die Tinge bald ein anderes Gesicht bekommen.- Der Kriegsminister hat einzulenken versucht, als er die Entrüstung fast des gesamten Hauses verspürt hatte — das möge man merken. Uebrigens ist es nicht recht erfindlich, wie die Regierung gerade jetzt dazu kommt, sich mit der Majorität zu verfeinden. Hält sie wirklich so wenig von den Gesetzgebern, daß sie ihnen alles yt bieten wagt und trotzdem erwartet, daß die guten Leute ihre Wünsche glatt erfüllen? Ein Wunder wäre es freilich nicht!________________________ Die MarolUokonserenz. Algeciras, 16. Januar. Hier herrscht erwartungsvolles Leben. Die Delegierten fuhren gestern und heute in Kutschen, die die spanische Negierung von Sevilla kommen ließ und zu ihrer Verfügung stellte, umher und besichtigten die Stadt und das Rathaus: sie sprachen sich im allgemeinen über die getroffenen Einrichtungen befriedigt auS. Von den auf der Reede liegenden französischen, spanischen und amerikanischen Kriegsschiffen werden häufig Salutschüsse gehört. Scharen amerikanischer Reisenden, die gestern und heute auf den Paketbooten „Celtic" und „Hamburg" eingetrossen sind, besuchen Algeciras. An der heutigen Sitzung haben alle Delegierte teil- genommen. Bei dec Eröffnung schlug der Botschafter o. Radowitz, der Delegierte Deutschlands, die Wahl des Herzogs von Almodovar zum Präsidenten der Konferenz vor. Der Herzog sprach darauf für das ihm ausgesprochene Vertrauen seinen Dank aus. Zu Sekretären wurden gewählt: der französische Botschafter in Madrid, Pierre de Margerie, und der spanische LegationLrat Pina. Ein römisches Blatt, das sonst sehr vorsichtig ist, läßt sich aus Algeciras eine Ente zuflattern, die die Verhandlungen sehr stimmungsvoll einleitet. Danach soll die deutsche Regierung zu großen Zugeständ- n iss en an Frankreich bereit sein, wenn Frankreich dafür den status quo anerkennt und sich mit der Abtrennung von Elsaß-Lothringen endgiltig einverstanden erklärt. Algeciras scheint ein ähnlicher Ententeich werden zu sollen, wie seinerzeit Shanghai. Wir wüßten nicht, daß Deutschland ein besonderes Interesse daran hätte, daß Frankreich sein nachttägliches Einverständnis zur Abtrennung der Reichslande gäbe, nachdem dieses Einverständnis doch schon beim Friedensschluß gegeben worden ist. Der Kocre- pondent des römischen Blattes scheint von diesem Friedenschluß niemals etwas gehört zu haben: er faselt davon, daß Deutschland schon einmal an Delcasse mit einem ähnlichen ^Lnsinnen herangetteten wäre, dieser wackere Mann habe aber mit einem schroffen Refus geantwortet. Was es für einen Zweck haben soll, solche Märchen zu verbreiten, ist uns unklar— allerdings zeigt es, wobin die Sympathien des Treibundlandes Italien zielen. Und das erscheint uns als das Bedauerliche an der Sache — überraschend kommt es freilich nicht. Sollen nun gegen den Entenzüchter die offiziösen Kanonen in Tätigkeit gesetzt werden? Es ist kaum der Mühe wert; man wird noch enthere Dinge zu hören bekommen! Gegenüber den kriegerischen Gerüchten, die mehrfach an den Zusammentritt der Konferenz geknüpft werden, versichert die „Köln. Ztg." erneut in einem offiziösen Telegramm : „Wir wiederholen, daß solche bedrohlichen Gerüchte unberechtigt sind Ter Fall wäre denkbar, daß eine Großmacht, selbst bei einem Streite um ein geringwertig cd Objekt zum Kriege gedrängt werben könne, wenn auf der anderen Seite die Absicht bestände, einen Konflikt hervorzurufen, ober ihn durch herausfordernde Handlung zu erzwingen. Eine solche Lage ist aber offenbar heute nicht gegeben. Wie die Friedensliebe Deutschlands außer aller Frage ist, so liegt auch -kein Grund vor, an andern Stellen die Absicht vo-raiätzusetzeu, es zum Kriege zu treiben. Tie amtlichen Erklärungen brr an der Konferenz beteiligten Staaten lasten hieran keinen Zweifel aufkommen." Ein spanisches Blatt veröffentlicht eine Meldung aus Tanger, wonacl) die dortigen deutschen Geschäftsleute auf Veranlassung des deutschen Geschäfts- ttägers zu einer Konferenz versammelt waren, auf welcher ihnen folgende Vorschläae zur Beantwortung unterbreitet wurden: die Frage von städtischen direkten Steuern, Gründung einer Natioualbank, sowie die Organisation von gemischten Gerichtshöfen. Nach längerer Beratung wurde die Erhebung von Zöllen in Höhe von 15 Proz. vorgeschlagen, damit der Sultan die aufgenommenen Anleihen verzinsen könne. Außerdem wurde der Vorschlag gemacht, eine Wohnungssteuer einzuführen, deren Ertrag dem Volke zugute kommen soll. Der deutsche Geschäftsttäger telegraphierte das Resultat nach Algeciras. Die Versamm- lnng der Geschäftsleute hat, wie verlautet, auf Befehl des deutschen Kaisers stattgefunden. Diese Versammlung wird in Mgecir«s als sehr wichtig betrachtet und viel kommentiert, insbesondere die Frage der Zölle, zumal die bestellenden Verträge diese nur auf 10 Prozent festsetzen. Die Delegierten Marokkos weisen angeblich diese Vorschläge entschieden zurück. __ j)olitL?che Sage-schau. Wahlrechts-Debatte im preuh. Abgeordnetenhanse. -tt- Berlin, 16. Januar. Im preuß. Abgcordnetenhause ist heute die erste Beratung des Etats zum Abschluß gelangt. Die beiden neuen Mitglieder der Regierung, Herr v. Bethmann-Hollweg, der Minister des Innern, und Dr. Beseler, der Justizminister, haben sich als gute, schlagfertige Debatter gezeigt. Daß es beiden an Energie nicht fehlt, bewiesen mehrere markante Aeußerungen gegenüber der Sozialdemokratie unb zur Polenpolitik. Diesmal nahm die Wahlrcchtsfrage, schon durch bie sozialdemokratischen Agitationen, einen breiten Raum in der Erörterung ein. Daß der Liberalismus nicht schneidig genug für den Ersatz des preuß. Wahlrechts durch ein besseres und gerechteres System eintrete, diese vorn „Vorwärts" so beharrlich aufgestellte Behauptung wird nicht gelten lassen, wer z. B. die heutige temperamentvolle Rede des Abg. Brömel (frs. Vcr.) gehört hat. Er sagte unter lebhafter Zustimmung der Linken, daß eine längere Verzögerung der Reform des Wahlrechts Gefahr für Staat und Vaterland Hervorrufe. Wie kräftig diese Ausfüh- ungen auf die jedem Rütteln am Wahlrecht durchaus abgeneigte Rechte einwirkten, war auS den Erwiderungen des Abg. v. Arnim (kons.) und besonders des freikonservativen Führers Frhrn. v. Zedlitz zu erkennen, der sich mehr denn je ereiferte, mit stürmischem Beifall rechts bedacht und von links ausgezischt wurde. Ein sehr seltener Vorfall im preuß. Abgeordnetenhause war die Erteilung eines Ordnungsrufs. Brömel hatte ihn sich in der Hitze des Gefechts zugezogen. Welchen Standpunkt aber nimmt die Negierung ein? Kühl und kurz bemerkte der Minister des Innern: .Auf die Wahlrechtsfrage will ich hier nicht eingehen, da die Erörterungen über diese Frage zurzeit nur theoretischen Wert besitzen können." Als ob sich nicht überall die praktische Politik grade mit diesem Thema in der lebhaftesten Weise beschäftigte! In Sachsen ist durch die Berufung des bisherigen sächsischen Gesandten Grafen Hohen- thal 8 um Minister des Innern die Wahl re form in Fluß gebracht; ebenso wie der Großherzog von Hessen hat sich Prinz Ludwig von Bayern mit allem Freimut für das Reichstagswahlrecht und gegen „verkünstelte Wahlsysteme" geäußett, „die dem Gerechtigkeitsgefühl der großen Masse der Bevölkerung widersprechen" — in Preußen aber soll alles beim alten bl-iben? Das wird grade im Bürgertum, das von geräuschvollen Massendemonstrationen nichts wissen will, nicht verstanden werden. Richt dec Sozialdemokratie, aber der Gerechtigkeit und Billigkeit sollte Rechnung getragen werden. Zn den dentsch-amerikanischen Tarifverhandlungen. Die Meldungen einiger Blätter, daß die Handelsvertrags- Verhandlungen, die zurzeit in Washington zwischen dem Deutschen Reiche und den Vereinigten Staaten gefühtt werden, jetzt schon als gescheitert angesehen werden könnten und zu einer Einigung nicht führen würden, haben mich veranlaßt — so schreibt einer unserer Berliner Mitarbeiter — an zuständiger Stelle nach der Wahrheit solcher Gerüchte mich zn informieren. Der amerikanische Botschafter Charlemagne Tower erklätte mir, indem er mich empfing, daß ihm nichts bekannt sei, was solche Befürchtungen schon jetzt rechtfertige. Die Verhandlungen gingen seines Wissens vielmehr ihren Gang fort und der Staatssekretär Root sei auf das eifrigste bemüht, eine Einigung zu bewirken, rote ja auch er selbst, der Botschafter, in dieser Richtung seine ganze Kraft eingesetzt habe. Ueber das Stadium, in dem die Verhandlungen sich gegenroättig befinden, lehnte es Mr. Tower jedoch ab, sich zu äußern, da er hierzu nicht befugt und auch selbst darüber zur Stunde nicht genügend unterrichtet sei. ........—..... I i i .......... Teutschafrrka» Graf Götzen und Ostafrika. Tie Tatsache, baß der Gouverneur von Deutschk-Ost- afrika Graf Götzen demnächst nach Deutschland kommt, wirb in kolonialen Kreisen damit in Zusammenhang gebracht, daß. bie Absicht bestehen soll, ihm in dem neu zu schaffenden Reichst kolvnialamte den Posten alsU n t e r st a a ts s e kre tä r oder Direktor zu übertragen. Ursprünglich war Graf Götzen bestimmt, an bie Spitze des Reichs kolonialamtes zu treten; der Ausstand in dem ihm unterstellten Schutzgebiete ließ seine Ernennung indessen als untunlich erscheinen. Graf Götzen telegraphiert aus Tar-es-Salaam folgendes: Die bereinigten Detachements des Hauptmanns Freiherrn v. Wangenheim und des Hauptmanns b. Grawert konnten aus dem Marsche auf Mahcnge den ungewöhnlich angeschwollenen Luwegufluß bischer nicht überschreiten. Hauptmann b. Hassel hatte am 18. November ein siegreiches Gefecht am Ruipa gegen 2000 Jsakara-Leu.te, bei welchem er 26 Hilfskrieger bcrlor. Tie gegnerischen Verluste waren groß. Ter Vormarsch v. Hassels über den Ulangafluß nordwärts wurde durch den hohen Wasserstaub verhindere. Major Frhr. b. Schleinitz operiert in seiner rechten Flanke durch bas Detachement des Hauptmanns Hirsch unterstützt, am Ruahastuß, ösllich von der Sttaße Kilossa-Ittnga. In den. Bezirken Kilwa, Mo Harro und Lindi räubern noch einzelne Banden. Anscheinend ziehen sich größere Trupps in das Tvndegebiet konzentrisch zurück, wo sie nach "der Regenzeit auf- gesucht werden müssen. Aufständische aus dem Songea- Bezirke, bermutlich vor den Operationen des Majors Johannes weichend, fielen Ende Dezember in Lupempe ein. Gegen sie errang der Ubena-Posten unter Sergeant Bach einen schönen Erfolg in erbitterten Höhlenkämpfen. Sergeant Bach ttmrbe unerheblich verwundet. Der Bezirk Jringa ist gesichert. Ferner telegraphiette Graf Götzen folgendes: Major Iwhr. b. Schleinitz schlug am 31. Dez. n. I. mit der 15. Kompagnie unter Hauptmann Wunderlich und der 5. Kompagnie unter Oberleutnant Wendland bei Mgoda, südwestlich von Attogoro, 400 mit Gewehren bewaffnete Rebellen. Der .Gegner ging nach den Lijungo-Bergen am Nuaha, die in vier Kvlonnen im Gefecht vom 6. bis 8. Januar bestiegen wurden. Ter Gegner verlor 73 Tote. Dies feit*» wurden 4 Fa rbige verwundet. Ein weiteres Aufgebot größerer feindlicher Truppen dort ist nnwahrschei-a- lidk Die Bevölkerung zeigt im Gegensatz zu den Häuptlingen den Wunsch iur Unterwerfung. Eiidwestafrila. _ - » «SMSM EH-rrmuEMch- - ° ' "OI unweit dieser Wasserstelle in einen Hinterhalt. Es Tuten Leutnant v. Dilsurtl) (früher Kaiser ^-anz-Garbegrenadlcr- Regiment) und 2 Reiter: ein Reiter Ivnrde verwundet Ein neuer Truppen trän svort geht am Donnerstag den 18. ds von Hamburg nack E üdwe-dafrika. Trr Transport besteht aus 30 Offizieren und 593 irren ""d M^nnschoften._____ Anßiand in Kä runq. Tie Petersb. Telegr.-Ag. erklärt: Witte ist ausschließ- üch und in ganzem Umfange auf der Grundlage des Manifestes vom 30. Oktober tätig, das uneingeschränkt ausgeführt wird. Tic von dec Regierung gegen die evolutionäre ergriffenen strengen Maßnahmen erklären sich durch den Wunsch der Regierung, die im Manifest verheißenen Reformen genau durchzuführcn, wahrend die Revolutionäre gegen dieselben kämpfen wollten . Sie wollen die Tuma nicht, ilw Ziel ist die Republik und die Anarchie. So sind die Rcpressiomaßnahmen infolge der Rottvendigkeit vorgenommen worden, die im Manifest vom 30. Oktober ver- Uindeten Grundsätze zu verteidigen, deren Turchführung den unwandelbaren Willen des Kaisers und das nächste Ziel der Regierung des Kaisers bildet. Deutsches Reich. Berlin, 16. Ian. Heute hörte der Kaiser den Vortrag des kommandierenden Generals de§ 14. Armeekorps o. Bock und Polach, des Chefs des Militärkabinetts und des Chefs des Admiralstabes und empfing in Abschieds-Audienz den großbritannischen Militärattache Grafen v. Gleichen und den großbr. Marine-Attachö Kapitän Allenbr;. — Bon gut unterrichteter Seite erfährt die „Voss. Ztg.*, daß der Rücktritt des Chefs de? Zivilkabinetts v. Luca nus binnen kürzester Zeit bevorsteht. Als sein Nachfolger ist der Oberpräsident in Kassel, v. Windheim, in Aussicht genommen. Dresden, 16. Jan. Die Regierung lehnte die Beantwortung der freis. Interpellation wegen Verbotes der liberalen Wahlrechtsoersammlunq in der zweiten Kammer ab, da angeblich die Rekursinstanz noch nicht erschöpft sei. Karlsruhe, 18. Jan. Die zweite Kammer wählte heute anstelle des zurückgetretencn Präsidenten Gönner den Abg. Oberbürgermeister Wilckens-Heidelberg zum ersten Präsidenten mit 37 Stimmen. Auf Iehrenbach (Z.) entfielen 31 Stimmen. Minister Schenkel teilte mit, daß die Verhandlungen mit Elsaß-Lothringen in Bezug auf die Fortsetzung der R h e i n re g u l i e ru n g zum Abschluß gelangt seien. Elsaß-Lothringen erklärte sich zu weitestem Entgegenkommen bereit. Die Regierung werde eine Nachtraqssorderung Einbringen zum Zwecke des Beginns der Rheinregulicrung nach Straßburg. parlamentarisches aus Kesten. Der 2. Kammer ist eine Vorstellung von Einwohnern von Schwarz zugegangen, in der über die Erbauung einer Eisenbahn von Nider-Aula nach Alsfeld u. a. folgendes ausgesührt wird: Schon viele Jahre spricht man von dem Bau einer Eisenbahn von Hersield nach Alsfeld. Durch den Bau der Bahn Hersfeld— Treysa bandelt es sich nur noch um den Bau einer Bahn Nieder- Aula—Alsfeld. Hier mar man stets der Ansicht, daß diese Bahn nicht anders geboitt werden tonne als über Schwarz. In dieser Ansicht wurden wir um so mehr bestärkt als alle Vorarbeiten, die zum Bau der Bahn nötig sind, bis jetzt so ausgenihrt wurden, daß dabei Schwarz in Betracht kam. Tie Gemeinde bat sich entgegenkommend gezeigt und zu großen Opfern bereit erklärt. Zu unserm größten Bedauern müssen wir nun eriabren, daß man sich nun auf preußischer Seite bemüht, die Bahn nicht über das hessische Schwvrz, sondern über das preußische Lingelbach zu führen. Würde die Bahn über Lingelbach gebaut, so wäre dies für Schwarz und einige andere hessische Orte von großem Nachteil. Für Lingelbach kann die Bahn nickt von großem Vorteil sein, da dieser Ort in der Nähe der Bahn Hers'eld—Treysa liegt. Auch Hal Lingelbach nur eine Stunde auf guter Staatsstraße nach Eiia, das an die Bahn Nieder-Aula—Alsfeld zu liegen kommt. Auch sind wir der Ansicht, daß die Rentabilität der Bahn, wenn sie über Sckwarz geführt wird, größer wird als wenn sie über Lingelbach geführt ivird. So viel dürste feststehen, daß von Sckwarz ans Steine, Holz und nock viele andere Güter der Bahn mehr zugefuhrt werden, als von Lingelbach aus. Auch der Geschäftsverkehr dürste in Schwarz größer sein als in Lmgelback. Wir bitten deshalb, die Lage von Schwarz und einiger anderer hessischen Orte berücksichtigen und nur genehmigen zu wollen, daß die Bahn über Schwarz und nicht über Lingelbach geführt wird. Eine Vorstellung des hessischen Richtervereins geht dahin, nicht nur jeden Antrag auf Erhöhung der Mietentschädigung für Dienstwohnungen der Staatsbeamten die Zustimmung versagen, sondern vielmehr unter Würdigung der Zeitlage und Bedürfnisse die dringend notwendige Verbesserung deS Diensteinkommens aller Staatsbeamten durch Geivahrung freier Dienstwohnung ober angemessener Wohnungsgeldzuschüsse bald- tunlichst in die Wege leiten zu wollen. Die Schreibgehilfen der Großh. Steuerkommissariate bitten die zweite Kammer, bei Festsetzung des Staatsbudgets für 1906 die Einstellung eines entsprechenden Betrages zur Aufbesserung der Schreibgehilfengehalte vorzusehen. Die Kanzleigehilsen an den Kollegialgerichten bitten, darauf hinwirken zu wollen, daß die Stellen der älteren Kanzleigehilfen bei den Kolegialgerichten in Kanzlistenstellen umgewandelt und die Gehalte den gegenwärtigen Verhältnissen entsprechend aufgebesserl roCrb$‘ie Abqg. Korell (Hess. VolkSp.) und Christ (freif.) beantragen die Wiederherstellung der Titel 1 und 2 des Kapitels 73 des StaatSooronschlagS (landw. Verems- und Genossenschaftswesen) in der seitheriaen Höhe. Eine Vorstellung zweier Wähler m Gau-Wein- heim richtet sich gegen die Wahlmännerwahl dort (Wahlbezirk Wörrstadt). sä. Darmstadt, 16. Jan. Nachdem der Finanzausschuß der 2. Kammer an vier Tagen der vorigen Wocke den Etat vorberaten hatte, fand heute die 1. g e m e i n s ch a Ul t ck e Sitzung mit der Regierung statt. Eine längere Debatte entspann sich über die Frage der D i e n st w o h n u n g e n f u r Beamten, wobei sich eine grundsätzliche Verschiedenheit in den Anschauungen der Regierung und der Mehrheit des Finanzausschusses ergab. Benn Hochbauwesen ist die Summe von 12800 Mk. für den Neubau einer Remise für Automobile ^verlangt, die lebhaften Widerspnick nicht nur bei den Baucrnbünd- lern, sondern auch bei den Vertretern des Zentrums und der Sozialdemokraten fand. Beim Kapitel 4 fr der lt * wl?*1«- >'Ä dein rpiA? l,e ml. Mb ÄÄ "•■ in „ tta" rt,ditt -®enb eei: 9fJ.^'cbte »»der 'd'e tm L5 1 *iet und Portu. »rten zunL pichen, waren die ' ,ubcr seine Reisen Ändert aussnhch ^duS, war es, der dkre Umslande, diesen ö bQbe'- ohne es zu neuen Kontinent ent- denn er war selbst ^.westlichen Ozeans -uf eines Insel nörd. 08 die Annahme, im n schien. So konnte "Menschen Tienslen in 8ahrt antreten, der entdeckte aus seinen en, sowie kleine Stücke kte wohl noch mehr spanischer Gouverneur hartnäckig an der 'n Seeweg nach Ost» er alleinige Entdecker he nur der Gerechlig« amen tragen würde, ispucci, gab seinen ib zwar geschah das hrten, der V'8 Reisen Florenz geboren und i in den amerikanischen idimg des Amazonen' •lianiftfjen Suite. Dec mhang mit der Tnt- muh, ist 'Fernando e, der ebenfalls in lleise läng§ der Well« «erlauf er die südliche den großen Ozean ipincn entdeckte, wo er tt seinen Entdeckungen § zu einem gewissen inmebr, daß m Ameria er nichts mit Alien zu uze folgte äußerst leb- Sestern vollendete unser Zeit m Queck b. SÄ gliche und Verhältnis, chte von der beabslch* rj vorher eingetretenen r $*r eibMte -m c§ 4 Urgroßmütter und Arbeiter Konrad •Le in1 Mlde nut j°Ä*b' lgke'l Jubilar n ui Londorf Pfarritellen 3 k>" Treue und bi* * von allen em Eh^u . toß 'Uch W olfU»" f) Df“ v «tiP 9* s i°nb!! statt, bist Merle,"!® ' jubil« e d°b«L das" e. A°hl>°°"dii Ehr» ib bat )HN' aeitfitn als Kirchs' j beivefl1 J ,vck>E ierti. , ggbcn , n L W 5 I „bete «<* " tc iprei*'11* tleSt- * Ein „VvlkFHaus". Emen wichtigen und Erfolg ver- /prechcnden Schritt auf dem Wege der au ^gleichenden und versöhnenden Sorias Politik hat man in Archer Ale den getan. Tort sollen auf Grund eines Preisausschreibens besonders zweckmäßige und künstlerische Entwürfe für ein Volkshaus erworben werden, für welches di? Stadtgcmeinde in zentraler Lage einen Bauplatz mit anschlies""dem Spielplatz zur Verfügung gestellt hat. Mir den Van V : ist von dem Geh. Kommerzienrat Desteborn und dessen beid äMsten Söhnen ein Kapital von 120 000 Mark aestiftet worb' - Wie es in der Stiftungsurkundc heißt, sollen sich in diesem H-mse ..alle Bevölkerungskreise, insbesondere auch die heranwack s-'nde Jugend zur Pflege von Kunst und Wiffenschtt-ft zu Kirperlicher und geistiger Ausbildung und zu frohem Lebensgenuß" zusammenfinden. „Das Haus soll eine Statte sein, in der — ohne Vernachlässigung d"r geaenseitigen Achtung und Ehrerbietung - - der Mensch dem Menschen näher tritt." Neben einer Anzahl von Zimmern für Jugendklubs sind ein großer Saal mit Tbeaterbnhne, Räumlichkeiten für die Volks- bibliöthek, eine Lesehelle, .ü'aelbahnen, Turngeräte, Spielplatz nsw. vorgesehen. Geeignete Männer,^ welche sich an die Spitze der einzelnen Jugend-Vereinigungen stellen, und die die Juaend zu sammeln und fördern vergeben, sind hinreichend vorhanden, und so i''t wohl zu erwarten, daß der M"n zu dem gewünschten Erfolge führt und dann auch anderen Städten als nachahmnngs- M6 752,5 8.4 5,7 69 SW 4 Sonnenschein 16. 9’5 752 2 4.6 5.6 89 SW 4 Klarer Himmel 17. 72s 747,2 7,2 6,6 87 SSW 4 Bed. Gießener landwirtschaftlicher Wetterdienst. Voraussichtliche Witterung in Hessen für Donnerstag, den 18. Januar 1906: Vorerst noch trüb unb leichte Niederschläge. Später langsame Aufheiterung bei sinkender Temperatur. Nähere« "urch die lttjenener '.’^ctierforte. Schiffsnachrichteu. Norddeut scher Llond. In Gießen vertreten durch Carl L o o S , Kirchenplatz. Brenren, 14. Jan. ?Per transatlantischen Telegraph.) Der Dovpelschraliben-Postdamvfer „Hannover", Kavitän H. Jacobs, vom Norddeutschen Llond in Bremen, ist am 13. Januar 6 Uhr ol'Ciib-0- roof'lt'ehalfen m ewiw's aiwckoinmen. BrZefkersten Oer Redaktion, (-lnonpme Slnfragcn bleiben nnberückfichtigt). K. S. in Lieblos. 2. In Hessen ist das Erschießen wildernder Hunde bis jetzt überhaupt nicht gestaltet; es darf nur Anzeige gegen den Hundebesitzer erfolgen. Von welcher Nekchsgerichtsentscheidiing Sie gehört haben, können wir nicht beurteilen, denn es giebt derer sehr viele, da über das Erschießen wildernder Hunde in den einzelnen Bundesstaaten, oder sogar in einzelnen Bezirken derselben, die verschiedensten Bestimmungen eriflieren, so daß eine derartige Neichsgerichtsentfcheidung niemals überall gleiche Bedeutung haben wird. Reichsgerichtsentfcheidzingen sind überhaupt keine zwingende Norm, an die sich ein Richter halten müßte. Sie könnten also auch bei genauer Kenntnis der von Ihnen gemeinten Entscheidung nicht viel damit anfangen. 3. Aus Ihren Mitteilungen können wir nicht recht klug werden, da sie keinen Aufschluß darüber geben, ob zu der Zeit, als der Vermieter in die von Ihnen gemieteten Räume eindrang, das Mietverhältnis schon beendigt war, oder ob Ihnen noch ein Recht an der Wohnung zustand, denn es ist un§ unverständlich was das „Kündigen mit 2 Tagen Frist" bedeuten soll. Hatten sie noch das Recht auf Jnnebabung der Wohnung, so durfte der Vermieter Ihnen dieses Recht nicht schmälern: sind Sie dagegen nach Ablauf der Mietzeit nicht ausgezogen, so war es dem Vermieter unbenommen, in fein Eigen tu m einzudringen, wenn eine ausdrückliche Aufforderung Ihrerseits, dies nicht zu tun, fehlte. Tas Sie großes Bedürfnis nach Reichsgerichtsentscheidungen zu haben scheinen, so seien Ihnen hier zwei Entscheidungen mitgeteilt, die vielleicht Anwendung auf Ihren Fall finden können. Sie finden sie in den „Entscheidungen des Reichsgerichts in Strafsachen", Bd. 4 S. 124 und Bd. 19 S. 298.________'________________________________________ Krimnol-DraMmttliumgen. Die Marokkokonferenz. Algeciras, 16. Jan. Die heutig? erste Sitzung wurde von dem Botschafter v. Radowitz, als dem Delegierten der nach dem Alphabet an erster Stelle stehenden Macht, eröffnet. Der Herzog von Almodowar hielt, nachdem ihm der Vorsitz der Konferenz übertragen worden war, folgende Ansprache: „Durch die Festsetzung des Programms, das unseren Beratungen als Grundlage dienen soll, zeigten die Mächte deutlich ihr Interesse daran, daß Ordnung, F-riede und Wohlfahrt in Marokko herrschen. Die Mächte stiinmen gleichfalls in der Erkenntnis überein, daß dieses kostbare Ziel nur durch Einführung von Reformen in Marokko erweicht werden kann, Reformen, die beruhen auf dem dreifachen Grundsätze der Souveränität des Sultans, der Integrität feiner Staaten und der Gleichheit der Behandlung in kommerzieller Beziehung, das heißt der offenen Tür. Ms der Sultan urtb die Mächte dies Programm annahmen, legten sic sich jedoch nicht die Aufgabe bei, einen vollständigen Plan für die Umwandlung der Verwaltung Marokkos vorzuzeichnen. Es wurde sich vielmehr darum handeln, gemeinsam die Mittel zur Anwendung derjenigen Maßregeln zu beraten, die sich schon jetzt als die dringendsten und die leichtesten erzeigen. Das Vertrauen, das wir alle zu dem zivilisatorischen Einflüsse des Friedens und des Handels hegen, berechtigt uns zu der Hoffnung, daß diese Maßregeln noch wirksamer sein würden, wenn da, wo «die Konferenz es für ausführbar hält, Polizeikorps organisiert sein werden. Wenn der Wafsenschmuggel unterdrückt ist, wenn die Hilfsquellen für die öffentlichen Ausgaben und die Ausrüstung der Häsen gesickert sind, die Ruhe wieder hergestellt ist und die wirtschaftlichen Geschäfte erleick-tert sein werden, wird eine bessere Würdigung der Wohltaten des Friedens und der Arbeit durch die marokkanische Bevölkerung dem Sultan gestatten, seinem Reiche den Wünschen aller entsprechende Aussichten auf Wohlfahrt und Gedeihen zu eröffnen. Tie gegenseitige Achtung der gegenseitigen Interessen und der aufrichtige Wunsch, die gegenseitigen Interessen in Einklang zu bringen, müssen nach meiner Ansicht mit den Grundsätzen der Souveränität des Sultans und der Integrität seines Reiches unsere Richtschnur aus der Konferenz sein. Wenn solche Gesinnungen uns nicht durch unsere eigene tzkistesrickfung, durch den Geist, der unsere Regierungen beseelt, eingeflößt sein würden, würden sie uns schon diktiert durch die erwartungsvolle Haltung der ganzen Welt, die ein- tracktsvolle Lösungen erwartet, welche den immer mehr wachsenden Bestrebungen nc--ff einer universellen Solidarität entsprechen." Revoil im Namen Frankreichs und v. Rado Witz im Namen Deutschlands erklärten das Einverständnis mit den drei Hauptpunkten des angedeuteten Programms. Rado Witz stellte offiziell die deutsche Anerkennung fest für die drei fundamentalen Grundsätze, nämlich: Souveränität des Sultans, Unabhängigkeit Marokkos und offene Tür für den Handelsverkehr aller Nationen. Es folgte die einstimmige Verständigung über die tägliche Bekanntgabe eines Nesumes der im übrigen geheim zu haltenden Verhandlungen an die Presse. Berlin, 17. Jan. Wie die „Morgenpost" erfährt, be^ absichtigt der Kaiser auch in diesem Jahre die üMidjd Reise n ach dem Süden zu unternehmen. Die Abreise soll unmittelbar nach seinem Geburtstag stattfindcn. Der Zeitpunkt der Rückkehr ist durch die Feier der silbernen .Hochzeit des Kaiserpaares bestimmt. Altona, 17. Jan. Der Gemeindevorsteher Ellerbreck in Sülldorf stach aus Unvorsichtigkeit einem Knecht die Heugabel in das Auge; dieser war sofort tot. Dresden, 17. Jan. Ter König ernannte den Grafen Vitzthuin von Eckstädt zum Gesandten in Berlin. Aibling, 17. Jan. Hier wurde ein Bauer verhaftet, der mit seiner Tochter feit Jahren ein sträfliches Verhältnis unterhielt. London, 17. Jan. Vis gestern abend 11 Uhr waren gewählt: 146 Liberale einschließlich 21 Vertretern der Arbeiterpartei, und 45 Unionisten. Die Regierungspartei hat bis jetzt 7 8 Sitze gewonnen. Petersburg, 17. Jan. Auf der sibirischem Eisenbahn herrschen anarchistische Zustände. Durch! den Eisenbahnerstreic ist die Lage dort unerträglich geworden. In ganz Sibirien sowie im Dransbaikalgebiet mangelt es an jeglicher Zufuhr, wodurch viele Ortschaften demt Hunger preisgegeben sind. Viele Stationsvorsteher sind spurlos verschwunden und ihre Posten werden vom Streike komitec besetzt. Massenhaft überfallen Hooligans Passagiere erster und zweiter Klasse. Einzelne große Stationen, sind eingcäschert. Moskau, 17. Jan. Der S1 adthauptmann Baron Modem wurde von der Negierung auf sechs Monate nach Deutschland kommandiert zum Studium be5 Gendarmerie- und Polizeiwesens. Odessa, 17. Jan. Nach Herstellung der Verbindung! mit dem Kaukasus werden Truppen von hier aus dorthin abgeschickt, aus Sewastopol außerdem zwei Panzerschiffe. Im Gouvernement Bessarabien ist ein Bauernaufstand ausgebrochen. Tas Bauernkomitee hat beschlossen, alle Privatgüter zu Bauerneigentum zu erklären. Ter Kreis Orgejew wird durch schreckliche Brandstiftungen heimgcsucht. Te?ef©3iBSC^® ICursbericMe des Giessener Anzeigers, mitgeteilt von der Bank für Handel und Industrie, Giessen. Frankfurter f^örse. 17. Januar. 1.15 Uhr. Reichsanleihe . . 100.85 Elektriz. Lahmeyer . . . 137.00 3% do. . . 88.85 Elektriz. Schlickert . . . 129.00 3%°/0 Konsols . . . . 100.85 Eschweiler Bergwerk . . 257.00 3% do. . . . . 88.90 Gelsenkirchen Bergwerk . 223.00 3J4°/o Hessen..... 100.10 Hamburg - Amerik. Paketf. 165 50 3^°/n Oberbessen . . . —.— Harpener Bergwerk. . . 214.70 4°ä Oesterr. Goldrente. . 100.25 Laurahiitte...... 245.00 41/s H Oesterr. Silberrente 100.90 Nordd. Lloyd..... 125.70 4°ä Unsar. Goldrente . . 96.65 Oberschles. Eisen-Industrie 129 60 4% Italien. Rente . . . —- — Berliner Handels^es. 171.25 3% Portugiesen Serie T . 67.70 Darmstädter Bank . . . 146.10 3% Portugiesen „ III 67.90 Deutsche Bank . . . 242 00 4%°/n rnss.Staatsanl. 1905 92.30 Deutsch-Asiat. Bank . . 182.40 4n japan. Staatsanleihe 95.50 Diskonto-Kommandit. . . 187.20 1 % Conv. Türken von 1903 91 10 Dresdner Bank . . . 165.00 Türkenlose......143.20 4% Griech. Monopol-Anl. . 52.50 4% äussere Argentinier . 89.75 3°/0 Mexikaner . . . . 67.10 4^°/0 Chinesen . . . 97 80 Aktien: Bochum Guss..... 243.00 Buderus E. W.....131.00 Kreditaktien.....211.50 Baltimore- und- Ohio- Eisenbahn .....116.60 Gotthardbahn.....—.— Lombard. Eisenbahn . 21.80 Oesterr. Staatsbahn . . . 142.60 Prince-Henri-Eisenbahn . 128.50 Tendenz: ruhig. Berliner Börse, 17 Canada E. B......175.50 Darmstädter Bank . . . 146.20 Deutsche Bank .... 241.50 Dortmunder Union C. . . 93.40 Dresdner Bank .... 164.30 Tendenz: sehr still. Januar, Anfangskurse Harpener Bergwerk . . 213.70 Laurahiitte . . . . 244.20 Lombarden E. B . 23.70 Nordd Lloyd.....125.80 Türkenlose ..... 143.60 MtWr Seefischmarkt Wen. Freitag, den 19. Januar, vorm. 8 Nhr in den städt. Marktlauben beginnend. Es kommen zum Verkauf: B17/t Feinste Backfische ........14 Pfg.p. Pfd. la. Delikatcß-Nordsee-Schellstsche2—4-pfdig. 30 „ , „ do. großmittel . ♦ . 27 , „ „ do. kleinmittel . . . 25 „ „ „ Bester, Heller Nordsee-Cablian, kopflos in ganzen Fischen 18 „ , „ do. ausgewogen 21 „ „ „ ff. grüne Heringe........ 17 „ „ „ Hochfeine Bratschollerr ....... 30 „ u „ Prima Natzungen ........ 32 „ „ „ "" GckmnriMachrm". In das Handelsregister, Abteilung A ist bei der Firma W. Weber, Lich (Nr. 9 des Registers) am 15. Januar 1906 folgendes eingetragen worden: Die Firma ist erloschen. Großh. Ancksacricht Sich. OaLzversteigerung. Donnerstag, den 25. Januar 1900 werden aus den Distrikten Vorderster Kopf, Mittelster Kovst Kröbcies, Haaa, Junger Zwilling, Alter Zwilling, Unterer Haagkcwß Pfeckensack, Sandverg, Hosttrauch und Th'ihlbern der Forstwnrtei Nieder-Okunen versteigert: Stämme: 6 Eichen II. Kl. — 8 fm (50—59 em Durchmesser, Schnitt- bolz), 10 Eichen IH. Kl. <40-49 cm Durchmesser) — 6 fm fSchnittholz), 44 Eichen IV. Kl. (30—39 cm Durchmesser) — 23 fm (Sclmitt- imb B.cmHolz), 45 Eichen V. Kl. f25—29 cm Durchmesser) — 15 fm iVcucholz), 164 Eichen VI. Kl. (schönes Bau-- und Wcumerholz, unter 25 cm Durchmesser) — 32 fm. Kiefern: 38 Stück III. und IV. Kl. von 25 — 36 em Durchmesser — 20 fm, 102 Stück V. Kl. (unter 25 cm) , — 33 fm (Bauholz). Fichten: 1 Stück HI Kl. (33 em) —1,37 km, ■o Stuck IV. Kl. = 3 fm <25-29 cm), 233 Stück V. Kl. = 64 fm >Bouhvlz, unter 25 cm). 5 Wcißtanncn —1,41 fm. Dcrbstangen: 6 Eichen — 0,26 fm (Deichfelnl, 35 Fichten — 2,87 fm, Knnppel- Teisig: 116 rm Fichten (Schichthausen). Borgezeigt iverdeu die Kiekern im Vordersten Kopf und Mühl- terg, sowie die Eichen in den Distrikten Pkeikensack und Mühlberg. ' KkLÄL ÄS kÄ llstrir Schnitt empfiehlt Lioo sy2 ÄlirlhI LB7 Zimmer Nr. 15. 1906 zu vermieten. 181 Näheres Neustadt 10 im Laden. Läden etc. 2 Zimmer A 0286| Neuenweg 42. T 't QVffitc Strilri Wiicii-W verkäufe WUMWMW UlSMW Wohnstube zu vermieten m. ob. ohne Belt. Tiefenwcg 18. 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